| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
|---|---|---|---|
| Entscheidungsbaum | Norvig | Norvig I 698 Def Entscheidungsbaum/Norvig/Russell: Ein Entscheidungsbaum repräsentiert eine Funktion DECISION TREE, die als Input einen Vektor von Attributwerten verwendet und eine "Entscheidung" - einen einzelnen Output-Wert - ausgibt. Die Ein- und Ausgabewerte können diskret oder kontinuierlich sein. Ein Entscheidungsbaum fällt seine Entscheidung mittels einer Reihe von Tests. Jeder interne Knoten im Baum entspricht einem Test des Wertes eines der Input-Attribute Ai, und die Zweige des Knotens werden mit den möglichen Werten des Attributs Ai =vik gekennzeichnet. Jeder Blattknoten im Baum gibt einen Wert an, welcher von der Funktion zurückgegeben werden muss. Ein Boolescher Entscheidungsbaum ist logisch äquivalent zu der Behauptung, dass das Zielattribut wahr ist, und zwar nur dann, wenn die Eingabeattribute einen der Pfade erfüllen, die zu einem Blatt mit dem Wert wahr führen. Wenn wir dies in der Aussagenlogik ausschreiben, haben wir Ziel ⇔ (Pfad1 V Pfad2 ∨ · · ·) , wobei jeder Pfad eine Kombination von Tests des Attributwerts ist, die erforderlich sind, um diesem Pfad zu folgen. Der gesamte Ausdruck entspricht also der disjunkten Normalform. >Normalform/Logik. Leider ist es, egal wie wir die Größe messen, ein unlösbares Problem, den kleinsten konsistenten Baum zu finden; es gibt keine Möglichkeit, die 22n Bäume effizient zu durchsuchen. Mit einigen einfachen Heuristiken können wir jedoch eine gute ungefähre Lösung finden: einen kleinen (aber nicht kleinsten) konsistenten Baum. Der Lernalgorithmus für Entscheidungsbäume verfolgt eine gierige Strategie des Teilen und Herrschens: immer das wichtigste Attribut zuerst testen. Dieser Test teilt das Problem in kleinere Teilprobleme auf, die dann rekursiv gelöst werden können. "Wichtigstes Attribut": dasjenige, das für die Klassifizierung eines Beispiels den größten Unterschied macht. Lernalgorithmus für Entscheidungsbäume: siehe Norvig I 702. Norvig I 705 Probleme: Der Lernalgorithmus für Entscheidungsbäume erzeugt einen großen Baum, wenn eigentlich kein Muster zu finden ist. Überanpassung (overfitting): Der Algorithmus greift jedes Muster auf, das er in der Eingabe finden kann. Wenn sich herausstellt, dass ein blauer, 7 Gramm schwerer Würfels zweimal mit gekreuzten Fingern gewürfelt wird und beide Würfe 6 ergeben, dann kann der Algorithmus einen Pfad konstruieren, der in diesem Fall 6 vorhersagt. Lösung: Das Pruning des Entscheidungsbaums verhindert Überanpassung. Das Pruning funktioniert durch Eliminierung von Knoten, die nicht eindeutig relevant sind. Norvig I 706 Fehlende Daten: In vielen Bereichen sind nicht alle Attributwerte für jedes Beispiel bekannt. Norvig I 707 Multivariate Attribute: Wenn ein Attribut viele mögliche Werte hat, gibt das Maß für den Informationszuwachs einen unangemessenen Hinweis auf die Nützlichkeit des Attributs. Im Extremfall hat ein Attribut (z.B. die genaue Zeit) für jedes Beispiel einen anderen Wert, was bedeutet, dass jede Untermenge von Beispielen einzigartig ist und eine eindeutigen Klassifikation hat und das Maß für den Informationszuwachs für dieses Attribut seinen höchsten Wert hätte. Kontinuierlich und ganzzahlig bewertete Input-Attribute: Kontinuierlich oder ganzzahlig bewertete Attribute wie Größe und Gewicht haben eine unendliche Menge möglicher Werte. Anstatt unendlich viele Äste zu erzeugen, finden Lernalgorithmen für Entscheidungsbäume normalerweise den Teilungspunkt, der den höchsten Informationszuwachs ergibt. Kontinuierlich bewertete Output-Attribute: Wenn wir versuchen, einen numerischen Output-Wert vorherzusagen, wie z.B. den Preis einer Wohnung, dann brauchen wir einen Regressionsbaum statt eines Klassifikationsbaums. Ein Regressionsbaum hat an jedem Blatt eine lineare Funktion einer Teilmenge numerischer Attribute und nicht nur einen einzelnen Wert. >Lernen/Norvig. Norvig I 758 Geschichte: Die erste nennenswerte Verwendung von Entscheidungsbäumen war in EPAM, dem "Elementary Perceiver And Memorizer" (Feigenbaum, 1961)(1), der eine Simulation des menschlichen Konzeptlernens war. ID3 (Quinlan, 1979)(2) fügte die entscheidende Idee hinzu, das Attribut mit maximaler Entropie zu wählen; sie ist die Grundlage für den Algorithmus für Entscheidungsbäume in diesem Kapitel. Die Informationstheorie wurde von Claude Shannon entwickelt, um daie Erforschung der Kommunikation zu unterstützen (Shannon und Weaver, 1949)(3). (Shannon hat außerdem eines der frühesten Beispiele für maschinelles Lernen beigesteuert, eine mechanische Maus namens Theseus, die durch Versuch und Irrtum lernte, durch ein Labyrinth zu navigieren). Die χ2 Methode des Tree Pruning wurde von Quinlan (1986)(4) beschrieben. C4.5, ein industrielles Entscheidungsbaum-Paket, ist in Quinlan (1993)(5) zu finden. In der statistischen Literatur gibt es eine unabhängige Tradition des Lernens mit Entscheidungsbäumen. Classification and Regression Trees (Breiman et al., 1984)(6), bekannt als das "CART-Buch", ist die wichtigste Referenz. 