Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Autor/Ismus
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Allport Lamiell Corr I 73/74
Allport/Charakterzüge/Lamiell: Allport (1937)(1) argumentierte, dass die Charakterisierung der Person irgendwie außerhalb des Rahmens der gemeinsamen Eigenschaften möglich sein müsse. Schließlich seien Psychologen, die in nicht-forscherischen Bereichen, z.B. als Berater oder Kliniker, tätig sind, täglich mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Kunden auf eine Weise zu charakterisieren, die jedem von ihnen individuell eigen sei. Dies geschieht nicht unbedingt auf der Grundlage von Überlegungen darüber, wie dieser Kunde im Vergleich zu anderen entlang einer bestimmten Dimension, die für alle anwendbar sei ("gemeinsame Charakterzüge"), zu charakterisieren ist. Innerhalb des Mainstreams wurden Allports Argumente in dieser Richtung weitgehend (und manchmal hart) abgelehnt, z.B. LundbergVsAllport Lundberg 1941(2), p.383.
SarbinVsAllport: Sarbin 1944(3), S. 214. …“Entweder machen sie statistische Vorhersagen auf informelle, subjektive und unkontrollierte Weise, oder sie führen rein verbale Manipulationen durch, die nicht nachweisbar und der Magie ähnlich sind."
LamiellVsTradition siehe >Messungen/Charakterzüge/Lamiell.
Corr I 79
Allport/Lamiell: Allports Vermutungen (....) könnten die ernsthafte Berücksichtigung verdienen, die sie zu seinen Lebzeiten nie erhalten haben. Die Ergebnisse mehrerer Untersuchungen, die der vorliegende Autor in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kollegen durchgeführt hat, bieten eine wesentliche empirische Unterstützung für diese Sichtweise (Lamiell und Durbeck 1987(4); Lamiell, Foss, Larsen und Hempel 1983(5); Lamiell, Foss, Trierweiler und Leffel 1983(6)).
1. Allport, G. W. 1937. Personality: a psychological interpretation. New York: Holt, Rinehart and Winston
2. Lundberg, G. A. 1941. Case-studies vs. statistical methods: an issue based on misunderstanding, Sociometry 4: 379–83
3. Sarbin, T. R. 1944. The logic of prediction in psychology, Psychological Review 51: 210–28
4. Lamiell, J. T. and Durbeck, P. 1987. Whence cognitive prototypes in impression formation? Some empirical evidence for dialectical reasoning as a generative process, Journal of Mind and Behaviour 8: 223–44
5. Lamiell, J. T., Foss, M. A., Larsen, R. J. and Hempel, A. 1983. Studies in intuitive personology from an idiothetic point of view: implications for personality theory, Journal of Personality 51: 438–67
6. Lamiell, J. T., Foss, M. A., Trierweiler, S. J. and Leffel, G. M. 1983. Toward a further understanding of the intuitive personologist: some preliminary evidence for the dialectical quality of subjective personality impressions, Journal of Personality 53: 213–35


James T. Lamiell, “The characterization of persons: some fundamental conceptual issues”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009 The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Anonymität Lanier I 89
Anonymität/Laier: These: Die Ethik in der digitalen Welt basiert auf dem Design. Es gibt durchaus begründete Theorien über die Faktoren, die gutes oder schlechtes Benehmen im Internet beeinflussen.
I 89
Wie gemein sich Leute im Netz gegenüber einander verhalten, hängt mit dem Grad der Anonymität zusammen. >Soziale Netzwerke, >Soziale Medien.
I 90
Anonymität/Lanier: Anonymität hat gewiss auch ihren Platz, doch sie bedarf eines sorgfältigen Designs. Ein substantieller Meinungsaustausch erfordert die volle Präsenz. Deshalb gehört es zu den Grundrechten eines Beschuldigten, seinem Ankläger ins Auge schauen zu dürfen.
I 96
Vor dem World Wide Web gab es zwei Arten von Online-Verbindungen. Das eine war das Usenet, für das man in der Regel eine Verbindung zu Universitäten oder zum Militär benötigte, sodass die Usenet-Population zum überwiegenden Teil aus gebildeten Erwachsenen bestand. Es wäre damals leicht gewesen, ein nichtanonymes System (für das Internet) zu entwerfen. Wäre das damals geschehen, hätten die heutigen Websites vielleicht nicht die Designästhetik der beiläufigen Anonymität. >Terminologie/La
nier
, >Internet, Internetkultur, >Internetprotokoll, >Onlinerecht, >World Wide Web.

Lanier I
Jaron Lanier
Gadget: Warum die Zukunft uns noch braucht Frankfurt/M. 2012
Anthropisches Prinzip Gould IV 314
Anthropisches Prinzip/Gould: (Der Physiker Freeman Dyson übernahm diesen Begriff von einem Gegner): Dyson: "Ich fühle mich in diesem Universum nicht wie ein Fremder; ich finde mehr und mehr Hinweise darauf, dass das Universum irgendwie gewusst haben muss, dass wir kommen".(1) Einzige Beweise: sind einige Naturgesetze, die das Leben verhindert hätten, wenn die Anfangsbedingungen ein wenig anders gewesen wären.
Bsp Dyson: "Nehmen wir an, die Abstände der Galaxien wären 10 mal geringer (als durchschnittlich 32 Billionen km).Dann wäre es sehr wahrscheinlich, dass in den 3,5 Milliarden Jahren mindestens ein Himmelkörper so nahe gekommen wäre, dass er die Erde aus der Umlaufbahn um die Sonne gelenkt hätte und alles Leben zerstört hätte."(2)
Dyson: "Die besondere Harmonie zwischen der Struktur des Universums und den
Bedürfnissen des Lebens und der Intelligenz ist eine Manifestation der Bedeutung des Geistes im Schema der Dinge".(3)
IV 315
GouldVsAnthropisches Prinzip: Das Anthropische Prinzip ist ein schon mottenzerfressenes Argument. Ein zentraler Irrtum ergibt sich aus dem Wesen der Geschichte: Jedes komplexe historische Ereignis stellt eine Summierung von Unwahrscheinlichkeiten dar und wird selbst damit absolut unwahrscheinlich. Doch irgendetwas muss immer geschehen, selbst wenn ein bestimmtes "Etwas" uns durch seine Unwahrscheinlichkeit verblüfft. Wir könnten uns jedes Ereignis ansehen und sagen "Ist das nicht erstaunlich?" Bsp Nehmen wir an, das Universum bestünde aus wenig mehr als Diprotonen. Wäre das schlimm? Müssten wir folgern, dass irgendein Gott so aussah wie gekoppelte Wasserstoffkerne, bzw. sie liebte, oder dass überhaupt kein Gott oder Geist existierte?
Wenn es aber einen Gott gibt, warum muss er einen Kosmos bevorzugen, das ausgerechnet ein Leben wie bei uns entstehen lässt? Warum sollten nicht Diprotonen Zeugen einer präexistenten Intelligenz sein, selbst wenn man keinen Chronisten fände?
Muss alle Intelligenz einen unkontrollierbaren Drang besitzen, sich in einem Universum ihrer Wahl zu verkörpern?

1. F. Dyson,. (1979). Disturbing the universe. New York: Harper and Row.
2. F. Dyson, ibid.
3. F. Dyson, ibid.

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Atomsätze Atomsatz: (auch Elementarsatz): soll einzelne Tatsachen (Sachverhalte) darstellen bzw. abbilden. Das führt zu dem Problem, wie Tatsachen abgegrenzt werden können. Siehe auch Elementarsatz, Protokollsatz, Basissatz.
Atomsätze Popper I 117
Atomsätze/Atomismus/PopperVsWittgenstein/Tractatus: hier soll jeder »sinnvolle Satz« logisch auf "Elementarsätze" zurückführbaren sein. Alle sinnvollen Sätze seien "Bilder der Wirklichkeit". Sein Sinnkriterium stimmt somit mit dem induktionslogischen Abgrenzungskriterium überein. Das scheitert am Induktionsproblem. >Induktion, >Protokollsätze, >Elementarsatz, >Atomismus.
I 117
Der positivistische Radikalismus vernichtet mit der Metaphysik auch die Naturwissenschaft: auch die Naturgesetze sind auf elementare Erfahrungssätze logisch nicht zurückführbar. Nach Wittgensteins Sinnkriterium sind auch die Naturgesetze sinnlos, d. h. keine echten (legitimen) Sätze. Das ist keine Abgrenzung, sondern eine Gleichsetzung mit der Metaphysik.

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Aufklärung Höffe Höffe I 259
Aufklärung/Höffe: Vier Leitbegriffe bestimmen die Epoche: (1) die Vernunft als Fähigkeit, für Erkennen, Handeln und Politik allgemeingültige Maßstäbe aufzustellen;
(2) die Freiheit als Prinzip persönlichen, gesellschaftlichen und politischen Handelns;
(3) der Fortschritt als Inbegriff von Neuerungen zum Wohlergehen aller Menschen und
(4) die Kritik sowohl an religiösem Dogmatismus als auch an moralischen und ständischen Vorurteilen sowie am absolutistischen Staat und einer bevormundenden Kirche.
Höffe I 260
Geschichte/Tradition/Höffe: Durch die Aufklärung wird die Kraft der Überlieferung zwar untergraben, ahistorisch ist die Epoche jedoch nicht. Im Gegenteil räumt sie der Geschichte einen hohen Bildungswert ein. Vertreter: Wie schon >Hobbes und >Leibniz, so treten auch >Voltaire und >Hume als Geschichtsschreiber auf. Der italienische Geschichts- und Rechtsphilosoph Giambattista >Vico arbeitet Prinzipien einer Neuen Wissenschaft (Principi di una scienza nuova, 1725) heraus, die im Gegensatz zur angeblich einseitigen Orientierung an Mathematik und Naturwissenschaften den Menschen in seinen Leidenschaften, Gewohnheiten und Ausdrucksformen studieren und die Geschichte als wissenschaftsfähigen Gegenstand erweisen soll. In Frankreich zeigt sich die Aufklärung exemplarisch in >Montesquieu, im wissenschaftlich-philosophischen Großunternehmen Enzyklopädie und im Prototyp des kritischen Intellektuellen, Voltaire.

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016
Begriffe Jackson Schwarz I 234
Begriffsanalyse/Lewis/Schwarz. während sie für die meisten Autoren von der Philosophie getrennt ist, ist sie für Lewis und auch für Jackson mit ihr verbunden. SchwarzVs: Vs beide Positionen: wie Bsp Panprotopychismus und der Welt wie sie ist zeigen, gibt es sehr wohl metaphysische Supervenienzbeziehungen, die nicht mit analytischer Reduzierbarkeit einhergehen.
Pointe: daran zeigt sich, dass sie den philosophischen Status nicht verdienen: der Panprotopsychismus ist keine eigentlich physikalistische Position, die Supervenienz aller Wahrheiten auf der „Welt wie sie ist“ ist eine belanglos formale Kuriosität.
>Panprotopsychismus, >Begriffsanalyse, >Supervenienz.

Jackson I
Frank C. Jackson
From Metaphysics to Ethics: A Defence of Conceptual Analysis Oxford 2000

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Begriffliche Rolle Schiffer I 108f
Begriffliche Rolle/Schiffer: sagt uns, wie wir von Reizen zu Überzeugungen kommen. >Reize, >Überzeugungen.
Die begriffliche Rolle einer mentalen Repräsentation ist dann die kontrafaktische Rolle der Formel in der wahrnehmungsmäßigen Glaubensbildung und im Begründen.
Sie ist eine kontrafaktische Eigenschaft.
>Kontrafaktisches, >Mentale Repräsentation.
Formale Eigenschaften von inneren Sätzen sind ohne Referenz auf T-theoretische Eigenschaften bestimmbar.
Die begriffliche Rolle einer mentalen Repräsentation bestimmt nicht die Wahrheitsbedingungen.
>Wahrheitsbedingungen.
Bsp Zwillingserde H2O und XYZ haben dieselbe begriffliche Rolle - also wird die begriffliche Rolle zusätzlich zu den Wahrheitsbedingungen gebraucht.
>Zwillingserde.

I 109
Def begriffliche Rolle/Field: (Field 1977)(1): die subjektive bedingte Wahrscheinlichkeitsfunktion eines Handelnden. Zwei mentale Repräsentation s1 und s2 haben dieselbe begriffliche Rolle für eine Person, gdw. ihre (der Person) subjektive bedingten Wahrscheinlichkeits-Funktion so ist, dass für jede mentale Repräsentation s, die subjektive Wahrscheinlichkeit von s1 gegeben s dieselbe ist wie die von s2 gegeben s. SchifferVs: das passiert nie - Field dito - Bsp Blinde haben sicher andere begriffliche Rollen von Flundern - dann wird auch keine Korrelation zu den Glaubensobjekten bestehen.

1. Hartry Field (1977).Logic, Meaning, and Conceptual Role. Journal of Philosophy 74 (7):378-409

I 167
Begriffliche Rolle/Schiffer: Die begriffliche Rolle einer inneren Formel ist dann die komplexe kontrafaktische Eigenschaft der Formel, deren Kenntnis einen über die Bedingungen informiert, unter der die Formel vorkommt. Begriffliche Rolle statt Definition: dann nicht durch Paraphrase eliminierbar - dann irreduzierbar - >geregelter Gebrauch.
Schiffer: These: man kann einfach die begriffliche Rolle statt platonistischer irreduzierbarer Eigenschaften z.B. des "Hundseins" annehmen: haarige nette bellende Vierbeiner.
>Stereotype, >Prototypen.
Entsprechend braucht man keine primitive propositionale Einstellungen und keine Glaubenseigenschaften.
Proto-Menschen: haben Glauben und Wünsche, aber ohne Begriffe für sie - später gibt Gott einfache Begriffe für sie (steigert den Überlebenswert) - sie werden dann als irreduzierbar erkannt.
I 169
Pointe: begriffliche Rolle: erlaubt keine gesetzesartige Verallgemeinerung wie Bsp x tut A weil er P wünscht und glaubt, dass er P erreicht, wenn er A tut - dennoch Verlässlichkeit! >Intentionalität, >Zuschreibung, >Verhalten, >Erklärung, >Verlässlichkeitstheorie.
I 186
Begriffliche Rolle/Schiffer: ist ohne Referenz auf die Wahrheitsbedingungen zu bestimmen - Sie legt die Wahrheitsbedingungen auch gar nicht fest. >Wahrheitsbedingungen.
Bsp Zwillingserde: Wasser und Zwillingserden-Wasser haben dieselbe begriffliche Rolle. - Gebrauch ist gleichbedeutend mit dem Besitz einer begrifflichen Rolle.
Innere Sprache/Mentalesisch: hier ist die begriffliche Rolle von Referenz unabhängig. -
>Mentalesisch.
Daher wird keine kompositionale Semantik vorausgesetzt - hier geht es nicht um Situationen, Sprechakte oder Äußerungen.
>Situation, >Sprechakte, >Äußerungen, >Kompositionalität.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Beobachtungssätze Beobachtungssatz: auch Protokollsatz oder Basissatz: Beschreibung eines sinnlich wahrgenommenen Ereignisses. Beobachtungssätze sind nicht irreversibel und nicht unabhängig von Theorien wegen des in ihnen verwendeten Vokabulars.
Beobachtungssätze Empirismus Schurz I 14
Beobachtungssätze/logischer Empirismus: neu: Beobachtungssätze gelten nicht mehr als unwiderlegbar. („Protokollsatzdebatte“, CarnapVsSchlick und NeurathVsSchlick). >Moritz Schlick, >Otto Neurath, >Rudolf Carnap.
Empirismus: heißt dann nur noch, dass Beobachtungssätzen eine bevorzugte Rolle zukommt.
>Empirismus.
Standardwissenschaftstheorie/Schurz: (60er Jahre) „minimaler Empirismus“: Theorien müssen empirische Konsequenzen haben, an denen sie überprüfbar sind.
>Methode, >Wissenschaft.

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
Beobachtungssätze Genz II 32ff
Beobachtungssätze/Hume/Genz: Durch Analyse von Beobachtungssätzen können wir nichts lernen, was über die unmittelbaren Erfahrungen hinausgeht (Genz dito). >Erfahrung/Hume, >Beobachtung, >Empirismus.
II 29
Basissatz/Theoriesprache/Genz: Aus der Theoriesprache können Basissätze abgeleitet werden, aber nicht umgekehrt die Theoriesprache aus Basissätzen. >Theoriesprache.
II 30
Theoriesprache/Genz: Die Theoriesprache ist ein Produkt menschlicher Phantasie, die sich an Basissätzen bewähren muss. >Beobachtungssprache, >Theoretische Termini, >Theoretische Entitäten, >Theorien.
Begriff/Einstein/Genz: Ein Begriff ist logisch unabhängig von der Sinneserfahrung.
>Erfahrung, >Sinneseindrücke.
Freiheit: Es gibt hier Freiheit, aber nicht so stark wie für den Dichter, sondern wie für den, der ein Worträtsel löst. Er kann jedes Wort vorschlagen, aber am Ende gibt es nur ein richtiges.
>Freiheit, >Willensfreiheit.
II 31
Theoriesprache/Realität/Genz: Inwiefern haben Sätze und Begriffe der Theoriesprache teil an der Realität? Begriffe: Könnten Begriffe durch Basissätze definiert werden, und die Sätze der Theoriesprache aus Beobachtungen abgeleitet werden, die sich durch Basissätze ausdrücken lassen, dann wäre der Status der Theoriesprache derselbe wie der der Basissätze.
>Protokollsätze, >Sätze, >Definitionen, >Definierbarkeit.
Lösung/Genz: Die Theoriesprache fasst nicht nur Beobachtungen zusammen, sondern verallgemeinert sie auch (durch Naturgesetze).
>Verallgemeinerung, >Naturgesetze.
II 37
Basissätze/Genz: Basissätze fassen Sinnesdaten zusammen und bedürfen keiner Interpretation. Sie bilden bereits ein komplexes System. Theorie: Die Theorie stellt Beziehungen zwischen Basissätzen her.
>Sinnesdaten, >Interpretation.

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
Beobachtungssätze Kuhn Flor IV 502
Beobachtungssatz/Beobachtungssprache/Kuhn: Es gibt keine wissenschaftlich relevanten "reinen" Beobachtungssätze. >Beobachtungssprache, >Protokollsätze.

Kuhn I
Th. Kuhn
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen Frankfurt 1973

Flor I
Jan Riis Flor
"Gilbert Ryle: Bewusstseinsphilosophie"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor II
Jan Riis Flor
"Karl Raimund Popper: Kritischer Rationalismus"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A.Hügli/P.Lübcke Reinbek 1993

Flor III
J.R. Flor
"Bertrand Russell: Politisches Engagement und logische Analyse"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Flor IV
Jan Riis Flor
"Thomas S. Kuhn. Entwicklung durch Revolution"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993
Beschreibungsebenen Flusser I 86
Stufen/Bilder/Flusser:
1. Piktogramme
2. Ideogramme
3. Hieroglyphen 4. Buchstaben. (1-3 sind Vorstufen des Alphabets: alles lineare Codes)

I 86
Piktogramm: ist ein vereinbartes Abbild eines Gegenstands, den es bedeutet.(Konvention). >Konventionen, >Bedeutung, >Meinen, >Bilder, >Code, >Zeichen, >Symbol.
I 87
Ideogramm: kann dasselbe Bild wie ein Piktogramm sein, nur bedeutet es nicht mehr den Gegenstand sondern eine allgemeine Situation, eine "Idee" an der der Gegenstand teilhat. Bsp ein tränendes Auge kann "Kummer "bedeuten.
>Icons.
I 88
Lineare Codes: Bsp Bildkasten mit Strichmännchen, die Sonne steht oben, in der Mitte ein Hund. Daneben dasselbe nochmal ohne Rahmen, Reihenfolge linear: Sonne, Männchen, Hund, Männchen. (> Szene ) Bedeutung: Der "Text" rechts (ohne Rahmen) bedeutet das Bild, welches die Szene bedeutet.
>Stufen/Ebenen.
I 89
Szene: Gerahmtes Bild mit Strichmännchen etwa 2 Menschen, die gegen Mittag einen Hund spazieren führen. Fällt der Rahmen weg, wird daraus ein >linearer Code.
I 89ff
Alphabet/Flusser: Die übliche historische Erklärung des Alphabets ist falsch, wonach es aus den Anfangsbuchstaben der Gegenstände gebildet ist. Semitische Alphabete kennen keine Konsonanten. "Genetische" Erklärung hat mit der Funktion der Buchstaben im Alphabet kaum etwas zu tun.
Bedeutung/Alphabet: Die Frage: "Welches ist die Bedeutung des "C" im lateinischen Alphabet?" steht mit dem Kamel, das es ursprünglich abbildete, in keinem Zusammenhang.
Das Alphabet ist eine einzigartige Erfindung, die auch nur einmal, ca.1500 v. Chr. im östliche Mittelmeerraum gemacht wurde: Tontäfelchen auf Kreta und Syrien: protohebräisch: "linear A" protogriechisch: "linear B".
Bsp Ulysses und Abraham waren ursprünglich die gleiche Gestalt.
Das Alphabet ist ein Code, der von Kaufleuten für Kaufleute erfunden wurde

Nach dem Alphabet: Technobilder
I 103
Schema: "Welt" < Bild < Text < Technobild

>Terminologie/Flusser, >Technobild.
Der Fotograph steht hinter dem Schriftsteller, der hinter dem Zeichner steht, der hinter der Welt steht. Um zu zeichnen, muss man von der Welt Abstand nehmen.
>Welt, >Bild, >Text.
Technobilder/Flusser: Technobilder sind genetisch als Schritt zurück von den Texten (speziell Optik und Chemie) anzusehen, und sie sind Folgen des wissenschaftlichen Fortschritts.
>Wissenschaft, >Messen, >Beobachtungssprache.

Fl I
V. Flusser
Kommunikologie Mannheim 1996
Beweise Genz II 187
Beweis/Genz: Ein Beweis ist nicht leicht von seinem Protokoll zu unterscheiden. Kann es Beweise geben, die kein Protokoll erlauben? Quantencomputer/Genz: Ein Quantencomputer hört auf zu funktionieren, wenn zwischendurch eingegriffen wird. Daher könnte ein Beweis durch ihn nicht kontrolliert werden. Er selbst kann den Prozess den er durchlaufen hat, auch nicht ausdrucken. Wohl aber kann man am Ende sehen, ob es richtig war.
>Beweisbarkeit, vgl. >Quantenmechanik.

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
Bezeichnen Putnam II 96
Bsp Ein Dorfbewohner in Thailand mag keine Katzen außer Siamkatzen kennen. Sein Wahrnehmungsprototyp für "miu" ist nicht unser Wahrnehmungsprototyp für "normale Hauskatze" sondern unser Wahrnehmungsprototyp für "Siamkatze". Dennoch lautet die richtige Übersetzung für "miu" nicht Siamkatze sondern Katze! ("Miu" bezeichnet alle Katzen, nicht bloß die dem thailändischen Prototyp ähnelnden.)
>Referenz, vgl. >Prototyp.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Bezugssysteme Parsons Habermas IV 355
Bezugsrahmen/Parsons/Habermas: Parsons hat den Status von Grundbegriffen und Grundannahmen, die, wie z.B. das protophysikalische Gerüst der klassischen Mechanik, nicht mit den empirischen Theorien, die mit ihrer Hilfe aufgestellt werden können, verwechselt werden dürfen. In diesem Sinne sollte auch der handlungstheoretische Bezugsrahmen den Gegenstandsbereich der Sozialwissenschaften konstituieren. Parsons hatte ihn aber nicht als theoretisches Modell eingeführt – er sollte keineswegs die unter analytischen Gesichtspunkten von der Realität selber abstrahierten Grundzüge repräsentieren. Vielmehr besteht der analytische Realismus auf einer Problemstufenordnung, die zwischen dem kategorialen Rahmen, empiristischen Theorien, wissenschaftlichen Prognosen/Erklärungen und Tatsachen interne, nichtempirische Beziehungen herstellt. Diese Hierarchie bricht aus dem sprachlichen Universum der wissenschaftlichen Kommunikationsgemeinschaft nicht aus. >Theorie/Parsons.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Bolschewismus Schmitt Brocker I 170
Faschismus/Bolschewismus/Schmitt: Schmitt betrachtete diese Bewegungen als komplexe Strömungen, in denen Motive und Energien des Marxismus, Anarchismus und Nationalismus in unterschiedlicher Weise wirksam wurden, und er unterstellte ihnen eine irrationalistische »Philosophie konkreten Lebens« (1), die Sorel prototypisch erfasst habe. >Marxismus, >Anarchismus, >Nationalismus.
Schmitt entfernte sich damit vom Selbstverständnis der Bewegungen und entwickelte eine eigene starke und spekulative Deutung. In seine Auffassung von »Moskau« ging dabei eine zeittypische Slawophilie (nach Tolstoi und Dostojewski) ein.
>Dostojewski.
Schmitt zitierte Sorel und Mussolini für seine Einschätzung, »dass die Energie des Nationalen größer ist als die des Klassenkampfmythus« (2). Am Ende spielte er Mussolini gegen den liberalen Parlamentarismus wie den Bolschewismus aus.
>Parlamentarismus.

1. Carl Schmitt, Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus, in: Bonner Festgabe für Ernst Zitelmann zum fünfzigjährigen Doktorjubiläum, München/Leipzig 1923, 413-473. Separatveröffentlichung in der Reihe: Wissenschaftliche Abhandlungen und Reden zur Philosophie, Politik und Geistesgeschichte, Bd. 1, München/Leipzig 1923. Zweite, erweiterte Auflage 1926, S. 76.
2.Ebenda S. 88.

Reinhard Mehring, Carl Schmitt, Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus (1923), in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

Schmitt I
Carl Schmitt
Der Hüter der Verfassung Tübingen 1931

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Cap and Trade System Stavins Stavins I 157
Cap-and-Trade-Systeme/Aldy/Stavins: Ein Cap-and-Trade-System begrenzt die Gesamtemissionen regulierter Quellen, indem es eine begrenzte Anzahl handelbarer Emissionszertifikate schafft - insgesamt in Höhe der Gesamtobergrenze - und diese Quellen verpflichtet, Zertifikate zur Deckung ihrer Emissionen zurückzugeben (Stavins, 2007)(1). Angesichts der Wahl, ob sie ein Zertifikat abgeben oder Emissionen reduzieren wollen, legen die Unternehmen Wert auf ein Zertifikat, das die Kosten der Emissionsminderungen widerspiegelt, die durch die Abgabe eines Zertifikats vermieden werden können. Unabhängig von der anfänglichen Verteilung der Zertifikate kann der Handel dazu führen, dass die Zertifikate zu ihrem höchstwertigen Zweck verwendet werden: zur Deckung der Emissionen, die am kostspieligsten zu reduzieren sind, und als Anreiz, die geringsten Kosten zu senken (Hahn & Stavins, in der Presse(2); Montgomery, 1972)(3). Cap-and-Trade setzt eine Gesamtmenge fest, und durch den Handel ergibt sich ein Preis für die Emissionen. Dieser ist praktisch das Doppelte einer CO2-Steuer, die die Emissionen bewertet und eine Menge an Emissionen liefert, wenn die Unternehmen auf die Minderungsanreize der Steuer reagieren. VsCap and Trade: In einem Emissionshandelsprogramm, Kostenunsicherheit - unerwartet hoch oder volatile Preise der Zertifikate - können die politische Unterstützung für die Klimapolitik untergraben und
Stavins I 158
Investitionen in neue Technologien sowie in Forschung und Entwicklung entmutigen. Daher hat sich das Augenmerk auf die Einbeziehung von "Kostendämpfungsmaßnahmen" in Cap-and-Trade-Systemen gerichtet, einschließlich Offsets, Emissionsbanking- und Kreditvergabe, Sicherheitsventile und Preiskorridore. Eine Erhöhung der Sicherheit über die Minderungskosten (durch die oben genannten Methoden) verringert die Sicherheit über die zulässige Emissionsmenge.
1. VsVsCap and Trade: Das Ebnen der Zertifikatspreise im Laufe der Zeit durch Bankgeschäfte und Kreditaufnahme verringert die Sicherheit der Emissionen in einem bestimmten Jahr, bewahrt aber die Sicherheit der Gesamtemissionen über einen längeren Zeitraum. Eine kosteneffiziente Politik mit einem Mechanismus, der gegen unerwartet hohe Kosten versichert - entweder durch Cap and Trade oder eine CO2-Steuer - erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen ihren Verpflichtungen nachkommen und die Teilnahme und Einhaltung eines Landes an einem globalen Klimaabkommen erleichtern kann.
Im Falle einer Cap and Trade-Regelung würde die Grenzanpassung in Form einer Import-Erlaubnis erfolgen, so dass den Importen dieselben Regulierungskosten entstehen wie den im Inland hergestellten Waren.
2. VsCap and Trade: Grenzmaßnahmen im Rahmen einer CO2-Abgabe oder eines Cap and Trade werfen jedoch Fragen nach der Anwendung von Handelssanktionen zur Förderung umfassenderer und umfangreicherer Emissionsminderungsmaßnahmen weltweit sowie nach ihrer Rechtmäßigkeit im Rahmen der Welthandelsorganisation auf (Brainard & Sorking, 2009(4); Frankel, 2010(5)). >CO2-Preis-Strategien/Stavins, >CO2-Preis/Fankhauser.

Stavins I 172
Cap and Trade-Verknüpfungen/CO2-Preis-Koordinierung/Stavins: Da die Verknüpfung zwischen handelbaren Genehmigungssystemen (d.h. die ein- oder zweiseitige Anerkennung von Zertifikaten aus einem System zur Nutzung in einem anderen) die Einhaltungskosten senken und die Marktliquidität verbessern kann, besteht großes Interesse an der Verknüpfung von Cap and Trade-Systemen untereinander. Es gibt nicht nur Vorteile, sondern auch Bedenken im Zusammenhang mit verschiedenen Arten von Verknüpfungen (Jaffe, Ranson, & Stavins, 2010)(6). Ein großes Problem ist, dass wenn zwei
Stavins I 173
Cap and Trade-Systeme direkt miteinander verbunden sind (d.h. sie ermöglichen die bilaterale Anerkennung von Zertifikaten in den beiden Jurisdiktionen), werden wichtige Kostendämpfungsmechanismen, wie Sicherheitsventile, automatisch von einem System zum anderen übertragen. Da einige Länder (wie die Europäische Union) gegen den Begriff des Sicherheitsventils sind, während andere Länder (wie die Vereinigten Staaten) sehr für die Verwendung eines Sicherheitsventils prädisponiert zu sein scheinen, wäre eine Vereinheitlichung erforderlich. Dieses Problem kann durch den Einsatz einer indirekten Verknüpfung vermieden werden, bei der zwei Cap and Trade-Systeme Kompensationen aus einem gemeinsamen Emissionsminderungs-Kreditsystem wie dem Clean Development Mechanism akzeptieren. Dadurch konvergieren die Vergütungspreise der beiden Cap and Trade-Systeme (solange der ERC-Markt ausreichend tief ist), und alle Vorteile der direkten Verknüpfung werden erreicht (niedrigere Gesamtkosten, geringere Marktmacht, geringere Preisvolatilität), jedoch ohne die Weitergabe von Kostendämpfungsmechanismen von einem System zum anderen. (...) es ist wichtig zu fragen, ob eine Vielzahl heterogener nationaler, subnationaler oder regionaler klimapolitischer Instrumente produktiv verknüpft werden kann. Die grundlegende Antwort ist, dass ein solcher Satz von Instrumenten verknüpft werden kann, aber diese Verknüpfung ist wesentlich schwieriger ist als bei einem Satz von homogeneren handelbaren Genehmigungssystemen (Hahn & Stavins, 1999)(7). Eine weitere Form der Koordination können einseitige Instrumente des Wirtschaftsschutzes sein, d.h. Grenzanpassungen. >CO2-Preis-Koordinierung/Stavins.

1. Stavins, R. N. (2007). A U.S. cap-and-trade system to address global climate change (The Hamilton Project Discussion Paper 2007-13). Washington, DC: The Brookings Institution.
2. Hahn, R. W., & Stavins, R. N. (in press). The effect of allowance allocations on cap-and-trade system performance. Journal of Law and Economics.
3. Montgomery, D. W. (1972). Markets in licenses and efficient pollution control programs. Journal of Economic Theory, 5, 395-418.
4. Brainard, L., & Sorking, I. (Eds.). (2009). Climate change, trade, and competitiveness: Is a collision inevitable? Washington, DC: Brookings Institution Press.
5. Frankel, J. (2010). Global environment and trade policy. In J. E. Aldy & R. N. Stavins (Eds.), Post-Kyoto international climate policy: Implementing architectures for agreement (pp. 493-529). New York, NY: Cambridge University Press.
6.Jaffe, J., Ranson, M., & Stavins, R. (2010). Linking tradable permit systems: A key element of emerging international climate policy architecture. Ecology Law Quarterly, 36, 789-808.
7. Hahn, R. W., & Stavins, R. N. (1999). What has the Kyoto Protocol wrought? The real architecture of international tradeable permit markets. Washington, DC: The AEI Press.

Robert N. Stavins & Joseph E. Aldy, 2012: “The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and
Experience”. In: Journal of Environment & Development, Vol. 21/2, pp. 152–180.

Stavins I
Robert N. Stavins
Joseph E. Aldy
The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and Experience 2012
Carnap-Satz Lewis I (b) 29
Carnap-Satz/Carnap-Konditional/Lewis: Der Carnap-Satz besagt, dass im Falle der Realisierung der Theorie T die theoretischen Termini die Bestandteile einer Realisierung von T benennen (Anmerkung: Carnap hat die Fälle im Auge, wo die A-Termini einer Beobachtungssprache angehören). Ex T(x) > T(t).
Ramsey-Satz: hat denselben Gehalt wie die Theorie in traditioneller Terminologie.
---
Schwarz I 220
Theorie/Lewis/Schwarz: Um das Carnap-Konditional zu widerlegen, müsste man feststellen, dass es Dinge gibt, die die Theorie erfüllen, dass dies aber keine Elektronen sind, das kann sich gar nicht herausstellen. Bsp dass nicht Homer die Odyssee geschrieben hat, sondern ein anderer Grieche gleichen Namens. Keine Entdeckung über DNA, Kausalketten, Prototypen oder Sprachgebrauch kann das Carnap-Konditional widerlegen. Das Carnap-Konditional taugt aber nicht für Definitionen, weil es nur hinreichende Bedingungen angibt. Vgl. >Ramsey-Satz.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Charakterzüge Sozialpsychologie Corr I 462
Charakterzüge/Sozialpsychologie/Robinson/Sedikides: Charakterzüge könnten durch Aggregation über mehrere Beobachter hinweg bewertet werden (Funder 1991)(1) oder über aktuelle Stichproben von Erfahrungen und Verhaltensweisen im täglichen Leben (Epstein1983)(2). Dies ist jedoch nicht üblich. Stattdessen bewerten Forscher typischerweise Eigenschaften, indem sie Menschen auffordern, über ihre breiten (d.h. "allgemeinen") Tendenzen zum Denken, Fühlen und Handeln in besonderer Weise selbst zu berichten. >Selbstbeschreibung, >Selbstwissen.
Wahrscheinlich besteht also ein enger Zusammenhang zwischen den Merkmalen der Selbstbeurteilung und dem globalen Selbstverständnis. Diese Beobachtung veranlasste Robinson und Clore (2002a)(3) zu der Annahme, dass Eigenberichte über Charakterzüge eher abstrakte oder verallgemeinerte Selbstauffassungen bewerten als solche, die stärker mit momentanen Erfahrungen und Verhaltensweisen verbunden sind.
Corr I 463
1) Verallgemeinerte Selbstansichten sind konsistenter mit selbstrelevanten Stereotypen als Bewertungen, die in Erfahrungsstichprobenprotokollen erhalten werden (z.B. sind Frauen emotionaler als Männer: Barrett, Robin, Pietromonaco und Eyssell 1998)(4). 2) Amnestische, autistische oder demente Patienten können zuverlässige und valide Charakterzug-Beurteilungen über das Selbst vornehmen, obwohl sie völlig unfähig sind, sich an bestimmte merkmalsrelevante Erfahrungen oder Verhaltensweisen zu erinnern (z.B. Klein, Loftus und Kihlstrom 1996)(5).
3) Reaktionszeitparadigmen nähern sich dem Punkt an, dass die Bewertungen des Selbst "im Allgemeinen" auf einer wesentlich anderen Grundlage erfolgen als die Bewertungen des Selbst in kürzeren Zeitfenstern (Robinson und Clore 2002b)(6). Kurz gesagt, Charakterzug-Selbstbeurteilungen erschließen generalisierte Überzeugungen über das Selbst etwas unabhängig von momentanen Selbstauffassungen (Robinson und Clore 2002a(3), 2002b(6)).

1. Funder, D. C. 1991. Global traits: a neo-Allportian approach to personality, Psychological Science 2:31–9
2. Epstein, S. 1983. Aggregation and beyond: some basic issues on the prediction of behaviour, Journal of Personality 51: 360–92
3. Robinson, M. D. and Clore, G. L. 2002a. Belief and feeling: an accessibility model of emotional self-report, Psychological Bulletin 128: 934–60
4. Barrett, L. F., Robin, L., Pietromonaco, P. R. and Eyssell, K. M. 1998. Are women the ‘more emotional’ sex?: evidence from emotional experiences in social context, Cognition and Emotion 12: 555–78
5. Klein, S. B., Loftus, J. and Kihlstrom, J. F. 1996. Self-knowledge of an amnesic patient: toward a neuropsychology of personality and social psychology, Journal of Experimental Psychology: General 125: 250–60
6. Robinson, M. D. and Clore, G. L. 2002b. Episodic and semantic knowledge in emotional self-report: evidence for two judgment processes, Journal of Personality and Social Psychology 83: 198–215


Michael D. Robinson and Constantine Sedikides, “Traits and the self: toward an integration”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Cloud Computing Lanier I 75
Cloud Computing/Lanier: Es kommt darauf an, wie man sich selbst definiert.
I 76
Es ist wichtig, die Ähnlichkeit zwischen den Herren und den Bauern der Cloud zu erkennen. Hedgefonds-Manager bauen eine Scheinsicherheit für gewaltige Risiken auf. Das ist eine subtile Form von Betrug, aber genau dies tut ein konkurrenzbewusster Teenager, wenn er eine phantastische Zahl von „Freunden“ bei einem Dienst wie Facebook sammelt. >Selbstidentifikation, >Selbstbewusstsein, >Bewusstsein, >Internet, Internetkultur, >Internetprotokoll, >Onlinerecht, >World Wide Web, >Soziale Netzwerke, >Soziale Medien.

Lanier I
Jaron Lanier
Gadget: Warum die Zukunft uns noch braucht Frankfurt/M. 2012
Denken Dummett I 93 ff
DummettVsFrege: (...) seine Theorie der Wahrnehmung steht im Widerspruch zu seiner These, der Mensch könne nur diejenigen Gedanken fassen, die er als den Sinn von Sätzen begreift. Davon kann man zwei Lesarten nehmen.
I 105
Gedanken/DummettVsFrege: Gedanken sind nicht unbedingt sprachlich: Wir können Protogedanken annehmen (auch Tiere können solche haben). Protogedanken/Dummett: Protogedanken sind an Tätigkeit geknüpft. - Wir nehmen Protogedanken an, anstelle von Husserls Noema.
I 137 f
Denken: Stärkste Lesart: Wir können nur in der Sprache denken. schwächste: Keiner von uns kann einen Gedanken haben, den er nicht zum Ausdruck bringen kann. Vgl. >Psychologische Theorien über Sprache und Denken, >Tiersprache.
I 141
DummettVsQuine,DummettVsDavidson: Nicht > href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Idiolekt">Idiolekt, sondern gemeinsame Sprache ist vorrangig.
III (e) 209
Sprache/Denken/Wittgenstein/Dummett: Die Rolle der Sprache als Vehikel des Denkens ist ihrer Rolle als Werkzeug der Mitteilung untergeordnet.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Diskurs Habermas III 40
Diskurs/theoretisch/praktisch/Habermas: Ich selbst neige zu einer kognitivistischen Position, der zufolge praktische Fragen grundsätzlich argumentativ entschieden werden können. Diese Position ist aber nur aussichtsreich zu verteidigen, wenn wir praktische Diskurse, die einen internen Bezug und interpretierten Bedürfnissen der Betroffenen haben, nicht vorschnell an theoretische Diskursen mit ihrem Bezug zu interpretierten Erfahrungen eines Beobachters assimilieren. >Kognitivismus.
III 41
Argumentationen, die der Rechtfertigung von Wertstandards dienen, erfüllen nicht die Bedingungen von Diskursen. Im prototypischen Fall haben sie die Form der ästhetischen Kritik. >Kultur/Habermas, >Argumentation.
III 45
Theoretischer Diskurs: kognitiv-instrumentell – es geht um die Wahrheit von Propositionen und die Wirksamkeit teleologischer Handlungen Praktischer Diskurs: moralisch-praktisch – es geht um die Richtigkeit von Handlungen
Ästhetische Kritik: evaluativ – es geht um die Angemessenheit von Wertstandards
Therapeutische Kritik: expressiv – es geht um die Wahrhaftigkeit von Expressionen
Explikativer Diskurs: hier geht es um Verständlichkeit bzw. Wohlgeformtheit symbolischer Konstrukte.
III 71
Def Diskurs/Habermas: von Diskursen spreche ich nur dann, wenn der Sinn des problematisierten Geltungsanspruchs die Teilnehmer konzeptuell zu der Unterstellung nötigt, das grundsätzlich ein rationale motiviertes Einverständnis erzielt werden könnte, wobei „grundsätzlich“ den idealisierenden Vorbehalt ausdrückt: wenn die Argumentation nur offen genug geführt und lange genug fortgesetzt werden könnte.(1) >Diskurstheorie.

1. Das geht auf Ch. S. Peirce zurück. Vgl. dazu H. Scheit, Studien zur Konsensustheorie der Wahrheit, Habilitationsschrift Universität München, 1981.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Dualismus Chalmers I 125
Dualismus/Bewusstsein/Chalmers: Wir haben gesehen dass der Materialismus wegen der fehlenden logischen Supervenienz bewussten Erlebens auf physikalischen Tatsachen scheitert. >Supervenienz, >Bewusstsein/Chalmers, >Bewusstsein, >Materialismus.
Daraus folgt ein Dualismus, aber kein Cartesischer Dualismus, der einen „Geist in der Maschine“ annimmt, der extra kausale Arbeit leistet. Stattdessen folgt für uns eine Art Eigenschaftsdualismus.
>Eigenschaftsdualismus, vgl. >R. Descartes.
I 134
Dualismus/Chalmers: Man könnte den Dualismus vermeiden, indem man eine Zombie-Welt, die physikalisch identisch mit unserer ist, als falsch beschrieben bezeichnet. >Zombies/Chalmers.
I 135
Diese Welt wäre gleichzeitig identisch und verschieden. Wir könnten die physikalischen Eigenschaften mit dem Operator „ddieses“ („dthat“) starr machen, Bsp ddieses(spielt die Rolle von…). >"ddieses", >Starrheit, >Operatoren, >Eigenschaften.
Pointe: Dann würde die Zombie-Welt einige Eigenschaften nicht haben, die unsere Welt hat.
Pointe: Dann könnte Bewusstsein metaphysisch auf anderen Eigenschaften supervenieren. Das wäre ein interessantes Argument.
>Metaphysische Möglichkeit, >Metaphysik.
ChalmersVsVs: 1. Ist das spekulativ.
2. (direkter): Es beruht auf einer unkorrekten Semantik physikalischer Begriffe.
I 136
Bsp Ein Elektron mit noch unerkannten Eigenschaften würden wir immer noch ein Elektron nennen, nicht aber ein Elektron mit Eigenschaften eines Protons. >Bedeutungswandel, >Theoriewandel.
Metaphysik/Chalmers: Die Semantik ist hier nicht so entscheidend, aber die metaphysische Frage bleibt.
I 154
Def Protophänomenale Eigenschaft/Chalmers: Eine protophänomenale Eigenschaft beinhaltet als einzelne nicht selbst Erleben, mehrere gleichzeitig vorhandene könnten es aber. Das ist merkwürdig für uns, kann aber nicht a priori ausgeschlossen werden. Das würde eine kausale Rolle des Phänomenalen nahelegen. Vgl. >Emergenz, >Kausalität, >Phänomene, >Erleben, >Wissen wie.
Eine solche Theorie zu vertreten würde einfach bedeuten, eine andere mögliche Welt anzunehmen, wo etwas anderes die Rolle der Verursachung innehat, aber logisch ausgeschlossen wäre eine solche Welt nicht.
>Verursachung.
I 155
Dualismus/Chalmers: Wenn wir eine solche Position einnehmen würden, verträten wir einen essentiellen Dualismus. >Essentialismus.
ChalmersVsDualismus: Man kann diese Position aber auch nichtdualistisch verstehen, wenn auch nicht als materialistischen Monismus. Sie liefert dann ein Netzwerk intrinsischer Eigenschaften, das die extrinsischen physikalischen Eigenschaften „realisiert“ (verwirklicht).
>Monismus, >Extrinsisch, >Intrinsisch, vgl. >Exemplifikation.
Die Gesetze sind immer noch die physikalischen. In extremster Form, wenn alle intrinsischen Eigenschaften phänomenal sind, haben wir es mit einer Variante des Idealismus zu tun, aber nicht nach Art von Berkeley.
>G. Berkeley, >Idealismus.
Am ehesten würde es einer Version von Russells neutralem Monismus entsprechen:
I 155
Monismus/Russell/Chalmers: Neutraler Monismus: Die grundlegenden Eigenschaften der Welt sind weder physikalische noch phänomenale, sondern das Physische und das Phänomenale sind beide aus diesem Grundlegenden aufgebaut. Das Phänomenale ist aus den intrinsischen Naturen gebildet, das Physische aus den extrinsischen.
I 156
Dualismus/Def Interaktionistischer Dualismus/Def Interaktionismus/Chalmers: Hier füllt Erfahrung die kausalen Lücken im physikalischen Prozess. >Erfahrung, >Erleben.
ChalmersVs: Das schafft mehr Probleme als es löst. Es löst nicht die Probleme mit dem Epiphänomenalismus.
>Epiphänomenalismus.
Pro: Das einzige Argument für den interaktionistischen Dualismus sind einige Eigenschaften der Quantenmechanik, die besser erklärt werden könnten. (Eccles 1986)(1)
I 157
ChalmersVsEccles: Die Effekte wären viel zu klein, um eventuelle Verhaltensänderungen zu bewirken. Weitere Gegenargumente: VsInteraktionistischer Dualismus/VsInteraktionismus/Chalmers:
1. Er widerspricht dem quantenmechanischen Postulat, dass die mikroskopischen „Entscheidungen“ zufällig sind.
2. Ein Verhalten, dass durch diese mikroskopischen Einflüsse ausgelöst wurde, müsste sich von anders ausgelöstem Verhalten unterscheiden.
ChalmersVsEccles: Solche Theorien schweigen sich auch darüber aus, was im Gehirn passieren soll, wenn die Wellenfunktion kollabiert.
ChalmersVsInteraktionistischer Dualismus: dieser macht das Phänomenale irrelevant:
I 158
ChalmersVsEccles: Wenn es seine Psychonen gibt, dann kommen sie mit rein kausalen Interaktionen aus, ohne angenommene phänomenale Eigenschaften. VsChalmers: Man könnte einwenden, dass Psychonen (oder Ektoplasma oder was immer) durch phänomenale Eigenschaften erst konstituiert sind.
ChalmersVsVs: Selbst dann sind ihre phänomenalen Eigenschaften irrelevant für Verhaltenserklärung: in der Geschichte über Verursachung sind es nur die relationalen Eigenschaften, die zählen. Es bleibt also bei der kausalen Geschlossenheit des Physischen.
ChalmersVsInteraktionismus/ChalmersVsEccles: selbst wenn man Psychonen annähme, könnte man eine Geschichte über Zombies erzählen, die Psychonen involvierte. Man müsste dann wiederum zusätzliche phänomenale Eigenschaften von Psychonen annehmen, ohne sie nachweisen zu können.
I 162
Def Interaktionistischer Dualismus/Chalmers: Der interaktionistische Dualismus akzeptiert, dass Bewusstsein nicht-physikalisch ist (VsMaterialismus) aber er leugnet, dass die physikalische Welt kausal geschlossen ist, so dass Bewusstsein eine autonome kausale Rolle spielen kann. >Kausale Rolle, >Kausalität, >Verursachung.

I 162
Naturalistischer Dualismus/Chalmers: So charakterisiere ich meine eigene Sicht: Chalmers These: Bewusstsein superveniert natürlich auf dem Physischen, ohne logisch oder „metaphysisch“ zu supervenieren. >Supervenienz.
Ich behaupte, dass der Materialismus falsch ist und dass der Bereich des Physikalischen kausal abgeschlossen ist. ChalmersVsMaterialismus.
I 171
Naturalistischer Dualismus/Chalmers: Diese meine Position wird schon von vielen implizit geteilt, die sich selbst noch „Materialisten“ nennen. Alles was ich gemacht habe ist, die ontologischen Implikationen der naturalistischen Sicht – dass Bewusstsein aus dem Physischen (oder Physikalischen) „entsteht“, explizit zu machen. Wir müssen gar nicht viel aufgeben, was für unsere wissenschaftliche Weltsicht wichtig ist. Vgl. >Emergenz.

1. 1. Eccles, J.C. (1986) Do Mental Events Cause Neural Events Analogously to the Probability Fields of Quantum Mechanics? Proceedings of the Royal Society of London. Series B, Biological Sciences, 227, 411-428.
http://dx.doi.org/10.1098/rspb.1986.0031

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014
Dualismus Feynman I 40
Welle/Teilchen/Dualismus/Feynman: Es gibt gar keinen Unterschied zwischen Welle und Teilchen. Die Quantenmechanik vereinigt die Idee des Feldes und einer Welle und einem Teilchen zu einem Ganzen. Nun ist es wahr, dass bei niedrigen Frequenzen die Welleneigenschaften offensichtlicher sind. bzw. praktischer als eine angenäherte Beschreibung alltäglicher Erfahrungen. Wenn die Frequenz erhöht wird, treten die Teilcheneigenschaften mehr und mehr zutage bei den Instrumenten, mit denen wir normalerweise unsere Messungen ausführen.
>Quantemechanik.
I 511
Welle/Teilchen/Quantenmechanik/Feynman: quantenmechanische Objekte verhalten sich nicht wie Teilchen und sie verhalten sich nicht wie Wellen. Es gibt einen günstigen Umstand: Die Elektronen verhalten sich genauso wie das Licht (das sich selbst weder wie Welle noch wie Teilchen verhält).
Das Quantenverhalten ist bei allen gleich, ob Photonen, Elektronen, Protonen oder Neutronen.

Feynman I
Richard Feynman
Vorlesungen über Physik I München 2001

Feynman II
R. Feynman
Vom Wesen physikalischer Gesetze München 1993
Eigenschaften Armstrong III 12
Eigenschaften/Armstrong: Eigenschaften sind immer nicht-lokal! - Bsp "in Australien lebend" ist keine Eigenschaft - auch relationale Eigenschaften dürfen nicht lokal sein. (((s) Vgl. >Eigenschaften/Chisholm).
III 14
Individuation/Individuum/Einzeldinge/Eigenschaften/Armstrong: es ist wahrscheinlich, dass es für jedes Einzelding wenigstens eine individuierende Konjunktion von Eigenschaften gibt. - Bsp "eine Lichtsekunde von Proton A entfernt seiend" - das ist keine Eigenschaft - aber: Bsp "eine Lichtsekunde von einem Proton entfernt seiend" wäre richtig. ((s) Allgemeinheit).
III 83
Eigenschaften/Armstrong: Eigenschaften sind strikt identisch in allen verschiedenen Instantiierungen (Universale) - daher nicht alle beliebigen Prädikate - Pseudo-Eigenschaft: Identität mit sich selbst (kein Universale). - Identität verleiht keine kausale oder nomische Kraft. >Identität.
III 114f
Eigenschaften/Armstrong: der Zustand N(F,G) ist gleichzeitig eine Relation 1. Stufe. - Wenn Bsp "eine Masse sein" eine Eigenschaft von Eigenschaften ist, dann wird "die Eigenschaft von 1 Kg, eine Masse zu sein" ein Zustand 2. Stufe sein (M(K) und das wird, aus Symmetriegründen auch eine Eigenschaft 1. Stufe sein, die auf ED 1. Stufe angewendet wird, so wie dieses Gewicht. VsRealismus von Eigenschaften/Eigenschaftsrealismus: Es besteht die Gefahr der Verdoppelung, Zwischenglieder. - Armstrong spät: ist skeptisch Vs "Eigenschaft, eine Masse zu sein".
III 141
Eigenschaften/Armstrong: die "Eigenschaft, eine Eigenschaft zu sein" ist nicht erwünscht. - Jedenfalls ist sie keine Humesche Gleichfömigkeit 2. Stufe. - Sie wird aber von >Tooley gebraucht, wenn er ein universales Gesetz als Gesetz 2. Stufe über Gesetze annimmt.
III 145
Gesetze/Armstrong: Wir sollten lieber neue Eigenschaften einführen als neue Gesetze. >Gesetz/Armstrong, >Naturgesetz/Armstrong.
III 163ff
Eigenschaften/Armstrong: wenn sie wesentlich sind, dann nur in Bezug auf ein Begriffsschema. >Begriffsschema.
II 5
Eigenschaften/Armstrong: kategorische Eigenschaft = nicht-dispositionale Eigenschaft. - Aber viele Eigenschaften sind eigentlich dispositional: Bsp "hart" genauso wie "biegsam". - Aber dispositional ist nicht auf kategorisch reduzierbar. >Dispositionen/Armstrong.
II (c) 96
Eigenschaften/kategorisch/dispositional/Armstrong: Asymmetrie zwischen kategorisch/dispositional: Dispositionen erfordern kategorische Eigenschaften in einer Weise, in der kategorische Eigenschaften Dispositionen nicht erfordern. - Es ist möglich, dass in einer möglichen Welt Dinge nur kategorische Eigenschaften haben, ohne dispositionale Seite. - Das wäre nach Martin eine träge Welt, weil es keine Kausalität gäbe.
II (c) 102
MartinVsArmstrong: Die Welt muss nicht so "geschäftig" sein, dass jede Disposition manifestiert sein müsste - (>II 77)
II (c) 97
Eigenschaften/Nominalismus/Martin/Place: Eigenschaften sind Einzeldinge. - Daher gibt es keine strikte Identität zwischen verschiedenen Manifestationen oder Vorkommnissen von Eigenschaften. - Statt dessen: "exakte Ähnlichkeit". - Verursachung: Prinzip: "Gleiches verursacht Gleiches". ArmstrongVs: 1. Das ist nur eine kosmische Regularität und damit als ganzes ein kosmischer Zufall. ArmstrongVs: 2. pro Universalien-Sicht: Universalien erklären, warum dieselben Eigenschaften in denselben Umständen dieselben Wirkungen hervorbringt (nicht bloß die gleichen). - Prinzip: "Identisches verursacht Identisches". >Ähnlichkeit.
Martin III 168
Kompositionsmodell/Martin: These: wir sollten Eigenschaften statt Teile annehmen - die komplexen Eigenschaften, Dispositionen und Relationen des Ganzen sind zusammengesetzt aus den einfacheren Eigenschaften und Relationen und Dispositionen der Teile.

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983

Martin I
C. B. Martin
Properties and Dispositions
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin II
C. B. Martin
Replies to Armstrong and Place
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin III
C. B. Martin
Final Replies to Place and Armstrong
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin IV
C. B. Martin
The Mind in Nature Oxford 2010
Eigenschaften Gärdenfors I 24
Eigenschaften/Gärdenfors: denotiert Informationen die sich auf einen einzelnen >Bereich beziehen. Gärdenfors (1990, 2000) (1)(2): These: Eine Eigenschaft ist eine konvexe Region in einem Bereich. Def konvex/Gärdenfors: eine Region R ist konvex, wenn für je zwei Punkte x und y in R alle Punkte zwischen x und y ebenfalls ist R sind.
I 25
Wenn x und y eine bestimmte Eigenschaft haben, dann haben sie auch die dazwischen liegenden Punkte. Eigenschaften: sind ein Spezialfall von Begriffen: während Eigenschaften auf einem einzelnen Bereich gründen, gründen Begriffe auf einem oder mehreren Bereichen (Gärdenfors 2000) (2).
I 28
Eigenschaften/Produktraum/Gärdenfors: Produkträume im Koordinatensystem werden relevant, wenn Dimensionen verschiedener Bereiche kombiniert werden. Bsp vergleichende Adjektive.
I 29
Bsp Berg/Hügel: bei Bergen geht es mehr um Höhe, daher hat der Prototyp im Koordinatensystem eine dreieckige Form im Gegensatz zum Prototyp des Hügels, bei dem sowohl Höhe als auch Breite wichtig sind und der daher eine rechteckige Form aufweist.

1. Gärdenfors, P. (1990). Induction, conceptual spaces, and AI. Philosophy of Science, 57, 78–95.
2. Gärdenfors, P. (2000). Conceptual spaces: The geometry of thought. Cambridge, MA: MIT Press.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Eigenschaften Martin Martin III 169
Eigenschaften/Martin: These: Was auch immer die letztlichen Konstituenten (Eigenschaften) der Natur sein sollten, sie bestehen genauso wenig in rein qualitativen Eigenschaften und reinen Akten wie irgendwelche makroskopischen oder strukturellen Eigenschaften. ((s) Das Sprechen über "was auch immer" führt zur Annahme von "Rollen", Bsp "kausale Rolle", >Funktionale Rolle" usw. Bsp "was die kausale Rolle von Schmerz spielt".) Die Eigenschaften bloß angenommener Teilchen müssen zu mehr fähig sein als manifestiert ist. ((s) Vgl. >Verborgene Variablen, verborgene Parameter.)

Armstrong III 12
Eigenschaften/Armstrong: Eigenschaften sind immer nicht-lokal! - Bsp "in Australien lebend" ist keine Eigenschaft - auch relationale Eigenschaften dürfen nicht lokal sein. (((s) Vgl. >Eigenschaften/Chisholm).
III 14
Individuation/Individuum/Einzeldinge/Eigenschaften/Armstrong: es ist wahrscheinlich, dass es für jedes Einzelding wenigstens eine individuierende Konjunktion von Eigenschaften gibt. - Bsp "eine Lichtsekunde von Proton A entfernt seiend" - das ist keine Eigenschaft - aber: Bsp "eine Lichtsekunde von einem Proton entfernt seiend" wäre richtig. ((s) Allgemeinheit).
III 83
Eigenschaften/Armstrong: Eigenschaften sind strikt identisch in allen verschiedenen Instantiierungen (Universale) - daher nicht alle beliebigen Prädikate - Pseudo-Eigenschaft: Identität mit sich selbst (kein Universale). - Identität verleiht keine kausale oder nomische Kraft. >Identität.
III 114f
Eigenschaften/Armstrong: der Zustand N(F,G) ist gleichzeitig eine Relation 1. Stufe. - Wenn Bsp "eine Masse sein" eine Eigenschaft von Eigenschaften ist, dann wird "die Eigenschaft von 1 Kg, eine Masse zu sein" ein Zustand 2. Stufe sein (M(K) und das wird, aus Symmetriegründen auch eine Eigenschaft 1. Stufe sein, die auf ED 1. Stufe angewendet wird, so wie dieses Gewicht. VsRealismus von Eigenschaften/Eigenschaftsrealismus: Es besteht die Gefahr der Verdoppelung, Zwischenglieder. - Armstrong spät: ist skeptisch Vs "Eigenschaft, eine Masse zu sein".
III 141
Eigenschaften/Armstrong: die "Eigenschaft, eine Eigenschaft zu sein" ist nicht erwünscht. - Jedenfalls ist sie keine Humesche Gleichfömigkeit 2. Stufe. - Sie wird aber von >Tooley gebraucht, wenn er ein universales Gesetz als Gesetz 2. Stufe über Gesetze annimmt.
III 145
Gesetze/Armstrong: Wir sollten lieber neue Eigenschaften einführen als neue Gesetze. >Gesetz/Armstrong, >Naturgesetz/Armstrong.
III 163ff
Eigenschaften/Armstrong: wenn sie wesentlich sind, dann nur in Bezug auf ein Begriffsschema. >Begriffsschema.
Armstrong II 5
Eigenschaften/Armstrong: kategorische Eigenschaft = nicht-dispositionale Eigenschaft. - Aber viele Eigenschaften sind eigentlich dispositional: Bsp "hart" genauso wie "biegsam". - Aber dispositional ist nicht auf kategorisch reduzierbar. >Dispositionen/Armstrong.
II (c) 96
Eigenschaften/kategorisch/dispositional/Armstrong: Asymmetrie zwischen kategorisch/dispositional: Dispositionen erfordern kategorische Eigenschaften in einer Weise, in der kategorische Eigenschaften Dispositionen nicht erfordern. - Es ist möglich, dass in einer möglichen Welt Dinge nur kategorische Eigenschaften haben, ohne dispositionale Seite. - Das wäre nach Martin eine träge Welt, weil es keine Kausalität gäbe.
Armstrong II (c) 102
MartinVsArmstrong: Die Welt muss nicht so "geschäftig" sein, dass jede Disposition manifestiert sein müsste - (>II 77)
Armstrong II (c) 97
Eigenschaften/Nominalismus/Martin/Place: Eigenschaften sind Einzeldinge. - Daher gibt es keine strikte Identität zwischen verschiedenen Manifestationen oder Vorkommnissen von Eigenschaften. - Statt dessen: "exakte Ähnlichkeit". - Verursachung: Prinzip: "Gleiches verursacht Gleiches". ArmstrongVs: 1. Das ist nur eine kosmische Regularität und damit als ganzes ein kosmischer Zufall. ArmstrongVs: 2. pro Universalien-Sicht: Universalien erklären, warum dieselben Eigenschaften in denselben Umständen dieselben Wirkungen hervorbringt (nicht bloß die gleichen). - Prinzip: "Identisches verursacht Identisches". >Ähnlichkeit.
Martin III 168
Kompositionsmodell/Martin: These: wir sollten Eigenschaften statt Teile annehmen - die komplexen Eigenschaften, Dispositionen und Relationen des Ganzen sind zusammengesetzt aus den einfacheren Eigenschaften und Relationen und Dispositionen der Teile.

