Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 9 Einträgen:
Begriff/
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Autor
Eintrag
Literatur
Bedeutungstheorie Wiggins Avramides I 26 f
Bedeutungstheorie/BT/Wiggins: (Wiggins, 1995) These: Schichtenmodell der Bedeutungstheorie: 1. Ebene: isoliert, was buchstäblich gesagt wurde (z.B. in Begriffen von Wahrheitsbedingungen). (Ebene des >Sinns, formale Theorien, Frege, Davidson usw., >"Semantik").
I 27
2. Ebene: hier geht es um die >behauptende Kraft. (>Gebrauchstheorien, >"Pragmatik") Weitere Ebenen: perlukotionärer Effekt, Konversationsimplikaturen usw.

McDowell/Avramides: (McDowell 1998) kann man als Weiterentwicklung des Ansatzes von Wiggins sehen:
1. Theorie des Sinns: interagiert mit Theorie der Kraft.
Ein Weg: wir beginnen mit der Kerntheorie, Th.d.Sinns (Zentralbegriff: Wahrheit). Dann entwickeln wir die Theorie der Kraft als Ergänzung.
Ein anderer Weg: wir beginnen mit einem Bild des Ganzen das Sinn und Kraft enthält und arbeiten uns dann zu Kern vor.
Avramides: Frage: ob eine Theorie auf der ersten (Wigginsschen) Stufe isoliert ausgearbeitet werden kann.
McDowell: Weiterentwicklung von Wiggins:
1. Theorie des Sinns
2. Theorie der Kraft.
Kraft, weil wir auf Sprecher achten müssen.

Wiggins I
D. Wiggins
Essays on Identity and Substance Oxford 2016

Wiggins II
David Wiggins
"The De Re ’Must’: A Note on the Logical Form of Essentialist Claims"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Geltungsansprüche Parsons Habermas IV 415
Geltungsansprüche/Parsons/HabermasVsParsons/Habermas: Parsons berücksichtigt nicht, und er kann auch im Rahmen seiner Handlungstheorie nicht berücksichtigen, dass sich der Begriff der Sanktionen auf Ja/Nein-Stellungnahmen zu kritisierbaren Geltungsansprüchen nicht anwenden lässt. Die Strategiepaare Anreiz/Abschreckung und Überzeugung/Ermahnung unterscheiden sich nämlich: im einen Fall ist Ego allein an den Konsequenzen seines Handelns orientiert, im anderen Fall muss er mit Alter sprechen und ihn über das Bestehen von Sachverhalten aufklären oder überzeugen.
Habermas IV 416
Im ersten Fall geht es um erfolgsorientiertes Handeln, im zweiten Fall um verständigungsorientiertes Handeln. (Siehe auch Illokutionäre Akte, Perlokutionäre Akte).

