Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Erklärungen Chalmers I 50
Erklärung/Chalmers: eine gute Erklärung ist oft eine, die viele Fälle abdeckt. Problem: ob man dem Einzelfall gerecht wird. Lösung: bei biologischen Phänomenen ist es oft der Fall, dass sich ähnelnde Einzelfälle eine verwandte Vorgeschichte haben.
I 84
Erklärung/Explikation/Chalmers/(s): unterscheidet zwischen Explikation und explanation. Letztere gebraucht er im Zusammenhang mit Reduktion als reduktive Erklärung (reductive explanation) z.B. von phänomenalen Eigenschaften, während er explication für Begriffserklärungen reserviert. Bsp Die Eigenschaft, Rolf Harris zu sein konstituiert kein Phänomen das eine Erklärung (explanation) braucht, im Gegensatz zu einer Explikation.
I 121
Erklärung/Bewusstsein/Chalmers: selbst wenn wir unsere Erklärungen immer weiter verfeinerten, würden sie nur immer verfeinerte Erklärung kognitiver Funktionen liefern, nicht aber Erklärungen unseres bewussten Erlebens.
I 122
Die Existenz von Bewusstsein wird immer eine zusätzliche Tatsache zu unseren strukturellen und dynamischen Tatsachen sein. Aber wir müssen gar nicht jegliche Erklärung von Bewusstsein aufgeben. Wir müssen uns nur von der Idee verabschieden, dass diese Erklärung reduktiv sein müsste.
I 177
Erklärung/Bewusstsein/Paradoxie/Chalmers: Problem: Bewusstsein kann nicht reduktiv erklärt werden, Urteile über das Bewusstsein und phänomenale Urteile (über Erfahrungen bzw. Erlebnisse) müssen aber so erklärt werden können, weil sie im Bereich der Psychologie liegen. Paradox: dann ist Bewusstsein letztlich wiederum irrelevant für die Erklärung phänomenaler Urteile. (Avshalom Elitzur (1989) (1), Roger Shepard (Psychologe, 1993)(2).
I 178
Lösung/Chalmers: der Gehalt meiner Erfahrungen kann nicht wiederum reduktiv erklärt werden. Problem: wenn wir die Urteile („Erfahrungsberichte“) des Zombies deflationistisch behandeln ((s) als einfache Zitate) können diese reduktiv erklärt werden.
Lösung: man kann oft höherstufige Eigenschaften gebrauchen, um Eigenschaften niedrigerer Stufe überflüssig zu machen (Bsp Molekülbewegung statt Wärme).
Problem: die höherstufigen Eigenschaften sind immer noch logisch supervenient auf dem Physikalischen. D.h., wenn man eine Handlung neurophysiologisch erklärt, macht das den Appell an das Gedächtnis (als phänomenale Eigenschaft) nicht erklärungsmäßig irrelevant.
I 179
Diese Relevanz wird durch die logische Supervenienz vererbt. Bsp wenn ein alleinstehender Mann ein Bedürfnis nach weiblicher Begleitung hat, was durch die Tatsache erklärt wird, dass er männlich und unverheiratet ist, macht das nicht die Tatsache, dass er ein Junggeselle ist, irrelevant. Allgemein: wenn zwei Mengen von Eigenschaften begrifflich verbunden sind, macht eine Erklärung in Begriffen der einen Menge die Existenz einer Erklärung in begriffen der anderen Menge nicht erklärungsmäßig irrelevant.
Lösung: bei physikalischen Erklärungen: wenn logische Supervenienz im Spiel ist, gibt es keine erklärungsmäßige Irrelevanz: eine Beschreibung höherer stufe ist logisch auf eine au einer niedrigeren Stufe bezogen.
Problem: das Bewusstsein ist nicht logisch supervenient auf dem Physischen. Es gibt daher auch keine begriffliche Abhängigkeit der Ebenen.
I 188
Erklärung/Bewusstsein/Chalmers: anders als bei der Erklärung von religiösem Glauben, wo die Annahme göttlicher Existenz zur Erklärung anderer Phänomene gefordert wird, verhält es sich bei der Erklärung von Bewusstsein anders: hier ist schon das Bewusstsein gegeben und muss nicht als Annahme hinzugenommen werden. Bewusstsein wird auch nicht durch Urteile über bewusstes Erleben („Dies ist ein roter Gegenstand“) erklärt.
I 191
Erklärung/Bewusstsein/Chalmers: es gibt drei Weisen, gegen die angebliche Irrelevanz des Bewusstseins für die Erklärung von Verhalten zu argumentieren.
I 192
1. Das Argument aus dem Selbst-Wissen/Chalmers: wir wissen, dass wir selbst bewusste Erlebnisse haben. Aber s ist schwer, damit zu argumentieren. Lösung: wenn Erlebnisse erklärungsmäßig irrelevant wären, könnten wir nicht wissen, dass wir welche haben.
I 193
1. Argument aus der Kausaltheorie des Wissens: Problem: wenn Erfahrung kausal irrelevant ist, kann ich nicht damit argumentieren. Dann habe ich kein Wissen über meine Erfahrungen. Shoemaker (1975) argumentiert so für einen Materialismus des Bewusstseins und für einen reduktiven Funktionalismus. Zombie/Shoemaker: für Shoemaker sind Zombies logisch unmöglich.
Wissen/Bewusstsein/Chalmers: ein Eigenschaftsdualist muss argumentieren, dass Wissen über bewusste Erlebnisse eine andere Art Wissen ist als das Wissen, über das man im Zusammenhang mit Verursachung durch Gegenstände spricht.
I 194
Verlässlichkeitstheorie/Chalmers: ist im Fall unsers Wissens über uns selbst nicht angemessen. Zwar sind die phänomenalen Urteile meines Zombie-Zwillings nicht verlässlich. Daher könnte man annehmen, Verlässlichkeit sei ein Unterscheidungsmerkmal zwischen mir und dem Zombie. Aber mein Selbstwissen über Bewusstsein ist anderer Art: es ist reflektiert. Wir sind sicher, dass wir ein Bewusstsein haben, das kann höchstens „philosophisch“ angezweifelt werden.
I 195
Verlässlichkeit/Chalmers: wo fehlt sie? Bsp In Situationen wie die der Gehirne im Tank. Solche Beispiele gefährden nicht unsere Gewissheit, dass wir ein Bewusstsein haben, da hier keine Kausalität im Spiel ist.
I 196
Unser Zugang zu unserem Bewusstsein ist ganz direkt, er ist nicht vermittelt.
I 197
Unkorrigierbarkeit/Chalmers: ist mit diesem direkten Zugang aber nicht gemeint!
I 198
Kausalität/Bewusstsein/Chalmers: wir brauchen gar keine Kausalität, um unsere bewussten Erlebnisse zu erklären: unser Wissen davon gründet auf einer viel direkteren die Beziehung. Es geht darum, wie ich davon weiß, nicht, wie mein Gehirn davon weiß, daher geht es nicht um eine physikalische Relation. Problem: Überzeugungen könnten sich auch ohne Erlebnisse bilden.
ChalmersVsVs: aber dann habe ich Gewissheit über meine Überzeugungen.
Zombie: würde genau dasselbe sagen.
I 199
ChalmersVsVs: natürlich, von einer Dritte-Person-Perspektive wissen wir sowieso nicht, ob andere ein Bewusstsein (bewusste Erlebnisse) haben. Aber wir wissen es von uns selbst. Überzeugungen/Zombies: am Ende könnte der Zombie sogar dieselben Überzeugungen haben wie ich.
ChalmersVsVs: ja, aber die Belege für meine Überzeugungen sind viel einfacher: es sind die Erlebnisse. Sie sind das Primäre.
Deflationistisch/inflationistisch/Chalmers: unsere Argumentation ist hier sowieso deflationär, d.h. über die rein funktionale Rolle von Überzeugungen – inflationistisch wären Überzeugungen selbst ein Teil der phänomenalen Erfahrung.


