| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Diskurs | Bohman | Gaus I 155 Diskurs/Bohman: Der Diskurs in politischen Praktiken und im öffentlichen Raum scheint sich an ein impliziertes Publikum oder eine "unsichtbare Galerie" zu richten und geht damit über eine "gesellige" Interaktion unter Freunden hinaus (Gamson, 1992(1): 20). 1) Diskurs ist also Kommunikation, die sich an ein unbestimmtes Publikum richtet, und eine Erweiterung der Interaktion von Angesicht zu Angesicht, die durch Technologien des Schreibens, Massenmedien oder computergestützte Kommunikation und durch formale politische Institutionen ermöglicht wird (Thompson, 1995)(2). Kommunikation zweiter Ordnung/Reflexion: (...) ein Diskurs, der die Eigenschaft hat, öffentlich zu sein, ist auch reflexiv oder Kommunikation zweiter Ordnung; er muss mindestens Gaus I 156 die Möglichkeit der Kommunikation über die Art und Weise und die Annahmen der Kommunikation selbst beinhalten, zum Beispiel, ob sie wirklich öffentlich ist oder nicht (Habermas, 1984)(3). Diese Reflexivität zeigt sich vor allem dann, wenn die Kommunikation scheitert, wenn die Annahmen, die wir "bis auf weiteres" in Garfinkels (1969(4): 33) Satz für praktische Zwecke treffen, nicht mehr erfolgreich sind, um gegenseitiges Verständnis oder eine Koordinierung des Handelns herzustellen. In diesem Fall müssen die Redner die Grundlage der Kommunikation selbst explizit machen, indem sie Gründe und Argumente anführen, die andere möglicherweise akzeptieren können. Inwieweit die Forderung nach Rechtfertigung von den Rednern verfolgt und in der Praxis institutionalisiert werden kann, ist zwischen den Verfechtern verschiedener Diskurstheorien umstritten. Linguistik: Für die einen ermöglicht das linguistische Medium Reflexivität, für die anderen setzt es der Reflexion unüberwindbare Grenzen (Hoy und McCarthy, 1994)(5). >Diskurs/Politische Theorien, >Diskurs/Gesellschaftswissenschaften, >Deliberative Demokratie/Bohman. 1. Gamson, William (1992) Talking Politics. Cambridge: Cambridge University Press. 2. Thompson, John (1995) The Media and Modernity. Stanford, CA: Stanford University Press. 3. Habermas, Jürgen (1984) The Theory of Communicative Action, vol. I. Boston: Beacon. 4. Garfinkel, Harold (1969) Studies in Ethnomethodology. Englewood Cliffs, NJ: Prentice Hall. 5. Hoy, David and Thomas, McCarthy (1994) Critical Theory. London: Blackwell. Bohman, James 2004. „Discourse Theory“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications |
Gaus I Gerald F. Gaus Chandran Kukathas Handbook of Political Theory London 2004 |
| Diskurs | Bourdieu | Gaus I 158 Diskurs/Bourdieu/Bohman: BourdieuVsFoucault: [Im Gegensatz zu Foucault] ist Bourdieus Herausforderung eher epistemischer Natur und relativiert sprachliche Aktivitäten und Praktiken zu einem Hintergrundhabitus, einer Reihe von Dispositionen, die in die Sozialisation eingeschrieben sind. >Diskurs/Foucault, >Diskurstheorie/Bohman. Bourdieu: Hier geht es darum, an 'generative und implizite Schemata' zu appellieren, nicht an explizite oder bewusst sanktionierte Regeln. Praxen sind regelmäßige und reproduzierbare Handlungsmuster "ohne das Produkt von Regeln zu sein und ohne ein bewusstes Ziel oder die ausdrückliche Beherrschung von Regeln voraussetzen zu wollen" (Bourdieu, 1977(1): 55). Er kritisiert Idealtheorien wegen ihres "Sprachkommunismus", da sie blind gegenüber den Formen von Status und Ungleichheiten seien, die es den Rednern ermöglichen, autoritativ und überzeugend zu sein. Die Fähigkeit, verständliche Äußerungen zu produzieren, "mag völlig unzureichend sein, um Sätze zu produzieren, die wahrscheinlich angehört werden und die wahrscheinlich in allen Situationen, in denen es Gelegenheit zum Sprechen gibt, als akzeptabel anerkannt werden" (Bourdieu, 1991(2): 55). Normative Diskurstheorien lassen die sozialen Beziehungen zwischen den Sprechern, ihre unterschiedlichen sozialen Positionen und ihre Fähigkeit, sprachliche Autorität zu erlangen, außer Acht. Bourdieu ist der Meinung, dass der Habitus, weil er keine Regeln betrifft, für Sprecherinnen und Sprecher auf der Kommunikationsebene der zweiten Ordnung prinzipiell nicht zugänglich ist, Gaus I 159 wenn die Redner ihre Handlungen und Praktiken explizit begründen müssen. Beide Herausforderungen sehen Macht als innerhalb des Diskurses selbst operierend an, nicht nur als eine äußere Beschränkung auf den Diskurs. Bohman: Dieselbe Art von Diskursbeschränkungen kann auch in der Weise wirken, dass historisch tief verwurzelte Ungleichheiten wie Rasse und Geschlecht den Diskurs prägen und seine Reflexivität einschränken (Butler, 1993(3): 232). 1. Bourdieu, Pierre (1977) Outline of a Theory of Practice. Cambridge: Cambridge University Press. 2. Bourdieu, Pierre (1991) Language and Symbolic Power. Cambridge: Polity. 3. Butler, Judith (1993) Bodies that Matter: On the Discursive Limits of Sex. London: Routledge. Bohman, James 2004. „Discourse Theory“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications |
Bourd I P. Bourdieu Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft Frankfurt/M. 1987 Gaus I Gerald F. Gaus Chandran Kukathas Handbook of Political Theory London 2004 |
| Farben | Carnap | VI 126 Farben/Carnap: ergeben sich als Abstraktionsklassen von Gleichfarbigkeit. VI 102 Abstraktionsklasse/Carnap: Klasse der mit einem beliebigen Element verwandten Elemente. VI 152 Ähnlichkeitskreise/Carnap: Man nimmt zunächst alle Klassen von sich selbst teilähnlichen Elementarerlebnissen - (wegen Reflexivität). >Erlebnisse. Dann die Zweier-, Dreier- usw. Klassen von teilähnlichen Elementarerlebnissen. Dann streicht man aus dieser Liste alle die Klassen, die in einer anderen als Teilklasse enthalten sind. VI 181 GoetheVsPositivismus/GoetheVsEmpirismus/GoetheVsNewton/GoetheVsCarnap: (Farbenlehre): Man soll im Gebiet der Sinneswahrnehmungen selbst bleiben und die zwischen ihnen bestehenden Gesetzmäßigkeiten im Gebiet der Wahrnehmungen selbst feststellen. CarnapVsGoethe: Die physikalischen Gesetze gelten dort nicht, wohl aber andere, verwickeltere. Vgl. >Wahrnehmung, >Phänomene, >Qualia. |
Ca I R. Carnap Die alte und die neue Logik In Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996 Ca II R. Carnap Philosophie als logische Syntax In Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993 Ca IV R. Carnap Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992 Ca IX Rudolf Carnap Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936 In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 Ca VI R. Carnap Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998 CA VII = PiS R. Carnap Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Ca VIII (= PiS) R. Carnap Über einige Begriffe der Pragmatik In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 |
| Gegebenes | Dilthey | Gadamer I 70 Gegebenes/Geisteswissenschaften/Wissenschaft/Dilthey/Gadamer: Da es [Dilthey] darauf ankommt, die Arbeit der Geisteswissenschaften erkenntnistheoretisch zu rechtfertigen, beherrscht ihn überall das Motiv des wahrhaft Gegebenen. Es ist also ein erkenntnistheoretisches Motiv oder besser das Motiv der Erkenntnistheorie selber, das seine Begriffsbildung motiviert und das dem sprachlichen Vorgang (...) (>Erlebnis/Dilthey) entspricht. ((s)VsDilthey: siehe die Kritik Wilfrid Sellars‘ am Begriff des Gegebenen: >Gegebenes/Sellars). Geisteswissenschaften/Gadamer: Das charakterisiert eben die Entwicklung der Geisteswissenschaften im 19. Jahrhundert, dass sie nicht nur äußerlich die Naturwissenschaften als Vorbild anerkennen, sondern daß sie, aus dem gleichen Grunde kommend, aus dem die neuzeitliche Naturwissenschaft lebt, das gleiche Pathos von Erfahrung und Forschung entwickeln wie sie. ((s) Vgl. >Empfindungen/Carnap). Gadamer I 71 Dilthey/Gadamer: Die Gegebenheiten im Bereich der Geisteswissenschaften sind nämlich von besonderer Art, und das will Dilthey durch den Begriff des „Erlebnisses“ formulieren. In Anknüpfung an Descartes' Auszeichnung der res cogitans bestimmt er den Begriff des Erlebnisses durch Reflexivität, durch das