Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
de dicto Lewis IV 144
Wissen de dicto/Lewis: Bsp Enzyklopädie - richtet sich auf die Welt und liefert Wissen über die Welt, nicht über den Leser (de se). Bsp Lingens mit Gedächtnisverlust findet sich in Bibliothek wieder. - ((s) Ähnlich: > Bsp Zwei Verirrte Wanderer haben zufällig denselben Wanderführer - dann finden sie den Weg nicht allein mit Hilfe dieses Wanderführers.) - Die eigene Biographie liefert Lingens die Lokalisation im logischen Raum, aber nicht in der Raumzeit. - Man kann die Lücke aber schließen. - Bsp Landkarte: wird erst benutzbar, wenn der rote Punkt "Sie sind hier" entfernt ist.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Ich Perry Frank I 398ff
Extra-Sinn/Ich/PerryVsCastaneda: kann von anderen genauso erfasst werden, erklärt nicht Unterschied.
I 399f
Ich/er/Referenz/Bezug/Sinn/Bedeutung: Unterschied: Quasi-Indikator schreibt Bezugnahme zu, stellt sie aber nicht her. >Ich/Castaneda, >Quasi-Indikator.
Hector-Neri Castaneda (1987b): Self-Consciousness, Demonstrative Reference,
and the Self-Ascription View of Believing, in: James E. Tomberlin (ed) (1987a): Critical Review of Myles Brand's "Intending and Acting", in: Nous 21 (1987), 45-55

James E. Tomberlin (ed.) (1986): Hector-Neri.Castaneda, (Profiles: An
International Series on Contemporary Philosophers and Logicians,
Vol. 6), Dordrecht 1986

I 402ff
Ich/Castaneda/Perry: nicht durch bestimmte Kennzeichnung ersetzbar, wenn Verhalten erklärt wird - "wesentliches Indexwort" - Problem: gleicher Satz, anderer Sprecher: falscher Glaube "ich mache eine Schweinerei...". - Falsche Lösung: "und ich bin derjenige": wieder ein neues Indexwort. - "Fehlender begrifflicher Bestandteil": hilft nicht: ich kann glauben, dass ich es bin, ohne bestimmten Begriff von mir. - Falsch: Kennzeichnung: "derjenige, der die Schweinerei macht": hilft nicht, weil keine Verbindung zu mir.
I 403
Glauben/Ich/Perry: Lösung: Unterscheidung Glaubens-Zustand/Glaubens-Gegenstand. - Bsp Veranstaltung beginnt um 12:00 - d.h. "jetzt!" oder "schon vorbei" oder "noch Zeit". - Gegenstand: die um 12:00 beginnende Veranstaltung - Zustand: "jetzt" - bestimmte Kennzeichnung ohne Index genügt nicht.
I 414
Ich/Individuation/Perry: folgende Bedingungen reichen nicht: Propositionen de re, de dicto, zusätzliches begriffliches Merkmal, Lokalisierung in Raum und Zeit, Relativierung auf Personen und Orte, zwei verschiedene Beschreibungen ohne "Ich" - wie Castaneda: "ich" ist nicht ersetzbar! Zeit/Person-Proposition: unterscheidet mich nicht von den anderen: "J.P. gestern im Supermarkt" ist für andere genauso wahr. - Bewertungskontext = Meinungskontext: "die Veranstaltung beginnt jetzt" ist um 12:00 wahr - hilft nicht! - Wahr/falsch: hilft nicht: dass Berg A höher ist als B, mag wahr sein, führt aber nicht auf den richtigen Weg. - Es gibt nichts, was alle gemeinsam glauben. - Lösung: verirrte Wanderer im selben Meinungszustand (individuiert durch Indexwörter), aber nicht derselben Meinung.