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Grice Searle V 69
Bedeutung/SearleVsGrice: es ist unzureichend, Bedeutung an Absicht und deren Erkennen zu binden: 1. Es ist unbestimmt, wie stark Bedeutung von Regeln oder Konvention abhängt;
2. Grice differenziert nicht zwischen illokutionären und perlokutionären Akten. >Illokutionärer Akt, >Perlokutionärer Akt, >Regeln, >Konvention.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Illokutionäre Akte Habermas III 375
Illokutionäre Akte/illokutionäre Kraft/Habermas: These: die illokutionäre Rolle von Äußerungen sollte nicht als eine irrationale Kraft dem geltungsbegründenden propositionalen Bestandteil gegenübergestellt werden.
III 376
Illokutionärer Akt/Habermas: gibt an, welchen Geltungsanspruch (Wahrheit, Richtigkeit oder Wahrhaftigkeit) ein Sprecher erhebt, wie er ihn erhebt und für was er ihn erhebt. Illokutionäre Kraft: mit ihr kann ein Sprecher einen Hörer motivieren, sein Sprechaktangebot anzunehmen und damit eine rationale motivierte Bindung einzugehen. Dieses Konzept setzt voraus, dass sprach- und handlungsfähige Subjekte auf mehr als nur eine Welt Bezug nehmen können und dass sie, indem sie sich miteinander über etwas in einer Welt verständigen, ihrer Kommunikation ein gemeinsam unterstelltes System von Welten zugrunde legen.
III 394
Illokutionäre Erfolge werden auf der Ebene interpersonaler Beziehungen erzielt, auf der sich Kommunikationsteilnehmer miteinander über etwas in der Welt verständigen. Sie sind in diesem Sinn nichts Innerweltliches, sondern extramundan, anders als perlokutionäre Effekte, die sich als Zustände in der Welt beschreiben lassen.
IV 114
Illokutionäre Akte/Habermas: der Bindungseffekt von illokutionären Kräften kommt ironischerweise dadurch zustande, dass die Interaktionsteilnehmer zu Sprechaktangeboten „Nein“ sagenkönnen. Der kritische Charakter dieses Nein-Sagens unterscheidet eine solche Stellungnahme von einer auf bloßer Willkür beruhenden Reaktion. Der Hörer kann (…) gebunden werden, weil er sie nicht beliebig ablehnen, sondern nur verneinen, d.h. mit Gründen zurückweisen darf.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Kommunikatives Handeln Habermas III 128
Kommunikatives Handeln/Habermas: der Begriff bezieht sich auf die Interaktion von mindestens zwei sprach- und handlungsfähigen Subjekten, die (mit sprachlichen oder nichtsprachlichen Mitteln) eine interpersonale Beziehung eingehen. Die Aktoren suchen eine Verständigung um ihre Pläne und damit ihre Handlungen zu koordinieren. Hier erhält die Sprache einen prominenten Stellenwert.
III 143
Problem: es besteht die Gefahr, dass soziales Handeln auf die Interpretationsleistungen der Kommunikationsteilnehmer reduziert, Handeln an Sprechen, Interaktion an Konversation angeglichen wird. Tatsächlich ist aber die sprachliche Verständigung nur der Mechanismus der Handlungskoordinierung, der die Handlungspläne und Zwecktätigkeiten der Beteiligten zusammenfügt.
III 157
Bei kommunikativen Handeln wird der Ausgang der Interaktion selbst davon abhängig gemacht, ob sich die Beteiligten untereinander auf eine intersubjektiv gültige Beurteilung ihrer Weltbezüge einige können.
III 158
Interpretation: Problem: für das Verständnis kommunikativer Handlungen müssen wir zwischen Bedeutungs- und Geltungsfragen trennen. Die Interpretationsleistungen eines Beobachters unterscheiden sich von die Koordinationsbestrebungen der Teilnehmer. Der Beobachter bemüht sich nicht um eine konsensfähige Deutung. Aber vielleicht unterschieden sich hier nur die Funktionen, nicht die Strukturen der Interpretation.
III 385
Kommunikatives Handeln/Habermas: hier sind die Beteiligten nicht primär am eigenen Erfolg orientiert; sie verfolgen ihre individuellen Ziele unter der Bedingung, dass sie ihre Handlungspläne auf der Grundlage gemeinsamer Situationsdefinitionen aufeinander abstimmen können. Insofern ist das Aushandeln von Situationsdefinitionen ein wesentlicher Bestandteil.
III 395
Kommunikatives Handeln/Sprechakte/Perlokution/Illokution/Habermas: Strawson hat gezeigt, dass ein Sprecher sein illokutionäres Ziel, dass der Hörer das Gesagte versteht, erreichen, ohne dass er sein perlokutionäres Ziel verrät. Das verleiht Perlokutionen den asymmetrischen Charakter von verdeckt strategischen Handlungen, in denen sich mindestens einer der Beteiligten strategisch verhält, während er andere Beteiligte darüber täuscht, dass er diejenigen Voraussetzungen nicht erfüllt, unter denen normalerweise illokutionäre Ziele nur erreicht werden können. Daher eigenen sich Perlokutionen nicht zur Analyse von Handlungskoordinationen, die durch illokutionären Bindungseffekt erklärt werden sollen.
Dieses Problem wird gelöst, wenn wir Kommunikatives Handeln als Interaktion verstehen, bei der alle Beteiligten ihre individuellen Handlungspläne aufeinander abstimmen und ihre illokutionären Ziele vorbehaltlos verfolgen.
III 396
Nur solche Interaktionen sind kommunikatives Handeln, in denen alle Beteiligten illokutionäre Ziele verfolgen. Ansonsten fallen sie unter strategisches Handeln.
III 397
HabermasVsAustin: dieser hat dazu geneigt, Sprechakte mit Akten der Verständigung, also den sprachlich vermittelten Interaktionen selber zu identifizieren.
III 400
Def Verstehen/Kommunikation/Habermas: im Rahmen unserer Theorie des Kommunikativen Handelns beschränken wir uns auf Sprechakte unter Standardbedingungen, d.h. wir gehen davon aus, dass ein Sprecher nichts anderes meint als die wörtliche Bedeutung dessen, was er sagt. Verstehen eines Satzes definieren wir dann als das Wissen, was diesen Satz akzeptabel macht.

III 457
Kommunikatives Handeln/Rationalisierung/HabermasVsWeber/Habermas: erst wenn wir im “Gesellschaftshandeln” zwischen verständigungs- und erfolgsorientiertem Handeln differenzieren, lassen sich die kommunikative Rationalisierung des Alltagshandelns und die Subsystembildung für zweckrationales Wirtschafts- und Verwaltungshandeln als komplementäre Entwicklung begreifen. Zwar spiegeln beide die institutionelle Verkörperung von Rationalitätskomplexen, aber in anderer Hinsicht handelt es sich um gegenläufige Tendenzen.
IV 223
Kommunikative Handlungen/HabermasVsSystemtheorie/Habermas: kommunikative Handlungen gelingen nur im Lichte kultureller Überlieferungen – dies ist es, was die Integration der Gesellschaft sichert, und nicht etwa systemische Mechanismen, die dem intuitiven Wissen ihrer Angehörigen entzogen sind.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Perlokutionäre Akte
Perlokutionäre Akte Habermas III 394
Perlokutionäre Akte/Habermas: perlokutionäre Effekte lassen sich als Zustände in der Welt beschreiben, die durch Intervention herbeigeführt werden. Dagegen werden illokutionäre Erfolge auf der Ebene interpersonaler Beziehungen erzielt, auf der sich Kommunikationsteilnehmer miteinander über etwas in der Welt verständigen. Sie sind in diesem Sinn nichts Innerweltliches, sondern extramundan.
III 395
Strawson hat gezeigt, dass ein Sprecher sein illokutionäres Ziel, dass der Hörer das Gesagte versteht, erreichen, ohne dass er sein perlokutionäres Ziel verrät. Das verleiht Perlokutionen den asymmetrischen Charakter von verdeckt strategischen Handlungen, in denen sich mindestens einer der Beteiligten strategisch verhält, während er andere Beteiligte darüber täuscht, dass er diejenigen Voraussetzungen nicht erfüllt, unter denen normalerweise illokutionäre Ziele nur erreicht werden können. Daher eigenen sich Perlokutionen nicht zur Analyse von Handlungskoordinationen, die durch illokutionären Bindungseffekt erklärt werden sollen.
Dieses Problem wird gelöst, wenn wir Kommunikatives Handeln als Interaktion verstehen, bei der alle Beteiligten ihre individuellen Handlungspläne aufeinander abstimmen und ihre illokutionären Ziele vorbehaltlos verfolgen.


Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Sanktionen Parsons Habermas IV 415
Sanktionen/Handlungstheorie/Geltungsansprüche/Parsons/HabermasVsParsons/Habermas: Parsons berücksichtigt nicht, und er kann auch im Rahmen seiner Handlungstheorie nicht berücksichtigen, dass sich der Begriff der Sanktionen auf Ja/Nein-Stellungnahmen zu kritisierbaren Geltungsansprüchen nicht anwenden lässt. Die Strategiepaare Anreiz/Abschreckung und Überzeugung/Ermahnung unterscheiden sich nämlich: im einen Fall ist Ego allein an den Konsequenzen seines Handelns orientiert, im anderen Fall muss er mit Alter sprechen und ihn über das Bestehen von Sachverhalten aufklären oder überzeugen.
Habermas IV 416
Im ersten Fall geht es um erfolgsorientiertes Handeln, im zweiten Fall um verständigungsorientiertes Handeln. (Siehe auch >Illokutionäre Akte, >Perlokutionäre Akte). Habermas: unter Bedingungen der Sanktionierung kann der Handelnde sein eigenes Ja zu einem Geltungsanspruch (Zustimmung zu einer Behauptung, Empfehlung usw.) nicht ernstnehmen. Das Sanktionsschema kann nur solche Interaktionsmodi aufnehmen, bei denen es um empirische Anstrengungen zur Fortsetzung einer Interaktion geht. Lösung: Siehe Sanktionen/Habermas).

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Sprechakttheorie Austin Sprechakttheorie: Ausdrucksfunktion, Richtigkeit, Angemessenheit VsRedundanztheorie (p = "Es ist wahr dass p").
Husted III 240f
Sprechakttheorie/Austin: def lokutionärer Akt: Äußerungsakt - Bsp man gibt ein Beispiel für den sinnvollen Satz "Der Stier ist los" - perlokutionär: Wirkung mittels Äußerung - Bsp Warnung mit diesem Satz - illokutionär: man erschreckt damit die Hörer.
Husted III 245
zusätzlich: Gelingsbedingungen als "Plus" zur Äußerung: die Garantie, die der Sprecher übernimmt - > Brandom, Kontoführung.
Husted III 247
SprechakttheorieVsLogischer Positivismus: mehr als nur die zwei Funktionen 1. Beschreibung der Wirklichkeit, 2. Ausdruck von Emotionen - Sprechakte gehören zu keiner dieser beiden Kategorien.
Husted III 248
AustinVsWittgenstein: pro durchgehende Ähnlichkeit - Sprechakttheorie: zeigt hier ihre Stärke.

