Lexikon der Argumente


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Charakter Kaplan Newen I 120
Zweidimensionale Semantik/Kaplan/Newen/Schrenk: Unterscheidung von Äußerungskontext: in ihm wird eine Äußerung gemacht und eine Wahrheitsbedingung (WB) festgelegt - und einer Auswertungswelt: in ihr wird die Äußerung als wahr oder falsch bewertet. - Charakter/Kaplan: Tabelle, in der eine (bei Kaplan indexikalische) Äußerung geschrieben wird, und dann, in Zeilen die Äußerungskontexte, in Spalten die Auswertungswelten eingetragen werden. - Das berücksichtigt damit zusätzlich die Kontextabhängigkeit von Indikatoren. ((s) Bsp "Ich bin in NY (Rio/Tokyo)" geäußert in NY/Rio/Tokyo.) Def Charakter: Funktion von möglichen Äußerungskontexten auf Wahrheitsbedingungen. - Der Satz bekommt erst in einer Äusserungssituation seine Wahrheitsbedingungen.
Newen I 121f
Zweidimensionale Semantik/Kaplan/Newen/Schrenk: unterscheidet notwendig/a priori: notwendig: Bsp "Ich bin Cicero": in der ersten Zeile nur wahr. - (Wenn wahr, notwendig wahr, sonst notwendig falsch.) - a priori: Bsp "Ich bin jetzt hier" Diagonale nur wahr, sonst falsch. - Diagonale: zeigt die Tatsache an, dass der Ort und Zeit immer der Ort und die Zeit der Äußerung ist. - Stalnaker: Vorschlag: nur die Diagonale zu berücksichtigen. - Notwendig und a priori: Bsp Cicero ist identisch mit Cicero: hier überall nur wahr.
Stalnaker I 192
Def Charakter/Kaplan: = Bedeutung - Funktion von möglichen (Gebrauchs-) Kontexten auf Referenten - (Newen/Schrenk: der Charakter ist die gesamte Tabelle der zwei-dimensionalen Semantik). Kaplan These: Charakter und Inhalt (content) müssen getrennt werden - Charakter/Bedeutung: ist eine Regel die sagt, wie der Referent durch Tatsachen über den Kontext bestimmt wird.
Inhalt/content/Kaplan: = sekundäre Intension.
Inhalt: möglicherweise unbekannt trotz Sprachkompetenz. - ((s) >Götter-Bsp Zwei allwissende Götter) - ((s) Charakter/(s): Wer es jeweils sein könnte. - Inhalt: Wer es tatsächlich ist.) - Bsp auf wen "Ich" referiert.
Stalnaker I 194
Inhalt/sekundäre Intension: kann in verschiedenen möglichen Welten verschieden sein a) Weil der Kontext verschieden ist
b) Weil die Bedeutung anders ist. - (Das gehört zur Metasemantik).
Stalnaker I 208
Charakter/Kaplan/Stalnaker: wird von der primären Intension festgelegt. - Kognitiver Wert/Stalnaker: ist dann der Charakter eines Gedankens.
D. Kaplan
hier nur externe Quellen; vgl. die Angaben in den einzelnen Beiträgen.

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
de se Lewis Frank I 16ff
Def de se/Lewis: die Selbstzuschreibung individuierender Eigenschaften geschieht in einem Glauben de se (von sich selbst) - dieser lässt sich nicht als Glaube de dicto analysieren -aber umgekehrt: Glaube de dicto und de re lässt sich als Glaube de se analysieren - engerer Sinn: Selbstzuschreibung von Eigenschaften, die das Individuum in Raum und Zeit lokalisieren. Castaneda: indexikalische Bezugnahmen sind nicht aufeinander reduzierbar - VsLewis: daher brauchen wir neben dem Glauben de se eigentlich noch einen "de te", "de nunc", "de ibi" usw.
Lewis IV 120ff
Einstellungen de se/Lewis: die Einstellungen die man irreduzibel über sich selbst hat sind nicht propositional - aber auch sie können durch Sätze ausgedrückt werden - sie sind aber keine Propositionen - Bsp man hält sich für einen Trottel - dann drückt man mehr eine Eigenschaft aus als eine Proposition.
IV 145
De se/Wunsch/Lewis: Objekte von Wünschen sind oft Eigenschaften, nicht Propositionen - müssen nicht von allen Bewohnern derselben Welt geteilt werden - Proposition/Lewis/(s) ist in möglichen Welten wahr oder nicht wahr - dann gilt sie für alle, nicht personenbezogen für bestimmte Personen.
IV 145/146
De se/Lewis: bestimmte Rolle (Lokalisierung auf bestimmte Weise) in möglichen Welten z.B. selbst der "Gewinner" sein (entspricht einer Eigenschaft). - De dicto: bloß Wunsch nach Welt mit Gewinnern und Verlierern (entspricht Proposition) - Bsp Zwei allwissende Götter: die beiden unterscheiden sich nicht in Bezug auf irgendeine Proposition - wenn es darum geht auf dem höchsten Berg zu sitzen und Manna zu schleudern, können sie es tun oder lassen. >Zwei allwissende Götter.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Ich Stalnaker I 20/21
Ich/objektives Selbst/Nagel/Stalnaker: Ich: Wenn jemand sagt "Ich bin RS" scheint es, dass die Person eine Tatsache darstellt...
I 21
...und es ist eine objektive Tatsache, ob das wahr oder falsch ist - unabhängig davon, was der Sprecher denkt. Problem: Unser Begriff der objektiven Welt scheint gar keinen Platz für eine solche Tatsache zu lassen. Eine vollständige Darstellung der Welt, wie sie in sich selbst ist, wird keine bestimmte Person als mich herausgreifen. Sie sagt mir nicht, wer ich bin! ((s) Vgl. >Zwei allwissende Götter/Lewis), >Selbstidentifikation. Semantische Diagnose: Die semantische Diagnose versucht eine Darstellung von Index-Wörtern oder Selbstlokalisierung. NagelVsSemantische Diagnose: Das trifft nicht den Kern.
StalnakerVsVs: einfach >homophone Wahrheitsbedingungen (WB). Problem: Was ist der Inhalt? Der Inhalt (Information) bei indexikalischen Äußerungen wird nicht durch die Wahrheitsbedingungen vermittelt, d.h. der Sprecher könnte Datum und Ort nicht gekannt haben und dennoch geglaubt haben, was er sagt. Der Hörer könnte diese ebenfalls nicht gekannt haben und dennoch die Äußerung verstanden haben.
Thomas Nagel: Das ist jedenfalls VsOntologische Selbst-Objektivierung.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Mögliche Welten Castaneda Frank I 329ff
Mögliche Welt/MöWe/Lewis: nur öffentlich zugängliche, physikalische Gegenstände, keine Propositionen, kein propositionales Wissen, extensional (Bsp Zwei allwissende Götter) - CastanedaVsLewis: private Gegenstände und Indikator-Sätze ("ich", "hier", "jetzt") sind doch in möglichen Welten individuierbar (intensional). - Lewis: wenn Zugang zu möglichen Welten perspektivisch beschränkt ist, dann noch schlimmer: man wüsste man nicht mehr, was man propositional glaubt, weil die Propositionen als Mengen von möglichen Welten nicht mehr durchsichtig wären.
Frank I 357
Mögliche Welten/CastanedaVsLewis: sind nicht geeignet als Akkusativ des Denkens: als Mengen sind sie zu weit - nicht intensional.

Hector-Neri Castaneda (1987b): Self-Consciousness, Demonstrative Reference,
and the Self-Ascription View of Believing, in: James E. Tomberlin (ed) (1987a): Critical Review of Myles Brand's "Intending and Acting", in: Nous 21 (1987), 45-55

James E. Tomberlin (ed.) (1986): Hector-Neri.Castaneda, (Profiles: An
International Series on Contemporary Philosophers and Logicians,
Vol. 6), Dordrecht 1986

Cast I
H.-N. Castaneda
Phenomeno-Logic of the I: Essays on Self-Consciousness Bloomington 1999

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Zwei allwissende Götter Zwei Götter, David K Lewis: Bsp Zwei allwissende Götter (allwissend in Bezug auf Propositionen) wissen nicht, wer von ihnen sie jeweils selbst sind, weil das nicht in Propositionen fassbar ist bzw. Selbstwissen kein propositionales Wissen ist. (D.K. Lewis Philosophical Papers Vol. I 1983, S. 139ff)
Zwei allwissende Götter Armstrong
Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
Zwei allwissende Götter Castaneda Frank I 356 f
Zwei Götter/2 allwissenende Götter/Lewis: allwissend: nur durch Kenntnis aller Propositionen - aber unfähig, sich selbst die entscheidenden Eigenschaften zuzuschreiben, da Eigenschaften (Attribute) nicht propositional sind. CastanedaVsLewis: sein Begriff des einzigartigen Gegenstücks passt eher auf die Teil-Gegenstandsbereiche der privaten Objekte - die überlagernde Struktur wäre eine totale Welt, und jede Extension wäre "meine Welt" für jede Person in der Welt. Daher ist Lewis’ Bsp der zwei Götter nicht einleuchtend, selbst dann nicht, wenn wir Propositionen mit Mengen von möglichen Welten gleichsetzen.


Hector-Neri Castaneda (1987b): Self-Consciousness, Demonstrative Reference,
and the Self-Ascription View of Believing, in: James E. Tomberlin (ed) (1987a): Critical Review of Myles Brand's "Intending and Acting", in: Nous 21 (1987), 45-55

James E. Tomberlin (ed.) (1986): Hector-Neri.Castaneda, (Profiles: An
International Series on Contemporary Philosophers and Logicians,
Vol. 6), Dordrecht 1986

Cast I
H.-N. Castaneda
Phenomeno-Logic of the I: Essays on Self-Consciousness Bloomington 1999

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Zwei allwissende Götter Cresswell II 122
Zwei allwissende Götter/Götter-Bsp/Lewis/λ-kategoriale Sprache/Lambda-kategoriale Sprache/Cresswell: Variante: Namen für die Götter - de re: wird durch ein "dass" gesichert, das auf die einzelnen Teile Bezug nimmt - sonst: Bsp > Zeus, schleudert Donnerkeile.- Selbstreferenz kann fehlschlagen, wenn Zeus sich selbst für Jehova hält.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Zwei allwissende Götter Lewis IV 139
Zwei allwissende Götter/2 Götter/Lewis: das Beispiel soll zeigen, dass Objekte von Einstellungen nicht mit Propositionen als Mengen von Möwe (möglicher Welten) identifiziert werden sollte. - Bsp Die beiden wissen genau, welche Welt sie bewohnen - d.h. sie kennen jede wahre Proposition. - Sie wissen aber nicht wer sie selber sind. - Lösung: Selbstzuschreibung einer Eigenschaft, nicht einer Proposition - (s.o. räumliche (nicht logische) Lokalisation ist kein propositionales Wissen). LewisVsCastaneda: Lösung: de se: wir müssen nur einen Fall finden, wo der Herausgeber von Soul weiß, welche Welt die seine ist, ohne zu wissen, ob er unter den Millionären ist. - de se: Selbstidentifikation, Selbstlokalisation - de dicto: Selbstlokalisation im logischen Raum (welche Proposition man glaubt).
IV 141
Zwei allwissende Götter/Lewis: Bsp angenommen: Variante mit zwei Götterpaaren in zwei möglichen Welten W und V, die ihre Plätze getauscht haben. - Angenommen, Gott 1 weiß dass die Proposition "Ich bin auf dem höchsten Berg" wahr ist in W - und er weiß, dass er in W lebt. - Daraus folgt nicht, dass er weiß, dass er auf dem höchsten Berg ist. - Denn wäre er auf dem kältesten Berg gewesen, hätte der gleiche Satz eine andere Proposition ausgedrückt, eine, die wahr ist in V und falsch ihn W. - Eine Proposition, von der er wüsste, dass sie falsch ist.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Zwei allwissende Götter Perry Frank I 404f
Lewis: 2 Götter/Götter-Bsp/Wanderer-Bsp: Bsp Perry: zwei verirrte Wanderer brauchen mehr als nur denselben Wanderführer, um überhaupt Differenzen zur Situation und untereinander festzustellen. Sie würden alle die gleichen Sätze als wahr bezeichnen. Lösung/Perry: Unterscheidung Meinung/Meinungszustand – Meinungskontext/Bewertungskontext) (Frank I 414)

John Perry (1979): The Problem of the Essential Indexicals, in: Nous 13
(1979), 3-21

Erklärung/(s):
Bsp Zwei allwissende Götter/Lewis: (D. Lewis Philosophical Papers, Vol I p.139ff) ein Gott sitzt auf dem höchsten Berg und schleudert Manna herab – der andere sitzt auf dem kältesten Berg und schleudert Blitze. Problem: die Kenntnis sämtlicher Propositionen befähigt keinen von beiden, sich selbst zu identifizieren. > Proposition, >propositionales Wissen, > Identifikation, > Selbstidentifikation, > Selbstwissen,> Individuation.
Proposition/Lewis: (Frank I 16f) niemals mit Index "ich", "er", "hier", "jetzt".

Siehe auch Zuckerspur im Supermarkt Frank I 402ff
Erklärung/(s):
Zuckerspur/Schlamassl im Supermarkt/a mess in the supermarket/sugar trail: (J. Perry 1979. S. 3f): Perry entdeckt im Supermarkt eine Zuckerspur auf dem Boden und macht sich auf, dem unvorsichtigen Kunden Bescheid zu sagen, dass er eine Schweinerei macht. Nachdem er eine Acht um die Regale gefahren ist, stellt er fest, dass er selbst der Verursacher ist. Verwandte Probleme:> auf sich selbst zeigen, >unersetzbare Indexwörter, >problem of the essential indexicals.

Perr I
J. R. Perry
Identity, Personal Identity, and the Self 2002

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Zwei allwissende Götter Stalnaker I 275
Götter-Bsp/Bsp Zwei allwissende Götter/Lewis/Stalnaker: Variante: vertauschte Spektren: "Castor": Castor hat die Erfahrung "ph-rot". Wissen/Castor: Castor weiß, dass rote Dinge ph-rot für Castor aussehen. Und er weiß, wegen der Vertauschung, dass dieselben Dinge ph-grün für Pollux aussehen.
Pollux: Pollux hat die Erfahrung "ph-grün". ((s) Beim selben Gegenstand).
Dieses Erlebnis/Problem: Castor weiß nicht, ob dieses Erlebnis für ihn ph-rot oder ph-grün ist, weil er nicht weiß, ob rote Dinge für ihn selbst ph-rot oder ph-grün aussehen. Wenn das Allwissenheit sein soll, dann impliziert sie nicht phänomenale Unterscheidungsfähigkeit.
Variante: Angenommen, es gibt nichts grünes in der Welt, dann sind beide in der Situation wie Mary (die niemals Farben gesehen hat) und jeder bleibt auch in dieser Position, selbst wenn jeder erführe, welcher Gott er ist. Sie wissen nicht, wie es ist, diese Erfahrung zu haben.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Zweidimensionale Semantik Kaplan Newen I 120
Zweidimensionale Semantik/Kaplan/Newen/Schrenk: Unterscheidung von Äußerungskontext: in ihm wird eine Äußerung gemacht und eine Wahrheitsbedingung (WB) festgelegt - und einer Auswertungswelt: in ihr wird die Äußerung als wahr oder falsch bewertet. - Charakter/Kaplan: Tabelle, in der eine (bei Kaplan indexikalische) Äußerung geschrieben wird, und dann, in Zeilen die Äußerungskontexte, in Spalten die Auswertungswelten eingetragen werden. - Das berücksichtigt damit zusätzlich die Kontextabhängigkeit von Indikatoren. ((s) Bsp "Ich bin in NY (Rio/Tokyo)" geäußert in NY/Rio/Tokyo.) Def Charakter: Funktion von möglichen Äußerungskontexten auf Wahrheitsbedingungen. - Der Satz bekommt erst in einer Äusserungssituation seine Wahrheitsbedingungen.
Newen I 121f
Zweidimensionale Semantik/Kaplan/Newen/Schrenk: unterscheidet notwendig/a priori: notwendig: Bsp "Ich bin Cicero": in der ersten Zeile nur wahr. - (Wenn wahr, notwendig wahr, sonst notwendig falsch.) - a priori: Bsp "Ich bin jetzt hier" Diagonale nur wahr, sonst falsch. - Diagonale: zeigt die Tatsache an, dass der Ort und Zeit immer der Ort und die Zeit der Äußerung ist. - Stalnaker: Vorschlag: nur die Diagonale zu berücksichtigen. - Notwendig und a priori: Bsp Cicero ist identisch mit Cicero: hier überall nur wahr.
Stalnaker I 192
Def Charakter/Kaplan: = Bedeutung - Funktion von möglichen (Gebrauchs-) Kontexten auf Referenten - (Newen/Schrenk: der Charakter ist die gesamte Tabelle der zwei-dimensionalen Semantik). Kaplan These: Charakter und Inhalt (content) müssen getrennt werden - Charakter/Bedeutung: ist eine Regel die sagt, wie der Referent durch Tatsachen über den Kontext bestimmt wird.
Inhalt/content/Kaplan: = sekundäre Intension.
Inhalt: möglicherweise unbekannt trotz Sprachkompetenz. - ((s) >Götter-Bsp Zwei allwissende Götter). - ((s) Charakter/(s): Wer es jeweils sein könnte. - Inhalt: Wer es tatsächlich ist.) - Bsp auf wen "Ich" referiert.
Stalnaker I 194
Inhalt/sekundäre Intension: kann in verschiedenen möglichen Welten verschieden sein a) Weil der Kontext verschieden ist
b) Weil die Bedeutung anders ist. - (Das gehört zur Metasemantik).
Stalnaker I 208
Charakter/Kaplan/Stalnaker: wird von der primären Intension festgelegt. - Kognitiver Wert/Stalnaker: ist dann der Charakter eines Gedankens.
D. Kaplan
hier nur externe Quellen; vgl. die Angaben in den einzelnen Beiträgen.

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Zweidimensionale Semantik Stalnaker I 17
Zweidimensionale Semantik/Stalnaker: Die Zweidimensionale Semantik verbindet propositionale Gedanken mit Sätzen. ((s) D.h. dass in einer anderen möglichen Welt (MöWe) etwas anderes mit denselben Ausdrücken gemeint sein kann. Die A-Intension (unabhängig von Welten) ist es dann meist, zu der der Sprecher als einziges kognitiven Zugang hat. Epistemischer Status: Der epistemische Status wird daher vom modalen Status der A-Intension bestimmt. ((s) Was man wissen kann, ist abhängig von der Proposition (Inhalt) der MöWe-unabhängigen Äußerung.)
I 18
Zweidimensionale Semantik/Stalnaker: Die zweidimensionale Semantik kann zeigen, wie das Mögliche und das Wahre interagieren, d.h. semantische von faktischen Fragen im Kontext voneinander trennen.
I 19
Die zweidimensionale Semantik liefert aber nicht eine kontext-freie kanonische Sprache, in der wir eine neutrale Darstellung des Möglichkeitsraums geben könnten.
I 192
Def kontingent a priori/zwei-dimensionale Semantik/Stalnaker: Kontingent a priori ist eine Aussage mit einer kontingenten sekundären Intension, aber einer notwendigen primären. Def notwendig a posteriori: umgekehrt: Notwendig a posteriori sind notwendige sekundäre Intensionen, kontingente primäre. Pointe: Keine Proposition ist selbst kontingent a priori oder notwendig a posteriori. Es gibt nur verschiedene Weisen, in denen notwendige und kontingente Propositionen mit Aussagen assoziiert sind.
I 192
Def Charakter/Kaplan: Charakter ist gleich Bedeutung. Er ist die Funktion von möglichen (Gebrauchs-) Kontexten auf Referenten. Extern: Newen/Schrenk: Der Charakter ist die gesamte Tabelle der zwei-dimensionalen Semantik. Kaplan These: Charakter und Inhalt (content) müssen getrennt werden. Charakter/Bedeutung: Charakter ist eine Regel, die sagt, wie der Referent durch Tatsachen über den Kontext bestimmt wird. Inhalt/content/Kaplan: Inhalt ist gleich der sekundären Intension. Inhalt: Der Inhalt ist möglicherweise unbekannt trotz Sprachkompetenz. ((s) > Götter-Beispiel; Zwei allwissende Götter)
Charakter/(s): Bsp Wer es jeweils sein könnte. Inhalt: Wer es tatsächlich ist. Bsp Auf wen "ich" referiert.
I 194
Inhalt/sekundäre Intension: Der Inhalt kann in verschiedenen Welten verschieden sein a) weil der Kontext verschieden ist und b) weil die Bedeutung anders ist. ((s) Das gehört zur Metasemantik).
I 199
Zwei-dimensionale Semantik/Stalnaker: Die zwei-dimensionale Semantik sollte metasemantisch interpretiert werden, nicht semantisch.
I 199
Metasemantik/Stalnaker: Die Metasemantik ist tatsachenabhängig, daher hat sie keinen Zugang zu a priori Wahrheit. Semantik: Die Semantik muss interne Zustände annehmen.
I 212
Zweidimensionale Semantik/Stalnaker: primäre Propositionen: Es sind die primären Positionen, die die kognitiven Werte unserer Gedanken repräsentieren. Sekundäre Propositionen/semantisch: nach ihm sind die sekundären Propositionen beschrieben und nicht ausgedrückt. Sekundäre Proposition/semantisch: Die sekundären Propositionen sind eindeutig festgelegt als eine Funktion der Tatsachen. Problem: Sie sind nicht etwas, zu dem wir kognitiven Zugang haben.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003