| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Gehirn/ Gehirnzustand | Frith | I 12 Gehirn/Gehirnforschung/Frith: Die Struktur wird durch die Messung der Energie, die das Gehirn verbraucht, untersucht. I 59 Gehirn/Bewusstsein/Frith: Hirnscanner zeigten, dass ein Objekt eine Veränderung der Hirnaktivität bewirken kann, ohne dass die Person sich dessen bewusst ist (in der Amygdala). I 61 These: "Unser Gehirn sagt uns nicht alles, was es weiß". >Unbewusstes. I 88 Gehirn/Frith: These: "Mein Gehirn kann problemlos ohne mich auskommen". I 89 Es kann Handlungen einleiten, die nicht die sind, die man selbst für angemessen hält. I 90/91 Gehirn/Frith: Das Gehirn sagt uns nicht, wenn sich unser Körper anders bewegt, als wir beabsichtigt haben (bei normalen Menschen). I 131 Gehirn/Welt/Frith: These: Das Gehirn bettet uns in die Welt ein und verbirgt die Welt gleichzeitig vor uns. I 149 Baustein/Grundbaustein/Gehirn/Neuron/Cajal/Frith: Der Grundbaustein des Gehirns ist das Neuron, die Nervenzelle mit all ihren Ausläufern. Grund: Die Ausläufer wachsen aus den Zellen heraus und nähern sich den Ausläufern anderer Zellen, vereinigen sich aber nie mit ihnen. I 242 Gehirn/Frith: Das Gehirn arbeitet wie die Wissenschaft. Es entwirft immer bessere Modelle, die getestet und verbessert werden. I 246 Ich/Selbst/Frith: These: Das "Ich" wird von meinem Gehirn geschaffen. >Ich, >Selbst, >Subjekt. I 249 Isolation/Frith: Isolation ist schlecht für Menschen und für Gehirne. I 250 Kommunikation/Frith: Hier sollte man immer zwei Gehirne gleichzeitig untersuchen. >Kommunikation. I 251 Homunculus/Frith: Es ist ein häufiger Fehler, im Innern des Gehirns noch ein kleineres Gehirn anzunehmen. >Homunculus. Teil/Teile/Gehirn/Frith: Dennoch besteht das Gehirn aus Teilen, und zwar, weil es Handlungen gibt, die wir bedauern können. >Emotion, >Handlungen. |
Frith I Chris Frith Wie unser Gehirn die Welt erschafft Heidelberg 2013 |
| Geist/ Geistzustand | Dennett | Rorty VI 144 Rorty: (Nach Wittgenstein: wie sähe es denn aus, wenn die Sonne sich um die Erde drehte? ((s) Nämlich genauso!): Qualia/Dennett:(wie Smart und Place): "Wie sähe es denn aus, wenn es tatsächlich nichts weiter wäre, als eine Verbindung elektrochemischer Prozesse in deinem Gehirn?" >Gehirne im Tank. Dennett I 274 Geist/Dennett: "PDP": Modell der parallelen, verteilten Verarbeitung. Davidson, wie Dennett: deshalb ist der Geist nicht sein eigener Aufenthaltsort. VsDescartes. >Geist/Davidson. Geist/Bedeutung/Dennett: es gab einmal eine Zeit, in der es beides nicht gab, auch keinen Irrtum, keine Funktion und keine Gründe. Sie sind auf dem Wege der winzigen Verbesserungen entstanden, die die Evolution mit sich brachte. (Endlicher Regress). I 274 ff Endliche Folge von Schritten, ohne jemals eine Grenze zu ziehen. Geist/Dennett: genau das ist Geist: kein Wunderapparat, sondern ein gewaltiges, halb gestaltetes, und sich selbst umgestaltendes Aggregat kleiner Apparate, von denen jeder seine eigene Gestaltungsgeschichte hat und eine eigene Rolle spielt. > Homunculi. I 283 Roboter/Dennett: aus der Tatsache, dass wir von Robotern abstammen (z.B. Hämoglobine usw.) folgt nicht, dass wir Roboter sind! Wir stammen von Bakterien ab, doch sind wir keine Bakterien, Wir sind auch keine Affen. Aber wir bestehen aus Robotern. I 525 8:Geist/Evolution/Dennett: jeder einzelne von uns ist heute in der Lage, Ideen zu verstehen, die für Genies aus der Generation unserer Großeltern undenkbar gewesen wären. II 183 Geist/Dennett: ein menschlicher Geist, ohne Papier und Bleistift, ohne Sprache zum Vergleich von Notizen und zum Anfertigen von Skizzen ist etwas, was uns noch nie begegnet ist. |