Martin I
C. B. Martin
Properties and Dispositions
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin II
C. B. Martin
Replies to Armstrong and Place
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin III
C. B. Martin
Final Replies to Place and Armstrong
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin IV
C. B. Martin
The Mind in Nature Oxford 2010

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
Eigenschaften Place Armstrong III 12
Eigenschaften/Armstrong: Eigenschaften sind immer nicht-lokal! - Bsp "in Australien lebend" ist keine Eigenschaft - auch relationale Eigenschaften dürfen nicht lokal sein. (((s) Vgl. >Eigenschaften/Chisholm).
Armstrong III 14
Individuation/Individuum/Einzeldinge/Eigenschaften/Armstrong: es ist wahrscheinlich, dass es für jedes Einzelding wenigstens eine individuierende Konjunktion von Eigenschaften gibt. - Bsp "eine Lichtsekunde von Proton A entfernt seiend" - das ist keine Eigenschaft - aber: Bsp "eine Lichtsekunde von einem Proton entfernt seiend" wäre richtig. ((s) Allgemeinheit).
Armstrong III 83
Eigenschaften/Armstrong: Eigenschaften sind strikt identisch in allen verschiedenen Instantiierungen (Universale) - daher nicht alle beliebigen Prädikate - Pseudo-Eigenschaft: Identität mit sich selbst (kein Universale). - Identität verleiht keine kausale oder nomische Kraft. >Identität.
Armstrong III 114f
Eigenschaften/Armstrong: der Zustand N(F,G) ist gleichzeitig eine Relation 1. Stufe. - Wenn Bsp "eine Masse sein" eine Eigenschaft von Eigenschaften ist, dann wird "die Eigenschaft von 1 Kg, eine Masse zu sein" ein Zustand 2. Stufe sein (M(K) und das wird, aus Symmetriegründen auch eine Eigenschaft 1. Stufe sein, die auf ED 1. Stufe angewendet wird, so wie dieses Gewicht. VsRealismus von Eigenschaften/Eigenschaftsrealismus: Es besteht die Gefahr der Verdoppelung, Zwischenglieder. - Armstrong spät: ist skeptisch Vs "Eigenschaft, eine Masse zu sein".
Armstrong III 141
Eigenschaften/Armstrong: die "Eigenschaft, eine Eigenschaft zu sein" ist nicht erwünscht. - Jedenfalls ist sie keine Humesche Gleichfömigkeit 2. Stufe. - Sie wird aber von >Tooley gebraucht, wenn er ein universales Gesetz als Gesetz 2. Stufe über Gesetze annimmt.
Armstrong III 145
Gesetze/Armstrong: Wir sollten lieber neue Eigenschaften einführen als neue Gesetze. >Gesetz/Armstrong, >Naturgesetz/Armstrong.
III 163ff
Eigenschaften/Armstrong: wenn sie wesentlich sind, dann nur in Bezug auf ein Begriffsschema. >Begriffsschema.
Armstrong II 5
Eigenschaften/Armstrong: kategorische Eigenschaft = nicht-dispositionale Eigenschaft. - Aber viele Eigenschaften sind eigentlich dispositional: Bsp "hart" genauso wie "biegsam". - Aber dispositional ist nicht auf kategorisch reduzierbar. >Dispositionen/Armstrong.
Armstrong II (c) 96
Eigenschaften/kategorisch/dispositional/Armstrong: Asymmetrie zwischen kategorisch/dispositional: Dispositionen erfordern kategorische Eigenschaften in einer Weise, in der kategorische Eigenschaften Dispositionen nicht erfordern. - Es ist möglich, dass in einer möglichen Welt Dinge nur kategorische Eigenschaften haben, ohne dispositionale Seite. - Das wäre nach Martin eine träge Welt, weil es keine Kausalität gäbe.
Armstrong II (c) 102
MartinVsArmstrong: Die Welt muss nicht so "geschäftig" sein, dass jede Disposition manifestiert sein müsste - (>II 77)
Armstrong II (c) 97
Eigenschaften/Nominalismus/Martin/Place: Eigenschaften sind Einzeldinge. - Daher gibt es keine strikte Identität zwischen verschiedenen Manifestationen oder Vorkommnissen von Eigenschaften. - Statt dessen: "exakte Ähnlichkeit". - Verursachung: Prinzip: "Gleiches verursacht Gleiches". ArmstrongVs: 1. Das ist nur eine kosmische Regularität und damit als ganzes ein kosmischer Zufall. ArmstrongVs: 2. pro Universalien-Sicht: Universalien erklären, warum dieselben Eigenschaften in denselben Umständen dieselben Wirkungen hervorbringt (nicht bloß die gleichen). - Prinzip: "Identisches verursacht Identisches". >Ähnlichkeit.
Martin III 168
Kompositionsmodell/Martin: These: wir sollten Eigenschaften statt Teile annehmen - die komplexen Eigenschaften, Dispositionen und Relationen des Ganzen sind zusammengesetzt aus den einfacheren Eigenschaften und Relationen und Dispositionen der Teile.

Place I
U. T. Place
Dispositions as Intentional States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place II
U. T. Place
A Conceptualist Ontology
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place III
U. T. Place
Structural Properties: Categorical, Dispositional, or both?
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place IV
U. T. Place
Conceptualism and the Ontological Independence of Cause and Effect
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place V
U. T. Place
Identifying the Mind: Selected Papers of U. T. Place Oxford 2004

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983

Martin I
C. B. Martin
Properties and Dispositions
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin II
C. B. Martin
Replies to Armstrong and Place
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin III
C. B. Martin
Final Replies to Place and Armstrong
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin IV
C. B. Martin
The Mind in Nature Oxford 2010
Einheit Feynman I 116
Vereinheitlichung/Theory of Everything/TOE/Feynman: Wenn wir eines Tages eine "Universalgleichung finden, könnte eine ihrer Wurzeln diese Zahl 1/4,170000000000000...... sein. Wenn wir die Zeit, die das Licht zum Durchqueren eines Protons benötigt, mit dem Alter des Weltalls vergleichen, so ist die Antwort 1042. Sie hat also die gleiche Anzahl Nullen.
Also wurde vorgeschlagen, dass die Gravitationskonstante mit dem Weltalter verbunden ist. Wenn sie aber verbunden ist, müsste sie sich mit der Zeit ändern!
Vs: Wäre das der Fall, wäre die Welt um die Zeit, als Leben auf ihr entstand um 100° heißer gewesen, weil sie näher an der Sonne gewesen wäre. Das Leben hätte also nicht entstehen können.
>Vereinheitlichung, >Leben/Richard Dawkins, >Leben/Stuart Kauffman, >Leben/Ernst Mayr, >Leben/Jacques Monod, vgl. >Evolution, >Theory of everything.

Feynman I
Richard Feynman
Vorlesungen über Physik I München 2001

Feynman II
R. Feynman
Vom Wesen physikalischer Gesetze München 1993
Eltern-Kind-Beziehung Entwicklungspsychologie Upton I 60
Eltern-Kind-Beziehung /Entwicklungspsychologie/Upton: Frühe Beziehungen spielen auch bei der Entwicklung der kognitiven Funktionen und insbesondere beim Spracherwerb eine Rolle. Wichtige Merkmale von frühen Beziehungen: Vermaschung: Dies beschreibt die reibungslos integrierten Interaktionen, die man sieht, wenn zwei Menschen gut zusammenkommen, wobei der Beitrag jeder Person zur Interaktion mit dem des anderen zusammenpasst. In den 1970er Jahren zeigten Beobachtungen von Mutter-Kind-Interaktionen während der Säuglingsernährung (Brust oder Flasche), dass sowohl das Verhalten des Babys als auch das der Mutter eng miteinander verwoben sind (Kaye und Brazelton, 1971(1)). Menschliche Säuglinge ernähren sich von einem "Burst-Pause"-Rhythmus, in welchem sie eine Weile saugen und dann für einige Sekunden innehalten, bevor sie wieder zu saugen beginnen. Es wurde festgestellt, dass Mütter ihr eigenes Verhalten von Anfang an auf diesen Rhythmus abstimmen: Sie neigten dazu, mit ihrem Baby während einer Pause zu sprechen und nicht während der Stillzeit des Babys.
Sobald die Mutter aufhört sich zu bewegen, ist es wahrscheinlicher, dass das Baby einen neuen Sauge-Burst beginnt. Die Reaktion der Mutter ist sowohl vorhersehbar als auch abhängig vom Verhalten des Kindes und soll als solches die ersten Erfahrungen des Kindes mit Verbundenheit vermitteln.
Pseudodialog: Dieses synchronisierte Wechselverhalten erzeugt eine sehr "gesprächsartige" Interaktion zwischen den beiden während der Fütterung und wird oft als Pseudodialog bezeichnet. Ähnliches Wechselverhalten wurde auch bei anderen Eltern-Kind-Interaktionen beobachtet, wie Peek-a-boo und anderen Face-to-Face-Spielen (Kaye und Fogel, 1980)(2) und wurde als wichtige Rolle bei der Entwicklung der Sprache angesehen (Bruner, 1985)(3). Sprachentwicklung/Entwicklungspsychologie.
Proto-Dialog: Ursprünglich vom Erwachsenen gesteuert, werden diese Wechsel-Episoden nach und nach vom Säugling und seinen eigenen aktiven, zeitlich angemessenen Inputs gesteuert. Auf diese Weise verwandelt sich der Pseudo-Dialog allmählich in einen Proto-Dialog, noch ohne den später folgenden sinnvollen Sprachinhalt, aber mit einem klar definierten Rahmen für den Wechsel.
Motherese: [dies ist ein] charakteristisches Sprachmuster, das durch viele Wiederholungen, vereinfachte, kurze Äußerungen, erhöhte Tonlage und übertriebenen Ausdruck gekennzeichnet ist (Kuhl 2000)(4).
Upton I 61
(...) in den 1970er Jahren wurde beobachtet, dass dieses Sprachmuster nicht nur von Müttern, sondern auch von Frauen ohne Kinder (Snow, 1972)(5), Vätern (Berko Gleason, 1973)(6) und sogar vierjährigen Kindern (Shatz und Gelman, 1973)(7) verwendet wird. Ein genauerer Begriff für diese unverwechselbare Form der Sprache ist daher "kindgerichtete Sprache" (Matychuk, 2005)(8). >Motherese/Entwicklungspsychologie, >Motherese/Kulturpsychologie.

1. Kaye, K and Brazelton, TB (1971) Mother–infant interaction in the organization of sucking. Paper presented to the Society for Research in Child Development, Minneapolis, MN, March.
2. Kaye, K and Fogel, A (1980) The temporal structure of face-to-face communication between mothers and infants. Developmental Psychology, 16: 454–64.
3. Bruner, JS (1985) Actual Minds, Possible Worlds. Cambridge, MA: Harvard University Press.
4. Kuhi, P(2000) A new view of language acquisition. Proceedings of the NationalAcademy of
Science, 9 7(22): 11850—7.
5. Snow, CE (1972) Mother’s speech to children learning language. Child Development, 43 (2): 549–65.
6. Berko Gleason, J (1973) Code switching in children’s language, in Moore, TE (ed.) Cognitive Development and the Acquisition of Language. New York: Academic Press.
7. Shatz, M and Gelman, R (1973) The development of communication skills. Monographs of the Society for Research in Child Development, 38: serial no. 152.
8. Matychuk, P (2005) The role of child-directed speech in language acquisition: a case study. Language Sciences, 27: 301–79.

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011
Emissionen Shue Norgaard I 330
Emissionen/Vereinigte Staaten/Shue: (...) wenn die USA ihre Emissionen begrenzen und andere Länder, mit denen sie wirtschaftlich konkurrieren, dies nicht tun, werden die Industrien der USA und damit das Land als Ganzes ungerecht geschädigt. Das Gegenargument hängt von einer anderen Beurteilung der Rahmenbedingungen ab. Insbesondere besteht die zugrundeliegende Begründung für den gesamten UNFCCC-Rahmen der "gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortlichkeiten", die sich im Kyoto-Protokoll und anderen Aspekten des Übereinkommens widerspiegeln, darin, dass das Ausmaß der Armut in den Entwicklungsländern es rechtfertigt, sie von den Verpflichtungen zur Emissionsminderung auszunehmen, die ihre Wirtschaftswachstumsrate verringern könnten. Darüber hinaus (...) ist es schwierig, die vollständige (ohnehin schon vor 2009) Weigerung der USA, ihre Emissionen zu reduzieren, ethisch zu begründen (Brown 2002(1); Shue 1994(2)).
>Emissionsrechte, >Emissionsminderung,
>Emissionsziele, >Emissionen,
>Emissionsrechtehandel, >Klimawandel,
>Klimaschäden, >Energiepolitik,
>Klimadaten, >Klimageschichte, >Klimagerechtigkeit,
>Klimaperioden, >Klimaschutz,
>Klimaziele, >Klimafolgenforschung, >CO2-Preis, >CO2-Preis-Koordinierung, >CO2-Preis-Strategien, >CO2-Steuer, >CO2-Steuer-Strategien.

1. Brown, D. A. 2002. American Heat: Ethical Problems with the United States' Response to Global Warming. Lanham, MD: Rowman & Littlefield Publishers.
2. Shue, H. 1994. After you: May action by the rich be contingent on action by the poor? Indiana Journal of Global Legal Studies 1: 343–66.

Baer, Paul: “International Justice”, In: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (eds.) (2011): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford: Oxford University Press.

Norgaard I
Richard Norgaard
John S. Dryzek
The Oxford Handbook of Climate Change and Society Oxford 2011
Emissionsrechte Stavins Stavins I 171
Emissionsrechte/CO2-Preis-Koordinierung/Stavins: Im Rahmen eines internationalen handelbaren Emissionsrechtesystem würden allen teilnehmenden Ländern Berechtigungen für "Netto-Emissionen", d.h. Emissionen abzüglich Sequestrierung, zugeteilt. Eine Emissiongenehmigung würde ein Recht auf die Emission einer bestimmten Menge über einen bestimmten Zeitraum, z.B. ein Jahr, definieren. In jedem Zeitraum steht es den Ländern frei, Lizenzen an einer internationalen Börse zu kaufen und zu verkaufen. Die Zuteilung der Erstgenehmigungen könnte eine Vielzahl von Kriterien berücksichtigen, wie z.B. frühere Emissionen, Bruttoinlandsprodukt, Bevölkerung und Produktion fossiler Brennstoffe. Unabhängig von der anfänglichen Zuteilung kann ein nachfolgender Handel theoretisch zu einem kosteneffizienten Ergebnis führen (Montgomery, 1972)(1), wenn die Transaktionskosten nicht signifikant sind (Stavins, 1995)(2). Dieses Potenzial zur Verfolgung von Vertriebszielen bei gleichzeitiger Sicherstellung der Kosteneffizienz ist ein wichtiges Attribut der handelbaren Emissionsrechte. Aus verteilungspolitischer Sicht würden die Entwicklungsländer einen Ausgleich erhalten, während die Industrieländer für ihre eigene Emissionsminderung und für den Kauf von Genehmigungen aus dem Ausland zur Deckung des Restbetrags ihrer Emissionen aufkommen müssten (Olmstead & Stavins, 2012)(3). Ein wichtiges Hindernis für den erfolgreichen Betrieb eines solchen Systems besteht darin, dass der Handel seiner Natur nach zwischen den Nationen stattfinden würde (Hahn & Stavins, 1999)(4). Nationalstaaten sind kaum einfache Kostenminimierer wie Privatunternehmen, so dass es keinen Grund zu der Annahme gibt, dass der Wettbewerbsdruck zu einer Gleichstellung der marginalen Vermeidungskosten in den einzelnen Ländern führen würde. Selbst wenn die Nationen Kostenminimierer wären, verfügen sie nicht über ausreichende Informationen über die marginalen Vermeidungskosten der Unternehmen in ihrem Hoheitsgebiet, um ihre eigenen aggregierten Grenzkosten zu definieren. Wenn jedes Land, das an einem solchen System teilnimmt, die handelbaren Emissionsrechte an Unternehmen in seinem Hoheitsgebiet weitergeben würde, d.h. wenn jedes Land ein inländisches handelbares Emissionsrechtesystem als Mittel zur Erreichung seines nationalen Ziels einführt, dann könnte der Handel zwischen Unternehmen und nicht zwischen Regierungen stattfinden, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landes (Hahn & Stavins, 1999)(4). Ein solches System könnte in der Tat kostengünstig sein. In naher Zukunft könnte dieses
Stavins I 172
Handelssystem in ein Emissionsminderungs-Credit-System, wie beispielsweise den CDM (Clean Development Mechanism), für Länder integriert werden, die keine Emissionsobergrenzen übernehmen. >CO2-Preis-Koordinierung/Stavins.
>Emissionsrechte, >Emissionsminderung,
>Emissionsziele, >Emissionen,
>Emissionsrechtehandel, >Klimawandel,
>Klimaschäden, >Energiepolitik,
>Klimadaten, >Klimageschichte, >Klimagerechtigkeit,
>Klimaperioden, >Klimaschutz,
>Klimaziele, >Klimafolgenforschung, >CO2-Preis, >CO2-Preis-Koordinierung, >CO2-Preis-Strategien, >CO2-Steuer, >CO2-Steuer-Strategien.

1. Montgomery, D. W. (1972). Markets in licenses and efficient pollution control programs. Journal of Economic Theory, 5, 395-418.
2. Stavins, R. N. (1995). Transaction costs and tradeable permits. Journal of Environmental Economics and Management, 29, 133-148.
3. Olmstead, S. M., & Stavins, R. N. (2012). Three key elements of post-2012 international climate policy architecture. Review of Environmental Economics and Policy, 6(2), 1-22.
4. Hahn, R. W., & Stavins, R. N. (1999). What has the Kyoto Protocol wrought? The real architecture of international tradeable permit markets. Washington, DC: The AEI Press.

Robert N. Stavins & Joseph E. Aldy, 2012: “The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and
Experience”. In: Journal of Environment & Development, Vol. 21/2, pp. 152–180.

Stavins I
Robert N. Stavins
Joseph E. Aldy
The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and Experience 2012
Emotion Minsky I 163
Emotion/Künstliche Intelligenz/Minsky: (...) unsere Kultur lehrt uns fälschlicherweise, dass Gedanken und Gefühle in fast getrennten Welten liegen. Tatsächlich sind sie immer miteinander verflochten. [Wir] werden vorschlagen, Emotionen nicht als von Gedanken im Allgemeinen getrennt zu betrachten, sondern als Varianten oder Arten von Gedanken, die jeweils auf einer anderen Gehirnmaschine basieren, die sich auf einen bestimmten Bereich des Denkens spezialisiert hat. In der Kindheit haben diese Protospezialisten wenig miteinander zu tun, aber später wachsen sie zusammen, wenn sie lernen, sich gegenseitig auszunutzen, wenn auch ohne einander zu verstehen. >Verstehen, >Kultur, >Intelligenz, >Künstliche Intelligenz, >Starke Künstliche Intelligenz, >Artificial General Intelligence, >Human Level AI, >Künstliches Bewusstsein, >Künstliche Neuronale Netze, >ChatGPT.
I 165
Proto-Spezialisten: [es könnte Pro-Spezialisten für Hunger, Durst, Verteidigung usw. geben]. Es wäre normalerweise nicht praktisch, ein Lebewesen auf diese Weise herzustellen. Mit all diesen separaten Spezialisten hätten wir am Ende ein Dutzend verschiedene Sätze von Köpfen und Händen und Füßen. Es würde nicht nur zu viel kosten, all diese Organe zu tragen und zu füttern, sie würden sich auch noch gegenseitig im Weg stehen! Trotz dieser Unannehmlichkeiten gibt es tatsächlich einige Tiere, die auf diese Weise arbeiten und so viele Dinge auf einmal tun können. Genetisch gesehen sind die Schwärme von sozialen Ameisen und Bienen wirklich mehrkörperige Individuen, deren verschiedene Organe sich frei bewegen. Aber die meisten Tiere sparen dadurch, dass alle ihre Proto-Spezialisten gemeinsame Organe für ihre Interaktionen mit der Außenwelt haben. Eine andere Art der Ökonomie entsteht dadurch, dass man den Proto-Spezialisten erlaubt, das, was sie lernen, zu teilen.
Wann immer wir versuchen, Probleme zunehmender Komplexität zu lösen, werden bestimmte Techniken, die wir bereits kennen, entsprechend weniger geeignet, und es wird immer wichtiger, sich neue Arten von Wissen und Fähigkeiten aneignen zu können. Letzten Endes können die meisten Mechanismen, die wir für ein hochgestecktes Ziel benötigen, mit den meisten unserer anderen Ziele geteilt werden.
I 172
Entwicklung von Emotionen/Minsky: Unsere frühesten Emotionen sind eingebaute Prozesse, bei denen angeborene Proto-Spezialisten kontrollieren, was in unserem Gehirn passiert. Bald lernen wir, uns über diese Schemata hinwegzusetzen, denn unsere Umgebung lehrt uns, was wir fühlen sollten. Eltern, Lehrer, Freunde und schließlich unsere Selbstvorstellungen drängen uns neue Regeln auf, wie wir mit den Überbleibseln dieser frühen Zustände umgehen sollen: Sie lehren uns, wie und wann wir fühlen sollen, und zeigen jede Art von Gefühlszeichen.

Minsky I
Marvin Minsky
The Society of Mind New York 1985

Minsky II
Marvin Minsky
Semantic Information Processing Cambridge, MA 2003
Emotionale Bindung Bowlby Slater I 15
Emotionale Bindung/Bowlby/Ainsworth: Der Begriff der affektiven Systeme bildete die Grundlage für eine breitere Lebensspanne der Theorie der engen Beziehungen. Obwohl die Mutter-Kind-Bindung ein Schwerpunkt seiner ersten Studien war, betrachtete Harlow die Mutter-Kind-Bindung als einen möglichen Prototyp für spätere emotionale Bindungen, die in späteren Entwicklungsstadien entstanden. >Experiment/Harlow.
Die Bindungstheoretiker haben den Begriff der emotionalen Bindung weiter entwickelt, indem sie die Rolle der Emotionen bei der Bildung und Aufrechterhaltung von Bindungen betonten. Bowlby (1979)(1) und Ainsworth (1989)(2) stellten fest, dass emotionale Bindungen durch Bedrängnis definiert werden, die sich aus unerklärlichen Trennungen, Freude bei der Wiedervereinigung und Trauer über den Verlust eines Beziehungspartners ergibt.
>Bindungstheorie.
Ainsworth (1989)(2) betonte, dass sich emotionale Bindungen auf der Grundlage des Verhaltenssystems, das die Bindungsbildung motivierte, unterschieden. Während die Bindung der Kinder an die Betreuer durch das Bindungssystem motiviert wurde, wurde die Bindung der Erwachsenen an das Kind durch das Pflegesystem motiviert.
Die Bindung an einen Altersgenossen kann entweder durch die Zugehörigkeit im Falle von Freunden oder durch sexuelle und reproduktive Systeme im Falle von Erwachsenenpaarbindungen motiviert sein.
Slater I 17
Harlows Manipulationen früher sozialer Erfahrungen (>Experiment/Harlow) waren im Vergleich zu den meisten nachfolgenden Tier- und Menschenstudien extrem. Die ersten Bemühungen, weniger extreme Formen der frühen Widrigkeiten zu berücksichtigen, konzentrierten sich auf Trennungen zwischen Säuglingen und ihren Müttern. In Studien an menschlichen Säuglingen und Kleinkindern hatte Bowlby auf eine phasische Reaktion auf verlängerte Trennungen hingewiesen. Kinder, die auf längere oder unerklärliche Trennungen reagierten, wie z.B. eine Mutter, die für einen Zeitraum von Wochen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, zeigten ein Muster des anfänglichen Protestes, das durch offene Not und Wut gekennzeichnet war, gefolgt von Verzweiflung, Traurigkeit und Rückzug, was schließlich durch das ersetzt wurde, was Bowlby als Loslösung ("detachment") bezeichnete. Diese spätere Phase wurde als eine Verteidigung angesehen, die das Kind vor schmerzhaften Gefühlen im Zusammenhang mit der Loslösung schützte.
1. Bowlby, J. (1979). The making and breaking of affectional bonds. London: Tavistock Publications.
2. Ainsworth, M. S. (1989). Attachments beyond infancy. American Psychologist, 44, 709–716.

Roger Kobak, “Attachment and Early Social deprivation. Revisiting Harlow’s Monkey Studies”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Empirismus Sellars I XXI/XXII
SellarsVsLogischer Empirismus: der besondere Witz seiner Kritik liegt darin, dass die Erlebnisse der protokollführenden Personen, die im logischen Empirismus gewissermaßen die Basis der Theoriebildung ausmachen sollten, von ihm als quasi-theoretische, postulierte Entitäten eines alltäglichen Weltbildes rekonstruiert werden. >Inhalt/Sellars, >Begriffe/Sellars, >Bewusstsein/Sellars, >Beschreibung/Sellars.
I 54
Elementare Wort-Welt-Verbindungen bestehen zwischen »rot« sowie roten physikalischen Gegenständen und nicht zwischen »rot« und einer mutmaßlichen Klasse privater roter Einzelgegenstände. (SellarsVsEmpirismus). Das heißt nicht, dass private Empfindungen nicht vielleicht doch wesentlich zur Entstehung dieser assoziativen Verbindungen gehören.
>Sprachgemeinschaft, >Sprachgebrauch, >Beobachtungssprache.

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Epiphänomenalismus Chalmers I 150
Epiphänomenalismus/Bewusstsein/Chalmers: Frage: Wenn Bewusstsein nur natürlich (aber nicht logisch) auf dem Physischen superveniert, ist anscheinend keine Kausalität im Spiel. Dann wäre Bewusstsein nur ein Nebeneffekt und müsste gar nicht existieren. Huxley (Huxley (1874)(1) argumentiert so. >Supervenienz, >Bewusstsein/Chalmers.
ChalmersVs: Kausale Geschlossenheit unserer physikalischen Welt sieht nur nach Epiphänomenalismus aus.
>Abgeschlossenheit.
I 151
VsEpiphänomenalismus/Chalmers: Eine Strategie gegen den Epiphänomenalismus wäre, die kausale Geschlossenheit der physikalischen Welt zu leugnen. Das sollten wir nicht tun. Es gibt bessere Wege, die von angemesseneren Annahmen als von Metaphysik und Verursachung ausgehen. 1. Regularitätsbasierte Verursachung/Chalmers: Statt Kausalität könnten wir mit Hume eine Regularität annehmen. Dann könnte man behaupten, das Verhalten wäre selbst ohne phänomenales Bewusstsein dasselbe gewesen.
>Regularität, >Bewusstsein, >Verhalten, >Verursachung.
ChalmersVs: Es gibt sehr viele systematische Regularitäten zwischen bewussten Erlebnissen und späteren physikalischen Ereignissen, von denen jede uns dazu bringt, eine kausale Verknüpfung zu schließen.
>Kausalität.
I 152
2. Kausale Überdetermination: Man könnte annehmen, das ein physikalischer und ein phänomenaler Zustand, obwohl völlig getrennt, einen späteren physikalischen Zustand hervorrufen könnten. Problem: kausale Redundanz.
>Redundanz.
Lösung: Tooley (1987)(2) Wir könnten eine irreduzierbare kausale Verbindung zwischen zwei physikalischen und eine separate irreduzible kausale Verbindung zwischen einem phänomenalen und einem physikalischen Zustand annehmen. Das ist eine nichtreduzierbare Sicht auf Verursachung.
>Reduktion, >Unreduzierbarkeit.
ChalmersVsTooley: Es ist nicht leicht zu zeigen, dass daran etwas falsch ist. Ich verfolge das nicht weiter, aber es muss ernst genommen werden.
3. Nichtsupervenienz der Verursachung: Tatsachen über das Bewusstsein und solche über Verursachung sind die einzigen Tatsachen, die nicht logisch auf bestimmten physikalischen Tatsachen supervenieren.
Chalmers: Es ist ganz natürlich darüber zu spekulieren, ob diese beiden Arten von Nichtsupervenienz eine gemeinsame Wurzel haben.
Rosenberg: (Rosenberg 1966)(3) hat das entwickelt. Rosenberg These: Erfahrung erkennt Verursachung oder einige Aspekte von ihr. Danach braucht Verursachung das Erkennen durch irgendjemand oder irgendetwas.
ChalmersVsRosenberg: Das ist natürlich äußerst spekulativ und führt unter anderem zum Panpsychismus.
>Panpsychismus, >Aspekte.
I 153
Außerdem bliebe das Zombieproblem bestehen. >Zombies.
4. Die Intrinsische Natur des Physischen: These: Eine physikalische Theorie charakterisiert vor allem die Relationen ihrer Entitäten, d.h. ihre Propensitäten, mit anderen Elemente zu interagieren.
>Propensität, >Intrinsisches.
Problem: Was ist es, was diese ganzen Relationen der Verursachung und Kombinationen bewirkt? Russell (1927) (4): Das ist es, worüber die physikalische Theorie sich ausschweigt.
Lösung: Eine intrinsische Natur der physikalischen Elemente anzunehmen.
Chalmers: Die einzige Klasse von solchen intrinsischen Eigenschaften wäre die Klasse der phänomenalen Eigenschaften.
>Phänomene.
I 154
Es muss kein Panpsychismus daraus folgen. Stattdessen können wir protophänomenale Eigenschaften annehmen. >Protophänomenal.
I 159
VsEpiphänomenalismus/Chalmers: Argumente gegen den Epiphänomenalismus fallen in drei Klassen: 1.Solche, die die Relationen von Erfahrung zu normalen Verhalten betreffen,
2. Solche, die die Relationen von Erfahrung zu Urteilen über normales Verhalten betreffen,
3. Solche, die das Gesamtbild der Welt betreffen, die die Annahme des Epiphänomenalismus hervorruft.
Ad 1. VsEpiphänomenalismus: Bsp Die Intuitionen darüber, warum ich meine Hand aus einer Flamme zurückziehe sind stark, auf der anderen Seite können wir diese Intuitionen durch die Annahme von Regularitäten wegerklären. Wir nehmen Erfahrungen einfach direkter wahr als die zugehörigen Gehirnzustände.
Ad 2. VsEpiphänomenalismus: Es scheint extrem kontraintuitiv, dass unsere Erfahrungen irrelevant für Erklärungen unseres Verhaltens sein könnten.
>Verhalten, >Erklärung, >Erfahrung, vgl. >Subjektivität.
I 160
Ad. 3. VsEpiphnomenalismus: Das Bild der Welt, das vom Epiphnomenalismus gezeichnet wird ist unplausibel, indem es nomologische Anhängsel geben soll, die nicht in das System der anderen Naturgesetze integriert sind. Epiphänomenalismus/Chalmers: Ich beschreibe meine eigene Position nicht als Epiphänomenalismus. Die Frage der kausalen Relevanz von Erfahrung bleibt offen.
>Relevanz.

1. T. Huxley, On the hypothesis that animals are automata. In: Collected Essays, London 1987, pp. 1893-94.
2. M. Tooley, Causation: A Realist Approach, Oxford 1987
3. G. H. Rosenberg, Consciousness and causation: Clues toward a double-aspect theory, Ms Indiana Universwity, 1996.
4. B. Russell, The Analysis of Matter, London 1927

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014
Ereignisse Gärdenfors I 65
Ereignis/Semantischer Bereich/Spracherwerb/Semantik/Gärdenfors: These: ich modelliere Ereignisse mit zwei Vektoren: einem Kraftvektor, der typischerweise eine Handlung repräsentiert und einen Resultatvektor, der eine Veränderung einer physischen Bewegung oder eines Objekts beschreibt.
I 159
Ereignisse/Gärdenfors: hier gibt es grundsätzlich drei verschiedene Ansätze: (i) Metaphysische Analysen, die die Ontologie von Ereignissen beschreiben
(ii) Kognitive Modelle, die zeigen wie Menschen (oder Tiere) Ereignisse mental repräsentieren. Siehe Langacker (1987, sec. 3.3)(1), Givón (2001)(2), Croft & Wood (2000)(3), Langacker,(2008, chap. 3)(4); Croft, (2012a, sec. 1.4)(5).
I 160
(iii) Linguistische Studien, die die Ausdrücke beschreiben, mit denen Ereignisse konstruiert werden. Bsp
[[ACT ‹Manner› ] CAUSE [BECOME (Y ‹BROKEN› ]]].

Vektoren/Ereignis/Gärdenfors: mit Vektoren können wir Veränderungen von Objekten darstellen und Ereignisse von ihren linguistischen Ausdrücken unterscheiden:
Def Zustand/Gärdenfors: ist eine Menge von Punkten in einem Conceptual Space (Begriffsraum).
Def Veränderung/Gärdenfors: eine Veränderung eines Zustands wird durch einen Vektor repräsentiert.
Def Pfad/Gärdenfors: ist eine kontinuierliche Abfolge von Veränderungen. (D.h. es gibt keine Sprünge).
I 161
Vektoren: nicht alle gehören zum Handelnden: Bsp Gegenkräfte. Handelnder/Agent: ist nicht notwendigerweise Teil des Ereignisses.
Gärdenfors: hier geht es um mentale Repräsentation, nicht um eine wissenschaftliche Darstellung dessen, was bei einem Ereignis z.B. physikalisch geschieht.
I 162
Vektoren: ein Ereignisbeinhaltet wenigstens zwei Vektoren und ein Objekt. 1. Resultatvektor: repräsentiert die Veränderung, 2. Kraftvektor: verursacht die Veränderung.
I 164
Ereignis/intransitiv/Gärdenfors: Problem: bei intransitiven Konstruktionen (Bsp „Susanna geht“) sind der Handelnde und das veränderte Objekt (patiens) identisch. Dann fallen der Begriffsraum des Handelnden und der des Objekts (patiens) zusammen.
I 165
Teilereignisse/Dekomposition/Teile/Gärdenfors: bei der Aufteilung in Teilereignisse können zwei Wege gewählt werden: 1. Ereignisse können als gleichzeitig vorkommende oder parallele Teilereignisse in den Dimensionen des Objektsraums (patient space) aufgeteilt werden.
2. Sie können nacheinander durch Teile von Pfaden repräsentiert werden.
Agent/Patiens/agent/patient/semantische Rollen/Gärdenfors: beide können als Punkte im Kategorienraum repräsentiert werden. Die Bereiche des Raums legen dann die Eigenschaften beider fest.
I 166
Patiens/Linguistik/Gärdenfors: kann belebt oder unbelebt, konkret oder abstrakt sein. Es hat seinen eigenen Patiens-Raum (patient space) mit Bereichen für Eigenschaften. Die Eigenschaften beinhalten – anders als bei den Objektkategorien – meist die Lokalisierung. Handelnder: hat entsprechend seinen Agent-Raum, der wenigstens einen Kraftbereich hat.
Dowty (1991): stellt prototypische Agenten und prototypische Patienten auf. Dabei geht es auch um volitionales Involviertsein in ein Ereignis.(6)
I 171
Ereignis/Linguistik/Gärdenfors: es gibt drei Ansätze, Ereignisse in der Linguistik zu behandeln: 1. Lokalistischer Ansatz: (Jackendoff, 1976, 1983, 1990) (7)(8)(9): These: alle Verben können als Verben der Bewegung und Lokalisierung konstruiert werden.
GärdenforsVsJackendoff: in seinem Ansatz können
I 172
Kraftvektoren nicht angemessen dargestellt werden. 2. Ansatz über Aspekte: (z.B: Vendler, 1957)(10): unterscheidet zwischen Zuständen, Aktivitäten, Leistungen und Vollendungen. (Siehe auch Jackendoff, 1991, sec. 8.3; Levin & Rappaport Hovav, 2005, p. 90). (11)(12)
I 174
3. Kausaler Ansatz: Bsp Croft (2012a, 2012b) (13)(14) dreidimensionale Repräsentation von kausalen und aspekthaften Strukturen von Ereignissen. Gärdenfors: das kommt meinem eigenen Ansatz am nächsten. Hier wird ein geometrisches Modell entworfen.
I 175
Die Vektoren in solchen Modellen befinden sich nicht in einem Vakuum, sondern sind immer in Relation zu einem Bereich und seiner Information, z.B. Temperatur. GärdenforsVsCroft: sein Ansatz unterstützt keine Kraftvektoren.


1. Langacker, R. W. (1987). Foundations of cognitive grammar (Vol. 1). Stanford, CA: Stanford University Press.
2. Givón, T. (2001). Syntax (Vol. 1). Philadelphia, PA: John Benjamins.
3. Croft, W., & Wood, E. J. (2000). Construal operations in linguistics and artificial intelligence. In L. Albertazzi (Ed.), Meaning and cognition: A multidisciplinary approach (pp. 51–78). Amsterdam: John Benjamins.
4. Langacker, R. W. (2008). Cognitive grammar: A basic introduction. Oxford.
5. Croft, W. (2012a). Verbs: Aspect and argument structure. Oxford: Oxford University Press.
6. Dowty, D. (1991). Thematic proto-roles and argument selection. Language, 67, 547–619.
7. Jackendoff, R. (1976). Toward an explanatory semantic representation. Linguistic Inquiry, 7, 89–150.
8. Jackendoff, R. (1983). Semantics and cognition. Cambridge, MA: MIT Press.
9. Jackendoff, R. (1990). Semantic structures. Cambridge, MA: MIT Press.
10. Vendler, Z. (1957). Verbs and times. Philosophical Review, 56, 97 – 121.
11. Jackendoff, R. (1991). Parts and boundaries. Cognition, 41, 9–45.
12. Levin, B., & Rappaport Hovav, M. (2005). Argument realization. Cambridge: Cambridge University Press.
13. Croft, W. (2012a). Verbs: Aspect and argument structure. Oxford: Oxford University Press.
14. Croft, W. (2012b). Dimensional models of event structure and verbal semantics. Theoretical Linguistics, 38, 195–203.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Erinnerung Quine I 20
Erinnerung: ist keine Spur früherer Empfindungen, sondern begrifflich.
V 176
Gedächtnis/Quine: das Gedächtnis ist die Disposition, einen Namen in Gegenwart des betreffenden auszusprechen. Das ist ein Beobachtungssatz und hat nichts mit der Vergangenheit zu tun! Einen Namen zu vergessen heißt, ein Stück Sprache zu vergessen. >Vergangenheit/Quine.
V 177
Vergangenheit/Beobachtung/Quine: es gibt aber auch Berichte über frühere Beobachtungen, wo der Terminus durch Definition statt durch Konditionierung gelernt wurde. Da man einen definierten Term durch sein Definiendum ersetzen kann, läuft das auf einen zusammengesetzten Beobachtungsterm hinaus. Bsp „Ich habe ein schwarzes Kaninchen gesehen“: Lernsituation: gilt einmal für schwarz, einmal für Kaninchen sowie für die attributive Zusammensetzung.
Vorstellung/Gedächtnis/Quine: in der Sprache der Vorstellungsbilder können wir sagen, dass diese hervorgerufen werden, auch wenn der entsprechende Gegenstand nicht vorhanden ist.
Jetzt müssen wir aber weitergehen und noch mehr Fähigkeiten voraussetzen: das Kind muss zwischen zwei Arten von Vorstellungsbildern unterscheiden:
a) den Fantasien
b) den Erinnerungen.
V 178
QuineVsHume: hat sich wenig überzeugend auf die Lebhaftigkeit als Unterscheidungsmerkmal berufen. Def Erinnerung/Hume: die Erinnerung ist eine abgeschwächte Empfindung.
Def Fantasie/Hume: die Fantasie ist eine abgeschwächte Erinnerung.
Def Vorstellungsbild/QuineVsHume: ein Vorstellungsbild ist ein Ereignis im Nervensystem, das zu einem Zustand der Bereitschaft für eine entsprechende Reizung führt. Dieser hinweisende Nervenvorgang wird vom Subjekt wahrgenommen, d.h. es muss spezifisch auf ihn reagieren können, auf zwei verschiedene Arten:
a) die Zusammenfassung bisher gelernter Elemente Bsp: „schwarz“ und „Kaninchen“
b) verstärkt durch Bekanntschaft: d.h. durch eine wirkliche frühere Begegnung mit einem schwarzen Kaninchen. Als Grundlage für die Bejahung.
V 179
Beobachtungssatz/vollständiger Gedanke/Referenz/Quine: der Beobachtungssatz bezieht sich auf den Gegenstand und auf die Kalenderuhr sowie gegebenenfalls auf einen Ort. Dies ist ein komplexer Beobachtungsterm. >Protokollsatz: zeitloser Satz (von ewiger Dauer), wenn Orts- und Zeitangaben vollständig sind.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Erklärungen Wright I 182
Beste Meinung/Ethik/Moral/Wright : Wir werden im 5. Kapitel sehen, dass moralische Sachverhalte nicht in den besten Erklärungen unserer moralischen Überzeugungen auftreten! >Beste Erklärung/Wright.
I 196f
Beste Erklärung/Wright: Eine Erklärung kann nicht die beste sein, wenn sie nicht gewisse Einzelheiten enthält. (Das soll aber keine irgendwie naturalistische oder naturwissenschaftlich reduktionistische Art der Erklärung sein). >Naturalismus, >Reduktionismus.
Eine Erklärung wird nicht als die Beste gelten können, solange es eine konkurrierende gleich gute Erklärung gibt, die aber nicht die kognitive Empfänglichkeit nutzt.
Wenn eine solche Erklärung tatsächlich gleich gut ist, wird sie erklären, warum der (abweichende) Mensch in seiner Gemeinschaft nicht auffällt.
>Gemeinschaft, >Sprachgemeinschaft, >Konvention.
Dann kann aber die gesamte Gemeinschaft als defizient betrachtet werden!
Die spezielle kognitive Fähigkeit wird damit zu einem fünften Rad.
Vgl. >Externalismus.
Wright I 223
Beste Erklärung/Wiggins: (Bsp von Harman) Strahlungsweg in der Nebelkammer als Spur des Protons zu interpretieren, auch wenn das Proton selbst völlig unsichtbar ist. Erklärung: Es gibt diesen Strahlungsweg, weil ein Proton durchgelaufen ist.
Wright I 223
Harman: Das steht im Gegensatz zur Situation im Falle der Moral/Ethik.
Wright I 233f
Wiggins: Nicht direkte kausale Rolle, sondern vielmehr "freisprechende Erklärung": eine Erklärung dafür, dass ein Subjekt einer Überzeugung anhängt, nach dem Schema: Aus diesem, jenem oder anderen Gründen lässt sich tatsächlich nichts anderes denken, als dass P. Daher ist es eine Tatsache, dass P. Angesichts der Umstände usw. kann es daher keine Überraschung sein, dass das Subjekt glaubt, dass P.
Bsp (i) Nichts anderes lässt sich denken, als dass 5 + 7 = 12.
Bsp Sklaverei ist unrecht, nichts anderes lässt sich denken.(Bsp von Wiggins).
>D. Wiggins, >Kognitive Nötigung, >Kausale Rolle.
I 240
Beste Erklärung/Physik: Sollte die beste Erklärung nicht immer dieselbe sein? Schließlich sind die kausalen Vordersätze sozusagen bereits an Ort und Stelle, was auch immer das Schicksal der Theorie später einmal sein wird. Warum sollte die beste Erklärung über die Angabe der Gründe und Gesetze hinausgehen, die eben die Kräfte erklären, die unsere Überzeugungen generieren?
Wright: Es gibt keinen Grund, warum die beste Erklärung auf irgendwelche Sachverhalte Bezug nehmen sollte, die der Theorie, wie wir annehmen, tatsächlich Wahrheit vermitteln.
Beste Erklärung/Physik/Wright: sollte im wissenschaftlichen Erbe bestehen, sowie auf Beobachtungen und gewissen psychologischen Gesetzen!
>Erklärung/Harman.
((s) Also sollte man doch nicht die Sachverhalte erwähnen.)
Könnte die beste Erklärung nicht immer "besser gemacht werden", indem man immer eine noch fundamentalere Ebene aufsucht (z.B. subatomar, usw.) Wenn Erklärungen nur dann am besten sind, wenn sie letztgültig sind, dann werden sie ihren Gehalt immer "überholen".
>Behauptbarkeit, >Superassertibilität, >Ideale Behauptbarkeit.

WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008
Erscheinung Ryle Peacocke I 29
Sein/Scheinen/Ryle: "So-und-so für irgend jemand" kann nicht paraphrasiert werden als "grün für irgendjemand". Peacocke: Problem: Dieser Begriff erklärt nichts und ist überflüssig.
>Sinneseindruck, >Klassifikation, >Kategorisierung, >Kategorien, >Wahrnehmung, >Typ/Token, >Konvention, >Stereotypen, >Prototypen.

Ryle I
G. Ryle
Der Begriff des Geistes Stuttgart 1969

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Ethereum Congressional Research Service (CRS) CRS IV 9
Ethereum/CRS/Tierno: Ether ist die native Kryptowährung der Ethereum-Blockchain, die behauptet, „auf Bitcoin aufzubauen, mit einigen großen Unterschieden”.(1) In einer Bewertung von Bitcoin beschrieb Vitalik Buterin, der Gründer von Ethereum, Bitcoin als eine „schwache Version eines Konzepts von ‚smarten’ Verträgen”.(2) Smart Contracts sind Programme oder Software, die sich selbst ausführen können, wenn verschiedene Teilnehmer bestimmte vorab festgelegte Kriterien erfüllen. Ethereum machte sich daher daran, ein „alternatives Protokoll für die Erstellung dezentraler Anwendungen zu entwickeln, das es jedem ermöglicht, Smart Contracts und dezentrale Anwendungen zu schreiben, in denen sie ihre eigenen beliebigen Regeln für Eigentumsverhältnisse, Transaktionsformate und Zustandsübergangsfunktionen festlegen können”.(3) In der Kryptowährung und der dezentralen Finanzwirtschaft (DeFi) werden Smart Contracts häufig verwendet, um den Handel zwischen Nutzern ohne Zwischenhändler zu erleichtern.
Ethereum weist einige Ähnlichkeiten mit Bitcoin auf, darunter Pseudonymität, Unveränderlichkeit, Dezentralisierung und, allgemein gesprochen, seine grundlegenden Funktionen als Rechnungseinheit und Tauschmittel, um nur einige zu nennen. Es gibt jedoch einige wichtige Unterschiede.
Aufgrund der verbesserten Programmierbarkeit ist das Ethereum-Netzwerk zu einer beliebten Grundlage für Kryptowährungsprojekte geworden, die ein gewisses Maß an Flexibilität erfordern, das durch Smart Contracts geboten wird, darunter die Erstellung zusätzlicher Token und die Umsetzung umfassenderer dezentraler Finanzprojekte (DeFi).(4)
>Bitcoin, >Kryptowährung, >Krypto-Transaktionen, >Krypto-Mining, >Blockchain.
Bitcoin war immer nur minbar – aus dem Nichts entwickelt und ohne anfängliche Zuteilung oder Vorverkauf von Coins an Teilnehmer – und hat eine Obergrenze von 21 Millionen Bitcoin. Bei Ether ist dies nicht der Fall. Ether verkaufte einen Großteil der ursprünglich geschaffenen Kryptowährung (damals 83,5 %) im Jahr 2014 im Vorverkauf und legte den Rest für aufgelaufene Ausgaben und eine Reserve nach dem Verkauf zurück.(5) Als Ether abbaubar wurde und durch die Mining-Aktivitäten des Netzwerks mehr Ether geschaffen wurde, sank der Anteil der vorab geschürften Kryptowährung (die vor der Inbetriebnahme des Netzwerks gekauft wurde) als Prozentsatz der gesamten ausstehenden Menge.

1. Ethereum, “What Is Ethereum?,” https://ethereum.org/en/what-is-ethereum/.
2. Vitalik Buterin, “A Next-Generation Smart Contract and Decentralized Application Platform,” Ethereum, 2014, https://ethereum.org/en/whitepaper/.
3. Buterin, “A Next-Generation Smart Contract and Decentralized Application Platform.”
4. Ethereum ermöglicht es Benutzern, zusätzliche Token zu erstellen, die im Ethereum-Netzwerk unter Verwendung des Ethereum Request for Comment 20 (oder ERC-20-Standards) und der breiteren Implementierung von DeFi-Projekten (weiter unten unter „Dezentrale Finanzen (DeFi)“ näher beschrieben) ausgeführt werden können. ERC-20 ist beispielsweise ein Smart Contract, der aus einer Reihe von Standards besteht, mit denen Entwickler Token erstellen können, die im Ethereum-Netzwerk funktionieren. Weitere Informationen zu ERC-20-Token finden Sie unter
https://ethereum.org/en/developers/docs/standards/tokens/erc-20/. For more on decentralized finance, see CRS Insight IN11709, Decentralized Finance (DeFi) and Financial Services Disintermediation: Policy Challenges, by Eva Su.
5. Buterin, “A Next-Generation Smart Contract and Decentralized Application Platform.”

CRS I
Congressional Research Service (CRS)
Marc Labonte
Fixed Exchange Rates and Floating Exchange Rates: What Have We Learned? Washington: Congressional Research Service of the Library of Congress 2007

CRS II
Congressional Research Service (CRS)
Paul Tierno
Marc Labonte,
Banking and Cryptocurrency: Policy Issues. CRS Congressional research Service Report R48430. Washington, DC. 2025

CRS III
Congressional Research Service (CRS)
Corrie E. Clark
Heather L. Greenley,
Bitcoin, Blockchain, and the Energy Sector. Washington, DC. 2019

CRS IV
Congressional Reserch Service (CRS)
Paul Tierno
Cryptocurrency: Selected Policy Issues Congressional Reserch Service CRS Report R47425 Washington, DC. 2023
Ethik Lanier I 88
Ethik/Web/Digitalisierung/Internet/Lanier: These: Die Ethik in der digitalen Welt basiert auf dem Design. Es gibt durchaus begründete Theorien über ei Faktoren, di gutes oder schlechtes Benehmen im Internet beeinflussen.
I 89
Wie gemein sich Leute im Netz gegenüber einander verhalten, hängt mit dem Grad der Anonymität zusammen.
I 90
Anonymität/Lanier: Anonymität hat gewiss auch ihren Platz, doch sie bedarf eines sorgfältigen Designs. Ein substantieller Meinungsaustausch erfordert die volle Präsenz. Deshalb gehört es zu den Grundrechten eines Beschuldigten, seinem Ankläger ins Auge schauen zu dürfen. >Internet, Internetkultur, >Internetprotokoll, >Onlinerecht, >World Wide Web, >Soziale Netzwerke, >Soziale Medien.

Lanier I
Jaron Lanier
Gadget: Warum die Zukunft uns noch braucht Frankfurt/M. 2012
Existenzsätze Millikan I 203
Existenzaussage/Existenzsatz/Nichtexistenz/Existenz/Repräsentation/Millikan: weder Bsp „x existiert“ noch Bsp „x existiert nicht“ ist eine Repräsentation. Lösung: das Attribut „einen Referenten haben“ ist ein Protoreferent von „existiert“.
>Nicht-Existenz, >Existenz, >Referenz.
I 204
Existenzaussage/Existenzsatz/Nichtexistenz/Existenz/Millikan: Bsp „Tiger ohne Streifen existieren“, Bsp „Mädchen, die Mathe, aber nicht Geschichte mögen, existieren“ Bsp Rote Kühe existieren nicht“. real value: solche Sätze haben einen real value, oder sie haben keinen.
real value: Bsp „Albinoschlagen existieren“ der eingebettete Satz „Schlangen sind albino“ hat als real value alle Weltzustände, die darin bestehen, dass eine individuelle Schlange albino ist.
„Albinoschlangen existieren“.: ist ein intentionales Icon, das abbildet, dass der Ausdruck „Albinoschlange“, allein für sich genommen, einen
real value hat: der Ausdruckstyp „Albinoschlange“ ist ein Protoreferent des Tokens von „Albinoschlagen“ (Plural) der in „Albinoschlangen existieren“ vorkommt. Aber dieser Protoreferent wird nicht identifiziert! Es ist nicht seine Stabilisierungsfunktion, in einen inneren Term übersetzt zu werden.
Innerer Satz: letztlich gibt es einen entsprechenden inneren Satz, ungefähr wie „Einige Schlangen sind albino“. Dieser Satz ist dann repräsentational.
Repräsentation; wenn „Albinoschlangen existieren“ repräsentational aufgefasst wird, ist „existiert“ eine Attrappe eines Prädikats (dummy predicate).
>Repräsentation/Millikan.
I 205
Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl/Millikan: Bsp „Der gegenwärtige König von Frankreich existiert“: ist nicht nur ein falsches intentionales Icon und keine Repräsentation. Es ist falsch, weil es, um seine Eigenfunktion auszuüben es einem Zustand entsprechen müsste, in der „Der gegenwärtige König von Frankreich“ einen Referenten haben müsste, und eine solche Tatsache gibt es nicht.,
Pointe: aber es sagt nicht, „Der gegenwärtige König“ hätte einen Referent. Wie „Der Nikolaus existiert“ sagt es gar nichts. Stattdessen hat es eine Funktion.
>Terminologie/Millikan.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Experimente Duhem I XIII
Experiment/Duhem: Der Experimentator liest nicht bloß ab, er benutzt die Instrumente! Nötig sind: 1.Theorie über den Bereich in dem Messungen vorgenommen werden.
2.Theorie der benutzten Messinstrumente. In jedem Gerät stecken systematische Fehler, der Experimentator weiß das. Duhem: der Ex arbeitet ständig mit zwei Geräten: dem konkreten Messapparat und einem idealen Gebilde, für das die physikalischen Gesetze "genau" gelten.
Zwischen den im Experiment festgestellten Erscheinungen und dem vom Physiker formulierten Resultat des Experiments liegt ein komplexer Übersetzungsvorgang. Die Tatsachen die der Experimentator feststellt, sind bereits "theoretische Tatsachen". Der Experimentator muss für seine Arbeit immer schon Theorien benutzen. Die Resultate sind für andere Physiker nur brauchbar, wenn bekannt ist, welche Theorien er benutzt hat. Und ob bereits Korrekturen gemacht wurden.
>Theorien, >Methode.
I XXVI
VsExperimentum crucis: (z.B. von Quine 1951 als Hauptattacke gegen den logischen Empirismus: Holistische Auffassung der Wissenschaft.) Kein Experiment kann zeigen, an welcher Stelle des Systems der Fehler steckt. Die Überprüfung einer bestimmten Hypothese ist nur dadurch möglich, dass von einer ganzen Gruppe weiterer Gesetze, letztlich der gesamten Theorie Gebrauch gemacht wird. Seit Bacon war die Hoffnung an ein experimentum crucis geknüpft: ein Entscheidungsexperiment zwischen konkurrierenden Theorien.
Bsp Foucaults Versuch zwischen Newtons Emissionstheorie des Lichts und Huygens' Undulationstheorie zu entscheiden sieht Duhem als Versuch des experimentum crucis. Foucault konnte zeigen, dass Licht sich in Wasser tatsächlich langsamer ausbreitet, wodurch Newton widerlegt schien. Duhem weist nach, dass dieser Schluss nicht stichhaltig ist. Der Fehler könnte in einer Nebenhypothese stecken.
I 189
Experiment/Duhem: zerfällt in zwei Teile
I 190
1. Beobachtung gewisser Tatsachen. Dazu ist die Kenntnis der Physik gar nicht nötig. 2. Interpretation der beobachteten Tatsachen. Dazu muss man die Physik kennen. Der Physiker schreibt in sein Protokoll nicht, dass das Instrument über einen bestimmten Strich hinweg angezeigt hat, er notiert, dass das Gas ein bestimmtes Volumen angenommen habe.
Was sind Größe des Volumens, der Temperatur, des Druckes? Drei konkrete Objekte? Nein: es sind drei abstrakte Symbole, die allein die physikalische Theorie mit den Tatsachen verbinden.
I 192
Def Experiment: genaue Beobachtung einer Gruppe von Erscheinungen, plus Interpretation derselben. Diese Interpretation ersetzt das konkret Gegebene mit Hilfe der Beobachtung wirklich Erhaltene durch abstrakte und symbolische Darstellungen die mit ihnen übereinstimmen aufgrund der Theorien, die der Beobachter als zulässig annimmt.
I 193
Experiment: Resultat ist die Konstatierung einer Beziehung zwischen verschiedenen konkreten Tatsachen. Eine bestimmte Tatsache wurde künstlich hervorgebracht, eine andere resultiert daraus.
I 210
Experiment/Duhem: Wir müssen die Theorien kennen, die der Physiker als gültig betrachtet. Der Physiker hat während des Experiments fortwährend zwei Apparate nebeneinander in Betrieb gehabt: den wirklichen Messapparat und den idealen, der durch mathematische Formeln und Symbole definiert ist.
I 215
Das Resultat eines physikalischen Experiments besitzt nicht eine Sicherheit gleicher Ordnung wie eine nach nichtwissenschaftlichen Methoden von einem gesunden Menschen durch einfaches Anschauen konstatierte Tatsache. Das Experiment ist weniger unmittelbar und mehr von einer ganzen Gruppe von Theorien abhängig.
I 273
Experiment/Duhem: Das Experiment ist nicht die Basis der Theorie, sondern die Krönung! Die Gesamtheit der Theoreme ergibt ein immer ähnlicheres Bild der Gesamtheit der experimentellen Tatsachen.

Duh I
P. Duhem
Ziel und Struktur der physikalischen Theorien Hamburg 1998
Falsifikation Popper I 122
Falsifikation/Popper: kann immer ad hoc außer Kraft gesetzt werden. >Hilfshypothesen, >Quine-Duhem-These.
I 123
Empirische wissenschaftliche Methode: besteht gerade im Ausschluss solcher Verfahren - "Humescher Widerspruch": nur Erfahrung ist zulässig, aber eben nicht beweiskräftig. Lösung/Popper: nicht alle Sätze sind "vollentscheidbar". - Es muss besondere empirische Sätze als Obersätze der falsifizierenden Schlüsse geben.
>Unentscheidbarkeit.
I 127
Das können aber nicht Protokollsätze sein, diese sind nur psychologisch. >Protokollsätze.
Stegmüller I 400f
Falsifikation/Popper: muss selbst wiederholbar sein. - Man kann Allsätze in "Es-gibt-nicht"-Sätze umformulieren, um sie zu falsifizieren. - Bsp "Es gibt keine nichtweißen Schwäne". >Induktion/Popper
Schurz I 15
Falsifikation/Asymmetrie/Popper: Die Asymmetrie gilt bei strikten (ausnahmslosen Allsätzen): sie können durch keine endlichen Menge von Beobachtungen verifiziert aber durch ein einziges Gegen Bsp falsifiziert werden. LakatosVsPopper: Theorien werden nie aufgrund eines einzigen Gegenbeispiels verworfen, sondern angepasst.
>Asymmetrie.

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
Faschismus Schmitt Brocker I 170
Faschismus/Bolschewismus/Schmitt: Schmitt betrachtete diese Bewegungen als komplexe Strömungen, in denen Motive und Energien des Marxismus, Anarchismus und Nationalismus in unterschiedlicher Weise wirksam wurden, und er unterstellte ihnen eine irrationalistische »Philosophie konkreten Lebens« (1), die Sorel prototypisch erfasst habe. >Marxismus, >Anarchismus, >Nationalismus.
Schmitt entfernte sich damit vom Selbstverständnis der Bewegungen und entwickelte eine eigene starke und spekulative Deutung. In seine Auffassung von »Moskau« ging dabei eine zeittypische Slawophilie (nach Tolstoi und Dostojewski) ein.
>Dostojewski.
Schmitt zitierte Sorel und Mussolini für seine Einschätzung, »dass die Energie des Nationalen größer ist als die des Klassenkampfmythus« (2). Am Ende spielte er Mussolini gegen den liberalen Parlamentarismus wie den Bolschewismus aus.
Brocker I 173
Faschismus/Schmitt: Den italienischen Faschismus betrachtete Schmitt (…) als aktuelle »gegenrevolutionäre« Antwort auf den Bolschewismus. >Bolschewismus.

1. Carl Schmitt, Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus, in: Bonner Festgabe für Ernst Zitelmann zum fünfzigjährigen Doktorjubiläum, München/Leipzig 1923, 413-473. Separatveröffentlichung in der Reihe: Wissenschaftliche Abhandlungen und Reden zur Philosophie, Politik und Geistesgeschichte, Bd. 1, München/Leipzig 1923. Zweite, erweiterte Auflage 1926, S. 76.
2. Ebenda S. 88.

Reinhard Mehring, Carl Schmitt, Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus (1923), in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

Schmitt I
Carl Schmitt
Der Hüter der Verfassung Tübingen 1931

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Fledermaus-Beispiel Chalmers I 236
Fledermaus-Beispiel/Nagel/Chalmers: Ausgerüstet mit dem Ansatz von Crick und Koch(1) erhalten wir möglicherweise sogar mehr Einblick darin, wie es ist, eine Fledermaus zu sein. Funktionale Organisation kann uns etwas sagen über die Art von Information, zu der eine Fledermaus Zugang hat. Die Unterscheidungen, die sie zu treffen in der Lage ist, und damit auch Klassifikationen der hervorstechendsten Dinge in ihrem Wahrnehmungsfeld. Fledermaus/Chalmers: Das zeigt natürlich noch nichts über die intrinsische Natur der Erfahrungen der Fledermaus, aber Akins (1993)(2) kann dazu ein Betrag sein.
Chalmers: Cheney/Seyfarth (1990)(3) How Monkeys See the World versucht, solche Fragen über Fledermäuse zu beantworten, indem sie uns in den Geist anderer Spezies versetzen.
Vgl. >Heterophänomenologie.
I 295
Fledermaus-Beispiel/Chalmers: Warum sollten wir nicht annehmen, dass es für einen Thermostaten eine Weise gibt, „wie es ist, ein Thermostat zu sein“? Vgl. >Thermostat-Beispiel, vgl. >Benzinuhr.
I 296
Ein solches „Erlebnis“ könnte wie ein Blitz und völlig begriffslos auftreten. >Erleben, >Wissen wie.
I 298
Für den Thermostaten gibt es einen kanonischen Informationsraum, und damit können wir sagen, er hat die kanonischen Erlebnisse eines Thermostaten.
I 299
Die Erlebnisse eines Thermostats können wir protophänomenal nennen. >Protophänomen.

1. F. H. C. Crick and C. Koch, Towards a neurobiological theory of consciousness. Seminars in the Neurosciences 2, 1990: pp. 263-75
2. K. Akins, What is it like to be boring and myopic? In B. Dahlbom (ed) Dennett and His Critics, Oxford 1993.
3. D. L. Cheney and R. M. Seyfarth, How Monkeys See the World, Chicago 1990.

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014
Formale Sprache Thiel Thiel I 80
Formelsprache der Logik/Lorenzen/Thiel: Paul Lorenzen: "protologischer Ansatz": Regelsystem zur Herstellung von aus 0 und + linear zusammengesetzten Figuren. "A" vertrete als schematischer Buchstabe derartige Figuren. Regeln:
(1) > +
(2) A > A 0 (3) A > + A +.

nach diesem "Kalkül" ist z.B. die Figur ++00+ herstellbar: (1), 2 mal (2), dann (3).
I 80/81
Jede herstellbare Figur muss entweder rechts ein 0 oder links ein + haben. Testfigur 0++ geht daher nicht. Führten wir die Zusatzregel:
(4) A > 0 A +

hinzu, würde sie herstellbar. Dagegen würde folgende Regel keine neuen Figuren ermöglichen:

(5) A > + + A.

Das nennt man "Überflüssigkeit" (in der Metamathematik "Zulässigkeit")
Solche Regelsysteme können auch als "operative Logik" bezeichnet werden.
I 83
Sie können der Einführung von Junktoren dienen (I 82 Bsp v) Protologik liegt demnach noch vor der Logik. >Junktoren, >Logik, >Einführung, >Kalkül, >Formalisierung, >Systeme.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Funktionale Rolle Schiffer I 21
Funktionale Eigenschaft/Schiffer: wird vom Begriff der funktionalen Rolle abgeleitet. Def funktionale Rolle/Schiffer: einfach jede Eigenschaft 2. Stufe, eines Zustands-Typs 2. Stufe, dessen Besitz beinhaltet, dass der Besitz dieses Zustands-Typs kausal oder kontrafaktisch auf andere Zustands-Typen bezogen ist, nämlich zu Output, Inputs, distalen Objekten und ihren Eigenschaften.
1. Ein gegebener physikalischer Zustands-Typ hat unbestimmt viele funktionale Rollen.
2. Zwei verschiedene physikalische Zustands-Typen können dieselbe funktionale Rolle haben.
Def funktionale Eigenschaft/Schiffer: Jede funktionale Rolle bestimmt eindeutig eine funktionale Eigenschaft - wenn F eine funktionale Rolle ist, dann wird die funktionale Eigenschaft, ausgedrückt durch den offenen Satz: x ist ein Token eines Zustands-Typs der F hat.
((s) Die funktionale Eigenschaft ist ein Token des physikalischen Zustands-Typs, der die und die Rolle hat. Kurz: Eigenschaft = Token des Typs mit der Rolle sein)
Typ hier immer "physikalisch").
Eigenschaften: gehören zu Tokens
Rollen: zu Typen.
>Typ/Token.
Bsp der neuronale Zustands-Typ H (Hunger) hat in verschiedenen Personen verschiedene funktionale Rollen, weil er nicht bei allen durch Pizza-Duft ausgelöst wird (verschiedene Inputs).
>Input/Output.
I 23
Dann kann man Propositionen mit funktionalen Rollen korrelieren und eine Glaubens-Eigenschaft mit einer funktionalen Eigenschaft. Für jede Proposition p gibt es eine funktionale Rolle F so dass ein Glauben, dass p = ein Zustands-Token zu sein des Zustands-Typs der die Rolle F hat.
>Propositionen.
I 26
Das Kriterium dafür, dass ein Zustands-Token n ein Glauben, dass p ist, dass n ein Token eines Zustands-Typs ist, der die funktionale Rolle hat, die die Definition von Bel T mit p korreliert.
I 29
Verben für propositionale Einstellungen erhalten ihre Bedeutung durch ihre funktionale Rolle . >Propositionale Einstellungen.
I 30
Volkspsychologie: 3 Arten von Verallgemeinerung: 1. funktionale Rollen für Beeinflussung von Überzeugungen untereinander
2. Input-Bedingungen für Wahrnehmung (können nicht Teil des gemeinsamen Wissens sein)
3. Output-Bedingungen für Handlungen.
Problem: Bsp Blinde können genau unseren Glauben haben, aber nicht unsere Volkspsychologie.
>Verallgemeinerung.
I 33f
SchifferVsVolkspsychologie: Problem: Die Theorie wird oft gleichzeitig dieselbe funktionale Rolle für verschiedene Überzeugungen (Glauben) liefern. >Volkspsychologie.
SchifferVsLoar: Bei Loar folgt aus
Bel T#(dass Schnee weiß ist = Bel T#(dass Gras grün ist)

dann haben beide dieselbe T-korrellerte funktionale Rolle.
>Äquivalenz, >Tarski-Schema, >Brian Loar.
I 276
Pointe: Dabei ist die Eindeutigkeits-Bedingung eine ganz schwache Bedingung - sie ist nicht hinreichend dafür, dass man in einem bestimmten Glaubenszustand ist, der mit ihnen verknüpft ist: Bsp
"Wenn p wahr ist, glaubt man, dass p."
Pointe: "p" kommt innerhalb und außerhalb des Glaubenskontexts vor. - Daher wird die Theorie etwas eindeutiges über p sagen.

Problem: In der Eindeutigkeits-Bedingung kommen die Variablen für Propositionen. Nur innerhalb von Glaubenskontexten vor. - Dann haben alle Glauben derselben logischen Form dieselbe funktionale Rolle.
>Eindeutigkeits-Bedingung.
I 34
Das unterscheidet alles nicht die Überzeugung, dass Dinosaurier ausgestorben sind von der, dass Flöhe sterblich sind. Problem: Es gibt zu wenig Input-Regeln, die sich nicht auf Wahrnehmung beziehen.
I 35
Zwillingserde/ZE/SchifferVsVolkspsychologie: Die Volkspsychologie muss falsch sein, weil auf der Zwillingserde ein abweichender Glaube dieselbe funktionale Rolle hat. >Zwillingserde.
Bsp Ralph glaubt, es gibt Katzen - Zwalph glaubt "es gibt Katzen" (aber es sind Zwatzen). - Also glaubt Zwalph nicht, dass es Katzen gibt. - Also zweimal verschiedener Glaube aber dieselbe funktionale Rolle. - Zwalph ist im selben neuronalen Zustands-Typ N.
Die Spezifikation des Glaubens würde vielleicht Referenz auf Katzen verlangen, dennoch würde die kontrafaktische Natur der Bedingung sicherstellen, dass N bei Zwalph erfüllt wird.
Pointe: Das folgt nicht aus einer Wahrheit über funktionale Rollen allgemein, sondern in Bezug auf die Theorie T* (Volkspsychologie).
Außerhalb der Volkspsychologie: "Jedes Token von "Katze" wird durch Betrachten einer Katze ausgelöst".
Falsche Lösung: Plattitüde: "typischerweise durch Katzen ausgelöst" kann keine notwendige Bedingung sein!
>Stereotype, >Protoptypen.
Außerdem gibt es Zwillingserden-Beispiele, wo typischer Glaube unzuverlässig für die eigene Wahrheit ist.
VsKennzeichnung: Kennzeichnungen sind keine Lösung: "das Ding vor mir".
>Indexikalität, >Indexwörter, >Bekanntschaft.
I 38f
Burge: Keine funktionale Rolle kann bestimmen, was man glaubt (dabei geht es nicht um die Zwillingserde, sondern um falsch gebrauchte Begriffe).
I 286f
Glauben/SchifferVsLoar: Problem: Loars Realisation einer Theorie von Glauben/Wünschen (als Funktion von Propositionen auf physikalische Zustände) deren funktionale Rollen von der Theorie festgelegt werden: Problem: Eine Theorie zu finden, die jede Proposition mit einer einzigen funktionalen Rolle korreliert statt mit vielen. Schiffer: These: Das wird nicht gehen, daher ist das Quine-Field-Argument erledigt.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Gedanken Dummett I 19
Gedanke/Frege: Der Gedanke ist nicht mit dem Sinn des Satzes identisch. - Wesen mit identischen Gedanken ohne sprachliches Kleid sind möglich.
I 32 f
Frege/Gedanke: Nach Frege ist der Gedanke - der Inhalt eines Denkakts - kein Bestandteil des Bewusstseinsstromes.
I 32 f
Frege: Erfassen des Gedankens ist ein psychischer Akt. Der Gedanke ist nicht Bewusstseinsinhalt. - Das Bewusstsein ist subjektiv - der Gedanke objektiv. - WittgensteinVs. >Bewusstsein.
Frege: Gedanken sind objektiv, Vorstellungen nicht. - Wäre es anders, könnten wir nie verschiedener Meinung sein. >Objektivität.
I 194 ff
Gedanken/DummettVsFrege: Gedanken sind nicht unbedingt sprachlich: Protogedanken (auch Tiere). >Tiersprache. - (an Tätigkeit geknüpft) - Wir nehmen Protogedanken anstelle von Husserls Noema an. >Noema/Husserl, >Noema/Dummett.
I 120
Ein Gedanke kann gar nicht anders erfasst werden, denn als Komplex. Evans: "Allgemeinheitsbedingung": niemand kann den Gedanken "Diese Rose duftet süß" haben, der außerstande ist, mit Bezug auf diese Rose andere Gedanken zu haben, oder sich nicht im klaren ist, was süß duften ist.(Dummett pro).
I 89
Erfassen: nicht Bestimmung des Wahrheitswertes, sondern der Wahrheitsbedingungen. >Wahrheitsbedingungen.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Gedankenobjekte Gärdenfors I 110
Gedankenobjekte/intentionale Identität/Gärdenfors: Beispiel von Peter Geach (1967)(1): die drei Bauern Cob, Hob und Nob glauben, dass eine Hexe ihr Unwesen treibt und sie fragen sich, ob es dieselbe Hexe ist, die verschiedene Dinge getan hat. Problem: da es keine Hexe gibt, existiert nur ein Gedankenobjekt. Frage: ist es dasselbe Objekt, an das die drei Bauern denken? Hierzu auch Edelberg (2006) (2) und Jacot (2012)(3). Prototyp/Jacot/Gärdenfors: „eine Hexe“ ist unterbestimmt. Lösung: Prototypen.
I 111
Fixpunkt/Gärdenfors: ist erreicht, wenn z.B. mit Indexwörtern oder Pronomina auf die Hexe bezogen wird. Dieser Fixpunkt ist allerdings fragil, was zutage tritt, wenn weitere Eigenschaften hinzugefügt werden, die möglicherweise inkompatibel sind. Lösung: wenn es ein „Meeting of Minds“ gibt, sollten die gleichen Schlussfolgerungen gezogen werden können.
I 112
Gärdenfors: eine solche Theorie kann soziokognitiv genannt werden.

1. Geach, P. (1967). Intentional identity. Journal of Philosophy, 64, 627–632.
2. Edelberg, W. (2006). Intrasubjective intentional identity. Journal of Philosophy, 103, 481–502.
3. Jacot, J. (2012). Do we speak of the same witch? How minds can meet on intentional identity. Lund: Department of Philosophy, Lund University.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Gehirn/ Gehirnzustand Mayr I 112
Gehirn/Mayr: Das menschliche Gehirn erlangte seine noch heute vorhandenen Fähigkeiten vor etwa 100.000 Jahren. Alle Leistungen, auf die wir heute zurückblicken, wurden mit einem Gehirn erreicht, das von der Selektion nicht dafür herausgebildet wurde!
Drei Gehirnregionen:
1. Für Reflexe ("geschlossene Programme").
2. Informationsaufnahme ("offene Programme"), Sprachen, Normen, Verhalten. Einmal aufgenommenes wird schwer verlernt.
"Einfache Prägung":
3. Noch nicht festgelegte Regionen, "Erinnerung", "Speicherung".
I 309
Gehirnvolumen/Evolution/Mayr: Australopithecus: 400 - 500 cm³ (wie Menschenaffe) Homo erectus 750 - 1250cm³. Wirklich größere Gehirne gibt es erst in den letzten 150.000 Jahren.
I 309
Sprache/Tier/Mayr: Unter Tieren gibt es keine Sprache. Kommunikationssysteme bestehen hier im Austausch von Signalen. Syntax und Grammatik gibt es nicht. >Tiere, >Tiersprache, >Signale, >Signalsprache, >Grammatik, >Syntax.
I 310
Sprache/Gehirn: Könnte das Fehlen von Sprache ein Grund dafür sein, dass die Neandertaler ihr Gehirn nicht besser ausnutzten? Sprache: Entwickelte sich vor etwa 300.000 - 200.000 Jahren in kleinen Gruppen von Jägern und Sammlern aufgrund eines Selektionsvorteils. Günstige Lage für Größenzunahme des Gehirns.
>Sprache, >Sprachentstehung, >Denken ohne Sprache.
I 311
Gehirn: Ein Faktor, der zum Stillstand der Gehirnentwicklung führte, war vielleicht die Vergrößerung der Gruppe. In größeren Gruppen ist der Fortpflanzungsvorteil eines besser ausgestatteten Führers geringer, diejenigen mit kleineren Gehirnen genießen besseren Schutz, längeres Leben und größeren Fortpflanzungserfolg.
Stillstand: Soziale Integration der Menschen trug zwar enorm zur Evolution der Kultur bei, läutete aber vielleicht eine Periode des Stillstands in der Evolution des Genoms ein.
>Evolution.
Geist: begriffliche Verwirrung: falsche Beschränkung auf die mentalen Aktivitäten des Menschen.
>Geist, >Denken, >Menschen, >Intentionalität, >Handeln.
Tier/Geist: Man hat nachgewiesen, dass zwischen den mentalen Aktivitäten bestimmter Tiere (Elephanten, Hunde, Wale, Primaten, Papageien) und denen des Menschen kein kategorialer Unterschied besteht.
>Tiere, >Tiersprache.
I 312
Bewusstsein/Tier: Gleiches gilt für das Bewusstsein, das in Ansätzen sogar bei Wirbellosen und möglicherweise Protozoen zu finden ist. >Bewusstsein.
Geist/Mayr: Es gab einfach keine plötzliche Emergenz des Geistes.
>Emergenz.

Mayr I
Ernst Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Geist Mayr I 311
Geist: Es gibt eine begriffliche Verwirrung: Eine falsche Beschränkung auf die mentalen Aktivitäten des Menschen. >Tiere, >Tiersprache, >Denken ohne Sprache, >Sprache,
Tier/Geist: Man hat nachgewiesen, dass zwischen den mentalen Aktivitäten bestimmter Tiere (Elephanten, Hunde, Wale, Primaten, Papageien) und denen des Menschen kein kategorialer Unterschied besteht.
I 312
Bewusstsein/Tier: gleiches gilt für das Bewusstsein, das in Ansätzen sogar bei Wirbellosen und möglicherweise Protozoen zu finden ist. >Bewusstsein.
Geist/Mayr: Es gab einfach keine plötzliche Emergenz des Geistes.
>Evolution, >Emergenz, >Denken, >Gehirn, >Geistzustände.

Mayr I
Ernst Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Geometrie Inhetveen Thiel I 287
Geometrie/Protogeometrie//Inhetveen/Thiel: Oft ist von einem "operativen" Modell der Geometrie die Rede, wobei zu berücksichtigen ist, dass die dadurch erfassten Eigenschaften immer nur realisiert werden können, wenn sie idealisiert sind. (>Genauigkeit).
I 288
Es gibt den Versuch einer "Protogeometrie" "zirkelfreie Methode des Größenvergleichs" (Inhetveen) Um der Zirkelfreiheit zu genügen, müssen wir bei der Herstellung von Formen an Körpern ganz ohne Rückgriff auf geometrische "Geräte" auskommen.
I 289
Die einfachste Operation mit zwei Körpern K1 und K2 besteht darin, sie miteinander in Berührung zu bringen. Die Relation des Berührens ist symmetrisch. Je zwei Körper haben mindestens eine mögliche Berührungsstelle.
Es lassen sich dann stets weitere Körper K3 und K4 konstruieren, so dass K3 K1 an der Stelle berührt, wo dies früher K2 tat. "Imitation" "Ersetzen". Inhetveen hat das "schwache Transitivität" genannt .Das Subjungat erfordert nämlich drei statt sonst zwei Antezedenten.
Def "Schwächer"/Thiel: heißt in der Mathematik weniger voraussetzungsvoll.

I 289/290
Wir erweitern unsere Bestimmungen auf das Berühren zweier Körper nicht nur an einzelnen Stellen, sondern in allen Stellen eines gegebenen Oberflächenstücks. Die Körper Def "passen" dann in diesen Stücken aufeinander. Diese Formeln sind zwar Aussagen über Körper, aber es sind nicht Sätze über Körper, die wir in unserer Körperwelt vor uns haben. Wir machen damit Aussagen über die von uns verfolgten Herstellungsziele. Inhetveen bezeichnet sie als "aphairetische"( von Abziehen, wegnehmen) Kriterien für die Güte einer technischen Realisierung. Sie liegen protogeometrisch vor der Theorie der geometrischen Formen.
I 290/291
Jetzt gibt es die Begriffe des "Passens" sowie abgeleitet davon Original und Abdruck. Passen :"protogeometrisch kongruent". Für technische Zwecke möchte man aber Körper nicht nur so formen können, daß sie passungsgleich sind, sondern auch auf einen Dritten passen. Bzw. dass jeder von ihnen auch auf den anderen passt.

Def Schwache Transitivität des Passens: jeder Körper muss zu einer Kopie von sich passen (da er nicht zu sich selber in eine Situation des Passens gebracht werden kann).
Def "abdruckstabil": die Definition sagt nichts darüber, wie ein Körper mit irgendeiner Kopie zum Passen gebracht wird, und in der Tat kann das auf verschiedene Weisen geschehen....+...I291
I 293
Klappachsen, Drehsymmetrie, Spiegelsymmetrie werden protogeometrisch hergeleitet. Begriffe: "flach", "technische Gerade" (= Kante), "komplementär", "Ergänzungskeile", "Kippen", "Kante". (...)
Es werden die Verfahren betrachtet, Der Übergang von der Protogeometrie zur Geometrie vollzieht sich in zwei Abstraktionsschritten. Wir sehen von den Verfahren ab und betrachten in der Geometrie die Resultate.
I 299
An keiner Stelle wird auf Werkzeuge Bezug genommen. Es gibt übrigens Geräte, die effektiver als Zirkel und Lineal sind: zwei "Rechtwinkelhaken" können nicht nur alle mit Zirkel und Lineal ausführbaren Konstruktionen erzielen, sondern auch noch solche, die analytisch beschrieben auf Gleichungen dritten und vierten Grades führen. Die Winkelhalbierende kann mittels Kopie konstruiert werden.
((s) Passen/((s): Formgleichheit führt nicht um Passen: Bsp Stecker passen auf Dosen, aber nicht Dosen auf Dosen und nicht Stecker auf Stecker.)
I 300
Protogeometrie definiert, Geometrie beweist. (>Beweis). Wenn die Geometrie die Theorie konstruierbarer Formen sein soll, dann müssen wir diese (anschaulich als "Größeninvarianz" (>Messen) beschreibbare) Unabhängigkeit berücksichtigen und tun dies mit dem in der konstuktiven Wissenschaftstheorie so genannten
Formprinzip: sind durch eine von zwei Stellen P,Q ausgehende Konstruktion zwei weitere Stellen P', Q' gewonnen, so ist jede Figur, die mittels einer Folge K1...Kn von Konstruktionsschritten von P' zbd Q' aus erhalten wird, geometrisch ununterscheidbar von der Figur, zu der die gleichen Konstruktionsschritte von P und Q ausgehend führen.
I 301
Eine ganze Reihe wichtiger Aussagen der klassischen Geometrie sind erst unter Heranziehung dieses Prinzips zu beweisen. Bsp die Rechtwinkligkeit des vierten Winkel im Thalessatz lässt sich rein protogeometrisch ebenso wenig sichern wie die Eindeutigkeit der Parallelen zu einer gegebenen Geraden durch einen Punkt außerhalb. Nur die euklidische Geometrie kennt Formen im erklärten Sinne, derart, dass Figuren formgleich sind, wenn sie nicht zu unterscheiden sind und keine Anwendung gleicher Folgen weiterer Konstruktionsschritte sie unterscheidbar macht.

Inhet I
Rüdiger Inhetveen
Logik: Eine dialog-orientierte Einführung Leipzig 2003

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Geometrie Thiel Thiel I 287
Geometrie/Protogeometrie//Inhetveen/Thiel: Oft ist von einem "operativen" Modell der Geometrie die Rede, wobei zu berücksichtigen ist, dass die dadurch erfassten Eigenschaften immer nur realisiert werden können, wenn sie idealisiert sind.
I 288
Es gibt den Versuch einer "Protogeometrie" "zirkelfreie Methode des Größenvergleichs" (Inhetveen) Um der Zirkelfreiheit zu genügen, müssen wir bei der Herstellung von Formen an Körpern ganz ohne Rückgriff auf geometrische "Geräte" auskommen.
I 289
Die einfachste Operation mit zwei Körpern K1 und K2 besteht darin, sie miteinander in Berührung zu bringen. Die Relation des Berührens ist symmetrisch. Je zwei Körper haben mindestens eine mögliche Berührungsstelle.
Es lassen sich dann stets weitere Körper K3 und K4 konstruieren, so dass K3 K1 an der Stelle berührt, wo dies früher K2 tat. "Imitation" "Ersetzen".
Inhetveen hat das "schwache Transitivität" genannt .Das Subjungat erfordert nämlich drei statt sonst zwei Antezedenten.
I 289
Def "Schwächer"/Thiel: heißt in der Mathematik weniger voraussetzungsvoll.
I 289/290
Wir erweitern unsere Bestimmungen auf das Berühren zweier Körper nicht nur an einzelnen Stellen, sondern in allen Stellen eines gegebenen Oberflächenstücks. Die Körper Def "passen" dann in diesen Stücken aufeinander. Diese Formeln sind zwar Aussagen über Körper, aber es sind nicht Sätze über Körper, die wir in unserer Körperwelt vor uns haben. Wir machen damit Aussagen über die von uns verfolgten Herstellungsziele. Inhetveen bezeichnet sie als "aphairetische"( von Abziehen, wegnehmen) Kriterien für die Güte einer technischen Realisierung. Sie liegen protogeometrisch vor der Theorie der geometrischen Formen.
I 290/291
Jetzt gibt es die Begriffe des "Passens" sowie abgeleitet davon Original und Abdruck. Passen :"protogeometrisch kongruent". Für technische Zwecke möchte man aber Körper nicht nur so formen können, dass sie passungsgleich sind, sondern auch auf einen Dritten passen. Bzw. dass jeder von ihnen auch auf den anderen passt.
Def Schwache Transitivität des Passens: jeder Körper muss zu einer Kopie von sich passen (da er nicht zu sich selber in eine Situation des Passens gebracht werden kann).
Def "abdruckstabil": die Definition sagt nichts darüber, wie ein Körper mit irgendeiner Kopie zum Passen gebracht wird, und in der Tat kann das auf verschiedene Weisen geschehen....+...I 291
I 293
Klappachsen, Drehsymmetrie, Spiegelsymmetrie werden protogeometrisch hergeleitet. Begriffe: "flach", "technische Gerade" (= Kante), "komplementär", "Ergänzungskeile", "Kippen", "Kante". (...) Es werden die Verfahren betrachtet, Der Übergang von der Protogeometrie zur Geometrie vollzieht sich in zwei Abstraktionsschritten. Wir sehen von den Verfahren ab und betrachten in der Geometrie die Resultate.
I 299
An keiner Stelle wird auf Werkzeuge Bezug genommen. Es gibt übrigens Geräte, die effektiver als Zirkel und Lineal sind: zwei "Rechtwinkelhaken" können nicht nur alle mit Zirkel und Lineal ausführbaren Konstruktionen erzielen, sondern auch noch solche, die analytisch beschrieben auf Gleichungen dritten und vierten Grades führen. Die Winkelhalbierende kann mittels Kopie konstruiert werden.
I 300
Protogeometrie definiert, Geometrie beweist. >Beweis.
Wenn die Geometrie die Theorie konstruierbarer Formen sein soll, dann müssen wir diese (anschaulich als "Größeninvarianz" (>Messen) beschreibbare) Unabhängigkeit berücksichtigen und tun dies mit dem in der konstruktiven Wissenschaftstheorie so genannten
Formprinzip: Sind durch eine von zwei Stellen P,Q ausgehende Konstruktion zwei weitere Stellen P', Q' gewonnen, so ist jede Figur, die mittels einer Folge K1...Kn von Konstruktionsschritten von P' zbd Q' aus erhalten wird, geometrisch ununterscheidbar von der Figur, zu der die gleichen Konstruktionsschritte von P und Q ausgehend führen.
I 301
Eine ganze Reihe wichtiger Aussagen der klassischen Geometrie sind erst unter Heranziehung dieses Prinzips zu beweisen. Bsp die Rechtwinkligkeit des vierten Winkels im Thalessatz lässt sich rein protogeometrisch ebenso wenig sichern wie die Eindeutigkeit der Parallelen zu einer gegebenen Geraden durch einen Punkt außerhalb. Nur die euklidische Geometrie kennt Formen im erklärten Sinne, derart, dass Figuren formgleich sind, wenn sie nicht zu unterscheiden sind und keine Anwendung gleicher Folgen weiterer Konstruktionsschritte sie unterscheidbar macht.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Gerichtsverfahren Sozialpsychologie Parisi I 125
Gerichtsverfahren/Schiedsrichterentscheidungen/Sozialpsychologie/Nadler/Mueller: (...) jeder einzelne Geschworene hört die von den Anwälten vorgetragenen Beweise und Argumente sowie die Anweisungen des Richters. Geschichten-Modell: Nach dem "Story Model of Juror Decision-Making" (Bennett, 1978(1); Pennington und Hastie, 1981(2)) machen die Geschworenen den Sinn der Beweise in der Verhandlung aus, indem sie diese in einer narrativen Weise organisieren. Anstatt passiv die enorme Menge an komplexen Beweisen wortwörtlich aufzunehmen
Parisi I 126
sowie mehrdeutige Informationen, die in einer Verhandlung gegeben werden, verarbeiten die Geschworenen die Informationen aktiv, indem sie den Rahmen ihres vorhandenen Wissens nutzen, um Lücken zu füllen und Geschichten aus den Beweisen zu konstruieren. Die Geschworenen erstellen eine Erzählung, die die verschiedenen zuverlässigen Beweise erklärt, und kommen dann zu einer Entscheidung, indem sie die am besten passende Geschichte den Urteilskategorien zuordnen. Kriterien/Evaluierung: Um konkurrierende Geschichten zu bewerten, verwenden Juroren mehrere Kriterien. Die am meisten bevorzugte Geschichte erklärt die größte Menge an Beweisen, ist in sich konsistent und lässt keine Lücken in der Kausalkette der Ereignisse, und ist plausibel im Lichte dessen, was der Juror über die Welt glaubt (Pennington und Hastie, 1981)(2).
"Lautes Denken": Dieses Modell wurde durch Beobachtungen des "lauten Denkens" von Scheinjuroren (Pennington und Hastie, 1986)(3) sowie durch Experimente zur Untersuchung von Urteilen in Scheinstraf- und Scheinzivilprozessen (Huntley und Costanzo, 2003(4); Pennington und Hastie, 1992(5)) unterstützt.
Entscheidungsprozesse: Neuere experimentelle Untersuchungen zum kohärenzbasierten Denken haben ergeben, dass der Prozess der Entscheidungsfindung oft bidirektional ist (Holyoak und Simon, 1999)(6). Die Entscheidungsaufgabe, mit der Juroren konfrontiert werden, ist kognitiv komplex, weil sie die Berücksichtigung von Informationen erfordert, die umfangreich, widersprüchlich und mehrdeutig sind (D. Simon, 2004)(7).
Informationsverarbeitung: Um die große Menge an komplexen Informationen zu verarbeiten, die in einer Verhandlung präsentiert werden, rekonstruieren die Geschworenen die Informationen in einfachere mentale Repräsentationen, denen ihr kognitives System Kohärenz auferlegt (D. Simon, 2004)(7).
Schemata/Glauben/Überzeugungen: (...) die Geschworenen bringen ihre Alltagsvorstellungen von rechtlichen Kategorien wie Unzurechnungsfähigkeit, Selbstverteidigung und Vorsatz mit in den Gerichtssaal, und diese bestehenden Schemata beeinflussen, wie die Geschworenen Beweise bewerten und rechtliche Urteile fällen (Finkel, 2005(8); Finkel und Groscup, 1997(9); Robinson und Darley, 1995(10)). Selbst nachdem sie Anweisungen über die Definitionen von Straftaten wie Einbruch oder Raub erhalten haben, lassen die Geschworenen ihre Alltagsvorstellungen von diesen Delikten in ihre Entscheidungen einfließen.
Parisi I 127
Vorhersage: (...) (Kalven und Zeisel, 1966)(11) (...) fanden heraus, dass ein Mehrheitsvotum der Geschworenen im ersten Wahlgang das endgültige Urteil in über 90% der Fälle vorhersagte, und sie stellten die Hypothese auf, dass sich die Beratung oft darauf konzentrierte, die Mitglieder der Minderheit zu überzeugen, ihr Votum zu ändern. Nachfolgende Forschungen wollten die Beziehung zwischen der Präferenz vor der Beratung und dem endgültigen Urteil genauer untersuchen. Tatsächlich scheinen unmittelbare Abstimmungen vor der Beratung nur in einer kleinen Minderheit der Fälle aufzutreten (Devine et al., 2004(12); Diamond und Casper, 1992(13); Diamond et al., 2003(14); Hastie, Penrod, und Pennington, 1983(15); Sandys und Dillehay, 1995)(16). Wenn der erste Wahlgang stattfindet und jeder Geschworene seine Präferenz verbal äußert, können die frühen Präferenzen die späteren Abstimmungen beeinflussen (J. H. Davis et al., 1988)(17). Die Gewissheit und das Vertrauen der Geschworenen in ihre Ansichten kann schwach sein, bevor die Beratungen beginnen, so dass einige erst dann beginnen, sich stark zu einer Seite zu neigen, nachdem umfangreiche Beratungen stattgefunden haben (Hannaford-Agor et al., 2002)(18). Um den Einfluss des Jury-Beratungsprozesses zu verstehen, ist es daher wichtig, die Präferenzen der einzelnen Juroren vor der Beratung zu messen. >Verhandlungen/Sozialpsychologie.

1. Bennett, W. L. (1978). "Storytelling in Criminal Trials: A Model of Social Judgment." Quarterly Journa1 ofSpeech 64(1): 1-22. doi:10.1080/0033563 7809383408.
2. Pennington, N. and R. Hastie (1981). "Juror Decision-making Models: The Generalization Gap." Psychological Bulletin doi: 10.103 7 3-2909.89.2.246.
3. Pennington, N. and R. Hastie (1986). "Evidence Evaluation in Complex Decision Making." Journal of Personality and Social Psychology 51 (2):242-258. doi:10.1037/0022-3514.51.2.242.
4. Huntley, J. E. and M. Costanzo (2003). "Sexual Harassment Stories: Testing a Story-me-
diated Model of Juror Decision-making in Civil Litigation." Law and Human Behavior 27(1): 29-51.
5. Pennington, N. and R. Hastie (1992). "Explaining the Evidence: Tests of the Story Model for Juror Decision Making." Journal of Personality and Social Psychology 62(2): 189—206.
doi:10.1037/0022-3514.62.2.189.
6. Holyoak, K. J. and D. Simon (1999). "Bidirectional Reasoning in Decision Making by Constraint Satisfaction." Journal of Experimental Psychology: General 128(1): 3-31.
doi:10.1037/0096-3445.128.1.3.
7. Simon, D. (2004). "A Third View of the Black Box: Cognitive Coherence in Legal Decision
Making." University of Chicago Law Review 71(2): 511-586.
8. Finkel, N. J. (2005). Commonsense Justice: Jurors' Notions of the Law. Cambridge, MA: Harvard University Press.
9. Finkel, N. J. and J. L. Groscup (1997). "Crime Prototypes, Objective versus Subjective Culpability, and a Commonsense Balance." Law and Human Behavior 21 (2):209-230.
10. Robinson, P. H. and J. M. Darley (199 5).Justice, Liability, and Blame: Community Views and the Criminal Law. Boulder, CO: Westview Press.
11.Kalven, Harry, jr. And Hans Zeisel (1967). „The American Jury“. In: 24 Wash. & LeeL. Rev. 158 (1967),https://scholarlycommons.law.wlu.edu/wlulr/vol24/iss1/18
12. Devine, D. J., K. M. Olafson, L. L. Jarvis, J. P. Bott, L. D. Clayton, and J. M. T. Wolfe (2004).
"Explaining Jury Verdicts: Is Leniency Bias for Real?" Journal of Applied social Psychology 34(10): 2069-2098.
13. Diamond, S. S. andJ. D. Casper (1992). "Blindfolding the Jury to Verdict Consequences: Damages, Experts, and the Civil Jury." Law and society Review 26(3): 513 - 563. doi:10.2307/3053737.
14. Diamond, S. S., N. Vidmar, M. Rose, and L. Ellis (2003). "Juror Discussions during Civil Trials: Studying an Arizona Innovation." Arizona Law Review 45: 1.
15. Hastie, R., S. Penrod, and N. Pennington (1983). Inside the Jury. Cambridge, MA: Harvard
University Press.
16. Sandys, M. and C. Dillehay (1995). "First-ballot Votes, Predeliberation Dispositions, and Final Verdicts in Jury Trials." Law and Human Behavior 19(2): 175-195. doi:10.1007/ BF01499324.
17. Davis, J. H., M. F. Stasson, K. Ono, and S. Zimmerman (1988). "Effects of Straw Polls on Group Decision Making: Sequential Voting Pattern, Timing, and Local Majorities." Journal of Personality and Social Psychology 5 5(6): 918—926. doi:10.1037/0022-3514.55.6.918.
18. Hannaford-Agor, P., V. Hans, N. Mott, and T. Munsterman (2002). "Are HungJuries a Problem National Center for State Courts, available at https://www.ncjrs.gov/pdfilesl/
nij /grants/1993 72.pdf

Nadler, Janice and Pam A. Mueller. „Social Psychology and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press


Parisi I 131
Gerichtsverfahren/rassische Voreingenommenheit/Sozialpsychologie/Nadler/Mueller: (...) viele Anwälte versuchen, (...) Geschworene auf der Grundlage ihrer Annahmen auszuwählen, dass schwarze Geschworene weniger wahrscheinlich Angeklagte, insbesondere schwarze Angeklagte, für schuldig befinden (Bonazzoli, 1998(1); Kerr et al., 1995(2)). In der Tat bieten Verhaltensforschung und Neuroimaging eine gewisse Unterstützung für diese Intuitionen, indem sie nahelegen, dass wir eher in der Lage sind, uns einzufühlen oder die Perspektive von Personen einzunehmen, die uns ähnlich sind (Cialdini et al., 1997(3); M. H. Davis et al., 1996(4); N. Eisenberg und Mussen, 1989(5); J. P. Mitchell, Macrae und Banaji, 2006(6); siehe jedoch Batson et al., 2005(7) für einen alternativen Verhaltensmechanismus). Schwarzes-Schaf-Effekt: Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sich Menschen in manchen Situationen von Mitgliedern der "Ingroup", die schlechte Handlungen begangen haben, distanzieren wollen, das ist der "Schwarzes-Schaf-Effekt" (J. Marques et al., 1998(8); J. M. Marques, Yzerbyt und Leyens, 1988)(9). >Todesstrafe/Sozialpsychologie.

1. Bonazzoli, M. J. (1998). "Jury selection and Bias: Debunking Invidious Stereotypes through Science." Quinnapiac Law Review 18:247.
2. Kerr, N. L., R. W. Hymes, A. B. Anderson, and J. E. Weathers (1995). "Defendant-Juror Similarity and Mock Juror Judgments" Law and Human Behavior 19(6):545-567. doi:10.1007/BF01499374.
3. Cialdini, R. B., S. L. Brown, B. P. Lewis, C. Luce, and S. L. Neuberg (1997). "Reinterpreting the
Empathy-Altruism Relationship: When One into One Equals Oneness." Journal of Personality and social Psychology 73(3): 481-494. doi:10.1037/0022-3514.73.3.481.
4. Davis, J. H. (1996). "Group Decision Making and Quantitative Judgments: A Consensus Model," in E. H. Witte and J. H. Davis, Hrsg., Understanding Group Behavior, Bd. 1: Consensual Action By Small Groups, 35—59. Hillsdale, NJ: Lawrence Erlbaum Associates, Inc.
5. Eisenberg, N. and P. H. Mussen (1989). The Roots of Prosocial Behavior in Children. Cambridge: Cambridge University Press.
6. Mitchell, J. P., C. N. Macrae, and M. R. Banaji (2006). "Dissociable Medial Prefrontal Contributions to Judgments of Similar and Dissimilar Others." Neuron 50(4): 655-663.
doi:10.1016/j.neuron.2006.03.040.
7. Batson, C. D., D. A. Lishner, J. Cook, and S. Sawyer (2005). "Similarity and Nurturance: Two Possible Sources of Empathy for Strangers." Basic and Applied social Psychology 2 15-25.
8. Marques, J., D. Abrams, D. Paez, and C. Martinez-Taboada (1998). " The Role of Categorization and In-group Norms in Judgments of Groups and their Members." Journal of Personality and social Psychology doi:10.1037/0022-3514.75.4.976.
9. Marques, J. M., V. Y. Yzerbyt, andJ.-P. Leyens (1988). "The 'Black Sheep Effect': Extremity of Judgments Towards Ingroup Members as a Function of Group Identification." European Journal of Social Psychology 18(1): 1—16. doi:10.1002/ejsp.2420180102.

Nadler, Janice and Pam A. Mueller. „Social Psychology and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Gesetze Savigny Gadamer I 331
Gesetze/Sinn der Gesetze/Rechtsgeschichte/juristische Hermeneutik/Gesetze/ Savigny/Gadamer: Wie kommt es zur Wendung ins Historische? Einem geltenden Gesetze gegenüber lebt man doch in der natürlichen Vormeinung, dass sein rechtlicher Sinn eindeutig ist und dass die Rechtspraxis der Gegenwart dem ursprünglichen Sinn einfach folge, Wäre das immer so, dann wäre die Frage nach dem Sinn eines Gesetzes sowohl juristisch als auch historisch ein und dieselbe Frage. Auch für den
Gadamer I 332
Juristen bestünde die hermeneutische Aufgabe dann in nichts anderem, als den ursprünglichen Sinn des Gesetzes festzustellen und als den richtigen anzuwenden. So hat noch Savigny im Jahre 1840 im „System des römischen Rechts“ die Aufgabe der juristischen Hermeneutik rein als eine historische betrachtet. Wie Schleiermacher kein Problem darin sah, dass der Interpret sich mit dem ursprünglichen Leser gleichsetzen muss, so ignoriert auch Savigny die Spannung zwischen dem ursprünglichen und dem gegenwärtigen juristischen Sinn.(1)
>F. Schleiermacher.
ForsthoffVsSavigny/Gadamer: Dass das eine juristisch unhaltbare Fiktion ist, ist im Laufe der Zeit deutlich genug zutage getreten. Ernst Forsthoff hat in einer wertvollen Untersuchung gezeigt, wie aus rein juristischen Gründen eine eigene Reflexion über den geschichtlichen Wandel der Dinge entstehen musste, durch den der ursprüngliche Sinngehalt eines Gesetzes und der in der juristischen Praxis angewandte zur Abhebung voneinander gelangen.(2)
Jurisdiktion: Gewiss meint der Jurist stets das Gesetz selbst. Aber sein normativer Gehalt ist auf den gegebenen Fall hin zu bestimmen, auf den es angewandt werden soll. Um diesen genau zu ermitteln, bedarf es historischer Erkenntnis des ursprünglichen Sinnes, und nur um dessentwillen bezieht der juristische Ausleger den historischen Stellenwert mit ein, der dem Gesetz durch den Akt der Gesetzgebung zukommt. Nun kann er sich aber nicht an das binden, was ihn etwa die parlamentarischen Protokolle über die Intentionen derer lehren, die das Gesetz ausgearbeitet haben. Er hat sich vielmehr den eingetretenen Wandel der Verhältnisse einzugestehen und hat daher die normative Funktion des Gesetzes neu zu bestimmen.
>Rechtsprechung.
Rechtsgeschichte: Ganz anders der Rechtshistoriker. Er meint anscheinend nichts weiter als den ursprünglichen Sinn des Gesetzes, wie es gemeint war und galt, als es erlassen wurde. Aber wie kann er denselben erkennen?
Gadamer I 333
Der Historiker muss die gleiche Reflexion leisten, die auch den Juristen leitet. [Jedoch]: der Historiker, der seinerseits keine juristische Aufgabe vor sich hat, sondern die geschichtliche Bedeutung dieses Gesetzes - wie
Gadamer I 334
jeden anderen Inhalt geschichtlicher Überlieferung - ermitteln will, nicht davon absehen, dass es sich hier um eine Rechtsschöpfung handelt, die juristisch verstanden werden will. Er muss nicht nur historisch, sondern auch juristisch denken können. >Recht, >Gesetze.

1. Ist es Zufall, dass Schleiermachers Hermeneutik-Vorlesung gerade zwei Jahre vor Savignys Buch in der Nachlassausgabe erstmals erschienen war? Man müsste einmal die Entwicklung der hermeneutischen Theorie bei Savigny eigens prüfen, die Forsthoff in seiner Untersuchung ausgeklammert hat. (Vgl. zu Savigny zuletzt Franz Wieackers Bemerkung in „Gründer und Bewahrer“ S. 11.
2. E. Forsthoff, Recht und Sprache, Abh. Der Königsberger Gelehrten Gesellschaft 1940

Sav I
E. von Savigny
Grundkurs im logischen Schließen Göttingen 1993

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Gödelnummern Quine X 82
Gödelnummern/Gödelisierung/Quine: kommt ohne Mengen aus. Wenn wir mit Gödelnummern arbeiten, brauchen wir keine Mengen.
XII 58
Zusammenhang hier: die Untersuchung der Beschaffenheit einer möglichen Sprache für die Beweistheorie: Protosyntax/Unbestimmtheit/Quine: die Sprache ist hier ein formalisiertes System der Beweistheorie erster Stufe, deren Gegenstandsbereich nur aus Ausdrücken, d.h. aus Zeichenketten eines bestimmten Alphabets besteht.
>Beweistheorie.

VII (c) 59
Pointe. statt die Zeichenketten als Mengen von Inschriften zu deuten, kann man sie als (mathematische) Folge (von Zeichen) betrachten. Zeichenreihe/Ausdruck: ist dann eine endliche Menge von Paaren aus einem Zeichen und einer Zahl.
Vs: das ist sehr künstlich und kompliziert.
Einfacher: Gödelnummern selbst (die Zeichen verschwinden).
Problem: Frage: wie klar ist es hier, dass wir gerade hier dazu übergegangen sind, nicht mehr von Ausdrücken sondern von Zahlen zu reden?
Einigermaßen klar ist nur, dass wir mit künstlichen Modellen Gesetze erfüllen wollen, die Ausdrücke in einem nicht expliziten Sinn erfüllen sollen. Siehe auch zur Reduktion mehrsortiger Logik: XII 72.
Im Zusammenhang mit referentieller bzw. substitutionaler Quantifikation: >XII 80

X 125
Es ist nicht möglich, für jede Irrationalzahl eine Gödelnummer zu bilden.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Goldstandard Cairnes Rothbard II 291
Goldstandard/Geld/John Elliott Cairnes/Rothbard: Die plötzlichen Goldfunde in Kalifornien in den späten 1840er Jahren, denen Australien 1851 rasch folgte, und der daraus resultierende enorme Anstieg der Goldproduktion warfen wichtige Fragen zu ihren wirtschaftlichen Folgen in Großbritannien auf, ebenso wie die Frage, ob das Goldpfund im Verhältnis zu den Rohstoffen an Wert verlieren würde oder nicht. Auf politischer Ebene versuchten die Goldstandardgegner, die Auswirkungen dieses erhöhten Angebots auf die Preise herunterzuspielen, während die Inflationsgegner frohlockten, dass zumindest die Preise stark ansteigen würden. Unter den Ökonomen zeigten Männer wie Mill und Torrens, die zuvor an vorderster Front in den Kämpfen der Währungs- und Bankenschulen standen, bemerkenswert wenig Interesse an dem gesamten Prozess. Die meisten interessierten Ökonomen vertraten die primitive, proto-keynesianische Position, dass das neue Goldgeld das Kapital und die Beschäftigung erhöhen und daher kaum Auswirkungen auf die Preise haben würde. (...) als ob die Geldtheorie nie entdeckt worden wäre!
Rothbard II 292
Die wichtigste Reaktion auf die Goldentdeckungen war die von John Cairnes, dessen Interesse an dem Problem 1856 durch die „unwissende(n) und absurde(n) Behauptung(en)“ von William Newmarch und anderen Inflationisten geweckt worden war. In einer Reihe von Artikeln, die zwischen 1857 und 1863 veröffentlicht wurden, legte Cairnes die Quantitätsanalyse dar, aber er ging auch brillant darüber hinaus, um die Analyse des scholastischen Cantillon-Prozesses wiederzubeleben, da er erkannte, dass die „Verteilungs“-Effekte des Geldumwandlungsprozesses wichtige Teile des Bildes waren, die nicht unter den Teppich gekehrt werden sollten. Cairnes wies darauf hin, dass das Land mit den neuen Goldminen als erstes die negativen Auswirkungen zu spüren bekommt - den Preisanstieg und die Verschwendung von Ressourcen - und dass diese negativen Auswirkungen dann, wenn das neue Gold im Austausch gegen Waren ins Ausland fließt, nach und nach in die anderen Länder der Welt „exportiert“ werden. Im Gegensatz zu den Schwärmereien der Inflationisten zeigte Cairnes, dass das erste Land, das unter der Verschwendung von Ressourcen durch das neue Gold zu leiden hatte, Australien war, wo die zuvor blühende Landwirtschaft praktisch ruiniert wurde.

Cairnes I
John Elliott Cairnes
The Character and Logical Method of Political Economy. Dublin 1857, Reprint 2007

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Goldstandard Rothbard Rothbard II 160
Goldstandard/Rothbard: Abgesehen von ein paar Jahren während der kontinentalen Papierperiode der Amerikanischen Revolution, den Südsee- und Mississippi-Blasen des frühen 18. Jahrhunderts, den hyperinflationären Assignaten während der Französischen Revolution oder ein paar kurzen Aussetzungen der Spezies-Zahlung, hatte die Welt immer eine Form von Gold- oder Silberstandard. All diese Episoden waren zum Glück nur von kurzer Dauer, wenn auch mit katastrophalen Folgen. Doch nun, nach einer Weile, dämmerte es der britischen Öffentlichkeit, dass die Ära des inflationären Fiat-Papiers auf unbestimmte Zeit weitergehen würde. Großbritannien setzte auf unbestimmte Zeit die Zahlung von Bargeld aus, um der Bank of England und dem gesamten Bankensystem zu ermöglichen, das zuvor aufgeblähte System des fraktionierten Reserve-Bankwesens aufrechtzuerhalten und stark auszuweiten. >Zentralbank/Rothbard, >Inflation.
Rothbard II 190
Während des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts hatte England einen bimetallischen Standard, aber der offizielle Kurs bewertete Gold stets über und Silber unter dem Weltmarktpreis. Infolgedessen hatte Großbritannien lange Zeit de facto einen Goldstandard. Die Diskussion während der Restriktionsperiode wurde dadurch erschwert, dass es den Briten in diesen beiden Jahrhunderten verboten war, britische Gold- oder Silbermünzen oder daraus geschmolzenes Barrengeld auszuführen. Die Ausfuhr ausländischer Münzen oder Goldbarren war zwar legal, aber wichtiger ist die Tatsache, dass das Ausfuhrverbot durch umfangreichen Schmuggel in der Regel aufgehoben wurde. >Bullionismus, >Geld.
Rothbard II 228
Goldstandard/Inflation/Rothbard: Der Boom und die Krise von 1825 erteilten nachdenklichen Analysten der Währungs- und Wirtschaftsszene eine traumatische Lektion. Denn diese dramatischen Ereignisse zeigten, dass der Goldstandard, so wichtig er als Kontrolle der Geld- und Bankeninflation auch war, nicht ausreichte: Bankzusammenbrüche und Boom- und Bust-Zyklen konnten und würden immer noch auftreten. Es bedurfte also noch etwas anderes, um das Versprechen der Bullionisten einzulösen; etwas, das über den Goldstandard hinausging, um die Übel des Boom-and-Bust und des fraktionierten Reservebankwesens zu bekämpfen. Die konkreteste und unmittelbarste Reaktion auf die Panik von 1825 war der Beschluss der Regierung, Banknoten in kleinen Stückelungen (...) zu verbieten, eine Maßnahme, die selbst der kreditbefürwortende Adam Smith befürwortet hatte. Auf diese Weise würde die Öffentlichkeit zumindest für diese beliebten und weit verbreiteten kleinen Stückelungen nur noch Spekulatius als Geld verwenden.
Schottland: Auf politischen Druck der schottischen Tories wurde für Schottland eine Ausnahme von diesen Reformen erreicht. Erstens gab es in Schottland bereits Aktienbanken, und, was noch wichtiger war, Schottland war lange Zeit ein Sumpf der Inflationierung von kleinen Banknoten gewesen. Selbst nach der Wiedereinführung des Goldstandards im Jahr 1821 gab es in Schottland in der Praxis keinen Goldstandard.
Rothbard II 246
Goldstandard/Rothbard: Der Goldstandard war seit den 1820er Jahren der vereinbarte Konsens aller Parteien, und seit der Rückkehr zum Gold waren die Angriffe eingefleischter Etatisten und Inflationisten wie der Attwood-Brüder aus Birmingham abgeebbt. Doch jetzt, unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise, tauchten die Agitation gegen Fiat-Papiere und andere inflationistische Bedrohungen des Goldstandards wieder auf.
Rothbard II 247
Gemini-Briefe: Der einflussreichste dieser Ausbrüche des Birmingham-Inflationismus waren die Gemini Letters, die von Thomas B. Wright und John Harlow aus Birmingham anonym veröffentlicht wurden (...). Das Gemini-Plädoyer war ein reiner, proto-keynesianischer Inflationismus: Die Regierung sollte nicht konvertierbares Papiergeld in ausreichender Menge ausgeben, um die Kaufkraft der Verbraucher zu stimulieren und Vollbeschäftigung zu gewährleisten. Außerdem sollte die Staatsverschuldung weginflationiert werden. Wie Wright und Harlow es ausdrücken:
Der richtige Plan, so scheint es uns, besteht darin, die Kapazität des Verbrauchers zu erhöhen, indem man hohe Löhne und üppige Gewinne sichert und auf diese Weise die festen nationalen Verpflichtungen des Volkes erleichtert... Die einzige Beschränkung, die sie der Ausgabe von Papiergeld auferlegen würden, wäre der Grad des Wohlstands, den die unterschiedliche Menge an Ausgaben erzeugen würde...(1)
Rothbard: Die Bedrohung des Goldes wurde durch eine erneute Agitation zur Abschaffung des Goldes zugunsten eines bimetallischen Gold-Silber-Standards verstärkt.
Ungeachtet der Tatsache, dass der Bimetallismus in der Praxis nie funktioniert (da das Gresham'sche Gesetz das unterbewertete Metall aus dem Verkehr zieht und das überbewertete fördert), fanden die Silberbefürworter im Bimetallismus einen Weg, die Geldinflation zu unterstützen und gleichzeitig Edelmetalle als Geld respektabel zu halten. Die Silberbefürworter begannen daher mit
Rothbard II 248
einem Kern aus der Fiat-Papier-Gruppe, darunter Spooner, Matthias Attwood, George Muntz und Henry Burgess, und fügten zahlreiche Bankiers und Geschäftsleute hinzu, wie Richard Page, Henry W. Hobhouse (...). >Währung/Rothbard.

1. Thomas B. Wright and John Harlow. 1844. The Currency Question: The Gemini Letters.



Rothbard III 1017
Goldstandard/Rothbard: Wenn die Regierung den Goldstandard aufhebt, werden die Noten der Zentralbank zum gesetzlichen Zahlungsmittel und praktisch zum Standardgeld. Sie kann dann unmöglich scheitern, und das beseitigt natürlich praktisch die Beschränkungen für ihre Kreditexpansion. >Kreditausweitung/Rothbard.
Externer Abfluss: Solange ein Land in irgendeiner Weise „auf dem Goldstandard“ ist, müssen die Zentralbank und das Bankensystem einen externen Abfluss von Spezies befürchten, sollte die Inflation zu groß werden. Interner Abfluss: Bei einem uneingeschränkten Goldstandard muss sie sich auch um einen internen Abfluss sorgen, der sich aus der Nachfrage derjenigen ergibt, die die Banken nicht nutzen. Eine Verschiebung des öffentlichen Geschmacks von Einlagen zu Banknoten wird die Geschäftsbanken in Verlegenheit bringen, nicht jedoch die Zentralbank. Die eifrige Propaganda für die Annehmlichkeiten des Bankwesens hat jedoch die Zahl derer, die die Banken nicht nutzen, auf einige wenige Unzufriedene reduziert. Infolgedessen wird die Kreditausweitung jetzt nur noch von außen begrenzt.
Die Politik der Regierung: Die Regierungen sind natürlich immer bestrebt, alle Kontrollen ihrer Befugnisse zur Förderung der Geldmengenausweitung zu beseitigen.
Geldmenge: Eine Möglichkeit, die externe Bedrohung zu beseitigen, besteht darin, die internationale Zusammenarbeit zu fördern, so dass alle Regierungen und Zentralbanken ihre Geldmenge in einem einheitlichen Tempo ausweiten.
Inflation: Die „ideale“ Voraussetzung für eine unbegrenzte Inflation ist natürlich ein weltweites Fiat-Papiergeld, das von einer weltweiten Zentralbank oder einer anderen staatlichen Behörde ausgegeben wird.
Fiat-Geld: Reines Fiat-Geld auf nationaler Ebene würde fast genauso gut funktionieren, aber dann käme es zu der peinlichen Situation, dass die nationalen Währungen gegenüber anderen Währungen an Wert verlieren und Importe viel teurer werden.

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Grundbegriffe Lorenzen Thiel I 80
Formelsprache der Logik/Protologik/Lorenzen: Paul Lorenzen: "protologischer Ansatz": Regelsystem zur Herstellung von aus 0 und + linear zusammengesetzten Figuren "A" vertrete als schematischer Buchstabe derartige Figuren): Regeln:
(1) > +
(2) A > A 0 (3) A > + A +.

nach diesem "Kalkül" ist z.B. die Figur ++00+ herstellbar: (1), 2 mal (2), dann (3).
I 80/81
Jede herstellbare Figur muss entweder rechts ein 0 oder links ein + haben. Testfigur 0++ geht daher nicht. Führten wir die Zusatzregel:
(4) A > 0 A +

hinzu, würde sie herstellbar. Dagegen würde folgende Regel keine neuen Figuren ermöglichen:

(5) A > + + A.

Das nennt man "Überflüssigkeit" (in der Metamathematik "Zulässigkeit").
Solche Regelsysteme können auch als "operative Logik" bezeichnet werden.
I 83
Sie können der Einführung von Junktoren dienen (I 82 Bsp v) Protologik liegt demnach noch vor der Logik. >Logik, >Dialogische Logik, >Regeln, >Regelsysteme, vgl. >Axiome, >Axiomensysteme, >Junktoren.

Lorn I
P. Lorenzen
Constructive Philosophy Cambridge 1987

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Hegel Gadamer I 349
Hegel/Dialektik/Gadamer: Die Kritik, die gegen [die] Philosophie der absoluten Vernunft von den mannigfachsten Positionen aus durch die Kritiker Hegels geübt worden ist, kann sich vor der Konsequenz der totalen dialektischen Selbstvermittlung, wie sie Hegel insbesondere in seiner Phänomenologie, der Wissenschaft vom erscheinenden Wissen, beschrieben hat, nicht behaupten.
Vgl. >Reflexion/Hegel.
VsHegel/Gadamer: Dass der andere nicht als das vom reinen Selbstbewusstsein umfasste Andere meiner selbst, sondern als der andere, als Du, erfahren werden müsse, dieser Prototyp aller Einwände gegen die Unendlichkeit der Hegelschen Dialektik, trifft ihn nicht im Ernst.
Siehe als Beispiel: >Anerkennung/Hegel.
HegelVsVs/Gadamer: Die Polemik gegen den absoluten Denker ist selber ohne Position. Der archimedische Punkt, die Hegelsche Philosophie aus den Angeln zu heben, kann in der Reflexion nie gefunden werden.
>Absolutheit/Hegel.
Das gerade macht die formale Qualität der Reflexionsphilosophie aus, dass es keine Position geben kann, die nicht in die Reflexionsbewegung des zu sich selbst kommenden Bewusstseins einbezogen ist.
Das Pochen auf die Unmittelbarkeit - sei es die der leiblichen Natur, sei es die des Ansprüche stellenden Du, sei es die der undurchdringlichen Tatsächlichkeit des geschichtlichen Zufalls oder die der Realität der Produktionsverhältnisse - hat sich immer schon selbst widerlegt, sofern es selber kein unmittelbares Verhalten, sondern ein reflektierendes Tun ist.

I 375
Hegel/Dialektik/Gadamer: Die Ursprünglichkeit des Gesprächs als des Bezugs von Frage und Antwort zeigt sich aber selbst noch in einem so extremen Fall, wie ihn die Hegelsche Dialektik als philosophische Methode darstellt. Die Totalität der Gedankenbestimmungen zu entfalten, wie es das Anliegen von Hegels Logik war, ist gleichsam der Versuch, im großen Monolog der neuzeitlichen „Methode“ das Sinnkontinuum zu umgreifen, dessen je partikulare Realisierung das Gespräch der Sprechenden leistet. Wenn Hegel sich die Aufgabe stellt, die abstrakten Gedankenbestimmungen zu verflüssigen und zu begeisten (sic), so heißt das, die Logik in die Vollzugsform der Sprache, den Begriff in die Sinnkraft des Wortes, das fragt und antwortet, zurückzuschmelzen – eine noch im Misslingen großartige Erinnerung an das, was Dialektik eigentlich war und ist. Hegels Dialektik ist ein Monolog des Denkens, der vorgängig leisten möchte, was in jedem echten Gespräch nach und nach reift. >Dialektik, >Dialektik/Hegel, >G.W.F. Hegel.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Holismus Danto I 144
Empirismus: Der Empirismus führt zum "Totalismus": Eine Verfikation Satz für Satz ist nicht möglich, es gibt keine Grenze zwischen Definition und Erfahrung. >Atomsätze, >Empirismus, >Verifikation, vgl. >Protokollsätze.
Holismus: Der Holismus verfährt nicht Satz-für-Satz.
I 144
Sogar der Unterschied zwischen dem, was mittels Definition, und dem, was durch Entsprechung mit der Erfahrung wahr ist, ist selbst nicht einfach durch irgend eine Satz-für-Satz-Untersuchung zu ermitteln. >Erfahrung, >Messen, >Überprüfung, >Definitionen, >Definierbarkeit, >Wahrheit.