1. A. Elitzur, Consciousness and the incompleteness of the physical explanation of behavior. Journal of Mind and Behavior 10, 1989,: pp. 1-20.
2. R. N. Shepard, On the physical baisis, ölinguistic representation and conscious experiences of colors. In: G. Harman (Ed) Conceptions of the human Mind: Essays in Honor of George A. Miller, Hillsdale NJ 1993.

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014
Introspektion Lewis Frank I 61ff
Introspektion/Lewis: ist notwendig unfehlbar! - Shoemaker: Bewusstsein von Wünschen und Überzeugungen ist nicht körperlich.
V 312
Rationalität/Lewis: „rational Handeln" ist gar nicht so rational, alles in allem, dazu gehört noch mehr: z.B. Selbstwissen, und der Wille, aus Erfahrung zu lernen. Wenn die Introspektion den Handelnden davon überzeugt, dass die Daten seine eigenen sind, dann wird ihn nichts dazu überreden, ihnen zu misstrauen.
Teilweise Rationalität: wenn wir das Selbstwissen herausnehmen: dann kann ein moderates >Newcombsches Paradox entstehen.
E.M.Forster: "Wie kann ich sagen, was ich denke, bevor ich sehe was ich sage?".
Gedankenexperiment/Selbstidentifikation/Lewis: kein Aufwand an Gedankenexperimenten kann so viel Selbstwissen liefern wie der reale Gegenstand

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Introspektion Rorty IV (c) 63 ff
Introspektion: die Fähigkeit zur Berichterstattung hängt nicht davon ab, dass etwas "dem Bewusstsein gegenwärtig" sei, sondern davon, dass der Gebrauch von Worten lehrbar ist. >Introspektion, >Unkorrigierbarkeit, >Selbstwissen.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Naturrecht Aristoteles Gadamer I 324
Naturrecht/Aristoteles/Gadamer: [Aristoteles] erkennt in einem gesetzten Recht nicht schon das wahre Recht schlechthin, sondern sieht mindestens in der sogenannten Billigkeitserwägung eine rechtsergänzende Aufgabe. So wendet er sich gegen den extremen Konventionalismus oder Gesetzespositivismus, indem er ausdrücklich zwischen einem von Natur Rechten und einem gesetzlich Rechten unterscheidet.(1) Der Unterschied, den er damit im Auge hat, ist aber nun nicht einfach der zwischen der Unveränderlichkeit des Naturrechts und der Veränderlichkeit des positiven Rechts. Gadamer: Es ist zwar richtig, dass man Aristoteles im allgemeinen so verstanden hat. Aber an der wahren Tiefe seiner Einsicht geht man damit vorüber. Wohl kennt er den Gedanken eines schlechthin unveränderlichen Rechts, aber er beschränkt dies ausdrücklich auf die Götter und erklärt, dass unter Menschen nicht nur das gesetzte Recht, sondern auch das natürliche Recht veränderlich sei. Solche Veränderlichkeit ist nach Aristoteles durchaus damit vereinbar, dass es „natürliches“ Recht ist. Der Sinn dieser Behauptung scheint mir folgender: Es gibt zwar rechtlich Gesetztes, das ganz und gar Sache der bloßen Vereinbarung ist (z. B. eine Verkehrsregel wie das rechts fahren) - es gibt aber auch und vor allem solches, das nicht jede beliebige menschliche Vereinbarung zulässt, weil „die Natur der Sache“ sich zur Wehr setzt.
Gadamer I 325
[Aristoteles gibt u.a. dieses Beispiel]: (...) der beste Staat [ist] »überall ein und dasselbe (...)« und doch nicht in der Weise, »in der das Feuer überall auf dieselbe Weise brennt, hier in Griechenland wie dort in Persien« .
Gadamer: Die spätere Naturrechtstheorie hat sich trotz dem klaren Wortlaut des Aristoteles auf diese Stelle berufen, als ob er damit die Unveränderlichkeit des Rechts mit der Unveränderlichkeit der Naturgesetze verglichen hätte!(2)
GadamerVsTradtion: Das Gegenteil ist der Fall. In Wahrheit hat, wie gerade diese Gegenüberstellung zeigt, der Gedanke des Naturrechts nach Aristoteles nur eine kritische Funktion. Man darf von ihm keinen dogmatischen Gebrauch machen, d. h, man darf nicht bestimmte Rechtsinhalte als solche mit der Würde und Unverletzlichkeit des Naturrechts auszeichnen.
Gadamer: [die Funktion des Naturrechts bei Aristoteles] ist insofern eine kritische, als nur dort, wo zwischen Recht und Recht eine Diskrepanz auftritt, die Berufung auf das Naturrecht legitim ist. >Sittlichkeit/Aristoteles, >Sich-Wissen/Aristoteles, >Techne/Aristoteles.


