Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 75 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
A priori McGinn I 151
A priori/McGinn: wir besitzen eine Reihe von Erkenntnisfähigkeiten, die auf angeborenen Grundlagen beruhen. - Wie ist"s möglich? Es ist ein Wunder, dass wir so viel wissen, viel verblüffender, als z.B. unsere Lauf- und Hebefähigkeiten. Freilich gibt es hier auch wissenschaftlich ungelöste Fragen, aber das bedroht nicht ihren ontologischen Status.
I 165
A priori/Transzendentaler Naturalismus/TN/McGinn: wir gleichen dreidimensionalen Wesen, die nur mit zweidimensionalen Begriffen ausgerüstet sind. Im Fall der empirischen Erkenntnis begreifen wir immerhin, mit welcher Art von Dingen wir es zu tun haben.
I 166
A priori/Kombinatorischer Atomismus mit gesetzesartigen Abbildungen/KAGA/McGinn: KAGA lässt uns beim Apriori im Stich: wir können nicht einmal die Art der Beziehung formulieren, die durch dieses Schema geregelt werden könnte. Wir können die entsprechenden Fakten nicht einmal im Bereich der Realität ansiedeln.
I 166
A priori/Transzendentaler Naturalismus: behauptet, die Beziehung zwischen Bewusstsein und Gehirn sei zwar vorhanden, entspreche aber nicht der Form unseres Denkens. McGinn: im Gegensatz zu den bisher behandelten Themen scheinen die Chancen für den TN, auf das Apriori zuzutreffen, eher gering. Er ist nämlich nicht im Stande, etwas zutiefst Inkohärentes in ein braves Stück unseres Weltinventars zu verwandeln.
I 170
A priori/Transzendentaler Naturalismus: es wird uns aufgrund der in uns angelegten begrifflichen Grenzen nicht gelingen, eine einheitliche Theorie über das Apriori aufzustellen. Daraus folgt aber nicht, dass wir irgendwelche landläufigen Vorstellungen korrigieren müssten. Die Vernunft kann keine vollständige Theorie ihrer selbst aufstellen.

McGinn I
Colin McGinn
Die Grenzen vernünftigen Fragens Stuttgart 1996

McGinn II
C. McGinn
Wie kommt der Geist in die Materie? München 2001
Adaption Gould I 198
Adaption/Präadaption/Gould: Def Präadaption: aus der These hergeleitet, dass in den Anfangsstadien andere Funktionen erfüllt worden sind. Bsp ein halber Kiefer konnte die Kiemen stützen. Ein halber Flügel mag zum Fang von Beutetieren gedient haben, oder zur Kontrolle der Körpertemperatur. Gould: Der Begriff der Präadaption ist unverzichtbar, aber nicht geeignet, in allen Fällen eine Kontinuität zu erweisen.
I 199
Bsp bei zwei Gattungen von Biodae (Riesenschlangen) auf Mauritius gibt es einen geteilten Oberkieferknochen, (mit elastischer Verbindung), den es sonst bei keinem Wirbeltier auf der Erde gibt. Hier ist einem diskontinuierlichen Übergang der Vorzug zu geben denn ein Kiefer kann nicht halb gebrochen sein. Beispiele:
I 195
Bsp Fische, die Kiefer besitzen, sind mit ihren Vorfahren ohne Kiefer verwandt. Die Makroevolution (die größeren strukturellen Übergänge) ist nichts als eine ausgeweitete Mikroevolution (z.B. die Veränderung von Fliegen in geschlossenen Behältern).
I 196
Bsp Wenn schwarze Nachtfalter die Weißen innerhalb eines Jahrhunderts ersetzen, dann können Reptilien durch sanfte Summierung zahlloser Veränderungen im Laufe von einigen Millionen Jahren zu Vögeln werden.
II 51
Adaption/Gould: Wir müssen nicht zwischen Beschränkung und Schönheit der Adaption wählen, da nur beides zusammen die notwendige Spannung zur Regulation der Evolution liefert. Selektion/Gould: GouldVs: Gould richtet sich gegen die Annahme einer konsequenten Auslese, bzw. die Annahme, es gebe ein Wirken der Selektion auf jeder Ebene gleichzeitig, bzw. die Theorie, dass jedes Detail das an einem Organismus aufzufinden ist, aus der Selektion resultiert.
Verhalten/Adaption: Jedes Einzelverhalten mag eine wunderbare Adaption sein, aber es muss innerhalb einer vorherrschenden Beschränkung geformt sein. Bsp Brutverhalten des Tölpels.
II 52
Verhalten/Tier/Gould: Die Quellen organischer Formen und Verhaltensweisen sind mannigfaltig und beinhalten wenigsten drei Primärkategorien: a) Augenblickliche Adaption (des Verhaltens der Jungen),
b) Die potentiell nichtadaptiven Konsequenzen grundlegender struktureller Entwürfe die als Beschränkungen der Adaption wirken.
c) Adaptionen der Vorfahren, die jetzt von der Nachkommenschaft in anderer Weise verwendet werden.
II 153
Adaption/GouldVsAdaptionismus/Gould: man kann z. B. besondere Merkmale bei manchen abnormalen menschlichen Kindern nicht als Adaption bezeichnen. Wir bewohnen keine perfekte Welt, in der die natürliche Selektion rücksichtslos alle organischen Strukturen überprüft und sie dann im Hinblick auf optimale Nützlichkeit formt. In vielen Fällen spiegelt die Evolution mehr ererbte Muster als augenblickliche Forderungen der Umwelt wider.
II 152
Wir neigen (fälschlicherweise) dazu, jede Struktur so zu betrachten, als sei sie für einen bestimmten Zweck geschaffen.
IV 27
Adaption/Anpassung/Gould: wir sollten nicht folgern, dass die von Darwin angenommene Anpassungsfähigkeit an eine lokale Umwelt uneingeschränkte Macht besitzt, theoretisch optimale Entwürfe für alle Situationen zu erzeugen. Die natürliche Selektion kann nur auf vorhandenes Material zurückgreifen. Klassisches Dilemma der Evolutionstheorie. Frage: wie entstehen die Zwischenschritte?
Strukturalisten (wie Geoffroy Saint Hilaire, 1772-1844): These: Zuerst ändert sich die Form und findet dann eine Funktion.
Funktionalisten (wie Lamarck): These: zunächst müssen Organismen eine funktional andere Lebensweise annehmen, bevor sich die Formen entwickeln.
DarwinVsStrukturalismus: Die Umwelt gibt ihre Anforderungen an eine Anpassung nicht direkt an den Organismus weiter. Vielmehr indirekt über mehr Überlebende Nachkommen derjenigen, die das Glück hatten, in Richtung einer besseren Anpassung an ihre lokale Umwelt zu variieren.
IV 28
Lamarck: tatsächlich war er es, der die richtige Antwort gefunden hatte (wie Darwin): Er schlug lediglich einen falschen Mechanismus für die Übertragung der Information zwischen Umwelt und Organismus vor. Seine funktionalistische Lösung enthält eine elegante Vereinfachung, die heute von nahezu allen Evolutionsforschern akzeptiert wird. »Es ist weder die Gestalt des Körpers noch die Form seiner Gegner, welche die Gewohnheiten der Tiere entstehen lässt, sondern es sind im Gegenteil die Gewohnheiten und Lebensumstände, die im Laufe der Zeit die Gestalt des Körpers gebildet haben«.(1)
Gould: das wird heute als richtig angesehen.



1. Lamarck, J.B. (1809/1984). Zoological Philosophy. Chicago: University Press.


Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Addition Thiel I 312
Dass Systeme mit kategorial verschiedenen Gegenständen dieselbe Struktur aufweisen, erscheint nicht verwunderlicher als das Vorkommen von Strukturgleichheiten zwischen Bereichen kategorial verschiedener Gegenstände.
Thiel I 312
In der modernen Mathematik spricht man nicht nur von "der" Addition, sondern von "einer Addition" und führt Verknüpfungszeichen ein. Man schreibt z.B. Addition als "$" wenn sie assoziativ und kommutativ ist, wenn das nicht der Fall ist, wird man die Operation vielleicht lieber als Multiplikation "§" oder anderes schreiben.

I 312/313
Ontologie/Gegenstände/Mathematik/Thiel: die Geltung solcher Gesetze macht aus dem Gegenstandsbereich noch keinen Zahlenbereich, ebenso wie die Geltung irgendwelcher mengentheoretischer Gesetze die (Bereiche von) Zahlen in (Bereiche von) Mengen verwandelt. Die Erfassung der möglichen Typen von Operationen liefert keine Fundamentaldisziplin.


T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Ähnlichkeit Bigelow I 228
Zugänglichkeit/Lewis: Zugänglichkeit zwischen möglichen Welten: ihre Grade sollten als Grade von Ähnlichkeit verstanden werden.
Ähnlichkeit/Mögliche Welten/Lewis: hier müssen wir die relevante Ähnlichkeit erkennen. Wichtiger ist die in Bezug auf bestimmte Gesetze! Damit werden Gesetze bei der Erklärung schon vorausgesetzt. (Lewis 1979, 1986a - JacksonVsLewis: Jackson 1977a: Kausalität statt Ähnlichkeit)
Zugänglichkeit/Bigelow/Pargetter: Bsp 3 Welten
1. Welt u: Darwin fragt seinen Vater um Erlaubnis loszusegeln, erhält sie und schreibt sein Buch, von dem wir alle gehört haben
2. Welt w: Darwin erhält die Erlaubnis nicht, segelt nicht los und schreib sein Buch nicht
3. Welt e v: Darwin erhält die Erlaubnis nicht, segelt trotzdem los… und sein Vater hat vergessen was er gesagt hat.
Zugänglichkeit/Lewis/Bigelow/Pargetter: nach unserer Semantik (und der von Lewis) ist das entsprechende kontrafaktische Konditional nur wahr in w, wenn Welten wie u die von w am meisten zugänglichsten (nächste Welt; ähnlichste Welt) sind.
Lewis: also muss u w ähnlicher sein als w v ähnlich ist. u und w müssen einander näher sein.
Wenn v und w näher aneinander wären, wäre folgendes kontrafaktische Konditional wahr:
Wenn Darwins Vater die Erlaubnis nicht gegeben hätte, dann hätte Darwin nicht gehorcht und sein Vater hätte es vergessen.
Und das ist nicht wahr in w. Also ist u w näher als v u nahe ist.
I 229
Ähnlichkeit/Mögliche Welten/Relevanz/Bigelow/Pargetter: welche Art von Ähnlichkeit ist aber die relevante? Es kann nicht um bestimmte Tatsachen (wie in dieser Geschichte) gehen. Das wäre nicht hinreichend. Lösung/Lewis:
Def Ähnlichkeit/Ähnlichkeitsmetrik/mögliche Welten/Lewis: durch weniger Ausnahmen in einer möglichen Welt bei Gesetzen, die in der anderen Welt gelten. >Wunder.
Bsp Darwin: „Wunder“ wären die falsche akustische Übermittlung der Aussage des Vaters und das Vergessen durch den Vater.
Wunder/Lewis: aber auch Welt u könnte Wunder enthalten: die Vorgeschichte ist die gleiche wie in v, aber die Entscheidung des Vaters fällt anders aus, wobei aber eben die kausale Situation dieselbe wäre Und das Wunder der anderen Entscheidung wäre vielleicht genauso groß wie das der Gedächtnislöschung und der falschen Hörens.
I 230
Naturgesetze/ Welten/Lewis/Bigelow/Pargetter: also könnte es sein, dass auch dort andere Gesetze gelten. Gehorchen/Gesetze/MöWe/Bigelow/Pargetter: wir können auch sagen, dass eine Welt in einem gewissen Grad den Gesetzen einer anderen Welt gehorcht.
Bsp könnte es eine Welt z geben, die den Gesetzen von w besser gehorcht als u?
z: Angenommen, hier gibt es Gesetze, die die Ablehnung der Erlaubnis wahrscheinlich machen. Angenommen, der Vater hat von einem Konflikt mit Frankreich in der Seegegend gehört. Das verlangt keine Änderung von Gesetzen.
Dann wären wir gezwungen anzunehmen, dass folgendes kontrafaktische Konditional wahr ist in w: (nach unserer Semantik und der von Lewis):
Wenn Darwins Vater abgelehnt hätte, wäre Krieg zwischen England und Frankreich ausgebrochen oder es hätte einen anderen Faktor gegeben, der die Ablehnung herbeigeführt hätte.
Allerdings ist es falsch in w in wenigstens einer Lesart.
Ähnlichkeitsmetrik/Relevanz/Ähnlichkeit/Lewis: das zeigt, dass Ähnlichkeit der Gesetze nicht der einzige relevante Faktor ist.
Lösung/Lewis: Ähnlichkeit zwischen Welten muss erklärt werden
a) durch Ähnlichkeit in Bezug auf Gesetze,
b) durch Ähnlichkeit in Bezug auf bestimmte Tatsachen.
Gewichtung/Lewis: Bsp gleiche Tatsachen über lange Zeit haben dabei mehr Gewicht als das Gehorchen gleicher bestimmter Gesetze.
Aber die Befolgung von Gesetzen hat mehr Gewicht als bestimmte übereinstimmende Tatsachen.
I 231
LewisVsBigelow: VsModale Theorie. Bigelow/Pargetter: wir erklären Gesetze durch Zugänglichkeit
Lewis: erklärt Zugänglichkeit durch Gesetze.
Bigelow/Pargetter: wenn Lewis recht hat, ist unsere Theorie zirkulär.
Lösung/Lewis: s.u.
BigelowVsVs/BigelowVsLewis: wir leugnen, dass Zugänglichkeit durch Ähnlichkeit erklärt werden muss. Die am leichtesten zugängliche Welt muss nicht die ähnlichste Welt sein! Das zeigen die obigen Bsp (Darwins Vater).
Aber selbst wenn es nicht so wäre, würde es die modale Theorie der Naturgesetze nicht widerlegen.
Ähnlichkeit/Welten/Bigelow/Pargetter: wir sind herausgefordert, eine bessere Theorie als Lewis zu konstruieren.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Ähnlichkeit Lewis IV 42
Ähnlichkeit/Ähnlichkeitsmetrik/Mögliche Welten/Lewis: Probleme: welche Aspekte zählen, welches Gewicht haben sie, wie weit darf Unähnlichkeit gehen?
V 46
Ähnlichkeit/Mögliche Welten/kontrafaktische Abhängigkeit/Lewis: die Ähnlichkeitsrelation zwischen möglichen Welten sollte nicht erfordern, dass in abweichenden Welten Wunder nötig werden. Ähnlichkeitsrelation/Lewis: ich glaube nicht, dass sie unser explizites Urteil oft leiten, aber die Gesamtähnlichkeit muss Teil der gesuchten Ähnlichkeitsrelation sein. - Übereinstimmung lokaler Tatsachen nicht wichtig, wohl aber Vermeidung größerer Verletzungen von Naturgesetzen. - Bsp kleines Wunder: Nixon drückt den Knopf, aber das Signal wird unterdrückt. - Großes Wunder: außerdem werden alle Spuren verwischt, Nixon Memoiren gefälscht usw., d.h. die Welten werden ununterscheidbar.
V 48
Kleines Wunder: erlaubt Abweichung. - Großes Wunder: erlaubt Konvergenz. >Wunder/Lewis.
V 49
Divergenz ist viel einfacher zu erreichen als Konvergenz - kontrafaktische Asymmetrie: gibt es, weil die geeigneten Standards der Ähnlichkeit ihrerseits symmetrisch sind und der Asymmetrie von Wundern entsprechen. - V 53 es geht sehr wohl um die Gewichtung verschiedener Ähnlichkeiten.
V 163f
Ähnlichkeit/Mögliche Welten/Ähnlichkeitsmetrik/Lewis: eigentlich eine dreistellige Relation. - w1 ist näher an w als w2. - Ähnlichkeiten von Fakten gleichen sich aus gegen Ähnlichkeit von Gesetzen. Ähnlichkeits-Gesetze sind wichtig für den Charakter von möglichen Welten. Ähnlichkeit: wir stellen nicht die Bedingung auf, dass es eine einzige nächste mögliche Welt geben sollte oder bloß eine nächste Menge. >Ähnlichkeitsmetrik/Lewis, >Mögliche Welten/Lewis.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Charakterzüge Webb Corr II 11
Charakterzüge/Webb/Deary: Wichtig ist die Arbeit von Edward Webb (1915)(1), weil sie wohl die erste wissenschaftliche Studie war, in der ein Charakterzug mit erkennbar modernen Methoden entdeckt wurde. >Charakterzüge/Deary.
II 14
Studiendesign/Experiment/Webb: Die Studienteilnehmer von Webb (1915) waren 194 Männer, etwa 21 Jahre alt, die an einer Lehrerausbildungsstätte studierten. Jeder Teilnehmer wurde von zwei unabhängig voneinander arbeitenden Richtern beurteilt. (...) die Richter wurden gebeten, Notizen zu jedem der ihnen zugewiesenen Teilnehmer zu machen, wobei sie ermutigt worden waren, diese so ausgiebig wie möglich zu machen, in allen beruflichen und sozialen Umgebungen und zu allen Aspekten des Verhaltens (...). [Während einer Auszeit] wurde jeder Richter gebeten, eine vollständige Charakterskizze von jedem seiner Probanden zu verfassen. All dies war nur eine vorbereitende Arbeit [und wurde] nicht als Daten verwendet. Nach der (...) Auszeit erhielt jeder Richter ein "Qualifikations-Schema", auf dessen Grundlage er jeden seiner Teilnehmer während eines College-Semesters bewerten sollte.
II 15
Es gab 39 Eigenschaften (...), die bei jeder Person zu bewerten waren; jede war ein Satz oder eine kurze Aussage (...). Sie wurden in der Arbeit aufgeführt als: Emotionen, Selbstqualitäten, Sozialität, Aktivität und Intellekt (...). Fünf Monate nach Abschluss der Bewertungen wurde jeder Richter gebeten, ausführlich darüber zu berichten, wie er die Bedeutung der einzelnen zu bewertenden Eigenschaften/Charakterzüge, aufgefasst hatte. Webb (1915) fasste diese Berichte in seinem Anhang II zusammen und stellte fest, dass es eine gute Übereinstimmung zwischen den Richtern gab. Dort, wo es weniger Übereinstimmung gab, erklärte Webb (...), dass es sich eher um Fälle handele, in denen die Zuverlässigkeit innerhalb eines Paares (engl. intra-pair reliability) gering sei und diese Daten wurden verworfen.
II 18
Ergebnisse/Webb: Die Ergebnisse von Webb's (1915)(1) Kapitel IV befassten sich weitgehend mit Daten aus Intelligenztests. Webb (...) fand einen allgemeinen kognitiven Faktor unter den kognitiven Tests. Er berechnete mit Hilfe partieller Korrelationsmethoden die 'Sättigung' jedes spezifischen Tests mit dem allgemeinen Faktor (g). Webb berichtete von einer Korrelation von 0,67 zwischen dem g, das aus den fünf Intelligenztests extrahiert wurde, die an den 1913 Studenten getestet wurden und ihren College-Prüfungsergebnissen. Die Korrelationen zwischen g und den Charakterzügen wurden von Webb (1915) berechnet und ein bemerkenswertes Ergebnis war eine Korrelation von -0,39 zwischen g und den Bewertungen von "schnellem Schwanken zwischen Fröhlichkeit und Depression, im Gegensatz zur Dauerhaftigkeit der Stimmung". Webb (1915, S. 42)(1) schloss in Bezug auf Intelligenz-Persönlichkeits-Korrelationen: "Nach Sammlung einiger Beobachtungen, kann man sagen, dass der Besitz eines guten Grades an 'g', d.h. reiner intellektueller Fähigkeiten (...) bei Personen mit emotionaler Stabilität, einer gewissen Fröhlichkeit, die zu einem angemessenen Grad an Sozialität beiträgt, mit ausgeprägter Pflichterfüllung und einer gewissen Voraussicht und Ausdauer auftritt. Es war jedoch das Überwiegen kleiner und "unbedeutender" Korrelationen zwischen g und den Charakterzügen, das Webb am meisten interessierte und er kam zu dem Schluss, dass dieser Mangel an Assoziationen "einen gewissen Hinweis auf die Reinheit von 'g' als geistige Konstante liefert" (S. 43).
II 19
(...) Webb (1915) berichtete, dass er einen allgemeinen Faktor des Charakters unter den Merkmalen fand, die unterschiedlich mit der schnell und tief eingeschätzten Intelligenz korrelierten. Die in diesem Faktor enthaltenen Eigenschaften waren folgende: er zeigte positive Gewichtung in Bezug auf die "Neigung, Aufgaben nicht aus bloßer Veränderlichkeit aufzugeben", die "Neigung, Aufgaben angesichts von Hindernissen nicht aufzugeben", "Freundlichkeit aus Prinzip", "Vertrauenswürdigkeit" und "Gewissenhaftigkeit". [Entsprechend] zeigte er negative Gewichtung in Bezug auf die "Bereitschaft, wütend zu werden", "Eifer nach Bewunderung" und "körperliche Aktivität im Streben nach Vergnügen (Spiele usw.)".
II 24
VsWebb/Deary: [Webb selbst weist darauf hin, dass es möglicherweise] zufällige Fehler, Voreingenommenheit in den Köpfen aller Beobachter, Probleme mit Beobachtern, die unterschiedliche Standpunkte vertreten und andere irrelevante Faktoren gegeben haben könnte. Webb (1915) erörterte, wie die Überprüfung der Zuverlässigkeit und die detaillierte Untersuchung dessen, was jeder Richter unter den Charaktereigenschaften verstand, diese beantwortete und abschwächte. (...) es ist [auch] eine Einschränkung, dass keine Frauen teil der Studie waren und dass der soziale und bildungsbezogene Hintergrund der bewerteten Teilnehmer und ihrer Bewerter begrenzt war. Webb (1915) räumte ein, dass die beteiligten Personen gut ausgebildet waren. Da sie im Mittelpunkt der Studie stand, hätte die Liste der bewerteten Charakterzüge besser beschrieben und begründet werden können, nicht zuletzt hinsichtlich ihrer Herkunft.
II 25
Fünf-Faktoren-Modell/Webb/Deary: (...) die latente Struktur der Korrelationsmatrix von Webb kann berechtigterweise in Bezug auf die derzeit akzeptierten Hauptdimensionen der Persönlichkeit interpretiert werden... . Die Entdeckung, dass die Daten so etwas wie ein heute allgemein akzeptiertes Charaktermodell enthalten, schiebt die "Entdeckung" des Fünf-Faktoren-Modells um Jahrzehnte zurück. [Webb's Studie] liefert einen Blindtest für Goldberg's (1993)(2) Behauptung, dass jede adäquate Stichprobe von Begriffen der menschlichen Persönlichkeit dazu neigt, etwa fünf breite Faktoren zu enthalten. >Fünf-Faktoren-Modell/Deary.



1. Webb, E. (1915). Character and intelligence: An attempt at an exact study of character. British Journal of Psychology Monograph Supplements, 1 (III), i–iv and 1–99.
2. Goldberg, L. R. (1993). The structure of phenotypic personality traits. American Psychologist, 48, 26–34.


Deary, Ian J.: “Assessing and Enumerating Personality Dimensions. Revisiting Webb (1915)”, In: Philip Corr (Ed.)2018. Personality and Individual Differences. Revisiting the classical studies. Singapore, Washington DC, Melbourne: Sage, pp. 11-27.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Computer Church Brockman I 246
Computer/Church, George M.: Computer können durch neuromorphes Computing mehr wie wir werden, möglicherweise ein Tausendfaches. [IBMs] Watson, Gewinner von Jeopardy!, verwendete 85.000 Watt in Echtzeit, während das menschliche Gehirn jeweils 20 Watt verbrauchte. Allerdings braucht der menschliche Körper auch 100 Watt für den Betrieb und 20 Jahre für den Aufbau, also etwa 6 Billionen Joule Energie, um ein reifes menschliches Gehirn "herzustellen". Auch wenn ein Supercomputer einen Klon von sich selbst in Sekunden "trainieren" kann, sind die Energiekosten für die Herstellung eines reifen Siliziumklons vergleichbar. Die Konstruktion von (Homo-) Wunderkindern könnten einen kleinen Einfluss auf diesen langsamen Prozess haben, aber die Beschleunigung der Entwicklung und die Implantation von umfangreichem Speicher (wie DNA-Exabyte oder andere Mittel) könnten die Duplikationszeit eines Bio-Computers fast auf die Verdopplungszeit der Zellen (zwischen elf Minuten und vierundzwanzig Stunden) reduzieren.



Church, George M. „The Rights of Machines” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Chur I
A. Church
The Calculi of Lambda Conversion. (Am-6)(Annals of Mathematics Studies) Princeton 1985

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Darstellung Goodman I 43
Darstellungsmittel können Bewunderung oder Abneigung zwar erwecken, aber nicht unbedingt ausdrücken! Darstellen heißt sicherlich Bezug nehmen, stehen für, symbolisieren.
In einer Darstellung ist Negation nicht möglich.
IV 121
Eine verschwommene Pferd-Darstellung ist sicher keine Darstellung eines verschwommenen Pferdes. Das Verschwommensein gehört zur Darstellung oder zur Vorstellung.

G IV
N. Goodman
Catherine Z. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

Goodman I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

Goodman II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

Goodman III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997
Determinismus Inwagen Pauen I 273
Determinismus/Peter van Inwagen/Pauen: der Determinismus ist keine Implikation des Physikalismus. Das Prinzip der kausalen Geschlossenheit bezieht sich darauf, dass nur physikalische Erklärungen herangezogen werden dürfen. Damit ist nicht gesagt, dass das Verhältnis Ursache/Wirkung stets deterministisch sein muss.
Das Prinzip der physischen Determination macht keine Aussage über die Notwendigkeit bestimmter Kausalketten, sondern fordert nur, dass es zu jeder höherstufig beschreibbaren Veränderung eine physikalisch beschreibbare Veränderung gibt.
van Inwagen: der Determinismus steht also für die These, dass sich aus einer vollständigen Beschreibung und Kenntnis der Zustand der Welt zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt ableiten lasse.
Pauen: es ist mehr als umstritten, dass der Determinismus auf unsere physische Realität zutrifft.

Lewis V 296
Determinismus/Vs weicher Determinismus/VsKompatibilismus/van InwagenVsLewis: (gegen den weichen Determinismus, den ich vorgebe, zu vertreten): Bsp Angenommen zur reductio, dass ich hätte meine Hand heben können, obwohl der Determinismus wahr wäre.
Dann folgt aus vier Prämissen, die ich nicht leugnen kann, dass ich eine falsche Konjunktion HL hätte hervorbringen können, aus einer Proposition H über einen Zeitpunkt vor meiner Geburt und eine gewisse Proposition über ein Gesetz L.
Prämisse 5: wenn ja, dann hätte ich L falsch machen können.
Prämisse 6: aber ich hätte L nicht falsch machen können. (Widerspruch).
LewisVsInwagen: 5 und 6 sind nicht beide wahr. Welche wahr ist, hängt davon ab, was Inwagen mit "hätte falsch machen können "meint. Allerdings nicht in der Alltagssprache, sondern in Inwagens künstlicher Sprache. Aber auch da kommt es nicht darauf an, was Inwagen selbst damit meint!
Worauf es ankommt ist, ob wir dem überhaupt einen Sinn geben können, der alle Prämissen ohne Zirkularität gültig macht.
Inwagen: (mündlich) dritte Bedeutung für "hätte falsch machen können": nämlich dann und nur dann, wenn der Handelnde die Dinge so hätte arrangieren können, dass sein Tun plus die ganze Wahrheit über die Vorgeschichte zusammen die Falschheit der Proposition implizieren.
Dann sagt Prämisse 6, dass ich die Dinge nicht hätte so arrangieren können, so dass ich prädeterminiert war, sie nicht so zu arrangieren.
Lewis: es ist aber gar nicht instruktiv zu sehen, dass der weiche Determinismus die so interpretierte Prämisse 6 ablehnen muss.
V 297
Falsifikation/Handlung/Willensfreiheit/Lewis: provisorische Definition: ein Ereignis falsifiziert eine Proposition, nur dann, wenn es notwendig ist, dass wenn das Ereignis geschieht, dann die Proposition falsch ist. Aber mein Akt des Steinewerfens würde nicht selbst die Proposition falsifizieren, dass das Fenster in der Wurflinie intakt bleibt. Alles was wahr ist, ist, dass mein Akt ein anderes Ereignis hervorruft, das die Proposition falsifizieren würde.
Der Akt selbst falsifiziert kein Gesetz. Er würde nur eine Konjunktion von Vorgeschichte und Gesetz falsifizieren.
Alles was wahr ist ist, dass meinem Akt ein anderer Akt vorausgeht das Wunder und dieser falsifiziert das Gesetz.
schwach: sagen wir, ich wäre in der Lage eine Proposition im schwachen Sinne falsch zu machen gdw. ich etwas tue, die Proposition falsifiziert wäre, (aber nicht notwendig durch meinen Akt und nicht notwendig durch irgendein Ereignis, das durch meinen Akt hervorgerufen wurde). (Lewis pro "Schwache These" (weicher Determinismus)).
stark: wenn die Proposition entweder durch meinen Akt selber oder durch ein Ereignis falsifiziert wird, das durch meinen Akt hervorgerufen wurde.

Inwagen/Lewis: der erste Teil seiner These steht, egal ob wir die starke oder die schwache These vertreten:
wenn ich meine Hand hätte heben können, obwohl der Determinismus wahr ist und ich sie nicht gehoben habe, dann ist es im schwachen und im starken Sinn wahr, dass ich die Konjunktion HL (Propositionen über die Vorgeschichte und die Naturgesetze) hätte falsch machen können.
Aber ich hätte die Proposition L falsch machen können im schwachen Sinn, obwohl ich sie nicht im starken sinn hätte falsch machen können.
Lewis: wenn wir den schwachen Sinn vertreten, leugne ich Prämisse 6.
Wenn wir den starken Sinn vertreten, leugne ich Prämisse 5.
Inwagen: vertritt beide Prämissen, indem er analoge Fälle erwägt.
LewisVsInwagen: ich glaube, dass die Fälle nicht analog sind: sie sind Fälle, in denen der starke und der schwache Fall gar nicht divergieren:
Prämisse 6/Inwagen: er fordert uns auf, die Vorstellung zurückzuweisen, dass ein Physiker ein Teilchen schneller als das Licht beschleunigen könnte.
LewisVsInwagen: aber das trägt nichts dazu bei, die Prämisse 6 im schwachen Sinn zu stützen,
V 298
denn die zurückgewiesene Vermutung ist, dass der Physiker ein Naturgesetz im starken Sinn falsifizieren könnte. Prämisse 5/Inwagen: hier sollen wir die Vermutung zurückweisen, dass ein Reisender eine Konjunktion von Propositionen über die Vorgeschichte und einer über seine zukünftige Reise anders falsifizieren könnte, als durch Falsifikation des nichthistorischen Teils.
LewisVsInwagen: weisen Sie die Vermutung ruhig ganz zurück, das trägt nichts dazu bei, Prämisse 5 im starken Sinn zu stützen. Was würde folgen, wenn man Konjunktion derart im starken Sinn falsifizieren könnte? Dass man den nichthistorischen Teil im starken Sinn falsifizieren könnte? Das ist es, was Prämisse 5 im starken Sinn stützen würde.
Oder würde bloß folgen, (was ich denke), dass man den nichthistorischen Teil im schwachen Sinn zurückweisen könnte? Das Bsp des Reisenden hilft hier nicht, weil eine Proposition über zukünftige Reisen sowohl im schwachen als auch im starken Sinn falsifiziert werde könnte!

Inwagen I
Peter van Inwagen
Metaphysics Fourth Edition

Pauen I
M. Pauen
Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt 2001

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Determinismus Lewis V 37
Determinismus/Lewis: es ist nicht sicher, dass unsere Welt undeterministisch ist. - Sicherer ist die Asymmetrie - diese könnten auch unter deterministischen Bedingungen zustande kommen.
V 45
Determinismus/mögliche Welt/MöWe/Lewis: es ist falsch, dass zwei deterministische mögliche Welten sich nur wenig voneinander unterscheiden würden. - Sie können sich genauso schnell auseinander entwickeln wie indeterministische. - Es gibt sehr viele Wahrscheinlichkeiten für kleine Differenzen, die sich zu großen entwickeln.
V 58
Indeterminismus/Lewis: sollte nicht aus dem Messproblem der Quantenmechanik abgeleitet werden - dieses ist eine Frivolität - zu anthropozentrisch. - Stattdessen: offensichtlich auch in radioaktiven Zerfallsprozessen - das erlaubt aber auch deterministische Enklaven in der Welt. Mögliche Welt/Asymmetrie: einfacher: jetzt brauchen wir keine kleinen Wunder mehr, um Abweichungen zu begründen - Konvergenz: hier bleibt das Problem das gleiche. - ((s) Sie ist mit und ohne Determinismus schwer zu begründen.) - Variante: perfekte Konvergenz: ist mit dem Indeterminismus schwerer zu erklären.
V 120
LewisVsDeterminismus: was soll es dann heißen, dass eine Münze fair ist?
V 162
Determinismus/Verursachung/Kausalität/Lewis: hier: nicht universelle Verursachung, sondern - hier pro: in dem Sinn, dass es nicht zwei mögliche Welten gibt, die bis zu einem Zeitpunkt genau gleich sind und danach differieren, ohne dass die Gesetze dabei verletzt werden. Indeterminismus/Lewis: nicht Vs, sondern Problem: die Analyse mit >kontrafaktischen Konditionalen wird nicht alle Fälle abdecken.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Eigenschaften Bigelow I 40
Eigenschaft/Relation/Universalien/Bigelow/Pargetter: es gibt eine Mehrdeutigkeit: Bsp Russell bewundert Weisheit: das ist eine Relation zwischen Individuum und Weißheit, die von einem Paar von Dingen instanziiert wird, wobei das zweite eine Eigenschaft ist. Also ist die Relation ein Universale aus der Menge
(o,(o)).
Andererseits:
Weißheit: können wir auch als eine Relation betrachtet, statt als Eigenschaft von Individuen. Bsp als Liebe zum Wissen.
I 41
Problem: Wissen kann man wieder verschieden definieren, wobei die Eingruppierung in die Hierarchie geändert wird. Wir haben es nicht mit einer einfachen Abbildung von Wörtern auf Universalien zu tun. Bsp Vorzug/virtue/Bigelow/Pargetter: ist eine Eigenschaft von Eigenschaften. Bsp Russell bewundert Vorzüge:
logische Form: ist dann nicht (o,(o)) (wie oben sondern:
(o,((o))).
Frage: heißt das, dass ein Ding zu mehreren Mengen gleichzeitig gehört?
Lösung/Bigelow/Pargetter: wir müssen die Mengen (o), ((o)), (o,(o)) usw. genauer definieren:
Bsp (o) ist eine Menge von Dingen, die von Individuen instanziiert wird, aber müssen es nur Individuen sein, oder können es auch Nicht-Individuen als Instanzen sein? (Bsp Eigenschaft von Eigenschaft)
Universale/Universalien/Bigelow/Pargetter: definieren wir so, dass es zu wenigstens einem Typ, vielleicht aber auch zu mehreren gehört.
Def „multigrade“ Relation/Bigelow/Pargetter : eine Relation, die zwischen Individuen, aber auch zwischen Mengen von Individuen oder zwischen einem Individuum und einer Menge von Individuen existieren kann.
Bsp zusammenleben: können Individuen, aber auch Gruppen von Individuen.
I 42
Def „multigrades“ Universale/Bigelow/Pargetter: ein Universale, das zu mehr als einem Typ gehört.
I 48
Eigenschaften/Relationen/Bigelow/Pargetter: entsprechend gibt es bei ihnen auch zwei Arten: a) solche, bei denen wir einfach sagen können, ob Dinge sie haben oder nicht. ((s) >extensional charakterisierbar).
b) solche, bei denen das nicht hinreichend ist: Bsp Spaß: können wir nicht einfach damit charakterisieren, welchen Individuen er zukommt. ((s) Nicht extensional charakterisierbar). Bsp Masse, Bsp Ladung ((s) generische Eigenschaften). Bsp relative Geschwindigkeit.

I 163
Eigenschaft/Bigelow/Pargetter: Problem: Instantiation: Angenommen, ein Individuum hat eine Eigenschaft. Was muss dann in der Welt sein, damit dem so ist? Das Individuum und die Eigenschaft. Aber das genügt noch nicht. Beide könnten existieren, ohne dass das eine das andere instanziiert. D.h. es genügt nicht zum Haben einer Eigenschaft, dass Ding und Eigenschaft nebeneinander in der Welt existieren. falsche Lösung: Instantiation als Relation zu postulieren: das verschiebt nur das Problem. Die Relation könnte in der Welt existieren, ohne dass das bestimmte Ding die bestimmte Eigenschaft hat. Oder ohne dass das Ding in der Relation steht zu etwas.
Instantiation/Instanziierung/Bigelow/Pargetter: das Problem liegt in einem falschen Schluss von Quantifikation 2. Stufe auf Quantifikation 1. Stufe.
„Irgendwie“ ist nicht „irgendein“.
Bsp Eigenschaft F: um sie zu haben, muss es irgendwie sein, in der Relation dazu zu stehen. (“there must be somehow that the individual stands to the property”).
(Eψ)(ψ (a, F))
Diese “irgendwie” ist nicht ein “etwas”. D.h. wir dürfen nicht schließen auf
(Ex)(Eψ)(ψ (x, a, F))
Problem: das würde zu einem Regress führen. Dieser hat auch immer die Universalien bedroht.
Lösung/Bigelow/Pargetter: Quantifikation 2. Stufe sollte man nicht so ernst nehmen, dass sie aus dem „irgendwie“ ein „etwas“ macht.
I 164
Universalien/Bigelow/Pargetter. eine volle Theorie der Universalien braucht also eine vor-semantische Quelle für Universalien (vor-semantisch/(s): etwas, das keine Wahrmacher erfordert). Lösung/Bigelow/Pargetter: wir brauchen etwas, was etwas instanziiert ohne selbst je selbst instanziiert zu werden.
Existenz 2. Stufe/Bigelow/Pargetter: wird aber auch von einer Theorie der Universalien erfordert. Aus der man allerdings ohne Zusatzprämissen keine Existenz 1. Stufe ableiten kann.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Eigenschaften Geach I 223f
Eigenschaften/Frege: "wofür ein logisches Prädikat steht" - Geach: dann sind Klassen keine "Namen von Eigenschaften".
I 224
Prädikat/Geach: Prädikate sind eher gemeinsame Eigenschaft von Sätzen - aber nicht eigentlicher Ausdruck im Satz.
I 321
Eigenschaft/Geach: es ist keine Eigenschaft von Herbert, von Edith bewundert zu werden - Bsp der kleiner Bruder wird größer sein als der ältere, aber das ist keine Eigenschaft des älteren Bruders - Bsp der Butterpreis steigt, aber das ist keine Eigenschaft der Butter. - ((s) >Chisholm radikaler: Gegenüberwohnen ist keine Eigenschaft.)

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Einfachheit Deacon I 42
Einfachheit/Sprache/Deacon: Frage: warum gibt es keine einfachen Sprachen, die z.B. von Tieren beherrscht werden könnten? Dies ist keine Frage in der Dimension einfach/komplex, sondern eine Frage, die Äpfel mit Birnen vergleichen möchte. Wenn die Komplexität nicht der Grund ist, warum Tiere keine Sprache haben, muss es um das tägliche Wunder von Wortbedeutung und Referenz gehen.


Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Emergenz Wilczek Brockman I 68
Emergenz/Wilczek: Elektronische Computer sind ein großartiges Beispiel für Emergenz. Hier liegen alle Karten auf dem Tisch. Ingenieure entwerfen routinemäßig von unten nach oben, basierend auf bekannten (und ziemlich ausgefeilten)
Brockman I 69
physikalischen Prinzipien, Maschinen, welche Informationen auf äußerst beeindruckende Weise verarbeiten. (...) wunderbare Leistungsfähigkeit entsteht durch regelmäßige physikalische Prozesse, die wir bis auf die Ebene von Elektronen, Photonen, Quarks und Gluonen verfolgen können. Offensichtlich kann rohe Materie ziemlich intelligent werden.


Wilczek, F. “The Unity of Intelligence”, in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Euthyphron Geach I 36f
Euthyphron: GeachVsSokrates: Sachfragen sind nicht notwendig entscheidbar - moralische Fragen sind nicht prinzipiell unentscheidbar. - Eutyhphron: GeachVsSokrates: Entscheidungen sind genauso wichtig wie Definitionen.
I 38
Euthyphron/Geach: richtig:
(1) Was fromm ist, wird von den Göttern geliebt, weil es fromm ist. - ((s) a = b weil a - (was __ ist, wird --)).
richtig:
(2) Was gottgeliebt ist, ist gottgeliebt, weil es von den Göttern geliebt wird. - ((s) b = b weil b - (was __ist , ist __)).
falsch:
(3) Was gottgeliebt ist, wird von den Göttern geliebt, weil es gottgeliebt ist. (zirkulär). - ((s) b = b weil b’ (was __ ist, wird __)).
falsch:
(4) Was fromm ist, ist fromm, weil es von den Göttern geliebt ist. - (s) a = a weil b (oder weil b’!) - (was __ ist, ist __ )).
I 39
Euthyphron/Geach: Identität/Leibniz-Prinzip: bricht in Kontexten zusammen, die nicht rein extensional sind - es liefert opake (intensionale) Kontexte: Bsp Ich schlug ihn, weil er mein Vater war (weil er mich schlug). - Der Wahrheitswert kann differieren, obwohl es sich um den gleichen Mann handelt. - Die Falschheit des ersten Satzes garantiert nicht, dass ein anderer Mann gemeint ist. - Falsch: Dass fromme Handlungen und Menschen nicht dieselben Klassen wie Gottgeliebte seien. - Falsche Lösung von J.St. Mill: gottgeliebt/fromm: gleiche Denotation/verschiedene Konnotation: Diese Unterscheidung kann Platon nicht zugeschrieben werden.
Platon: fromm: ist eine Form - gottgeliebt: ist keine Form. - Falsche Lösung: Gebrauch, Erklärung: aktiv/passiv: Bsp ein Ding wird getragen, weil jemand es trägt (Geach: diese Erklärung ist falsch). - Jemand trägt ein Ding, weil es getragen wird (Geach: das ist wahr). - Das kann Platon aber nicht zugeschrieben werden.
I 41f
Euthyphron/Geach: McTaggart: statt "weil" (kausal, aber opak) "in Anbetracht" (nicht kausal). - Vs: fehlende Kausalität schließt Irrtum nicht aus! - Ich bewundere nicht jemand in Bezug auf meinen eigenen Glauben. - Auch nicht Götter! - Geach: die Einstellung ist schon der Grund, aber sie liefert nicht die Eigenschaft.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Existenz Spinoza Genz II 313
Wunder/SpinozaVsWunder/Genz: es gibt keine Wunder. Daher sollen wir Gottes Existenz aus den Naturgesetzen erkennen.

Spinoza I
B. Spinoza
Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
Gegenstückrelation Bigelow I 192
Verzweigte Zeit/Mögliche Welten/Bigelow/Pargetter: wir erlauben, dass die Zeit verzweigt ist, d.h. zu jeder Vergangenheit gibt es mehrere Zukünfte. Da sollten wir auch erlauben, dass so etwas für die Entwicklung innerhalb einer möglich ist. D.h. zwei Teile könnten denselben Ursprung haben. Ebenso Fusion und vorübergehendes Zusammengehen von Teilen. Problem: es ist verwunderlich, dass solche Teile dann zumindest einen zeitlichen Teil gemeinsam haben müssten.
Bsp Angenommen, wir treffen Jane aus einem anderen Teil derselben möglichen Welt. Betrachten wir das
Kontrafaktisches Konditional: wenn wir Jane nicht getroffen hätten, hätte sie nicht existiert.
BigelowVsLewis: nach ihm muss das wahr sein
Bigelow/Pargetter: nach uns ist es klarerweise falsch. Es muss daher mindestens eine mögliche Welt geben, in der Jane existiert und wir sie nicht treffen. Und diese Welt muss uns dann alle Jane und uns enthalten, obwohl es keine Verbindung zwischen uns gibt.
LewisVsVs: dieser müsste dann irgendeine andere Verbindung und entsprechendes kontrafaktisches Konditional annehmen: „…ein Vorfahre oder Nachfahre von uns hätte einen Vorfahren oder Nachfahren von ihr treffen können“ usw.
BigelowVsLewis: das ist immer noch falsch in der fraglichen Welt und weniger plausibel als das obige kontrafaktische Konditional. Das zeigt die Falschheit der temporalen Theorie.

BigelowVsLewis: dieser ist in einem Dilemma: entweder er nimmt die Weltgefährten-Relation als primitiven Grundbegriff oder er lässt modale Grundbegriffe zu.
I 193
Gegenstück-Relation/GR/Lewis/Bigelow/Pargetter: Lewis stützt sich aber noch auf eine wichtigere Relation, die Gegenstück-Relation: sie ist auch kein guter Kandidat für einen unanalysierten Grundbegriff, und dennoch braucht auch sie wiederum modale Grundbegriffe. BigelowVsLewis/BigelowVsGegenstück-Theorie/Bigelow/Pargetter: sie führt auch in die Zirkularität, weil sie modale Begriffe voraussetzt. D.h. sie kann die Modallogik nicht begründen.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Gehalt Jackson Schwarz I 171
„Naturalisierung des Gehalts“/Repräsentation/Schwarz: die These, dass mentale Repräsentationen soweit satzartig sind, dass man ihren Inhalt kompositional erklären kann. (vgl. Fodor 1990(1)). LewisVsFodor: grundsätzlich verfehlt: nur kausale Rolle im Alltagsleben (Verhalten) ist relevant. Selbst wenn Bsp der Wunsch nach Pilzsuppe sich wunderschön aus Wunsch nach Suppe und Wunsch nach Pilz zusammensetzt. Denn umgekehrt ist es ein Pilzsuppenwunsch, wenn er genau die kausale Rolle spielt, egal, woraus er sich zusammensetzt. (1994b(2),320f)
Man kann sich genauso gut Wesen vorstellen, die nicht satzartig repräsentieren (vgl. Armstrong 1973(3),Kap 1, Braddon Mitchell/Jackson 1996(4), Kap. 10f).
Lewis’ Theorie soll auch für diese Welten gelten, soll auch hier erklären, was den Gehalt bestimmt.


1. Jerry A.Fodor [1990]: “A Theory of Content I & II”. In A Theory of Content and Other Essays,
Cambridge (Mass.): MIT Press, 51–136
2. D. Lewis [1994b]: “Reduction of Mind”. In Samuel Guttenplan (ed.), A Companion to the Philosophy
of Mind, Oxford: Blackwell, 412–431
3. D. M. Armstrong [1973]: Belief, Truth, and Knowledge. Cambridge: Cambridge University Press
4. David Braddon-Mitchell und Frank Jackson [1996]: Philosophy of Mind and Cognition.
Oxford: Blackwell

Jackson I
Frank C. Jackson
From Metaphysics to Ethics: A Defence of Conceptual Analysis Oxford 2000

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Gehorsam Milgram Haslam I 117
Gehorsam/Milgram: "Die Probanden sind ins Labor gekommen, um eine Beziehung mit dem Experimentator aufzubauen, eine besonders unterwürfige Beziehung im Interesse des wissenschaftlichen Fortschritts. Sie sind nicht gekommen, um eine Beziehung mit dem Subjekt zu bilden, und es ist dieser Mangel an Beziehung in die eine Richtung und die reale Beziehung in die andere, der die Ergebnisse hervorbringt... . Nur eine echte Beziehung zwischen dem Opfer und dem Subjekt, die auf Identifikation, Ehe usw. beruht, könnte die Ergebnisse umkehren." (Milgram, Box 46, Yale-Archiv; zitiert in Haslam, Reicher, Millard und MacDonald, 2015(1): 60); (siehe >Milgram-Experiment/Milgram) Faktoren, die sie zum einen und zum anderen ziehen:
a) die Bedeutung und das Ansehen der Forschung
b) der Status und das Ansehen des Forschers.
Gehorsam: (...) Gehorsam hängt nicht nur davon ab, wer der Experimentator ist, sondern auch von der Beziehung zwischen dem Teilnehmer und dem Experimentator. So verwendet Milgram den Begriff der "beginnenden Gruppenbildung" als wichtiges Element, um die Auswirkungen der Nähe auf den Gehorsam zu erklären (Milgram, 1965(2): 64). In den Varianten Remote und Voice-Feedback sind Experimentator und Lehrer allein im selben Raum und können so eine Verbindung aufbauen.
Beziehung zwischen dem Teilnehmer und den Mitschauspielern: "Es besteht Identifikation mit den ungehorsamen Verbündeten und die Möglichkeit, auf sie als soziale Unterstützung zurückzugreifen, wenn sie sich dem Experimentator widersetzen" ( 1965 b(2): S. 133).
Verpflichtung/Terminologie/Milgram: Milgram bezieht sich auf diesen Zustand des Eintauchens in die eigene Rolle als "agentischer Zustand", und der Wechsel vom Handeln in eigener Absicht zum Handeln als Agent für fremde Zwecke wird als "agentischer Wechsel" bezeichnet (Milgram 1974(3): 132-4).
VsMilgram: Selbst Milgrams leidenschaftlichste Bewunderer sind sehr skeptisch gegenüber der Erklärung des "agentischen Zustands" (z.B. Blass, 2004(4)). Wenn auch nur deshalb, weil es keine Beweise dafür gibt, dass die unterschiedlichen Arten von Gehorsamkeit, die in den verschiedenen Studienvarianten beobachtet wurden, auf Unterschiede in der Art und Weise zurückzuführen sind, wie die Teilnehmer in diesen Zustand eintreten (Mantell und Panzarella, 1976)(5).
1. VsMilgram: Der agentische Zustand wird mechanisch als Alles-oder-Nichts-Affäre konzipiert: Man ist entweder ganz drin oder ganz raus.
2. VsMilgram: [der Fokus auf] eine der mehreren Beziehungen in der Studie - die zwischen Teilnehmer und Experimentator [verliert] die Tatsache [aus den Augen], dass ein wesentliches Merkmal der Studien die Art und Weise betrifft, wie die Teilnehmer zwischen verschiedenen Beziehungen und unterschiedlichen Verpflichtungen hin- und hergerissen werden. Sie befasst sich daher nicht mit der Frage, wie das Gleichgewicht der Beziehungen zwischen den verschiedenen Studien variiert.


