Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 7 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Äquivalenz Field I 159
Äquivalenz/Platonismus/Nominalismus/Field: Frage: In welchem Sinn sind platonistische (Bsp "Richtung 1 = Richtung 2") und nominalistische Aussage (c1 ist parallel zu c2) äquivalent? - Problem;: Wenn es keine Richtungen gibt, kann das zweite keine Folge des ersten sein. - Sie sind nur innerhalb einer Richtungstheorie äquivalent. Lösung/Field: Man kann die Äquivalenzen als wichtig auffassen, auch wenn die Theorien falsch sind. - Problem: für die Wichtigkeit sollte man Wahrheit annehmen können.
Lösung: konservative Erweiterung (gilt nicht für die Ontologie) - das ist harmlos für Konsequenzen, die keine Richtungen erwähnen.
I 228
Def kognitiv äquivalent/Field: äquivalent durch Logik plus die Bedeutung von "wahr". Disquotational wahr/Deflationismus: heißt, dass die Sätze im Tarski-Schema kognitiv äquivalent sein sollen. - ((s) - plus "Bedeutung von wahr" hier: dasselbe Verständnis von wahr.)
II 16
Extensionale Äquivalenz/Field: Problem: Wenn wir extensionale Äquivalenz annehmen und von der Größe abstrahieren, gibt es unendlich viele Entitäten, auf die eine einfache Theorie wie die der chemischen Valenzen zutrifft: - Bsp Die Zahl 3 trifft nicht nur auf Moleküle sondern auch auf größere Aggregate zu usw.
II 106
Kognitiv äquivalent/Deflationismus/Äußerung/Wahrheit/(s): eine Äußerung u und die Behauptung, dass u wahr ist (wie der Sprecher sie versteht) sind kognitiv äquivalent. >Redundanztheorie/. Pointe: die Behauptung, dass eine Äußerung wahr ist, hat eine existentielle Verpflichtung (ontologische Verpflichtung): es muss etwas geben, was wahr ist. Während die Äußerung u selbst keine ontologische Verpflichtung mit sich bringt. Daher sind die beiden eben doch nicht vollständig kognitiv äquivalent - relativ kognitiv äquivalent: hier: u und die Behauptung der Wahrheit von u sind kognitiv äquivalent relativ zur Existenz von u.
II 106
Bsp "Thatcher ist so, dass sie selbst-identisch ist und Schnee ist weiß" ist kognitiv äquivalent zu "Schnee ist weiß" relativ zur Existenz von Thatcher - die Verifikationsbedingungen sind die gleichen. Pointe: Wir brauchen keine Wahrheitsbedingungen.
II 252
Materiale Äquivalenz/Field: bedeutet, dass A > B äquivalent ist zu ~A v B. Problem: Die meisten glauben nicht den Schluss Bsp von "Clinton wird nicht im Amt sterben" auf "Wenn Clinton im Amt stirbt, wird Danny de Vito Präsident". - Daher scheint die Äquivalenz nicht zu bestehen.
Lösung/Lewis: Die Wahrheitsbedingungen für indikativische Konditionale muss man radikal Index-abhängig machen. - Um die Oberflächenlogik (OL) zu erhalten.
Lewis: These: Die Oberflächenlogik sollten wir nicht respektieren - Lewis: These: Bsp Clinton/Vito: trotz Absurdität wahrheitserhaltend - Lösung: Wahrscheinlichkeitsfunktion: P (Vito I Clinton).
II 253
Beim indikativischen Konditional wird immer die Prämisse vorausgesetzt - Adams: Intuitiv sind Schlüsse mit Konditionalen korrekt. - Problem: Dann werden sie weniger über die Welt aussagen.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Einführung Belnap Brandom II 94
Def "tonk"/Belnap: 1. Regel: lizensiert den Übergang von p zu p tonk q für beliebige q. 2. Regel: lizensiert den Übergang von p tonk q zu q. Damit haben wir eine "Netzkarte für Inferenzen": jede beliebige Folgerung ist damit gestattet!
II 93
Konservativität/konservative Erweiterung/Dummett: wenn eine logische Konstante durch Einführungs und Eliminationsregeln eingeführt ist, können wir das eine konservative Erweiterung der Sprache nennen.
II 94
Bsp das könnte auf Belnaps "tonk" zutreffen: Einführungsregel der Disjunktion und Eliminationsregel der Konjunktion. PriorVsBelnap/PriorVsGentzen: das ist der Bankrott von Definitionen im Stile Gentzens.
