| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Imprädikativität | Quine | XIII 93 Imprädikativität/Quine: früher sagte man, dass man eine Klasse spezifiziert hatte, ohne etwas Weiteres von ihr zu wissen, wenn man die Enthaltenseinsbedingung nennen konnte. Russellsche Antinomie: zeigte, dass es hier Ausnahmen geben musste. Problem: lag darin, eine Klasse durch eine Enthaltenseinsbedingung zu spezifizieren, indem man direkt oder indirekt auf eine Menge von Klassen referierte, die die fragliche Klasse enthielt. Russellsche Antinomie: hier war die problematische Enthaltenseinsbedingung die Nicht-Selbst-Elementschaft. Bsp x ist kein Element von x. Paradox: entsteht dadurch, dass man das x der Enthaltenseinsbedingung unter anderem gerade die Klasse sein lässt, die durch diese Enthaltenseinsbedingung definiert wird. Def imprädikativ/Poincaré/Russell: ist gerade diese Enthaltenseinsbedingung für eine Klasse, die in der Klasse selbst besteht. Dies muss verboten sein, um Paradoxien nicht aufkommen zu lassen. Zirkelfehlerprinzip/QuineVsRussell: das war allerdings ein zu harscher Begriff: Spezifikation/Klassen/Mengen/Existenz/Quine: eine Klasse zu spezifizieren heißt nicht, sie zu erschaffen! XIII 94 Spezifikation/Zirkel/Einführen/QuineVsRussell: indem man etwas spezifiziert ist es nicht falsch auf einen Bereich zu referieren, zu dem dies Ding schon immer gehörte. Bsp Statistische Aussagen über einen typischen Einwohner durch Aussagen über die Gesamte Einwohnerschaft, die ihn enthält. Einführen/Definition/sprachlich/Quine: alles was wir brauchen ist, dass ein ungewohnter Ausdruck mit einem Ausdruck gleichgesetzt wird, der vollständig mit vertrauten Ausdrücke gebildet wird. Russellsche Antinomie/Quine: ist noch völlig in Ordnung, so lange die Klasse R durch ihre Enthaltenseinsbedingung definiert wird: „Klasse aller Objekte x, so dass x nicht ein Element von x ist“. Paradox/Lösung/Russell/Quine: eine Lösung: vertraute Ausdrücke so zu entstellen, dass sie nicht mehr vertraut sind, um eine Paradoxie zu vermeiden. Das war Russells Lösung. Letztlich „x ist ein Element von x“ („enthält sich selbst“) aus der Sprache zu verbannen. Lösung/Zermelo/Quine: besser: die Sprache so lassen, wie sie ist, aber neu: für Klassen soll gelten, dass nicht jede Enthaltenseinsbedingung eine Klasse festlegt. Bsp die Klasse „R“ bleibt dann wohldefiniert, aber „Pegasus“ hat kein Objekt. D.h. es gibt keine (wohldefinierte) Klasse wie R. Zirkel/George Homans/Quine: echte Zirkularität: Bsp ein finaler Club ist einer, in den man nur gewählt werden kann, wenn man nicht in andere finale Klubs gewählt wurde. Quine: wenn das die Definition eines unvertrauten Ausdrucks ist, dann insbesondere die des letzten Vorkommnisses von „finaler Klub“. Zirkel/Zirkularität/Quine: Pointe: dennoch ist es verständlich! Imprädikativität/imprädikativ/Russell/Quine: das eigentliche Verdienst war es klarzustellen, dass nicht jede Enthaltenseinsbedingung eine Klasse determiniert. Formal: brauchen wir eine hierarchische Notation. Ähnlich wie die Hierarchie von W-Prädikaten, die wir bei der Lügner-Paradoxie brauchten. XIII 95 Variablen: erhalten Indizes: x0,y0: über Individuen, x1,y2 usw. über Klassen, aber Klassen dieser Ebene dürfen nicht selbst durch Variablen dieser Stufe definiert werden. Bsp für die Definition höherstufiger Klassen x2, y2 dürfen nur Variablen vom Typ x0 und x1 gebraucht werden. Typentheorie/Russell/Quine. Pointe: Klassen verschiedener Ebenen können vom selben Typ sein! Klassen/Mengen/Existenz/Quine: das passt zu der Metapher, dass Klassen nicht existieren, bevor sie bestimmt sind. D.h. sie sind nicht unter den Werten der Variablen, die gebraucht werden, um sie zu spezifizieren. ((s) Und daher ist die Sache nicht zirkulär). Problem/QuineVsRussell: das ist alles viel strenger als man es braucht, um Paradoxien zu vermeiden und es ist so streng, dass es andere nützliche Konstruktionen verhindert. Bsp die Vereinigung mehrerer Klassen derselben Ebene, z.B. Ebene 1 zu spezifizieren Problem: wenn wir schreiben „Fx1“ um auszudrücken, dass x1 eine aus der Vielheit der fraglichen Klassen ist, dann ist die Enthaltenseinsbedingung: für eine Menge in dieser Vereinigung, etwas ist Element davon gdw. es ein Element einer Klasse x1 ist, so dass Fx1. Problem: das gebraucht eine Variable der Ebene 1. D.h. dass die Vereinigung von Klassen einer Ebene nicht als zu dieser Ebene gehörig betrachtet werden kann (cannot be counted on to belong to that level). Kontinuitätshypothese: für ihren Beweis bedeutet dies Schwierigkeiten. Imprädikativität/Kontinuum/Russell/Quine: konsequenterweise ließ er bei der Arbeit am ersten Band von Principia Mathematica(1) die Imprädikativität fallen. Sie bleibt aber interessant im Zusammenhang mit dem Konstruktivismus. Es ist interessant zu unterscheiden, was wir mit dieser Einschränkung erreichen können und was nicht. XIII 96 Prädikative Mengenlehre/QuineVsRussell/Quine: jst nicht nur frei von Paradoxa, sondern auch von unspezifizierbaren Klassen und höheren Unbestimmtheiten, die Segen und Fluch der imprädikativen Theorie ist. (siehe „unendliche Zahlen“, "Klassen" Versus "Mengen“). Prädikative Mengenlehre/Quine: ist heute konstruktive Mengenlehre. Imprädikativ: ist strenggenommen genau so, wie oben dargestellt, aber dabei spielt es heute keine Rolle mehr, welche Enthaltenseinsbedingungen man wählt, um eine Klasse zu spezifizieren. 1. Whitehead, A.N. and Russel, B. (1910). Principia Mathematica. Cambridge: Cambridge University Press. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Unendlichkeit | Quine | V 165 Unendlich/materiell/Quine: wenn man unendlich viele Zeichen braucht (Bsp für natürliche Zahlen) kann man nicht sagen, ein Zeichen sei ein physikalischer Gegenstand, denn dann hören sie bald auf. - Auch nicht Formen als Klassen von Inskriptionen - Diese sind wieder physikalische Verwirklichungen von Formen. IX 64 Unendlich/Quine: wird erst bei Induktion notwendig - x = {y}, y = {z}, z = {w}....ad infinitum - das ist der Fall, wenn {,,,x} < i' ϑ und dennoch ~(x < x) - Komprehension: {,,,x} ∩ a ε ϑ ist zufriedenstellend. >Induktion. XIII 96 Unendliche Zahlen/Quine: Bsp Angenommen, wir ordnen Gegenstände willkürlich irgendwelchen Klassen zu, die einzige Einschränkung ist, dass kein Objekt zu mehr als einer Klasse gehören darf. Problem: dann wir es nicht genug Gegenstände für alle Klassen geben! Eine Klasse, für die es kein Korrelat gibt wird Bsp die Klasse aller Objekte, die nicht zu ihren korrelierten Klassen gehören. Denn ihr Korrelat müsste zu ihr gehören, gdw. es nicht zu ihr gehört. Cantor: bewies 1890, dass die Klassen von Gegenstände jeder Art die Zahl der Gegenstände übersteigen. XIII 97 Der Grund dafür hat mit den Paradoxien zu tun, wenn die Relation, von der dort die Rede ist, richtig spezifiziert ist. Es zeigt sich, dass es unendlich viele verschiedene Unendlichkeiten gibt. Bsp Es gibt mehr Klassen ganzer Zahlen als es ganze Zahlen gibt. Da es aber unendlich viele ganze Zahlen gibt, muss die Unendlichkeit der unendlich viele Klassen ganzer Zahlen von einer höheren Art sein. Bsp es gibt auch mehr Klassen von Klassen von ganzen Zahlen als es Klassen von ganzen Zahlen gibt. Das ist eine noch höhere Unendlichkeit. Das kann unendlich fortgesetzt werden. Das Argument hing hier von der Klasse der Nichtelemente mit sich selbst korrelierter Klassen (nonmembers of own correlated classes) ab. Russellsche Antinomie/Quine: hing ab von