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Identität Millikan I 187
Identität/Stabilisierungsfunktion/Millikan: notwendig identifizierende Kennzeichnungen können drei verschiedene Identifizierungsfunktionen haben. 1. Um bekannte Referenten in die Diskussion einzuführen.
2. Neue Referenten einführen
3. Manchmal sind notwendig identifizierende Kennzeichnungen auch rein beschreibend: Bsp „John ist der größte Junge in der Familie“ drückt keine Identität aus!
>Identifikation/Millikan.
I 197
Identitätsaussage/Identitätssatz/Identitätsbehauptung/Abbildung/Millikan: Angenommen, „A“ und „B“ sind einzelnen Wörter. Muss der Satz „A ist B“ dann irgendetwas abbilden um seine Stabilisierungsfunktion auszuüben? Stabilisierungsfunktion: nach den Stabilisierungsfunktionen der niedrigsten Typen sind „A“ und „B“ referentielle Terme.
Wahrheit: die Identitätsaussage ist wahr, wenn diese referentiellen Typen denselben Referenten haben.
>Referenz.
R: sei dieser (gemeinsame) Referent.
Problem: bilden „A“ und „B“ hier auf eine Tatsache ab, die „R“ als eine Variante hat?
Intentionale Icon/Millikan: wenn „A ist B“ ein intentionales Icon ist, hat es
Zwei Varianten, „A“ und „B“ und
Eine Invariante „___ist ___“.
Intentionales Icon: wenn die Identitätsaussage ein intentionales Icon einer Tatsache ist, muss sie zwei Varianten und eine Invariante enthalten.
Tatsache/logische Form/Problem: welcher triadischen Tatsache (world affair) die R als Variante enthält, sollte „A ist B“ entsprechen?
>Tatsache/Millikan.
Identität/Relation/Tradition/Millikan: manchmal wird Identität als zweistellige Relation gedacht, die ein Ding zu sich selbst und zu nichts anderem hat.
Zwei-stellig/Relation/Millikan: Identität so zu denken, heißt, sie als eine Variante (Variable) innerhalb eines triadischen Weltzustands zu denken,
Monadische Relation/Millikan: ist einfach eine Eigenschaft.
Identität: wenn sie eine Variante (Variable) eines Weltzustands sein soll, muss sie eine einfache Eigenschaft sein: Selbst-Identität.
Problem: „„A ist B“ hat zwei Varianten und eine Invariante. Es kann aber kein intentionales Icon des dyadischen Weltzustands geben, das einfach in Rs Selbstidentität besteht.
I 197
Identität/Relation/Eigenschaft/Millikan: Wenn Identität keine Relation sein soll, müsste sie eine Eigenschaft sein. Eigenschaft kann sie nur sein, wenn es auch eine gegenteilige Eigenschaft gibt. Problem: was sollte das Gegenteil von Selbstidentität sein? „Selbstverschiedenheit“?
Identität/Millikan: ist überhaupt keine Eigenschaft. Genauso wenig wie „Oderheit“ oder „Undheit“ eine Eigenschaft ist.
Selbstidentität/Millikan: was wäre es für ein Ding, nicht selbstidentisch zu sein?
Selbstidentität/Repräsentation/Millikan: die Identität eines Dings mit sich selbst wird reflektiert in Repräsentationen des Dings nicht durch die Artikuliertheit der Repräsentation, sondern nur, insofern dasselbe durch dasselbe repräsentiert wird.
I 240
Identität/Millikan: der Ontologie der Identität müssen wir noch eine Erkenntnistheorie der Identität hinzufügen.
I 257
Identität/Substanz/Millikan: These: die Identität oder Selbigkeit einer Substanz impliziert die natürlich notwendige Zurückweisung konträrer Eigenschaften. Damit ist Identität ein strukturiertes natürliches Phänomen.
I 258
Identität/Millikan: ist keine Relation zwischen einem Ding und ihm selbst. Sie bildet nicht einen Weltzustand mit einem Referenten ab, sondern sie bilden eine Relation ab zwischen der reproduktiv festgelegten Familie von „A“ und von „B“, wobei diese Familien Protoreferenten und keine repräsentierten Referenten sind.
I 264
Def Selbstidentität/Selbst-Identität/Selbigkeit/Identität/Naturalismus/Millikan: These: die Selbigkeit eines Individuums wird konstituiert zum Teil durch die natürliche Notwendigkeit dass es alle dieselben Eigenschaften hat, die es hat. Das ist keine „begriffliche Wahrheit“, sondern eine Theorie über die Natur der Identität. („Naturalistische Sicht“, statt einer „logischen Sicht“). Millikan: das ist aber keine Reduktion der Identität eines Individuums auf etwas anderes.
Bsp die Identität eines Individuums qua Selbigkeit, die eine Variabilität verschiedener Eigenschaften hat, wird nicht reduziert oder erklärt durch diese Sicht –
Identität/logische Form/Millikan: die Identität selbst wird repräsentiert als Aussagen der Form: „Px und Sx und Rx“.
Reduktion: (eines Individuums) wäre nur möglich, wenn man eine Ontologie hätte, die nur Eigenschaften anerkennt, keine Kategorie von Individuen.
Identität/Naturalismus/Millikan: wenn die naturalistische Sicht der Identität richtig ist, dann ist die Entdeckung, dass ein bestimmtes gegebenes Individuum existiert wie die Entdeckung, dass ein bestimmtes Naturgesetz gilt! Wenn ein Naturgesetz existiert, gibt es eine entsprechende Regularität in der Natur.
((s): MillikanVsuninstantiierte Naturgesetze)
Problem. eine beobachtete Regularität garantiert noch nicht, dass ein NG im Spiel ist.
Problem: auch die Entdeckung einer Übereinstimmung aller Eigenschaften garantiert noch nicht, dass es sich um ein und dasselbe Individuum handelt. Das Zusammenfallen von Eigenschaften, könnte durch Zufall zustande kommen.
Das ist aber extrem abstrakt und hat noch keine interessanten Konsequenzen, es sei den
1. wir müssen es mit einer Theorie über die Identität von Eigenschaften verknüpfen und einer Theorie darüber, was es für ein Individuum ist, eine Eigenschaft zu haben.
2. die Theorie muss für alle Substanzen verallgemeinert werden. D.h. wie natürliche Arten und Materialien ebenfalls Eigenschaften haben können, ähnlich wie Individuen.
>Eigenschaft, >Prädikation.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Information Retrieval Norvig Norvig I 867
Information Retrieval/IR/Norvig/Russell: Information Retrieval (IR) ist die Aufgabe, Dokumente zu finden, die für den Informationsbedarf eines Benutzers relevant sind. Ein Information-Retrieval-System (IR-System) kann charakterisiert werden durch: 1. einen Korpus von Dokumenten. Jedes System muss entscheiden, was es als Dokument behandeln will: einen Absatz, eine Seite oder einen mehrseitigen Text.
2. Suchanfragen, die in einer Anfragesprache gestellt werden. Eine Suchanfrage gibt an, was der Benutzer wissen möchte. Die Anfragesprache kann einfach eine Liste von Wörtern sein, wie z.B. [KI-Buch] oder sie kann eine Phrase von Wörtern angeben, die nebeneinander stehen müssen, wie z.B. ["KI-Buch"], sie kann Boolesche Operatoren enthalten, wie z.B. [KI UND Buch]; sie kann nicht-boolesche Operatoren enthalten, wie z.B. [KI-NÄHE Buch] oder [KI-Buch-Webseite: www.aaai.org].
3. eine Ergebnismenge. Dies ist die Teilmenge von Dokumenten, die das IR-System als relevant für die Anfrage erachtet. Mit "relevant" meinen wir, dass sie für die Anfrage stellende Person, für den in der Anfrage ausgedrückten besonderen Informationsbedarf wahrscheinlich von Nutzen sind.
4. eine Präsentation der Ergebnismenge. Diese kann so einfach wie eine Rangliste von Dokumententiteln oder so komplex wie eine rotierende Farbkarte der Ergebnismenge sein, die auf einen dreidimensionalen Raum projiziert und als zweidimensionale Anzeige dargestellt wird.
Die frühesten IR-Systeme arbeiteten mit einem booleschen Schlüsselwortmodell. Jedes Wort in der Dokumentensammlung wird als boolesches Merkmal behandelt, das "wahr" ist, wenn es im Dokument auftaucht und "falsch" wenn das Wort im Dokument nicht vorkommt.
Norvig I 868
VsBoolean-Modell: Probleme: Erstens ist der Grad der Relevanz eines Dokuments ein einziges Bit, so dass es keine Anleitung gibt, wie man die relevanten Dokumente für die Präsentation anordnet. Zweitens sind boolesche Ausdrücke für Benutzer, die keine Programmierer oder Logiker sind, unbekannt. Drittens kann es selbst für einen geübten Benutzer schwierig sein, eine geeignete Suchanfrage zu formulieren. Die Lösung: Die meisten IR-Systeme haben das Boolesche Modell aufgegeben und verwenden Modelle, die auf der Statistik der Wortzahlen basieren. Eine Bewertungsfunktion verarbeitet ein Dokument und eine Anfrage und gibt dafür eine numerische Punktzahl zurück; die relevantesten Dokumente haben die höchsten Punktzahlen.
Relevanz/Gewicht: Drei Faktoren beeinflussen das Gewicht eines Suchbegriffs: Erstens die Häufigkeit, mit der ein Suchbegriff in einem Dokument erscheint (auch bekannt als TF für Term-Frequency, dt. Häufigkeit). Für die Suchanfrage [Landwirtschaft in Kansas] erhalten Dokumente, die "Landwirtschaft" häufig erwähnen, höhere Punktzahlen. Zweitens, die inverse Dokumenthäufigkeit des Begriffs oder IDF. Das Wort "in" taucht in fast jedem Dokument auf, hat also eine hohe Dokumenthäufigkeit und damit eine niedrige inverse Dokumenthäufigkeit und ist daher für die Abfrage nicht so wichtig wie "Landwirtschaft" oder "Kansas". Drittens, die Länge des Dokuments. In einem Dokument mit einer Million Wörtern werden wahrscheinlich alle Wörter der Suchanfrage erwähnt, aber möglicherweise geht es nicht wirklich um die eigentliche Suchanfrage. Ein kurzes Dokument, in dem alle Wörter erwähnt werden, ist ein viel zuverlässigerer Kandidat.
Norvig I 870
Verfeinerungen des IR: Eine übliche Verfeinerung ist ein besseres Modell für die Auswirkung der Dokumentlänge auf die Relevanz. Singhal et al. (1996)(1) stellten fest, dass einfache Schemata zur Normalisierung der Dokumentlänge dazu neigen, kurze Dokumente zu sehr und lange Dokumente nicht genug zu bevorzugen. Sie schlagen ein Pivot-Schema zur Normalisierung der Dokumentlänge vor; die Idee ist, dass der Pivot die Dokumentlänge ist, bei der die Normalisierung im alten Stil korrekt ist; Dokumente, die kürzer als diese sind, erhalten einen "Boost" und längere Dokumente eine Strafe. Stemming-Algorithmen (dt. Eindämmung): Die meisten IR-Systeme schreiben "COUCH" zu "couch" um. Dazu verwenden einige einen Stemming-Algorithmus, um "Couches" sowohl in der Suchanfrage als auch in den Dokumenten auf die Stammform "Couch" zu reduzieren. Dies führt in der Regel zu einem geringen Anstieg im Abruf (in der Größenordnung von 2% für Englisch). Es kann jedoch der Präzision schaden. Zum Beispiel wird die Verkürzung von "stocking" zu "stock" tendenziell die Präzision bei Fragen zu Fußbedeckungen oder Finanzinstrumenten verringern, obwohl sie die Abrufbarkeit bei Fragen zur Lagerhaltung verbessern könnte. Auf Regeln basierende Stemming-Algorithmen (z.B. "-ing" entfernen) können dieses Problem nicht vermeiden, aber auf Wörterbüchern basierende Algorithmen (Nichtentfernen von "-ing", wenn das Wort bereits im Wörterbuch aufgeführt ist) schon. Während "stemming" im Englischen einen kleinen Effekt hat, ist es in anderen Sprachen wichtiger.
Synomyme: Der nächste Schritt besteht darin, Synonyme zu erkennen, wie z.B. "Sofa" für "Couch". Wie beim "stemming" hat dies das Potenzial mehr Treffer in der Abrufaktion zu erzielen, kann aber die Präzision beeinträchtigen. Das Problem ist, dass "Sprachen absolute Synonyme verabscheuen, so wie die Natur ein Vakuum verabscheut" (Cruse, 1986)(2). ((s) Vgl. >Synonymie/Philosophische Theorien).
Metadaten: Als letzte Verfeinerung kann das IR verbessert werden, indem Metadaten berücksichtigt werden, d.h. Daten außerhalb des Textes des Dokumentes. Beispiele hierfür sind vom Menschen zur Verfügung gestellte Schlüsselwörter und Publikationsdaten. Im Web sind Hypertext-Links zwischen Dokumenten eine entscheidende Informationsquelle.
Norvig I 884
Geschichte: Der Bereich des Information Retrieval erfährt ein erneutes wachsendes Interesse, das durch die breite Nutzung der Internetsuche ausgelöst wurde. Robertson (1977)(3) gibt einen frühen Überblick und führt das Wahrscheinlichkeitsranking-Prinzip ein. Von Croft et al. (2009)(4) und Manning et al. (2008)(5) stammen die ersten Lehrbücher, die sowohl die webbasierte Suche als auch das traditionelle IR abdecken. Hearst (2009)(6) behandelt Benutzeroberflächen für die Websuche. Die TREC-Konferenz, die vom National Institute of Standards and Technology (NIST) der US-Regierung organisiert wird, veranstaltet einen jährlichen Wettbewerb für IR-Systeme und veröffentlicht einen Tagungsband mit den Ergebnissen. In den ersten sieben Jahren des Wettbewerbs verdoppelte sich die Leistung des IR ungefähr. Das beliebteste Modell für IR ist das Vektorraummodell (Salton et al., 1975)(7). Saltons Arbeit dominierte die frühen Jahre des Fachgebiets. Es gibt zwei alternative probabilistische Modelle, eines von Ponte und Croft (1998)(8) und eines von Maron und Kuhns (1960)(9) und Robertson und Sparck Jones (1976)(10). Lafferty und Zhai (2001)(11) zeigen, dass die Modelle auf derselben gemeinsamen Wahrscheinlichkeitsverteilung basieren, dass aber die Wahl des Modells Auswirkungen auf das Training der Parameter hat. Craswell et al. (2005)(12) beschreiben die BM25-Scoringfunktion. Svore und Burges (2009)(13) beschreiben hingegen, wie BM25 mit einem maschinellen Lernansatz verbessert werden kann, der Klickdaten - Beispiele früherer Suchanfragen und die Ergebnisse, auf die geklickt wurde - einbezieht. Brin und Page (1998)(14) beschreiben den PageRank-Algorithmus und die Implementierung einer Web-Suchmaschine. Kleinberg (1999)(15) beschreibt den HITS-Algorithmus. Silverstein et al. (1998)(16) untersuchen ein Protokoll von einer Milliarde Web-Suchanfragen. Die Zeitschrift Information Retrieval und die Vorgänge der jährlichen SIGIR-Konferenz behandeln die jüngsten Entwicklungen auf diesem Gebiet.

1. Singhal, A., Buckley, C., and Mitra, M. (1996). Pivoted document length normalization. In SIGIR-96,
pp. 21–29.
2. Cruse, D. A. (1986). Lexical Semantics. Cambridge University Press. 3. Robertson, S. E. (1977). The probability ranking principle in IR. J. Documentation, 33, 294–304.
4. Croft, B., Metzler, D., and Stroham, T. (2009). Search Engines: Information retrieval in Practice.
Addison Wesley.
5. Manning, C., Raghavan, P., and Schütze, H. (2008). Introduction to Information Retrieval. Cambridge University Press.
6. Hearst,M. A. (2009). Search User Interfaces. Cambridge University Press.
7. Salton, G., Wong, A., and Yang, C. S. (1975). A vector space model for automatic indexing. CACM,
18(11), 613–620.
8. Ponte, J. and Croft, W. B. (1998). A language modeling approach to information retrieval. In SIGIR-98, pp. 275–281. 9. Maron, M. E. and Kuhns, J.-L. (1960). On relevance, probabilistic indexing and information retrieval.
CACM, 7, 219–244.
10. Robertson, S. E. and Sparck Jones, K. (1976). Relevance weighting of search terms. J. American Society for Information Science, 27, 129–146. 11. Lafferty, J. and Zhai, C. (2001). Probabilistic relevance models based on document and query generation. In Proc. Workshop on Language Modeling and Information Retrieval.
12. Craswell, N., Zaragoza, H., and Robertson, S. E. (2005). Microsoft Cambridge at trec-14: Enterprise track. In Proc. Fourteenth Text Retrieval Conference.
13. Svore, K. and Burges, C. (2009). A machine learning approach for improved bm25 retrieval. In
Proc. Conference on Information Knowledge Management.
14. Brin, S. and Page, L. (1998). The anatomy of a large-scale hypertextual web search engine. In Proc.
Seventh World Wide Web Conference.
15. Kleinberg, J. M. (1999). Authoritative sources in a hyperlinked environment. JACM, 46(5), 604–632.
16. Silverstein, C., Henzinger, M., Marais, H., and Moricz,M. (1998). Analysis of a very large altavista
query log. Tech. rep. 1998-014, Digital Systems Research Center.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Information Retrieval Russell Norvig I 867
Information Retrieval/IR/Norvig/Russell: Information Retrieval (IR) ist die Aufgabe, Dokumente zu finden, die für den Informationsbedarf eines Benutzers relevant sind. Ein Information-Retrieval-System (IR-System) kann charakterisiert werden durch: 1. einen Korpus von Dokumenten. Jedes System muss entscheiden, was es als Dokument behandeln will: einen Absatz, eine Seite oder einen mehrseitigen Text.
2. Suchanfragen, die in einer Anfragesprache gestellt werden. Eine Suchanfrage gibt an, was der Benutzer wissen möchte. Die Anfragesprache kann einfach eine Liste von Wörtern sein, wie z.B. [KI-Buch] oder sie kann eine Phrase von Wörtern angeben, die nebeneinander stehen müssen, wie z.B. ["KI-Buch"], sie kann Boolesche Operatoren enthalten, wie z.B. [KI UND Buch]; sie kann nicht-boolesche Operatoren enthalten, wie z.B. [KI-NÄHE Buch] oder [KI-Buch-Webseite: www.aaai.org].
3. eine Ergebnismenge. Dies ist die Teilmenge von Dokumenten, die das IR-System als relevant für die Anfrage erachtet. Mit "relevant" meinen wir, dass sie für die Anfrage stellende Person, für den in der Anfrage ausgedrückten besonderen Informationsbedarf wahrscheinlich von Nutzen sind.
4. eine Präsentation der Ergebnismenge. Diese kann so einfach wie eine Rangliste von Dokumententiteln oder so komplex wie eine rotierende Farbkarte der Ergebnismenge sein, die auf einen dreidimensionalen Raum projiziert und als zweidimensionale Anzeige dargestellt wird.
Die frühesten IR-Systeme arbeiteten mit einem booleschen Schlüsselwortmodell. Jedes Wort in der Dokumentensammlung wird als boolesches Merkmal behandelt, das "wahr" ist, wenn es im Dokument auftaucht und "falsch" wenn das Wort im Dokument nicht vorkommt.
Norvig I 868
VsBoolean-Modell: Probleme: Erstens ist der Grad der Relevanz eines Dokuments ein einziges Bit, so dass es keine Anleitung gibt, wie man die relevanten Dokumente für die Präsentation anordnet. Zweitens sind boolesche Ausdrücke für Benutzer, die keine Programmierer oder Logiker sind, unbekannt. Drittens kann es selbst für einen geübten Benutzer schwierig sein, eine geeignete Suchanfrage zu formulieren. Die Lösung: Die meisten IR-Systeme haben das Boolesche Modell aufgegeben und verwenden Modelle, die auf der Statistik der Wortzahlen basieren. Eine Bewertungsfunktion verarbeitet ein Dokument und eine Anfrage und gibt dafür eine numerische Punktzahl zurück; die relevantesten Dokumente haben die höchsten Punktzahlen.
Relevanz/Gewicht: Drei Faktoren beeinflussen das Gewicht eines Suchbegriffs: Erstens die Häufigkeit, mit der ein Suchbegriff in einem Dokument erscheint (auch bekannt als TF für Term-Frequency, dt. Häufigkeit). Für die Suchanfrage [Landwirtschaft in Kansas] erhalten Dokumente, die "Landwirtschaft" häufig erwähnen, höhere Punktzahlen. Zweitens, die inverse Dokumenthäufigkeit des Begriffs oder IDF. Das Wort "in" taucht in fast jedem Dokument auf, hat also eine hohe Dokumenthäufigkeit und damit eine niedrige inverse Dokumenthäufigkeit und ist daher für die Abfrage nicht so wichtig wie "Landwirtschaft" oder "Kansas". Drittens, die Länge des Dokuments. In einem Dokument mit einer Million Wörtern werden wahrscheinlich alle Wörter der Suchanfrage erwähnt, aber möglicherweise geht es nicht wirklich um die eigentliche Suchanfrage. Ein kurzes Dokument, in dem alle Wörter erwähnt werden, ist ein viel zuverlässigerer Kandidat.
Norvig I 870
Verfeinerungen des IR: Eine übliche Verfeinerung ist ein besseres Modell für die Auswirkung der Dokumentlänge auf die Relevanz. Singhal et al. (1996)(1) stellten fest, dass einfache Schemata zur Normalisierung der Dokumentlänge dazu neigen, kurze Dokumente zu sehr und lange Dokumente nicht genug zu bevorzugen. Sie schlagen ein Pivot-Schema zur Normalisierung der Dokumentlänge vor; die Idee ist, dass der Pivot die Dokumentlänge ist, bei der die Normalisierung im alten Stil korrekt ist; Dokumente, die kürzer als diese sind, erhalten einen "Boost" und längere Dokumente eine Strafe. Stemming-Algorithmen (dt. Eindämmung): Die meisten IR-Systeme schreiben "COUCH" zu "couch" um. Dazu verwenden einige einen Stemming-Algorithmus, um "Couches" sowohl in der Suchanfrage als auch in den Dokumenten auf die Stammform "Couch" zu reduzieren. Dies führt in der Regel zu einem geringen Anstieg im Abruf (in der Größenordnung von 2% für Englisch). Es kann jedoch der Präzision schaden. Zum Beispiel wird die Verkürzung von "stocking" zu "stock" tendenziell die Präzision bei Fragen zu Fußbedeckungen oder Finanzinstrumenten verringern, obwohl sie die Abrufbarkeit bei Fragen zur Lagerhaltung verbessern könnte. Auf Regeln basierende Stemming-Algorithmen (z.B. "-ing" entfernen) können dieses Problem nicht vermeiden, aber auf Wörterbüchern basierende Algorithmen (Nichtentfernen von "-ing", wenn das Wort bereits im Wörterbuch aufgeführt ist) schon. Während "stemming" im Englischen einen kleinen Effekt hat, ist es in anderen Sprachen wichtiger.
Synomyme: Der nächste Schritt besteht darin, Synonyme zu erkennen, wie z.B. "Sofa" für "Couch". Wie beim "stemming" hat dies das Potenzial mehr Treffer in der Abrufaktion zu erzielen, kann aber die Präzision beeinträchtigen. Das Problem ist, dass "Sprachen absolute Synonyme verabscheuen, so wie die Natur ein Vakuum verabscheut" (Cruse, 1986)(2).
Vgl. >Synonymie/Philosophische Theorien.
Metadaten: Als letzte Verfeinerung kann das IR verbessert werden, indem Metadaten berücksichtigt werden, d.h. Daten außerhalb des Textes des Dokumentes. Beispiele hierfür sind vom Menschen zur Verfügung gestellte Schlüsselwörter und Publikationsdaten. Im Web sind Hypertext-Links zwischen Dokumenten eine entscheidende Informationsquelle.
Norvig I 884
Geschichte: Der Bereich des Information Retrieval erfährt ein erneutes wachsendes Interesse, das durch die breite Nutzung der Internetsuche ausgelöst wurde. Robertson (1977)(3) gibt einen frühen Überblick und führt das Wahrscheinlichkeitsranking-Prinzip ein. Von Croft et al. (2009)(4) und Manning et al. (2008)(5) stammen die ersten Lehrbücher, die sowohl die webbasierte Suche als auch das traditionelle IR abdecken. Hearst (2009)(6) behandelt Benutzeroberflächen für die Websuche. Die TREC-Konferenz, die vom National Institute of Standards and Technology (NIST) der US-Regierung organisiert wird, veranstaltet einen jährlichen Wettbewerb für IR-Systeme und veröffentlicht einen Tagungsband mit den Ergebnissen. In den ersten sieben Jahren des Wettbewerbs verdoppelte sich die Leistung des IR ungefähr. Das beliebteste Modell für IR ist das Vektorraummodell (Salton et al., 1975)(7). Saltons Arbeit dominierte die frühen Jahre des Fachgebiets. Es gibt zwei alternative probabilistische Modelle, eines von Ponte und Croft (1998)(8) und eines von Maron und Kuhns (1960)(9) und Robertson und Sparck Jones (1976)(10). Lafferty und Zhai (2001)(11) zeigen, dass die Modelle auf derselben gemeinsamen Wahrscheinlichkeitsverteilung basieren, dass aber die Wahl des Modells Auswirkungen auf das Training der Parameter hat. Craswell et al. (2005)(12) beschreiben die BM25-Scoringfunktion. Svore und Burges (2009)(13) beschreiben hingegen, wie BM25 mit einem maschinellen Lernansatz verbessert werden kann, der Klickdaten - Beispiele früherer Suchanfragen und die Ergebnisse, auf die geklickt wurde - einbezieht. Brin und Page (1998)(14) beschreiben den PageRank-Algorithmus und die Implementierung einer Web-Suchmaschine. Kleinberg (1999)(15) beschreibt den HITS-Algorithmus. Silverstein et al. (1998)(16) untersuchen ein Protokoll von einer Milliarde Web-Suchanfragen. Die Zeitschrift Information Retrieval und die Vorgänge der jährlichen SIGIR-Konferenz behandeln die jüngsten Entwicklungen auf diesem Gebiet.

1. Singhal, A., Buckley, C., and Mitra, M. (1996). Pivoted document length normalization. In SIGIR-96,
pp. 21–29.
2. Cruse, D. A. (1986). Lexical Semantics. Cambridge University Press. 3. Robertson, S. E. (1977). The probability ranking principle in IR. J. Documentation, 33, 294–304.
4. Croft, B., Metzler, D., and Stroham, T. (2009). Search Engines: Information retrieval in Practice.
Addison Wesley.
5. Manning, C., Raghavan, P., and Schütze, H. (2008). Introduction to Information Retrieval. Cambridge University Press.
6. Hearst,M. A. (2009). Search User Interfaces. Cambridge University Press.
7. Salton, G., Wong, A., and Yang, C. S. (1975). A vector space model for automatic indexing. CACM,
18(11), 613–620.
8. Ponte, J. and Croft, W. B. (1998). A language modeling approach to information retrieval. In SIGIR-98, pp. 275–281. 9. Maron, M. E. and Kuhns, J.-L. (1960). On relevance, probabilistic indexing and information retrieval.
CACM, 7, 219–244.
10. Robertson, S. E. and Sparck Jones, K. (1976). Relevance weighting of search terms. J. American Society for Information Science, 27, 129–146. 11. Lafferty, J. and Zhai, C. (2001). Probabilistic relevance models based on document and query generation. In Proc. Workshop on Language Modeling and Information Retrieval.
12. Craswell, N., Zaragoza, H., and Robertson, S. E. (2005). Microsoft Cambridge at trec-14: Enterprise track. In Proc. Fourteenth Text Retrieval Conference.
13. Svore, K. and Burges, C. (2009). A machine learning approach for improved bm25 retrieval. In
Proc. Conference on Information Knowledge Management.
14. Brin, S. and Page, L. (1998). The anatomy of a large-scale hypertextual web search engine. In Proc.
Seventh World Wide Web Conference.
15. Kleinberg, J. M. (1999). Authoritative sources in a hyperlinked environment. JACM, 46(5), 604–632.
16. Silverstein, C., Henzinger, M., Marais, H., and Moricz,M. (1998). Analysis of a very large altavista
query log. Tech. rep. 1998-014, Digital Systems Research Center.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Internationaler Zahlungsverkehr IWF Working Papers IMF II 8
Grenzüberschreitender Zahlungsverkehr/Krypto/IMF/Reslow/ Söderberg/Tsuda: Es gibt drei vorherrschende Modelle für die Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen: Korrespondenzbanken, geschlossene Kreisläufe und Aggregatoren. Es sind auch Mischformen möglich, z. B. ein geschlossener Kreislauf , der Korrespondenzbankbeziehungen nutzt, um seine Liquidität zu erhalten und Risiken zu steuern.
- Das Korrespondenzbankgeschäft ist eine der gängigsten Methoden zur Erleichterung grenzüberschreitender Zahlungen. Dabei nehmen zwei oder mehr Banken, die in der Regel in verschiedenen Ländern ansässig sind, Beziehungen auf, um grenzüberschreitende Transaktionen zu erleichtern. In dieser Beziehung fungiert eine Bank als Korrespondenzbank und erbringt Dienstleistungen für eine andere Bank, die antwortende Bank, manchmal unter Einschaltung zwischengeschalteter Banken. Die Respondenzbank nutzt die Dienste der Korrespondenzbank, um ihren Kunden grenzüberschreitende Zahlungen zu erleichtern.

- Ein geschlossener Kreislauf funktioniert innerhalb eines bestimmten Netzwerks, das in der Regel einem einzigen Unternehmen gehört, so dass der Zahler und der Zahlungsempfänger mit derselben Einrichtung interagieren - Beispiele hierfür sind Western Union, PayPal, Wise und Revolut. Die Zahlung wird innerhalb des Netzwerks abgewickelt, was einen schnellen und sicheren Geldtransfer zwischen Konten ermöglicht. Das geschlossene System kann grenzüberschreitende Zahlungen erleichtern, da es in mehreren Ländern vor Ort präsent ist oder über Vereinbarungen mit Banken oder Finanzinstituten in den Ländern verfügt, in denen die Zahlung gesendet oder empfangen wird.

- Grenzüberschreitende Zahlungen über Aggregatoren beziehen sich auf den Prozess, bei dem Zahlungsverkehrsdienstleister einen Dritten, den Aggregator, mit der Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen beauftragen - ein Beispiel hierfür sind VISA, MasterCard und Wise Platform. Diese Zahlungsaggregatoren bauen ein globales Netz auf und kommunizieren nicht direkt mit den Endnutzern, sondern mit den Zahlungsdienstleistern, die mit den Endnutzern interagieren. Die Aggregatoren nutzen in der Regel ein Korrespondenzbankennetz, um Zugang zu erhalten, können aber auch direkt an lokalen Finanzmarktinfrastrukturen (FMI) teilnehmen.

IMF II 14
Nexus-Projekt: Viele Zentralbanken untersuchen die Verwendung von Stellvertretern, manchmal auch Aliasnamen genannt, wie Telefonnummern, Spitznamen und E-Mail-Adressen, für die Adressierung von ZBH-Zahlungen im Inland. Die grenzüberschreitende Adressierung wäre wesentlich einfacher, wenn dieselben im Inland verwendeten Proxies auch für grenzüberschreitende Zahlungen verwendet werden könnten, da sie den Benutzern vertrauter sind.
IMF II 15
Tatsächlich wird dies im Nexus-Projekt bei der Verbindung von Schnellzahlungssystemen berücksichtigt, so dass Nexus dem Zahler die Möglichkeit gibt, das im System des Zahlungsempfängers verwendete Proxy-Format zu verwenden.(1) Im Nexus-Entwurf wird die Service-Level-Beschreibung - die unter anderem das Kontonummernformat und das Proxy-Format beschreibt - von jedem System gemeinsam genutzt, so dass der Zahler-/Zahlungsverkehrsdienstleister diese Informationen abrufen kann. Das Logbuch mit den Vollmachten müsste wahrscheinlich ausländischen Zahlungsverkehrsdienstleistern zur Verfügung gestellt werden, um die Adresse zu validieren und Compliance-Prüfungen durchzuführen. Die Initiierung einer grenzüberschreitenden CBDC-Zahlung mit nur einer Telefonnummer würde wahrscheinlich nicht den regulatorischen Anforderungen der meisten Länder entsprechen. Daher sollten die Zentralbanken die Verwendung von Proxys für eine vereinfachte Adressierung für den Endnutzer und Optionen für die Bereitstellung des vollständigen Adressbuchs für ausländische Zahlungsverkehrsdienstleister für Compliance-Prüfungen (z. B. für AML/CFT-Zwecke) in Betracht ziehen. Darüber hinaus ist für viele CBDC-Systeme die Authentifizierung von Benutzern über digitale ID-Systeme vorgesehen. Ein standardisierter digitaler ID-Rahmen für alle Länder wäre sicherlich von Vorteil, um eine effizientere Kommunikation und Nachrichtenübermittlung über Grenzen und Systeme hinweg zu ermöglichen.(2)

1. Das Nexus-Projekt wird vom BISIH Singapore Centre geleitet. 2022 wurde ein funktionierender Prototyp gebaut, um die Testsysteme dreier etablierter Instant-Payment-Systeme (IPS) zu verbinden: Das TARGET Instant Payment Settlement (TIPS)-System der Eurozone, das von der Bank of Italy im Auftrag des Eurosystems betrieben wird, die Echtzeit-Plattform für den Massenzahlungsverkehr (RPP) in Malaysia, die vom Payments Network
Malaysia (PayNet) betrieben wird, und das Zahlungssystem Fast and Secure Transfers (FAST) in Singapur, das von Banking Computer Services (BCS) betrieben wird. Das BISIH-Zentrum in Singapur arbeitet nun mit den Zentralbanken von Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Singapur und Thailand zusammen, um deren inländische Zahlungssysteme zu verbinden. Weitere Einzelheiten über Nexus finden Sie unter:
https://www.bis.org/about/bisih/topics/fmis/nexus.htm
2. Im Zusammenhang mit dem Informations- und Identitätsaustausch erforschen mehrere Zentralbanken Technologien zum Schutz der Privatsphäre (siehe z.B. Project Aurora und Project Aurum 2.0 des BIS Innovation Hub), die zeigen, dass die Kombination von Identifikatoren und Technologien zum Schutz der Privatsphäre sowohl eine effiziente Identifizierung aller Beteiligten als auch ein hohes Maß an Datenschutz gewährleisten kann.

IMF II
IMF Working Paper
André Reslow
Gabriel Söderberg,
Cross-Border Payments with Retail Central Bank Digital Currencies: Design and Policy Considerations IMF Fintech Note 2024/002 Washington, DC. 2024

IMF III
IMF Working Papers
Clemens Graf von Luckner
Robin Koepke,
Crypto as a Marketplace for Capital Flight. IMF Working Paper 24/133 Washington, DC. 2024

IMF IV
IMF Working Papers
Marco Pani
Rodolfo Maino,
“Could Digital Currencies Lead to the Disappearance of Cash from the Market? Insights from a ’Merchant-Customer’ Model.” IMF Working Paper WP/25/56 Washington, DC. 2025
Internet Benkler Benkler I 131
Internet/World Wide Web/Webseiten/Benkler: Die grundlegende Intuition und der Volksglaube, dass das Internet mehr Freiheit und globale Gerechtigkeit bringen wird, gibt es seit Anfang der 90er Jahre. Es war der grundlegende Glaube des Technikliebhabers, so wie die Schrecken von Cyberporn, Cyberkriminalität oder Cyberterrorismus die übliche katastrophale Angst des Technophoben waren. Die technophile Antwort erinnert an Behauptungen, die in der Vergangenheit für Strom, Radio oder Telegrafie aufgestellt wurden, und drückt das aus, was James Carey als "den Mythos des elektrischen Erhabenen" bezeichnete.
I 216
Das Internet ist [eine] wichtige Plattform für Werkzeuge, mit denen Einzelpersonen in der vernetzten Öffentlichkeit kommunizieren. Es ermöglicht ein breites Anwendungsspektrum, von einfachen statischen Webseiten über Blogs und verschiedene Social-Software-vermittelnden Plattformen für groß angelegte Konversationen (...) - wie Slashdot. Statische Webseiten sind das grundlegende Übertragungsmedium" des Einzelnen. Sie ermöglichen es jeder Person oder Organisation, grundlegende Texte, Klänge und Bilder über ihre Position zu präsentieren. Sie ermöglichen es kleinen NGOs, weltweit präsent und sichtbar zu sein. Sie ermöglichen es dem Einzelnen, Gedanken und Kommentare abzugeben. Sie ermöglichen die Erstellung einer umfangreichen, durchsuchbaren Datenbank mit Informationen, Beobachtungen und Meinungen, die zu niedrigen Kosten für jeden zugänglich ist, sowohl zum Lesen als auch zum Hineinschreiben. >Öffentlichkeit/Benkler, >Internet/Lessig, >Internet/Mozorov, >Internet/Zittrain.
Benkler I 370
Internet/Kommunikation/Benkler: Als technische und organisatorische Angelegenheit ermöglicht das Internet eine radikal vielfältigere Palette von Kommunikationsmodellen, als es jedes der Systeme des 20. Jahrhunderts zulässt. Es ermöglicht textuelle, akustische und visuelle Kommunikation. Es ermöglicht räumliche und zeitliche Asynchronität, wie bei E-Mails oder Webseiten, aber auch zeitliche Synchronität - wie bei IM, Online-Spieleumgebungen oder dem Voice over Internet Protocol (VoIP). Es kann sogar für die Kommunikation über Subkanäle in einem räumlich synchronen Kontext verwendet werden, z.B. in einem Meeting, in dem sich die Teilnehmer elektronische Notizen per E-Mail oder IM übermitteln. Da es immer noch sehr textuell ist, erfordert es mehr direkte Aufmerksamkeit als Radio, aber wie Print ist es hoch-multiplexfähig - sowohl zwischen der Nutzung des Internets und anderer Medien als auch zwischen den Internetnutzungen selbst.

Benkler I
Yochai Benkler
The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom New Haven 2007
Internet Bostrom I 60
Internet/Superintelligenz/Vernor Vinge/Bostrom: Was ist mit (...) der phantastischen Idee, dass das Internet eines Tages "aufwachen" könnte? Könnte das Internet etwas mehr werden als nur das Rückgrat einer lose integrierten kollektiven Superintelligenz - etwas mehr wie ein virtueller Schädel, in dem ein entstehender einheitlicher Super-Intellekt untergebracht ist? (Dies war einer der Wege, auf denen Superintelligenz entstehen konnte, so Vernor Vinge in seinem einflussreichen Essay von 1993, der den Begriff "technologische Singularität"(1) prägte. BostromVsVinge: Dagegen könnte man einwenden, dass maschinelle Intelligenz durch mühsames Engineering schwer genug zu erreichen ist, und dass es unglaubhaft ist, anzunehmen, dass sie spontan entsteht.
Internet/Bostrom: Eine plausiblere Version des Szenarios wäre, dass das Internet durch die Arbeit vieler Menschen über viele Jahre hinweg Verbesserungen akkumuliert - Arbeit an der Entwicklung besserer Such- und Informationsfilteralgorithmen, leistungsfähigerer Datenrepräsentationsformate, leistungsfähigerer autonomer Software-Agenten und effizienterer Protokolle, die die Interaktionen zwischen solchen Bots regeln - und dass unzählige inkrementelle Verbesserungen schließlich die Grundlage für eine einheitlichere Form der Web-Intelligenz schaffen.
Diese Art von Szenario konvergiert jedoch mit einem anderen möglichen Weg zur Superintelligenz, dem der >Artificial General Intelligence (...).
>Superintelligenz/Bostrom.

1. Vinge, Vernor. 1993. “The Coming Technological Singularity: How to Survive in the Post-Human Era.” In Vision-21: Interdisciplinary Science and Engineering in the Era of Cyberspace, 11–22. NASA Conference Publication 10129. NASA Lewis Research Center.

Bostrom I
Nick Bostrom
Superintelligence. Paths, Dangers, Strategies Oxford: Oxford University Press 2017
Internet Zittrain I 3
Internet/Zittrain: Die Zukunft, die sich gerade jetzt entfaltet, ist schon vergangen. Die Zukunft gehört nicht den generativen PCs, die an ein generatives Netzwerk angeschlossen sind. Stattdessen ist es eines der sterilen Geräte, die an ein Kontrollnetzwerk angebunden sind.
I 7
Der erste Teil des Buches beschreibt den Kampf zwischen den zentralisierten proprietären Netzwerken und dem Internet und einen entsprechenden Kampf zwischen spezialisierten Informationsgeräten wie intelligenten Schreibmaschinen und dem Allzweck-PC und zeigt die Qualitäten, die das Internet und den PC gewinnen ließen.
I 26
Internet/Zittrain: Die Gründung des Internets ist an eine Botschaft vom 29. Oktober 1969 gebunden. Es wurde von der UCLA nach Stanford durch Computer übertragen, die an den Prototyp "Interface Message Processors" (IMPs) angeschlossen waren. (1) Es gab damals wie heute eine Vielzahl anderer, nicht kompatibler Computersysteme - und das IMP wurde als eine Art, sie zu verbinden, konzipiert. (2) Die UCLA-Programmierer tippten "log" ein, um sich am Stanford-Computer anzumelden. Der Stanford-Computer stürzte nach dem zweiten Buchstaben ab und machte "lo" zur ersten Internetnachricht. Das Internet war von Anfang an anders ausgerichtet als die proprietären Netzwerke und ihr Ethos der Bündelung und Kontrolle. Seine Ziele waren in gewisser Weise bescheidener. Beim Aufbau des Netzes ging es nicht darum, den Kunden eine bestimmte Menge an Informationen oder Dienstleistungen wie Nachrichten oder Wetter anzubieten, für die das Netz notwendig, aber zufällig war. Vielmehr ging es darum, jede Person im Netzwerk mit jeder anderen zu verbinden. Es lag an den Leuten, die miteinander verbunden waren, herauszufinden, warum sie überhaupt in Kontakt bleiben wollten;
I 69
Ich habe diese Qualität des Internets und der traditionellen PC-Architektur als "Generativität" bezeichnet. Generativität ist die Fähigkeit eines Systems, unvorhergesehene Veränderungen durch ungefilterte Beiträge eines breiten und vielfältigen Publikums zu bewirken. Begriffe wie "Offenheit" und "frei" und "Gemeingut" evozieren Elemente davon, aber sie erfassen ihre Bedeutung nicht vollständig, und sie verdecken sie manchmal.
I 101
In einer Entwicklung, die an die alten Zeiten von AOL und CompuServe erinnert, ist es zunehmend möglich, einen PC als bloßes unintelligentes Terminal zu nutzen, um interaktiv, aber mit wenig Platz zum Basteln auf Websites zuzugreifen. ("Web 2.0" ist ein neues Schlagwort, das diese Migration von Anwendungen ins Internet zelebriert, die traditionell auf dem PC zu finden sind. Verwirrenderweise bezieht sich der Begriff auch auf das separate Phänomen der Zunahme von benutzergenerierten Inhalten und Indizes im Web - wie z.B. die Verwendung von Tags, die von einem Benutzer bereitgestellt wurden zur Kennzeichnung von Fotos. Neue Informationsgeräte, die an ihre Hersteller angebunden sind, einschließlich PCs und Websites, die in dieser Form umgestaltet wurden, sind verlockende Lösungen für frustrierte Verbraucher und Unternehmen. Keine dieser Lösungen, die allein stehen, ist schlecht, aber der Gesamtverlust wird enorm sein, wenn ihre Entstehung eine umfassende Verlagerung unseres Informationsökosystems weg von der Generativität darstellt. ((s) Für die Generativität siehe Terminologie/Zittrain.)
1. See ARPANET—The First Internet, http://livinginternet.com/i/ii_arpanet.htm (last visited June 1, 2007); IMP—Interface Message Processor, http://livinginternet.com/i/ii_imp.htm (last visited June 1, 2007).
2. See IMP—Interface Message Processor, supra note 25.

Zittrain I
Jonathan Zittrain
The Future of the Internet--And How to Stop It New Haven 2009
Internet Protocol Zittrain I 68
Internet Protocol/Zittrain: kabellose Internet Zugriffspunkte könnten von Außenstehenden ohne Änderungen am Internet Protocol entwickelt werden: Das Protokoll verkörperte so wenige Annahmen über die Art des verwendeten Mediums, dass ein drahtloser Betrieb keinen von ihnen verletzte. Die große Vielfalt der Möglichkeiten der physischen Verbindung wird durch die breite Basis einer Sanduhr dargestellt. In ähnlicher Weise haben die Verfasser des Internet Protocols nur wenige Annahmen über die endgültige Nutzung des Netzes getroffen. Sie stellten lediglich ein Schema für das Verpacken und Verschieben von Daten zur Verfügung, unabhängig von ihrem Zweck. Dieses Schema ermöglichte eine Vielzahl von Anwendungen aus allen interessierten und talentierten Quellen - vom Web über E-Mail und Instant Messenger bis hin zur Dateiübertragung durch Videostreaming. So ist auch die Oberseite der Sanduhr breit. Es ist nur die Mitte, die schmal ist und das Internet Protocol enthält, weil es so funktionsfrei wie möglich sein soll.

Zittrain I
Jonathan Zittrain
The Future of the Internet--And How to Stop It New Haven 2009
Interpretation Macpherson Gaus I 20
Interpretation/Macpherson/Marxismus/Ball: Eine besonders wichtige Marx'sche Interpretation von Schlüsselwerken der politischen Theorie ist C. B. Macphersons "The Political Theory of Possessive Individualism" (1962)(1). Mit "possessivem Individualismus" meint Macpherson die politische Theorie, die dazu dient, die Grundpfeiler des modernen Kapitalismus - wirtschaftliches Eigeninteresse und die Institution des Privateigentums - zu stützen und zu legitimieren. Er hält vor allem Hobbes und Locke für Ideologen und Apologeten des Kapitalismus avant la lettre. So hört beispielsweise Locke auf, der gute, graue, tolerante, proto-demokratische Denker zu sein, den wir zu kennen glaubten, und wird stattdessen zu einem außergewöhnlich klugen Propagandisten für die damals entstehende kapitalistische Ordnung. MacphersonVsLocke: Macpherson macht zum Beispiel viel aus Lockes Diskussion des Privateigentums im Zweiten Traktat der Regierung (1690)(2). Lockes Problem bestand darin, die Institution des Privateigentums zu rechtfertigen, zumal die Heilige Schrift sagt, dass Gott die Erde der ganzen Menschheit gegeben habe. Wie konnte dann ein Einzelner irgendeinen Teil dieses Gemeineigentums zu seinem eigenen machen? Locke antwortet auf die berühmte Frage, dass man den eigenen Teil vom Gemeingut trennt, indem man seine Arbeit mit ihm vermischt (...).
>Eigentum/Locke, >J. Locke.
Macpherson nimmt viel aus diesen Passagen, die er für einen Schlüsselpunkt in Lockes Rechtfertigung der kapitalistischen Akkumulation und der immer größeren Ungleichheiten des Reichtums hält (1962).
VsMacpherson: Macphersons Kritiker behaupten, dass es alles andere als das ist: dass Locke ein frommer Christ war, der tiefe Zweifel am Geld hatte (von dessen Liebe in der Heiligen Schrift gesagt wird, dass sie "die Wurzel allen Übels" sei); dass das Wort, das Locke in Paragraph 48 verwendet, nicht "Eigentum" ist - das, was rechtmäßig und von Rechts wegen Ihr Eigentum ist - sondern "Besitz" (was eine bloße Tatsache ohne moralische oder rechtliche Bedeutung ist: ein Dieb mag Ihre Brieftasche besitzen, aber es ist nicht rechtmäßig seine, d.h. sein Eigentum). Daher können wir höchstens zu dem Schluss kommen, dass Geld, und damit vermutlich auch das Kapital selbst, "eine menschliche Institution ist, über deren moralischen Status Locke zutiefst ambivalent war" (Dunn, 1984(4)).

1. Macpherson, C.B. The Political Theory of Possessive Individualism (1962).
2. Locke, J. Second Treatise of Government (1690).
3.Macpherson ebd. S. 03–11, 233–5
4. Dunn, John (1984) Locke. Oxford: Oxford University Press. S. 40

Ball, Terence. 2004. „History and the Interpretation of Texts“. In: Gaus, Gerald F. 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Intrinsisches Chalmers Schwarz I 226
Intrinsische Eigenschaften/Natur/Panpsychismus/Panprotopsychismus/Chalmers/Schwarz: Chalmers (Chalmers 2002(1)) macht sich eine Lücke zunutze: Ausgangspunkt ist eine Art Def Quidditismus: These: Unsere physikalischen Theorien beschreiben, wie physikalische Dinge und Eigenschaften sich zueinander verhalten; was sie sind, ihre intrinsische Natur, lassen sie aber im Dunkeln.
>Eigenchaften, >Naturgesetze, >Naturalismus, >Physik, >Erklärung.
Def Pan(proto)psychismus: These: Diese intrinsische Natur der Dinge und Eigenschaften ist mental. Bsp Was wir gleichsam von außen als Ladung –1 kennen, entpuppt sich von innen als Schmerz.
Vgl. >Zwei-Aspekte-Lehre, >Panpsychismus.
Wenn nun unser physikalisches Vokabular starr ist, (d.h. sich auch im Bereich von Modaloperatoren stets auf das bezieht, was bei uns die kausal strukturelle Rolle spielt (also auf Schmerz), dann implizieren die physikalischen Wahrheiten notwendig die mentalen, aber die Implikation braucht nicht a priori zu sein.
>Starrheit, >Referenz.
Problem: Die physikalischen Wahrheiten sind nicht hinreichend, um uns genau zu sagen, in welcher Situation wir uns befinden, vor allem was die intrinsische Natur der physikalischen Größen angeht.
Vgl. >Mögliche Welten, >Zwillingserde.

1. D. Chalmers [2002]: “Consciousness and its Place in Nature”. In D. Chalmers (Hg.) Philosophy of
Mind. Classical and Contemporary Readings, New York: Oxford University Press, 247–272

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Invarianz Thiel I 301
Def Skaleninvarianz/Thiel: Formgleichheit aller Strecken. Wegen der Skaleninvarianz sind die Größenaussagen der Geometrie immer nur solche über Größenverhältnisse. Aber diese müssen bei einem formentheoretischen Zugang erst einmal definiert werden. Insbesondere die Größengleichheit. (FregeVs: erst Gleichheit, dann Anzahl).
Da wir geometrische Formengleichheit erst nach der Bestimmung ausgezeichneter Formen in der Protogeometrie erklären konnten, liefert die Passungsgleichheit nicht die in der formentheoretischen Geometrie benötigte Größengleichheit (Kongruenz).
Diese kann verschieden definiert werden, z.B. für Strecken durch die Möglichkeit, beide durch eine Folge symmetrischer Dreiecke zu verbinden.
>Selbstähnlichkeit, >Kongruenz.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Klassifikation Linné Mayr I 187
Aufwärtsklassifikation/Mayr: Auch Linné selbst wendet ab 1770 Aufwärtsklassifikation an: sie ist besser geeignet; dabei werden Klassen unterschieden und dann in übergeordnete Gruppen zusammengefasst. Leider gibt es bei Linné keine strenge Methodik. Es fehlte eine theoretische Grundlage für die Rangordnung. >Ordnung, >Systeme, >Arten.
Mayr I 192
Linné: Eine typische Hierarchie zeichnet sich bei Linné dadurch aus, dass es keine Übergangstypen gibt. Große Diskontinuität. Bei Linné gibt es große Lücken zwischen den Taxa. Darwin: erzwingt Lücken zwischen ursprünglichen und abgeleiteten Taxa.
>Taxonomie.
I 200
Linné: binäre Nomenklatur. Gattungsname und artspezifischer Beiname. Jede Art hat einen einzigen "Typus"(Exemplar). VsLinné: Ein solcher "Typus" ist nicht besonders typisch für eine Art!
>Stereotype, >Prototypen.
Artbeschreibung/neu: Die Artbeschreibung basiert nicht ausschließlich auf dem Typus (Linné). Variabilität wird mitberücksichtigt
I 295
Linné zählt den Schimpansen zur Gattung Homo. >Arten/Linné.

Linné I
Carl von Linné
A general system of nature, through the three grand kingdoms of animals, vegetables, and minerals Charleston, SC 2009

Mayr I
Ernst Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Kognitive Architektur Matthews Corr I 403
Kognitive Architektur/Matthews: Unabhängig vom theoretischen Zweck ist die detaillierte Spezifikation der zugrunde liegenden Prozesse, die das Verhalten steuern, von zentraler Bedeutung für die kognitive Psychologie. Es geht von einer "virtuellen" kognitiven Architektur aus, die getrennt von der zugrunde liegenden neuronalen Architektur (z.B. Ortony, Norman und Revelle 2005)(1) spezifiziert werden kann. Individuelle Unterschiede in Aufmerksamkeit, Gedächtnis und anderen kognitiven Funktionen sind als eigenständige Attribute von Persönlichkeitsmerkmalen von Interesse. Die kognitiven Korrelate von Merkmalen sind mehr als nur Ausdruck neuronaler Funktionen; Vorurteile in der symbolischen Informationsverarbeitung können der Persönlichkeit innewohnen. >Aufmerksamkeit, >Selektive Aufmerksamkeit, >Gedächtnis, >Leistungsfähigkeit, >Informationsverarbeitung, >Persönlichkeit, >Charakterzüge, >W. Revelle.

1. Ortony, A., Norman, D. A. and Revelle, W. 2005. Affect and proto-affect in effective functioning, in J-M. Fellous and M. A. Arbib (eds.), Who needs emotions? The brain meets the robot, pp. 173–202. New York: Oxford University Press


Gerald Matthews, „ Personality and performance: cognitive processes and models“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Konstanten Genz II 327
Einheiten/Einheit/Naturgesetze/Konstanten/Naturkonstanten/Quantenmechanik/Relativitätstheorie/Genz: Die grundlegenden Einheiten für Länge, Masse und Zeit treten in den Naturgesetzen der Quantenmechanik und der Relativitätstheorie nur verdeckt als Naturkonstanten auf: c, Gravitationskonstante G, Plancksche Konstante h. >Naturkonstanten.
Zusammen können sie in eine Länge, eine Masse und eine Zeit umgerechnet werden und liefern bei Verzicht auf Zahlenfaktoren wie 2 oder 1023 die obigen Planckschen Einheiten.
Experiment/Genz: Experimente in der Nähe der Planckschen Zeit oder Länge gibt es nicht, wohl aber der Planckschen Masse, die seltsam groß ist. Sie entspricht ungefähr einem Staubkorn.
Frage: Wieso sind die Elementarteilchen so viel kleiner als die Planckmasse?
Lösung: Es gibt eine „laufende Kopplung“ von Quarks und Gluonen im Standardmodell. Von dem kleinen Wert der Plancklänge steigt die Kopplung äußerst langsam an und erreicht erst bei Abständen, die um den Faktor 1020 größer sind als die Plancklängenwerte, die die Existenz eines gebundenen Zustands von Quarks und Gluonen – eben das Proton – ermöglichen.
Proton/Genz: Für das Proton - und damit für alle starken Wechselwirkungen – ist die relevante Längenskala nicht die Planckskala, sondern die 1020-fache Längenskala der Quantenelektrochromodynamik (QCD).
II 328
Planckmasse/intuitiv/Genz: Die vermeintliche Riesigkeit der Planckmasse beschädigt die Vorstellung, dass alle physikalische Größen diskret sein sollten. Dichte/Genz: „schlimmer noch“: Wenn wir die Planckmasse in einer Plancklänge unterbringen wollen erhielten wir die 1093-fache Dichte von Wasser.

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
Kontext/ Kontextabhängigkeit Zittrain I 229
Kontext/Internet/Redefreiheit/Zittrain: Kontextualisierung legt nahe, dass das Ziel eines Informationssystems darin bestehen sollte, diejenigen, die in ihm charakterisiert sind, die Möglichkeit zu geben, das Bild, das durch einen einzigen Ausschnitt bereitgestellt wird, mit allen Informationen, Erklärungen oder Leugnungen, die sie sich denken können, zu ergänzen, was dann
I 230
hilft, das Dargestellte zu rahmen. Bürgerrechtler haben seit langem vorgeschlagen, dass die Lösung für schlechte Rede mehr Rede ist, während sie die Schwierigkeiten erkennen, die zweite Runde der Rede mit der ersten zu verbinden, ohne die Rechte des ersten Redners zu verletzen. [...] Dazu kommt die Sorge, dass der Nebel von Informationen, der von einem Free-for-all erzeugt wird, nicht dazu führt, dass die Menschen Fakten von Lügen unterscheiden können. Generative Netzwerke laden uns ein, Wege zu finden, diese Ansichten in Einklang zu bringen. Wir können Protokolle entwerfen, um diejenigen zu privilegieren, die online vorgestellt oder beschrieben werden, so dass sie ihren eigenen Rahmen in Verbindung mit ihren Darstellungen anbieten können. Dies entspricht möglicherweise nicht unseren Erwartungen an das Web: es kann für eine private Zeitung nützlich sein, ein Recht auf Erwiderung auf ihre Themen zu geben, aber ein solches Unternehmen würde schnell eine Beschwerde im Stil des ersten Änderungsantrags heraufbeschwören, wenn das Gesetz routinemäßige Rechte auf Erwiderung unter allen Umständen, außer unter den engsten, vorsehen würde.(2) Und viele von uns würden uns wünschen vielleicht über Holocaust-Leugner oder Rassisten zu diskutieren, ohne ihnen eine Plattform zu geben, um überhaupt eine Antwort ihrerseits zuzulassen. Joseph Nye von der Harvard Kennedy School hat vorgeschlagen, dass eine Website wie snopes.com eingesetzt werden könnte: ein Ort, den die Menschen nutzen würden, um die ganze Geschichte zu überprüfen, wenn sie etwas Skandalöses sehen, hier jedoch dekontextualisiert im Netz.(3)
>Falschinformation, >Fake news, >Soziale Medien, >Soziale Netzwerke, >Internet, >Internetkultur.

1. Siehe, z.B., RICHARD DELGADO & JEAN STEFANCIC, UNDERSTANDING WORDS THAT WOUND 207 (2004).
2. Diese Art der erzwungenen Rede wäre nicht beispiellos. Für einen Großteil des zwanzigsten Jahrhunderts zwang die Fairness-Doktrin der FCC Rundfunkanstalten, kontroverse Geschichten von öffentlichem Interesse zu verbreiten und gegensätzliche Standpunkte zu diesen Themen zu vertreten.
Siehe Steve Rendall, The Fairness Doctrine: How We Lost It and Why We Need It Back, EXTRA!, Jan./Feb. 2005, http://www.fair.org/index.php?page=2053. Under President Reagan, the FCC repealed this doctrine in 1987. Id. Trotz dieser administrativen Änderung hat der Oberste Gerichtshof den Ersten Verfassungszusatz konsequent so ausgelegt, dass er das Recht hat, nicht in einer Reihe von erzwungenen Redefällen zu sprechen.
Siehe , e.g., Keller v. State Bar of Cal., 496 U.S. 1 (1990) (dass Anwälte nicht gezwungen werden könnten, Anwaltsgebühren zu zahlen, um politische Botschaften zu unterstützen, mit denen sie nicht einverstanden waren.); Abood v. Detroit Bd. of Educ, 433 U.S. 915 (1977) (dass Lehrer nicht gezwungen werden können, Gewerkschaftsgebühren zu zahlen, um politische Botschaften zu unterstützen, mit denen sie nicht einverstanden waren)..
3. Posting of Joseph Nye to The Huffington Post, Davos Day 3: Internet Privacy and Reputational Repair Sites, http://www.huffingtonpost.com/joseph-nye/davos-day-3-inter-net-pri_b_39750.html (Jan. 26, 2007, 18:14 EST).

Zittrain I
Jonathan Zittrain
The Future of the Internet--And How to Stop It New Haven 2009
Kontrafaktisches Konditional Armstrong III 46
Kontrafaktisches Konditional/KoKo/Armstrong: Gesetzesaussagen (GA) unterstützen Kontrafaktische Konditionale (nicht umgekehrt). - Wenn die Gesetzesaussagen wahr sind, sind die Kontrafaktischen Konditionale wahr. - Feststellungen von Gleichförmigkeiten (GF) unterstützen keine Kontrafaktischen Konditionale. >Regularitäten, >Gesetzesaussagen. Bsp Wenn Proton P kein Proton sondern ein Elektron wäre, dann würde es von einem anderem Elektron E abgestoßen.
Armstrong:dagegen wäre absurd folgendes kontrafaktische Konditional: Wenn P kein Philosoph sondern ein Elektron wäre, dann würde er von einem Elektron abgestoßen.
ArmstrongVs: Mögliche Welten in denen das möglich ist, haben vielleicht andere physikalische Gesetze. >Mögliche Welten.
III 48
Gleichförmigkeiten/Regularitäten: unterstützen keine Kontrafaktischen Konditionale: dennoch: (Bsp Alle im Raum tragen eine Uhr) wenn zufällig ein a ausgewählt wird (der aktual nicht im Raum ist), wird er eine Uhr tragen. - Nur nicht, "Wenn er im Raum wäre, würde er eine Uhr tragen".
III 163ff
Kontrafaktisches Konditional: Vs "Meingonscher Sumpf", Vs "prekäre Ontologie".
Place II 64
Kontrafaktisches Konditional/Place: immer negativ: "Wenn nicht gewesen wäre..." liefert keinen empirischen Beweis. Universales kontrafaktisches Konditional: = Gesetzesaussage: positiv: "Wenn gewesen wäre..." ein empirischer Beweis ist möglich, der die Wahrheit des universalen kontrafaktischen Konditionals unterstützt.