1. Feigenbaum, E. A. (1961). The simulation of verbal learning behavior. Proc. Western Joint Computer Conference, 19, 121-131. 2. Quinlan, J. R. (1979). Discovering rules from large collections of examples: A case study. In Michie, D. (Ed.), Expert Systems in the Microelectronic Age. Edinburgh University Press. 3. Shannon, C. E. and Weaver, W. (1949). The Mathematical Theory of Communication. University of Illinois Press. 4. Quinlan, J. R. (1986). Induction of decision trees. Machine Learning, 1, 81-106. 5. Quinlan, J. R. (1993). C4.5: Programs for machine learning. Morgan Kaufmann. 6. Breiman, L., Friedman, J., Olshen, R. A., and Stone, C. J. (1984). Classification and Regression Trees. Wadsworth International Group. |
Norvig I Peter Norvig Stuart J. Russell Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010 |
| Entscheidungsbaum | Russell | Norvig I 698 Def Entscheidungsbaum/Norvig/Russell: Ein Entscheidungsbaum repräsentiert eine Funktion DECISION TREE, die als Input einen Vektor von Attributwerten verwendet und eine "Entscheidung" - einen einzelnen Output-Wert - ausgibt. Die Ein- und Ausgabewerte können diskret oder kontinuierlich sein. Ein Entscheidungsbaum fällt seine Entscheidung mittels einer Reihe von Tests. Jeder interne Knoten im Baum entspricht einem Test des Wertes eines der Input-Attribute Ai, und die Zweige des Knotens werden mit den möglichen Werten des Attributs Ai =vik gekennzeichnet. Jeder Blattknoten im Baum gibt einen Wert an, welcher von der Funktion zurückgegeben werden muss. Ein Boolescher Entscheidungsbaum ist logisch äquivalent zu der Behauptung, dass das Zielattribut wahr ist, und zwar nur dann, wenn die Eingabeattribute einen der Pfade erfüllen, die zu einem Blatt mit dem Wert wahr führen. Wenn wir dies in der Aussagenlogik ausschreiben, haben wir Ziel ⇔ (Pfad1 V Pfad2 ∨ · · ·) , wobei jeder Pfad eine Kombination von Tests des Attributwerts ist, die erforderlich sind, um diesem Pfad zu folgen. Der gesamte Ausdruck entspricht also der disjunkten Normalform. >Normalform/Logik. Leider ist es, egal wie wir die Größe messen, ein unlösbares Problem, den kleinsten konsistenten Baum zu finden; es gibt keine Möglichkeit, die 22n Bäume effizient zu durchsuchen. Mit einigen einfachen Heuristiken können wir jedoch eine gute ungefähre Lösung finden: einen kleinen (aber nicht kleinsten) konsistenten Baum. Der Lernalgorithmus für Entscheidungsbäume verfolgt eine gierige Strategie des Teilen und Herrschens: immer das wichtigste Attribut zuerst testen. Dieser Test teilt das Problem in kleinere Teilprobleme auf, die dann rekursiv gelöst werden können. "Wichtigstes Attribut": dasjenige, das für die Klassifizierung eines Beispiels den größten Unterschied macht. Lernalgorithmus für Entscheidungsbäume: siehe Norvig I 702. Norvig I 705 Probleme: Der Lernalgorithmus für Entscheidungsbäume erzeugt einen großen Baum, wenn eigentlich kein Muster zu finden ist. Überanpassung (overfitting): Der Algorithmus greift jedes Muster auf, das er in der Eingabe finden kann. Wenn sich herausstellt, dass ein blauer, 7 Gramm schwerer Würfels zweimal mit gekreuzten Fingern gewürfelt wird und beide Würfe 6 ergeben, dann kann der Algorithmus einen Pfad konstruieren, der in diesem Fall 6 vorhersagt. Lösung: Das Pruning des Entscheidungsbaums verhindert Überanpassung. Das Pruning funktioniert durch Eliminierung von Knoten, die nicht eindeutig relevant sind. Norvig I 706 Fehlende Daten: In vielen Bereichen sind nicht alle Attributwerte für jedes Beispiel bekannt. Norvig I 707 Multivariate Attribute: Wenn ein Attribut viele mögliche Werte hat, gibt das Maß für den Informationszuwachs einen unangemessenen Hinweis auf die Nützlichkeit des Attributs. Im Extremfall hat ein Attribut (z.B. die genaue Zeit) für