Austin I
John L. Austin
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society, Supplementary Volume 24 (1950): 111 - 128
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Austin II
John L. Austin
Ein Plädoyer für Entschuldigungen
In
Linguistik und Philosophie, Grewendorf/Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Husted I
Jörgen Husted
"Searle"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Husted II
Jörgen Husted
"Austin"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Husted III
Jörgen Husted
"John Langshaw Austin"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Husted IV
Jörgen Husted
"M.A. E. Dummett. Realismus und Antirealismus
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke (Hg) Hamburg 1993

Husted V
J. Husted
"Gottlob Frege: Der Stille Logiker"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
PerlokutionPerlokution Dummett Vs Alltagssprache Dummett III (e) 185
Oxford Philosophie/Dummett: stärkster Einfluß: von Ryle. RyleVsCarnap: verfehlte Methodologie VsHeidegger: Witzfigur Ryle: Einfluß von Husserl
III 196
Partikularismus/Gebrauchstheorie/Oxford/Dummett: angeblich könne die GT nur jeden einzelnen Satz erklären. Der Philosoph dürfe kein Muster entdecken wollen, wo es keins gebe. DummettVs: wir lernen die Sprache auch nicht Satz für Satz!
Allerdings richtig: es sind Sätze und nicht Wörter, die im allgemeinen Sinne einen "Gebrauch" haben.
III 196/197
Alltagssprache: hier konnte die Oxford Philosophie (wegen ihres antisystematischen Ansatzes) nichts dazu beitragen, jene Prinzipien besser zu verstehen, aufgrund derer wir offensichtlich die Sprache so schnell lernen.(>Chomsky). DummettVsOxford: verwendete ständig psychologische und semantische Begriffe, die eine Bedeutungstheorie nicht voraussetzen darf, sondern erklären soll! Bsp "eine Einstellung zum Ausdruck bringen", "eine Frage zurückweisen" usw. (DummettVsAustin).
Ebenso wurden ständig "Wahrheit" und "Falschheit" unerklärt verwendet.
III 198
DummettVsPartikularismus: mißachtete auch die Unterscheidung semantisch/pragmatisch. Jeder, der nicht in den Klauen der Theorie steckt, würde zunächst dazu neigen, das, was ein Satz buchstäblich sagt, von dem zu unterscheiden, was man unter speziellen Umständen damit mitzuteilen versuchen könnte.
Nach der "Philosophie der Alltagssprache" galt nur der letztere Begriff als legitim. "buchstäbliche Bedeutung" galt als ein illegitimes Nebenprodukt.
III 199
DummettVsOxford, DummettVsStrawson: künstlich eingeführte neue Begriffe wie "Präsupposition" oder "Konversationsimplikatur" oder DummettvsAustin: die Unterscheidung zwischen "illokutionären" und "perlokutionären" Akten (DummettVsSprechakttheorie) traten an die Stelle der allgemeinen semantischen Begriffe, und ohne daß jemand merkte, hörte die "Normalsprache" (Alltagssprache) dabei auf, zu existieren.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
PerlokutionPerlokution Black Vs Grice, P.H. I 52
Max Black: Kausaltheorie (auch Stevenson, Morris) - BlackVsIntentionalitätstheorien (Grice, Searle, Strawson?)
I 58
BlackVsGrice:Die Bedingungen von Grice sind weder notwendig noch hinreichend. a) Nicht hinreichend: es gibt Situationen, wo es nicht stimmt, dass jemand "das sagt...", obwohl die Bedingungen erfüllt sind, b) nicht notwendig: jemand etwas sagt, obwohl die Bed. gar nicht erfüllt sind.
I 60
Ganze Theorie wird suspekt, wenn sie so kompliziert wird.
I 65
BlackVsGrice: er muss dauernd Modifikationen vornehmen (negative Konjunktionen oder entsprechende positive Disjunktionen). Diese defensive Strategie ist auf der einen Seite zu flexibel, auf der anderen zu starr.(Festhalten an der Wirkungsabsicht).I 65
I 67
BlackVsGrice: Unzulänglich: 1. seine Berufung auf Standard-Wirkungen - 2. sein Vertrauen darauf, dass die Sprecher-Absicht solche Wirkungen herbeiführt.
I 70
BlackVsGrice: Jede konkrete Äußerung hat normalerweise zahlreiche Wirkungen. Eine müsste "semantisch relevant" sein: jene, die notwendig und hinreichend ist, dass erfolgreich kommuniziert wird.
I 68
BlackVsGrice: eine Glaubensannahme des Hörers oder eine im Hörer herbeigeführte propositionale Einstellungen sind also offenbar perlokutionär. Sie sind von praktischer Bedeutung, aber für eine philosophische Analyse des Begriffs der Kommunikation oder des abgeleiteten Begriffs der Sprecherbedeutung gegenstandslos.
I 74
Das gilt mutatis mutandis auch für den Imperativ-Fall. Wenn ich die Aufforderung verstanden habe, ist meine Rolle als Hörer und Interpret zu Ende!
BlackVsGrice: er diskutiert nicht, wie den Prinzipien des Grundmodells zufolge vom Hörer erwartet werden kann, dass er die Sprecherbedeutung entdeckt. Bsp ein Bettler in einem fremden Land macht mir Gesten, dass er hungrig ist.
I 76
BlackVsGrice: kein Zwischenschalten von "Entdecken". - (Eine Theorie muss möglichst viele Fälle abdecken.) BlackVsGrice These: nicht das Erfassen der Sprecher-Absicht, eine Wirkung beim Hörer hervorzurufen erlaubt es dem Hörer die Bedeutung zu bestimmen, sondern umgekehrt: die Entdeckung der Sprecherbedeutung erlaubt es dem Hörer, auf die Sprecher-Absicht zu schließen.

Black I
Max Black
"Meaning and Intention: An Examination of Grice’s Views", New Literary History 4, (1972-1973), pp. 257-279
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg) Frankfurt/M 1979

Black II
M. Black
Sprache. Eine Einführung in die Linguistik München 1973

Black III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983

Black IV
Max Black
"The Semantic Definition of Truth", Analysis 8 (1948) pp. 49-63
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994
PerlokutionPerlokution Searle Vs Grice, P.H. Bennett I 186
SearleVsGrice: Konvention nicht dasselbe wie Umstände!
Grice I 31
Searle Bsp Ein amerikanischer Soldat im zweiten Weltkrieg wird durch italienische Truppen gefangen genommen. Er möchte die Italiener glauben machen er sei ein deutscher Offuizier und äußert den einzigen deutschen Satz den er von der Schule her noch behalten hat "Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?" Seine Bewacher verstehen überhaupt kein Deutsch. Searle: Trotzdem wäre es falsch zu sagen, daß er mit "Kennst du das Land" gemeint hat : "Ich bin deutscher Offizier".
SearleVsGrice. will mit diesem Bsp zeigen, daß an Grices Explikation etwas fehlt: H sollte erkennen, daß der geäußerte Satz konventionellerweise zur Herbeiführung einer gewissen Wirkung geäußert wird.

Searle II 204
Grice : ein Sprecher beabsichtigt mit einer Äußerung, gewisse Wirkungen zu erzielen. SearleVsGrice: dann verwendet er Absicht, Wunsch und Überzeugung unanalysiert.

Searle V 68
Bedeutung/Grice: knüpft Bedeutung an Absicht und Erkennen der Absicht.
V 69
SearleVsGrice: unzureichend: 1., es ist nicht bestimmt, in welchem Ausmaß die Bedeutung von Regeln oder Konventionen abhängt. 2. differenziert diese Bestimmung nicht zwischen illokutionären und perlokutionären Akten.
Bsp Searle: Zitronen Bsp. V 70 ...+…Ein amerikanischer Soldat kommt in italienische Kriegsgefangenschaft…

IV 53
SearleVsKonversationspostulate/SearleVsGrice. Es genügt geteilter Hintergrund.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Bennett I
Jonathan Bennett
"The Meaning-Nominalist Strategy" in: Foundations of Language, 10, 1973, pp. 141-168
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Grice I
H. Paul Grice
"Meaning", in: The Philosophical Review 66, 1957, pp. 377-388
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Megle Frankfurt/M. 1993

Grice II
H. Paul Grice
"Utterer’s Meaning and Intentions", in: The Philosophical Review, 78, 1969 pp. 147-177
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle

Grice III
H. Paul Grice
"Utterer’s Meaning, Sentence-Meaning, and Word-Meaning", in: Foundations of Language, 4, 1968, pp. 1-18
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Grice IV
H. Paul Grice
"Logic and Conversation", in: P. Cple/J. Morgan (eds) Syntax and Semantics, Vol 3, New York/San Francisco/London 1975 pp.41-58
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979