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983

Place I
U. T. Place
Dispositions as Intentional States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place II
U. T. Place
A Conceptualist Ontology
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place III
U. T. Place
Structural Properties: Categorical, Dispositional, or both?
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place IV
U. T. Place
Conceptualism and the Ontological Independence of Cause and Effect
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place V
U. T. Place
Identifying the Mind: Selected Papers of U. T. Place Oxford 2004
Kontrafaktisches Konditional Place Armstrong III 46
Kontrafaktisches Konditional/KoKo/Armstrong: Gesetzesaussagen (GA) unterstützen Kontrafaktische Konditionale (nicht umgekehrt). - Wenn die Gesetzesaussagen wahr sind, sind die Kontrafaktischen Konditionale wahr. - Feststellungen von Gleichförmigkeiten (GF) unterstützen keine Kontrafaktischen Konditionale. >Regularitäten, >Gesetzesaussagen. Bsp Wenn Proton P kein Proton sondern ein Elektron wäre, dann würde es von einem anderem Elektron E abgestoßen.
Armstrong:dagegen wäre absurd folgendes kontrafaktische Konditional: Wenn P kein Philosoph sondern ein Elektron wäre, dann würde er von einem Elektron abgestoßen.
ArmstrongVs: Mögliche Welten in denen das möglich ist, haben vielleicht andere physikalische Gesetze. >Mögliche Welten.
Armstrong III 48
Gleichförmigkeiten/Regularitäten: unterstützen keine Kontrafaktischen Konditionale: dennoch: (Bsp Alle im Raum tragen eine Uhr) wenn zufällig ein a ausgewählt wird (der aktual nicht im Raum ist), wird er eine Uhr tragen. - Nur nicht, "Wenn er im Raum wäre, würde er eine Uhr tragen".
Armstrong III 163ff
Kontrafaktisches Konditional: Vs "Meingonscher Sumpf", Vs "prekäre Ontologie".
Place II 64
Kontrafaktisches Konditional/Place: immer negativ: "Wenn nicht gewesen wäre..." liefert keinen empirischen Beweis. Universales kontrafaktisches Konditional: = Gesetzesaussage: positiv: "Wenn gewesen wäre..." ein empirischer Beweis ist möglich, der die Wahrheit des universalen kontrafaktischen Konditionals unterstützt.

Place I
U. T. Place
Dispositions as Intentional States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place II
U. T. Place
A Conceptualist Ontology
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place III
U. T. Place
Structural Properties: Categorical, Dispositional, or both?
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place IV
U. T. Place
Conceptualism and the Ontological Independence of Cause and Effect
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place V
U. T. Place
Identifying the Mind: Selected Papers of U. T. Place Oxford 2004

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
Korrespondenztheorie Ayer I 291
VsKorrespondenztheorie: Protokollsätze als Basissätze zu privilegieren ist ein Fehler, da stillschweigend fälschlich vorausgesetzt wird, dass Basissätze Tatsachen wiedergäben. >Protokollsatz, >Tatsachen.
I 293 f
AyerVsKorrespondenztheorie/AyerVsWittgenstein: Bsp Landkarte: die Annahme der Strukturähnlichkeit ist verfehlt - sonst könnte eine Landkarte mit richtigem Maßstab von einem ganz anderen Land sein. >Landkartenbeispiel. Bsp Eine sehr ähnliche Photographie könnte von jemand anderem sein. - Es muss eine Konvention geben. - Eine physikalische Entsprechung ist nur dann richtig, wenn sie als Methode der Repräsentation gewählt wird - Die Konvention entscheidet, was Zeichen darstellen - der Sachverhalt darüber, was wahr ist. >Konvention, >Sachverhalt.
I 295
Landkarte/Ayer: kann man als eine Art Proposition auffassen. - Sie drückt etwas aus, indem sie physikalisch korrespondiert. - Wahrheit erhalten wir durch Erfüllung dieser Aussagenfunktion. >Aussagenfunktion. - Aber nicht dadurch, dass wir die eine oder die andere Methode wählen, um zu bestimmen, was die Funktion ist.
I 296f
AyerVsKorrespondenztheorie: Sie verwechselt die Frage nach der Konventionalität des Symbolsystems mit der Frage nach der Wahrheit des Symbolisierten. >Symbole, >Wahrheit, >Angemessenheit/Korrektheit.

Ayer I
Alfred J. Ayer
"Truth" in: The Concept of a Person and other Essays, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ayer II
Alfred Jules Ayer
Language, Truth and Logic, London 1936
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke

Ayer III
Alfred Jules Ayer
"The Criterion of Truth", Analysis 3 (1935), pp. 28-32
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Kräfte Bigelow I 282
Kräfte/Bigelow/Pargetter: (Lit: Bigelow, Ellis Pargetter 1988)(1) These: Kräfte sind Relationen und eine Unterart von Kausalrelationen.
Hier: Stärkere These: Alle Ursachen supervenieren auf Kräften. Kräfte sind Relationen höherer Stufe zwischen Strukturen, die Einzelereignisse involvieren und ihre Eigenschaften.
>Supervenienz, >Stärker/schwächer, >Stärke von Theorien, >Stufen/Ebenen, >Ereignisse.
Kräfte/Tradition. Vermittler zwischen Ursachen und Wirkungen.
>Kräfte, >Ursache, >Wirkung.
Vermittlung/mittlere Position/Zwischenposition/
BigelowVsTradition/HumeVsTradition: Problem: Regress: Wenn F als Vermittler zwischen C und E gebraucht wird, warum wird dann nicht ein weiterer Vermittler zwischen F und E? Voraussetzung für dieses Argument ist allerdings: die Annahme, dass C, E und F Entitäten derselben Art sind.
Falsche Lösung: anzunehmen, dass Kräfte „unmittelbare Ursachen“ seien. Denn diese würde wieder unmittelbare Ursachen brauchen.
>Regress.
Falsche Lösung: Kräfte als dispositionale Eigenschaften zu konstruieren: entweder Dispositionen eines Gegenstands für Veränderungen oder eines Felds für irgendwelche Effekte.
>Dispositionen.
Disposition/Bigelow/Pargetter: Die Disposition ist nicht selbst Teil einer Kausalkette. Also können wir mit ihr auch keine Lücke in der Kette schließen. Daher droht hier auch kein Regress.
Dennoch haben Dispositionen einfach nicht die richtige ontologische Kategorie für Kräfte. Wir können eine vollständige Kausalerklärung geben, ohne Dispositionen zu erwähnen. Denn die Verursachung wird durch die physikalische Basis der Dispositionen gegeben.
>Ontologie.
I 283
Disposition/Bigelow/Pargetter: Disposition superveniert, aber nimmt nicht am Kausalprozess teil. Sie können aber da sein, wenn sie nicht aktiv sind, während Kräfte das nicht können. Kräfte: nehmen dagegen Teil am Kausalprozess. Wenn sie nicht aktiv sind, existieren sie nicht – anders als Dispositionen.
>Instanziierung.
Kräfte/Ellis/Bigelow/Pargetter (1988)(1): These: Kräfte konstituieren Kausalrelationen. Sie sind nicht selbst Ursachen, aber eine Relation zwischen Ursache und Wirkung. Als Gemeinsames zwischen ganz verschiedenen Phänomenen.
Sie sollten auch das Gemeinsame von Gesetzen zeigen, wie unterschiedlich diese auch formuliert sein sollten.
Gesetz/Kräfte/Ellis/Bigelow/Pargetter: Umgekehrt können ähnlich aufgebaute Gesetze ganz verschiedene Kräfte involvieren, Bsp Proportion des umgekehrten Quadrats.

Neu/Bigelow/Pargetter: Neuerdings identifizieren wir eine Instanz einer Kausalrelation nicht mehr mit einer einzelnen Kraft (s.u.). Neu: verschiedene fundamentale Kräfte setzen sich zusammen, um grundlegende Ursachen zu bilden.
Die anderen Argumente behalten wir bei:
Kräfte und grundlegende Ursachen müssen Relationen höherer Stufe zwischen Ereignissen sein, denn als Relation 1.Stufe würden sie eine Humesche Welt unmöglich machen.
>Humesche Welt.
Eigenschaftskomplex/Bigelow/Pargetter: Eigenschaftskomplexe sind das, was von Kräften in Relation gesetzt wird. Jeder hat als Konstituenten eine Anzahl von Eigenschaften und Relationen 1. Stufe. Alle werden auch in einer Humeschen Welt da sein. Nur in der aktualen Welt gibt es die zusammenhaltenden Kräfte, und diese sind externe Relationen.
>Wirkliche Welt.
I 284
Aktuale Welt/Bigelow/Pargetter: Selbst in unserer Welt kann es andere Instanzen dieser Eigenschaftskomplexe geben, die nicht in diesen Kausalrelationen zueinander stehen. Und zwar wegen der lokalen Natur der Kausalrelationen.
I 284
Lager: Kräfte: realistische Sicht: Bigelow/Pargetter, Ellis 1988(1): entweder die Komponenten, oder die resultierende Kräfte sind real – (nicht beide, sonst doppelte Verursachung). Vs: Cartwright 1980(3), 1983(4)).
>N. Cartwright.

Kräfte/Ellis/Bigelow/Pargetter: entweder, die Komponenten von Kräften sind real - oder die resultierende Kräfte sind real.
Bsp Es kann eine resultierende Kraft von 0 geben, weil sich Kräfte neutralisieren, die von 0 abweichen.
Problem: Die Komponenten und die resultierende Kräfte können nicht alle real sein, sonst hätten wir Überdetermination oder doppelte Verursachung.
>Überdetermination.
Realistische Sicht: muss sich von Fall zu Fall entscheiden, ob sie die Komponenten oder die resultierenden Kräfte als real ansieht.
Bsp Wir müssen manchmal verschiedene relative Stärken von Komponenten annehmen, um eine resultierende Kraft zu erklären.
Realität/Bigelow/Pargetter: Die Realität der Komponenten wird uns manchmal von unseren Überlegungen aufgezwungen. Bsp drei Protonen, abgeschirmt von Interferenz von außen, ein in der Mitte einer Linie zwischen den beiden anderen. Die vorausgesagte Bewegung der äußeren nach außen wird Kräfte involvieren, die sowohl zwischen den beiden äußeren als auch zwischen diesen und dem in der Mitte bestehen. Dennoch verlangt das Prinzip von Kraft und Gegenkraft (hier: Aktion und Reaktion) dass das mittlere Proton Gegenkräften ausgesetzt ist, die zusammen dazu führen, dass es in Ruhe bleibt.
I 285
Dagegen: Bsp In einer Situation kann ein Teilchen nur senkrecht zu einer realen Kraft wandern. Lösung: Dabei nehmen wir zwei fiktive Kräfte an, die senkrecht zueinander stehen. Dies wird uns in der Situation aufgezwungen. Die Wahl ist willkürlich, ebenso die Orthogonalität. Und nicht alle können real sein, denn sonst hätten wir Überdetermination. In dieser Situation ist die resultierende Kraft real, nicht die Komponenten.
Kausalrelation/Lösung/Bigelow/Pargetter: Weil manchmal die resultierende Kraft als real angenommen werden muss, manchmal dagegen die Komponenten (abhängig von der physikalischen Situation) sollte die Kausalrelation als Relation höherer Stufe zwischen Aggregaten von Kräften erklärt werden.
>Kausalrelation.
Kräfte/Quantenmechanik/Bigelow/Pargetter: In der QM gebraucht man keine Kräfte. Bsp man sagt nicht, dass ein Photon eine Kraft auf ein Elektron ausübt.
>Quantenmechanik.
Bigelow/Pargetter: Wir behandeln diese Fälle aber als analog, weil sie uns ähnlich genug erscheinen. (siehe Heathcote 1989)(2).
Feld/Bigelow/Pargetter: Auch bei der Relation zwischen Feld und Partikel erlauben wir uns, von Kräften und Verursachung zu sprechen.
I 286
Aber wird sprechen lieber als Interaktion zwischen zwei Feldern als zwischen Feld und Partikel. >Felder.
Quantenmechanik/Bigelow/Pargetter: „Interaktionen“ sind hier die legitimen Erben der traditionellen „Kräfte“.
Feld/VsBigelow/Bigelow/Pargetter: Es gibt auch Fälle, wo ein Feld nicht mit einem Partikel interagiert, aber dennoch produziert wird. Das scheint gegen unsere Theorie zu sprechen. Wenn ein Feld aus einem Teilchen entsteht, kann man nicht von Kräften sprechen. Ein elektrisches Teilchen übt keine Kraft auf sein eigenes elektrisches Feld aus. Dennoch verursacht es eben dieses Feld.
BigelowVsVs: Das ist kein Fall von Verursachung. Das Argument setzt eine Trennung von Partikel und Feld voraus, die von niemand angenommen wird. Es besteht eher eine Einheit. Das Feld ist Teil des „Wesens“ des Teilchens. Das wäre aber noch zu prüfen im Licht der weiteren wissenschaftlichen Entwicklung.
>Wesen, >Raumzeit, >Raumkrümmung.

1. Bigelow, J. Ellis, B., and Pargetter, R. (1988). Forces. Philosophy of Science 55. pp. 614-30.
2. Heathcote, A. (1989). A theory of causality: Causality = Interaction (as defined by quantum field theory). Erkenntnis 31 pp.77-108.
3. Cartwright, N. (1980). Do the laws of physics state facts? Pacific Philosophical Quarterly 61, pp.343-77.
4. Cartwright, N. (1983). How the laws of physics lie. Oxford: Clarendon Press.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Kriterien Popper Flor II 479
Kriterium/Popper: These: Es gibt kein Sinnkriterium! Das Falsifikationsprinzip besagt nicht, dass alle anderen Aussagenarten erkenntnismäßig sinnlos oder leer sind. Auch Basissätze sind kritisierbar. Ihre Annahme ist nicht durch unsere Erlebnisse begründet! >Protokollsätze, >Sinn/Wissenschaft.
Flor II 480
Falsifizierbarkeitsprinzip = Abgrenzungsprinzip.
I 118
Abgrenzungskriterium/Popper: Ein Abgrenzungskriterium wird ein Vorschlag für eine Festsetzung sein. Allein eine Sache des Entschlusses. Das ist nur zu rechtfertigen durch die Analyse seiner logischen Konsequenzen: >Fruchtbarkeit, >Erklärungskraft usw.

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Flor I
Jan Riis Flor
"Gilbert Ryle: Bewusstseinsphilosophie"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor II
Jan Riis Flor
"Karl Raimund Popper: Kritischer Rationalismus"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A.Hügli/P.Lübcke Reinbek 1993

Flor III
J.R. Flor
"Bertrand Russell: Politisches Engagement und logische Analyse"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Flor IV
Jan Riis Flor
"Thomas S. Kuhn. Entwicklung durch Revolution"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993
Krypto-Pseudonymität IWF Working Papers IMF VI 3
Pseudonymität von Kryptowährungen/IMF/Reuter: (…] [Es gibt ein] weit verbreitetes Missverständnis – entgegen der landläufigen Meinung bieten die meisten Krypto-Assets keine Anonymität. Jede Transaktion wird öffentlich in einem frei zugänglichen Hauptbuch, der sogenannten Blockchain, aufgezeichnet. Die Wahrnehmung von Anonymität entsteht, weil Blockchain-Daten pseudonymisiert sind; anstatt persönliche Informationen wie Namen oder Wohnorte aufzuzeichnen, protokollieren Blockchains nur die Wallet-Adressen von Absendern und Empfängern. Eine Wallet-Adresse ist in der Regel eine lange hexadezimale Zeichenfolge wie „0xdFDEe1155E1dd7c01774560C6E98C41B7da945dB“,
gibt keine direkten persönlichen Informationen über den Nutzer preis. Die größte Herausforderung bei der Kartierung der geografischen Verteilung von Krypto-Asset-Strömen besteht darin, die Blockchain-Daten durch nützliche Informationen über Absender und Empfänger zu ergänzen. Unsere Methodik* begegnet dieser Herausforderung, indem sie die Schätzung der geografischen Region jeder beliebigen selbstverwalteten Wallet** im Ethereum-Ökosystem ermöglicht.
>Ethereum, >Risiken von Kryptowährungen, >Kryptowährungen, >Krypto-Transaktionen, >Scheintransaktionen, >Internationaler Zahlungsverkehr, >Geldwäsche, >Krypto-Regulierung, >Blockchain, >Bitcoin, >Krypto-Unternehmen, >Krypto und Bankwesen, >Zahlungssysteme, >Stablecoins.

* Marco Reuter. (2025) Decrypting Crypto: How to Estimate International Stablecoin Flows. IMF Working Paper 25/141.
** Eine selbstverwaltete Wallet ist eine Art Krypto-Wallet, bei der der Benutzer die volle Kontrolle und Verantwortung über seine Gelder hat, ohne sich für die Verwahrung auf Drittanbieter verlassen zu müssen.
Namenssysteme ermöglichen es Benutzern, die langen Hexadezimalzeichenfolgen durch lesbare Namen zu ersetzen. Ein ähnliches System, das Domain Name System (DNS), bildet den Kern des Internets und ersetzt numerische IP-Adressen durch Domainnamen im gängigen Format „www.xyz.com“.

IMF II
IMF Working Paper
André Reslow
Gabriel Söderberg,
Cross-Border Payments with Retail Central Bank Digital Currencies: Design and Policy Considerations IMF Fintech Note 2024/002 Washington, DC. 2024

IMF III
IMF Working Papers
Clemens Graf von Luckner
Robin Koepke,
Crypto as a Marketplace for Capital Flight. IMF Working Paper 24/133 Washington, DC. 2024

IMF IV
IMF Working Papers
Marco Pani
Rodolfo Maino,
“Could Digital Currencies Lead to the Disappearance of Cash from the Market? Insights from a ’Merchant-Customer’ Model.” IMF Working Paper WP/25/56 Washington, DC. 2025
Kryptogeschichte Congressional Research Service (CRS) CRS IV 0
Kryptogeschichte/CRS/Tierno: Kryptowährungen sind digitale Finanzinstrumente, die über öffentliche Blockchains gehandelt und in Ledgern erfasst werden und für deren Clearing und Abwicklung keine zentralen Intermediäre (z. B. Geschäftsbanken, Zentralbanken) erforderlich sind. Satoshi Nakamoto, eine anonyme Person oder Gruppe, stellte 2008* in einem Whitepaper die erste Kryptowährung, Bitcoin, und 2009 eine darauf basierende Blockchain vor. Bitcoin war zwar eine neuartige Form der Finanztransaktion, baute jedoch auf Technologien auf, die seit Jahrzehnten entwickelt worden waren, darunter Blockchains, Kryptografie und Konsensprotokolle. >Zentralbanken, >Bitcoin, >Blockchain, >Kryptowährungen und Bankwesen.
Kryptowährungen wurden ursprünglich als Zahlungssystem entwickelt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Transaktionen mit Kryptowährungen länger dauern und teurer sind als bestehende Zahlungsoptionen, was eine breitere Akzeptanz erschwert. Diese Herausforderungen bei der Akzeptanz sowie die regelmäßigen starken Preisschwankungen von Kryptowährungen haben dazu geführt, dass Kryptowährungen zunehmend als spekulative Anlage genutzt werden.
Einst nur von einer kleinen Gruppe von Informatikern genutzt, hat sich die Kryptowährung mittlerweile weltweit verbreitet. Die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen erreichte im November 2021 einen Höchststand von fast 3 Billionen US-Dollar, wobei schätzungsweise mehr als 10.000 Kryptowährungen im Umlauf sind.
Derzeit (Stand: 2023) gibt es kein übergreifendes Regulierungssystem für Kryptowährungen. Die Bundesaufsichtsbehörden haben bestehende Vorschriften angepasst, bei denen Kryptowährungen traditionellen Produkten und Dienstleistungen im Finanzsektor ähneln. Die Regulierung erfolgte in der Regel eher durch Durchsetzungsmaßnahmen als durch die Schaffung von Vorschriften, was den Handlungsspielraum der Aufsichtsbehörden einschränkte und zu regulatorischer Unklarheit für die Kryptoindustrie führte. Die Bundesfinanzaufsichtsbehörden beanspruchen unterschiedliche Befugnisse für verschiedene Bereiche der Branche.
>Krypto-Firmen.
CRS IV 1
Im Januar 2009 schürfte Satoshi Nakamoto – das Pseudonym eines unbekannten Informatikers (oder einer Gruppe von Informatikern) – wenige Monate nach der Veröffentlichung des „Bitcoin Whitepaper“ den ersten Block (oder die erste Gruppe von Transaktionen) im Bitcoin-Netzwerk. Dieser Genesis-Block – wie die erste Transaktion im Bitcoin-Netzwerk genannt wurde – enthielt eine verschlüsselte Nachricht, die sich auf eine Zeitungsüberschrift bezog, die zu dieser Zeit veröffentlicht wurde: „Chancellor on brink of second bailout for banks”(2). Der Artikel, auf den sich der Block bezog, beschrieb eine Rettungsaktion für englische Banken unmittelbar nach der globalen Finanzkrise. Obwohl die Nachricht einen relevanten historischen Kontext für den Zeitpunkt der Transaktion darstellte, enthalten die im Bitcoin-Netzwerk verarbeiteten Transaktionen Datums- und Zeitstempel, sodass der Verweis auf die Rettung der englischen Banken unnötig war.
Stattdessen haben Satoshi Nakamoto und Kommentatoren seitdem klargestellt, dass diese Anspielung auf die Bankenkonditionen dazu dienen sollte, einen Kontrast zwischen dem neuen Finanzparadigma, für das Bitcoin stand, und dem traditionellen Finanzsystem herzustellen.(3)
Diese frühen Entwickler wollten sich nicht auf ein Finanzsystem verlassen, das von Dritten – insbesondere Regierungen, Zentral- und Geschäftsbanken – abhängig ist, sondern schufen ein System, um diese zu umgehen.
Der ursprüngliche Anwendungsfall der Kryptowährung war ein kombiniertes Zahlungssystem und eine Rechnungseinheit, die ohne Zwischenhändler auskam. Traditionelle Zahlungssysteme bestehen aus verschiedenen Banken, Zahlungsabwicklern, Kreditkartennetzwerken, zentralen Clearingstellen, Zentralbanken und einer umfangreichen technologischen
Infrastruktur, die sie unterstützt.
Traditionelles System/Transaktionen: In diesem System validieren Banken letztendlich Kundentransaktionen und protokollieren die Details der Transaktionen digital in ihren privaten Hauptbüchern. Die Banken übermitteln diese Details dann über Nachrichtennetzwerke, die die Transaktionen genehmigen und letztendlich den Geldtransfer auf den Hauptkonten der Banken bei einer nationalen Zentralbank ermöglichen, in den Vereinigten Staaten
ist dies die Federal Reserve. Somit sind an Transaktionen zwischen zwei Personen mit Konten bei zwei oder mehr verschiedenen Finanzinstituten mindestens zwei Geschäftsbankbücher und das Buch mindestens einer zentralen Stelle beteiligt, die als Vermittler für die Transaktionsparteien fungiert.
Kryptowährung: Kryptowährung hingegen ist ein Zahlungs- und Wertspeichersystem, das als „elektronisches Bargeld funktioniert, das durch kryptografische Mechanismen anstelle einer zentralen Verwahrstelle oder Behörde geschützt ist”.(4)
CRS IV 1/2
Anstelle unabhängiger Finanzinstitute mit individuellen Hauptbüchern, die auf die Vermittlung durch Dritte angewiesen sind und das Vertrauen der Verbraucher sichern, besteht das Kryptosystem aus einem einzigen Hauptbuch, das an alle Mitglieder des Netzwerks verteilt wird und ständig aktualisiert wird. Die Nutzer glauben an die Funktionsfähigkeit des Systems, weil sie es sehen und verfolgen können. Das System nutzt Kryptografie und Anreize für verschiedene Teilnehmer, um das Netzwerk zu sichern. Seit 2009 hat die Kryptoindustrie – die mittlerweile aus Tausenden von Kryptowährungen und verschiedenen Anwendungen besteht – sowohl eine relativ geringe Akzeptanz als Zahlungsmittel als auch verschiedene Phasen rascher Preisanstiege und -rückgänge erlebt. Diese beiden Aspekte haben dazu beigetragen, dass Kryptowährungen als spekulatives Anlageobjekt auf Kosten ihrer Verwendung als Zahlungsmittel an Bedeutung gewonnen haben. In diesem Zusammenhang wurde die Kryptowährung zum Opfer ihres eigenen Erfolgs. Die Verwendung von Kryptowährungen für routinemäßige Zahlungen war nicht attraktiv, wenn ihr Besitz erhebliche Renditen versprach.(5)

>Risiken von Kryptowährungen, >Kryptowährungen, >Krypto-Transaktionen, >Scheintransaktionen, >Internationaler Zahlungsverkehr, >Geldwäsche, >Krypto-Regulierung, >Blockchain, >Bitcoin, >Krypto-Unternehmen, >Krypto und Bankwesen, >Zahlungssysteme, >Stablecoins.

*Den vollständigen Artikel finden Sie unter http://www.bitcoin.org/bitcoin.pdf

1. Informationen zum Genesis-Block finden Sie in Brenden Rearick, „Was ist der Genesis-Block? 8 Dinge, die Anleger wissen sollten, wenn sie den ‚Geburtstag von Bitcoin‘ feiern“, Yahoo, 3. Januar 2022, https://www.yahoo.com/now/genesis-block-8-things-know-215101010.html. Satoshi Nakamoto, „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“, 10. Oktober 2008, https://Bitcoin.org/Bitcoin.pdf.
2. Die Überschrift stammt aus einem Artikel, der am 3. Januar 2009 in der Times veröffentlicht wurde. Siehe dazu den Artikel von Bryce Elder, „Happy Birthday to a Giant Ponzi Scheme,’ from Bitcoin’s Accidental Co-Creator“, Financial Times, 3. Januar 2023, https://www.ft.com/content/465fb224-3fc9-4b37-81d4-39eece1041df.
3. Pymnts, „A Bitcoin Declaration of Financial Independence“, 4. Juli 2022, https://www.pymnts.com/blockchain/Bitcoin/2022/a-Bitcoin-declaration-of-financial-independence/. Siehe http://p2pfoundation.ning.com/forum/topics/
Bitcoin-open-source?id=2003008%3ATopic%3A9402&page=1
für einen Blogbeitrag von Satoshi Nakamoto über die Rolle der Zentralbanken in der Vergangenheit.
4. Dylan Yaga et al., Blockchain Technology Overview, National Institute of Standards and Technology, Oktober 2018, S. iv, https://nvlpubs.nist.gov/nistpubs/ir/2018/NIST.IR.8202.pdf.
5. Eine Erörterung der konzeptionellen Grundlagen von Kryptowährungen finden Sie im CRS-Bericht R45427, Cryptocurrency: The Economics of Money and Selected Policy Issues, von David W. Perkins.

CRS I
Congressional Research Service (CRS)
Marc Labonte
Fixed Exchange Rates and Floating Exchange Rates: What Have We Learned? Washington: Congressional Research Service of the Library of Congress 2007

CRS II
Congressional Research Service (CRS)
Paul Tierno
Marc Labonte,
Banking and Cryptocurrency: Policy Issues. CRS Congressional research Service Report R48430. Washington, DC. 2025

CRS III
Congressional Research Service (CRS)
Corrie E. Clark
Heather L. Greenley,
Bitcoin, Blockchain, and the Energy Sector. Washington, DC. 2019

CRS IV
Congressional Reserch Service (CRS)
Paul Tierno
Cryptocurrency: Selected Policy Issues Congressional Reserch Service CRS Report R47425 Washington, DC. 2023
Kryptotransaktionen Congressional Research Service (CRS) CRS IV 6
Kryptowährungstransaktionen/CRS/Tierno: Konzeptionell können Währungen tokenbasiert oder kontenbasiert sein. Bei tokenbasierten Währungen müssen Vermögenswerte überprüft oder als echt bestätigt werden. Im Gegensatz dazu erfordern kontenbasierte Systeme eine Überprüfung der Benutzeridentität.(1) Das typische tokenbasierte System ist beispielsweise eine physische Währung, bei der es in erster Linie darum geht, dass die Banknote oder Münze echt ist. In kontenbasierten Systemen müssen Einzelpersonen und Institutionen ihre Identität überprüfen und Protokolle befolgen, wodurch sie Transaktionen für Konten bei Finanzinstituten durchführen können.(2) Kryptowährungen (und insbesondere Bitcoin) werden sowohl als kontenbasiert als auch als tokenbasiert beschrieben. Erstens entspricht sie der Definition von kontenbasiert, da nur der Inhaber eines privaten Schlüssels auf die mit einer Blockchain-Adresse verbundene Kryptowährung zugreifen und Transaktionen durchführen kann, wobei der private Schlüssel den Nutzer validiert.
Bitcoin entspricht auch der Definition von tokenbasiert. Die im Hauptbuch aufgezeichnete Transaktionshistorie bestätigt, dass eine Einheit oder ein Token (als ungenutzter Transaktionsoutput oder UTXO bezeichnet) nicht
ausgegeben wurde, im Wesentlichen gültig ist und für Transaktionen verwendet werden kann.(3)
CRS IV 7
Blockchain-basierte Systeme erfordern und generieren in der Regel zwei Arten von Transaktionsdaten: Eingaben und Ausgaben. Im Falle von Blockchain-basierten Kryptowährungen handelt es sich dabei um Transaktionsdaten. Eingaben sind eine Liste von „zu übertragenden digitalen Vermögenswerten” mit Herkunftsnachweis, wie z. B. der vorherigen Transaktion (bei der ein Absender die Vermögenswerte erhalten hat) oder einem Ursprungsereignis, bei dem neue Gelder geschaffen wurden.(4) Die Outputs sind die neuen Zuweisungen des Eigentums an den Input-Geldern. Wenn Alice beispielsweise Bob 17 Dollar in Bitcoin bezahlen möchte, wäre ein möglicher Input 20 Dollar mit Outputs von 17 Dollar, die Alice zugewiesen werden, und 3 Dollar, die als „Wechselgeld” an Alice zurückgegeben werden. Diese 3 Dollar können allein oder
zusammen mit anderen nicht ausgegebenen Transaktionen verwendet werden, um eine weitere Transaktion zu finanzieren.(5)
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Personen, die eine bestimmte Kryptowährung für Transaktionen (oder zu Spekulationszwecken) erwerben möchten, dies tun können, indem sie zu Knoten im Netzwerk werden. (Alternativ können Personen an zentralisierten Börsen kaufen, (…). Bei Transaktionen greift ein Benutzer mit einem privaten Schlüssel auf nicht ausgegebene Gelder zu und sendet diese Gelder an einen anderen Benutzer im selben Netzwerk.

>Risiken von Kryptowährungen, >Kryptowährungen, >Krypto-Transaktionen, >Scheintransaktionen, >Internationaler Zahlungsverkehr, >Geldwäsche, >Krypto-Regulierung, >Blockchain, >Bitcoin, >Krypto-Unternehmen, >Krypto und Bankwesen, >Zahlungssysteme, >Stablecoins.

1. Für eine Diskussion über token- und kontenbasierte Systeme siehe Rod Garratt, Michael Lee und Brendan Malone, „Token- oder kontenbasiert? A Digital Currency Can Be Both” (Token- oder kontenbasiert? Eine digitale Währung kann beides sein), Federal Reserve Bank of New York, 12. August 2020,
https://libertystreeteconomics.newyorkfed.org/2020/08/token-or-account-based-a-digital-currency-can-be-both/.
2. Garratt, Lee, and Malone, “Token- or Account-Based?”
3. ibid.
4. Yaga et al., Blockchain Technology Overview, p. 9.
5. Yaga et al., Blockchain Technology Overview, pp. 9-10.

CRS I
Congressional Research Service (CRS)
Marc Labonte
Fixed Exchange Rates and Floating Exchange Rates: What Have We Learned? Washington: Congressional Research Service of the Library of Congress 2007

CRS II
Congressional Research Service (CRS)
Paul Tierno
Marc Labonte,
Banking and Cryptocurrency: Policy Issues. CRS Congressional research Service Report R48430. Washington, DC. 2025

CRS III
Congressional Research Service (CRS)
Corrie E. Clark
Heather L. Greenley,
Bitcoin, Blockchain, and the Energy Sector. Washington, DC. 2019

CRS IV
Congressional Reserch Service (CRS)
Paul Tierno
Cryptocurrency: Selected Policy Issues Congressional Reserch Service CRS Report R47425 Washington, DC. 2023
Kultur Habermas III 41
Kultur/Habermas: Rational nennen wir eine Person, die ihre Bedürfnisnatur im Lichte kulturell eingespielter Wertstandards deutet; aber erst recht dann, wenn sie eine reflexive Einstellung zu den bedürfnisinterpretierenden Wertstandards selbst einnehmen kann. >Rationalität/Habermas.
Kulturelle Werte treten nicht wie Handlungsnormen mit Allgemeinheitsanspruch auf. Werte kandidieren allenfalls für Interpretationen, unter denen ein Kreis von Betroffenen gegebenen falls ein gemeinsames Interesse beschreiben und normieren kann.
>Kulturelle Werte, >Wertewandel, >Interpretation, >Werte, >Normen.
Daher erfüllen Argumentationen, die der Rechtfertigung von Wertstandards dienen, nicht die Bedingungen von Diskursen. Im prototypischen Fall haben sie die Form der ästhetischen Kritik. Gründe haben im Kontext von Literatur-, Kunst- und Musikkritik die eigentümliche Funktion, einen Wert oder eine Darstellung so vor Augen zu führen, dass diese als authentischer Ausdruck einer exemplarischen Erfahrung, überhaupt als die Verkörperung eines Anspruchs auf Authentizität wahrgenommen werden können.
>Ästhetik, >Kunst, >Literatur, >Erfahrung, >Authentizität.
IV 209
Def Kultur/Habermas: Kultur nenne ich den Wissensvorrat, aus dem sich die Kommunikationsteilnehmer, indem sie sich über etwas in einer Welt verständigen, mit Interpretationen versorgen. Def Gesellschaft/Habermas: Gesellschaft nenne ich die legitimen Ordnungen, über die die Kommunikationsteilnehmer ihre Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen regeln und damit Solidarität sichern.
Def Persönlichkeit/Habermas: Unter Persönlichkeit verstehe ich die Kompetenzen, die ein Subjekt sprach- und handlungsfähig machen, also instand setzen, an Verständigungsprozessen teilzunehmen und dabei die eigene Identität zu behaupten.
Semantik/Habermas: Das semantische Feld symbolischer Gehalte bilden Dimensionen, in denen sich die kommunikativen Handlungen erstrecken.
Medium/Habermas: Die zum Netz kommunikativer Alltagspraxis verwobenen Interaktionen bilden das Medium, durch das sich Kultur, Gesellschaft und Person reproduzieren. Diese Reproduktionsvorgänge erstrecken sich auf die symbolischen Strukturen der Lebenswelt. Davon müssen wir die Erhaltung des materiellen Substrats der Lebenswelt unterscheiden.
>Lebenswelt, >Substrat, >Medien, >Gesellschaft.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Lernen Gärdenfors I 26
Lernen/Konvexität/Gärdenfors: Dass Eigenschaften konvex sind (d.h. dass im Qualitätsraum dazwischenliegende Punkte dieselbe Eigenschaft haben wie äußere Punkte mit dieser Eigenschaft) erleichtert das Lernen von Kategorien.
I 42
Lernen/Gärdenfors: Beim Lernen von Begriffen müssen wir von wenigen Exemplaren ausgehen, die wir dann verallgemeinern. (siehe Reed, 1972(1), Nosofsky, 1986(2), 1988(3), Langley, 1996(4)). Wenn wir Prototypen annehmen, können wir sagen, dass typische Instanzen aus den Beispielen gewonnen werden, und zwar indem man so etwas wie eine mittlere Position im Bereich findet. (Langley, 1996(4), p.99). Diese mittlere Position kann man dann wiederum für eine Voronoi-Tesselierung des Bereichs gebrauchen. ((s) Aufteilung des Bereichs in angrenzende Abschnitte mit einem jeweiligen Zentrum.)
>Prototyp/Gärdenfors.

1. Reed, S. K. (1972). Pattern recognition and categorization. Cognitive Psychology, 3, 382-407
2. Nosofsky, R. M. (1986). Attention, similarity, and the identification-categorization relationship. Journal of Experimental Psychology: General, 115, 39-57
3. Nosofsky, R. M. (1988). Similarity, frequency, and category representations. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory and Cognition, 14, 54-65
4. Langley, P. (1996). Elements of machine learning. San Francisco, CA: Morgan Kaufmann

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Markteintritt Klepper Krugman III 101
Markteintritt/Krugman/Baldwin/Klepper: Die Produktion großer Verkehrsflugzeuge ist einer der Bereiche, in denen die USA den europäischen Regierungen unfaire Handelspraktiken vorwerfen. Airbus Indus trie wird zweifellos stark durch Subventionen aus allen beteiligten Ländern unterstützt. >Subventionen, >Wettbewerb, >Internationaler Handel, >Regierungspolitik, >Interventionen, >Neue Handelstheorie.
Markteintritt: Der Grund für diese Zahlungen war die Entscheidung der europäischen Regierungen Ende der 1960er Jahre, den Markteintritt eines europäischen Wettbewerbers in den Markt für große Transportflugzeuge zu unterstützen.
Dieser staatlich unterstützte Markteintritt und die Wechselkursgarantien machen es zu einem interessanten Ziel, die strategische handelspolitische Frage europäischer staatlicher Interventionen zu analysieren.
Krugman III 102
Ein Aspekt dieses Wettbewerbs zwischen europäischen und amerikanischen Herstellern wurde von Baldwin und Krugman (1988)(1) untersucht, die ein Simulationsmodell für den Eintritt des Airbus A300 in den Markt für Großraumflugzeuge mit mittlerer bis langer Reichweite entwickelten. Damals befand sich Airbus in einer zwiespältigen Situation: Es war ein Neueinsteiger auf dem Gesamtmarkt für große Transportflugzeuge, der mit etablierten Unternehmen konkurrierte, aber es war das erste Unternehmen, das in das Marktsegment eintrat, für das der A300 konzipiert war, während die Auslieferungen der neuen 767 von Boeing sechs Jahre später begannen.
Baldwin und Krugman erklärten diese Situation, in der man der erste Anbieter war und gleichzeitig kaum Chancen hatte, mit dem A300 Gewinne zu erzielen, mit den Kostenunterschieden zwischen Airbus und Boeing, d. h. Airbus hatte bei gleichem Produktionsumfang etwa 17 % höhere Stückkosten (1988(1),25). Dieser offensichtliche Kostennachteil wurde von Unternehmensvertretern auf kumulierte Lerneffekte bei der Produktion anderer Flugzeugtypen zurückgeführt. Sie behaupten, dass solche
Verbundvorteile der Grund für den mangelnden Erfolg von Airbus sind, weshalb die Entscheidung getroffen wurde, die A320/321 und A330/340 zu entwickeln, um eine komplette Flugzeugfamilie anbieten zu können. Ein Ziel dieses Papiers ist es, die Auswirkungen des Markteintritts von Airbus zu untersuchen, indem die gesamte Flugzeugfamilie berücksichtigt wird.
In dem Simulationsmodell von Baldwin und Krugman(1) wird eine staatliche Unterstützung verwendet, die im Wesentlichen die Fixkosten der Anlaufinvestitionen abdeckt und es dem Unternehmen somit ermöglicht, eine unterdurchschnittliche Rentabilität oder sogar Verluste zu akzeptieren. Direkte Produktionssubventionen, die in der Vergangenheit geringfügig waren, scheinen mit der Abwertung des Dollars an Bedeutung gewonnen zu haben. Bleibt der Dollar auf dem Stand vom Herbst I990, werden zumindest von der deutschen Regierung erhebliche Subventionen zu zahlen sein. Der komparative Vorteil der amerikanischen zivilen Flugzeugindustrie wird sich verschlechtern, und der politische Druck auf die US-Regierung, Vergeltungsmaßnahmen gegen diese Politik zu ergreifen, wird zunehmen. Der bereits laufende Streit um Flugzeugsubventionen wird sich höchstwahrscheinlich verschärfen.
>Subventionen, >Wettbewerb, >Internationaler Handel, >Regierungspolitik, >Interventionen,
>Industriepolitik.

1. Baldwin, Richard, and Paul R. Krugman. 1988. Industrial policy and international competition in wide-bodied jet aircraft. In Trade policy issues and empirical analysis, ed. R. E. Baldwin. Chicago: University of Chicago Press.


Krugman III 106
Markteintritt/Luftfahrt/Klepper: Der Eintritt in einen Markt wie den für große Transportflugzeuge ist ein kostspieliges und zeitaufwändiges Unterfangen. Dynamische und statische Größenvorteile sowie Verbundvorteile verschaffen den etablierten Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Markteintritt von Airbus von einem starken Engagement der europäischen Regierungen begleitet wurde. >Interventionen, >Regierungspolitik.
In dieser Situation kann der Markteintritt als die erste Stufe eines dreistufigen Entscheidungsprozesses angesehen werden.
1) Zunächst war die Zusage der europäischen Regierungen erforderlich, die Einführung eines neuen Flugzeugs zu subventionieren, da eine Finanzierung auf den Kapitalmärkten ohne staatliche Unterstützung offensichtlich nicht möglich war.
2) Zweitens mussten die Unternehmen entscheiden, in welches Marktsegment sie einsteigen wollten, und sie mussten eine Kapazität wählen, die es ihnen ermöglichte, von den Lerneffekten der Großserienproduktion zu profitieren und gleichzeitig die Preise auf einem rentablen Niveau zu halten.
3) Schließlich mussten die Unternehmen, nachdem die ersten beiden Entscheidungen getroffen waren, mit den anderen Herstellern im täglichen Geschäft des Verkaufs ihres Produkts konkurrieren.
Die erste Entscheidung muss unter großer Unsicherheit getroffen werden, und nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Argumente bestimmen diesen Prozess. Industriepolitische Aspekte wie die zivil-militärische Interaktion in der Luft- und Raumfahrtindustrie waren wichtig. Aus der Sicht der europäischen Unternehmen erwies sich die staatliche Unterstützung als wesentlich. Nicht nur ist die finanzielle Belastung für die Einführung eines völlig neuen Flugzeugs hoch, sondern die Zusage der Regierungen, den Markteintritt zu unterstützen, könnte auch verhindern, dass die etablierten Unternehmen einen Preiskrieg beginnen, in der Hoffnung, dem Neueinsteiger seine finanziellen Mittel zu entziehen (Brander und Spencer 1983)(1). Als das Bonner Protokoll vom September 1967 der britischen, französischen und deutschen Regierung die Unterstützung für die Markteinführung des A300 zusagte (Berg und Tielke-Hosemann 1987(2), 1988(3)), galt die erste Phase als abgeschlossen.
Krugman III 107
Subventionen: Aus der politischen Entscheidung in den 60er Jahren, eine europäische zivile Flugzeugindustrie durch die Subventionierung der Entwicklung eines neuen Flugzeugs, des A300, zu unterstützen, ist im Laufe der Zeit die Notwendigkeit geworden, den Markteintritt eines Herstellers einer kompletten Flugzeugfamilie zu subventionieren. Subventionen und Garantien werden heute für die Entwicklung und Markteinführung des A330 und des A340 gewährt, aber das ist nicht unbedingt der letzte Schritt. Airbus hat Lern- und Skaleneffekte noch nicht in der gleichen Weise internalisiert wie die etablierten Hersteller. Der Kostennachteil eines späteren Markteintritts besteht weiterhin. Airbus konkurriert in Marktsegmenten, in denen Boeing bereits große Lerneffekte erzielt hat und zu niedrigeren Grenzkosten produzieren kann. Eine solche Situation lädt Regierungen nicht nur dazu ein, den Markteintritt zu unterstützen, sondern auch das inländische Unternehmen zu subventionieren, um die Gewinne des ausländischen Unternehmens abzuschöpfen. Brander und Spencer (1985(4)) haben gezeigt, dass in einem Cournot-Nash-Spiel Subventionen, die eine Regierung an ihren inländischen Produzenten zahlt, der seine Produkte in einem Drittland verkauft, die Gewinne und den Wohlstand erhöhen.
>Profit, >Wohlfahrt, >Cournot-Wettbewerb, >Gleichgewicht, >Nash-Gleichgewicht, >Subventionen.
Markteintritt/Subventionen: (...) Festkostensubventionen haben keinen Einfluss auf die Kapazitätsentscheidungen der Produzenten. Staatliche Unterstützung macht daher nur glaubhaft, dass der neue Marktteilnehmer auf dem Markt bleiben wird, selbst wenn der Markteintritt über den Planungshorizont nicht profitabel ist. Marktzutrittsverhindernde Preisstrategien des etablierten Herstellers sind daher nicht rational.
>Industriepolitik.

1. Brander, James A, and Barbara J. Spencer. 1983. International R&D rivalry and industrial strategy. Review of Economic Studies 50:707-22.
2. Berg, Hartmut, and Notburga Tielke-Hosemann. 1987. Branchenstudie Luftfahrtindustrie: Der Markt für Großraumflugzeuge des zivilen Luftverkehrs. Dortmunder Diskussionsbeitrage zur Wirtschaftspolitik, no. 24. Universitat Dortmund.
3. Berg, Hartmut, and Notburga Tielke-Hosemann. 1988. Vom Glanz und Elend staatlicher Technologieforderung: Das Projekt “Airbus.” Dortmunder Diskussionsbeitrage zur Wirtschaftspolitik, no. 27. Universitat Dortmund.
4. Brander, James A, and Barbara J. Spence. 1985. Export subsidies and international market share rivalry. Journal of International Economics 18:83-100.

Gernot Klepper. „Industrial Policy in the Transport Aircraft Industry.“ In: Paul Krugman and Alasdair Smith (Eds.) 1994. Empirical Studies of Strategic Trade Policy. Chicago: The University of Chicago Press.

EconKrug I
Paul Krugman
Volkswirtschaftslehre Stuttgart 2017

EconKrug II
Paul Krugman
Robin Wells
Microeconomics New York 2014

Krugman III
Paul Krugman
Alasdair Smith
Empirical Studies of Strategic Trade Policy Chicago: The University of Chicago Press 1994
Merkmale Gärdenfors I 47
Merkmal/Merkmalsanalyse/Linguistik/Gärdenfors: in der Tradition der Fregeschen Logik und Tarskis Wahrheitstheorie hat sich ein anderer Ansatz herausgebildet, als der von mir verfolgte: die Annahme, dass eine Menge von Merkmalen eines Begriffs notwendig und hinreichend zur Bestimmung der Bedeutung ist.
I 48
Siehe hierzu Jackendoff, 1983, p. 112(1); Goddard and Wierzbicka, 1994(2). Insbesondere Katz and Fodor (1963)(3), R. Lakoff (1971)(4), Schank, (1975)(5), Miller and Johnson-Laird (1976) (6).
Lager: GärdenforsVsMerkmalsanalyse.
Begriffsmerkmale/GärdenforsVsKatz/GärdenforsVsLakoff, R./GärdenforsVsFodor/ GärdenforsVsFrege: Experimentelle Resultate sprechen eher für dimensionale Repräsentationen, die auf Ähnlichkeiten basieren als für Repräsentationen von Merkmalen. (Siehe Rosch, 1978, >Prototypentheorie).(7)
Prototypentheorie/Rosch These: Gegenstände sind mehr oder weniger typische Beispiele einer Kategorie und es gibt ein abgestuftes Enthaltensein in Kategorien.


1. Jackendoff, R. (1983). Semantics and cognition. Cambridge, MA: MIT Press.
2. Goddard, C., & Wierzbicka, A. (1994). Semantic and lexical universals: Theory and empirical findings. Amsterdam: John Benjamins.
3. Fodor, J. A., & Katz, J. J. (1963). The structure of a semantic theory. Language, 39, 170–210.
4. Lakoff, R. (1971). IFs, ANDs, and BUTs: about conjunction. In C. Fillmore & D. T. Langendoen (Eds.), Studies in linguistic semantics (pp. 114–149). New York: Holt, Rinehart & Winston.
5. Schank, R. C. (1975). Conceptual information processing. New York: Elsevier Science.
6. Miller, G. A., & Johnson-Laird, P. N. (1976). Language and perception. Cambridge, MA: Belknap Press.
7. Rosch, E. (1978). Prototype classification and logical classification: The two systems. In E. Scholnik (Ed.), New trends in cognitive representation: Challenges to Piaget’s theory (pp. 73–86). Hillsdale, NJ: Erlbaum.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Methode Janis Haslam I 183
Methode/Janis: Im Gegensatz zu den Laborstudien, die viele der klassischen Studien charakterisieren (...), verwendete Janis einen Fallstudienansatz. Als solcher sammelte er Beweise für seine Ideen hauptsächlich aus sekundären Quellen - Memoiren, Sitzungsprotokolle, Tagebücher, Briefe, vorbereitete Erklärungen und dergleichen. (Janis; 1972(1), 1982(2)). >Gruppendenken/Janis, >Gruppendenken/Psychologische Theorien.

1. Janis, I.L. (1972) Victims of Groupthink. Boston: Houghton Mifflin.
2. Janis, I.L. (1982) Groupthink: Psychological Studies of Policy Decisions and Fiascoes. Boston: Houghton Mifflin.

Dominic J. Packer and Nick D. Ungson, „Group Decision-Making. Revisiting Janis’ groupthink studies“, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic studies. London: Sage Publications

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017
Metonymie Gärdenfors I 40
Metonymie/Gärdenfors: ihre Rolle ist vor allem referentiell: sie greift einen bestimmten Aspekt einer Entität heraus und hilft beim Verstehen einer Situation. Klassische Fälle sind pars pro toto und totum pro parte. Bsp Proust ist schwer zu lesen, Bsp Napoleon griff Russland an. Metapher: basiert uf Ähnlichkeit zwischen Bereichen
Metonymie: basiert auf meronomischen (Teil/Ganzes-) Relationen innerhalb ein und desselben Bereichs. (Siehe auch Lakoff and Turner (1989, p. 103).(1)
Gärdenfors: These über Metaphern und Metonymien: Metaphern referieren auf Abbildungen zwischen Bereichen – Metonymien referieren auf meronomische (Teil/Ganzes-) Relationen und andere Relationen innerhalb von Bereichen.
I 41
Metonymie/Tradition: traditionellerweise wurde die Metonymie durch Kontiguität erklärt. Später führte die Kognitive Linguistik die Begriffe Bereich und Bereichsmatrix ein. VsKontiguität/Linguistik: Kontiguität ist zu vage und benötigt Prototypen als Beispiele.
Problem: Bsp Das ganze Haus wachte auf: die Menschen sind nicht Teile des Hauses. Eher ist ihre Lokalisierung Teil der Lokalisierung des Hauses. (Siehe Peirsman and Geeraerts (2006).(2)


1. Lakoff, G., & Turner, M. (1989). More than cool reason: A field guide to poetic metaphor. Chicago: University of Chicago Press.
2. Peirsman, Y., & Geeraerts, D. (2006). Metonymy as a prototypical category. Cognitive Linguistics, 17, 269–316.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Naturkonstanten Barrow I 441
Naturkonstanten/Barrow: Physikalische Konstanten enthalten Zahlen (wie π) und dimensionslose Konstanten (Bsp das Verhältnis der Massen von Elektron und Proton).
I 492
Naturkonstanten/Barrow: Wenn eine Naturkonstante keine reine Zahl ist, sondern eine Maßeinheit, etwa ein Zentimeter, oder ein Meter dazugehört, ist der Gedanke nicht sinnvoll, sie könnte sich von Ort zu Ort oder im Laufe der Zeit ändern (Bsp Lichtgeschwindigkeit). Durch eine Änderung des Maßsystems ließe sich nämlich erreichen, dass es so aussieht, als ob es so wäre.
Eine Größe jedoch, die sich als reine Zahl beschreiben lässt, ist unabhängig von den zur Berechnung ihrer Komponenten benutzten Einheiten. Wenn sich ihr Wert ändert, hat das eine reale und beobachtbare Bedeutung.
>Größen/Physik, >Objektivität, >Konstanten, >Proportionen, >Objektivität/Field, >Physik/Field.

B I
John D. Barrow
Warum die Welt mathematisch ist Frankfurt/M. 1996

B II
John D. Barrow
Die Natur der Natur: Wissen an den Grenzen von Raum und Zeit Heidelberg 1993

B III
John D. Barrow
Die Entdeckung des Unmöglichen. Forschung an den Grenzen des Wissens Heidelberg 2001
Negation Millikan I 221
Nicht/“nicht“/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: These: „nicht“ ist ein Operator, der auf dem Rest des Satzes operiert, indem er den Sinn des gesamten Satzes ändert. >Operator.
Negativer Satz/Verneinung/Negation/Existenz/Millikan: negative Sätze können nicht nicht-existente Tatsachen als real value haben.
Begründung: negative Tatsachen haben keine Kausalkräfte, die in einer Normalen Erklärung eine Rolle spielen könnten.
Negativer Satz/Millikan: wir könnten annehmen, dass negative Sätze keine Repräsentationen sind. Bsp „nicht-p“ soll heißen „die Tatsache dass-p existiert nicht“ So hat Wittgenstein es auch
ungefähr aufgefasst.
>Tatsache.
Pointe: wir hatten oben gesagt, dass Existenzsätze keine Repräsentationen sind.
Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: aber erfasste Sätze der Form „x
existiert nicht“ so auf, dass sie eine nichtexistente Tatsache abbilden. Dann geht die Variable
„x“ in „x existiert nicht“ nicht über Namen von Einzeldingen (Gegenständen, elementaren Objekten) sondern über Repräsentationen möglicher Zustände (möglicher Tatsachen).
>">Bildtheorie/Millikan.
Sinn/Nichtexistenz/Negation/Wittgenstein/Millikan: so war es ihm möglich aufrechtzuerhalten, dass Sätze der Form „x existiert nicht“ einen Sinn haben ((s) >Meinong).
Millikan: in unserer Terminologie heißt dass, dass sie Repräsentationen sind (MillikanVs).
I 222
Und gleichzeitig konnte er behaupten, dass die grundlegendsten Elemente aller Propositionen realen Gegenständen entsprechen. Pointe: das machte es möglich, dass er sagen konnte „x existiert nicht“ immer äquivalent ist zu einem Satz der Form „nicht-p“.
Millikan: könnten wir nicht wenigstens eine Hälfte dieser Äquivalenz aufrechterhalten? Die von „nicht-p“ nach „dass-p existiert nicht“?
>Äquivalenz.
MillikanVsWittgenstein:; nein, noch nicht einmal dies können wir.
Wenn Wittgenstein recht hätte und „nicht-p“ sagt „dass-p existiert nicht“, dann hieße das für meine Position, dass negative Sätze keine Weltzustände abbilden und keine Repräsentationen sind.
Millikan: statt dessen würden sie sprachliche Tatsachen abbilden, „nicht-p“ wäre dann ein Icon, aber es repräsentiert nicht, wobei ein Weltzustand den Satztyp „p“ als Variante hätte.
Protoreferent/Millikan. „p“ wäre nicht ein repräsentierter Referent von „nicht-p“ sondern ein Protoreferent.
Frage: wäre „nicht-p“ ein Icon von dem das „p ist falsch“ ((s) sprachlich) explizit repräsentiert?.
Vs: dann wäre „nicht“ kein Operator mehr!
Nicht/Negation/Operator/Wittgenstein/Millikan: d.h. die Abbildungsregel für „nicht-p“ ist eine Funktion der Abbildungsregel für „p“.
1. Wenn „nicht“ kein Operator wäre, könnte es vorkommen, dass jemand nicht den Sinn von „p“ versteht, aber dennoch den Sinn von „nicht-p“ Absurd.
2. Wenn „nicht-p“ sagt,“ dass-p existiert nicht“ müsste „nicht-p“ auch wahr sein müssen, wenn irgendeine Variante in „p“ nicht völlig bestimmt ist, also keinen angepassten Sinn hat. Bsp „Pegasus war kein geflügeltes Pferd“ Bsp „Der gegenwärtige König von Frankreich ist nicht kahl“ wären wahre Sätze!
3. Sicher ist es so, dass „“p“ ist falsch“ wenigstens abbildet (icons) dass „p“ keinen real value hat. Entsprechend: „x existiert nicht“ bildet dann die Tatsache ab, dass „x“ keine Referenten hat.
Pointe: wenn nun „nicht-p“ sagt, „dass-p“ existiert nicht“ bildet es immer noch eine negative Tatsache ab. >Tatsachen/Millikan.
I 224
Gegenteil/negativer Satz/Repräsentation/Millikan: These: negative Sätze, deren Gegenteile normale repräsentierende Sätze sind, müssen selbst positive Tatsachen abbilden. >Darstellung, >Satz.
I 224
Negation/Stabilisierungsfunktion/nicht/Repräsentation/Millikan: was ist die SF von „nicht“ in normalen repräsentierenden Sätzen? Es wird jedenfalls nicht gebraucht, um den Rest des Satzes „auszuradieren“. „Ausradieren“: kommt manchmal vor, aber dann heißt es Bsp „Sorry“ oder „das habe ich nicht gemeint“.
Negation/“nicht“: seine Funktion ist es auch nicht, keinen Glauben zu produzieren. Das wäre gar keine Funktion.
Eigenfunktion: von „nicht“ ist relational. D.h. es ist eine (mathematische) Funktion der Eigenfunktion des Satzes ohne „nicht“.>
>Terminologie/Millikan.
Satz: hat die Funktion, einen Glauben zu produzieren. Ebenso ein Satz mit „nicht“ muss etwas produzieren, das einen möglichen Nutzen hat.
Negativer Satz: vielleicht soll er einen falschen Glauben eliminieren? Aber das wäre so ähnlich wie „existiert nicht“ funktioniert.
>Existenz, >Nicht-Existenz/Millikan.
I 224
Negativer Satz/“nicht“/Imperativ/Millikan: ein Imperativ wie „bring keinen Dreck ins Haus“ hat sehr wohl eine positive Funktion. Bsp wenn du es doch tust, ist es mit einer Entschuldigung nicht getan „Ich wollte es nicht“ Denn der Befehl war nicht, es ohne Absicht doch zu tun,.
Nicht hinreichend:: „ich habe es nicht beabsichtigt“.
Richtig: ich beabsichtigte, es nicht zu tun.
Nicht hinreichend: „ich wußte nicht, dass ich es tat“
Richtig: man muss wissen, dass man es nicht tut.
Nicht/Imperativ: hier ist der Gebrauch nicht parallel zu der Funktion von „existiert nicht“.
I 257
Negativer Satz/Millikan: bildet eine positive Tatsache (Weltzustand) ab, nicht die Abwesenheit einer Tatsache.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Ontologie Chalmers I 286
Ontologie/Aspekte/Information/psychisch/physisch/Chalmers: Wenn wir von phänomenaler und physikalischer (physikalisch realisierter) Information sprechen, wie ernst müssen wir die ontologischen Implikationen nehmen? In welchem Maß wird Information hier reifiziert? Heißt es, dass das physikalische, das Phänomenale oder beides ontologisch abhängig vom Informationalen sind? >Aspekte.
I 301
Ontologie/Chalmers: Wenn wir Information als etwas mit zwei Aspekten auffassen, welcher ist dann primär? Sind Informationsräume und Informationszustände nur nützliche Konstrukte oder sind sie ontologisch fundamental, Ist Information primär oder das Physische und das Phänomenale?
I 302
Eigenschaftsdualismus/Chalmers: Ich möchte über ihn hinausgehen, dann bei ihm sind die zwei Aspekte bloß getrennt. Ich möchte die Rolle, die die >Information spielt, ernster nehmen. Wir werden spekulative Metaphysik betreiben. >Eigenschaftsdualismus/Chalmers.
In physikalischen Theorien werden fundamentale Zustände als Informationszustände individuiert. Während die Physik uns nicht sagt, was Masse oder Ladung ist, hat sie es mit Differenzen und Lokalisierungen in den entsprechenden Informationsräumen zu tun. Die Physik macht auch keinerlei Aussagen darüber, wie die Informationszustände realisiert sind, solange die kausale oder dynamische Struktur korrekt erfasst ist.
I 303
So könnte das Universum ein gigantischer Computer sein. Fredkin: (1990)(1) These: Das Universum könnte ein riesiger zellulärer Automat sein.
Leckey: (1993)(2) These: Die Raumzeit könnte in einem Computerprozess fundiert sein mit unterschiedlichen Schichten (registers) mit geeigneten Kausalrelationen zwischen ihnen für jede Grundeigenschaft der Welt.
Ontologie/Chalmers: dann hätte man ein Bild der Welt als einer Welt reiner Information. Nach dieser Sichtweise ist es ein Fehler, mehr über die Welt sagen zu wollen.
I 304
VsWheeler/VsFredkin: 1. Phänomenale Eigenschaften haben eine intrinsische Natur, die durch die Lokalisierung im Informationsraum erschöpft ist. >Intrinsisches, >Extrinsisches.
2. Der Begriff eines reinen Informationsflusses ist nicht kohärent. Könnte es nicht Unterschiede geben, die nicht ihrerseits wieder in Unterschieden irgendeiner zugrunde liegenden Eigenschaft fußen? Unterschiede müssen immer Unterschiede in etwas sein.
Lösung/VsVs/Chalmers: Wir könnten direktes Wissen über eine intrinsische Natur in der Welt haben und diese könnte dafür gebraucht werden, Informationszustände zu begründen.
I 305
Chalmers: So können wir den Vorschlag von Russell(3) aufgreifen und sagen, die unbekannten intrinsischen Eigenschaften der Welt sind phänomenale (oder protophänomenale) Eigenschaften. Russell brauchte sie als den Kausaleigenschaften der Physik zugrunde liegend, wir brauchen sie für die Fundierung der Informationszustände. Wir können damit zwei Probleme gleichzeitig lösen. >Fundierung.
Chalmers These: Die Informationsräume, die die Physik verlangt sind ihrerseits gegründet in phänomenalen oder protophänomenalen Eigenschaften. Jedes Mal wenn eine Masse oder eine Ladung realisiert ist, steckt eine mikrophänomenale Eigenschaft dahinter. Die letztlichen Unterschiede sind mikrophänomenale Unterschiede. Damit haben wir auch zwei Aspekte.
>Phänomenologie/Chalmers, >Protophänomen.


1. E. Fredikin, Digital Mechanics. Physica D45, 1990,: pp. 254-70
2. M. Leckey, The universe as a computer. A model for prespace metaphysics. Ms Philosophy Department, Monash University, 1993.
3. B. Russell, The Analysis of Matter, London 1927

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014
Opazität Lanier I 94
Opazität/Lanier: Undurchsichtigkeit ist zweifellos die fundamentalste Form von Sicherheit, die es gibt, und durch das Internet als solches ist sie auch nicht obsolet geworden. >Anonymität, >Soziale Netzwerke, >Soziale Medien, >Internet, Internetkultur, >Internetprotokoll, >Onlinerecht, >World Wide Web.

Lanier I
Jaron Lanier
Gadget: Warum die Zukunft uns noch braucht Frankfurt/M. 2012
Open Access Benkler Benkler I 323
Open Access/Wissenschaftliche Publikation/nicht-proprietär/Benkler: Die wissenschaftliche Veröffentlichung ist ein zweiter Sektor, in dem eine nicht-proprietäre Strategie leicht umgesetzt werden kann und sich bereits entwickelt, um das proprietäre Modell zu ersetzen. Hier ist die bestehende Marktstruktur recht seltsam, was sie wahrscheinlich instabil macht. Authoring und Peer Review, die beiden Kernaufgaben der Wertschöpfung, werden von Wissenschaftlern durchgeführt, die weder in Erwartung von Lizenzgebühren noch Zahlungen eine Aufgabe erfüllen. Das Modell der meisten Publikationen ist jedoch sehr proprietär. Eine kleine Anzahl von Unternehmen, wie Elsevier Science, kontrollieren die meisten Publikationen. Neben ihnen veröffentlichen auch Berufsverbände von Wissenschaftlern ihre großen Zeitschriften nach einem proprietären Modell.
I 324
Universitäten, deren Wissenschaftler Zugang zu den Arbeiten benötigen, tragen erhebliche Kosten, um die Publikationen als grundlegenden Input für ihre eigene neue Arbeit zu bezahlen. Während die Auswirkungen dieses seltsamen Systems an den Universitäten in den reichen Ländern stark zu spüren sind, macht die Belastung durch die Abonnementspreise, die bis zu Tausende von Dollar pro Titel kosten, den Zugang zu aktueller wissenschaftlicher Forschung für Universitäten und Wissenschaftler, die in ärmeren Ländern arbeiten, unerschwinglich. In diesem Bereich entstehen bereits heute nicht-proprietäre Lösungen. Der erste Cluster [der Lösung] ist näher am traditionellen Peer Review Model. Er nutzt die Internetkommunikation, um das Redaktions- und Peer-Review-System zu rationalisieren, ist aber immer noch auf eine kleine, fest angestellte Redaktion angewiesen. Anstatt sich auf Abonnementzahlungen zu verlassen, stützt er sich auf andere Formen von Zahlungen, bei denen kein Preis für die Ergebnisse erhoben werden muss.
I 325
Der zweite Ansatz für wissenschaftliche Publikationen geht einher mit einer engeren Entwicklung freier Software und der Peer Production. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen ihre abgeschlossenen Arbeiten auf ihren eigenen Webseiten frei zur Verfügung. Die primäre Einschränkung dieses Mechanismus ist das Fehlen eines einfachen, einzigen Ortes, an dem man nach Artikeln zu einem bestimmten Thema suchen kann. Und doch sehen wir bereits die Entstehung von Tagging-Standards und -Protokollen, die es jedem ermöglichen, das Universum der selbstarchivierten Materialien zu durchsuchen. Nach Abschluss eines solchen Entwicklungsprozesses würde eine Archivierung nach Einzelbezugspunkten grundsätzlich überflüssig werden.
>Informationsproduktion, >Wissenschaft, >Peer production, >Peer-to-peer-Netzwerke.

Benkler I
Yochai Benkler
The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom New Haven 2007
PageRank-Algorithmus Norvig Norvig I 870
PageRank-Algorithmus/Norvig/Russell: PageRank wurde erfunden, um das Problem der TF-scores zu lösen: Wie stellen wir sicher, wenn die Abfrage [IBM] lautet, dass die Homepage von IBM (ibm.com) das erste Ergebnis ist, auch wenn eine andere Website den Begriff "IBM" häufiger erwähnt? Die Idee dahinter ist, dass ibm.com viele In-Links (Links zu der Seite) aufweist und daher höher eingestuft werden sollte: Jeder In-Link ist eine Stimme für die Qualität der verlinkten Seite. Wenn wir aber nur die In-Links zählen würden, dann wäre es für einen Web-Spammer möglich, ein Netzwerk von Seiten zu erstellen und sie alle auf eine Seite seiner Wahl verweisen zu lassen, wodurch sich die Punktzahl dieser Seite erhöht. Daher ist der PageRank-Algorithmus so ausgelegt, dass Links von qualitativ hochwertigen Websites stärker gewichtet werden. Was ist jedoch eine qualitativ hochwertige Website? Eine Website, auf die von anderen qualitativ hochwertigen Websites verwiesen wird. Diese Definition ist rekursiv, erreicht (...) aber einen Tiefpunkt. Der PageRank für eine Seite p ist definiert als:
PR(p) = 1 – d/N + d ∑i PR(ini)/ C ini)

PR(p): der PageRank der Seite p
N: die absolute Anzahl an Seiten in dem Korpus,
Ini: sind die Seiten, die auf p verlinken und
C(ini): ist die Zählung der Gesamtzahl der Out-Links auf der Seite in i.
D: Die Konstante d ist ein Dämpfungsfaktor.
Zufälliger Internetnutzer: Dies kann durch das Modell des zufälligen Internetnutzers (engl. random surfer model) verstanden werden. Stellen Sie sich einen Internetnutzer vor, der auf irgendeiner zufälligen Seite mit der Erkundung beginnt. Mit der Wahrscheinlichkeit d (wir nehmen an d=0,85) klickt der Internetnutzer auf einen der Links auf der Seite (wobei er einheitlich unter den Links auswählt). Mit der Wahrscheinlichkeit 1 - d langweilt die Webseite den Internetnutzer und dieser beginnt erneut auf einer zufälligen Seite irgendwo im Web. Der PageRank von Seite p ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass sich der zufällige Internetnutzer zu irgendeinem Zeitpunkt auf Seite p befindet. Der PageRank kann durch ein iteratives Verfahren berechnet werden: Beginnen Sie mit allen Seiten, die PR(p)=1 aufweisen, iterieren Sie den Algorithmus und aktualisieren Sie die Ränge, bis sie konvergieren.
Norvig I 972
HITS-Algorithmus: Der Algorithmus der Hyperlink-induzierten Themensuche, auch bekannt als "Hubs and Authorities" oder HITS, ist ein weiterer einflussreicher Algorithmus zur Link-Analyse (...). HITS unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht vom PageRank. Erstens ist er ein anfrageabhängiges Maß: es bewertet Seiten in Bezug auf eine Anfrage. Das bedeutet, dass er für jede Anfrage neu berechnet werden muss - eine Rechenlast, die die meisten Suchmaschinen nicht übernehmen wollen. Bei einer Suchanfrage findet HITS zunächst eine Reihe von Seiten, die für die Anfrage relevant sind. Dies geschieht, indem es Trefferlisten mit Suchbegriffen vergleicht und dann Seiten in der Link-Nachbarschaft dieser Seiten hinzufügt - Seiten, die auf eine der Seiten in der ursprünglichen relevanten Menge verweisen oder von einer dieser Seiten aus verlinkt werden. Jede Seite in diesem Set wird als AUTHORITY betrachtet, eine Instanz oder Autorität der Suchanfrage in dem Maße, dass andere HUB-Seiten im relevanten Set darauf verweisen. Eine Seite gilt in dem Maße als Hub, wie sie auf andere maßgebliche (engl. authoritative) Seiten im relevanten Set verweist. Genau wie beim PageRank wollen wir nicht einfach nur die Anzahl der Links zählen; wir wollen den qualitativ hochwertigen Hubs und Instanzen mehr Wert verleihen. Wie beim PageRank iterieren wir also einen Prozess, bei dem die Autoritätsbewertung einer Seite so aktualisiert wird, dass sie die Summe der Hub-Bewertungen der Seiten ist, die auf sie verweisen und die Hub-Bewertung die Summe der Autoritätsbewertungen der Seiten ist, auf die sie verweist. Wenn wir dann die Punktzahlen normalisieren und k-mal wiederholen, wird der Prozess konvergieren.
Sowohl PageRank als auch HITS spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung unseres Verständnisses des Webs. >Information Retrieval, >Question Answering.
Norvig I 884
Literatur: Brin und Page (1998)(1) beschreiben den PageRank-Algorithmus und die Implementierung einer Web-Suchmaschine. Kleinberg (1999)(2) beschreibt den HITS-Algorithmus. Silverstein et al. (1998)(3) untersuchen ein Protokoll von einer Milliarde Web-Suchanfragen. Die Zeitschrift Information Retrieval und der Tagungsband der jährlichen SIGIR-Konferenz behandeln die jüngsten Entwicklungen auf diesem Gebiet.


1. Brin, S. and Page, L. (1998). The anatomy of a large-scale hypertextual web search engine. In Proc.
Seventh World Wide Web Conference.
2. Kleinberg, J. M. (1999). Authoritative sources in a hyperlinked environment. JACM, 46(5), 604–632.
3. Silverstein, C., Henzinger, M., Marais, H., and Moricz,M. (1998). Analysis of a very large altavista query log. Tech. rep. 1998-014, Digital Systems Research Center

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
PageRank-Algorithmus Russell Norvig I 870
PageRank-Algorithmus/Norvig/Russell: PageRank wurde erfunden, um das Problem der TF-scores zu lösen: Wie stellen wir sicher, wenn die Abfrage [IBM] lautet, dass die Homepage von IBM (ibm.com) das erste Ergebnis ist, auch wenn eine andere Website den Begriff "IBM" häufiger erwähnt? Die Idee dahinter ist, dass ibm.com viele In-Links (Links zu der Seite) aufweist und daher höher eingestuft werden sollte: Jeder In-Link ist eine Stimme für die Qualität der verlinkten Seite. Wenn wir aber nur die In-Links zählen würden, dann wäre es für einen Web-Spammer möglich, ein Netzwerk von Seiten zu erstellen und sie alle auf eine Seite seiner Wahl verweisen zu lassen, wodurch sich die Punktzahl dieser Seite erhöht. Daher ist der PageRank-Algorithmus so ausgelegt, dass Links von qualitativ hochwertigen Websites stärker gewichtet werden. Was ist jedoch eine qualitativ hochwertige Website? Eine Website, auf die von anderen qualitativ hochwertigen Websites verwiesen wird. Diese Definition ist rekursiv, erreicht (...) aber einen Tiefpunkt. Der PageRank für eine Seite p ist definiert als:
PR(p) = 1 – d/N + d ∑i PR(ini)/ C ini)

PR(p): der PageRank der Seite p
N: die absolute Anzahl an Seiten in dem Korpus,
Ini: sind die Seiten, die auf p verlinken und
C(ini): ist die Zählung der Gesamtzahl der Out-Links auf der Seite in i.
D: Die Konstante d ist ein Dämpfungsfaktor.
Zufälliger Internetnutzer: Dies kann durch das Modell des zufälligen Internetnutzers (engl. random surfer model) verstanden werden. Stellen Sie sich einen Internetnutzer vor, der auf irgendeiner zufälligen Seite mit der Erkundung beginnt. Mit der Wahrscheinlichkeit d (wir nehmen an d=0,85) klickt der Internetnutzer auf einen der Links auf der Seite (wobei er einheitlich unter den Links auswählt). Mit der Wahrscheinlichkeit 1 - d langweilt die Webseite den Internetnutzer und dieser beginnt erneut auf einer zufälligen Seite irgendwo im Web. Der PageRank von Seite p ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass sich der zufällige Internetnutzer zu irgendeinem Zeitpunkt auf Seite p befindet. Der PageRank kann durch ein iteratives Verfahren berechnet werden: Beginnen Sie mit allen Seiten, die PR(p)=1 aufweisen, iterieren Sie den Algorithmus und aktualisieren Sie die Ränge, bis sie konvergieren.
Norvig I 972
HITS-Algorithmus: Der Algorithmus der Hyperlink-induzierten Themensuche, auch bekannt als "Hubs and Authorities" oder HITS, ist ein weiterer einflussreicher Algorithmus zur Link-Analyse (...). HITS unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht vom PageRank. Erstens ist er ein anfrageabhängiges Maß: es bewertet Seiten in Bezug auf eine Anfrage. Das bedeutet, dass er für jede Anfrage neu berechnet werden muss - eine Rechenlast, die die meisten Suchmaschinen nicht übernehmen wollen. Bei einer Suchanfrage findet HITS zunächst eine Reihe von Seiten, die für die Anfrage relevant sind. Dies geschieht, indem es Trefferlisten mit Suchbegriffen vergleicht und dann Seiten in der Link-Nachbarschaft dieser Seiten hinzufügt - Seiten, die auf eine der Seiten in der ursprünglichen relevanten Menge verweisen oder von einer dieser Seiten aus verlinkt werden. Jede Seite in diesem Set wird als AUTHORITY betrachtet, eine Instanz oder Autorität der Suchanfrage in dem Maße, dass andere HUB-Seiten im relevanten Set darauf verweisen. Eine Seite gilt in dem Maße als Hub, wie sie auf andere maßgebliche (engl. authoritative) Seiten im relevanten Set verweist. Genau wie beim PageRank wollen wir nicht einfach nur die Anzahl der Links zählen; wir wollen den qualitativ hochwertigen Hubs und Instanzen mehr Wert verleihen. Wie beim PageRank iterieren wir also einen Prozess, bei dem die Autoritätsbewertung einer Seite so aktualisiert wird, dass sie die Summe der Hub-Bewertungen der Seiten ist, die auf sie verweisen und die Hub-Bewertung die Summe der Autoritätsbewertungen der Seiten ist, auf die sie verweist. Wenn wir dann die Punktzahlen normalisieren und k-mal wiederholen, wird der Prozess konvergieren.
Sowohl PageRank als auch HITS spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung unseres Verständnisses des Webs.
>Information Retrieval, >Question Answering.
Norvig I 884
Literatur: Brin und Page (1998)(1) beschreiben den PageRank-Algorithmus und die Implementierung einer Web-Suchmaschine. Kleinberg (1999)(2) beschreibt den HITS-Algorithmus. Silverstein et al. (1998)(3) untersuchen ein Protokoll von einer Milliarde Web-Suchanfragen. Die Zeitschrift Information Retrieval und der Tagungsband der jährlichen SIGIR-Konferenz behandeln die jüngsten Entwicklungen auf diesem Gebiet.

1. Brin, S. and Page, L. (1998). The anatomy of a large-scale hypertextual web search engine. In Proc.
Seventh World Wide Web Conference.
2. Kleinberg, J. M. (1999). Authoritative sources in a hyperlinked environment. JACM, 46(5), 604–632.
3. Silverstein, C., Henzinger, M., Marais, H., and Moricz,M. (1998). Analysis of a very large altavista query log. Tech. rep. 1998-014, Digital Systems Research Center

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Panpsychismus Chalmers I 297
Panpsychismus/Chalmers: Wenn wir einem Thermostaten Erlebnisse zugestehen (blitzhafte Informationszustandsänderungen), dann gibt es vielleicht überall Bewusstsein, oder bewusste Zustände? Vielleicht in einem Stein? Aber ein Stein entspricht nicht einem Thermostat. Wir können sagen, dass der Stein Subsysteme enthält, die bewusst sind.
I 298
Bewusstsein/Chalmers: Wenn wir annehmen, dass sehr einfache Systeme sehr einfache Phänomenologie haben, macht es weniger unverständlich, Bewusstsein als eine einheitliche Eigenschaft des Universums anzunehmen. Erlebnis/Chalmers: Können Erlebnisse in einem statischen Zustand entstehen? Intuitiv scheint es notwendig zu sein, dass eine Zustandsänderung erforderlich ist, damit ein System ein Erlebnis hat.
Protophänomenal: so können wir die „Erlebnisse“ eines Thermostats nennen.
>Protophänomenal.
I 299
Panpsychismus/Chalmers: Der Grund, warum ich meine These nicht als Panpsychismus bezeichne, ist, dass irreführenderweise suggeriert wird, dass protophänomenale Erlebnisse irgendwie grundlegend wären und komplexe Erlebnisse aus ihnen zusammengesetzt wären, was ich eben nicht glaube. Ich nenne meine These des naturalistischen Dualismus jedoch eine Variante des Panpsychismus. >Dualismus, >Dualismus/Chalmers, >Eigenschaftsdualismus, vgl. >Monismus.

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014
Peer-to-Peer-Netzwerke Benkler Benkler I 83
Peer-to-Peer-Netzwerke/Kommunikationsplattformen/Benkler: Wie bei Projekten für verteiltes Computing sind Peer-to-Peer File-Sharing-Netzwerke in der Regel
I 84
ein hervorragendes Beispiel für ein hocheffizientes System zur Speicherung und zum Zugriff auf Daten in einem Computernetzwerk. Diese Netzwerke des Teilens sind viel weniger "mysteriös", wenn es darum geht, die menschliche Motivation hinter der Teilnahme zu verstehen. Dennoch liefern sie wichtige Erkenntnisse darüber, inwieweit eine groß angelegte Zusammenarbeit zwischen fremden oder lose verbundenen Nutzern effektive Kommunikationsplattformen bieten kann.
I 85
Was an Peer-to-Peer-Netzwerken als Signal für das, was kommen wird, wirklich einzigartig ist, ist die Tatsache, dass mit lächerlich geringen finanziellen Investitionen einige Teenager und Zwanzigjährige in der Lage waren, Software und Protokolle zu schreiben, die es Zehntausenden von Computernutzern auf der ganzen Welt ermöglichten, bei der Entwicklung des effizientesten und robustesten Dateiablagesystems der Welt zusammenzuarbeiten. Der weiter gefasste Punkt, den man bei der Betrachtung von Peer-to-Peer File Sharing-Netzwerken beachten sollte, ist jedoch die bloße Wirksamkeit einer groß angelegten Zusammenarbeit zwischen Einzelpersonen, sobald sie unter ihrer individuellen Kontrolle über das Sachkapital verfügen, das notwendig ist, um ihre Zusammenarbeit effektiv zu gestalten.
Die einzigen tatsächlichen sozialen Kosten, die zum Zeitpunkt der Übertragung anfallen, sind die Speicherkapazität, die Kommunikationskapazität und die Verarbeitungskapazität, die erforderlich sind, um die Informationen zu speichern, zu katalogisieren, zu suchen, abzurufen und zu übertragen, um die Dateien von dort, wo sich Kopien befinden, zu dort zu replizieren, wo mehr Kopien gewünscht werden.
I 86
Durch die Zusammenarbeit in diesen Austauschpraktiken konstruieren die Benutzer zusammen Systeme mit Fähigkeiten, die weit über die hinausgehen, die sie selbst allein hätten entwickeln können, sowie die Fähigkeiten, die selbst die best finanzierten Unternehmen mit Techniken bieten können, die auf Komponenten beruhen, die sie vollständig besitzen. >Peer Production/Shirky, >Peer Production/Zittrain.

Benkler I
Yochai Benkler
The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom New Haven 2007
Politik Sunstein I 42
Politik/Sunstein: sollte Politik nach Umfrageergebnissen gemacht werden? Das Theorem von Condorcet lässt die Frage weniger sinnlos erscheinen, als sie auf den ersten Blick ist. >Entscheidungstheorie/Condorcet.
Das gilt aber nur für Ja/Nein-Fragen innerhalb von Gruppen, deren Mitglieder höchstwahrscheinlich in ihrer Mehrheit richtig liegen. Das mag in Beratergremien in Unternehmen der Fall sein, oder in bestimmten Fachfragen, wenn ein Gremium von Experten befragt wird. Es würde aber nicht funktionieren, wenn man die Bevölkerung eines Landes, z.B. der USA fragen würde, ob das Kyoto-Protokoll unterzeichnet werden sollte.
I 44
In vielen Bereichen unterliegen Menschen systematischen Fehlern. Die Frage bleibt aber, ob Gruppendiskussionen helfen. >Demokratie/Sunstein. Funktionierende Demokratien delegieren bestimmte Fragen an Expertengremien.
>MorozovVsJarvis und MorozovVsShirky.
I 45
In einem Experiment in Colorado im Sommer 2005 wurden liberale und konservative Gruppen zusammengemixt, die einige Fragen diskutieren sollten wie die, ob die Vereinigten Staaten ein Klimaabkommen unterzeichnen sollten, oder ob Gleichberechtigung (affirmative action) benachteiligten Gruppen zustehen sollte.(1) Das Ergebnis war eindeutig: in fast jeder Gruppe waren die Positionen nach der Diskussionen extremer polarisiert, wobei die jeweiligen Ausgangspositionen der Gruppen in stärkerem Maße vertreten wurden.
I 46
Außerdem fanden die jeweiligen Lager zu größerer Homogenität.
I 49
Gruppendiskussion/John Rawls: These: Die Vorteile liegen in der Kombination von Information und der Vergrößerung der Reichweite von Argumenten.(2) SunsteinVsRawls: siehe oben.

1. Siehe Reid Hastie, David Schkade, and Cass R. Sunstein, “What Really Happened on Deliberation Day?” (University of Chicago Law School, unpublished manuscript, 2006).
2. 8. John Rawls, A Theory of Justice (Cambridge, MA: Belknap Press, 1971), 358–59.

Sunstein I
Cass R. Sunstein
Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge Oxford 2008

Sunstein II
Cass R. Sunstein
#Republic: Divided Democracy in the Age of Social Media Princeton 2017
Polysemie Gärdenfors I 201
Polysemie/Gärdenfors: viele Wörter scheinen eine große Zahl von verschiedenen Bedeutungen zu haben, die nur wenig miteinander zu tun haben. Es gibt zwei Weisen, im Rahmen einer semantischen Theorie damit umzugehen. (Lakoff, 1987, p. 420(1); Tyler & Evans, 2001, pp. 727-733(2); Zlatev, 2003 (3); Van der Gucht, Klaas, & De Cuypere, 2007(4)). 1. Volle Spezifikation: jede einzelne Bedeutung wird im Lexikon aufgeführt, aber auch die semantischen Relationen zwischen ihnen können spezifiziert werden. (Lakoff, 1987 pro)(1)
I 202
2. Minimal Spezifikation: eine Wortbedeutung wird als zentral angenommen, die anderen davon abgeleitet, entweder durch Kontextinformation oder durch semantische Transformationen. Jackendoff: (1983, pp. 118-189)(5): These: Der Geist bildet nicht abstrakte Begriffe aus der Luft heraus.
Lakoff (1987)(1):These: unser Geist wäre überfordert, wenn er alle 24 Bedeutungen von „over“ einzeln abspeichern müsste. Lösung: Erinnerung an Prototypen plus allgemeine semantische Prinzipien für die Bildung der anderen Bedeutungen.
Gärdenfors dito. Das Mittel dazu nenne ich semantische Transformation.


1. Lakoff, G. (1987). Women, fire, and dangerous things. Chicago: University of Chicago Press.
2. Tyler, A., & Evans, V. (2001). Reconsidering prepositional polysemy networks: The case of over. Language, 77, 724–765.
3. Zlatev, J. (2003). Polysemy or generality? Mu. In H. Cuyckens, R. Dirven, & J. R. Taylor (Eds.), Cognitive approaches to lexical semantics (pp. 447–494). Berlin: Mouton de Gruyter.
4. Van der Gucht, F., Klaas, W., & De Cuypere, L. (2007). The iconicity of embodied meaning: Polysemy of spatial prepositions in the cognitive framework. Language Sciences, 29, 733–754.
5. Jackendoff, R. (1983). Semantics and cognition. Cambridge, MA: MIT Press.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Popper Ball Gaus I 21
Popper/Interpretation von Hegel/Ball: Es könnte lehrreich sein, Poppers "Offene Gesellschaft" erneut zu besuchen, um zu zeigen, wie aufrichtig gehaltene aktuelle Anliegen unsere Interpretation "klassischer" Werke der politischen Theorie beeinflussen - oder falsch beeinflussen können. Lassen Sie uns aus der vorhergehenden Galerie von Schurken ein einziges Beispiel für eine nähere Betrachtung auswählen: Hegels Bemerkung in "Philosophie des Rechts", dass "das, was rational ist, tatsächlich ist und das, was tatsächlich ist, rational ist" (1952: 10)(1). >Rechtsphilosophie/Hegel.
Popper zitiert Hegels Bemerkung in englischer Übersetzung und glossiert sie dann wie folgt: 'Hegel behauptet, dass alles, was vernünftig ist, wirklich sein muss, und alles, was wirklich ist, muss vernünftig sein'. So behauptet Hegel, dass "alles, was jetzt real oder tatsächlich ist, notwendigerweise existiert und sowohl vernünftig als auch gut sein muss". (Besonders gut ist ... der bestehende preußische Staat)' (Popper(2)).
Der preußische Staat zu Hegels Zeit war ein autoritärer Polizeistaat, der Zensur, willkürliche Verhaftungen und Inhaftierungen ohne ordentliches Gerichtsverfahren praktizierte. Dieser Staat war real; daher war dieser Staat nach Hegels Ansicht rational oder vernünftig und damit gut. Auf diese Weise, so Popper, habe Hegel dem preußischen Prototyp des modernen totalitären Staates seinen philosophischen Segen gegeben, und so müsse man ihn selbst als "totalitären" Denker und Apologeten bezeichnen. Hegel ist, kurz gesagt, ein "Feind" der "offenen Gesellschaft".
BallVsPopper: Aber ist Hegel im Sinne der Anklage schuldig? Die kurze Antwort ist nein. Lassen Sie uns sehen, warum. Hier ist Hegels eigene Aussage im deutschen Original: 'Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig. Die naheliegendste englische Entsprechung ist: "What is rational is actual; and what is actual is rational." Beachten Sie, dass "wirklich" nicht mit 'real', sondern mit 'actual' übersetzt wird. Im Alltagsdeutsch, wie auch im Englischen, gibt es
Gaus I 22
normalerweise keine scharfe Unterscheidung zwischen "real" und "tatsächlich" (engl. "actual"). Popper (dessen Muttersprache Deutsch war) übersieht, dass Hegel nicht in gewöhnlichem, nicht-technischem Deutsch schrieb, sondern in einem technisch-philosophischen Idiom. Er unterscheidet zwischen wirklich (actual) und reell (real) und behält diese scharfe Unterscheidung bei. In Hegels philosophischer Nomenklatur ist eine Eichel (zum Beispiel) real; aber sie ist erst dann real, wenn ihr Potenzial vollständig verwirklicht ist, das heißt, wenn sie zu einer ausgewachsenen Eiche wird. Mit anderen Worten, Hegel verwendet "wirklich", um "vollständig verwirklicht" zu meinen; er stellt "wirklich" nicht dem Irrealen, sondern dem "Potenzial" gegenüber. So bedeutet Hegels berühmt-berüchtigte Aussage so etwas wie: "Rational ist das, was sein Potenzial vollständig verwirklicht; und was sein Potenzial vollständig verwirklicht, ist rational. Hermeneutik/BallVsPopper: Aus Poppers (und vielen anderen) Fehlinterpretationen von Hegel (und Platon, Rousseau und anderen Theoretikern) lässt sich eine größere hermeneutische Lektion lernen. Erstens ist es wichtig, Aussagen in ihren richtigen Kontext zu stellen - konzeptuell-philosophisch oder anderweitig. In diesem Fall bedeutet das, zu beachten, wie Hegel einen scheinbar gewöhnlichen Begriff in einer nicht gewöhnlichen oder technischen Weise verwendet. Zweitens sollte man sich vor jedem Interpreten hüten, der wie Popper eine vorgegebene These hat, die er dann durch selektives Zitieren und Zusammenfügen von Aussagen, die aus ihrem textlichen und sprachlichen Kontext herausgenommen wurden, "beweist" - eine Vorliebe, die Popper ironischerweise mit den Marxisten teilt, die er so sehr verabscheut.
>G.W.F. Hegel, >K. Popper, >Übersetzung, >Zitate, >Unbestimmtheit, >Marxismus, >Ideologie, >Totalitarismus, >Falschinformation, >Aktualität, >Wirklichkeit.

1. Hegel, G. W. F. (1952 [1820]) Philosophy of Right, trans. T. M. Knox. Oxford: Oxford University Press. .
2. Popper, Karl R. (1963 [1945]) The Open Society and Its Enemies, 4th edn. New York: Harper and Row. II, 41

Ball, Terence. 2004. „History and the Interpretation of Texts“. In: Gaus, Gerald F. 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Positivismus Ayer I 291f
AyerVsPositivismus: Protokollsätze geben keine Tatsachen wieder - sie sind nie eindeutig. - Daher sind sie als Basis ungeeignet. >Protokollsätze, >Tatsachen.

Ayer I
Alfred J. Ayer
"Truth" in: The Concept of a Person and other Essays, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ayer II
Alfred Jules Ayer
Language, Truth and Logic, London 1936
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke

Ayer III
Alfred Jules Ayer
"The Criterion of Truth", Analysis 3 (1935), pp. 28-32
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Positivismus Black II 203
Protokollsatz/BlackVsPositivismus: Man muss Protokollsätze immer weiter verifizieren. - Es gibt keinen Abschluss.
II 205
Logischer Positivismus/Black: Der wundeste Punkt ist der dogmatische Charakter des Verifizierbarkeitsprinzips. (>Empiristisches Sinnkriterium). RyleVsPositivismus: Der Positivismus ist zu eng. Er schließt zu viel aus.
II 206
Bsp Was als Linse gekauft wurde, kann als Prisma funktionieren.>Gebrauch, >Methode, vgl. >Empirismus, >Rationalismus.

Black I
Max Black
"Meaning and Intention: An Examination of Grice’s Views", New Literary History 4, (1972-1973), pp. 257-279
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg) Frankfurt/M 1979

Black II
M. Black
Sprache. Eine Einführung in die Linguistik München 1973

Black III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983

Black IV
Max Black
"The Semantic Definition of Truth", Analysis 8 (1948) pp. 49-63
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994
Positivismus Popper I 116f
Positivismus/Popper: Der Positivismus fasst das Abgrenzungsproblem naturalistisch auf, als feststehende Grenze. Positivistischer Radikalismus: Die Naturgesetze sind nicht auf elementare Erfahrungssätze zurückführbar. >Abgrenzung.
I 117
Wittgenstein: Nach seinem Sinnkriterium sind die Naturgesetze sinnlos, d.h. keine legitimen Sätze. PopperVsCarnap: Es war ein Fehler, die Metaphysik durch Bewertungen abzutun.
Stattdessen Popper: Dee Metaphysik hat einen heuristischen Wert. (Bsp Spekulativer Atomismus).
>Metaphysik.
I 127
Protokollsätze/Popper: Protokollsätze haben keine bevorzugte Stellung. Sie erscheinen in der Wissenschaft nur als psychologische Aussagen! >Protokollsatz.
PopperVsPositivismus: Der Positivismus wünscht nicht, dass es außer den Problemen der "positiven" Erfahrungswissenschaft noch sinnvolle Probleme geben soll. Er möchte die sogenannten philosophischen Probleme als Scheinprobleme sehen. Das wird immer durchführbar sein. Es ist nichts leichter, als ein Problem als Scheinproblem zu enthüllen. Man braucht ja nur den Begriff des "Sinnes" eng genug zu fassen.
>Sinn.

Flor II 473
PopperVsLogischer Positivismus: Wissenschaft als Prozess wird von ihm stärker betont als die Charakterisierung formaler Züge bei Theorien, die als wissenschaftliche Produkte aufgefasst werden.

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Flor I
Jan Riis Flor
"Gilbert Ryle: Bewusstseinsphilosophie"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor II
Jan Riis Flor
"Karl Raimund Popper: Kritischer Rationalismus"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A.Hügli/P.Lübcke Reinbek 1993

Flor III
J.R. Flor
"Bertrand Russell: Politisches Engagement und logische Analyse"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Flor IV
Jan Riis Flor
"Thomas S. Kuhn. Entwicklung durch Revolution"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993
Programmierung Zittrain I 41
Computerprogrammierung/Zittrain: Die Modularität, die das Design des Internets inspirierte, bedeutete, dass Computerprogrammierer Software für Computer schreiben konnten, ohne etwas über das Netzwerk wissen zu müssen, das die resultierenden Daten übertragen würde, während Netzwerk-Freaks neue Protokolle mit einer absichtlichen Unkenntnis darüber entwickeln konnten, welche Programme auf den angeschlossenen Geräten laufen würden und welche Daten daraus resultieren würden. >Software, >Internet, >Internet protocol, >Internetkultur,
>Netzwerke.

Zittrain I
Jonathan Zittrain
The Future of the Internet--And How to Stop It New Haven 2009
Protokollsätze Protokollsatz, Wissenschaftstheorie, Philosophie: Ein Satz, der eine Beobachtung zusammen mit Ort und Zeit sowie evtl. der verwendeten Beobachtungseinrichtungen und Versuchsbedingungen dokumentiert. Probleme ergeben sich im Zusammenhang mit Unterschieden in Bezug auf den möglichen Gegenstandsbereich und die verwendeten Begriffe, wenn verschiedene Theorien oder Theorieerweiterungen angewendet werden. Andere Bezeichnungen sind Basissatz oder Beobachtungssatz. Siehe auch Theoriebeladenheit der Bedeutung, Empirismus, Beobachtungssatz, Beobachtungssprache, Theoretisch Entitäten, theoretisch Termini.
Protokollsätze Genz II 114
Begriffe/Popper/Genz: Begriffe müssen nicht mehr unbedingt durch Basissätze definierbar sein: Schwächer: stattdessen: Die Begriffe sind erforderlich zur Ableitung von Basissätzen.
>Begriffe, >Definitionen, >Theoretische Termini, >Theoriesprache, >Ableitung, >Ableitbarkeit.

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
Protokollsätze Hempel I 99ff
Protokollsatz/Hempel: Im Vergleich zu ihnen haben selbst singuläre Aussagen den Charakter von Hypothesen. >Hypothesen.
Daraus folgt:
I 100
CarnapVsTractatus: Die Wahrheit/Falschheit aller Aussagen kann nicht mehr unter Bezug auf die Wahrheit bestimmter Basisaussagen definiert werden (denn die sind ja Hypothesen). Das Bedeutungskriterium ist zu eng. Dann sind auch Protokollsätze nicht mehr unanfechtbar. >Signifikanz.
I 102
Schlick: Wir können nicht ganz auf Basissätze verzichten, sonst ensteht >Relativismus.
I 104
SchlickVsCarnap/VsNeurath: Deren These, dass eine Aussage dann wahr ist, wenn sie durch Protokollsätze hinreichend bewährt ist, führt zu unsinnigen Ergebnissen, sofern die Idee absolut wahrer Protokollsätze abgelehnt wird. Es gibt offensichtlich viele verschiedene Systeme von Protokollsätzen - nach Carnap und Neurath wäre jedes dieser verschiedenen, unvereinbaren Systeme wahr.
I 105
Carnap: Wahre Protokollsätze hervorzubringen lernen wir durch Konditionierung, z.B. durch das richtige Ablesen von Messinstrumenten.
I 106
In der neuen Form von Carnaps Theorie sind Protokollsätze noch radikaler ihres Basis-Charakters entkleidet: Sie verlieren ihre Unwiderlegbarkeit. Popper: Aussagen jeder Form dürfen als Protokollsätze auftreten.
I 107
Am Ende sind Protokollsätze überflüssig. >Beobachtungssätze, >Beobachtungssprache.

Hempel I
Carl Hempel
"On the Logical Positivist’s Theory of Truth" in: Analysis 2, pp. 49-59
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Hempel II
Carl Hempel
Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982

Hempel II (b)
Carl Hempel
Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982
Prototypen Bindungstheorie Corr I 249
Prototypen/Bindungstheorie/Fraley/Shaver/Mikulincer: Fraley (2002)(1) konstruierte ein dynamisches mathematisches Modell, das davon ausgeht, dass ein stabiler Prototyp der Säuglingsbindung über lange Zeit hinweg bestehen bleibt, aber mit prototypisch diskrepanten Ereignissen und Beziehungen, die den Einfluss des Prototyps im Laufe der Zeit mildern, und seine Anpassungsfähigkeit mit Längsdaten testen. Er verglich dieses Modell mit dem alternativen "revisionistischen" (kontinuierlichen Wandel) Modell, das nicht von der Existenz eines ersten Prototyps ausgeht, der einen nachhaltigen Einfluss hatte. Fraley (2002(1), S. 135) kam zu dem Schluss, dass das Prototypmodell am besten zu den Daten passt, was darauf hindeutet, dass ein prototypähnlicher Prozess zur Stabilität der Bindung über den gesamten Lebenszyklus beitragen kann. >Über die Bindungstheorie.


1. Fraley, R. C. 2002. Attachment stability from infancy to adulthood: meta-analysis and dynamic modeling of developmental mechanisms, Personality and Social Psychology Review 6: 123–51


Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Developmental, psychodynamic and optimal-functioning aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Prototypen Fraley Corr I 249
Prototypen/Bindungstheorie/Fraley/Shaver/Mikulincer: Fraley (2002)(1) konstruierte ein dynamisches mathematisches Modell, das davon ausgeht, dass ein stabiler Prototyp der Säuglingsbindung über lange Zeit hinweg bestehen bleibt, aber mit prototypisch diskrepanten Ereignissen und Beziehungen, die den Einfluss des Prototyps im Laufe der Zeit mildern, und seine Anpassungsfähigkeit mit Längsdaten testen. Er verglich dieses Modell mit dem alternativen "revisionistischen" (kontinuierlichen Wandel) Modell, das nicht von der Existenz eines ersten Prototyps ausgeht, der einen nachhaltigen Einfluss hatte. Fraley (2002(1), S. 135) kam zu dem Schluss, dass das Prototypmodell am besten zu den Daten passt, was darauf hindeutet, dass ein prototypähnlicher Prozess zur Stabilität der Bindung über den gesamten Lebenszyklus beitragen kann. >Bindungstheorie, >Über die Bindungstheorie, >Emotionale Bindung, >Methode.


1. Fraley, R. C. 2002. Attachment stability from infancy to adulthood: meta-analysis and dynamic modeling of developmental mechanisms, Personality and Social Psychology Review 6: 123–51


Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Developmental, psychodynamic and optimal-functioning aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Prototypen Gärdenfors I 26
Prototypen/Eigenschaften/Gärdenfors: (vgl. Rosch, 1975(1), 1978(2), Mervis & Rosch, 1981(3), Lakoff, 1987(4)): wir können Prototypen von Eigenschaften als zentrale Punkte in einer Region innerhalb von Bereichen auffassen.
I 27
Prototypen/Eigenschaften/Gärdenfors: Eigenschaften wie Bsp warm oder Bsp groß haben keine Prototypen. Sie entsprechen offenen Regionen in einem Bereich, in denen kein Punkt als der typischste identifiziert werden kann. Den Bereich können wir dann durch eine Voronoi-Tesselierung aufteilen. Ähnlichkeit: eine Voronoi-Tesselierung kann ein Ähnlichkeitsmaß in einem Bereich liefern, das zusammen mit einer Menge von Prototypen eine Menge von Kategorien liefert. Diese Aufteilung in diskrete Räume macht es möglich, dass nur eine endliche Anzahl von Wörtern gebraucht wird, um auf die Regionen zu referieren. Das erklärt eine kognitive Ökonomie beim Lernen von Begriffen.
I 28
Die Tesselierung des Bereichs in Regionen kann feiner und gröber sein.
I 42
Prototyp/Begriffe/Lernen/Gärdenfors: wenn wir Prototypen beim Lernen von Begriffen annehmen, können wir davon ausgehen, dass diese im Begriffsraum geometrisch zwischen den Lokalisierungen von Lernbeispielen für den entsprechenden Begriff liegen. Lernen: Beim Lernen, d.h. dem Hinzutreten neuer Beispiele, verschiebt sich die geometrische Lokalisierung des Prototyps, also des Zentrums des Bereichs, der durch die Beispiele gebildet wird.
I 43
Damit werden die Begriffe dynamisch. Es verschieben sich auch die Grenzlinien der Voronoi-Tesselierung, d.h. es ergibt sich eine neue Tesselierung. Kategorien: im Zuge der Verschiebung der Grenzlinien der Tesselierung (beim Lernen neuer Beispiele für Begriffe) ergeben sich auch neue Kategorien, aber nur solche Kategorien, die an die geänderten Prototypen angrenzen.
Lernen: dieser Lernmechanismus ermöglicht extrem schnelles Lernen.
I 44
Fehler: auch Fehler beim Lernen werden erklärt: das Kind hat zunächst nur Namen für wenige Tiere, die für es alle in derselben Kategorie lokalisiert sind. Durch das Hinzutreten neuer Beispiele wird der Begriffsraum Tier feiner und neue Prototypen werden etabliert. >Vagheit/Sprache/Gärdenfors).

1. Rosch, E. (1975). Cognitive representations of semantic categories. Journal of Experimental Psychology: General, 104, 192-233.
2. Rosch, E. (1978). Prototype classification and logical classification. The two systems. In E. Scholnik (Ed.), New trends in cognitive representation: Challenges to Piaget's theory (pp. 73-86). Hillsdale, NJ: Erlbaum.
3. Mervis, C. & Rosch, E. (1981) Categorization of natural objects. Annual Review of Psychology, 32, 89-115.
4. Lakoff, G. (1987). Women, fire, and dangerous things. Chicago: University of Chicago Press.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Prototypen Löwith
Löw I
Karl Löwith
Heidegger. Denker in dürftiger Zeit Göttingen 1960
Prototypen Rosch Gärdenfors I 48
Prototypentheorie/Rosch: These: Gegenstände sind mehr oder weniger typische Beispiele einer Kategorie und es gibt ein abgestuftes Enthaltensein in Kategorien. (Rosch, 1978, Prototype classification and logical classification: The two systems. In E. Scholnik (Ed.) New trends in cognitive representation: Challlenges to Piaget's theory (pp.73-86) Hillsdale, NJ:Erlbaum.) GärdenforsVsRosch > Merkmal/Merkmalsanalyse/Gärdenfors.

Rosch I
Eleanor Rosch
Cognition and Categorization New York 1978
Psychopathie Paulhus Corr II 247
Psychopathie/Dunkle Triade/Charakterzüge/Paulhus/Williams/Zeigler-Hill/Marcus: Die Psychopathie gilt als der bösartigste Charakterzug der dunklen Triade (Furnham, Richards, & Paulhus, 2013(1); Muris, Merckelbach, Otgaar, & Meijer, 2017(2)). Obwohl das Wesen und die wesentlichen Komponenten der Psychopathie umstritten sind, herrscht allgemeine Übereinstimmung darüber, dass Psychopathie "bestimmte wesentliche affektive (z.B. Erbarmungslosigkeit), zwischenmenschliche (z.B. oberflächlicher Charme) und Verhaltensmerkmale (z.B. Verantwortungslosigkeit) umfasst, oft in Verbindung mit erheblichem antisozialem Verhalten (Edens & McDermott, 2010, S.32(3)). >Charakterzüge, >Dunkle Triade.
II 248
Mit der Messung von Psychopathie sind verschiedene Schwierigkeiten verbunden, da Personen mit einem hohen Grad an Psychopathie betrügerisch sind, einen Anreiz haben können, ihre psychopathischen Züge falsch darzustellen, und oft keine Einsicht in ihre eigene Persönlichkeit haben (Lilienfeld & Fowler, 2006(4)). Als Antwort auf diese Herausforderungen entwickelte Hare die Psychopathie-Checkliste (PCL; Hare, 1980(5)) und später eine überarbeitete Psychopathie-Checkliste (PCL-R; Hare, 2003(6)). Bei der PCL und der PCL-R handelt es sich um Skalen zur Bewertung von Klinikern, die auf der Grundlage eines halbstrukturierten Interviews bewerten, das in Verbindung mit einer Aktensichtung durchgeführt wird. [Diese Checkliste] enthielt jedoch nicht die Punkte, die sich auf die positive Anpassung konzentrierten. Darüber hinaus ist die überarbeitete Checkliste nicht ideal für die Untersuchung subklinischer Manifestationen der Psychopathie, auf die sich die meisten Studien zur dunklen Triade konzentrieren. Stattdessen haben Forscher der Dunklen Triade häufig die auf der PCL-R basierende Selbstbericht-Psychopathie-Skala-Ill (SRP-III; Paulhus, Hemphill, & Hare, 2009(7)) verwendet. [E]iner der einflussreichsten neueren Ansätze zum Verständnis der Psychopathie [ist] eine triarchische Konzeptualisierung [einer Eigenschaft] (Patrick, Fowles, & Krueger, 2009(8)). Dieses Modell geht davon aus, dass die prototypische Psychopathie aus einer Kombination von Enthemmung, Gemeinheit und Kühnheit besteht.
>Methode.

1. Furnham, A., Richards, S. C., & Paulhus, D. L. (2013). The Dark Triad of personality: A 10 year review. Social and Personality Psychology Compass, 7, 199—2 16.
2. Muris, P., Merckelbach, H., Otgaar, H., & Meijer, E. (2017). The malevolent side of human nature: A meta-analysis and critical review of the literature on the Dark Triad (narcissism, Machiavellianism, and psychopathy). Perspectives on Psychological Science, 12, 183—204.
3. Edens, J. F., & McDermott, B. E. (2010). Examining the construct validity of the Psychopathic Personality Inventory-Revised: Preferential correlates of fearless dominance and self-centered impulsivity. Psychological Assessment, 22, 3 2—42.
4. Lilienfeld, S. O., & Fowler, K. A. (2006). The self-report assessment of psychopathy: Problems, pitfalls, and promises. In C.J. Patrick (Ed.), Handbook of psychopathy. New York: Guilford Press.
5. Hare, R. D. (1980). A research scale for the assessment of psychopathy in criminal populations. Personality and Individual Differences, 1, 111—117.
6. Hare, R. D. (2003). Manual for the Revised Psychopathy Checklist (2nd ed.). Toronto, ON: Multi-Health Systems.
7. Pauthus, D. L., Hemphill, J. F., & Hare, R. D. (2009). Self-report psychopathy scale (SRP-III). Toronto, ON: Multi-Health Systems.
8. Patrick, C. J., Fowles, D. C., & Krueger, R. F. (2009). Triarchic conceptualization of psychopathy: Developmental origins of disinhibition, boldness, and meanness. Development and Psychopathology, 21, 9 13—938.


Zeigler-Hill, Virgil; Marcus, David K.: “The Dark Side of Personality Revisiting Paulhus and Williams (2002)”, In: Philip J. Corr (Ed.) 2018. Personality and Individual Differences. Revisiting the classical studies. Singapore, Washington DC, Melbourne: Sage, pp. 245-262.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Psychopathie Williams Corr II 247
Psychopathie/Eigenschaften der dunklen Triade/Persönlichkeitsmerkmale/ Charakterzüge/Paulhus/Williams/Zeigler-Hill/Marcus: Psychopathie wird als die bösartigste Eigenschaft der Dunklen Triade angesehen. (Furnham, Richards, & Paulhus, 2013(1); Muris, Merckelbach, Otgaar, & Meijer, 2017(2)). Obwohl das Wesen und die wesentlichen Komponenten der Psychopathie umstritten sind, besteht allgemeines Einvernehmen darüber, dass Psychopathie "bestimmte affektive (z. B. Unbarmherzigkeit), zwischenmenschliche (z. B. oberflächlicher Charme) und verhaltensbezogene (z. B. Verantwortungslosigkeit) Schlüsselmerkmale umfasst, die oft mit erheblichem antisozialem Verhalten einhergehen". (Edens & McDermott, 2010, p.32(3)).
II 248
Es gibt verschiedene Schwierigkeiten bei der Messung von Psychopathie, da Personen mit einem hohen Maß an Psychopathie betrügerisch sind, einen Anreiz haben können, ihre psychopathischen Züge falsch darzustellen, und oft keinen Einblick in ihre eigene Persönlichkeit haben. (Lilienfeld & Fowler, 2006(4)). Als Antwort auf diese Herausforderungen entwickelte Hare die Psychopathie-Checkliste (PCL; Hare, 1980(5)) and the Psychopathy Checklist-Revised (PCL-R; Hare, 2003(6)). Bei der PCL und der PCL-R handelt es sich um Bewertungsskalen für Kliniker, die auf der Grundlage eines halbstrukturierten Interviews, das in Verbindung mit einer Akteneinsicht durchgeführt wird, bewertet werden. [Diese Checkliste] enthielt jedoch nicht die Items, die sich auf die positive Anpassung konzentrierten. [Außerdem ist die PCL-R nicht ideal für die Untersuchung subklinischer Manifestationen der Psychopathie, die im Mittelpunkt der meisten Studien zur Dunklen Triade stehen. Stattdessen haben die Forscher der Dunklen Triade häufig die Self-Report Psychopathy Scale-III verwendet. (SRP-III; Paulhus, Hemphill, & Hare, 2009(7)), die sich auf die PCL-R stützt. Einer der einflussreichsten neueren Ansätze zum Verständnis der Psychopathie [ist] eine triarchische Konzeptualisierung [eines Merkmals] (Patrick, Fowles, & Krueger, 2009(8)). Dieses Modell geht davon aus, dass die prototypische Psychopathie aus einer Kombination von Enthemmung, Gemeinheit und Kühnheit besteht.
>Charakterzüge, >Persönlichkeit, >Dunkle Triade.

1. Furnham, A., Richards, S. C., & Paulhus, D. L. (2013). The Dark Triad of personality: A 10 year review. Social and Personality Psychology Compass, 7, 199—2 16.
2. Muris, P., Merckelbach, H., Otgaar, H., & Meijer, E. (2017). The malevolent side of human nature: A meta-analysis and critical review of the literature on the Dark Triad (narcissism, Machiavellianism, and psychopathy). Perspectives on Psychological Science, 12, 183—204.
3. Edens, J. F., & McDermott, B. E. (2010). Examining the construct validity of the Psychopathic Personality Inventory-Revised: Preferential correlates of fearless dominance and self-centered impulsivity. Psychological Assessment, 22, 3 2—42.
4. Lilienfeld, S. O., & Fowler, K. A. (2006). The self-report assessment of psychopathy: Problems, pitfalls, and promises. In C.J. Patrick (Ed.), Handbook of psychopathy. New York: Guilford Press.
5. Hare, R. D. (1980). A research scale for the assessment of psychopathy in criminal populations. Personality and Individual Differences, 1, 111—117.
6. Hare, R. D. (2003). Manual for the Revised Psychopathy Checklist (2nd ed.). Toronto, ON: Multi-Health Systems.
7. Pauthus, D. L., Hemphill, J. F., & Hare, R. D. (2009). Self-report psychopathy scale (SRP-III). Toronto, ON: Multi-Health Systems.
8. Patrick, C. J., Fowles, D. C., & Krueger, R. F. (2009). Triarchic conceptualization of psychopathy: Developmental origins of disinhibition, boldness, and meanness. Development and Psychopathology, 21, 9 13—938.

Zeigler-Hill, Virgil; Marcus, David K.: “The Dark Side of Personality Revisiting Paulhus and Williams (2002)”, In: Philip J. Corr (Ed.) 2018. Personality and Individual Differences. Revisiting the classical studies. Singapore, Washington DC, Melbourne: Sage, pp. 245-262.

EconWilliams I
Walter E. Williams
Race & Economics: How Much Can Be Blamed on Discrimination? (Hoover Institution Press Publication) Stanford, CA: Hoover Institution Press 2011

WilliamsB I
Bernard Williams
Ethics and the Limits of Philosophy London 2011

WilliamsM I
Michael Williams
Problems of Knowledge: A Critical Introduction to Epistemology Oxford 2001

WilliamsM II
Michael Williams
"Do We (Epistemologists) Need A Theory of Truth?", Philosophical Topics, 14 (1986) pp. 223-42
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Rationalität Black III 29
Rationalität/Begründung/RationalitätVsVs/Black: Vier Positionen: 1. Die Frage ist selbst inkohärent bzw. widerlegt sich selbst (Geach). >Rationalität/Geach.
2. Die Frage ist sinnvoll, kann aber keine rationale Antwort erwarten (Ayer).
3. Rationalität muss auf etwas nicht-rationalem Gründen (Popper).
4. Die Unmöglichkeit eine Antwort zeigt, dass Rationalität keine Begründung (Verteidigung) braucht - Black: Weitere Möglichkeit: Proto-Rationalität als Begründung der Rationalität: Bsp Gefahrenreaktion ohne Zeit zur Reflexion.
III 31
Die Proto-Rationalität ist dann das nachträgliche Konstruieren von Gründen.
III 32
Quasi-Rationalität/Tier/Black: Verhalten "als ob" man Gründe hätte, Bsp als ob der Stein träfe. - (Weil er treffen könnte). (Popper, P. Singer, Ayer, Hume.) Autoren zu Rationalität: >Popper, >P. Singer, >Ayer, >Hume.
III 33
Anti-Rationalismus/Black: Damit der Anti-Rationalist überhaupt überlebt, müssen wir bei ihm Proto-Rationalität voraussetzen. - Die weitere Rationalität geht von den sozialen Fähigkeiten aus - sonst wäre er ohne Freunde.
III 36
Pointe: Als Kind hat man keine Wahl, ob man rational sein will. - Irrationalität: Man müsste zum Haustier von jemand anderem werden. - Das führte zur Apathie.

Black I
Max Black
"Meaning and Intention: An Examination of Grice’s Views", New Literary History 4, (1972-1973), pp. 257-279
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg) Frankfurt/M 1979

Black II
M. Black
Sprache. Eine Einführung in die Linguistik München 1973

Black III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983

Black IV
Max Black
"The Semantic Definition of Truth", Analysis 8 (1948) pp. 49-63
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994
Rationalität Pollner Habermas III 32
Rationalität/Mundane Reasoning/Lebenswelt/ Pollner/Habermas: Ein phänomenologischer Ansatz, der die Bedingungen für die Anerkennung einer geteilten Lebenswelt mit der Möglichkeit gemeinsamer Erfahrungen untersucht statt ihn vorauszusetzen, muss analysieren, was Melvin Pollner mit Bezugnahme auf Alfred Schütz „mundane reasoning“ nennt: Pollner: That a community orients itself to a world as essentially constant, as one which is known and knowable in common with others, provides that community with the warrantable grounds for asking questions of a particular sort of which a prototypical representative is „How come, he sees it and you do not?“.(1)
Habermas III 33
Pollner: Dabei wird nicht die Intersubjektivität der Welt in Frage gestellt, sondern die Adäquatheit der Methoden, durch die Welt erfahren und mit denen auf sie reagiert wird.(2) >Intersubjektivität, >Phänomenologie.

1. M. Pollner, Mundane Reasoning, Phil. Soc. Scie. 4, 1974, 40.
2. ibid. p. 47f.

PolPollner
Melvin Pollner
Mundane Reason: Reality in Everyday and Sociological Discourse Cambridge 2010

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Redefreiheit Lessig I 236
Redefreiheit/Cyberspace/Lessig: ganz oben auf dieser Liste der Beschützer der Redefreiheit im Cyberspace steht (wieder einmal) die Architektur ((s) die technische Struktur). Relative Anonymität, dezentrale Verteilung, mehrere Zugangspunkte, keine notwendige Verbindung zur Geographie, kein einfaches System zur Identifizierung von Inhalten, Verschlüsselungswerkzeuge (1) - all diese Eigenschaften und Konsequenzen des Internetprotokolls machen es schwierig, Sprache im Cyberspace zu kontrollieren. Die Architektur des Cyberspace ist dort der eigentliche Beschützer der Sprache; es ist die eigentliche "erste Gesetzesänderung im Cyberspace", und diese erste Gesetzesänderung ist keine lokale Verordnung. (2) >Internet protocol, >Internet, >Internetkultur, >Cyberspace.

1. Gebaut von der Industrie, aber vor allem auch von Cypherpunks - Kodierer, die sich dem Herstellen der Werkzeuge für den Datenschutz im Internet gewidmet haben. Wie Eric Hughes in "A Cypherpunk's Manifesto" schreibt (in Applied Cryptography, 2. Ed., von Bruce Schneier [New York: Wiley, 1996], 609): "Wir, die Cypherpunks widmen sich dem Aufbau anonymer Systeme. Wir verteidigen unsere Privatsphäre mit Kryptographie, mit anonymen Mail-Weiterleitungssystemen, mit digitalen Signaturen, und mit elektronischem Geld. Cypherpunks schreiben Code. Wir wissen, dass jemand Software schreiben muss, um die Privatsphäre zu schützen, und da wir keine Privatsphäre bekommen können, wenn wir es nicht alle tun, werden wir es schreiben. Wie veröffentlichen unseren Code, damit die anderen Cypherpunks damit spielen und üben können. Unser Code ist kostenlos für alle, weltweit."

2. John Perry Barlow hat das Meme in Umlauf gebracht, welches besagt, das "im Cyberspace die erste
Änderung eine lokale Verordnung ist"; "Leaving the PhysicalWorld", verfügbar unter Link #78.

Lessig I
Lawrence Lessig
Code: Version 2.0 New York 2006ff
Referenz Millikan I 106
Referenz/Millikan: der Satzsinn hängt von viel fundamentaleren Arten von Relationen ab als der Korrespondenz oder Referenz. Bsp die Relation eines wahren Satzes zu dem, was in der Welt er abbildet, kann nicht als Referenz analysiert werden, genauso wie Bsp „Blut pumpen“ nicht analysiert werden kann als „Blut pumpen sollen“. ((s) Vgl. >Naturalistischer Fehlschluss).
>Bildtheorie/Millikan, >Funktionalismus.
I 113
Referent/Millikan: ist ein komplexer Begriff. 1. Indexwörter: hier ist der Referent kontext-abhängig.
2. In einigen Kontexten ist der normale Referent durch einen anderen ersetzt: Bsp Anführungszeichen, intentionale Kontexte.
3. Protoreferent: >Terminologie/Millikan.
Def Referent/Millikan: wenn es etwas bestimmtes und real Existierendes gibt, auf das ein Ausdruck abbilden soll, dann ist dies der Referent.
Das muss aber kein Gegenstand sein.
I 199
Referenz/Abbildung/Identität/Millikan: „A ist B“ ist ein nicht-repräsentierender Satz. Das Element „A“ ist genauso auf seinen real value bezogen wie ein Element eines Bsp Bienentanzes auf seinen. Pointe: von den values wird in keinem der beiden Fälle angenommen, dass sie identifiziert werden. D.h. wir haben es nicht mit Referenz sondern mit Protoreferenz zu tun:
Def Protoreferenz/Millikan: Bsp Protoreferenten von „A“ und „B“ in „A ist B“ sind die niedrigsten Typen von „A“ und „B“.
>Identität/Millikan, >Prädikation.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Religiöser Glaube Epikur Adorno XIII 222
Religiöser Glaube/Epikur/Adorno: Epikur gibt die Begründung, dass die Allgemeinheit ihrer Annahme für die Existenz der Gottheit spricht. Die Reduktion des objektiven Wahrheitsbegriffs auf die subjektive Meinung bringt in diesem schon etwas neutralisierten, nachgiebigen spätgriechischen Bewusstsein den Epikur dazu, dem allgemein Herrschenden mehr oder minder konformistisch sich anzuschließen. >Religiöser Glaube/Antike, vgl. >Gott/Aristoteles, >Gott/Platon.

EpikurVsPlaton/Adorno: Wenn es keinen objektiven Begriff von Vernunft mehr gibt, wie der Platonische prototypisch ihn ausgeprägt hat, dann wird sehr leicht stattdessen der Durchschnittswert der Überzeugung hypostasiert. Das findet sich in der Hobbesschen Gestalt des Materialismus, in der die Religion geradezu als ein staatserhaltendes Mittel, also als ein Für-Anderes und nicht als ein An-Sich empfohlen wird.
>Platon, >Hobbes.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Repräsentation Millikan Ruth G. Millikan Verschiedene Arten von zweckgerichtetem Verhalten in Dominik Perler, Markus Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt 2005

II 208
Repräsentation/Millikan: sind sehr abstrakte Modelle: Bsp deutsche Sätze als Repräsentationen: signifikante Veränderungen (durch Substitution) in den Sätzen entsprechen meist Veränderungen der Dinge, von denen die Sätze handeln. >Kompositionalität.
Neuronale Netze: wahrscheinlich stellen abstrakte Modelle "Landkarten" oder Entwürfe für die Umwelt dar.
>Bildtheorie/Millikan.
I 12
Repräsentation/Millikan: Sätze, Gedanken, Glauben, Überzeugungen sind Repräsentationen. Sie sind verschieden von allgemeiner Intentionalität. Bsp Bienentanz: keine Repräsentation.
I 13
Repräsentation: übt ihre Eigenfunktion nur aus, wenn der Referent identifiziert ist.
I 140
Repräsentation/Intentionalität/Rationalität/Millikan: Repräsentation setzt Intentionalität schon voraus und erklärt sie nicht. Involviert sein in Inferenzen ist zwar Teil von dem, was einen Wunsch zu einer Repräsentation macht, aber ist nicht Teil von dem, was ihn intentional macht, Intentionalität und Rationalität sind nicht zwei Seiten einer Medaille.
I 199
Keine Repräsentation: Bsp „Cicero ist Tullius“ (Identität): hier sind die Worttypen „Cicero“ und „Tullius“ keine repräsentationalen Referenten der Tokens „Cicero“ und „Tullius“, sondern nur Protoreferenten ((s) niedrigste Typen). Protoreferent/Millikan: Bsp 1. der Worttyp „Cicero“ ist der Protoreferent von „Cicero“.
2. Cicero selbst (die Person) ist ebenfalls Protoreferent von „Cicero“, Denn „Cicero ist Tullius“ bildet ab, dass „Tullius“ Cicero benennt.
I 200
Repräsentation: aber „Cicero“ ist keine Repräsentation (in einer Identitätsaussage). Der Gebrauch von „A“ in „A ist B“ ist ein parasitärer Gebrauch. Lösung: die Funktion von „A“ ist hier nicht, in einen inneren Term übersetzt zu werden, sondern einen Wechsel in dem Begriff herbeizuführen, der den Gebrauch des inneren Terms regelt, in den „A“ gewöhnlich übersetzt würde. Bsp „The Lady ist a vixen“: Hier wird „vixen“ nicht als „weiblicher Fuchs“ übersetzt.
Verschobene Funktion; die repräsentationale referentielle Funktion ist verschoben.
I 224
Repräsentation/Negation/Millikan: These: negative Repräsentationen haben unbestimmten Sinn. ((s) Aber Millikan gibt zu, dass Negationen Repräsentationen sind, anders als Identitätssätze und Existenzsätze). >Negation/Millikan.
Millikan: wie bei unbestimmten Kennzeichnungen sind die real values bestimmt, wenn sie in wahren Sätzen vorkommen, aber sie müssen nicht vom Hörer identifiziert werden können, um ihre Eigenfunktion zu erfüllen.
>Terminologie/Millikan, >Kennzeichnung.
I 331
Repräsentation/Millikan: unterscheidet sich von Abbildung, dass sie nach bestimmten Regeln abbilden soll. Diese Regeln sind durch dieselbe Geschichte festgelegt, die die Repräsentationen überhaupt zu Repräsentationen machen. ((s) >Naturalismus/Millikan).

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Repräsentation Proust I 225
Geistige Repräsentation/Dretske/Proust: 1. Kovarianz zwischen internem Zustand und äußerer Situation ("Indikation").
2. Der innere Indikator hat die Funktion, die äußere Situation anzuzeigen. Dann repräsentiert er sie.
3. Repräsentationen können wahr oder falsch sein.
I 227
Repräsentation/Proust: Das Alltagsverständnis begeht eine petitio principii, wenn es sich auf eine besondere Repräsentation beruft, die nur in einem Unterschied zwischen innen und außen oder auf räumlichen Begriffen beruhen soll. >Raum/Proust, >Innen/außen.
Räumliche Begriffe können nur dann eine Lösung bieten, wenn es darum geht, die Verwendung von räumlichen Relationen zur Unterscheidung von Begriffen zu erklären.
>Begriffe/Proust, >Begriffe.
I 229
Repräsentation/Tier/Proust: Wir sehen also, dass wahrscheinlich zahlreiche Tiere geistige Repräsentationen haben.
I 230
Diese sind auch objektiv. Frage: Sind diese Tiere, die offenbar zu einer Art Proto-Überzeugung fähig sind, auch zu richtigen Überzeugungen fähig, oder haben sie nur nicht-begriffliche Wahrnehmungsfähigkeiten?
>Proto-Gedanken, >Denken ohne Sprache, >Tiere, >Tiersprache.

Joelle Proust Das intentionale Tier in D. Perler/M. Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

Proust I
Joelle Proust
"L’animal intentionnel", in: Terrain 34, Les animaux, pensent-ils?, Paris: Ministère de la Culture/Editions de la maison des Sciences de l’Homme 2000, pp. 23-36
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Sachverhalte Sachverhalte: Ausdruck für etwas, das durch einen Satz dargestellt werden kann. Siehe auch Tatsachen, Situationen, Handlungen, Gegenstände, Zustände, Atomsätze, Protokollsätze.
Sehen Quine XII 100
Sehen/Quine: altes Rätsel: Problem: wir man die erkenntnistheoretische Priorität auflöst: Die Netzhaut wird zwei dimensional bestrahlt, dennoch sehen wir die Dinge ohne bewusste Schlussfolgerung drei dimensional.
Problem: was soll dann als Beobachtung gelten, das unbewusste zweidimensionale oder das bewusste dreidimensionale?
Tradition: hier hatte das Bewusste Priorität.
Neu: jetzt können wir das Bewusstsein fallenlassen, weil wir Beobachtung durch Reize erklären.
Das macht alte Paradoxien über unbewusste Daten und Ketten von Schlussfolgerungen, die zu schnell vervollständigt werden müssten obsolet.
Gestalttheorie/Gestaltpsychologie/Quine: VsSinnesatomismus.
QuineVsGestaltpsychologie: egal ob Gestalt oder Atome sich in den Vordergrund des Bewusstseins schieben, wir nehmen die Reize als Input.
Priorität hat, was kausal näher ist.
QuineVsAntipsychologismus.
>Gestalttheorie, >Gestaltpsychologie, >Wahrnehmung.
XII 101
Protokollsatz/Wiener Kreis/Quine: es gab eine Debatte im Wiener Kreis darüber, was als ein Beobachtungs oder Protokollsatz gelten sollte: a) Berichte über Sinneseindrücke
b) elementare Aussage über die Außenwelt
c) (Neurath): Berichte über die Relation zwischen Wahrnehmendem und Realität.
Quine: das schlimmste war, dass es anscheinend keine objektive Entscheidung gab.
Lösung/Quine: wir betrachten sie rückhaltlos im Kontext der Außenwelt.
Def Beobachtungssatz/naturalisierte Erkenntnistheorie/Quine: die Sätze, die den Rezeptoren kausal am nächsten stehen. Problem: wie soll man die Entfernung messen?
Lösung: Beobachtungssätze sind solche, die beim Sprachlernen am wenigsten auf gespeicherte Information zurückgreifen. Dabei kann es aber keine totale Unabhängigkeit von gespeicherter Information geben.
>Netzwerk, >Holismus, >Logische Partikel, >Beobachtungssätze, >Beobachtungssprache, >Beobachtung.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Soziale Netzwerke Lanier I 77
Soziale Netzwerke/Lanier: Die eigentlichen Kunden des sozialen Netzwerks sind gar nicht dessen Mitglieder. Die eigentlichen Kunden sind die darauf werbetreibenden Firmen. >Soziale Medien, >Medien, >Werbung, >Internet, Internetkultur, >Internetprotokoll, >Onlinerecht, >World Wide Web, >Märkte.

Lanier I
Jaron Lanier
Gadget: Warum die Zukunft uns noch braucht Frankfurt/M. 2012
Stereotype Putnam I (g) 175
Stereotyp: Vorläufer: Locke: Eigenschaften wie "flüssig sein" sind konventionelle Anzeichen, die wir durch unser Interesse zu einer deskriptiven Idee zusammengefasst haben. Sie sind aber keine "reale Substanz". Vgl. >Natürliche Art, >Prototypen.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Strukturen Vollmer I 130
Struktur/Passen/Vollmer: Passen heißt nicht, dass die Struktur gleich ist. - Bsp Schraube und Schraubenzieher - Bsp Auge/Frequenzbereich. Vgl. >Proto-Geometrie.

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988
Supervaluation Strobach Stro I 142
Supervaluation/van Fraassen/Strobach: Protowert: Der Protowert wird für eine mögliche Welt zu einer Zeit vergeben. >Mögliche Welten, >Wahrheitswerte.
Aber nicht wahr/falsch, sondern es handelt sich um eine reine Verrechnungseinheit.
Junktoren: Wie in AL (Aussagenlogik).
>Junktoren, >Aussagenlogik.
Atomare Aussagen: Atomare Aussagen haben dann automatisch Ort- und Datumsangabe.
Zugänglichkeit: variiert mit dem Zeitpunkt.
>Zugänglichkeit.
Alternativen: Alternativen sind Welten, die bis zu t identisch sind.
>Situationen, >Identität, >Vergleiche, >Vergleichbarkeit, >Veränderung.
Bewertung/Supervaluation:
ProtoV(~a,‹w,t›) = 1 gdw ProtoV(a,‹w,t›) = 0.

ProtoV(a v b,‹w,t›) = 1 gdw ProtoV(a ,‹w,t›) = 1 ProtoV(~b,‹w,t›) = 1

Zukunft: Hier sind Wahrheitswert-Lücken erlaubt.
>Zukunft, >Wahrheitswertlücken.
Das heißt aber nicht "unbestimmt".
Interpretation/Deutung: "V(p,‹w,t›) = 1" kann man deuten als "p ist bei bis zu einschließlich t w-artiger Wirklichkeit wahr".
Aktuale Welt: ist weder w1 noch w2.
>Wirkliche Welt.

Stro I
N. Strobach
Einführung in die Logik Darmstadt 2005
Symbolische Kommunikation Deacon I 334
Symbolische Kommunikation/Deacon: es gab niemals eine Protosprache mit einfacheren Strukturen als z.B. die Unterscheidung von Subjekt und Prädikat, die überhaupt mit Symbolen statt mit reinen Indizes umgeht. >Index/Deacon, Symbol/Deacon.
Diese Formen waren von Anfang an vorhanden, als symbolische Kommunikation entstand.
Tiefenstruktur: Für die Tiefenstruktur gibt es keine Merkmale, die über Sprachgrenzen hinaus wirksam wären wie Satzstellung, Satzmelodie oder spezifische Wörter. Daher ist es stichhaltig, dass Chomsky sich von darwinistischen Erklärungen verabschiedet.
>Tiefenstruktur, >N. Chomsky, >VsChomsky.
I 335
Sprache/Gehirn/Deacon: Die speziellen neuronalen Verarbeitungen, die notwendig sind, um die Aufmerksamkeitsschwelle zu überwinden, hängen von Prozessen ab, die im präfrontalen Cortex stattfinden. Hier haben wir eine Gemeinsamkeit zwischen individuellen Gehirnen und einen Angriffspunkt für eine Baldwinsche Evolution. >Baldwins Evolution.
I 353
Symbolische Kommunikation/Evolution: Symbolische Kommunikation hat sich über zwei Millionen Jahre entwickelt. Dass das Sprechen der wesentliche Strang für die tägliche Kommunikation und die Weitergabe unserer Sprache an die Kinder ist, wie es heute der Fall ist, war nicht immer so. >Kommunikation, >Sprachentwicklung.
I 354
Nichtverbale Kommunikation mag über lange Zeit in Konkurrenz zu verbaler Kommunikation gestanden haben. Vgl. >Gesten, >Tiere, >Tiersprache.
I 362
Symbolische Kommunikation/Gesten/Artikulation/Sprache/Deacon: Wegen der noch nicht ausgebildeten vokalen Fähigkeiten von Frühmenschen dürfte frühe symbolische Kommunikation nicht einfach nur eine simplere Sprache gewesen sein, sondern sollte sich in vielerlei Hinsicht von Sprache unterscheiden. Einige Autoren vermuteten, dass frühe Sprache wie Wortketten ohne bestimmte Syntax oder Grammatik beschaffen gewesen seien. DaeconVs: Paradoxerweise dürfte die Beschränkung des Stimmapparats eine größere Komplexität früher Sprachen zur Folge gehabt haben.
>Syntax.
I 363
Ein kleineres Repertoire an Klangunterschieden führt zunächst zu längeren Ketten. Solche Sprachen sind dann in stärkerem Maße fehleranfällig. Das Kurzzeitgedächtnis wird außerdem stärker ausgelastet. Zur Vermeidung von Irrtümern dürfte ein erhöhtes Maß an Redundanz zweckmäßig gewesen sein. >Redundanz.
I 368
Sprachentstehung: Es ist ein verbreiteter Fehler, aus primitivem Werkzeuggebrauch früher Völker auf eine primitive Sprache zu schließen. Ebenso ist es problematisch, aus dem Fehlen von Belegen überhaupt etwas zu erschließen.
I 370
Während Steinwerkzeuge in verschiedenen Regionen der Erde sich ähnelten (ihr Gebrauch war universell) wird sich die frühe symbolische Kommunikation entfernter Völker nicht im selben Maße geglichen haben.
I 372
Neandertaler hatten aus neurologischer Sicht ein vollentwickeltes modernes Gehirn.
I 373
Der Hauptgrund für den Niedergang früher Völker waren eingeschleppte Krankheiten, nicht kulturelle Unterlegenheit. Mit den schnellen Veränderungen im Paläolithikum korrespondiert keine biologische Veränderung. >Aussterben.
I 378
Warum hat symbolische Kommunikation sich entwickelt? Sie war nützlich für Koordination bei der Jagd, zur Weitergabe von Wissen über Werkzeuggebrauch und vieles mehr. Aber keins davon kann als Erklärung dienen, da es immer schon eine gewisse symbolische Kommunikation voraussetzt. Die ersten Anfänge waren wahrscheinlich nur ein kleiner Teil der sozialen Kommunikation und nicht besser ausgebildet als die Kommunikation moderner Affen. Problem: Das Lernen von Symbolen erfordert viel indirekteres Assoziieren als das, was normalerweise bei Assoziationen in anderen Organismen als dem Menschen zum Einsatz kommt. Diese indirekteren Assoziationen sind zunächst gar nicht von Nutzen und damit ineffizient und schädlich für das Überleben.
>Assoziation.
I 378-381
Aus evolutionärer Sicht ist die wichtigste Information die, die das Weibchen über die Fähigkeiten des Männchens erhalten kann und die das Männchen dem Weibchen zu liefern in der Lage ist. Dabei muss Fehlinformation ausgeschieden werden können und Information von anderen Verhaltensweisen unterschieden werden können.
I 382
Die Kommunikation zwischen Männchen muss komplexer sein, wenn es darum geht, die Stärken eines Rivalen einzuschätzen, ohne einen direkten Kampf zu riskieren.
I 384
Menschliche Kommunikation/Deacon: These: Die Entwicklung komplexerer (symbolischer) Kommunikationsmittel ist wahrscheinlich dort angelegt, wo es gilt, den unvermeidlichen Konflikt zwischen sexueller Reproduktion und sozialer Kooperation zu regeln.
I 385
Ein besonderes Merkmal menschlicher gegenüber tierischen Gemeinschaften ist die langfristige sexuelle Bindung. Hochzeiten etablieren eine größere Anzahl von Rechten und Verpflichtungen innerhalb einer Gemeinschaft. Heiratsregeln legen fest, wer wen heiraten kann oder eben nicht. Die meisten Gemeinschaften kennen ein Inzestverbot. Vgl. >C. Lévi-Strauss.
I 388
Charakteristisch für menschliche Gemeinschaften ist eine relativ stabile Paarung von Eltern mit gleichzeitiger Sorge für die Aufzucht der Nachkommen innerhalb eines größeren sozialen Verbands. Der Grund, warum dies in der Evolution selten ist, ist der, dass solche Strukturen dazu tendieren, sich selbst zu unterminieren.
I 392
Zusammenleben in Gruppen und gleichzeitige männliche Brutpflege kann nur aufrechterhalten werden, wenn der Zugang zur Reproduktion begrenzt und eindeutig ist, was nur in Gemeinschaften von Fleischfressern der Fall ist. Ersatz für Pflege wird nur von Verwandten geleistet. Eine Besonderheit ist, dass wir Menschen besonders schlecht ausgerüstet sind, soziales Verhalten durch Gerüche zu steuern.
I 396
Weibchen müssen eine Garantie haben, dass ihr Nachwuchs durch Männchen mit Fleisch versorgt wird. Die Männchen müssen sicher sein können, dass sie nur ihren eigenen Nachwuchs versorgen.
I 397
Das Problem der Aufstellung einer Sozialstruktur, die dies ermöglicht, kann durch Symbolgebrauch gelöst werden.
I 401
Im Zusammenhang mit Heiratsregeln geht es um Reziprozität und Altruismus. Dazu müssen vergangene und mögliche zukünftige Handlungen repräsentiert werden können. Indexikalische Kommunikation reicht dafür nicht aus. Allerdings genügen schon ziemlich einfache Symbole. >Altruismus.
Abstrakte Referenz: Referenz auf Abwesendes wurde durch Ritualisierung geübt und erreicht.
I 403
Abstraktheit: Ein besonders schwierig zu symbolisierendes Problem ist Frieden bzw. seine Herstellung. Das hängt zusammen mit den hohen Kosten möglicher Täuschung. >Täuschung, >Frieden.
I 405
Negation: Um Krieg und Frieden zu unterscheiden wird Negation bzw. symbolische Darstellung von Negation gebraucht. Zusätzlich braucht man Verallgemeinerung, um Frieden als Abwesenheit aller Konflikte verstehen zu können. >Negation, >Verallgemeinerung.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Syntax Quine VII (a) 15
Syntax/Quine: ihre Regeln sind bedeutungsvoll im Gegensatz zu ihrer Notation.
VI 69
Syntax/Übersetzung/Unbestimmtheit/Quine: viele meiner Leser sind fälschlich davon ausgegangen, dass sich die Unbestimmtheit auch auf die Syntax erstrecke. Dafür gab es einen subtilen Anlass: in Wort und Gegenstand(1) (S. 107, 129 136) heißt es:
VI 70
dass auch der spezifische Apparat der Reifizierung und des Objektbezugs, dessen wir uns bedienen, der Unbestimmtheit unterliegt. Zu diesem Apparat gehören die Pronomina, das "=", (Gleichheitszeichen) die Pluralendungen und was immer die Aufgaben der logischen Quantoren erfüllt. Aber es ist falsch anzunehmen, dass diese Mechanismen zur Syntax gehörten!
VI 97
Buchstabieren/Quine: löst die Syntax und das Lexikon eines jeden Inhaltssatzes auf und fusioniert ihn mit der Sprache des Interpreten. Sie besitzt dann keine kompliziertere Syntax als etwa das Additionszeichen. >Gleichheitszeichen, >Quantoren, >Pronomina, >Unbestimmtheit.


1. Quine, W. V. (1960). Word and Object. MIT Press


VII (a) 15
Syntax/Quine/Goodman: Ihre Regeln sind bedeutungsvoll im Gegensatz zur Notation selbst.
XI 114
Sprache/Syntax/Lauener: Sprache kann nicht rein syntaktisch als die Menge aller korrekt gebildeten Ausdrücke betrachtet werden, denn ein uninterpretiertes System ist ein bloßer Formalismus. ((s) Dieser ist nicht wahrheitsfähig).
XI 116
Lauener: Es ist ein Irrtum, dass die Sprache die Syntax, die Theorie aber den empirischen Gehalt beisteuere. Daher kann man nicht sagen, dass eine absolute Theorie in verschiedenen Sprachen formulierbar sei, oder auch umgekehrt, dass verschiedene (sogar einander widersprechende) Theorien in einer Sprache ausgedrückt werden können.
XI 136
Mathematik/QuineVsHilbert/Lauener: Mathematik ist mehr als reine Syntax. Quine bekennt sich widerwillig zum Platonismus.
XII 58
Das Problem der Unerforschlichkeit des Bezugs reicht viel tiefer: als das der Unbestimmtheit der Übersetzung: Bsp Protosyntax. Protosyntax/Unbestimmtheit/Quine: die Sprache ist hier ein formalisiertes System der Beweistheorie erster Stufe, deren Gegenstandsbereich nur aus Ausdrücken, d.h. aus Zeichenketten eines bestimmten Alphabets besteht.
Ausdrücke: sind hier Typen, keine Tokens! (keine Vorkommnisse).
Jeder Ausdruck ist die Menge aller seiner Vorkommnisse. (Zusammengefasst aufgrund von Ähnlichkeit der Inschriften).
Bsp Die Verkettung x^y ist die Menge aller Inschriften, die aus zwei Teilen bestehen. Diese teile sind Tokens von x und y.
Problem: es kann passieren, dass x^y die leere Menge ist ((s) die Kombination kommt nicht vor) obwohl x und y beide nicht leer sind.
XII 59
Wie Wahrscheinlichkeit dieses Problems nimmt mit zunehmender Länge von x und y zu! Pointe: damit wird ein Gesetz der Protosyntax verletzt, das besagt:
x = z, wenn x^y = z^y.
Lösung: Dann wird man die Gegenstände nicht als Mengen von Inschriften auffassen.
Dann kann man aber seine Atome, die einzelnen Zeichen immer noch als Menge von Inschriften auffassen. Dann besteht keine Gefahr, dass die Menge leer ist. ((s) Weil die Atome da sein müssen, wenn auch nicht jede Kombination).
Pointe: Statt die Zeichenketten als Mengen von Inschriften zu deuten, kann man sie als (mathematische) Folge (von Zeichen) betrachten.
Zeichenreihe/Ausdruck: ist dann eine endliche Menge von Paaren aus einem Zeichen und einer Zahl.
Vs: das ist sehr künstlich und kompliziert.
Einfacher: Gödelnummern selbst (die Zeichen verschwinden).
Problem: Frage: wie klar ist es hier, dass wir gerade hier dazu übergegangen sind, nicht mehr von Ausdrücken sondern von Zahlen zu reden?
Einigermaßen klar ist nur, dass wir mit künstlichen Modellen Gesetze erfüllen wollen, die Ausdrücke in einem nicht expliziten Sinn erfüllen sollen.

XIII 199
Syntax/Quine: „glamour“ und „grammar“ (Grammatik) waren ursprünglich ein und dasselbe Wort.
XIII 200
Später umfasste die Bedeutung auch Magie. Grammatik: (im engeren Sinn) sagte, welche Wortketten oder Ketten von Phonemen kohärent waren, und welche nicht. Immer bezogen auf eine bestimmte Sprache.
Grammatik: (weiterer Sinn): „Die Kunst des Sprechens“.(in Bezug auf den etablierten gebrauch).
Syntax/Quine: für den engeren Sinn brauchen wir aber eigentlich nicht das Wort „Grammatik“, sondern „Syntax“. Dabei geht es darum, welche Zeichenketten zur Sprache gehören und welche nicht.
>Grammatik.
Problem: Das ist zweifach unbestimmt:
1. wie die Individuen spezifiziert werden (formal, durch Komponenten oder Phoneme)) und
2. was sie für die Spezifikation qualifiziert
XIII 201
Erkennbarkeit ist zu unbestimmt (liberal). Problem: ungrammatische Formen werden von vielen Leuten gebraucht und sind nicht unverständlich. Eine Sprache , die diese Formen ausschießt wäre der Dialekt einer sehr kleinen Elite.
Problem: bloß mögliche Äußerungen in vorstellbaren aber nicht aktualen Situationen, die selber nicht sprachlicher Natur sind.
Lösung:
Def ungrammatisch/William Haas/Quine: eine Form, die in keiner vorstellbaren fiktiven Situation sinnvoll wäre.
Regeln/Syntax/syntaktische Regeln/Quine: sind Abstraktionen des Syntaktikers aus der langen Praxis. Sie sind die Erfüllung der ersten Aufgabe (s.o.) zu erkennen, welche Ketten grammatisch sind.
XIII 202
Lösung: Das geschieht hauptsächlich durch Rekursion, so ähnlich wie bei Stammbäumen. Er beginnt mit Wörtern, die die einfachsten Ketten sind, und geht dann zu komplexeren Konstruktionen über. Er teilt das wachsende Repertoire in Kategorien. Redeteile/parts of speach/Quine: es gibt acht: Nomen, Pronomen, Verb, Adjektiv, Adverb, Präposition, Konjunktion, Satz.
Weitere Unterteilungen: transitiv/intransitiv, Geschlecht, usw. Das ist aber noch kaum ein Anfang.
Nomina: sogar solche abstrakten wie cognizance (of) und exception (to) sind syntaktisch ganz verschieden, sie stehen mit verschiedenen Präpositionen.
Rekursion/Syntax/Quine: wenn wir die ganze Syntax durch Rekursion gewinnen wollten, hätte sie so eng zu sein, dass zwei Ketten niemals als zum selben Redeteil gehörig gezählt würden, außer wenn sie in allen Kontexten salva congruitate ersetzbar wären.
Def Ersetzbarkeit salva congruitate/Geach/Quine: erhält Grammatizität, liefert niemals ungrammatische Formen.
VsRekurson/Problem: wenn Redeteile so eng definiert wären, müssten Bsp Nomina, die mit verschiedenen Präpositionen stehen, zu verschiedenen Arten von Redeteilen gezählt werden. Und diese Präpositionen Bsp of und to, dürften auch nicht in dieselbe Kategorie fallen! Dann gäbe es zu viele Arten von Redeteilen, vielleicht Hunderte. Von denen auch nach manche Singletons ((s) Kategorien mit nur einem Element) wären.
Lösung: die Rekursion aufzugeben, nachdem man die gröbsten Einteilungen hat.
>Rekursion.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Systeme Mayr I 202
Biologische Systeme der Klassifikation: 30er Jahre: drastische Neueinteilung. Neu: Monera (Prokaryonten): Bakterien und ihre Verwandten unterscheiden sich grundlegen von den Eukaryonten.
Von der Entstehung des Lebens (vor ca. 3,8 Milliarden Jahren) bis vor etwa 1,8 Milliarden Jahren gab es ausschließlich Prokaryonten.
Fossilien: die frühsten Belege mehrzelliger Organismen ca 670 Mio Jahre alt.

Überreich Prokaryota (Monera)
Reich Eubacteria
Reich Archaebacteria

Überreich Eukaryota
Reich Archaezoa
Reich Protozoa
Reich Chromista
Reich Metaphyta (Pflanzen)
Reich Fungi
Reich Metazoa (Tiere)
>Klassifikation/Mayr, >Ordnung/Mayr, >Evolution, >Arten.

Mayr I
Ernst Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Terminologien Block II 550
Def Clusterbegriff/Block: Bsp angenommen, eine prototypische Religion schließt Glauben an übernatürliche Wesen, Riten und anderes ein, aber es gibt tatsächliche oder mögliche Religionen, die diese Merkmale nicht aufweisen. Bsp Manche sagen, dass Geschwindigkeit ein Clusterbegriff sei: es ist oft praktisch, durchschnittliche und momentane Geschwindigkeit zusammenzufassen. (BlockVs).

Metzinger II 458
Def Z-Bewusstsein/Terminologie/Block: Sich einer Tatsache z-bewusst zu sein, heißt, dass die Information für rationales Schließen zur Verfügung steht. (Funktionaler Begriff). P-Bewusstsein: phänomenales Bewusstsein. >Bewusstsein/Block.

Block I
N. Block
Consciousness, Function, and Representation: Collected Papers, Volume 1 (Bradford Books) Cambridge 2007

Block II
Ned Block
"On a confusion about a function of consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Metz I
Th. Metzinger (Hrsg.)
Bewusstsein Paderborn 1996
Terminologien Chalmers I 20
Deflationär/Terminologie/Chalmers: Ein deflationärer Begriff von Überzeugung wäre rein psychologisch (verhaltenserklärend), nicht phänomenal (mit Qualia verbunden). Welches der wahre Begriff ist, ist für mein Vorhaben nicht so entscheidend. Wichtiger ist die Trennung des Psychologischen und des Phänomenalen.
I 28
Wachheit/Aufmerksamkeit/awareness/Terminologie/Chalmers: Bewusstsein ist stets von Aufmerksamkeit begleitet, aber nicht immer umgekehrt. Awareness (auch attention) fällt eher auf die psychologische Seite unterer Unterscheidung.
I 29
Newell (1992)(1) unterscheidet zwischen „awareness“ und „consciousness“. Chalmers: ich werde mit „awareness“ (Aufmerksamkeit) ab jetzt „psychologisches Bewusstsein“ (verhaltenserklärend, funktional) meinen.
I 154
Def Protophänomenale Eigenschaft/Chalmers: beinhaltet als einzelne nicht selbst Erleben, mehrere gleichzeitig vorhandene könnten es aber. Das ist merkwürdig für uns, kann aber nicht a priori ausgeschlossen werden. Das würde eine kausale Rolle des Phänomenalen nahelegen. Eine solche Theorie zu vertreten würde einfach bedeuten, eine andere mögliche Welt anzunehmen, wo etwas anderes die Rolle der Verursachung innehat, aber logisch ausgeschlossen wäre eine solche Welt nicht. > Dualismus/Chalmers.
I 232
Registrierung/Chalmers: Urteile in einem schwächeren Sinn: repräsentationale Zustände, z.B. des Gesichtsfelds, die noch keine Urteile sind.
1. A. Newell, SOAR as a unified theory of cognition: Issues and explanations. Behavioral and Brain Studies 15, 1992: pp.464-92.


Schwarz I 207 (Anmerkung)
Def Diagonalisierung/Stalnaker/Lewis/Schwarz: Die primären Wahrheitsbedingungen erhält man durch Diagonalisierung, d.h. indem man als Welt-Parameter die Welt der jeweiligen Situation einsetzt (entsprechend als Zeit-Parameter den Zeitpunkt der Situation usw.).
Def „diagonale Proposition“/Terminologie/Lewis: (nach Stalnaker, 1978(1)): primäre Wahrheitsbedingungen.
Def horizontale Proposition/Lewis: sekundäre Wahrheitsbedingungen. (1980a(2),38, 1994b(3),296f).
Neuere Terminologie:
Def A-Intension/primäre Intension/1-Intension/Terminologie/Schwarz: Für primäre Wahrheitsbedingungen
Def C-Intension/sekundäre Intension/2-Intension/Terminologie/Schwarz: für sekundäre Wahrheitsbedingungen.
Def A-Proposition/1-Proposition/C-Proposition/2-Proposition/Terminologie/Schwarz: entsprechend. (Jackson 1998a(4),2004(5), Lewis 2002b(6), Chalmers 1996b(7), 56,65)
Def meaning1/Terminologie/Lewis/Schwarz: (1975(8),173): sekundäre Wahrheitsbedingungen
Def meaning2/Lewis/Schwarz: komplexe Funktion von Situationen und Welten auf Wahrheitswerte, „zweidimensionale Intension“.
Schwarz: Problem: Damit sind ganz verschiedene Dinge gemeint:
Primäre Wahrheitsbedingungen/LewisVsStalnaker: bei Lewis nicht über metasprachliche Diagonalisierung bestimmt wie Stalnakers diagonalen Propositionen. Auch nicht über A priori-Implikation wie bei Chalmers primären Propositionen.

1. Robert c. Stalnaker [1978]: “Assertion”. In P. Cole (Hg.), Syntax and Semantics, Bd. 9, New York: Academic Press, 315–332, und in [Stalnaker 1999a]
2. David Lewis [1980a]: “Index, Context, and Content”. In S. Kanger und S. ¨Ohmann (Hg.), Philosophy
and Grammar, Dordrecht: Reidel, und in [Lewis 1998a]
3. David Lewis — [1994b]: “Reduction of Mind”. In Samuel Guttenplan (Hg.), A Companion to the Philosophy of Mind, Oxford: Blackwell, 412–431, und in [Lewis 1999a]
4. Frank Jackson [1998a]: From Metaphysics to Ethics: A Defence of Conceptual Analysis. Oxford: Clarendon Press
5. Frank Jackson [2004]: “Why We Need A-Intensions”. Philosophical Studies, 118: 257–277
6. David Lewis — [2002a]: “Tensing the Copula”. Mind, 111: 1–13
7. David Chalmers 2002]: “Consciousness and its Place in Nature”. In D. Chalmers (Hg.) Philosophy of
Mind. Classical and Contemporary Readings, New York: Oxford University Press, 247–272
8. David Lewis [1975]: “Languages and Language”. In [Gunderson 1975], 3–35. Und in [Lewis 1983d]


Chalmers I 64
Propositionen/Chalmers: Es gibt entsprechend zu den hier aufgezeigten primären und sekundären Intensionen primäre und sekundäre Propositionen. >Zweidimensionale Semantik, >Kaplans Unterscheidung >content/ >character.

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Terminologien Klein Brocker I 939
Terminologie/Klein: Branding: Das Schaffen von Markenbewusstsein und damit eines entsprechenden Konsumverhaltens, ihre Gewinnspannen in den 1990er Jahren dramatisch erhöhen konnten. Dieser Prozess der Schaffung neuer Nachfragemärkte – nicht mehr das materielle Produkt, sondern nur noch die Marke wird produziert, beworben, nachgefragt und im beliebigen materiellen Produkt gekauft – läuft parallel zur Abschaffung traditioneller industrieller Produktion und konventioneller Arbeits- und Beschäftigungsformen im globalen Norden. >Arbeitsplätze/Klein.
Den Sportschuhvermarkter Nike, der keine der Produktionsfabriken, in denen er fertigen lässt, selbst besitzt, nennt Klein den »Prototyp der produktfreien Marke«.(1)
Brocker I 933
„branding breathrough“/Klein: Markendurchdringung: den KonsumentInnen für das Markenbewusstsein kein Preis zu hoch ist: »Für markenversessene
Brocker I 934
Käufer ist das Konsumieren schon fast zum Fetisch geworden und dem Markennamen wird eine talismanähnliche Kraft zugesprochen«.(2) Das erlaubt den Unternehmen ein immer größeres Spektrum an ökonomischen Aktivitäten.
Brocker I 937
»Culture-Jamming«: die Praxis, Werbung zu parodieren und ihre Botschaft intelligent zu unterwandern, bezeichnet Klein als »eine Röntgenaufnahme des unbewussten Gehalts einer Werbekampagne«(3). >Werbung.

Naomi Klein, No Logo: Taking Aim at the Brand Bullies, Toronto 2000. (Tenth Anniversary Edition with a New Introduction by the Author, New York 32010.) Dt.: Naomi Klein, No Logo! Der Kampf der Global Players um Marktmacht – Ein Spiel mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern, Frankfurt/M. 2015 (zuerst 2001) S. 202
2. Ebenda S. 152
3. Ebenda S. 282
Christine Bauhardt, „Naomi Klein, No Logo! (2000)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Terminologien Lanier I 29 FN
Def Noosphäre/noosphere/Terminologie/Lanier: Ein kollektives Gehirn, das aus allen im Internet miteinander verbunden Menschen besteht. Dieser Idee sollten wir entschieden entgegentreten. >Internet, Internetkultur, >Internetprotokoll, >Onlinerecht, >World Wide Web, >Soziale Netzwerke, >Soziale Medien.
I 30
Def Digitaler Maoismus/Def Kybernetischer Totalitarismus/Lanier: Die siegreiche technologische Subkultur. Zu ihr gehören Leute aus der Welt der Open Culture, der Creative Commons, Mitglieder der Linux-Gemeinde, Vertreter des Ansatzes der Künstlichen Intelligenz und diele andere. Ihre beliebtesten Blog sind Boing Boing, Tech-Crunch und Slashdot. Ihre Botschaft im alten Land ist das Magazin Wired.
I 31
Ihre Anhänger hegen durchaus keine bösen Absichten.
I 40
Def Grauer Schleim: winzig kleine, von Computern gebaute Computer, die die Erde auffressen werden. Weiterentwicklung der Idee der >Singularität in der Computerwissenschaft.
I 44
„Das höchste Meta“: Wettrennen um das höchste Meta: vorausgegangene Aggregations-Schichten werden immer wieder aggregiert (automatisch gelesen und zusammengefasst). Vgl. >ChatGPT, >Künstliche Intelligenz.
I 89
Beiläufige Anonymität/Lanier: Eine mühelose, folgenlose, vorübergehende Anonymität im Dienst einer Zielsetzung wie der Förderung einer Meinung, die nichts mit der eigenen Identität oder Persönlichkeit zu tun hat. >Anonymität.
I 110
Digitaler Maoismus: Der Digitale Maoismus lehnt Hierarchien nicht grundsätzlich ab. Er belohnt nur in überragendem Maß eine ganz bestimmte, bevorzugte Hierarchie, die der digitalen Metaebene, wonach ein vermanschter Brei wichtiger ist als die Quellen, aus denen der Brei zusammengemanscht wurde. Ein Blog aus Blogs steht höher als ein einfacher Blog. In der Cloud ist „meta“ gleichbedeutend mit Macht. Vgl. >Facebook, >Blogs, vgl. >E. Morozov, >Y. Benkler, >J. Zittrain, >E. Pariser, >L. Lessig.

Lanier I
Jaron Lanier
Gadget: Warum die Zukunft uns noch braucht Frankfurt/M. 2012
Terminologien Simons I 14
Produkt/Mereologie/Simons: Der Durchschnitt ist gleich der größten unteren Schranke. Summe: Die Summe ist "das Individuum, das etwas überlappt, wenn es wenigstens eins von x oder y überlappt. Dies ist nicht immer die kleinste obere Schranke (koS).
Gittertheorie: Die Gittertheorie meint das "kleinste Individuum, das beide enthält".
Def Differenz: Die Differenz ist das größte Individuum, das in x enthalten ist, das keinen Teil mit y gemein hat. Es existiert nur, wenn x nicht Teil von y ist.
Def Fusion/allgemeine Summe: Die Fusion ist die Summe aller Objekte, die ein bestimmtes Prädikat Fx erfüllen, denotiert durch den Variablen-bindenden Operator s: s x[Fx]. Es kann mehrere Fusionen geben. Die Summe ist die größte Fusion.
I 226
Fusion: Die Fusion beinhaltet ein Ersetzen des früheren. Bsp Ein früheres F wird durch zwei Fs ersetzt. Def Nukleus/allgemeines Produkt: Der Nukleus ist das Produkt der Objekte, die ein Prädikat erfüllen px[Fx].
Universum U: Das Universum ist die Summe aller Objekte. Das entspricht dem Einheitselement der Booleschen Algebra.
Atom: Ein Atom ist ein Individuum, das keine Teile hat.
Individuum allgemein: Ein Individuum im Allgemeinen kann einen Teil haben! Ein Universum mit 3 Atomen kann 7 Individuen haben. Wenn es c Atome gibt, gibt es 2 hoch c 1 Kombinationen. Daraus folgt, dass es keine geraden Anzahlen geben kann. Kombinationen von Individuen sind selbst wieder Individuen.
I 32
Def Obere Schranke/Mereologie/Simons: Die Individuen, die ein Prädikat fx erfüllen sind oben gebunden, wenn es ein Individuum gibt, von dem sie alle ein Teil sind. Summe: Die Summe ist "das Individuum, das etwas überlappt, wenn es wenigstens eins von x oder y überlappt". ((s) Hasse-Diagramm: Der obere Punkt ist Teil des unteren.)
Universum: Im Universum gibt es eine obere Schranke für alles. Die Existenz einer oberen Schranke impliziert nicht die Existenz von Summen oder die kleinste obere Schranke, Bsp die Menge der Teilmengen der natürlichen Zahlen die entweder nicht-leer oder endlich oder unendlich sind und ein endliches Komplement haben. Jede Kollektion ist nach oben beschränkt durch die gesamte Menge der natürlichen Zahlen ohne eine kleinste obere Schranke, Bsp die Kollektion aller endlichen Mengen von geraden Zahlen. Bsp offene Intervalle auf dem reellen Zahlenstrang: Hier haben je zwei offene Intervalle wenigstens eine obere Schranke, nämlich das Intervall dessen Endpunkte...
I 33
...ihre äußeren Extrempunkte sind. Aber getrennte Intervalle mit einer Lücke zwischen sich haben keine Summe. Wenn eine Summe existiert, dann auch eine kleinste obere Schranke aber nicht umgekehrt. Teile eines umfassenderen Ganzen sein heißt, eine obere Schranke zu haben.
I 60
Def Protothetik/Lesniewski/Simons: ("erste Prinzipien"): Protoethik ist Lesniewskis Gegenstück zum Aussagenkalkül, den sie als Fragment enthält. Zusätzlich enthält sie Variablen für jeden Aussagentyp sowie Quantoren - äquivalent mit Systemen von Propositionstypen (Aussagentypen) von Church oder Henkin.
I 112
Def obere Schranke/Mereologie/Simons: Die Individuen, die ein Prädikat fx erfüllen sind oben gebunden, wenn es ein Individuum gibt, von dem sie alle ein Teil sind. Summe: Die Summe ist "das Individuum, das etwas überlappt, wenn es wenigstens eins von x oder y überlappt".
I 211
Koinzidenz/Simons: Die Gleichheit der Elemente ist nicht hinreichend für die Gleichheit der Teile. ((s) Bsp mitgliedergleiche Gremien können verschiedene Vorsitzende haben.) Koinzidenz: Koinzidenz ist zeitweise Ununterscheidbarkeit. Die Klasse {Tib+Tail]} hat nur drei Teile. Tibbles kann viel mehr haben!
I 225
Permanente Koinzidenz von F1 und F2 ist nicht in der wirklichen Welt unterscheidbar. Sie ist höchstens durch modale Eigenschaften unterscheidbar.
I 228
Koinzidenz-Prinzip/Simons: Koinzidenz (alle Teile gemeinsam haben) ist notwendig für Superposition (zwei Dinge zur selben Zeit am selben Ort).
I 228
Komposition/Zusammensetzung/Mereologie/Simons: Bsp Das Schiff, aber nicht das Holz ist aus Planken zusammengesetzt. Ein Mensch hat Teile, die nicht von der Kollektion der Atome geteilt werden.
I 334
Topologie/Mereologie/Simons: Topologische Begriffe, die über die Mereologie hinausgehen, sind "Angrenzen" und "Verbindbarkeit". Diese werden zur Definition von "Ganzes" gebraucht.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Terminologien Tugendhat I 72f
Veritatives Sein/Tugendhat: "es ist der Fall, dass p". - VsGegenstandstheorie - VsKonzeptualismus (Begriffe für Gegenstände) - immateriell - aber auch VsVorstellung - stattdessen: Sprache als Grundverfassung (ja/nein-Struktur). - TugendhatVsMittelalterliche Theorien: verum als "transzendentalen" Bestimmung des ens neben unum und aliquid - hätte Aristoteles sich auf das veritative Sein bezogen, so hätte er eine Semantik der Behauptung ausbilden können.
I 91
VsHeidegger: Sein von Tatsachen statt "alles Sein ist Sein von Seiendem".
I 162f
Gegenstandstheorie/TugendhatVs: Sachverhalte als Gegenstände aufgefasst - VsWittgenstein/ VsTractatus: Sachverhalte als Verbindung von Gegenständen, Tatsache als Bestehen von Sachverhalten - Wittgenstein, spät: (Selbstkritik): "Komplex nicht gleich Tatsache".
I 217
Gegenstandstheorie sah über die kommunikative Funktion der Sprache einfach hinweg.
I 337
Sing Term/TugendhatVsGegenstandstheorie: kann das »stehen für« nicht verständlich machen. Auch nicht seinen eigenen Grundbegriff, den des Gegenstandes.
I 338
Frege: singuläre Termini sind unselbständige Ausdrücke.
I 246
hysteron-proton/Tugendhat: das Spätere früher - Fehlschluss der Vertauschung der Implikationsbeziehung - hier: auch ein Sachverhalt lässt sich immer nur seinerseits durch Sätze identifizieren.
I 266
Def Ausweisungsspiel/Tugendhat: dass die Verwendungsregel, die erklärt wird, als Verifikationsregel zu verstehen ist - (pro) - ((s) Gebrauch > Wahrheitsbedingungen, >Bedeutung.)
I 276
Die Spielregeln des Ausweisungspiels sind Verifikationsregeln.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Theorien Barrow I 285ff
Eichtheorien/Barrow: Eichtheorien sind moderne Theorien der Elementarteilchen und ihrer Wechselwirkung. Die erste Eichtheorie war Maxwells Theorie des Elektromagnetismus. - Solche Theorien beruhen ganz und gar auf Symmetrien - die Beschreibungen der Schwerkraft, des Elektromagnetismus, starke und schwache Kernkraft sind alle Eichtheorien. >Symmetrien.
Die neuen zusätzlichen Symmetrien heißen innere Symmetrien - sie entsprechen Invarianzen bei Umbenennungen der Teilchenidentität.
>Invarianz.
Bsp Invarianz: Bsp Wenn die Identität aller Protonen der Welt mit denen der Neutronen vertauscht wird.
Das Eichzeitalter hat die Gesetze der Mikrowelt systematisch auf Symmetrien zurückgeführt - wir sind dann auch nicht auf Beobachtung angewiesen.
>Beweise, >Beweisbarkeit, >Beobachtung, >Unbeobachtbares.
Eichsymmetrien können auch Schlüssel zur Erzeugung neuer Naturgesetze sein. Sie beschreiben zwar, welche Teilchenart erlaubt, aber nicht, wie viele Varianten jedes erlaubte Teilchen hat. - Sie sagt uns, dass gewisse Größen zu anderen proportional sind, aber sie legt die Werte der Proportionalitätsfaktoren nicht fest. - Daher stellen die Eichtheorien nicht die letztgültigen Beschreibungen der Natur dar.
>Proportionen, >Objektivität, vgl. >Theory of Everything.
I 290
Die Lösungen symmetrischer Gleichungen brauchen keine Symmetrie aufzuweisen! Daraus folgt, dass die wahren Symmetrien verborgen sind, sie bestimmen die Gesetze, nicht ihre Folgen. - Wenn eine Eichtheorie in einer bestimmten Weise gebrochen wird, nimmt das Trägerteilchen das zur Vermittlung der lokalen Eichinvarianz nötig ist, eine Masse an. Hierin liegt vermutlich der Ursprung der Masse - manche Eichtheorien werden nicht gebrochen. (Gravitation, Elektrodynamik) Ihre Trägerteilchen, Graviton und Photon sind masselos. >Symmetriebechung.

B I
John D. Barrow
Warum die Welt mathematisch ist Frankfurt/M. 1996

B II
John D. Barrow
Die Natur der Natur: Wissen an den Grenzen von Raum und Zeit Heidelberg 1993

B III
John D. Barrow
Die Entdeckung des Unmöglichen. Forschung an den Grenzen des Wissens Heidelberg 2001
Theorien Chalmers I 165
Bewusste Erfahrung/Bewusstsein/Theorien/Chalmers: Es gibt drei Typen von Theorien in Bezug auf das Bewusstsein: A. Bewusstsein superveniert logisch auf dem Physischen, aus funktionalen und eliminativistischen Gründen.
I 166
B. Bewusstsein superveniert nicht logisch, es gibt keine a priori-Implikation vom Physischen auf das Phänomenale, aber dennoch ist der Materialismus wahr C. VsMaterialismus und Vs Logische Supervenienz.
>Materialismus, >Supervenienz, >Physisch/psychisch.
A. Varianten: Eliminativismus, Behaviorismus, reduktiver Funktionalismus.
>Eliminativismus, >Behaviorismus, >Reduktionismus, >Funktionalismus.
1. Physikalische und funktionale Zwillinge von uns ohne bewusste Erfahrungen sind unvorstellbar.
>Zombies.
2. Mary lernt nichts neues, wenn sie zum ersten Mal rot sieht.
>Farbenforscherin Mary.
3. Alles über Bewusstsein kann funktional erklärt werden.
Vertreter: Armstrong (1968)(1), Dennett (1991)(2), Lewis (1966)(3), Ryle (1949)(4).
Varianten: Dretske (1995)(5), Rey (1982)(6), Rosenthal (1996)(7), Smart (1959)(8), White (1986)(9), Wilkes (1984)(10),
B: Varianten: Nichtreduktiver Materialismus. Die einzige nichtwidersprüchliche Variante nimmt starke metaphysische Notwendigkeit als entscheidend an.
>Metaphysische Notwendigkeit.
1. Zombies und vertauschte Spektren sind vorstellbar, aber metaphysisch unmöglich.
>Vorstellbarkeit.
2. Mary lernt etwas neues, wenn sie Rot sieht, aber das ist mit einer Analyse im Loar-Stil ((s) semantisch) erklärbar.
>B. Loar.
3. Bewusstsein, kann nicht reduktiv erklärt werden, ist aber dennoch physisch.
Vertreter, nicht explizit, aber näherungsweise: Levine (1983) (11), 1993) (12)), Loar (1990)(13).
Andere, die Physikalismus ohne logische Supervenienz annehmen: Byrne (1993)(14), Flanagan (1992) (15), Hill (1991)(16), Horgan (1984b)(17), Lycan (1995)(18), Papineau (1993)(19), Tye (1995)(20), van Gulick (1992)(21).
C. Verschiedene Varianten des Eigenschaftsdualismus. Materialismus wird als falsch angenommen, gewisse phänomenale oder protophänomenale Eigenschaften werden als irreduzibel angenommen.
1. Zombies und vertauschte Spektren sind logisch und metaphysisch möglich.
2. Mary lernt etwas Neues und zwar nichtphysikalische Tatsachen
3. Bewusstsein kann nicht reduktiv erklärt werden, wohl aber nichtreduktiv durch zusätzliche Naturgesetze.
Vertreter: Campbell (1970)(22), Honderich (1981)(23), Jackson (1982)(24), H. Robinson (1982)(25), W. Robinson (1988)(26), Sprigge (1994)(27).
I 167
Chalmers: Die entscheidende Wahl ist die zwischen Theorien vom A-Typ und dem Rest.
I 213
Theorie/Chalmers: Wenn Bewusstsein auch nicht reduktiv erklärt werden kann, kann es doch eine nichtreduktionistische Theorie des Bewusstseins geben. Eine solche Theorie wird ähnlich sein wie die Theorien, die die Physik uns über Bewegung, Raum und Zeit gibt. Die Existenz dieser Entitäten wird nicht aus etwas grundlegenderem abgeleitet. Stattdessen werden Gesetze über sie angegeben. >Gesetze, >Naturgesetze.
I 216
Erste Person/Chalmers: Problem: Mit der Perspektive der ersten Person sind eine Menge sich widersprechender Theorien möglich: z.B. der Solipsismus, Panpsychismus, usw. >Erste Person, >Solipsismus, >Panpsychismus.
I 218
Wenn wir nur herausfinden würden, welche Theorie des Bewusstseins besser ist als ihre Mitbewerber, hätten wir schon viel gewonnen. >Bewusstsein/Chalmers.

1. D. M. Armstrong, A Materialist Theory of the Mind, London 1968
2. D. Dennett, Consciousness Explained, Boston, 1991
3. D. Lewis, An argument for the identity theory, Journal of Philosophy 63, 1966: pp.17-25
4. G. Ryle, The Concept of Mind, Oondon 1949
5. F. Dretske, Naturalizing the Mind, Cambridge 1995
6. G. Rey, A reason for doubting the existence of consciousness. In. R. Davidson, S. Schwartz and D Shapiro (Eds) Consciousness and Self-Regulation. Vol 3 New York 1982
7. D. M. Rosenthal, A theory of consciousness. In: N. Block, O. Flanagan and G. Güzeldere (Eds) The Natur of Consciousness, Cambridge 1996
8. J. C. Smart, Sensations and brain processes. Philosophical Review 68, 1959: pp.141-56
9. S. L. White, Curse of the qualia. Synthese 68, 1986: pp. 333-68
10. K. V. Wilkes, Is consciousness important? British Journal for the Philosophy of Science 35, 1984: pp. 223-43
11. J. Levine, Materialism and qualia. The explanatory gap. PhPacific Philosophical Quarterly 64, 1983: pp.354-61
12. J Levine, On leaving out what it's like. In: M. Davies and G. Humphreys (Eds) Consciousness: Psychological and Philosophical Essays, Oxford 1993.
13. B. Loar, Phenomenal states. Philosophical Perspectives 4, 1990: pp. 81-108
14. A. Byrne, The emergent mind, Ph.D. diss. Princeton University, 1993
15. O. Flanagan, Consciousness reconsidered. Cambridge 1992
16. C. S. Hill, Sensations: A Defense of Type Materialism. Cambridge 1991
17. T. Horgan, Jackson on physical information and qualia. Philosophical Quarterly 34, 1984: pp. 147-83
18. W. G. Lycan, A limited defense of phenomenal information. In: T. Metzingwr (ed), Conscious Experience, Paderborn 1995.
19. D. Papineau, Philosophical Naturalism, Oxford 1993
20. M. Tye, Ten Problems of Consciousness, Cambridge 1995
21. R. van Gulick, Nonreductive materialism and the nature of intertheoretical constraint. IN: A. Beckermann, H. Flohr and J. Kim (Eds) Emergence or Reduction? Prospects for Nonreductive Physicalism, Berlin 1992
22. K. K. Campbell, Body and Mind, New York 1970
23. T. Hoderich, Psychological law-like connections and their problems. Inquiry 24, 1981: pp. 277-303
24. F. Jackson, Epiphenomenal qualia, Philosophical Quarterly 32, 1993: pp. 127-36
25. H, Robinson, Matter and Sense, Cambridge 1982
26. W. S. Robinson, Brains and People: An Essay on Mentality and Its Causal Conditions, Philadelphia 1988
27. T. L. S. Sprigge, Final causes. Proceedings of the Aristotelian Society 45, 1971: pp. 149-70

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014
Theorien Parsons Habermas IV 355
Theorien/Parsons/Habermas: Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts bekräftigt Parsons seine These: Wissenschaftliche Theorie ist ein Korpus zusammenhängender Propositionen über empirische Phänomene innerhalb eines Bezugsrahmens.(1) Bezugsrahmen/Parsons/Habermas: Der Bezugsrahmen hat den Status von Grundbegriffen und Grundannahmen, die, wie z.B. das protophysikalische Gerüst der klassischen Mechanik, nicht mit den empirischen Theorien, die mit ihrer Hilfe aufgestellt werden können, verwechselt werden dürfen.
>Bezugssysteme.
In diesem Sinne sollte auch der handlungstheoretische Bezugsrahmen den Gegenstandsbereich der Sozialwissenschaften konstituieren. Parsons hatte ihn aber nicht als theoretisches Modell eingeführt – er sollte keineswegs die unter analytischen Gesichtspunkten von der Realität selber abstrahierten Grundzüge repräsentieren.
>Handlungstheorie.
Vielmehr besteht der analytische Realismus auf einer Problemstufenordnung, die zwischen dem kategorialen Rahmen, empiristischen Theorien, wissenschaftlichen Prognosen/Erklärungen und Tatsachen interne, nichtempirische Beziehungen herstellt. Diese Hierarchie bricht aus dem sprachlichen Universum der wissenschaftlichen Kommunikationsgemeinschaft nicht aus.
Neu: Nachdem Parsons den handlungstheoretischen Rahmen mit jenen emergenten Eigenschaften identifiziert, die in der Evolution natürlicher Systeme auf der Stufe soziokultureller Lebensformen auftreten, behält der analytische Realismus nur noch einen deklamatorischen Wert. Der handlungstheoretische Rahmen dient von nun an zur Charakterisierung eines bestimmten Typus von grenzerhaltenden Systemen; dabei fällt der allgemeinen Systemtheorie die Aufgabe zu, Modelle aufzustellen, die relevante
Habermas IV 356
Wirklichkeitsausschnitte simulieren. Aussagen über analytische Beziehungen zwischen Werten, Zielen, Normen und Ressourcen verwandeln sich zu Aussagen über empirische Beziehungen zwischen Systembestandteilen. >System/Parsons, >Subsysteme/Parsons.
Die empiristisch uminterpretierte Handlungseinheit bildet sich in Prozessen des Austauschs zwischen ihren Komponenten. Nur unter dieser essentialistischen Voraussetzung kann auch der Organismus oder das Verhaltenssystem zwanglos der Trias Person, Gesellschaft und Kultur angegliedert werden. (Parsons pro Essentialismus). Seine Theorie erhält nun die Konnotationen einer Nachkonstruktion von Merkmalen sich selbst strukturierender Handlungssysteme.
>Handlung/Parsons, >Handlungstheorie/Parsons, >Handlungstheorie.

1.T.Parsons, E.Shils, K. D. Naegele, J.R. Pitts (Eds.) Theories of Society, NY 1961, S. 965.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Theorien Popper Flor II 476
Theorie/Popper: nicht begründbar, aber überprüfbar. 1. Von keiner wissenschaftlichen Theorie kann man wissen, dass sie wahr ist.
2. Eine wissenschaftlich-empirische Theorie kann zu empirisch feststellbaren Tatsachen in Widerspruch stehen
3. eine rationale Haltung ist durch eine kritische Einstellung gekennzeichnet.
Theorie: entscheiden, dass es einen intersubjektiv feststellbaren Sachverhalt gibt, der allerdings zur Theorie in Widerspruch stehen kann.
Flor II 477
Eine Theorie muss einen oder mehrere streng allgemeine Sätze (Gesetze) enthalten Bsp »alle Körper ziehen einander an«. Allgemeiner Satz: Bsp »alle Gegenstände in meiner Schublade sind rot«: kein streng allgemeiner Satz.
Flor II 478/79
Def Basissatz: Bsp "zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort tritt dieses oder jenes ein". Ein Basissatz kann zu einem allgemeinen Satz in Widerspruch stehen, nicht aber ausgehen abgeleitet werden. Und erbringt einen intersubjektiv beobachtbaren Sachverhalt zum Ausdruck. >Protokollsätze. Allgemeiner Satz: ein streng allgemeiner Satz ist falsifizierbar, wenn es einen möglichen Basissatz gibt, der zu ihm in Widerspruch steht.
Bsp "In meiner Küche befindet sich am 11. Juni 1989 eine grüne Spitzmaus." Basissatz: "Es gibt keine grüne Spitzmaus".
eine Theorie ist nur dann empirisch wissenschaftlich, wenn die Klasse ihrer möglichen Falsifikatoren nicht leer ist.
Flor II 484
Es kann sich herausstellen, dass Basissätze falsch waren, man kann aber auch Randbedingungen oder Zusatzhypothesen ablehnen. Entscheidend: die Annahme eines Basissatzes, der mit den in der Testprozedur enthaltenen Aussagen unvereinbar ist, zwingt in der Regel nicht zur Ablehnung des zentralen Gedankens einer Theorie. Eine neue Theorie muss die Probleme der alten Theorie auch lösen können. Darüber hinaus muss sie die Probleme lösen können die alte nicht lösen konnte. ((s) D.h. die neue Theorie enthält die alte als Teilmenge).
QuineVsPopper: das ist eine falsche Vorstellung: die neue Theorie enthält nicht die alte als Teilmenge, sondern: Bsp auch im Alltag ist die Theorie von Newton nur eine Annäherung.

Feyerabend I 121
Theorie/Popper: neue Theorien haben überschüssigen Gehalt. - Sie sollten danach aber nicht ad hoc angepasst werden. - Lakatos: der überschüssige Gehalt wird Stück für Stücke geschaffen, indem man die Theorien ausdehnt.

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Flor I
Jan Riis Flor
"Gilbert Ryle: Bewusstseinsphilosophie"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor II
Jan Riis Flor
"Karl Raimund Popper: Kritischer Rationalismus"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A.Hügli/P.Lübcke Reinbek 1993

Flor III
J.R. Flor
"Bertrand Russell: Politisches Engagement und logische Analyse"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Flor IV
Jan Riis Flor
"Thomas S. Kuhn. Entwicklung durch Revolution"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Feyerabend I
Paul Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Feyerabend II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Tiere Mayr I 309
Sprache/Tier/Mayr: Unter Tieren gibt es keine Sprache. Kommunikationssysteme bestehen hier im Austausch von Signalen. Syntax und Grammatik gibt es nicht. >Tiersprache, >Denken ohne Sprache, >Sprache, >Kommunikation, >Signale, >Signalsprache, >Syntax, >Grammatik.
I 311
Geist: Es herrscht eine begriffliche Verwirrung: falsche Beschränkung auf die mentalen Aktivitäten des Menschen. >Geist, >Denken.
Tier/Geist: Man hat nachgewiesen, dass zwischen den mentalen Aktivitäten bestimmter Tiere (Elephanten, Hunde, Wale, Primaten, Papageien) und denen des Menschen kein kategorialer Unterschied besteht.
I 312
Bewusstsein/Tier: Gleiches gilt für das Bewusstsein, das in Ansätzen sogar bei Wirbellosen und möglicherweise Protozoen zu finden ist. Geist/Mayr: Es gab einfach keine plötzliche Emergenz des Geistes.
>Bewusstsein, >Emergenz.

Mayr I
Ernst Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Tiere McDowell I 142
Tier/McDowell: Es ist nicht so, dass Tiere Automaten wären. Sie können findig, begabt, listig, freundlich usw. sein. Sie haben eben nur kein Selbstbewusstsein. Ein Tier kann sich auch ohne Bild von sich selbst in seiner Umwelt orientieren.
Das Tier hat mit einer Abfolge von Problemen zu tun, begreift sie aber nicht als Abfolge von Problemen.
Eher Proto-Subjektivität als Subjektivität. Keine "Gerichtetheit auf die Welt".
I 142
Tier/Mensch/Gadamer: Mensch: lebt in der Welt Tier: lebt in einer Umwelt
Welt: ist gestaltet
Umwelt: Andrang von Zwängen.
>Tiersprache/Gadamer.
I 142
Mensch/McDowell: wesentlich: "Gerichtetheit auf die Welt".
I 144
Mensch/Gadamer: "freies, distanziertes Verhalten". McDowell: Emanzipation vom Zwang, Anklänge an Theorie.
I 145
Tier/Mensch/Marx: das menschliche Leben ist nichts, sofern es nicht aktiv ist. - Der Arbeiter ist auf seine tierischen Funktionen reduziert.
I 146
Umwelt/Gadamer: ist dem Lebewesen im wesentlichen fremd. Der "Andrang des von der Welt her Begegnenden". Welt: kann besessen werden. (Durch Sprache angeeignet).
Umwelt: kann nur bewohnt werden.
I 149ff
Bsp Fledermaus/McDowellVsNagel: Nagel These: Fledermäuse besitzen eine ausgereifte Subjektivität, deren Charakter außerhalb unserer Begriffe liegt. McDowellVsNagel: Das ist ein falsches Bild des "nichtbegrifflichen Inhaltes", den wir in Begriffe ummünzen könnten.
>Wissen-wie, >Fledermausbeispiel, >Subjektivität/Nagel.

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell
Tiere Sellars Rorty VI 185
Bewusstsein/VsSellars: Der häufigste Einwand gegen Sellars psychologischen Nominalismus: "Protobewusstsein": Kleinkinder und Hunde sind ihrer Schmerzen gewahr ohne darüber sprechen zu können. Sellars kann keinen Platz für das Empfindungsvermögen einräumen. >Psychologischer Nominalismus, >Nominalismus, >Tiere, >Tiersprache, >Bewusstsein, >Protobewusstsein, >Sprachgebrauch, >Alltagssprache.

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Tiersprache Deacon I 34
Tiersprache/Deacon: Die Kommunikation anderer Spezies ist niemals eine „einfachere Form“ der menschlichen Sprache. Sie ist überhaupt keine Sprache. >Kommunikation.
Biologische Erklärung/Deacon: Eine Biologische Erklärung ist immer evolutionär und versucht damit, eine Kontinuität zu zeigen. Bei der Entstehung der menschlichen Sprache gibt es aber keine tierischen Vorläufer, geschweige denn eine aufsteigende Komplexitätsskala. (Siehe Robin Dunbar. Grooming, Gossip and the Evolution of Language, 1997(1); sowie Dunbar 1992 a(2), b(3)).
I 54
Tiersprache/Tiere/Deacon: Die falsche Vorstellung, tierische Rufe und Gesten seien wie Wörter oder Sätze kann auf Missverständnisse in Bezug auf den Begriff der Referenz zurückgeführt werden. >Referenz, >Gesten.
Behaviorismus: Einige Behavioristen haben vorgeschlagen, Tierrufe seien nur externe Äußerungen interner Zustände und hätten daher nichts mit Referenz zu tun.
>Behaviorismus.
Kognitive Verhaltensforscher sahen Rufe als Äquivalente zu Wörtern. Eine Studie spielte eine zentrale Rolle dabei:
Seyfarth/Cheney: These: Warnrufe von Meerkatzen seien wie Namen für Fressfeinde in der Entfernung. (Siehe Seyfarth, Cheney und Marler 1980(4)).
I 56
Als Reaktion auf verschiedene Rufe verließen die Affen die Bäume (Warnung vor Adlern) oder sprangen auf Bäume (Leoparden) oder sie spähten in Büsche (Schlangen). Deacon: Das ist evolutionär leicht zu erklären. Da das rettende Verhalten nicht in allen Fällen gleich aussehen kann und sich sogar gegenseitig ausschließt, müssen verschiedene Rufe unterschieden werden. (Siehe auch Hauser, 1996(5)).
Tierrufe/Cheney/Seyfarth/Deacon: Zunächst nahmen Cheney und Seyfarth an, die Tierrufe wären Namen für die Fressfeinde. Diese wurden anstelle eines vollständigen Satzes, also als „holophrastische“ Äußerungen angenommen.
Holophrastische Äußerungen/Deacon: Es wird darüber gestritten wieviel syntaktisches Potential in ihnen steckt.
((s) Siehe Wittgenstein Sprachspiel „Platte“), vgl. >Subsententiales.
Tierkommunikation: Es wurde die These aufgestellt, Warnrufe unterschieden sich ihrerseits von Schmerzschreien oder Grimassen, indem sie auf etwas anderes referierten
I 57
als den inneren Zustand des Tiers. Referenz/DeaconVsCheney/DeaconVsSeyfarth: Dabei wurde stillschweigend vorausgesetzt, dass z.B. Schmerzschreie nicht referierend sein könnten. Aus solchen Annahmen erwächst die Vorstellung einer „Proto-Sprache“ mit Rufen als „Vokabular“.
>Vokabular, >Wörter, >Zeichen, >Signale.
Dann könnte man sich eine tierische Sprachevolution mit sich später herausbildender Grammatik und Syntax vorstellen. Dieses ganze Kartenhaus fällt aber in sich zusammen. (Siehe auch Cheney und Seyfarth, 1990(6)).
Referenz/Deacon: Referenz ist nicht auf Sprache beschränkt. Symptome können auf etwas anderes als sich selbst referieren.
Bsp Lachen: Lachen ist beim Menschen angeboren. Es muss nicht absichtlich hervorgebracht werden und es kann in sozialen Kontexten simuliert werden. Aber Lachen kann auch auf Dinge referieren, sogar auf abwesende. In dieser Weise referieren auch Alarmrufe.
>Angeborenes.
I 58
Sprache/DaconVsSeyfarth/DeaconVsCheney: Bsp Gelächter unterscheidet sich von sprachlichen Äußerungen dadurch, dass es ansteckend ist. In einem Raum voller Lachender kann man schwer ernst bleiben. Die Vorstellung eines Raums voller Leute, die nur einen Satz wiederholen, ist absurd. Intentionalität/Intention/Tierrufe/Deacon: Tierrufe erfüllen auch nicht das Kriterium von Grice für Mitteilungen: „Ich glaube, dass Du glaubst, dass ich x glaube“. Denn Tierrufe sind unfreiwillig und ansteckend.
>Sprache, >P. Grice.
I 59
Lösung/Deacon: Es geht eher um Verbreitung von Erregung als um Teilen von Information. Referenz/Deacon: Referenz ist daher nicht das Unterscheidungsmerkmal zwischen Tierrufen und Wörtern. Beide können sich auf innere Zustände und auf Dinge in der äußeren Welt beziehen. Wir müssen daher verschiedene Arten von Referenz unterscheiden, anstatt zwischen referierenden und angeblich nicht-referierenden Signalen zu unterscheiden.
>Referenz/Deacon.
I 65
Tiersprache/Herrnstein/Deacon: Versuche mit Tauben, die erfolgreich eine willkürliche Zeichensprache sowie Kooperation gelernt hatten(7).
I 66
Symbolische Referenz/Deacon: Diese einfache Form von Referenz mit den Merkmalen gelernte Assoziation, Zufälligkeit der Zeichen, Informationsübertragung zwischen Individuen sind nicht hinreichend, um symbolische Referenz zu definieren. Ein symbolisches Referenzsystem besteht nicht einfach aus Wörtern ohne Syntax. >Symbolische Referenz, >Syntax.
I 67
Tierrufe: In einem Sinn ist das Verständnis der Tierrufe angeboren, andererseits ist die Verbindung zum Referenten nicht notwendig. Die Referenz ist gewissermaßen flexibel. Einige Verbindungen sind vorgeburtlich eingebaut, andere sind gelernt.
I 68
Symbolische Kompetenz: Symbolische Kompetenz ist das, was über papageienhafte Äußerungen hinausgeht. Dazu muss man zwischen kontextuell bestimmten Äußerungsanlässen und auswendig gelernten Diktaten unterscheiden. >Symbolische Kommunikation, >Symbolisches Lernen, >Symbolische Repräsentation.


1. Dunbar, R. (1996): Grooming, Gossip, and the Evolution of Language. Cambridge, MA: Harvard University Press.
2. Dunbar, R. (1992a). Co-evolution of neocortex size, group size and language in humans. Behavioral and Brain Sciences.
3. Dunbar, R. (1992b). Neocortex size as a constraint on group sizes in primates. Journal of Human Evolution 20, 469-493.
4. Seyfarth, R. M., Cheney, D. L., & Marler, P. (1980): Vervet monkey alarm calls: Semantic communication in a free-ranging primate. Animal Behaviour, 28(4), 1070–1094.
5. Hauser, M. D. (1996): The evolution of communication. The MIT Press.
6. Cheney, D. L., & Seyfarth, R. M. (1990): How monkeys see the world: Inside the mind of another species. University of Chicago Press.
7. Herrnstein, R. (1980). Symbolic communication between two pigeons (Columba domestica). Science 210.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Totalitarismus Ball Gaus I 21
Totalitarismus/Interpretationen/Ball: Sobald man beginnt, nach proto-totalitären Themen und Tendenzen in früheren Theoretikern zu suchen, scheinen sie überall zu sein. Vorgeschichte: Was ist Platons perfekte Republik, die von einem Philosophenkönig regiert wird, der Zensur und "edle Lügen" anwendet, wenn nicht eine Vorlage für ein Naziregime, das von einem allwissenden Führer regiert wird, unterstützt von Propaganda und der Großen Lüge, oder für eine kommunistische Utopie sowjetischen Stils, die von einem Lenin oder Stalin regiert wird? Ähnliches könnte man über Machiavellis rücksichtslosen Fürsten oder Hobbes' allmächtigen Souverän oder Rousseaus allwissenden Gesetzgeber sagen. In der Tat ist Rousseaus Sozialvertrag für eine besondere Zensur vorgesehen. Rousseaus Kritiker haben ihn aus vier Hauptgründen als einen Vorläufer des Totalitarismus angesehen. Das erste ist seine Vorstellung vom allgemeinen Willen, der "immer richtig" ist und "nicht irren kann". Der zweite ist Rousseaus kühlende Behauptung, dass Möchtegern-Dissidenten "gezwungen werden müssen, frei zu sein". Die dritte ist die ominöse Figur des allwissenden und gottähnlichen Gesetzgebers. Das vierte und beängstigendste Merkmal von Rousseaus idealer Republik ist die Zivilreligion, die eine religiöse Begründung für ihre drakonischen Gesetze und Institutionen liefert. Zusammengenommen bilden diese vier Merkmale eine Anklageschrift gegen Rousseaus totalitäre Absichten (Talmon, 1952(1); Barker, 1951(2); Crocker, 1968)(3).
Andere spätere Denker - insbesondere Hegel und Marx - sind ähnlichen Kritiken ausgesetzt gewesen. Zu den prominentesten Vertretern des "totalitären" Ansatzes der Textinterpretation gehörte der verstorbene Sir Karl Popper, dessen "The Open Society and Its Enemies" (1963 [1945](4)) der nachhaltigste und systematischste Versuch ist, die Wurzeln des modernen Totalitarismus auf Ideen zurückzuführen, die von den "Feinden" der "offenen Gesellschaft" von Platon bis Marx vertreten wurden.
>Popper/Ball.

1. Talmon, J. L. (1952) The Origins of Totalitarian Democracy. London: Secker and Warburg.
2. Barker, Ernest (1951) Essays on Government. Oxford: Oxford University Press.
3. Crocker, Lester G. (1968) Rousseau’s Social Contract. Cleveland: Case Western Reserve University Press.
4. Popper, Karl R. (1963 [1945]) The Open Society and Its Enemies, 4th edn. New York: Harper and Row.

Ball, Terence. 2004. „History and the Interpretation of Texts“. In: Gaus, Gerald F. 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Totalitarismus Lanier I 39
Kybernetischer Totalitarismus/Lanier: Der Kybernetische Totalitarismus überträgt Metaphern aus diversen Strängen der Computerwissenschaft auf Menschen und die übrige Realität.
I 70
Es gibt eine zunehmende Tendenz zu Multiple-Choice-Identitäten, indem Menschen auf die Antworten auf Fragen reduziert werden, die ihnen vorgelegt wurden. Wenn eine Kirche oder ein Staat solche Dinge turn, halten wir sie für autoritär, doch wenn Technologen die Übeltäter sind, gilt das als hip, frisch und innovativ.
>Soziale Netzwerke, >Soziale Medien, >Werbung, >Internet, Internetkultur, >Internetprotokoll, >Onlinerecht, >World Wide Web, >Märkte, >Innovation, >Fortschritt, >Technologie, >Technokratie, >Fragen, >Antworten, >Question Answering, vgl. >E. Morozov, >Y. Benkler, >J. Zittrain, >E. Pariser, >L. Lessig.

Lanier I
Jaron Lanier
Gadget: Warum die Zukunft uns noch braucht Frankfurt/M. 2012
Tyrannei Platon Höffe I 32
Tyrannei/Platon/Höffe: Gegen Anfang des Dialogs, in Buch I ((s) der Politeia), taucht über Thrasymachos vermittelt der Prototyp des Ungerechten, der Tyrann, auf, dem es angeblich
Höffe I 33
am besten ergeht.(1) Viele Bücher später, erst im Buch IX, wird nach dem Muster eines sportlichen Wettkampfs eine Auseinandersetzung inszeniert, bei der der Gerechte über den Ungerechten siegt, womit der tyrannisch gesinnte Herrscher am «schlechtesten und unglückseligsten» dasteht und Thrasymachos’ Gegenbehauptung in aller Klarheit, freilich erst jetzt widerlegt ist.
>Polis/Platon, >Politik/Platon, >Philosophenherrschaft/Platon, >Herrschaft/Platon, >Macht/Platon.

1. I 344a ff.
Umweltpolitik Internationale Institutionen Mause I 404f
Umweltpolitik/Internationale Institutionen: in den vergangenen 20 Jahren hat die Bedeutung internationaler Organisationen und internationaler Umweltregime (…) enorm zugenommen. (1) Umweltprogrammder Vereinten Nationen (United Nations Environmental Program, UNEP): gegründet 1972.
UN-Konferenzen: Rio de Janairo 1992: seit her entstehen internationale Umweltabkommen, die als völkerrechtlich Beiträge für die ratifizierenden Staaten verbindlich sind. (2)
Wichtige Klimaabkommen: Montrealer Protokoll 1987: über Substanzen, die die Ozonschicht zerstören. (3)(4)
Bundesrepublik Deutschland: für die Umweltpolitik in Deutschland bedeutete dies vor allem die Einführung des Verbandsklagerechts sowie eine Stärkung der Öffentlichkeitsbeteiligung in verschiedenen Planungsverfahren (Knopp 2005).(5)
Vgl.
> href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste_wirtschaft_politik.php?thema=Emissionsrechte">Emissionsrechte, >Emissionsminderung, >Emissionsziele, >Emissionen,
>Emissionsrechtehandel, >Klimawandel,
>Klimaschäden, >Energiepolitik,
>Klimadaten, >Klimageschichte, >Klimagerechtigkeit,
>Klimaperioden, >Klimaschutz,
>Klimaziele, >Klimafolgenforschung, >CO2-Preis, >CO2-Preis-Koordinierung, >CO2-Preis-Strategien, >CO2-Steuer, >CO2-Steuer-Strategien.

1. Breitmeier, Helmut. Regieren in der globalen Umweltpolitik. Eine gemischte Bilanz zwischen Erfolgs- und Problemfällen. In Sektorale Weltordnungspolitik. Effektiv, gerecht und demokratisch? Hrsg. Helmut Breitmeier, Michèle Roth und Dieter Senghaas, 150– 171. Baden-Baden 2009.
2. Simonis, Udo E. 2006. Auf dem Weg zur Weltumweltpolitik – und zur notwendigen Reform der Vereinten Nationen. Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).
3. Ebenda. S. 15ff.
4. Sebastian Oberthür, Die Wirksamkeit von Verrechtlichung. Die Compliance-Mechanismen internationaler Umweltregime. In Politik und Umwelt. PVS-Sonderheft, Hrsg. Klaus Jacob, Frank Biermann, Per-Olof Busch und Peter H. Feindt, Bd. 39, 73– 93. Wiesbaden 2007. OECD. 2012. OECD-Umweltprüfberichte. 5. Lothar Knopp. 2005. Öffentlichkeitsbeteiligungsgesetz und Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz. Zeitschrift für Umweltrecht 16: 281– 336.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Unerforschlichkeit Quine II 33
Unerforschlichkeit des Bezugs: kein Unterschied: "x ist ein Hund" oder: "x ist der Raumzeit-Strang, der von einem Hund ausgefüllt ist". - Das ist nur eine Aussage über die benutzte Terminologie und deren Übersetzung, nicht über physikalische Gegenstände (>Stellvertreterfunktion). - Unerforschlichkeit: bei Übersetzung oder Permutation.
VI 71
Analytische Hypothese/Übersetzungshandbuch/Quine: Term für Term wird übersetzt. - Problem: dann können sinnvolle Sätze entstehen, die sich aber auf etwas anderes beziehen. - Das ist die Unerforschlichkeit der Referenz.
XII 58
Unerforschlichkeit/Referenz/Quine; reicht viel tiefer als Unbestimmtheit der Übersetzung: auch innerhalb einer Sprache, auch wenn Apparat der Individuation (Plural, Pronomen, Identität, Quantifikation usw.) als fest angenommen werden. - Bsp Protosyntax: nur Zeichenketten einer Sorte (1. Stufe). - Ausdrücke sind dann immer Typen, keine Tokens.
ad XII 64
Nonfaktualismus/(s): wenn etwas grundsätzlich unbestimmt ist, dann gibt es keine Tatsache zu erforschen. - Quine: Bsp wenn Bedeutung eine Eigenschaft des Verhaltens ist, kann die Unerforschlichkeit des Bezugs nicht in der Unerforschlichkeit einer Tatsache liegen - weil da nichts zu erforschen ist. - Aber es macht wohl einen Unterschied, ob man sich auf Hasen oder Teile bezieht, oder Bsp auf Formeln oder Gödelzahlen. - Denn dann gäbe es zwischen diesen gar keinen Unterschied. - Referenz verlöre ihren Sinn. - Aber der Unterschied ist weder durch Verhalten noch durch Ostension fassbar. - > Unbestimmtheit. - Formeln: haben andere Eigenschaften als Zahlen.
XII 65
href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/details.php?id=281229&a=$a&autor=Quine&vorname=W.V.O.&thema=Vertauschte%20Spektren">Vertauschte Spektren/Unerforschlichkeit/Quine; entspricht dem Problem Hase/Teil (Gavagai). - Nur hier gibt es keinen Bezugsrahmen (Apparat der Individuation). - Niemals herauszufinden. - Dinge werden vertauscht, Eigenschaften werden behalten. - ((s) Dinge "wechseln die Seiten", Eigenschaften nicht.)
XII 66
Zeigen/ontologische Relativität/Unerforschlichkeit/Quine: man kann nicht auf einen absoluten Ort oder Geschwindigkeit zeigen. - Genauso wenig auf einen Hasen oder einen Teil von ihm. (> Gavagai).

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Vagheit Gärdenfors I 44
Vagheit/Sprache/Gärdenfors: Sprache ist voller Vagheiten. Seit Leibniz träumen Philosophen von einer präzisen Sprache.
I 45
Gärdenfors These: vage Begriffe sind in einer Sprache nötig aus Gründen der kognitiven Ökonomie. Die Vagheit resultiert zum größten Teil aus der Tatsache, dass wir Begriffe durch einzelne Beispiele und Gegenbeispiele lernen.
I 46
Erklärung der Vagheit: 1. Bei sich ändernden Grenzlinien der Bereiche ergibt sich eine unterschiedliche Wahrscheinlichkeit für die Lokalisierung eines Prototyps. 2. Vagheit rührt von der sich ändernden Gewichtung der Dimensionen in einem Bereich her. Die verschiedenen Gewichtungen ergeben sich in wechselnden Kontexten. >Wahrnehmung, >Prototypen, Kategorien/Gärdenfors.
I 47
Allgemein: kognitive Begrenzungen Bezug auf die Lokalisierung der Prototypen und relative Gewichtung der Dimensionen erklären, warum Begriffe generell vage sind und warum kategoriale Wahrnehmung allgegenwärtig ist.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Verallgemeinerung Gärdenfors I 126
Verallgemeinerung/Gärdenfors: Drei Arten von Verallgemeinerung: 1. Die Hierarchie in der Verallgemeinerung von Kategorien entspricht den logischen Relationen der Allgemeinheit der Substantive.
2. Ähnlichkeitsrelationen zwischen Kategorien
3. Nach Rosch (1975,1978)(1)(2) enthalten übergeordnete Kategorien viel weniger gemeinsame Attribute (Bereiche) als grundlegende Kategorien.
>Kategorien, >Kategorisierung, >Klassifikation, >Ordnung, >Ähnlichkeit, >Attribute, >Hierarchien.

1. Rosch, E. (1975). Cognitive representations of semantic categories. Journal of Experimental Psychology: General, 104, 192–233.
2. Rosch, E. (1978). Prototype classification and logical classification: The two systems. In E. Scholnik (Ed.), New trends in cognitive representation: Challenges to Piaget’s theory (pp. 73–86). Hillsdale, NJ: Erlbaum.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Vitalismus Mayr I 29
Vitalisten/Vitalismus/Mayr: Vitalisten nehmen eine Zweckmäßigkeit der Natur an. ((s) Vor Kant). >Zweckmäßigkeit.
"Protoplasma": Von den Vitalisten angenommene, besondere Substanz, die der unbelebten Materie fehle.
I 31
Lebenskraft, "élan vital". Fluidum: (keine Flüssigkeit).
Debatte "Präformations-"/"Epigenesistheorie" 2. Hälfte 18. Jahrhunderts.
Präformationisten: glaubten, dass die Teile eines adulten Individuums bereits zu Beginn seiner Entwicklung in kleinerer Form vorliegen. (Caspar Friedrich Wolff widerlegte Präformation brauchte dazu die Annahme einer kausalen Kraft "vis essentialis").
I 33
Epigenese: Epigenetiker nahmen an, dass sie als Produkte einer Entwicklung erscheinen, nicht schon zu Beginn. >Terminologie/Mayr.
Blumenbach lehnte "vis essentialis" ab und sprach von "Bildungstrieb" der nicht nur im Embryo, sondern auch bei Wachstum, Regeneration und Fortpflanzung eine Rolle spiele.
I 35
Selektionstheorie: Die Selektionstheorie machte den Vitalismus überflüssig: Ernst Haeckel: "Wir erkennen in Darwins Selektion den entscheidenden Beweis für die ausschließliche Wirksamkeit mechanischer Ursachen im gesamten Bereich der Biologie...definitives Ende aller teleologischen und vitalistischen Interpretationen von Organismen".(1)
I 35
Protoplasma: die Suche nach ihm förderte einen blühenden Zweig der Chemie: die Kolloidchemie. Es wurde schließlich entdeckt, dass es kein Protoplasma gibt! Wort und Konzept verschwanden. Leben: es wurde möglich, es anhand von Molekülen und ihrer Organisation zu erklären!
Organisch/Anorganisch: 1828 wurde Harnstoff synthetisiert: Das war der erste Nachweis für die künstliche Umwandlung von anorganischen Bestandteilen in ein organisches Molekül!
I 38
Vitalismus: Eigenartiges Phänomen: unter den Physikern des 20. Jahrhunderts kamen vitalistische Vorstellungen auf. Niels Bohr: In Organismen könnten bestimmte Gesetze wirken, die in unbelebter Materie nicht anzutreffen seien.
Bohr suchte in der Biologie nach Belegen für seine Komplementarität und zog einige verzweifelte Analogien heran.
MayrVsBohr: Da gibt es wirklich nichts, was in Betracht kommt. (Z.B. Unschärfe gibt es nur im subatomaren Bereich).
Vgl. >Eccles/Popper.


1. E. Haeckel (1869/1879). Über Entwicklungsgang und Aufgabe der Zoologie. In. Jeanuische zeitung 5 s. 353-370.

Mayr I
Ernst Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Vorstellung Quine V 57/58
Vorstellung/Tradition/Quine: Problem: Bsp ob man sich eine Zahl vorstellen könne, die zugleich gerade und ungerade wäre. Vorstellung/Quine: Lösung: wenn man Vorstellungsbilder als hypothetische Nervenzustände auffasst gibt es keine solchen Probleme. Bezüglich eines Nervenzustands muss man sich nicht auf die Bsp Anzahl von Flecken eines Huhns festlegen.

Idee/Vorstellung/Berkeley/Hume/Quine: die beiden waren nicht arglos und zogen sogar die Grenze vor der abstrakten Idee des Dreiecks und ließen nur Vorstellungen von bestimmten Dreiecken gelten.
QuineVsTradition: eitle Fragen über die kausale Verknüpfung von Ideen.

Psychologie/Peirce: die einzige Möglichkeit der Untersuchung einer psychologischen Frage ist, sich auf äußere Tatsachen zu stützen.
V 59
Quine: Problem: wie kann man das, wenn man nur von äußeren Dingen und nicht von inneren Dingen wie Ideen spricht? Lösung/Quine: indem man über die Sprache spricht. ((s) >Semantischer Aufstieg).
>Ideen/Quine.
V 177
Vergangenheit/Beobachtung/Quine: es gibt aber auch Berichte über frühere Beobachtungen, wo der Terminus durch Definition statt durch Konditionierung gelernt wurde. Da man einen definierten Term durch sein Definiendum ersetzen kann, läuft das auf einen zusammengesetzten Beobachtungsterm hinaus. Bsp „Ich habe ein schwarzes Kaninchen gesehen“: Lernsituation: einmal für schwarz, einmal für Kaninchen, sowie für attributive Zusammensetzung.
Vorstellung/Gedächtnis/Quine: in der Sprache der Vorstellungsbilder können wir sagen, dass diese hervorgerufen werden, auch wenn der entsprechende Gegenstand nicht vorhanden ist.
Jetzt müssen wir aber weiter gehen und noch mehr Fähigkeiten voraussetzen: das Kind muss zwischen zwei Arten von Vorstellungsbildern unterscheiden:
a) Fantasien
b) Erinnerungen.
V 178
QuineVsHume: hat sich wenig überzeugend auf Lebhaftigkeit als Unterscheidungsmerkmal berufen. Def Erinnerung/Hume: abgeschwächte Empfindung
Def Fantasie/Hume: abgeschwächte Erinnerung.
>Erinnerung/Quine.
Def Vorstellungsbild/QuineVsHume: ist ein Ereignis im Nervensystem, das zu einem Zustand der Bereitschaft für eine entsprechende Reizung führt. Dieser hinweisende Nervenvorgang wird vom Subjekt wahrgenommen, d.h. es muß spezifisch auf ihn reagieren können, auf zwei verschiedene Arten:
a) Zusammenfassung bisher gelernter Elemente Bsp „schwarz“ und „Kaninchen“
b) verstärkt durch Bekanntschaft: d.h. wirkliche frühere Begegnung mit einem schwarzen Kaninchen. Grundlage für die Bejahung.
V 179
Beobachtungssatz/vollständiger Gedanke/Referenz/Quine: bezieht sich auf den Gegenstand und auf die Kalenderuhr sowie gegebenenfalls auf einen Ort. Komplexer Beobachtungsterm. >Protokollsatz: zeitloser Satz (von ewiger Dauer) wenn Orts- und Zeitangaben vollständig.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Wahrheitsprädikat Quine VI 115
W-Prädikat/Quine: ist durchsichtig - Zitattilgung liefert keine Erklärung des W-Prädikats, weil keine Eliminierbarkeit - wegen der Durchsichtigkeit aber dennoch Auskunft, was es heißt, dass ein Satz wahr ist. - Gerade durch die Laxheit werden Paradoxien vermieden.
X 31
W-Prädikat/Quine: zeigt durch den Satz hindurch auf die Wirklichkeit. - Es erinnert daran, dass, obwohl Sätze erwähnt werden, noch immer die Wirklichkeit das ist, worum es geht. - ((s) Das W-Prädikat macht den >semantischen Aufstieg rückgängig.)
X 32
W-Prädikat/semantischer Aufstieg/sA/Quine/(s): W-Prädikat macht den semantischen Aufstieg quasi rückgängig, weil es dafür sorgt, dass man (im semantischen Aufstieg) nicht über die Sprache reden muss. - Quine: es erinnert im Aufstieg daran, dass wir es auf die Welt abgesehen haben. - Indem wir den Satz wahr nennen, nennen wir den Schnee weiß. - W-Prädikat: macht die Anführungszeichen (AZ) rückgängig. - Satz: einfach aussprechen, um ihn zu behaupten - Dann keine Anführungszeichen und kein W-Prädikat. - W-Prädikat: nötig bei Verallgemeinerung über unendlich viele Sätze: Bsp "alle Sätze der Form "p oder nicht p" sind wahr". - W-Prädikat: stellt Bezugnahme auf Gegenstand wieder her, den der semantische Aufstieg beseitigt hat.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Wahrnehmung Gärdenfors I 46
Wahrnehmung/Prototypen/Kategorien/Vagheit/Gärdenfors: Es gibt einen kognitiven Mechanismus für Phänomene in Bezug auf kategoriale Wahrnehmung (siehe Harnad, 1987(1), 2005(2); Petitot, 1989(3)). Bsp Wir hören Töne, die etwas unsauber intoniert sind, als korrekter, als sie es tatsächlich sind. Kategoriale Wahrnehmung: ordnet Reize Kategorien zu. >Kategoriale Wahrnehmung/Psychologische Theorien.


1. Harnad, S. (1987). category induction and representation. In S. Harnad (ed.) categorical perception (pp. 535-565) cambridg: Cambridge University Press.
2. Harnad, S. (2005). To cognize is to categorize: Cognition is categorisation. In C. Lefebvre & H. Cohen (eds.), Handbook of categorization in cognitive science (pp. 20-42). New York: Elsevier.
3. Petitot, J. (1989). Morphodynamics and the categorical perception of phonological units. Theoretical Lingustics, 15, 25-71.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Wissenschaft Feyerabend I 188
Wissenschaft/Irrationalität/Feyerabend: das »irrationale« Vorgehen ist notwendig wegen der »ungleichmäßigen Entwicklung« (Marx, Lenin) der verschiedenen Teile der Wissenschaft. Der Kopernikanismus und andere wesentliche Bestandteile der neueren Wissenschaft bleiben nur deshalb am Leben, weil in ihrer Geschichte die Vernunft oft überspielt wurde!
I 290
Wissenschaften/Feyerabend: die theoretische Autorität der Wissenschaft ist viel geringer als man annimmt, die ihre gesellschaftliche Autorität inzwischen aber ungeheuer groß geworden. Forschung/Einstein: empfahl, Forschung und Beruf zu trennen.
I 326
Wissenschaftstheorie/Feyerabend: man kann diese Überlegungen zur archaischen Kunst mit der Wissenschaftstheorie verbinden:
1. Bsp Perspektive: man könnte annehmen, sie sei so offensichtlich, dass sie damals nicht gefehlt haben könnte.
I 327
Lösung: Verkürzungen sind keine offensichtliche Eigenschaft unserer Wahrnehmungswelt, solange man die Aufmerksamkeit nicht besonders auf sie richtet. Und warum sollte die Wahrnehmungswelt der Griechen die gleiche sein wie unsere?
2. Methode: mit welcher Methode wurden die Besonderheiten der archaischen Kosmologie herausgearbeitet? Mit der des Anthropologen, der versuchte »Schlüsselideen« zu identifizieren.

I 329
3. Begriff: der Forscher darf nie versuchen, einen Begriff klarer zu machen, als es das Material nahelegt (außer als vorübergehendes Hilfsmittel für die weitere Untersuchung).
I 330
4. Inkommensurabilität: der Sinn von Sätzen wird nur unvollständig verstanden. Hempel: will Inkommensurabilität nur anerkennen, nachdem der dabei verwendete Begriff des Sinnes erklärt ist.
I 331
5. Logik: Logiker werden Einwände erheben: die Untersuchung des Sinns von Sätzen und der Beziehungen zwischen Begriffen sei die Aufgabe der Logik und nicht der Anthropologie. Logik/Feyerabend: Logik kann zweierlei sein:
a) die Untersuchung der Strukturen eines bestimmten Fachs (Anthropologie). oder aber
b) ein bestimmtes logisches System.

Anthropologie/Feyerabend: Bsp um zu erkennen ob » AB v AB' äqui A« zur Quantentheorie gehört, wird man die Quantentheorie studieren müssen, und nicht die Logik! Man muss geschichtliche Zeugnisse studieren, Lehrbücher, Originalarbeiten, Protokolle von Tagungen usw.. Zugegeben, diese Zeugnisse für sich allein liefern keine eindeutige Lösung. Aber auch historische Zeugnisse liefern keine eindeutige Lösung von historischen Problemen! Und niemand meint, sie müssten deshalb außer Acht gelassen werden.
>Quantenmechanik, >Logik, >Methode.

I 339
Wissenschaft/Feyerabend: bezieht sich nicht auf Tatsachen und Gesetze, sondern auf Methoden und Tätigkeiten des Wissenschaftlers! Ihre Untersuchung ist eine anthropologische.

II 63
Wissenschaft/Einstein/Feyerabend: Einstein betont wiederholt den opportunistischen Charakter der wissenschaftlichen Forschung.
II 174
Wissenschaft/FeyerabendVsKuhn: die Abgrenzungen von Traditionen und Fächern, auf die Kuhn und Polanyi ihre These von der Unberührbarkeit der Wissenschaft gründen, sind vorübergehende Stadien des historischen Prozesses. Wissenschaft ist heute ein Business, das die totalitären Tendenzen der Gesellschaft unbemerkt verstärkt. Damit ist der Einwand von Kuhn erledigt.
>Fortschritt, >Theorien.

Feyerabend I
Paul Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Feyerabend II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Wünsche Say Rothbard II 21
Wünsche/Say/Rothbard: Auch J.B. Say formulierte zum ersten Mal klar die Einsicht, dass die Wünsche unbegrenzt sind. Say schrieb: „Es gibt keinen Gegenstand des Vergnügens oder des Nutzens, dessen bloßes Verlangen nicht unbegrenzt sein könnte, da jeder Körper immer bereit ist, alles zu empfangen, was zu seinem Nutzen oder seiner Befriedigung beitragen kann“. SayVsSteuart: Say prangerte die proto-galbraithische Position des britischen Merkantilisten Sir James Steuart an, der eine asketische Reduzierung der Bedürfnisse als Lösung für die die Produktion übersteigenden Wünsche anpries. Say spottet über diese Doktrin: „Nach diesem Prinzip wäre es der Gipfel der Vollkommenheit, nichts zu produzieren und keine Bedürfnisse zu haben, d.h. die menschliche Existenz zu vernichten“. Leider tappt Say genau in diese Galbraithsche Falle, indem er Luxus und Prunk angreift und behauptet, dass „echte Bedürfnisse“ für die Gemeinschaft wichtiger seien als „künstliche Bedürfnisse“. Say beeilt sich jedoch hinzuzufügen, dass staatliche Eingriffe nicht der richtige Weg sind, um echten Wohlstand zu erreichen. Wert/Preis/Say: In Bezug auf die Bewertung oder Preisgestaltung der Leistungen der Produktionsfaktoren (oder, wie Say es ausdrücken würde, der „Agenten“) übernimmt Say die proto-österreichische im direkten Gegensatz zur Smith-Ricardo-Tradition. Da das subjektive menschliche Verlangen nach einem Gegenstand dessen Wert schafft und seinen Nutzen widerspiegelt, erhalten die Produktionsfaktoren ihren Wert aufgrund ihrer „Fähigkeit, den Nutzen zu schaffen, der dieses Verlangen hervorruft“.
Wert/SayVsRicardo: Ricardo, schreibt Say, glaubt, „dass der Wert der Produkte auf dem Wert der Produktionsmittel beruht“, d.h. dass der Wert der Produkte durch den Wert ihrer Produktionsfaktoren oder ihrer Produktionskosten bestimmt wird. Im Gegensatz dazu erklärt Say, dass „der gegenwärtige Wert der produktiven Anstrengung auf dem Wert einer Unzahl von Produkten beruht, die miteinander verglichen werden (...).

EconSay I
Jean-Baptiste Say
Traité d’ Economie Politique Paris 1803

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Zeigen Gärdenfors I 62
Zeigen/Ostension/Gärdenfors: (Hurford 2007(1), p. 224): Zeigen kommuniziert nur die Lokalisierung eines Objekts und sagt nichts über seine Eigenschaften. Gärdenfors: das heißt, dass Zeigen ohne eine etablierte und geteilte Objektkategorie funktionieren kann. Spracherwerb/Lernen/Kind/Gärdenfors: bevor Kinder Wörter alleine gebrauchen, kombinieren sie das Aussprechen und das Zeigen auf sie. (Goldin-Meadow, 2007(2)).
Triangulation/Gärdenfors: die Kommunizierenden treffen sich in zwei Hinsichten: dem räumlich-visuellen Bereich und dem Raum der Objektkategorien.
I 77
Zeigen/Ostension/Gärdenfors: These: die Verarbeitung von Bedeutung beim Zeigen ist im Wesentlichen dieselbe wie bei sprachlicher Kommunikation. Die Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten kann als Übertragung vom räumlich-visuellen Bereich auf ein „Zeigen“ in anderen Bereichen verstanden werden. Das betrifft die Bereiche der Gefühle, den Gegenstandsraum, und den Zielbereich. Bedeutung/Zeigen/Gärdenfors These: ich verstehe Kommunikation als ein „Meeting of Minds“ wobei die Bedeutungen nicht allein in der Welt beheimatet sind, sondern ich in kommunikativer Interaktion entwickeln (vgl. Brinck 2001(3), 2004b(4)).
I 78
Zeigen/Gärdenfors: a) als grundlegende Form wird im Anschluss an Bates et al. (Bates 1975(5), 1976(6), Brinck 2004a)(7)), das imperative Zeigen angesehen. Es ist nicht notwendigerweise intentional. Es kann rein verstärkend gebraucht werden.
I 79
b) Deklaratives Zeigen: beinhaltet, dass die Aufmerksamkeit einer anderen Person auf ein Objekt gelenkt wird (Bates et al. 1975(5), Brinck 2004a(7), Tomasello et al. 2007(8)).
I 80
Entscheidend: es geht nicht um ein Begehren des Objekts, sondern um gemeinsame Aufmerksamkeit. c) emotives deklaratives Zeigen: erfordert kein Verstehen der Intentionen oder Überzeugungen (Brinck, 2008(9)).
I 81
d) Informations-erbittendes Zeigen: kombiniert den räumlich-visuellen Bereich mit dem Kategorien-Raum für Objekte. Bsp „Was ist das?“
I 81/82
Proto-Sprechakt/Searle: diese Art des Zeigens kann als Proto-Sprechakt verstanden werden. (Searle 1969(10)). e) zielgerichtetes Zeigen: Bsp ein Kind zeigt auf die verlegte Brille. (Liszkowski et al., 2007(11)). Dabei wird die Intention des anderen erfasst sowie eine Abweichung im Ziel. Das kann als proto-deklarativ verstanden werden. Dabei muss die Intersubjektivität nur das Verstehen der Ziele, nicht der Überzeugungen umfassen. (Brinck, 2001(3), 2004a(7)).


1. Hurford, J. R. ( 2007). The origins of meaning: Language in the light of evolution. Oxford: Oxford University Press.
2. Goldin-Meadow, S. (2007). Pointing sets the stage für learning language - and creating language, Child Development 78, 741-754.
3. Brinck, I. (2001) Attention and the evolution of intentional communication. Pragmatics and Cognition, 9, 255-272
4. Brinck, I. (2004b) Joint attention, triangulation and radical interpretation: A üroblemn and its solution. Dialectica, 58(2), 179-205
5. Bates, E., Camaioni, L., & Volterra, V. (1975). The acquisition of performatives prior to speech. Merrill-Palmer Quarterly, 21, 205-224.
6. Bates, E. /ed) (1976). Language and context: The acquisition of pragmatics. New York: Academic Press.
7. Brinck, I. (2004a). The pragmatics of imperative and declarative pointing. Cognitive Science Quarterly, 3, 429-446.
8. Tomasello, M. Carpenter, M., & Liszkowski, U. (2007). A new look at infant pointing. child Development, 78, 705-722.
9. Brinck, I. (2008) The role of intersubjectivity for the development of intentional communication. In J. Zlatev, T. Racine, C. Sinha, & E. Itkonen (Eds.) The shared mind: Perspectives on intersubjectivity (pp. 115-140). Amsterdam: John Benjamins.
10. Searle, J. (1969). Speech acts: An essay in the philosophy of language. Cambridge: Cambridge University Press.
11. Liszkowski, U., Carpenter, M. & Tomasello, M. (2007). Reference and attitude in infant pointing. Journal of Child Language, 34, 1-20.



Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Zensur Lessig I 253
Zensur/Filterung/Märkte/Lessig: Das Gesetz schafft einen Anreiz (....) für Webseiten mit "jugendgefährdendem" Material. Diese werden bewogen ihre ARCHITEKTUR zu ändern (durch Hinzufügen von Tags), was einen MARKT für
I 254
Browserhersteller (neue Märkte) schafft, um Filter zu ihrem Code hinzuzufügen, so dass Eltern ihre Kinder schützen können. Die einzige Belastung, die durch diese Lösung entsteht, liegt bei dem Redner; diese Lösung belastet den rechtmäßigen Pornokonsumenten überhaupt nicht. Für diesen Verbraucher gibt es keine Änderung in der Art und Weise, wie das Web erlebt wird, denn ohne einen Browser, der nach dem Tag sucht, ist der Tag für den Verbraucher unsichtbar. Aber warum nicht einfach auf Filter vertrauen, die Eltern und Bibliotheken auf ihren Computern installieren? Freiwillige Filter erfordern keine neuen Gesetze und damit auch keine staatlich geförderte Zensur, um ihre Ziele zu erreichen. Es ist gerade diese Ansicht, die ich am stärksten versuche zu verdrängen, denn in ihr sind all die Fehler eingebaut, die ein Verständnis von einem vor-Cybergesetz zur Frage der Regulierung im Cyberspace mit sich bringt.
>Cyberspace.
I 256
Aber was ist mit öffentlichen Filtertechnologien wie PICS? Wäre PICS nicht eine Lösung, die das von ihnen identifizierte "Geheimlistenproblem" vermeidet? PICS ist ein Akronym für die Plattform des WorldWideWeb Consortiums zur Auswahl von Internet-Inhalten. Wir haben bereits einen Verwandten (eigentlich ein Kind) von PICS im Kapitel über den Datenschutz gesehen: P3P. Wie PICS, ist es ein Protokoll zur Bewertung und Filterung von Inhalten im Netz. Im Zusammenhang mit dem Schutz der Privatsphäre bestand der Inhalt aus Behauptungen über die Datenschutzpraktiken, und das Regime wurde entwickelt, um Einzelpersonen bei der Aushandlung dieser Praktiken zu unterstützen. Bei der Online-Sprache ist die Idee ähnlich. PICS trennt das Problem der Filterung in zwei Teile - Labeling (Bewertungsinhalt) und anschließender Filterung.
I 257
PICS wäre neutral bei den Bewertungen und neutral bei den Filtern; das System würde lediglich eine Sprache liefern, mit der Inhalte im Netz bewertet werden können und mit der Entscheidungen über die Verwendung dieses bewerteten Materials von Maschine zu Maschine getroffen werden können. (1) Neutralität klingt nach einer guten Sache. Es klingt wie eine Idee, die die Politiker annehmen sollten. Ihre Rede ist nicht meine Rede; wir sind beide frei zu sprechen und zuzuhören, wie wir wollen.
Aber PICS enthält mehr "Neutralität" als uns lieb ist. PICS ist ebenfalls vertikal neutral, so dass der Filter auf jeder Ebene der Vertriebskette eingesetzt werden kann. Nichts im Design von PICS erfordert, dass sich solche Filter von selbst ankündigen. Das Filtern in einer Architektur wie PICS kann unsichtbar sein. In der Tat, in einigen seiner Implementierungen ist Unsichtbarkeit
Teil seines Designs. (2)
I 259
Wenn der Inhalt beschriftet ist, dann ist es möglich zu überwachen, wer was bekommt, ohne den Zugriff zu blockieren. Das könnte größere Bedenken aufwerfen als das Blockieren, da das Blockieren den Benutzer zumindest aufmerksam macht.
I 260
Welche Werte sollten wir also wählen? Meiner Meinung nach sollten wir uns nicht für eine perfekte Filterung entscheiden. Wir sollten nicht für das effizienteste System der Zensur entwerfen - oder zumindest nicht auf eine Art und Weise, die eine unsichtbare Upstream-Filterung ermöglicht - und wir sollten uns auch nicht für eine perfekte Filterung entscheiden, solange die Tendenz weltweit zur Überfilterung von Sprache besteht.
I 261
Ich würde mich für eine Zoneneinteilung entscheiden, auch wenn sie ein Gesetz erfordert und die Filterlösung nur eine private Wahl erfordert. Wenn der Staat auf eine Veränderung in der Mischung von Recht und Architektur drängt, ist es mir egal, dass er mit Recht in dem einen Kontext und mit Normen in dem anderen drängt. Aus meiner Sicht ist die Frage das Ergebnis, nicht die Mittel - schützt das durch diese Veränderungen geschaffene Regime die Werte der freien Meinungsäußerung? Die Werte der Sprache unterscheiden sich von den Werten der Privatsphäre; Aus den gleichen Gründen, aus denen wir einen Teil der Kontrolle über geistiges Eigentum deaktivieren, sollten wir einen Teil der Kontrolle über Sprache deaktivieren. Ein wenig Unordnung oder Reibung im Zusammenhang mit Sprache ist ein Wert, kein Kostenfaktor. Aber sind diese Werte anders, nur weil ich es sage? Nein. Sie sind nur anders, wenn wir sagen, sie sind anders. Im realen Raum behandeln wir sie anders. Mein Hauptargument ist, dass wir wählen, wie wir sie im Cyberspace behandeln wollen. >Autorschaft, >Copyright.

1. Paul Resnick, “PICS-Interest@w3.0rg,Moving On,” January 20 1999, available at link
#89; Paul Resnick, “Filtering Information on the Internet,” Scientific American 106 (March
1997), also available at link #90; Paul Resnick, “PICS, Censorship, and Intellectual Freedom
FAQ,” available at link #91; Paul Resnick and JimMiller, “PICS: Internet Access ControlsWithout
Censorship,” Communications of the ACM 39 (1996): 87, also available at link #92; Jim
Miller, Paul Resnick, et al., “PICS 1.1 Rating Services and Rating Systems—and TheirMachine-
Readable Descriptions,”October 31, 1996, available at link #93); TimKrauskopf, Paul Resnick,
et al., “PICS 1.1 Label Distribution—Label Syntax and Communication Protocols,”October 31,
1996, available at link #94; Christopher Evans, Paul Resnick, et al., “W3C Recommendation:
PICS Rules 1.1, REC-PICS, Rules-971229,”December 29, 1997, available at link #95.

2. See Jonathan Weinberg, “Rating the Net,”Hastings Communications and Entertainment
Law Journal 19 (1997): 453, 478 n.108.

Lessig I
Lawrence Lessig
Code: Version 2.0 New York 2006ff
Zeugenbefragung Rechtspsychologie Slater I 109
Zeugenbefragung/Kinder/Rechtspsychologie: Wie aus Cecis und Brucks Rezension (1993)(1) und der Vielzahl der nachfolgenden Literatur hervorgeht, ist die Befragung eines kindlichen Zeugen ein heikler und komplexer Prozess. Ein Interviewer muss sich der Art, des Zeitpunkts und der Häufigkeit der gestellten Fragen bewusst sein. VsCeci/VsBruck: Einige Forscher waren der Meinung, dass die Review von Ceci und Bruck, die eng definiert war, um sich auf die Suggestibilität und damit auf die Fehler von Kindern zu konzentrieren, zu sehr auf die Erstellung von Falschmeldungen durch Kinder ausgerichtet war und andere Forschungsfragen als die Möglichkeit falscher Anschuldigungen vernachlässigte (Lyon, 1995)(2).
Obwohl die Möglichkeit falscher Anschuldigungen eine berechtigte Angst bei der Befragung eines Kindes ist, ist es auch wichtig, Kinder zu berücksichtigen, deren Suggestibilität dazu führen kann, dass sie wahre Berichte über Missbrauch verweigern, sowie Kinder, die kritische Details eines tatsächlich erlebten missbräuchlichen Ereignisses auslassen (Lindsay, 2007(3); Lyon, 1995(2); Lyon & Saywitz, 2006(4)).
Wie können Interviewer wahre Berichte über Missbrauch erzielen und falsche Berichte vermeiden? Kinder, die missbraucht wurden, geben nicht immer alles preis, wenn sie nur offene Fragen beantworten sollen (Lindsay, 2007)(3). Darüber hinaus verstehen Kinder nicht immer den Kontext dieser Art von Befragung.
Dies kann zu Offenlegungen führen, die möglicherweise falsch interpretiert werden (Poole & Lindsay, 2001)(5).
Michael Lamb und Kollegen entwickelten das inzwischen beliebte National Institute of Child Health and Human Development (NICHD) Protokoll (Lamb, Orbach, Hershkowitz, Esplin, & Horowitz, 2007)(6) für forensische Befragungen von Kindern in Fällen von sexuellem Missbrauch. Das Protokoll ist so strukturiert, dass es sich auf Fragen zur freien Erinnerung ("free recall") konzentriert, gefolgt von angeführten Fragen, die Informationen enthalten, die das Kind selbst gegeben hat. Indem der Interviewer nur vom Kind zur Verfügung gestellte Informationen verwendet, vermeidet er oder sie Fehlinformationen, die die Gefahr einer möglichen Verzerrung der Berichte oder der Glaubwürdigkeit des Kindes mit sich bringen, auch wenn der Bericht nicht verzerrt ist (Lyon, 1995)(2).
Menschliche Figurenzeichnungen haben anatomisch detaillierte Puppen in Zeugenbefragungen weitgehend ersetzt. Neuere Forschungen haben jedoch auch Bedenken hinsichtlich der Verwendung solcher Zeichnungen geäußert, um Kindern zu helfen, ihre Erfahrungen offen zu legen (z.B. Bruck, 2009)(7). So sind im NICHD-Protokoll Requisiten im Allgemeinen verboten.
>Suggestibilität/Ceci/Bruck, >Suggestibilität/Myers, >Suggestibilität/Sozialpsychologie, >Suggestibilität/Biologische Theorien, >Arousal/Psychologische Theorien, >Sexueller Missbrauch/Rechtspsychologie, >Stress/Rechtspsychologie, >Erinnerung/Rechtspsychologie.
Slater I 113
In einer Studie von Gilstrap und Ceci (2005)(8) wurden drei bis siebenjährige von Juristen über eine von Forschern organisierte Veranstaltung (Besuch eines Magiers in den Klassenzimmern der Kinder) befragt. Die Ergebnisse zeigten, dass ungenaue, irreführende Fragen die einzige Art der Befragung im Zusammenhang mit der Zustimmung von Kindern waren. Was die Genauigkeit der Kinder betrifft, so war es dennoch möglich, "direkt vom Verhalten von Kind zu Kind vorherzusagen und das dazwischenliegende Verhalten der Erwachsenen effektiv zu überspringen" (S. 40). Mit anderen Worten, die Genauigkeit von Kindern konnte nur anhand der Beiträge des Kindes aus dem Interview vorhergesagt werden, wodurch alle vom Interviewer gestellten Fragen entfernt werden. Insgesamt wurden die Suggestivitätsfehler der Kinder also nicht durch die Befragung der Erwachsenen verursacht. VsCeci/VsBruck: Das relativ einfache und wohl negative Bild von Ceci und Bruck (1993)(1) wurde durch ein nuancierteres Verständnis ersetzt, das auf einem weltweiten wissenschaftlichen Forschungsaufwand basiert.

1. Ceci, S. J., & Bruck, M. (1993). The suggestibility of the child witness: A historical review and synthesis. Psychological Bulletin, 113, 403–439.
2. Lyon, T. D. (1995). False allegations and false denials in child sexual abuse. Psychology, Public Policy, and Law, 1, 429–437.
3. Lindsay, D. S. (2007). Autobiographical memory, eyewitness reports, and public policy. Canadian Psychology, 48, 57–66.
4. Lyon, T. D., & Saywitz, K. J. (2006). From post-mortem to preventive medicine: Next steps for research on child witnesses. Journal of Social Issues, 62, 833–861.
5. Poole, D. A., & Lindsay, S. D. (2001). Children’s eyewitness reports after exposure to misinformation from parents. Journal of Experimental Psychology: Applied, 7, 27–
6. Lamb, M. E., Orbach, Y., Hershkowitz, I., Esplin, P. W., & Horowitz, D. (2007). A structured forensic interview protocol improves the quality and informativeness of investigative interviews with children: A review of research using the NICHD Investigative Interview Protocol. Child Abuse and Neglect, 31, 1201–1231.
7. Bruck, M. (2009). Human figure drawings and children’s recall of touching. Journal of Experimental Psychology: Applied, 15, 361–374.
8. Gilstrap, L., & Ceci, S. J. (2005). Reconceptualizing children’s suggestibility: Bidirectional and temporal processes. Child Development, 76, 40–53.


Kelly McWilliams, Daniel Bederian-Gardner, Sue D. Hobbs, Sarah Bakanosky, and Gail S. Goodman, „Children’s Eyewitness Memory and Suggestibility. Revisiting Ceci and Bruck’s (1993) Review“, in: Alan M. Slater & Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Ziele Minsky I 78
Ziele/Künstliche Intelligenz/KI/Minsky: Ein zielorientiertes System scheint nicht direkt auf die Reize oder Situationen zu reagieren, denen es begegnet. Stattdessen behandelt es die Dinge, die es findet, als Objekte, die es ausnutzen, vermeiden oder ignorieren kann, als ginge es um etwas anderes, das noch nicht existiert. >Intelligenz, >Künstliche Intelligenz, >Starke Künstliche Intelligenz, >Artificial General Intelligence, >Human Level AI, >Künstliches Bewusstsein, >Künstliche Neuronale Netze, cf. >ChatGPT.
Lösung:
Differenzmaschine: Eine Differenzmaschine muss eine Beschreibung einer gewünschten Situation enthalten. Sie muss Unter-[Software-]Agenten haben, die durch verschiedene Unterschiede zwischen der gewünschten Situation und der tatsächlichen Situation hervorgerufen werden. Jeder Unter-Agent muss sich so verhalten, dass der Unterschied, der ihn erregt hat, tendenziell verringert wird. (...) wir werden sehen, dass dies tatsächlich einfacher ist, als es scheint, denn die meisten [Software-] Agenten beschäftigen sich bereits mit Unterschieden.
I 79
Intentionen: Wollen Differenzmaschinen wirklich [etwas]? Es ist zwecklos, eine solche Frage zu stellen, weil sie nach einer Unterscheidung sucht, wo keine existiert - außer in der Vorstellung eines Beobachters. Wir können uns einen Ball als ein vollkommen passives Objekt vorstellen, das lediglich auf äußere Kräfte reagiert. Der Begriff des Ziels macht es leicht, bestimmte Aspekte dessen, was Menschen und Maschinen tun können, zu beschreiben; er bietet uns die Möglichkeit, einfache Beschreibungen in Form von aktiven Zwecken zu verwenden, anstatt unüberschaubar umständliche Beschreibungen von Maschinen zu verwenden.
Das Differenzmaschinenschema bleibt die nützlichste bisher entdeckte Konzeption von Ziel, Zweck oder Intention.
I 165
Ziele/Künstliche Intelligenz/Minsky: Proto-Spezialisten: [es könnte Protospezialisten für Hunger, Durst, Verteidigung usw. geben]. Es wäre normalerweise nicht praktisch, ein Lebewesen auf diese Weise herzustellen. Mit all diesen separaten Spezialisten hätten wir am Ende ein Dutzend verschiedene Sätze von Köpfen und Händen und Füßen. Es würde nicht nur zu viel kosten, all diese Organe zu tragen und zu füttern, sie würden sich auch noch gegenseitig im Weg stehen! Trotz dieser Unannehmlichkeiten gibt es tatsächlich einige Tiere, die auf diese Weise arbeiten und so viele Dinge auf einmal tun können. Genetisch gesehen sind die Schwärme von sozialen Ameisen und Bienen wirklich mehrkörperige Individuen, deren verschiedene Organe sich frei bewegen. Aber die meisten Tiere sparen dadurch, dass alle ihre Proto-Spezialisten gemeinsame Organe für ihre Interaktionen mit der Außenwelt haben. Eine andere Art der Wirtschaftlichkeit ergibt sich daraus, dass man die Proto-Spezialisten an dem teilhaben lässt, was sie lernen.
Wann immer wir versuchen, Probleme zunehmender Komplexität zu lösen, werden bestimmte Techniken, die wir bereits kennen, entsprechend weniger geeignet, und es wird immer wichtiger, sich neue Arten von Wissen und Fähigkeiten aneignen zu können. Letzten Endes können die meisten Mechanismen, die wir für ein hochgestecktes Ziel benötigen, mit den meisten unserer anderen Ziele geteilt werden.
I 166
Kreuz-Ausschluss/Minsky: Wenn mehrere dringende Bedürfnisse auf einmal auftreten, muss es eine Möglichkeit geben, eines davon auszuwählen. (...) Kreuzexklusion, (...) tritt in vielen Teilen des Gehirns auf. In einem solchen System ist jedes Mitglied einer Gruppe von Agenten ((s) Instanzen) so verdrahtet, dass es hemmende Signale an alle anderen Agenten dieser Gruppe sendet. Dies macht sie zu Konkurrenten. Wenn ein Agent einer solchen Gruppe erregt wird, neigen seine Signale dazu, die anderen zu hemmen. Dies führt zu einem Lawineneffekt - wenn jeder Konkurrent schwächer wird, schwächt sich auch seine Fähigkeit, seine Konkurrenten zu hemmen. Das Ergebnis ist, dass selbst wenn der anfängliche Unterschied zwischen den Konkurrenten gering ist, der aktivste Wirkstoff schnell alle anderen ausschließt. >Handlungen/Minsky.

Minsky I
Marvin Minsky
The Society of Mind New York 1985

Minsky II
Marvin Minsky
Semantic Information Processing Cambridge, MA 2003
Zwillingserde Schiffer I 35
Zwillingserde/ZE/SchifferVsVolkspsychologie: muss falsch sein, weil in der Zwillingserde ein abweichender Glaube dieselbe funktionale Rolle hat! >Volkspsychologie, >Funktionale Rolle.
Bsp Ralph glaubt, es gibt Katzen. - Zwalph glaubt "Es gibt Katzen" (aber es sind Zwatzen (Zwillingserden-Spatzen).
>Referenz.
Also glaubt Zwalph nicht, dass es Katzen gibt, also zweimal verschiedener Glaube aber dieselbe funktionale Rolle.
>Externalismus.
Zwalph ist im selben neuronalen Zustands-Typ N. - Die Spezifikation des Glaubens würde vielleicht Referenz auf Katzen verlangen, dennoch würde die kontrafaktische Natur der Bedingung sicherstellen, dass N bei Zwalph erfüllt wird.
Pointe: Das folgt nicht aus einer Wahrheit über funktionale Rollen allgemein, sondern in Bezug auf die Theorie T* (Volkspsychologie).
Außerhalb der Volkspsychologie: "jedes Token von "Katze" wird durch Betrachten einer Katze ausgelöst".
Falsche Lösung: Plattitüde: "typischerweise durch Katzen ausgelöst": Das kann keine notwendige Bedingung sein.
>Stereotype, >Prototypen.
Außerdem gibt es Zwillingserdenbeispiele, wo typischer Glaube unzuverlässig für die eigene Wahrheit ist.
VsKennzeichnung: keine Lösung: "Das Ding vor mir".
>Indexikalität.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Bedeutungstheorie Dummett, M. EMD II 110
Dummett: These: Die intuitionistische Erklärung der logischen Konstanten liefert einen Prototyp für eine BT in der Wahrheit und Falschheit nicht die zentralen Begriffe sind. Die Grundidee ist, daß das Erfassen der Bedeutung eines mathematischen Satzes nicht darin besteht, zu wissen, was der Fall sein muß (Tatsache) sondern die Konstruktion zu erkennen, und festzustellen, ob es sich um einen Beweis handelt oder nicht.
Die Behauptung eines mathematischen Satzes ist dann nicht der Anspruch wahr zu sein, sondern dass ein Beweis für ihn existiert.
Daher wird das Erfassen der Bedeutung eines mathematischen Satzes durch die Beherrschung der mathematischen Sprache im Gebrauch gezeigt und dabei muß nicht jeder Satz entscheidbar sein! Es genügt, wenn wir den Beweis erkennen.
Negation: des mathematischen Satzes verstehen wir dann, wenn wir erkennen, was ein Beweis für sie ist.

Dummett I 150 ff
Dummett: in früheren Schriften These die Theorie der Bedeutung sei eine Theorie des Verstehens. Heute: Beziehung ist subtiler. Keine der beiden kann jeweils durch die andere erklärt werden.

Schiffer I 3
Dummett: These: Bedeutungstheorie und Theorie des Verstehens sind identisch.

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Evans I
Gareth Evans
"The Causal Theory of Names", in: Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 47 (1973) 187-208
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Evans II
Gareth Evans
"Semantic Structure and Logical Form"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Evans III
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Begriff Fodor, J. Newen/Schrenk I 160
Prototypentheorie/Begriffe/Begriff/Newen/Schrenk: (Literatur (13-24) versucht, dafür die Lösung zu finden: Begriffe als Bedeutungen von Prädikaten werden wesentlich durch Prototypen charakterisiert. FodorVsPrototypentheorie: Begriffe sind kompositional.
I 160
Begrifflicher Atomismus/Fodor: Bsp "pet fish": typisches Haustier: Hund, typischer Fisch: Forelle, typischer Haustierfisch: Goldfisch. Also keine Kompositionalität. These: das Verfügen über einen Begriff hängt nicht davon ab, daß wir über andere Begriffe verfügen. Anders ausgedrückt. These Begriffe haben keinerlei Struktur.
Basissatz Schlick, M. Hempel I 102
Schlick: nicht ganz auf Basissätze verzichten, sonst Relativismus" I 104 SchlickVsCarnap/VsNeurath: deren These, daß eine Aussage dann wahr ist, wenn sie durch Protokollsätze hinreichend bewährt ist, führt zu unsinnigen Ergebnissen, sofern die Idee absolut wahrer Protokollsätze abgelehnt wird." Es gibt offensichtlich viele verschiedene Systeme von Protokollsätzen" nach Carnap und Neurath wäre jedes dieser verschiedenen, unvereinbaren Systeme wahr.

Hempel I
Carl Hempel
"On the Logical Positivist’s Theory of Truth" in: Analysis 2, pp. 49-59
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Hempel II
Carl Hempel
Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982

Hempel II (b)
Carl Hempel
Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren angrenzender Fachgebiete:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Denken Malcolm, N. Perler/Wild I 89
Denken/Malcolm: dafür gibt es genauso wenig einen Prototyp wie für "Möbel". These: Es gibt keine wesentliche Natur des Denkens. Die verschiedenen Denkformen konvergieren nicht auf ein Zentrum.
I 92
Gedanken/Malcolm: These: Gedanken dürfen wir nicht mit ihrem sprachlichen Ausdruck identifizieren. Analogie: Spiegelbilder sind nicht mit Spiegeln identisch. Dennoch sind Spiegelbilder nicht ohne Spiegel möglich, aber eine Person kann einen Gedanken zu t haben, ohne ihn zu t ausdrücken zu können. Tier/Malcolm pro Descartes/Cartesianismus: sprachlosen Tieren können keine Gedanken zugeschrieben werden, aber das heißt nicht, dass sie keinen "Geist" hätten.