Innesein, und will von dieser besonderen Gegebenheitsweise aus die Erkenntnis der geschichtlichen Welt erkenntnistheoretisch rechtfertigen. Die primären Gegebenheiten, auf die die Deutung der geschichtlichen Gegenstände zurückgeht, sind nicht Daten des Experiments und der Messung, sondern Bedeutungseinheiten. Das ist es, was der Begriff des Erlebnisses sagen will: Gegebenes/Dilthey: Die Sinngebilde, denen wir in den Geisteswissenschaften begegnen, mögen uns noch so fremd und unverständlich gegenüberstehen - sie lassen sich auf letzte Einheiten des im Bewusstsein Gegebenen zurückführen, die selber nichts Fremdes, Gegenständliches, Deutungsbedürftiges mehr enthalten. Es sind die Erlebniseinheiten, die selber Sinneinheiten sind. Gadamer I 231 Gegebenes/Geisteswissenschaften/Dilthey/Gadamer: Der Begriff des Gegebenen ist [in den Geisteswissenschaften] von grundsätzlich anderer Struktur [als in den Naturwissenschaften]. Es zeichnet die Gegebenheiten der Geisteswissenschaften gegenüber denen der Naturwissenschaften aus, »daß man alles Feste, alles Fremde, wie es den Bildern der physischen Welt eigen ist, wegdenken muss von dem Begriff des Gegebenen auf diesem Gebiet«(1). Alles Gegebene ist hier hervorgebracht. Dilthey: Der alte Vorzug, den schon Vico den geschichtlichen Gegenständen zusprach, begründet nach Dilthey die Universalität, mit der das Verstehen sich der geschichtlichen Welt bemächtigt. Gadamer: Die Frage ist jedoch, ob auf dieser Basis der Übergang vom psychologischen zum hermeneutischen Standpunkt wirklich gelingt oder ob sich Dilthey dabei in Problemzusammenhänge verstrickt, die ihn in eine ungewollte und uneingestandene Nähe zum spekulativen Idealismus bringen. Nicht nur Fichte, sondern bis in die Worte hinein ist an der zitierten Stelle Hegel hörbar. Seine Kritik an der „Positivität“(2) der Begriff der Selbstentfremdung, die Bestimmung des Geistes als Selbsterkenntnis im Anderssein lassen sich leicht von diesem Diltheyschen Satz aus ableiten, und man fragt sich, wo eigentlich die Differenz bleibt, die die historische Weltansicht gegenüber dem Idealismus betonte und die Dilthey erkenntnistheoretisch zu legitimieren unternahm. Diese Frage verstärkt sich, wenn man die zentrale Wendung bedenkt, mit der Dilthey das Leben, diese Grundtatsache der Geschichte, charakterisiert. >Lebensphilosophie/Dilthey. 1. Dilthey, Ges. Schriften VIl, 148. 2. Hegels theologische Jugendschriften, ed. Nohl, S. 139f. |
Dilth I W. Dilthey Gesammelte Schriften, Bd.1, Einleitung in die Geisteswissenschaften Göttingen 1990 Gadamer I Hans-Georg Gadamer Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010 Gadamer II H. G. Gadamer Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977 |
| Gesetze | Nozick | II 144 Gesetz/Naturgesetze/Sprache/Interpretation/WittgensteinVsArmstrong/Nozick: Gesetze können gar nicht sprachlich formuliert werden, weil sie immer anders interpretiert werden können. >Regelfolgen, >Interpretation, >Gesetze, >Naturgesetze, >Gesetze/Armstrong, >L. Wittgenstein, >D. Armstrong. II 145 Ereignis/Gesetz/Naturgesetz/Relation/Hume/Nozick: Hume: Die Relationen zwischen Ereignissen sind nicht logisch. - Die Verbindung zwischen Ereignis und Gesetz kann nicht kausal sein. >Kausalität/Hume, >Kausalgesetze, >Kausalrelation, >Ereignisse. Anderes Problem: Logische Verbindungen müssen ihrerseits interpretiert werden. >Logik, >Notwendigkeit, >Notwendigkeit de re. II 146 Wenn die Interpretation fixiert sein sollte, dann müsste das Gesetz etwas Analoges zur reflexiven Selbstreferenz beinhalten. - Das ist selbst mysteriös. >Selbstreferenz. Also darf man Gesetze nicht als mit Aussagen verwandt behandeln. >Aussagen, >Gesetzesaussagen, >Gesetzesartigkeit. Wegen Gödel gibt es wohl auch kein "Bild aller Tatsachen", aus dem alle Tatsachenaussagen abgeleitet werden können. Determinismus/Nozick: Der Determinismus sollte sich daher nicht. auf Ableitbarkeit aus Kausalgesetzen berufen. >Ableitung, >Ableitbarkeit, >Determinismus, >K. Gödel. II 146 Gesetz/Tatsache/Allgemeinheit/Besonderes/Wahrmachen/Nozick: Wenn ein Gesetz nicht als Quasi-Aussage sondern als allgemeine Tatsache behandelt wird, wie kann sie einzelne Zustände wahr machen? - Wie kann "wahrmachen" eine reale Relation zwischen Tatsachen sein? Dann müsste es mit Kausalität verwandt sein. Damit würden sich die Probleme wiederholen. - Dass Gesetze Tatsachen einschränken sollen, benennt nur das Problem. >Wahrmachen, >Stufen/Ebenen, >Beschreibungsebenen. II 147 Wenn Gesetze bloße Beschreibungen sind, erklären sie nichts. - Wenn sie bloß Konjunktionen von Ereignissen sein sollen, dann gibt es keine Fundamentalität und keine Hierarchie. >Konjunktion. Aber: Fundamentalordnungen können wieder verschieden interpretiert oder axiomatisiert werden. >Ordnung, >Tatsachen, >Welt, >Totalität. II 148 Statt Fundamentalordnung: "organische Einheit". - Problem: das ist keine Begründung. - Analogie zum Kunstwerk. Problem: Begründung brauchte wieder eine Fundamentalordnung. Mögliche Welten mit reflexiver Selbst-Subsumtion könnten zusammenhängender sein, also solche ohne Reflexivität. >Mögliche Welten, >Reflexivität. Dann wiederholt sich die Frage, warum eine bestimmte Erklärung gilt. - Das Problem des Zusammenhangs von Tatsachen und Gesetzen können wir hier nicht lösen. >Erklärung. |
No I R. Nozick Philosophical Explanations Oxford 1981 No II R., Nozick The Nature of Rationality 1994 |
| Kripke-Semantik | Hintikka | II XIII Kripke-Semantik/HintikkaVsKripke: Die Kripke-Semantik ist kein gangbares Modell für die Theorie logischer Modalitäten (logischer Notwendigkeit und logischer Möglichkeit). Problem: Die richtige Logik kann nicht axiomatisiert werden. Lösung: Wir interpretieren die Kripke-Semantik als Nichtstandard-Semantik... II XIV ...im Sinn von Henkins Nichtstandard-Interpretation der Logik höherer Stufen, während die richtige Semantik für logische Modalitäten analog wäre zu einer Standard-Interpretation. >Logische Möglichkeit, >Logische Notwendigkeit, >Modallogik, >Modalitäten. II 1 Kripke-Semantik/Hintikka: Die Kripke-Semantik ist ein zurzeit moderner modelltheoretischer Ansatz, der irreführend Kripke-Semantik genannt wird. Bsp F: ist ein Rahmen, bestehend aus SF: eine Menge von Modellen oder möglichen Welten und R: einer zwei-stelligen Relation, einer Art Alternativen-Relation. Mögliche Welten: w1 soll hier eine Alternative sein, die legitimerweise statt w0 (der aktualen Welt) realisiert sein könnte. R: Die einzige Beschränkung, die wir ihr auferlegen ist Reflexivität. Wahrheitsbedingungen/Modallogik/Kripke-Semantik/Hintikka: Die Wahrheitsbedingungen für modale Sätze sind dann: II 2 (T.N) Gegeben ein Rahmen F, Np ist wahr in w0 ε SF gdw. p wahr in jeder Alternative wi ε SF zu w0. (T.M) Gegeben ein Rahmen F, Mp ist wahr in w0 ε SF gdw. p wahr in mindestens einer Alternative wi ε SF zu w0. Modelltheorie/Modallogik/Hintikka: Guillaume Kanger und später Kripke haben gesehen, dass wenn wir Reflexivität, Transitivität und Symmetrie hinzufügen, wir eine Modelltheorie für Axiomensysteme vom Lewis-Typ für modale Aussagenlogik erhalten. Kripke-Semantik/Modallogik/logische Möglichkeit/logische Notwendigkeit/HintikkaVsKripke/ HintikkaVsKripke-Semantik: Problem: Wenn wir die Operatoren N, P so interpretieren, dass sie logische Modalitäten ausdrücken, sind sie inadäquat: Wir brauchen für logische Möglichkeit und Notwendigkeit mehr als eine willkürliche Auswahl von möglichen Welten. Wir brauchen Wahrheit in jeder logisch möglichen Welt. Aber in der Kripke-Semantik ist es nicht erforderlich, dass alle solchen logisch möglichen Welten in der Menge der Alternativen enthalten sind. ((s) D.h. es kann logisch mögliche Welten geben, die nicht berücksichtigt sind.) (s.u. logische Möglichkeit bildet die weiteste Klasse von Möglichkeiten). Problem: Kripke-Semantik ist daher inadäquat für logische Modalitäten. II 12 Kripke/Hintikka: Kripke hat epistemische Logik und die Logik von propositionale Einstellungen gemieden und sich auf reine Modalitäten konzentriert. >Epistemische Logik. Daher ist es merkwürdig, dass er Nicht-Standard-Logik gebraucht. Aber irgendwie scheint ihm klar zu sein, dass das für logische Modalitäten nicht geht. Metaphysische Möglichkeit/Kripke/HintikkaVsKripke: Kripke hat nie erklärt, was diese mystischen Möglichkeiten eigentlich sind. II 13 Schlimmer: Kripke hat nicht gezeigt, dass sie so restriktiv sind, dass er seine extrem liberale Nicht-Standard-Semantik gebrauchen kann. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Leben | Dilthey | Gadamer I 71 Leben/Dilthey/Gadamer: Die Sinngebilde, denen wir in den Geisteswissenschaften begegnen, mögen uns noch so fremd und unverständlich gegenüberstehen - sie lassen sich auf letzte Einheiten des im Bewusstsein Gegebenen zurückführen, die selber nichts Fremdes, Gegenständliches, Deutungsbedürftiges mehr enthalten. Es sind die Erlebniseinheiten, die selber Sinneinheiten sind. Gadamer: So meldet sich in der Erkenntnistheorie der Geisteswissenschaften ein Lebensbegriff, der das mechanistische Modell einschränkt. Dieser Lebensbegriff ist teleologisch gedacht: Dilthey: Leben ist für Dilthey Produktivität schlechthin. Indem sich Leben in Sinngebilden objektiviert, ist alles Verstehen von Sinn »ein Zurückübersetzen der Objektivationen des Lebens in die geistige Lebendigkeit, aus der sie hervorgegangen sind«. So bildet der Begriff des Erlebnisses die erkenntnistheoretische Grundlage für alle Erkenntnis von Objektivem. >Erlebnis/Dilthey, >Erlebnis/Gadamer, >Erlebnis/Husserl. Gadamer I 232 Leben/Dilthey/Gadamer: [Dilthey] spricht bekanntlich von der „gedankenbildenden Arbeit des Lebens“(1). Was diese Wendung von Hegel unterscheidet, ist nicht leicht zu sagen. Das Leben mag noch so sehr ein „unergründliches Antlitz“(2) zeigen, Dilthey mag noch so sehr die allzu freundliche Ansicht vom Leben verspotten, die in ihm nur Fortschritt der Kultur sieht - sofern es auf die Gedanken, die es bildet, hin verstanden wird, wird es einem teleologischen Deutungsschema unterstellt und ist es als Geist gedacht. Geist/Hegel/Dilthey: Dazu stimmt nun, dass Dilthey sich in seinen späteren Jahren mehr und mehr an Hegel anlehnt und dort von Geist redet, wo er früher „Leben“ sagte. Er wiederholt damit nur eine begriffliche Entwicklung, die Hegel selber ebenso genommen hatte. Im Lichte dieser Tatsache erscheint es bemerkenswert, daß wir Dilthey die Kenntnis der sogenannten „theologischen“ Jugendschriften Hegels verdanken. In diesen Materialien zur Entwicklungsgeschichte des Hegelschen Denkens tritt ganz deutlich hervor, dass dem Hegelschen Begriff des Geistes ein pneumatischer Lebensbegriff zugrunde liegt(3). Dilthey selbst hat sich darüber Rechenschaft zu geben versucht, was ihn mit Hegel verbindet und was ihn von Hegel trennt(4). Aber was besagt seine Kritik an Hegels Vernunftglauben, an seiner spekulativen Konstruktion der Weltgeschichte, an seiner aprioristischen Ableitung aller Begriffe aus der dialektischen Selbstentfaltung des Absoluten, wenn doch auch er dem Begriff des „Objektiven Geistes« eine so zentrale Stellung gibt? DiltheyVsHegel: (...) Dilthey wendet sich gegen die ideelle Konstruktion dieses Hegelschen Begriffs. »Wir müssen heute von der Realität des Lebens ausgehen«. Er schreibt: »Wir suchen diese zu verstehen und in adäquaten Begriffen darzustellen. Indem so der objektive Geist losgelöst wird von der einseitigen Begründung in der allgemeinen, das Wesen des Weltgeistes aussprechenden Vernunft, losgelöst auch von der ideellen Konstruktion, wird ein neuer Begriff desselben möglich: in ihm sind Sprache, Sitte, jede Art von Lebensform, von Stil des Lebens ebenso gut umfasst wie Familie, bürgerliche Gesellschaft, Staat und Gadamer I 233 Recht. Und nun fällt auch das, was Hegel als den absoluten Geist vom objektiven unterschied: Kunst und Religion und Philosophie unter diesen Begriff.(5) >Geist/Dilthey, >Vergleiche/Dilthey. Gadamer I 239 Verstehen/Historisches Bewusstsein/Dilthey/Gadamer: Dilthey geht vom Leben aus. Das Leben ist selbst auf Besinnung angelegt. [Diltheys lebensphilosophische Tendenz] (...) beruht eben darauf, dass im Leben selbst Wissen gelegen ist. >Lebensphilosophie/Dilthey. Schon das Innesein, das das Erlebnis charakterisiert, enthält eine Art Rückwendung des Lebens auf sich selbst. »Das Wissen ist da, es ist ohne Besinnung mit dem Erleben verbunden« (VII, 18). Die gleiche immanente Reflexivität des Lebens bestimmt aber auch die Art, wie nach Dilthey Bedeutung im Lebenszusammenhang aufgeht. Denn Bedeutung wird nur erfahren, indem wir aus der »Jagd nach den Zielen« heraustreten. >Bedeutung/Dilthey. Es ist eine Abstandnahme, eine Ferne von dem Zusammenhang unseres eigenen Handelns, die solche Besinnung ermöglicht. Gadamer I 240 In beiden Richtungen, der Kontemplation wie der praktischen Besinnung, zeigt sich nach Dilthey die gleiche Tendenz des Lebens, ein Streben nach Festigkeit(6). Von da aus versteht man, dass er die Objektivität der wissenschaftlichen Erkenntnis und der philosophischen Selbstbesinnung als die Vollendung der natürlichen Tendenz des Lebens ansehen konnte. 1. Dilthey, Ges. Schriften Vll, 136. 2. Ges. Schriften Vlll, 224. 3.Diltheys grundlegende Abhandlung: Die Jugendgeschichte Hegels, zuerst 1906 erschienen und im 4. Band der gesammelten Schriften (1921) durch Nachlassmanuskripte vermehrt, eröffnete eine neue Epoche der Hegelstudien, weniger durch ihre Resultate als durch ihre Aufgabenstellung. Ihr trat bald (1911) die Herausgabe der „Theologischen Jugendschriften“ durch Hermann Nohl zur Seite, die durch den eindringlichen Kommentar Theodor Haerings (Hegel 1928) aufgeschlossen wurden. Vgl. vom Verf.: „Hegel und der geschichtliche Geist“ und Hegels Dialektik Ges. Werke Bd. 31 und Herbert Marcuse, Hegels Ontologie und die Grundlegung einer Theorie der Geschichtlichkeit, 1932, der die modellbildende Funktion des Lebensbegriffs für die „Phänomenologie des Geistes« nachgewiesen hat. 4. Ausführlich in den Nachlassaufzeichungen zur „Jugendgeschichte Hegels« (IV, 217-258), tiefer im 3. Kapitel des „Aufbau“ (146ff.). 5. Dilthey, Ges. Schr. Vll, 150. 6. Ges. Schriften Vll, 347. |
Dilth I W. Dilthey Gesammelte Schriften, Bd.1, Einleitung in die Geisteswissenschaften Göttingen 1990 Gadamer I Hans-Georg Gadamer Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010 Gadamer II H. G. Gadamer Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977 |
| Letztbegründung | Nozick | II 131 ff Erklärung/Letztbegründung/Leibniz/Existenz/Nozick: 1. Inegalitäre Theorie: Auszeichnung des Etwas vor dem Nichts. 2. Egalitäre Theorie: (Wahrscheinlichkeitstheorie): Nichts ist gleichberechtigt: wenn verschiedene Möglichkeiten angenommen werden, dann ist nichts sehr unwahrscheinlich, weil nur eine von vielen Möglichkeiten bestehen kann. Reichhaltigkeit: Alle Möglichkeiten sind verwirklicht. Vgl. >Mögliche Welten/Leibniz, >Mögliche Welten. Voraussetzung: Mögliche Welten sind getrennt, sonst gibt es Widersprüche. - Das Reich der Möglichkeiten umfasst mögliche Welten. >Möglichkeit, vgl. >Wirkliche Welt. Zusätzlich: Prinzip der Invarianz: sonst gibt es mögliche Welten, die Möglichkeiten ausschließen: Beschränkte Reichhaltigkeit/Selbst-Subsumierung: Geltung wegen Anwendung, Referenz und Lieferung durch sich selbst. Dann ist Existenz keine nackte Tatsache und nicht willkürlich (wegen Invarianz). >Invarianz, >Nackte Tatsache, >Bloße Tatsache, >Existenz/Nozick. II 137 Erklärung/Letztbegründung/Nozick: Problem: Die verschiedenen beschränkten Reichhaltigkeiten gelten alle jeweils wegen ihrer Beschränkung und wegen ihrer Geltung und wegen ihres speziellen Invarianzprinzips. - Das ist gerade das Merkmal der Reflexivität. >Reflexivität, >Stufen/Ebenen, >Beschreibungsebenen. II 138 Erklärung/Letztbegründung/Nozick: Es ist keine Schande, dass Zirkularität am Ende auftritt, wenn sie nur in der Mitte vermieden wird. - Sie sollte nicht ein Zusatz sein ("und das sind alle"). >Zirkularität, >Listen. Satz vom zureichenden Grund: Jede Wahrheit hat eine Erklärung. >Satz vom zureichenden Grund. II 278 Selbstsubsumtion/Selbstbegründung/Letztbegründung/Nozick: Selbstsubsumtion ist ein Zeichen für Fundamentalität, nicht für Wahrheit. - Etwas kann in einer Dimension fundamental sein, ohne fundamental in einer anderen zu sein. >Ganzes, >Totalität. Ein fundamentales Prinzip braucht nicht "nichtzirkulär" zu sein. - In verschiedenen Reichen gelten verschiedene Relationen, Ordnungen und Verbindungen. - Bsp Rechtfertigung, Erklärung, Belege. >Rechtfertigung, >Erklärung, >Belege. |