Dennett I D. Dennett Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997 Dennett II D. Dennett Spielarten des Geistes Gütersloh 1999 Dennett III Daniel Dennett "COG: Steps towards consciousness in robots" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Dennett IV Daniel Dennett "Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 |
| Individuen | Mayr | I 205 Entstehen von Individuen/Biologie/Mayr: Def Parthenogenese: Asexualität: Bei manchen Organismen entwickeln sich Individuen von selbst aus den Eiern, eine Befruchtung ist nicht nötig. Bsp Blattläuse, Planktonkrustentiere: hier wechseln sich sexuelle und asexuelle Generationen ab. I 206 Sexualität: steigert Vielfalt und damit Abwehr gegen Krankheiten. I 207 Pangenesistheorie: (alt) Theorie, nach der jede Körperzelle Erbmaterial beisteuert. Diese Theorie herrschte von Aristoteles bis zum 19. Jahrhundert. PräformationVsEpigenesis: Schon bei Aristoteles, dann bis zum 19. Jahrhundert. (s.u.) I 208 VsAristoteles: Aristoteles glaubte fälschlich, nur weibliche Organismen könnten Eier besitzen. >Aristoteles. i 209 Ei: Das eigentliche Säugetierei wurde erst 1828 von Karl Ernst von Baer(1) entdeckt. Man erkannte, dass der Eierstock das Gegenstück zum Hoden darstellt. DNA: Die DNA wurde entdeckt von Johann Friedrich Miescher (19. Jahrhundert). I 211 Def Präformation: Eier bringen Individuen derselben Art hervor. Daher schloss man, dass Ei oder Spermium bereits eine Miniaturausgabe des zukünftigen Organismus sei. Logische Folge: In diesem Organismus müssten wiederum alle zukünftigen Nachkommen in Miniaturausgabe enthalten sein. (Verschachtelung). Zahlreiche zeitgenössische Abbildungen zeigten solche kleinen Miniaturmenschen (Homunculi) im Spermatozoon. I 212 Def Epigenesis: Man glaubte, die Entwicklung entstehe aus einer gänzlich ungeformten Masse:"vis essentialis". Jede Art habe ihre eigene eigentümliche "wesentliche Kraft". Das stand den von den Physikalisten beschriebenen einheitlichen Kräften wie z.B. der Schwerkraft völlig entgegen. Def Epigenese: Entwicklung während der Lebensgeschichte des Individuums, im Gegensatz zur Ontogenese und Phylogenese (Stammesgeschichte). >Epigenese. Dennoch setze sich die Epigenesis in der Kontroverse durch. Lösung erst im 20. Jahrhundert: Unterschied zwischen Def Genotyp (genetische Konstitution des Individuums) und Def Phänotyp (Gesamtheit der wahrnehmbaren Merkmale). Zelle: Wie kommt es, dass sich die Nervenzelle so vollkommen anders entwickelt, als eine Zelle des Verdauungstraktes? I 214 Zellteilung : Wilhelm Roux (1883)(2) schließt auf komplexe Innendifferenzierung der Zelle: Lösung: Partikel müssten auf einem Faden aufgereiht sein, und dieser geteilt! Das wurde später bestätigt. Zelle: Die Zelle durchläuft einen Differenzierungsprozess, stets ist nur eine kleiner Teil der Gene im Kern aktiv. Zellentwicklung: Bei Taxa mit Regulationsentwicklung (z.B. Wirbeltieren) gibt es keine festgelegten frühen Zelllinien, sondern ausgedehnte Zellwanderung. Induktion (Einfluss schon bestehender Gewebe auf die Entwicklung anderer Gewebe) bestimmt größtenteils die Spezifizierung der Zellen. Zellwanderung: Pigment- und Nervenzellen machen ausgedehnte Wanderungen durch den Organismus durch. Oft folgen sie eindeutigen chemischen Reizen. 1. E. v. Baer (1828). Entwickelungsgeschichte der Thiere: Beobachtung und Reflexion. Königsberg: Bornträger. 2. W. Roux (1883). Über die Bedeutung der Kerntheilungsfiguren. Leipzig: Engelmann. |
Mayr I Ernst Mayr Das ist Biologie Heidelberg 1998 |
| Konnektionismus | Pinker | I 128ff - 145 Neuronale Netze/Pinker:Lernen/Problem: falsche Verstärkung bei "XOR" (ausschließendes oder; Shefferstrich). - Lösung: man muß eine innere >Repräsentation zwischenschalten. > I 142 Neuronale Netze/Rumelhart: Rücksendung aller Fehler. - "Versteckte Ebenen": mehrere Aussagen, die wahr oder falsch sein können, können zu einer komplexen logischen Funktion zusammengestellt werden. Die Werte variieren dann stufenlos. - Das System kann selbst die richtigen Gewichtungen vornehmen, wenn Input und Output vorgegeben sind. - Solange ähnliche Inputs zu ähnlichen Outputs führen, ist kein weiteres Training notwendig. >Homunculi. I 144f Konnektionismus/Rumelhart: Der Geist ist ein großes neuronales Netz. - Ratten haben nur weniger Netze - PinkerVsKonnektionismus: Netze allein sind nicht hinreichend für die Handhabung von Symbolen - die Netze müssen in Programmen strukturiert angeordnet sein. - Schon die Vergangenheitsform überfordert ein Netz. >Neuronale Netze/Rumelhart. Vorläufer: "Assoziation der Ideen": Locke/Hume/Berkeley/Hartley/Mill >Assoziation/Hume. 1. Kontiguität (Zusammenhang): häufig erlebte Ideen werden im Geist assoziiert 2. Ähnlichkeit: ähnliche Ideen aktivieren einander. >Ähnlichkeit/Locke. I 146 Computervariante: statistische Berechnungen mit mehreren Ebenen. I 147 VsKonnektionismus: Einheiten mit gleichen Repräsentationen sind ununterscheidbar. Das Individuum sollte nicht als kleinste Teilklasse aufgefasst werden. I 151 Konnektionismus kann Kompositionalität von Repräsentationen nicht erklären. >Kompositionalität. I 158ff Rekursion/rekursiv/neuronale Netze/Gedächtnis/Pinker: Rekursion ist die Lösung für das Problem der unendlich vielen mögliche Gedanken: Trennung von Kurz-/Langzeitgedächtnis. >Rekursion. Nicht ein ganzer Satz wird auf einmal aufgenommen, sondern Wörter einzeln in Schleifen verarbeitet. I 159 Netze müssen selbst als rekursiver Prozessor aufgefasst werden, damit Gedanken wohlgeformt sind. I 166 Regeln/Neuronale Netze/Pinker: die Netze dringen nicht bis zu den Regeln vor. - Sie interpolieren nur zwischen eingegebenen Beispielen. >VsKonnektionismus. |
Pi I St. Pinker Wie das Denken im Kopf entsteht München 1998 |
| Mentalesisch | Mentalesisch: Eine Sprache, von der angenommenen wird, dass sie für die Informationsverarbeitung im Gehirn gebraucht wird. Sie soll sich von der Alltagssprache unterscheiden, was eine zweifache Übersetzung nötig machen würde. Kritiker wenden ein, dass dies die Erklärungen lediglich verkompliziert bzw. dem Gehirn eine höhere Arbeitsleistung abverlangt, als nötig wäre. Bekannt geworden das Homunculus-Argument gegen die Sprache des Denkens. |
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| Natur | Maupertuis | Gould IV 114 Natur/Maupertuis: These: Die Natur hat ein gleiches Interesse Fortbestand aller Arten.(1) >Evolution, >Arten. IV 117 Embryologie: im 18. Jahrhundert: These: Im Ei steckt ein kleiner Homunculus. Es musste keine perfekte Miniatur sein, aber alle Strukturen mussten nicht nur von Anfang an Dasein, sondern auch von Anfang an miteinander verknüpft! Epigenetiker/MaupertuisVsEmbryologie: Maupertuis These: Auch die sichtbaren Zeichen einer Entwicklung müssen buchstäblich als Wahrheit respektiert werden. Gould: Der Embryo schien komplexere Teile aus ursprünglich einfacheren zu differenzieren. Also musste es sich auch in Wirklichkeit so verhalten. PräformismusVsEpigenese/VsMaupertuis: Argument: Die Mikroskope jener Zeit reichten nicht aus, um das zu erkennen. >Methode, >Theorie. MaupertuisVsPräformismus: Die Eizellen des Homunculus mussten andere, weit kleinere Homunculi enthalten, und dies über unzählige Generationen zurück. Bis zu unvorstellbarer Winzigkeit. Alle Menschen der Weltgeschichte müssten bereits in Evas Ovarien präformiert enthalten gewesen sein. IV 122 Maupertuis: These: Eine Art Gravitation müsste die richtigen Teile zur Bildung eines Fötus zusammenbringen. Bsp ein zusätzlicher Finger entspringt niemals am Bauch oder Hinterkopf, sondern verbindet sich mit den anderen fünf. IV 123 Gould: Aus heutiger Sicht war diese Grundannahme berechtigt. Komplexität kann nicht aus umgeformtem Potential entstehen. Es muss etwas im Ei und im Spermium existieren. Aber wir vertreten heute eine völlig andere Vorstellung von diesem »Etwas«. >Kräfte, >Komplexität. 1. P. L. M. de Maupertuis, Venus physique, Paris, (1745) |