1. Eth. Nic. E 10. Die Unterscheidung selbst ist bekanntlich sophistischen Ursprungs, aber durch die platonische „Bindung“ des Logos verliert sie ihren destruktiven Sinn und durch Platos „Politikos“ (294ff) und bei Aristoteles wird ihre positive innerrechtliche Bedeutung klar.
2. Vgl. Melanchthon Ethik, hrsg. von H. Heineck (Berlin 1893). S. 28.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Selbstbewusstsein Armstrong Frank I 62
Selbstbewusstsein/ArmstrongVsShoemaker: Selbstbewusstsein ist Wahrnehmung unseres eigenen Geistes. - NagelVsArmstrong: Psychische Zustände werden nicht wahrgenommen, sondern "direkt erlebt". Selbstbewusstsein/Shoemaker: hier gibt es keine Wahrnehmung, es ist auch nicht aus dem Spiegelbild erkennbar, dass ich es bin. >Selbstidentifikation, >Wahrnehmung, >Selbstwissen/Psychologische Theorien.

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Selbstwissen
Selbstwissen Aristoteles Gadamer I 321
Selbstwissen/Techne/Aristoteles/Gadamer: Es liegt auf der Hand, daß der Mensch nicht dergestalt über sich verfügt, wie der Handwerker über den Stoff verfügt, mit dem er arbeitet. Er kann sich offenbar selber nicht so herstellen, wie er etwas anderes herstellen kann. So wird es auch ein anderes Wissen sein müssen, das er von sich selbst in seinem sittlichen Sein hat, ein Wissen, das sich abheben lässt gegen solches Wissen, mit dem man ein Herstellen leitet.
Sich-Wissen: Aristoteles formuliert diesen Unterschied in einer kühnen, ja einer einzigartigen Weise, indem er dieses Wissen ein Sich-Wissen, d. h. ein Für-sich-Wissen nennt.(1) Damit wird das Sich-Wissen des sittlichen Bewusstseins gegen das theoretische Wissen (...) abgehoben
(...). Aber auch die Abgrenzung gegen das technische Wissen liegt darin, und eben um die Abgrenzung nach beiden Seiten zu formulieren, wagt Aristoteles den eigenartigen Ausdruck
des Sich-Wissens. Die Abgrenzung gegen das technische Wissen ist die schwierigere Aufgabe, wenn man wie Aristoteles den „Gegenstand“ dieses Wissens ontologisch nicht als etwas Allgemeines, das immer ist, wie es ist, sondern als etwas Einzelnes, das auch anders sein kann, bestimmt (...). >Allgemeines/Aristoteles, >Sittlichkeit/Aristoteles, >Gesetze/Aristoteles.
Gadamer I 327
Das Sich-wissen, von dem Aristoteles spricht, ist (...) dadurch bestimmt, dass es die vollendete Applikation enthält und in der Unmittelbarkeit der gegebenen Situation sein Wissen betätigt. Es ist also ein Wissen vom Jeweiligen, das erst das sittliche Wissen vollendet, ein Wissen, das gleichwohl kein sinnliches Sehen ist. Wenn man auch einer Situation ansehen muss, was sie von einem verlangt, so bedeutet dieses Sehen doch nicht, dass man das in dieser Situation Sichtbare als solches wahrnimmt, sondern dass man sie als die Situation des Handelns sehen lernt und damit im Lichte dessen, was recht ist.
Gadamer I 328
Das sittliche Wissen ist wirklich ein Wissen eigener Art. Es umgreift in einer eigentümlichen Weise Mittel und Zweck und unterscheidet sich damit vom technischen Wissen. Eben deshalb hat es auch keinen Sinn, hier zwischen dem Wissen und der Erfahrung zu unterscheiden, wie das sehr wohl bei der Techne angängig ist. Denn das sittliche Wissen enthält selbst eine Art der Erfahrung in sich (...). Verständnis/Verstehen: Verständnis ist als eine Modifikation der Tugend des sittlichen Wissens eingeführt, sofern es hier nicht um mich selbst geht, der zu handeln hat. Danach meint „Synesis“ eindeutig die Fähigkeit des sittlichen Beurteilens.


1. Eth. Nic. Z 8, 1.141 1033, 1142 a30; Eth. Eud. 92, 1246 1036. (Meines Erachtens verfehlt man die
wesentliche methodische Einheit von Ethik und Politik des Aristoteles, wenn man mit Gauthier (Vgl. seine neue Einleitung zur 2. Auflage seines Kommentars zur Nikomachischen Ethik, Louvain 1970) hier die politiki phrosesis nicht mitbegreift. Vgl. auch meine Rezension, die in Bd. 6 der Ges. Werke, S. 304—306 wieder abgedruckt ist.)

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Selbstwissen Robinson Corr I 461
Selbstwissen/Robinson/Sedikides: Generalisiertes Selbstwissen hat Assoziationseigenschaften, die mit semantischen Gedächtnisnetzwerken übereinstimmen (Kihlstrom, Beer und Klein 2003(1); Robinson und Clore 2002a(2)). Diese assoziativen Verbindungen sollten wiederum systematische Auswirkungen auf das Verständnis der Funktionsweise von Merkmalen haben. So sollte beispielsweise eine größere Vernetzung von positivem affektivem Wissen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein positiver Gedanke einen anderen im täglichen Leben auslöst (Robinson und Compton2008)(3). Zur Unterstützung dieser Art von Analyse haben eine Reihe von Studien gezeigt, dass eine höhere Lebenszufriedenheit mit stärkeren positiven affektiven Priming-Effekten verbunden ist (Robinson und Kirkeby 2005(4); Robinson und von Hippel 2006(5)), während eine höhere Neurotizismusrate mit stärkeren negativen affektiven Priming-Effekten verbunden ist (Robinson, Ode, Moeller und Goetz 2007)(6).
Kurz gesagt, Merkmale können gewinnbringend als assoziative Gedächtnisstrukturen betrachtet werden, die innerhalb semantischer und affektiver Priming-Paradigmen bewertet werden. >Gedächtnis/Robinson/Sedikides.


1. Kihlstrom, J. F., Beer, J. B. and Klein, S. B. 2003. Self and identity as memory, in M. R. Leary and J. P. Tangney (eds.), Handbook of self and identity, pp. 68–90.New York: Guilford Press
2. Robinson, M. D. and Clore, G. L. 2002a. Belief and feeling: an accessibility model of emotional self-report, Psychological Bulletin 128: 934–60
3. Robinson, M. D. and Compton, R. J. 2008. The happy mind in action: the cognitive basis of subjective well-being, in M. Eid and R. J. Larsen (eds.), The science of subjective well-being, pp. 220–38 New York: Guilford Press
4. Robinson, M. D. and Kirkeby, B. S. 2005. Happiness as a belief system: individual differences and priming in emotion judgments, Personality and Social Psychology Bulletin 31: 1134–44
5. Robinson, M. D. and von Hippel, W. 2006. Rose-colored priming effects: life satisfaction and affective priming, Journal of Positive Psychology 1: 187–97
6. Robinson, M. D., Ode, S., Moeller, S. K. and Goetz, P. W. 2007. Neuroticism and affective priming: evidence for a Neuroticism-linked negative schema, Personality and Individual Differences 42: 1221–31


Michael D. Robinson and Constantine Sedikides, “Traits and the self: toward an integration”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

EconRobin I
James A. Robinson
James A. Acemoglu
Why nations fail. The origins of power, prosperity, and poverty New York 2012

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Techne Aristoteles Gadamer I 318
Techne/Aristoteles/Gadamer: [Der Mensch] (...) muss selbst schon durch Ausübung und Erziehung eine Haltung in sich ausgebildet haben, die in den konkreten Situationen seines Lebens
Gadamer I 319
festzuhalten und durch das rechte Verhalten zu bewähren sein ständiges Anliegen bleibt.(1) Dass das nicht das Wissen der Wissenschaft ist, ist klar. Insofern ist die Abgrenzung, die Aristoteles zwischen dem sittlichen Wissen der „Phronesis“und dem theoretischen Wissen der „Episteme“ vornimmt, einfach, insbesondere wenn man bedenkt, dass für die Griechen Wissenschaft, durch das Vorbild der Mathematik repräsentiert, ein Wissen vom Unveränderlichen ist, ein Wissen, das auf Beweis beruht und das daher jeder lernen kann. Dagegen:
„Moralische Wissenschaften“/Gadamer: Ihr Gegenstand ist der Mensch und was er von
sich weiß. Er weiß sich aber als ein Handelnder, und das Wissen, das er dergestalt von sich hat, will nicht feststellen, was ist. Der Handelnde hat es vielmehr mit solchem zu tun, das nicht immer so ist wle es ist, sondern das
Gadamer I 320
auch anders sein kann. In ihm entdeckt er, wo er handelnd einzugreifen hat. Sein Wissen soll sein Tun leiten. Hier liegt das eigentliche Problem des sittlichen Wissens, das Aristoteles in seiner Ethik beschäftigt. Denn Leitung des Tuns durch ein Wissen liegt vor allem und in exemplarischer Weise dort vor, wo die Griechen von „Techne“ sprechen. Das ist die Kunstfertigkeit, das Wissen des Handwerkers, der Bestimmtes herzustellen weiß. Die Frage ist, ob auch das sittliche Wissen ein Wissen solcher Art ist. Das würde bedeuten, es wäre ein Wissen darüber, wie man sich selbst herzustellen hat. Soll der Mensch sich selbst zu dem machen lernen, was er sein soll, so wie der Handwerker das machen lernt, was nach seinem Plan und Willen sein soll? Entwirft sich der Mensch so auf das seiner selbst, wie der Handwerker ein dessen, was er machen will, in
sich trägt und im Material darzustellen weiß? >Techne/Platon, >Techne/Gadamer.
Gadamer I 321
(...)wenn auch der spröde Stoff dem, der sein Handwerk gelernt hat, nicht immer gehorcht, so kann Aristoteles doch mit Recht das Dichterwort zitieren: »Techne liebt Tyche und Tyche liebt Techne.« Das will sagen: Glückliches Gelingen ist am meisten bei dem, der seine Sache gelernt hat. Es ist echte Überlegenheit über die Sache, was in der Techne vorgängig erworben wird, und das wird irgendwie auch für das sittliche Wissen gefordert. Denn auch für das sittliche Wissen ist klar, dass zur rechten sittlichen Entscheidung Erfahrung niemals genügen kann. >Selbstwissen/Aristoteles, >Sittlichkeit/Aristoteles.

1. Das Schlusskapitel der Nikomachischen Ethik gibt dieser Forderung breitesten Ausdruck und begründet damit den Übergang in die Fragestellung der „Politik“.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Techne Gadamer I 320
Techne/Wissen/Hermeneutik/Gadamer: Gewiss handelt es sich bei dem hermeneutischen Bewusstsein weder um ein technisches noch um ein sittliches Wissen. Aber diese beiden Weisen des Wissens enthalten doch die gleiche Aufgabe der Anwendung in sich, die wir als die zentrale Problemdimension der Hermeneutik erkannt haben. Freilich ist deutlich, dass hier wie dort nicht das gleiche bedeutet.Das vorgängige Wissen, das einer besitzt, wenn er ein Handwerk
I 321
gelernt hat, ist in der Praxis nicht notwendig demjenigen überlegen, das ein Ungelernter, aber Vielerfahrener besitzt. Obwohl das so ist, wird man das vorgängige Wissen der Techne nicht „theoretisch“ nennen, zumal Erfahrung im Gebrauch dieses Wissens von selbst hinzutritt. Es meint als Wissen immer noch die Praxis, und wenn auch der spröde Stoff dem, der sein Handwerk gelernt hat, nicht immer gehorcht, so kann Aristoteles doch mit Recht das Dichterwort zitieren: »Techne liebt Tyche und Tyche liebt Techne.« Das will sagen: Glückliches Gelingen ist am meisten bei dem, der seine Sache gelernt hat. Es ist echte Überlegenheit über die Sache, was in der Techne vorgängig erworben wird, und das wird irgendwie auch für das sittliche Wissen gefordert. Denn auch für das sittliche Wissen ist klar, daß zur rechten sittlichen Entscheidung Erfahrung niemals genügen kann. >Selbstwissen/Aristoteles.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Wirkung Burge Frank I 698
Wissen/Denken/Ermöglichungsbedingungen/Burge: wir verlangen nicht, dass jemand sich erst versichert, dass das Licht nicht durch einen Spiegel umgelenkt wird oder dass er keine Attrappe vor sich hat, wenn er nach einem Brötchen greift. Tatsächlich gehört es zu unserem gemeinsamen Verständnis der Objektivität der Wahrnehmung, dass es keine allgemeine Garantie dafür gibt, etwas von einer Nachahmung zu unterscheiden. Die Möglichkeit der Täuschung (Irrtum) gehört zum Wesen der Objektivität der Wahrnehmung.
Das gilt alltäglich, aber sogar in der Philosophie gilt, dass Wahrnehmungswissen kein Wissen über die Ermöglichungsbedingungen erfordert.
Frank I 704
Wissen/Selbstwissen/Inhalt/Wahrnehmungswissen/Burge: wenn die Hintergrundbedingungen derart verschieden sind, dass im eigenen selbst referentiellen Denken ein anderes Bezugsobjekt vorliegt, dann sind sie auch derart verschieden, dass ein anderer Gedanke vorliegt. Aber die Person bleibt in derselben reflexiven Position, um wiederum auf autoritative Weise zu wissen, was sie denkt.
Bsp bei einer langsamen Umstellung von der Erde auf die Zwillingserde, sind die epistemischen Ansprüche berechtigt, wenn die Person jeweils denkt, "ich denke gerade, dass Wasser/Zwillingserden-Wasser eine Flüssigkeit ist". Sie hat in beiden Fällen recht.
Burge: die Tatsache, dass die Person von der Umstellung nichts weiß, ist für die Wahrheit und Berechtigung der Urteile irrelevant!
((s) Wegen der Interaktion mit der Umgebung? Dann darf aber nur ein "naiver Gebrauch" von "Wasser" vorliegen?)
Auf die Frage einer Person, die die Umstellung bemerkt hat "Denke ich jetzt an Wasser oder an Zwillingserden-Wasser?" lautet die Antwort offensichtlich: an beides! Weil beide Begriffe gebraucht werden!


Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of
Philosophy 85 (1988), 649-663

Burge I
T. Burge
Origins of Objectivity Oxford 2010

Burge II
Tyler Burge
"Two Kinds of Consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Wissen Stroud I 30
Wissen/Stroud: Wissenschaft und Alltag haben dieselben Standards für Wissen - Wahre Überzeugung ist noch kein Wissen. - Wissen/Stroud These: wir können wissen, wie die Dinge uns erscheinen. - (hilft nicht gegen Descartes Skeptizismus) - Descartes: das sind seine "Ideen". - Der Versuch hinter sie zu gelangen, führt nur zu weiteren Repräsentationen.
I 34
Es gibt kein "wirkliches Wissen" im Unterschied zu Wissen.
I 61
Wissen/Stroud: ich kann nicht als jemand beschrieben werden, der weiß, dass John nicht von einem Meteoriten erschlagen wird. - Wenn John aber aufkreuzt ist es richtig zu sagen ich wusste, dass er kommen würde. - > Behauptbarkeit.
I 76
Skeptizismus/Wissen/Stroud: tiefes Problem: wenn wir merken, das unser Begriff des Wissens oder der Wahrheit uns zum Skeptizismus führt, fühlen wir dass er nicht korrekt ist. - Tiefe: es geht nicht nur um Wissen, sondern um unsere Praxis und Reflexion. (Selbstwissen).
I 110
Skeptizismus/Detektiv-Bsp/Kriminalfall/Stroud: zeigt, dass es nicht um größere Sicherheit geht (wie bei MooreVsHume). - Es gibt keine konkurrierende Hypothese. - Sondern es zeigt einen Mangel (Unvollständigkeit der Liste). - Kein Missbrauch des Wortes "Wissen". - Skeptizismus: betrachtet nicht nur Belege (wie der Detektiv) sondern stellt auch die Gründe in Frage.
I 121
Falsch: "Weil ich weiß, dass der Butler der Täter war, weiß ich, dass die Liste vollständig ist". - (analog zu Moores Händen).
I 239
Wissen/Glauben/Stroud: Unterschied: wahrer Glaube kann zufällig sein, dann ist die Tatsache des Glaubens keine Erklärung für Wissen, keine Wissenstheorie.

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
Zuckerspur- Beispiel Perry Frank I 417f
Supermarkt-Bsp/Perry: (Zuckerspur, "Schlamassel im Supermarkt" - jemand stellt fest, dass er selbst es war, der eine Schweinerei gemacht hat). Meinungskontext: der Leser, jetzt
Bewertungskontext: der Mensch im Supermarkt.
Problem: die bloße Tatsache, dass ich die Proposition, dass ich eine Schweinerei mache, zu irgendeinem Zeitpunkt für wahr hielt, erklärt nicht, warum ich anhielt. - Der Leser glaubt das ebenso und hält den Einkaufswagen nicht an.
Pointe: für mich fallen Meinungskontext und Bewertungskontext zusammen - aber das ist keine Lösung, weil Selbstidentifikation nicht ohne einen Satz mit "ich" auskommt.
I 421f
Wanderer/Supermarkt/Perry: Lösung: Unterscheidung Meinungszustand/Meinung: Bsp Meinungszustand: "die Veranstaltung wird beginnen" - "sie beginnt jetzt" - "sie hat begonnen" - Meinung: die ganze Zeit glaube ich, dass sie um 12:00 beginnt - Meinungszustand: für alle derselbe (mit Indexwort). - Meinung: verschieden: nicht dieselbe Relation zum selben Gegenstand. VsTradition: wenn es anders wäre, müssten wir eine gemeinsam geglaubte Proposition von allen erwarten, wenn alle im selben Meinungszustand sind. - Normalerweise wird man seine Meinungszustände anpassen, wenn man von einem Kontext zum anderen übergeht, um seine Meinungen zu bewahren.

Siehe auch > Proposition, >propositionales Wissen, > Identifikation, > Selbstidentifikation, > Selbstwissen,> Individuation.


John Perry (1979): The Problem of the Essential Indexicals, in : Nous 13
(1979), 3-21

Perr I
J. R. Perry
Identity, Personal Identity, and the Self 2002

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Zwecke Aristoteles Gadamer I 326
Zweck/Mittel/Aristoteles/Gadamer: ((s) Hier geht es nur um das Zweck-Mittel-Verhältnis innerhalb der Diskussion um das sittliche Wissen). [Es] zeigt sich eine grundsätzliche Modifikation des begrifflichen Verhältnisses von Mittel und Zweck, durch die sich das sittliche Wissen vom technischen Wissen unterscheidet. Es ist nicht nur so, dass das sittliche Wissen keinen bloß partikularen Zweck hat, sondern das richtig leben im ganzen betrifft - wogegen natürlich alles technische Wissen ein partikulares
ist und partikularen Zwecken dient. Es ist auch nicht nur so, dass das sittliche Wissen überall dort eintreten muss, wo technisches Wissen erwünscht wäre, aber nicht vorhanden ist. Das sittliche Wissen kann grundsätzlich nicht die Vorgängigkeit eines lehrbaren Wissens besitzen. Das Verhältnis von Mittel und Zweck ist hier nicht von der Art, dass die Kenntnis der rechten Mittel im voraus verfügbar gemacht werden könnte, und das deshalb, weil die Kenntnis des rechten Zwecks ebenso wenig bloßer Gegenstand eines Wissens ist. Es gibt keine vorgängige Bestimmtheit dessen, worauf das rechte Leben im ganzen gerichtet ist. Die aristotelischen Bestimmungen der Phronesis zeigen aus diesem Grunde ein bezeichnendes Schwanken, sofern dies Wissen bald mehr
dem Zwecke, bald mehr dem Mittel zum Zweck zugeordnet wird.(1) >Sittlichkeit/Aristoteles, >Techne/Aristoteles, >Sich-Wissen/Aristoteles.


1. Aristoteles betont im allgemeinen, dass die phronesis es mit den Mitteln (ta pros to telos) zu tun habe und nicht mit dem telos. Es dürfte der Gegensatz zur platonischen Lehre von der Idee des Guten sein, der ihn das so hervorheben lässt. Aber dass die phronesis kein bloßes Vermögen der rechten Mittelwahl ist, sondern selbst eine sittliche Hexis, die das Telos mit sieht, auf das der Handelnde durch sein sittliches Sein gerichtet ist, geht aus ihrem systematischen Ort innerhalb der aristotelischen Ethik eindeutig hervor. Vgl. Eth. Nic. Z 10, 1142 b33; 1140 b 13; 1141 b 15.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Zwei allwissende Götter Zwei Götter, David K Lewis: Bsp Zwei allwissende Götter (allwissend in Bezug auf Propositionen) wissen nicht, wer von ihnen sie jeweils selbst sind, weil das nicht in Propositionen fassbar ist bzw. Selbstwissen kein propositionales Wissen ist. (D.K. Lewis Philosophical Papers Vol. I 1983, S. 139ff)
Zwei allwissende Götter Perry Frank I 404f
Lewis: 2 Götter/Götter-Bsp/Wanderer-Bsp: Bsp Perry: zwei verirrte Wanderer brauchen mehr als nur denselben Wanderführer, um überhaupt Differenzen zur Situation und untereinander festzustellen. Sie würden alle die gleichen Sätze als wahr bezeichnen. Lösung/Perry: Unterscheidung Meinung/Meinungszustand – Meinungskontext/Bewertungskontext) (Frank I 414)

John Perry (1979): The Problem of the Essential Indexicals, in: Nous 13
(1979), 3-21

Erklärung/(s):
Bsp Zwei allwissende Götter/Lewis: (D. Lewis Philosophical Papers, Vol I p.139ff) ein Gott sitzt auf dem höchsten Berg und schleudert Manna herab – der andere sitzt auf dem kältesten Berg und schleudert Blitze. Problem: die Kenntnis sämtlicher Propositionen befähigt keinen von beiden, sich selbst zu identifizieren. > Proposition, >propositionales Wissen, > Identifikation, > Selbstidentifikation, > Selbstwissen,> Individuation.
Proposition/Lewis: (Frank I 16f) niemals mit Index "ich", "er", "hier", "jetzt".

Siehe auch Zuckerspur im Supermarkt Frank I 402ff
Erklärung/(s):
Zuckerspur/Schlamassl im Supermarkt/a mess in the supermarket/sugar trail: (J. Perry 1979. S. 3f): Perry entdeckt im Supermarkt eine Zuckerspur auf dem Boden und macht sich auf, dem unvorsichtigen Kunden Bescheid zu sagen, dass er eine Schweinerei macht. Nachdem er eine Acht um die Regale gefahren ist, stellt er fest, dass er selbst der Verursacher ist. Verwandte Probleme:> auf sich selbst zeigen, >unersetzbare Indexwörter, >problem of the essential indexicals.

Perr I
J. R. Perry
Identity, Personal Identity, and the Self 2002

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
SelbstwissenSelbstwissen Newen Vs Externalismus I 174
natürliche Art/Putnam/Newen: Bsp Wasser, Öl, Tiger: wir greifen dadurch einzelne Exemplare heraus auch wenn wir die wesentlichen
I 175
Bedingungen für das Vorliegen der natürlichen Art nicht kennen.
I 176
Bedeutung/Putnam: ist damit abhängig von der Umgebung. > Externalismus. Externalismus/Burge. Überträgt Putnams Erkenntnis auf die Inhalte von Überzeugungen.
Zwillingeserde: zeigt, dass Überzeugungen nicht vollständig durch die inneren Zustände charakterisiert werden können.
Arthritis/Shmarthritis/Burge/Newen: Alfreds Überzeugung, er habe Arthritis im Oberschenkel wird beim Wechsel in eine Sprachgemeinschaft, in der dies üblich ist, zu einer wahren Aussage.
I 177
Pointe: dabei nehme wir aber immer noch an, dass der Gebrauch von Experten festgelegt wird. D.h. dass wir immer noch Fehler machen können! Wir können ihn manchmal korrekt verwenden, auch wenn wir falsche Überzeugungen mit ihm verbinden! VsExternalismus/Newen: Problem: Supervenienz! Bsp
1. Überzeugungen sind abhängig von der Umwelt
2.. Gehirnzustände sind unabhängig von der Umwelt
3. Überzeugungen supervenieren auf Gehirnzuständen.
Das geht nicht, wenn die einen abhängig, die anderen aber unabhängig sind.
I 178
Es könnte dann nämlich sein, dass bei gleichen Gehirnzuständen verschiedene Überzeugungen vorliegen. VsExternalismus/Wissen/Überzeugung/Newen: 2. Argument VsExternalismus: dieser ist mit unserem Selbstwissen unvereinbar. Wir wissen im allgemeinen, was wir glauben. Es könnte dann aber sein, dass die Umwelt einen derartigen Einfluss hat, dass der nhalt geändert ist.
Hier gibt es zwei Positionen
a) Unverträglichkeitsthese: entweder der Externalismus oder die Alltagsintuition ist wahr
b) Verträglichkeitsthese: beide sind vereinbar zu dem Preis, dass unsere Alltagsintuition deutlich abgeschwächt wird.

NS I 139
VsExternalismus: einfach zu sagen, dass man für gelingende Referenz Kausalketten braucht, genügt nicht. Man muss auch sagen, wie diese geartet sein müssen. Bsp direkter visueller Kontakt, Hörensagen, Instrumentenbeobachtung usw. Bsp Phlogiston: man glaubte, dass es für Verbrennungsvorgänge verantwortlich sei. Frage: warum bezieht sich „Phlogiston“ nicht auf Sauerstoff? Weshalb gelang diese Referenz nicht?
VsExternalismus: Problem: er kann folgende Antwort nicht geben, weil sie die von ihm abgelehnte These wieder hervorholt:
„Die Intension bestimmt die Extension“.
Der Externalismus muss sagen, dass die Theorie so grundlegend falsch ist, dass sie von gar keinem Stoff erfüllt wird. Daher referiert „Phlogiston“ nicht.
VsExternalismus: damit kann er hier nicht zeigen, wie die Kausalketten geknüpft werden und ist uns eine Theorie der Kausalketten überhaupt schuldig.

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008
SelbstwissenSelbstwissen Heidegger Vs Hegel, G.W.F. I 16
HeideggerVsHegel: das Absolute, Gott, ist nur dem Individuum zugänglich.
II 87
VsHegel: vernichtet den letzten Rest der Verbergung des Seines dem absoluten Sichselbstwissen des absoluten Geistes.
Rorty III 196
HeideggerVsNietzsche/HeideggerVsHegel: verstand die Schwierigkeit sehr gut, am Ende einer Erzählung die Leiter wegzuwerfen. Er selbst wollte keine Erzählung, sondern eine Litanei geben.

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Tübingen 1993

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
SelbstwissenSelbstwissen Rorty Vs Introspektion Frank I 582
Intropektion/RortyVsIntrospektion: Zirkel: man muss den Begriff des Mentalen bereits voraussetzen. >Introspektion, >Unkorrigierbarkeit, >Selbstwissen.
Richard Rorty (I970b) : Incorrigibility as th e Mark of the Mental, in: The
Journal of Philosophy 67 (1970), 399-424
Dt.: Unkorrigierbarkeit als das Merkmal des Mentalen, in : Peter Bieri (Ed.) (1981): Analytische Philosophie des Geistes,Königstein 1981 (Philosophie, Analyse und Grundlegung; Bd. 6)

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
SelbstwissenSelbstwissen Ryle Vs Tradition Lanz I 275
Ryle: psychologische Aussagen sind hypothetische Aussagen. Sie sind auch aus der Perspektive der dritten Person überprüfbar. Es geht nicht um Ursachen, sondern um Kriterien und Standards für Fähigkeiten und Leistungen.
I 276
Sie bezeichnen Verhaltendispositionen und nicht innere Ereignisse, die Ursachen von Verhalten wären. Intelligenz/Tradition: intelligentes Handeln: Regel oder Methodenwissen, also eine Menge von Positionen zu kennen. Das heißt, intelligentes Handeln wäre Handeln mit einer intelligenten Ursache. (RyleVs).
Intelligenz/Ryle: es gibt viele Beispiele für intelligentes Handeln ohne Überlegung: Bsp schlagfertige Erwiderung, spontan richtiges entscheiden (Blitzschach) praktisch kluges Verhalten in Spielen, im Sport und vieles andere.
I 277
RyleVsTradition: Regress: wenn intelligentes Handeln Anwendung von Intelligenz wäre, dann wäre diese Anwendung wieder eine Handlung, für die Intelligenz nötig wäre, als infinitum. Def Intelligenz/Ryle: Handlung mit einem gewissen Niveau, mit einer bestimmten Qualität. Der Handelnde besitzt entsprechende Fähigkeit und Macht von ihnen Gebrauch.

Ryle I 373
Erinnerung/Vorstellung/RyleVsSpurentheorie: ihre Anhänger sollten versuchen, sich den Fall vorzustellen, in dem jemand immer wieder eine Melodie durch den Kopf geht. Ist das eine reaktivierte Spur einer auditiven Empfindung, oder eine Reihe reaktivierter Spuren einer Reihe auditiver Empfindungen?
Ryle I 66
geistiger Zustand/Geist/RyleVsTradition/Ryle: auch wenn es die von manchen angenommenen mythischen inneren Zustände und Tätigkeiten gäbe, könnte man keine Wahrscheinlichkeitsschlüsse auf ihr Vorkommen bei anderen ziehen.
Ryle I 84
VsWillensakte/Ryle: sowohl freiwillige wie unfreiwillige Willensakte sind absurd. Wenn mein Willensakt im Sinne der Theorie freiwillig ist, muss ihm ein anderer Willensakt vorausgegangen sein, ad infinitum (Regress) Es ist zur Vermeidung vorgeschlagen worden, Willensakte dürften weder als freiwillig noch als unfreiwillig bezeichnet werden. "Willensakt" ist ein Terminus, der Prädikate wie "tugendhaft", "lasterhaft" "gut" oder "frevelhaft" nicht annehmen kann, was jene Moralisten in Verlegenheit setzen mag, die Willensakte als den Notanker ihrer Systeme benützen.
I 85
Kurz: die Theorie der Willensakte ist eine Kausalhypothese, die Frage nach der Freiwilligkeit sei eine Frage nach der Ursache.
I 86
RyleVsTradition: manche wohlbekannte und wirklich vorkommende Vorgänge werden oft mit Willensakten verwechselt: Leute sind oft im Zweifel, was sie tun sollen. Die schließliche Wahl wird manchmal als ein Willensakt bezeichnet. Aber die Gleichstellung ist unhaltbar, denn die meisten freiwilligen Handlungen gehen nicht aus einem Zustand der Unentschiedenheit hervor! Willensschwäche/Ryle: es ist auch bekannt, dass sich jemand entscheiden kann, die Handlung aber aus Willensschwäche unterlässt. Oder er unterlässt es wegen neuer Umstände.
RyleVsTradition: Problem: der Theorie der Willensakte zufolge wäre es aber unmöglich, dass diese manchmal nicht zu Resultaten führen, denn sonst müssten ja neue Vollzugsoperationen postuliert werden, die erklären, dass freiwillige Handlungen manchmal tatsächlich ausgeführt werden. Wenn eine Wahl als freiwillig bezeichnet würde, müsste ihr wieder eine Wahl vorhergehen, ad infinitum.
I 87
Wenn die Handlung nicht vollbracht wird, ist der Theorie (Tradition) zufolge auch kein Willensakt vorgefallen.
I 182
Introspektion/Aufmerksamkeit/RyleVsTradition: Bei Inspektion müsste man wieder fragen, ob sie aufmerksam oder unaufmerksam ist.(Regress) Vs: Das tut außerdem so, als gäbe es einen Unterschied im Haben eines Hustenreizes und dem Bemerken, dass man ihn hat. Nicht nur ist Aufmerksamkeit weit davon entfernt, eine Art Inspektion oder Abhorchen zu sein, sondern sind Inspizieren und Abhorchen selbst spezifische Arten der Ausübung von Aufmerksamkeit.
Gleichgültig ob metaphorisch oder buchstäblich, ein Zuschauer kann immer aufmerksam oder unaufmerksam sein. Etwas mit Aufmerksamkeit tun, besteht nicht in der Koppelung einer Tätigkeit mit einem Stückchen Theoretisieren, Erforschen, Untersuchen oder Erkennen. Denn sonst würde jede mit Aufmerksamkeit ausgeführte Handlung unendlich viele Tätigkeiten einschließen.
Vs Intellektualistische Tradition: als wäre die die Ausübung von Theorie die wesentliche Funktion des Geistes und Kontemplation das Wesen dieser Tätigkeit.

Ryle I 215
Bewusstsein/Tradition/Ryle: der traditionellen Theorie zufolge sind Seelenvorgänge nicht in dem Sinn bewusst, dass wir nachher über sie berichten können, sondern, dass die Eröffnungen ihres eigenen Vorfallens Merkmale dieser Vorfälle sind und so nicht nach ihnen kommen können.
I 216
Tradition/Ryle: diese angeblichen Offenbarungen würde man, wenn sie sich überhaupt in Worte kleiden lassen, in der Gegenwart und nicht in der Vergangenheit ausdrücken. Gleichzeitig zum Stehenbleiben meiner Uhr entdecke ich auch, dass ich es entdecke. RyleVsTradition: das ist ein Mythos!
1. Wissen wir meistens, was wir tun. Es ist gar keine "Phosphoreszenz" Theorie nötig.
2. Dass wir es wissen, impliziert nicht, dass wir fortwähren daran denken.
3. Es impliziert nicht, dass wir wenn wir etwas über uns wissen, irgendwelchen geisterhaften Erscheinungen begegnen.
RyleVsTradition: der grundlegende Einwand gegen die traditionelle Theorie, die behauptet, dass der Geist wissen muss was er tut, weil seelische Ereignisse definitionsgemäß bewusst oder metaphorisch "selbsterleuchtend" sind, ist der, dass es gar keine solchen Ereignisse gibt!
I 217
Es gibt keine Ereignisse die in einer Welt irgendeiner zweiten Art stattfinden. Folglich gibt es auch keine Bedarf für irgendwelche solche Methoden, die Bekanntschaft von Einwohnern einer solchen Welt zu machen. Wissen/Selbstwissen/RyleVsTradition/Ryle: niemand würde überhaupt sagen wollen, er habe irgend eine Erkenntnis "aus seinem Bewusstsein heraus" erlangt. Es ist ein grammatischer und logischer Missbrauch des Wortes "wissen", dass das Bewusstsein meiner psychischen Zustände darin besteht, dass ich sie weiß.
Es ist Unsinn zu sagen, dass jemand diesen Donnerschlag wisse, dies farbige Oberfläche oder diesen Akt des Schließens wisse. Das ist einfach der falsche Akkusativ zum Verb wissen. Gerade hier hilft die Metapher vom Licht nicht!

I 388
Intellekt/Verstand/Symbolgebrauch/Ryle: In der Praxis betrachten wir nicht jeden Ausdrucksgebrauch als intellektuell, sondern nur den als Arbeit verstandenen. Grenzfälle stellen für uns kein Problem dar. Manches Problemlösen ist intellektuell, Fingerhut suchen nicht, Bridge liegt in der Mitte. Denken/Verstand/Intellekt/RyleVsTradition//Ryle: für uns ist das wichtig: es bedeutet, dass beide Theorien falsch sind,
die alten mit dem besonderen, okkulten Organ, und die
neueren, die von besonderen intellektuellen Vorgängen wie Urteilen, begrifflich Auffassen, Annehmen, Durchdenken usw. reden. Sie geben vor, Identifikationszeichen für Dinge zu besitzen, die sie in Wirklichkeit nicht immer identifizieren können.

I 391
Theorie/Theorien/Ryle: es wäre nichts mit der Behauptung gewonnen, Einstein, Thukydides, Newton, und Kolumbus seien mit derselben Tätigkeit befasst gewesen. Sherlock Holmes’ Theorien sind nicht mit denselben Mitteln gebaut worden wie die von Karl Marx. Beide stimmten aber darin überein, dass sie Theorien in didaktischer Prosa abfassten. Theorie/Tradition: Eine Theorie haben heißt, eine erlernt haben und nicht vergessen. am Bestimmungsort sein. Es heißt nicht, selbst etwas zu tun.
Theorie/RyleVsTradition: eine Feder haben heißt, in der Lage sein, mit ihr zu schreiben. Eine Theorie oder einen Plan haben heißt, bereit sein, sie mitzuteilen oder anzuwenden, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.
Unterschied: der intelligente Hörer erwirbt dann eine Theorie, wenn er klug ist, sie begriffen hat, er muss sie auch gar nicht annehmen. Aber wir stellen Theorie nicht hauptsächlich darum auf, um imstande zu sein, sie in Worte zufassen. Kolumbus ging nicht auf Reisen um Stoff für Geographiestunden zu vermehren.
Def Eine Theorie haben/Ryle: ist die Fähigkeit, Zusatzaufgaben zu lösen. Ein Newton Anhänger zu sein hieße nicht nur, dasselbe sagen was Newton gesagt hatte, sondern auch dasselbe tun und sagen, was er gesagt hätte.

Flor I 263
Können/RyleVsTradition: „Legende“: dass eine Handlung nur dann intelligent ausgeführt werden kann, wenn ihnen eine theoretische, intellektuelle Leistung zugrunde liegt bzw. sie begleitet. (Dualistisch). Aufteilung in privaten, theoretischen Teil der Tätigkeit und einen praktischen, öffentlichen. Können: (Wissen-wie): kann nicht von theoretischer Einsicht bestimmt sein! (Wissen, dass dies oder jenes gilt).
Theoretische Einsicht ist selbst eine Form von Praxis und kann nicht selbst intelligent oder nicht intelligent sein!
Es ist nicht plausibel, dass jede beliebige Handlung, bei der Intelligenz oder Ihr Mangel demonstriert werden kann, die Betrachtung von theoretischen Aussagen, Normen oder Regeln mit einschließen soll.
Es gibt auch viele Handlungen, für die es keine formulierten Regeln oder Kriterien für eine intelligente Ausführung gibt.
Flor I 264
Regress/Ryle: gemäß der dualistischen Vorstellung setzt eine intelligente Handlung voraus, dass es zunächst eine theoretische Betrachtung von Aussagen, Normen oder Regeln gegeben hat aufgrund deren dann die Aktivität ausgeführt wird. Diese Betrachtung aber ist selbst eine Handlung, die mehr oder weniger intelligent sein kann. Das führt zum Regress.

Ryle I
G. Ryle
Der Begriff des Geistes Stuttgart 1969

Lanz I
Peter Lanz
Vom Begriff des Geistes zur Neurophilosophie
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor I
Jan Riis Flor
"Gilbert Ryle: Bewusstseinsphilosophie"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor II
Jan Riis Flor
"Karl Raimund Popper: Kritischer Rationalismus"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A.Hügli/P.Lübcke Reinbek 1993

Flor III
J.R. Flor
"Bertrand Russell: Politisches Engagement und logische Analyse"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Flor IV
Jan Riis Flor
"Thomas S. Kuhn. Entwicklung durch Revolution"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993