| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Ähnlichkeit | Logik-Texte | Read III 105 Ähnlichkeitsanalyse: eine Anzahl logischer Prinzipien, die klassisch gültig sind, versagt hier. Z. B. die Def Kontraposition: dass »wenn B, dann nicht-A« aus »wenn A, dann nicht-B« folgt. Read III 105f Die ähnliche Welt, in der es regnet, kann sehr wohl eine sein, in welcher es nur leicht regnet. Aber die ähnlichste Welt, in der es heftig regnet, kann nicht eine sein, in der überhaupt nicht regnet. Ähnlichkeit: Aber Welten, in denen Lewis 2,02,2,01,2,005 Meter groß ist sind der wirklichen Welt fortschreitend ähnliche, dennoch hat diese Folge keine Grenze. >Ähnlichkeitsmetrik/Lewis. Read III 111 VsÄhnlichkeitstheorie: Sie macht alle Bedingungssätze mit wahrem Wenn- und Dann-Satz wahr. Aber in dieser Hinsicht ist sie im Irrtum: viele solche Bedingungssätze sind falsch! >Konditional, >Wahrheitsbedingung, >Wahrheits-konditionale Semantik. |
Texte zur Logik Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988 HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998 Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997 Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983 Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001 Re III St. Read Philosophie der Logik Hamburg 1997 |
| Ähnlichkeitsmetrik | Logik-Texte | Re III 104ff Ähnlichkeitsmetrik/ÄM/Mögliche Welten/Stalnaker: kleinstmögliche Revision - also die ähnlichste Welt. Auswahlfunktion: f(A,w). »Wenn du eine Eins machst, erhältst du ein Stipendium« ist wahr, wenn die Welt, in der du ein Stipendium erhält, der Welt in der du eine Eins machst am ähnlichsten ist. Mögliche-Welten-Sicht/Mögliche Welten: weicht von der wahrheitsfunktionalen Sicht ab, wenn das Vorderglied falsch ist - denn alle Kombinationen können in mögliche Welten verwirklicht sein. >Möglichkeit, >Ähnlichkeit, >Wahrheits-Funktion. III 105 Ähnlichkeitsmetrik/Mögliche Welten/Bedingungssatz/Konditional/Read: einige klassische logische Prinzipien versagen hier: Bsp Kontraposition dass »wenn B, dann nicht-A« aus »wenn A, dann nicht-B« folgt. Die ähnliche Welt, in der es regnet, kann sehr wohl eine sein, in welcher es nur leicht regnet. Aber die ähnlichste Welt, in der es heftig regnet, kann nicht eine sein, in der überhaupt nicht regnet. >Konditional. III 106 Weiteres Prinzip, das versagt: die Verstärkung des Wenn-Satzes.: »wenn A, dann B. Also, wenn A und C, dann B.« - Bsp wenn ich Zucker in meinen Tee tue, wird gut schmecken. Also wenn ich Zucker und Dieselöl in meinen Tee tue, wird er gut schmecken. In der ähnlichsten Welt in der ich Dieselöl wie Zucker in meinen Tee tue, schmeckt er scheußlich. - Weiter: die Ergebnisse des Konditionalitätsprinzip sind ungültig: - Wenn A, dann B. Also, wenn A und C, dann B - und Wenn A, dann B. Wenn B, dann C. Also, wenn A, dann C - Grund: der Bedingungssatz ist zu einer modalen Verknüpfung geworden ist. - wir müssen wissen, dass diese Aussagen in irgend einem angemessenen modalen Sinn stark genug sind - um sicherzustellen, dass die ähnlichste »A und C«-Welt die ähnlichste A-Welt ist, müssen wir wissen, dass C überall wahr ist. III 108 Ähnlichkeitsmetrik/das bedingt ausgeschlossene Dritte/Read: bSaD: Das eine oder andere Glied eines Paars von Bedingungssätzen muss wahr sein. - Das entspricht der Annahme, dass es immer eine einzige ähnlichste Welt gibt - (Stalnaker pro). >Ausgeschlossenes Drittes. LewisVsStalnaker: Bsp Bizet/Verdi - alle Kombinationen sind falsch. Stalnaker: Statt einziger ähnlichster Welt gibt es mindestens eine ähnlichste. ((s) Bizet/Verdi: Erklärung des Beispiels: in welcher Welt wären Bizet und Verdi Landsleute: in einer, in der Verdi Franzose oder einer in der Bizet Italiener wäre? Welche wäre näher an der aktualen Welt?) LewisVs: Menge der möglichen Welten in der Lewis 2 m + e groß ist, wobei e in geeigneter Weise abnimmt, hat keine Grenze. Lösung/Lewis: statt Auswahlfunktion: Ähnlichkeitsrelation: er schlägt vor, dass »wenn A, dann B« dann in w wahr ist, wenn es entweder keine »A oder nicht-B«-Welt gibt, oder irgendeine »A und B«-Welt die ähnlicher ist als jede »A und nicht-B«-Welt. III 110 Bizet/Verdi-Bsp: Wo es keine einzigartige ähnlichste Welt gibt, sind die »würde«-Bedingungssätze falsch, weil es für jede der passenden ähnlichsten Welten, in denen sie Landsleute sind, keine ähnlichste Welt gibt in der Bizet eine andere Nationalität hat. >Bizet-Verdi-Fall. Bsp ... Wenn du eine Eins machst bekommst du ein Stipendium: wird wahr sein, wenn es für jede Welt, in der du eine Eins machst, und kein Stipendium erhältst, eine ähnlichere Welt gibt, die in der du beides erhältst (ohne bedingten Satz vom ausgeschlossenen Dritten). ((s)Erklärung/(s): Wenn Bizet und Verdi Landleute gewesen wären, wäre Bizet Italiener gewesen. Das ist nicht eindeutig.) III 115 Ähnlichkeitsmetrik/Ähnlichkeitsanalyse/Mögliche Welten//ReadVsLewis: Problem: Bsp (angenommen, John ist in Alaska) Wenn John nicht in der Türkei ist, dann ist er nicht in Paris - dieser Bedingungssatz ist nach der »Ähnlichkeitserklärung« wahr, weil sie nur danach fragt, ob der Dann-Satz in der ähnlichsten Welt wahr ist. >Kontrafaktische Konditionale. |
Texte zur Logik Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988 HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998 Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997 Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983 Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001 |
| Bestätigung | Armstrong | III 42/43 Bestätigung/Armstrong: Bestätigung von alle F sind G: die Widerlegung der Konverse (a)Ga & Fa durch ~Fa & Ga ist keine Bestätigung des Gesetzes. - Tooley: von "es ist ein Gesetz, dass Fs Gs sind" auf: " es ist ein Gesetz, daß ~Gs ~Fs sind"? ((s) Kontraposition) - Armstrong: nur: "Es ist der Fall...": es gibt keine negativen Universalien - Bestätigung/Dretske: Konverse einer Erklärung. III 46 Konjunktion von zwei Eigenschaften ist nur in positiven Fällen eine Bestätigung des Gesetzes - negative Fälle: bloß Bestätigung für Humesche Gleichförmigkeit. D.h. eine Konsequenz des Gesetzes, aber nicht das Gesetz selbst. III 102 Bestätigung/Armstrong: kein Zirkel: wenn das Gesetz gilt, ist die Beobachtung erklärt. - Also bestätigt die Beobachtung die Existenz des Gesetzes - Problem: ~G"s, die ~F"s sind. - Es ist unklar, ob sie Bestätigungskraft haben. Vorschlag: Bestätigung 2. Grades. |