BelnapVsPrior: man kann, wenn man logisches Vokabular einführt, solche Definitionen durch die Bedingung einschränken, daß die Regel keine Inferenzen mit ausschließlich altem Vokabular zulässt, die nicht bereits vor der Einführung des logischen Vokabulars erlaubt waren. (Konservative Erweiterung).
Eine solche Einschränkung ist notwendig und hinreichend.
Brandom: die expressive Analyse des logischen Vokabulars liefert uns nun einen tiefen Grund für diese Bedingung: nur so kann das logische Vokabular seine expressive Funktion ausüben.
Die Einführung neuen Vokabulars würde ohne die einschränkende Bedingung (Konservativität) neue materiale Inferenzen gestatten und würde so die Gehalte ändern, die mit dem alten Vokabular korreliert sind.



Beln I
N. Belnap
Facing the Future: Agents and Choices in Our Indeterminist World Oxford 2001

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Junktoren Brandom II 87
Junktoren/Gentzen/Brandom: gemäß ihrer inferentiellen Rolle definiert. (epochemachend): Def Einführungsregeln: hinreichende Bedingungen für die Anwendung des Junktors - Def Eliminationsregeln: notwendige Folgen einer Anwendung (des Junktors) - Bsp um die inferentielle Rolle des "&" bei Boole zu definieren, gibt man an, dass jeder, der auf p und auf q festgelegt ist, damit auch als auf p & q festgelegt zu gelten hat - der erste Teil spezifiziert ohne den Junktor die Umstände, also die Menge der Prämissen.
II 88
Dummett: hat das auf Sätze, singuläre Termini und Prädikate übertragen. - Es kann sein, dass wir nicht alle Verbindungen überschauen - konservative Erweiterung: erfolgt durch diese beiden Regeln. > Konservativität.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Konservativität Brandom I 199
Konservativität/Erweiterung/Sprache/tonk/Brandom: pro konservative Erweiterung: wenn die Regeln nicht inferentiell konservativ sind, gestatten sie neue materiale Inferenzen und ändern damit die Gehalte, die mit dem alten Vokabular verbunden waren. Expressive Logik/Brandom: verlangt, dass keine neuen Inferenzen, die nur altes Vokabular enthalten, dadurch angemessen gemacht werden, wenn sie es vorher nicht waren.
I 200
Bsp "boche"/Dummett: nichtkonservative Erweiterung: Aussagen, die den Ausdruck nicht (!) enthalten, könnten erst jetzt aus anderen, die ihn auch nicht enthalten, gefolgert werden. - Bsp Schluss aus deutscher Nationalität auf Grausamkeit. - BrandomVsDummett: dabei geht es nicht um Nichtkonservativität: diese zeigt nur, dass der Ausdruck "boche" einen Gehalt hat, der in den anderen Ausdrücken nicht enthalten ist. - Bsp der Begriff "Temperatur" hat sich auch mit den Messmethoden verändert - es geht nicht um Neuheit eines Begriffs, sondern um unerwünschte Folgerungen.
I 204
Gerade der materiale Gehalt von Begriffen geht verloren, wenn der begriffliche Gehalt mit den Wahrheitsbedingungen identifiziert wird.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Konservativität Field I 4
Konservativität/Field: umfaßt einige Merkmale notwendiger Wahrheit, ohne Wahrheit überhaupt zu involvieren - ((s) > Wahrheitserhalt, Wahrheitstransfer.)
I 44
Def Konservativität/Mathematik/Field: bedeutet, daß jede intern konsistente Kombination von nominalistischen Aussagen auch konsistent mit der Mathematik ist. - Wenn wir dann zusätzlich zeigen können, daß Mathematik nicht unverzichtbar ist, haben wir keinen Grund mehr, an mathematische Entitäten zu glauben.
I 58
Def konservativ/Konservativität/Theorie/Mathematik/Field: ist eine mathematische Theorie, die konsistent mit jeder intern konsistenten physikalischen Theorie ist. - Das ist äquivalent zu: eine mathematische Theorie ist konservativ gdw. für jede Behauptung A über die physikalische Welt und jedes Korpus N solcher Behauptungen, folgt A nicht aus N+M, wenn es nicht aus N allein folgt. - ((s) Eine mathematische Theorie fügt einer physikalischen nichts hinzu.) - M: mathematische Theorie - N: nominalistische physikalische Theorie. - Def Anti-Realismus/Field: (neu): eine interessante mathematische Theorie muß konservativ sein, aber sie muß nicht wahr sein. - Konservative Theorie: 1. Sie erleichtert Inferenzen - 2. Sie kann wesentlich in den Prämissen der physikalischen Theorien vorkommen.
I 59
Pointe: Konservativität: notwendige Wahrheit ohne Wahrheit simpliciter. - (d.h. Sie hat die Eigenschaften einer notwendig wahren Theorie ohne daß die Entitäten existieren.) - Anders als Mathematik: Wissenschaft ist nicht konservativ. - Diese muß auch nicht-triviale nominalistische Konsequenzen haben.
I 61
Wahrheit impliziert nicht Konservativität und auch nicht umgekehrt. - I 63 daß Mathematik nie zu einem Irrtum führt, zeigt, daß sie konservativ ist, nicht, daß sie wahr ist - aus Konservativität folgt, daß Aussagen mit physikalischen Objekten material äquivalent zu Aussagen der Standardmathematik sind. - Pointe. diese müssen nicht denselben Wahrheitswert haben!
I 75
Konservativität: kann erklären was folgt, aber nicht, was nicht folgt.
I 59
Mathematik/Wahrheit/Field: These: gute Mathematik ist nicht nur wahr, sondern notwendig wahr - Pointe: Konservativität: notwendige Wahrheit ohne Wahrheit simpliciter.
I 159
Konservative Erweiterung gilt nicht für die Ontologie.
III XI
Def konservativ/Wissenschaft/Field: jede Inferenz aus nominalistischen Prämissen auf eine nominalistische Konklusion, die mit Hilfe von Mathematik gemacht werden kann, kann auch ohne sie gemacht werden - bei theoretischen Entitäten gibt es anders als bei den mathematischen Entitäten kein Konservativitäts-Prinzip - d.h. Schlüsse, die mit Annahme von theoretischen Entitäten gemacht werden, können nicht ohne sie gemacht werden.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Verknüpfungen Logik-Texte Re III 268ff
Tonk/Prior: Verknüpfung nicht erst einführen und dann Bedeutung zuweisen. - Das kann nicht zur Folge haben, dass ein anderes Paar von Aussagen äquivalent ist. - Pointe: analytische Gültigkeit kann das nicht zeigen.
Re III 269
Die Bedeutung, selbst die der logischer Verknüpfungen, muss unabhängig sein von und vor der Bestimmung der Gültigkeit der Folgerungsstrukturen. BelnapVsPrior: (pro analytische Gültigkeit): man darf nicht in Existenz hinein definieren, wir müssen erst zeigen, wie es funktioniert.
Re III 271
Klassische Negation: ist hier illegitim. >Negation. Negationsfreies Fragment: >Peircesches Gesetz: Wenn P, dann Q, nur wenn P, nur wenn P.
Re III 273
ReadVsBelnap: die wahre Meinungsverschiedenheit liegt jenseits von Konstruktivismus und Realismus. - Belnaps Bedingung (konservative Erweiterung) kann nicht zeigen, dass die klassische Negation illegitim ist.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Vokabular Brandom I 199
Konservativität/Erweiterung/Sprache/tonk/Brandom: pro konservative Erweiterung: wenn die Regeln nicht inferentiell konservativ sind, gestatten sie neue materiale Inferenzen und ändern damit die Gehalte, die mit dem alten Vokabular verbunden waren ï·" expressive Logik/Brandom: verlangt, daß keine neuen Inferenzen, die nur altes Vok enthalten dadurch angemessen gemacht werden (wenn sie es vorher nicht waren). I 200 Bsp "boche"/Dummett: nichtkonservative Erweiterung: Aussagen, die den Ausdruck nicht (!) enthalten, könnten erst jetzt aus anderen, die ihn auch nicht enthalten, gefolgert werden - Bsp Schluss aus deutscher Nationalität auf Grausamkeit - BrandomVsDummett: dabei geht es nicht um Nichtkonservativität: diese zeigt nur, daß der Ausdruck "boche" einen Gehalt hat, der in den anderen Ausdrücken nicht enthalten ist - Bsp der Begriff "Temperatur" hat sich auch mit den Messmethoden verändert - es geht nicht um Neuheit eines Begriffs, sondern um unerwünschte Folgerungen.
I 204
Gerade der materiale Gehalt von Begriffen geht verloren, wenn der begriffliche Gehalt mit den Wahrheitsbedingungen identifiziert wird.
I 427/8
Def Supervenienz/Brandom: ein Vokabular superveniert auf ein anderes genau dann, wenn es keine zwei Situationen geben könnte, in denen sich wahre Behauptungen (d.h. Tatsachen), formulierbar im supervenierenden Vokabular, unterscheiden würden, während sich die wahren Behauptungen, formulierbar im Vokabular, auf das superveniert wird, nicht unterscheiden - neutraler: wenn klar ist, worauf man in der einen Sprache festgelegt ist, ist auch klar, worauf man es in der anderen ist.
I 958
Ordnung/Zwillingserde/Brandom: es hilft nichts, in Begriffen dessen zu reden, was die Individuen unterscheiden können, denn worauf sie reagieren können, hängt davon ab, welche Reaktionen als verschieden gelten und dann tritt das gleiche Problem im Hinblick auf das verwendete Vokabular auf - Problem: ein Vokabular zu spezifizieren, das zwei Bedingungen erfüllt: 1. Die Zwillinge müssen in verschiedenen Umgebungen durch die Beschreibung in jenem Vokabular ununterscheidbar sein (und dazu genügt die physikalische Sprache nicht) - 2. Die Unterbestimmtheit der semantischen Eigenschaften ihrer Zustände in diesem beschränkten Vokabular muss irgend etwas Interessantes zeigen
II 76
Materiale Inferenz/Sellars/Brandom: von a östlich von b" auf "b westlich von a" - auch von Blitz auf Donner - braucht keine Logik.
II 79
Formal gültige Inferenzen lassen sich aus guten materialen Inferenzen ableiten, aber nicht umgekehrt - Beweis: gegeben sei eine Teilmenge irgendwie privilegierten Vokabulars, so ist eine Inferenz dann richtig, wenn sie material gut ist und sie kann nicht zu einer schlechten werden, wenn nichtprivilegiertes Vokabular durch nichtprivilegiertes Vokabular ersetzt wird - wenn man sich nur für logische Form interessiert, muss man in der Lage sein, zuvor einen Teil des Vokabulars als speziell logisches auszuzeichnen. - Bsp Wenn man theologische Inferenzen untersuchen will, muss man untersuchen, welche Ersetzung von nichttheologischem Vokabular durch nichttheologisches die materiale Güte der Inferenz bewahrt.
II 94
Def "tonk"/Belnap: 1. Regel: lizensiert den Übergang von p zu p tonk q für beliebige q. - 2. Regel: lizensiert den Übergang von p tonk q zu q. Damit haben wir eine "Netzkarte für Inferenzen": jede beliebige Folgerung ist damit gestattet - PriorVsBelnap: Bankrott aller Definitionen im Stile Gentzens - BelnapVsPrior: Lösung: Einschränkung: keine Inferenzen mit ausschließlich altem Vokabular, die nicht bereits vorher erlaubt waren - sonst würden die alten Gehalte rückwirkend geändert.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 6 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
konservative erweiterungkonservative erweiterung Prior Vs Belnap, Nuel Brandom I 198
"tonk": (Belnap) PriorVsBelnap: Bankrott von Definitionen der inferentiellen Rollen im Stile Gentzens."Netzkarte für beliebige Folgerungen". (>Bsp "boche"/Dummett, >konservative Erweiterung). Prior:"tonk":Verknüpfung nicht erst einführen und dann Bedeutung - kann nicht zur Folge haben, dass ein anderes Paar von Aussagen äquivalent ist. - Pointe: "analytische Gültigkeit" kann das nicht zeigen. BelnapVsPrior:(pro analytische Gültigkeit): darf nicht in Existenz hinein definieren, erst zeigen, wie es funktioniert - > klassische Negation ist illegitim - >negationsfreies Fragment. - (Peircesches Gesetz: Wenn P,dann Q oder, wenn Q nur wenn P, dann R)
Read III 269
Prior: These: es ist absurd, eine »analytische Gültigkeit« anzunehmen, eine "carte blanche", eine Möglichkeitsverknüpfung einzuführen und ihnen dann eine Bedeutung zu geben indem man sie einfach festlegt. Sein bekanntes Beispiel war "tonk". Absurd: wie kann die einfache Einführung einer neuen Verknüpfung zur Folge haben, dass ein beliebiges Paar von Aussagen (ohne "tonk") äquivalent ist?
Wenn wir erführen, was "tonk" bedeutete, würden wir sehen, dass die eine oder andere Folgerung nicht wahrheitserhaltend ist. Aber und das ist Priors Pointe:
der Vertreter der Ansicht der analytischen Gültigkeit kann das nicht sagen, denn er hat keine unabhängige Erklärung der Bedeutung von "tonk" bezüglich der er zeigen könnte, dass die Folgerungen ungültig sind.
Bedeutung: die Bedeutung, selbst die logischer Verknüpfungen, muss unabhängig sein von und vor der Bestimmung der Gültigkeit der Folgerungsstrukturen! (>BelnapVsPrior).

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Re III
St. Read
Philosophie der Logik Hamburg 1997
konservative erweiterungkonservative erweiterung Read Vs Belnap, Nuel Read III 270
Belnap: wir haben nicht gezeigt, und können es nicht zeigen, dass es eine solche Verknüpfung gibt. Dasselbe gilt für "tonk". Read: Ein Problem bleibt: wieso gibt es hier überhaupt eine Analogie zwischen Definitionen und Verknüpfungen. Es kann nicht immer falsch sein, eine Sprache durch neue Verknüpfungen zu erweitern. Man könnte sich Rechenregeln für »konservative« Erweiterungen von Sprachen vorstellen. Die alten Regeln müssen fortbestehen.
III 271
Peircesches Gesetz: (> Peirce): »Wenn P, dann Q,oder wenn Q nur wenn P,dann R« ist negationsfrei, aber dennoch nicht, wie der Konstruktivist behauptet, Teil des negationsfreien Fragmentes. (>Gentzen).
Das Gesetz kann innerhalb des klassischen Kalküls nicht bewiesen werden, ohne die klassische Negationsregeln zu benutzen.
Der entscheidende Schritt in allen Fällen liegt sichtlich darin, dass die Folgerung »Wenn P dann Q, oder R« aus »Wenn P dann Q oder R« (Achtung: hier fehlt das Komma!) zugelassen wird. Ein Schritt, der die Einrichtung der multiplen Konklusion, die LK vorsieht, erlaubt und die Einrichtung des einzelnen Schlusses nicht.
III 273
(Peircessches Gesetz: Wenn P,dann Q oder, wenn Q nur wenn P, dann R) Der Konstruktivist erhebt gegen einen solchen Schritt Einwände, denn er führt eine Disjunktion auf einer Weise ein, die nicht garantiert, daß man weiß, welches Disjunktionsglied die Rechtfertigung ist.
ReadVsBelnap: Die wahre Meinungsverschiedenheit liegt jenseits von Konstruktivismus und Realismus. Belnaps Bedingung (konservative Erweiterung) kann nicht zeigen, dass die klassische Negation illegitim ist.

Re III
St. Read
Philosophie der Logik Hamburg 1997
konservative erweiterungkonservative erweiterung Brandom Vs Dummett, Michael I 202
BrandomVsDummett: wenn er das Problematische des Begriffs "boche" darin erblickt, daß er eine nichtkonservative Erweiterung der restlichen Sprache bewirkt, so ist das nicht richtig. Die Nichtkonservativität zeigt lediglich, daß der Begriff einen substantiellen Gehalt hat, der nicht schon in anderen Begriffen enthalten war. Bsp Temperatur: wurde mit bestimmten Kriterien eingeführt, mit der Einführung neuer Meßmethoden entwickelte sich die komplexe inferentielle Festlegung, die die Signifikanz heute bestimmt.( > Messen.)
Einführung: es ist nicht zu fragen, ob die Folgerungen schon akzeptiert waren, sondern ob diese Folgerung eine ist, die akzeptiert werden sollte! Das Problem bei "boche" und "Nigger" ist nicht die Neuheit, sondern die unerwünschten Folgerungen.
Brandom II 173
Es gibt aber andere Wege der Rechtfertigung als zu zeigen, daß wir bereits implizit auf sie festgelegt waren, noch ehe der Begriff eingeführt wurde. Hintergrund von materialen inferentiellen Praktiken. Frege, spät: Sätze sind sing Term! Prädikate: Rahmen.
(DummettVsFrege: das verkennt die Besonderheit der Sätze, Züge im Sprachspiel sein zu können.
BrandomVsDummett: als hätte Frege keine Ahnung von Fregescher Kraft gehabt).

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
konservative erweiterungkonservative erweiterung Burgess Vs Field, H. Field I 133
BurgessVsField: eine Gödelsche Konstruktion kann in N0 nicht ausgeführt werden. Das führt dazu, daß es einen nominalistischen Satz gibt, der in N0 unentscheidbar ist, aber gleichzeitig beweisbar in P0. Daher kann N0 keine konservative Teil Theorie von P0 sein. Und das zeigt auch, daß P0 überhaupt keine nominalistische Teil Theorien als konservative Erweiterungen haben kann.

Burgs I
J. P. Burgess
Logic, Logic, and Logic Boston 1999

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
konservative erweiterungkonservative erweiterung Belnap Vs Prior, A. Brandom I 198
BelnapVsPrior: wenn man logisches Vokabular einführt, muß man solche Definitionen durch die Bedingung einschränken, daß die Regel keine nur altes Vokabular enthaltende Inferenzen zuläßt. LL. Das heißt, die neuen Regeln müssen das Repertoire konservativ erweitern. > Bsp "boche"
Brandom II 93
Brandom: Wenn diese Regeln nicht inferentiell konservativ sind, gestatten sie neue materiale Inferenzen und ändern damit die Gehalte, die mit dem alten Vokabular verbunden waren. Die expressive Auffassung der Logik verlangt, daß keine neuen Inferenzen, die nur altes Vokabular enthalten, dadurch angemessen gemacht werden.
Konservativität/konservative Erweiterung/Dummett: wenn eine logische Konstante durch Einführungs-und Eliminationsregeln eingeführt ist, können wir das eine konservative Erweiterung der Sprache nennen.
II 94
Bsp das könnte auf Belnaps "tonk" zutreffen: Einführungsregel der Disjunktion und Eliminationsregel der Konjunktion: Def "tonk"/Belnap: 1. Regel: lizensiert den Übergang von p zu p tonk q für beliebige q. 2. Regel: lizensiert den Übergang von p tonk q zu q. Damit haben wir eine "Netzkarte für Inferenzen": jede beliebige Folgerung ist damit gestattet!
Read III 269
PriorVsBelnap/PriorVsGentzen: das ist der Bankrott von Definitionen im Stile Gentzens. BelnapVsPrior: man kann, wenn man logisches Vokabular einführt, solche Definitionen durch die Bedingung einschränken, daß die Regel keine Inferenzen mit ausschließlich altem Vokabular zuläßt, die nicht bereits vor der Einführung des logischen Vokabulars erlaubt waren. (Konservative Erweiterung).Eine solche Einschränkung ist notwendig und hinreichend.
Brandom: die expressive Analyse des logischen Vokabulars liefert uns nun einen tiefen Grund für diese Bedingung: nur so kann das logische Vokabular seine expressive Funktion ausüben.Die Einführung neuen Vokabulars würde ohne die einschränkende Bedingung (Konservativität) neue materiale Inferenzen gestatten und würde so die Gehalte ändern, die mit dem alten Vokabular korreliert sind. ((s) rückwirkende Änderung, auch der Wahrheitswerte etablierter Sätze).
Read:Bedeutung: die Bedeutung, selbst die logischer Verknüpfungen, muss unabhängig sein von und vor der Bestimmung der Gültigkeit der Folgerungsstrukturen.
Read III 270
Belnap: kam der Ansicht der »analytischen Gültigkeit« zu Hilfe. Was ihr fehlt, sagte er, ist jeder Beweis, daß es eine solche Verknüpfung wie "tonk" überhaupt gibt. Das ist ein Problem für Definitionen allgemein. Man kann nicht in die Existenz hinein definieren. Man muss zuallererst zeigen, dass es ein solches Ding (und nur 1) gibt. Bsp "Pro-Summe" zweier Brüche. (a/b)!(c/d) wird definiert als ( a+c)/ (b+d).
Wenn man Zahlen einsetzt,kommt man schnell zu Ergebnissen, bei denen völlig falsche Rechenergebnisse herauskommen.Zwar ist es leicht, usprünglich passende Zahlen zu finden, doch sie lassen sich nicht kürzen.(> Dubislav).
Belnap: wir haben nicht gezeigt, und können es nicht zeigen, dass es eine solche Verknüpfung gibt. Dasselbe gilt für "tonk".
Read: Ein Problem bleibt: wieso gibt es hier überhaupt eine Analogie zwischen Definitionen und Verknüpfungen. Es kann nicht immer falsch sein, eine Sprache durch neue Verknüpfungen zu erweitern. Man könnte sich Rechenregeln für »konservative« Erweiterungen von Sprachen vorstellen. Die alten Regeln müssen fortbestehen.

Beln I
N. Belnap
Facing the Future: Agents and Choices in Our Indeterminist World Oxford 2001

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Re III
St. Read
Philosophie der Logik Hamburg 1997
konservative erweiterungkonservative erweiterung Field Vs Quine, W.V.O. I 129
Nominalismus/Wissenschaft/Theorie/FieldVsQuine-Putnam-Argument: ein Argument um zu zeigen, daß nominalistische Ressourcen adäquat für gute Wissenschaft sein wäre: (E) Für jede platonistische wissenschaftliche Theorie gibt es eine nominalistische Theorie zu der die platonistische eine konservative Erweiterung ist.
Aber das ist trivial, wenn es keine Beschränkungen darüber gibt, welche Mengen von Sätzen, die unter logischer Folgebeziehung abgeschlossen sind, als Theorien zählen. Natürlich ist jede platonistische Theorie T eine konservative Erweiterung der "Theorie" die aus nominalistischen Folgerungen von T besteht.
Wir müssen (E) so verstärken, dass uninteressante nominalistische Theorien ausgeschlossen sind.
Science without numbers: hier habe ich nicht mit (E) argumentiert.
(E) oder jede verstärkende Erweiterung ist eine Existenzbehauptung einer hinreichend breiten Variation von nominalistischen Theorien, und das geht über die Behauptung der Konservativität mathematischer Theorie hinaus.
I 241
Konservativität/Mathematik/Field: Wahrheit erfordert keine Konservativität! Wahre empirische Theorien sind offensichtlich nicht konservativ! Wohl aber ist Konservativität auch von den meisten Realisten für die Mathematik anerkannt. Sie sagen nämlich, daß gute Mathematik nicht nur wahr, sondern notwendig wahr ist!
Konservativität/Field: (s.o.) konservative Mathematik hat die Eigenschaften der notwendigen Wahrheit, ohne selbst wahr sein zu müssen.
Quiner: ist Realist in Bezug auf Mathematik. Er will die Rede von mathematischer Notwendigkeit im Kein ersticken. Dafür braucht er dann aber die Konservativität.
FieldVsQuine: dafür müsste er dann aber einen großen Umbau an seiner These vornehmen, dass Mathematik kontinuierlich in den Rest der anderen Wissenschaften übergeht.
Logik/Empirie/Quine: These: Logik könnte empirisch widerlegt werden.
Konservativität/Field: damit steht aber in Einklang, daß Mathematik empirisch widerlegt wird, während die Logik intakt bleibt.

IV 407
interner Realismus/iR/Existenz/Ontologie/Objekt/Putnam : welche Objekte es gibt, ist nach dem iR nur innerhalb einer Theorie zu entscheiden FieldVsPutnam: ich bin nicht sicher, ob ich verstehe was er meint. Ich nehme an, dass er meint, es gibt mehrere korrekte Theorien, die die Frage der Ontologie unterschiedlich beantworten. Aber das ist zu trivial.
schärfer: (Put. S. 72 74)zwei gleichermaßen korrekte Theorien können verschiedene Ontologie haben.
PutnamVsRedundanztheorie: gibt keine Erklärung unseren Verstehens.
FieldVsPutnam: das impliziert dann aber weder Geist Unabhängigkeit noch Theorie Abhängigkeit! Und es widerlegt nicht die Korrespondenztheorie. Bsp man kann das Verhalten elektrisch geladener Körper mit oder ohne die Annahme von Feldern erklären.
Ontologie/Existenz/Field: die meisten von uns würden sagen, dass mehr existiert, als man zu behaupten gezwungen ist.
FieldVsQuine: Bsp es ist selten entscheidend, die Existenz unabgetrennter Kaninchenteile zusätzlich zur Existenz von Kaninchen zu behaupten.
FieldVsPutnam: wenn das klar ist, dann kann man kaum anti realistische Konsequenzen aus der Tatsache ziehen, dass zwei gleich gute Theorien in der Ontologie differieren können.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994