Perr I
J. R. Perry
Identity, Personal Identity, and the Self 2002

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Indexwörter Perry Frank I 22
PerryVsFrege: "heute" ist kein komplettierender oder "sättigender" Sinn, überhaupt kein Sinn, sondern ein Bezugsgegenstand - Bedeutung bleibt, Referenz variiert.
Frank I 393f
Index-Wörter/Perry: ohne Zeigekomponente - Demonstrativa: mit Zeigekomponente - Bedeutung von Index-Wörtern: ihre Rolle - entspricht dem Verfahren zur Bestimmung des Gegenstands.
I 394f
Heute/Bedeutung: konstant, Wahrheitswert mit Indexwort "heute ist es schön": ist nicht konstant, also ist der Sinn wechselnd - wenn Verstehen das Kennen des Wahrheitswerts ist. - Perry: Rolle (Bestimmungsverfahren) wechselt, Bedeutung konstant - dann kann die Bedeutung kein Bestandteil des Gedankens sein! - was der Sprecher glaubt, ist für die Bedeutung des Index-Worts irrelevant.
Hector-Neri Castaneda (1987b): Self-Consciousness, Demonstrative Reference,
and the Self-Ascription View of Believing, in: James E. Tomberlin (ed) (1987a): Critical Review of Myles Brand's "Intending and Acting", in: Nous 21 (1987), 45-55

James E. Tomberlin (ed.) (1986): Hector-Neri.Castaneda, (Profiles: An
International Series on Contemporary Philosophers and Logicians,
Vol. 6), Dordrecht 1986

I 419
Indexwörter/Perry: wahr-falsch-Prüfung hilft nicht! - Bsp Zwei verirrte Wanderer: dass der Berg Tatzmann höher als der Berg die Gretchenspitze ist, wird von allen bejaht. - ((s) Das setzt voraus, dass die beiden nicht in Sichtweite nebeneinander stehen. - Perry: es gibt keinen Berg, den alle für den Tatzmann halten, keinen Kunden, von dem alle glauben, dass er die Schweinerei gemacht hat - keinen Professor, der sich nicht schuldig fühlt. - Was die Leute hier gemeinsam haben, ist nicht, was sie glauben! (Wanderer-Bsp).
I 394ff
Sinn/Perry: wird oft als Begriff verstanden - dann Frage: ist Sinn von Index-Wörtern mit einem Individual-Begriff oder einem allgemeinen Term gleichzusetzen?

Perr I
J. R. Perry
Identity, Personal Identity, and the Self 2002

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Landkarten-Beispiel Lewis IV 144
Wissen de dicto/Lewis: Bsp Enzyklopädie - richtet sich auf die Welt und liefert Wissen über die Welt, nicht über den Leser (de se). Bsp Lingens mit Gedächtnisverlust findet sich in Bibliothek wieder - (> Beispiel: Zwei verirrte Wanderer). - Lingens liest in der Bibliothek seine eigene Biographie. Diese liefert die Lokalisation im logischen Raum, aber nicht in der Raumzeit. - Man kann die Lücke aber schließen. - Bsp Landkarte: wird erst benutzbar, wenn der rote Punkt "Sie sind hier" entfernt ist.
Erklärung/(s):
Bsp Zwei verirrte Wanderer treffen sich. Zufällig haben sie das gleiche Wanderbuch. Dann werden sie allein mithilfe dieses Buchs nicht ihre Lokalisation herausfinden. - Grund: in dem gedruckten Buch werden die Wanderer nicht identifiziert - z.B. als derjenige, der von Westen und derjenige, der von Osten gekommen ist. – Lösung: modernes Navigationssystem: registriert den Weg. Und identifiziert darüber den Benutzer, der das Gerät in der Hand hält. - Unterscheidung: >propositionales Wissen / >nicht-propositionales Wissen).

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Landkarten-Beispiel Peacocke I 76
Landkarte/Karte/Peacocke: um eine Karte zu benutzen, muss man fähig sein, die Spur seiner eigenen Bewegungen zurückzuverfolgen. - ((s) > Bsp Zwei verirrte Wanderer/John Perry.
Erklärung/(s):
((s) Bsp Zwei verirrte Wanderer treffen sich. Zufällig haben sie das gleiche Wanderbuch. Dann werden sie allein mithilfe dieses Buchs nicht ihre Lokalisation herausfinden. ((s) Grund: in dem gedruckten Buch werden die Wanderer nicht identifiziert, z.B. als derjenige der von Westen und derjenige, der von Osten gekommen ist.) – Lösung: modernes Navigationssystem: registriert den Weg und identifiziert darüber den Benutzer, der das Gerät in der Hand hält. - Unterscheidung: propositionales/nicht-propositionales Wissen.).

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Sprache Nietzsche Ries II 35
Sprache/Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne/Nietzsche: Verführung durch die Sprache: lässt die Täuschung intellektueller Urteilsleistungen als Naturzusammenhang erscheinen.
Ries II 86
Sprache/Götzen-Dämmerung/Nietzsche: »grobes Fetischwesen«: produziert Vernunft Vorurteile: Subjekt, Kausalität und Substanz.
Danto III 51
Sprache/Denken/Ordnung/Nietzsche/Danto: Nietzsche zieht seine pessimistischen Folgerungen aus es seinen epistemologischen Analyse (wie später B. Russell): ihnen zufolge können unsere Wahrnehmungen ihren Ursachen nicht ähnlich sein, sodass die von uns gebrauchte Sprache (…) die Welt nicht wirklich beschreibt. Ordnung/Nietzsche/Danto: An dieser Stelle vermutet Nietzsche, dass es in der Welt eine Ordnung oder Struktur geben könne, welche zu begreifen wir nicht befähigt seien.
Danto III 107
Sprache/Nietzsche/Danto: Es liegt eine philosophische Mythologie in der Sprache versteck, welche alle Augenblicke wieder herausbricht, so vorsichtig man auch sonst sein mag.“ (F. Nietzsche, Der Wanderer und sein Schatten, KGW IV, 3. S. 215).
Danto III 209
Sprache/Grammatik/Nietzsche/Danto: Bsp Demut: ist keine Errungenschaft der Schwachen, sondern ihr Wesen, ebenso wie Brutalität kein Vergehen sondern die Natur der Starken darstellt. Danto: etwas Ähnliches hatte Thrasymachos in der Politeia aufgestellt: er trivialisierte seine Definition von Gerechtigkeit als Handeln im Interesse der stärkeren Partei. Analog ist ein Mathematiker kein Mathematiker, wenn er einen Fehler macht.
DantoVsThrasymachos/DantoVsNietzsche: beide sind über die Grammatik gestolpert: sie haben eine Trivialität der Logik zu einer Metaphysik der Moral erhoben.
NietzscheVsThrasymachos/Danto: Dennoch ist Nietzsche subtiler als Thrasymachos: für Nietzsche besteht die Welt in gewisser Weise eher aus Pulsationen als aus pulsierenden Gegenständen. Eine Pulsation kann aber sozusagen nicht pulsieren, das können nur Gegenstände.
Danto III 210
Nietzsche/Danto: Nietzsche war klar, dass es schwierig sein würde, eine Sprache für all das auszuarbeiten – eine Sprache, die sich, wie ich denke, aus Verben und Adverbien zusammensetzt, nicht jedoch aus Substantiven und Adjektiven.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Terminologien Nietzsche Ries II 11
Krise/Nietzsche: soll vorangetrieben werden zur Umwertung aller Werte.
Ries II 11
Amor fati/Nietzsche: höchster Zustand, den ein Philosoph erreichen kann: dionysisch zum Dasein stehen.
Ries II 13
Mittag/Nietzsche: Ein erwachsener alter Baum, »der von der reichen Liebe eines Weinstockes rings umarmt und vor sich selber verborgen war. Im Augenblick des Glücks erscheint der Lauf der Zeit anzuhalten.
Ries II 16
Nietzsche: Seefahrerleidenschaft zum »Unbekannten«, das in einer Richtung liegt, »wo bisher alle Sonnen der Menschheit untergegangen sind«.
Ries II 17
Zarathustra/Nietzsche: These: der Sinn des Lebens ist Liebe.
Ries II 19
Glück/Nietzsche: Z »das Glück meines Daseins, um dessen Rätselform auszudrücken, ich bin als mein Vater bereits gestorben, als meine Mutter lebe ich noch, und werde alt.«
Ries II 20
Nietzsche/Biographie: Nietzsche lernte Jacob Burckhardt kennen. Im deutsch-französischen Krieg war er mehrere Monate lang freiwilliger Krankenpfleger.
Ries II 25
»Finstere Antike«: Der Ausdruck stammt von Jacob Burckhardt. (Nicht wörtlich!).
Ries II 28
Apollinisch/Nietzsche: Symbol der Welt als Erscheinung, im Sinne des Schopenhauerschen Begriffs der Vorstellung. Täuschende Befreiung von der schrecklichen dionysischen Erkenntnis des »Urschmerzes«. Apollinisch/Nietzsche: Kunstmittel
Dionysisch/Nietzsche: Weisheit
Apollinisch/dionysisch/Nietzsche: am Ende reden beide die Sprache des anderen. Zwecklos in sich kreisendes Weltspiel, »welches der Wille in der ewigen Lust mit sich selbst spielt«.
Ries II 29
Tragödie: Schopenhauer: Pathos als Urschmerz Nietzsche Urlust.
Ries II 30
Nietzsche: Z: »Aus dem Lächeln des Dionysos sind die olympischen Götter, aus seinen Tränen den Menschen entstanden.«
Ries II 30
Pessimismus/Nietzsche: »jenseits von Gut und Böse«: eine Philosophie, die es wagt, die Moral selbst in die Welt der Erscheinung zu setzen, herabzusetzen , und zwar Erscheinung als Täuschung, Schein, Wahn, Irrtum.
Ries II 29/30
Nietzsche/Biographie/Ries: durch die »Geburt der Tragödie« war er wissenschaftlich als Philologe tot.
Ries II 49
Menschliches/Allzumenschliches/Nietzsche: 2. Hauptstück: "Der Wanderer und sein Schatten": "Schattenhafte Philosophie"/Schatten/Nietzsche: in der die "Objekte" ihre Körperlichkeit verlieren.
Mittag/Nietzsche: wem ein tätiger und stürmereicher Morgen beschieden war, dessen Seele überfällt um den Mittag des Lebens eine seltsame Ruhesucht.. Es ist ein Tod mit wachen Augen.
Ries II 50
Jesus/Christentum/Nietzsche: Parabel "Die Gefangenen" (Fröhliche Wissenschaft): der Sohn des Wärters: ich will euch retten, aber nur die von euch, welche glauben, dass ich der Sohn (Jesus) des Gefangenenwärters bin.
Ries II 55
Fröhliche Wissenschaft/Nietzsche: Wissenschaft des freien Geistes.
Ries II 57
Ewige Wiederkehr/Nietzsche: (Zarathustra) der Gedanke überfällt Nietzsche im August des Jahres 1881 am See von Silvaplana. »Wie, wenn dir eines Tages oder nachts ein Dämon in deiner einsamsten Einsamkeit nachschliche und sagte: »dieses Leben, wie du es jetzt liebst und geliebt hast, wirst du noch einmal und noch unzählige Male leben müssen. Und es wird nichts Neues daran sein, sondern jeder Schmerz und jeder Lust und jeder Gedanke und Seufzer und alles unsäglich kleine und große deines Lebens muss dir wiederkommen und alles in derselben Reihenfolge und ebenso diese Spinne und dieses Mondlicht zwischen den Bäumen... würdest du dich nicht niederwerfen und mit den Zähnen knirschen und den Dämon verfluchen, der so redete? Die Frage bei allem und jedem: »willst du dies noch einmal und noch unzählige Male?« Würde als das größte Schwergewicht auf deinem Handeln liegen!«
Ries II 58/ 59
Zarathustra/Nietzsche: als klassische Figur, Umkehrung der Geschichte, »Selbstüberwindung der Moral«. Zarathustra, der einst den verhängnisvollsten Irrtum, den der Moral, selber geschaffen hat – er ist auch der erste, der ihn erkennt das Schwergewicht ist aus den Dingen gewichen. Der ganze göttliche Horizont ist weggewischt.
Ries II 60/61
Der letzte Mensch/Nietzsche: Gegenbild des Übermenschen, vegetierend am Ende der Zivilisation. Der letzte Mensch riecht schlecht!
Ries II 62
Drei Stadien: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft: Kamel/Nietzsche: idealistisches Stadium, Gehorsam, theologischer Absolutismus »du sollst«.
Löwe/Nietzsche: der Idealismus wendet sich gegen sich selbst, gegen den ihm beherrschenden tausendjährigen »großen Drachen« des »du sollst«: »ich will«.
Ries II 63
Kind/Nietzsche: aber die Freiheit dieses »ich will« konstituiert sich immer noch von dem her, was sie verneint: Moral, Metaphysik, Religion. Erst das dritte Stadium bringt die Unschuld des Werdens, jenseits von Gut und Böse.
Ries II 64
Selbstüberwindung/Nietzsche: »Wo ich lebendiges fand, da fand ich Willen zur Macht... das Leben selber redete zu mir: ich bin das, was sich immer selber überwinden muss.«. Der Wille überwindet sich selbst zu seiner reinsten Form: dem Willen zur Macht. Dadurch ständige Wiederholung, dadurch Kreisform, dadurch Wiederkehr des immer Gleichen!
Ries II 65
Dionysisch/Nietzsche: Dasein in dionysischer Unmittelbarkeit bleibt dem Schein notwendig unterworfen.
Ries II 70
Erlösung der »höheren Menschen«: Figuren/Gleichnisse/Zarathustra/Nietzsche/Riess:
Schopenhauer: Schopenhauer wird von Nietzsche im Zarathustra als der Wahrsager der großen Müdigkeit karikiert.
Die beiden Könige/Zarathustra/Nietzsche: 1. Verächter der falschen Repräsentation des Politischen
2. Der Gewissenhafte des Geistes (der Wissenschaftler).
Der alte Zauberer/Zarathustra/Nietzsche: Richard Wagner.
Der alte Papst/Zarathustra/Nietzsche: der um den »toten Gott« trauernde und in dieser Trauer fromme Mensch.
Der hässlichste Mensch/Zarathustra/Nietzsche: »der Mörder Gottes«, der große Selbsthasser und sich am Menschen Ekelnde.
Der freiwillige Bettler/Zarathustra/Nietzsche: der selbstlose Mensch.
Der Schatten Zarathustras: der freie Geist.
Sie alle sind, als der »Überrest Gottes« tief Verzweifelte und Gescheiterte. Sie karikieren sich alle beim »Eselsfest«. Das immer gleiche Ries II A des Esels als das dionysische Ja Sagen zum Ganzen des Seins.
Ries II 71
Mittag/Zarathustra/Nietzsche: durch den »Mittagsabgrund« hindurch fällt Zarathustra »in den Brunnen der Ewigkeit«. Nicht mehr Aufbruch ins Unbekannte wird gepriesen, sondern Heimkehr des Schiffes in die »stillste Bucht«.
Danto III 207
Terminologie/Blonde Bestie/Nietzsche/Danto: der Ausdruck blonde Bestie hat bei Nietzsche keinerlei direkten Bezug auf Deutsche oder Arier. In dieser Passage angesprochen werden „römischer, arabischer, germanischer, japanesischer Adel, homerische Helden, skandinavische Wikinger.“ (Vgl. F. Nietzsche, Zur Genealogie der Moral, KGW VI. 2, S. 289). Höchstwahrscheinlich ist die „Blonde Bestie“ ein literarischer Topos für „Löwe“, den sogenannten König der Tiere.
Danto III 218
Verinnerlichung/Terminologie/Nietzsche/Danto: Verinnerlichung nennt Nietzsche das Phänomen, dass ein Trieb sich bei einem Verbot immer noch entlädt, jedoch nicht gegen ein äußerliches Objekt, sondern ein internes Objekt, die Person selbst. Dieses Phänomen spielt eine Rolle bei der weiteren Ausbildung des Bewusstseins. (F. Nietzsche Zur Genealogie der Moral, KGW VI. 2, S 338).
Danto III 219
Schlechtes Gewissen: Womöglich bleiben die Menschen im Stadium bloßer Selbstaggression oder des bloßen Selbsthasses stehen. Das nennt Nietzsche schlechtes Gewissen.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Theorien James Diaz-Bone I 72/73
Theorie/Praxis/James: Bsp Geschichte vom Eichhörnchen: ein Eichhörnchen versteckt sich vor einem Wanderer, indem ews isch immer auf der abgewendeten Seite eines Baums bewegt. "Metaphysische Frage": Geht der Wanderer um das Eichhörnchen herum, wenn er den Baum umrundet? Die Lösung hängt davon ab, wie man seine Begriffe definiert. >Metaphysik/James. Pragmatismus: dient in erster Linie dazu, solche Geschichten zu klären, die sonst endlos hin und hergeschoben würden. Die Methode besteht darin, die Beantwortung im Hinblick auf ihre jeweiligen praktischen Folgen zu wählen.
Bsp Frage: ist eine chemische Substanz eine Verbindung mit einem labilen Wasserstoffatom, das ständig zwischen zwei Positionen hin und her oszilliert, oder handelt es sich um ein Gemisch aus Isomeren? Lösung: die Antwort hängt von den praktischen Auswirkungen innerhalb eines Experiments ab. Die Debatte wird damit bedeutungslos.
I 74
Theorie/James: ist auch eine Form der Praxis, ein von jeglicher Handlung abgetrenntes Meinen, Fürwahrhalten, Glauben ist nicht denkbar. >Pragmatismus/James.
Horwich I 24
Theorie/James: alternative Theorien können manchmal genauso kompatibel mit allen vorhandenen Wahrheiten sein. (JamesVsKohärenztheorie). (1)

1. William James (1907) "Pragmatisms Conception of Truth“ (Journal of Philosophy, Psychology and Scientific Methods, 4 p. 141-55 and 396-406) in: Paul Horwich (Ed.) Theories of Truth, Aldershot 1994

James I
R. Diaz-Bone/K. Schubert
William James zur Einführung Hamburg 1996

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Universalgrammatik Deacon I 38
Universalgrammatik/Pinker/Deacon: Pinker ist ein Vertreter vieler Ideen von Chomsky über die Einmaligkeit der menschlichen Sprache. Sprachinstinkt/Pinker/Deacon: (St. Pinker, Der Sprachinstinkt, Deutsch 1996, Englisch: The Language Instinct, Neuauflage 2000) These: angeborenes grammatisches Wissen ist nicht unvereinbar mit einer adaptionistischen Interpretation seines Ursprungs. Dieser Instinkt könnte sich graduell im Verlauf der natürlichen Selektion herausgebildet haben. Damit vermeiden wir, unwahrscheinliche Zufälle annehmen zu müssen.
Deacon: andererseits versieht uns das noch nicht mit einer formalen Erklärung von Sprachkompetenz und wie sie in der Selektion entstand.
DeaconVsPinker: Pinkers Theorie des Sprachinstinkts wiederholt nur eine Beschreibung des Problems und gibt ihm einen neuen Namen.
I 103
Universalgrammatik/Chomsky/Deacon: (Chomsky 1972; 1980; 1988) Chomsky ging von drei Einsichten aus: 1. Die logische Struktur der Grammatik ist viel komplexer als man bis dahin angenommen hatte, dennoch stellt sie kein Problem für Sprecher einer Sprache dar.
2. Obwohl Sprachen an der Oberfläche stark unterschiedliche Züge aufweisen,
I 104
haben sie eine gemeinsame Tiefenstruktur (Tiefenlogik). Dies erschwert wiederum die Entdeckung dieser Regeln, die erst indirekt erschlossen werden müssen. 3. Man kann beobachten, dass Kinder schnell ein beachtliches Wissen der komplexen grammatischen Regeln lernen, und zwar ohne Trial-and-Error-Verfahren.
Einige Autoren haben das ausgeweitet zu der These, dass die abstrakten Regeln für eine natürliche Sprache niemals entdeckt werden könnten.
Andere Autoren wendeten ein, dass man die Regeln niemals induktiv aus Texten erschließen könnte, gäbe es nicht vorher vorhandenes Wissen über die Grammatik. (Siehe Chomsky und Miller, 1963 für eine formale Darstellung dieses Arguments).
DeaconVsUniversalgrammatik: diese Kur ist radikaler als das Leiden, dass sie beseitigen soll. Ihre Annahmen über Gehirne und Evolution sind viel zu stark. Sie macht aus Kindern super-intelligente Lernsubjekte.
I 105
Manche Autoren VsUniversalgrammatik: nehmen an, dass hier Strohmänner aufgebaut werden: eine eingeschränktes Modell von Spracherwerb als Induktion und die Behauptung, dass Spracherfahrung ohne Feedback erfolgt.
I 138
Universalgammatik/DeaconVsUniversalgrammatik/Deacon: Def Pidgin-Sprache/pidgin languages/Deacon: das sind Sprachen, die aus einer Kollision von angestammten Sprachen eines Gebiets mit Einwanderersprachen entstanden. Pidginsprachen sind niemandes Muttersprache. Sie können innerhalb von einer Generation zugunsten von „kreolischen Sprachen“ verschwinden. Erstaunlicherweise ähneln sich die syntaktischen Strukturen verschiedener kreolischer Sprachen.
I 139
Unter anderem Bickerton (1981, 1984, 1990) nimmt das als Beleg für angeborene grammatische Muster. DeaconVsBickerton/DeaconVsUniversalgrammatik: Wir können die Sprachlernfähigkeiten anders erklären als durch eine angeborene Universalgrammatik: die Kinder nehmen viele Phrasen zunächst als unanalysiertes Ganzes, um sie später zu zerlegen.
I 140
Gehirne haben sich so entwickelt, dass sie verschiedene Lernstrategien zu verschiedenen Zeitpunkten anwenden können. Diese Strategien konkurrieren um neuronale Ressourcen.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Zuckerspur- Beispiel Perry Frank I 417f
Supermarkt-Bsp/Perry: (Zuckerspur, "Schlamassel im Supermarkt" - jemand stellt fest, dass er selbst es war, der eine Schweinerei gemacht hat). Meinungskontext: der Leser, jetzt
Bewertungskontext: der Mensch im Supermarkt.
Problem: die bloße Tatsache, dass ich die Proposition, dass ich eine Schweinerei mache, zu irgendeinem Zeitpunkt für wahr hielt, erklärt nicht, warum ich anhielt. - Der Leser glaubt das ebenso und hält den Einkaufswagen nicht an.
Pointe: für mich fallen Meinungskontext und Bewertungskontext zusammen - aber das ist keine Lösung, weil Selbstidentifikation nicht ohne einen Satz mit "ich" auskommt.
I 421f
Wanderer/Supermarkt/Perry: Lösung: Unterscheidung Meinungszustand/Meinung: Bsp Meinungszustand: "die Veranstaltung wird beginnen" - "sie beginnt jetzt" - "sie hat begonnen" - Meinung: die ganze Zeit glaube ich, dass sie um 12:00 beginnt - Meinungszustand: für alle derselbe (mit Indexwort). - Meinung: verschieden: nicht dieselbe Relation zum selben Gegenstand. VsTradition: wenn es anders wäre, müssten wir eine gemeinsam geglaubte Proposition von allen erwarten, wenn alle im selben Meinungszustand sind. - Normalerweise wird man seine Meinungszustände anpassen, wenn man von einem Kontext zum anderen übergeht, um seine Meinungen zu bewahren.

Siehe auch > Proposition, >propositionales Wissen, > Identifikation, > Selbstidentifikation, > Selbstwissen,> Individuation.


John Perry (1979): The Problem of the Essential Indexicals, in : Nous 13
(1979), 3-21

Perr I
J. R. Perry
Identity, Personal Identity, and the Self 2002

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Zwei allwissende Götter Perry Frank I 404f
Lewis: 2 Götter/Götter-Bsp/Wanderer-Bsp: Bsp Perry: zwei verirrte Wanderer brauchen mehr als nur denselben Wanderführer, um überhaupt Differenzen zur Situation und untereinander festzustellen. Sie würden alle die gleichen Sätze als wahr bezeichnen. Lösung/Perry: Unterscheidung Meinung/Meinungszustand – Meinungskontext/Bewertungskontext) (Frank I 414)

John Perry (1979): The Problem of the Essential Indexicals, in: Nous 13
(1979), 3-21

Erklärung/(s):
Bsp Zwei allwissende Götter/Lewis: (D. Lewis Philosophical Papers, Vol I p.139ff) ein Gott sitzt auf dem höchsten Berg und schleudert Manna herab – der andere sitzt auf dem kältesten Berg und schleudert Blitze. Problem: die Kenntnis sämtlicher Propositionen befähigt keinen von beiden, sich selbst zu identifizieren. > Proposition, >propositionales Wissen, > Identifikation, > Selbstidentifikation, > Selbstwissen,> Individuation.
Proposition/Lewis: (Frank I 16f) niemals mit Index "ich", "er", "hier", "jetzt".

Siehe auch Zuckerspur im Supermarkt Frank I 402ff
Erklärung/(s):
Zuckerspur/Schlamassl im Supermarkt/a mess in the supermarket/sugar trail: (J. Perry 1979. S. 3f): Perry entdeckt im Supermarkt eine Zuckerspur auf dem Boden und macht sich auf, dem unvorsichtigen Kunden Bescheid zu sagen, dass er eine Schweinerei macht. Nachdem er eine Acht um die Regale gefahren ist, stellt er fest, dass er selbst der Verursacher ist. Verwandte Probleme:> auf sich selbst zeigen, >unersetzbare Indexwörter, >problem of the essential indexicals.

Perr I
J. R. Perry
Identity, Personal Identity, and the Self 2002

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Wanderer-Bsp Perry, J. Fra I 421
Glaubenszustand/Meinungszustand/2 Wanderer/Perry These: es gibt keine Identität, nicht einmal eine isomorphe Entsprechung, sondern nur eine systematische Relation zwischen den Glaubenszuständen, in dem man sich befindet, und dem, was man aufgrund dessen glaubt!

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994