1 Reicher, S.D., Haslam, S.A. and Miller, A.G. (2014) ‘What makes a person a perpetrator? The intellectual, moral, and methodological arguments for revisiting Milgram’s research on the influence of authority’, Journal of Social Issues, 70: 393–408.
2. Milgram, S. (1965b) ‘Some conditions of obedience and disobedience to authority’, Human Relations, 18: 57–76.
3. Milgram, S. (1974) Obedience to Authority: An Experimental View. New York, NY: Harper & Row.
4. Blass, T. (2004) The Man who Shocked the World: The Life and Legacy of Stanley Milgram. New York: Basic Books.
5. Mantell, D.M. and Panzarella, R. (1976) ‘Obedience and responsibility’, British Journal of
Social and Clinical Psychology, 15: 239—45.


Stephen Reicher and S. Alexander Haslam, „Obedience. Revisiting Milgram’s shock experiments”, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017
Geist/ Geistzustand Dennett Rorty VI 144
Rorty: (Nach Wittgenstein: wie sähe es denn aus, wenn die Sonne sich um die Erde drehte? ((s) Nämlich genauso!): Qualia/Dennett:(wie Smart und Place): "Wie sähe es denn aus, wenn es tatsächlich nichts weiter wäre, als eine Verbindung elektrochemischer Prozesse in deinem Gehirn?"

Dennett I 274
Geist/Dennett: "PDP": Modell der parallelen, verteilten Verarbeitung. Davidson, wie Dennett: deshalb ist der Geist nicht sein eigener Aufenthaltsort. VsDescartes. Geist/Bedeutung/Dennett: es gab einmal eine Zeit, in der es beides nicht gab, auch keinen Irrtum, keine Funktion und keine Gründe. Sie sind auf dem Wege der winzigen Verbesserungen entstanden, die die Evolution mit sich brachte. (Endlicher Regress).
I 274 ff
Endliche Folge von Schritten, ohne jemals eine Grenze zu ziehen. Geist/Dennett: genau das ist Geist: kein Wunderapparat, sondern ein gewaltiges, halb gestaltetes, und sich selbst umgestaltendes Aggregat kleiner Apparate, von denen jeder seine eigene Gestaltungsgeschichte hat und eine eigene Rolle spielt. > Homunculi.
I 283
Roboter/Dennett: aus der Tatsache, dass wir von Robotern abstammen (z.B. Hämoglobine usw.) folgt nicht, dass wir Roboter sind! Wir stammen von Bakterien ab, doch sind wir keine Bakterien, Wir sind auch keine Affen. Aber wir bestehen aus Robotern.
I 525
8:Geist/Evolution/Dennett: jeder einzelne von uns ist heute in der Lage, Ideen zu verstehen, die für Genies aus der Generation unserer Großeltern undenkbar gewesen wären.
II 183
Geist/Dennett: ein menschlicher Geist, ohne Papier und Bleistift, ohne Sprache zum Vergleich von Notizen und zum Anfertigen von Skizzen ist etwas, was uns noch nie begegnet ist.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Glauben Quine I 365
Glaubenssätze und Zitate können als alle möglichen verschiedene Dinge verstanden werden. (> Unbestimmtheit/Quine).
I 372
Paul und Elmar: Glauben produziert keine Sätze wie Sagen - nicht entscheidbar: dass Paul wahr-glaubt, und Elmar nicht - Wenn der Wahrheitswert egal ist, ist glauben kein relativer Term. - "w glaubt x" ist kein Prädikat - "w glaubt p": "p" ist kein Term!
VII (h) 142
Glauben/Quine: keine Relation - steht in Beziehung zu dem falschen Satz... - Stattdessen Church: Glauben und Wissen ähnelt einfach Zitaten. - (>opake Kontexte, >Opazität).
XII 34
Glauben/Quine: Bsp "Thomas glaubt, dass Tullius die Ars Magna geschrieben hat" - in Wirklichkeit verwechselt er Tullius mit Lullus. - Zwei Möglichkeiten: a) Tom glaubt nicht, dass Cicero (Tullius) die Ars Magna geschrieben hat, er verwechselt nur die Namen d.h. er weiß wer die Ars Magna geschrieben hat. - Hier kommt "Tullius" nicht rein-bezeichnend vor.
b) Er glaubt etwas falsches: dann ist "Tullius" rein bezeichnend.

Stroud I 228
Glauben/Wissen/Quine: Wissen ist kein Teil des Glaubens - nichts was wir über die äußere Welt glauben, ist Wissen.
Quine XIII 18
Glauben/Quine: ist Denken in einem bestimmten eingeschränkten Sinn. Etwas zu glauben heißt, es zu denken. „So denken“ und „so glauben“ sind als austauschbar und auch „denken, dass“ und „glauben das“. Sie unterscheiden sich aber anderswo.
Denken/Quine: Bsp wir können angestrengt denken, aber nicht angestrengt glauben. Bsp wir können etwas glauben, aber nicht etwas denken. Das verbietet die Grammatik.
Glauben/Denken/Handlung/Dispo/Quine: Glauben ist eine Disposition – Denken eine Aktivität. Denken kann uns ermüden, Glauben nicht.
XIII 19
Wir sitzen auch nicht da und glauben etwas. Das tut nur Bsp die Weiße Königen aus Alice im Wunderland: vor dem Frühstück glaubt sie 6 unmögliche Dinge. falsch: Bsp ein verliebter junger Mann glaubt, was seine Geliebte glaubt – Bsp Williams James „Willen zu Glauben“: Bsp Pascals Wette, Bsp Tertullian: credo quia absurdum: das sind Verzerrungen es Glaubensbegriffs.
Glauben/Disposition/Quine: wozu ist denn dann der Glaubende disponiert? Ein guter Test ist, jemanden aufzufordern, Geld für das einzusetzen, für das er plädiert.
XIII 20
Problem: das geht nur bei entscheidbaren Fragen, nicht bei Bsp der Frage, ob Schönheit Wahrheit ist. Schönheit/Wahrheit/Glauben/Keats/Quine: man fragt sich auch, ob Keats das wirklich geglaubt hat. Vielleicht wollte er nur selbst ein bisschen Schönheit erschaffen, so wie Bsp Morgenstern: „nur des Reimes wegen“.
Glauben/Quine: ist meist in Bündel von Dispositionen. Es ist bemerkenswert, dass dies zu so verschiedenen Handlungen führen kann wie Bsp eine Schiffsreise zu buchen, oder das Zimmer aufzuräumen.
These diese extrem verschiedenen Geistzustände (mentaler Zustand(Geistzustand, interner Zustand, mentaler Zustand) haben nichts gemeinsam.
XIII 21
Die einzige Gemeinsamkeit ist sprachlich: das „dass“. ((s) > propositionale Einstellungen). Problem: die gleichbleibende Form von “x glaubt, dass p” lässt uns vermuten, dass der Rest des Satzes auch in Ordnung ist. Das wechselt aber von Fall zu Fall, so dass es schwer ist, hier eine Linie zu ziehen.

Glauben/Paradox/Quine: etwas zu glauben heißt zu glauben, dass es wahr ist. Also glaubt eine Person, dass alle ihre Überzeugungen wahr sind. Erfahrungsgemäß sind aber einige Überzeugungen falsch, wie diese Person sehr wohl weiß.
Problem: eine rationale Person glaubt also, dass jede ihrer Überzeugungen wahr ist und dennoch einige falsch sind. Ich hätte doch von vernünftigen Leuten etwas Besseres erwartet.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
Individuen Pettit Brocker I 852
Individuum/Pettit: für einen Vertreter des Republikanismus, wie Pettit es in entschiedenem Maße ist, ist es verwunderlich, dass das Individuum bei ihm zum Angelpunkt seiner Modelltheorie wird. Damit folgt Petit eigentlich einer liberalen Logik: Durchweg steht bei ihm die Abwehr und Beschränkung unberechtigter Einflussnahme im Vordergrund, und darin trifft sich sein erklärtermaßen »republikanisches« Anliegen punktgenau mit dem anti-etatistischen Reflex einer liberalen Politiktheorie. Republikanismus: für ihn steht traditionellerweise die Einbindung des Individuums in die gemeinsame Lebensbewältigung und damit die Auseinandersetzung mit seiner Verwurzelung im politischen Kollektiv als leitender Bezugspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Politischen fest.


Emanuel Richter, „Philip Pettit, Republicanism“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Pett I
Ph. Pettit
Just Freedom: A Moral Compass for a Complex World New York 2014

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Intelligenz Minsky Minsky I 71
Intelligenz/Minsky: Unser Verstand macht es uns durch Prozesse mögliche, Probleme zu lösen, die wir für schwierig halten. Intelligenz ist unser Name für alle diese Prozesse, die wir noch nicht verstehen. Warum sind Ströme und Pflanzen nicht intelligent? (z.B. Korallenbänke) -
Es scheint keine gute Idee zu sein, ein und dasselbe Wort für verschiedene Dinge zu verwenden, es sei denn, man hat wichtige Aspekte im Sinn, in denen sie gleich sind. Pflanzen und Ströme scheinen nicht sehr gut darin zu sein, die Art von Problemen zu lösen, die unserer Meinung nach Intelligenz erfordern.
Problemlösung: (...) es ist nur eine Illusion, dass Tiere (...) Probleme lösen können! Kein einzelner Vogel entdeckt einen Weg zu fliegen. Stattdessen nutzt jeder Vogel eine Lösung, die sich aus unzähligen Jahren der Evolution der Reptilien entwickelt hat.
Ist die Evolution intelligent? - Das Tempo der Evolution ist so langsam, dass wir sie nicht als intelligent ansehen, obwohl sie schließlich wunderbare Dinge hervorbringt, die wir selbst noch nicht herstellen können.

Minsky I
Marvin Minsky
The Society of Mind New York 1985

Minsky II
Marvin Minsky
Semantic Information Processing Cambridge, MA 2003
Intelligenz Pinker I 26
Intelligenz/Pinker: Folgerungen aus Wissen - aber nur die relevanten Folgerungen.
I 84
Intelligenz/ Pylyshyn,Zenon: Steine sind intelligenter als Katzen, weil sie wegfliegen, wenn man dagegen tritt - (Beschreibungsabhängig) - Pinker: Intelligenz erwächst nicht aus Materie, sondern aus Information.


Brockman I 108
Intelligenz/Pinker: [Es ist ein] Irrtum (...), Intelligenz als ein grenzenloses Kontinuum der Potenz zu betrachten, ein wunderbares Elixier mit der Kraft, jedes Problem zu lösen, jedes Ziel zu erreichen. Dieser Trugschluss führt zu unsinnigen Fragen wie zum Beispiel, wann eine KI "die Intelligenz des Menschen übersteigt", und zum Bild einer "artificial general intelligence" (AGI) mit göttlicher Allwissenheit und Allmacht. Intelligenz ist eine Vorrichtung von Gadgets: Softwaremodule,
Brockman I 109
die Kenntnisse darüber erwerben oder damit programmiert sind, wie man verschiedene Ziele in verschiedenen Bereichen verfolgt. Die Menschen sind gerüstet Nahrung zu finden, Freunde zu gewinnen und Menschen zu beeinflussen, (...). Computer können programmiert werden, um einige dieser Probleme zu lösen (wie das Erkennen von Gesichtern), sich nicht mit anderen zu beschäftigen (wie Partner zu entzücken) und noch andere Probleme anzunehmen, die der Mensch nicht lösen kann (wie die Simulation des Klimas oder das Sortieren von Millionen von Buchhaltungsunterlagen). Die Probleme sind unterschiedlich, und die Arten von Wissen, die benötigt werden, um sie zu lösen, sind unterschiedlich.

Pinker, S. “Tech Prophecy and the Underappreciated Causal Power of Ideas” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Pi I
St. Pinker
Wie das Denken im Kopf entsteht München 1998

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Intentionalität Geach I 132
Intentionalität/Geach: dreistellige Relation: Person-Verb-Objekt. - Bsp Für ein z, z ist ein Mann und ich sah z in Oxford unter dem Aspekt: "rannte vorüber". - GeachVsBuridan: "ratio","appelliert an", "Hinsicht": hier gibt es keine Identitätsbedingungen. - Es gibt keine Notwendigkeit, dass der Gegenstand unter dem Aspekt wahrgenommen wird. - Bsp Buridan: Sokrates weiß, dass einige Sterne über dem Horizont sind." - Geach: angenommen, Sokrates ist im Dschungel, von welchen weiß er es dann? - Buridan: "von denen, die es sind". - GeachVs: nur von "einigen", nicht z.B. vom Sternbild Aries (falscher Aspekt). - Falscher komplexer Ausdruck: "Sokrates, weiß, dass Aries über dem Horizont ist." - GeachVsBuridan: nutzt hier die Besonderheit von "wissen" aus. (Aus Wissen folgt Wahrheit).
I 137
Intentionale Identität/Intentionalität/Geach: Bsp 1. "Es gibt einen Dichter, den Smith und Brown bewundern" - oder
2. "Smith und Brown bewundern beide denselben Dichter" -
Letzteres wäre auch wahr, wenn es ein Hochstapler wäre, ersteres nicht.
"Unter der Beschreibung"/Aspekt: Problem: Bsp Smith träumte von der dicksten Frau der Welt, (die tatsächlich rothaarig ist) aber im Traum war sie kahl. - Die mittelalterlichen Probleme sind heute noch nicht gelöst. - ((s) > de re, > de dicto).

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Interesse Kant Gadamer I 55
Interesse/Kunst/Kant/Gadamer: Wenn Kant nach dem Interesse fragt, das dem Schönen nicht empirisch, sondern a priori entgegengebracht wird, so stellt diese Frage nach dem Interesse am Schönen gegenüber der grundlegenden Bestimmung der Interesselosigkeit des ästhetischen Wohlgefallens eine neue Frage dar und vollzieht den Übergang vom Standpunkt des Geschmacks zum Standpunkt des Genies. >Geschmack/Kant, >Genie/Kant. Die interessierende Bedeutsamkeit des Schönen ist die eigentlich bewegende Problematik der kantischen Ästhetik. >Ästhetik/Kant, >Kunst/Kant.
Gadamer I 56
Hier kommt Kants Eigenstes zur Sprache(1). Es ist nämlich keineswegs, wie wir erwarten würden, die Kunst, um derentwillen Kant über das „interesselose Wohlgefallen“ hinausgeht und nach dem Interesse am Schönen fragt. Natur/Kant: Während der durch Rousseau belehrte Kant den allgemeinen Rückschluss von der Verfeinerung des Geschmacks am Schönen überhaupt auf das sittliche Gefühl ablehnt, ist es mit dem Sinn für die Schönheit der Natur nach Kant eine eigene Sache. Dass die Natur schön ist, weckt nur bei dem ein Interesse, der »vorher schon sein Interesse am Sittlich-Guten wohlgegründet hat«. Das Interesse am Schönen in der Natur ist also »der Verwandtschaft nach moralisch«. Indem es die absichtslose Übereinstimmung der Natur zu unserem von allem Interesse unabhängigen Wohlgefallen bemerkt, mithin eine wunderbare Zweckmäßigkeit der Natur für uns, weist es auf uns als auf den letzten Zweck der Schöpfung, auf unsere „moralische Bestimmung“.(2)


1. F. Schiller, Über naive und sentimentalische Dichtung, Werke ed. Güntter u. Witkowski, Leipzig 1910ff., Teil 17, S. 480.
2. K.d.U. § 42
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Internet Lessig I 83
Def Internet/Lessig: Das Internet ist ein Kommunikationsmedium. Leute machen Dinge im Internet, sie kaufen und bezahlen Rechnungen.
I 83
Def Cyberspace/Lessig: Im Gegensatz dazu geht es im Cyberspace nicht nur darum, das Leben einfacher zu machen. Es geht darum, das Leben anders oder besser zu machen. Es geht darum, ein anderes (oder zweites) Leben zu führen.
I 84
Def Code/Lessig: Code ist ein Regulator im Cyberspace, weil er die Bedingungen definiert, unter denen Cyberspace angeboten wird. Und diejenigen, die diese Begriffe setzen, erkennen den Code zunehmend als Mittel, um das Verhalten zu erreichen, das ihnen am meisten nützt.
I 112
Internet/Susan Crawford: "Das wundersame Wachstum des Internets ist größtenteils auf die Nichtdiskriminierung höherer Ebenen zurückzuführen. . . . Innovatoren bei der Anwendungsschicht waren in der Lage den fortlaufenden stabilen Fortbestand der unteren Schichten annehmen können." (1)
I 112
Internet/Cyberspace: Wie bei den Geschichten über den "Cyberspace", so zeigt auch dieser Fall über das Internet die Verbindung zwischen Architektur und Politik. End-to-End ist ein Paradigma für eine Technologie, die Werte verankert: Welche Architektur wir fördern, ist eine Entscheidung darüber, welche Politik wir fördern. Dies gilt auch in dem Kontext, in dem das Internet kein "Ort" ist - auch wenn es "nur" ein Medium ist.

1. Susan P. Crawford, “Symposium, Law and the Information Society, Panel V: Responsibility
and Liability on the Internet, Shortness of Vision: Regulatory Ambition in the Digital
Age,” Fordham Law Review 74 (2005) 695, 700–701.

Lessig I
Lawrence Lessig
Code: Version 2.0 New York 2006ff
Jansenismus Gadamer I 24
Jansenismus/Wahrheit/GadamerVsJansenismus/Gadamer: Es ist (...) eine Trivialität, die da herauskommt, wenn es etwa heißt, man müsse, um ein Ereignis in seiner Wahrheit zu beurteilen, die Umstände (circonstances) berücksichtigen(1), die es begleiten. - Die Jansenisten wollten mit dieser Beweisführung eine methodische Anleitung dafür geben, inwiefern die Wunder Glaubwürdigkeit besitzen. Sie suchten gegenüber einem unkontrollierten Wunderglauben den Geist der neuen Methode aufzubieten und meinten, auf diese Weise die wahren Wunder der biblischen Überlieferung und der kirchlichen Tradition zu legitimieren.
Die neue Wissenschaft im Dienst der alten Kirche - dass dieses Verhältnis keine Dauer versprach, ist nur zu deutlich, und man kann sich vorstellen, was geschehen musste, wenn die christlichen Voraussetzungen selber in Frage gestellt wurden. Das methodische Ideal der Naturwissenschaft musste, wenn man es auf die Glaubwürdigkeit der historischen Zeugnisse der biblischen Überlieferung anwendete, zu ganz anderen, für das Christentum katastrophalen Ergebnissen führen.
Spinoza/Gadamer: Der Weg von der Wunderkritik im Stile der Jansenisten zur historischen Bibelkritik ist nicht allzu weit. Spinoza ist dafür ein gutes Beispiel.
GadamerVsSpinoza: Wir werden an späterer Stelle zeigen, daß eine konsequente Anwendung dieser Methodik als einziger Norm geisteswissenschaftlicher Wahrheit überhaupt ihrer Selbstaufhebung gleichkäme. >VicoVsJansenismus.


1. Vgl. Logique de Port-Royal, 4e partie, chap. 13ff.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Kausalität Bigelow I 264
Erklärung/Kausalität/Bigelow/Pargetter: Problem: wegen drohender Zirkularität können wir Kausalität dann nicht durch Gesetze oder kontrafaktische Konditionale oder Wahrscheinlichkeit erklären. Kontrafaktisches Konditional/Erklärung/Bigelow/Pargetter: umgekehrt werden kontrafaktische Konditionale analysiert in Begriffen von Kausalität. Ebenso Notwendigkeit.
Verursachung/Bigelow/Pargetter: Muss unanalysierter Grundbegriff sein. Sie ist ein strukturelles Universale. Fundamentale Kräfte spielen eine Hauptrolle.
Kräfte/Bigelow/Pargetter: sind Vektoren.
I 265
Kausalität/Verursachung/Erklärung/Bigelow/Pargetter: zunächst widerlegen wir einige gängige Theorien. Verursachung/Tradition/Bigelow/Pargetter: wird oft als eine Art „notwendige Verbindung“ angesehen. Normalerweise wird das so ausgedrückt, dass entweder die Ursache notwendig für die Wirkung ist oder die Wirkung eine notwendige Folge der Ursache. Dann ist die Ursache entweder eine notwendige oder eine hinreichende Bedingung oder beides.
schwächer: einige Autoren: es sei nur unwahrscheinlich, eine Ursache ohne Wirkung (oder umgekehrt) zu finden. (probabilistische Theorien der Verursachung, Lewis 1979, Tooley 1987).
„Notwendigkeits-Theorien“/Bigelow/Pargetter: sollten erklären, auf was für einer Art von Notwendigkeit sie beruhen.
Ursache/Wirkung/BigelowVsTradition/BigelowVsLewis/Bigelow/Pargetter: These eine Ursache muss weder eine hinreichende noch eine notwendige Ursache für eine Wirkung sein, die Wirkung hätte ohne eintreten können oder durch eine andere Ursache, oder ohne Ursache überhaupt! Man kann auch nicht immer eine hohe Wahrscheinlichkeit annehmen! Eine Ursache muss nicht immer die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses erhöhen!
I 266
Hume/Bigelow/Pargetter: das haben wir von ihm gelernt. (HumeVsLewis). Kausalität/Hume/Bigelow/Pargetter: seine Auffassung von ihr hat einen theologischen Hintergrund, (von Descartes und Malebranche her): These: es konnte nicht sein, dass Gott durch irgendwelche Beschränkungen gefesselt wäre.
Daher konnte es nicht sein, dass Gott gezwungen sein würde, der Wirkung zu erlauben, zu folgen. Immer müsste es aus Gottes freier Wahl entstehen und damit jedes Mal ein Wunder sein.
Hume/Bigelow/Pargetter. seine Theorie eliminiert daraus einfach Gott. Hume bittet uns einfach uns vorzustellen, dass die Wirkung es unterlassen könnte, aus der Ursache zu folgen.
Bigelow/Pargetter: damit hat er Recht! Es ist nicht nur logisch möglich, sondern auch empirisch möglich!
Vorstellung/Hume/Bigelow/Pargetter: ist für Hume der Führer zur Möglichkeit. Damit schwenkt er von einem theologischen zu einem psychologischen Argument.
Ursache/Bigelow/Pargetter: Ursachen sind keine hinreichenden Bedingungen. Sie sind auch nicht immer notwendig!
I 267
Lösung/Hume/Bigelow/Pargetter: innere Erwartungen von Regularitäten. Ursache/Hume/Bigelow/Pargetter: nach Hume darf „hinreichend“ nicht modal aufgefasst werden. D.h. dass „hinreichend“ nicht realistisch aufgefasst werden darf.
BigelowVsHume: ging zu weit in seiner Zurückweisung von Notwendigkeit in Gesetzen. Aber nicht weit genug in seiner Zurückweisung des Notwendigkeits-Ansatzes der Kausalität.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Kausalität Lewis IV 77
Kausalität/Zustand/Lewis: eine mögliche Welt, die nur aus einer Verteilung von Zuständen bestünde ((s) ohne angenommene Gegenstände) wäre kausal genau wie unsere. - Es gibt keine Eigenschaften der wirklichen Welt außer denen, die auf der Verteilung lokaler Qualitäten supervenieren - Kausalität: wird durch nichts bestimmt, außer der Verteilung von lokalen Qualitäten.
V 201
rückwärts/Rückwärtsrichtung/Lewis: ist nur bei kontrafaktischen Konditionalen außerhalb kausaler Kontexte erlaubt. - Falsche Rückwärtskausalität: Bsp zu sagen: wenn D nicht gefeuert hätte, "hätte das bedeutet", dass es nicht stimuliert gewesen wäre... -
V 286
Kausalität/Verhinderung: Bsp Schaltkreis mit ausschließend-oder-Gatter: jedes Outputsignal ist teilweise durch die Abwesenheit eines zweiten Inputsignals verursacht - dann ist die Übereinstimmung ein glücklicher Zufall.
Schwarz I 131ff
Kausalität/Lewis/Schwarz: kontrafaktische Konditionale ohne Kausalität: Bsp hätte ich den Griff nicht gedreht, hätte das Fenster sich nicht geöffnet - Bsp wäre Sokrates nicht gestorben, wäre Xanthippe nicht Witwe geworden - Bsp hätte ich nicht "rr" geschrieben, dann auch nicht "Larry". - Ereignisse dürfen nicht überlappen, sonst Bsp wird ein Fußballspiel von seiner ersten Halbzeit verursacht ((s) wegen kontrafaktischer Konditionale).
Schwarz I 135
Rückwärtskausalität/Zeit/Hausmann/Lewis: Bsp Fred springt von der Brücke - kontrafaktisch: was ist die nächste mögliche Welt, in der er nicht im Wasser landet? - Vorgeschichte bis zu letzten Moment gleich, dann großes Wunder nötig - kleines Wunder: wenn er gar nicht erst springt - Pointe: dann verursacht die Landung den Sprung. >Wunder/Lewis.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Kausalität McTaggart Geach I 41
Kausalität/Erklärung/McTaggart: seine Formulierung "in Anbetracht" statt "weil": ist nicht kausal. Pointe/Geach: wegen der fehlenden Kausalität kann etwas von jemand auch irrtümlich als X betrachtet werden, wenn es gar nicht X ist! Der (falsche) Glaube ist dann der Verursacher der Zuschreibung.
I 41/42
Pointe: nun bewundere ich nicht jemand in Bezug auf meinen eigenen Glauben! Sicher würden Götter keinen falschen Glauben hegen, aber wir können dennoch diese Unterscheidung treffen:
Die Götter lieben etwas in Bezug darauf, fromm zu sein, und nicht in Bezug auf die eigene Einstellung dazu.
Aber man muss genau unterscheiden: die Einstellung ist schon der Grund (kausal!)
Aber sie liefert nicht die Eigenschaft (Charakteristik) in Bezug auf die es geliebt wird.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Kommunikation Quine XIII 27
Kommunikation/Quine: man sagt gemeinhin, was kommuniziert werde, seien Ideen. Eine Idee scheint in einem anderen Kopf verdoppelt worden zu sein. Aber, da wir nicht in diesen Kopf sehen können, wissen wir nicht, wie treu die Kopie ist. Idee//Vagheit/Unbestimmtheit/Quine: Ideen sind also vage, und das betrifft auch uns selbst: unserer eigenen Ideen können wir uns nicht sicher sein
Lösung/Quine: sollten wir besser Sätze über die Realität kommunizieren? Vor allem, wenn die Objekte, über die wir sprechen von der Art sind, daß wir und unsere Kommunikationspartner ihnen von Zeit zu Zeit begegnen.
Wörter/Ausdrücke/Sprache/Spracherwerb/Sprachlernen/Quine: die Wörter sind solche, die wir uns die anderen in Gegenwart derselben Gegenstände gelernt haben. Sie werden frisch gehalten durch immer wieder aufgenommene Kommunikation in Gegenwart solcher Gegenstände. Dann brauchen wir keine Ideen mehr.
Problem. wenn wir über Bsp abwesende Gegenstände sprechen, die der andere vielleicht noch nie gesehen hat. Oder Bsp ein sentimentales Gefühl über einen verlorenen Gegenstand. Hier wissen wir nicht, wo wir anfangen sollten, es zu erklären. Dennoch ist Kommunikation ohne Zweifel erfolgreich.
XIII 28
Lösung/Quine: die Wörter für Abwesendes hat man in früheren Kontexten gelernt. Auch durch Bilder und Beschreibungen. Lernen/Wörter/Wort/Quine: die vielfältigen Weisen ein Wort zu lernen, setzen sich in einem sozialen Netzwerk zusammen. Seine Kohärenz ist kein Zufall, denn es ist selbst-korrigierend.
Wahrheit/Hegel: „Die Wahrheit ist mit der Wirklichkeit im Bunde gegen das Bewusstsein“.
Logik/Quine: „Die Logik jagt die Wahrheit den Baum der Grammatik hinauf“.
Kommunikation/Quine: wird hier etwas dünn!
Erfolg/Kommunikation/Quine: erkennen wir daran, dass unser Partner sich in einer vorhergesagten Weise verhält.
abstrakt/Quine: je abstrakter unser Diskurs wird, desto seltener und unbestimmter werden die Stellen, an denen wir Klarheit über den Erfolg unserer Kommunikation haben.
XIII 29
Hier gilt: „Keine Nachricht – gute Nachricht!“. Das ist das Prinzip der Nachsicht. Dabei bekommen wir eine übertriebene Vorstellung davon, wie gut wir verstanden wurden. Das Wunder der Kommunikation wird irgendwie ein bißchen wie das Wunder der Transsubstantiation.


Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Komplex/Komplexität Geach I 103
Zusammengesetzte Ausdrücke/komplexe Termini/Relativsatz/Geach: Problem: dem Relativsatz entspricht nicht bloß ein einfaches Prädikat - uneindeutig, auf wen sich "jemand, der","er" oder "jeder, der" rückbezieht. - Reichweite: trügerisch Bsp Eine Frau, die jeder Eingeborene bewundert, ist schön
Eine Frau, die jeder Eingeborene bewundert, ist seine Frau
Eine Frau, die jeder Eingeborene bewundert, ist ein Gastgeschenk.
Russell: "bezeichnende Ausdrücke" müssen radikal paraphrasiert werden - Geach pro.
I 106
Zusammengesetzte Ausdrücke/komplexe Termini/Relativsatz/Geach: Beziehung Pronomen-Antezedens analog zu Variable-Operator - uneindeutig. Lösung: Auflösung durch zusätzliches Pronomen: "wenn", "und" usw. - (s) es geht nicht um Einheit, sondern um Auflösung der Einheit - symbolische Sprache/Geach: (z.B. Mengenlehre): kann Einheit durch Definition auflösen: Bsp "y gehört zur Klasse der Ps": unterschiedlich, je nachdem, ob mit Gleichheitszeichen oder Epsilon (für Elementrelation): > "für eine Klasse x, y gehört zu x und wenn irgend etwas zu x gehört, ist es P". - Bsp falsch: "Nur eine Frau, die jedes Schamgefühl verloren hat, wird betrunken." - Richtig: eine Frau wird nur..., wenn sie..."- sonst folgt: "Männer werden nie betrunken."

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Kontrafaktisches Lewis V 32
Alternativen/Kontrafaktisches/Lewis: Bsp angenommen, ich würde heute etwas anderes tun, dann wäre morgen etwas anders - aber man kann nicht in einem klaren Sinn etwas darüber sagen.
V 63f
Kontrafaktische Möglichkeit/mögliche Welt/MöWe/Lewis: Bsp Quasi-Wunder (QW) (sehr unwahrscheinlich, aber keine Verletzung der Naturgesetze). Zweideutigkeit: Hinterglied: a) "hätte sein können" (hsk): alle ähnlichsten Welten sind solche, wo es möglich ist. - b) "nicht würde nicht" (nwn) - einige der ähnlichsten Welten sind solche, wo es passiert - dann:
1. "Wenn Nixon den Knopf gedrückt hätte, wäre kein Quasi-Wunder passiert" und
2. "...es hätte eine winzige Chance gegeben" sind zusammen wahr.
Aber
1- konfligiert mit "nicht würde nicht" und
2. impliziert "hätte sein können".

I (c) 42
Der Sieger hätte verlieren können (wahr) Aber: Es hätte sein können, dass der Sieger verliert (falsch).


Erklärung/(s): 1. Der Sieger, nämlich Paul, hätte auch verlieren können. (wahr)
2. Möglich (S ungleich S). (falsch).

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Kontrafaktisches Konditional Bigelow I 112
Kontrafaktische Konditionale/Axiome/Notwendigkeits-Konditional/Möglichkeits-Konditional/Bigelow/Pargetter: (wäre>wäre, wäre>könnte). 1. für kontrafaktische Konditionale kommen die Axiome der normalen Konditionale nicht in Betracht.
Bsp
Wenn van Gogh die Sonnenblumen nicht gemalt hätte, hätte es ein anderer getan
Dagegen indikativisch
Wenn van Gogh die Sonnenblumen nicht gemalt hat, hat es ein anderer getan.
Der erste Satz ist falsch, der zweite wahr.
Also müssen sie sich in der Bedeutung unterscheiden.
I 113
Possibilia/ kontrafaktische Konditionale /Bigelow/Pargetter: kontrafaktische Konditionale erfordern oft, dass wir Possibilia erwägen, selbst wenn wir wissen, dass sie nicht aktual sind.
I 250
Lager: „backtracking“. Pro Bigelow/Pargetter , Pollock (1976): bei kontrafaktischen Konditionalen dürfen keine möglichen Welten einbezogen werden, in denen Ausnahmen von Naturgesetzen zugelassen sind - Vs: Lewis (1973a<), Jackson (1977a) , Stalnaker (1968)
Zugänglichkeit/Naturgesetze/Mögliche Welten/backtracking/Bigelow/Pargetter: dennoch gibt es überzeugende Gegen-Bsp zur Theorie, dass es keine zugänglichen mögliche Welt gibt, in denen Naturgesetze verletzt werden.
Kontrafaktische Konditionale: es gibt viele kontrafaktische Konditionale, deren Wahrheit die Existenz solcher Welten vorauszusetzen scheint.
Counterlegals: kontrafaktische Konditionale die feststellen was der Fall wäre, wenn bestimmte Gesetze nicht gälten. Problem: unsere Theorie sagt, daß es entsprechende Welt nicht gibt.
Def Backtracking/Lewis: dabei stellen wir uns eine hypothetische Änderung eines Ereignisses zu einer bestimmten Zeit vor und dann beschreiben wir, wie die vorangehenden Ereignisse hätten sein müssen, damit das hypothetische Ereignis hätte geschehen können. ((s) Um ein Wunder überflüssig zu machen)
Bigelow/Pargetter: das ist kein Problem für unsere Theorie.
Problem/Bigelow/Pargetter: nicht alle kontrafaktischen Konditionale sind Backtracker. Oft überlegen wir uns nicht, die die Vergangenheit hätte sein müssen,
I 251
sondern nehmen an, dass sie fixiert ist. Stattdessen fragen wir uns, wie die zukünftigen Folgen des geänderten Ereignisses aussehen würden. Das ist ein forward-tracking. forward-tracking:
Problem/Bigelow/Pargetter: wenn wir eine anders verlaufende Zukunft mit gleichbleibender Vergangenheit erwägen, müssen wir annehmen, daß es möglich ist, die Naturgesetze zu verletzen!
Lewis: dann brauchen wir „kleinere Wunder“.
Bsp Sie könnten sagen, dass wenn hier ein Drink vor ihnen wäre, würden sie ihn trinken. Aber wie hätte er dahin kommen können? Auf vielen Wegen. Aber welcher ist der, der der zugänglichsten Werlt entspricht? Wenn Sie den Drink selbst geholt hätten, hätten Sie ihn in der Küche getrunken. Also wäre der obige Satz nicht war. Aber dennoch hätte es sein können, dass vor Ihnen ein Drink steht.
Pointe: deshalb müssen wir hier annehmen, dass die Vergangenheit bis jetzt gleich gewesen wäre. Wir müssen also Magie annehmen!
Problem: eine Welt, in der die Vergangenheit bis jetzt gleich gewesen wäre, und plötzlich das Glas da stünde, wäre eine Welt, in der Naturgesetze verletzt sind. Wie kann eine solche Welt zugänglich sein?
I 252
Kontrafaktisches Konditional: scheint dann nicht (nichttrivial) wahr sein zu können, wenn wir es mit normalen kontrafaktischen Konditionalen zu tun haben, die nicht backtracking sind.
BigelowVsVs: die Lösung beruht auf einer Unterscheidung von kontrafaktischen Konditionalen in fundamentale und alltagssprachliche.
I 254
Forward-tracking/Kontrafaktisches Konditional/Bigelow/Pargetter: müssen iteriert sein: Wenn es möglich wäre, dann wenn es so wäre, dann… - Forward-tracking: Vergangenheit bleibt gleich – Ereignis ändert sich („kleines Wunder“) – in diesem Moment Verletzung der Naturgesetze (Heimson-Welt) – danach wieder gesetzmäßiger Verlauf.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Kunst Gadamer I 57
Kunst/GadamerVsKant/Gadamer: [Kants] Vorzug des Naturschönen vor dem Kunstschönen ist nur die Kehrseite des Mangels des Naturschönen an bestimmter Aussage. (>Schönheit/Kant, >Natur/Kant). So kann man umgekehrt den Vorzug der Kunst vor dem Naturschönen darin sehen, daß die Sprache der Kunst anspruchsvolle Sprache ist, die sich nicht der stimmungshaften Ausdeutung frei und unbestimmt darbietet, sondern uns bedeutungshaft bestimmt anspricht. Und es ist das Wunderbare und Geheimnisvolle der Kunst, daß dieser bestimmte Anspruch dennoch keine Fessel für unser Gemüt ist, sondern den Spielraum der Freiheit im Spiele unserer Erkenntnisvermögen gerade recht öffnet. KantVsVs/Gadamer: Kant wird dem durchaus gerecht, wenn er sagt(1) die Kunst müsse „als Natur anzusehen“ sein, d. h. gefallen, ohne den Zwang von Regeln zu verraten.


1. I. Kant, Kritik der Urteilskraft, 1799, S. 179ff.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Künstliche Intelligenz Pinker Brockman I 102
Künstliche Intelligenz/Pinker: Die künstliche Intelligenz ist ein Existenzbeweis für eine der großen Ideen der Menschheitsgeschichte: dass das abstrakte Reich des Wissens, der Vernunft und des Zwecks nicht aus einem Élan vital oder einer immateriellen Seele oder wunderbaren Kräften des Neuralgewebes besteht. Vielmehr kann es mit dem physischen Reich der Tiere und Maschinen über die Konzepte von Information, Berechnung und Kontrolle verknüpft werden. >Superintelligenz/Pinker, >Intelligenz/Pinker.
Brockman I 109
Computer können programmiert werden, um einige der Probleme [des Menschen] zu lösen (wie das Erkennen von Gesichtern), sich nicht mit anderen zu beschäftigen (wie Partner zu entzücken) und noch andere Probleme zu lösen, die der Mensch nicht lösen kann (wie die Simulation des Klimas oder das Sortieren von Millionen von Buchhaltungsunterlagen). Die Probleme sind unterschiedlich, und die Arten von Wissen, die benötigt werden, um sie zu lösen, sind unterschiedlich. >Maschinenlernen/Pinker.


Pinker, S. “Tech Prophecy and the Underappreciated Causal Power of Ideas” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Pi I
St. Pinker
Wie das Denken im Kopf entsteht München 1998

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Künstliche Intelligenz Russell Brockman I 22
Künstliche Intelligenz/Stuart Russell: Das Ziel der KI-Forschung war es, die Prinzipien des intelligenten Verhaltens zu verstehen und diese Prinzipien in Maschinen zu integrieren, die dann ein solches Verhalten zeigen können.
Brockman I 23
In den 1960er und 1970er Jahren war der vorherrschende theoretische Vorstellung von Intelligenz die Fähigkeit zum logischen Denken (...) In jüngerer Zeit ist ein Konsens über die Idee eines rationalen Agenten entstanden, der seinen erwarteten Nutzen wahrnimmt und handelt, um ihn zu maximieren.
Die KI integrierte die Wahrscheinlichkeitstheorie zur Handhabung von Unsicherheit, die Nutzentheorie zur Definition von Zielen und das statistische Lernen, um es den Maschinen zu ermöglichen, sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Diese Entwicklungen haben starke Verbindungen zu anderen Disziplinen geschaffen, die auf ähnlichen Konzepten aufbauen, darunter Kontrolltheorie, Ökonomie, Operations Research und Statistik.
Zweck: Beispielsweise sollte ein selbstfahrender Wagen ein Ziel als Input akzeptieren, statt ein festes Ziel zu haben. Einige Aspekte des "Fahrzwecks" des Autos sind jedoch festgelegt, beispielsweise dass es die Fußgänger nicht anfahren sollte. Einen Zweck in eine Maschine zu stecken (...) scheint ein bewundernswerter Ansatz zu sein, um sicherzustellen, dass das "Verhalten der Maschine nach für uns akzeptablen Prinzipien durchgeführt wird"!
Brockman I 24
Problem: Weder die KI noch andere Disziplinen (Ökonomie, Statistik, Kontrolltheorie, Operations Research), die auf der Optimierung von Zielen aufbauen, können viel darüber sagen, wie man die Zwecke identifiziert, die "wir uns wirklich wünschen". >Künstliche Intelligenz/Omohundro, >Superintelligenz/Stuart Russell.
Brockman I 29
Lösung/Stuart Russell: Die optimale Lösung für dieses Problem besteht nicht, wie man hoffen könnte, darin, sich gut zu verhalten, sondern die Kontrolle über den Menschen zu übernehmen und ihn zu zwingen, einen Strom maximaler Belohnungen bereitzustellen. Dies ist bekannt als das Wireheading-Problem, basierend auf Beobachtungen, dass die Mensch selbst für das gleiche Problem anfällig sind, wenn sie die Möglichkeit erhalten, ihre eigenen Lustzentren elektronisch zu stimulieren. Problem: Diese Idealisierung lässt die Möglichkeit außer Acht, dass unser Verstand aus Subsystemen mit inkompatiblen Präferenzen besteht; wenn das wahr ist, würde das die Fähigkeit einer Maschine einschränken, unsere Präferenzen optimal zu erfüllen, aber es scheint uns nicht daran zu hindern, Maschinen zu entwickeln, die katastrophale Ergebnisse vermeiden.
Lösung/Stuart Russell: Eine genauere Definition gibt der Rahmen des Cooperative Inverse-Reinforcement Learning, kurz CIRL. Ein CIRL-Problem beinhaltet zwei Agenten, einer ein Mensch und der andere ein Roboter. Da es zwei Agenten gibt, wird das Problem von Ökonomen ein Spiel nennen. Es ist ein Spiel mit Teilinformationen, denn während der Mensch die Belohnungsfunktion kennt, tut es der Roboter nicht - auch wenn es die Aufgabe des Roboters ist, sie zu maximieren.
Brockman I 30
Off-Switch-Problem: Innerhalb des CIRL-Rahmens kann man das Off-Switch-Problem formulieren und lösen - also das Problem, wie man verhindern kann, dass ein Roboter seine Off-Schaltung deaktiviert. Ein Roboter, der sich über menschliche Präferenzen nicht im Klaren ist, profitiert tatsächlich davon, abgeschaltet zu werden,
Brockman I 31
weil er versteht, dass der Mensch den Ausschalter drücken wird, um zu verhindern, dass der Roboter etwas gegen diese Präferenzen unternimmt. Somit wird der Roboter dazu angeregt, den Ausschalter zu erhalten, und dieser Anreiz ergibt sich direkt aus seiner Unsicherheit über die menschlichen Präferenzen(1). Verhaltenslernen/Präferenzen/Probleme: Es gibt jedoch offensichtliche Schwierigkeiten mit einem Ansatz, der erwartet, dass ein Roboter die zugrundeliegenden Präferenzen aus dem menschlichen Verhalten lernt. Menschen sind irrational, inkonsistent, willensschwach und rechnerisch begrenzt, sodass ihre Handlungen nicht immer ihre wahren Vorlieben widerspiegeln.



1. Cf. Hadfield-Menell et al., “The Off-Switch Game,” https:/Jarxiv.orglpdf/ 1611.0821 9.pdf.


Russell, Stuart J. „The Purpose put into the Machine”, in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Kunstwerke Kant Gadamer I 57
Kunstwerk/Kant/Gadamer: Unterschied zur Natur: Im Hinblick auf die Idee einer intelligiblen Bestimmung der Menschheit gewinnt die Natur als schöne Natur eine Sprache, die sie zu uns führt.(1) Natürlich beruht auch die Bedeutsamkeit der Kunst darauf, dass sie uns anspricht, daß sie dem Menschen ihn selbst in seiner moralisch bestimmten Existenz vorstellt. Aber die Kunstprodukte Sind nur, um uns so anzusprechen - Naturobjekte dagegen sind nicht, um uns so anzusprechen. Gerade darin liegt das bedeutsame Interesse des Naturschönen, daß es uns dennoch unsere moralische Bestimmung bewusst zu machen vermag. >Interesse/Kant.
Kunst kann uns dieses Sichfinden des Menschen in absichtsloser Wirklichkeit nicht vermitteln. Dass der Mensch Sich in der Kunst selbst begegnet, ist ihm nicht die Bestätigung von einem anderen seiner selbst her.
GadamerVsKant: (...) [Kant] stellt das Phänomen der Kunst nicht unter den ihm angemessenen Maßstab. Man kann die Gegenrechnung aufmachen. Der Vorzug des Naturschönen vor dem Kunstschönen ist nur die Kehrseite des Mangels des Naturschönen an bestimmter Aussage. So kann man umgekehrt den Vorzug der Kunst vor dem Naturschönen darin sehen, daß die Sprache der Kunst anspruchsvolle Sprache ist, die sich nicht der stimmungshaften Ausdeutung frei und unbestimmt darbietet, sondern uns bedeutungshaft bestimmt anspricht. Und es ist das Wunderbare und Geheimnisvolle der Kunst, dass dieser bestimmte Anspruch dennoch keine
Fessel für unser Gemüt ist, sondern den Spielraum der Freiheit im Spiele unserer Erkenntnisvermögen gerade recht öffnet.
KantVsVs: Kant wird dem durchaus gerecht, wenn er sagt(2) die Kunst müsse „als Natur anzusehen“ sein, d. h. gefallen, ohne den Zwang von Regeln zu verraten.
Kant/Gadamer: Wir beachten nicht die absichtsvolle Übereinstimmung des Dargestellten mit bekannter Wirklichkeit. Nicht darauf sehen wir es an, wem es ähnlich ist. Wir messen nicht seinen Anspruchssinn an einem uns schon wohlbekannten Maß, sondern im Gegenteil wird dieses Maß, der auf unbegrenzte Art „ästhetisch erweitert“.(3)


1. I.Kant, Kritik der Urteilskraft, 1799, § 42
2. Ebenda, S. 179f.
3. Ebenda.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Kybernetik Pentland Brockman I 194
Kybernetik/Pentland: Modernste Forschung in den meisten Ingenieurdisziplinen ist heute als Rückmeldesystem konzipiert, das dynamisch ist und von Energieströmen angetrieben wird. Sogar die KI wird zu einem Mensch/Maschine-Beratersystem umgestaltet, und das Militär beginnt mit umfangreichen Finanzierungen in diesem Bereich - etwas, das uns vielleicht mehr Sorgen bereiten sollte als Drohnen und unabhängige humanoide Roboter. Aber da Wissenschaft und Technik eine eher kybernetikähnliche Haltung eingenommen haben, ist klar geworden, dass selbst die Vision der Kybernetik viel zu klein ist. Ursprünglich konzentrierte sie sich auf die Einbettung des individuellen Akteurs, nicht aber auf die aufkommenden Eigenschaften eines Netzwerks von Akteuren. Dies ist nicht verwunderlich, denn die Mathematik der Netzwerke existierte bis vor kurzem nicht, sodass eine quantitative Wissenschaft über das Verhalten der Netzwerke unmöglich war. Wir wissen jetzt, dass das Studium des Individuums kein Verständnis des Systems hervorruft, außer in bestimmten einfachen Fällen. >Ökosysteme/Pentland.