Armstrong I David M. Armstrong Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447 In Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979 Armstrong II (a) David M. Armstrong Dispositions as Categorical States In Dispositions, Tim Crane London New York 1996 Armstrong II (b) David M. Armstrong Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted In Dispositions, Tim Crane London New York 1996 Armstrong II (c) David M. Armstrong Reply to Martin In Dispositions, Tim Crane London New York 1996 Armstrong II (d) David M. Armstrong Second Reply to Martin London New York 1996 Armstrong III D. Armstrong What is a Law of Nature? Cambridge 1983 |
| Erklärungen | Schurz | I 30 Erklärung/Schurz: Erklärung betrifft nur bereits eingetretene Sachverhalte. Sonst handelt es sich auf eine Voraussage. Beide haben die Form deduktiver oder probabilistischer Argumente. >Tatsachen, >Sachverhalte, >Vorhersage, >Wahrscheinlichkeit, >Deduktion. I 92 Schreibweise: II- : „folgt logisch“ Erklärungsschema/logische Form/Erklärung/Schurz: strikter Allsatz & singulärer Satz II- singulärer Satz. Alle A sind K und a ist A II- a ist K. Falsifikationsschema/Falsifikation/logische Form/Schurz: FS I: singulärer Satz falsifiziert strikten Allsatz singulärer Satz II- Negation eines strikten Allsatzes a ist A und nicht K II- nicht alle A sind K FS II: Existenzsatz falsifiziert strikten Allsatz Es gibt ein A, das kein K ist II- nicht alle A sind K. I 225 Erklärung/Gesetz/Schurz: Wichtiger als Erklärung von Ereignissen ist die Erklärung von Gesetzen durch übergeordnete Theorien. Problem: Irrelevanz und Redundanz. Daher berücksichtigte Hempel Gesetze nur implizit. Logische Form: “T U A / G“ (U: Vereinigung). T: ist eine Menge von Gesetzen oder Axiomen von Theorien, von denen alle essentiell quantifiziert und einige essentiell allgemein sind. A: (Antezedens) ist eine (eventuell leere) Menge von sing Sätzen oder lokalisierten Existenzsätzen G: ein essentiell allgemeiner Satz. Bsp Theoretische Erklärung der Planetenbahnen Bsp theoretische Erklärung des Piagetschen Entwicklungsgesetzes. I 227 Kausalität/Erklärung/Kausalerklärung/Schurz: Problem: Bsp „Wenn A, dann wird E der Fall sein“: ist L äquivalent mit ihrer Kontraposition „Wenn Nicht E, dann war Nicht A der Fall“. Problem: „Nicht E“ kann keine Ursache von Nicht A sein! >Kausalerklärung/Schurz. |
Schu I G. Schurz Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006 |
| Gesetzesartigkeit | Schurz | I 237 Naturgesetze/NG/Schurz: Naturgesetze nehmen auf keine spezifischen physikalischen Systeme Bezug sondern drücken aus, was für beliebige Systeme in allen physikalisch möglichen Universen gilt. Bsp die Newtonschen Kernaxiome (Bsp Gesamtkraft = Masse mal Beschleunigung, Bsp Kraft = Gegenkraft, Bsp Gravitationskraft ist proportional zum Produkt der Massen). Erst wenn sie Systembedingungen eingesetzt werden, die die anwesenden Kräfte explizit auflisten, erhalten wir eine konkret lösbare Differentialgleichung. Es gibt nur wenige fundamentale und man findet sie nur in der Physik. Die meisten physikalischen Gesetze sind aber: Def Systemgesetze/Schurz: involvieren konkrete kontingente Systembedingungen. Daher sind sie nicht physikalisch notwendig sondern kontingent. Bsp Fallgesetz, Bsp Pendelgesetz, Bsp Planetengesetz usw. Gesetzesartigkeit/gesetzesartig/Schurz: a) im weiten Sinn: die Gesetzesartigkeit von raumzeitlich beschränkten generellen Sätzen ist graduell. In diesem Sinn sind nicht nur die Naturgesetze sondern auch alle Systemgesetze gesetzesartig. Kontrafaktische Konditionale: wenn wir ihnen zustimmen würden, sind ein Hinweis auf Gesetzesartigkeit. Problem: der Kontrafaktischen Konditionale charakterisiert auch raumzeitlich beschränkte Gesetze Bsp „Alle Raben sind schwarz“. Kontrafaktische Konditionale/Schurz: andererseits: wir würden nicht sagen Bsp „Wäre dieser Apfel nicht in dem Korb gewesen, wäre er nicht grün“. >Kontrafaktische Konditionale, >Naturgesetze, >Gesetze. I 237 Ähnlichkeitsmetrik/Mögliche Welten/Kontrafaktisches Konditional/RescherVsLewis/Schurz: (Lewis 1973b(1)): für die Wissenschaftstheorie gibt Lewis’ logische Semantik für Kontrafaktische Konditionale wenig her, denn die inhaltliche Interpretation der Ähnlichkeitsmetrik zwischen Möglichen Welten setzt voraus, dass wir schon eine Unterscheidung zwischen Gesetzen und kontingenten Tatsachen kennen. (Stegmüller 1969(2), 320-334). I 238 Gesetzesartigkeit/gesetzesartig/Schurz: b) im engeren Sinn: = physikalische Notwendigkeit (um der Vagheit bzw. Gradualität des weiten Begriffs zu entgehen). Problem: Nicht alle raumzeitlich unbeschränkten Gesetze sind gesetzesartig im engeren Sinn. Universell aber nicht physikalisch notwendig: Bsp „Kein Klumpen Gold hat einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer“. Universalität: ist also keine hinreichende, aber eine notwendige Bedingung für Gesetzesartigkeit. Bsp der Allsatz „Alle Äpfel in diesem Korb sind rot“ ist nicht universell, auch dann nicht, wenn man ihn durch seine Kontraposition ersetzt: Bsp „Alle nicht-roten Gegenstände sind keine Äpfel in diesem Korb“. (Hempel 1965(3), 341). Starke Hume-These/Hume/Schurz: Universalität ist eine hinreichende Bedingung für Gesetzesartigkeit. SchurzVs: das ist falsch Schwache Hume-These/Schurz: Universalität ist eine notwendige Bedingung für Gesetzesartigkeit. >Kausalität/Hume. Stärker/schwächer/(s): Die Behauptung, dass eine Bedingung hinreichend ist, ist stärker als die, dass sie notwendig ist. BhaskarVsschwache Hume These. Lösung/Carnap/Hempel: Def Maxwell-Bedingung/Gesetzesartigkeit: Naturgesetze bzw. nomologische Prädikate dürfen keinen analytischen Bezug auf bestimmte Individuen oder Raumzeitpunkte (Raumzeit Punkte) enthalten. Das ist viel stärker als die Universalitätsbedingung. (stärker/schwächer). Bsp „Alle Smaragde sind glau“: ist zwar raumzeitlich universell, aber erfüllt nicht die Maxwell-Bedingung. >Glauheit. I 239 Naturgesetze/Armstrong: These: Naturgesetze sind Implikationsbeziehungen zwischen Universalien. Daher kein Bezug auf Individuen. >Naturgesetze/Armstrong, >Kausalität/Armstrong. Maxwell-Bedingung/Wilson/Schurz: (Wilson 1979): stelle ein physikalisches Symmetrieprinzip dar: d.h. Naturgesetze müssen invariant sein unter Translation ihrer Zeitkoordinaten und Translation bzw. Rotation ihrer Raumkoordinaten. Daraus lassen sich Erhaltungssätze gewinnen. Symmetrieprinzipien/Prinzip/Prinzipien/Schurz: physikalische Symmetrieprinzipien sind jedoch nicht a priori, sondern erfahrungsabhängig! >Symmetrien/Feynman, >Symmetrien/Kanitscheider. Maxwell-Bedingung/Schurz: ist für Gesetzesartigkeit zu schwach: Bsp „kein Klumpen Gold hat einen Durchmesser von mehr als 1 km“ auch dieser Allsatz erfüllt sie. Gesetzesartigkeit/Mill/Ramsey/Lewis/Schurz: Vorschlag: alle jene generellen Sätze, die aus jenen Theorien folgen, die die beste Vereinheitlichung der Menge aller wahren Sätze erzeugen. (Lewis 1973b(1), 73). Vs: Problem: Es bleibt unklar, warum man den Satz Bsp „Kein Klumpen Gold hat einen Durchmesser von mehr als 1 km“ nicht hinzufügen sollte. Denn auch daraus folgen viele wahre singuläre Sätze. Lösung/Schurz: Wir brauchen einen klaren Begriff von physikalischer Möglichkeit. Problem: wir haben keine durchgängige Abgrenzung von Naturgesetzen und Systemgesetzen. 1. Lewis, D. (1973b). Counterfactuals. Oxford: Basil Blackwell 2. Stegmüller, W. (1969). Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie. Band I:Wissenschaftliche Erklärung und Begründung. Berlin: Springer. 3. Hempel, C. (1965). Aspects of Scientific Explanation and other Essays in the Philosophy of Science, New York: Free Press. |
Schu I G. Schurz Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006 |
| Gottesbeweise | Bolzano | Simons I 321 Kosmologischer Gottesbeweis/unbedingte Existenz/Bolzano/Simons: Bolzano umgeht das Problem des Gegründetseins, indem er sich auf Klassen bezieht. >Klassen. a) Es gibt etwas Reales, z.B. meinen Gedanken, dass es so ist. b) Angenommen, es gibt irgendein Ding A das unbedingt ist in seiner Existenz, dann haben wir es schon. c) Angenommen, A ist bedingt. Dann bilde die Klasse aller bedingten realen Dinge A,B,C,... Das ist auch möglich, wenn diese Klasse unendlich ist. d) Die Klasse aller bedingten realen Dinge ist selbst real. Ist sie bedingt oder unbedingt? Wenn unbedingt, haben wir es schon. e) Angenommen, sie ist bedingt: Jedes Bedingte setzt die Existenz von etwas anderem voraus, dessen Existenz es bedingt. Also setzt sogar die Klasse aller bedingten Dinge, wenn bedingt, die Existenz etwas voraus, das sie bedingt. f) Dieses andere Ding muss unbedingt sein, denn wenn es bedingt wäre, würde es zu der Klasse aller bedingten Dinge gehören g) Daher gibt es etwas unbedingtes, z.B. einen Gott. Simons: Das macht keinen Gebrauch von Gegründetheit: c) lässt die Möglichkeit einer unendlichen Kette offen. >Gegründetheit/Fundierung, >Begründung, >Letztbegründung, >Bedingungen. 1. RussellVsBolzano/Simons: Man könnte an der „Klasse aller unbedingten Dinge“ Zweifel haben. >Russells Paradoxie, >Paradoxien, >Mengen, >Mengenlehre. Lösung/Bolzano: Es geht eben um die realen Dinge, von denen können wir räumlich-zeitliche Lokalisierung annehmen. >Lokalisierung. 2. SimonsVsBolzano: Schritt f) I 322 Warum sollte die Klasse aller bedingten Dinge nicht von etwas innerhalb bedingt werden? Dieses wäre selbst bedingt, usw. aber jeder Versuch, den Regress zu stoppen würde wieder an Gegründetheit appellieren. >Regress. Lösung/Simons: Wir brauchen zusätzlich ein Def Bedingungs-Prinzip (Conditioning Principle)/Simons: Wenn eine Klasse C so ist, dass jedes abhängige Element von ihr alle Objekte, von denen es abhängt, innerhalb von X hat, dann ist X nicht abhängig. (Simons pro). Simons: Das erlaubt unendliche Ketten von Abhängigkeiten. Eine Art unendlicher Abhängigkeit entsteht schon Bsp wenn zwei Objekte sich gegenseitig bedingen. >Abhängigkeit, >Kausale Abhängigkeit, >Ontologische Abhängigkeit. Wenn das Bedingungs-Prinzip gilt, warum sollte die Klasse X dann noch von außen bedingt sein? ad Bolzano: Angenommen, wir akzeptieren sein Argument bis e). Dann kann es so weiter gehen: h) Wenn die Klasse aller bedingten Dinge bedingt ist, dann gibt es ein Element von ihr, das von etwas abhängig ist, das nicht ein Element dieser Klasse ist. (Kontraposition zum Bedingungs-Prinzip). >Kontraposition. i) Dann ist ein solches (unbedingtes) Objekt nicht Element der Klasse aller bedingten Dinge und ist damit unbedingt. j) Daher existiert auf jeden Fall etwas Unbedingtes. SimonsVsAtomismus: Das ist besser als alles, was ein Atomismus zustande bringt. >Atomismus. Bedingungs-Prinzip/Simons: ist die beste Erweiterung der starken starren Abhängigkeit (//), d.h. (N) (a // x ↔ (Ey)[x ε a u a // x] u ~ x ε a) >Starrheit. SimonsVsBlack: Mit der starken statt der schwachen Abhängigkeit können wir Black entgegentreten. >Stärker/schwächer, >Stärke von Theorien. I 323 Gott/Mereologie/Ontologie/Simons: Jedenfalls beweist die starke starre Abhängigkeit nicht die Existenz von Gott. Nur die Existenz eines Unbedingten, die Bolzano vorsichtigerweise „einen Gott“ nennt. >Gott, >Existenz, >Ontologie. Unabhängigkeit/Simons: Unabhängigkeit beinhaltet keineswegs Göttlichkeit. >Unabhängigkeit, >Existenzsatz. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Kanonisches | Bigelow | I 137 Kanonische Modelle/Bigelow/Pargetter: Kanonische Modelle gehen mit maximalkonsistenten Mengen von Sätzen um, um Vollständigkeitsbeweise zu liefern. >Modelle, >Vollständigkeit, >Beweise, >Beweisbarkeit. Kanonische Modelle wurden erst nach Hughes/Cresswell 1968 entdeckt, sie wurden im späteren Werk (Hughes/Cresswell 1984)(2) beschrieben. Def Vollständigkeitstheorem/Bigelow/Pargetter: Das Vollständigkeitstheorem ist ein Theorem, das beweist, dass, wenn ein Satz in einer bestimmten Semantik garantiert wahr ist, dieser Satz als Theorem bewiesen werden kann. Wie können wir das beweisen? Wie können wir beweisen, dass jeder solche Satz ein Theorem ist? Lösung: Wir beweisen die Kontraposition des Satzes: Statt: Wenn a garantiert wahr ist in der Semantik, ist a ein Theorem beweisen wir Wenn a kein Theorem ist, ist er nicht garantiert wahr in der Semantik. >Semantik. Das beweisen wir, indem wir eine Interpretation finden, nach der er falsch ist. >Interpretation, >Bewertung. Def Kanonisches Modell/Bigelow/Pargetter: Ein kanonisches Modell liefert eine Interpretation die garantierterweise jedes Nichttheorem falsch in wenigstens einer möglichen Welt macht. >Mögliche Welten. I 138 Wir beginnen damit, dass es einen Satz a geben wird, für den entweder a oder ~a ein Theorem ist. Dieser kann hinzugefügt werden zu den Axiomen, um eine weitere konsistente Menge von Sätzen zu geben. Maximal konsistente Menge von Sätzen/Bigelow/Pargetter: Es kann bewiesen werden, dass für die Axiomensysteme mit denen wir es zu tun haben, es immer eine maximal konsistente Menge von Sätze gibt. D.h. eine konsistente Menge von Sätzen, zu denen kein weiterer Satz hinzugefügt werden kann, ohne die Menge inkonsistent zu machen. >Maximal konsistent. D.h. für jeden Satz g ist entweder γ in der Menge oder ~γ. W: sei dann die Menge aller maximal konsistenten Erweiterungen des Axiomensystems, mit dem wir begonnen haben. >Erweiterung. 1. Hughes, G. E. and Cresswell, M.C. (1968) An introduction to modal logic. London: Methuen. 2. Hughes, G. E. and Cresswell, M.C. (1984) A companion to modal logic. London: Methuen. |
Big I J. Bigelow, R. Pargetter Science and Necessity Cambridge 1990 |
| Konditional | Fraassen | I 118 Konditional/Wahrheitswert/WW/Fraassen: der Wahrheitswert eines Konditionals ist teilweise kontext-abhängig. Aber Wissenschaft impliziert nicht, dass der Kontext irgendwie so oder so ist. Daher impliziert Wissenschaft kontrafaktische Konditionale höchstens in dem Grenzfall, wo ein Konditional denselben Wahrheitswert in allen Kontexten hat. >Kontext, >Wahrheitswert. In diesem Fall impliziert die Theorie plus Antezedens (Rahmenbedingungen) strikt das Konsequens. - Dann gelten auch die Gesetze der Abschwächung und der Kontraposition - aber dann sind sie nutzlos für unsere Aufgabe, eine Erklärung zu liefern. >Erklärungen. |
Fr I B. van Fraassen The Scientific Image Oxford 1980 |
| Konditional | Logik-Texte | Hoyningen-Huene II 112 Konditional/Hoyningen-Huene: Objektsprache - Folgerung/Hoyningen-Huene: (logische Implikation): Metaebene - Konditional: auch (materiale) Implikation genannt - Aussagenverknüpfung. Hoyningen-Huene II 112 logische Folgerung: auch (logische) Implikation genannt. Gehört der Metaebene an. (Unterschied Konditional/Folgerung). >Schlussfolgerung, >Implikation, >Metasprache, >Objektsprache. Read III 79 Vorausgesetzt, er ist feige, folgt, dass er entweder feige ist oder - was man will. Aber einfach aus der Tatsache, dass er feige ist, folgt nicht, dass, wenn er nicht feige ist, ist - was man will. Re III 86f Bedingungssatz/Konditional/wahrheitsfunktional/Read: wenn ein Bedingungssatz als wahrheitsfunktional behandelt wird, gibt es Probleme. - (> Paradoxien der Implikation) - Dann ist der ganze Satz wahr, wenn das Vorderglied falsch ist. - "Konversationalistische Verteidigung": ein solcher Satz sollte nicht behauptet werden. >Behauptbarkeit. Read III 92 Jackson: bei Bedingungssätzen kommt der modus ponens ins Spiel. >modus ponens. Read III 93 Bedingungssätze sind nicht robust (unempfindlich gegen Zusatzwissen) im Hinblick auf die Falschheit ihrer Hinterglieder. Read III 94 Behauptbarkeit: wird auf die Teilsätze, nicht bloß auf den ganzen Bedingungssatz angewendet. - Wenn Behauptbarkeit zählt, sind Bedingungssätze nicht mehr wahrheitsfunktional. Read III 103 Die Analyse der möglichen Welt weicht von der wahrheitsfunktionalen dann ab, wenn der Wenn-Satz falsch ist. Dass Edmund ein Feigling ist, bedeutete nicht automatisch, dass der Bedingungssatz wahr ist. Read III 105 Ähnlichkeitsanalyse: Eine Anzahl logischer Prinzipien, die klassisch gültig sind, versagt hier. Z. B. die (Def) Kontraposition: dass "wenn B, dann nicht-A" aus "wenn A, dann nicht-B" folgt. (u.a. IV 41) Die ähnliche Welt, in der es regnet, kann sehr wohl eine sein, in welcher es nur leicht regnet. Aber die ähnlichste Welt, in der es heftig regnet, kann nicht eine sein, in der überhaupt nicht regnet. Read III 220 Bedingungssätze: sind Aussagen (Grice) - sind keine Aussagen (Stalnaker): Stalnaker: Frage: Ist der Bedingungssatz wahrheitsfunktional? Def wahrheits-funktional: Ein einziges Gegen-Beispiel macht es ungültig. >Wahrheits-Funktion. Grice: Bedingungssätze sind Aussagen. StalnakerVsGrice: Bedingungssätze sind keine Aussagen. (Ziemlich radikal). - Die Lager sind ungefähr gleich stark. Read III 220/21 Bedingungssätze/Konditional/Read: Die Behauptung, dass sie wahrheitsfunktional sind, sagt, dass ein Gegenbeispiel für die Falschheit des Bedingungssatzes nicht nur hinreichend, sondern auch notwendig ist. - Wenn es kein Gegenbeispiel gibt, dann ist er wahr. Problem: Das gaukelt scharfe Schnitte beim >Sorites vor. |
Texte zur Logik Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988 HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998 Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997 Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983 Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001 Re III St. Read Philosophie der Logik Hamburg 1997 |
| Konjunktion | Aristoteles | Geach I 16/17 Konjunktion/Aristoteles/Geach: Im Frühwerk betrachtet Aristoteles Konjunktionen als wahr oder falsch, später änderte er seine Meinung. Er betrachtet das, was wir eine "Verschmelzung von Prädikaten" nennen könnten: Bsp "ist weiß" und "ist ein Mann" zu "ist ein weißer Mann". Das funktioniert. Aber: Bsp "ist gut" und "ist ein Schuster" lässt sich so nicht zu "ist ein guter Schuster" verbinden. Bsp Ein zusammengesetztes Substantiv wie "morse" (man and horse): kann nicht als Subjekt einer Prädikation auftreten. Denn es wird nichts damit bezeichnet, auch bzw. gerade, weil gefordert wird, daß "Mann Pferd" alle entsprechenden Prädikate vereinigen soll. I 18 Geach: 1. das ist eigentlich fraglich, aber jedenfalls ist es keine Konjunktion, wenn man einem solchen Subjekt Prädikate zuschreibt: Bsp "S" sei "Rechtsanwalt Politiker". Dann kann weder: "Jeder S ist ein Halunke" noch "Einige S sind ehrlich" als Konjunktion von Prädikationen betrachtet werden, die daraus gewonnen würde, daß man zuerst "Rechtsanwalt" und dann "Politiker" für "S" einsetzt. GeachVsAristoteles: So ist sein Argument gegen das zusammengesetzte Subjekt irrelevant. 2. wenn das zusammengesetzte Subjekt "morse" als beabsichtigtes Äquivalent einer Kombination zweier Prädikationen angesehen wird, dann erhalten wir als Resultat der Gegenüberstellung (antiphasis?) nicht notwendigerweise wahr und falsch. Das zeigt, daß "morse" nicht als Prädikation verstanden werden kann. Bsp "Irgendein morse ist weiß" wird wahr sein, wenn irgendein Mann und irgendein Pferd weiß ist. "Kein morse ist weiß" ist wahr, wenn kein Mann und kein Pferd weiß ist. Problem: wenn kein Mann weiß aber irgendein Pferd weiß ist, dann erhalten wir nicht wahr für die eine Seite und falsch für die andere Seite: "Irgendein morse ist weiß" "kein morse ist weiß". DF Einsetzen, Einheit. Also ist ""Irgendein morse ist weiß" kein wohlgeformter Satz. (s) Eindeutigkeit ließe sich erzielen, wenn jeweils gleichzeitig kein Mann und kein Pferd, oder alle Männer und alle Pferde das fragliche Prädikat teilen. Bsp Bei Vierfüßigkeit ließe sich wiederum kein Satz bilden. Konjunktion/GeachVsAristoteles: damit ist aber nicht gezeigt, daß die Konjunktion Bsp Einige Männer sind weiß und einige Pferde sind weiß" kein Satz wäre! Konjunktion /Aristoteles: (spät, Sophistici