| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Aktualismus | Stalnaker | I 12/1 Aktualismus/Stalnaker: Der Aktualismus nimmt mögliche Welten nicht buchstäblich als Welten an - sondern als Weisen, wie die Welt hätte sein können. Pointe: Kontingente Identität ist nicht erlaubt, wohl aber kontingente Verschiedenheit. ((s) Nach Kripke ist Identität immer notwendige Identität, sofern nicht Kennzeichnungen im Spiel sind, sondern Namen.) >Identität/Kripke, >Starrheit, >Kennzeichnungen. I 120 Aktualismus/Stalnaker: Der Aktualismus ist keine restriktive metaphysische Theorie wie der Materialismus oder der Nominalismus; er ist einfach eine triviale Konsequenz der Bedeutung von "aktual". >Materialismus, >Nominalismus. I 128 Präsentismus/Stalnaker: (s.o.) Präsentismus ist analog zum Aktualismus in Bezug auf mögliche Welten. >Präsentismus. These: Wir sind in der Zeit erstreckt so wie wir über mögliche Welten erstreckt sind. Dann können wir echte zeitliche Identität haben (Stalnaker pro). Fusion/Spaltung/personale Identität: Fälle der Fusion oder Spaltung sind dann Fälle, wo getrennte Personen früher identisch waren bzw. eine Person in zwei geteilt wird. >Personale Identität, >Fusion, >Spaltung. |
Stalnaker I R. Stalnaker Ways a World may be Oxford New York 2003 |
| Barcan-Formel | Quine | VII (h) 156 Modallogik/Barcan Marcus/Quine: Barcan Formel: (38) (x)(y) {(x = y) › [notw (x = y)]} Quine: das heißt, dass mindestens einige Züge ein Objekt notwendig determinieren. (Vergleiche "p . Fx"). Fitch folgt Barcan. Man beachte, dass (38) direkt aus (36) folgt - zusammen mit einem Gesetz der Ersetzbarkeit für Variablen: (x)(y) [(x = y . Fx) › Fy]. Zusammenfassung/Quine: Fazit des Ganzen: man muss einen Aristotelischen Essentialismus akzeptieren, wenn man quantifizierte Modallogik zulassen will. (s) Daher bezeichnet sich Kripke als Essentialist. Ad VII (h) 156 Barcan-Formel > href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/details.php?id=231034&a=t&autor=Kripke&vorname=Saul%20A.&thema=Identit%C3%A4t">Kripke/(s): Identität ist immer notwendige Identität. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Beschreibung | Kripke | I 78 ff Man könnte sagen "Der Jona des Buches hat nie existiert", wie man sagen könnte "Der Hitler der Nazi-Propaganda hat nie existiert". Vs: Existenz ist unabhängig von Darstellung. >Existenz/Kripke, >Beschreibungsabhängigkeit, >Darstellung. I 94 Referenz durch Beschreibung: Bsp "Jack the Ripper" Bsp "Neptun" wurde so genannt, ehe man ihn gesehen hatte. Die Referenz wurde gerade durch diese Beschreibung seines Ortes festgelegt. Zu diesem Zeitpunkt war man nicht in der Lage, den Planeten zu sehen. Gegenbeispiel: "Vulkan". I 94f Es könnte sich auch herausstellen, dass die Beschreibung gar nicht auf den Gegenstand zutrifft, obwohl die Referenz des Namens mit der Beschreibung festgelegt wurde. Bsp die Referenz von "Venus" als der "Morgenstern", wobei sich später herausstellt, dass der betreffende Gegenstand kein Fixstern ist. In solchen Fällen weiß man in keinem Sinn a priori, dass die Beschreibung, die die Referenz festgelegt hat, auf den Gegenstand zutrifft. I 93 ff Beschreibung kürzt den Namen nicht ab. Bsp Selbst wenn Gödels Leistung in Wirklichkeit vom ermordeten Schmidt vollbracht wurde, referieren wir mit "Gödel" auf Gödel. I 112 f Beschreibung legt Referenz fest, sie liefert keine Synonymie. Das "Urmeter" ist nicht synonym mit der Länge. Beschreibung liefert kontingente Identität: Erfinder der Zweistärkenbrille = Postminister (es handelt sich um dieselbe Person.) >Urmeter. I 115 Identität: Durch die Verwendung von Beschreibungen kann man kontingente Identitätsaussagen machen. >Identität/Kripke. I 117 QuineVsMarcus/QuineVsBarcan: (Barcan-Marcus: vertritt die Position, dass Bedeutungen sehr wohl als "mere tags" angesehen werden können): Es gibt keine notwendige Identität von Eigennamen, sondern es handelt sich empirische Entdeckungen. "Cicero = Tullius" diese Identität folgt nicht notwendig aus der Beschreibung. Auch die Identität von Gaurisankar mit dem Mt. Everest ist eine empirische Entdeckung. --- II 25/26 Beschreibung/Namen/Kripke: Die Beschreibung dient nur der Festlegung der Referenz, nicht der Identifikation des Gegenstands (wegen kontrafaktischen Situationen), auch nicht der Festlegung der Bedeutung. >Referenz/Kripke, >Bedeutung/Kripke, vgl. >Notwendig a posteriori. |
Kripke I S.A. Kripke Name und Notwendigkeit Frankfurt 1981 Kripke II Saul A. Kripke "Speaker’s Reference and Semantic Reference", in: Midwest Studies in Philosophy 2 (1977) 255-276 In Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993 Kripke III Saul A. Kripke Is there a problem with substitutional quantification? In Truth and Meaning, G. Evans/J McDowell Oxford 1976 Kripke IV S. A. Kripke Outline of a Theory of Truth (1975) In Recent Essays on Truth and the Liar Paradox, R. L. Martin (Hg) Oxford/NY 1984 |
| Eigenschaften | Cresswell | I 117ff Eigenschaften/mögliche Welt/MöWe/Cresswell: Bsp In einigen möglichen Welten gibt es ein Ding, das beides hat: die Eigenschaft, das größte hölzerne Gebäude und die Eigenschaft, das schönste Gebäude zu sein. - In anderen möglichen Welten hat dieses Ding nur eine der beiden Eigenschaften. Dann kann man die Kennzeichnung: "Das größte hölzerne Gebäude" a) als Funktion ansehen, der Wert ist in jeder möglichen Welt das Ding, das das größte hölzerne Gebäude ist b) als Funktion, deren Wert das schönste Gebäude ist. Kontingente Identität schlägt fehlt, weil aus f(w) = g(w) nicht folgt f = g. >Identität. Für notwendige Identität: >Identität/Kripke. II 166 Def Eigenschaften/Proposition/Definition/Cresswell: Wenn wir Propositionen als Grundbegriffe annehmen, können wir Eigenschaften als Funktion von Individuen auf Propositionen definieren. >Propositionen, >Grundbegriffe. II 167 RescherVs: (Rescher 1975)(1): bevorzugt, Eigenschaften als Grundbegriffe zu annehmen. Field: (Field 1978)(2): verbannt Propositionen, aber lässt Eigenschaften zu. >Eigenschaften. 1.Rescher, Nicholas 1975. Temporal Logic. In; J. Symbolic LogicVolume 40, Issue 2 (1975) 2.Field, H.H. Mental representation. Erkenntnis 13, 9–61 (1978). https://doi.org/10.1007/BF00160888 |
Cr I M. J. Cresswell Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988 Cr II M. J. Cresswell Structured Meanings Cambridge Mass. 1984 |
| Identität | Bigelow | I 140 Identität/Bigelow/Pargetter: Identität fassen wir hier als 2-stelliges Prädikat auf dazu müssen wir die Sprache nicht erweitern. I 141 Axiome: A19. (x)(x = x) A20. (a u ~a (σ/λ) > σ ≠ λ) Alltagssprachliche Übersetzung: Wenn etwas wahr ist von etwas und nicht wahr ist von etwas, dann können diese beiden Dinge nicht identisch sein. I 141 Kontingente Identität/Bigelow/Pargetter: Diese beiden Axiome haben eine überraschende Konsequenz: nämlich dass alle Identität notwendig ist. Vgl. >Identität/Kripke. Es gibt dann keine kontingente Identität. Auch Nichtidentität ist dann notwendig. D.h. folgendes kann als Theoreme bewiesen werden: NI. (x = y) > N(x = y) NNI. (x ≠ y) > N(x ≠ y) Semantische Regel: bewirkt dann, dass eine Identitätsaussage wahr in allen Welten ist oder wahr in keiner. >Mögliche Welten, >Notwendigkeit, >Wahrheit. Bewertungsregel/Identität/Bigelow/Pargetter: V(=) (c, c) = W W: ist die Menge aller möglichen Welten. Identitätsaussagen/Bigelow/Pargetter: Identitätsaussagen sind dann entweder notwendig oder unmöglich. Das ist überraschend und zeigt eine weitere Illustration des Zusammenspiels zwischen Semantik und Ontologie. >Semantik, >Ontologie. Ontologie/Bigelow/Pargetter: Ontologie ist das, was uns von einer stromlinienförmigen und plausiblen Semantik nahegelegt wird. Identität/Wissenschaft/Bigelow/Pargetter: In der Geschichte der Wissenschaft gab es oft Entdeckungen, die uns gezeigt haben, dass Dinge, die wir für verschieden gehalten hatten, identisch sind. Vgl. >Natürliche Arten/Putnam, >Fortschritt, >Wissenschaft, >Wissen. I 143 Nun solle man meinen, dass dies kontingente Identitäten sind. >Kontingenz. Kontingente Identität/Semantik/Bigelow/Pargetter: Wenn ihnen kontingente Identität gefällt, müssten sie die Semantik ändern. Und das ist nicht schwer: Def Verschiedenheit/neu: Statt zu sagen, dass zwei Dinge verschieden sind, wenn etwas wahr von dem einen aber nicht wahr von dem andere ist, könnten wir sagen, dass etwas nichtmodales wahr ist vom einen, aber nicht vom anderen. >Vgl. >Leibniz-Prinzip, >Verschiedenheit, >Ununterscheidbarkeit, >Unterscheidungen. Das bringt einige neue Systeme hervor. Interessant ist, dass einige dieser Systeme NNI verifizieren, während sie weiterhin NI falsifizieren. (s.o.) Bsp Es ist schwieriger zu erlauben, dass New York und Miami ein und dieselbe Stadt sind als zu erlauben, dass Miami zwei Städte sind. Notwendige Identität/BigelowVskontingente Identität/Bigelow/Pargetter: Wir sollten die Semantik entscheiden lassen und sagen, dass es einfach keine kontingente Identität gibt. Kontingente Identität/Bigelow/Pargetter: Anstatt die Semantik zu ändern, um sie doch zuzulassen sollten wir lieber erklären, warum es sie zu geben scheint: Bsp Theorie der Kennzeichnungen/Russell/Bigelow/Pargetter: Russels Theorie der Kennzeichnungen liefert ein Mittel, um kontingent mit notwendigen Identitäten zu versöhnen: Behauptungen der Form Das F = das G können als kontingent analysiert werden, indem man sagt, dass die Eigenschaften F und G kontingenterweise von einem einzigen Ding ko-instantiiert werden. Das ist immer noch mit notwendiger Selbstidentität vereinbar. >Theorie der Kennzeichnungen/Russell, >Kennzeichnungen. Bigelow/Pargetter: Durch Kennzeichnungen sind die meisten kontingenten Identitäten wegerklärt worden. I 144 Introvertierter Realismus/Bigelow/Pargetter: Der introvertierte Realismus, das zeigt sich hier, kann den extrovertierten verstärken, aus dem er entsprang. >Realismus/Bigelow, >Realismus. |
Big I J. Bigelow, R. Pargetter Science and Necessity Cambridge 1990 |
| Identität | Cresswell | I 117 ff Kontingente Identität/manche Autoren: hier schlägt das Leibniz-Prinzip fehl. >Leibniz-Prinzip. Cresswell: besser: überhaupt nur scheinbare Identität. Bsp Das größte hölzerne Gebäude ist gleichzeitig das schönste Gebäude. Richtig: das größte hölzerne ist notwendig hölzern. - Aber es ist nicht notwendigerweise mit dem schönstem Gebäude identisch. Problem: wenn identisch, dann doch notwendig identisch. Notwendige Identität/(s): laut Kripke wenn Namen statt Kennzeichnungen involviert sind. >Identität/Kripke, >Kennzeichnungen, >Namen. I 126 Notwendige Identität/Cresswell: wenn Morgenstern = Abendstern, dann: (wenn Morgenstern und Abendstern Nominale sind) falsch: N(MS x)(AS y) (x = y) aber wahr: (MS x)(AS y) N(x = y). Denn x = y ist wahr in jeder Welt unter einer Zuschreibung V gdw. V(x) = V(y) und dann ist es in jeder möglichen Welt wahr, wenn es in einer wahr ist und dann N(x = y). Cresswell später: entspricht in Hughes/Cresswell: "der Mann nebenan = der Major" als natürliche Wahrheit: das ist unnatürlich. >Weitere Autoren zu Morgenstern/Abendstern. Hughes I 167f Identität/Hughes/Cresswell: Identität ist immer notwendig: immer liegt (x = ) zugrunde, auch wenn x unter verschiedenen Kennzeichnungen erscheint. Die Beschreibungen sind kontingent, aber nicht die Identität des Gegenstands mit sich selbst. Das gilt auch für Nichtidentität: sie auch immer notwendig, wenn der entsprechende Satz wahr ist. >Nichtidentität. |
Cr I M. J. Cresswell Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988 Cr II M. J. Cresswell Structured Meanings Cambridge Mass. 1984 Hughes I G.E. Hughes Maxwell J. Cresswell Einführung in die Modallogik Berlin New York 1978 |
| Identität | Stalnaker | I 14 Vage Identität/Stalnaker: Vage Identität kann höchstens bei Identitätsaussagen mit vagen Termini auftreten. >Vagheit. Lösung/Gegenstücktheorie/Stalnaker: Wenn Querweltein-Relationen zwischen Klassen von Stellvertretern bestehen und nicht zwischen Individuen selbst, dann muss die Relation nicht die der Identität sein, und diese andere Relation kann vage sein. >Gegenstücke, >Gegenstücktheorie, >Querweltein-Identität, >Mögliche Welten. I 126 Kontingente Identität/Stalnaker: Es ist natürlich nicht so, dass der Aktualismus kontingente Identität erfordert, die obigen Beispiele können auch wegerklärt werden. Man kann die Möglichkeit bloß nicht einfach auf Basis der Semantik und Identitätslogik zurückweisen. >Aktualismus. Notwendige Identität: Notwendige Identität entspricht der These, alle Identität sei notwendig eine metaphysische These. >Identität/Kripke. I 131 Identität/notwendig/kontingent/Stalnaker: Nach der modalen Quantorentheorie ist alle Identität notwendig. Das wollen wir nicht; Bsp Ein Ding kann mehrere Gegenstücke in anderen Welten haben. I 132 Lösung: Es gibt verschiedene Weisen des Herausgreifens. I 133 Vage Identität/Stalnaker/Nathan SalmonVsVage Identität: (Salmon 1981(1), p. 243) nach ihm kann Identität nicht vage sein: Bsp angenommen, es gibt ein Paar von Entitäten x und y sodass es vage ist, ob sie ein und dasselbe Ding sind, dann ist das Paar ganz sicher nicht dasselbe Paar wie das Paar, bei dem das definitiv wahr ist, dass x dasselbe Ding ist wie es selbst. Dann ist es jedoch nicht vage, ob die beiden Paare identisch oder unterschieden sind. I 134 Vage Identität/Identitätsaussage/vage Gegenstände/Stalnaker: Bsp M sei ein bestimmtes Stück Land innerhalb des unbestimmten Mt. Rainier. a) Mt. Rainier ist ein unbestimmtes Objekt: dann ist es falsch zu sagen, dass M = Mt Rainier. b) Wenn es um eine Aussage statt um ein Objekt geht: dann ist sie unbestimmt. I 135f Vage Identität/Stalnaker: Bsp Es gibt zwei Fischrestaurants Bookbinder’s, aber nur eins kann mit dem ursprünglichen identisch sein. Endurantismus: Problem: "B0" (das ursprüngliche) ist dann eine mehrdeutige Bezeichnung. Perdurantismus: Hier ist es eindeutig. >Perdurantismus, >Endurantismus. I 138 Vage Identität/SalmonVsVage Identität/Unbestimmtheit/Stalnaker: Salmons Argument zeigt, dass wenn wir es schaffen, zwei Entitäten a und b herauszugreifen, dass es dann eine Tatsache geben muss, ob die beiden ein Ding sind oder zwei (Stalnaker pro Salmon, Nathan). Umgekehrt: Wenn es unbestimmt ist, ob a = b, dann ist es unbestimmt, worauf "a" referiert oder worauf "b" referiert. Aber das gibt uns keinen Grund anzunehmen, dass Tatsachen zusammen mit Begriffen das entscheiden müssen. Salmon zeigt nur, dass wenn Tatsachen und Begriffe nicht entscheiden, dass es dann unbestimmt ist. I 140 StalnakerVsSalmon: Salmon's Vagheit ist eine Vagheit der Referenz. I 139 Identität/unbestimmt/Kripke: (1971(2), 50-1) Bsp wäre der Tisch T in der wirklichen Welt derselbe, wenn in der Vergangenheit die ihn konstituierenden Moleküle ein wenig anders verteilt gewesen wären? Hier kann die Antwort unbestimmt sein. I 148 Identität/ein-stellige Prädikate/Stalnaker: Man kann nicht allgemein Sätze als Prädikationen behandeln. >Prädikation, >Sätze. Bsp x^(Hx u Gx) ist eine Instanz der Form Fs, aber "(Hs u Gs)" nicht. Daher ist unser Identitätsschema beschränkter als Leibniz’ Gesetz normalerweise formuliert wird. >Leibniz-Prinzip. I 154f Def wesentliche Identität/Stalnaker: Alle Dinge x und y, die identisch sind, sind wesentlich identisch, d.h. identisch in allen möglichen Welten, in denen das Ding existiert. ((s) D.h. die Existenz wird zur Voraussetzung für die Identität gemacht, nicht die Identität für die Existenz.) Notwendige Identität/Stalnaker/(s): Bei der notwendigen Identität ist es umgekehrt: Wenn x und y notwendig identisch sind, müssen sie in allen möglichen Welten existieren bzw. wenn ein Ding in einer mögliche Welt nicht existiert, kann es in den möglichen Welten in denen es existiert, nicht notwendig identisch sein. Notwendige Identität/logische Form: x^(x = y) > N(x = y) schlägt in der Standardsemantik und in der Gegenstücktheorie fehl, weil ein Ding kontingent existieren kann und Selbst-Identität Existenz beinhaltet. >Gegenstücktheorie. Zwei verschiedene Dinge können identisch sein, ohne wesentlich identisch zu sein, Bsp zwei mögliche Welten a und b, jede möglich für die jeweils andere, und zwei unterschiedene Dinge haben dasselbe Gegenstück in b, nämlich 3. Dann erfüllt das Paar die Identitätsrelation in b, aber weil 1 in Welt a existiert und von 2 verschieden ist, erfüllt das Paar nicht N(Ex > x = y) in b. >Querweltein-Identität. 1. Salmon, Wesley C. 1981. Rational prediction. British Journal for the Philosophy of Science 32 (2):115-125 2. Kripke, Saul S. Identity and NEcessity. In Milton Karl Munitz (ed.), Identity and Individuation. New York: New York University Press. pp. 135-164 (1971) |
Stalnaker I R. Stalnaker Ways a World may be Oxford New York 2003 |
| Konventionen | Putnam | V 124 Wärme/Molekülbewegung/Identität/Putnam: Die Identität von Wärme mit Molekülbewegung ist konventionell. Nur naive Physik leugnet das. Vgl. >Notwendig a posteriori, >notwendige Identität. |
Putnam I Hilary Putnam Von einem Realistischen Standpunkt In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993 Putnam I (a) Hilary Putnam Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973) In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (b) Hilary Putnam Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (c) Hilary Putnam What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194. In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (d) Hilary Putnam Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482. In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (e) Hilary Putnam Reference and Truth In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (f) Hilary Putnam How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (g) Hilary Putnam Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982) In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (h) Hilary Putnam Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (i) Hilary Putnam Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (k) Hilary Putnam "Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam II Hilary Putnam Repräsentation und Realität Frankfurt 1999 Putnam III Hilary Putnam Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997 Putnam IV Hilary Putnam "Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164 In Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994 Putnam V Hilary Putnam Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990 Putnam VI Hilary Putnam "Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98 In Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994 Putnam VII Hilary Putnam "A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 SocPut I Robert D. Putnam Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000 |
| Natürliche Arten | Stalnaker | I 80 Natürliche Art/notwendige Eigenschaften/Stalnaker: Die Merkmale von Kängurus sind empirisch, nicht sprachlich, d.h. aktuale Kängurus spielen eine notwendige Rolle. >Sprachabhängigkeit, >Empirie. Pointe: Das ist aber nicht hinreichend dafür, dass Kängurus notwendig Kängurus sind. >Notwendige Identität. Bsp Urmeter/Kripke: Das Objekt selbst hätte länger oder kürzer sein können. So können aktuale Kängurus die Referenz von "Känguru" festlegen, ohne selbst echte Elemente der Art zu sein. >Urmeter. I 208 Natürliche Art/Starrheit/starr/Stalnaker: Namen und Natürliche-Art-Begriffe sind starr. >Starrheit, >Natürliche Arten. |
Stalnaker I R. Stalnaker Ways a World may be Oxford New York 2003 |
| Schmerz | Chalmers | I 17 Schmerz/Chalmers: Schmerz ist ein Bespiel dafür, dass Begriffe eine doppelte Bedeutung haben: a) als psychologischer Begriff zur Verhaltenserklärung, >funktionale Rolle b) als phänomenaler Begriff der Ersten Person >Qualia/Chalmers. Beide Aspekte tendieren natürlich dazu, zusammen vorzukommen. Aber das ist keine begriffliche Wahrheit über Schmerz! I 18 Alltagssprache/Chalmers: Die Alltagssprache bringt psychologische und phänomenale Aspekte zusammen, obwohl diese eigentlich getrennt sind. Das gilt für viele mentale Begriffe. Lernen: Hier ist der psychologische Aspekt vielleicht stärker. >Psychologie/Chalmers. I 19 Gefühle: Hier überwiegt wahrscheinlich der phänomenale Aspekt. >Phänomene, >Aspekte, >Gefühl. Überzeugung: Der Fall der Überzeugungen komplexer, weil Intentionalität eine Rolle spielt, z.B. ob man eine Proposition glaubt und gleichzeitig eine Hoffnung darüber hat. Gleichzeitig werden Überzeugungen zur Erklärung von Verhalten gebraucht. >Verhalten, >Erklärung, >Überzeugungen, >Intentionalität. Inhalt/Searle/Chalmers: (Searle 1990a)(1): These: Der Inhalt einer Überzeugung hängt völlig von dem verbundenen Bewusstseinszustand ab. Ohne Bewusstsein ist alles Als-ob-Intentionalität. (Searle: Siehe Chalmers I 360). >Intentionalität/Searle, >Inhalt, >Gehalt. I 146f Schmerz/Wissen/phänomenal/physikalisch/Identität/Kripke/Chalmers: Kripkes Argument stützt sich auf Identität, die nach ihm immer notwendige Identität ist. >Schmerz/Kripke, >Identität/Kripke. Schmerz/Kripke: Es ist sinnlos zu sagen, dass es etwas Schmerzähnliches gibt, das sich im Verlauf einer Untersuchung als Schmerz herausstellt, anders als im Fall von Wasser/H2O: Wasser hat sich irgendwann als H2O herausgestellt. Diese Identität ist nach der Entdeckung eine Notwendigkeit a posteriori. >a posteriori Notwendigkeit. I 147 ChalmersVsKripke: Kripkes Argument stützt sich, anders als meins, auf einen gewissen Essentialismus in Bezug auf verschiedene Zustände. Bei mir geht es auch niemals um Entkörperung. Dennoch gibt es zwischen Kripke und mir viele Gemeinsamkeiten. Uns beiden geht es um modale Argumente mit Notwendigkeit und Möglichkeit. >S. A. Kripke, >Essentialismus, >Modalität, >Notwendigkeit, >Möglichkeit. I 148 Gehirnzustand/Schmerz/Kripke: These: Man könnte diesen bestimmten Gehirnzustand haben, ohne diesen bestimmten Schmerz zu fühlen, denn für den Schmerz ist nur das Gefühl wesentlich. (Siehe auch Feldman (1974)(2), McGinn (1977)(3)). >Gehirnzustände. Materialismus/Schmerz/Boyd: (Boyd 1980) (4): Der Materialist muss nicht annehmen, dass mentale Zustände in allen möglichen Welten physikalische Zustände sind, solange dies in der aktualen Welt der Fall ist. >Materialismus, >Aktuale Welt, >Mögliche Welten. I 149 Schmerz/Intension/Kripke/Chalmers: Wenn Kripke sagt, Du kannst Dir keine Situation vorstellen, in der das Gefühl von Schmerz, nicht aber der Schmerz selbst fehlt, dann heißt das, dass primäre und sekundäre Intension zusammenfallen. ChalmersVsKripke: 1. Die Möglichkeit der Entkörperlichung ist unstimmig als Argument gegen den Materialismus, aber in unserem Fall nicht entscheidend. 2. Für die Argumente, die sich auf Identität stützen gilt das gleiche. 3. Eine essentialistische Metaphysik ist (für unsere Belange) nicht entscheidend, abgesehen davon, dass Schmerzgefühl wesentlich für Schmerz ist – aber dabei geht es um die Bedeutung von „Schmerz“. 4. Kripkes Apparat der starren Designatoren (>Querweltein-Identität) ist zentral für unser Problem, hat aber einen tiefen Kern in Bezug auf das von uns festgestellte Fehlschlagen der logischen Supervenienz. >Starrheit, >Supervenienz. 1. J. R. Searle, Consciousness, explanatory inversion and cognitive science. Behavioral and Brain Scineces. 13, 1990: pp.585-642. 2. F. Feldman, Kripke on the identity theory. Journal of Philosophy 71, 1974: pp. 665-76 3. C. McGinn, Anomalous Monism and Kripke's Cartesian intuitions. Analysis 2, 1977: pp. 78-80 4. R. N. Boyd, Materialism without reductionism: What physicalism does not entail. In: N. Block (Ed) Readings in the Philosophy of Psychology. VOl. 1. Cambridge 1980. |
Cha I D. Chalmers The Conscious Mind Oxford New York 1996 Cha II D. Chalmers Constructing the World Oxford 2014 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Theseus Schiff | Salmon, N. | Staln I 115 Bsp ein komplexes Artefakt, z.B. ein Fahrrad, an den ein Teil ausgetauscht wurde, ist noch dasselbe Fahrrad, nur etwas anders. Aber wenn die meisten Teile ausgetauscht wurden, würde man sagen, es ist ähnlich, aber ein anderes. Hugh Chandler: (1975): Variante aufgeteilt auf zwei MöWe w1: wie in der Original-Geschichte w2: wie w2, außer daß die alten Teile entfernt, aber nicht ersetzt werden. Das Schiff wird demontiert und später rekonstruiert 2. Bsp Statue/Ton/Allan Gibbard: (1975) Bsp ein Klumpen Ton, genannt «Klumpi» (lumpl) und eine Statue genannt "Goliath". Die Staute wird aus dem Klumpen gemacht und Klumpen und Statue kommen im selben Moment zur Existenz bzw. hören auf zu existieren. Dann sind beide identisch. ((s) die Formulierung verschleiert, daß sie sich ablösen). Identität/Statue/Ton/Gibbard/Stalnaker: aber es ist klar, daß diese Identität keine notwendige Identität ist, sondern kontingente Identität. In einer anderen möglichen Welt könnte die Statue vor dem Klumpen zerstört worden sein. Dann sind beide verschieden. I 117 Querwelteinidentität/Stalnaker: es sieht so aus, als müßten wir sie aufgeben, oder einen extremen mereologischen Essentialismus akzeptieren, der die Identität aller Teile erfordert. Chandler/Nathan Salmon: These: die Fahrräder sind alle identisch, aber die aus den entfernteren Welten sind für einander nicht zugänglich. |
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| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Statue/Ton | Gibbard, A. | Staln I 115 Statue/Ton/Allan Gibbard: (1975) Bsp ein Klumpen Ton, genannt « Klumpi» (lumpl) und eine Statue genannt "Goliath". Die Staute wird aus dem Klumpen gemacht und Klumpen und Statue kommen im selben Moment zur Existenz bzw. hören auf zu existieren. Dann sind beide identisch. Identität/Statue/Ton/Gibbard/Stalnaker: aber es ist klar, dass diese Identität keine notwendige Identität ist, sondern kontingente Identität. In einer anderen möglichen Welt könnte die Statue vor dem Klumpen zerstört worden sein. Dann sind beide verschieden. I 117 Querwelteinidentität/Stalnaker: es sieht so aus, als müssten wir sie aufgeben, oder einen extremen mereologischen Essentialismus akzeptieren, der die Identität aller Teile erfordert. Chandler/Nathan Salmon: These: (Bsp Austausch von Fahrradteilen) Die Fahrräder sind alle identisch, aber die Fahrräder aus den entfernteren Welten sind für einander nicht zugänglich. |
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