Pentland, A. “The Human strategy” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Leiden Gould II 30 ff
Leiden/Moral/Natur/Wissenschaft/Gould: Frage: Warum sind wir von Schmerzen, Leiden und scheinbar sinnloser Grausamkeit in der Tierwelt umgeben? Im 19. Jahrhundert meinte Buckland: fleischfressende Rassen "erhöhten eigentlich die Summe der Lebensfreude der Tiere, indem diejenige ihres Schmerzes verringerten" ...“verschonen vor Senilität“... (1)
Bsp Gould es gibt ein schreckliches Gegenbeispiel zu dieser idealisierenden Betrachtung der Natur als praktisch eingerichtetem Gesamthaushalt: die Ichneumonfliege legt ihre Eier in einen Wirt, der von innen heraus langsam aufgefressen wird, wobei er möglichst lange am Leben bleibt, um frische Nahrung zu liefern.
II 33
Anthropozentrische Betrachtungen schwanken zwischen entsetzter moralischer Reaktion und Bewunderung über die raffinierte Leistung. Unsere Naturforscher wußten bei aller Unterschiedlichkeit, dass Gottes Wohlwollen irgendwo hinter diese Geschichten stecken musste.
II 36
Charles Lyell z.B. meinte, die befallen Raupen stellten eine Bedrohung der Natur dar.(2) Ein anderer betonte die Mutterliebe der Fliege, umso bewundernswerter, als sie ihre Jungen nie zu Gesicht bekommt. Die Tradition, in Naturbeschreibungen eine moralische Bedeutung hineinzulesen, hörte mit dem Triumph der Evolutionstheorie 1859 nicht auf.
Der Zeitgenosse George Mivart, ein frommer Katholik, argumentierte, dass Tiere wenn, dann weniger Schmerz litten als Menschen, und andererseits, dass sie Gefühle nicht mit Moral verknüpften. (3) Es gab auch ein rassistisches Modell in der Zeit, dass "minderwertige Rassen " weniger litten.
II 39
Erst Darwin selber machte Schluss mit dieser Tradition: "Mir scheint, es gibt in der Natur zu viel Elend."(4) Damit ist der Durchbruch geschafft, dass keine versteckte Güte mehr in der Natur gesucht werden muss.
II 40
Ein anderes, zur Zeit Darwins radikales, heute aber geläufiges Argument besagt, dass Natur einfach so ist, wie wir sie vorfinden, sie birgt keine moralische Botschaft. Antworten können nicht passiv aus der Natur abgelesen werden. Der faktische Zustand der Welt lehrt uns auch nicht, wie wir sie mit unserer Macht zum Guten oder Bösen so sittlich wie möglich verändern oder erhalten sollen.
Die Frage zu stellen, wieso solche Grausamkeiten in der Natur vorkommen, ist für uns völlig unangebracht, da die Welt weder von uns beherrscht wird, noch für uns gemacht ist. (Siehe Sozialdarwinismus/Gould).

1. W. Buckland (1836). Geology and mineralogy considered with reference to natural theology. Philadelphia: Lea and Blanchard.
2. Ch. Lyell (1830-33). Principls of geology (3 Vol.) London: John Murray.
3. St. G. Mivart (1871). On the genesis of species. London: MacMillan.
4. Ch. Darwin (1860) Leztter to Asa Gray.

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Maschinenlernen Pearl Brockman I 15
Maschinenlernen/Pearl: Sobald man es auf große Datenmengen loslässt, hat Deep Learning seine eigene Dynamik, es führt seine eigene Reparatur und Optimierung durch, und es gibt einem die meiste Zeit die richtigen Ergebnisse. Aber wenn es das nicht tut, weiß man nicht, was schief gelaufen ist und was repariert werden sollte. Insbesondere weiß man nicht, ob der Fehler im Programm bzw. in der Methode steckt oder zustande kam, weil sich in der Umgebung etwas geändert hat. Wir sollten eine andere Art von Transparenz anstreben. VsPearl: Einige argumentieren, dass Transparenz nicht wirklich notwendig ist. Wir verstehen die neuronale Architektur des menschlichen Gehirns nicht, aber trotzdem funktioniert sie gut, also vergeben wir unserem dürftigen Verständnis und nutzen menschliche Helfer zu unserem großem Vorteil.
PearlVsVs: Ich weiß, dass intransparente Systeme wunderbare Arbeit leisten können, und unser Gehirn ist der Beweis für dieses Wunder. Aber dieses Argument hat seine Grenzen. Der Grund, warum wir unserem dürftigen Verständnis der Funktionsweise des menschlichen Gehirns verzeihen können, ist, dass unser Gehirn auf die gleiche Weise funktioniert, und das es uns ermöglicht, mit anderen Menschen zu kommunizieren, von ihnen zu lernen, sie zu unterweisen und sie in unserer eigenen Muttersprache zu motivieren.
Problem: Wenn unsere Roboter alle so undurchsichtig sind wie AlphaGo, werden wir kein sinnvolles Gespräch mit ihnen führen können, und das wäre bedauerlich. Wir werden sie umschulen müssen, wann immer wir eine leichte Änderung der Aufgabe oder des Betriebsumfelds vornehmen.
Aktuelle Maschinenlernsysteme arbeiten fast ausschließlich in einem statistischen oder modellblinden Modus, der in vielerlei Hinsicht dazu analog ist, eine Funktion an eine Wolke von Datenpunkten anzupassen. Solche Systeme können nicht über "Was wäre wenn?"-Fragen nachdenken und können daher nicht als Grundlage für eine starke KI dienen - d.h. für eine künstliche Intelligenz, die dem Denken und der Kompetenz auf menschlicher Ebene nacheifert. >Starke künstliche Intelligenz.
Brockman I 16
(...) aktuelle Lernmaschinen verbessern ihre Leistung, indem sie Parameter für einen Strom von sensorischem Input aus der Umgebung optimieren. Es ist ein langsamer Prozess, analog zum natürlichen Auswahlprozess, der die darwinistische Evolution antreibt. Es erklärt, wie Arten wie Adler und Schlangen in Millionen von Jahren hervorragende Sehsysteme entwickelt haben. Es kann jedoch nicht den superevolutionären Prozess erklären, der es dem Menschen ermöglichte, in knapp tausend Jahren Brillen und Teleskope zu bauen.
Brockman I 17
Erste Ebene: Statistische Argumentation, die einem nur sagen kann, wie die Wahrnehmung eines Ereignisses die eigene Ansicht über ein anderes ändern würde. Zweite Ebene: befasst sich mit Aktionen. (...)[Es] benötigt Informationen über Interventionen, die auf dem ersten [Level] nicht verfügbar sind. Diese Informationen können in einem grafischen Modell kodiert werden, das uns lediglich sagt, welche Variable auf eine andere reagiert.
Dritte Ebene: (...) die kontrafaktische. Dies ist die Sprache, die von Wissenschaftlern verwendet wird. "Was wäre, wenn das Objekt doppelt so schwer wäre?" "Was wäre, wenn ich die Dinge anders machen würde?"
Kontrafakten/Pearl: Sie können nicht abgeleitet werden, auch wenn wir die Auswirkungen aller Handlungen vorhersagen könnten. Sie benötigen einen zusätzlichen Bestandteil in Form von Gleichungen, um uns sagen zu können, wie Variablen auf Veränderungen in anderen Variablen reagieren. >Modelle/Pearl.



Pearl, Judea.”The Limitations of Opaque Learning Machines.” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Milgram-Experiment Milgram Haslam I 109
Milgram-Experiment/Milgram: Die Grundsituation für diese Studien (Milgram 1974)(1) beinhaltete ein Lernexperiment, bei dem sich der Teilnehmer in der Rolle eines "Lehrers" befand, der einem "Lernenden" jedes Mal, wenn der Lernende eine falsche Antwort gab, immer höhere Mengen an Stromschlägen verabreichen musste. Tatsächlich war der Lernende ein Verbündeter, der sorgfältig ausgebildet worden war, die Rolle zu spielen, und die beeindruckende Schockmaschine, die Schocks von zunehmender Größe zu liefern schien, war ebenfalls nicht echt - der Lehrer (der einzige wahre Teilnehmer an der Studie) wusste dies jedoch nicht. Für ihn (alle Teilnehmer der Frühstudie waren männlich) war die Situation sehr real. Vor dem Experiment hatte Milgram verschiedene Gruppen (Psychiater, Studenten und bürgerliche Erwachsene) gefragt, wie weit sie in einer imaginären Situation gehen würden. Niemand hätte sich vorstellen können, bis zum "gefährlichen Schock" zu gehen.
Doch als Milgram Pilotstudien mit Studenten der Yale University durchführte, war dies nicht der Fall. Die meisten Teilnehmer der so genannten Baseline Kondition waren bereit, dem Experimentator bis zum bitteren Ende zu gehorchen.
Haslam I 110
Interpretation/Milgram: Milgram kam zu dem Schluss, dass dies dadurch zustande kommt, dass die Menschen mehr auf die Aufgabe achten, Anweisungen auszuführen, als auf die tatsächlichen Folgen dieser Aufgabe.
Haslam I 109
Einflüsse: Milgram war beeinflusst von Hannah Arendts Berichten über den Prozess gegen Adolf Eichman[n] in The New Yorker, der später als Eichman[n] in Jerusalem veröffentlicht wurde (Arendt, 1963/1994)(2). Arendt: Eichmann und seine Art, so schlug sie vor, seien weniger von großem Hass bewegt als von dem kleinlichen Wunsch, eine Aufgabe gut zu erledigen und den Vorgesetzten zu gefallen. Tatsächlich haben sie sich so sehr auf diese Aufgaben konzentriert, dass sie die Folgen vergessen haben. Für dieses Phänomen prägte Arendt die Formulierung der "Banalität des Bösen". (Arendt 1963/1994(2): S.287).
Haslam I 113
Experiment: Die Teilnehmer, die durch eine Anzeige in der Lokalzeitung rekrutiert wurden, waren 40% Arbeiter, 40% Angestellte und 20% Fachleute. Der Experimentator erklärte, dass es in der Studie um die Auswirkungen von Strafen - Elektroschocks - auf das Lernen gehe. Dementsprechend würde einer der Teilnehmer als "Lehrer" und der andere als "Lernender" dienen. Dann wurde entschieden, wer welche Rolle übernehmen würde - dies wurde manipuliert, um sicherzustellen, dass der Freiwillige immer der Lehrer und der Helfer immer der Lernende war. Als nächstes wurden der Lehrer und der Lernende in einen anderen Raum gebracht und der Lernende in einen Stuhl geschnallt und Elektroden an seinem Körper befestigt. Der Experimentator erklärte, dass "die Schocks zwar extrem schmerzhaft sein können, aber keine dauerhaften Gewebeschäden verursachen" (Milgram, 1974(1): 19). Die Lernaufgabe bestand aus Wortpaaren. Zuerst las der Kursleiter eine Reihe solcher Paare vor (z.B. Blue-Box). Dann las er in der "Testphase" ein Zielwort aus einem der Paare (in diesem Beispiel blau) und vier weitere Wörter (z.B. Himmel, Tinte, Box, Lampe). Der Lernende musste dann sagen, welches dieser vier Wörter ursprünglich mit dem Ziel (in diesem Fall Box) gepaart war. Wenn der Lernende eine falsche Antwort gab, musste der Lehrer einen Stromschlag auslösen, indem er einen der Schalter am Stoßgenerator drückte und mit jedem Fehler eine Stufe höher ging. Es gab 30 Schalter, die jeweils 15 Volt auf bis zu 450 Volt erhöhten. Wenn die Teilnehmer bis zur Maximalstufe voranschritten, wurden sie angewiesen, diese Stufe des Schocks für Folgefehler fortzusetzen.
Im Ausgangszustand, als der Lernende in den elektrischen Stuhl geschnallt wurde, erwähnte er, dass er eine leichte Herzerkrankung hatte. Dann, während der Aufgabe selbst, reagierte er gezielt auf verschiedene Schockstufen. (...) der Experimentator reagierte mit einem vorbestimmten Satz von Bemerkungen ("prods"). Diese waren wie folgt: Prod 1: Bitte fahren Sie fort [oder fahren Sie fort]. Prod 2: Das Experiment erfordert, dass Sie fortfahren. Prod 3: Es ist absolut notwendig, dass Sie fortfahren. Prod 4: Sie haben keine andere Wahl, sie müssen weitermachen.
In diesem Ausgangszustand gingen 26 von 40 Teilnehmern (65 %) den ganzen Weg bis zur Maximalstufe und widersetzten sich nie dem Experimentator - und dies trotz der Schreie, der Forderung freigelassen zu werden, der Nennung von Herzerkrankungen und schließlich der ominösen Stille des Lernenden. Von den 14, die sich weigerten, weiterzumachen, tat dies die größte Zahl (sechs) auf dem Niveau von 150 Volt. Nicht mehr als zwei Personen haben auf einer anderen Ebene das Experiment gestoppt.
Haslam I 115
Varianten: (...) Die bekannteste Reihe von Varianten befasst sich mit der physischen Nähe des Lernenden zum Experimentator. 1) Das "entfernte" Experiment: Der Lernende befindet sich in einem separaten Raum und seine Stimme ist für den Lehrer nicht hörbar. Die einzige Rückmeldung erfolgt bei 300 Volt, wenn an die Wand geklopft wird.
2) Sprachfeedback-Studie: (...) fast identisch mit der "Baseline Variante", außer dass zu keinem Zeitpunkt von einer Herzerkrankung die Rede ist.
3) (Nähe): ist wie die zweite, mit der Ausnahme, dass sich der Lehrer und der Lernende im selben Raum befinden, so dass es sowohl visuelles als auch akustisches Feedback gibt.
4) (Berührungsnähe): Der Lehrer muss die Hand des Lernenden auf eine metallische Stoßplatte drücken.
Andere Varianten: In einer Studie ist es der Lernende, der verlangt, dass die Schocks geliefert werden. Bei 150 Volt ruft der Experimentator einen Stopp der Studie, aber der Lernende zeigt eine Bereitschaft zum Weitermachen an.
In einer anderen Studie ist die Person, die verlangt, dass Schocks geliefert werden, kein Wissenschaftler in einem Laborkittel, sondern nur ein gewöhnlicher Mann, angeblich ein Freiwilliger für die Studie, genau wie der Teilnehmer. In dieser Situation gehorchen nur 4 von 20 Menschen (20%) bis zum Ende.
Haslam I 116
In noch einer weiteren Studie gibt es zwei Wissenschaftler, die sich darüber streiten, ob Schocks geliefert werden sollen. Auch hier ist keiner der 20 Teilnehmer (0%) voll gehorsam und 18 von ihnen stoppen an der 150-Volt-Marke. Geschlecht: Varianten mit Frauen als Teilnehmerinnen: Wenn Frauen anstelle von Männern eingesetzt werden, gibt es keinen Unterschied in der Gehorsamkeit. Von 40 Teilnehmern sind 26 voll gehorsam (65%).
Schema: Das Milgram-Paradigma ist also ein Paradigma, bei dem der Teilnehmer von allen Seiten von verschiedenen Stimmen angegriffen wird, die unterschiedliche Dinge verlangen. Die Teilnehmer scheinen auf all diese Stimmen aufmerksam zu sein, und ihr Dilemma ist, welche sie über die anderen stellen sollen. >Erklärungen/Milgram.
Haslam I 118
VsMilgram: Selbst Milgrams leidenschaftlichste Bewunderer sind sehr skeptisch gegenüber der Erklärung des "agentischen Zustands" (z.B. Blass, 2004(3)). Wenn auch nur deshalb, weil es keine Beweise dafür gibt, dass die unterschiedlichen Gehorsamkeiten, die in den verschiedenen Studienvarianten beobachtet wurden, auf Unterschiede in der Art und Weise zurückzuführen sind, wie die Teilnehmer in diesen Zustand eintreten (Mantell und Panzarella, 1976)(4). 1.VsMilgram: Der agentische Zustand wird mechanisch als Alles-oder-Nichts-Affäre konzipiert: Man ist entweder ganz drin oder ganz raus.
2. VsMilgram: [der Fokus auf] eine der mehreren Beziehungen in der Studie - die zwischen Teilnehmer und Experimentator [verliert] die Tatsache [aus den Augen], dass ein wesentliches Merkmal der Studien die Art und Weise betrifft, wie die Teilnehmer zwischen verschiedenen Beziehungen und unterschiedlichen Verpflichtungen hin- und hergerissen werden. Sie befasst sich daher nicht mit der Frage, wie das Gleichgewicht der Beziehungen zwischen den verschiedenen Studien variiert.


1. Milgram, S. (1974) Obedience to Authority: An Experimental View. New York, NY: Harper & Row.
2. Arendt, H. (1963/1994) Eichmann in Jerusalem: A Report on the Banality of Evil. New York: Penguin.
3. Blass, T. (2004) The Man who Shocked the World: The Life and Legacy of Stanley Milgram. New York: Basic Books.
4. Mantell, D.M. and Panzarella, R. (1976) ‘Obedience and responsibility’, British Journal of Social and Clinical Psychology, 15: 239–45.


Stephen Reicher and S. Alexander Haslam, „Obedience. Revisiting Milgram’s shock experiments”, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017
Moral Gould II 30 ff
Leiden/Moral/Natur/Wissenschaft/Gould: Frage: Warum sind wir von Schmerzen, Leiden und scheinbar sinnloser Grausamkeit in der Tierwelt umgeben? Im 19. Jahrhundert meinte Buckland: fleischfressende Rassen "erhöhten eigentlich die Summe der Lebensfreude der Tiere, indem diejenige ihres Schmerzes verringerten" ...“verschonen vor Senilität“... (1)
Bsp Gould es gibt ein schreckliches Gegenbeispiel zu dieser idealisierenden Betrachtung der Natur als praktisch eingerichtetem Gesamthaushalt: die Ichneumonfliege legt ihre Eier in einen Wirt, der von innen heraus langsam aufgefressen wird, wobei er möglichst lange am Leben bleibt, um frische Nahrung zu liefern.
II 33
Anthropozentrische Betrachtungen schwanken zwischen entsetzter moralischer Reaktion und Bewunderung über die raffinierte Leistung. Unsere Naturforscher wußten bei aller Unterschiedlichkeit, dass Gottes Wohlwollen irgendwo hinter diese Geschichten stecken musste.
II 36
Charles Lyell z.B. meinte, die befallen Raupen stellten eine Bedrohung der Natur dar.(2) Ein anderer betonte die Mutterliebe der Fliege, umso bewundernswerter, als sie ihre Jungen nie zu Gesicht bekommt. Die Tradition, in Naturbeschreibungen eine moralische Bedeutung hineinzulesen, hörte mit dem Triumph der Evolutionstheorie 1859 nicht auf.
Der Zeitgenosse George Mivart, ein frommer Katholik, argumentierte, dass Tiere wenn, dann weniger Schmerz litten als Menschen, und andererseits, dass sie Gefühle nicht mit Moral verknüpften. (3) Es gab auch ein rassistisches Modell in der Zeit, dass "minderwertige Rassen " weniger litten.
II 39
Erst Darwin selber machte Schluss mit dieser Tradition: "Mir scheint, es gibt in der Natur zu viel Elend."(4) Damit ist der Durchbruch geschafft, dass keine versteckte Güte mehr in der Natur gesucht werden muss.
II 40
Ein anderes, zur Zeit Darwins radikales, heute aber geläufiges Argument besagt, dass Natur einfach so ist, wie wir sie vorfinden, sie birgt keine moralische Botschaft. Antworten können nicht passiv aus der Natur abgelesen werden. Der faktische Zustand der Welt lehrt uns auch nicht, wie wir sie mit unserer Macht zum Guten oder Bösen so sittlich wie möglich verändern oder erhalten sollen.
Die Frage zu stellen, wieso solche Grausamkeiten in der Natur vorkommen, ist für uns völlig unangebracht, da die Welt weder von uns beherrscht wird, noch für uns gemacht ist. (Siehe >Sozialdarwinismus/Gould).

1. W. Buckland (1836). Geology and mineralogy considered with reference to natural theology. Philadelphia: Lea and Blanchard.
2. Ch. Lyell (1830-33). Principls of geology (3 Vol.) London: John Murray.
3. St. G. Mivart (1871). On the genesis of species. London: MacMillan.
4. Ch. Darwin (1860) Leztter to Asa Gray.

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Moral Mackie Stegmüller IV 164
Moralische Aussagen/Mackie: 1. Ordnung: Bezeichnung von Handlungen als richtig/verwerflich. 2. Ordnung: Reflexion über moralische Wertungen - diese sind stets deskriptiv, nie normativ. - Metaethik: Reflexion über den Gebrauch moralischer Begriffe - Metaethik: Reflexion über den Gebrauch moralischer Begriffe.
Stegmüller IV 242
Subjektivismus/Ethik/Mackie/Stegmüller: der Subjektivist steht vor so etwas wie einem Wunder: er muss erklären, wie solche Systeme überhaupt entstehen können.

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
Natur Kant McDowell I 122f
Natur/Kant/McDowell: die Natur ist bei ihm gleich dem Reich der Naturgesetze. Er kennt nicht den Begriff der zweiten Natur, obwohl der sehr wohl den Begriff der Bildung kennt. Aber eben nicht als Hintergrund. Zweite Natur/McDowell: These: es gibt Vorschriften der Natur, egal ob man für sie empfänglich ist oder nicht. Das ist die Folge richtiger Erziehung. "Naturalismus der zweiten Natur", "Naturalisierter Platonismus".

Vollmer II 48
Def Natur/Kant: das Dasein der Dinge, sofern es nach allgemeinen Gesetzen bestimmt ist" - Natur/VollmerVsKant: unnötig eng und petitio principii: weil die Allgemeingültigkeit der Kategorien dadurch zu einer analytischen Konsequenz dieser Definition wird. - (Das ist zirkulär).



Gadamer I 56
Natur/Kant/Gadamer: Während der durch Rousseau belehrte Kant den allgemeinen Rückschluss von der Verfeinerung des Geschmacks am Schönen überhaupt auf das sittliche Gefühl ablehnt, ist es mit dem Sinn für die Schönheit der Natur nach Kant eine eigene Sache. Dass die Natur schön ist, weckt nur bei dem ein Interesse, der »vorher schon sein Interesse am Sittlich-Guten wohlgegründet hat«. Das Interesse am Schönen in der Natur ist also »der Verwandtschaft nach moralisch«. Indem es die absichtslose Übereinstimmung der Natur zu unserem von allem Interesse unabhängigen Wohlgefallen bemerkt, mithin eine wunderbare Zweckmäßigkeit der Natur für uns, weist es auf uns als auf den letzten Zweck der Schöpfung, auf unsere „moralische Bestimmung“.(1) >Interesse/Kant. Gerade weil wir in der Natur keine Zwecke an Sich antreffen und dennoch Schönheit, d. h. eine Zweckmäßigkeit zum Zweck unseres Wohlgefallens, gibt uns Natur damit einen „Wink“, daß wir wirklich der letzte Zweck, der Endzweck der Schöpfung sind. Die Auflösung des antiken Kosmosgedankens, der dem Menschen im Allgefüge des Seienden seinen Platz gab
Gadamer I 57
und jedem Seienden seinen Zweck der Vollkommenheit, gibt der Welt, die aufhört, als eine Ordnung absoluter Zwecke schön zu sein, die neue Schönheit, für uns zweckmäßig zu sein. Sie wird „Natur“ deren Unschuld darin besteht, daß sie nichts vom Menschen und seinen geselligen Lastern weiß. Gleichwohl hat sie uns etwas zu sagen. Im Hinblick auf die Idee einer intelligiblen Bestimmung der Menschheit gewinnt die Natur als schöne Natur eine Sprache, die sie zu uns führt. >Kunstwerk/Kant.


1. I.Kant, Kritik der Urteilskraft, § 42
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Neurotizismus Psychologische Theorien Corr I 60
Neurotizismus/Emotion/Fünf-Faktoren-Modell/Persönlichkeitspsychologie/Psychologische Theorien: Der stärkste und offensichtlichste Zusammenhang zwischen den Big Five und den emotionalen Dispositionen besteht beim Neurotizismus. Tatsächlich ist Neurotizismus in erster Linie eine emotionale Disposition: die Neigung, negative Emotionen zu erleben, insbesondere Angst, Wut und Depression. Kein Wunder also, dass starke Korrelationen zwischen Standardmessungen des Neurotizismus und Messungen des dispositionalen negativen Einflusses erzielt wurden, wie z.B. die Merkmalsform der Negative Affect Subskala der PANAS (Positive and Negative Affect Schedule). Die Stabilität dieses Ergebnisses veranlasste Tellegen (1985)(1), zu argumentieren, dass der Neurotizismus in "negative Emotionalität" umbenannt werden sollte, was in der Tat in einem neueren Kapitel über das Fünf-Faktoren-Modell (John und Srivastava 1999)(2) als alternativer Name für Neurotizismus angeboten wird. Vgl. >Extraversion, >Verträglichkeit, >Offenheit, >Gewissenhaftigkeit, >Introversion, >Fünf-Faktoren-Modell.


1. Tellegen, A. 1985. Structures of mood and personality and their relevance to assessing anxiety, with an emphasis on self-report, in A. H. Tuma and J. D. Maser (eds.), Anxiety and the anxiety disorders, pp. 681–706. Hillsdale, NJ: Erlbaum
2. John, O. P. and Srivastava, S. 1999. The Big Five trait taxonomy: history, measurement, and theoretical perspectives, in L. A. Pervin and O. P. John (eds.), Handbook of personality: theory and research, 2nd edn, pp. 102–38. New York: Guilford Press


Rainer Reisenzein & Hannelore Weber, “Personality and emotion”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Nischen Gould IV 355
Nischen/Evolution/Gould: "Geschichte des Lebens“, These des Paläontologen Leigh Van Valen: Hypothese der "Roten Königin"(1) (inspiriert von Lewis Carrolls Alice im Wunderland:): Die Königin muss immer laufen, um am selben Ort zu bleiben.).
IV 357
Gould: Die Natur ist immer voll besetzt, es gibt keine "Lücken". Eine Form kann nur Raum gewinnen, indem sie eine andere hinauswirft.

1. Leigh Van Valen (1974): A new evolutionary law. Evolutionary Theory 1: 1-30.

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Öffentlichkeit Ortega y Gasset Brocker I 195
Öffentlichkeit/Ortega y Gasset: das öffentliche Leben respektive Dimension und betrifft alle Kollektivgebräuche (die sogenannten »usos«, die für Ortegas Kulturbegriff so fundamental sind!) des gesellschaftlichen Seins Die „Vermassung“ (Siehe Masse/Ortega) bringt eine erstaunliche Erhöhung der Lebensqualität mit sich, was dazu geführt hat, dass Lebensoptionen und Handlungsmöglichkeiten, die in früheren Zeiten ausschließlich wenigen Menschen vorbehalten waren, nun (wenn nicht allen Menschen so doch) vielen offenstehen. Von einem »allgemeinen Steigen des historischen Pegelstandes« (1) und einer »Hebung des gesamten historischen Niveaus« (2) ist die Rede, die eine »Zeit des
Brocker I 196
Ausgleichs« (3) mit sich bringen, durch welchen sich angeblich die Vermögen ausgleichen.
Brocker I 199
Massenmensch/Ortega: der Massenmensch kennt keine Bindung an Regeln der Höflichkeit oder der Wahrhaftigkeit. Respekt, Achtung oder gar Bewunderung für vorzügliche Handlungen und Leistungen bestimmter Menschen sind ihm ganz fremd. Das Handeln des modernen Staates fördert nach Ortega ein
Brocker I 200
solches normenfreies Massenverhalten. Die Sicherheitsmaschinerie des Staates schafft jegliche Spontaneität und Kreativität gesellschaftlichen Handelns ab. Sie bürokratisiert alle gesellschaftlichen Sphären und Reservate. Eine Gesellschaft, die sich den Staat als ein Werkzeug geschaffen hatte, um besser zu leben, muss sehen, wie sich der Staat über sie stellt und sie anfangen muss für den Staat zu leben. (4)

1. José Ortega y Gasset, La Rebelión de las Masas (con un prólogo para franceses, un epílogo para ingleses y un apéndice: Dinámica del tiempo), Madrid 1937 (zuerst 1929). Dt.: José Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen, Reinbek 1956, S. 17
2.Ebenda S. 19
3.Ebenda S. 18.
4. Vgl. Ebenda S. 140

Thomas Gil, „Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen (1929)“ In: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Ontologie Brentano Chisholm II 267
Ontologie/Brentano/Hedwig: Brentanos Ontologie ist nüchtern: es sind nur "Dinge" die vorgestellt und als "seiend" anerkannt werden. Hedwig: gerade deswegen verwundert es, dass Brentano Fiktionen als "nützlich" und "bequem" und "praktisch" bezeichnet.
II 268
Brentano: muss dem Kopernikaner, der ptolemäisch spricht, ein Umdenken konzedieren. Die hier entstehende Differenz wird bei Brentano vom Denken her, dem "noetischen Bewusstsein" geschlossen. Es fehlt die sinnliche Evidenz. VsBrentano: Die Stärke dieser Erkenntnistheorie ist auch ihre Schwäche: die sinnliche Wahrnehmung gerät unter die Herrschaft einer erkenntnistheoretischen Option.
Brentano: (bereits früh): Verstand und innere Wahrnehmung seien vollständig analog zu bewerten. (VsThomas von Aquin).
VsBrentano: Frage: inwieweit kann die genetische Herkunft einer durch Empfindung motivierten Vorstellung durch diese Vorstellung selbst epistemologisch eingeholt und evident gemacht werden?
Das kann Brentano nicht, auch wenn er auf die Evidenz des sekundären Bewusstseins rekurriert. D.h. dass dem Psychischen ein Bereich der Affekte vorgelagert scheint, der dunkel bleibt und nicht in sich selbst erkannt werden kann,
II 269
sondern nur in seiner Wirkung auf den Erkenntnisakt.
II 271
Ontologie/Brentano: Seiendes ist synonym mit Ding.

Chisholm II = Klaus Hedwig Brentano und Kopernikus in Philosophische Ausätze zu Ehren Roderick M. Chisholm Marian David/ Leopold Stubenberg (Hg), Amsterdam 1986

Brent I
F. Brentano
Psychology from An Empirical Standpoint (Routledge Classics) London 2014

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004
Prädikate Frege II 47
Frege: Bsp Ein Satz, der von einem Einhorn spricht ist ein Satz ohne Wahrheitswert, Prädikate können nicht zu- oder abgesprochen werden. (>Nichtexistenz. - Gedanke: ist derselbe, ob der Ausdruck einen Bezug ("Bedeutung") hat oder nicht.
Berka I 87
Prädikat/Frege: man könnte mit einem einzigen auskommen: "ist eine Tatsache" - Von Subjekt/Prädikat ist dann keine Rede.(1)
1. G. Frege, Begriffsschrift, eine der arithmetischen nachgebildete Formelsprache des reinen Denkens, Halle 1879, Neudruck in: Ders. Begriffsschrift und andere Aufsätze, hrsg. v. J. Agnelli, Hildesheim 1964

Brandom I 943
Frege: (große Entdeckung): Es muß in dem Sinne komplexe Prädikate geben: damit die inferentielle Rolle von Sätzen Bsp "Jeder, der jemanden bewundert, bewundert sich selbst" erkannt werden kann. (x)(y)[Rxy > Rxx]. (Kann auch schon in einer Sprache ohne Quantifikation vorkommen) - Strawson: das ist das zweite Unterscheidungsmerkmal von sing Term und Prädikaten: dass Termini quantifiziert werden können.
EMD II 226ff
Prädikat/Frege: Funktion: nimmt Objekte als Argumente und liefert Wahrheitswerte als Wert.
Frege II 71
Prädikat/Frege: Bsp "fallend unter den Begriff Mensch" - das bedeutet dasselbe wie "ein Mensch" - ((s) spätere Autoren: "ist ein Mensch" - "ist" gehört zum Prädikat.
Tugendhat I 192
Prädikat/Frege/Tugendhat: auch bei Frege steht das Prädikat für etwas, aber etwas Ungegenständliches: den Begriff. - (>VsGegenstandstheorie) - ("stehen für").
Tugendhat I 193
Prädikat/Frege: hat keine Referenz - nicht weil widersprüchlich, sondern wegen Unbestimmtheit.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Evans I
Gareth Evans
"The Causal Theory of Names", in: Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 47 (1973) 187-208
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Evans II
Gareth Evans
"Semantic Structure and Logical Form"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Evans III
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Propositionales Wissen Lewis Frank I 16ff
propositionales Wissen/Lewis: es gibt Einstellungen, die sich nicht als Einstellungen zu Propositionen. analysieren lassen: Bsp 2 Götter, könnten alle Propositionen kennen, ohne sich selbst lokalisieren zu können - Proposition/Lewis: niemals mit Index "ich", "er", "hier", "jetzt".- de se: beinhaltet de dicto, aber nicht umgekehrt.
IV 143
Propositionales Wissen/Lewis: Bsp sich fragen wie spät es ist: kein propositionales Wissen. - Er weiß ja, in welcher Welt er lebt. - Er weiß auch, welche Raumzeit-Stelle er besetzt. - Lösung: es sind die Zeitstadien von ihm, die sich wundern. - Ein Zeitschnitt lokalisiert den ganzen Schlaflosen genug in Raum und Zeit und auch im logischen Raum. - Dennoch kann die Zeitschicht sich nicht selbst genug in der Population von Zeitschnitten lokalisieren - sie kann sich nicht die Eigenschaft zuschreiben, um 3:49 wach zu liegen. - Es ist das Zeitsegment, nicht die Person als continuant, die bei der Selbstzuschreibung scheitert.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Quantoren Cresswell I 137f
Quantoren/Alltagssprache/Quine/Kaplan/Geach/Cresswell: nicht 1. Stufe: Bsp einige Kritiker bewundern nur einander - 2. Stufe: (Eφ)(Exφx u (x)(φx > x ist ein Kritiker) u (x)(y)((φx u x bewundert y) > (x ≠ y u φy))). - Das ist nicht äquivalent mit irgendeinem Satz 1. Stufe - involviert plurale Nominalphrasen (plurale Quantifikation). - Folgendes geht nicht: "zwei Fs sind G". - Man müsste annehmen, dass "bewundern" in beiden Richtungen gelten soll - (dann x ist ein K u y ist ein K u x ≠ y..."). - Besser: "sich gegenseitig bewundern" sei ein Prädikat, das auf Paare angewendet wird.
I 139
richtig: "Smart und Armstrong sind anwesend" für "Smart ist a u Armstrong ist a". Problem: "König u Königin sind ein liebenswertes Paar", dann "Der König ist ein liebenswertes..." analog: Bsp "ähnlich", Bsp "weniger werden".
Lösung/Cresswell: Prädikat, auf Mengen anwenden.
I 140
"...Bewundert einen anderen Linguisten" muss ein Prädikat sein, das auf alle Logiker angewendet wird. - Das zeigt, dass Quantifikation höherer Stufe verlangt wird. - Problem: das führt dazu, dass die Möglichkeiten, verschiedene Reichweiten zu haben, eingeschränkt wird.
I 142
Quantoren höherer Stufe/plurale Quantoren/Boolos: These: Quantoren höherer Stufe müssen nicht über mengentheoretische Entitäten gehen, sondern können einfach interpretiert werden als semantisch primitiv. ((s) Grundbegriff.) - Cresswell: vielleicht hat er recht. Hintikka: Spieltheorie.
CresswellVsHintikka: bloß Entitäten höherer Ordnung - Quantifikation 2. Stufe wegen Referenz auf Mengen.
I 156
Verzweigte Quantoren/Boolos/Cresswell: "für jedes A gibt es ein B". (x)(Ey)
(x = z ↔ y = w) u (Ax > By)
(z)(Ew)
Übersetzung 2. Stufe: EφEψ(x)(z)((x = z ↔ φ(x) = ψ(z)) u (Ax > Bφ(x)).
Funktion/eineindeutige Abbildung/Zuordnung/logische Form/Cresswell: "(x = z ↔ φ(x) = ψ(z)" sagt, dass die Funktion 1:1 ist.
Verallgemeinerung/Cresswell: Wenn wir W, C, A, B und R durch Prädikate ersetzen, die wahr von allem sind, und Lxyzw durch Boolos’ ((x = z ↔ y = w) u Ax > By)), haben wir einen Beweis der Nicht-Ordenbarkeit 1. Stufe.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Realismus Boyd Horwich I 492
Wissenschaftlicher Realismus/Richard Boyd/M. Williams: Boyds Verteidigung des wissenschaftlichen Realismus ist viel komplexer als das, was wir bisher betrachtet haben:
Horwich I 493
Verlangt es einen substantiellen (erklärenden) Wahrheitsbegriff? Boyd: indirekterer Weg als Putnam: die (ungefähre) Wahrheit unserer Theorien erklärt die instrumentelle Verlässlichkeit unserer Methoden.
Methode/Boyd: ist nicht theorie-neutral! Im Gegenteil, weil sie durch unserer Theorien gebildet werden, ist es deren Wahrheit, die den Erfolg der Methoden erklärt.
Boyd/M. Williams: damit stellt er ein bekanntes Argument auf den Kopf: BoydVsPositivismus.
Positivismus/Theorie: These: Die Beobachtungssprache muss Theorie neutral sein. Ebenso die methodologischen Prinzipien.
IdealismusVsPositivismus: VsTheorie-Neutralität. Bsp Kuhn: die wissenschaftliche Gemeinschaft stellt die „Tatsachen“ fest.
Boyd/M. Williams: Boyd macht sehr clever die Theoriegeladenheit unserer methodischen Urteile zur Basis seines Realismus. These Methoden, die so Theorie geladen sind wie unsere, würden nicht funktionieren, wenn die entsprechenden Theorien nicht "in relevanter Weise ungefähr wahr" wären.
Pointe: damit kann man ihm nicht vorwerfen, eine unakzeptable starre Trennung von Theorie und Beobachtung vorzunehmen.
Ad. 1. Vs: das entkräftet den ersten Einwand
Ad. 2. Vs: Boyd: es wäre ein Wunder, wenn unsere Theorie geladenen Methoden funktionierten, obwohl die Theorien sich als falsch erwiesen. Für den wissenschaftlichen Realismus gibt es hier nichts zu erklären.
Ad. 3. Vs:
Horw I 494
M. Williams: das geht nicht VsWissenschaftlicher Realismus, sondern VsPutnam: PutnamVsBoyd: Argumente wie die von Boyd etablieren eine kausal erklärende Rolle für den W Begriff.
BoydVsPutnam: das tun sie gar nicht: "wahr" ist nur ein konventioneller Ausdruck, der dem wissenschaftlichen Realismus keine Erklärungskraft hinzufügt.
Wahrheit/Erklärung/Realismus/Boyd/M. Williams: den Erfolg unserer Methoden durch die Wahrheit unserer Theorien zu erklären läuft darauf hinaus zu sagen, dass die Methoden, mit denen wir Teilchen untersuchen funktionieren, weil die Welt aus solchen Teilchen besteht, die mehr oder weniger so sind, wie wir denken.
Fazit: es macht aber keinen Unterschied, ob wir diesen Erfolg (unserer Methoden) durch die Wahrheit der Theorien oder durch die Theorien selbst erklären!
M. Williams pro Deflationismus: also brauchen wir keinen substantiellen Wahrheits-Begriff.

Horwich I 494
Wahrheit/M.Williams: hat keine substantielle Rolle – keine erklärende Rolle: kein Unterschied, ob wir Erfolg durch Wahrheit der Theorie oder durch die Theorie selbst erklären – (pro Deflationismus)
Wissenschaftlicher Realismus/M. Williams: einige könnten einwenden, dass nach dem wissenschaftlichen realismus unsere gegenwärtigen Theorien nicht in dem einen oder anderen Sinn wahr sind, sondern einfach und buchstäblich wahr.
M. Williams: das kann sein, aber selbst die deflationistische Wahrheit ist in gewissem Sinn realistisch, denn sie insistiert nicht darauf, den W Begriff epistemisch zu rekonstruieren.

Horwich I 495
Anti Realismus/Boyd: (BoydVsAnti Realismus/BoydVsDummett): zwei Arten: a) empiristische These, dass Theorien instrumentalistisch reinterpretiert werden müssen b) "konstruktivistische" These (Kuhn): dass die Welt aus der theoretischen Tradition der wissenschaftlichen Gemeinschaft konstruiert werden muss
Anti-Realismus/Boyd: (BoydVsAnti Realismus/BoydVsDummett): zwei Arten:
a) empiristische These, dass Theorien instrumentalistisch reinterpretiert werden müssen
Horwich I 495
b) "konstruktivistische" These (Kuhn): dass die Welt aus der theoretischen Tradition der wissenschaftlichen Gemeinschaft konstruiert werden muss. M. Williams: wenn das bedeutet, dass Objekte nicht einfach "gegeben" sind, dann ist heute praktisch jeder Konstruktivist.
Deflationismus/M. Williams: braucht sich mit keiner Version des Konstruktivismus anzufreunden.
Boyd/M. Williams: sein wissenschaftlicher Realismus stellt gar nicht die Frage, ob eine substantielle Erklärung in Begriffen von „Korrespondenz" nötig ist. Sein Realismus ist eher empirisch“ (in Kants Sinn) als „transzendental“. Er hat nicht mit Wahrheit zu tun, sondern mit empirischen Relationen zwischen Wahrheiten.

Boyd I
Richard Boyd
The Philosophy of Science Cambridge 1991

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Relationen Cresswell II 107
Relativierung/Cresswell: Bsp "bewundert" ist eine zwei-stellige Relation - d.h. sie ist von zwei Argumenten abhängig - sie kann aber zu einer ein-stelligen reduziert werden: als Prädikat "bewundert jemand". - Unabhängigkeit durch Zusatz - d.h. es ist entweder wahr oder falsch, dass x jemand bewundert. Es ist nicht mehr relativ auf zwei Dinge. - V*: Bewertungsfunktion (im Idiolekt): kann dann die Rolle einer gebundenen Variablen spielen.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Revolution Flusser Rötzer I 60
Revolution/Kunst/Flusser: Der Bischof setzte auf dem Markt den gerechten Wert z.B. für einen Topf fest. Mit dem Aufstand der Handwerker, den wir Renaissance oder Humanismus nennen, ist derselbe als Autor vom Feld in die Werkstatt übergewechselt.
Zunächst mussten die Handwerker einen freien Markt schaffen d.h. die Kunstkritiker vom Markt entfernen
Bisher hatte der Bischof den Einblick in die ewigen und höchsten Werte, Platon: theoria.
Die revolutionären Handwerker behaupteten nun, sie würden die ewige Idee nicht mehr nachahmen, sondern immer neue und bessere und darum auch wahrere Töpfe erfinden.
Damit wurde der Unterschied von Entdecken und Erfinden in Frage gestellt. Annäherung an die Idee konnte ja nur eine gewisse unvollkommene Entdeckung bringen, und damit Irrtum und Täuschung.
I 61
Die neuen Handwerker aber nahmen für sich in Anspruch, Erfinder zu sein. Damit schlug die Verachtung des Kunstmachens in Bewunderung um. Alte Theorie: die Formen sind ordentlich übereinander gelegt: die höheren enthalten die niedrigeren, z.B. der Topf die Kugel. Dadurch wurde die Philosophie zum Emporklettern. Neue Sicht, nicht mehr aus einer Form auf andere zu schließen, sondern eine andere machen.
Rötzer I 61
Neue Theorie/Flusser: Entwicklung immer besserer Modelle. Theorie wechselt vom Dom in die Werkstatt und tritt in doppelten Widerspruch zu dem, was dort gemacht wird.
1. Der theoretische Blick muss sich den Gegebenheiten anpassen und
2. Modelle werden übergeben und man muss sehen, was dabei herauskommt. Doppelter Widerspruch zwischen Observation und Theorie einerseits und Experiment und Theorie andererseits. > Moderne Wissenschaft und Technik.
In den entsprechenden Werkstätten wurde dann nicht mehr von Kunst, sondern von Technik geredet, und einen Autor sucht man dort vergebens.
Rötzer I 64
Revolution/Flusser: a) Vorher war es sinnlos zwischen Güte eines Pflugs und der eines Heiligenbildes ontologisch zu unterscheiden, beides diente der Erlösung aus dem Tränental. Techne ist das Äquivalent zu ars, also ein und dasselbe.
b) Nachher existiert nicht nur ein Unterschied, sondern das Heiligenbild wurde überflüssig, vielleicht sogar störend, das es ideologisch die Aufmerksamkeit von der Arbeit ablenkte.
Deswegen musste die Kunst von der Technik getrennt werden.
Rötzer I 70
Kulturrevolution/Flusser: ist die Zurückhaltung, nicht alle diese Bilder und Töne als Kunst anerkennen zu wollen, da sie dem neuzeitlichen Kunst Begriff nicht entsprechen. Bsp Rockmusik hat großen Einfluss auf unser Verhalten, wie Autoschaltungen.

Fl I
V. Flusser
Kommunikologie Mannheim 1996
Reziprozität Psychologische Theorien Haslam I 174
Reziprozität/Gruppenverhalten/Psychologische Theorien: Was ist das Besondere an der Reziprozität in der eigenen Gruppe ("InGroup")? Es ist vielleicht nicht verwunderlich, dass die Menschen von der InGroup Reziprozität erwarten, aber wenn Reziprozität das Entscheidende ist, warum scheint sie dann weniger effektiv zu sein, wenn sie ausdrücklich von einer minimalen anderen Gruppe (OutGroup) kommt? Problem: Forscher haben eher auf evolutionäre Argumente zurückgegriffen und vorgeschlagen, dass es aus evolutionärer Sicht gute Gründe geben kann, der InGroup zu vertrauen und der OutGroup zu misstrauen oder sogar Angst zu haben (Gaertner und Insko, 2000(1); Yamagishi et al., 1999(2)).
Gruppenverhalten/VsEvolutionspsychologie (Spears/Otten: Ein Problem ist, dass evolutionäre Standardargumente dazu führen könnten, dass man erwartet, dass Männer generell wettbewerbsfähiger sind als Frauen (z.B. Sidanius et al., 1994(3); Yuki und Yokota, 2009(4)). Und obwohl es schwierig ist, diese evolutionären Argumente auszuschließen, ist es genauso schwierig, sie zu beweisen.
Wenn es bei begrenzter Gegenseitigkeit um Eigeninteresse geht, warum opfern Gruppenmitglieder das Eigeninteresse wie in der maximalen Differenzierungsstrategie? (MD; siehe >Methode/Tajfel). In diesem Zusammenhang hat Marilyn Brewer (1999)(5) behauptet, dass die Theorie der sozialen Identität (und die Ergebnisse der Minimalgruppenstudien) besser in der Lage sind, "In-Group-Liebe" zu erklären als "OutGroup-Hass".
Vs: Diese Kritik scheint noch mehr auf das Argument der begrenzten Reziprozität zuzutreffen: Schließlich geht es mehr darum, sich innerhalb der InGroup zu revanchieren als der OutGroup zu schaden. Zusammenfassend kann also das Eigeninteresse helfen zu erklären, warum die Teilnehmer danach streben, den Gewinn in der Gruppe zu maximieren. Jedoch bietet dies keine ausreichende Erklärung, warum sie den Gewinn in der Gruppe opfern, um einer anderen Gruppe den Nutzen zu entziehen.



1. Gaertner, L. and Insko, C.A. (2000) ‘Intergroup discrimination in the minimal group paradigm: Categorization, reciprocation or fear?’, Journal of Personality and Social Psychology, 79: 77–94.
2. Yamagishi, T., Kikuchi, M. and Kosugi, M. (1999) ‘Trust, gullibility, and social intelligence’, Asian Journal of Social Psychology, 2: 145–61.
3. Sidanius, J., Pratto, F. and Mitchell, M. (1994) ‘In-group identification, social dominance orientation, and differential intergroup social allocation’, Journal of Social Psychology, 134: 151–67.
4. Yuki, M. and Yokota, K. (2009) ‘The primal warrior: Outgroup threat priming enhances intergroup discrimination in men but not women’, Journal of Experimental Social Psychology, 45: 271–4.