elenchi): leugnet, dass Konjunktionen w/f sein können. Es sei der "Ruin des Diskurses, Bsp Auf "Ist es der Fall dass p und q und r...?" mit "ja" oder "nein" zu antworten. Sogar wenn es harmlos aussieht weil alle Glieder vielleicht wahr oder falsch wären. GeachVsAristoteles: Die moderne Logik hat damit überhaupt kein Problem: die Konjunktion ist wahr, wenn alle Glieder wahr sind, sonst falsch. Aus "Nein" würde nur ein Verwirrter folgern, daß alle Glieder falsch sein müssen. Bsp Aristoteles: "Sind Koriscus und Kallias zu hause?" als ob es dasselbe wäre wie "Ist es der Fall daß p und q?" I 19 GeachVsAristoteles: aber das ist nicht genau derselbe Satz wie "Koriskus ist zu hause und Kallias ist zu hause". (Jeder bei sich zu hause?). ((s) Sind die Subjekte "zusammengefaßt" oder die Prädikate? Das kann man hier gar nicht aufteilen!) Geach: "d und b sind P's" oder "d ist (ein) P und b ist (ein) P" (so dachte Aristoteles). Aber es gibt Fälle wo die Zuschreibung im Plural illegitim wird, obwohl sie im Singular statthaft ist. Bsp (s.o.) Parmenides/Der Dritte Mann" Argument: Lösung: wenn wir zugestehen, dass das Prädikat "groß" von sich selbst ausgesagt werden kann und gleichzeitig auch von vielen großen Dingen. Das setzt aber voraus, daß wir nicht zulassen, daß man von dieser Form von "großen" im Plural (ta polla megala/tanta megala) gleichzeitig annimmt, daß sie auf sich selbst zutrifft. "Analogie"/Mittelalter/GeachVs: von Bsp "Gott it weise und Platon ist weise" sollte man nicht schließen können: "Gott und Platon sind zwei Weise". (sapiens/sapientes, Plural, Substantivierung des Prädikats). Struktur: wenn d P ist und b P ist und a eine Klasse von Ps, dann können wir nicht schließen, dassd "P" im Plural von einer Klasse ausgesagt (prädiziert) werden kann, die gerade a und b oder nur d als Element hat. (Prädikation/Singular/Plural). Ob eine solche Menge überhaupt statthaft ist, hängt von der zugelassenen Mengenlehre ab. Aristoteles: zeigt an einem teuflischen Beispiel, daß die Pluralform des Prädikats nicht zuschreibbar ist, wenn es die Singularform ist. Bsp Aristoteles: Zwei Tiere "d" und "b" sind blind. Ist das äquivalent damit: "d ist blid und b ist blind"? Aristoteles: (Sophistici elenchi): Sogar das ist nicht statthaft! (GeachVsAristoteles). 1. "Blind" heißt: seiner Natur nach sehend, aber ohne Fähigkeit zu sehen. 2. Wenn d und b der Natur nach sehend sind, so haben sie entweder die Fähigkeit dazu oder nicht. I 20 3. wenn d und b der Natur nach sehend sind, aber die Fähigkeit nicht haben, sind sie blind. 4. Daher , wenn d und b der Natur nach sehend sind, haben sie entweder beide die Fähigkeit oder beide nicht. 5. Wenn d die Fähigkeit hat und b blind ist, dann sind d und b der Natur nach sehend 6. Daher, wenn d die Fähigkeit hat und b blind ist, haben entweder beide die Fähigkeit oder sind beide blind. Was absurd ist. (Aristoteles). Lösung/Aristoteles: solche Plural Fragen wie: "Sind sie der Natur nach sehend?" oder "Sind sie blind?" sollten verbannt werden. GeachVsAristoteles: das ist drastisch und unnötig. "Die Fähigkeit haben, zu sehen" kann grammatisch auf zwei verschiedene Arten konstruiert werden: a) das keiner aus einer Klasse die Fähigkeit hat b) daß nicht jeder aus einer Klasse die Fähigkeit hat. Geach: um Schritt 3. korrekt zu machen, muss es heißen: jedes Element der Klasse hat die Fähigkeit nicht. I 25 Konjunktion/Aristoteles/Geach: A. eigener Beweis seines Metatheorems: Prämissen: sollen "A ist weiß" (eines gültigen Syllogismus) sein Konklusion: "B ist groß". Dann können die Prämissen eines vermuteten Syllogismus nicht wahr sein: (14) Wenn A nicht weiß ist, dann ist B groß Der Syllogismus selbst soll repräsentiert sein von: (15) Wenn A weiß ist, dann ist B groß (15) führt zur Kontraposition (16) Wenn B nicht groß ist, dann ist A nicht weiß dann führen (1) und (14) in dem, was Aristoteles den "hypothetischen Syllogismus" nennt, zu der Konklusion: (17) Wenn B nicht groß ist, dann ist B groß. Dann nennt Aristoteles "absurd". VsAristoteles: manche Autoren: die Form "Wenn nicht p dann p" muss nicht absurd sein! (Geach pro). Bsp Man kann es benutzen, um "p" selbst zu erreichen (?). in der Geometrie: "Wenn AB und CD nicht parallel sind, dann sind sie Parallelen, also sind sie Parallelen."(?). VsVs: das übersieht aber in diesem Fall daß "B ist groß" gar keine Proposition (Aussage, Satz) im Sinne eines traditionellen Syllogismus ist: wie z.B. "Jedes X ist Y". GeachVsAristoteles. er beansprucht hier gezeigt zu haben, daß wenn wir zwei gültige Schemata von Syllogismen haben mit einer Konjunktion der Prämissen "p und q" und "nicht p und nicht q", , dann wenn beide die Konklusion "Jedes X ist Y" liefern, dann sollten wir verpflichtet sein zur Anerkennung der allgemeinen Gültigkeit der Formel: "Wenn nicht jedes X Y ist, dann ist jedes X Y" und das ist in der Tat absurd. ((s) Unterschied zu oben: Wenn B nicht groß ist, dann ist B groß. enthält nicht "jedes" bzw. "nicht jedes": Unterschied konträr/kontradiktorisch). GeachVsAristoteles: der Fehler liegt in seiner falschen Auffassung von Kontradiktion. Er hat schon recht damit, daß eine Konjunktion eine Proposition ist. Pointe: wenn "A ist weiß" eine Prämissen Konjunktion "p und q" darstellen soll, dann kann seine Negation: "A ist nicht weiß" nicht "nicht p und nicht q" repräsentieren. Richtig ist die Negation vielmehr: "nicht beide p und q" Negation: einer Konjunktion: ~(p u q) = (plq) nicht (~p u ~q). Nicht beide, nicht "keins". Bsp (s) A ist weiß": Negation: A ist nicht weiß" nicht "A ist nicht weiß und auch kein Gegenstand". I 26 GeachVsAristoteles: weil er nur implizit annahm, daß Konjunktionen Sätze sind (Geach pro), erwog er nicht richtig die Frage, was die Kontradiktion einer Konjunktion eigentlich sei. (s.u.) Im Spätwerk erkannte Aristoteles Konjunktionen explizit als Propositionen an mit der genialen Erfindung von "A" und "B" usw. als Satzbuchstaben. (Satzvariablen). >Modallogik/Geach, >Tatsachen/Geach. |
Gea I P.T. Geach Logic Matters Oxford 1972 |
| Kontrafaktisches Konditional | Wessel | I 308 Kontrafaktisches Konditional/Wessel: Ein Kontrafaktisches Konditional kann immer durch Konjunktionen von realen Konditionalen ersetzt werden. Kontraposition: führt aus irrealen Bedingungssätzen heraus. Bsp Bizet/Verdi/Wessel: liegt am unklaren Prädikat "Landsleute": sie könnten auch beide Japaner sein. Lösung: Bsp "Wenn jemand Landsmann von Bizet ist, ist er Franzose". ((s) Erklärung/(s): Bsp Bizet/Verdi: in welcher Welt wären sie Landleute gewesen? – In einer Welt, in der Verdi Franzose oder Bizet Italiener gewesen wäre. – Problem: welche von beiden Welten ist unserer Welt näher? - Das zeigt, dass man keine Ähnlichkeitsmetrik für Welten angeben kann.) >Ähnlichkeitsmetrik, >Mögliche Welten. |