jedes Beispiel einen anderen Wert, was bedeutet, dass jede Untermenge von Beispielen einzigartig ist und eine eindeutigen Klassifikation hat und das Maß für den Informationszuwachs für dieses Attribut seinen höchsten Wert hätte. Kontinuierlich und ganzzahlig bewertete Input-Attribute: Kontinuierlich oder ganzzahlig bewertete Attribute wie Größe und Gewicht haben eine unendliche Menge möglicher Werte. Anstatt unendlich viele Äste zu erzeugen, finden Lernalgorithmen für Entscheidungsbäume normalerweise den Teilungspunkt, der den höchsten Informationszuwachs ergibt. Kontinuierlich bewertete Output-Attribute: Wenn wir versuchen, einen numerischen Output-Wert vorherzusagen, wie z.B. den Preis einer Wohnung, dann brauchen wir einen Regressionsbaum statt eines Klassifikationsbaums. Ein Regressionsbaum hat an jedem Blatt eine lineare Funktion einer Teilmenge numerischer Attribute und nicht nur einen einzelnen Wert. >Lernen/Norvig. Norvig I 758 Geschichte: Die erste nennenswerte Verwendung von Entscheidungsbäumen war in EPAM, dem "Elementary Perceiver And Memorizer" (Feigenbaum, 1961)(1), der eine Simulation des menschlichen Konzeptlernens war. ID3 (Quinlan, 1979)(2) fügte die entscheidende Idee hinzu, das Attribut mit maximaler Entropie zu wählen; sie ist die Grundlage für den Algorithmus für Entscheidungsbäume in diesem Kapitel. Die Informationstheorie wurde von Claude Shannon entwickelt, um die Erforschung der Kommunikation zu unterstützen (Shannon und Weaver, 1949)(3). (Shannon hat außerdem eines der frühesten Beispiele für maschinelles Lernen beigesteuert, eine mechanische Maus namens Theseus, die durch Versuch und Irrtum lernte, durch ein Labyrinth zu navigieren). Die χ2 Methode des Tree Pruning wurde von Quinlan (1986)(4) beschrieben. C4.5, ein industrielles Entscheidungsbaum-Paket, ist in Quinlan (1993)(5) zu finden. In der statistischen Literatur gibt es eine unabhängige Tradition des Lernens mit Entscheidungsbäumen. Classification and Regression Trees (Breiman et al., 1984)(6), bekannt als das "CART-Buch", ist die wichtigste Referenz. 1. Feigenbaum, E. A. (1961). The simulation of verbal learning behavior. Proc. Western Joint Computer Conference, 19, 121-131. 2. Quinlan, J. R. (1979). Discovering rules from large collections of examples: A case study. In Michie, D. (Ed.), Expert Systems in the Microelectronic Age. Edinburgh University Press. 3. Shannon, C. E. and Weaver, W. (1949). The Mathematical Theory of Communication. University of Illinois Press. 4. Quinlan, J. R. (1986). Induction of decision trees. Machine Learning, 1, 81-106. 5. Quinlan, J. R. (1993). C4.5: Programs for machine learning. Morgan Kaufmann. 6. Breiman, L., Friedman, J., Olshen, R. A., and Stone, C. J. (1984). Classification and Regression Trees. Wadsworth International Group. |
Russell I B. Russell/A.N. Whitehead Principia Mathematica Frankfurt 1986 Russell II B. Russell Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989 Russell IV B. Russell Probleme der Philosophie Frankfurt 1967 Russell VI B. Russell Die Philosophie des logischen Atomismus In Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993 Russell VII B. Russell On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit" In Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996 Norvig I Peter Norvig Stuart J. Russell Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010 |
| Existenz | Simons | I 197 Unterbrochene Existenz/Simons: Ein Bsp für unterbrochene Existenz ist eine Uhr vor und nach dem Auseinandernehmen. Problem: Wenn Teile verlorengegangen und durch andere ersetzt werden, hängt die Frage, ob es als selbes weiterexistiert vom Verlauf der Entwicklung ab. Dies scheint jedoch falsch. SimonsVs "Kontinuitätstheorie": Bsp dass der Tisch aus denselben Bausteinen beim zweiten Mal derselbe sei. >Schiff des Theseus. I 199ff Schiff des Theseus/Simons: a) "Sammler": materiale Kontinuität, b) "Praktiker": funktionale Kontinuität. Falsch: relativierte Identität (je auch Sammler/Praktiker). Dann ist die Frage, warum gibt es überhaupt ein Problem. Lösung/Simons: Der Sortalbegriff ist immer ein Kompromiss zwischen a) Identität der Materie, "materie-konstant" und b) der Form, "Form-konstant". Form: a) für Organismen: Leben-ermöglichende Konstruktion, b) Artefakte: Funktion-ermöglichende Form und c) Bsp Inseln: charakteristische Form und Relation zur Nachbarschaft. Formbegriff/Simons: Die Heterogenität des Formbegriffs sichert seine Nützlichkeit. Sammler und Praktiker sind zufrieden, weil beide von Anfang an etwas verschiedenes wollten. Pointe: Von Anfang an gibt es zwei Schiffe (form-konstant, materie-konstant), die beide koinzidieren! Der Schiffbauer baut nur ein Schiff. >Koinzidenz, >Identität/Simons. I 259f Existenz/Modalität/Notwendigkeit/Simons: Nicht alles was existiert, existiert notwendig. HC: aber wenn es existiert, existiert es notwendig. ((s) Das läuft bei Simons auf dasselbe hinaus.) I 261 Simons These: Existenz ist wesentlich, aber nicht notwendig. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Identität | Quine | I 208ff Identität/Davidson/Quine: wir sind außerstande, die Beziehung herauszugreifen, die für die Erkenntnis der Identität eines Gegenstands konstitutiv ist. Grund: jede Eigenschaft kann als relevant angesehen werden. Falls der Geist nur denken kann, wenn er eine eindeutige Beziehung zu dem Gegenstand herstellt, dann ist Denken unmöglich. (QuineVsRussell). Identität: nicht ohne Begriffsschema Identität: QuineVsHume, QuineVsLeibniz: Verwechslung von Wort und Gegenstand: nicht Relation zwischen verschiedenen Gegenständen, sondern Beziehung zwischen singulären Termini - a = b verschiedene Bezeichnungen. I 211 Kopula bildet unbestimmte singuläre Termini: nicht mehr Fa sondern a = b - Bsp Agnes = ein Lamm - aber: Agnes blökt: Fa. I 211 Synonymie und Analytizität abgestuft, Identität absolut. I 365 Identitätsbedingungen stark/schwach/(s): > Bsp Paul und Elmar. II 23 Identität/absolut unterscheidbar: offener Satz nur durch einen Gegenstand erfüllt. - Relativ unterscheidbar: nur in gegebener Reihenfolge erfüllt. - Identität: Gegenstände, die nicht relativ unterscheidbar sind, nicht alle Gegenstände, die nicht absolut unterscheidbar sind. I 397 Theseus Schiff: es geht nicht um den Ausdruck "dasselbe" sondern um den Ausdruck "Schiff" - jeder allg Term hat sein eigenes Individuationsprinzip. II 156ff Individuation: in unserer Welt Moment-zu-Moment-Individuation. durch Prädikate - für Gegenstände wahllos (alles kann Gegenstand sein), für Prädikate entscheidend > Wahrheitswert. - Identifikation zwischen möglichen Welten: hängt ab von den Prädikaten - für Körper auch von Raumverdrängung, Zusammensetzung usw., daher nicht querweltein - "Derselbe Gegenstand" ist nichtssagend. - > singulärer Term, statt Prädikat. Geach I 238 Identität/GeachVsQuine: These: Identität ist relativ - wenn jemand sagt x ist identisch mit y, ist das ein unvollständiger Ausdruck - es ist eine Abkürzung für x ist dasselbe A wie y - (komisch, dass Frege das nicht vertreten hat) - Identität/Tradition/Geach: kann durch ein einziges Schema ausgedrückt werden: (1) l- Fa (x)(Fx u x = a) - alltagssprachlich: was immer wahr ist von etwas, das mit einem Objekt y identisch ist, ist wahr von a und umgekehrt - daraus leiten wir das Gesetz der Selbstidentität ab: l- a = a. Denn wenn wir nehmen Fx für x ungleich a dann liefert uns Schema (1): (2)l- (a ≠ a) Vx(x ≠ a u x = a) - das ergibt natürlich l- a = a . - Geach I 240 Aber auch Geach pro relative Identität. Quine V 86 Identität/Quine: zunächst nur Mittel zur Verlängerung des zeitlichen Zeigens - dann selbst relativer Massenterm: Bsp "derselbe Hund wie" - dient zur Individuation der absoluten allg Term Bsp "Hund" - Geach: das ist eine Reduktion auf einen relativen Term. - Quine: das geht nicht, wenn Gegenstände sich überschneiden. V 89 Identität/Geach: nur bezüglich eines allgemeinen Terms derselbe was. V 161 Identität: eingeschränkte: in Bezug auf allgemeine Termini: "derselbe Apfel" - uneingeschränkte: : Lernen: 1. jeder der den Sätzen [a = b] und [a ist ein g] zustimmt, stimmt auch [b ist ein g] zu ((s) Transitivität) - 2. Disposition, [a = b] zuzustimmen, wenn erkannt ist, dass man [b ist ein g] aufgrund von [a ist ein g] für ein beliebiges g zustimmen kann. Relative Identität: auch diese Identität ist relativ, weil der Identitätsmassstab von Wörtern abhängig ist - [a = b] kann falsch werden, wenn neue Termini hinzukommen. V 162 Def Identität/Mengenlehre/Quine: x = y als die Aussage, y sei Element jeder Klasse, von der x Element ist - Charakterisierung der Identität durch Ausschöpfung aller Relativsätze. V 162 Def Identität/Mengenlehre/Quine: mit Quantifikation über Klassen wird x = y definierbar als die Aussage, y sei Element jeder Klasse, von der x Element ist. - Sprachlernen: hier anfänglich noch substitutionale Quantifikation - dann nicht Klasse, sondern Ausschöpfung der Relativsätze. VII (d) 65ff Identität/Quine: wichtig: die Forderung nach Prozessen oder zeitlich ausgedehnten Objekten - indem man Identität statt Flussverwandtschaft annimmt, spricht man vom Fluss statt von Stadien. IX 24 Def Identität/Quine: können wir jetzt vereinfachen: anstatt y = z: y = z steht für ∀x(x ε y ↔ x ε z) - weil wir die Individuen mit ihren Einerklassen identifiziert haben. X 90 Def Identität/Quine: dann definieren wir "x = y" als Abkürzung für: Ax ↔ Ay.(z)(Bzx ↔ Bzy . Bxz ↔ Byz . Czx ↔ Czy . Cxz ↔ Cyz .(z’) (Dzz’x ↔ Dzz’y . Dzxz’ ↔ Dzyz’. Dxzz’ ↔ Dyzz’)) - d.h. dass die Gegenstände x u. y durch die vier Prädikate nicht unterscheidbar sind, auch nicht in Bezug auf die Relation zu anderen Gegenständen z und z’. X 99 Identität/Quine: (in unserer Scheintheorie der Mengenlehre) nur zwischen Variablen, nicht zwischen Abstraktionsausdrücken oder ihren Schemabuchstaben definiert. XII 71 Relative Identität/Quine: resultiert aus ontologischer Relativität, weil keine Entität ohne Identität - nur in Rahmentheorie erklärbar. - Bsp Ununterscheidbarkeit von Einkommensklassen. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 Gea I P.T. Geach Logic Matters Oxford 1972 |
| Individuation | Quine | II 23/24 Theseus’ Schiff/Quine: hier geht es nicht um den Ausdruck dasselbe sondern um den Ausdruck Schiff. - Jeder allgemeine Term hat sein eigenes Individuationsprinzip. II 158 Individuation: in unserer Welt Moment-zu-Moment-Individuation durch Prädikate - für Gegenstände wahllos (alles kann Gegenstand sein), für Prädikate entscheidend. >Wahrheitswert. V 84 Individuation/Gegenstand/Sprachlernen/Quine: um "Hund" zu lernen, muss man mehr lernen als das Vorhandensein - man muss auch die individuierende Kraft des Terminus lernen, die Aufspaltung der Referenz - ((s) > geteilter Bezug). - Man muss lernen, was als ein Hund gelten soll und was als ein anderer - "Hund" ist eher wie Wasser als wie "Mama": man kann zugleich mehrere Hunde sehen - "Ding": aus Ähnlichkeit 2. Ordnung (von Ähnlichkeiten) - Zeigen/Problem: "Das ist ein Hund" darf keine Hunde auslassen. >Allgemeine Termini/Quine. V 88 Individuation/Überlappen/Zeigen/Quine: kein Problem: Hunde überschneiden sich nie: jeder besteht genau den Punkten, die zu demselben Hund gehören wie ein bestimmter Punkt - Hund haben keine gemeinsamen Punkte - anders: sich überschneidende Kreisscheiben: hier muss beim Zeigen die Form nachgezogen werden - Quine: nur am Anfang des Lernens - Lösung: man kann ohne weiteres sagen a sei identisch mit b. Ob a derselbe Hund oder dasselbe Ohr ist, hängt davon ab, ob a ein Hund oder ein Ohr ist. QuineVsGeach: Damit wird sein Relativismus unhaltbar. - Dennoch Identität in tieferem Sinn relativ: Identitäts-Maßstäbe sind verschieden. V 102 Zeigen: Bsp "Dieser Körper ist ein Tier": hier muss der Umriss sorgfältig nachgezeichnet werden, sonst könnte es sein, dass bloß der Rumpf als Tier aufgefasst wird. V 125 Individuation/allgemeiner Term/Quine: "Quadrat" ist ein individuierendes Wort. - ((s) "Fido" nicht: Bsp "Das ist ein Fido".) V 161 Individuation/Quine: ihre Feinheit hängt von der Anzahl der allgemeinen Termini in der Sprache ab - "lexikalische Brille". - Individuation spielt sich im Auge des Betrachters ab. VII (h) 157 Eigenschaften/Individuation/Quine: Eigenschaften werden so individuiert: zwei offene Sätze, die dieselbe Klasse determinieren, determinieren nicht dieselbe Eigenschaft, wenn sie nicht analytisch äquivalent sind. XII 64f Individuation/Apparat/Übersetzungsunbestimmtheit/ontologische Relativität/Quine: Wörter für die Gegenstände, Identitätsprädikat, "derselbe wie", "ein anderer", Pluralform, logische Partikel, Pronomen - das ist der Bezugsrahmen (Koordinatensystem). - Pointe: dieser ist bei Übersetzung nicht konstant! Unbestimmtheit: man kann kontern: "in welchem Sinn von "Hase""? ((s) Ob Teil oder Ganzer). |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Person | Williams | Nozick II 29f Selbst/Person/Selbstidentität/Identität/B. Williams: Bsp zwei Geschichten die uns zusammengenommen vor ein Rätsel stellen: 1. Fall: Eine Person tritt in einen neuen Körper ein, eigentlich tauschen zwei Personen ihre Körper aus - A-Körper-Person: (jetzt mit dem A-Körper verbunden): hat alle Erinnerungen, alles Wissen, Werte, Verhaltensweisen usw. der (früheren, kompletten) Person B - wenn A nach dem Wechseln wählen könnte, welchem Schmerzen zugefügt werden sollten, würde er den A-Körper dafür auswählen - denn er geht davon aus, dass er B bewohnt. 