Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Belege Peacocke II 172
Belege/Peacocke: prima facie bleibt immer prima facie, auch wenn von stärkeren Belegen überlagert. - Außer kraft gesetzt werden Belege nur für ein spezielles Objekt. >Beweise, >Beweisbarkeit, >Methode, >Erfahrung, >prima facie, >Täuschung, >Schein, >Erscheinung, >Wissen, >Empirismus.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Ceteris paribus Rawls I 340
Ceteris paribus/summa summarum//Rawls: die Unterscheidung zwischen „other things being equal“ (>ceteris paribus, „alle Faktoren außer einem werden gleichgestellt“, siehe auch > prima facie) und „all things considered“ (summa summarum, „wenn alle Umstände berücksichtigt sind“) wird getroffen in W. D. Ross' "The Right and the Good"(1).
I 341
Summa summarum/Rawls: drückt dann aus, in welchem Maße etwas auf eine Gesamtheit von Prinzipien gestützt ist. Ein Prinzip alleine wäre nicht hinreichend für die Bildung einer Allaussage, die zuträfe, wenn alle Bedingungen erfüllt sind. Rawls: Charakterisierungen wie ceteris paribus und summa summarum drücken eher eine Beziehung zwischen Sätzen aus als dass sie auf einzelne Sätze angewendet werden. Sie betreffen eine Relation zwischen einem Urteil und seiner Basis. Damit folge ich D. Davidson(2).
>D. Davidson.

1. W. D. Ross, The Right and the Good, (Oxford 1930), S. 18-33, 41f.
2. D. Davidson, "How is Weakness of Will Possible?“ in Moral Concepts, Hrsg. Joel Feinberg (London, 1969), S. 105-110, insbes. S. 109.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Erscheinung Sellars I 24
Sellars These: Scheinen prima facie = sein. >Schein/Sellars.
I 30ff
Erfahrung/Erfahrungsverlauf/Sellars: Erfahrung ist nicht die Folge von Eindrücken, sondern von Erscheinungen. >Sinneseindrücke, >Phänomene.
Erscheinungen sind begrifflich (um sie in rationaler Beziehung zu Überzeugungen anzusiedeln).
Erscheinen: Die Belege für die Erfahrung unterscheiden sich ebenso wenig wie die Erfahrungen.
I 36
Scheinen/Erscheinen/Sinnesdaten/Sellars: Es kann keine dispositionale Analyse von physikalischer Röte auf der Grundlage des Rot-Scheinens geben. >Begriffe/Sellars.
Wir müssen zwischen qualitativem und existentialem Scheinen unterscheiden.
I 38
Scheinen/Erscheinen/Sein/Sellars: Problem: Wenn behauptet wird, dass physikalische Gegenstände nicht rot erscheinen können, ohne dass man etwas erfährt, dass rot ist, bleibt die Frage, ob die Röte, die dieses Etwas hat, diejenige Röte ist, die der physikalische Gegenstand zu haben scheint. Lösung:
a) Auf Grundlage empirischer Verallgemeinerung
b) Theorie der Wahrnehmung, die auf "unmittelbare Erfahrung" Bezug nimmt.

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Interpretation Peacocke II 168
Interpretierte Sprache/Peacocke: W-Schema

T(s) ↔ p

plus Erfüllungsrelation "sats" (selbst uninterpretiert) zwischen Reihen von Objekten und Sätzen.
>Sprache, >Erfüllung, >Zitattilgungsschema, >Sätze, vgl. >Aussagen, >Gegenstände, >Prädikation.
II 171
Variante: Sei ein geordnetes Paar, dessen erste Komponente eine interpretierte Sprache im Sinne des vorigen Abschnitts ist und dessen zweite Komponente eine Funktion von Sätzen der ersten Komponenten auf propositionale Einstellungen ist. >Propositionale Einstellungen.
Dann nimmt der Hörer die Äußerung als prima facie Beleg.
>prima facie, >Belege.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Logik Anscombe Frank I 79
Ich/AnscombeVsLogik: die Logiker haben niemals Begriffe von ihren Objekten, weil sie sie nicht brauchen. So kann man dem "ich" aber nicht beikommen, bzw. seine Bedeutung eben nicht auf die Spur kommen!
Frank I 88
"Ich"/Logik/Anscombe: aus der Sicht der Logiker ist "ich" sicher ein Eigenname.
Frank I 88/89
Bsp Angenommen wir haben eine Gesellschaft, in der jeder mit zwei Namen beschriftet ist. 1. Der eine erscheint auf dem Rücken und auf dem oberen Ende des Brustkorbs (?)(Diese Namen, die von den Trägern nicht gesehen werden können, sind für die Träger je verschieden:; sagen wir von "B" bis "Z". (?).
Der andere Name, "A" ist auf der Innenseite ihrer Handgelenke aufgedruckt und der gleiche für jeden.
Man lernt, auf Äußerungen des Namens auf dem eigenen Brustkorb und Rücken zu antworten. Selbstauskünfte erfolgen dann aufgrund von Schlussfolgerungen und Zeugenaussagen.
Bsp "B" zieht Schlussfolgerungen, ausgedrückt durch Sätze mit "A" als Subjekt, aus Aussagen anderer Leute, die "B" als Subjekt gebrauchen.
Es gibt Berichte aus B's Mund, die besagen, dass A das und das tat, diese werden prima facie verifiziert, indem man herausfindet, dass B es tat.
So gibt es für jede Person eine Person, von der sie charakteristisch eingeschränkte, aber auch charakteristisch privilegierte Anschauungen hat.
Frank I 90
Das schließt kein Selbstbewusstsein ein. Obwohl jeder eine Menge von dem Objekt weiß, das er tatsächlich ist. >Selbstbewusstsein.
Vs: Die These, dass diese Leute kein Selbstbewusstsein haben, mag einem gerade aus diesem Grund nicht richtig vorkommen. B hat Bewusstsein von, d.h. er beobachtet einige von B's - und damit seinen eigenen - Aktivitäten.
Also ist er sich selbst bewusst. Also hat der Selbstbewusstsein.
AnscombeVs: Wenn wir von Selbstbewusstsein sprechen, meinen wir nicht dies. Wir meinen etwas, das sich durch den Gebrauch von "ich" im Gegensatz zu "A" kundtut.
>Ich, >Selbst, >Subjekt.

Anscombe I
G.E. M. Anscombe
"The First Person", in: G. E. M. Anscombe The Collected Philosophical Papers, Vol. II: "Metaphysics and the Philosophy of Mind", Oxford 1981, pp. 21-36
In
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins, Manfred Frank Frankfurt/M. 1994

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Nachsicht, Prinzip der Davidson Glüer II 42
Def Principle of Charity/Prinzip der Nachsicht/Davidson/Glüer: Fasse die Tatsache, dass die Sprecher einer Sprache einen Satz (unter beobachteten Bedingungen) für wahr halten als prima facie Beleg dafür auf, dass der Satz unter diesen Bedingungen wahr ist.
Glüer II 63f
Prinzip der Nachsicht/Wilson/Quine: zur Identifikation der logischen Konstanten: Der Interpret muss so übersetzen, dass die logischen Gesetze nicht verletzt werden.
Glüer II 72f
Prinzip der Nachsicht/Sekt-Bsp: "Der Mann mit dem Glas Sekt ist böse" - (hier: die fragliche Person hat in Wirklichkeit Wasser statt Sekt im Glas) Wenn hier eine wahre Aussage unterstellt wird, wird das Prinzip fragwürdig.
I 74
DavidsonVsBurge:
1. Es ist falsch dass unsere intuitiven Vorstellungen dafür sprächen, die sprachlichen Äußerungen und Gedanken eines Akteurs wären im Sinne dessen zu begreifen, was andere mit denselben Worten meinen.
I 75
Problem: Welche Gruppe soll die Normen bestimmen? Weiterer Grund: wir verstehen den Sprecher am besten so, wie er interpretiert zu werden beabsichtigt. (Nachsicht). 2. Nach Burge soll das, was der Sprecher meint, an den ihm womöglich gar nicht bewussten Gebrauch einer Elite gebunden sein: Widerspruch mit der Autorität der ersten Person.
>Erste Person, >Meinen, >Interpretation.

Davidson I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

Davidson I (a)
Donald Davidson
"Tho Conditions of Thoughts", in: Le Cahier du Collège de Philosophie, Paris 1989, pp. 163-171
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (b)
Donald Davidson
"What is Present to the Mind?" in: J. Brandl/W. Gombocz (eds) The MInd of Donald Davidson, Amsterdam 1989, pp. 3-18
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (c)
Donald Davidson
"Meaning, Truth and Evidence", in: R. Barrett/R. Gibson (eds.) Perspectives on Quine, Cambridge/MA 1990, pp. 68-79
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (d)
Donald Davidson
"Epistemology Externalized", Ms 1989
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (e)
Donald Davidson
"The Myth of the Subjective", in: M. Benedikt/R. Burger (eds.) Bewußtsein, Sprache und die Kunst, Wien 1988, pp. 45-54
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson II
Donald Davidson
"Reply to Foster"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Davidson III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

Davidson IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Davidson V
Donald Davidson
"Rational Animals", in: D. Davidson, Subjective, Intersubjective, Objective, Oxford 2001, pp. 95-105
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Schein Sellars Brandom I 425
Schein: Sellars: Zwei Verwendungsweisen von »scheint« oder »sieht aus«: 1. generische »scheint«-Aussagen: Bsp das Huhn scheint eine Anzahl Flecken zu haben, aber es gibt keine bestimmte Anzahl, die es zu haben scheint. Bsp Es scheinen eine Menge Krümel auf dem Tisch zu liegen. Aber es scheinen nicht 998 Krümel auf dem Tisch zu liegen, oder 999.
2. die andere Verwendungsweise ist die Unterscheidung zwischen den folgenden Aussagen:
Es sieht so aus, als sei drüben ein Baum.
Da drüben ist etwas, das wie ein Baum aussieht.
Da drüben ist ein Baum.
Unterschiedliche Reichweite. Es ist eine parasitäre Beziehung zwischen diesen Zurückhaltungen einer Billigung und den riskanten Billigungspraktiken, aus denen sich ihre Bedeutung ableitet.
I 426
Brandom: Was immer ihre Rolle in der Reihenfolge der Rechtfertigung sein mag, in der Reihenfolge des Verstehens setzt »scheint rot« »ist rot« voraus.
Rorty VI 147/48
Erscheinen/Scheinen/Erklärung/SellarsVsNagel: Die "Erscheinungen" die von der wissenschaftlichen Erklärung gerettet werden müssen, sind ihrerseits sprachrelativ. Was einem erscheint, ist davon abhängig, wie man zu reden gewohnt ist.
Sellars I XVII
Scheinen: Sellars: wie Lewis und Chisholm: darüber wie jemand etwas erscheint, ist in der Tat jedweder Irrtum ausgeschlossen! Aber VsLewis: dadurch avancieren die Sätze dennoch nicht zum Fundament der Rechtfertigung. Der Satz, dass etwas für jemand rot zu sein scheint, hat den Gedanken, dass er in irgendeiner Beziehung zu irgend etwas steht, das rot ist, nicht als Teil seiner Bedeutung.
I 24
Sellars: scheinen prima facie = sein.
I 26
Scheinen/Sellars: Sein ist basaler als Scheinen - Scheinen ist keine Beziehung zwischen Person, Ding und Eigenschaft. - Sinnesdaten sollten Scheinen erklären. >Sinnesdaten.
Sellars: das ist unnötig.
Erfahrung "ist grün" und "scheint grün" sind identisch! nur die erste ist bekräftigt. (Ryle: Erfolgswort).
>Erfolgswörter/Ryle.
Grün-scheinen setzt den Begriff des Grün-Seins voraus. Scheinen ist überhaupt keine Beziehung.
I 32
Erscheinen: der Begriff des Grün-Scheinens, die Fähigkeit zu erkennen, dass etwas grün zu sein scheint, setzt den Begriff des Grün-Seins voraus. >Erscheinen, >Wahrnehmung, >Überzeugungen, >Sprachgebrauch, >Prädikate, >Eigenschaften, >Sehen, >Erfahrung, >Reize, >Relationen.

I 36
Sellars: Es kann keine dispositionale Analyse von physikalischer Röte auf der Grundlage des Rot-Scheinens geben. Wir müssen zwischen qualitativem und existentialem Scheinen unterscheiden.

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Sprache Peacocke II 166
Psychologisierung der Sprache/Peacocke: Problem: Es mag eine unendliche Zahl von Arten von Situationen geben, die psychologisch spezifiziert sind, in denen ein gegebenes semantisches Prädikat anwendbar ist und die nichts gemeinsam haben, das mit psychologischem Vokabular spezifizierbar ist. ((s) Frage: kann man diese unendlich vielen verschiedenen psychologischen Prädikate dann als psychologisch identifizieren?).
>Psychologisches Vokabular, >Situationen, >Verhalten, >Vokabular.
PeacockeVsVs: Es geht nicht um Reduktion - die fein bestimmten propositionalen Einstellungen müssen nicht vor der Übersetzung zugeschrieben werden können.
Vgl. >Reduktion, >Reduktionismus.
II 168
Interpretierte Sprache/Peacocke: eine interpretierte Sprache erhalten wir mit dem W-Schema
T(s) ↔ p

plus Erfüllungsrelation 'sats' (selbst uninterpretiert) zwischen Reihen von Objekten und Sätzen.
>Interpretation, >Zitattilgungsschema, >Erfüllung.
II 171
Variante: sei ein geordnetes Paar, dessen erste Komponente eine interpretierte Sprache im Sinne des vorigen Abschnitts ist und dessen zweite Komponente eine Funktion von Sätzen der ersten Komponenten auf propositionale Einstellungen ist. Dann nimmt der Hörer die Äußerung als prima facie Beleg.
>prima facie, >Belege.
II 168
Sprache/Gemeinschaft/Peacocke: Eine Sprachgemeinschaft entsteht über die Konvention, dass der Sprecher den Satz nur äußert, wenn er ihn intendiert (Schiffer dito). >Sprachgemeinschaft, >Sprachverhalten, >Intention, >Absicht, >Meinen, >St. Schiffer.
Problem: Die Zuschreibung eines Kriteriums setzt beim Sprecher schon eine Theorie voraus.
II 175
Sprache/Gemeinschaft/Konvention/Peacocke: Problem: 'gemeinsames Wissen': Bsp angenommen, Englisch*: wie Englisch, außer dass die Wahrheitsbedingungen für eine einfache Konjunktion geändert ist:
T(Susan ist blond und Jane ist klein) ↔ Susan ist blond.

>Wahrheitsbedingungen, >Konjunktion.
Problem: Wenn Englisch die aktuale Sprache ist, wäre auch gleichzeitig Englisch* die aktuale Sprache. - Denn es könnte gemeinsames Wissen sein, dass jedes Mitglied, das p & q glaubt, damit auch p glaubt.
>Konventionen.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Ungleichheit Rawls I 100
Ungleichheit/Rawls: es gibt ein Prinzip der Abhilfe für Individuen, die aufgrund ihrer natürlichen Ausstattung benachteiligt sind, zumindest z.B. für die ersten Schuljahre.
I 101
Meines Wissens aber ist dieses Prinzip niemals mehr gewesen als ein prima facie-Prinzip(1)(2). Rawls: Das Prinzip der Abhilfe muss jedoch immer berücksichtigt werden, egal welche anderen Prinzipien wir befolgen.
Differenzprinzip/Rawls: sichert Ressourcen z.B. für die Förderung Benachteiligter.
>Differenzprinzip/Rawls.
Es hat dieselbe Intention wie das Prinzip der Abhilfe.
I 102
Die Grundstruktur (einer zu errichtenden Gesellschaft) kann so arrangiert werden, dass natürliche Ungleichheiten, die nicht geändert werden können, sich zum Wohl der am stärksten Benachteiligten auswirken. Natur/natürliche Verteilung/Rawls: Die Natur ist weder gerecht noch ungerecht. Was gerecht oder ungerecht ist, sind die Institutionen, die mit dieser Verteilung umgehen. In der Gerechtigkeit als Fairness ((s) Rawls' Ansatz) stimmen die Mitglieder zu, am Schicksal der anderen teilzunehmen.
I 103
VsRawls: Nun könnte man einwenden, dass die Bevorzugten einen größeren Zuwachs für sich selbst erwarten, wenn sie dem Arrangement zustimmen sollten. RawlsVsVs: Dabei wird aber schon ein Kooperationsschema vorausgesetzt.
I 104
Es ist niemandes Verdienst, durch natürliche Begabung oder Benachteiligung eine bestimmte Position in einer Gemeinschaft einnehmen zu können. Da daraus auch kein Recht auf ein bestimmtes Kooperationsschema mit Vorteilen für Bessergestellte folgt, ist es das Differenzprinzip, dass von allen akzeptiert werden kann. Der Begriff des Verdiensts kann hier einfach nicht angewendet werden. >Verdienst.
I 171
Ungleichheit/Ökonomie/Wirtschaftswissenschaften/Mathematik/Rawls: Wir dürfen den anhaltenden Effekt, den unsere individuellen Anfangsbedingungen, Begabungen und unser ursprünglicher Platz in der Gesellschaft haben, nicht unterschätzen und darauf vertrauen, dass mathematisch ansprechende Lösungen irgendwann für einen Ausgleich sorgen würden. Lösung/Rawls: unsere Prinzipien der Gerechtigkeit müssen Abhilfe schaffen.
>Prinzipien/Rawls.
I 226
Ungleichheit/Politik/Ökonomie/Rawls: These: Die Effekte von Ungerechtigkeiten im politischen System sind viel schwerwiegender und langdauernder als Marktunregelmäßigkeiten. Politische Macht dehnt sich schnell aus und wird ungleichmäßig. Diejenigen, die daraus einen Vorteil ziehen, können sich leicht in Machtpositionen begeben, indem der Apparat der Staatsorgane und des Rechts ausgenutzt werden. Gleiches Wahlrecht ist kein sicheres Mittel dagegen(3). >Märkte.

1. Siehe H. Spiegelberg, „A Defense of Human Equality“ Philosophical Review, Bd. 53, 1944, S. 101, 113-123.
2. D. D. Raphael, „Justice and Liberty“, Proceedings of the Aristotelian Society, Bd. 51, 1950-1951, S. 187f.
3. Siehe F. H. Knight, The Ethics of Competition and Other Essays, New York, 1935.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Verursachung Inwagen Lewis V 195
Individuation/redundante Verursachung/Peter van Inwagen: These: Ein Ereignis, das aktual passiert als Produkt mehrerer Ursachen, könnte nicht passiert sein, ohne das Produkt dieser Ursachen zu sein. Die Ursachen hätten auch kein anderes Ereignis zur Folge haben können. Analogie zur Individuation von Gegenständen und Menschen durch ihre kausalen Ursprünge:
LewisVsInwagen:
1. Das würde meine Analyse ruinieren, Verursachung in Begriffen von kontrafaktischer Abhängigkeit zu analysieren. (s) Jede Abweichung wäre ein anderes Ereignis, nicht vergleichbar und auf keine kontrafaktischen Konditionale anwendbar). >Verursachung/Lewis.
2. Es ist prima facie unplausibel: Ich kann durchaus legitimerweise alternative Hypothesen aufstellen, wie ein Ereignis (oder auch ein Gegenstand oder ein Mensch) verursacht worden ist.
Aber damit setze ich voraus, dass es ein und dasselbe Ereignis gewesen wäre! Oder dass ein und dasselbe Ereignis verschiedene Effekte hätte haben können.
(Das setzt sogar Inwagen selbst voraus).
Plan/LewisVsInwagen: Der Plan impliziert noch mehr Unmögliches: entweder sind meine ganzen Pläne oder Hypothesen versteckte Unmöglichkeiten, oder sie handeln gar nicht von einem bestimmten Ereignis.
Redundante Verursachung/Lewis: Pointe: Wenn das zwei "verschiedene Tode" sind, dann gibt es keine Redundanz.
>Wirkung, >Plan.

Inwagen I
Peter van Inwagen
Metaphysics Fourth Edition

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Wahrscheinlichkeit Suppes Wright I 156
Wahrscheinlichkeit/Suppes/Wright, G. H.: zur Rolle der Wahrscheinlichkeit in einer Kausalanalyse: (P. Suppes, 1970)(1). Suppes definiert den Begriff der Ursache unter Bezugnahme auf Wahrscheinlichkeit (S. 12). Def prima facie-Ursache/Suppes: Ein anderes Ereignis, für das gilt, dass die ursprüngliche Wahrscheinlichkeit des ersten Ereignisses nach Eintreten des zweiten Ereignisses kleiner ist als die Wahrscheinlichkeit des ersten Ereignisses nach Eintreten des zweiten Ereignisses.
>Ereignisse, >Wahrscheinlichkeit, >Ursache, >Kausalität.
G. H. von WrightVsSuppes: Es scheint mir zweifelhaft, ob dies mit irgendeiner üblichen oder natürlichen Verwendung von „Ursache“ (oder “prima-facie-Ursache“) übereinstimmt.
Relevanz/von WrightVsSuppes: Man kann aber die Relevanz eines Ereignisses für die Wahrscheinlichkeit eines anderen Ereignisses eine Art von „kausaler Relevanz“ nennen.
>Relevanz.

1. P. Suppes, A Probabilistic Theory of Causality, Amsterdam, 1970.

Suppes I
P. Suppes
Introduction to Logic Mineola 1999

Suppes II
P. Suppes
Models and Methods in the Philosophy of Science: Selected Essays New York 2010

WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008