No I R. Nozick Philosophical Explanations Oxford 1981 No II R., Nozick The Nature of Rationality 1994 |
| Mathematik | Bigelow | I VII Mathematik/BigelowVsField: Mathematik kann realistisch verstanden werden, wenn sie als Studium der Universalien, Eigenschaften und Relationen, von Mustern und Strukturen angesehen wird, von Dingen, die zur selben Zeit and verschiedenen Orten sein können. >Universalien, >Eigenschaften, >Relationen, >Strukturen. I 346 Mathematik/Realismus/Bigelow/Pargetter: Pro Realismus der Mathematik. ((s) Die These, dass Zahlen als Gegenstände existieren. Und damit auch Mengen, und alle möglichen mathematischen Objekte bzw. Entitäten. (FieldVs.)) Vgl. >Hartry Field. Bigelow: Wir stimmen den Antirealisten zu, dass es menschliche Schöpfungen gibt: Bsp Wörter, Ideen, Diagramme, Bilder, Begriffe, Theorien, Texte, akademische Abteilungen usw. >Antirealismus. Realismus/Bigelow/Pargetter: Der Realismus der Mathematik: verträgt sich gut mit modalem Realismus. >Modaler Realismus, >Modalitäten. Wissenschaft/Bigelow/Pargetter: Niemand vertritt die Auffassung, dass alles und jedes in den Wissenschaften real sei. Es muss (nützliche) Fiktionen geben. Daher kann man im Prinzip Realist sein in Bezug auf Alltagsdinge und gleichzeitig mathematischer Antirealist. Bsp Field: Field/Bigelow/Pargetter: Field ist zugleich Realist in Bezug auf Raumzeit, Partikel und Felder. >Relationismus, >Substantivalismus. I 347 Realismus/Antirealismus/Mathematik/Bigelow/Pargetter: Dennoch ist etwas falsch an dieser Verheiratung: Mathematik ist nicht ein kleines sondern ein sehr großes Element der Wissenschaft. Sie ist auch nicht leicht zu isolieren. Bsp Galileo/Bigelow/Pargetter: Galileo wusste noch nichts von instantaner Geschwindigkeit. Für ihn war Geschwindigkeit einfach Strecke geteilt durch Zeit. Ein fallender Körper hatte dann eine Durchschnittsgeschwindigkeit, wobei dies Galileo auch nicht klar war. Daher machte er (Galileo) folgenden Fehler: wenn zwei Körper zusammen fallengelassen werden, und der eine weiter fliegt, haben beide bis zum Stop des ersten exakt die gleiche Geschwindigkeit. Galileo musste aber annehmen, dass dieser Körper langsamer sei, weil der andere Körper für die vielleicht doppelte Strecke, weniger als das Doppelte brauchte. I 348 Fallgeschwindigkeit/Bigelow/Pargetter: Daher kann die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht proportional der Strecke sein. Realismus/Bigelow/Pargetter: Wenn irgendetwas ein Beweis für den Realismus ist, dann dies: ein Objekt, das doppelt so weit fällt, hat trotzdem nicht die doppelte Durchschnittsgeschwindigkeit. Wenn man das feststellt, ist man damit Realist in Bezug auf die Tatsache, wie lang ein Objekt braucht, um über eine gegebene Strecke zu gelangen. Damit sind wir Realisten in Bezug auf Geschwindigkeit, Zeit und Abstand. ((s) Das Problem entstand dadurch, dass Galilei gezwungen war, an den Definitionen festzuhalten die er selbst aufgestellt hatte, sonst hätte er seine Theorie wechseln müssen.). Durchschnitt/VsRealismus/Bigelow/Pargetter: Man könnte einwenden, dass Durchschnitt nur eine Abstraktion ist. VsVs: Wir brauchen den Durchschnitt hier aber gar nicht: es ist einfach wahr, dass der Körper im zweiten Abschnitt schneller fällt, und das bedeutet einfach, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht dieselbe sein kann. Geschwindigkeit/Galilei/Bigelow/Pargetter: Galilei akzeptierte, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit physikalisch real sei. Und durch Kräfte verursacht und zu diesen proportional, daher war Geschwindigkeit für ihn auch kausal effektiv. Geschwindigkeit/heute/Bigelow/Pargetter: Wir denken heute, dass es die instantane Geschwindigkeit ist, die kausal effektiv ist, niemals die Durchschnittsgeschwindigkeit. I 349 Realismus/Mathematik/Bigelow/Pargetter: Die Gleichungen mit denen wir die Relationen zwischen verschiedenen fallenden Körpern beschreiben, sind menschliche Erfindungen, aber nicht die Relationen selbst. Fallgeschwindigkeit/Fallgesetz/Galilei/Bigelow/Pargetter: die Distanz ist proportional zum Quadrat der zurückgelegten Zeit. Wie gründet sich dieses abstrakte Gesetz in konkreten physikalischen Gegebenheiten? Galilei: in der ersten Einheit der Zeit fällt der Körper eine gewisse Strecke, in der zweiten Einheit nicht das doppelte, sondern das dreifache dieser Strecke, in der dritten fünf Einheiten usw. Vorläufer/Bigelow/Pargetter: dies war im MA schon vorweggenommen worden. I 350 Mittelalter/These: in jedem Abschnitt wurde ein Inkrement hinzugefügt. 1,3,5,7… Nun ist die Summe der ersten n ungeraden Zahlen n². Dann scheint es auf nichts als Regeln für den Symbolgebrauch zu beruhen, dass (1 + 3 + … + (2n – 1) = n². Aber das ist ein Irrtum: Zahlen/Bigelow/Pargetter: Zahlen mögen abstrakt sein, aber sie sind in einem wichtigen Sinn in den physikalischen Gegenständen präsent: in einer Kollektion von Gegenständen, die diese Zahl haben, sind sie das Gemeinsame. Bsp eine Kollektion von Objekten, die die Zahl n² hat. >Zahlen. I 350 Man kann einfach sehen, dass das Muster so weitergehen muss. I 351 Und so ist es auch in Galileis Fall. Realismus/Mathematik/Bigelow/Pargetter: Die Unterschiede zu physikalischen Körpern sollten uns nicht blind machen für die Ähnlichkeiten. Wenn Gegenstände dieselben Zahlen instanziieren, werden dieselben Proportionen zwischen ihnen bestehen. >Instanziierung. ((s)Instantiation/Bigelow/Pargetter/(s): Bsp eine Kollektion von 3 Gegenständen instanziiert die Zahl drei.) I 352 Gleichung/Bigelow/Pargetter: (Bsp Galileis Fallgesetz, das falsch war) ist eine Beschreibung realer Relationen zwischen realen Gegenständen. Platonismus/Bigelow/Pargetter: diese Auffassung von Galilei kann man grob als platonistisch bezeichnen. Bigelow/Pargetter: pro Platonismus, aber ohne die gewöhnlichen Platonischen Doktrinen: wir nehmen keine Formen oder Ideale an, die aus einer früheren Existenz übernommen wurden, und die wir in unserer Welt nicht sehen können usw. >Platonismus. Realismus/Universalienrealismus/Universalien/Bigelow/Pargetter: Unser Realismus ist näher an Aristoteles: die Universalien sind hier in unserer Welt, nicht in einer jenseitigen. >Realismus, >Aristoteles. BigelowVsAristoteles: Wir missbilligen seine Bevorzugung von quantitativen gegenüber quantitativen Charakteristika von Gegenständen. I 378 Mathematik/Bigelow/Pargetter: (…) Muster entfalten Muster. Die Strukturen der Mathematik zeigen sich nicht nur in der Hardware der Physik, sondern auch in der „mathware“, durch Eigenschaften und Relationen in verschiedenen Gebieten der Mathematik. Bsp nicht nur Gegenstände, auch Zahlen können gezählt werden. Bsp Proportionen stehen in Proportionen zueinander. Das ist die Reflexivität innerhalb der Mathematik. Vgl. >Hartry Field. |
Big I J. Bigelow, R. Pargetter Science and Necessity Cambridge 1990 |
| Objektivität | Kant | Strawson V 90 Objektivität/Strawson: erfordert nicht Zuschreibung zu einem bestimmten Subjekt, sondern Selbstreflexivität. >Subjektivität/Kant, >Selbstbewusstsein/Kant, >Reflexion. |
I. Kant I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994 Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls) Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03 Strawson I Peter F. Strawson Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972 Strawson II Peter F. Strawson "Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit", In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 Strawson III Peter F. Strawson "On Understanding the Structure of One’s Language" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 Strawson IV Peter F. Strawson Analyse und Metaphysik München 1994 Strawson V P.F. Strawson Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981 Strawson VI Peter F Strawson Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20 In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Strawson VII Peter F Strawson "On Referring", in: Mind 59 (1950) In Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993 |