2. Fall: Jemand sagt ihnen, dass sie Schmerzen ertragen sollen . danach erfahren Sie, dass sie einen Wechsel ihrer psychologischen Verfassung durchmachen werden - sodass Sie den Charakter von jemand anderem besitzen werden. - Das ängstigt Sie, Sie wollen ihre Identität nicht verlieren und anschließend Schmerzen ertragen. Frage: warum hatte die A-Person im ersten Fall nicht dieselben Befürchtungen? - warum ist Fall 1: Transfer einer Person in einen anderen Körper - und Fall 2: etwas, das einer bleibenden Person widerfährt? - Wieso spielen die Erinnerung im Fall 1 eine Rolle? II 31 Unterschied 1/2: in 2 erwirbt B nicht die Erinnerungen von A. Nozick II 29f Identität/Person/Selbst/B. Williams: Bsp symmetrischer Fall: Außensicht: zwei Personen tauschen Körper, A ist jetzt im B-Körper und entscheidet, dass B (jetzt in seinem alten A-Körper) Schmerzen zugefügt werden sollen, statt ihm im neuen Körper - Innensicht (symmetrisch): Sie sollen Schmerzen zugefügt bekommen, das ängstigt Sie, vorher sollen sie einen anderen Charakter bekommen, das beängstigt Sie noch mehr - Sie wählen die Schmerzen für sich, um den Verlust der Person abzuwehren - andere Entscheidung, symmetrischer Fall - Problem: nichts außerhalb beeinflusst A's Aufgabe und Erwerb einer neuen Psyche. Frage: wie können dann zwei Aufgaben und Erwerbe zu einem Tausch von Körpern führen? Williams: These: körperliche Identität ist notwendige Bedingung für personale Identität. II 31 Problem: was irgendwo anders geschieht, kann keine Auswirkung darauf haben, ob A weiterhin im A-Körper lebt. Williams: These: Körperliche Identität ist eine notwendige Bedingung personaler Identität. Nozick II 32 Identität/Person/Selbst/B. Williams: 1. Prinzip: Identität von etwas kann nicht davon abhängen, ob es ein anderes Ding irgendeiner Art gibt. 2. Prinzip: wenn es möglich ist, dass es ein anderes Ding gäbe, das die Identität verhinderte, dann gibt es gar keine Identität, selbst wenn dieses andere Ding nicht existierte. NozickVsWilliams: beide Prinzipien sind falsch - Bsp Wiener Kreis löst sich auf - mehrere Nachfolgergruppen entstehen - dann ist die Identität abhängig von etwas, das woanders geschieht ((s) ob es mehrere Gruppen gibt.) - >"nächster Nachfolger", nN. Nozick II 33 Identität/Zeit/nächster Nachfolger/NozikVsWilliams: doch Abhängigkeit von Existenz anderer Dinge: ob sich eine Gruppe Wiener Kreis nennen kann, hängt davon ab, ob es andere Gruppen im Exil gibt - wenn zwei Dinge gleich nah am Original, gibt es keinen nächsten Nachfolger nN. Identität in der Zeit: notwendige Bedingung: nN zu sein. II 35 Wenn Gott kausal für Identität in der Zeit sorgte, müsste auch er entscheiden, wie die Faktoren gewichtet werden sollten. >Schiff des Theseus. II 40 Es kann sein, dass der nN nicht nah genug ist. II 41 Ein zufällig entstandene Kopie ist kein nN (wegen fehlender Kausalität) - wir könnten den zweiten ohne den ersten haben. II 45 Identität in der Zeit/Problem: Überlappen. >Überlappung, >Identität, >Personale Identität, >Kontinuität, >Veränderung. |
EconWilliams I Walter E. Williams Race & Economics: How Much Can Be Blamed on Discrimination? (Hoover Institution Press Publication) Stanford, CA: Hoover Institution Press 2011 WilliamsB I Bernard Williams Ethics and the Limits of Philosophy London 2011 WilliamsM I Michael Williams Problems of Knowledge: A Critical Introduction to Epistemology Oxford 2001 WilliamsM II Michael Williams "Do We (Epistemologists) Need A Theory of Truth?", Philosophical Topics, 14 (1986) pp. 223-42 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 No I R. Nozick Philosophical Explanations Oxford 1981 No II R., Nozick The Nature of Rationality 1994 |
| Querweltein- Identität | Stalnaker | I 12 Querweltein-Identität/Stalnaker: Die Querweltein-Identität muss nicht transitiv sein, Bsp das Schiff des Theseus, Bsp Statue und Ton: Hier ist es kontrovers, ob Aussagen über die Querweltein-Identität wahr sind. >Mögliche Welten, >Schiff des Theseus. 1. Begrifflicher Rahmen. 2. Als Aktualisten sprechen wir nicht buchstäblich über Mengen von Individuen in anderen möglichen Welten. >Aktualismus. Stalnaker:Stattdessen sprechen wir über Mengen von Stellvertretern. Wir müssen das Individuum von seiner Weise zu sein, trennen. >Stellvertreter. I 123 Querweltein-Identität/Haecceitismus/StalnakerVsSalmon, Nathan: Wir brauchen keine absolute Identität, um unsere Wirklich Welt-relative Identität zu definieren. Für den Aktualismus werden alle Aussagen aus der Perspektive einer möglichen Welt gemacht, dann gibt es keine Perspektive jenseits aller möglichen Welten. >Perspektive/Nagel, >Haecceitismus. I 124 Def Identität/Mögliche Welt-relativ/Stalnaker: Identität ist immer die binäre Relation, deren Extension in jeder möglichen Welt w die Menge der Paare ist, sodass d im Bereich von w ist. >Identität, >Extension. I 125 Querweltein-Identität/(s): Querweltein-Identität wird jeweils in einer möglichen Welt formuliert. |
Stalnaker I R. Stalnaker Ways a World may be Oxford New York 2003 |
| Schiff des Theseus | Löwith | Löw I Karl Löwith Heidegger. Denker in dürftiger Zeit Göttingen 1960 |
|
| Schiff des Theseus | Millikan | I 287 Theseus’ Schiff/Terminologie/Millikan: S0: das Original Sn: das aus neuen Teilen vollständig neu gebaute Schiff Sr: das renovierte Schiff ((s) Zwischenstadium). Alle drei sind Schiff-Stadien. I 287 Frage: war das ganze dauernde Ganze, von dem Sn ein Teil war, dasselbe dauerhafte Ganze wie das, von dem S0 ein Teil war? Oder entsprechend mit Sr und S0? Lösung/Millikan: kann nur gegeben werden, wenn vorher das Prinzip festgelegt wird, nach dem die Einheit (Einheitlichkeit) festgestellt werden soll. Problem: es scheint klar zu sein, dass nicht beide, Sn und Sr Teile desselben dauernden Ganzen sein können. Denn sie existieren gleichzeitig an verschiedenen Orten. Problem: Bsp drei Wasserflächen S1, S2, S3, wenn sie so gestaltet sind, dass es unklar ist, ob S1 und S2 Teil desselben Sees sind und entsprechend auch für S1 und S3, dann wäre es unvorstellbar, dass es gleichzeitig völlig klar wäre, dass S2 und S3 nicht Teil desselben Sees wären. Pointe. gibt es dann vielleicht doch am Ende eine Asymmetrie zwischen zeitlichen und räumlichen Teilen? Theseus’ Schiff: Sn und Sr können nicht Stadien desselben Schiffs sein, weil sie zwar gleichzeitig existieren, aber verschiedene Eigenschaften haben und verschiedene räumliche Teile belegen, aus verschiedenen Materieansammlungen zusammengesetzt sind usw. Identität/Leibniz/Millikan: sein unbestrittenes Prinzip schließt aus, dass Sn und Sr dasselbe Schiff sind. Einheit/Einheitlichkeit/Millikan: Welches Prinzip auch immer wir hier wählen, es scheint, dass es ausschließen sollte, dass verschiedene zeitliche Teile zur selben Zeit existieren könnten. Spaltung/Millikan: d.h. eine Spaltung sollte nicht beide Teile gleichwertig erhalten, wie bei einer Amöbe. Einheit/Millikan: Ein entsprechendes Prinzip muss Leibniz’ Prinzip der Identität des Ununterscheidbaren aufrechterhalten. Problem: das Prinzip sagt bloß, dass ein Ding dieselben Eigenschaften haben muss, wie es selbst. Es sagt nicht, dass ein Teil dieselben Eigenschaften haben muss wie ein anderer Teil. Theseus’ Schiff: dann könnten Sn und Sr gleichzeitige, aber räumlich entfernte Teile sein. räumlich/zeitlich/Millikan: es ist eher das Prinzip der Einheitlichkeit, (nicht das der Identität) das verlangt, dass Gegenstände nur eine Position zu einer Zeit haben. Mereologie/Einheitlichkeit/Einheit/Millikan: wir selbst brechen oft dieses Prinzip, wenn wir sagen, dass ein und dasselbe Ding weiter existiert, wenn es zerbrochen ist oder in seine Teile zerlegt wird. Definition/Gegenstand/Objekt/Ding/Millikan: dennoch brauchen wir das Prinzip der Einheitlichkeit, um Gegenstände überhaupt zu definieren. Spaltung/Millikan: ein Verbot von Spaltung hätte mit dem Prinzip der Identität nichts zu tun. I 289 Theseus’ Schiff/Millikan: ob wir sagen, dass neu gebaute oder das Schiff aus den Originalteilen wäre das richtige Schiff, ist am Ende nur eine verbale Frage der Prinzipien der Einheitlichkeit, die wir anwenden wollen. Dagegen: Identität/Millikan: Fragen der Identität sind objektive Fragen, die nicht durch den Sprachgebrauch entschieden werden. >Sprachverhalten. Einheit/Einheitlichkeit/Millikan: ist eine Frage der gebrauchten Kennzeichnungen. >Kennzeichnung. Spaltung/Fusion/Identität in der Zeit/zeitliche/Millikan: sind eigentlich Fragen der gewählten (konventionellen) Prinzipien der Einheit. (Einheitlichkeit) Identität/Objektivität/Millikan: Fragen der Identität sind objektive Fragen, bei denen man darüber verwirrt sein kann, was man denken soll, nicht bloß, was man sagen soll. Zeitliche Identität/Millikan: ist nicht problematischer als räumliche Identität. >Identität/Millikan, >Zeitliche Identität. |
Millikan I R. G. Millikan Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987 Millikan II Ruth Millikan "Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Teilidentität | Meixner | I 48 Schiff des Theseus/Teilidentität/Meixner: Wenn das Schiff überdauert, könnte ein Sammler aus den alten Teilen ein zweites Original bauen - beide sind nicht identisch, aber gleich gute Kandidaten für Einzigkeit - das ist absurd. >Einzigkeit, >Eindeutigkeit, >Einheit, >Identität, >Vollständigkeit, >Ontologie, >Teile, >Teil-von-Relation, >Mereologie. |
Mei I U. Meixner Einführung in die Ontologie Darmstadt 2004 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Pro/Versus |
Eintrag |
Literatur |
|---|---|---|---|
| mereol. Essentialism Theseus | Pro | Simons I 208 mereologischer Essentialismus: Pro: Chisholm - Vs: Simons: Bsp Schiff des Theseus: anfängliche Koinzidenz von Materie-Konstanz und Funktions-Konstanz I 275 mereologischer Essentialismus/Chisholm: alle Teile notwendig - SimonsVsChisholm: einige wesentlich, andere nicht. |
|
| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
|---|---|---|---|
| Theseus Schiff | Salmon, N. | Staln I 115 Bsp ein komplexes Artefakt, z.B. ein Fahrrad, an den ein Teil ausgetauscht wurde, ist noch dasselbe Fahrrad, nur etwas anders. Aber wenn die meisten Teile ausgetauscht wurden, würde man sagen, es ist ähnlich, aber ein anderes. Hugh Chandler: (1975): Variante aufgeteilt auf zwei MöWe w1: wie in der Original-Geschichte w2: wie w2, außer daß die alten Teile entfernt, aber nicht ersetzt werden. Das Schiff wird demontiert und später rekonstruiert 2. Bsp Statue/Ton/Allan Gibbard: (1975) Bsp ein Klumpen Ton, genannt «Klumpi» (lumpl) und eine Statue genannt "Goliath". Die Staute wird aus dem Klumpen gemacht und Klumpen und Statue kommen im selben Moment zur Existenz bzw. hören auf zu existieren. Dann sind beide identisch. ((s) die Formulierung verschleiert, daß sie sich ablösen). Identität/Statue/Ton/Gibbard/Stalnaker: aber es ist klar, daß diese Identität keine notwendige Identität ist, sondern kontingente Identität. In einer anderen möglichen Welt könnte die Statue vor dem Klumpen zerstört worden sein. Dann sind beide verschieden. I 117 Querwelteinidentität/Stalnaker: es sieht so aus, als müßten wir sie aufgeben, oder einen extremen mereologischen Essentialismus akzeptieren, der die Identität aller Teile erfordert. Chandler/Nathan Salmon: These: die Fahrräder sind alle identisch, aber die aus den entfernteren Welten sind für einander nicht zugänglich. |
|
| continuant | Simons, P. | I 175 Zeitlicher Teil/continuants/Mereologie/SimonsVsalle/SimonsVsChisholm: These auch continuants können zeitliche Teile haben! D.h. sie sind nicht mereologisch konstant, sondern mereologisch variabel. continuants/Simons: These müssen auch nicht ununterbrochen existieren. Das liefert uns eine überraschende Lösung für das Problem des Schiffs des Theseus. I 351 Continuant/Existenz/Simons: ob ein continuant existiert (E!) steht und fällt mit der Frage, ob es Ereignisse gibt, die sich zu der Form einer Lebensgeschichte zusammenfinden. Genidentität: ist selbst nicht hinreichend für die Existenz eines continuants via Integration von Ereignissen in eine Geschichte. Sie kann die Vereinigung nur unterstreichen. Continuant/Simons: These hat ontologische Priorität gegenüber dem Leben. |
|
| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
|---|---|---|---|
| Theseus Schiff | Chandler, H. | Stalnaker I 115 Bsp ein komplexes Artefakt, z.B. ein Fahrrad, an dem ein Teil ausgetauscht wurde, ist noch dasselbe Fahrrad, nur etwas anders. Aber wenn die meisten Teile ausgetauscht wurden, würde man sagen, es ist ähnlich, aber ein anderes. Hugh Chandler: (1975) Variante aufgeteilt auf zwei mögliche Welten. w1: wie in der Original-Geschichte w2: wie w2, außer, dass die alten Teile entfernt, aber nicht ersetzt werden. Das Schiff wird demontiert und später rekonstruiert I 117 Querwelteinidentität/Stalnaker: es sieht so aus, als müssten wir sie aufgeben, oder einen extremen mereologischen Essentialismus akzeptieren, der die Identität aller Teile erfordert. Chandler/Nathan Salmon: These: Die Fahrräder sind alle identisch, aber die aus den entfernteren Welten sind für einander nicht zugänglich. |
Stalnaker I R. Stalnaker Ways a World may be Oxford New York 2003 |