Mauper I P. L. M. de Maupertuis The Earthly Venus 1966 Gould I Stephen Jay Gould Der Daumen des Panda Frankfurt 2009 Gould II Stephen Jay Gould Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991 Gould III Stephen Jay Gould Illusion Fortschritt Frankfurt 2004 Gould IV Stephen Jay Gould Das Lächeln des Flamingos Basel 1989 |
| Qualia | Chalmers | I 251 Qualia/fehlende Qualia/ChalmersVsBlock: (Block 1978)(1) Gedankenexperimente, bei denen Systemeigenschaften, die ein menschliches Bewusstseinssystem spiegeln in einer Volkswirtschaft oder in der chinesischen Bevölkerung als ganzer realisiert sind, haben höchstens intuitive Kraft. Sie sollen zeigen, dass ein solches System, bei dem ein Individuum z.B. für ein Neuron stehen soll, als ganzes System kein Bewusstsein entwickeln kann. ChalmersVsBlock: Genauso intuitiv argumentieren wir, wenn wir sagen, dass es kaum glaublich ist, dass ein Stück graue Masse Bewusstsein produziert und dennoch tut sie es! Wir würden in einer Volkswirtschaft als ganzer keine Erfahrungen sehen, aber das tun wir beim Gehirn auch nicht! >Analogien, >Gedankenexperimente, >Stufen/Ebenen, >Beschreibungsebenen, >Vergleiche, >Vergleichbarkeit. I 252 Ebenso können wir das Funktionieren des Gesamtsystems sowohl im Fall der Bevölkerung als auch beim Gehirn auch ohne bewusste Erlebnisse erklären. >Funktionen, >Erleben. Andererseits wäre es nicht prinzipiell ausgeschlossen, dass eine entsprechende Organisationsstruktur in einer Bevölkerung als ganzer bewusste Erfahrungen hervorbringt, man müsste allerdings die Geschwindigkeit der Signalleitungen erheblich erhöhen. BlockVsVs: Wir wissen über Neuronen, dass sie die Arbeit leisten können, von Homunculi (das wären Individuen in der Bevölkerung in dem Beispiel) wissen wir es nicht. I 253 Verblassende Qualia/Fading Qualia/VsChalmers: Bsp Angenommen, Teile des Gehirns würden durch Siliziumchips ersetzt (Pylyshyn 1980)(2), Savitt (1982) (3), Cuda (1985)(4) dann könnte es sein, dass Qualia Stück für Stück verblassen bzw. verschwinden. I 254 ChalmersVsVs: Wenn die einzelnen Chips genug Inputinformation erhalten (und sei es, dass sie irgendwo nachschauen) dann macht es keinen Unterschied und die Qualia bleiben erhalten. Stück für Stück könnten alle Neuronen durch Chips ersetzt werden. I 256 Ein Wesen mit schwächeren Qualia irrt sich systematisch über alles, was es erlebt. Dinge, die ich als unterschiedlich wahrnehme, werden für es homogen sein. Das Wesen wird dennoch glauben, I 257 dass es diese komplexen Erlebnisse hat, die ihm tatsächlich fehlen. Es hat damit den Kontakt zu seinen Erlebnissen verloren. Das scheint unplausibel. Verschwindende Qualia: sind nichtsdestotrotz logisch möglich. >Logische Möglichkeit, vgl. >Metaphysische Möglichkeit, >Physikalische Möglichkeit, >Möglichkeit. I 261 ChalmersVsVs: Es ist vernünftig anzunehmen, dass kein System völlig missverstanden werden kann in Bezug auf seine Erlebnisse. I 262 Invarianz des Verhaltens/VsChalmers: Könnte es andererseits ein System geben, das völlig anders strukturiert ist als ich, aber sich genauso verhält wie ich? Ein solches System müsste genauso bewusst sein! >Invarianz, >Verhalten. VsVs: Andererseits ist Blocks Beispiel einer riesigen Schautafel mit allen Inputs und Outputs nicht sicher bewusst. (Block 1981)(5). Also muss etwas falsch sein an dem Argument. ChalmersVsVs: 1. Mein Argument gilt nicht für verhaltensmäßig äquivalente Systeme. Ein perfekter Schauspieler muss nicht derselben Meinung sein wie die dargestellte Person. 