| Ordnung | Quine | IX 101 Ordnung/Quine: kleiner-Relation/natürliche Zahlen: { Kleiner/Klassen/Ordnung: entsprechend ist die Kleiner-Relation über Klassen keine Ordnung: { Transitivität: ist immer eingeschränkt: sie funktioniert nicht rückwärts. Quine: nur willkürlich auf späteres bezogen, genauso gut kann ein Element auf sich selbst und auf ein späteres bezogen sein. - Eine Ordnung hat höchstens einen Anfang. Länge: zweier Ordnungen vergleicht man durch Paarung der Elemente, auch bei unendlichen O - Längengleichheit zweier O hat mit Isomorphismus (trotz unendlicher Länge) zwischen ihnen zu tun. Isomorphismus: nicht möglich: zwischen der arithmetischen Ordnung der natürlichen und der arithmetischen Ordnung der rationalen Zahlen - natürliche Zahlen { IX 102 Def Wohlordnung/WO/wohlgeordnet/Quine: wenn eine fundierte Relation eine Ordnung ist, so nennt man sie eine Wohlordnung - die Konversen von Wohlordnungen brauchen keine Wohlordnung zu sein, die Konversen von Ordnungen sind aber Ordnungen. IX 105 Def Halbordnung: Bsp { |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Ordnung | Schurz | I 76 Def Quasi Ordnung/Schurz: muss drei Axiome erfüllen: (i) Reflexivität (ii) Transitivität (iii) Konnexität: d.h. alles ist mit allem vergleichbar. (x)(y)(x ≤My v y ≤M x). Daraus folgt die Antisymmetrie von ≤M. Und es folgt, dass ≡M eine Äquivalenzrelation ist. Def Ordnung/Schurz: Diese Ordnung ist eine Quasi-Ordnung, bei der keine zwei Objekte denselben Rangplatz besitzen. Ordinalskala: Ob die Bedingungen der Transitivität und Konnexität gegeben sind, ist eine empirische Frage. >Messungen, >Skalen. |
Schu I G. Schurz Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006 |
| Ordnung | Simons | I 25 Halbordnung: Eine Halbordnung ist reflexiv und transitiv. Das Zeichen "kleiner gleich" sichert die Reflexivität, weil nichts kleiner als es selbst sein kann (dies gilt auch für die totale Ordnung). Eine volle klassische Mereologie entspricht einer vollständigen Booleschen Algebra ohne die Null. >Mereologie, >Teile, >Teil-von-Relation, >Partielle Ordnung. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Reflexion | Gadamer | I 347 Reflexion/Wirkungsgeschichte/Hermeneutik/Gadamer: Unsere ganze Darlegung über Horizontbildung und Horizontverschmelzung sollte (...) die Vollzugsweise des wirkungsgeschichtlichen Bewusstseins beschreiben. >Wirkungsgeschichte/Gadamer, >Hermeneutik/Gadamer, >Verstehen/Gadamer. Aber was ist das für ein Bewusstsein? Hier liegt das entscheidende Problem. Man mag noch so sehr betonen, dass das wirkungsgeschichtliche Bewusstsein gleichsam in die Wirkung selbst eingelegt ist. Als Bewusstsein scheint es wesensmäßig in der Möglichkeit, sich über das zu erheben, wovon es Bewusstsein ist. Die Struktur der Reflexivität ist grundsätzlich mit allem Bewusstsein gegeben. Sie muss also auch für das Bewusstsein der Wirkungsgeschichte gelten. Werden wir damit nicht gezwungen, Hegel recht zu geben, und muss uns nicht doch die absolute Vermittlung von Geschichte und Wahrheit, wie sie Hegel denkt, als das Fundament der Hermeneutik erscheinen? In letzter Konsequenz ist es doch die Position Hegels, in [der Historismus des 19. Jahrhunderts] seine Legitimation findet, auch wenn die Historiker, die das Pathos der Erfahrung beseelte, sich statt dessen lieber auf Schleiermacher und auf Wilhelm von Humboldt beriefen. GadamerVsSchleiermacher/GadamerVsHumboldt: Weder Schleiermacher noch Humboldt haben aber ihre Position wirklich zu Ende gedacht. Sie mögen die Individualität, die Schranke der Fremdheit, die unser Verstehen zu überwinden hat, noch so sehr betonen, am Ende findet doch lediglich in einem unendlichen Bewusstsein das Verstehen seine Vollendung und der Gedanke der Individualität seine Begründung. Hegel/Gadamer: Es ist die pantheistische Eingeschlossenheit aller Individualität ins Absolute, die das Wunder des Verstehens ermöglicht. So durchdringen sich auch hier Sein und Wissen im I 348 Absoluten. >Absolutheit. Weder Schleiermachers noch Humboldts Kantianismus ist somit gegenüber der spekulativen Vollendung des Idealismus in Hegels absoluter Dialektik eine selbständige systematische Affirmation. Die Kritik an der Reflexionsphilosophie(1), die Hegel trifft, trifft sie mit. >F. Schleiermacher, >W. v. Humboldt. VsHegel/Gadamer: Es geht für uns darum, wirkungsgeschichtliches Bewusstsein so zu denken, dass sich im Bewusstsein der Wirkung die Unmittelbarkeit und Überlegenheit des Werkes nicht wieder zu einer bloßen Reflexionswirklichkeit auflöst, mithin eine Wirklichkeit zu denken, an der sich die Allmacht der Reflexion begrenzt. Genau das war der Punkt, gegen den sich die Kritik an Hegel richtete und an dem sich in Wahrheit das Prinzip der Reflexionsphilosophie gegenüber allen seinen Kritikern als überlegen erwies. >Reflexion/Hegel. I 350 VsReflexionsphilosophie/Gadamer: [Es] stellt sich die Frage, wie weit die dialektische Überlegenheit der Reflexionsphilosophie einer sachlichen Wahrheit entspricht und wie weit sie lediglich einen formalen Schein erzeugt. Dass die Kritik am spekulativen Denken, die vom Standpunkt des endlichen menschlichen Bewusstseins geübt wird, etwas Wahres enthält, kann durch die Argumentation der Reflexionsphilosophie am Ende doch nicht verdunkelt werden. >Junghegelianer/Gadamer. Beispiele für Reflexion/Gadamer: Dass die These der Skepsis oder des Relativismus selber wahr sein will und sich insofern selber aufhebt, ist ein unwiderlegliches Argument. Aber wird damit irgend etwas geleistet? Das Reflexionsargument, das sich derart als siegreich erweist, schlägt vielmehr auf den Argumentierenden zurück, indem es den Wahrheitswert der Reflexion suspekt macht. Nicht die Realität der Skepsis oder des alle Wahrheit auflösenden Relativismus wird dadurch getroffen, sondern der Wahrheitsanspruch des formalen Argumentierens überhaupt. 1. Der Ausdruck Reflexionsphilosophie( ist von Hegel gegen Jacobi, Kant und Fichte geprägt worden. Schon im Titel von „Glauben und Wissen“ aber als eine „Reflexionsphilosophie der Subjektivität“. Hegel selbst setzt ihr die Reflexion der Vernunft entgegen. |
Gadamer I Hans-Georg Gadamer Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010 Gadamer II H. G. Gadamer Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977 |
| Relationen | Relationen, Philosophie: Das, was an Gegenständen oder Zuständen entdeckt werden kann oder hergestellt wird, wenn man sie mit anderen Gegenständen oder anderen Zuständen im Hinblick auf eine ausgewählte Eigenschaft vergleicht. Z.B. sind festgestellte Größenunterschiede zwischen Gegenständen A und B, die mit dem Ausdruck „größer“ oder „kleiner“ als Verbindungsglied in eine sprachliche Ordnung gebracht werden, Feststellungen von Relationen, die zwischen den Gegenständen bestehen. Identität oder Gleichheit wird von den meisten Autoren nicht als Relation akzeptiert. Siehe auch Raum, Zeit, Ordnung, Kategorien, Reflexivität, Symmetrie, Transitivität. |
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| Selbstbewusstsein | Castaneda | Frank I 211ff Selbstbewusstsein/Fichte: Alles Bewusstsein schließt Selbstbewusstsein ein. >J.G. Fichte, >Selbstbewusstsein/Fichte. CastanedaVs: Das ist eine Vermischung von externer Reflexivität (gegen andere) und interner Reflexivität(der flüchtigen Iche untereinander). >Ich/Castaneda. CastanedaVsKant: Es geht nicht um nicht Apperzeption, sondern umgekehrt! >Apperzeption. Kein Ich ist nacktes isoliertes Individuum, sondern Sammelpunkt von Verbindungen. Scheinproblem: Wie man zugleich Subjekt und Objekt der Selbstreflexion sein könnte: Das geht von einem falschen monolithischen Selbst aus. >Subjekt-Objekt-Problem, >Subjekt, >Objekt. I 231f Selbstbewusstsein/Castaneda: Selbstbewusstsein beruht auf einer Basis von Überzeugungen, die aus einer Hierarchie von Kräften, Dispositionen und Neigungen besteht. Unterste Stufen: metaphysisch, Selbstverständlichkeiten. - Damit werden unendlich viele Aspekte postuliert. >Aspekte, >Hintergrund. Hector-Neri Castaneda (1989): Self-Consciousness, I-Structures and Physiology, in: Manfred Spitzer/Brendan A. Maher (eds.) (1989): Philosophy and Psychopathology, Berlin/Heidelberg/New York 1989, 118-145 |