der Klasse von Nichtelementen ihrer selbst (nonelements of selves). >Russels Paradoxie. Cantorsche Paradoxie/Quine: wenn man die Korrelation als Selbstkorrelation nimmt, läuft Cantors Paradox auf Russells Paradox hinaus. So kam Russell auch darauf. Cantor/Theorem/Quine: sein Theorem ist selbst aber keine Paradoxie. Russells Antinomie/Lösung/Quine: wird so verhindert, wie man einen Spezialfall von Cantors Theorem ausschließt, der zu ihr führt. (siehe Paradoxien.) Cantor Theorem/Korollar/unspezifizierbare Klassen/Quine: die Existenz unspezifizierbarer Klassen folgt als Korollar aus Cantors Theorem. D.h. Klassen, für die wir die Enthaltenseinsbedingung nicht angeben können. Auch keinen anderen identifizierenden Zug. Bsp Die unendliche Gesamtheit grammatisch konstruierbarer Ausdrücke in einer Sprache. Nach Cantors Theorem übersteigt schon die Klasse solcher Ausdrücke die Ausdrücke selbst. Klassen/größer/kleiner/Kriterium/Quine: unser Kriterium für größere und kleinere Klassen war hier Korrelation. Def größer/Klassen/Mengen/Quine: eine Klasse ist größer als eine andere, wenn nicht jedes ihrer Elemente mit einem Element der anderen Klasse gepaart werden kann. XIII 98 Problem: nach diesem Kriterium kann keine Klasse größer sein, als eine ihrer echten Teilklassen (Teilmengen). Bsp danach ist die Klasse der positiven ganzen Zahlen nicht größer als die der geraden Zahlen. Denn wir können immer Paare zwischen ihren Elementen bilden. Das zeigt einfach, dass unendliche Mengen sich ungewöhnlich verhalten. Unendlich/größer/kleiner/Klassen/mengen/Quine: Sollen wir unser Kriterium deswegen ändern? Wir haben die Wahl: a) Wir können sagen, dass eine unendliche Klasse nicht größer sein muss als ihre echten Teilklassen, oder b) das Kriterium ändern und sagen, dass eine Klasse immer größer als ihre echten Teile ist, nur dass sie manchmal ausgeschöpft werden können durch Korrelation mit Elementen einer kleineren Klasse. pro a): ist einfacher und Standard. Das war auch Dedekinds Definition von unendlich. Unendlich/falsch: ein Student schrieb einmal, eine unendliche Klasse wäre „eine, die echter Teil von sich selbst“ sei. Das stimmt nicht, sondern sie ist eine Klasse, die nicht größer ist, als ein (some) echter Teil von ihr selbst. Bsp die positiven ganzen Zahlen sind nicht zahlreicher als die geraden Zahlen. Bsp auch nicht zahlreicher als die Vielfachen von 3 (nach derselben Überlegung). Und sie sind Bsp auch nicht weniger zahlreich als die rationalen Zahlen! Lösung: jeder Bruch (ratio) kann ausgedrückt werden durch x/y, wobei x und y positive ganze Zahlen sind, und dieses Paar kann eindeutig repräsentiert werden durch eine positive ganze Zahl 2x mal 3y. Umgekehrt: erhalten wir den Bruch, indem wir sehen wie oft diese ganze Zahl durch 2 bzw. durch 3 Teilbar ist. Unendlich/Quine: Bevor wir von Cantor lernten, dass es verschiedene Unendlichkeiten gibt, wären wir nicht überrascht gewesen, dass es nicht mehr Brüche als ganze Zahlen gibt. XIII 99 Nun sind wir aber doch überrascht! Unspezifizierbar: da es mehr reelle Zahlen gibt, als es Ausdrücke (Namen) gibt, gibt es also unspezifizierbare reelle Zahlen. Namen/Ausdrücke/Quine: es gibt nicht mehr Namen (Ausdrücke) als es positive ganze Zahlen gibt. Lösung: einfach die Namen (Ausdrücke alphabetisch innerhalb jeder Länge anordnen. Dann kann man sie mit positiven ganzen Zahlen nummerieren. Reelle Zahlen/Cantor/Quine: Cantor zeigte, dass es ebenso viele reelle Zahlen gibt wie Klassen von positiven ganzen Zahlen. Das haben wir oben gesehen (s.o. decimals and dimidials) dass die reellen Zahlen zwischen 0 und 1 in Korrelation mit der unendlichen Klasse der positiven ganzen Zahlen sind. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |