Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
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Literatur
Abstraktion Frege Stuhlmann-Laeisz II 49
Def Abstraktion/Abstrahieren/Frege/St: Prozeß, bei dem verschiedene Elemente eines Bereichs miteinander identifiziert werden - Bsp gleiche Farbe, gleiche Größe, gleiche Gestalt - durch Abstraktion über die partielle Identität werden neue Objekte gewonnen - ((s) solche Objekte, die nur über z.B. Gleichzahligkeit oder Gleichfarbigkeit individuiert sind) - ist A ein solches Abstraktum, dann gibt es per definitionem einen (Basis-) Gegenstand a, so daß gilt. A ist das F von a.
Thiel I 131
Abstraktion/Mathematik/Frege/Thiel: Abstraktion ist ein rein logischer Prozess, ein Operieren mit Aussagen, dessen logischer Charakter durch den Wechsel von der Struktur der komplizierten Ausgangsaussage zur Struktur der neuen Aussage zum Vorschein kommt. Frege verstand das als erster. Aussagen nicht nur über Zahlen, sondern auch über Mengen, Funktionen, Begriffe, Sachverhalte, Sinn und Wahrheitswert einer Aussage, über Strukturen.
I 133
Zahlen/Ziffern/Zahlennamen/Namen/Mathematik/Thiel: Die philosophische Pointe des Übergangs von allgemeinen Aussagen über Ziffern zu arithmetischen Aussagen liegt darin, dass wir zwar zusätzlich zur Rede über Ziffern die Rede über Zahlen eingeführt haben, aber eben doch als Redeweise, facon de parler, deren Möglichkeit nicht davon abhängt, dass es über die konkreten Ziffern hinaus noch abstrakte Gegenstände gäbe, die wir als "Zahlen" bezeichnen.
I 134
Wir hatten auch keinerlei Veranlassung die Ziffern als "Namen" von Zahlen aufzufassen, so dass etwa 4, IV, und |||| dieselbe Zahl Vier bezeichnen würden, wie in der traditionellen Philosophie der Zahlen wohl angenommen.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

SL I
R. Stuhlmann Laeisz
Philosophische Logik Paderborn 2002

Stuhlmann II
R. Stuhlmann-Laeisz
Freges Logische Untersuchungen Darmstadt 1995

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Äquivalenzklassen Logik-Texte IV 146
Def Äquivalenzrelation/W.Salmon: transitiv ,symmetrisch und reflexiv. - Bsp Kongruenz - eine Äquivalenzrelation zerlegt eine Menge in eine Menge von elementfremden Äquivalenzklassen. - Bsp Die Relation Die gleiche Anzahl von Elementen besitzen . In Bezug auf diese Relation sind alle Mengen, die zwei Elemente haben, äquivalent: Bsp ein Paar Schuhe, ein Pferdegespann, ein Ehepaar, ein Zwillingspaar - Bsp Geschwister kann so definiert werden: dieselben Eltern haben. Eine Äquivalenzklasse, bezogen auf diese Relation ist dann eine Anzahl von Kindern, die gemeinsame Eltern haben. - (s) >Gleichzahligkeit, "Gleichortigkeit", zur Definition von >Zahl bzw. Ort. - ((s) >partielle Identität - > "Hinsicht".)
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Gedanken Frege Dummett I 62
Bewußtseinsinhalt/Frege/Dummett: Empfindungen - aber nicht: Sinn, Gedanken: Erfassen von Äusserem
Dum I 19
Gedanke/Denken/Frege: Der Gedanke ist nicht mit dem Sinn des Satzes identisch. - Wesen mit identischen Gedanken ohne sprachliches Kleid möglich.
Frege II 47
Frege: Ein Satz über ein nichtexistentes Einhorn ist ohne Wahrheitswert, Prädikate können nicht zu- oder abgesprochen werden - Der Gedanke st derselbe, ob Bezug ("Fregesche Bedeutung") oder nicht. Gedanke: Satz ohne Wahrheitswert (weil "Bedeutung" (Bezug) ungeklärt).- Derselbe Gedanke ist beim Schauspieler ohne Bedeutung (=Bezug). - Urteil/Frege: Fortschreiten vom Gedanken zu seinem Wahrheitswert.
II 71
Wahrheitswert: Ein Wahrheitswert kann nicht ein Teil eines Gedankens sein, sowenig wie etwa die Sonne, weil er kein Sinn, sondern ein Gegenstand ist. (>Wahrheitswert = Gegenstand).
II 76
Gedanke: ein Teil muß ungesättigt sein, als Bindemittel, z.B. "fällt unter". Gedanke: nicht alle Teile des Gedankens dürfen abgeschlossen sein, es mindestens einer ungesättigt (prädikativ) sein, sonst würden sie nicht aneinander haften.
Dum I 32
Frege: Erfassen des Gedankens: psychischer Akt. - Der Gedanke ist nicht Bewusstseinsinhalt - Bewusstsein ist subjektiv - der Gedanke objektiv. - WittgensteinVs.

Frege IV 52
Gedanke/Frege: kein vollständiger Gedanke ohne Zeitbestimmung - dann ist er aber auch zeitlos wahr oder falsch. (>Zeitloses). Ausdruck/Behauptung/Frege: Unterschied: Zeitbestimmung: gehört zum Ausdruck - Wahrheit: gehört zur Behauptung und ist zeitlos - Zeitloses gehört nicht zur Außenwelt.

Stuhlmann-Laeisz II 47 ff
Gedanke/Frege: nicht Satzbedeutung (Referenz) weil mögliches gemeinsames Eigentum von vielen (Inhalt, objektiv) - Sinn des Satzes: der ausgedrückte Gedanke (abstrakt) - ungleich Inhalt - Sinn kann erfaßt werden, ohne zu wissen, ob der Satz eine Bedeutung (Referenz, existierenden Gegenstand) hat - Gedanke/Frege: abstrakt - Gegensatz: Inhalt, Vorstellung.
Stuhlmann-Laeisz II 57ff
ungerade Bedeutung/Frege: ausgedrückte Gedanken - (Gedanke: abstrakt, ungleich Inhalt).
Stuhlmann-Laeisz II 66ff
Gedanken/Identitätskriterium für Gedanken/Frege/St: Satz A enthält denselben Gedanken wie Satz B, wenn (i) die Annahme dass ~A und B zu einem Widerspruch führt - (ii) umgekehrt - das gestattet es uns, Gedanken als invariante Abstrakta aufzufassen. - (>Partielle Identität: Gedankengleichheit) Invariante: der Gedanke. - Der in einem Satz enthaltene Gedanke ist dasjenige Moment, das A mit allen Sätzen gemeinsam hat, die logisch äquivalent zu A sind und das sich ändert, wenn wir zu einem Satz B übergehen, der nicht logisch äquivalent zu A ist.
Stuhlmann-Laeisz II 68
Gedanke/Frege/St: ist dasjenige Moment eines Behauptungssatzes, das wahr oder falsch sein kann und das der Gegenstand der Für-wahr-Haltens epistemischer Subjekte ist.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

SL I
R. Stuhlmann Laeisz
Philosophische Logik Paderborn 2002

Stuhlmann II
R. Stuhlmann-Laeisz
Freges Logische Untersuchungen Darmstadt 1995
Identität Geach I 218
Identität/GeachVsFrege: ist keine Relation! - "Ist ein A" heißt nicht "hat Identität mit A" - (wobei "A" ein Name ist). - VsFrege: (in Frege, Grundlagen der Arithmetik) statt "Es gibt genauso viele Fs wie Gs": "Entweder ist jedes gegebene Objekt F gdw. es ein G ist, oder es gibt eine Relation, die eine Eins-zu-Eins-Entsprechung zwischen den Fs und Gs setzt". Das darf aber keine Identität sein.
I 226
Identität/Geach: nur Gegenstände können strikt identisch sein. - Bei Begriffen gibt es bloß analoge Identität: wenn sie koextensiv sind.
I 238
Identität/GeachVsQuine: These: Identität ist relativ. - Wenn jemand sagt "x ist identisch mit y" ist das ein unvollständiger Ausdruck. - Es ist eine Abkürzung für "x ist dasselbe A wie y". - (Geach: Komisch, das Frege das nicht vertreten hat).
Identität/Tradition/Geach: kann durch ein einziges Schema ausgedrückt werden.
(1) l- Fa (x)(Fx u x = a) - alltagssprachlich: was immer wahr ist von etwas, das mit einem Objekt y identisch ist, ist wahr von a und umgekehrt. - Daraus leiten wir das Gesetz der Selbstidentität ab:
"l- a = a".
(Zeichenerklärung: l-: Behauptungsstrich).
Denn wenn wir nehmen "Fx" für "x ungleich a" dann liefert uns Schema (1):
(2) l- (a ≠ a) Vx(x ≠ a u x = a) - das ergibt natürlich "l-a = a".
I 240
Identität/Geach: wenn wir strikte Identität fordern, ungeachtet der Theorie, in der wir uns bewegen, geraten wir in die semantischen Paradoxien wie Grelling’s Paradoxie oder Richard’s Paradoxie. - Lösung: relative Identität auf Theorie bzw. Sprache, Ununterscheidbarkeit/ "Indiscernibility"/Quine - >partielle Identität.
Tugendhat I 37
Identität/Gleichheitszeichen/Dummett/Geach: "=" kann nur mit Bezug auf Gegenstände verwendet werden!
Habermas IV 158
Identität/Geach/Habermas: Peter Geach vertritt die These, dass Identitätsprädikate nur im Zusammenhang mit der allgemeinen Charakterisierung einer Klasse von Gegenständen sinnvoll verwendet werden könne. (1) (Siehe auch Kriterien/Henrich, HenrichVsGeach). Bsp Person/Identifikation/Habermas: Personen können nicht unter denselben Bedingungen identifiziert werden wie beobachtbare Gegenstände. Im Fall von Personen genügt eine raumzeitliche Identifizierung nicht.

1.P. Geach, Ontological Relativity and Relative Identity, in: K. Munitz, Logic and Ontology, NY. 1973

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Kopula Geach I 221
Kopula/Geach: wenn man Begriff und Gegenstand richtig versteht, braucht man keine Kopula. - Stattdessen kann man "fällt unter" gebrauchen. - (> In der Antike wurde es auch so gehandhabt.) - ((s) "Ist ein" suggeriert falsche Identität (höchstens partielle Identität, d.h. Klassifikation.) - Frege spät: VsFrege, früh: auch nicht "fällt unter". "Ist ein"/Frege: bedeutet nicht "gehört zu einer Klasse"!
I 221
"Ist ein.."/Geach: ist keine logische Relation zwischen einem x und einem Objekt (Klasse) genannt "Mensch".

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972