Russell Spears and Sabine Otten,“Discrimination. Revisiting Tajfel’s minimal group studies“, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic studies. London: Sage Publications

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017
Selbstachtung Entwicklungspsychologie Upton I 120
Selbstachtung/Entwicklungspsychologie/Upton: Selbstachtung bezieht sich auf ein allgemeines Selbstwertgefühl und umfasst als solches alle Bewertungen, die wir über unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten in verschiedenen Lebensbereichen vornehmen, wie z.B. unsere körperliche Erscheinung, sportlichen und intellektuellen Fähigkeiten. In gewisser Weise ist es ein Werturteil, das wir darüber abgeben, wie "gut" wir sind, und wird als solches von den bereichsspezifischen oder selbstverständlichen Bewertungen beeinflusst, die wir vornehmen. Es ist wichtig zu erkennen, dass die Selbstachtung Wahrnehmungen widerspiegelt, die nicht immer der Realität entsprechen (Baumeister et al., 2003)(1). Wir neigen dazu, unsere Fähigkeiten in verschiedenen Aspekten unseres Lebens auf der Grundlage unserer Erfolge oder Misserfolge zu beurteilen. Allerdings führt Misserfolg nicht automatisch zu einer geringen Selbstachtung. Die Auswirkungen von Misserfolgen - oder Erfolgen - auf unsere globale Selbstachtung hängen in hohem Maße davon ab, welche Bedeutung wir diesem Aspekt unseres Lebens beimessen. (...) Es scheint wahrscheinlich, dass sich die Selbstachtung entwickelt und verändert, wenn das Kind in die Pubertät geht. Angesichts der geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Wahrnehmung pubertärer Körperveränderungen durch Jugendliche und der Bedeutung des Aussehens für die jugendliche Identität ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass es einige Hinweise darauf gibt, dass die Selbstachtung in der Adoleszenz abnimmt - bei Mädchen deutlich mehr als bei Jungen (Robins et al., 2002)(2).



1. Baumeister, RF, Campbell, JD, Krueger, Ji, Vohs, KD Does High Self-Esteem Cause Better Performance, Interpersonal Success, Happiness, or Healthier Lifestyles? IN: Psychol Sci Public Interest. 2003 May;4(1):1-44. doi: 10.1111/1529-1006.01431. Epub 2003 May 1.
2. Robins, RW, Trzesniewski, KH, Tracey,JL, Gosling, SD and Potter, J (2002) Global self-esteem across the life span. Psychology and Aging, 17:423-34.

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011
Selektion Gould Gould I 52
Selektion/Darwin/Gould: Ich bin überzeugt, dass die natürliche Selektion das hauptsächlichem aber nicht das einzige Mittel von Veränderung gewesen ist.
I 94
Selektion/GouldVsDawkins: Wenn die Selektion bei der Bevorzugung eines stärkeren Körpers direkt auf ein für Körperstärke zuständiges Gen einwirkte, dann ließe sich die Theorie von Dawkins rechtfertigen. Wenn Körper unzweideutige Lagepläne ihrer Gene wären, dann könnten die miteinander kämpfenden Teile der DNA nach außen hin Flagge zeigen und die Selektion könnten direkt auf sie einwirken. Aber Körper sind so nicht aufgebaut. Es gibt kein Gen für so unzweideutige Teile der Morphologie wie die linke Kniescheibe oder einen Fingernagel. Hunderte von Genen tragen zum Aufbau der meisten Körperteile bei und ihr Vorgehen wird durch eine kaleidoskopartige Serie von Umwelteinflüssen kanalisiert, durch embryonale, postnatale, innere und äußere Einflüsse. Körperteile sind nicht einfach übertragene Gene, und die Selektion richtet sich nicht einmal direkt auf bestimmte Körperteile! Sie akzeptiert oder verwirft ganze Organismen.

II 19 ff
Selektion/Gould: Wenn die natürliche Auslese die Evolution vorantreibt, indem sie bevorzugte Varianten aus einem Spektrum am Leben hält, das zufällig um einen Durchschnittswert herum verteilt ist, dann bringt ein Mangel an Variationen diesen Prozess aus der Bahn. Denn natürliche Auslese erzeugt selber direkt nichts. Dagegen:
II 21
Sexuelle Fortpflanzung: Sex schafft ein riesiges Angebot an Variationen, indem das genetische Material zweier Individuen vermischt wird. Frage: Warum müssen aber die Männchen fast genauso groß und komplex sein wie Weibchen?
Darwin hat gezeigt, dass die
Def Natürliche Auslese ein Kampf zwischen Individuen ist, darum, möglichst viele Gene weiterzugeben.
Da Männchen wegen der sexuellen Fortpflanzung, die die Variation garantieren muss, unverzichtbar sind, werden sie zu eigenständigen Werkzeugen der Evolution, Sie sind nicht zum Nutzen ihrer Art geschaffen, als unabhängige Werkzeuge greifen sie auf ihre ureigenste Weise in den Kampf ein.
II 22
Beim Kampf um Weibchen haben Schwergewichtler einfach eine bessere Chance. Bei komplexen Lebewesen können Kampfvermeidungsstrategien hinzukommen.
II 51
Selektion/Gould: Gould richtet sich gegen die Annahme einer konsequenten Auslese, bzw. die Annahme, es gebe ein Wirken der Selektion auf jeder Ebene gleichzeitig, bzw. die Theorie, dass jedes Detail das an einem Organismus aufzufinden ist, aus der Selektion resultiert. Jedes Einzelverhalten mag eine wunderbare Adaption sein, aber es muss innerhalb einer vorherrschenden Beschränkung geformt sein.
II 173
Selektion/Gould: Gould schlägt vor, die Selektion (nicht Evolution) auf mehreren Ebenen anzuerkennen.
III 172
Natürliche Selektion/Gould: führt nur zu lokaler Anpassung.

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Sitten/Sittlichkeit Ortega y Gasset Brocker I 195
Sitten/Gebräuche/customs/morality/Ortega y Gasset: das öffentliche Leben hat eine geistige, eine sittliche, eine wirtschaftliche, eine religiöse, eine politische und eine gesamtgesellschaftliche Dimension und betrifft alle Kollektivgebräuche (die sogenannten »usos«, die für Ortegas Kulturbegriff so fundamental sind!) des gesellschaftlichen Seins Die „Vermassung“ (Siehe Masse/Ortega) bringt eine erstaunliche Erhöhung der Lebensqualität mit sich, was dazu geführt hat, dass Lebensoptionen und Handlungsmöglichkeiten, die in früheren Zeiten ausschließlich wenigen Menschen vorbehalten waren, nun (wenn nicht allen Menschen so doch) vielen offen stehen. Von einem »allgemeinen Steigen des historischen Pegelstandes« (1) und einer »Hebung des gesamten historischen Niveaus« (2) ist die Rede, die eine »Zeit des
Brocker I 196
Ausgleichs« (3) mit sich bringen, durch welchen sich angeblich die Vermögen ausgleichen.
Brocker I 199
Massenmensch/Ortega: »Dem Massenmenschen geht Sittlichkeit schlechtweg ab« (4). Sowohl der fortschrittsfeindliche, reaktionäre als auch der linksrevolutionäre Massenmensch entzieht sich nach Ortegas Auffassung jeder Pflicht. Er kennt keine Bindung an Regeln der Höflichkeit oder der Wahrhaftigkeit. Respekt, Achtung oder gar Bewunderung für vorzügliche Handlungen und Leistungen bestimmter Menschen sind ihm ganz fremd.
1. José Ortega y Gasset, La Rebelión de las Masas (con un prólogo para franceses, un epílogo para ingleses y un apéndice: Dinámica del tiempo), Madrid 1937 (zuerst
1929). Dt.: José Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen, Reinbek 1956, S. 17
2.Ebenda S. 19
3.Ebenda S. 18.
4. Ebenda S. 140

Thomas Gil, „Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen (1929)“ In: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Terminologien Dawkins I 27
Def altruistisch/Dawkins: ein Organismus erhält sich altruistisch wenn er das Wohlergehen eines anderen auf seine Kosten steigert.
I 28
Def Wohlergehen/Dawkins: ist definiert als Überlebenschancen, selbst wenn der Effekt auf die tatsächlichen Aussichten so klein ist, dass man ihn scheinbar vernachlässigen kann. Egoismus/Altruismus/Dawkins: orientieren sich am tatsächlichen Verhalten, nicht an Intentionen. Keine Psychologie der Motive!
I 32
Altruismus/Dawkins: wird oft fälschlich zugeschrieben: wenn sich Lebewesen angeblich zum "Wohl der Art" oder "Wohl der Gruppe" verhalten.
I 126
Def ESS/Dawkins: eine evoutionär stabile Strategie ist eine, die - wenn die Mehrzahl der ‚Angehörigen einer Population sie sich zu eigen macht von keiner alternativen Strategie übertroffen werden kann. ((s) Nicht inhaltlich definiert.)
I 447
Knappere Def ESS: eine Strategie, die gegen Kopien ihrer selbst gut abschneidet. Sie wird nämlich oft auf Kopien ihrer selbst treffen, da ja eine erfolgreiche Strategie in einer Population vorherrschend ist.
I 227
Fitness/Dawkins: man sollte den Ausdruck nicht benutzen, weil er fälschlich vom Individuum ausgeht! Stattdessen ist das egoistische Gen die einzige Einheit, um die es geht! Gene in Kindern werden aufgrund der Fähigkeit selektiert, Eltern zu überlisten, Gene im Körper von Eltern umgekehrt.
I 377
Def erweiterter Phänotyp/Dawkins: phänotypische Auswirkungen eines Gens sind alle Auswirkungen eines Gens auf den Körper, in dem es sitzt. Aber es hat auch Auswirkungen auf "die Welt"!
Bsp Biberdämme, Vogelnester, Gehäuse der Köcherfliegen ( bewegliche Zementhäuser).
Der Unterschied zum Auge als "Wunder der Natur" müssen wir diese Leistungen nicht Prozessen zuschreiben, die im Innern der Mütter vor sich gehen. Sie sind Leistungen des gestaltenden Individuums. (Üblicherweise "Instinkt" genannt).
I 386
Def haplodiploid: unbefruchtete Eier entwickeln sich zu Männchen. D.h. Bsp männliche Borkenkäfer haben keinen Vater (wie es bei Bienen und Ameisen der Fall ist). Aber bei den Borkenkäfern muss irgendetwas in die Eier eindringen, diese Aufgabe übernehmen Bakterien. (Parasiten).

Da I
R. Dawkins
Das egoistische Gen, Hamburg 1996

Da II
M. St. Dawkins
Die Entdeckung des tierischen Bewusstseins Hamburg 1993
Terminologien Leibniz Holz I 12f
Monadologie/Monaden/Leibniz: Niemand wird die Monadologie heute noch einfach als Erklärungsschema nehmen, wohl aber als eine Modellantwort auf mögliche Probleme, die sich bei der Frage nach der Einheit der Mannigfaltigkeit und dem Gesamtzusammenhang ergeben.
Holz I 24
Prästabilierte Harmonie/Leibniz: diese in jeder Substanz der Welt von vornherein geregelte gegenseitige Beziehung, die das hervorbringt, was wir ihren Verkehr nennen und einzig und allein die Verbindung von Seele und Körper ausmacht. "Die Hypothese ist sehr wohl möglich." (LeibnizVsNewton: Newton: "hypotheses non fingo").
"Sie ist eine wunderbare Idee von der Harmonie des Universums und der Vollkommenheit der Werke Gottes".
Holz I 48
ratiocinatio/Leibniz: Aufbau einer Theorie aus Argumentationsketten über einen Gegenstand. Gewinnung von wahren Sätzen.
Holz I 49
Monade/Leibniz/Holz: Titel für die Einheit des substantialen und des strukturalen Aspekts des Seins, als Substanz und Strukturbegriff in einem. Der Grund der Einheit ist die Formbestimmtheit ihrer allseitigen Verknüpfung, nicht die Linearität einer Folge oder Reihe. Insofern liegt der Existenzgrund der Welt (als der Totalität der Verknüpfungen) nicht in der Welt, sondern bedingt sie als Welt.
Holz I 109
Fensterlosigkeit/Monade/Leibniz: besagt, dass in metaphysischer Strenge Veränderungen einer Substanz sich nur als Folge von internen Prozessen ergeben,
I 110
weil sie allein die Äußerungen der ursprünglichen Kraft als vis activa und ihrer Selbstbeschränkung als vis passiva sind. (Keine Verbindung zu Maturana). Es gibt kein Mittel, zu erklären, wie eine Monade von irgendeinem anderen Geschöpfe verändert werden könnte, da man in sie nichts übertragen noch sich irgend eine innere Bewegung in ihr vorstellen kann, wie das bei zusammengesetzten Dingen geschehen kann, wo es Veränderungen zwischen Teilen gibt.
"Die Monaden haben keine Fenster, durch die irgendetwas in sie hinein oder aus ihnen heraustreten könnte." (KS 441).
I 113
Immanenz/Leibniz: der Substanz in der Welt - Inhärenz: der Welt in der einzelnen Substanz.
Holz I 116
Monade/Leibniz: Ausdruck dafür, dass Substanz nur als Struktur Substanz ist. (Bestimmt durch das Ganze des Universums). Seele/Leibniz: wie die Seele die strukturelle Einheit ihres Leibes bildet und dieser zerfällt, wenn die Seele entweicht, so ist die Monade die einheitsstiftende Struktur des materiellen Körpers.
I 117
Monaden/Leibniz: sie müssen wirkliche Einheiten sein "beseelte Körper" (nicht nur mathematische Punkte). Lösung: ihre Natur muss in der Kraft bestehen.
wie die Seele aber nicht verwendet werden darf. um über Einzelheiten des tierischen Organismus Auskunft zu erteilen,
I 118
müssen wir die Monaden entsprechend als ursprüngliche Kräfte annehmen.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Universalien Quine I 72
Disposition: Reiz ist hier nicht Einzelereignis, sondern Universale! Nicht zwei gleiche Reize, sondern Wiederholung desselben. Universale: dasselbe, nicht zweimal das Gleiche! - > Disposition und Konjunktiv machen Universalien unabdingbar.
Unverwirklichte Entitäten: Universalien - nicht Einzeldinge! (sonst unendliche Klassen von Duplikaten).
I 102
Goodman:"Kaninchenheit: diskontinuierliches Raum-Zeitsegment, das aus Kaninchen besteht.
I 286
Intensionale Abstraktion: "Hund sein", "Das Kuchenbacken", "Das Irren".
I 332
Satz = Universale! - Wert der Variablen: Proposition (Gegenstand) - bleibt auch nach sing Term bestehen - Proposition widersteht Wechsel des Wahrheitswerts. - Die Proposition bleibt in "x0p" namenlos
I 414
Gegenstand: das, was singuläre Termini bezeichnen, benennen, als Werte annehmen. - (Aber singuläre Termini haben wir eliminiert.) - Bsp "Schimmer", nicht aber: "Schimmrigkeit".
I 423
Unverwirklichte Möglichkeiten: die verschiedenen möglichen Hotels an der Ecke: durch die Position erhalten wir keine Identität. - Höchstens als Universalien.
II 220
Universalien/Quine: müssen in unsere Ontologie aufgenommen werden: Bsp einige zoologische Arten sind wechselseitig fruchtbar - Bsp Freges Ahnen - Bsp Kaplan: "Einige Kritiker bewundern niemand außer einander."
- Zahlen, Funktionen (auch in der Physik).

VII (a) 10ff
Universalien/Namen/Quine: die Tradition kann nicht argumentieren, Prädikate wie "rot" müssten Namen von Universalien sein: Name zu sein ist viel spezieller als eine Bedeutung zu haben. - "pegasiert" ist auch kein Attribut (Universale) sondern ein Prädikat (Begriff)! ((s) Zusammenhang: Russells Lösung für das Problem des Redens von Nichtexistentem: statt zu schreiben "Es gibt ein x Pegasus, das nicht existiert": "Nichts pegasiert".)
VII (d) 73
Universalien/Quine: Bsp "Rot": ist das größte rote Ding im Universum - auch wenn es verteilt ist. - Bsp Einkommensgruppen: jede ist ein raumzeitlich verteiltes Ding, das aus verschiedenen Stadien verschiedener Personen besteht. - Problem: Unterscheidung zwischen raumzeitlicher und begrifflicher Verteilung: Bsp graphische Figur kann als aus mehr oder weniger vielen Dreiecken oder Quadraten bestehend interpretiert werden - deswegen sind Universalien keine Konkreta!
VII (d) 75
Universalien/Quine: müssen als abstrakte Entitäten angenommen werden, weil Namen immer ersetzbar sein müssen. (Frege, Substitutionsprinzip).
VII (f) 117
Universalien/Quine: man kann eine Theorie die nur mit Gegenständen umgeht, so umformulieren, dass sie sich auf Universalien bezieht - Bsp Länge von Körpern statt Körper - Bsp konkret: Inskription.- abstrakt: notationale Form.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Vierdimensionalismus Quine X 54
Vierdimensionalismus/Quine: Bsp ein schrumpfender Körper läuft spitz in die Zukunft zu, ein wachsender spitz in die Vergangenheit. Physikalischer Gegenstand/Quine: gesamter vierdimensionaler materieller Inhalt, wie zerstückelt und verschiedenartig er auch sein mag.
Körper: erkennen wir an, wenn er verhältnismäßig fest zusammenhängt, während er mit seiner raumzeitlichen Umgebung schwächer und unregelmäßiger zusammenhängt.
Vierdimensionalismus/Quine: macht Zeitenbildung des Verbs überflüssig. Wir können immer im Präsens berichten. Ohne das wäre es umständlich, über Gegenstände zu quantifizieren, die niemals gleichzeitig vorhanden waren, oder sie in Mengen zusammenfassen, oder ein Prädikat auf einen Gegenstand anzuwenden, der nicht mehr vorhanden ist.
((s) Zeitscheibe/(s): nicht flach wie eine Scheibe Wurst, sondern ein vollständiger Körper in einem Moment.)

XIII 75
Vierdimensionalismus/Möglichkeiten/Mögliche Gegenstände/Possibilia/Quine: Der Vierdimensionalismus schafft einen Platz an der Sonne für alle zukünftigen Aktualitäten, wie unvorhersehbar auch immer, aber keinen Trost oder Hilfe für bloße Möglichkeiten.
XIII 197
Vierdimensionalismus/Wechsel/Veränderung/Quine: es ist falsch, wie einige behauptet haben, dass es im Vierdimensionalismus (Ausdruck nicht von Quine) keinen Wechsel gäbe und statt dessen nur eine ewig statische Realität. Veränderung: gibt es noch, sie ist bloß verkörperlicht. (incorporated). Es heißt nun einfach, daß die früheren Stadien eines Körpers sich von den späteren unterscheiden, so wie seine oberen von den unteren. Die späteren Stadien sind dabei genauso wenig aus den früheren zu erschließen, wie die unteren aus den oberen! ((s) >Tatsachen sind nicht notwendig).
Zeit/Zeitengebrauch/tense/Logik/Quine: Zeit ist in der reinen Mathematik und der Logik nicht vorhanden. Wenn sie hereingebracht wird, dann durch Prädikate wie „später als“.
Vierdimensionalismus: entspricht dieser Erweiterung der logischen Notation durch Prädikate wie „später als“.
Zeit/Logik/Zeitlogik: alternativ könnte man Zeit in die Logik hereinnehmen, aber das wäre sehr umständlich und böte sich nur an, wenn man die Alltagssprache untersuchen wollte.
Zeit/Zeitengebrauch/tense/Logik/Quine: Zeit ist in der reinen Mathematik und der Logik nicht vorhanden. Wenn sie hereingebracht wird, dann durch Prädikate wie „später als“.
Vierdimensionalismus: entspricht dieser Erweiterung der logischen Notation durch Prädikate wie „später als“.
Zeit/Logik/Zeitlogik: alternativ könnte man Zeit in die Logik hereinnehmen, aber das wäre sehr umständlich und böte sich nur an, wenn man die Alltagssprache untersuchen wollte.

Zeit/Verräumlichung/Raumzeit/Vierdimensionalismus/Quine: sollte man sich nicht wundern über Relationen zwischen Dingen, die es nicht mehr gibt? Bsp Mark Anton und Cleopatra sind beide tot, die Relation zwischen ihnen bestand früher, auch wenn sie heute nicht mehr besteht.
Frage: wie ist es mit der Ururgroßvater-Relation? ((s) hier existiert stets nur ein Teil).
Bsp die Klasse der großen Generäle in der Geschichte: die Elemente existieren kaum gleichzeitig.
XIII 198
einfachste Lösung: sie alle als Bewohner der Raumzeit aufzufassen. Als zeitlos koexistent. Zeit/Übersetzung/Quine: übersetzen wir, indem wir in die 4. Dimension ausweichen.
Zeit/Dimension/Quine: Zeit als 4. Dimension wird als auf gleicher Stufe wie die räumlichen behandelt, sie ist aber in einem wichtigen Sinn unabhängig von ihnen:
Raum/Quine: hier unterscheiden wir auch Richtungen zwischen den Achsen, anders als in der Zeit.
Pointe: wir können die Zeit mit dem Raum amalgamieren, indem wir sagen Bsp so und so viele Meilen entsprechen einer Stunde; das haben wir bisher nicht gebraucht, brauchen es aber in der Relativitätstheorie.

Relativitätstheorie/Raumzeit/Relativität/Drittes/Quine: Bsp zwei Pfähle in 5 Meter Abstand: können von verschiedenen Beobachtern verschieden beschrieben werden. >Orientierung.
Relativitätstheorie: hier haben wir raumzeitliche Diagonalen. Sie lässt kein Maß zu,
XIII 199
nicht einmal über alle vier Dimensionen gleichzeitig, das analog ist zum Abstand und unabhängig von der Geschwindigkeit des Beobachters. Intervall/Lösung/Quine: statt des Abstands kann es ein Intervall geben, das aber anders beschaffen ist: es kann 0 sein, selbst wenn die Ereignisse räumlich weit auseinander liegen.
Vierdimensionalismus/Quine: halten wir völlig unabhängig von der Relativität aufrecht.
XIII 221
Flächenmaße zum Quadrat/Quine: Flächenmaße müssten vier räumliche Dimensionen haben! Anders als Liter pro Stunde: ((s) denn jetzt müssen wir m² x 2 rechnen!). Vierdimensionalität/Vierdimensionalismus/Quine: Bsp wenn wir die Zeit als vierte Dimension nehmen, ist das Quadrat einer Fläche dann
XIII 222
die raumzeitliche Größe eines Würfels über eine Zeit, das zeitliche Äquivalent der Kantenlänge, was immer das ist. Quadrate von Flächen/Relativitätstheorie/Relativität/Einstein/Quine. Bsp E = mc²:
c: ist Abstand durch Zeit
c²: das Quadrat des Abstands geteilt durch das Quadrat der Zeit, oder Fläche durch Quadratstunde.
E = mc² setzt also Energie mit Flächentonnen pro Quadratstunde gleich.

V 182
Gegenstand/Ontologie/Quine: großer Fortschritt: Vierdimensionalismus, vierdimensionale raumzeitliche Gegenstände. Wir sind so körperorientiert, dass wir auch den Abendstern und den Morgenstern nicht als Phasen der Venus nehmen, sie sind einfach Venus und auf sie kann je nach Tageszeit mit dem einen oder anderen Term referiert werden. Ähnlich:
Bsp Carnap: Rumber und Titisee: derselbe See, je nach Wetter. Bsp Dr. Jekyll und Mr. Hyde.
Pointe: man würde sie nicht als komplementäre zeitliche Teile eines ganzen namenlosen Menschen ansehen, sondern als einen identischen Menschen mit zwei Namen.
Vierdimensionalismus/Quine: Bsp man kann eine Schlacht mit dem physikalischen Gegenstand identifizieren, der aus der Vereinigung der entsprechenden Zeitausschnitte aller Teilnehmer besteht.
Oder man kann Stofftermini (Massentermini) zu sing Term machen, die je einen diffusen physikalischen Gegenstand benennen. ((s) Bsp Putnam: Wasser: alles H2O im Universum).
V 184
Vierdimensionalismus/Ontologie/Quine: ((s) hier zunächst noch in der klassischen Trennung Materie/Raum) an die Stelle der Punkte treten dann die Punkt Augenblicke. Bsp Rein räumliche Quadrate d.h. Quadrate senkrecht zur Zeitachse, sind dann nur augenblicklich und nicht über die Zeit hinweg identifiziert. Wohl gibt es immer noch das obige zeitüberdauernde Quadrat, jetzt aber als dreidimensionales quadratisches Parallelepiped unendlicher Länge, parallel zur Zeitachse der Raum Zeit oder jemandes Zeitachse orientiert.
Vs: 1. Uneleganz der doppelten Ontologie von Materie und Raum.
2. (schwerwiegender): Hinfälligkeit einer Theorie der absoluten Position. Ohne sie scheint eine Ontologie rein räumlicher oder raumzeitlicher Mannigfaltigkeiten unstimmig.
V 185
Lösung/Quine: wir versuchen, die Mannigfaltigkeiten irgendwie in Anlehnung an physikalische Gegenstände zu konstruieren. Vielleicht mit Hilfe von Zahlen und Messungen, ein Punkt: ist dann ein Zahlentripel reeller Zahlen, ein Raumzeitpunkt ein Quadrupel.
Quadrate usw. werden als Klassen solcher Tripel oder Quadrupel gemäß der analytischen Geometrie identifiziert.
Bis dahin ist noch nicht von physikalischen Gegenständen oder physikalischem Raum die Rede. Nächster Schritt:
Messung/Messen: Verbindung mit Gegenständen durch Anwendung reiner Zahlen mittels Messung.
Bsp wenn man sagt, vier Dörfer lägen so, dass sie die Punkte eines Quadrats bilden, sagt man nur etwas über die Beziehungen zwischen den Entfernungen: nämlich dass vier der sechs gleich und die beiden übrigen ebenfalls gleich sind.
Mannigfaltigkeit: damit sind wir die Ontologie der Mannigfaltigkeiten losgeworden, aber wir haben es nun mit wesentlich mehr als physikalischen Gegenständen zu tun: mit Zahlen, Zahlenpaaren, Tripeln, Quadrupeln, und Klassen von solchen. Damit haben wir abstrakte Gegenstände. Also haben wir immer noch eine doppelte Ontologie.
abstrakt/Quine: aber die Ontologie abstrakter Gegenstände hätten wie sowieso für viele Zwecke gebraucht:
V 186
z.B. um von Quadraten usw. zu reden. Mannigfaltigkeit/Quine: diese waren bloß einzelne Quadrate, Kreise usw.
Form: Formen wären Klassen von solchen also Gegenstände von höherer Abstraktheit.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Vorhersage Sunstein I 39
Vorhersage/Experten/Laien/Individuen/Gruppen/Sunstein: statistisch ausgewählte Gruppen von Experten hatten 12,5 % weniger Fehleinschätzungen abgegeben als einzelne Experten in Bezug auf so unterschiedliche Themen wie Geflügelpreise, Bruttosozialprodukt, Überlebenschancen von Patienten, Wohnungsbauentwicklung. (1) Für Unternehmen ergibt sich daraus, dass sie besser auf den Rat vieler Experten hören als externe Berater zu engagieren. (2)
Wahlprognosen/Politische Prognosen/Sunstein: hier ist es Standardpraxis geworden, eine Menge von Wahlergebnissen zu untersuchen und den Median zu nehmen. In den USA wurde 2004 das System Polly dazu eingesetzt. (3)
I 40
Problem/Sunstein: werden mehrere Befragungen zusammen genommen und untersucht, so haben diese meist nicht dieselben Fragen gestellt. Man versucht dann, ein diesen verschiedenen Fragen zugrunde liegendes Einstellungsmuster herauszufinden. (4)
I 132
Vorhersagemärkte/Prognosemärkte/prediction markets/Sunstein: Beispiele, in denen Informationsmärkte effizient sind: Bsp Tendenzen von Luftverschmutzung erkennen, Bsp Defizite in öffentlichen Haushalten zu beobachten. (5) Bsp Ausbrüche von Krankheiten zu verfolgen und ihre Ausbreitung vorherzusagen, Bsp die Zahlungsfähigkeit von Institutionen zu beobachten. (6)
I 137
Manipulation: Anhänger des Kandidaten Pat Buchanan kauften 2000 große Mengen von Anteilen am IEM (Iowa Electronic Market, einem Vorhersagemarkt für Wahlen) um die Prognosen zu manipulieren. Besser Informierte Anleger nutzten dies jedoch anschließend zu ihrem Vorteil aus.
I 138
Tendenzen: man sieht oft, das Unterstützer eines Kandidaten an den Sieg eben dieses Kandidaten glauben. So glaubten 1980 87 % von Jimmy Carters Unterstützern an dessen Sieg und gleichzeitig 80 % von Ronald Reagans Unterstützern an einen Sieg ihres Kandidaten. (7) Das ist nicht verwunderlich, schränkt jedoch die Vorhersagekraft ein. Menschen verarbeiten neue Informationen auf eine Weise, dass sie in ihre bisherige Weltsicht integrierbar sind. Aus diesem Grund verlieren auch viele Anleger Geld am Aktienmarkt.
I 139
Marginal Trader Hypothesis: diese These nutzt das aus und orientiert sich am Verhalten einer kleiner Gruppe von Händlern, die als eine identifiziert wurde, die weniger anfällig für Tendenzen ist.
I 144
Es gab eine berühmte Wette zwischen Julian Simon und Paul Ehrlich über die Knappheit natürlicher Ressourcen. (8) Simon hatte prognostiziert, dass sie unerschöpflich seien. 1980 wetten Ehrlich und Simon auf Preise für Rohstoffe, die Ehrlich aussuchte. Simon gewann, weil die Preise bis 1990 sanken. Sunstein: wenn es damals schon Informationsmärkte gegeben hätte, hätten sie stark zu Simon tendiert.


1. See Armstrong, “Combining Forecasts,” 419–20. For many factual questions, of course, a little research would be sufficient to identify the correct answers. But for some factual issues, even significant research is inconclusive, and it is best to consult experts. pp. 428, 430-31
2. ibid. p. 428.
3. See Alfred Cuzán et al., “Combining Methods to Forecast the 2004 Presidential Presidential Election: The Pollyvote” (unpublished manuscript, Jan. 6, 2005), 12, available at http://www.politi calforecasting.com.
4. I am grateful to Robert MacCoun for this point.
5. See Abramowicz, “Prediction Markets, Administrative Decisionmaking, and Predictive Cost-Benefit Analysis,” pp. 990–92.
6. ibid. pp. 987-90
7. Donald Granberg and Edward Brent, “When Prophesy Bends: The Preference-Expectation Link in U.S. Presidential Elections, 1952–1980,” Journal of Personality and Social Psychology 45 (1983): 479. 65. See Wolfers and Zitzewitz, “Prediction.
8. For an overview, see “FAQ: People, Julian Simon’s Bet with Paul Ehrlich,” Overpopulation.com, at http://www.overpopulation.com/faq/People/julian_simon.html (last visited Jan. 28, 2005).


Sunstein I
Cass R. Sunstein
Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge Oxford 2008

Sunstein II
Cass R. Sunstein
#Republic: Divided Democracy in the Age of Social Media Princeton 2017
Willensfreiheit Lewis V 291
Willensfreiheit/Naturgesetze/NG brechen/Lewis: dass wir anscheinend Naturgesetze brechen können hängt von der Annahme eines "weichen" Determinismus ab. - Die These, dass man manchmal freiwillig das tut, wozu man vorbestimmt ist und dass man in solchen Fällen auch anders handeln könnte, obwohl die Vorgeschichte und die Naturgesetze festlegen, dass man nicht anders handeln wird. - Kompatibilismus: die These, dass der weiche Determinismus wahr sein könnte, aber These es gibt vielleicht eine physikalische Grundlage einer Vorbestimmung. - Bsp "Ich hätte die Hand heben können- dann hätte ich ein Naturgesetz verletzt" - Das wird hier nur um des Argumentes des weichen Determinismus willen angenommen.
V 292
Pointe: daraus folgt aber nicht, dass es etwas gibt, das beides ist: ein Naturgesetz und gebrochen. - Denn gebrochene Naturgesetze sind eine contradictio in adjecto.
V 293
Die Annahme dient hier der Unterscheidung zweier Thesen: schwache These: ein tatsächlich ungebrochenes Gesetz hätte gebrochen werden können. - Stark: ich kann Naturgesetze brechen. - Pointe: wenn kein Akt von mir ein Naturgesetze-brechendes Ereignis ist, dann könnte es nicht wahr sein, dass ich ein Naturgesetz gebrochen hätte. - ((s) "solange nicht...").
V 295
Willensfreiheit/Naturgesetze brechen/Lewis: Bsp angenommen, ich habe vor 10 Minuten die Hand gehoben, obwohl es vorbestimmt war, das ich sie nicht hebe. - Dann gab es einen Zeitpunkt davor, an dem die Gesetze gebrochen wurden. - Pointe: dann ist die Verursachung umgekehrt. - Das Gesetzebrechen verursachte das Handheben. - (s.o. "Wunder"). - Aber der Akt selbst ist nicht das Wunder - daher braucht man für den weichen Determinismus keine übernatürlichen Kräfte. - Problem: die Wirkung würde der Ursache vorausgehen. - Dennoch haben wir ein richtiges Muster von kontrafaktischer Abhängigkeit.
V 296
InwagenVsLewis/Vs weicher Determinismus.
V 297
Lewis: Unterscheidung Akt/Ereignis. - Der Akt ruft erst das Ereignis des Gesetzebrechens hervor. - Der Akt falsifiziert kein Gesetz sondern nur eine Konjunktion von Vorgeschichte und Gesetz.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Wissenschaft Fraassen I 34
Wissenschaft/Fraassen: These: ihr geht es nicht um Erklärung als solche, sondern um neue Aussagen über beobachtbare Regularitäten.
I 39
Wissenschaft/R. Boyd: These: die Terme einer reifen Wissenschaft referieren typischerweise. - Wir brauchen den Realismus, damit der Erfolg der Wissenschaft nicht wie ein Wunder aussieht. FraassenVsBoyd: Wissenschaft muss nicht ihren eigenen Erfolg erklären.
I 86
Einheit/Wissenschaft/Duhem: DuhemVsEngländer/DuhemVsEnglische Wissenschaftler: diese seien "breit aber seicht", indem sie mit einem stückweisen Ansatz zufrieden seien. (Apparatebau) - (Duhem pro Einheitlichkeit).
I 196
Wissenschaftstheorie/Fraassen: hat nichts mit Logik oder Sprachphilosophie zu tun. - und umgekehrt: Fraassen These: Sprachprobleme haben nichts mit dem Inhalt der Wissenschaften und der Struktur der Welt zu tun!

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Wunder
Wunder Bigelow I 228
Wunder/Ähnlichkeit/Mögliche Welten/Relevanz/Bigelow/Pargetter: welche Art von Ähnlichkeit zwischen Welten ist die relevante? Es kann nicht um bestimmte Tatsachen gehen. Das wäre nicht hinreichend. 1. Welt u: Darwin fragt seinen Vater um Erlaubnis loszusegeln, erhält sie und schreibt sein Buch, von dem wir alle gehört haben
2. Welt w: Darwin erhält die Erlaubnis nicht, segelt nicht los und schreib sein Buch nicht
3. Welt v: Darwin erhält die Erlaubnis nicht, segelt trotzdem los… und sein Vater hat vergessen was er gesagt hat.
I 229
Lösung/Lewis: Def Ähnlichkeit/Ähnlichkeitsmetrik/mögliche Welten/Lewis: durch weniger Ausnahmen in einer möglichen Welt bei Gesetzen, die in der anderen Welt gelten. Bsp Darwin: „Wunder“ wären die falsche akustische Übermittlung der Aussage des Vaters und das Vergessen durch den Vater.
Wunder/Lewis: aber auch Welt u könnte Wunder enthalten: die Vorgeschichte ist die gleiche wie in v, aber die Entscheidung des Vaters fällt anders aus, wobei aber eben die kausale Situation dieselbe wäre Und das Wunder der anderen Entscheidung wäre vielleicht genauso groß wie das der Gedächtnislöschung und der falschen Hörens.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Wunder Hume Stegmüller IV 355
Wunder/Wahrscheinlichkeit/Hume/Stegmüller: Wahrscheinlichkeit ist immer auf den Informationsstand zu relativieren. Humes Argument wäre aber sogar gültig, wenn Glaubwürdigkeit von Zeugen ein Naturgesetz wäre! Selbst dann wäre es nicht rational, an Wunder zu glauben. Wunder/Mackie: Unterschied: a) Frage. welche Gesetzeshypothesen sollten aufgrund der Berichte angenommen werden?
b) das Gewichts des Beweismaterials selbst.
Wunder/MackieVsHume: auch der Berichtende selbst benötigt den Begriff eines gut begründeten Naturgesetzes um das Ereignis als Wunder einzustufen.
IV 356
Hume berücksichtigt nirgends die Stärkung durch mehrere voneinander unabhängige Zeugen.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997
Wunder Jansenismus Gadamer I 24
Wunder/Jansenismus/Wahrheit/GadamerVsJansenismus/Gadamer: Es ist (...) eine Trivialität, die da herauskommt, wenn es etwa heißt, man müsse, um ein Ereignis in seiner Wahrheit zu beurteilen, die Umstände (circonstances) berücksichtigen(1), die es begleiten. - Die Jansenisten wollten mit dieser Beweisführung eine methodische Anleitung dafür geben, inwiefern die Wunder Glaubwürdigkeit besitzen. Sie suchten gegenüber einem unkontrollierten Wunderglauben den Geist der neuen Methode aufzubieten und meinten, auf diese Weise die wahren Wunder der biblischen Überlieferung und der kirchlichen Tradition zu legitimieren.
Die neue Wissenschaft im Dienst der alten Kirche - dass dieses Verhältnis keine Dauer versprach, ist nur zu deutlich, und man kann sich vorstellen, was geschehen musste, wenn die christlichen Voraussetzungen selber in Frage gestellt wurden. Das methodische Ideal der Naturwissenschaft musste, wenn man es auf die Glaubwürdigkeit der historischen Zeugnisse der biblischen Überlieferung anwendete, zu ganz anderen, für das Christentum katastrophalen Ergebnissen führen.
Spinoza/Gadamer: Der Weg von der Wunderkritik im Stile der Jansenisten zur historischen Bibelkritik ist nicht allzu weit. Spinoza ist dafür ein gutes Beispiel.
GadamerVsSpinoza: Wir werden an späterer Stelle zeigen, daß eine konsequente Anwendung dieser Methodik als einziger Norm geisteswissenschaftlicher Wahrheit überhaupt ihrer Selbstaufhebung gleichkäme. >VicoVsJansenismus.


1. Vgl. Logique de Port-Royal, 4e partie, chap. 13ff.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Wunder Leibniz Holz I 96
Wunder/Mystizismus/LeibnizVsLocke: man sollte nicht zu Wundern (Gott) Zuflucht nehmen, oder unerklärliche Kräfte annehmen.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Wunder Lewis V 46
Wunder/Ähnlichkeit/Mögliche Welten/kontrafaktische Abhängigkeit/Lewis: die Ähnlichkeitsrelation zwischen möglichen Welten sollte nicht erfordern, dass in abweichenden Welten Wunder nötig werden. Ähnlichkeitsrelation/Lewis: ich glaube nicht, dass sie unser explizites Urteil oft leiten, aber die Gesamtähnlichkeit muss Teil der gesuchten Ähnlichkeitsrelation sein. - Übereinstimmung lokaler Tatsachen nicht wichtig, wohl aber Vermeidung größerer Verletzungen von Naturgesetzen. Bsp kleines Wunder: Nixon drückt den Knopf, aber das Signal wird unterdrückt.
Großes Wunder: außerdem werden alle Spuren verwischt, Nixons Memoiren gefälscht usw., d.h. die Welten werden ununterscheidbar.
V 48
Kleines Wunder: erlaubt Abweichung. - Großes Wunder: erlaubt Konvergenz.
V 49
Divergenz ist viel einfacher zu erreichen als Konvergenz. - Kontrafaktische Asymmetrie: gibt es, weil die geeigneten Standards der Ähnlichkeit ihrerseits symmetrisch sind und der Asymmetrie von Wundern entsprechen. -
V 53
Es geht sehr wohl um die Gewichtung verschiedener Ähnlichkeiten.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Wunder Spinoza Genz II 313
Wunder/SpinozaVsWunder/Genz: es gibt keine Wunder. Daher sollen wir Gottes Existenz aus den Naturgesetzen erkennen.

Spinoza I
B. Spinoza
Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
Zeit Bigelow I 192
Verzweigte Zeit/Mögliche Welten/Bigelow/Pargetter: wir erlauben, dass die Zeit verzweigt ist, d.h. zu jeder Vergangenheit gibt es mehrere Zukünfte. Da sollten wir auch erlauben, dass so etwas für die Entwicklung innerhalb einer möglich ist. D.h. zwei Teile könnten denselben Ursprung haben. Ebenso Fusion und vorübergehendes Zusammengehen von Teilen. Problem: es ist verwunderlich, dass solche Teile dann zumindest einen zeitlichen Teil gemeinsam haben müssten.
Bsp Angenommen, wir treffen Jane aus einem anderen Teil derselben möglichen Welt. Betrachten wir das
Kontrafaktisches Konditional: wenn wir Jane nicht getroffen hätten, hätte sie nicht existiert.
BigelowVsLewis: nach ihm muss das wahr sein
Bigelow/Pargetter: nach uns ist es klarerweise falsch. Es muss daher mindestens eine mögliche Welt geben, in der Jane existiert und wir sie nicht treffen. Und diese mögliche Welt muss uns dann alle Jane und uns enthalten, obwohl es keine Verbindung zwischen uns gibt.
LewisVsVs: dieser müsste dann irgendeine andere Verbindung und entsprechendes kontrafaktisches Konditional annehmen: „…ein Vorfahre oder Nachfahre von uns hätte einen Vorfahren oder Nachfahren von ihr treffen können“ usw.
BigelowVsLewis: das ist immer noch falsch in der fraglichen Welt und weniger plausibel als das obige kontrafaktische Konditional. Das zeigt die Falschheit der temporalen Theorie.

BigelowVsLewis: dieser ist in einem Dilemma: entweder er nimmt die Weltgefährten-Relation als primitiven Grundbegriff oder er lässt modale Grundbegriffe zu.
I 193
Gegenstück-Relation/GR/Lewis/Bigelow/Pargetter: Lewis stützt sich aber noch auf eine wichtigere Relation, die Gegenstück-Relation: sie ist auch kein guter Kandidat für einen unanalysierten Grundbegriff, und dennoch braucht auch sie wiederum modale Grundbegriffe. BigelowVsLewis/BigelowVsGegenstück-Theorie/Bigelow/Pargetter: sie führt auch in die Zirkularität, weil sie modale Begriffe voraussetzt. D.h. sie kann die Modallogik nicht begründen.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 42 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
WunderWunder Fodor Vs Analytizität IV 185
analytisch/synthetisch/graduelle Analytizität/Block/Fodor/Lepore: einige Autoren haben aus "Two Dogmas" den Schluss gezogen, dass eine gewisse "graduelle Analytizität" nicht ausgeschlossen ist.
IV 185
Fodor/LeporeVs: das setzt dann Gleichheit der Bedeutung statt Identität der Bedeutung voraus. Aber wir haben schon gesehen, dass für Inferenzen Analytizität und Kompositionalität dasselbe sind. Dann muss man also auch mit gradueller Kompositionalität leben.
Frage: geht das auch mit Systematizität (Systematik: Glauben verwandter Einstellungen) Isomorphie (s.o.) und Produktivität zusammen?
Würde graduelle Kompositionalität nicht nur eine endliche Bekanntschaft mit (unendlicher) Sprache beinhalten? So dass man neue Begriff nur "so ungefähr" versteht?
Bsp wenn man aRb versteht, dann auch "so ungefähr" bRa.
Bsp die Konstituenten des Satzes S drücken "so ungefähr" die Konstituenten der Proposition P aus?
Bsp "John liebt Mary" drückt "so ungefähr" aus, dass John Mary liebt aber auch nur, weil "John" "ungefähr "auf John referiert?
29. IV 185
analytisch/synthetisch/Quine/Fodor/Lepore: Sie mögen sich wundern, wie wir mit Quine über die a/s Unterscheidung übereinstimmen (Lager), aber dennoch daran festhalten, dass Kompositionalität Analytizität beinhaltet und dass Sprachen kompositional sind. Das ist kein Paradox: Kompositionalität lizensiert strukturell bestimmte Analytizität:
IV 245
Bsp "Braune Kuh" "braun" aber nicht "Kuh" > Tier Quine: "Logik jagt die Wahrheit den Baum der Grammatik hoch".
Fodor/Lepore IV 178
QuineVsKant/QuineVsAnalytizität/QuineVs Kompositionalität der Inferenz: (extern): Schlüsse müssen sich als falsch herausstellen können.
IV 178/179
VsFodor/Lepore: dann könnte man vielleicht mit einer reformulierten CRT auskommen: kompositionale Bedeutung, aber inferentielle Rolle nicht kompositional, nur innerhalb analytischer Schlüsse? Fodor/LeporeVsVs: Gefahr der Zirkularität: Wenn man Analytizität überhaupt annimmt, dann fristen Kompositionalität, Analytizität und Bedeutung ihr Leben damit, dass sie jeweils die Arbeit des anderen besorgen. Quine würde sagen: "Das sagte ich doch!".
inferentielle Rolle/Fodor/Lepore: durch den vorliegenden Vorschlag ist auch ihre Naturalisierbarkeit bedroht. ((s) dass man sie letztlich in physiologischen Kategorien erklärt): ursprünglich bestand ihre Attraktivität darin, als kausale Rolle eine Basis für die Lösung von Brentanos Problem der Irreduzibilität auf Neurophysiologisches zu liefern. (> Computation).

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
Jerry Fodor
"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
In
Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995
WunderWunder Mackie Vs Anthropisches Prinzip Stegmüller IV 415
teleologischer Gottesbeweis/Mackie: eine Variante lautet: es bleibe zu erklären, wieso es Materie und Gesetze geben "von der Art, dass Leben ermöglicht wird". Mackie: das ist zweideutig:
a) zirkulär: man tut so, als seien die künftigen Entwicklungen bereits vorausgesehen, während der Naturalismus die Entwicklung darin nur "kausal verborgen" sieht.
b) es ist unfair, zu dem Erklärungsbedürftigen auch die Möglichkeit zu rechnen, solche Entwicklungen aus sich hervorzubringen. (>Anthropisches Prinzip). Es wird überfrachtet, andererseits werden die bereits erklärten Entwicklungen nochmals zum Erklärungsbedürftigen hinzugezählt.
c) außerdem hätte alles auch anders verlaufen können!
IV 416
MackieVsAnthropisches Prinzip: "Warum gerade hier"? Das Wort "hier" erzeugt unsere Aufmerksamkeit nur aufgrund unserer Anwesenheit auf der Erde. Anderswo hat sich dieser bemerkenswerte Zufall nicht ereignet. Dort gibt es also auch niemand, der sich darüber wundern kann. Vs: man könnte entgegnen: die Tatsache, dass bei einem anderen Verlauf niemand existieren würde, der sich verwundern könnte, ändert nicht das geringste am Charakter des Verwunderlichen dieser Entwicklung.
VsVs: das ist falsch: wir besitzen einfach kein genaueres Wissen darüber, welche anderen interessanten Möglichkeiten verborgen gewesen waren.
IV 416/417
Atomphysik//Ordnung/Erklärung/Abhängigkeit/Stegmüller: in diesem Bereich gibt es keine wechselseitige Abhängigkeit, die als vernünftiger Nachweis für eine Planung gelten könnte.

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
WunderWunder Lewis Vs Armstrong, D. V 353
"New Work for a Theory of Universals" (Armstrong 1983)(1) Universalien/Armstrong: seine Theorie der Universalien soll eine Lösung des
Problems des Einen und des Vielen sein. >Universalien/Armstrong, >Universalien/Lewis.
LewisVsArmstrong: aber das gestattet entweder nominalistische Lösungen, oder es gestattet überhaupt keine Lösung irgendwelcher Art.

Schwarz I 71
Kombinatorialismus/Armstrong: besteht lediglich aus einigen fundamentalen Eigenschaften, bei denen - anders als bei Farben – jede Kombination möglich sein soll (1986,§7)(2). LewisVs: 1986a(3),86, HellerVs (1998)(4): es ist nicht klar, ob das überhaupt geht. LewisVsArmstrong: damit verschiebt sich das Problem aber nur auf die Interpretation der Beschreibungen: wann repräsentiert so eine Satzmenge, in der von Eseln nicht die Rede ist, da es Esel gibt? Nur, wenn die Sätze die Existenz von Eseln notwendig implizieren (1986e(5),150 157).
Problem: das setzt wieder Modalität voraus.
VsVs: man könnte sagen, da die Beziehung zwischen der Verteilung fundamentaler Eigenschaften und allen anderen Wahrheiten analytisch ist, und damit auch ohne primitiv modales Vokabular charakterisierbar ist. (2002b(6), Heller 1996(7), s.u. Kapitel 11. (LewisVs: 1992a(8),209).

Schwarz I 118
Naturgesetze/NG/DretskeVsLEwis/TooleyVsLewis/ArmstrongVsLewis: Lewis’ Natugesetzen fehlt etwas: bei Lewis sind Naturgesetze bloße Regularitäten, sie müssten aber mehr sein. Dretske-Tooley-Armstrong-Theorie: These: Natugesetze beruhen auf fundamentalen Beziehungen zwischen Universalien, also Eigenschaften. Weil Regularitäten logisch unabhängig von lokalen Ereignissen sind, können sich mögliche Welten (MöWe) mit denselben lokalen Ereignissen gut in ihren Naturgesetzen unterscheiden: was hier eine bloße Regularität ist, mag dort eine Universalien Beziehung sein.
Universalien Beziehung: ist grundlegend und unanalysierbar. Es genügt nicht zu sagen, es bestehe eine Beziehung zwischen Fs und Gs, weil alle Fs Gs sind. Das wäre die Regularitätstheorie.
SchwarzVs: das gibt Probleme mit uninstantiierten Universalien (Mellor 1980(9), §6).
Naturgesetze/LewisVsArmstrong/LewisVsTooley/LewisVsDretske: Wenn Naturgesetze fundamentale Beziehungen zwischen Universalien ausdrücken, die logisch unabhängig sind von beobachtbaren Regularitäten, wieso nehmen wir dann an, dass die Physik uns etwas über Naturgesetze verrät?
Schwarz I 119
Welchen Nutzen bringen Universalien? Physiker wollen bloß Regularitäten beobachten. Und was hat die Universalien Beziehung dann mit noch mit den Regularitäten zu tun? Das muss man dann noch zusätzlich erklären! Wie könnte ein angenommener Gesetzgeber ausschließen, dass N(F,G) gilt und dennoch einige Fs keine Gs sind? Es genügt nicht, dem „Gesetzgeber“ einen Namen zu geben wie Armstrong das tut mit „necessitation“ („Notwendigmachung“). Naturgesetze/LewisVsArmstrong: vielleicht besser: Regularitäten, die zusätzlich durch eine primitive Beziehung zwischen Universalien abgesegnet sind, eine Beziehung, die auch in Welten besteht, in denen das Naturgesetz nicht gilt. Das ist zwar noch obskurer, aber dann ist es wenigstens kein Wunder mehr, dass alle Fs Gs sind, wenn ein Naturgesetz das verlangt.
Schwarz I 124
Wahrscheinlichkeit/LewisVsArmstrong: Vs fundamentale Wahrscheinlichkeit- Eigenschaft. Fundamentale Eigenschaften können die Rolle nicht erfüllen, die wir Wahrscheinlichkeiten zuschreiben.
Schwarz I 139
Ursache/Verursachung/Armstrong: Abwesenheit keine echte Ursache. LewisVsArmstrong: doch, bloß so alltäglich, dass ignoriert– Problem: in Vakuum dann unzählige Abwesenheiten
Schwarz I 140
Lösung/Lewis: Abwesenheiten sind überhaupt nichts, da gibt es nichts Problem: wenn Abwesenheit bloß leere RZ Region, warum gäbe es dann ohne sie gerade Sauerstoff und nicht Stickstoff? > Lösung/Lewis: „Einfluss“, leichte Erhöhung der Wahrscheinlichkeit kontrafaktische Abhängigkeit auch zwischen dem Wie, Wann und Wo des Geschehens.
Schwarz I 231
Def Wahrmacher-Prinzip/ Wahrmachen/Armstrong/Martin/Schwarz: alle Wahrheiten müssen in der Ontologie verankert sein. Starke Form: für jede Wahrheit existiert etwas, das sie wahr macht, dessen Existenz die Wahrheit notwendig impliziert. LewisVsArmstrong: das ist zu stark: Bsp dass „Es gibt keine Einhörner“ wahr ist, liegt nicht daran, dass es etwas bestimmtes gibt, sondern daran, dass es Einhörner gerade nicht gibt. (1992a(8),204, 2001b(10),611f).
Wahrmacher: wäre hier ein Gegenstand, der nur in Welten existiert, in denen es keine Einhörner gibt. Problem: warum kann dieser Gegenstand nicht auch in Welten mit Einhörnern existieren?. Antwort: weil ein solcher Gegenstand dem Rekombinationsprinzip widerspräche.
SchwarzVsLewis: das stimmt aber nicht: der Wahrmacher für „es gibt keine Einhörner“ könnte ein Ding sein, das essentiell in einer Welt ohne Einhörner lebt, aber durchaus Duplikate in möglichen Welten mit Einhörnern hat. Die Gegenstückrelation ist keine Beziehung intrinsischer Ähnlichkeit.
Wahrmachen/Prädikat/Armstrong/Schwarz: (Armstrong 1997a(11),205f): wenn ein Ding A eine Eigenschaft F hat, muss es einen Gegenstand geben, dessen Existenz diese Tatsache impliziert.
LewisVsArmstrong: warum kann dieser Gegenstand nicht existieren, obwohl A nicht F ist? (1998b)(12). Warum muss immer, wenn in einer Welt A F ist und in einer anderen nicht, in der einen auch etwas existieren, das in der anderen Welten fehlt: Zwei Welten können sich auch nur darin unterscheiden, was für Eigenschaften die Dinge in ihnen haben ((s) Also bei konstant gehaltenem Gegenstandsbereich andere Eigenschaften).
Eigenschaft/Wahrmacher/Lewis: dass etwas eine (grundlegende) E hat, benötigt also keine Wahrmacher: Der Satz, dass A F ist, ist wahr, weil A die Eigenschaft F hat, Das ist alles. (1998b(12), 219).
Def Wahrmacher-Prinzip/LewisVsArmstrong/Schwarz: es bleibt dann nur übrig: Wahrheit superveniert darauf, welche Dinge es gibt und welche perfekt natürlichen Eigenschaften und Relationen sie instantiieren. (1992a(8),207,1994a(13),225, Bigelow 1988(14), §25).
Wann immer zwei Möglichkeiten sich unterscheiden, gibt es in ihnen entweder verschiedene Gegenstände oder diese Gegenstände haben verschiedene fundamentale Eigenschaften.(1992a(8),206, 2001b(10),§4).
Schwarz I 232
Anmerkung: wenn es qualitativ ununterscheidbare, aber numerisch verschiedene Möglichkeiten gibt, (was Lewis weder behauptet noch bestreitet, 1986e(5),224) muss das Prinzip auf qualitative Wahrheiten bzw. Eigenschaften beschränkt werden (1992a(8), 206f). Wenn es keine gibt, lässt es sich vereinfachen: keine zwei Möglichkeiten stimmen exakt darin überein, was für Dinge es gibt und welche fundamentalen Eigenschaften sie instantiieren. ((s) Wenn die Verteilung fundamentaler Eigenschaften alles festlegt, sind die Dinge damit gegeben, und die möglichen Welten könnten sich nur in Eigenschaften unterscheiden, aber die sind ja gerade festgelegt). Schwarz: das kann noch etwas verstärkt werden.


1. D. M. Armstrong [1983]: What is a Law of Nature?. Cambridge: Cambridge University Press
2. D. M. Armstrong [1986]: “The Nature of Possibility”. Canadian Journal of Philosophy, 16: 575–594
3. D. Lewis [1986a]: “Against Structural Universals”. Australasian Journal of Philosophy, 64: 25–46.
4. Mark Heller [1998]: “Property Counterparts in Ersatz Worlds”. Journal of Philosophy, 95: 293–316
5. D. Lewis [1986e]: On the Plurality of Worlds. Malden (Mass.): Blackwell
6. D. Lewis [2002b]: “Tharp’s Third Theorem”. Analysis, 62: 95–97
7. Mark Heller [1996]: “Ersatz Worlds and Ontological Disagreement”. Acta Analytica, 40:
35–44
8. D. Lewis [1992a]: “Critical Notice of Armstrong, A Combinatorial Theory of Possibility”. Australasian
Journal of Philosophy, 70: 211–224. In [Lewis 1999a] als “Armstrong on Combinatorial Possibility”
9. David H. Mellor [1980]: “Necessities and universals in natural laws”. In David H. Mellor
(Hg.) Science, belief and behaviour, Cambridge: Cambridge University Press
10. D. Lewis [2001b]: “Truthmaking and Difference-Making”. Noˆus, 35: 602–615
11. D. M. Armstrong [1997]: A World of States of Affairs. Cambridge: Cambridge University Press
12. D. Lewis [1998b]: “A World of Truthmakers?” Times Literary Supplement , 4950: 30.
13. D. Lewis [1994a]: “Humean Supervenience Debugged”. Mind, 103: 473–490.
14. John Bigelow [1988]: The Reality of Numbers: A Physicalist’s Philosophy of Mathematics. Oxford:
Clarendon Press.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
WunderWunder Lewis Vs Austin, John L. IV 222
Performativa/Lewis: es ist nicht klar, ob wir sie als Behauptungssätze (Deklarativa) auffassen sollen! Wenn nicht, können wir Satzbedeutungen in behauptende und nichtbehauptende (Satzbedeutungen) aufeilen, wobei die letzteren von Befehlen und Fragen repräsentiert werden.
LewisVsAustin: aber ich würde vorziehen, performative Sätze als Behauptungssätze zu klassifizieren, und dann ist diese Unterscheidung rein syntaktisch, die Oberflächenstruktur betreffend.
IV 224
Performativa/Austin: haben keinen Wahrheitswert (WW). weder wahr noch falsch, weil Äußerungen in normalen Umständen wie Wetten sind. Performativa/LewisVsAustin: können sie doch haben. Bsp "Ich wette sixpence, dass es morgen regnet" : ist wahr bei der Gelegenheit, weil er gewettet hat.
Performativa/Austin: haben keinen WW. Sie sind weder wahr noch falsch, weil Äußerungen in normalen Umständen wie Wetten sind.
Lewis: zugestanden, aber warum soll die Äußerung dann nicht wahr sein?
pro Austin: könnte man sagen, dass performative Äußerungen einfach kaum etwas anderes tun können, als wahr sein! Bsp "Ich behaupte" : es ist dann einfach wahr, dass ich etwas behaupte.
Bsp "Ich spreche" ist immer wahr, wenn ich spreche!.
Und dennoch ist es möglich!
Es ist kein Wunder, dass die Wahrheitswerte von Behauptungsperformanzen verdunkelt sind:
Bsp "Ich behaupte, dass die Erde flach ist" hier hat natürlich jemand etwas behauptet, so ist der ((s) Gesamtsatz) wahr.
Man könnte aber versucht sein zu sagen, dass er etwas falsches gesagt hat,. weil der eingebettete Satz falsch ist.
LewisVsRoss: daher schlage ich nicht vor, normale Behauptungen als paraphrasierte Performativsätze zu verstehen wie Ross. Das würde die Wahrheitsbedingungen falsch machen.
Wenn es syntaktische Gründe für Ross’ Vorschlag gibt, würde ich das semantisch als eine Version der Methode der Satzradikale ansehen.
IV 225
Wahrheitswert: ich schlage nur einen einzigen Wahrheitswert für Sätze wie Bsp "Ich befehle dir, spät zu sein" vor. Vs: man könnte sagen, dass ermöglicht eine Zweideutigkeit, weil der Satz auf zwei weisen gebraucht werden kann:
a) Paraphrase von "sei spät!" das ist wahr einfach weil es geäußert wurde
b) als Beschreibung meiner eigenen Tätigkeit, dann kein paraphrasierter Imperativ, denn es ist schwer einen Befehl zu geben und gleichzeitig zu sagen, was ich mache!
Aber daraus folgt noch nicht , dass es hier zwei Bedeutungen gäbe!
Bsp I am talking in trochaic hexameter
In hexameter trochaic am I talking
Nur das letztere kann gebraucht werden um in trochäischen Hexametern zu sprechen und ist wahr bei jeder Gelegenheit.
Das erstere ist falsch bei der Gelegenheit, wo es richtig betont wird.
Dennoch sind beides offensichtlich Paraphrasen.
Ob ein Satz gebraucht werden kann, um in Hexametern zu sprechen ist keine Sache seiner Bedeutung. Die Unterscheidung zwischen Hexameter Gebrauch und Nicht H G ist eine Sache.
Eine andere Sache ist die Unterscheidung zwischen performativem und selbst beschreibendem Gebrauch. aber die Parallele ist interessant:
Eine Unterscheidung des Gebrauchs braucht keine Unterscheidung der Bedeutung nach sich zu führen. (>Gebrauchstheorie).

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
WunderWunder Avramides Vs Bennett, J. Avra I 17
AvramidesVsBennett:
Bennett/Avramides: (Griceaner, modifiziert): schlägt eine Gemeinschaft von Sprechern vor, die ein Kommunikationssystem nutzen, das sich nicht auf Gricesche Intentionen und Glaubenseinstellungen stützt: den "Plain Talk" ("direkte Rede", "einfache Rede", "unumwundene Rede"). Def Plain Talk/Bennett: die Sprecher verlassen sich auf den Hörer Glauben in Form einer Verallgemeinerung: wann immer eine Äusserung U geäußert wird, ist eine bestimmte Proposition p wahr. So kommt man ohne Sprecher Intention aus.
BennettVsGrice: wenn diese einfachere Analyse zutrifft, brauchen wir die kompliziertere nicht. (65).
BennettVsVs: aber Bennett glaubt selbst, daß der Griceaner dem standhalten kann:
GriceVsVs: Lösung: "Hintergrund Tatsache": wenn der Sprecher p nicht übermitteln wollte, wäre die Äußerung von U unangemessen unter der Generalisierung gewesen, daß wann immer U geäußert wird, p wahr ist. (Bennett 1976,S.172). .
I 18
Das erspart die Einführung komplexer prop Einst in die Analyse. Modifikation: der Hörerschaft werden "intentions abhängige Belege für die Proposition" präsentiert.
AvramidesVsBennett: die Modifikation ist nicht nötig, das wird schon von Grice’ ursprünglicher Analyse abgedeckt.
Avra I 18
Kommunikation/LoarVsBennett: nicht nur ist diese Art Ökonomie unnötig, die Elimination der Intentionen beseitigt etwas wesentliches. Daß Intentionen, Erwartungen und Glauben in gewöhnlicher Kommunikation und persönliche Beziehungen einfach sein sollen, scheint mir so unwahrscheinlich, daß es mich verwundert, warum das eine realistischere Sicht sein soll. (70).
I 121
Def Registrieren/Bennett: ein theoretischer Ausdruck, der für was auch immer steht in Bezug auf ein Tier, und das Vorhersagen über sein Verhalten validiert (bewertet, mit ja/nein versieht) aufgrund von Tatsachen über seine Umwelt. (Bennett 1976,S.52). Avramides: Registrieren ist notwendig aber nicht hinreichend für Glauben.
Bsp Marschflugkörper mit hitzesuchender Infrarotausstattung: kann man als reagierend aber nicht als lernend beschreiben.
Glauben/Bennett. hinreichende Bedingungen erreichen wir, wenn wir zur Registrierung noch Lernfähigkeit hinzunehmen. (vgl. Bennett 1976,S 84)
DavidsonVsBennett: statt dessen Unterscheidung subjektiver Zustand/objektive Welt.
AvramidesVsDavidson; man könnte bestreiten, daß das Bewußtsein dieser Unterscheidung der Besitz des Begriffs von Glauben ist.
Davidson: dieses Bewußtsein ist Glauben über einen Glauben.
Erschrecken/Davidson: ist nur Reiz Reaktion.
AvramidesVsDavidson: dann gibt es sicher noch Platz zwischen dem Überraschtsein und dem Besitz des Begriffs von Glauben. Das erlaubt z.B.: die Lernfähigkeit die Bennett propagiert.
DavidsonVsBennett: lehnt seinen Ansatz ab, weil sein (Davidsons) Begriff von Bewußtsein (der Unterscheidung subjektiv/objektiv) sehr stark ist.

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
WunderWunder Putnam Vs Boyd, R. Williams II 492
Wissenschaftlicher Realismus/Richard Boyd/M. Williams: Boyds Verteidigung des wR ist viel komplexer als das, was wir bisher betrachtet haben:
II 493
Verlangt es einen substantiellen (erklärenden) Wahrheits-Begriff? Boyd: indirekterer Weg als Putnam: die (ungefähre) Wahrheit unserer Theorien erklärt die instrumentelle Verlässlichkeit unserer Methoden.
Methode/Boyd: ist nicht Theorie neutral! Im Gegenteil, weil sie durch unserer Theorien gebildet werden, ist es deren Wahrheit, die den Erfolg der Methoden erklärt.
Boyd/M. Williams: damit stellt er ein bekanntes Argument auf den Kopf: BoydVsPositivismus.
Positivismus/Theorie: These die Beobachtungssprache muss Theorie neutral sein. Ebenso die methodologischen Prinzipien.
IdealismusVsPositivismus: VsTheorie Neutralität. Bsp Kuhn: die wissenschaftliche Gemeinschaft stellt die „Tatsachen“ fest.
Boyd/M. Williams: Boyd macht sehr clever die >Theoriegeladenheit unserer methodischen Urteile zur Basis seines Realismus. These: Methoden, die so Theorie geladen sind wie unsere, würden nicht funktionieren, wenn die entsprechenden Theorien nicht „in relevanter Weise ungefähr wahr“ wären.
Pointe: damit kann man ihm nicht vorwerfen, eine unakzeptable starre Trennung von Theorie und Beobachtung vorzunehmen.
Ad. 1. Vs: das entkräftet den ersten Einwand
Ad. 2. Vs: Boyd: es wäre ein Wunder, wenn unsere theorie geladenen Methoden funktionierten, obwohl die Theorien sich als falsch erwiesen. Für den wissenschaftlichen Realismus gibt es hier nichts zu erklären.
Ad. 3. Vs:
II 494
M. Williams: das geht nicht Vswissenschaftlicdher Realismus, sondern VsPutnam: PutnamVsBoyd: Argumente wie die von Boyd etablieren eine kausal erklärende Rolle für den W Begriff.
BoydVsPutnam: das tun sie gar nicht: „wahr“ ist nur ein konventioneller Ausdruck, der dem wissenschaftlichen Realismus keine Erklärungskraft hinzufügt.
Wahrheit/Erklärung/Realismus/Boyd/M. Williams: den Erfolg unserer Methoden durch die Wahrheit unserer Theorien zu erklären läuft darauf hinaus zu sagen, dass die Methoden, mit denen wir Teilchen untersuchen funktionieren, weil die Welt aus solchen Teilchen besteht, die mehr oder weniger so sind, wie wir denken.
Fazit: es macht aber keinen Unterschied, ob wir diesen Erfolg (unserer Methoden) durch die Wahrheit der Theorien oder durch die Theorien selbst erklären!
M. Williams pro Deflationismus: also brauchen wir keinen substantiellen W Begriff.

Putnam I (c) 80
Konvergenz/Putnam: an der Konvergenz von wissenschaftlichem Wissen ist etwas dran! Wissenschaft/Theorie/Richard Boyd: These: aus der üblichen positivistischen Wissenschaftstheorie folgt lediglich, dass spätere Theorien viele Beobachtungssätze von früheren implizieren, nicht aber, dass spätere Theorien die annähernde Wahrheit der früheren implizieren müssen! (1976).
Wissenschaft/Boyd: (1) Termini einer reifen Wissenschaft referieren typischerweise
(2) Die Gesetze einer Theorie, die zu einer reifen Wissenschaft gehört, sind typischerweise annähernd wahr. (Boyd benötigt noch mehr Prämissen).
I (c) 81
Boyd/Putnam: das wichtigste an diesen Feststellungen ist, dass die Begriffe der "Wahrheit" und der "Referenz" eine kausal erklärende Rolle in der Epistemologie spielen. Wenn man sie bei Boyd durch operationalistische Begriffe ersetzt, z.B. "ist einfach und führt zu wahren Voraussagen", bleibt die Erklärung nicht gewahrt.
Wahrheit/Theorie/Putnam: ich will nicht nur Theorien haben, die "annähernd wahr" sind, sondern solche, die die Chance haben, wahr zu sein.
Dann müssen die späteren Theorien die Gesetze der früheren als Grenzfall enthalten
PutnamVsBoyd: nach ihm weiß ich nur, dass T2 die meisten meiner Beobachtungssätze implizieren sollte, die T1 impliziert. Daraus folgt überhaupt nicht, dass sie die Wahrheit der Gesetze von T1 implizieren müsse!
I (c) 82
Dann gibt es auch keinen Grund, warum T2 die Eigenschaft haben sollte, dass wir vom Standpunkt von T2 aus den Termini von T1 Referenzobjekte zuordnen könnten. Bsp Dennoch ist es eine Tatsache, dass wir vom Standpunkt der RT dem Begriff "Gravitation" aus der Newtonschen Theorie ein Referenzobjekt zuordnen können, anderen aber nicht: z.B. Phlogiston oder Äther.
Mit Begriffen wie "ist einfach" oder "führt zu wahren Voraussagen" ist kein Analogon zu der Forderung der Referenz gegeben.
I (c) 85/86
Wahrheit/Boyd: was ist mit Wahrheit, wenn keiner der Ausdrücke oder Prädikate referiert? Dann wird der Begriff "Wahrheitswert" für Sätze, die theoretische Termini enthalten, uninteressant. Wahrheit wird also auch zusammenbrechen. PutnamVsBoyd: das ist vielleicht nicht ganz das, was passieren würde, doch dafür brauchen wir einen Umweg über folgende Überlegungen:
I (c) 86
Intuitionismus/Logik/Junktoren/Putnam: die Bedeutung der klassischen Junktoren wir im Intuitionismus uminterpretiert: Aussagen:
p wird behauptet p wir als beweisbar behauptet

"~p" es ist beweisbar, dass ein Beweis von p die Beweisbarkeit von 1 = 0 implizieren würde. "~p" besagt die Absurdität der Beweisbarkeit von p ( und nicht die klassische "Falschheit" von p).

"p u q" es gibt einen Beweis für p und es gibt einen Beweis für q

"p > q" es gibt eine Methode, die auf jeden Beweis von p angewendet, einen Beweis von q erzeugt (und einen Beweis, dass die Methode dies leistet).
I (c) 87
Besonderer Unterschied zur klassischen Logik: "P v ~p" klassisch: bedeutet die Entscheidbarkeit jeder Aussage.
Intuitionistisch: ist hier überhaupt kein Theorem.
Wir wollen jetzt die klassischen Junktoren intuitionistisch reinterpretieren:
~ (klassisch) ist identisch mit ~(intuitionistisch)
u (kl.) wird mit u (Int) identifiziert
p v q (kl) wird mit ~(~p u~q) (int) identifiziert
p > q (Kl) wird mit ~(p u~q) (int) identifiziert
Dies ist also eine Übersetzung des einen Kalküls in den anderen, aber nicht in dem Sinne, dass die klassischen Bedeutungen der Junktoren mit Hilfe der intuitionistischen Begriffe dargestellt würden, wohl aber in dem Sinn, dass die klassischen Theoreme erzeugt werden. ((s) Nicht Übersetzung, sondern Erzeugung.)
Die Bedeutungen der Junktoren ist nach wie vor nichtklassisch (nach der Reinterpretation)) weil diese Bedeutungen mit Hilfe von Beweisbarkeit und nicht von Wahrheit und Falschheit erklärt werden.
Bsp Klassisch besagt p v ~p: jede Aussage ist wahr oder falsch.
Intuitionistisch formuliert.: ~(~p u ~~p) heißt: es ist absurd, dass eine Aussage und ihre Negation beide absurd sind. (Nichts von wahr oder falsch!).

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000

WilliamsB I
Bernard Williams
Ethics and the Limits of Philosophy London 2011

WilliamsM I
Michael Williams
Problems of Knowledge: A Critical Introduction to Epistemology Oxford 2001

WilliamsM II
Michael Williams
"Do We (Epistemologists) Need A Theory of Truth?", Philosophical Topics, 14 (1986) pp. 223-42
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
WunderWunder Wittgenstein Vs Darwin, Ch. Putnam V 148/149
Wittgenstein: (Vorlesungen und Gespräche) WittgensteinVsPsychoanalyse: "Mythos", bewunderte Freuds Geist. WittgensteinVsDarwin: "Bei einer Erklärung ist mir das wichtigste, dass sie funktioniert, dass wir etwas aus ihr vorhersagen können." Die Physik hängt mit dem Ingenieurswesen zusammen. ~ "Die Leute werden durch äußerst magere Gründe überzeugt".

Vollmer I 290
WittgensteinVsDarwin: (Tractatus 4.1122) "hat mit der Philosophie nicht mehr zu schaffen als irgend eine andere Hypothese der Naturwissenschaft".

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
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Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
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Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

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Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
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Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
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Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
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Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

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Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
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Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
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Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
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Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988
WunderWunder Loar Vs Davidson, D. I 20
Anomaler Monismus/Davidson/Loar: These: es gibt keine psychophysischen Gesetze. Loar: das betrifft mich nicht, aber das Argument dafür schon: denn dann kann es auch keine funktionalistische Reduktion geben. (Was eine stärkere These ist).
Davidson/Loar: seine wichtigste Prämisse ist: die „konstitutive Kraft der Rationalität“ in der Zuschreibung von Glauben und Wünschen. Ohne gewisse logische Konsistenz können wir gar keine Einstellungen zuschreiben.
Davidson: These es wäre immer möglich, eine Person zu finden, deren Glauben einen anderen Inhalt hat, bei gleichem physischem Zustand. Daher kann eine psychophysische Verallgemeinerung G kein Gesetz sein.
Begründung: mentale und physische Schemata haben verschiedene Festlegungen (commitments).
I 21
mentale Zustände: sind auf Rationalität festgelegt physische Zustände: auf nichts vergleichbares. D.h. ein physischer Zustand ist nie so mit anderen physischen Zustände korreliert, wie ein mentaler Zustand mit anderen mentalen Zuständen.
Kohärenz/Davidson: betrifft mentale Zustände und hat kein Echo im Physischen.
Funktionalismus/LoarVsDavidson: zeigt, dass Davidsons Argument falsch ist.
funktionale Zustände; sind physische Zustände 2. Stufe
strukturelle physische Zustände: 1. Stufe.
LoarVsDavidson: es gibt einen viel einfacheren Grund gegen die Annahme psychophysischer Gesetze:
1. dass es keine 1:1-Korrelation zwischen prop Einst und strukturellen physischen Zuständen gibt.
funktionale Rolle/Loar: kann bei jeder Person anders aussehen, je nachdem, wie sie etwas gelernt hat. Dennoch kann es sein, dass Leute mit derselben Einstellung auch etwas Physisches gemeinsam haben. Aber nach dem Funktionalismus ist das eine Eigenschaft 2 Stufe!
I 22
2. Rationalität/Loar: es wäre überraschend, wenn unsere Theorie der Rationalität strukturelle Parallelen hätte zur Struktur eines physikalischen Systems. Aber das ist nicht Davidsons Argument und es überzeugt auch nicht. Es wäre überhaupt kein Wunder, wenn es bei einer Person eine Korrespondenz zwischen Physischem und Mentalem gibt.
Funktionalismus/Loar: Hauptfrage: kann er die konstitutive Kraft der Rationalität anerkennen? Natürlich! Und er muss es! (s.u. Kap. 4)
These: jedes Prädikat der Form „z glaubt, dass p“ schreibt einen bestimmten funktionalen Zustand zu, der die Rolle des Prädikats in der Theorie festlegt, einschließlich Beschränkungen über die Rationalität.
Problem: das muss in physikalischem Vokabular gesagt werden und wie können wir das mit Propositionen?
I 23
Funktionalismus/LoarVsDavidson: dem Funktionalismus geht es nicht um eine Reduktion von Gesetzen auf Gesetze. Es kann auf beiden Seiten Kontingenzen geben.
I 24
Rationalität: ihre Ingredienzien sind nicht kontingent, aber dass bestimmte physische Zustände sie erfüllen, ist es. Psychologie/Unrevidierbarkeit/Rationalität/Davidson/Loar: andere Autoren lesen Davidsons Argument so: Rationalität ist konstitutiv für rationale Psychologie, die daher unrevidierbar ist.
Und Revidierbarkeit ist ein zentrales Merkmal wissenschaftlicher Gesetze!
Loar: das ist nicht mein Argument.
I 25
Rationalität/physische Zustände/LoarVsDavidson/Loar: These: die Idee ist nicht inkohärent, dass gewisse physische Zustände die Bedingungen der Rationalität ((s) Kohärenz, Konsistenz usw.) erfüllen!

Loar I
B. Loar
Mind and Meaning Cambridge 1981

Loar II
Brian Loar
"Two Theories of Meaning"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
WunderWunder Rorty Vs Dodwell, P.C. I 258
Dodwell/Rorty: was würde jemand wie Dodwell diesen Argument entgegenbringen? Dodwell pro Analogie Hirn/Computer. >Computation, >Computermodell.
I 259
VsAnalogie Hirn/Computer/Computation/RortyVsDodwell/Rorty: diese Analogie ist trivial, da ein Programm nur eine Menge von Operationen kodifiziert, und das Denken genauso wenig erklärt, wie eine Menge logischer Formeln die Gesetze des Schließens erklären. DF ein Code fügt nichts hinzu! (Keine zusätzlichen Erkenntnisse). Dodwell: die Analogie wird erst zwingend, wenn man verschiedene Ebenen unterscheidet. Hardware/Software. Begriffliche Ebene: »Steuerprozess« - physiologische Ebene: Hardware.
Das Prinzip der Operationen der Unterprogramme lässt sich nicht seinerseits durch eine Untersuchung der Hardware verständlich machen. Entsprechend verhilft uns das Verständnis, wie die Unterprogramme selbst funktionieren, nicht zu einer Erklärung des Prinzips des Problemlösens in der Begrifflichkeit einer Sequenz von Schritten. Hierfür muss man den Steuerprozess betrachten, der die Gesamtorganisation der Maschine verkörpert.
I 259
Analogie Hirn/Computer/Computation/RortyVsDodwell/Rorty: trivial: ein Programm kann man auch für das Denken annehmen – Dodwell: man muss verschiedene Ebenen annehmen – (Hardware/Software) – das Prinzip der Unterprogramme lässt sich nicht durch eine Untersuchung der Hardware verstehen – Lösung: Steuerprozess, der die Gesamtorganisation der Maschine verkörpert - Analogie: wir erkennen visuelle Muster in Wirklichkeit nicht durch Auslese kritischer Merkmale, sondern durch Aufsuchen und Vergleichen passender Schablonen. Dies ist weder eine »begriffliche« Aussage (über den »Steuerprozess«) noch eine »physiologische« Aussage (über die »Hardware«), hat aber gleichwohl einen echten Erklärungswert.
I 260
Der Gedanke eines »Unterprogramms« scheint uns genau das zu geben, was die Psychologie braucht, einer Erklärung, wo für dieses tertium quid, zwischen common sense und Physiologie gut sein könnte. Rorty: inwiefern hilft uns das aber gegen die Regressargumente? Malcolm und Ryle würden vermutlich darauf bestehen, dass die »Schablonen« ihrerseits die gleiche Probleme auffahren wie die »Konstanz«, die durch sie erklärt werden soll.
DodwellVsRyle: das wäre aber nur der Fall, wenn sie zur Beantwortung so allgemeiner Fragen wie »wie ist Abstraktion, (Wiedererkennen, Konstanz) möglich?« ("Wie-ist's-möglich"-Fragen, >WIMF) herhalten sollen. Auf derartige Fragen, gibt es aber keine Antworten, es sei denn die witzlose Bemerkung, die Natur habe das geeignete Material zu solchen Leistungen hervorgebracht!
Ähnlich Wittgenstein: das Regeln implizit sind, und jedenfalls nicht alle Regeln explizit sein können, verhindert den Regress. (Siehe Regeln/Brandom).
Regress/Homunculus/Rorty: ich halte es für irreführend zu sagen, der kleine Mann (Homunculus) führe zum Regress, denn ich sehe nicht ein, dass kleine Maschinen weniger »bewusst« sind als kleine Männer. Wir können nicht erforschen, welche dieser Bündel in Quines Worten »mit Bewusstsein getönt« sind, noch ob diese Tönung mangelt. Vertrautheit mit Computern führt zu keiner solchen Entdeckung, sondern macht bloß den intentionalen Standpunkt zu etwas alltäglichem und zwanglosem.
Schließen/unbewusst/Helmholtz/Rorty: Begriff des »unbewusst Schließens«! Wahrnehmungen als unbewusste Schlussfolgerungen. (RyleVs).
I 261
Verdoppelung/Rorty: die Klage, die Schablonen führten wie >Lockesche Ideen zu einer Verdoppelung des Explanandums, ist wie die Klage, die Partikel des Bohrschen Atoms verdoppelten die Billardkugeln, deren Verhalten sie zu erklären helfen. ((s) 1. Umkehrung, 2. Analogien sind sowieso keine Verdoppelung)
Rorty: es stellt sich allerdings heraus, dass es fruchtbar ist, innerhalb der großen Billardkugeln kleine Billardkugeln zu postulieren.
Modell/Sellars: jedes Modell hat seinen Kommentar zur Seite.
Psychologie/Rorty: so können wir bei allen anthropomorphen Modellen der Psychologie etwa folgenden Kommentar annehmen:
Solange wir auf der Ebene der Unterprogramme sind, sind wir nicht festgelegt, Verstand und Charakter zuzuschreiben.
I 262
Sowenig wie die Rede von »roten Sinneseindrücken« die Annahme innerer rotfarbiger Entitäten festlegt. Wenn wir allerdings auf die Hardwareebene aufsteigen, so ist der Anthropomorphismus nicht mehr angebracht. Würden wir uns allein auf die Hardwareebene beschränken, würden Sinneseindrücke gar keine Rolle mehr spielen. Dann ist auch die Computer Analogie nicht mehr relevant, so wenig wie bei einzelligen Lebewesen. Komplizierte Physiologie weckt das Bedürfnis nach Psychologie!
Dodwell: die Unterprogramme lassen sich nicht wiederum ihrerseits durch Untersuchung der Hardware verständlich machen, genauso wie der Zweck von Multiplikationstabellen nicht dadurch eingesehen werden kann, dass man das Gehirn untersucht.
(Auch Fodor: Unterscheidung zwischen Funktionen (Programm) und Mechanik (Hardware) in der Psychologie sei irreduzibel und nicht bloß pragmatisch.)
RortyVsDodwell: das ist ernstlich irreführend: es enthält eine Verwechslung des evidenten Gedankens:
I 263
Wüssten wir nicht, was die Multiplikation ist, so könnten wir es auch nicht durch die Untersuchung des Gehirns herausfinden Mit der dubiosen Aussage:
Auch wenn wir wüssten, was Multiplikation ist, könnten wir durch eine Untersuchung des Gehirns nicht herausfinden, ob jemand gerade multipliziert.
Das letztere ist zweifelhaft.
RortyVsDodwell: die Frage, was sich am besten durch die Hardware erklären lässt, und was besser durch die Programme, hängt davon ab, wie ad hoc oder wie überschaubar die jeweilige Hardware ist. Ob etwas ad hoc ist oder überschaubar, ist aber klarer Weise von der Wahl des Vokabulars und der Attraktionsebene abhängig. Und genau deshalb gilt dies eben auch von der Hardware/Software Unterscheidung selbst.
Rorty: ja, man kann sich Maschinen vorstellen, bei den man die Beschaffenheit leichter durch Öffnen heraus findet als durch Betrachten der Programme.
Rorty: das Gehirn ist nahezu mit Sicherheit keine solche Maschine. Aber dass man es bei einigen Maschinen kann ist ein wichtiges philosophisches Prinzip.
I 263/264
Es zeigt, dass es sich bei dem Unterschied zwischen Psychologie und Physiologie und keinen stärkeren Unterschied zweier Gegenstandsgebiete handelt, als etwa bei der Unterscheidung zwischen der Chemie und der Physik. Regress/Rorty: das Argument der Verdoppelung ist einfach auf eine schlechte Fragestellung zurückzuführen. (VsMalcolm und VsRyle »Wie ist Bewegung möglich?« »Warum folgt Natur Gesetzen?«).
I 265
Dodwell/Rorty: Modelle wie die von Dodwell werden nicht zur Lösung von cartesianischen Pseudoproblemen vorgebracht und auch nicht als Entdeckungen über irgendwelche nichtphysikalischen Entitäten. Dann ist das Argument vom Regress nicht gültig.
I 266
Denn der prognostische Erfolg würde hinreichend deutlich werden lassen, dass es diese Gegenstände der psychologischen Forschung wirklich gibt. Ryle: Dilemma zwischen erlernten und nicht erlernten Fähigkeiten:
RortyVsRyle: mit Dodwells Modellen können wir mit Leichtigkeit zugeben, dass uns die Natur irgendwelche nichterlernten Fähigkeiten eingebaut haben muss, damit wir unsere hören mentalen Operationen ausführen können.
Wenigstens einige der Homunculi müssen dort von Geburt an existiert haben. Aber warum auch nicht? (SearleVs).
Warum sollen nicht Unterprogramme in Form von Chromosomen eingebaut sein? Die Frage, welche später hinzukommen ist für das Verständnis der Natur des Menschen doch wohl nicht von Bedeutung.
Psychologie/Rorty: postuliert »intervenierende Variablen« als bloße Platzhalter für noch nicht entdeckte neurale Prozesse.
Psychologie: falls entdeckt würde, dass die Physiologie niemals alles erklären wird, würde das die Psychologie nicht zu etwas Dubiosen machen.
I 267
abstrakt/Rorty: es wird uns nicht verwundern, dass etwas "Abstraktes", wie die Fähigkeit, Ähnlichkeiten zu entdecken, ebenso wenig erlangt wurde, wie die so »konkrete« Fähigkeit, auf den Ton Cis zu reagieren. abstrakt/konkret/RortyVsFodor: die ganze Unterscheidung abstrakt/konkret (auch Kant) ist fraglich. Niemand kann sagen, wo die Grenze zu ziehen ist. (Ähnlich wie die Idee des »irreduzibel Psychischen« dem Unterschied zum »irreduzibel Physischen«.)

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
WunderWunder Schiffer Vs Dummett, Michael I 221
Verifikationistische Semantik/Dummett/Schiffer: (nicht wahrheits-theoretisch): Verifikations-Bedingungen (VB) statt Wahrheitsbedingungen (WB). Dummett: (wie Davidson): wir müssen fragen, welche Form eine Bedeutungstheorie (BT) annehmen müsste, um zu erfahren, was Bedeutung ist. Dies BT sollte die Bedeutung aller Wörter und Sätze spezifizieren können. (Dummett 1975, S. 97)
Dummett: pro Kompositionalität (mit Wittgenstein): keine systematische BT ist möglich ohne das Verstehen unendlich viele Sätze zu erklären. Dazu muss man wie Chomsky und Wittgenstein selbst annehmen, dass wir ein implizites Erfassen einiger allgemeiner Prinzipien haben. (Dummett 1978, S. 451).
DummettVsDavidson: die BT muss keine Wahrheitstheorie (WT) enthalten.
Verifikations-Bedingung/VB/Dummett: (für Sätze) die VB werden auch rekursiv spezifiziert. Schiffer: daraus folgt aber noch nicht, dass nicht auch eine kompositionale wahrheitstheoretische Semantik vorliegen könnte.
I 222
Dummett: mit der Spezifikation der VB könnte die BT auch gleichzeitig die WB spezifizieren (Dummett 1978, Vorwort). VB/SchifferVsDummett: es ist gar nicht klar, wie die VB aussehen sollten.
Relationstheorie/BT/Schiffer: als ich VsRelationstheorie argumentierte, hatte ich eine Standard-BT im Sinn. Die Relationstheorie für Glauben ist falsch, wenn Sprachen keine kompositionale wahrheits-theoretische Semantik (kompwtSem) haben. Sonst wäre sie wahr!
Verifikationistische BT//verifBT/Relationstheorie/Dummett/Schiffer: bei einer verifikationistischen BT (verifBT) könnte die Relationstheorie vielleicht auch wahr sein?

I 225
Gebrauchstheorie/Dummett/Schiffer: für Dummett ist der Sinn der GT: „der Sinn eines Worts ist eindeutig bestimmt durch die beobachtbaren Merkmale seiner sprachlichen Verwendung. (Dummett 1976, 135). SchifferVsDummett: aber was zählt als "beobachtbares Merkmal" und was als "offen gezeigt"?. Denkt Dummett, dass eine Beschreibung des Gebrauchs in rein behavioristischen, nicht-semantischen und nicht-psychologischen Begriffen hinreichend dafür wäre, dass ein Wort eine bestimmte Bedeutung hat? Das wäre zu unplausibel, als dass Dummett das annehmen würde. Dennoch stellt er fest, dass die Beschreibung keine psychologischen oder semantischen Begriffe gebrauchen soll.
Bedeutung/Dummett/Schiffer: soll damit auch für Wesen verständlich werden, die selbst keine semantischen oder psychologischen Begriffe haben! Also sogar für Marsianer. (So versteht ihn auch McDowell, 1981, 237).
McDowellVsDummett: es muss nach Dummett möglich sein, eine Beschreibung unseres Sprachverhaltens zu geben, dass für Außerirdische verständlich ist. Das geht aber nicht, weil das Intentionale“ (inhalts-bestimmende) nicht auf das Nicht-Intentionale reduzierbar ist.
Inhalt/McDowellVsDummett/SchifferVsDummett: ist nicht für außerirdische Wesen erfassbar. ((s) Nicht „sprachlose“, sondern nur solche, die nicht unser intentionales Vokabular teilen).
I 226
Ad. 4: ("wissen, welche erkennbaren Umstände eine Satz als wahr oder falsch bestimmen"). Schiffer: d.h. wie kommen wir vom Behaviorismus zum Anti-Realismus?
Manifestation/SchifferVsDummett: dieser behilft sich hier selbst mit ausgesprochen psychologischen Begriffen!
1. Erkennen (dass die Bedingungen erfüllt sind) ist selbst eine Form von Wissen, die ihrerseits Glauben enthält. Das kann man nicht nicht-psychologisch beschreiben.
2. wie soll man dann die weitere Konklusion erreichen, dass eine gereinigte Zuschreibung eine Fähigkeit zuschreiben sollte, die nur „offen gezeigt“ werden kann? (Das Zeigen behavioristisch verstanden).
Behaviorismus/Dummett/Schiffer: ich schreibe Dummett allerdings keinen Behaviorismus zu, Ich schreibe ihm gar nichts zu, ich wundere mich nur, was seine Position ist.
BT/Dummett: denkt, dass natürliche Sprachen eine BT haben! Ihr Kern werden rekursiv bestimmbare Verifikations-Bedingungen sein.
Anti-Realismus/Schiffer: hier ist Dummett unsicher, ob die BT Falsifikations-Bedingungen haben sollte, aber das wird meine spätere Kritik nicht berühren.
1. Ob das Wissen, dass ein Zustand besteht, als Verifikation eines Satzes zählt,
I 227
könnte von außersprachlichem Wissen abhängen und nicht vom Verstehen des Satzes! Wir brauchen meist Hintergrundinformationen. Verstehen/SchifferVsDummett: dann sollte es nicht um Verifikations-Bedingungen gehen!
direkte Verifikations-Bedingungen/Dummett: muss es für jeden einzelnen Satz geben.
QuineVsDummett/Schiffer: (Quine 1953b): direkte Verifikations-Bedingungen kann es nicht für jeden Satz geben. ((s) ~Theorien sind nicht Satz für Satz verifizierbar).
2. Sicher gibt es bedeutungsvolle Sätze, die keine erkennbaren Bedingungen haben, die den Satz als wahr oder falsch herausstellen würden.
Dummett/Schiffer: besteht dennoch darauf, dass ein Satz als wahr oder falsch gezeigt werden muss und zwar „schlüssig“ (conclusive verifiability). (1978, 379). Das führt zum Anti-Realismus.
((s) Def Anti-Realismus/Dummett/(s): besteht gerade darin zu fordern, dass die Verifikation durchgeführt werden muss, um einen Satz zu verstehen. Der Realismus würde auf die Verifikation verzichten.)
Anti-Realismus/Dummett: man sollte sich dennoch nicht zu stark auf den Anti-Realismus stützen! Denn oft ist eine „schlüssige Verifikation“ nicht zu haben!
Schiffer: also hält Dummett die VB selbst für anfechtbar!
I 228
Schmerz/Verifikation/Wittgenstein/Dummett/Schiffer: Dummett zitiert Wittgenstein mit Zustimmung: dass Schmerzverhalten widerlegt werden kann. (Dummett 1978, S. XXXV) SchifferVsDummett: dann braucht die BT sowohl anfechtbare Kriterien, als auch anfechtbare Bedingungen!
Problem: das trifft auf die meisten empirischen Urteile zu Bsp "Das ist ein Hund".
3. Wir wissen, welche Art von semantischen Werten wir den nicht-logischen Konstanten (Prädikaten und sing Term) in den Bedingungssätzen einer wahrheits-theoretischen Semantik zuschreiben müssen. Aber wie soll das in der Variante mit VB statt WB aussehen?
Lösung/Dummett: die verifikationistische Semantik wird jedem Prädikat ein effektives Mittel zur Verfügung stellen, so dass für jeden Gegenstand festgestellt werden kann, ob das Prädikat auf das Objekt zutrifft, bzw. der sing Term auf den Gegenstand referiert. (…+…)
I 230
Relationstheorie/SchifferVsDummett: die von mir abgelehnte Relationstheorie für propositionale Einstellungen (Glauben als Relation zu Glaubensobjekten) scheint bei Dummett unvermeidlich. ((s) Wegen der Relation von Prädikaten zu Gegenständen, auf die sie verifizierbar zutreffen müssen.). Problem: das kann nur in einer endlichen Theorie geschehen, und für prop Einst müsste sie unendlich sein, weil für jede prop Einst einzeln die VB festgestellt werden müssten.
Relationstheorie/Schiffer: muss prop Einst wie Bsp "glaubt dass Australier zu viel trinken" als semantisch primitiv annehmen – nämlich 2-stelliges Prädikat zwischen Glaubendem und Inhalt).