Cast I H.-N. Castaneda Phenomeno-Logic of the I: Essays on Self-Consciousness Bloomington 1999 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Selbstbewusstsein | Nozick | II 81f Selbst-Wissen/Nozick: Selbstwissen ergibt sich nicht durch Termini: das verschiebt Problem "wer ist ich". Nicht durch Bekanntschaft (wie mit einem Objekt) >Bekanntschaft. Nicht durch Dispositionen: das wäre zirkulär: wie sind die Dispositionen erworben? >Disposition. Lösung: Reflexives Selbst-Wissen als unerklärter Grundbegriff. >Reflexivität, >Selbstidentifikation, >Selbst, >Bewusstsein. |
No I R. Nozick Philosophical Explanations Oxford 1981 No II R., Nozick The Nature of Rationality 1994 |
| Selbstbezüglichkeit | Nozick | II 75 Selbst-Referenz/Nozick: (in allen möglichen Welten (MöWe)) hat zwei Komponenten: a) starr: in allen Welten auf dasselbe Ding b) in jeder möglichen Welt auf sich selbst (in dieser einen möglichen Welt). >Mögliche Welten, >Starrheit, >Identität zwischen Welten, >Zentrierte Welten, >Reflexivität, >Referenz, >Namen. Dafür muss der Ausdruck durch seinen Sinn festgelegt sein. - Das macht wiederum Umstände überflüssig. >Umstände, >Sinn, >Bedeutung. Starrheit ist nicht hinreichend: Bsp Gödelzahl. - (Die Gödelzahl ist wohl aber notwendig selbstreferentiell). >Gödelnummern. II 81 Ich/Selbstreferenz/Wahrheit/semantische Tatsachen/Nozick: Problem: Wahrheit (bzw. eine semantische Tatsache) hilft nicht, um zu wissen, dass man selbst derjenige ist, auf den ein Satz mit "Ich" sich bezieht. >Wahrheit, >Semantische Tatsachen. Bsp "Genau dieser Hervorbringer des Tokens "Ich bin in Cambridge"". - Hier muss man immer noch wissen, dass man es ist. - Sonst ist es nicht besser als "genau dieses X". Vgl. >Quasi-Indikator, >Er/er selbst, >Ich/Castaneda. II 93 Selbstreferenz/Nozick: Selbstreferenz sollte nicht durch ein dauerndes Merkmal definiert werden, sondern durch etwas, das im Akt des Referierens entsteht. Pointe: Bsp "genau dies" ist dann immer noch von außen beschrieben. - D.h. es ist immer noch nicht reflexiv. Nozick: pro: dann gibt es keine Frage "Wie ist’s möglich?". |
No I R. Nozick Philosophical Explanations Oxford 1981 No II R., Nozick The Nature of Rationality 1994 |
| Skalen | Schurz | I 76 Def Quasi Ordnung/Schurz: muss drei Axiome erfüllen: (i) Reflexivität (ii) Transitivität (iii) Konnexität: d.h. alles ist mit allem vergleichbar. (x)(y)(x ≤My v y ≤M x). Daraus folgt die Antisymmetrie von ≤M. Und es folgt, dass ≡M eine Äquivalenzrelation ist. Def Ordnung/Schurz: Diese Ordnung ist eine Quasi-Ordnung, bei der keine zwei Objekte denselben Rangplatz besitzen. Ordinalskala: Ob die Bedingungen der Transitivität und Konnexität gegeben sind, ist eine empirische Frage. I 77 Intervallskala/Messen/Schurz: Bsp Temperaturskala: (Ausdehnung der Quecksilbersäule). Pointe: hier gibt es keinen Nullpunkt, der durch bloße Beobachtung auszumachen wäre. Bsp Celsius: willkürliche Wahl des Nullpunkts (Gefrieren von Wasser) und der Gradeinteilung: (bis zum Kochen hundertmal geteilt). Fahrenheit/Nullpunkt: liegt bei –32° ein 1°F ist 5/9°C. Sinnlos: zu sagen, Bsp eine Flüssigkeit sei mit 20° doppelt so warm wie eine mit 10° C. Das ganze Verhältnis hängt von der willkürlichen Wahl des Nullpunkts ab. Fahrenheit: Hier hätte man statt dessen das Verhältnis 68° zu 50°. Lösung: Bsp Hätte man drei Flüssigkeiten, mit 10°, 20° und 30°, dann hat die Feststellung, dass die Temperaturdifferenz zwischen b und a genauso groß ist wie die zwischen b und c und halb so groß ist wie die zwischen a und c einen Sinn, denn sie gilt unabhängig vom Nullpunkt! Intervallskala/Intervall/Differenz/Objektivität/Nullpunkt/Schurz: kürzt sich bei der Differenzbildung zweier Temperaturwerte heraus. Nur diese Intervallaussagen sind objektiv. Verhältnis/Schurz: Verhältnisaussagen sind nicht objektiv, weil der Nullpunkt willkürlich ist. Auch Bsp Orts- und Zeitmessungen sind intervallskaliert, denn der Nullpunkt eines räumlichen Koordinatensystems oder Zeitskala ist willkürlich. Sinnlos: zu sagen, „das Jahr 2000 ist doppelt so spät wie das Jahr 1000“. Dagegen: Verhältnisskala/absoluter Nullpunkt/Schurz: Hier ist der absolute Nullpunkt objektiv vorgegeben: Bsp Masse, Volumen, Länge (im Gegensatz zum Ort) Zeitdauer, (im Gegensatz zum Zeitpunkt) sind verhältnisskalierte Größen. Sinnvoll: Bsp Ein Gegenstand von 100 kg ist doppelt so schwer wie einer von 50 kg. Diese Verhältnisaussagen haben einen objektiven Sinn. Extensive Größe/Schurz: sind solche Größen auf der Verhältnisskala, weil sie durch Zusammenfügung (Konkatenation) von Gegenständen zu größeren Ganzheiten wachsen. I 78 Verhältnisskala/Schurz: Die empirische Metrisierung extensiver Größen führt zu Verhältnisskalen. Hier ist aber immer noch der numerische Absolutwert der Größe willkürlich, der von der willkürlichen Wahl der Einheit abhängt. Sinnlos: Bsp zu sagen, der Größenwert von Peters Gewicht sei 100. Das gilt nur, wenn die Masseneinheit als ein Kilogramm gewählt wird. Wählt man 1 Gramm, so wäre der Absolutwert 100 000. Messen/Maß/Maßeinheit//Carnap: subtiles Problem: man muss außerdem noch begründen, dass die gewählte Einheit zeitlich konstant ist. (Carnap 1976(1), 88-100). Absolutskala: simple Zählskala, bei der die Einheit „ein Stück“ ist. Skala/Mathematik/Skalentransformation/Schurz: In der Mathematik wird der Unterschied zwischen den verschiedenen Skalentypen durch die zulässigen Skalentransformationen präzisiert. Diese bestimmen das Maß der Willkürlichkeit,. Def Skalenniveau/Reihenfolge: Absolut-, Verhältnis-, Intervall-, Ordinal-, Nominal-Skala. Hier wird das Niveau immer niedriger, weil die Skalen immer umfassender werden. Def Metrisierbarkeit/Schurz: Bsp Ein extensives komparatives Größenmerkmal ≤M Bsp „länger als“ über einen Gegenstandsbereich D in Form einer Verhältnisskala ist metrisierbar, gdw. wenn ≤M eine monotone Quasi-Ordnung über D ist und die Def Archimedische Bedingung erfüllt ist, d.h. jeder noch so große Gegenstand b muss sich durch hinreichend viele Kopien eines noch so kleinen Gegenstands a aufwiegen lassen. Def abgeleitete Metrisierung: auf die Metrisierung anderer Begriffe zurückgeführt: Bsp Dichte auf den Quotienten von Masse durch Volumen. theoriegeleitete Metrisierung: theorieabhängig. I 79 Bsp Temperaturskala nach Kelvin, Änderung des Skalenniveaus aus theoretischen Erwägungen. >Messen, >Ordnung, >Methode, >Monotonie. 1. Carnap, R. (1976). Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaft, 3. Aufl. München: Nymphenburger. (Engl. Orig. 1966). |
Schu I G. Schurz Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006 |
| Systeme | Quine | VII (e) 91 Abkürzungen/Quine: definierende Abkürzungen stehen immer außerhalb eines formalen Systems - deswegen müssen wir einen Ausdruck in einfache Notation bringen, bevor wir ihn auf Hierarchie prüfen. ad IX 190 System/Quine: ein neues System wird nicht durch neue Definitionen eingeführt, sondern durch neue Unterscheidungen. ((s) Bsp (s): wenn ich immer "n + 1" anmerken muss, um den Unterschied zwischen reellen und rationalen Zahlen zu markieren, habe ich eben nicht die reellen Zahlen eliminiert, sondern den alten Unterschied beibehalten. Ich habe nur die Notation verändert, nicht die Ontologie.) IX 232 Theorie/Vergrößerung/Erweiterung/System/Quine: eine Vergrößerung ist keine Erweiterung! Erweiterung: Hinzunahme von Axiomen, kann Widersprüche erzeugen . Vergrößerung/Quine: soll bedeuten, ein hinzugefügtes Schema auf schon vorhandene Axiome eines Systems zu relativieren, z.B. auf "Uϑ", ((s) wenn etwas in "Uϑ" existiert, muss es eine Menge sein.) Eine solche Vergrößerung erzeugt niemals einen Widerspruch. IX 237 Theorie/stärker/schwächer/Quine: wenn ein deduktives System in dem Sinne eine Erweiterung eines anderen ist, dass seine Theoreme sämtliche des anderen und noch weitere umfassen, so ist in einer bestimmten Weise das eine stärker als das andere. Aber diese Vergleichsgrundlage ist schwach: 1. Versagt sie, wenn jedes der beiden Systeme Theoreme hat, die nicht in dem anderen zu finden sind. (Vergleichbarkeit). 2. Sie hängt an Zufälligkeiten der Interpretation und nicht einfach an Struktureigenschaften. Bsp Angenommen, wir hätten genau "=" und "R" als primitive zweistellige Prädikate mit gewöhnlichem Identitätsaxiom und Transitivität. Nun erweitern wir das System, durch Hinzufügen der Reflexivität "∀x(xRx)". Das erweiterte System ist nur dann stärker, wenn wir sein "R" mit dem ursprünglichen "R" gleichsetzen. Wenn wir aber sein "xRy" mit Hilfe des ursprünglichen "R" als "x = y v x R y" neu interpretieren, dann sind alle seine Theoreme in dem nicht erweiterten System beweisbar. (>Löwenheim, >Beweisbarkeit). Bsp (weniger trivial): Russells Methode ((1) bis (4), Kap 35), Extensionalität für Klassen zu gewährleisten, ohne sie für Attribute annehmen zu müssen. Gegeben sei eine Mengenlehre ohne Extensionalität. Wir könnten sie durch Hinzufügen dieses Axioms erweitern, und doch könnten wir zeigen, dass alle Theorem des erweiterten Systems mit Russells Methode als Theoreme neu zu interpretieren wären, die bereits in dem nicht erweiterten System beweisbar sind. Stärker/schwächer/Quine: besserer Standard für den Vergleich von Stärke: "Vergleich durch Neuinterpretation": wenn wir die primitiven logischen Zeichen (also bei der Mengenlehre nur "ε") so neu interpretieren können, dass wir damit alle Theoreme dieses Systems zu Übersetzungen der Theoreme des anderen Systems werden lassen, dann ist das letztgenannte System mindestens so stark wie das erste. IX 238 Wenn das nicht in der anderen Richtung geht, ist das eine System stärker als das andere. Def "ordinale Stärke"/Quine: ein anderer bedeutungsvoller Sinn von Stärke eines Systems: folgendes überraschend zahlenmäßiges Maß: die kleinste transfinite OZ, deren Existenz man im System nicht mehr beweisen kann. Jede normale Mengenlehre kann natürlich die Existenz unendlich vieler transfiniter Zahlen beweisen, aber das bedeutet nicht, dass man sie alle erhält. transfinit/Quine: was daran so charakteristisch ist, ist, dass wir dann weiter die Iteration iterieren und das Iterieren von Iterationen iterieren, bis unser Apparat irgendwie blockiert. Die kleinste transfinite Zahl nach dem Blockieren des Apparats gibt dann an, wie stark der Apparat war. Ein Axiom, das zu einem System mit dem sichtbaren Ziel vergrößerter Ordinalstärke hinzugefügt werden kann, ist das Axiom, dass es jenseits von w (Omega) eine unerreichbare Zahl gibt. (Ende Kap 30). Eine endlose Serie weiterer Axiome dieser Art ist möglich. Stärke von Systemen/OZ/Quine: andere Möglichkeit OZ für die Stärke einzusetzen: wir können die Theorie der kumulativen Typen auf transfinite Typen erweitern, indem wir zum x-ten Typ für jede OZ x, alle Klasse akkreditieren, deren Elemente alle einen Typ unter x haben. So ist das Universum der Theorie der kumulativen Typen in Kap 38, der transfinite Typen fehlen, selbst der w te Typ. Def "natürliches Modell/"Montague/Vaught/Quine: so nennen die beiden diesen Typ, wenn die Axiome einer Mengenlehre erfüllt werden, falls man ihr Universum als solch einen Typ nimmt. So hat Zermelos Mengenlehre ohne UA den w ten Typ als natürliches Modell. (Das haben wir in Kap 38 gesehen). Also ist die ordinale Stärke dieses Systems höchstens w, offensichtlich auch nicht kleiner. Mit UA: w + w. Stärke des Systems von von Neumann-Bernays: eins mehr als die erste unerreichbare Zahl nach w. XII 33 Gegenstand/Existenz/System/Quine: systematische Überlegungen können uns dazu bringen, bestimmte Gegenstände zu verwerfen XII 34 oder bestimmte Terme als nicht referierend zu erklären. Vorkommnis: auch einzelnen Vorkommnisse von Termen. Das ist Freges Standpunkt: ein Vorkommnis kann bei einer Gelegenheit etwas bezeichnen, bei einer anderen nicht. (>bezeichnende Position). Bsp „Thomas glaubt, dass Tullius die Ars Magna geschrieben hat“. In Wirklichkeit verwechselt er Tullius mit Lullus. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Teile | Teile, Philosophie: Im Gegensatz zu Elementen einer Menge können Teile eines Ganzen in hierarchischen Relationen stehen. Es kann Abhängigkeiten, insbesondere ontologische Abhängigkeiten zwischen Teilen und Ganzem sowie zwischen Teilen eines Ganzen untereinander bestehen, weil Teile unter Umständen nicht existieren können, wenn ein fraglicher Teil nicht existiert. Siehe auch Extrinsisches, Transitivität, Reflexivität, Symmetrie, Mereologie, Mengenlehre, Elemente, Ordnung, Überlappung. |
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| Wissen | Hintikka | II 17 Def Wissen/Hintikka: Wissen ist das, was dem Wissenden ermöglicht, sich auf die Teilmenge W1 der Menge aller Welten W zu konzentrieren. >Mögliche Welten. W1: ist dann relativ nicht nur auf den Wissenden b, sondern auch relativ auf das Szenario w0 ε W. Def b weiß dass S gdw. S in allen epistemischen b-Alternativen wahr ist. Reflexivität/Transitivität/Wissen/Hintikka: Wir müssen hier Reflexivität und Transitivität annehmen. Wenn b alle Szenarien in W-W1 ausschließen kann, kann er ipso facto die Behauptung ausschließen, dass er nicht in einer solchen Position sei. II 29 Wissen/Spieltheorie/Hintikka: Ein typisches Beispiel für den Erwerb von Wissen ist das der betrügerischen Ehemänner oder weisen Männer. Hier geht es darum, dass die Entscheidungen der Spieler vom jeweiligen Wissensstand abhängig sind, und davon, was man erwartet, das der andere weiß. >Spieltheorie. Spieltheorie/spieltheoretisch/Hintikka: „Inquirer“: Der Inquirer stellt Fragen Natur/Oracle/Opponent: Die Natur ist die Quelle der Information. Antwort: Eine Antwort kann vom Inquirer als Prämisse gebraucht werden, um eine Konklusion: C abzuleiten. Dabei kann es nur um die Frage „C oder nicht C“ gehen. Prämisse/T: Die Prämisse kann eine fixierte Anfangsprämisse sein (die „theoretische Prämisse“). Schlussregeln: können auf die beschränkt werden, die das Teilformelprinzip (subformula principle) erfüllen. Fragespiel: Wir nennen das Fragespiel ein „interrogative game“. Vorteil: Die Spieltheorie ermöglicht uns, kognitive Strategien zu untersuchen, nicht nur statische kognitive Situationen. Natur: Das „Oracle“ kann buchstäblich die Natur sein. Die Antworten können durch wissenschaftliche Experimente gegeben werden. II 30 Beschränkungen: Beschränkungen entstehen durch die logische Form, insbesondere die logische Komplexität, z.B. die Präfixstruktur der Quantoren für mögliche Antworten. Bsp Sinneswahrnehmung/Wahrnehmung/Hintikka: Die Sinneswahrnehmung kann nur Ja-Nein-Fragen beantworten. Das entspricht für Logiker Atomsätzen. Experiment: Ein Experiment kann dagegen Antworten liefern, die funktionale Abhängigkeiten kodieren ((s) darstellen). Präfix/logische Form/Experiment/Hintikka: Die Antwort auf eine Experiment muss eine Struktur haben mit einem Präfix „∀∃“: „(x)(∃y)“. Das kann erweitert werden: ∀∃∀… Wissenschaftstheorie/Hintikka: Diese Struktur ist für die Philosophie der Wissenschaften extrem wichtig. II 31 Wissen/logische Form/Hintikka: Es ist sehr wichtig, dass wir verschiedene Arten von Wissen haben. Bsp implizites Wissen: Implizites Wissen muss im Modell eines Sub-Orakels behandelt werden. >Wissen, >Wissen wie, >Propositionale Wissen. Wissen/Hintikka: Aber weder implizites noch aktives Wissen gehorcht der epistemischen Logik! Abgeschlossenheit: Denn es ist weder abgeschlossen in Bezug auf logische Folgerung noch abgeschlossen, wenn die Relation der logischen Folgerung beschränkt ist. Wissenslogik/Hintikka: Wir brauchen also eine andere Wissenslogik als die epistemische Logik. Def Wissen/spieltheoretisch/Spieltheorie/Hintikka: Das Wissen des Inquirers besteht aus allen Konklusionen C, die er im Frageprozess herausfinden kann. Def Virtuelles Wissen/Spieltheorie/Hintikka: dito, mit Ausnahme, dass der Inquirer hier keine zusätzlichen Individuen einführen darf. II 151 Wissen-wer/Identität/Psychologie/Psychiatrie/Hintikka: Hier gibt es interessante Beispiele. Man muss in der Lage sein, sich selbst als denselben in verschiedenen Situationen wiederzuerkennen. >Selbstwissen, >Selbst-Identifikation. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Zugänglichkeit | Bigelow | I 126 Zugänglichkeitsrelation: Zugänglichkeit kann beschränkt werden: Bsp durch die Forderung, dass eine aus der möglichen Welt u zugängliche möglichen Welten w keine Individuen enthält, die u nicht auch enthält. D.h. dass die eine Welt nur ein Umarrangement der anderen ist. Das würde z.B. Lewis Gegenstücktheorie widersprechen. >Mögliche Welten, >Mögliche Welten/Lewis, >Gegenstücktheorie/Lewis. I 136 Def schwache Zentrierung/Zugänglichkeit//Lewis/Bigelow/Pargetter: wir werden sagen, dass Grade der Zugänglichkeit schwach zentriert sind, wenn keine mögliche Welt besser zugänglich ist von einer gegebenen möglichen Welt aus als diese mögliche Welt selbst. Das erfüllen wir am bequemsten mit d(w, w) =0. Pointe: Das stellt sicher, dass noch einige zusätzliche Sätze wahr sein werden in allen möglichen Welten, zusätzlich zu denen, die von den obigen Axiomen garantiert werden. Diese werden als Theoreme ableitbar, wenn wir folgende Axiome hinzunehmen: A9 (Reflexivität) und A16. (b wäre>wäre g) > (b > g) Alltagssprachliche Übersetzung: Keine Welt kann für eine Welt zugänglicher sein, als diese Welt von sich selbst zugänglich ist. Das lässt die Möglichkeit offen, dass einige Welten die Zugänglichkeit „Nulldistanz“ von der Welt w aus haben. Def starke Zentrierung/Lewis/Bigelow/Pargetter: (in der Semantik für kontrafaktische Konditionale): keine mögliche Welt kann von einer gegebenen Welt aus gleich zugänglich sein, wie diese Welt von sich aus zugänglich ist. Das wird am besten so erfüllt: Wenn w ungleich u, dann entweder d(w, u) ist undefiniert oder d(w, u) > 0. Diese semantische Bedingung erlaubt einen Vollständigkeitsbeweis für das Axiomensystem das wir erhalten, wenn wir zu den obigen Axiomen noch das Axiom der starken Zentrierung hinzufügen: (a u b) > (a wäre>wäre b) >Vollständigkeit. Kontrafaktische Logik/Lewis/Bigelow/Pargetter: Mit diesen Axiomen erhalten wir Lewis’ favorisierte kontrafaktische Logik. BigelowVsstarke Zentrierung. Modallogik/Axiomensystem/Bigelow/Pargetter: unser System wird das sein, das Lewis VW nennt: V“: „variabel strikt“, „W“. „schwach zentriert“. >Modallogik. I 139 Zugänglichkeitsrelation/Bigelow/Pargetter: Problem: Eir müssen die Zugänglichkeit einschränken und für einen Vollständigkeitsbeweis für S5 müssen wir zeigen, dass sie reflexiv, transitiv und symmetrisch ist. >Systeme S4/S5. S5/Kanonisches Modell/Bigelow/Pargetter: enthält nicht die Leibnizsche Notwendigkeit (Wahrheit in allen Welten). S5: ist interessant, weil es einen reduktionistischen Zugang zu Welten ermöglicht. >Reduktion. Notwendigkeit: im kanonischen Modell ist ein Satz notwendig wahr, wenn er in allen zugänglichen Welten wahr ist. >Notwendigkeit. Mögliche Welt: wenn sie als maximal konsistente Erweiterungen von S5 konstruiert sind, zerfallen in verschiedene Äquivalenzklassen. ((s) d.h. zu jeder Welt gibt es einen zusätzlichen Satz, der ein Individuum beschreibt, mit möglicherweise jeweils verschiedenen Beschreibungen, die den anderen Sätzen nicht widersprechen). >Mögliche Welten, >Äquivalenzklassen. Äquivalenzklassen/Zugänglichkeit/Bigelow/Pargetter: Innerhalb einer Äquivalenzklasse sind alle Welten untereinander zugänglich. Aber zwischen Äquivalenzklassen gibt es keine Zugänglichkeit von einer möglichen Welt zur anderen. ((s) Dann müssen die maximal konsistenten Erweiterungen etwas anderes sein, als ich vermutet habe. Dann ändert eine Erweiterung alle vorhandenen Sätze und macht sie mit Teilmenge der vorherigen konsistenten Menge unvergleichbar?). >Maximal konsistent. Zugänglichkeit/kanonisches Modell/Bigelow/Pargetter: In einem kanonischen Modell sind nicht alle möglichen Welten untereinander zugänglich. >Kanonisches. Das zeigen wir so: Fa: (Schreibweise: lateinisches a) sei ein Atomsatz, der zu den Axiomen von S5 hinzugefügt werden kann, oder seine Negation, wobei das Ergebnis eine maximal konsistente Menge oder Welt ist. Damit konstruieren wir eine Welt, in der Fa wahr ist. Wenn sie von allen anderen Welten aus zugänglich wäre, wäre MFa in allen möglichen Welten wahr. Aber ein Satz der in allen Welten wahr ist, muss ein Theorem sein. Aber wir wissen, dass Fa das nicht ist. Problem: R2 (universelle Substitution) würde sicherstellen, dass Mα wahr wäre für jedes α, selbst wenn α = (b u ~b) wäre. Interpretation/Bigelow/Pargetter: Wenn die intendierte Interpretation von S5 Leibnizsch ist, wie wir hoffen ((s) Notwendigkeit = Wahrheit in allen Welten) dann folgt, dass diese intendierte Interpretation von S5 nicht vom kanonischen Modell erfasst wird. Mögliche Welt/Bigelow/Pargetter: das unterstützt, was wir zeigen wollen, nämlich dass mögliche Welten keine Mengen von Sätzen sind. Zugänglichkeit/Bigelow/Pargetter: ...und es zeigt auch, dass die Zugänglichkeitsrelation I 140 die für alethische Modallogik relevant ist, keine Äquivalenzrelation ist. Logische Wahrheit/Bigelow/Pargetter: Logische Wahrheit ist Wahrheit in allen Welten (pro Leibniz!) nicht bloß Wahrheit in allen zugänglichen Welten. >Logische Wahrheit. I 242 Zugänglichkeitsrelation/Zugänglichkeit/Supervenienz/Bigelow/Pargetter: Dennoch glauben wir nicht, dass die Zugänglichkeitsrelation auf Eigenschaften und Relationen 1. Stufe der möglichen Welten superveniert, sondern auf Universalien höherer Stufe! >Universalien, >Supervenienz. Zwei Welten können sich perfekt ähneln in Bezug auf Universalien 1 Stufe und dennoch verschiedene Zugänglichkeitsrelationen haben! Humesche Welt/Bigelow/Pargetter: Eine Humesche Welt ist ein Bsp für das Fehlschlagen der Supervenienz 1. Stufe der Zugänglichkeits-Relation. >Humesche Welt. Bsp „Alle Fs sind Gs“ wobei F und G Universalien 1. Stufe sind, und Universalien höherer Stufe, die auf ihnen supervenieren. I 243 Kontrafaktisches Konditional: dann sollen auch kontrafaktische Konditionale gelten wie: „Wenn dies Ding ein F gewesen wäre, wäre es ein G gewesen“. Dabei wären wir nie sicher, ob es ein Gesetz wäre, selbst wenn es keine Ausnahmen gibt. Diese Unsicherheit schlägt sich in einer Unsicherheit nieder, ob das kontrafaktische Konditional wahr ist. >Kontrafaktisches, >Kontrafaktisches Konditional. Auch wenn wir in einer Welt mit Gesetzen leben, lassen wir die Möglichkeit zu, dass diese Welt eine Humesche Welt ist. Es könnte sein, dass die Verallgemeinerung richtig ist, aber ohne Notwendigkeit. Die Welt sähe in beiden Fällen gleich aus. Humesche Welt/Bigelow/Pargetter: ist bezogen auf die aktuale Welt genau die eine Welt, die genauso ist, nur ohne Gesetze. Für andere Welten gäbe es dann andere Humesche Welten. I 245 Zugänglichkeit/Bigelow/Pargetter: Dennoch gibt es starke Gründe, an eine Supervenienz der Zugänglichkeitsrelation auf den Inhalten der Welt zu glauben. Das lässt uns annehmen, dass die Inhalte 1. Stufe nicht alle Inhalte der Welt ausschöpfen. Kombinatoriale Theorien: Müssen daher Universalien höherer Stufe annehmen und daher auch die Eigenschaftstheorie der Welteigenschaften. Universalien/Naturgesetze/Bigelow/Pargetter: Universalien höherer Stufe sind der Schlüssel zu Gesetzen. >Stufen/Ebenen, >Beschreibungsebenen. |
Big I J. Bigelow, R. Pargetter Science and Necessity Cambridge 1990 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
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| Gestaltung | Castaneda, H.N. | Fra I 167 Ich/Selbst/Selbstbewusstsein/Castaneda: These: das Selbstbewusstsein besteht in reflexiven Ich-Gestaltungen. Das ist nur möglich als die Verallgemeinerung der intensionalen Relation zwischen Indikatoren und Quasi-Indikatoren. Fra I 168 Die Quasi-Indikation ist die linguistische Darstellung der Einheit von externer und interner Reflexivität, die dem Selbstbewusstsein zugrunde liegt. |
Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |