Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 5 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Inhalt McDowell I 27
Inhalt/McDowell: es gibt einen nichtbegrifflichen repräsentationalen Inhalt - Inhalt/Kant: Gedanken ohne Inhalt sind leer - Begriff/Kant: Anschauungen ohne Begriffe sind blind.
I 157 ff
Inhalt/McDowell: es gibt einen nichtbegrifflichen repräsentationalen Inhalt (ob wir damit einverstanden sind, oder nicht).
I 34
Inhalt/McDowell: ist nicht etwas, was man sich selbst zusammenfügt. Die begrifflichen Fähigkeiten waren bereits am Werk, ehe man eine Wahl hat. Inhalt/Bedeutung/Quine/McDowell: daher ist "empirische Bedeutung" nicht dasselbe wie Inhalt. Wenn man Inhalt als die Einstellung bezeichnet, wie die Dinge der empirischen Welt sind. (Quine: "begriffliche Souveränität").
Inhalt/Quine: Ergebnis der frei handelnden und nicht durch das Material der der Rezeptivität kontrollierten Spontaneität.

Rorty VI 216
"Inhalt"/McDowell/Rorty: die Prüfung gewisser Wörter erweist, dass sie gar keinen empirischen Inhalt haben: Bsp "Hexe", "Phlogiston", "boche" (als französischer Ausdruck für Deutsche). Dies seien Scheinbegriffe. Je mehr wir über die Welt in Erfahrung bringen, desto größer wird die Zahl unserer echten Begriffe.

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Interesse Wirtschaftstheorien Mause I 414
Interessen/Umweltpolitik/Wirtschaftstheorie: Def Umweltpolitisches Interessendreieck: hier werden unterschieden: Verursacherinteressen – Betroffeneninteressen – Helferinteressen (von Prittwitz 1990, S. 116ff). (1)
Verursacherinteressen: Verursacherinteressen richten sich danach aus, möglichst umweltbelastende Tätigkeiten aufrechtzuerhalten und dabei ihren Nutzen mit möglichst geringen (Umweltschutz-) Kosten zu sichern.
Betroffeneninteressen: sind darauf gerichtet, Umweltschäden rasch und vollständig zu beseitigen.
Helferinteressen: ziehen Nutzen aus der Bewältigung von Umweltschäden, Bsp durch die Bereitstellung von Technik zur Emissionsminderung, Wärmedämmung usw.
Problem: Helferinteressen können anderen Branchen Kosten verursachen und damit Abwehr hervorrufen. (Böcher und Töller 2012a, S. 127 ff.) (2).


1. Volker v. Prittwitz, Das Katastrophenparadox. Elemente einer Theorie der Umweltpolitik. Opladen 1990.
2. Michael Böcher & Annette E. Töller, Umweltpolitik in Deutschland. Eine politikfeldanalytische Einführung. Wiesbaden 2012

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Konservativität Brandom I 199
Konservativität/Erweiterung/Sprache/tonk/Brandom: pro konservative Erweiterung: wenn die Regeln nicht inferentiell konservativ sind, gestatten sie neue materiale Inferenzen und ändern damit die Gehalte, die mit dem alten Vokabular verbunden waren. Expressive Logik/Brandom: verlangt, dass keine neuen Inferenzen, die nur altes Vokabular enthalten, dadurch angemessen gemacht werden, wenn sie es vorher nicht waren.
I 200
Bsp "boche"/Dummett: nichtkonservative Erweiterung: Aussagen, die den Ausdruck nicht (!) enthalten, könnten erst jetzt aus anderen, die ihn auch nicht enthalten, gefolgert werden. - Bsp Schluss aus deutscher Nationalität auf Grausamkeit. - BrandomVsDummett: dabei geht es nicht um Nichtkonservativität: diese zeigt nur, dass der Ausdruck "boche" einen Gehalt hat, der in den anderen Ausdrücken nicht enthalten ist. - Bsp der Begriff "Temperatur" hat sich auch mit den Messmethoden verändert - es geht nicht um Neuheit eines Begriffs, sondern um unerwünschte Folgerungen.
I 204
Gerade der materiale Gehalt von Begriffen geht verloren, wenn der begriffliche Gehalt mit den Wahrheitsbedingungen identifiziert wird.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Umweltschäden Wirtschaftstheorien Mause I 402f
Umweltschäden/Wirtschaftstheorie: Umweltschäden sind häufig das Ergebnis einer wirtschaftlichen Nutzung natürlicher Ressourcen. Sie werden durch Produktion und Konsum sowie die Aufnahme von Schadstoffen innerhalb der bestehenden Umweltmedien (Luft, Wasser, Boden) verursacht. Die genannten Nutzungsformen lassen sich auch als Funktionen der natürlichen Umwelt (Produktions-, Konsum-, Deponiefunktion) bezeichnen. Zum anderen trägt die zunehmende Flächeninanspruchnahme für Siedlungs-, Verkehrs- und Produktionszwecke zu Umweltschäden bei, weil im Zuge dessen natürliche Ökosysteme zurückgedrängt werden, die Artenvielfalt abnimmt, das Landschaftsbild beeinträchtigt sowie der Boden zunehmend versiegelt wird (Cansier 1993, S. 3 (1); Hartwig 1992, S. 126ff (2)).
Umweltpolitik/Bundesrepublik Deutschland: Die seit mehr als 40 Jahren in Deutschland betriebene Umweltpolitik (siehe für einen Überblick Böcher und Töller 2012, S. 6ff. (3)) hat insbesondere mit Blick auf die jüngere Vergangenheit – folgt man dem neuesten Umweltprüfbericht der OECD (2012) (4) für Deutschland – zu einer nennenswerten Verbesserung des Umweltqualitätszustands beigetragen. So lagen etwa die gesamten Treibhausgasemissionen (CO2, Methan etc.) Deutschlands im Jahr 2010 um 24  % unter dem Niveau von 1990. Dabei zählt Deutschland zu den wenigen OECD-Ländern, die in den 2000er-Jahren Treibhausgasemissionen und Wirtschaftswachstum vollständig entkoppelt haben, was nicht zuletzt auf eine gesunkene Energieintensität der Industrieproduktion zurückzuführen ist.
Externalität: Die Notwendigkeit staatlichen Handelns im Bereich der Umweltpolitik kann neben den öffentlichen Gutseigenschaften der Beseitigung von Umweltschäden aus ökonomischer Sicht auch mit Hilfe des Konzepts der externen Effekte begründet werden (Feess und Seeliger 2013, S. 39ff.(5); Endres 2000, S. 18ff.(6)).
Umweltschäden und Umweltverbesserungen lassen sich danach als Folge von negativen oder positiven Nebenwirkungen von Produktion oder Konsum verstehen. Wie öffentliche Güter werden auch diese Effekte nicht vom Marktpreismechanismus erfasst.
Problem: Sorgt der Staat im Rahmen seiner Umweltpolitik nicht für eine „Internalisierung externer Effekte“, d.   h. für eine Anlastung der externen
Kosten bzw. eine Vergütung des externen Nutzens beim Verursacher, führt dies zu einer Fehlallokation bei der Bereitstellung von privaten Gütern, die mit einer Übernutzung von Umweltressourcen oder einem zu geringen Maß an Umweltqualitätsverbesserungen einhergeht (7).


1. Cansier, Dieter. 1993. Umweltökonomie. Stuttgart/ Jena:
2. Hartwig, Karl-Hans, Umweltökonomie. In Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Hrsg. Dieter Bender, Hartmut Berg, Dieter Cassel, Günter Gabisch, Karl-Hans Hartwig, Lothar Hübl, Dietmar Kath, Rolf Peffekoven, Jürgen Siebke, H. Jörg Thieme und Manfred Willms, Bd.   2, 5.   Aufl., 122– 162. München 1992
3. Böcher, Michael, und Annette E. Töller, Umweltpolitik in Deutschland. Eine politikfeldanalytische Einführung. Wiesbaden 2012.
4. OECD. 2012. OECD-Umweltprüfberichte. Deutschland 2012. Paris: OECD Publishing.
5. Feess, Eberhard, und Andreas Seeliger, Umweltökonomie und Umweltpolitik, 4.   Aufl. München 2013
6. Endres, Alfred, Umweltökonomie, 3. Aufl. Stuttgart: 2000.
7. Ebenda S. 19

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Vokabular Brandom I 199
Konservativität/Erweiterung/Sprache/tonk/Brandom: pro konservative Erweiterung: wenn die Regeln nicht inferentiell konservativ sind, gestatten sie neue materiale Inferenzen und ändern damit die Gehalte, die mit dem alten Vokabular verbunden waren ï·" expressive Logik/Brandom: verlangt, daß keine neuen Inferenzen, die nur altes Vok enthalten dadurch angemessen gemacht werden (wenn sie es vorher nicht waren). I 200 Bsp "boche"/Dummett: nichtkonservative Erweiterung: Aussagen, die den Ausdruck nicht (!) enthalten, könnten erst jetzt aus anderen, die ihn auch nicht enthalten, gefolgert werden - Bsp Schluss aus deutscher Nationalität auf Grausamkeit - BrandomVsDummett: dabei geht es nicht um Nichtkonservativität: diese zeigt nur, daß der Ausdruck "boche" einen Gehalt hat, der in den anderen Ausdrücken nicht enthalten ist - Bsp der Begriff "Temperatur" hat sich auch mit den Messmethoden verändert - es geht nicht um Neuheit eines Begriffs, sondern um unerwünschte Folgerungen.
I 204
Gerade der materiale Gehalt von Begriffen geht verloren, wenn der begriffliche Gehalt mit den Wahrheitsbedingungen identifiziert wird.
I 427/8
Def Supervenienz/Brandom: ein Vokabular superveniert auf ein anderes genau dann, wenn es keine zwei Situationen geben könnte, in denen sich wahre Behauptungen (d.h. Tatsachen), formulierbar im supervenierenden Vokabular, unterscheiden würden, während sich die wahren Behauptungen, formulierbar im Vokabular, auf das superveniert wird, nicht unterscheiden - neutraler: wenn klar ist, worauf man in der einen Sprache festgelegt ist, ist auch klar, worauf man es in der anderen ist.
I 958
Ordnung/Zwillingserde/Brandom: es hilft nichts, in Begriffen dessen zu reden, was die Individuen unterscheiden können, denn worauf sie reagieren können, hängt davon ab, welche Reaktionen als verschieden gelten und dann tritt das gleiche Problem im Hinblick auf das verwendete Vokabular auf - Problem: ein Vokabular zu spezifizieren, das zwei Bedingungen erfüllt: 1. Die Zwillinge müssen in verschiedenen Umgebungen durch die Beschreibung in jenem Vokabular ununterscheidbar sein (und dazu genügt die physikalische Sprache nicht) - 2. Die Unterbestimmtheit der semantischen Eigenschaften ihrer Zustände in diesem beschränkten Vokabular muss irgend etwas Interessantes zeigen
II 76
Materiale Inferenz/Sellars/Brandom: von a östlich von b" auf "b westlich von a" - auch von Blitz auf Donner - braucht keine Logik.
II 79
Formal gültige Inferenzen lassen sich aus guten materialen Inferenzen ableiten, aber nicht umgekehrt - Beweis: gegeben sei eine Teilmenge irgendwie privilegierten Vokabulars, so ist eine Inferenz dann richtig, wenn sie material gut ist und sie kann nicht zu einer schlechten werden, wenn nichtprivilegiertes Vokabular durch nichtprivilegiertes Vokabular ersetzt wird - wenn man sich nur für logische Form interessiert, muss man in der Lage sein, zuvor einen Teil des Vokabulars als speziell logisches auszuzeichnen. - Bsp Wenn man theologische Inferenzen untersuchen will, muss man untersuchen, welche Ersetzung von nichttheologischem Vokabular durch nichttheologisches die materiale Güte der Inferenz bewahrt.
II 94
Def "tonk"/Belnap: 1. Regel: lizensiert den Übergang von p zu p tonk q für beliebige q. - 2. Regel: lizensiert den Übergang von p tonk q zu q. Damit haben wir eine "Netzkarte für Inferenzen": jede beliebige Folgerung ist damit gestattet - PriorVsBelnap: Bankrott aller Definitionen im Stile Gentzens - BelnapVsPrior: Lösung: Einschränkung: keine Inferenzen mit ausschließlich altem Vokabular, die nicht bereits vorher erlaubt waren - sonst würden die alten Gehalte rückwirkend geändert.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
bocheboche Prior Vs Belnap, Nuel Brandom I 198
"tonk": (Belnap) PriorVsBelnap: Bankrott von Definitionen der inferentiellen Rollen im Stile Gentzens."Netzkarte für beliebige Folgerungen". (>Bsp "boche"/Dummett, >konservative Erweiterung). Prior:"tonk":Verknüpfung nicht erst einführen und dann Bedeutung - kann nicht zur Folge haben, dass ein anderes Paar von Aussagen äquivalent ist. - Pointe: "analytische Gültigkeit" kann das nicht zeigen. BelnapVsPrior:(pro analytische Gültigkeit): darf nicht in Existenz hinein definieren, erst zeigen, wie es funktioniert - > klassische Negation ist illegitim - >negationsfreies Fragment. - (Peircesches Gesetz: Wenn P,dann Q oder, wenn Q nur wenn P, dann R)
Read III 269
Prior: These: es ist absurd, eine »analytische Gültigkeit« anzunehmen, eine "carte blanche", eine Möglichkeitsverknüpfung einzuführen und ihnen dann eine Bedeutung zu geben indem man sie einfach festlegt. Sein bekanntes Beispiel war "tonk". Absurd: wie kann die einfache Einführung einer neuen Verknüpfung zur Folge haben, dass ein beliebiges Paar von Aussagen (ohne "tonk") äquivalent ist?
Wenn wir erführen, was "tonk" bedeutete, würden wir sehen, dass die eine oder andere Folgerung nicht wahrheitserhaltend ist. Aber und das ist Priors Pointe:
der Vertreter der Ansicht der analytischen Gültigkeit kann das nicht sagen, denn er hat keine unabhängige Erklärung der Bedeutung von "tonk" bezüglich der er zeigen könnte, dass die Folgerungen ungültig sind.
Bedeutung: die Bedeutung, selbst die logischer Verknüpfungen, muss unabhängig sein von und vor der Bestimmung der Gültigkeit der Folgerungsstrukturen! (>BelnapVsPrior).

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Re III
St. Read
Philosophie der Logik Hamburg 1997
bocheboche Brandom Vs Dummett, Michael I 202
BrandomVsDummett: wenn er das Problematische des Begriffs "boche" darin erblickt, daß er eine nichtkonservative Erweiterung der restlichen Sprache bewirkt, so ist das nicht richtig. Die Nichtkonservativität zeigt lediglich, daß der Begriff einen substantiellen Gehalt hat, der nicht schon in anderen Begriffen enthalten war. Bsp Temperatur: wurde mit bestimmten Kriterien eingeführt, mit der Einführung neuer Meßmethoden entwickelte sich die komplexe inferentielle Festlegung, die die Signifikanz heute bestimmt.( > Messen.)
Einführung: es ist nicht zu fragen, ob die Folgerungen schon akzeptiert waren, sondern ob diese Folgerung eine ist, die akzeptiert werden sollte! Das Problem bei "boche" und "Nigger" ist nicht die Neuheit, sondern die unerwünschten Folgerungen.
Brandom II 173
Es gibt aber andere Wege der Rechtfertigung als zu zeigen, daß wir bereits implizit auf sie festgelegt waren, noch ehe der Begriff eingeführt wurde. Hintergrund von materialen inferentiellen Praktiken. Frege, spät: Sätze sind sing Term! Prädikate: Rahmen.
(DummettVsFrege: das verkennt die Besonderheit der Sätze, Züge im Sprachspiel sein zu können.
BrandomVsDummett: als hätte Frege keine Ahnung von Fregescher Kraft gehabt).

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
bocheboche Belnap Vs Prior, A. Brandom I 198
BelnapVsPrior: wenn man logisches Vokabular einführt, muß man solche Definitionen durch die Bedingung einschränken, daß die Regel keine nur altes Vokabular enthaltende Inferenzen zuläßt. LL. Das heißt, die neuen Regeln müssen das Repertoire konservativ erweitern. > Bsp "boche"
Brandom II 93
Brandom: Wenn diese Regeln nicht inferentiell konservativ sind, gestatten sie neue materiale Inferenzen und ändern damit die Gehalte, die mit dem alten Vokabular verbunden waren. Die expressive Auffassung der Logik verlangt, daß keine neuen Inferenzen, die nur altes Vokabular enthalten, dadurch angemessen gemacht werden.
Konservativität/konservative Erweiterung/Dummett: wenn eine logische Konstante durch Einführungs-und Eliminationsregeln eingeführt ist, können wir das eine konservative Erweiterung der Sprache nennen.
II 94
Bsp das könnte auf Belnaps "tonk" zutreffen: Einführungsregel der Disjunktion und Eliminationsregel der Konjunktion: Def "tonk"/Belnap: 1. Regel: lizensiert den Übergang von p zu p tonk q für beliebige q. 2. Regel: lizensiert den Übergang von p tonk q zu q. Damit haben wir eine "Netzkarte für Inferenzen": jede beliebige Folgerung ist damit gestattet!
Read III 269
PriorVsBelnap/PriorVsGentzen: das ist der Bankrott von Definitionen im Stile Gentzens. BelnapVsPrior: man kann, wenn man logisches Vokabular einführt, solche Definitionen durch die Bedingung einschränken, daß die Regel keine Inferenzen mit ausschließlich altem Vokabular zuläßt, die nicht bereits vor der Einführung des logischen Vokabulars erlaubt waren. (Konservative Erweiterung).Eine solche Einschränkung ist notwendig und hinreichend.
Brandom: die expressive Analyse des logischen Vokabulars liefert uns nun einen tiefen Grund für diese Bedingung: nur so kann das logische Vokabular seine expressive Funktion ausüben.Die Einführung neuen Vokabulars würde ohne die einschränkende Bedingung (Konservativität) neue materiale Inferenzen gestatten und würde so die Gehalte ändern, die mit dem alten Vokabular korreliert sind. ((s) rückwirkende Änderung, auch der Wahrheitswerte etablierter Sätze).
Read:Bedeutung: die Bedeutung, selbst die logischer Verknüpfungen, muss unabhängig sein von und vor der Bestimmung der Gültigkeit der Folgerungsstrukturen.
Read III 270
Belnap: kam der Ansicht der »analytischen Gültigkeit« zu Hilfe. Was ihr fehlt, sagte er, ist jeder Beweis, daß es eine solche Verknüpfung wie "tonk" überhaupt gibt. Das ist ein Problem für Definitionen allgemein. Man kann nicht in die Existenz hinein definieren. Man muss zuallererst zeigen, dass es ein solches Ding (und nur 1) gibt. Bsp "Pro-Summe" zweier Brüche. (a/b)!(c/d) wird definiert als ( a+c)/ (b+d).
Wenn man Zahlen einsetzt,kommt man schnell zu Ergebnissen, bei denen völlig falsche Rechenergebnisse herauskommen.Zwar ist es leicht, usprünglich passende Zahlen zu finden, doch sie lassen sich nicht kürzen.(> Dubislav).
Belnap: wir haben nicht gezeigt, und können es nicht zeigen, dass es eine solche Verknüpfung gibt. Dasselbe gilt für "tonk".
Read: Ein Problem bleibt: wieso gibt es hier überhaupt eine Analogie zwischen Definitionen und Verknüpfungen. Es kann nicht immer falsch sein, eine Sprache durch neue Verknüpfungen zu erweitern. Man könnte sich Rechenregeln für »konservative« Erweiterungen von Sprachen vorstellen. Die alten Regeln müssen fortbestehen.

Beln I
N. Belnap
Facing the Future: Agents and Choices in Our Indeterminist World Oxford 2001

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Re III
St. Read
Philosophie der Logik Hamburg 1997