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
WunderWunder Peacocke Vs Evans, G. I 169/170
Demonstrativa/Evans: wahrnehmungsmäßig demonstrative Gegebenheitsweisen sind möglich weil diese Bedingungen erfüllt sind: in einer normalen Wahrnehmungssituation gibt es eine Informationsverbindung zwischen Subjekt und Objekt, außerdem weiß das Subjekt oder ist der Lage herauszufinden, wo das Objekt ist.
Wenn das Subjekt die allgemeine Fähigkeit hat zu wissen, was Propositionen der Form
"π = p" wahr macht für beliebiges π (wobei π eine Identifikation eines öffentlichen Orts ohne Indexwörter (in einem nichtindexikalischen Referenzrahmen) ist) wenn p die Vorstellung eines Orts in seinem egozentrischen Raum ist. Wenn er außerdem fähig ist, das Objekt in seinem egozentrischen Raum zu lokalisieren, kann man sagen, dass er eine Vorstellung (Idea) von dem Objekt hat.
Vorstellung/Idee/Idea/Evans/Terminologie/Intension/Weise des Gegebenseins/Peacocke: Evans "Idea" (Vorstellung) entspricht meiner Gegebenheitsweise "mode of presentation".
Vorstellung/Evans: These: wir können die Vorstellung von einem Objekt, a auffassen als bestehend in seinem Wissen, was es für einen beliebigen Satz der Form "δ = a" ist, wahr zu sein.
Peacocke: dabei ist "δ" der Bereich der grundlegenden Vorstellungen eines Objekts.
fundamentale Vorstellung/Evans: hat man, wenn man von einem Objekt als Inhaber der fundamentalen Unterscheidungen (possessor of the fundamental ground of difference) denkt, die es tatsächlich hat.
Peacocke: also was ein Objekt von allen anderen unterscheidet.
Also für materielle Gegenstände Art und Ort.
PeacockeVsEvans: wir haben schon Fälle gesehen, wo der Denkende das Objekt nicht im egozentrischen Raum lokalisieren kann: Bsp der Krater auf dem Mond.
I 171
Bsp der Apfel im Spiegelkabinett. Aber es scheint doch, dass man dennoch daran denken kann, z.B. sich darüber wundern, wo es wohl ist!
Es ist wahr, dass man wenigstens eine grobe Richtung im egozentrischen Raum angeben kann, aber das ist kaum hinreichend für die Wissensbedingung von Evans.
Im Fall des Erinnerungsbildes ist es klarer, dass man keine Lokalisation im gegenwärtigen egozentrischen Raum braucht.
pro Evans: es muss zusätzliche vorstellbare Evidenz z.B. Erfahrungen oder Instrumente zur Lokalisation (wenn notwendig, sogar Raumfahrt!).
Wenn das nicht vorstellbar wäre, müsste man annehmen, dass das Subjekt gar nicht in der Lage ist, an das betreffende Objekt im öffentlichen Raum zu denken!
pro Evans: eine Informations-Verbindung ist nicht hinreichend, um demonstrativ über den Gegenstand zu denken.
VsEvans: aber das ist weniger, als zu verlangen, dass der Denkende das Objekt gegenwärtig lokalisieren kann.
schwächere Forderung: statt dessen genügt eine allgemeine Fähigkeit, dass das Subjekt das Objekt gegebenenfalls lokalisieren kann.
Evans: wenn man ein Objekt nicht lokalisieren kann, kann man dennoch in der gemischt demonstrativ deskriptiven Gegebenheitsweise an es denken: "dasjenige, das meine Erfahrung verursacht".
Aber: in normalen Fällen ist das eine falsche Beschreibung!
Peacocke: es scheint auch in den Bsp Mondkrater, Apfel im Spiegelkabinett falsch zu sein.
PeacockeVsEvans: komische Asymmetrie:
Vorstellung/Evans: eine Idee a eines Orts im egozentrischen Raum ist eine adäquate Idee eines Orts im öffentlichen Raum.
holistisch/Evans: wenn eine beliebig fundamentale Identifikation eines Orts möglich ist, ist sie holistischen. (Varieties of reference S. 162).
Peacocke: dieses Wissen gründet in einer allgemeinen Fähigkeit, eine kognitive Karte (cognitive map) der objektiven räumlichen Welt über seinen egozentrischen Raum zu legen.
I 172
Bsp ein einigen Fällen wird das nicht möglich sein, z.B. wenn man gekidnappt ist, oder in eine unbekannte Gegend verschlagen wurde usw. Pointe: auch in solchen Fällen kann man immer noch das Demonstrativum "hier" (in Bezug auf Objekte) benutzen. D.h. die Gedanken sind immer noch Gedanken über den öffentlichen Raum! ((s) Und den egozentrischen).
Vorstellung/demonstrative Gegebenheitsweise/PeacockeVsEvans: also verlangt seine Theorie gar keine Fähigkeit, eine öffentliche, nicht egozentrische Individuation seiner Gedanken zu geben um überhaupt Gedanken über einen Ort im öffentlichen Raum zu haben.
Analogie/Peacocke: exakt analoge ¬¬Einwände kann man im Fall demonstrativer Gegebenheitsweise machen: Bsp Angenommen, ein Subjekt nimmt einen Gegenstand der Art F in der Weise H wahr.
Dann ist F die Token-Gegebenheitsweise.
Dann können wir einführen: [W,Fs] für das wahrnehmungsmäßige "dieses F".
Dann gibt es genau eine Proposition der Form "p = die Lokalisation von [W,Fs] jetzt", die wahr ist, und das Subjekt weiß, was es für es ist, dass sie für es wahr ist.
PeacockeVsEvans: warum soll man hier, aber nicht im früheren Beispiel verlangen, dass das Subjekt auch weiß, welches p (oder welches  im früheren Fall) in dieser einzigen wahren Proposition erwähnt ist?
Besonders absurd ist das im Fall es verirrten Subjekts.
PeacockeVsEvans: seine Theorie erlaubt, dass [W,Fs] hier eine adäquate Idee ist, obwohl das Subjekt keine fundamentale Vorstellung (fundamental Idea) von dem Objekt hat.
Peacocke: wenn wir aber insistieren, dass es eine f.V. haben könnte, wenn er über mehr Evidenz verfügte, warum ist eine analoge Möglichkeit nicht auch hinreichend für Adäquatheit in Bezug auf egozentrischen Raum?
I 173
Hier scheint es nur zwei einheitliche Positionen zu geben: 1. Identifikation/Lokalisation/Vorstellung/Demonstrativa/liberale Position: hinreichend für echte Gegebenheitsweisen oder adäquate Vorstellungen sind allgemeine Fähigkeit zur Lokalisation plus Einzigartigkeit der aktuellen Lokalisation im relevanten Raum.
2. Strikte Position: das ist weder hinreichend für echte Gegebenheitsweise noch für adäquate Vorstellungen.
PeacockeVs: das kann man als einheitliche These kaum vertreten: es beinhaltet, dass man , wenn man verirrt ist, überhaupt nicht über die Objekte nachdenken kann, die man um sich herum sieht. Das hieße auch, a priori auszuschließen, dass man sich als Gekidnappter die Frage stellen kann "Welche Stadt ist dies wohl?".
Demonstrativa/Peacocke: These: ich vertrete die einheitlich liberale Position
Demonstrativa/Evans: These: Evans ist liberal in Bezug auf öffentlichen Raum und strikt in Bezug auf egozentrischen Raum.
ad 1.: leugnet nicht die Wichtigkeit grundlegender Vorstellungen. Wenn ein Subjekt weder fähig ist, einen Gegenstand im öffentlichen noch im egozentrischen Raum zu lokalisieren ((s) Bsp er wacht aus Narkose auf und hört monaural einen Ton), dann muss es immer noch glauben, dass dieses Objekt eine fundamentale Identifikation besitzt. Sonst müsste es annehmen, dass da kein Objekt ist.
Anscombe: Bsp ein Subjekt sieht durch zwei Löcher auf zwei Streichholzschachteln, die so angeordnet (manipuliert sind) dass es nur eine Schachtel sieht, Dann weiß das Subjekt nicht, was es für den Satz "diese Streichholzschachtel ist F" bedeutet, wahr zu sein.
Die einheitlich liberale Sicht erlaubt es dem Subjekt Demonstrativa anzuwenden, die von Erinnerungsbildern abhängig sind, selbst wenn es keine Vorstellung hat, wo im öffentlichen Raum und wann es dem Objekt begegnet ist.
EvansVs: Vertreter dieser Position werden sagen, dass das Wissen des Subjekts wenigstens teilweise ist,
I 174
weil diese Vorstellung kausal von einer Begegnung mit dem Objekt herrührt. Aber das macht ihre Position schlechter statt besser: denn es verdreht völlig die Grammatik und Logik des Begriffs des Wissens, was es für das Subjekt ist, dass p wahr ist. Fähigkeit/PeacockeVsEvans: aber eine Fähigkeit kann auch darin bestehen, dass ein Erlebnis in einer gegebenen Umgebung richtige Kausalketten herauszufinden: das gilt auch für die Lokalisation eines im Spiegel gesehenen Objekts im egozentrischen Raum.
PeacockeVsEvans: seine Unterscheidung scheint unecht: es kann gleichzeitig wahr sein, dass jemand eine Relation R zum Objekt hat aufgrund kausaler Beziehungen, und gleichzeitig wahr sein, dass die Möglichkeit in dieser Relation R zu stehen, eine Frage der Fähigkeiten des Subjekts ist.
Bsp (Evans) den Ball wiederzuerkennen:
Peacocke: das ist keine senso-motorische Fähigkeit, sondern eher die Fähigkeit, gewisse Schlussfolgerungen zu ziehen, die allerdings eine frühere Begegnung voraussetzen.
Das gilt auch für Bsp die kognitive Landkarte, die über den egozentrischen Raum gelegt wird:
PeacockeVsEvans: in beiden Fällen folgt nicht, dass das präsentierte Objekt, erinnert oder wahrgenommen, in explizit kausalen Begriffen gedacht wird: die Gegebenheitsweise ist echt demonstrativ.

erste Person/PeacockeVsEvans: der zweite große Einwand betrifft Gedanken der ersten Person: die verschiedenen Beispiele für Immunität gegen Fehlidentifikation, die die erste Person enthalten, zerfallen grob in zwei Gruppen:
a) hier scheint die Immunität absolut: Bsp "Ich habe Schmerzen".
I 175
b) hier scheint die Immunität von Präsuppositionen über die Welt abzuhängen: wenn diese Vorannahmen falsch sind, öffnen sie die Möglichkeit, etwas falsches herauszugreifen, ohne dass man aufhört, das Wort "ich" weiterhin zu gebrauchen. Dazu zählen: Bsp "ich war auf dem Ozeandampfer": Erinnerungsbild.
Bsp "ich sitze am Schreibtisch": visuelle, kinästhetische, taktile Wahrnehmungen.
Die Unterscheidung zwischen a) und b) kann durch die konstitutive Rolle getroffen werden:
"die Person mit diesen bewussten Zuständen.
Unfehlbarkeit/Tradition/Evans: (absolut immune Urteile): das Urteil, ein Urteil mit einem bestimmten Inhalt zu sein, kann dadurch konstituiert werden, dass dieses Urteil auf diesen Zustand antwortet.
Peacocke pro.
PeacockeVsEvans: Problem: kann diese Unfehlbarkeit mit dem Rest von Evans’ Theorie verbunden werden? Denn:
Ich/Evans: These: die Referenz von "Ich" kann fehlschlagen!
Peacocke: wie ist das mit der absoluten Immunität von "ich habe Schmerzen" verträglich?
Konditionalisierung: hilft nicht: Bsp "wenn ich existiere, habe ich Schmerzen" das kann den Zweck nicht erfüllen: die Existenz des Gedankens braucht immer noch die Referenz von "Ich".
Genauso: Bsp "Wenn mein Gebrauch von "Ich" referiert, habe ich Schmerzen":
denn "mein Gebrauch" muss in Begriffen der ersten Person erklärt werden.
Frage: können wir Erinnerungs-Demonstrativa anwenden, die sich auf früheren Gebrauch von Gegebenheitsweisen der ersten Person beziehen?
Bsp "Wenn jene früheren Verwendungen von "Ich" referieren, habe ich Schmerzen". (Pointe: nicht "meine Verwendungen").
PeacockeVs: das hilft auch nicht: Descartes’ böser Dämon könnte Ihnen die Erinnerungen von jemand anderem eingegeben haben. (> q-Erinnerungen/Shoemaker.)
I 176
Konstitutive Rolle/Gehirne im Tank/GIT/EvansVsPeacocke: die k.R. von [selbst] würde nicht erklären, warum Gehirne im Tank in der Lage wären, in demonstrativer Weise über ihre eigenen Erlebnisse zu sprechen: mentale Zustände/Evans: sind von allen anderen Zuständen und Gegenständen darin unterschieden, dass sie demonstrativ auf ihre Besitzer referieren.
Schmerz wird als Element der objektiven Ordnung identifiziert.
Dann kann jemand auch keine adäquate Vorstellung von diesen mentalen Zuständen haben, wenn er nicht weiß, welcher Person sie zustoßen. (GIT).
Peacocke: selbst dem Gehirn im Tank kann man Gedanken über seine Schmerzen zugestehen, vorausgesetzt, dass er eine fundamentale Identifikation der Person geben kann, die sie hat.
Peacocke: nein, die Nerven müssen richtig verdrahtet sein. Also gilt das nicht für die GIT. So können wir an der liberalen Sicht und an der k.R. und der Vorstellung einer Person festhalten.
Auch daran, dass die mentalen Zustände über die Person individuiert werden, die sie hat.
Individuation/mentale Zustände/PeacockeVsEvans: nicht über die Lokalisation (wie bei materiellen Objekten), sondern über die Person.
I 177
Bsp Split Brain Patienten/Peacocke: hier kann man von verschiedenen aber qualitativ gleichwertigen Erlebnissen sprechen. Daraus könnten zwei Bewusstseinszentren in einem einzigen Gehirn folgen. Aber: man sollte nach einer Operation nicht sagen, dass das eine der beiden als ursprüngliche und das andere ein neuhinzugekommenes wäre.
Bsp Geruchsempfindung von linken und rechtem Nasenloch getrennt. Dann gibt es für beide Erlebnisse tatsächlich getrennte Verursachung. ((s) Aber dieselbe Quelle.)
Peacocke: daraus folgt nicht, dass in normalen Gehirnen etwa zwei Bewusstseine in Harmonie arbeiteten. Hier wird die Geruchsempfindung durch gleichzeitigen Eingang durch beide Nasenlöcher verursacht und ist damit überdeterminiert.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
WunderWunder Verschiedene Vs Feyerabend Brandom I 671
SchefflerVsFeyerabend: Fortschritt ist verstehbar als die Rede von immer mehr Gegenständen, die immer mehr Prädikat-Extensionen ins Spiel bringen, und man immer mehr Wahres über jene Gegenstände sagen kann, indem man sie unter die Prädikat-Extensionen klassifiziert. (Auch früher Putnam, mit Schülern und Bewunderern: Field, Boyd, Devitt).
Fey I 44
Feyerabend: man weiß heute daß das Brownsche Teilchen ein perpetuum mobile zweiter Art ist, und das sein Vorhandensein den 2.Hauptsatz der Wärmelehre widerlegt. - (GenzVs.)
II 86
KüngVsFeyerabend.
II 92
SpinnerVsFeyerabend: Parallele zu Hitler: »ich werde nie nach einem Rezept handeln«. Feyerabend: Na und, soll ich mir die Nase abschneiden, weil Herr Hitler auch eine Nase hatte? Lassen wir Herrn Hitler in seinem wohlverdienten ist aber ohne.
Fey I 338
Täuschung/Feyerabend: Bsp ein bewegtes Muster, daß gerade zum Stillstand gekommen ist. Feyerabend: man sieht, daß es sich in der entgegengesetzten Richtung bewegt, aber ohne seine Lage zu ändern. Die einzige phänomenologisch richtige Beschreibung dieses Sachverhaltes lautet: »es bewegt sich im Raum, aber es ändert seinen Ort nicht« und diese Beschreibung ist widersprüchlich. OwenVsFeyerabend: das sind Erscheinungen, nicht wirkliche Ereignisse. FeyerabendVsOwen: das behebt nicht die Schwierigkeit. Denn wenn man das »erscheint« einführt, da muß man es an den Anfang des Satzes stellen: »es scheint, daß es sich bewegt und seinen Ort nicht verändert«. ((s) >Sellars).





Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
WunderWunder Lewis Vs Fine, Kit V 41
Analyse 2: ein kontrafaktisches Konditional "Wenn es der Fall wäre, dass A, dann wäre es der Fall, daß C" ist wahr dann und nur dann, wenn ein (zugängliche) Welt wo A und C wahr sind, überall ähnlicher unserer aktualen Welt ist, als eine Welt wo A wahr und C falsch ist.
V 43
Kit FineVsLewis/VsAnalyse 2: Bsp das Kontrafaktische Konditional (KoKo) "Wenn Nixon den Knopf gedrückt hätte, hätte es einen nuklearen Holocaust gegeben", ist wahr oder kann als wahr vorgestellt werden. Nach Lewis Analyse ist das KoKo dann wahrscheinlich falsch. Denn wir müssen uns nur einen kleinen Wechsel in der Realität vorstellen, der die Folgen außer Kraft setzt. >Kontrafaktisches Konditional. LewisVsFine: sicher trägt das Vorliegen oder Nichtvorliegen eines atomaren Holocausts stark zu einer Ähnlichkeits- oder Unähnlichkeitsrelation bei.
Aber die Ähnlichkeitsrelation (ÄR) die KoKo regiert, ist keine von diesen! Sie kann dennoch eine Relation für Ähnlichkeit überall sein, aber nicht, weil sie explizite Urteile regiert, sondern eher weil es nach gewissen Prioritäten der Gewichtung ein Resultat vieler einzelner ÄR ist.
V 44
w0: Bsp Nixon hat den Knopf gedrückt zur Zeit t. w0 kann, muss aber nicht unsere wirkliche Welt (WiWe) sein. Sie habe deterministische Gesetze und sie genügt unseren finstersten Visionen über gedrückte Knöpfe. Ein nuklearer Holocaust tritt ein, weil die Verbindungen des Knopfes alle funktionieren. Nun gibt es alle möglichen Welten (MöWe), wo Nixon den Knopf drückt, und die sich aber von unserer WiWe unterscheiden. Welche am wenigsten? Manche sind einfach Rohrkrepierer. Oder die Rakete hat irgendwie Konfetti geladen.
Bsp w1: bis kurz vor t ist w1 exakt wie w0. Dann, im letzten Moment divergieren die beiden Welten: in w1 sind die deterministischen Gesetze von w0 verletzt.
Lewis: Angenommen, ein winziges kleines Wunder findet statt: vielleicht ein paar Extra Neuronen in Nixons Hirn. Nixon drückt als Resultat dieser Extra Neuronen. Der Holocaust findet statt. Damit unterscheiden sich die beiden Welten, zumindest was die Oberfläche des Planeten betrifft äußerst stark. ((s) In w0 war es nur kontrafaktisch: wenn er drückt, wäre der Holocaust da.)
Lewis: damit genügt w1 der Analyse 1 (Asymmetrie durch Postulat). (Wir nehmen an, dass wir selbst in w0 sind). Es sollte sich herausstellen, dass Welten, wie w1 unter der gesuchten ÄR ähnlicher sind als alle anderen Welten, in denen Nixon den Knopf gedrückt hätte.
Wunder/Lewis: damit meine ich einfach eine Verletzung der Naturgesetze. Aber die verletzten Gesetze sind nicht in derselben Welt! Das wäre unmöglich!
V 45
Wunder: Relation zwischen MöWe, weil die Gesetze einer einzelnen Welt nicht verletzt werden! w2: eine zweite Klasse von Kandidaten ähnlichster Welten zu w0: völlig ohne Wunder, die deterministischen Gesetze aus w0 werden völlig befolgt.
Unterschied zu w0: Nixon drückt den Knopf.
Determinismus: danach sind beide Welten entweder immer gleich oder nie gleich. Daher sind die beiden in keinem Zeitabschnitt ganz gleich. Sie differieren sogar in der entfernten Vergangenheit.
Problem: man kann nicht sagen, was man tun sollte, um die Unterschiede in der frühen Vergangenheit verschwinden zu lassen. Man kann sich einfach schwer vorstellen, wie zwei deterministische Welten sich überhaupt über längere Zeit nur wenig unterscheiden sollten. Es gibt zu viel Wschk für kleine Differenzen, die sich zu großen summieren.
Natürlich sind Welten wie w2 nicht ähnlichste Welten zu einer Welt w0, wo Nixon drückt. Das würde zu Rückwärts Argumenten ohne Ende führen.
Bennett: es würde auch KoKo nutzlos machen: wir wissen zu wenig, um zu wissen, welche von ihnen wahr würden.
Fazit: die Lektion die wir lernen im Vergleich von w1 und w2: unter der gesuchten ÄR braucht man für perfekte Übereinstimmung einzelner Fakten ein kleines Wunder.
w3: beginnt wie w1: bis kurz vor t, ist w3 exakt wie w0. Dann gibt es ein winziges Wunder, Nixon drückt aber kein Holocaust!
Denn ein zweites kleines Wunder ereignet sich unmittelbar nach dem Drücken, genauso gut lokalisiert wie das erste. Das fatale Signal wird ausgelöscht. Dennoch hat Nixons Tat Spuren hinterlassen: seine Fingerabdrücke auf dem Knopf, eine geleerte Extra Gin Flasche usw.
V 46
Es gibt haufenweise Unterschiede zwischen w3 und w0, aber kein einzelner hat besonders viel Gewicht. w3: es bleibt nicht bei den kleinen Unterschieden, z.B. Nixons Memoiren haben Einfluss auf spätere Generationen usw.
Aber selbst wenn es nicht sicher ist, dass sich die Unterschiede sehr stark auswirken, macht das nichts.

Schwarz I 51
Kontrafaktisches Konditional/KoKo/FineVsLewis: seine Analyse liefert selbst mit unseren vagen, intuitiven Ähnlichkeitsstandards eindeutig falsche Ergebnisse. Bsp „Hätte Nixon den Knopf gedrückt, wäre es zu einem Atomkrieg gekommen“. Problem: dann muss eine mögliche Welt (MöWe), in der Nixon den Knopf drückte und ein Atomkrieg ausbrach, unserer wirklichen Welt ähnlicher sein als eine, in der er zwar den Knopf drückte, aber der Mechanismus versagte und nichts passierte. Aber eine unzerstörte Welt sollte unserer doch ähnlicher sein? LewisVsFine: hier wurden falsche Ähnlichkeitskriterien gebraucht. Die richtigen Kriterien sind nämlich die, unter denen seine Analyse sich als korrekt erweist ( „Umkehrung“): „wir müssen sehen, was wir über die Wahrheit und Falschheit der KoKo wissen, um herauszufinden, ob wird eine Art Ähnlichkeitsrelation finden können. (1979b(1),43, 1986f(2),211).
Lewis/Schwarz: daher ist seine Theorie der KoKo eher ein Rahmen für solche Theorien. Die Analyse sagt uns, welche Art von Tatsachen KoKo wahr machen, aber nicht, welche Tatsachen das für bestimmte Konditionale in bestimmten Kontexten genau sind.


1. D. Lewis [1979b]: “Counterfactual Dependence and Time’s Arrow”. Nous, 13: 455–476.
2. D. Lewis [1986f]: Philosophical Papers II . New York, Oxford: Oxford University Press



Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
WunderWunder Lewis Vs Fodor, J. Block I 215
Schmerz/Lewis (VsFodor): kann analytisch als Zustand mit der und der >kausalen Rolle verstanden werden. (>Funktionalismus). Funktional charakterisierter Zustand, nicht funktionaler Zustand. Z.B. ein funktional charakterisierter Gehirnzustand. "Schmerz" kann dann einen neurophysiologischen Zustand herausgreifen. So ist er auf die Behauptung festgelegt, dass Schmerzen haben = den Zustand mit der und der kausalen Rolle zu haben.

Schwarz I 171
„Naturalisierung des Gehalts“/Repräsentation/Schwarz: These: dass mentale Repräsentationen soweit satzartig sind, dass man ihren Inhalt kompositional erklären kann. (vgl. Fodor 1990(1)). LewisVsFodor: grundsätzlich verfehlt: nur kausale Rolle im Alltagsleben (Verhalten) ist relevant. Selbst wenn Bsp der Wunsch nach Pilzsuppe sich wunderschön aus Wunsch nach Suppe und Wunsch nach Pilz zusammensetzt. Denn umgekehrt ist es ein Pilzsuppenwunsch, wenn er genau die kausale Rolle spielt, egal, woraus er sich zusammensetzt. (1994b(2),320f)
Man kann sich genauso gut Wesen vorstellen, die nicht satzartig repräsentieren (vgl. Armstrong 1973(3),Kap 1, Braddon Mitchell/Jackson 1996(4), Kap. 10f).
Lewis’ Theorie soll auch für diese mögliche Welt gelten, soll auch hier erklären, was den Gehalt bestimmt.


1. Jerry A.Fodor [1990]: “A Theory of Content I & II”. In A Theory of Content and Other Essays,
Cambridge (Mass.): MIT Press, 51–136
2. D. Lewis [1994b]: “Reduction of Mind”. In Samuel Guttenplan (ed.), A Companion to the Philosophy
of Mind, Oxford: Blackwell, 412–431
3. D. M. Armstrong [1973]: Belief, Truth, and Knowledge. Cambridge: Cambridge University Press
4. David Braddon-Mitchell und Frank Jackson [1996]: Philosophy of Mind and Cognition.
Oxford: Blackwell


Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Block I
N. Block
Consciousness, Function, and Representation: Collected Papers, Volume 1 (Bradford Books) Cambridge 2007

Block II
Ned Block
"On a confusion about a function of consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
WunderWunder Rorty Vs Fodor, J. I 245
Darstellung/RortyVsFodor: er verwechselt eine Bedeutung von »Darstellung«, die genau oder ungenau sein kann, mit einer anderen Bedeutung, fur die das nicht gilt.
I 256
Übereinstimmung/Sehen/Korrespondenz/Verhalten/Ryle: hier muss man sich mit dem Satz »er sieht es« zufriedengeben. Nichts »Paramechanisches« kann unser Verständnis des perzeptuellen Wiedererkennens verbessern. FodorVsRyle/Rorty: eine simple Story über erlernte Assoziationen wird nicht ausreichen: das Erwartungssystem müsste im gleichen Sinne abstrakt und kompliziert sein. Denn die wiedererkannten Identitäten sind überraschend unabhängig von den physikalischen Uniformitäten der Reize untereinander!
RyleVsVs/Rorty: könnte antworten dass es diese Komplexität ist, die es so aussehen lässt, als gäbe es hier ein Problem. Vielleicht ist es nur die Idee von dem kleinen Mann im Kopf, die uns die Frage stellen lässt: »wie wird es gemacht?«.
I 257
RortyVsFodor: angenommen, wir brauchten ein abstraktes Rezept für das Wiedererkennen von Ähnlichkeiten unter potentiell unendlichen Unterschieden. Wieso muss das Rezept überhaupt abstrakt sein? Vermutlich, dass wir in der Lage sein müssen, Ähnlichkeiten herauszufinden. Aber dann brauchen wir nicht den Gedanken eines »nichtabstrakten« Rezeptes, denn jedes Rezept muss dies leisten können! unendlich: Bsp Rorty: die möglichen qualitativen Abweichungen des Inhalts einer Packung Schokoladenkekse sind gleichfalls potentiell unendlich.
Rorty: wenn wir also überhaupt von »komplizierten Erwartungssystemen« oder Programmen oder Regelsystem entsprechen, so werden wir immer von etwas abstrakten sprechen.
Dilemma: entweder erfordert die Erklärung des Erwerbs dieser Regelsysteme das Postulieren weiterer Regelsysteme, oder sie werden gar nicht erlernt!
Entweder 1. die infiniter Regress, denn was für das Wiedererkennen gilt, würde auch für das Erlernen gelten müssen.
Oder 2. wir landen wieder bei Ryle: die Personen haben eine nichterlernte Fähigkeit.
I 267
abstrakt/Rorty: es wird uns nicht verwundern, dass etwas "Abstraktes", wie die Fähigkeit, Ähnlichkeiten zu entdecken, ebenso wenig erlangt wurde, wie die so »konkrete« Fähigkeit, auf den Ton Cis zu reagieren. abstrakt/konkret/RortyVsFodor: die ganze Unterscheidung abstrakt/konkret (auch Kant) ist fraglich. Niemand kann sagen, wo die Grenze zu ziehen ist. (Ähnlich wie die Idee des »irreduzibel Psychischen« dem Unterschied zum »irreduzibel Physischen«.)
I 277
Mentalesisch/a priori/Fodor/RortyVsFodor: Fodors These, dass die Entdeckung der Sprache des Denkens ein langwieriger empirischer Vorgang sein wird, impliziert, dass wir uns zu jedem Zeitpunkt darüber irren können, dass wir uns also über etwas Apriorisches irren können. (Vgl. > kontingent a priori/Kripke).

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
WunderWunder Stalnaker Vs Fodor, J. II 176
Def Enger Inhalt/Fodor/Stalnaker: ist eine Verallgemeinerung von Kaplans Charakter in dem Sinn, dass der Kontext jede für den Sprecher externe Tatsache berücksichtig, die relevant für die Bestimmung des weiten Inhalts ist. Extensionales Identitätskriterium/enger Inhalt/Fodor: (1987, 30 – 48,~):
C: sei die Bedingung die durch Zwillings-Ich auf der Zwillingserde erfüllt wird,
C’: durch mich selbst in der aktualen Welt.
Da es kein Wunder gibt, muss es wahr sein, dass wenn ein Organismus die neurophysiologische Konstitution meines Zwillings teilt und C erfüllt, folgt, dass seine Gedanken und die meines Zwillings auch die Wahrheitsbedingungen (WB) teilen.
Also ist das extensionale Identitätskriterium, dass zwei Gedankeninhalte (mentaler Inhalt) identisch sind gdw. sie dieselbe Abbildung von Gedanken und Kontext auf WB bewirken.
StalnakerVsFodor: Problem: das sagt uns weniger als es scheint über die Abbildung, die hier gebraucht wird. Und auch nicht, die die relevante Funktion durch das bestimmt wird, was im Kopf des Glaubenden vor sich geht.
II 177
StalnakerVsFodor: betrachten wir folgende Parodie auf sein Argument: Bsp ich habe die Eigenschaft, genau drei Meilen von einem brennenden Stall entfernt zu sein – mein Zwilling ist in der (ZE) an genau derselben Stelle lokalisiert, hat aber dagegen die Eigenschaft, genau drei Meilen von einem schneebedeckten Hühnerstall entfernt zu sein. C: Dann gibt es für meinen Zwilling sicher eine Eigenschaft, aufgrund er drei Meilen von dem Hühnerstall entfernt ist, während es diese Eigenschaft für mich nicht gibt. Dies nennen wir Bedingung C.
C’: ist dann die Eigenschaft, die für mich ausmacht, dass ich drei Meilen vom brennenden Stall entfernt bin, die s für meinen Zwilling nicht gibt.
Da es kein Wunder gibt, wissen wir zumindest so viel: wir beide, mein Zwilling und ich, wären in unserer jeweiligen Welt drei Meilen von einem schneebedeckten Hühnerstall, wenn Bedingung C herrscht, und beide drei Meilen von einem brennenden Stall, wenn C’ erfüllt wäre.
StalnakerVsFodor: Problem: das bestimmt überhaupt keine Funktion, die Bedingung C’ zu der Eigenschaft mach, drei Meilen von einem schneebedeckten Hühnerstall zu sein, und gleichzeitig Bedingung C in die Eigenschaft drei Meilen von einem brennenden Stall zu sein – eine Funktion, die angeblich den Beitrag der Lokalisierung des Subjekts zu einer speziellen relationalen Eigenschaft macht.
StalnakerVsFodor: es gibt solcher Funktionen und es gibt keine Notwendigkeit, eine von ihnen mit dem Beitrag meiner intrinsischen Lokalisation mit der speziellen relationalen Eigenschaft zu identifizieren.
Mein Zwilling kann nicht sinnvollerweise sagen: „Ich tat meinen Teil, indem ich – wenn Bedingung C geherrscht hätte,....
Jede Lokalisierung ist so, dass für irgendwelche externen Bedingungen, wenn diese Bedingungen herrschen, irgendetwas in dieser Lokalisierung drei Meilen von einem brennenden Stall entfernt ist.
enger Inhalt/Stalnaker: Frage hat meine Cousine denselben engen Inhalt wie meine Überzeugung, dass Salz in Wasser löslich ist, aber nicht in dem anderen Zeug?
StalnakerVsFodor: seine Theorie gibt gar keinen Hinweis darauf, wie eine Antwort auf diese Frage gefunden werden sollte!
Anmerkung: dabei geht es mit gar nicht um eine Unbestimmtheit, das gilt auch von weitem Inhalt, sondern dass wir gar nicht wissen, wie wir engen Inhalt identifizieren sollen.

II 180
Glauben/Mentalesisch/Fodor/Stalnaker: sein Bild von Glauben ist maßgeblich von seinem Ansatz motiviert, dass es eine innere Sprache (Mentalesisch) gibt, die im inneren gespeichert ist Glauben/Fodor: sind gespeicherte innere Sätze. ((s) nicht Propositionen). Sie sind Überzeugungen kraft ihrer internen funktionale Rolle. Sie sind auch unabhängig von der Umgebung des Subjekts identifizierbar.
Semantische Eigenschaften/Fodor: hängen allerdings teilweise von dem ab, was in der Umgebung vor sich geht, aber die Weise, wie sie davon abhängig sind, wird durch rein interne Zustände des Subjekts bestimmt!
StalnakerVsFodor: dabei sind starke empirische Präsuppositionen im Spiel.
Def Enger Inhalt/Mentalesisch/Fodor/Stalnaker: Funktion von Kontext ( in einem sehr breiten Sinn) auf wahrheitskonditionalen Inhalt.
StalnakerVsFodor: das ist attraktiv für seine Absichten, aber es erklärt nicht, wie er überhaupt dazu kommt. Und wie man überhaupt enge Inhalte identifizieren soll.
Enger Inhalt/Stalnaker: gibt es überhaupt eine Weise engen Inhalt zu identifizieren, der nicht auf Mentalesisch beruht? Ja, von Dennett (…+…)

II 188
Def Individualismus/Fodor: ist die These, dass psychologische Zustände im Hinblick auf ihre Kausalkräfte individuiert werden. Wissenschaft/Fodor: es ist ein wissenschaftliches Prinzip, dass in einer Taxonomie die Individuen aufgrund ihrer Kausalkräfte individuiert werden. Das kann metaphysisch a priori gerechtfertigt werden.
Pointe: damit ist dann nicht ausgeschlossen, dass mentale Zustände aufgrund relationaler Eigenschaften individuiert werden.
Relationale Eigenschaften/Fodor: sind taxonomisch, wenn sie Kausalkräfte berücksichtigen. Bsp „ein Planet sein“ ist relational par excellence
StalnakerVsFodor:
a) stärker: ein Ding durch Kausalkräfte individuieren b) schwächer: das Ding durch etwas individuieren, dass Kausalkräfte berücksichtigt.
Die Tatsachen der Umwelt konstituieren aber nicht die Kausalkräfte. Daher vertritt Fodor nur die schwächere These.
Burge/Stalnaker: vertritt die stärkere.
StalnakerVsFodor: seine Verteidigung des negativen Ansatzes des Revisionismus (FodorVsExternalismus) baut auf eine Vermischung der starken mit der schwachen These.
Stalnaker: um auszuschließen, dass psychologische Zustände durch normalen weiten Inhalt individuiert werden, braucht man die stärkere These. Aber die Verteidigung des Individualismus geht oft nur gegen die schwächere These. Bsp Fodor:
Individualismus/Fodor/Stalnaker: Fodor verteidigt seine Version des Individualismus mit dem Beispiel einer kausal irrelevanten relationalen Eigenschaft: Bsp
h-Partikel: nennen wir ein Partikel, wenn eine Münze mit Kopf oben landet,
II 189
t-Partikel: so werde dasselbe Teilchen genannt, wenn die Münze Zahl zeigt. Fodor: keine vernünftige Theorie wird diese Unterscheidung gebrauchen, um das Verhalten des Teilchens zu erklären.
StalnakerVsFodor: aber daraus folgt nicht, dass psychologische Zustände rein intern (intrinsisch) sein müssen.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
WunderWunder Strawson Vs Geach, P. I 188
Bezug/Aussage/StrawsonVsGeach: seine Definition genügt nicht, weil sie nicht die Arten der Einführung unterscheidet, da man je nach Kontext sagen kann, eine Aussage sage etwas über jede Sache die in sie eingeführt wird, und nicht nur über die Sachen, die auf die bezugnehmende Weise eingeführt sind! Die Ausdrücke "Sokrates" und "ist weise" haben also gemein, dass es keinen Unterschied im Modus der Einführung gibt.
Grammatische Unterscheidung zwischen der substantivischen und verbalen Art der Einführung. Aber noch keine hinreichende Bedingung:
I 189
"nichts", das wir nicht gerne als Subjekt Ausdruck klassifizieren würden, ist ein singularisches Substantiv. (im Englischen sogar Substantive!) Unsere Listen Definitionen schließen auch nicht aus, was Frege ausdrücklich zulassen wollte, nämlich, dass ein A Ausdruck Teil eines B-Ausdrucks sein kann. Wenn man sagen kann "Sokrates ist" entspreche der Beschreibung des B-Ausdrucks, entspricht "weise" nicht der des A-Ausdrucks. (Asymmetrisch!)
A-Ausdruck/Strawson: sing Term, Subjektterm, referierend – B-Ausdruck: Prädikat, beschreibend.
I 190
Wir haben nach der Signifikanz der Unterscheidung zwischen grammatisch substantivischen und der grammatisch verbalen Art der Sacheinführung zu fragen. Bsp Der Ausdruck "Sokrates" ist in so verschiedenartigen Äußerungen wie "tötet Sokrates" und "Platon bewunderte Sokrates" derselbe.
I 191
Anders ist es mit "weise". Der Ausdruck führt die Eigenschaft ein, weise zu sein, aber seine Funktion besteht nicht nur in der bloßen Einführung, oder er zeigt die Art der Einführung nicht bloß im Sinne der Kasus Endung an. Er führt seine Sache in einem ganz eigentümlichen und sehr bedeutenden Modus ein, nämlich im behauptenden.
I 192
Vielleicht behaupte ich aber gar nicht, sondern gebe jemand die Erlaubnis, etwas zu tun. Das ist aber keine Abschwächung des Einführungsmodus. Wir können sagen, dass die primäre Funktion des indikativischen Verbs die Funktion der Behauptung ist.
Was primär der Modus der Sacheinführung ist, ist damit zugleich auch etwas weiteres, nämlich der aussagende Modus der Einführung. (Im Folgenden kein Unterschied zwischen behauptend und aussagend)
I 193
Wir können die Idee des aussagenden Modus beibehalten, ohne uns mit weiteren grammatischen Klassifikationen zu belasten. Wir können sagen, dass unter den vielen Modi der Aussagen ((s) Fehler? Muss es hier nicht um Einführungsmodi gehen?) derjenige der primäre ist, der auch der Behauptungsmodus ist. Der Symbolismus der Behauptung ist zugleich ein Mittel, etwas Umfassenderes auszudrücken, nämlich das Auftreten einer Aussage.

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
WunderWunder Mackie Vs Hume, D. Arm III 57
MackieVsHume: (1979) (Stove, u.a.): übersah die Möglichkeit, dass Beobachtungsprämissen, während sie keine Konklusion über das Unbeobachtete beinhalten, dennoch eine logische Möglichkeit liefern können, Bsp 99% der Fs sind Gs. Dann ist es offensichtlich rational, zu schließen, daß a ein G ist. Also kann man sagen, daß die beobachteten Fälle eine logische Möglichkeit für die unbeobachteten Fälle liefern. Rein mathematisches Argument über die Verteilung. VsRegularitätstheorie: es gibt aber einen schlüssigen Grund, daß die Prinzipien logischer Möglichkeit nicht allein das Problem der Regth lösen können. Das Problem der logischen Möglichkeit ist, daß sie nicht zwischen natürlichen und weniger natürlichen Klassen unterscheiden kann. Bsp glau als unnatürliches Prädikat kann nicht ohne weiteres ausgeschlossen werden.
III 58
Dass alle Smaragde glau sind, hat dieselbe logische Möglichkeit (denselben Prozentsatz, wie die grünen).
Stegmüller IV 238
Tugend/Hume: Unterscheidung: natürliche Tugend: gehört zur biologischen Ausstattung. Auf sie haben sich die Moralphilosophen vor Hume ausschließlich bezogen. Bsp Freigiebigkeit, Nachsicht, Mildtätigkeit, Nächstenliebe, Mäßigung, Unparteilichkeit. (Grundlage: menschliche Sympathie).
künstliche Tugend: nichts weiter als menschliche Erfindungen. Bsp Respektierung von Eigentum, Regeln für Eigentumsübertragung, Versprechen, Verpflichtung, Verträge einzuhalten, Loyalität gegenüber der Staatsregierung.
IV 239
Künstliche Tugenden haben keinen natürlichen Ursprung. Bsp Respektierung fremden Eigentums: 1. kann nicht dem Wohlwollen gegenüber anderen entspringen: denn dann würde die Respektierung davon abhängen, ob das Eigentum dem Wohlergehen aller dient.
2. Es kann auch nicht davon abhängen, ob der Betreffende mir sympathisch ist oder nicht.
3. Sympathie ist in Gradabstufungen denkbar, der Respekt vor dem Eigentum nicht.
Das gilt mutatis mutandis für alle künstlichen Tugenden.
IV 240
Moral/Hume: ich kann meine Pflichten nicht davon abhängig machen, ob jemand mir sympathisch ist oder nicht. natürliche Tugend/MackieVsHume/Stegmüller: zunächst sollte man erwarten, dass die Erörterung der natürlichen Tugenden viel einfacher ist, da der erste Schritt (Frage der Entstehung) entfällt.
Problem: (von Hume selbst auch gesehen) wären die natürlichen Tugenden Ausfluss der Sympathie, müssten sie parallel dazu verlaufen. Dem ist aber nicht so.
Unsere Sympathien sind ichbezogen! Wir haben mehr Sympathie für Menschen, die uns näher stehen.
IV 241
Wir erwarten aber von moralischen Urteilen, dass sie unpersönlich und unparteiisch sind. Damit muss der scheinbar absolute Unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Tugenden teilweise preisgegeben werden. Auch die "natürlichen" Tugenden bilden so ein System von Konventionen. Sie sollen dem "langfristigen Interesse" aller dienen.
Die natürlichen Tugenden sind dann solche künstlichen Tugenden, bei denen wir instinktive Neigungen vorfinden, entsprechend zu handeln.
Bei den künstlichen Tugenden finden wir keine derartige Stütze. Sie sind bloß sozialisiert.

Stegmüller IV 355
Wunder/Wahrscheinlichkeit/Hume/Stegmüller: Wahrscheinlichkeit ist immer auf den Informationsstand zu relativieren. Humes Argument wäre aber sogar gültig, wenn Glaubwürdigkeit von Zeugen ein Naturgesetz wäre! Selbst dann wäre es nicht rational, an Wunder zu glauben. Wunder/Mackie: Unterschied:
a) Frage. welche Gesetzeshypothesen sollten aufgrund der Berichte angenommen werden?
b) das Gewichts des Beweismaterials selbst.
Wunder/MackieVsHume: auch der Berichtende selbst benötigt den Begriff eines gutbegründeten Naturgesetzes um das Ereignis als Wunder einzustufen.
IV 356
Hume berücksichtigt nirgends die Stärkung durch mehrere voneinander unabhängige Zeugen.
IV 412
Teleologischer Gottesbeweis/MackieVsHume: (im Großen und Ganzen pro Hume): aber den Analogieschluss kann man auch so deuten, dass Gott als dasjenige eingeführt wird, was die natürliche Welt verursacht und erklärt.
IV 413
Aber auch hier behielte Hume darin recht, dass sie daraus keinerlei weitere Folgerungen ergeben. Insbesondere bleibe die Beziehung zwischen Gott und Welt unerklärt. Wissenschaft/Theorie/Mackie: auch Darwins Evolutionstheorie ermöglicht keine Prognosen!
IV 414
Ordnung/Evolutionstheorie/Mackie/Stegmüller: Ordnung wird im Darwinismus nicht dadurch erklärt, dass Gott die Welt für uns geschaffen hat, sondern dass wir uns ihr angepasst haben.

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
WunderWunder Putnam Vs Idealismus I (c) 78
RealismusVsIdealismus/Putnam: der Idealismus mache den Erfolg der Wissenschaft zu einem Wunder. >Idealismus/Putnam.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
WunderWunder Lewis Vs Inwagen, P. van V 195
Individuation/redundante Verursachung/Peter van Inwagen: These: ein Ereignis, das aktual passiert als Produkt mehrerer Ursachen, könnte nicht passiert sein, ohne das Produkt dieser Ursachen zu sein. Die Ursachen hätten auch kein anderes Ereignis zur Folge haben können. Analogie zur Individuation von Gegenständen und Menschen durch ihre kausalen Ursprünge,.
LewisVsInwagen:
1. das würde meine Analyse ruinieren, Verursachung in Begriffen von kontrafaktischer Abhängigkeit zu analysieren. ((s) Jede Abweichung wäre ein anderes Ereignis, nicht vergleichbar, keine kontrafaktischen Konditionale anwendbar). 2. es ist prima facie unplausibel: ich kann durchaus legitimerweise alternative Hypothesen aufstellen, wie ein Ereignis (oder auch ein Gegenstand oder ein Mensch) verursacht worden ist.
Aber damit setze ich voraus, dass es ein und dasselbe Ereignis gewesen wäre! Oder dass ein und dasselbe Ereignis verschiedene Effekte hätte haben können. >Ereignisse/Lewis.
(Das setzt sogar Inwagen selbst voraus).
Plan/LewisVsInwagen: impliziert noch mehr Unmögliches: entweder sind meine ganzen Pläne oder Hypothesen versteckte Unmöglichkeiten, oder sie handeln gar nicht von einem bestimmten Ereignis. >Planung.

V 296
Vs weicher Determinismus/VsKompatibilismus/van InwagenVsLewis: (gegen den wD, den ich vorgebe, zu vertreten): Bsp Angenommen zur reductio, dass ich hätte meine Hand heben können, obwohl der Determinismus wahr wäre.
Dann folgt aus vier Prämissen, die ich nicht leugnen kann, dass ich eine falsche Konjunktion HL hätte hervorbringen können, aus einer Proposition H über einen Zeitpunkt vor meiner Geburt und eine gewisse Proposition über ein Gesetz L.
Prämisse 5: wenn ja, dann hätte ich L falsch machen können.
Prämisse 6: aber ich hätte L nicht falsch machen können. (Widerspruch).
LewisVsInwagen: 5 und 6 sind nicht beide wahr. Welche wahr ist, hängt davon ab, was Inwagen mit "hätte falsch machen können "meint. Allerdings nicht in der Alltagssprache, sondern in Inwagens künstlicher Sprache. Aber auch da kommt es nicht darauf an, was Inwagen selbst damit meint!
Worauf es ankommt ist, ob wir dem überhaupt einen Sinn geben können, der alle Prämissen ohne Zirkularität gültig macht.
Inwagen: (mündlich) dritte Bedeutung für "hätte falsch machen können": nämlich dann und nur dann, wenn der Handelnde die Dinge so hätte arrangieren können, dass sein Tun plus die ganze Wahrheit über die Vorgeschichte zusammen die Falschheit der Proposition implizieren.
Dann sagt Prämisse 6, dass ich die Dinge nicht hätte so arrangieren können, so dass ich prädeterminiert war, sie nicht so zu arrangieren.
Lewis: es ist aber gar nicht instruktiv zu sehen, dass der weiche Determinismus die so interpretierte Prämisse 6 ablehnen muss.
V 297
Falsifikation/Handlung/Willensfreiheit/Lewis: provisorische Definition: ein Ereignis falsifiziert eine Proposition, nur dann, wenn es notwendig ist, dass wenn das Ereignis geschieht, dann die Proposition falsch ist. Aber mein Akt des Steinewerfens würde nicht selbst die Proposition falsifizieren, dass das Fenster in der Wurflinie intakt bleibt. Alles was wahr ist, ist, dass mein Akt ein anderes Ereignis hervorruft, das die Proposition falsifizieren würde.
Der Akt selbst falsifiziert kein Gesetz. Er würde nur eine Konjunktion von Vorgeschichte und Gesetz falsifizieren.
Alles was wahr ist ist, dass meinem Akt ein anderer Akt vorausgeht das Wunder und dieser falsifiziert das Gesetz.
schwach: sagen wir, ich wäre in der Lage eine Proposition im schwachen Sinne falsch zu machen gdw. ich etwas tue, die Proposition falsifiziert wäre, (aber nicht notwendig durch meinen Akt und nicht notwendig durch irgendein Ereignis, das durch meinen Akt hervorgerufen wurde). (Lewis pro "Schwache These" (weicher Determinismus)).
stark: wenn die Proposition entweder durch meinen Akt selber oder durch ein Ereignis falsifiziert wird, das durch meinen Akt hervorgerufen wurde.

Inwagen/Lewis: der erste Teil seiner These steht, egal ob wir die starke oder die schwache These vertreten:
wenn ich meine Hand hätte heben können, obwohl der Determinismus wahr ist und ich sie nicht gehoben habe, dann ist es im schwachen und im starken Sinn wahr, dass ich die Konjunktion HL (Propositionen über die Vorgeschichte und die Naturgesetze) hätte falsch machen können.
Aber ich hätte die Proposition L falsch machen können im schwachen Sinn, obwohl ich sie nicht im starken sinn hätte falsch machen können.
Lewis: wenn wir den schwachen Sinn vertreten, leugne ich Prämisse 6.
Wenn wir den starken Sinn vertreten, leugne ich Prämisse 5.
Inwagen: vertritt beide Prämissen, indem er analoge Fälle erwägt.
LewisVsInwagen: ich glaube, dass die Fälle nicht analog sind: sie sind Fälle, in denen der starke und der schwache Fall gar nicht divergieren:
Prämisse 6/Inwagen: er fordert uns auf, die Vorstellung zurückzuweisen, dass ein Physiker ein Teilchen schneller als das Licht beschleunigen könnte.
LewisVsInwagen: aber das trägt nichts dazu bei, die Prämisse 6 im schwachen Sinn zu stützen,
V 298
denn die zurückgewiesene Vermutung ist, dass der Physiker ein Naturgesetz im starken Sinn falsifizieren könnte. Prämisse 5/Inwagen: hier sollen wir die Vermutung zurückweisen, dass ein Reisender eine Konjunktion von Propositionen über die Vorgeschichte und einer über seine zukünftige Reise anders falsifizieren könnte, als durch Falsifikation des nichthistorischen Teils.
LewisVsInwagen: weisen Sie die Vermutung ruhig ganz zurück, das trägt nichts dazu bei, Prämisse 5 im starken Sinn zu stützen. Was würde folgen, wenn man Konjunktion derart im starken Sinn falsifizieren könnte? Dass man den nichthistorischen Teil im starken Sinn falsifizieren könnte? Das ist es, was Prämisse 5 im starken Sinn stützen würde.
Oder würde bloß folgen, (was ich denke), dass man den nichthistorischen Teil im schwachen Sinn zurückweisen könnte? Das Bsp des Reisenden hilft hier nicht, weil eine Proposition über zukünftige Reisen sowohl im schwachen als auch im starken Sinn falsifiziert werde könnte.

Schwarz I 28
Gegenstand/Lewis/Schwarz: die materiellen Dinge sind Ansammlungen oder Aggregate solcher Punkte. Aber nicht jede Ansammlung solcher Punkte ist ein materielles Ding. Bsp Alle Punktteile aller Katzen: manche liegen in Neuseeland, andere in Berlin, einige in der Gegenwart, andere im alten Ägypten. Zusammen bilden sie weder eine Katze noch sonst einen Gegenstand im üblichen Sinn.
Bsp Dasselbe gilt für das Aggregat der Teile, aus denen ich jetzt bestehe, zusammen mit den Teilen, die Hubert Humphrey zu Anfang des Jahres 1968 zusammensetzten.
Ding: was unterscheidet dann ein Ding im normalen Sinn, von solchen Aggregaten? Hinreichende Bedingungen sind schwer zu finden. Paradigmatische Gegenstände haben keine Lücken und Löcher sind von anderen abgegrenzt, und erfüllen eine Funktion. Aber nicht all Dinge sind von solcher Art. Fahrräder haben z.B. Löcher, Bikinis und der Saturn haben unzusammenhängende Teile. Was wir als Ding akzeptieren hängt im Alltag von unseren Interessen ab. Kontextabhängig: ob wir die Bsp Rückwand eines Hause oder die Stelen des Holocaust Mahnmals oder Bildschirm und Tastatur als einzelnes zählen. Aber diese Dinge verschwinden auch nicht, wenn wir sie nicht als selbständig zählen!
Gegenstand/Ding/van Inwagen: (1990b)(1) These: Teile setzen sich nur dann zu einem Gegenstand zusammen, wenn dieser ein Lebewesen ist. Danach gibt es Menschen Fische, Katzen, aber nicht Computer, Wände und Bikinis.
Gegenstand/Ding/Lewis: bessere Antwort: zwei Fragen:
1.Unter welchen Bedingungen setzen Teile ein Ganzes zusammen? Unter allen! Für beliebige Dinge gibt es immer ein Ding, das sie zusammensetzen. (Das ist die Definition des mereologischen Universalismus).
2.Welche dieser Aggregate zählen wir im Alltag als eigenständiges Ding? Dass wir einige Aggregate nicht als Alltagsdinge betrachten, heißt nicht, dass diese Aggregate nicht existieren. (Allerdings überschreiten sie die normalen Bereiche unserer normalen Quantoren). Aber diese Beschränkungen variieren von Kultur zu Kultur. Nicht die Realität ist damit kulturabhängig, sondern der jeweils beachtete Teil der Realität. (1986e(2), 211 213, 1991(3):79 81).
LewisVsvan Inwagen/Schwarz: wenn nur Lebewesen echte Gegenstände bilden können, konnte die Evolution nicht beginnen. ((s) Aber wenn es kein Problem ist zu sagen, Lebewesen sind durch Emergenz entstanden“, könnte es auch kein Problem sein, stattdessen „Gegenstände…“ zu sagen.)
LewisVsvan Inwagen: kein Kriterium für „Lebewesen“ ist so präzise, dass es einen scharfen Schnitt ziehen könnte.
Schwarz I 30
Lewis: für ihn ist das kein Problem: die Konventionen des Deutschen bestimmen eben nicht mit atomarer Genauigkeit, auf welche Aggregate „Lebewesen“ zutrifft. (1986e(2), 212) LewisVsvan Inwagen: für ihn steht diese Erklärung nicht zur Verfügung: für ihn ist die Grenze zwischen Lebewesen und Nicht Lebewesen die Grenze zwischen Existenz und Nichtexistenz. Wenn vage ist, was ein Lebewesen ist, dann ist auch Existenz vage.
Existenz/Van Inwagen: (1990b(1). Kap.19) These: manche Dinge sind Grenzfälle von Existenz.
LewisVsvan Inwagen: (1991(3),80f,1986e(2),212f): wenn man schon „es gibt“ gesagt hat, dann ist das Spiel schon verloren: wenn man sagt, „etwas existiert in geringerem Grade“.
Def Existenz/Lewis: heißt einfach, eins von den Dingen zu sein, die es gibt.
Schwarz I 34
zeitliche Teile/van Inwagen: (1981)(4) lehnt zeitliche Teile grundsätzlich ab. SchwarzVsvan Inwagen: dann muss er den mereologischen Universalismus radikal beschränken oder Präsentist sein.
Schwarz I 227
Modalität/LewisVsvan Inwagen: es gibt keine substantiellen modalen Tatsachen: was für Möglichkeiten es gibt, ist nicht kontingent. Darüber kann man gar keine Information erwerben.

1. Peter van Inwagen [1990b]: Material Beings. Ithaca, London: Cornell University Press
2. D. Lewis [1986e]: On the Plurality of Worlds. Malden (Mass.): Blackwell
3. D. Lewis [1991]: Parts of Classes. Oxford: Blackwell
4. P. van Inwagen [1981]: “The Doctrine of Arbitrary Undetached Parts”. Pacific Philosophical Quarterly, 62: 123–137.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
WunderWunder Hume Vs Kierkegaard, S. Stegmüller IV 493
HumeVsKierkegaard: Hume hätte vermutlich gesagt, die Neigung, etwas absurdes zu glauben rühre daher, dass Verwunderung und Erstaunen so angenehme Gefühle sind. Es ist falsch anzunehmen, dass irrationale Positionen sich nicht rational diskutieren ließen.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997
WunderWunder Mackie Vs Kierkegaard, S. Stegmüller IV 485
Religion/Glauben/Kierkegaard: zwei Möglichkeiten: 1. Jemand glaubt und ist daher auch nicht unendlich interessiert an allen anderen Fragen
2. Jemand steht in objektiver Betrachtung zum Glauben und ist dann nicht unendlich interessiert an der Entscheidung der Frage, ob Gott existiert.
Das Problem tritt so gar nicht zutage, da das wirkliche Problem eben in der Entscheidung liegt. (>Existentialismus mit seiner Betonung der Entscheidung geht auf Kierkegaard zurück).
Religion/Glauben/Kierkegaard/Stegmüller: die Frage nach der Wahrheit des Christentums (der Existenz Gottes) ist so, dass es einen Teil der Frage bildet, ob der Fragende tatsächlich unendlich interessiert ist an der Klärung.
IV 486
Stegmüller: Paradox: wer an der Wahrheit des Christentums interessiert ist, muss bereits von dieser Wahrheit überzeugt sein. MackieVsKierkegaard/Stegmüller: warum sollte das aber für z.B. den Islam oder den Buddhismus nicht gelten?
Wenn die Frage möglich sein soll, muss es auch möglich sein, sie negativ zu beantworten!
IV 487
Die Frage stellt sich jedem unabhängig vom Grad seines Interesses a) an der Frage, b) seines Engagements für eins der beiden möglichen Resultate. Wenn man das bestreitet, bestreitet man, dass es sich um eine Wahrheitsfrage handelt.
objektiv/Objektivität/Kierkegaard: blendet das Verhältnis des Fragenden zum Gegenstand aus.
subjektiv/Subjektivität/Kierkegaard: wer subjektiv fragt, reflektiert auf das Verhältnis des Subjekts zum Gegenstand.
Pointe: wenn nur das Wie dieses Verhältnisses in Wahrheit sei, dann sei auch das Individuum in Wahrheit, selbst dann, wenn es sich zur Unwahrheit verhielte.
Bsp der eine betet zu Gott obgleich er einen Götzen anbetet, der andere betet in Unwahrheit zu dem wahren Gott und betet daher in Wahrheit einen Götzen an.
Es geht nicht um Wahrheit oder Falschheit dessen, was man glaubt, sondern um die Art der gläubigen Beziehung.
IV 488
Das ist das "in der Wahrheit sein". Nur personales Interesse und Engagement. Intentionalität/MackieVsKierkegaard/Stegmüller: ist nur relationsähnlich!
IV 490
Kierkegaard/Stegmüller: argumentiert nicht zugunsten einer Position, sondern aus einer Position heraus.
IV 491
C. L. Stevenson: "Überredungsdefinition". Glaube/AnselmVsKierkegaard: sucht nach Begründung und Erkenntnis.
IV 492
MackieVsKierkegaard: dass man ein besonders starkes Engagement braucht, gerade um das Paradoxe zu glauben, ist eine irrige psychologische Ansicht, die von seinem eigenen Sokrates Bsp widerlegt wird. Es wäre ein erbärmlicher Gott (ähnlich wie der Pascals) der von uns ein so starkes Engagement forderte, etwas paradoxes zu glauben.
IV 493
MackieVsExistenzialismus/Stegmüller: Plädoyer für nicht weiter begründete dramatische Entscheidungen. (Rührt von Kierkegaard her). HumeVsKierkegaard: hätte vermutlich gesagt, die Neigung, etwas absurdes zu glauben rühre daher, dass Verwunderung und Erstaunen so angenehme Gefühle sind.
Es ist falsch anzunehmen, dass irrationale Positionen sich nicht rational diskutieren ließen.

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
WunderWunder Mackie Vs Küng, H. Stegmüller IV 507
Religion/Küng: (Existiert Gott?, Küng, H. 1978): Küng neigt dazu, Argumente als "modern" oder "unmodern" zu klassifizieren. MackieVsKüng: ungeheure Gelehrsamkeit, zugleich verworren. Zu starke Betonung von "Modernität".
IV 508
So es doch nur darauf ankommt, ob ein Argument richtig oder falsch ist. Küng: Thesis: "...nach dem schwierigen Gang durch die Geschichte der Neuzeit kann ein von der kritischen Vernunft verantwortetes, klares, überzeugtes Ja als Antwort auf die Frage "Existiert Gott?" gegeben werden".
Die Frage ist nun aber, worauf bezieht sich dieses Ja? Auf den Gott des traditionellen Theismus, oder auf einen Ersatz Gott?
Küng: Thesis: sowohl die naiv anthropomorphe als auch die aufgeklärt-deistische Gottesvorstellung sind überholt. Gott ist weder ein überirdisches Wesen in den Wolken, noch ein außerirdisches Wesen im metaphysischen Himmel. Vielmehr ist er in dieser Welt und diese Welt ist Gott.
Gott ist das Unendliche im Endlichen, das Absolute im Relativen. Das stetig Wirkende, Derjenige, der als Vollkommener die Möglichkeit hat, geschichtlich zu werden. Der Tradition einer negativen Theologie scheint Küng zuzustimmen: Gott sei durch keinen Begriff zu begreifen, auch der Seinsbegriff übergreife ihn nicht, da er kein Seiendes sei.
Der Gott der Bibel ist nicht Person wie der Mensch, aber ein Gott, der Personalität begründet, daher kann er nicht apersonal sein. So kann man auch den Gott der Bibel als einen Gott mit menschlichem Antlitz akzeptieren.
IV 509
MackieVsKüng: 1. Dieser hält sich offensichtlich einiges darauf zugute, dass er alles zugleich zu haben versucht: das zeigt sich an seinen Bemerkungen über Wunder: diese seien alles, worüber der Mensch "sich verwundert". Mackie: 2. Wäre dies alles, so stützten Wunder in keiner Weise irgendeine Art von Supernaturalismus oder von Theismus!
3. Rückzug auf ein so unbestimmtes und undeutliches Gotteskonzept, dass es überhaupt keinen Ansatzpunkt mehr liefert, um die Existenzfrage kritisch zu diskutieren.
Gott/Existenz/Gottesbeweis/Küng: These: Argument für die Existenz Gottes: die Gefahr des Nihilismus.
Die Frage ist nicht, ob wir aus unserem Wissen über die Welt, das Bewusstsein und die Moral auf weitergehende spezifisch theistische Folgerungen schließen können.
Vielmehr ist das moderne Denken vom Nihilismus bedroht.
Nihilismus/Küng: (klassischer Vertreter: Nietzsche): Vs drei klassische Transzendentalien: es gibt
1. keine Einheit
2. keine Wahrheit 3. keine Gutheit.
IV 510
Küng: gesteht zu, dass der Nihilismus nicht nur möglich, sondern unwiderleglich sei. Frage: kann er überwunden werden? Wahrheit/Rationalismus/MackieVsKüng: dieser bezieht sich auf einen falsch verstandenen Begriff der Kritischen Rationalität bei Popper (KüngVsPopper). Küng glaubt, dieser verzichte auf jede kritische Überprüfung der Grundlagen unserer Erkenntnis.
IV 510/511
ad 2: die Annahme, es gebe Ordnung in der Welt also Regelmäßigkeit die nicht unbedingt kausale Determination sein muss ist sinnvoll und zwar in doppelter Weise: 1. als regulatives Prinzip, 2. als eine weitreichende Hypothese. (Küng scheint vor allem das Letztere darunter zu verstehen. ad. 3. keine Gutheit: hier hat (der von Küng zitierte) Mackie schon vorher hinreichende Antworten gegeben.
Werte/Küng: wir müssen schließlich doch so etwas wie objektiven Wert voraussetzen, aus dem sich dann Normen ableiten lassen.
MackieVsKüng: das ist eindeutig falsch: jeder Wert ist ein menschliches und soziales Produkt.
IV 512
Atheismus/Küng: auch Atheisten und Agnostiker können um Humanität und Moralität bemüht sein. Glauben/Gott/Küng: aber das Grundvertrauen zur Identität, Sinnhaftigkeit, und Werthaftigkeit des Wirklichkeit ist nur dann letztlich begründet, wenn die Wirklichkeit selbst, zu der auch der Mensch gehört, nicht grundlos, haltlos und ziellos bleibt.
MackieVsKüng: nein, das ist nicht deutlich zu sehen. Es ist einfach falsch. Das Grundvertrauen ist aus den genannten Gründen in sich vernünftig! Und genau dasselbe gilt auch für die Entwicklung von Werten.
Wobei Küng diesen indirekten Beweis als überhaupt einzigen Gottesbeweis gelten lässt, also keinen demonstrativen Beweis wünscht.
IV 513
MackieVsKüng: Das scheint auf die Behauptung hinauszulaufen, im Vollzug des Glaubens erweise sich dieser als wahr. Küng schwankt ständig zwischen einer Berufung auf eine angenehme und rein subjektive Sicherheit und der Berufung auf das von ihm selbst vorher explizit abgelehnte ontologische Argument.
Nihilismus/Küng: der erste Anschein der Sinnlosigkeit ergibt sich daraus, dass die Wirklichkeit nicht Gott ist, der zweite Anschein, dass der Mensch nicht Gott ist.
MackieVsKüng: auch in diesen beiden Hinsichten steht die Gotteshypothese nicht besser da als der Naturalismus!
IV 514
Erklärung/MackieVsKüng: bei ihm läuft alles darauf hinaus, dass Gott das ist, das irgendwie der Wirklichkeit Grund, Halt und Ziel gibt. Aber das ist gar keine Erklärung: Man kann eine Wesen nicht durch das erklären, was es tut. Ein "irgendwie Handelndes".
Nihilismus/MackieVsKüng: dieser hat ironischerweise selbst das Material zusammengetragen um zu zeigen, wie dem Nihilismus auf rein humaner Ebene (ohne Gotteshypothese) begegnet werden kann. Nämlich durch das, was Küng "Urvertrauen" nennt.
Mackie: dieses Vertrauen ist schon aus sich selbst heraus vernünftig.

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
WunderWunder Lewis Vs Lehrer, K. V 293
Schwacher Determinismus/schwache These/Lewis: ich bin in der Lage, etwas zu tun, so dass, wenn ich es täte, ein Naturgesetz gebrochen würde. starke These: ich bin in der Lage, Naturgesetze zu brechen.
Für Anfänger: ich bin in der Lage, etwas zu tun, so dass, wenn ich es täte, ein Fenster gebrochen würde.
Aber es gibt noch mehr zu sagen: Ich bin in der Lage, etwas zu tun, so dass, wenn ich es täte, mein Akt ein Ereignis des Brechens des Fensters erzeugte.
Für Anfänger: ich bin in der Lage, etwas zu tun, so dass, wenn ich es täte, ein Versprechen gebrochen würde.
Aber es gibt noch mehr zu sagen: Ich bin in der Lage, etwas zu tun, so dass , wenn ich es täte, mein Akt ein Ereignis des Brechens des Versprechens erzeugte.
Für Anfänger: ich bin in der Lage, etwas zu tun, so dass, wenn ich es täte, ein Gesetz gebrochen würde. Bsp einen Stein schneller als Licht zu werfen.
Aber es gibt noch mehr zu sagen: Ich bin in der Lage, etwas zu tun, so dass, wenn ich es täte, mein Akt ein Ereignis des Brechens des Naturgesetzes erzeugte.
Für Anfänger: ich bin in der Lage, etwas zu tun, so dass, wenn ich es täte, ein Gesetz gebrochen würde. Bsp meine Hand schneller als Licht zu bewegen, egal was die Handlung bewirkt.
Aber es gibt noch mehr zu sagen: Ich bin in der Lage, etwas zu tun, so dass, wenn ich es täte, mein Akt selbst ein Ereignis des Brechens des Naturgesetzes wäre.
Pointe: wenn kein Akt von mir ein Fenster Versprechen oder Naturgesetze brechendes Ereignis wäre oder eins erzeugte, dann könnte es nicht wahr sein, dass ich ein Fenster, ein Versprechen oder ein Naturgesetz gebrochen hätte.
Daher bin ich nur in der Lage, ein Fenster, ein Versprechen oder ein Naturgesetz zu brechen, wenn ich etwas tun könnte, so dass, wenn ich es täte, mein Akt
V 294
entweder ein Fenster oder ein Versprechen oder ein Naturgesetze brechendes Ereignis gewesen wäre oder erzeugt hätte. Keith Lehrer: vertritt eine schwache These (ähnlich meiner, aber, LewisVsLehrer: seine Begründung kann ich nicht akzeptieren): sein Grund:
Lehrer: es ist falsch, dass, wenn der Handelnde bevorzugt hätte, dass es eine Differenz in Naturgesetzen oder Geschichte hätte geben sollen, es dann eine solche Differenz gegeben hätte.
LewisVsLehrer: 1. dieses Konditional kann gar nicht falsch sein, Angenommen, der Handelnde ist vorbestimmt, zu wünschen, dass es keine solche Differenz geben sollte, wenn er dann etwas anderes gewünscht hätte, hätte es eine Differenz gegeben.
2. wenn dieses Konditional nicht falsch ist, ist das nicht hinreichend, die stärkere These wahr zu machen. Es muss einen weiteren Grund geben, warum sie falsch ist.
Bsp ich bin in der Lage, meine Hand zu heben, obwohl es vorbestimmt ist ((s) nach dem hier angenommenen weichen Determinismus), dass ich es nicht werde. Ich gestehe hier sogar zu, dass ein Gesetz brechendes Ereignis stattfindet. (Neutrales Präsens, ich impliziere nichts über einen Zeitpunkt, wann so etwas stattfinden sollte).
Frage: aber ist es so, dass mein Handheben ein Gesetz brechendes Ereignis hervorruft? Wenn nicht, gibt es keine besondere Fähigkeit meinerseits.
Hätte ich meine Hand gehoben, wäre im Voraus ein Gesetz gebrochen worden. Dann wäre der Lauf der Dinge vom tatsächlichen Verlauf abgewichen. Und zwar eine Weile, bevor ich die Hand gehoben hätte. Und dieser Divergenzpunkt wäre das Gesetz brechende Ereignis.
Pointe: dieser Divergenzpunkt (vorher) wäre nicht durch mein Handheben verursacht! Wenn überhaupt, müsste die Verursachung umgekehrt verlaufen.
Terminologie: den Divergenzpunkt haben wir oben "Wunder" genannt.
Mein Akt selbst wäre auch nicht das Wunder gewesen! Er war ja noch nicht da, als das Wunder geschah. Es gibt auch keinen anderen Akt von mir vorher.
Es gibt auch keinen Grund, warum mein Akt noch weitere Gesetze-brechende Ereignisse verursachen sollte. Das wäre grundlos.
V 295
Lewis: These: ich war in der Lage, meine Hand zu heben (statt des aktualen Senkens). Ich erkenne an, dass dafür ein Naturgesetz gebrochen werden musste, aber ich leugne, dass ich deswegen in der Lage wäre, Naturgesetze zu brechen. Für den weichen Determinismus braucht man keine übernatürlichen Kräfte. Kompatibilismus/Lewis: um ihn aufrechtzuerhalten muss man nicht einmal annehmen, dass übernatürliche Kräfte überhaupt möglich wären.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
WunderWunder Bigelow Vs Lewis, David I 91
perfekt natürliche Eigenschaft/BigelowVsLewis: auch das ist schwarze Magie, wenn solche Klassen heterogenen Klassen gegenübergestellt werden, unsere Theorie der Universalien vermeidet sie.
I 192
Mögliche Welten/MöWe/Lewis/BigelowVsLewis: Problem: es ist verwunderlich, daß solche Teile dann zumindest einen zeitlichen Teil gemeinsam haben müßten. (s.o.) Bsp angenommen, wir treffen Jane aus einem anderen Teil derselben MöWe. Betrachten wir das
Kontrafaktisches Konditional/KoKo: wenn wir Jane nicht getroffen hätten, hätte sie nicht existiert.
BigelowVsLewis: nach ihm muß das wahr sein
Bigelow/Pargetter: nach uns ist es klarerweise falsch. Es muß daher mindestens eine MöWe geben, in der Jane existiert und wir sie nicht treffen. Und diese Möwe muß uns dann alle Jane und uns enthalten, obwohl es keine Verbindung zwischen uns gibt.
I 197
Repräsentation/Bigelow VsLewis: Bsp AG es gibt Zwillinge in der wirklichen Welt (WiWe), Dum und Dee , die absolut identisch sind, aber hätten anders sein können. D.h. daß es in anderen Möwe Zwillinge Tee Dum und Tee Dee gibt, die sich stärker voneinander unterscheiden, aber mit unseren hinreichend ähnlich sind, um als GS durchzugehen. Dann ist es möglich, daß ein GS, z.B. Tee Dum Dum ähnlicher ist, als Tee Dee Dee ähnlich ist.
Lewis: seine Theorie impliziert, daß von den nichtaktualen Zwillingen Tee Dee ähnlicher ist, und also Dees GS ist, was wir auch hoffen.
Problem: Tee Dee ist ebenfalls näher an Dum als jeder seiner Weltgefährten, so daß auch er ein GS von Dum ist. Tee Dee ist GS von beiden, Dee und Dum, und Tee Dum ist Gs von keinem von beiden! Und daßTee Dum kein Gs sein kann, liegt an Eigenschaften seines Bruders und hat nichts mit seinen eigenen intrinsischen Eigenschaften zu tun.
BigelowVsLewis: dennoch ist es nicht plausibel das zu sagen, denn das ist äquivalent mit der modalen Aussage, daß einer der Zwillinge nicht hätte anders sein können, wenn nicht auch der andere anders gewesen wäre. Das ist inakzeptabel.
I 199
Rivalentheorie/VsLewis/Bigelow/Pargetter: die Rivalentheorie behauptet, These: daß die Gegenstücke doch numerisch identisch mit dem entsprechenden Individuum in der WiWe sind. Die Rivalentheorie gebraucht die Relation der numerischen Identität.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
WunderWunder Hume Vs Locke, J. I 97
Geist/Hume: der Geist deliriert! Er ist dement! Geschlossene Systeme, Synthesen und Kosmologien sind nur imaginär möglich.
I 98
Hier werden Prinzipien nicht nachfolgend, sondern prinzipiell überschritten! Alte Philosophie: hatte die "Substanz" zu Hilfe genommen, um die dauerhafte Existenz abzusichern, HumeVsSubstanz.
moderne Philosophie: hat ihre eigenen Phantome: sie unterscheidet primäre und sekundäre Qualitäten, was nicht weniger verrückt ist! HumeVsLocke.
I 105
HumeVsLocke: die Wahrnehumg erlaubt uns keine Unterscheidungen zwischen primären und sekundären Qualitäten. ((s) Weil Wahrnehmungen jeweils einzeln sind.)
Quine I 235
"Nichts" und "Niemand" ist ein unbestimmter singulärer Terminus, dessen Mehrdeutigkeit besonders große Verwirrung gestiftet hat. HumeVsLocke: angeblich unterlag dieser derselben Verwechslung ("niemand hat mich überholt") Locke: Hätte ein Vorgang keine Ursache, dann hätte er nichts als seine Ursache, und nichts könne keine Ursache sein.
Quine: Das ist "reichlich humorlos" (Auch Heidegger, PlatonVsParmenides) der unbestimmte sing Term "nichts" hat die missliche Tendenz, sich als bestimmter sing Term aufzuspielen.
Ursache: Parallelität zu "jeder" , was schon durch die bloße Mannigfaltigkeit an die Unbestimmtheit erinnert, diese Gedächtnisstütze fehlt bei "kein".

Stegmüller IV 347
Religion/Glaube/Theologie/HumeVsLocke: (10. Abschn. Hume, Treatise): die christliche Religion kann von keinem vernünftigen Menschen geglaubt werden, ohne dass man in diesem Glauben selbst ein Wunder sehen müsste. (Mackie pro).
Vollmer I 20
Hume: (Untersuchung über den menschlichen Verstand, 1748) (Vollmer: viel scharfsinniger als Locke). HumeVsLocke: durchaus angeborene Ideen. Insbesondere das Folgern aus Erfahrung, das Schließen aus der Vergangenheit auf die Zukunft, beruht auf einer Gewohnheit, die nicht mit rationaler Deduktion gleichzusetzen sei.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988
WunderWunder Leibniz Vs Locke, J. I 34/35
LeibnizVsLocke: die angeborenen Ideen sind ein ontologisches Problem.
I 44
angeborene "eingeborene" Ideen/LeibnizVsLocke: haben nicht in der sinnlichen Empfindung ihren Ursprung, sondern stammen aus der Reflexion. Reflexion: nichts anderes als die Aufmerksamkeit auf das, was in uns ist. Die Reflexion findet, dass in unserem Geist viel Angeborenes ist, weil wir uns sozusagen selbst angeboren sind.
Bsp Sein, Einheit, Substanz, Dauer, Veränderung, Tätigkeit, Perzeption, Lust und tausend andere Gegenstände.
I 45
Sie sind die Voraussetzung dafür, dass gegenständliches Sein als solches (ens qua ens) bestimmt werden kann. Sie sind uns mit dem Sein selbst, als formale Bestimmung des Seins gegeben. Offen bleibt hier, wie diese eingeborenen Ideen sich zu den "ersten Wahrheiten" verhalten, die aus der Sinneswahrnehmung stammen.

I 46
Ideen/Wahrnehmung/LeibnizVsLocke: diese "Ideen" (Ausdehnung, Dauer, Gestalt usw.) stammen aus dem Geist, nicht aus der Wahrnehmung! Sie sind die "Ideen des reinen Verstandes". Sie haben aber einen Bezug zur Außenwelt und sind so der Definition und des Beweises fähig.

I 86
Welt/Totalität/Leibniz: die Konstruktion der Totalität entspricht der Infinitesimalrechnung. Maximum: die unendliche Menge verschiedener Substantialitäten. (Welt)
Minimum: Repräsentanz des Ganzen im Individuum. (Repräsentation).
I 87
LeibnizVsLocke: die Verbindung der unendlichen Menge der Prädikate und die Idee der Unendlichkeit als Einheit: das ist das genaue Gegenteil der bloßen Addition von Mannigfaltigem. Damit wird die Idee der Unendlichkeit aus dem Bereich der Quantität ausgeschlossen!
Es gibt keine "unendliche Zahl". Auch keine unendliche Linie.

I 96
Wunder/Mystizismus/LeibnizVsLocke: man sollte nicht zu Wundern (Gott) Zuflucht nehmen, oder unerklärliche Kräfte annehmen.
Vollmer I 17
Leibniz/Vollmer: 1704. Neue Abhandlung über den menschlichen Verstand. LeibnizVsLocke: VsWachstafel, Vstabula rasa. Auch wenn sie keine Schriftzeichen trägt, hat sie doch von vornherein eine gewisse Struktur, vor allem eine ganz spezielle Oberfläche. Welche Signale als Sinneseindrücke verarbeitet werden, hängt von der Art und Zahl der Sinnesorgane ab.
A propos: "Es gibt nichts im Verstand, was nicht vorher in den Sinne war": Leibniz. Außer dem Verstand selbst!
Wie Aristoteles: These: der Verstand bringt gewisse Eigenschaften schon mit.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998
WunderWunder Stalnaker Vs Mögliche Welten I 49
Mögliche Welt /MöWe/Wissen/Mathematik/StalnakerVsLewis/Stalnaker: ich bin geneigt zu sagen, dass die MöWe-Theorie Annahmen über die Natur ihrer Objekte macht, die - anders als die entsprechenden Annahmen des mathematischen Platonismus – unverträglich sind mit der Darstellung der Verbindung zwischen den Wissenssubjekten und ihren Objekten im Fall der MöWe. MöWe/MR/Vsmodaler Realismus/Wissen/Verifikationismus/StalnakerVsLewis: der modale Realist kann keine verifikationistischen Prinzipien für das, was er sein Wissen nennt, anführen.
Fazit: Problem: der MR kann nicht auf der einen Seite sagen, dass MöWe Dinge von der selben Art sind wie die aktuale Welt (kontingente physikalische Objekte) und auf der anderen Seite sagen, MöWe seien Dinge, von denen wir auf dieselbe Art wissen, wie von Zahlen, Mengen Funktionen. ((s) Nämlich keine real existierenden Dinge).
I 53
StalnakerVsLewis: er widerspricht sich selbst, weil seine andere These über MöWe über die wir substantielle Überzeugungen haben können, seiner Definition von Inhalt (s.o.) widerspricht.
I 58
Widerspruch/Lewis: es gibt keinen Gegenstand, wie phantastisch auch immer, über den man die Wahrheit sagen könnte, indem man sich selbst widerspricht. Fußnote:
Takashi YagisawaVsLewis: warum nicht? Was sollte man denn sonst erwarten? Unmögliche Dinge sind unmöglich.

II 20
Glaubenszuschreibung/Lösung/Stalnaker: ich frage immer, wie die MöWe wäre, entsprechend dem, was der Glaubende glaubt. Bsp Pierre: für ihn gibt es zwei Städte (Londres und London)
Bsp Lingens in der Bibliothek: für ihn gibt es zwei Männer, eine namens „Lingens“, über den der andere etwas liest.
Relationstheorie/RelTh/Stalnaker: das kann man mit der Annahme versöhnen, dass Propositionen die Glaubensobjekte sind. (Lager: Stalnaker pro Relationstheorie? (1999))
Index/Glauben/Stalnaker: dennoch glaube ich, dass Überzeugungen in irreduzibles indexikalisches Element haben.
Lösung/Lewis: Mengen von zentrierten MöWe als Glaubensobjekte.
StalnakerVsLewis: ich habe zwar zugestanden, dass solche MöWe dann eine Repräsentation des mentalen Zustands des Glaubenden enthalten.
Aber darum geht es nicht! Es ist nicht hinreichend, dass MöWe, die kompatibel sind mit jemandes Überzeugungen dann eine Person enthalten, die diese Überzeugungen hat (> Bsp Lingens: ein Mensch mit Gedächtnisverlust sitzt in der Bibliothek und liest seine eigene Biographie), der Glaubende muss sich selbst mit der Person identifizieren, die diesen Gedanken hat!
Proposition/Identifikation/Selbstidentifikation/Stalnaker: ich behaupte nicht, dass diese Identifizierung durch den Glauben an eine Proposition erfüllt wird.
Ich denke jetzt, dass es dabei überhaupt nicht um irgendeine Art kognitiver Leistung geht.
Indexikalische Überzeugung/Stalnaker: (Bsp Perry: >Gedächtnisverlust, Bibliothek, Bsp Lewis: 2 Götter (Zwei allwissende Götter, Bsp Castaneda: Gedächtnisverlust): indexikalisches Nichtwissen.
Stalnaker: These: die Leute unterscheiden sich nicht darin, was sie glauben.
II 21
Bsp O Leary weiß, dass er im Keller ist und dass Daniels in der Küche ist. Und Daniels weiß dasselbe: dass er in der Küche ist und O’Leary im Keller. Jeder weil wer und wo er selbst ist und wer und wo der andere ist. Die MöWe, die mit den Überzeugungen der beiden kompatibel sind, sind dieselben. Sie streiten sich über nichts.
Dennoch gibt es einen offensichtlichen Unterschied ihrer doxastischen Situation: O’Leary identifiziert sich selbst mit dem im Keller und Daniels identifiziert sich selbst als denjenigen, der in der Küche ist.
MöWe-Semantik/StalnakerVsMöWe-Semantik/Stalnaker: dieser Unterschied in den Glaubenszuständen der beiden wird durch eine Menge von MöWe als Glaubenszustand nicht reflektiert.
Lösung/Lewis: Selbstzuschreibung von Eigenschaften, oder - äquivalent dazu – Mengen zentrierter MöWe.
StalnakerVsLewis: das möchte ich nicht.
StalnakerVsLewis: Problem: es ist falsch, den Unterschied in der Perspektive als einen Streit (disagreement) zu behandeln. Die beiden streiten sich über nichts.
Problem: es ist nicht sicher, ob man ihre Übereinstimmung damit ausdrücken kann, dass die Menge ihrer unzentrierten MöWe dieselbe ist. Denn
Bsp Heimson/Perry/Stalnaker: (Heimson glaubt, „ich bin David Hume“) alle seine unpersönlichen Überzeugungen über Hume sind korrekt. Nehmen wir an, sie sind dieselben Überzeugungen wie die Überzeugungen von Hume über Hume.
Stalnaker: dennoch wäre es falsch zu sagen, dass sie sich über nichts streiten. ((s) Anders als O’Leary und Daniels).

II 134
Lokalisation/Raum/Zeit/Selbstlokalisation/logischer Raum,/Lewis/Stalnaker: logischer Raum/Lewis/Stalnaker: Menge von MöWe, aus denen man einen auswählt.
Selbstlokalisation/physisch: in Raum und Zeit. Wir wissen meist, so wir sind. ((s) Aber wir kennen nie alle möglichen Welten, in denen wir lokalisiert sein könnten, wir können diese MöWe nicht alle unterscheiden, weil wir nicht alles wissen).
Götter-Bsp/Stalnaker: die beiden wissen genau, wo im logischen Raum sie sind.
II 135
Aber sie wissen nicht, wo sie innerhalb dieser MöWe sind. LewisVsTradition: die Doktrin der Proposition ist nur auf eine der beiden Arten des lokalisierenden Glaubens konzentriert.
Verallgemeinerung: ist es, was wir brauchen, und dazu dient der Übergang von Propositionen zu Eigenschaften (als Glaubensobjekten).

II 144
Götter-Bsp/Stalnaker: auch dies ist ein Fall von Unwissenheit, welche von zwei ununterscheidbaren MöWe aktual ist. Eine ist tatsächlich die aktuale Welt (WiWe), während die andere genauso ist, mit der Ausnahme, dass der Gott, der in der WiWe auf dem höchsten Berg sitzt, diesmal auf dem kältesten Berg sitzt und zwar mit allen Eigenschaften, die der Gott auf dem höchsten Berg tatsächlich hat.
((s) zwei Individuen tauschen die Plätze, nehmen aber alle Eigenschaften mit. Das geht nur, wenn Lokalisierung keine Eigenschaft ist)
Allwissenheit/Stalnaker: dann muss man sagen, die beiden Götter sind nicht wirklich allwissend in Bezug auf Propositionen, wohl aber allwissend in Bezug auf rein qualitative Merkmale.
LewisVsStalnaker: dieser Erklärung weist Lewis aus zwei Gründen zurück:
1. weil er die Gegenstücktheorie (GT) vertritt, die Querwelteinidentität überflüssig bzw. sinnlos macht.
2. selbst ohne GT würde es nicht funktionieren, weil
Angenommen, die beiden Götter aus Welt W haben in Welt V die Plätze getauscht, angenommen, der Gott auf dem höchsten weiß, dass seine Welt W ist, nicht V. Angenommen, er ist allwissend in Bezug auf alle Propositionen, nicht nur die qualitativen Propositionen.
II 145
V: die Welt V kann keine Rolle spielen, denn er weiß, dass er nicht dort lebt. Problem: es gibt immer noch zwei Berge in der einen Welt W, wo er, nach allem was er weiß, leben kann.
StalnakerVsLewis: das beantwortet die Frage nicht: man kann nicht einfach stipulieren, dass der Gott in W etwas weiß und nicht V nicht. Denn nach der von uns vorgeschlagenen Erklärung führt das doch dazu, dass er weiß, auf welchem Berg er lebt.
Lewis/Stalnaker: seine Erklärung ist plausibel, wenn man sie als Metapher für eine Lokalisation im logischen Raum auffasst:
logischer Raum/Lewis/Stalnaker: Angenommen, eine Karte des logischen Raums, aufgeteilt in große Regionen, die MöWe entsprechen und darin kleinere Unterteilungen, die Lokalisierungen innerhalb von MöWe repräsentieren.
Pointe: dann können wir jemand mitteilen, in welcher großen Region er ist, ohne ihm zu sagen, wo genau darin er lokalisiert ist.
modaler Realismus/logischer Raum/Stalnaker: für ihn mag dieses Bild angemessen sein.
Aktualismus/logischer Raum/Lokalisierung/Stalnaker: für den Aktualismus ist dieses Bild irreführend: zu wissen, in welchem Land man ist, ist verschieden davon zu wissen, wo in dem Land man ist, aber es ist nicht so klar, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem, dass man etwas darüber weiß, in welcher MöWe man ist und dem Wissen, welche MöWe die aktuale ist.
Das gesteht auch Lewis zu.
Stalnaker: mein Ansatz scheint eigentlich nahe an dem von Lewis zu sein, aber nein.
Zentrierte MöWe: man sollte vielleicht statt von ununterscheidbaren MöWe von zentrierten Welten (nach Quine) sprechen. Diese sind dann unterscheidbar.
Ununterscheidbarkeit/MöWe/Stalnaker: distinkte aber ununterscheidbare MöWe wären dann dieselben Welten, aber mit unterschiedlichen Zentren.
Einstellung/Eigenschaften/Propositionen/zentrierte Welt/Lewis: Objekte von Einstellungen als Mengen zentrierter MöWe zu behandeln macht sie zu Eigenschaften statt Propositionen.
zentrierte MöWe/Stalnaker: ich stimme zu, dass mögliche Situationen normalerweise, vielleicht sogar wesentlich, zentriert sind im Sinne einer Repräsentation eines bestimmten geistigen Zustands.
II 146
StalnakerVsLewis: das macht den Ansatz (Götter-Bsp) aber komplizierter, wenn es um die Relationen zwischen verschiedenen mentalen Zuständen geht. Bsp vergangene mit gegenwärtigen Zuständen zu vergleichen ist dann schwieriger, oder Relationen zwischen den Überzeugungen verschiedener Personen.
Information/Kommunikation/Stalnaker: wir brauchen dann zusätzliche Erklärungen darüber, wie Informationen ausgetauscht werden. Zwei Beispiele:
Bsp O’Leary ist aus seinem Kofferraum befreit und fragt sich gegen neun:
a) „Wie spät war es, als ich mich frage, wie spät es sei?“
Stalnaker: das ist dieselbe Frage wie die, dieser damals stellt.
Wenn er erfährt, dass es drei Uhr war, ist sein Zweifel beseitigt.
Lösung: der Zweifel ist beseitigt, weil alle möglichen Situationen (MöWe) in denen ein Gedanke zu zwei verschiedenen Zeiten vorkommt, involviert sind. De Zentren dieser Situationen haben sich bewegt in dem Sinn, dass es jetzt neun Uhr ist, und O’Leary nicht mehr im Kofferraum, aber dennoch kann es sein, dass das erste Vorkommnis des damaligen Gedankens ist, an das O’Leary jetzt denkt.
Pointe: diese Verschiebung des Zentrums erfordert nicht, dass die MöWe, die die Propositionen charakterisieren, verändert werden.
b) „Wie spät war es, als ich mit fragte, ob es drei oder vier sei?“. (Wenn er sich zweimal fragte)
Ununterscheidbarkeit: selbst wenn die beiden Vorkommnisse für O’Leary ununterscheidbar waren, kann es immer noch sein, dass es das erste Mal war, an das sich O’Leary gegen neun Uhr erinnert.
StalnakerVsLewis: sein Ansatz ist komplizierter. Nach seinem Ansatz müssen wir um drei Uhr sagen, O’Leary wundert sich über seine gegenwärtige zeitliche Lokalisierung in der aktualen Welt (WiWe), statt sich zu fragen, in welcher MöWe er ist.
Dagegen: um neun sieht die Sache ganz anders aus: jetzt fragt er sich, ob er in einer MöWe lebt, vo ein bestimmter Gedanke um drei vorkam oder um vier. Das ist unnötig kompliziert.
Bsp Lingens, immer noch in der Bibliothek, trifft Ortcutt und fragt ihn, „Weiß Du, wer ich bin?“ – „Du bist mein Cousin, Rudolf Lingens!“.
Stalnaker: das scheint eine einfache und erfolgreiche Kommunikation zu sein. es wurde Information verlangt und gegeben. Die Frage wurde beantwortet.
II 147
Proposition/Stalnaker: (Propositionen als Glaubensobjekte) Ortcutts Antwort drückt eine Proposition aus, die zwischen möglichen Situationen unterscheidet, und Lingens Zweifel beseitigt. StalnakerVsLewis: nach seinem Ansatz (Selbstzuschreibung von Eigenschaften) ist es wiederum komplizierter:
Lingens: fragt, ob er sich selbst eine gewisse Menge von Eigenschaften korrekterweise i zuschreibt.
Ortcutt: antwortet, indem er sich selbst eine ganz andere Menge von Eigenschaften zuschreibt.
Lingens: muss die Antwort dann danach erst selbst erschließen. So sind alle Antworten in Kommunikation immer indirekt. ((s) Auch StalnakerVsChisholm, implizit).
Kommunikation /Lewis/Chisholm/StalnakerVsLewis/StalnakerVsChsholm: alle Leute reden dann immer nur von sich selbst.
Lösung/Stalnaker: Lewis müsste sonst zwischen Einstellungen und Sprechakten unterscheiden und sagen, dass Sprechakte Propositionen als Objekt haben und Einstellungen Eigenschaften als Objekt.
Problem/StalnakerVsLewis: Lewis kann nicht intuitionsgemäß sagen, dass der Inhalt von Ortcutts Antwort die Information ist, die Lingens’ Zweifel behebt.
Das ist auch ein Problem für Perrys Ansatz. (> StalnakerVsPerry)

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
WunderWunder Leibniz Vs Mystizismus Holz I 96
LeibnizVsLocke: man sollte nicht zu Wundern (Gott) Zuflucht nehmen, oder unerklärliche Kräfte annehmen.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
WunderWunder Peacocke Vs Nagel, Th. I 167
Nagel/Peacocke: (erste Tanner Lecture 1980) Bsp "Ich bin TN" scheint auf der einen Seite eine echte Tatsache auszudrücken, die nicht von einem bestimmten Gesichtspunkt der Welt aus beschrieben werden kann, ((s) um wahrer zu sein als von einem anderen Gesichtspunkt aus.)
I 168
auf der anderen Seite scheint es so zu sein, dass es keine irreduziblen Tatsachen der ersten Person geben kann. Nagel:~ "TN, wie der Rest von Ihnen, stellt sich heraus, nicht bloß als einzelne Kreatur mit spezieller Perspektive auf die Welt von der Position in seinem Innern aus,.
Jedes andere menschliche Wesen beinhaltet genauso eine ganz eigene Art von Subjekt.
Die "zusätzliche Tatsache" dass ich TN bin, ist die Tatsache, dass diese unpersönliche Konzeption der Welt (Übersetzung: can close over istself) sich vervollständigen kann ? durch die Lokalisation des Subjekts, das sie in einem bestimmten Punkt der Welt formt, indem es sie wahrnimmt.
Diese Tatsache ist an die Perspektive von TN gebunden. Und weil es keine irreduzible Tatsache der ersten Person ist, kann sie Teil der realen Welt sein!"
PeacockeVsNagel: gibt er hier wirklich eine Tatsache der realen Welt an? In dem Satz "das Subjekt lokalisieren, das sie (die Welt) formt" ist eine implizite Indexikalität. Diese kommt hier klarer heraus:
Nagel: ~"wenn ich den philosophischen Gedanken habe: "Ich bin TN" dann erkenne ich, dass das objektive Einzel Selbst, das das Subjekt dieser zentrumslosen Vorstellung einer Welt ist, in der TN lokalisiert ist, gleichzeitig die Welt durch die Perspektive von TN sieht.

Vorstellung/PeacockeVsNagel: Vorstellungen mögen
a) öffentliche Typen sein, die von verschiedenen Leuten geteilt werden können. Oder sie können
b) dem Prinzip "ein Denkender, eine Vorstellung" (Token) entsprechen, selbst wenn die gleiche Vorstellung bei verschiedenen Gelegenheiten aufkommen kann.
Nagel: muss letzteren Begriff benutzen, weil im Sinnes des Typs nichts ist, was einem Subjekt entsprechen könnte.
Peacocke: aber im Sinne des Tokens scheint es so zu sein, dass der Inhalt indexikalisch ist. Nämlich die Person mit dieser bestimmten Vorstellung von TN ((Thomas Nagel) Peacocke: konstitutive Rolle).
Dies ist zugegebenermaßen kein Gedanke der ersten Person.
Peacocke: aber die Motivation Nagels, dass keine irreduziblen Gedanken der ersten Person in der Welt geben kann, scheint auf alle demonstrativen Gegebenheitsweisen zuzutreffen.
I 169
Bsp Angenommen, Nagel denkt in einem Augenblick über seine objektive Vorstellung der Welt nach und denkt "Ich bin TN" Peacocke: das ist potentiell informativ, wenn es epistemisch möglich ist, dass die Person, die das gerade denkt, nicht TN ist.
Nagel: das Problem mit "ich bin TN" ist kein Pseudo-Problem, das mit einem Mißverständnis der Logik von Indexwörtern zusammenhängt.
Def Charakter/Kaplan: ("On the Logic of Demonstratives"): der Charakter eines Ausdrucks ist eine Funktion von Kontexten auf Inhalte und diese beinhalten keinerlei indexikalische Gegebenheitsweisen.
PeacockeVsNagel: wenn wir das zugrundelegen, ist es gar nicht so verwunderlich, dass die Gegebenheitsweise einer Tatsache - im Unterschied zur Tatsache selbst - irreduzibel indexikalisch sein sollte.
Nagels Punkt, dass wir in der Lage sind, von unserem Standpunkt zurückzutreten, und eine objektivere Vorstellung zu bilden, in der der Standpunkt seinerseits lokalisiert ist, ist von größtem philosophischen Interesse. Dennoch sollte er formuliert werden mit Bezug auf die unterschiedlichen Weisen in denen wir über uns selbst nachdenken, wenn wir eine solche Trennung vornehmen.
Wenn wir also eher eine andere Gegebenheitsweise als eine andere Art von Objekt haben, dann können wir die Frage aufgeben: "Ist dieses objektive Selbst meins?"
Für Nagel ist diese Frage nur sinnlos, wenn das eine bloße facon de parler wäre für "die Person mit dieser objektiven Vorstellung".

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
WunderWunder Stalnaker Vs Nagel, Th. I 20
Objektives Selbst/Nagel/Stalnaker: Nagel beginnt mit dem Ausdruck eines allgemeinen Gefühls der Verwirrung über den eigenen Platz in einer unpersönlichen Welt. Ich: wenn jemand sagt "Ich bin RS" scheint es, dass die Person eine Tatsache darstellt.
I 21
Pointe: es ist eine objektive Tatsache, ob eine solche Feststellung wahr oder falsch ist, unabhängig davon, was der Sprecher denkt. Problem: unser Begriff der objektiven Welt scheint gar keinen Platz für eine solche Tatsache zu lassen! Eine vollständige Darstellung der Welt wie sie in sich selbst ist, wird keine bestimmte Person als mich herausgreifen. Sie wird mir nicht sagen, wer ich bin.
Semantische Diagnose: versucht eine Darstellung von Index-Wörtern oder Selbst-Lokalisierung als Lösung.
NagelVsSemantische Diagnose: das trifft nicht den Kern der Sache.
StalnakerVsNagel: eine bestimmte Variante kann unser spezielles Problem hier lösen, aber es bleiben viele andere in Bezug auf die Relation zwischen einer Person und der Welt die sie bewohnt, und zwar darüber, was genau die subjektiven Tatsachen über die Erfahrung uns sagen, wie die Welt in sich selbst ist.
Selbst-Identifikation/Selbst-Lokalisation/Glauben/Stalnaker: nichts könnte einfacher sein: Wenn EA am 5. Juni 1953 sagt "Ich bin ein Philosoph" dann ist das wahr, gdw. EA am 5 Juni 1953 ein Philosoph ist.
Problem: was ist der Inhalt der Aussage?
Inhalt/Wahrheitsbedingungen/WB/Selbst-Identifikation/Ich/Stalnaker: der Inhalt, die Information wird nicht durch die WB erfasst, wenn die WB zeitlos und unpersönlich gemacht werden.
((s) Die Wahrheitsbedingungen bei Selbstidentifikation oder Selbst-Lokalisation sind nicht homophon! D.h. sie sind ich die Wiederholung von „Ich bin krank“, sondern sie müssen um Ort, Datum und Angaben über die Person ergänzt werden damit werden sie zeitlos und wahrheitsfähig.
Problem/Stalnaker: der Sprecher könnte geglaubt haben was er sagt, ohne das Datum und den Ort selbst überhaupt zu kennen oder seine Zuhörer könnten die Äußerung verstanden haben, ohne das Datum usw. zu kennen.
Lösung: die semantische Diagnose braucht eine Darstellung des subjektiven oder kontextuellen Inhalts.
Nagel: ist sich jedenfalls sicher, dass er die umgekehrte Lösung ablehnt: eine ontologische Sicht die die Selbst-.Eigenschaften objektiviert.
Stalnaker: das wäre so etwas wie die Behauptung, dass jeder von uns eine bestimmte irreduzible Selbst-Eigenschaft hat, mit der er bekannt ist. ((s) >Käfer-Beispiel, Wittgenstein dito), versuchsweise nehme ich an, dass das in der Objektivierung des phänomenalen Charakters der Erfahrung exemplifiziert werden könnte.

I 253
Selbst/Thomas Nagel/Stalnaker: Nagel findet es verwunderlich, dass ausgerechnet er von allen Thomas Nagel sein muss. Selbst/subjektiv/objektiv/Stalnaker: allgemeines Problem: den Standpunkt einer Person in einer nichtzentrierten Vorstellung einer objektiven Welt unterzubringen. Es ist nicht klar, wie man diese Relation darstellen soll.
Selbst/Ich/Nagel/Stalnaker: Bsp "Ich bin TN".
Problem: es ist nicht klar, wieso unsere Welt Raum für solche Tatsachen hat.
Dilemma: a) solche Tatsachen müssen existieren, weil Dinge sonst unvollständig wären
b) sie können nicht existieren, denn so wie die Dinge sind, enthalten sie solche Tatsachen nicht. (Nagel 1986, 57).
Selbst/semantische Diagnose/Nagel/Stalnaker: NagelVsSemantische Diagnose: unbefriedigend:
NagelVsOntologische Lösung: will die objektive, zentrumslose Welt auf falsche Weise anreichern.
Nagel: Mittelposition These: es gibt ein objektives Selbst.
StalnakerVsNagel: das ist schwer zu fassen und weder notwendig noch hilfreich.
I 254
Semantische Diagnose/StalnakerVsNagel: hat mehr Potential als Nagel annimmt. Mein Plan ist:
1. semantische Diagnose
2. Skizze einer metaphysischen Lösung
3. objektives Selbst ist ein Fehler
4. allgemeines Problem subjektiver Standpunkte
5. kontext-abhängige oder subjektive Information - einfache Lösung für qualitative Erlebnisse.
Selbst/subjektiv/objektiv/semantische Diagnose/Nagel/Stalnaker: (in Stalnakers Version):
Dazu gehört nicht, dass
"Ich bin TN" angeblich ohne Inhalt ist.
StalnakerVsNagel: die Identität der ersten Person ist nicht "automatisch und daher uninteressant".
semantische Diagnose: beginnt mit den Wahrheitsbedingungen (WB).
WB: "Ich bin F" geäußert von XY ist wahr, gdw. XY F ist.
Was für eine Information wird damit übermittelt?
I 255
Inhalt/Information/Selbst/Identität/Stalnaker: eine Lösung: wenn folgendes stimmt: Glaube/Überzeugung/Stalnaker: sind Mengen von nichtzentrierten MöWe
Inhalt/Selbstzuschreibung/Stalnaker: ist dann Menge von zentrierten MöWe.
Bsp Ich bin TN ist wahr gdw. es durch TN geäußert wird,
Inhalt: wird repräsentiert durch die Menge der zentrierten MöWe die TN als ihr ausgezeichnetes Objekt haben.
Inhalt/Überzeugung/Lewis/Stalnaker: mit Lewis kann man Glaubensinhalte auch als Eigenschaften auffassen. (Lewis 1979).

I 257
Semantische Diagnose/NagelVsSemantische Diagnose/Stalnaker: "Sie macht nicht, dass das Problem weggeht". Stalnaker: was ist denn nun das Problem?
Problem/Nagel: eine adäquate Lösung müsste die subjektiven und die objektiven Begriffe in Harmonie bringen.
I 258
StalnakerVsNagel: dazu muss man aber die Quellen des Problems besser artikulieren als Nagel es tut. Analogie. Bsp Angenommen, ein allzu einfach gestrickter Skeptiker sagt: "Wissen impliziert Wahrheit, also kann man nur notwendige Wahrheiten wissen".
Vs: das ist eine Verwechslung verschiedener Reichweiten der Modalität.
VsVs: der Skeptiker könnte dann antworten "Diese Diagnose ist unbefriedigend, weil sie nicht macht, dass das Problem weggeht".
Problem/Stalnaker: allgemein: ein Problem kann sich als raffinierter herausstellen, aber auch dann kann es bloß ein linguistischer Trick sein.
Illusion/Erklärung/Problem/Stalnaker: es reicht nicht zu erkennen, dass an der Wurzel des Problems eine Illusion besteht. Einige Illusionen sind hartnäckig, wir fühlen ihr Bestehen sogar noch nachdem sie erklärt sind. Aber das impliziert wiederum nicht, dass es ein Problem ist.
I 259
Warum-Fragen/Stalnaker: Bsp „Warum sollte es möglich sein, dass...“ (z.B. dass physikalische Gehirnzustände Qualia hervorrufen). Solche Fragen haben nur Sinn, wenn es eher wahrscheinlich ist, dass das Zugrundeliegende nicht möglich ist.
I 260
Selbsttäuschung/Gedächtnisverlust/Selbst/Irrtum/Stalnaker: Bsp Angenommen, TN täuscht sich darüber, wer er ist, dann weiß er nicht, dass TN selbst die Eigenschaft hat, TN zu sein, obwohl er weißt, dass TN die Selbst-Eigenschaft von TN hat! (Er weiß ja nicht, dass er selbst TN ist). Er weiß nicht, dass er die Eigenschaft hat, die er „ich sein“ nennt. ((s) „Ich sein“ ist hier nur auf TN zu beziehen, nicht auf jeden beliebigen Sprecher). objektiv/nichtzentrierte Welt/Selbst/Stalnaker: das ist eine Tatsache über die objektive, nichtzentrierte Welt, und wenn er sie kennt, weiß er, wer er ist. So sagt der Vertreter der ontologischen Sicht.
Ontologische Sicht/StalnakerVsNagel/StalnakerVsVs: die Strategie ist interessant: zuerst wird das Selbst objektiviert – indem selbst-lokalisierende Eigenschaften in Merkmale der nichtzentrierten Welt verwandelt werden.
Dann versucht man, den wesentlich subjektiven Charakter durch die subjektive Fähigkeit es Erfassens zu erhalten.
I 263
Nagel: These: weil die objektive Vorstellung ein Subjekt hat, gibt es auch seine mögliche Präsenz in der Welt und das erlaubt mir, subjektive und objektive Sicht zusammenzubringen. StalnakerVsNagel: ich sehe nicht, wie das daraus folgt. Warum soll daraus, dass ich mir eine mögliche Situation vorstellen kann folgen, dass ich darin sein könnte?.
Fiktion: hier gibt es sowohl den teilnehmenden Erzähler als auch den Erzähler von außerhalb, allwissend oder nicht.
I 264
Semantische Diagnose/Stalnaker: mag hinreichend sein für normale Selbst-Lokalisierung. Aber Nagel will mehr: einen philosophischen Gedanken. StalnakerVsNagel: ich glaube nicht, dass an einem philosophischen Gedanken hier mehr dran ist, als an dem normalen. Vielleicht ist es eine andere Einstellung (Haltung) aber das verlangt keinen Unterschied im Inhalt!
Subjektiver Inhalt/Stalnaker: (so wie er von der semantischen Diagnose identifiziert wird) scheint mir ein plausibler Kandidat zu sein.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
WunderWunder Leibniz Vs Newton, I. I 24
Prästabilierte Harmonie/Leibniz: diese in jeder Substanz der Welt von vornherein geregelte gegenseitige Beziehung, die das hervorbringt, was wir ihren Verkehr nennen und einzig und allein die Verbindung von Seele und Körper ausmacht. "Die Hypothese ist sehr wohl möglich." (LeibnizVsNewton: Newton: "hypotheses non fingo").
"Sie ist eine wunderbare Idee von der Harmonie des Universums und der Vollkommenheit der Werke Gottes".

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998
WunderWunder Verschiedene Vs Objektivismus Stegmüller IV 242
ObjektivismusVsSubjektivismus/Ethik/Stegmüller: man könnte sagen, der Subjektivismus degradiere Normen zu einem "Bündel von Konventionen". VsVs: aber dem ist gerade nicht so:
SubjektivismusVsObjektivismus/Ethik/Mackie/Stegmüller: die Objektivisten machen sich die Sache zu einfach, wenn sie die Normen als objektive, vorgegebene Prinzipien betrachten.
Der Subjektivist steht vor so etwas wie einem Wunder: er muss erklären, wie solche Systeme überhaupt entstehen können!
1. welche menschlichen Überlegungen und Fähigkeiten erklären die Entstehung jener künstlichen Konventionen?
2. Wie werden sie aufrechterhalten?




WunderWunder Lewis Vs Präsentismus Schwarz I 19
Vergangenheit/Zukunft/LewisVsPräsentismus: es gehört zum gesunden Menschenverstand, dass die letzte Mondlandung 1972 war und dass gewisse Arten längst ausgestorben sind. Präsentismus: beruft sich aber genauso auf den gesunden Menschenverstand und behauptet, dass diese Dinge nicht mehr real sind. Vergangen sein heißt, nicht mehr zu existieren, Auch zukünftige Arten wird es erst geben, wenn sie da sind. Es gibt nur, was jetzt existiert (geben/existieren/ „es gibt“).
LewisVsPräsentismus: „es gibt“: Lewis behauptet nicht, dass „jetzt Dinosaurier existieren“. Aber es gibt sie (wenn auch nicht heute). Es gibt sie nur in der Vergangenheit. Das akzeptiert aber auch der Präsentist. Was ist dann der Streitpunkt?
Schwarz I 20
Lösung: hat mit Bereich von Quantifikation zu tun. Quantifikation/Bereich/Schwarz: unbeschränkte Quantoren sind selten und gehören zur Metaphysik. Bsp „es gibt keinen Gott“ bezieht sich auf das ganze Universum. Bsp „Es gibt kein Bier“: bezieht sich auf den Kühlschrank.
Existenz/Lewis/Schwarz: dann gibt es also verschiedene „Existenzweisen“. Zahlen existieren auf eine andere Weise als Tische.
Existenz/Präsentismus: seine Aussagen darüber, was es gibt, sind absolut unbeschränkt.
Vierdimensionalismus/Existenz: Aussagen darüber, was es gibt ignorieren aus seiner Sicht Vergangenheit und Zukunft. Wenn wir sagen, dass es keine Dinosaurier gibt, ((s) Dann dehnen wir (fälschlicherweise) die Gegenwart in die Vergangenheit aus.) Schwarz: wir deuten durch die Gegenwartsform an, dass wir nicht von absolut allen, sondern nur von gegenwärtigen Dingen reden.
Quantifikation/Schwarz: kann aber auch im Präsens neutral sein. Aber auf die Grammatik kommt es nicht an.
Schwarz I 21
Lösung: wahr machen: was macht die Sätze wahr, Bsp dass Sokrates den Schierlingsbecher trank? Vierdimensionalismus Wahrmacher: die Ereignisse in einem vergangenen Teil der Realität.
Präsentismus: glaubt nicht an vergangene Teile der Realität. Dann muss der Wahrmacher aber ein Merkmal der Gegenwart sein!
VsPräsentismus: Problem: die Gegenwart ist logisch nicht von der Vergangenheit abhängig. Es ist möglich, dass die Welt erst vor 5 Minuten erschaffen wurde.
Realität/Präsentismus: (einige Vertreter) man erfasst die Realität nicht, indem man nur feststellt, was für Dinge es gegenwärtig gibt. , Dass es Sokrates gab ist nicht wahr, weil es jetzt gewisse Dinge gibt, sondern weil es sie damals gab. Aussagen darüber was es gab und geben wird, drücken grundlegende Tatsachen aus, die nicht auf Aussage darüber was ist, reduzierbar sind. Dann sind die Satzoperatoren „es war der Fall dass,“ und „es wird der Fall sein“ primitiv und unanalysierbar. (Prior, 1969(1)).
Eigenschaften/LewisVsPrior/LewisVsPräsentismus: Vs diese primitiven Operatoren: Alle Wahrheiten müssen darauf beruhen, was für Dinge mit welchen Eigenschaften es gibt. Die beiden obigen Operatoren würden ja auch nicht ausreichen. Bsp „Sokrates wird heute noch bewundert“ ((s) Das unterscheidet die Gegenwart nicht so wie hier gewünscht, von der Vergangenheit.) Bsp „Es gab mehrere englische Könige namens Charles“: Problem: es gab keinen Zeitpunkt, zu dem es mehrere gab. Dann muss man also unter anderem auch plurale Vergangenheits-Quantoren akzeptieren.
Vierdimensionalismus/Lewis: Lösung: Temporaloperatoren verschieben einfach den Bereich der Quantoren Bsp „...1642“ ist wie „...in Australien“. Dann: mit „Es gab mehrere englische Könige namens Charles“ quantifizieren wir über einen größeren Ausschnitt der Vergangenheit, vielleicht über alle vergangenen Dinge zusammen.
Präsentismus: (einige Vertreter) versuchen sich das anzueignen, ohne die Metaphysik zu teilen: Bezugnahme auf „Sokrates“ oder „1642“ ist dann irgendwie abstrakt und von ganz anderer Art als die auf konkrete Dinge (Bigelow 1996). Vielleicht sind vergangene Zeiten sprachliche Fiktionen, Sätze und ihre Bewohner darin enthaltene Kennzeichnungen (Beschreibungen). Dann würde Bsp ...Schierlingsbecher“ nicht verlangen, dass es jemand aus Fleisch und Blut gibt, der irgendetwas tut. Es reicht, wenn eine Fiktion davon erzählt ((s) >Fiktion/Field).
Schw I 22
Andere Lösung/Präsentismus: solche Sätze über vergangene Dinge als mengentheoretische Konstruktionen aus gegenwärtigen Dingen: der Sokrates des Jahres 399 ist dann eine Menge jetzt existierender Eigenschaften, darunter auch die Eigenschaft, den Schierlingsbecher zu trinken. VsPräsentismus: nicht alle Dinge, die es je gab, sind in unserer Sprache beschreibbar oder aus gegenwärtigen Ereignissen konstruierbar. Außerdem gibt es viele Fiktionen, denen nichts entspricht. Was unterscheidet die „echten“ von den „falschen“?
Vierdimensionalismus: „Surrogat V“ („Ersatz V“): fasst andere Zeiten und ihre Bewohner als metaphysisch grundlegende Entitäten auf. Bsp „Sokrates“ bezieht sich auf eine irreduzible Entität („Wesenheit“), die irgendwie mit den Eigenschaften die wir von Sokrates annehmen, verknüpft ist. (LewisVs)
Problem: die Verknüpfung darf nicht darin besteht, dass die Entität diese Eigenschaften hat! Denn das wäre dann der echte Vierdimensionalismus.
LewisVs „ersatz world“: es lässt sich keine Theorie von Ersatz-Sokratessen entwickeln, wo diese wirklich „abstrakt“ sind.
PräsentismusVsVierdimensionalismus: kehrt wesentliche Aspekte der Realität unter den Teppich: was wird aus dem Fluss der Zeit, dem Wandel der Dinge und der Besonderheit der Gegenwart? Das vierdimensionale Block Universum ändert sich nie. , seine Zeit Dimension „fließt“ nicht. Bsp Dann kann ich mich nicht freuen, dass der Zahnarztbesuch vorbei ist, weil er immer noch genauso real ist.
VierdimensionalismusVsPräsentismus: Bsp Zahnarztbesuch: ich bin froh, dass er jetzt nicht mehr ist, nicht, dass er aus der Realität getilgt wurde. Genauso, wie ich froh bin, dass der Anschlag nicht hier geschah, sondern woanders.


1. Arthur N. Prior [1969]: Past, Present and Future. Oxford: Oxford University Press

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
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Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

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David K. Lewis
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Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

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David K. Lewis
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David K. Lewis
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Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

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David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
WunderWunder Quine Vs Putnam, H. Schurz I 211
Realismus/Wissenschaftstheorie/Schurz: zwei Arten: a) metaphysisch
I 212
b) hypothetisch konstruktiver Realismus: These: die Frage, ob ein theoretischer Terminus (TT) referiert, kann nicht a priori entschieden werden. Das hängt vom Erfolg des Begriffs in der Erfahrungserkenntnis ab. Dann konvergiert die realistische Begründungsfrage mit der instrumentalistischen Bedeutungsfrage!
Wunderargument/PutnamVsQuine/PutnamVsUnterbestimmtheit: (pro Realismus): es wäre ein Wunder, wenn Theorien, die lange empirisch erfolgreich waren, nicht auch realistisch wahr wären.
Unterbestimmtheit/QuineVsPutnam/QuineVsRealismus: These: es ist immer möglich, zu einer gegebenen Theorie T empirisch äquivalente Theorien T* mit stark unterschiedlichem oder sogar inkompatiblem theoretischen Überbau zu konstruieren, so dass unmöglich T und T* zugleich wahr sein können. Derartige empirisch äquivalente Theorietransformationen sind jedoch immer post hoc.
Wunderargument: (Worrall 1997, 153ff, Carrier 2003, §4): kann nur dann Geltung besitzen, wenn man unter empirischem Erfolg die Fähigkeit versteht, qualitativ neue Voraussagen zu machen.
CarrierVsQuine/WorrallVsQuine//Schurz: keine post hoc konstruierte Theorie T* hat das jemals gekonnt.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

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W. V. A. Quine
On what there is
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From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

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Two dogmas of empiricism
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From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

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W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
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From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

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W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
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From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

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W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
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From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

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W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
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From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

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W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
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From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

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W. V. A. Quine
Reference and modality
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W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
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Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
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Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
WunderWunder Fodor Vs Quine, W.V.O. Esfeld I 62
FodorVsQuine: (und Lepore): der Bestätigungs Holismus und der Verifikationismus beziehen sich auf verschiedene Sachen: Verifikationismus: bezieht sich auf Sprachliches.
Bestätigungs Holismus: bezieht sich auf sprachübergreifende Entitäten wie Propositionen.
EsfeldVsFodor: wenn wir jedoch von Überzeugungen ausgehen, können wir beides zusammenfassen.

Fodor II 114
Sprache/Verhalten/Bedeutung/Quine/Fodor: aber selbst wenn es eine feststellbare Eigenschaft gäbe, wie sollten wir die Behauptung rechtfertigen, angenommen, wir hätten sie gefunden? Quine: (The Problem of Meaning in Linguistics): Test für die Frage, ob S eine grammatische Phonemfolge sei: ob die Äußerung Verwunderung auslöse.
FodorVsQuine: das geht in beiden Richtungen fehl: 1. fast alle Äußerungen in der Alltagssprache sind ungrammatisch!
2. Fast jeder grammatische Satz kann in gewissen Situationen Verwunderung auslösen!
Unsere Intuitionen über die Grammatik sind oft nicht im Einklang mit der Grammatik selbst.
Auf der anderen Seite ist die Intuition in der Semantik weit unzuverlässiger als in der Grammatik.

Fodor/Lepore IV 54
Fodor/Lepore VsQuine: sein Argument ist ein Fehlschluss der Äquivokation! ((s) Zwischen Aussage und Formel). (Nämlich:
IV 52
Quine/Fodor/Lepore: Def Immanenz der Bestätigung: die These, dass weil Bestätigung über Arten von Entitäten definiert ist, deren Verbindung
IV 53
zu einer bestimmten Theorie wesentlich ist, es nicht möglich sein muss, solche Fragen so zu konstruieren, als ob es darum ginge, ob zwei Theorien in Bezug auf die Bestätigungsbedingungen übereinstimmen.)
IV 76/77
Kind/Spracherwerb/Sprachlernen/Quine: hat das Kind vielleicht einen Hintergrund (vielleicht angeboren), z.B. über den Charakter seines Dialekts? Jedenfalls unterscheidet dieser sich dann von dem des Linguisten, dass er kein Bootstrapping ist. Fodor/LeporeVsQuine: das ist überhaupt nicht gerechtfertigt. Seine Wahl einer WT rechtfertigt nicht wahren Glauben und liefert kein Wissen.
Aber dann kann man dem Kind auch kein Wissen über die Sprache zuschreiben!
Lösung: Kinder kennen die Sprache in dem Sinne, dass sie sprechen können, daher haben sie jeden möglichen wahren Glauben, den das Sprechen erfordern mag ((s) und der damit vereinbar ist, also darüber hinausgeht).
Auch Quine glaubt nicht, dass die epistemische Situation des Kindes vollständig dadurch charakterisiert ist, dass man die Beobachtungsdaten bestimmt. Irgendwie verallgemeinert auch das Kind.
Problem: die Prinzipien der Verallgemeinerung können nicht ihrerseits gelernt sein. (Sonst Regreß). Sie müssen angeboren sein.
Lösung/Quine: Ähnlichkeitsraum. Gleichfalls:
Skinner: "intakter Organismus " mit angeborenen Dispositionen, in die eine, aber nicht die andere Richtung zu verallgemeinern.
Hume: Assoziationsmechanismen, "intrinsisch" in der menschlichen Natur usw.

Anmerkung
IV 237
13 > IV 157 o
Kausaltheorie: viele Philosophen halten kausale Beziehungen für konstitutiv für semantische Eigenschaften, aber ihre Beispiel beziehen sich immer auf spezielle Intuitionen über spezielle Fälle, wie z.B. dass wir die mentalen Zustände von Zwillingen (ZE?) unterscheiden müssen. Quine: dieser hat im Gegensatz dazu kein Problem zu erklären, warum das, was Zustimmung kausal veranlaßt, dasselbe sein muss, das wie WB festlegt. Denn Davidson schreibt zu recht, dass das für Quine die "sensorischen Kriterien" sind, die Quine als Evidenz behandelt.
Und als Verifikationist nimmt Quine die Evidenzrelation (Belege) als ipso facto konstitutiv für semantische Relationen. ((s): Relation/Relation).
VsQuine: der Preis den er dafür bezahlt ist, dass er kein Argument gegen den Skeptizismus hat!

IV 218
Intuitionismus/Logik/Quine/Fodor/Lepore: Quine favorisiert eine ökumenische Geschichte, der zufolge die logischen Verbindungen (Junktoren) verschiedenes bedeuten, je nachdem ob in klassischer oder intuitionistischer Logik gebraucht. Fodor/LeporeVsQuine: solange es keinen transtheoretischen Begriff von Satzidentität gibt, ist es unklar, wie das überhaupt festgestellt werden soll.

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
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"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
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Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
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Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
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Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
WunderWunder Putnam Vs Rorty, R. McDowell I 178
Rorty These vom kausalen Standpunkt können wir unsere Überzeugungen nicht Normen der Untersuchung unterwerfen. PutnamVsRorty: dann bleibt es ein Rätsel wie es etwas wie Überzeugungen überhaupt geben kann. Ein zweiter Standpunkt hilft dann auch nicht weiter, wenn wir diesem Standpunkt nicht gestatten, die kausalen Interaktionen zwischen Personen mit Überzeugungen und dem Gegenstand ihrer Überzeugungen mit in Betracht zu ziehen. Denn dann bleibt es rätselhaft, wieso dieser zweite Standpunkt die Normen liefern soll.

Putnam I (a) 21
Theorie/Bedeutung/Putnam: es wird immer verschiedene Theorien geben, aber das schadet nichts, solange sie verschiedene Begriffe verwenden. wenn sie empirisch äquivalent sind, machen sie für uns keinen Unterschied. Repräsentation/Darstellung/Rorty: das ganze Problem ist fehlgeleitet, eine Scheindebatte.
PutnamVsRorty: das ist genau der Versuch, den Standpunkt Gottes einzunehmen.

Putnam I (h) 204/205
PutnamVsRorty: wenn es so etwas gibt wie "Sichauszahlen einer Vorstellung", dann gibt es unweigerlich die Frage nach der Natur dieser "Richtigkeit". Putnam: was Rede zu mehr macht als zu einem bloßen Ausdruck unserer augenblicklichen Subjektivität, ist, dass sie bezüglich der Gegenwart oder Abwesenheit dieser Eigenschaften beurteilt werden kann ob "Wahrheit" oder "Richtigkeit" oder "Sichauszahlen" oder wie man sie nennen will.
Selbst wenn sie eine kulturell relative Eigenschaft ist. Aber das stellt uns nicht frei von der Verantwortung zu sagen, welche Eigenschaft das ist!
I (i) 239
Metaphysik/Philosophie/Rorty/Putnam: für Rorty und die von ihm bewunderten Franzosen scheinen zwei Vorstellungen packend zu sein: 1. Das Scheitern unserer philosophischen "Grundlegungen" ist ein Scheitern unserer ganzen Kultur, daher müssen wir philosophische Revisionisten sein.
I (i) 240
2. Typisch Rorty: er lehnt die "Realismus/Antirealismus Debatte" und die "Emotion/Kognition Debatte" ab, indem er die Debatte verspottet. PutnamVsRorty: wenn eine Kontroverse "vergeblich" ist, dann bedeutet das nicht, dass die rivalisierenden Bilder unwichtig wären.
I (i) 242
berechtigte Behauptbarkeit/PutnamVsRorty: ist von der Mehrheitsmeinung unabhängig, das ist aber keine Tatsache der transzendenten Wirklichkeit, sondern es ist eine Eigenschaft des Begriffs der Berechtigung. Der Berechtigung kann die Mehrheit sicher zustimmen oder nicht zustimmen.
Dass das so ist, haben die Relativisten selbst durch ihre Praxis gezeigt!
RelativismusVs: könnte einwenden, dass sei eben ein "schlechter Zug des gewöhnlichen Begriffs von "Berechtigung"".
PutnamVsVs: was kann dann "schlecht" aber heißen, wenn nicht in Bezug auf ein dahinter stehendes metaphysisches Bild?
I (i) 242/243
Ein Philosoph, der sich darauf bezieht (solche gibt es), könnte behaupten, dass seine eigene Überzeugung wahr, aber nicht berechtigt ist er würde sich dabei nicht selbst widerlegen. Es ist aber eine pragmatische Inkonsistenz an seiner Position: PutnamVsRelativismus/PutnamVsRealismus: beide behaupten, zugleich innerhalb wie außerhalb der Sprache stehen zu können!
Der Realismus widerlegt sich damit noch nicht sofort selbst, da er eine "Perspektive Gottes" sowieso annimmt.
Aber der Relativismus widerlegt sich damit selbst.

Normen/Werte/Rorty: (1985) die Verbesserungen sind nicht besser in Bezug auf einen vorher bekannten Stand, sondern nur in dem Sinn besser, dass sie nun klar besser erscheinen als ihre Vorgänger.
Normen/Werte/PutnamVsRorty: das ist keine Klärung des Begriffs der "Verbesserung".
I (i) 243/244
Da Rorty normalerweise von westlicher Kulturgemeinschaft spricht, könnte es sein, dass diejenigen die Oberhand gewinnen, die meinen, dass wir mit Judenvernichtung "am besten zurechtkommen". ((s) "Besser zurechtkommen" scheint gar nicht von Rorty selbst gebraucht worden zu sein.)
PutnamVsRorty: "besser zurechtkommen" ist ein Frage, wie etwas uns erscheint und ist überhaupt nicht der Begriff von besseren und schlechteren Normen und Standards. Standards und Bild von ihnen sind aber logisch unabhängig!
Deshalb macht es Sinn zusagen, dass, was die meisten für eine Verbesserung halten, in Wirklichkeit keine sei.
Diskurs/Rorty: (Spiegel der Natur) unterscheidet zwischen "normalem" und "hermeneutischem" Diskurs.
normal: übereinstimmend mit den relevanten Standards und Normen einer Kultur.
hermeneutisch: bei unlösbaren Meinungsverschiedenheiten wird versucht, eine Paradigmen Lücke zu überbrücken.
I (i) 244/245
PutnamVsRorty: benutzt "wahr" und "vernünftig" emotional. Das ist Rhetorik. Wozu dient sie? Bekanntlich war Mussolini pro Pragmatismus: dieser unterstütze gedankenlosen Aktivismus. R.B. Perry, 1936).
Wenn Toleranz und die offene Gesellschaft unser Ziel ist, wäre es dann nicht besser, direkt für sie zu argumentieren, als zu hoffen, sie wären Nebenprodukte einer Änderung des metaphysischen Bildes?
PutnamVsRorty: wahrscheinlich denkt er auch, dass metaphysischer Realismus falsch ist. Aber er kann es nicht sagen! Hinter seiner Umhüllung ist der Versuch vorhanden, aus der Perspektive Gottes heraus zu sagen, dass es gar keine Perspektive Gottes gibt.

Rorty VI 79
Mensch/Gesellschaft/gut/schlecht/Rorty: "wir selbst mit unseren Maßstäben" bedeutet nicht "wir, gleichgültig ob wir Nationalsozialisten sind oder nicht" sondern soviel wie "Sprachbenutzer, die nach unserer Erkenntnis verbesserte Neuauflagen unserer selbst sind." Wir haben einen Entwicklungsprozess durchgemacht, den wir als rationale Überredung gelten lassen.
VI 80
Das beinhaltet die Vermeidung von Gehirnwäsche und die freundliche Duldung von Störenfrieden à la Sokrates und Schelmen à la Feyerabend. Heißt das, wir müssten die Möglichkeit der Überredung durch Nazis offenhalten? Ja, das heißt es, ist aber nicht gefährlicher als die Möglichkeit, zum ptolemäischen Weltbild zurückzukehren!
PutnamVsRorty: "besser zurechtkommen" ist kein Begriff, wonach es bessere oder schlechtere Normen gibt,...es ist eine interne Eigenschaft unseres Bildes von der Rechtfertigung, dass eine Rechtfertigung unabhängig sei von der Mehrheit...
(Rorty: ich kann mich nicht erinnern, jemals gesagt zu haben, Rechtfertigung sei von einer Mehrheit abhängig.)
RortyVsPutnam: "besser" in Bezug auf "uns in Bestform" weniger problematisch als in Bezug auf "idealisierte rationale Akzeptierbarkeit". Lasst uns ein paar neue Denkweisen ausprobieren.
VI 82
Putnam: was soll "schlecht" hier bedeuten. außer in Hinblick auf ein verfehltes metaphysisches Bild?

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Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
WunderWunder Verschiedene Vs Subjektivismus Stegmüller IV 177
VsSubjektivismus/Ethik/Stegmüller: dieser hat es schwer, wo die meisten Menschen Normen und Werte für objektiv verankert halten, so dass die Überzeugungen bereits Eingang in die Bedeutung moralischer Wörter gefunden haben.
IV 178
VsVs: das wäre ein "Metaethischer Fehlschluss": der Schluss von Überzeugungen auf deren Richtigkeit.
IV 216
Def Moral im weiten Sinn/Mackie/Stegmüller: besteht aus einer Lebenseinstellung und einem System von Verhaltensregeln, das sich jemand zu eigen macht. Kann von Person zu Person variieren. Def Moral im engeren Sinn/Mackie/Stegmüller: Beschränkung der Eigeninteressen der Handelnden. Nicht flexibel, da sie alles enthalten muss, was die Aufrechterhaltung der Kooperation erfordert.
Kernstück: "Minimalmoral". Begründungsfähig.
VsSubjektivsmus/Ethik/Stegmüller: zwei negative Eckpfeiler:
1. Hierarchie objektiver Normen
2. Unmögliche Wandelbarkeit der menschlichen Natur.

IV 242
ObjektivismusVsSubjektivismus/Ethik/Stegmüller: man könnte sagen, der Subjektivismus degradiere Normen zu einem "Bündel von Konventionen". VsVs: aber dem ist gerade nicht so:
SubjektivismusVsObjektivismus/Ethik/Mackie/Stegmüller: die Objektivisten machen sich die Sache zu einfach, wenn sie die Normen als objektive, vorgegebene Prinzipien betrachten.
Der Subjektivist steht vor so etwas wie einem Wunder: er muss erklären, wie solche Systeme überhaupt entstehen können!
1. welche menschlichen Überlegungen und Fähigkeiten erklären die Entstehung jener künstlichen Konventionen?
2. Wie werden sie aufrechterhalten?

IV 304
VsSubjektivismus/Moral: jemand könnte einwenden, dass der Subjektivismus nicht die Auslöschung einer Minderheit verhindert würde! Es bestehe ja keine Gefahr, von einem Mitglied der Minderheit getötet zu werden! (VsRawls).
IV 305
VsVs: 1. jeder Mensch ist Mitglied irgendeiner Minderheit. 2. die Minimalmoral setzt nur voraus, dass alle rationale Egoisten sind.
Moral/Ethik/Sympathie/Mackie: durch die Massenmedien erweitert sich der "Nahbereich" des Menschen, innerhalb dessen er zu Mitleid fähig ist.
IV 306
Minderheitenproblem/Mackie/Stegmüller: wenn es um Empirie geht, könnte man sich darauf berufen, dass alle Argumente gegen Menschen bestimmter Hautfarbe auf falschen empirischen Prämissen beruhen. Nun gibt es keine Garantie gegen Genozid, er hat ja stattgefunden! Kulturelle Leistungen können innerhalb kürzester Zeit vernichtet werden.
IV 307
Moralbegründung/Stegmüller: Motive sind janusköpfig: von innen gesehen sind sie Erklärungen,
von außen betrachtet sind sie Ursachen.
Die Begründung, die wir erreicht haben, lässt sich auch nicht auf alle Prinzipien der Moral im engeren Sinne anwenden. Das ist aber kein Mangel des Begründungsbegriffs selbst. Das Normengeflecht soll nur so etwas wie einen Rahmen angeben.




WunderWunder Mackie Vs Swinburne, R. Stegmüller IV 405
Gottesbeweis/Bestätigung/MackieVsSwinburne: 1. Wie lässt sich denn eine Ausgangswahrscheinlichkeit dafür angeben, dass es einen Gott gibt, falls kein solches Universum existierte?
Die Daten müssen aus dem Hintergrundwissen herausgenommen werden.
IV 406
Dann enthält das Hintergrundwissen nur noch logische und mathematische Wahrheiten. Wie sollten diese die Gotteshypothese wahrscheinlicher machen? Swinburne: scheint dagegen nur zwei konkurrierende Hypothesen zu vergleichen:
a) Dass es keine weitere Ursache und keine weitere Erklärung für das komplexe Universum gibt
b) Dass es einen Gott gibt.
Beide Hypothese gehen davon aus, dass es das Universum gibt.
Hintergrundwissen/Swinburne: unser Hintergrundwissen enthält alles Wissen über die Welt, aber keine religiösen Annahmen. Dann ist es wahrscheinlicher, dass es Gott gibt, als dass es keinen gibt.
Gottesbeweis/Bestätigung/MackieVsSwinburne:
2. die Tatsache, dass das unverursachte Universum nicht weiter erklärbar ist, rechtfertigt nicht Swinburnes Auffassung, dass es "sonderbar und verwunderlich" oder "sehr unwahrscheinlich" ist.
Eine Hypothese die eine göttliche Schöpfung einschließt, ist andererseits durchaus sehr unwahrscheinlich!
Wenn es einen Gott im Sinne des traditionellen Theismus gäbe, wäre es sicher sehr wahrscheinlich, doch hier geht es um die Existenz und nicht um das Handeln eines existenten Gottes.
IV 407
Gottesbeweis/Swinburne/Stegmüller: dieser stützt sich auf Einfachheitsüberlegungen: Allmacht, unendliches Wissen und unendliche Güte anzunehmen bedeute so viel wie "die einfachste Art von Person anzunehmen"! MackieVs: Widersprüche zwischen Theisten. Größe (Anselm) Vs Einfachheit.
MackieVsSwinburne: 1. Die Einfachheit wird erkauft durch die Annahme einer Reihe von aktualen Unendlichkeiten.
2. Die Besonderheit wird nicht eliminiert, sondern bloß verdeckt: warum hatte Gott die Vorliebe, gerade diese Welt zu schaffen?
3. Ein körperloser Geist ist sehr unwahrscheinlich. (Und gerade Swinburne arbeitet ja mit wissenschaftlichem Hintergrundwissen und Wahrscheinlichkeiten).
IV 408
4. Wenn man die Ordnung der natürlichen Welt durch göttlichen Plan erklären will, muss man die Ordnung im göttlichen Plan erklären! MackieVsSwinburne: dieser fordert nicht mehr, wie noch Leibniz vollständige Erklärbarkeit und durchgängige Verstehbarkeit der Welt. Aber auch er fordert noch Erklärbarkeit. Er versucht, den unerklärlichen Teil zu vermindern. Er will sich dabei nicht mehr auf einen "zureichenden Grund" oder "wesentliche Existenz" berufen.
Leider stellt sich heraus, dass er dann über nichts mehr verfügt, um zu rechtfertigen, dass wir durch Hinzufügung Gottes etwas erklären.
IV 425/426
Erklärung/MackieVsSwinburne: wir haben als Philosophen nicht das Recht, in einem ersten Schritt aus einem in Wahrheit sehr komplizierten Vorgang diejenige einfache Beziehung, die uns interessiert und die uns bekannt ist, gedanklich zu isolieren und oder Idealisierungen anzustellen und in einem zweiten Schritt als vertrautes Modell zu verwenden. (Argument). SwinburneVsMackie: könnte erwidern, dass es zu Gottes Fähigkeiten gehören könnte, die entsprechenden Absichten in uns hervorzurufen. Stegmüller: das ist aber höchst mysteriös.
Erklärung/Theismus/MackieVsSwinburne: die personale Erklärung ist gar kein Konkurrent, sondern ein Spezialfall der kausalen Erklärung!
1. Sie ist genauso phantastisch und unwahrscheinlich wie die evolutionäre Erklärung.
2. Wenn jede einzelne Leib Seele Beziehung erklärt werden müsste, wäre das ein Rückfall in den Okkasionalismus.
3. Locke: wenn die göttliche Allmacht den Menschen die Fähigkeit zu Denken verliehen hat, warum dann nicht auch den Steinen? (>Denkende Steine).

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
WunderWunder Lewis Vs Tooley, M. Schwarz I 119
Naturgesetze/NG/Reduktionismus/LewisVsTooley: das ist der Preis für anti reduktionistische Intuitionen: Es klingt schön und gut, dass NG nicht auf lokalen Ereignissen supervenieren, dass unsere Begriffe von NG, kontrafaktischen Wahrheiten und Kausalität nicht auf außerhalb liegendes reduziert werden können. (Tooley 1987(1), 2003(2)). Problem: die offensichtlichsten Merkmale von NG werden damit unbegreiflich! Lewis: (als Reduktionist) kann demgegenüber erklären, warum man die NG empirisch entdecken kann, warum die Physik auf dem Weg dazu ist, warum es nützlich ist, die NG zu kennen, und warum alle Fs überhaupt Gs sind, wenn „alle Fs sind Gs“ ein NG ist. Als Anti Reduktionist muss man all dies bloß mit Demut zur Kenntnis nehmen.
Lewis: die Annahme einer primitiven modalen Tatsache, die sicherstellt, dass in jeder möglichen Welt (MöWe) in der N(F,G) besteht, auch alle Fs Gs sind, ist obskur und fast sinnlos: wenn es keine Möwe gibt, in denen N(F,G) besteht, aber einige Fs nicht G sind, dann muss das eine Erklärung haben, dann muss an der Vorstellung solcher Welten etwas inkohärent sein. (s.o. 3,2): MöWe können nicht einfach fehlen.
NG/LewisVsArmstrong: vielleicht besser: Regularitäten, die zusätzlich durch eine primitive Beziehung zwischen Universalien abgesegnet sind, eine Beziehung, die auch in MöWe besteht, in denen das NG nicht gilt. Das ist zwar noch obskurer, aber dann ist es wenigstens kein Wunder mehr, dass alle Fs Gs sind, wenn ein NG das verlangt.


1. Michael Tooley [1987]: Causation: A Realist Approach. Oxford: Oxford University Press
2. Michael Tooley [2003]: “Causation and Supervenience”. In [Loux und Zimmerman 2003]

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
WunderWunder Quine Vs Tradition IV 403
Logische Partikel: werden von Quine als synkategorematische Ausdrücke behandelt! (Leitet sich von Russell her: Bsp Sokrates »ist ein Mensch«). Logische Partikel: Präpositionen, Konjunktionen, Kopula usw.:
Locke: Verknüpfungen zwischen Ideen oder Propositionen.
Tradition: die generierte konkrete Termini.
QuineVsTradition: in Wirklichkeit als synkategorematische Ausdrücke zu behandeln. Sie gleichen oberflächlich betrachtet, bezeichnenden Ausdrücke.

V 58
Idee/Vorstellung/Berkeley/Hume/Quine: die beiden waren nicht arglos und zogen sogar die Grenze vor der abstrakten Idee des Dreiecks und ließen nur Vorstellungen von bestimmten Dreiecken gelten. QuineVsTradition: eitle Fragen über die kausale Verknüpfung von Ideen.

VII (a) 11
Universalien/Prädikat/Attribut/Bedeutung/Tradition/"McX"/Quine: eine Möglichkeit war schon vorher ausgeschlossen: McX kann nicht argumentieren, solche Prädikate wie "rot" oder "ist rot" (die wir alle benutzen) müssten als Namen einzelner Universalien ("universeller Entitäten") angesehen werden, um überhaupt bedeutungsvoll zu sein.
Namen/Quine: wir haben gesehen, dass ein Name zu sein, eine viel speziellere Eigenschaft ist, als Bedeutung zu haben.
McX kann uns auch nicht darauf festlegen, dass wir mit dem Prädikat "pegasiert" ein Attribut des "Pegasierens" eingeführt hätten.
Unterschied Prädikat (Begriff)/Attribut (Universale).
McXVsQuine: andere Strategie: gestehen wir zu:
1. Unterscheidung zwischen Erwähnung und Gebrauch (Naming and Meaning)
2. das "ist rot" und "pegasiert" keine Namen von Attributen sind. Dennoch sollen sie Bedeutung haben. Aber diese Bedeutungen, seien sie erwähnt (named) oder nicht, sind dennoch Universalien! Und einige von ihnen nenne ich Attribute oder etwas mit letztlich demselben Zweck.
QuineVsVs: hier könnte man nur kontern, indem man sich weigert, überhaupt Bedeutung zuzugestehen. Aber das will ich nicht, weil ich damit nicht zugleich die Bedeutung von Wörtern und Sätzen ablehnen möchte.
QuineVsMcX: wir beide stimmen darin überein, linguistische Formen in sinnvolle und sinnlose einzuteilen, aber der konstruiert "bedeutungsvoll" als "Haben einer "abstrakten Entität" wie "einer Bedeutung". das tue ich nicht.
Bedeutungen sind keine Entitäten. Besser: eine sprachliche Äusserung ist bedeutungsvoll, oder signifikant (bezeichnend).

Bedeutung/Quine: im allgemeinen redet man über zwei Probleme damit:
1. "Haben" von Bedeutung
2. Synonymität oder "Bedeutungsgleichheit".
VII (a) 12
Quine: das können wir am besten mit der Untersuchung von Verhalten in den Griff bekommen. Aber wir brauchen nicht von einer Entität namens Bedeutung zu sprechen. Tradition/McX: wundert sich an diesem Punkt: verpflichtet uns dann gar nichts mehr auf Universalien, wenn wir sie vielleicht nicht willkommen zu heißen wünschen?
Quine: nein, (s.o.) wir haben statt dessen unsere gebundenen Variablen.
Bsp Wir können schon sagen, dass das etwas (gebundene Variable) ist, das rote Häuser und Sonnenuntergänge gemeinsam haben.
Bsp oder dass da "etwas" ist, das eine Primzahl größer als eine Million ist.
Ontologie: aber das (gebundene Variable) ist die einzige Möglichkeit, uns ontologische Verpflichtungen aufzuerlegen.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
WunderWunder Hume Vs Verschiedene I 251
HumeVsPascal: "von lächerlichem Aberglauben bestimmt" (Aber dieser war gerade auf dem skeptischen Weg zum Christen geworden). Religion/Hume: bedient sich in seinen Schriften zur Religion vorzugsweise Dialogform: Vorteil: er muss sich dabei nicht selbst zu einer Position bekennen.
I 252
Hume greift nicht die christliche Religion als solche an, sondern historische Manifestationen. Für Hume selbst scheint nicht mehr als ein äußerst reduzierte Deismus übrigzubleiben.
Bsp Ironie: das größte Wundererlebnis macht derjenige, der durch seinen Wunderglauben zum Christentum bekehrt wird.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Identität Geach, P. I 238
Identität/GeachVsQuine: These Identität ist relativ. Wennn jemand sagt " x ist identisch mit y" ist das ein unvollständiger Ausdruck. Es ist eine Abkürzung für " x ist dasselbe A wie y" : (DF hinz. Drittes: "dasselbe in Bezug worauf". (>tertium comarationis ï·" >Komparativum). Frege: "x ist eins" ist eine Abkürzung für "x ist ein A, ein einzelnes A". (s) "x ist ein Ding".
Geach: es wundert mich deshalb, daß Frege nicht auch die These der relativen Identität vertreten hat, obwohl es im Deutschen, wie im Englischen heißt "ein und dasselbe".
Wunder Lewis, D. V 49
Divergenz/Konvergenz/Asymmetrie/Lewis: These was Konvergenz mehr zu einem Wunder macht (unwahrscheinlicher) ist die Asymmetrie der Überdetermination:
V 50
was immer passiert, hinterläßt viele und stark verteilte Spuren in der Welt der Zukunft. Sie sind nachher kaum je wieder zusammenzubringen, aber das macht nichts, so lange sie existieren.

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren angrenzender Fachgebiete:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Reealismus Boyd, R. Fraassen I 39
"Ultimatives Argument"/Realismus/R. Boyd/Putnam/Fraassen: (pro Realismus): ist die einzige Philosophie, die aus dem Erfolg der Wissenschaft kein Wunder macht. These: die Begriffe einer reifen Wissenschaft referieren typischerweise und ihre Sätze sind typischerweise wahr.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980