2. Ein Gedankenexperiment mit äquivalentem Verhalten kann nicht so Stück für Stück eingeführt werden wie das mit dem ersetzen von Neuronen durch elektronische Chips. I 263 Ein System wie das hier betrachtete wäre auf jeden Fall rational. I 266f Def Tanzende Qualia/Chalmers: Angenommen, 10%, 20%, 30% ... des Gehirns werden durch Silikonchips ersetzt und die resultierenden Qualia mögen sprunghaft, systematisch schwach oder unsystematisch wechseln, das kann uns egal sein. Es muss nur zwei Punkte A und B geben, so dass I 267 1. zwischen A und B nicht mehr als 10% des Gehirns ausgetauscht wurden und 2. A und B signifikant unterschiedliche Erlebnisse haben. Problem: Es kann wohl unbemerkte Unterschiede zwischen verschiedenen Erlebnissen geben. >Sorites/Chalmers. Schalter: Wir nehmen an, dass ich ein Backup-System meines Gehirns habe und ab und zu zurückschalten kann. I 268 Nach dem Umschalten werde ich wie das neue System – nennen wir es Bill – sein. Dieser mag ein blaues anstelle meines roten Erlebnisses haben. Ich könnte dann sogar immer hin und her schalten, das wären die tanzenden Qualia. Pointe: Beim hin und herschalten werde ich gar keinen Unterschied wahrnehmen! I 269 Eine Veränderung bzw. verändertes Verhalten würde erfordern, dass es eine funktionale Differenz der beiden Systeme gäbe, entgegen der stipulierten (funktionalen) Isomorphie. Da es nicht so ist, kann ich auch keine neuen Überzeugungen erwerben wie z.B. „Meine Qualia sind gerade gesprungen.“ Wenn es anders wäre, müssten wir eine völlig neue, geänderte Psychologie und Phänomenologie annehmen. Pointe: Es könnte sogar sein, dass unsere Qualia tatsächlich ständig vor unseren Augen hin und her tanzen! I 270 Der einzige Ort, wo man eine prinzipielle Linie ziehen könnte, wäre die funktionale Ebene! Lösung/Chalmers: Das einzige was uns hindert, die Möglichkeit der tanzenden Qualia in unserem eigenen Fall anzunehmen ist folgendes Prinzip: Prinzip: Wenn jemandes bewusste Erlebnisse sich signifikant ändern, bemerkt man die Veränderung. ((s) Zirkulär zwischen „signifikant“ und „merklich“). Wenn wir das Prinzip missachten, haben wir keine Verteidigung gegen den Skeptizismus mehr. >Skeptizismus. I 271 VsChalmers: Einwände beziehen sich auf Lücken in der Argumentation bezüglich der Wahrnehmungsgeschichte, Geschwindigkeit, schwache Inversionen, I 272 unbemerkte Qualia, die ihrerseits vertauscht sind, z.B. am Rand des Gesichtsfelds, I 273 Mehrfache Wechsel. ChalmersVsVs: Keines dieser Argumente ist entscheidend in Bezug auf meine Argumentation. Fehlende Qualia/Chalmers: Fehlende Qualia sind extrem unplausibel, tanzende und vertauschte Qualia sind sogar extrem unplausibel. Funktionalismus: Damit wird aber kein Funktionalismus in seiner stärksten Form (die These, nach der die funktionale Organisation konstitutiv für Bewusstsein ist) bestätigt, da solche Qualia nicht logisch ausgeschlossen sind. >Funktionalismus, >Funktionalismus/Chalmers. 1. N. Block, Troubles with functionalism. In: C. W. Savage (Ed) Perception and Cognition: Issues in the Foundatzion of Psychology. Minneapolis 1978. Reprinted in N. Block (Ed) Readings in the Philosophy of Psychology, Vol 1, Cambridge 1980. 2. Z. Pylyshyn, The "causal power" of machines. Behavioral and Brain Sciences 3, 1980: pp. 442-44 3. S. Savitt, Searle's demon and the brain simulator reply. Behavioral and Brain Sciences5, 1982: pp. 342-43 4. T. Cuda, Against neural chauvinism. Philosophical Studies 48, 1985: pp. 111-27. 5. N. Block Psychologism and behaviorism Philosophical Review 90 (1):5-43 (1981). |
Cha I D. Chalmers The Conscious Mind Oxford New York 1996 Cha II D. Chalmers Constructing the World Oxford 2014 |