Wessel I H. Wessel Logik Berlin 1999 |
| Logik | Wright | I 60ff Semantischer Anti-Realismus/Evidenz: Der semantische Anti-Realismus mag sich im Gegensatz zu Putnam mit einer "Einbahnstraße" zufrieden geben: (EC, epistemische Einschränkung): (EC) Wenn P wahr ist, dann gibt es Evidenz dafür, dass es so ist. Evidenz/WrightVsPutnam: Wahrheit wird durch Evidenz eingeschränkt. Das führt zu einer Revision der Logik. >Belege, >Wahrheit. Wenn nämlich keinerlei Evidenz vorliegt, müsste Putnam durch Kontraposition von EC eigentlich zulassen, dass es nicht der Fall ist, dass P wahr ist, woraus dann per Negationsäquivalenz folgt, dass die Negation von P als wahr gelten muss. >Kontraposition, >Negation, >Äquivalenz. I 61 Semantischer Anti-Realismus: weigert sich, die uneingeschränkte Gültigkeit des Prinzips der Bivalenz (w/f) zuzugestehen. >Bivalenz, >Wahrheitswert. Semantischer Anti-Realismus:/Wright: Diesen Spielraum für eine Versöhnung gibt es: Wer EC vertritt, den verpflichtet die Negationsäquivalenz, (A) zuzulassen: (A) Wenn keine Evidenz für P vorliegt, dann liegt Evidenz für seine Negation vor. Wright: Das ist gleichbedeutend mit dem Zugeständnis, dass es im Prinzip sowohl für die Bestätigung als auch für die Zurückweisung von P Evidenz gibt: Das verbirgt aber eine unterdrückte Prämisse: (B) Entweder gibt es Evidenz für P oder es gibt keine. Ein Fall des ausgeschlossenen Dritten. >Ausgeschlossenes Drittes. I 62 Ganz klassisch ist das Konditional (A) ein Äquivalent der Disjunktion (C): (C) Entweder gibt es Evidenz für P oder es gibt Evidenz für seine Negation. Problem: Dass es gerade der Satz vom ausgeschlossenen Dritten ist, der nicht assertibel sein soll (nicht behauptbar): Es würde nicht ausreichen, bloß das Prinzip der Bivalenz (w/f) zurückzuweisen. Wenn (B) Entweder gibt es Evidenz für P oder es gibt keine uneingeschränkt assertibel (behauptbar) ist, wird die Verlegenheit wieder auftreten: Die Logik muss revidiert werden für alle Fälle, wo Evidenz nicht garantiert ist. >Behauptbarkeit. I 87f Revision der Logik/Wright: Eine Revision kann erforderlich sein, wenn das Lügnerparadox oder Ähnliches ins Spiel kommt. Hier kann man ein "schwaches " Bikonditional annehmen: Def Bikonditional, schwach: A <> B sei schwach gültig, wenn ausgeschlossen ist, dass eine der beiden Aussagen wahr sein kann, wenn die andere es nicht ist, auch wenn A unter bestimmten Umständen eine von B verschiedene Bewertung hat oder keinen Wahrheitswert hat, während B einen besitzt. Def Bikonditional, stark: A <> B sei stark gültig, wenn A und B notwendig immer die gleiche Bewertung erhalten. Dann gilt auf für Diskursbereiche, in denen das DS und das Äquivalenzschema in Zweifel gezogen wird, dass beide immer noch schwach gültig sind. >Diskurs. Revision der Logik/Negation: innerhalb eines Apparats mit mehr als zwei Wahrheitswerten kann es keinen Einwand geben gegen die Einführung eines Operators "Neg", der der Festlegung unterliegt, dass Neg A falsch ist, wenn A wahr ist, aber wahr ist in allen anderen Fällen. >Operatoren. Wenn dann A <> B schwach gültig ist, gilt das auch für NegA <> Neg B. Dann gibt es kein Hindernis gegen die Ableitung der Negationsäquivalenz: "Neg (P) ist wahr <> Neg("P" ist wahr). I 89 WrightVs: Dies wird jedoch nicht gelingen! Nicht einmal als Behauptung schwacher Gültigkeit, wenn "assertibel" für "wahr" eingesetzt wird. >Gültigkeit. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Löwenheim, Satz v. | Quine | X 79 Gültigkeit/Satz/Menge/Schema/Quine: wenn Mengen und Sätze derart auseinander fallen, sollte es einen Unterschied zwischen diesen beiden Definitionen der Gütligkeit (Über Schema (mit Sätzen) bzw. Modelle (mit Mengen) geben. Aber aus dem Satz von Löwenheim folgt, dass die beiden Definitionen der Gültigkeit (über Sätze, bzw. Mengen) nicht auseinanderfallen, solange die Objektsprache nicht allzu ausdrucksschwach (ausdrucksarm) ist. Bedingung: die Objektsprache muss die elementare Zahlentheorie ausdrücken können. (enthalten). OS: In einer solchen Sprache wird ein Schema, das bei allen Einsetzungen von Sätzen wahr bleibt, auch von allen Modellen erfüllt und umgekehrt. Die Forderung der elementaren Zahlentheorie ist ziemlich schwach. Def elementare Zahlentheorie/eZT/Quine: spricht über die positiven ganzen Zahlen mit Hilfe der Addition, Multiplikation, Identität, Wahrheitsfunktionen und Quantifikation. >Zahlentheorie/Quine. Standardgrammatik/Quine: Die Standardgrammatik würde die Funktoren der Addition, Multiplikation, wie die Identität, durch geeignete Prädikate ausdrücken. So erhalten wir die beiden Sätze: (I) Wenn ein Schema bei allen Einsetzungen von Sätzen der elementaren Zahlentheorie wahr bleibt, dann wird es von allen Modellen erfüllt. X 80 (II) Wenn ein Schema von jedem Modell erfüllt wird, dann ist e bei allen Einsetzungen von Sätzen wahr. Quine: Satz (I) geht auf Löwenheim 1915 zurück: Satz von Löwenheim/Quine: jedes Schema, das überhaupt von einem Modell erfüllt wird, wird von einem Modell ‹U,α,β,γ...› erfüllt, wo U nur die positiven ganzen Zahlen umfasst. Löwenheim/Hilbert/Bernays: Verschärfung: die Mengen α, β,γ,...usw. können je durch einen Satz der eZT bestimmt sein: Also: (A) Wird ein Schema überhaupt von einem Modell erfüllt, so ist es wahr bei einer Einsetzung von Sätzen der eZT anstelle seiner einfachen Schemata. Voraussetzung für die Einsetzungen: die quantifizierbaren Variablen müssen in ihrem Wertebereich die positiven ganzen Zahlen haben. Sie dürfen aber auch noch andere Werte haben. (I) folgt aus (A) wie folgt: (A) ist mit seiner Kontraposition äquivalent: ist ein Schema bei allen Einsetzung von Sätzen der elementaren ZT falsch, so wird es von keinem Modell erfüllt. Wenn wir hier anstelle des Schemas über seine Negation sprechen, dann wird aus „falsch2 „wahr“ und „von keinem Modell“ zu „von jedem Modell“. Damit haben wir (I). Dem Satz (II) liegt der Satz von der deduktiven Vollständigkeit der Quantorenlogik zugrunde. II 29 Klassen: man könnte alle Klassen in ihr Komplement umdeuten: "kein Element von.. " - Man würde nie etwas merken! - Unterste Schicht: jeder Relativsatz, jeder allgemeine Term bestimmt eine Klasse. >Klassen/Quine. V 160 Löwenheim/Quine: keine Neudeutung von Zeichen - wohl aber Veränderung von Termini und der Bereiche - konstant bleiben die Bedeutungen der Zeichen für Wahrheitsfunktionen und für die Quantoren. - Der Unterschied ist nicht so groß und lässt sich allein mit Hilfe eines neuen Terminus wiedergeben: Bsp "ε" oder "abzählbar". - Für Quantoren und Wahrheitsfunktionen spielt nur der Unterschied endlich/unendlich eine Rolle. - Überabzählbarkeit ist nicht Auffassungssache. - Lösung: es geht nur darum, welcher Begriff grundlegend ist: abzählbar oder überabzählbar. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Paradoxien | Poundstone | I 47 Rabenparadox/Poundstone: "Dieser Hering ist rot" stützt beide Kontrapositionen: a) "Alle nichtschwarzen Dinge sind Nichtraben" als auch b) "Alle nichtweißen Dinge sind Nichtraben" (Kontraposition von "Alle Raben sind weiß"). Daraus folgt: schwarz ist weiß - das ist das Paradox. I 66 Das Rabenparadox braucht kein Paradox zu sein, wenn die Anzahl der Gegenstände endlich ist. >Unendlichkeit. I 175 Wissensparadoxie/Gefangenen-Paradox/Poundstone: (unerwartete Hinrichtung) funktioniert nur, wenn der andere über die Situation nachdenkt und falsche Schlüsse zieht. >Wissensparadoxien. I 192 Wissensparadoxie/Gefangenen-Paradox/Quine/Poundstone: (unerwartete Hinrichtung) das "Wissen" ist hier eine Illusion. - Die erste Schlussfolgerung, nach der der Gefangene nicht am letzten Tag hingerichtet werden kann, ist ungültig. Der Unlogische ist besser dran: Er kann das richtige ahnen. - Die Annahme eines bestimmten Tages führt dazu, dass die Hinrichtung an einem beliebigen Tag stattfinden kann. Pointe/Poundstone: Fehler: Die Annahme, wenn alles Unmögliche ausgeschlossen sei, müsse etwas Mögliches übrig bleiben. - Wenn der Gefangene von der Unmöglichkeit ausgeht, kann er an jedem Tag hingerichtet werden. I 221 Thomsons Lampe/Poundstone: Lampe geht für 1/2 min an, dann 1/4 min aus, dann 1/8 an... Summe: 1. Frage: ist sie nach 1 Min an oder aus? (Summe unendlicher Glieder). - Falsche Frage! - Analog: ob die größte Zahl gerade/ungerade sei. I 228 Letztlich geht es um physikalische Grenzen: Frequenz, Energie, Schalter. Vgl. >Zenon, >Über Zenon. I 224 Zenon/Achilles/Poundstone: Lösung: Überholen nach 111,111...cm - die "Unendlichkeit" liegt in Zenons Analyse, nicht der Physik. Pfeil-Paradoxie: selbst in der Relativitätstheorie bleibt der Augenblick unscharf. Auch hier glauben wir an Ursache und Wirkung: Die Gegenwart bestimmt die Zukunft. >Ursache, >Wirkung, >Verursachung, >Kausalität, vgl. >Determinismus. Woher weiß der Pfeil, wohin er muss? - Das ist kein physikalisches Problem. - Der Reihenbegriff ist keine Lösung. I 236 Olbers Paradox: vierfache Fläche gleicht vierfach schwächere Strahlung aus - es müsste sich alles auf der Erde auf die mittlere Temperatur der Sterne aufheizen. Lösung: Rotverschiebung. >Olbers Paradox. I 243 Tristram Shandy-Paradox/Russell/Poundstone: Wenn er unendlich lang lebte, bliebe kein Tag unbeschrieben, weil kein Tag zu nennen wäre, für den es unmöglich wäre. - Eine Eins-zu-eins-Zuordnung ist möglich, aber niemals abgeschlossen. Nicht aber bei der Umkehrung: unendliche Vergangenheit: man kann keine eindeutige Zuordnung bestimmter Tage zu bestimmten Jahren vornehmen. - Im letzten Jahr kann er nicht über einen Tag jenes Jahres geschrieben haben -unendlich langes unvollendetes Manuskript. Vgl.>Zeit, >Vergangenheit, >Gegenwart, >Zukunft.. I 400 Paradox/Paradoxie/Antinomie/Poundstone: Allgemeine Form: Die Illusion, alles Wahre sei auch erkennbar. Vgl. >Realismus. Unerwartete Hinrichtung: Das Opfer irrt weil es meint, etwas durch logisches Schließen zu erreichen, was so nicht zu erreichen ist. >Logik, >Wissen, >Gewissheit, >Denken, >Wissensparadoxie. Newcombs Paradox: Derjenige der die Voraussage macht, kann seine eigenen Gedanken nicht kennen. >Newcombs Paradox. |
Poundstone I William Poundstone Im Labyrinth des Denkens Hamburg 1995 |
| Paradoxien | Prior | Cresswell II 110 Paradoxie/Lügner/Kreter/Prior/Cresswell: These: Der Kreter muss, damit er überhaupt etwas gesagt (ausgedrückt) haben kann, mehr als einen Satz gesagt haben. - ((s) Der Sprecher muss sich selbst als Kreter identifizieren.). Cresswell II 180ff Paradox/Cohen/Prior/Cresswell: (Cohen 1957(1), 225), (Prior 1960)(2). Cohen Bsp Wenn der Polizist bezeugt, dass alles was der Häftling erklärt, falsch ist und der Häftling erklärt, dass etwas, das der Polizist bezeugt wahr ist, dann ist etwas, was der Polizist bezeugt falsch und etwas was der Häftling erklärt, wahr. Schreibweise: d1: "Der Polizist bezeugt, dass- d2: "der Häftling erklärt". Logische Form: (d1 p(d2p > ~p) ∧ d2Ep(d1p ∧ p)) > (Ep(d1p ∧ ~p) ∧ Ep(d2p u p)). Lügner/Prior: d: "wurde gesagt von einem Kreter": (i)d p(dp > ~p) > (Ep(dp ∧ p) ∧ Ep(dp ∧ ~p)) (ii)d p(dp > ~p) > Ep Eq(p ≠ q) ∧ dp ∧ dq). (ii) besagt, dass der Kreter mindestens zwei Dinge gesagt haben muss. Prior I 81 Prior/(s): Tautologie p > pq liest Prior hier so: p z.B. Sagen, q: Adverb! - Bsp CpAKpqKpNq: Wenn es der Fall ist, dass p, dann entweder es ist der Fall, dass p-und-q oder es ist der Fall dass p-aber-nicht-q. Moores Paradox: Derselbe Apparat kann dazu benutzt werden: "Ich glaube dass es regnet, aber natürlich regnet es nicht". Philosophen haben es bemerkenswert schwierig gefunden, zu erklären, was daran falsch ist. - Aber das passiert ständig. Prior I 2 Mooresches Paradox/Prior: Wir brauchen nur normale Wahrheit und Irrtum (Irrtum oder Unaufrichtigkeit als einzige Möglichkeiten). >Wahrheit, >Wahrhaftigkeit, >Irrtum. Prior I 85ff Vorwortparadox/Prior: Die These, dass etwas was im Buch ist, nicht der Fall ist, kann nur außerhalb des Buches behauptet werden. >Stufen/Ebenen, >Beschreibungsebenen Variante: Ein Buch mit nur einem Satz: etwas in diesem Buch ist falsch: Reihenfolge der Theoreme: 1. Dann ist etwas falsch 2. Das Gesagte, dass etwas in dem Buch falsch ist, ist wahr 3. Das ist wiederum wahr 4. Dann ist in dem Buch etwas falsch und etwas ist wahr. - Aber dann werden mindestens zwei verschiedene Dinge in dem Buch gesagt. - Durch Kontraposition: Wenn nichts in dem Buch falsch ist, außer dem, dass gesagt wird, dass etwas in dem Buch falsch ist, dann wird dies auch nicht in dem Buch gesagt! Prior I 88f Vorwort-Paradox/Prior: "In dem Buch ist etwas falsch" kann einfach nicht die einzige Behauptung sein. Selbstbezüglichkeit ist aber nicht das Problem. >Selbstbezüglichkeit. Prior I 96f Vorwort-Paradox/Prior: Parallele/Cohen: Bsp Wenn John eine braune Kuh hat, die dann und nur dann schwanger ist, wenn irgendein Tier von John nicht schwanger ist, dann ist irgendein Tier von John nicht schwanger. Beweis: ex hypothesi: Wenn ein Tier von John nicht schwanger ist, ist die Kuh schwanger Also, wenn die Kuh nicht schwanger ist, so ist das andere Tier schwanger - und daher (weil die Kuh nur schwanger ist, wenn ein anderes Tier es nicht ist, ist ein Tier von John nicht schwanger. - Er muss mindestens zwei Tiere besitzen. Prior: Merkwürdigerweise ist nicht wesentlich, dass das schwangere Tier eine braune Kuh sein müsste, genauso ginge: Für ein x, x bedeutet, dass der Himmel blau ist und x ist wahr, gdw. Gras grün ist. Die beiden Komponenten sind ganz irrelevant füreinander - auch beim Vorwortparadox. Prior I 98 Vorwort-Paradox/PriorVsTarski: Mein Wahrheitsbegriff hier nicht-Tarskisch: Wahrheit ist nicht Eigenschaft von Sätzen, sondern von Propositionen. D.h. Quasi-Eigenschaften von Quasi-Objekten - eher Adverbien als Adjektive. - Bsp "wahrheitsgemäß" und "fälschlicherweise". >Sätze, >Propositionen, >Wahrheit/Tarski, >Wahrheitsdefinition/Tarski. 1. L.J. Cohen (1957). The Diversity of Meaning. London, 1962. 2. Arthur Prior (1960). On a family of paradoxes. Notre Dame Journal of Formal Logic 2 (1):16-32 |
Pri I A. Prior Objects of thought Oxford 1971 Pri II Arthur N. Prior Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003 Cr I M. J. Cresswell Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988 Cr II M. J. Cresswell Structured Meanings Cambridge Mass. 1984 |
| Verursachung | Armstrong | III 155 Verursachung/Notwendigkeit/Armstrong: 1. Verursachung ist irreflexiv: nichts verursacht sich selbst, eine Relation zu sich selbst ist keine Relation. 2. Verursachung ist nichttransitiv: eine Ursache überträgt sich nicht, sondern ein neues Universale, selbst Wahrscheinlichkeit = 1 verlangt ein neues Gesetz. 3. Verursachung erlaubt keine Kontraposition (Umkehrung): die Wirkung kann nicht Ursache der Ursache sein. 4. Verursachung ist nicht symmetrisch, Sonderfall: Ursachen innerhalb einer Kette, aber keine Rückwärtskausalität. Hier gibt es bloß notwendige "Voraussetzung". Eine Kette von Ursachen ist keine Rückwärtskausalität, nur: jeder Zustand hat eine notwendige Bedingung - Eine Bedingung verursacht nicht! - Analogie: Naturgesetze ordnen nichts an. - Daher sind Kausalgesetze nur eine Teilklasse der Naturgesetze. II 168 Konstitution ist keine Verursachung. |
Armstrong I David M. Armstrong Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447 In Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979 Armstrong II (a) David M. Armstrong Dispositions as Categorical States In Dispositions, Tim Crane London New York 1996 Armstrong II (b) David M. Armstrong Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted In Dispositions, Tim Crane London New York 1996 Armstrong II (c) David M. Armstrong Reply to Martin In Dispositions, Tim Crane London New York 1996 Armstrong II (d) David M. Armstrong Second Reply to Martin London New York 1996 Armstrong III D. Armstrong What is a Law of Nature? Cambridge 1983 |
| Vollständigkeit | Bigelow | I 134 Vollständigkeit/Bigelow/Pargetter: liegt vor, wenn unsere explizite Semantik alle und nur die "extrovertiert" behaupteten Theoreme garantiert. D.h. unsere Semantik liest nichts in unsere Sprache hinein, was nicht schon da ist. >Semantik/Bigelow. Def „extrovertierte Axiomatik“/Terminologie/Bigelow/Pargetter: Eine Axiomatik, die in einer schon existierenden Sprache entwickelt wird. >Axiome, >Axiomensysteme. I 135 Vollständigkeit/Korrespondenztheorie/Bigelow/Pargetter: Die Existenz von Vollständigkeitsbeweisen liefert eine Art Korrespondenztheorie. >Korrespondenztheorie, >Beweise, >Beweisbarkeit. Vollständigkeit: besteht für uns darin, dass wir zeigen können, dass alle Sätze, die nach unserer Semantik wahr sind in allen möglichen Welten, abgeleitet werden können. >Ableitung, >Ableitbarkeit, >Mögliche Welten. I 137 Def Vollständigkeitstheorem/Bigelow/Pargetter: Das Vollständigkeitstheorem ist ein Theorem, das beweist, dass, wenn ein Satz in einer bestimmten Semantik garantiert wahr ist, dieser Satz als Theorem bewiesen werden kann. Wie können wir das beweisen? Wie können wir beweisen, dass jeder solche Satz ein Theorem ist? Lösung: Wir beweisen die Kontraposition des Satzes: Statt: Wenn a garantiert wahr ist in der Semantik, ist a ein Theorem beweisen wir Wenn a kein Theorem ist, ist er nicht garantiert wahr in der Semantik. Das beweisen wir, indem wir eine Interpretation finden, nach der er falsch ist. >Falsifikation, >Verifikation, >Verifizierbarkeit. |
Big I J. Bigelow, R. Pargetter Science and Necessity Cambridge 1990 |
| Vorstellung | Nagel | I 82 ff Vorstellung/Nagel: Natürlich können wir uns in einigen unserer Urteile über das, was unvorstellbar ist, und was nicht, irren. Es ist möglich, dass eine Aussage, deren Falschheit wir uns nicht vorstellen konnten, dennoch unwahr sein kann. Bloße externe Informationen, darüber, wie wir dahin gelangt sind, die Aussage für richtig zu halten, reichen nicht aus. Wir können uns auch etwas richtig vorgestellt haben, aber anschließend herausbekommen, dass wir unser Tun falsch beschrieben haben. I 87ff Vorstellung: Nicht einmal zeitweilig können wir den Basisgedanken, die Kontraposition sei gültig, »einklammern« und an seine Stelle die reine psychologische Feststellung setzen, dass wir die Falschheit dieser Aussage unvorstellbar finden. (DescartesVs, s. Nagel). I 88 NagelVsDescartes: Dämon: Die Vorstellung von verwirrten Gedanken enthält auch den unverwirrten Gedanken. >Descartes. |
NagE I E. Nagel The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979 Nagel I Th. Nagel Das letzte Wort Stuttgart 1999 Nagel II Thomas Nagel Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990 Nagel III Thomas Nagel Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991 NagelEr I Ernest Nagel Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
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| Verschiedenheit | Wiggins, D. | Simons I 213 "Relative Identität"/Geach: ("Theorie R"), ("Sortal-Theorie"): These: für Sortale F und G ist es möglich zwei Objekte a und b zu finden, sodass a und b beides Fs und Gs sind , a ist dasselbe F wie b, aber nicht dasselbe G - Dagegen: b) Grice/George Myro: (beide unpubliziert): VsWiggins' These, dass Dinge, die jemals (ever) verschieden sind, immer (always) verschieden sind. I 216 Wiggins: seine These ist nun: a ≠ b u a 2I b > ~(a sup t b) ((s) 2I s.o.) Das kann vereinfacht und in Kontraposition gebracht werden: WP (Wiggins Prinzip) a sup t b > a ot b. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |