Lexikon der Argumente


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Autor/Ismus
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Akzeptierbarkeit Lyons I 140f
Def Akzeptierbarkeit/Grammatik/Lyons: Eine Äußerung ist akzeptierbar, wenn sie von einem muttersprachlichen Sprecher in einem bestimmten Zusammenhang gebraucht wurde oder gebraucht werden könnte und von anderen muttersprachlichen Sprechern als zu der betreffenden Sprache gehörig empfunden wird oder würde. Linguistik: Die Aufgabe der Linguistik ist es unter anderem, darzulegen, welche Sätze akzeptierbar sind und zwar im Rahmen einer allgemeinen Theorie der Sprachstruktur.
I 146
Akzeptierbarkeit/Ebene: auf einer niedrigeren Stufe: hier ist die Phonologie für die Akzeptierbarkeit von Äußerungen zuständig. >Phoneme.
Grammatik: löst die Phonologie auf einer höheren Stufe ab.
>Grammatik.
I 151
Grammatisch/bedeutungshaft/(sinnvoll)/Lyons: diesen Unterscheid können wir jetzt provisorisch neu fassen: Akzeptierbar: Bsp
1. The dog bites the man.
2. The chimpanzee eats the banana.
3. The wind opens the door.
4. The Linguist recognizes the fact.
5. The meaning determines the structure.
6. The woman undresses the child.
7. The Wind frightens the child.
8. The child drinks the milk.
9. The dog sees the meat.
Tradition: würde alle als Subjekt-Prädikat-Struktur beschreiben und sagen, dass das Subjekt jeweils ein Syntagma ist (Einheit aus mehreren Wörtern) das aus Artikel und Nomen besteht.
Def Syntagma/Linguistik: Einheit aus mehreren Wörtern: Bsp Prädikat: = Verb + Objekt.
I 152
Wortklassen: N = {dog, man, chimpanzee, fact...}
V = {bites, eats, opens, recognizes…
T: Artikel
Grammatische Regel:

∑1: T + N + V + T + N

Schreibweise: ∑: steht für “Satz”.
Subskript: zeigt, dass die Regel nur für eine Klasse von Sätzen gilt.
grammatische Regel: setzt also nicht nur ein Lexikon voraus, das all Wörter der Sprache als N, V, oder T grammatisch klassifiziert, sondern auch eine oder mehrere Regeln für die lexikalische Substitution. Wir setzen hier zunächst voraus, dass solche regeln bestehen.
I 153
Subklassifizierung/Grammatik/Lyons: jetzt können wir feinere Regeln ermöglichen, indem wir die Klassen feiner unterteilen ((s) um „Die Banane beißt das Kind“ auszuschließen): Na = {dog, man, chimpanzee, linguist, child, wind...
Nb = {banana, door, milk, meat…}
Nc = [{ fact, meaning, structure…
Vd = {eats, bites, frightens, undresses, sees,…
Ve = { recognizes, determines, sees, eats…
Vf = {determines…}
1. Wie wir zu den Entscheidungen der Klassifikation gekommen sind, ist belanglos.
I 154
Stattdessen geht es darum, welche Klassifikation es dem Grammatiker erlaubt, eine Anzahl von Regeln aufzustellen, die die größte Anzahl von akzeptierbaren und die kleinste Anzahl von nichtakzeptierbaren Sätzen erfasst. 2. Die neuen Subklassen können so betrachtet werden, als bestünden gar keine Beziehungen mehr zwischen ihnen.
3. Einige Wörter sind mehreren Klassen zugeordnet. Bsp determines, sees.
neu: wir ersetzen dann die ursprüngliche Regel durch mehrere neue Regeln (die ganz verschiedene Satztypen festlegen):
a) ∑1: T + Na + Vd + T + Nas (Bsp The dog bites the man)
b) ∑2: T + Na + Vd + T + Nb (Bsp The chimpanzee eats the banana)
c) ∑3: T + Na + Ve + T + Nc (Bsp The linguist recognizes the fact)
d) ∑4: T + Nc + Vf + T + Nc (Bsp The meaning determines the structure)
I 155
Pointe: mit den neuen Regeln wird die Unterscheidung zwischen grammatischen und ungrammatischen englischen Sätzen neu definiert. „The banana bites the meaning“ ist jetzt nicht mehr möglich, nach der einfachen Regel T + N + V + T + N wäre er nichtausgeschlossen gewesen. Es gibt aber immer noch unzulässige Äußerungen, die nicht ausgeschlossen werden. Formale Grammatik/Lyons: hier geht es nur um Akzeptierbarkeit nach Regeln.
Lexikon/Grammatik/Lyons: die Unterscheidung zwischen lexikalischen und grammatischen Elementen kann hier noch vernachlässigt werden.
Grammatizität/Lyons: die Grenze wird der Linguist bei seiner Beschreibung an einer willkürlichen Stelle ziehen.
Zwei Hauptfaktoren:
1. Gesetz der „abnehmenden Rentabilität“:
I 156
Es sollte vermieden werden, dass man zu viele Regeln braucht, die am Ende nur sehr wenige Wörter erfassen. 2. Wegen der unbegrenzten Zahl der Sätze ist es gar nicht möglich für jeden Satz zu entscheiden, ob er akzeptierbar ist oder nicht. Das führt zur „Unbestimmtheit der Grammatik“.
Problem: (s.u. I 389): Die Gestaltung von Sätzen eines bestimmten Typs innerhalb eines bestimmten theoretischen Rahmens kann die Gestaltung von Sätzen eines anderen Typs innerhalb desselben theoretischen Rahmens sehr schwierig machen. Das ist heute (1968) noch ungelöst.
Akzeptierbarkeit/Grammatik/Lyons: kann immer nur in Bezug auf ein Regelsystem festgestellt werden. Verschiedene Grammatiken beurteilen die Grammatizität bestimmter Sätze verschieden.
>Grammatik, >Generative Grammatik, >Universalgrammatik,
>Kategorialgrammatik, >Transformationsgrammatik, >N. Chomsky.

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977

Lyons I
John Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995
Alltagssprache Strawson III 189ff
Alltagssprache/Strawson Problem: Die Relationen zwischen handlungszuschreibenden Sätzen sind nicht im Prädikatenkalkül zu verstehen wie die Relationen, in denen die Sätze des Davidsonschen Schemas stehen. >Handlungen/Davidson, >Prädikatenkalkül.
III 194
Lösung/Strawson: adverbialer Zugang: direkt - Alltagssätze (AS) können wir in einer Hinsicht nicht verstehen, ohne sie als äquivalent zu Davidsonschen Sätze (DS) zu erkennen. >Adverbiale Analyse.
III 196
Einziger Unterschied: In den Davidsonschen Sätzen sind die Konstellationen bloß klarer, sie sind aber auch in den Alltagssätzen vorhanden. Damit können wir dann ein Regelsystem auch für die Alltagssprache einführen (ohne Beherrschung voraussetzen zu müssen).
III 197
Adverbialer Zugang zeigt, dass Alltagssätze eine andere, aber äquivalente Struktur haben. Lösung: Theorie des Benennens mit angehängter Prädikation zeigt, wie die Strukturen sich kreuzen.
>Prädikation.
III 198
Handlungen und Ereignisse leiden generell an der Identitätsabhängigkeit von Substanzen. >Substanz, >Handlung, >Ereignis.

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Ethik Moore Stegmüller IV 172
Objektivität/Ethik/Mackie: allerdings gibt es eine Ebene der Objektivität in der Frage, was allgemein anerkannte Wertmaßstäbe sind. >Objektivität, >Werte, >Nonkognitivismus/Kognitivismus, >Akzeptabilität.
Stegmüller IV 173
Das entspricht einem Subjektivismus 2. Ordnung. Dafür sprechen: 1. Relativitätsargument: wir treffen verschiedene moralische Regelsysteme in der Welt an. Der Objektivismus müsste alle bis auf eins als Fehler kennzeichnen.
>Subjektivismus, >Objektivismus, >Subjektivität, >Emotivismus,
>Relativismus.
Stegmüller IV 175
2. Absonderlichkeitsargument: wer an objektive Werte und Normen glaubt, muss diesen Glauben ernst nehmen. Das führt zu absonderlichen Entitäten wie "Getanwerdensollen", "Unterlassenwerdensollen" usw. >Normen.
Vertreter: Moore: Werte sind "nichtnatürliche Qualitäten". Sie verlangen eine spezielle Fähigkeit der Einsicht.
>Detektivismus, >Euthyphron, >Intuitionismus, >Detektivismus.
Föderalismus Konstitutionelle Ökonomie Parisi I 210
Föderalismus/Konstitutionelle Ökonomie/Voigt: (...) die vermuteten ökonomischen Vorteile des Föderalismus sollen sich aus dem Wettbewerb zwischen den Teilstaaten ergeben; seine Kosten beruhen auf der Notwendigkeit, in einigen Fragen zu kooperieren. Hayek: So argumentiert Hayek (1939)(1), dass der Wettbewerb zwischen den Regierungen Informationen über effiziente Wege zur Bereitstellung öffentlicher Güter offenlegen wird. Unter der Annahme, dass die Regierungen Anreize haben, diese Informationen zu nutzen, sollte die Regierungseffizienz in Föderationen ceteris paribus höher sein.
Tiebout: In dem berühmten Modell von Tiebout ( 1956)(2) konkurrieren die unteren Regierungsebenen
Parisi I 211
um die steuerzahlenden Bürger, was den Regierungen der unteren Ebenen einen Anreiz gibt, auf die Präferenzen dieser Bürger einzugehen. Kosten: (...) wenn die Zahl der Staaten groß ist, könnten Skalenerträge bei der Bereitstellung öffentlicher Güter unrealisiert bleiben. So vermutet Tanzi (2000)(3), dass diejenigen, die öffentliche Güter bereitstellen, unzureichend spezialisiert sein werden.
Moralisches Risiko: Außerdem müssen sich Bundesstaaten mit einem Moral-Hazard-Problem auseinandersetzen, das in Einheitsstaaten kein Thema ist.* Die Bundesregierung wird regelmäßig "No-bail-out-Klauseln" aussprechen, die aber nicht immer glaubwürdig sind.
In Bezug auf die Frage der Überschuldung argumentiert Wildasin (1997)(6), dass große Staaten "zu groß zum Verlieren" werden können. Andererseits wird argumentiert (Rodden und Wibbels, 2002)(7), dass große Staaten mehr von den Vorteilen internalisieren können, die durch eine verantwortungsvolle Finanzpolitik entstehen.
Lösung: Eine Reihe von Faktoren könnte dieses Trittbrettfahrer-Problem abmildern: Wenn starke, disziplinierte Parteien im größten Teil der Föderation aktiv sind und eine Partei sowohl die Bundes- als auch die meisten Gliedstaatenregierungen führt, dann können die Parteiführer möglicherweise verhindern, dass die Staatsbeamten die negativen Effekte der Überschuldung externalisieren (Rodden und Wibbels, 2002)(7).
Korruption: Auf die Frage, ob Korruption unter föderalen oder unitarischen Verfassungen häufiger vorkommt, gibt es eine Standardantwort: Die Regierungen der Teilstaaten sind näher am Volk, spielen unendlich wiederholte Spiele mit den lokalen Wählern und sind daher der lokalen Vereinnahmung ausgesetzt (siehe z.B. Tanzi, 2000)(3). Daher wird das Korruptionsniveau unter föderalen Verfassungen höher sein als unter unitären Verfassungen.
Vs: Das Standardargument gegen die Local-Capture-Hypothese ist, dass das Verhalten der Regierungen der Gliedstaaten in Föderationen transparenter ist und die Politiker daher stärker für ihre Handlungen verantwortlich sind. Dies würde implizieren, dass die Korruption unter föderalen Verfassungen geringer ist.
Darüber hinaus kann Korruption ein Zeichen für eine Unzulänglichkeit des jeweiligen Regelsystems sein; unter dysfunktionalen Regeln werden selbst wohlfahrtssteigernde Aktivitäten oft korruptes Verhalten erfordern. Diese Annahme führt zu dem Argument, dass, da die konstituierenden Einheiten von Bundesstaaten näher am Volk sind, es wahrscheinlich ist, dass ihre Regeln angemessener sind als die in Einheitsstaaten.
Parisi I 212
Staatsausgaben: Lange Zeit waren die Erkenntnisse über die Auswirkungen des Föderalismus auf die Gesamtausgaben des Staates gemischt. In den letzten Jahren scheint sich dies jedoch geändert zu haben. Rodden (2003)(8) zeigt für eine länderübergreifende Studie, die den Zeitraum 1980 bis 1993 abdeckt, dass in Ländern, in denen lokale und staatliche Regierungen die Kompetenz haben, die Steuerbasis festzulegen, die gesamten Staatsausgaben niedriger sind. >Direkte Demokratie/Konstitutionelle Ökonomie, >Staatliche Strukturen/Konstitutionelle Ökonomie.
* Die Beziehung zwischen der Zentralregierung und den untergeordneten Einheiten in Einheitsstaaten könnte mit Hilfe der Prinzipal-Agenten-Theorie mit ihren bekannten Überwachungsproblemen treffender beschrieben werden. Für eine solche Sichtweise siehe Seabright (1996)(4).

** Rodden (2002(5), S. 6 72) weist darauf hin, dass die Kreditwürdigkeit der föderalen
Ebene gefährdet sein könnte, wenn sie den Teilstaaten nicht hilft.

1. Hayek, F. (1939). "Economic Conditions of Inter-State Federalism." New Commonwealth Quarterly 2: 131-149.
2. Tiebout, Ch. (1956). "A Pure Theory of Local Expenditures." Journal of Political Economy 64: 416-424.
3. Tanzi, V. (2000). "Some politically incorrect Remarks on Decentralization and Public Finance," in J.-J. Dethier, ed., Governance, Decentralization and Reform in China, India and Russia, 47-63. Boston, MA: Kluwer.
4. Seabright, Paul (1996). "Accountability and Decentralization in Government: An Incomplete Contracts Model." European Economic Review 40:61-89.
5. Rodden, J. (2002). "The Dilemma of Fiscal Federalism: Grants and Fiscal Performance around the World." American Journal of Political Science 46(3): 670-687.
6. Wildasin, D. (1997). "Externalities and Bailouts: Hard and Soft Budget Constraints in Intergovernmental Fiscal Relations." Nashville, TN: Mimeo.
7. Rodden, J. and E. Wibbels (2002). "Beyond the Fiction of Federalism - Macroeconomic Management in Multitiered Systems." World Politics 54: 494-531.
8. Rodden, J. (2003). "Reviving Leviathan: Fiscal Federalism and the Growth of Government." International Organization 57: 695-729.

Voigt, Stefan. “Constitutional Economics and the Law”. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Formale Sprache Thiel Thiel I 80
Formelsprache der Logik/Lorenzen/Thiel: Paul Lorenzen: "protologischer Ansatz": Regelsystem zur Herstellung von aus 0 und + linear zusammengesetzten Figuren. "A" vertrete als schematischer Buchstabe derartige Figuren. Regeln:
(1) > +
(2) A > A 0 (3) A > + A +.

nach diesem "Kalkül" ist z.B. die Figur ++00+ herstellbar: (1), 2 mal (2), dann (3).
I 80/81
Jede herstellbare Figur muss entweder rechts ein 0 oder links ein + haben. Testfigur 0++ geht daher nicht. Führten wir die Zusatzregel:
(4) A > 0 A +

hinzu, würde sie herstellbar. Dagegen würde folgende Regel keine neuen Figuren ermöglichen:

(5) A > + + A.

Das nennt man "Überflüssigkeit" (in der Metamathematik "Zulässigkeit")
Solche Regelsysteme können auch als "operative Logik" bezeichnet werden.
I 83
Sie können der Einführung von Junktoren dienen (I 82 Bsp v) Protologik liegt demnach noch vor der Logik. >Junktoren, >Logik, >Einführung, >Kalkül, >Formalisierung, >Systeme.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Grundbegriffe Lorenzen Thiel I 80
Formelsprache der Logik/Protologik/Lorenzen: Paul Lorenzen: "protologischer Ansatz": Regelsystem zur Herstellung von aus 0 und + linear zusammengesetzten Figuren "A" vertrete als schematischer Buchstabe derartige Figuren): Regeln:
(1) > +
(2) A > A 0 (3) A > + A +.

nach diesem "Kalkül" ist z.B. die Figur ++00+ herstellbar: (1), 2 mal (2), dann (3).
I 80/81
Jede herstellbare Figur muss entweder rechts ein 0 oder links ein + haben. Testfigur 0++ geht daher nicht. Führten wir die Zusatzregel:
(4) A > 0 A +

hinzu, würde sie herstellbar. Dagegen würde folgende Regel keine neuen Figuren ermöglichen:

(5) A > + + A.

Das nennt man "Überflüssigkeit" (in der Metamathematik "Zulässigkeit").
Solche Regelsysteme können auch als "operative Logik" bezeichnet werden.
I 83
Sie können der Einführung von Junktoren dienen (I 82 Bsp v) Protologik liegt demnach noch vor der Logik. >Logik, >Dialogische Logik, >Regeln, >Regelsysteme, vgl. >Axiome, >Axiomensysteme, >Junktoren.

Lorn I
P. Lorenzen
Constructive Philosophy Cambridge 1987

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Induktion Peano A. d'Abro Die Kontroversen über das Wesen der Mathematik 1939 in Kursbuch 8 Mathematik 1967
46
Peano gibt (anders als Poincaré) das Induktionsprinzip ausdrücklich als eines seiner Postulate an, mit deren Hilfe er die ganzen Zahlen definiert. Er ist darum in der Lage, die Widerspruchsfreiheit seines Postulatensystems zu beweisen.
>Widespruchsfreiheit, >Beweise, >Beweisbarkeit,
>Postulate,
Poincaré stimmt mit Peano überein, dass eine Gruppe von Postulaten als widerspruchsfrei bewiesen sein muss, bevor dem System eine reale Bedeutung gegeben wird. Er behauptet jedoch, dass Peanos Versuch des Widerspruchsbeweises gescheitert sei, weil zirkulär.
>Zirkularität, >H. Poincaré.
47
Peano verwendet das Induktionsprinzip tatsächlich in zweierlei Form: als Postulat und dann als Regel.
>Regeln, >Regelsystem.

Peano I
Giuseppe Peano
Selected works of Giuseppe Peano Toronto 1973
Institutionen Lachmann Parisi I 273
Institutionen/Information/Wissen/Lachmann: Bei statischen und dynamischen Wissensproblemen sind rechtliche Institutionen wichtig für die Koordinierung verschiedener Individuen zu einem bestimmten Zeitpunkt und über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Bevor wir verstehen können, wie Eigentums- und Vertragsrecht die Lösung von Wissensproblemen erleichtern, müssen wir verstehen, wie wichtig es ist, endogene Unsicherheit zu vermeiden, die durch das Recht selbst erzeugt wird. Lachmann argumentiert, dass inkrementelle Änderungen von Regeln, insbesondere bei ihrer Anwendung auf bestimmte neue Konflikte, die vorhersehbare Natur von Rechtsregeln nicht verändern dürfen. "Wenn Institutionen uns als feste Orientierungspunkte dienen sollen, muss ihre Position am sozialen Firmament fixiert sein. Die Wegweiser dürfen nicht verschoben werden. (Lachmann, 1971, p. 50)(1). >Information/Wirtschaftstheorien, >Informationsökonomik, >Wissen/Wirtschaftstheorien.
Hayek: Das heißt aber nicht, dass sich eine bestimmte Rechtsnorm nicht ändern kann oder soll. Es bedeutet nur, dass das System der Regeln vorhersehbar sein muss. Bei Lachmanns unveränderlichen Wegweisern geht es um die Stabilität des Systems und nicht um die Stabilität der einzelnen Regeln. Dies ist ein Echo auf Hayeks Argument, dass Gesetze "lediglich als Instrument zur Verfolgung der verschiedenen individuellen Ziele der Menschen gedacht sind. Man könnte sie fast als eine Art Produktionsinstrument bezeichnen, das den Menschen hilft, das Verhalten derjenigen vorherzusagen, mit denen sie zusammenarbeiten müssen, und nicht als Bemühungen um die Befriedigung bestimmter Bedürfnisse. (Hayek, 1944(2), pp. 72–73).
Simon: Die Aufrechterhaltung der Stabilität des Systems bei gleichzeitiger Möglichkeit der marginalen Anpassung der Regeln an neue wirtschaftliche Gegebenheiten erfordert die "Zersetzbarkeit" des Regelsystems (Simon, 1969)(3).

1. Lachmann, L. M. (1971). The Legacy of Max Weber. Berkeley: The Glendessary Press.
2. Hayek, F. A. (1944) The Road to Serfdom. Chicago: University of Chicago Press.
3. Simon, H. A. (1969). The sciences of the artificial. Cambridge, MA MIT Press.


Rajagopalan, Shruti and Mario J. Rizzo “Austrian Perspectives on Law and Economics.” In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Institutionen Rawls I 55
Def Institution/Institutionen/Rawls: Eine Institution ist ein öffentliches Regelsystem das Verwaltungsstellen und Rollen zusammen mit ihren Rechten und Pflichten, Vollmachten und Unverletzlichkeiten usw. definiert. Die Regeln sehen bestimmte Strafen und Abwehrmassnahmen usw. vor. Als Beispiele für Institutionen oder, allgemeiner, soziale Praktiken können wir Spiele und Rituale, Gerichtsverfahren und Parlamente, Märkte und Eigentumssysteme ansehen. Eine Institution kann auf zwei verschiedene Weisen betrachtet werden: a) als abstraktes Regelsystem
b) als Realisierung im Denken und Handeln von bestimmten Personen zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten.
Wenn es darum geht herauszufinden, ob eine Institution im Recht ist oder nicht, ist es am besten, das konkrete Handeln zu betrachten.
I 56
Wir nehmen an, dass die Handelnden innerhalb einer Institution sich der Regeln und der Resultate ihrer Ausübung bewusst sind und dieses Bewusstsein auch bei anderen Beteiligten voraussetzen. Wenn es auch nicht immer zutrifft, ist dies eine plausible Verallgemeinerung. Es gibt dann eine gemeinsame Basis für die Bestimmung gemeinsamer Erwartungen. Für die Vertragstheorie ist wichtig, dass man voraussetzt, dass die Prinzipien öffentlich und bekannt sind. >Prinzipein/Rawls.
Regeln/Strategien: Wir müssen zwischen den Regeln einer Institution und den Strategien unterscheiden, die die Institution gegebenenfalls anwenden kann, um ihre Ziele zu erreichen.(1)
Strategien: Die Strategien, die unter anderem auf wechselseitigen Vermutungen der Beteiligten über einander basieren, sind nicht Teil der Institution. Vielmehr gehören sie zur Theorie über die Institution, z.B. des Parlaments.
Theorie: Die Theorie nimmt die geltenden Regeln als gegeben an und analysieren die Weise, wie die Macht im System verteilt ist
I 57
und wie die Beteiligten ihre Chancen nutzen. Verhalten: Das Verhalten von Individuen sollte soweit wie möglich koordiniert werden, so dass die Resultate vom Standpunkt der sozialen Gerechtigkeit die besten sind, auch wenn sie den Einzelnen möglicherweise nicht bewusst sind.
J. Bentham: Bentham sieht dies als eine künstliche Identifikation von Interessen an(2).
>J. Bentham.
Adam Smith: Adam Smith versteht darunter das Wirken der Unsichtbaren Hand(3).
>Adam Smith.
Wir müssen die Institution von den Regeln und diese wiederum vom sozialen System unterscheiden, denn jedes für sich genommen kann ungerecht sein, ohne das die anderen ungerecht sind. Ungerechtigkeiten können sich auch erst aus der Kombination dieser Elemente ergeben.
I 58
Rituale/Rawls: werden allerdings nicht als ungerecht bezeichnet. Formales Recht/Rawls: Nehmen wir nun an, es gibt ein geltendes System von Regeln, die zuverlässig von der Institution angewendet werden, auch wenn wir selbst die Regeln nicht akzeptieren. Dann können wir von einem formalen Recht sprechen. Recht und Institution sind dann nicht voneinander trennbar.
>Recht.

1. Siehe auch J. R. Searle Speech Acts, Cambridge, 1969, S.33-42.
2. Siehe E. Halévy, La Formation du radicalisme philosophique, Bd. 1, Paris 1901, S.2-24.
3. Siehe A. Smith The Wealth of the Nations, (Hrsg. Edwin Cannan) New York, 1937.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Kalkül Lorenzen Thiel I 216
Ein "vollformalisierter" Kalkül für die Arithmetik bei Lorenzen 1962 besteht aus 75 Regeln, darunter solchen mit 7 Prämissen.
I 217
Wir können solche Regelsysteme "linearisieren": d.h. grundlegende Regeln ohne Prämissen einführen, dann aufsteigend fortsetzen. >Einführung, >Prämissen, >Systeme, >Regelsysteme.
I 219
Ideal ist das lückenlose syntaktische Erfassen von Beweisen. >Beweis, >Beweisbarkeit, vgl. >Vollständigkeit.

Lorn I
P. Lorenzen
Constructive Philosophy Cambridge 1987

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Kalkül Thiel Thiel I 20/21
Kalkül/Ontologie/Mathematik/Thiel: Kalkültheorie: Zur Tätigkeit des Mathematikers gehört ja sowohl, Kakülregeln gemäß zu verfahren, als auch darüber zu reflektieren. Die Grenze zwischen Mathematik und Metamathematik ist fragwürdig. Die Grenzziehung dient nur bestimmten Zwecken, ist ist manchmal hinderlich: Bsp Neunerprobe: Eine Zahl ist durch 9 teilbar, wenn ihre Quersumme durch 9 teilbar ist.
Thiel I 211
Kalkül/Thiel: Bsp Die konstruktive Arithmetik mit dem Kalkül N und der Konstruktionsgleichheit von Zählzeichen liefert ein operatives Modell der Axiome. Mathematiker verfahren in der Praxis und in Büchern keineswegs so. Die ist Praxis nicht lückenlos.
I 213
Insistieren auf "sauberen" Lösungen kommt erst bei metamathematischen Bedürfnissen auf.
Terminologie/Schreibweise:
Regelpfeil: >>
Implikation imp
Für alle gilt: V
Regel (VP) A(y) imp B >>Vx A(x) imp B.
I 214
Alltagssprachliche Übersetzung: Die Regel (VP) besagt, dass wir von einer gültigen Implikationsformel A(y) imp B, in der "y" als freie Variable vorkommt, übergehen dürfen zu einer, in der die Aussageform "A(y)" durch einen Existenzquantor quantifiziert ist. Präzisierung: "y" darf in der Konklusion der Regel nicht frei vorkommen und "x" muss frei für yx, d.h. nicht in den Wirkungsbereich eines schon vorhandenen Quantors mit dem Index "x" geraten.
Das betrifft aber nur die Beweispraxis. Beweistheoretische Überlegungen erfordern weitere Präzisierung. Der Gegenstand der vorgenommenen Formalisierung kann in so hohem Maße differenziert werden, dass wir von einem neuen Gegenstand sprechen müssen.

Thiel I 216
Ein "vollformalisierter" Kalkül für die Arithmetik bei Lorenzen 1962 besteht aus 75 Regeln, darunter solchen mit 7 Prämissen.
I 217
Wir können solche Regelsysteme "linearisieren": d.h. grundlegende Regeln ohne Prämissen einführen und dann aufsteigend fortsetzen.
I 219
Ideal ist das lückenlose syntaktische Erfassen von Beweisen. >Beweise, >Beweisbarkeit, >Syntax, >Formalisierung.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Korruption Konstitutionelle Ökonomie Parisi I 209
Korruption/Konstitutionelle Ökonomie/Voigt: Gerring und Thacker (2004)(1) stellen fest, dass parlamentarische Systeme signifikant weniger unter Korruption leiden als präsidentielle Systeme. Sie argumentieren (2004(3), S. 314), dass "effektive Rechenschaftspflicht aus einer stark strukturierten Beziehung zwischen Wählern und politischen Parteien und aus den relativ klaren Autoritätslinien entsteht, die von einem zentralisierten politischen Apparat eingerichtet werden." Lederman, Loayza und Soares (2005)(2) kommen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass parlamentarische Systeme weniger unter Korruption leiden als präsidiale Systeme, und ziehen ebenfalls den Begriff der Rechenschaftspflicht heran, um dies zu erklären. Ihr Argument ist, dass parlamentarische Systeme "eine stärkere und unmittelbarere Überwachung der Exekutive durch die Legislative ermöglichen... "Sie kommen zu dem Schluss, dass, nachdem "politische Institutionen berücksichtigt wurden, Variablen, die normalerweise als wichtige Determinanten von Korruption angesehen werden... praktisch ihre gesamte Relevanz verlieren." In seiner Untersuchung repliziert Treisman (2007)(3) diese Ergebnisse, findet aber, dass der Präsidentialismus unbedeutend wird, sobald man für Katholizismus kontrolliert oder wenn ein Dummy für Südamerika einbezogen wird.
Parisi I 210
Geographie/Geschichte: In einer aktuellen Studie finden Cheibub, Elkins und Ginsburg (2013)(4) ein hohes Maß an Heterogenität bei den Merkmalen, die üblicherweise den Regierungsformen zugeschrieben werden, und kommen zu dem Schluss (2013(4), S. 3): "Tatsächlich ist das Wissen, ob eine Verfassung parlamentarisch, präsidial oder semipräsidentiell ist, weniger hilfreich für die Vorhersage der exekutiv-legislativen Struktur einer Verfassung ... als die Kenntnis der geographischen Region, in der die Verfassung entstanden ist oder wann sie geschrieben wurde." Vgl. >Justizwesen/Konstitutionelle Ökonomie, >Föderalismus/Konstitutionelle Ökonomie.
Parisi I 211
Korruption: Auf die Frage, ob Korruption unter föderalen oder unitarischen Verfassungen häufiger vorkommt, gibt es eine Standardantwort: Die Regierungen der Teilstaaten sind näher am Volk, spielen unendlich wiederholte Spiele mit den lokalen Wählern und sind daher der lokalen Vereinnahmung ausgesetzt (siehe z. B. Tanzi, 2000)(5). Daher wird das Korruptionsniveau unter föderalen Verfassungen höher sein als unter unitären Verfassungen. Vs: Das Standardargument gegen die Local-Capture-Hypothese ist, dass das Verhalten der Regierungen der Gliedstaaten in Föderationen transparenter ist und die Politiker daher stärker für ihre Handlungen verantwortlich sind. Dies würde implizieren, dass die Korruption unter föderalen Verfassungen geringer ist.
Darüber hinaus kann Korruption ein Zeichen für eine Unzulänglichkeit des jeweiligen Regelsystems sein; unter dysfunktionalen Regeln werden selbst wohlfahrtssteigernde Aktivitäten oft korruptes Verhalten erfordern. Diese Annahme führt zu dem Argument, dass, da die konstituierenden Einheiten von Bundesstaaten näher am Volk sind, es wahrscheinlich ist, dass ihre Regeln adäquater sind als die in unitären Staaten. >Direkte Demokratie/Konstitutionelle Ökonomie.

1. Gerring, J. and S. Thacker (2004). "Political Institutions and Corruption: the Role of Unitarism and Parliamentarism." British Journal of Political Science 34:295—330.
2. Lederman, D., N. Loayza, and R. Soares (2005). "Accountability and Corruption." Economics and Politics 17(1): 1-35.
3. Treisman, D. (2007). "What have We Learned About the Causes of Corruption from Ten Years of Cross-National Empirical Research?" Annual Review of Political Science 10: 211-244.
4. Cheibub, J., Z. Elkins, and T. Ginsburg (2013). "Beyond Presidentialism and Parliamentarism." British Journal of Political Science 44(3):515-544.
5. Tanzi, V. (2000). "Some politically incorrect Remarks on Decentralization and Public Finance," in J.-J. Dethier, Hrsg., Governance, Decentralization and Reform in China, India and Russia, 47-63. Boston, MA: Kluwer.

Voigt, Stefan. “Constitutional Economics and the Law”. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Monetarismus Friedman Brocker I 397
Monetarismus/Friedman: Friedman wurde zum Begründer einer »monetaristischen« Wirtschaftspolitik, die infolge ihrer Fixierung auf den Geldmengen-Inflations-Zusammenhang und ihrer Relativierung des Vollbeschäftigungsziels im politischen Interessenspektrum als eher rechtsgerichtet wahrgenommen und von gewerkschaftsnahen Gruppierungen bekämpft wurde. Monetarismus: Der Monetarismus ist eine Politik des stetigen Geldmengenwachstums als notwendige und hinreichende Bedingung gesamtwirtschaftlicher Stabilität, das heißt vor allem zur Wahrung des Geldwertes.
VsMonetarismus: Dies sei eine offenbar interessengeleitete Stabilisierungsstrategie kapitalistischer Wirtschaftsbeziehungen, die die Handlungsoptionen des Faktors Arbeit systematisch beschneidet: Marktwirtschaft als gesellschaftliche Ordnung, die primär der Freiheit des Kapitals verpflichtet ist.
MonetarismusVsVs: Das führt in die Irre. In Friedmans Buch Kapitalismus und Freiheit geht es vor allem darum, wissenschaftliche Konzepte und wirtschaftspolitische Institutionen zu propagieren, die Entscheidungen von Politikern in ein enges Regelsystem einbinden oder − besser noch − überflüssig machen. Friedmans Denken richtet sich (…) nicht gegen die Freiheit der Arbeiter, sondern gegen unbeschränkte Handlungsspielräume von Politikern, bei denen er nicht unbedingt die gute Absicht, aber immer wieder die Kompetenz bezweifelte.
FriedmanVsNotenbanken, GewerkschaftenVsFriedman.
>Notenbankpolitik.


Peter Spahn, „Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Paradoxien Thiel I 321
Fehlschlüsse/Thiel: interessieren nur dann, wenn sie als "Trugschlüsse" absichtsvoll herbeigeführt werden, oder in Form von "Sophismen" vermeintlich legitime Schlüsse in eine Argumentation einschmuggeln, oder wie bei Kant sog. "Paralogismen" die "in der Natur der Menschenvernunft" ihren Grund haben und daher "unvermeidlich obzwar nicht unauflöslich" sind. Bsp arithmetischer Trugschluss: 5 = 7. (I 321 +).
Bsp Syllogismus mit einer quaternia terminorum (verstecktes Auftreten von vier statt drei erlaubter Begriffe in einem Schlussschema
Fliegende Elefanten sind Fantasievorstellungen.
Fantasievorstellungen sind Teil unserer Wirklichkeit.
Also sind fliegende Elefanten Teil unserer Wirklichkeit.

Paradoxien sind etwas der gewöhnlichen Meinung (doxa) Zuwiderlaufendes.
Andere Form: in eine Rätsellösung verpackte Tatsache.
Bsp Dass ein eng um den Äquator gelegtes Band nach Verlängerung um nur einen Meter plötzlich um 1/2π, d.h. um etwa 16cm abstehen würde.
I 322
Im alltägliche Gebrauch sind Paradoxien oft lediglich Kalauer, wie der Hypochonder, der sich lediglich einbildet, Wahnvorstellungen zu haben (Definitionsfrage) oder das "Murphysche Gesetz" dass alles länger dauert, auch wenn man das bereits berücksichtigt hat. Da in der englischsprachigen wissenschaftlichen Literatur "paradox" beides, Paradoxien (nicht wirkliche Antinomien) und Antinomien steht, hat sich eine Unterscheidung bisher nicht durchgesetzt.
I 327
Bsp "Krokodilschluss" (schon in der Antike bekannt): Ein Krokodil hat ein Kind geraubt, die Mutter fleht es an, es zurückzugeben. Das Krokodil stellt die Aufgabe, zu erraten, was es als nächstes tun werde. Die Mutter (logisch vorgebildet) sagt: Du wirst es mit nicht zurückgeben. Daher Pattsituation. Denn die Mutter argumentiert jetzt, das Krokodil müsse das Kind zurückgeben, denn falls die Aussage wahr sei, bekomme sie es aufgrund der Vereinbarung zurück, sei sie aber falsch, so sei es eben falsch, dass sie das Kind nicht zurückbekomme, also weil es wahr, dass sie es bekomme.
Das Krokodil dagegen argumentiert, das es das Kind nicht zurückzugeben brauche, denn wenn die Aussage der Mutter falsch sei, bekomme sie es aufgrund der Vereinbarung nicht zurück, sei es aber wahr, so besage dies ja gerade, dass sie das Kind nicht zurückerhalte.
Erst eine sorgfältige Analyse deckt auf, dass die getroffene Vereinbarung ja noch keine Handlungsregel liefert.
Steht "z" für dass Zurückgeben, "a" für die Antwort der Mutter, (die noch unbestimmt, daher nur schematisch durch a repräsentiert sein kann) so liefert die Vereinbarung noch kein befolgbares Regelsystem, sondern das Regelschema

"a" ε wahr >> z
"a" ε falsch >> ~z

Wird dabei der Variabilitätsbereich von a nicht eingeschränkt, so kann man auch Wahlen von a treffen, die mit Tarskis Adäquatheitsbedingung für Wahrheitsdefinitionen unverträglich sind.
Vgl. >Adäquatheit/Tarski, >Konvention W.
I 328
Diese besagt, dass für ein Wahrheitsprädikat "W" und jede Aussage p, von der es sinnvoll ausgesagt werden kann, stets
"p" ε W <> p

gelten muss. In dem Krokodilschluss wählt die Mutter ~z für a und macht dadurch aus dem Regelschema das Regelsystem

(R1) "~z" ε wahr >> z
(R2) "~z" ε falsch >> ~z

Das Krokodil schließt nun einerseits nach R2 und andererseits nach Tarski (mit ~z für p) auf ~z. Die Mutter dagegen schließt einerseits nach R1 und andererseits metalogisch von der Falschheit von "~z" sowie von da (nach Tarski) weiter auf z.
Da die Argumentation von einem Wahrheits- und einem Falschheitsprädikat sowie dem Zusammenhang zwischen beiden Gebrauch macht, zählt man den Krokodilschluss gewöhnlich zu den "semantischen" Antinomien.
Man kann in ihm einen Vorläufer der Russellschen Antinomie sehen.
>Russellsche Paradoxie.
Thiel I 328
Man sollte nicht vorschnell daraus ableiten, dass die Antinomien und Paradoxien für die Mathematik keine Bedeutung haben. Sowohl Poincarés Kriterium (Imprädikativität) als auch die Typentheorie erzwingen eine Einschränkung des sogenannten Komprehensionsaxioms, das die als definierende Bedingungen für Mengen zulässigen Aussageformen bestimmt.
>Imprädikativität, >Komprehension, >Typentheorie.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Randomisierte Zuschreibung Wirtschaftstheorien Parisi I 37
Randomisierte Zuschreibung/Wirtschaftstheorien/Gelbach/Klick: Ein Ansatz, um das Problem der Abhängigkeit zwischen ε und P zu lösen, ist die zufällige Zuweisung von Politikniveaus an Einheiten. (>Ökonomische Modelle/Gelbach/Klick.) Dieser Ansatz, der in Studien zu den Wirkungen medizinischer und psychologischer Interventionen üblich ist, wird häufig in der empirischen Ökonomie verwendet (...). Der Vorteil der zufälligen Zuweisung besteht darin, dass sie direkt die mittlere Unabhängigkeit von ε und P erzwingt, so dass τ als der kausale Effekt der Maßnahme angesehen werden kann, zumindest innerhalb der bestimmten experimentell untersuchten Population. Aus diesem Grund ist es in der empirischen Wirtschaftsliteratur üblich, randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) als konzeptionellen Maßstab zu betrachten, an der andere Studientypen gemessen werden.
Parisi I 38
Randomisierte kontrollierte Studien/Probleme: Dies ist sicherlich eine zu starke Behauptung, wie Heckman und Smith (1995)(1) und Deaton (2010)(2) treffend diskutiert haben, denn RCTs haben potenziell wichtige Nachteile. Ein Nachteil ist, dass sich nicht alle Fragen mit RCTs untersuchen lassen. RCTs können nicht messen, was manchmal als "allgemeine Gleichgewichtseffekte" bezeichnet wird, d.h. Effekte, die eine politische Veränderung auf das Verhalten außerhalb des Wirkungsbereichs der Studie hat. Problem/VsRandomisierte Zuschreibung: (...) Nehmen wir an, wir wollen den Effekt von liberalen Entdeckungsregeln auf die Kosten von Zivilprozessen vor Bundesgerichten messen. Es ist möglich, Nicht-Standard-Entdeckungsregeln zufällig Zivilklagen zuzuweisen, sobald sie vor einem Bundesgericht eingereicht werden. Es ist jedoch nicht möglich, den Parteien zukünftiger Rechtsstreitigkeiten zufällige Regelsysteme zuzuweisen. RCTs können einfach nicht die Auswirkungen von Entdeckungsregeln auf das primäre Verhalten messen, d.h. das Verhalten von Menschen und Firmen bei der Vertragsgestaltung, der Pflege und anderen Lebensbereichen, die bestimmen, ob es überhaupt zu Streitigkeiten kommt.*

*Bestimmte Aspekte des US-Justizsystems beinhalten etwas, das man als nicht-experimentelle Randomisierung bezeichnen könnte. So nutzen David Abrams und Albert Yoon in ihrer Studie zur Frage, ob die Qualität der rechtlichen Vertretung in Strafsachen eine Rolle spielt, die Tatsache, dass das Clark County Public Defender Office in Nevada die Anwälte nach dem Zufallsprinzip den eingehenden Strafsachen zuweist. Abrams und Yoon (2007)(3) stellen fest, dass die Leistung der Anwälte entlang mehrerer Merkmale erheblich variiert, was darauf hindeutet, dass die Eigenschaften der Anwälte eine Rolle spielen, zumindest im Kontext der Pflichtverteidigung. Siehe auch Anwar, Bayer, und Hjalmarsson (2012)(4).

1. Heckman, James J. and Jeffrey A. Smith (1995). “Assessing the Case for Social Experiments.” Journal of Economic Perspectives 9(2): 85–110.
2. Deaton, Angus (2010). “Instruments, Randomization, and Learning about Development.” Journal of Economic Literature 48(2): 424–455.
3. Abrams, David and Albert Yoon (2007). “The Luck of the Draw: Using Random Case Assignment to Investigate Attorney Ability.” University of Chicago Law Review 74(4): 1145–1177.
4. Anwar, Shamena, Patrick Bayer, and Randi Hjalmarsson (2012). “The Impact of Jury Race in Criminal Trials.” Quarterly Journal of Economics 127(2): 1017–1055.

Gelbach, Jonah B. and Jonathan Klick „Empirical Law and Economics“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Recht Lachmann Parisi I 280
Recht/Lachmann: Im Moment der Wahl ist ein bestimmter Rahmen von Regeln gegeben. Die heutigen Markttransaktionen müssen innerhalb des heute gegebenen Rechtsrahmens durchgeführt werden, aber dieser Rahmen ist selbst das unbeabsichtigte Ergebnis der vergangenen Handlungen vieler Individuen. Diese Spielregeln sind die "Überbleibsel" erfolgreicher Pläne früherer Generationen, die sich "allmählich herauskristallisiert" haben und zu Institutionen wurden (Lachmann, 1971(1), pp. 68–69). >Institutionen.
Zweitens werden die Rechtsnormen nicht in ihrer Gesamtheit geändert, sondern die Änderung ist eher marginal. "Eine Gesetzesänderung kann insofern marginal sein, als sie nur als geringfügige Abweichung von einem Präzedenzfall wahrgenommen wird" (Rizzo, 1980(2), S. 651).
Drittens argumentiert Rizzo weiter, dass Rechtssicherheit und Flexibilität nicht unvereinbar sind und dass das "Recht Bestand hat, indem es sich ändert" (Rizzo 1999(3), S. 499). Das Recht muss eine gewisse Plastizität aufweisen, um die wirtschaftlichen Veränderungen zu überstehen. Ein starrer oder statischer Rahmen würde auseinander brechen. Diese Überlegungen implizieren, dass das "System" der Regeln relativ stabil ist, während marginale Änderungen spezifischer Regeln sich an neue oder veränderte Umstände anpassen. Dies ist der Gedanke der Zersetzbarkeit des Regelsystems.
>Koordination.

1. Lachmann, L. M. (1971). The Legacy of Max Weber. Berkeley: The Glendessary Press.
2. Rizzo, M. J. (1980b). “The mirage of efficiency.” Hofstra Law Review 8(3): 641–658.
3. Rizzo, M. J. (1999). “Which Kind of Legal Order? Logical Coherence and Praxeological Coherence.” Journal des Economistes et des Etudes Humaines 9(4): 497–510.


Rajagopalan, Shruti and Mario J. Rizzo “Austrian Perspectives on Law and Economics.” In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University.


Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Recht Rizzo Parisi I 280
Recht/Rizzo: Im Moment der Wahl ist ein bestimmter Rahmen von Regeln gegeben. Die heutigen Markttransaktionen müssen innerhalb des heute gegebenen Rechtsrahmens durchgeführt werden, aber dieser Rahmen ist selbst das unbeabsichtigte Ergebnis der vergangenen Handlungen vieler Individuen. Diese Spielregeln sind die "Überbleibsel" erfolgreicher Pläne früherer Generationen, die sich "allmählich herauskristallisiert" haben und zu Institutionen wurden (Lachmann, 1971(1), pp. 68–69). >Institutionen.
Zweitens werden die Rechtsnormen nicht in ihrer Gesamtheit geändert, sondern die Änderung ist eher marginal. "Eine Gesetzesänderung kann insofern marginal sein, als sie nur als geringfügige Abweichung von einem Präzedenzfall wahrgenommen wird". (Rizzo, 1980(2), p. 651).
Drittens argumentiert Rizzo weiter, dass Rechtssicherheit und Flexibilität des Rechts nicht unvereinbar sind und dass "das Recht Bestand hat, indem es sich verändert" (Rizzo 1999(3), S. 499). Das Recht muss eine gewisse Plastizität aufweisen, um die wirtschaftlichen Veränderungen zu überstehen. Ein starrer oder statischer Rahmen würde auseinander brechen. Diese Überlegungen implizieren, dass das "System" der Regeln relativ stabil ist, während marginale Änderungen spezifischer Regeln sich an neue oder veränderte Umstände anpassen. Dies ist die Idee der Zersetzbarkeit des Regelsystems.

1. Lachmann, L. M. (1971). The Legacy of Max Weber. Berkeley: The Glendessary Press.
2. Rizzo, M. J. (1980). “The mirage of efficiency.” Hofstra Law Review 8(3): 641–658.
3. Rizzo, M. J. (1999). “Which Kind of Legal Order? Logical Coherence and Praxeological Coherence.” Journal des Economistes et des Etudes Humaines 9(4): 497–510.


Rajagopalan, Shruti and Mario J. Rizzo “Austrian Perspectives on Law and Economics.” In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Rechte Konsequentialismus Gaus I 107
Rechte/Konsequentialismus/Gaus: L. W. Sumner (1987)(1) stellt ein besonders einflussreiches Beispiel für den Rechtskonsequentialismus vor. Sumner erkennt den paradoxen Charakter eines durch und durch folgerichtigen Arguments für Rechte: Insofern der Konsequentialist versucht, die Erreichung eines bestimmten Ziels zu maximieren, und Rechte ein Hindernis für die Art und Weise der Zielerreichung darstellen, sieht es so aus, als müsse der Konsequentialist argumentieren, dass der beste Weg zur Erreichung des Ziels darin besteht, unsere Bemühungen zur Zielerreichung einzuschränken. Der Schlüssel zur Lösung dieses Paradoxons liegt laut Sumner darin, den Konsequentialismusansatz als eine Theorie der moralischen Rechtfertigung von der bevorzugten Theorie der moralischen Entscheidungsfindung (1987(1): 179) oder, wie wir sagen könnten, den Konsequentialismusansatz als eine Theorie der Bewertung von einer Theorie der Deliberation zu unterscheiden. Dieses Argument für Rechtskonsequentialismus (oder allgemeiner Regelkonsequentialismus) besagt, dass es keinen leichten Übergang von der Behauptung, dass die richtige Handlung diejenige ist, die die guten Folgen maximiert, zu der Behauptung gibt, dass das beste Entscheidungsverfahren darin besteht, die Handlung durchzuführen, von der man glaubt, dass sie die besten Folgen hat. Sidgwick: Diese Art von Argument wurde von Sidgwick (1962(2): 489) vorgebracht, der akzeptierte, dass Utilitarismus selbstvergessen sein kann, in dem Sinne, dass er uns anweisen könnte, seine Verwendung als Theorie für die Entscheidungsfindung nicht zu fördern. Es sei vielleicht besser, so argumentierte er, wenn sich viele Menschen von der Moral des gesunden Menschenverstandes leiten ließen.
>Rechte/Utilitarismus.
VsSidgwick/VsSumner: Zwei Probleme stehen einer solchen Sichtweise gegenüber.
1) Erstens wird oft nicht erkannt, dass der Regel-Utilitarismus denjenigen, die das Regelsystem entwerfen, mehr und nicht weniger rechnerische Belastungen aufbürdet.
2) Zweitens: Indem wir den Utilitarismus als Beurteilungsmaßstab von seiner Rolle als Überlegungsmaßstab trennen, laden wir die Art von moralischem Elitismus ein, die Sidgwick angezogen hat: Vielleicht sollte sich hoi polloi auf nicht-utilitaristische Argumentation beschränken, aber die Klasse der exzellenten Rechner kann den Nutzen vielleicht besser fördern, indem sie den Utilitarismus als Methode der Überlegung einsetzt (1962(2): 489ff).
In Anlehnung an Sidgwick hat Robert E. Goodin (1995(3): Kap. 4) kürzlich den Utilitarismus des "Government House" verteidigt, der den Utilitarismus als eine "öffentliche Philosophie" darstellt, die von politischen Entscheidungsträgern angewandt werden sollte, und nicht als Leitfaden für das individuelle Verhalten.

1. Sumner, L. W. (1987) The Moral Foundations of Rights. Oxford: Oxford University Press.
2. Sidgwick, Henry (1962) The Methods of Ethics, 7th edn. Chicago: University of Chicago Press.
3. Goodin, Robert E. (1995) Utilitarianism as a Public Philosophy. Cambridge: Cambridge University Press.

Gaus, Gerald F. 2004. „The Diversity of Comprehensive Liberalisms.“ In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Rechte Sumner Gaus I 107
Rechte/Konsequentialismus/Sumner/Gaus: L. W. Sumner (1987)(1) präsentiert einen besonders einflussreichen Fall des Konsequentialismus für Rechte. Sumner erkennt den paradoxen Charakter eines durch und durch konsequentialistischen Arguments für Rechte: Insofern der Konsequentialist versucht, die Erreichung eines bestimmten Ziels zu maximieren, und Rechte ein Hindernis für die Art und Weise der Zielerreichung darstellen, sieht es so aus, als müsse der Konsequentialist argumentieren, dass der beste Weg zur Erreichung des Ziels darin besteht, unsere Bemühungen zur Zielerreichung einzuschränken. Der Schlüssel zur Lösung dieses Paradoxons liegt laut Sumner darin, den Konsequentialismusansatz als eine Theorie der moralischen Rechtfertigung von der bevorzugten Theorie der moralischen Entscheidungsfindung (1987(1): 179) oder, wie wir sagen könnten, den Konsequentialismusansatz als eine Theorie der Bewertung von einer Theorie der Deliberation zu unterscheiden. Dieses Argument für Rechtskonsequentialismus (oder allgemeiner Regelkonsequentialismus) argumentiert, dass es keinen leichten Übergang von der Behauptung, dass die richtige Handlung diejenige ist, die die guten Folgen maximiert, zu der Behauptung gibt, dass das beste Entscheidungsverfahren darin besteht, die Handlung durchzuführen, von der man glaubt, dass sie die besten Folgen hat. Sidgwick: Diese Art von Argument wurde von Sidgwick (1962(2): 489) vorgebracht, der akzeptierte, dass Utilitarismus selbstvergessen sein kann, in dem Sinne, dass er uns anweisen könnte, seine Verwendung als Theorie für die Entscheidungsfindung nicht zu fördern. Es sei vielleicht besser, so argumentierte er, wenn sich viele Menschen von der Moral des gesunden Menschenverstandes leiten ließen. >Rechte/Utilitarismus.
VsSidgwick/VsSumner: Zwei Probleme stehen einer solchen Sichtweise gegenüber.
1) Erstens wird oft nicht erkannt, dass der Regel-Utilitarismus denjenigen, die das Regelsystem entwerfen, mehr und nicht weniger rechnerische Belastungen aufbürdet.
2) Zweitens: Indem wir den Utilitarismus als Beurteilungsmaßstab von seiner Rolle als Überlegungsmaßstab trennen, laden wir die Art von moralischem Elitismus ein, die Sidgwick angezogen hat: Vielleicht sollte sich hoi polloi auf nicht-utilitaristische Argumentation beschränken, aber die Klasse der exzellenten Rechner kann den Nutzen vielleicht besser fördern, indem sie den Utilitarismus als Methode der Überlegung einsetzt (1962(2): 489ff).
>Utilitaristischer Liberalismus/Goodin.

1. Sumner, L. W. (1987) The Moral Foundations of Rights. Oxford: Oxford University Press.
2. Sidgwick, Henry (1962) The Methods of Ethics, 7th edn. Chicago: University of Chicago Press.

Gaus, Gerald F. 2004. „The Diversity of Comprehensive Liberalisms.“ In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Rechtfertigung Mates I 159
Rechtfertigung/Regel/Mates: (einer überflüssigen, d.h. Abkürzungsregel): Wir erhalten die Rechtfertigung, indem wir zeigen, wie wir zum gleichen Ergebnis gelangen, ohne gerade diese Regel zu gebrauchen. >Regeln, >Regelsysteme, >Ableitung, >Ableitbarkeit, vgl. >Axiome.

Mate I
B. Mates
Elementare Logik Göttingen 1969

Mate II
B. Mates
Skeptical Essays Chicago 1981
Rechtspositivismus Dworkin Brocker I 594
Rechtspositivismus/DworkinVsRechtspositivismus/DworkinVsUtilitarismus/Dworkin: [Rechts-]Positivisten und Utilitaristen eint die Gegnerschaft zur Idee natürlicher, dem Staat moralisch vorgegebener Rechte. Positivisten verwerfen sie, weil sie alle normativen Tatsachen des Rechts auf soziale Tatsachen wie Gesetzgebung und richterliche Rechtsfortbildung zurückführen. Utilitaristen verneinen sie, weil ihr letzter Bewertungsmaßstab der soziale (Gesamt-)Nutzen ist. Gegen beide Sichtweisen will Dworkin eine rechtebasierte Theorie verteidigen, auf die darum sein Buchtitel verweist. >Utilitarismus, >Positivismus.
Brocker I 596
Rechtspositivismus/DworkinVsPositivismus/DworkinVsHart, L. H. A.: Dworkin lehnt ein Regelsystem wie das von Hart ab: siehe Regeln/Hart, Recht/Hart: stattdessen muss man zwischen Recht und Prinzipien unterscheiden. ((s) Damit ist Dworkin von Kant beeinflusst). Regeln sind entweder gültig oder nicht gültig – dagegen können Prinzipien kollidieren, ohne dass darum wenigstens eines von ihnen ungültig sein müsste. Prinzipien/Dworkin: haben bestimmtes Gewicht und geben an, in welche Richtung Argumente weisen. (1)
Brocker I 599
DworkinVsPositivismus: Es ist keine Beschreibung des Rechts möglich, die nicht auch wertende Urteile einschließt. Zur Illustration führt Dworkin die Figur des begabten Richter Herkules ein, der alle wichtigen institutionellen Tatsachen des Rechts und seiner Geschichte kennt, sowie alle Prinzipien und Ziele. Das erlaubt ihm eine zutreffende Bewertung des Rechts in einem Gesamtzusammenhang. Rechtfertigung/Dworkin: These: die Rechtfertigung des Rechts in eine Frage der besten verfügbaren Argumente, sie ist substantieller Natur. Dworkin sieht daher kein Problem darin, dass sein idealer Richter ein vereinzelter Heroe ist, der das Recht scheinbar monologisch auslegt.
VsDworkin: siehe Michelman 1986 (2), 76; Habermas 1994 (3).
Rechtsprechung/Dworkin: Verantwortungsbewusste Richter, so Dworkin, erliegen nicht der Versuchung, Gründe und Gesichtspunkte außerhalb des Rechts zu suchen, nur weil bislang kein Artikel der Verfassung, kein Gesetzestext und kein explizites Urteil über einen schwierigen Fall autoritativ Auskunft geben.
Brocker I 600
RechspositivismusVsDworkin: ein Positivist könnte argumentieren, Dworkin wolle nur die amerikanische Rechtsordnung in einem möglichst positiven Licht erscheinen lassen, sein Ansatz sei aber ungeeignet, allgemeine Einschätzungen von Rechtssystemen zu geben, wie z. B: dem Rechtssystem des heutigen Iran. Dworkins Ansatz sei deswegen ungeeignet, weil er bereits voraussetze, dass eine Rechtsordnung vernunftrechtliche Gehalte wie die Idee individueller Rechte
Brocker I 601
gegen den Staat verkörpert. Das sei aber kein begriffliches Merkmal des Rechts, sondern eine fragile und faktisch nicht allgemein anerkannte Errungenschaft der Rechtsgeschichte.
1. Ronald Dworkin, Taking Rights Seriously, Cambridge, Mass. 1977 (erw. Ausgabe 1978). Dt.: Ronald Dworkin, Bürgerrechte ernstgenommen, Frankfurt/M. 1990, S. 58-64
2. Michelman, Frank I., »The Supreme Court 1985 Term – Foreword. Traces of Self-Government«, in: Harvard Law Review 100/1, 1986, 4-77.
3. Habermas, Jürgen, Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats, Frankfurt/M. 1994, S. 272-276.

Bernd Ladwig, „Ronald Dworkin, Bürgerrechte ernstgenommen“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Dworkin I
Ronald Dworkin
Taking Rights Seriously Cambridge, MA 1978

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Regeln Foucault II 104ff
Regeln/Diskurs/Foucault: als Regeln funktionieren komplexe Bündel von Beziehungen. Das Informationssystem zeichnet das Regelsystem, das angewandt werden musste, damit ein bestimmter Gegenstand sich transformiert, eine bestimmte neue Äußerung auftaucht, ein bestimmter Begriff herausgearbeitet wird, ohne jedoch weiterhin denselben Diskurs anzugehören. >Wörter, >Begriffe >Äußerungen, >Diskurs/Foucault.

Formation: eine diskursive Formation spielt also nicht die Rolle einer Figur, wie die Zeit anhält. Sie ist nicht zeitlose Form, sondern Entsprechungsschema zwischen mehreren zeitlichen Serien.
Das Informationssystem bildet nicht die abschließende Stufe des Diskurses. Die Analyse bleibt diesseits des manifesten Niveaus. Man bleibt in der Dimension des Diskurses.

Foucault I
M. Foucault
Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften Frankfurt/M. 1994

Foucault II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981
Regeln Searle III 42
Regulative Regeln: Regulative Regeln regeln schon vorher bestehende Tätigkeiten. Konstitutive Regeln: Konstitutive Regeln schaffen die Möglichkeit von Tätigkeiten, Bsp Schachregeln.
III 39
Konstitutive Regeln/Searle: Gibt es welche für Cocktailpartys und Kriege? Was macht etwas zu einer konstitutiven Regel?
III 54
Konstitutive Regeln/Searle: X zählt als Y in K Bsp X (Stück Holz) zählt als Y (Stuhl) in der Konvention (Kontext) K, nach dem sich das Daraufsitzen eingebürgert hat. Der Terminus Y muss dem Objekt einen neuen Status zuweisen, den es nicht schon deshalb hat, weil es dem Terminus X genügt.
III 55
Die physischen Eigenschaften genügen nicht allein. Es wird die Formel »X zählt in Y als K« benötigt. Diese Formel kann zu einer konstitutiven Regel werden. ---
V 59
Def semantische Struktur: Eine Sprache lässt sich als eine auf Konventionen beruhende Realisierung einer Serie von Gruppen zugrunde liegender konstitutiver Regeln begreifen.
V 64
Regeln/Searle: Regeln stellen Verpflichtungen dar - ungleich Konventionen (diese spielen eine Rolle im Zusammenhang von Übersetzung). Konvention/Übersetzung/Searle: Dass man im französischen "je promets" und im englischen " I promise" sagt, ist eine Konvention.
Regeln/Searle: Die durch Regeln spezifizierten Dinge sind keine natürlichen Produkte. Schmerzen kann man ohne Regeln erzeugen.
---
I 217
Searle: Die Regeln interpretieren sich nicht selbst, wirklich bedürfen sie, um zu funktionieren, eines Hintergrunds. Hintergrund: ist kein Regelsystem.
>Terminologie/Searle.
I 269
Regeln: Leute fahren rechts, weil sie einer Regel folgen, aber sie unternehmen keine Fahrt allein aus diesem Grund. Man spricht auch nicht, allein weil man den Regeln der Sprache folgen möchte. Diese Regeln sind oft praktisch bewusstseinsunzugänglich, obwohl sie es prinzipiell sein müssen, wenn es sie wirklich gibt.
---
IV 252
Regeln/Searle: Bsp Versprechen: Regel I: "Ich verspreche, die Handlung zu vollziehen" darf nur ausgesprochen werden, wenn der Zuhörer es vorziehen würde, dass die Handlung vollzogen wird.
Regel II: Es darf nur ausgesprochen werden, wenn nicht schon von vornherein klar ist, dass die Handlung sowieso ausgeführt wird.
Regel III: Der Sprecher muss die Absicht haben
Regel IV: Mit der Äußerung gilt die Verpflichtung, die Handlung auszuführen, als angenommen.
VsSearle: Der Begriff einer semantischen Regel ("Regeln der Sprache") hat sich bisher als derart widerspenstig erwiesen, dass manche daraus den Schluss gezogen haben, es gebe solche Regeln gar nicht.
>Sprechakttheorie.
IV 253
Semantische Regeln/Sprachregeln/Searle: Semantische Regeln sind bei genauer Betrachtung Regeln für sprachliches Handeln. >Semantische Regeln, vgl. >Bedeutungspostulate.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Rekursion Rekursion, Wissenschaftstheorie, Philosophie: eine bestimmte Form in der Regeln formuliert werden und die es erlaubt, unendlich viele mögliche Fälle aus der Anwendung eines nur endlichen Regelsystems zu erzeugen. Siehe auch Einsetzen, Einbetten, Unendlichkeit, Systeme, Modelle, Theorien.
Richtigkeit Richtigkeit, Korrektheit, Philosophie: Im Gegensatz zum Begriff der Wahrheit bezieht sich der Begriff der Richtigkeit auf ein implizit oder explizit vorausgesetztes Regelsystem, das erfüllt oder nicht erfüllt wird. Während Wahrheit etwas ist, das Sätzen zu- oder abgesprochen wird, wird Richtigkeit eher auf Handlungen - auch sprachliches Handeln – sowie auf Abbildungen angewendet. Im Gegensatz zu Wahrheit erlaubt Richtigkeit Abstufungen. Siehe auch Wahrheit, Wahrheitsbedingungen, Korrektheit, Unbestimmtheit, Systeme, Theorie, Erfüllung, Erfüllbarkeit.
Staat Buchanan Brocker I 568
Staat/Buchanan: Buchanans Ansatz führt zu einer Trennung von Recht und Staat. Der Staat steht nur für die Geltung der Rechtsordnung. >Verfassung/Buchanan.
Nach Buchanan wird der Staat zur Verkörperung des Schiedsrichters, der die Parteien kontrolliert, wobei davon ausgegangen wird, dass jeder versucht, zu betrügen.(1)
Buchanan nennt als Grund für das Zustandekommen von Verträgen den allseitigen Wunsch nach Abrüstung, um Kosten zu senken.
Brocker I 569
Protective state/Buchanan: ein Schutzmantel, der den Austausch privater Güter zu sichern. Problem: dieser sichert nicht den Umgang mit öffentlichen Gütern. Productive state/Buchanan: Frage: welches Regelsystem muss eingeführt werden, um die mögliche und von allen vernünftigerweise gewünschte Situationsverbesserung gegenüber der natürlichen Verteilung respektive gegenüber einer nur Privates konsumierenden Gesellschaft zu gewährleisten?
Lösung/Buchanan: der postkonstitutionelle Vertrag (der den konstitutionellen Vertrag zur Sicherung von Privateigentum voraussetzt) schafft ein genuin politisches System der Erstellung und Verteilung öffentlicher Güter.
>Mehrheiten/Buchanan, Siehe Öffentliche Güter.
Brocker I 570
Amartya SenVsBuchanan: gerade damit werden bestehende Ungleichheiten verfestigt: denn die Belastungen für die Finanzierung der öffentlichen Güter jenseits des Rechtsschutzes treffen auch diejenigen, denen sie nicht zugutekommen.(2)
1. James M. Buchanan, The Limits of Liberty. Between Anarchy and Leviathan, Chicago/London 1975. Dt.: James M. Buchanan, Die Grenzen der Freiheit. Zwischen Anarchie und Leviathan, Tübingen 1984, S. 96f.
2. Amartya Sen, Collective Choice and Social Welfare, San Francisco u. a 1970, S. 25

Wolfgang Kersting, „James M. Buchanan, Die Grenzen der Freiheit“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


Boudreaux I 21
Staat/Buchanan/Boudreaux/Holcombe: „Der Staat hat seinen Ursprung in den Wünschen der Individuen, einen bestimmten Teil ihrer Bedürfnisse kollektiv zu erfüllen, und hängt für seinen Fortbestand von ihnen ab. Der Staat hat keine anderen Ziele als die seiner einzelnen Mitglieder und ist keine separate Entscheidungseinheit. Staatliche Entscheidungen sind letztlich die kollektiven Entscheidungen der Individuen."(1) Staatsverschuldung/Boudreaux/Holcombe: Bei der Analyse staatlicher Aktivitäten fallen die Kosten und Nutzen staatlicher Maßnahmen auf die Individuen und nicht auf Aggregate oder Gruppen. Das Argument, dass die Staatsverschuldung im Inland keine Belastung darstellt, weil „wir sie uns selbst schulden“, erweist sich als trügerisch, sobald wir erkennen, dass das Aggregat - wir selbst - in Wirklichkeit aus vielen Individuen besteht, von denen einige die Steuern zahlen, um die Rückzahlung der Schulden zu finanzieren, und von denen einige die Erlöse erhalten, wenn sie die von ihnen gehaltenen Anleihen zurückzahlen.
Boudreaux I 74
Staat/Buchanan/Boudreaux/Holcombe: Im Idealfall sind die Leistungen des produktiven Staates das Ergebnis einer kollektiven Vereinbarung, bei der die Bürger ihre Steuerzahlungen gegen die kollektiv erbrachten Leistungen eintauschen - Leistungen wie die Bekämpfung der Umweltverschmutzung, Straßen und Stadtparks. Problem: Wie aber können die Bürger den Umfang und die Bandbreite der Aufgaben des produktiven Staates bestimmen, die am meisten zur Steigerung des Wohlstands beitragen? Wie können sie sicherstellen, dass der Staat das tut, was die Menschen wollen, und nur das, was sie wollen? (...) Buchanans Antwort war, die Aktivitäten des Staates auf diejenigen zu beschränken, die die Zustimmung aller seiner Wähler finden. Doch dieser Maßstab für den Konsens über staatliche Aktivitäten stellt eine Herausforderung dar.
>Zustimmung/Buchanan, >Demokratie/Buchanan, >Herrschaft/Buchanan.
In der realen Welt haben die Menschen den Aktivitäten des Staates nicht zugestimmt. Unter welchen Bedingungen könnte man die Menschen als einverstanden mit Institutionen darstellen, denen sie nicht wirklich zugestimmt haben?
Lösung/Buchanan: Buchanan dehnte die Logik des Marktaustauschs - bei dem alle Parteien eines Austauschs freiwillig zustimmen - auf kollektives Handeln aus
>Kollektives Handeln/Buchanan.

1. James M. Buchanan, “The Pure Theory of Government Finance: Suggested Approach” (1949)

EconBuchan I
James M. Buchanan
Politics as Public Choice Carmel, IN 2000

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

Boudreaux I
Donald J. Boudreaux
Randall G. Holcombe
The Essential James Buchanan Vancouver: The Fraser Institute 2021

Boudreaux II
Donald J. Boudreaux
The Essential Hayek Vancouver: Fraser Institute 2014
Substitution Lyons I 164
Lexikalische Substitutionsregeln/Lexikon/Substitution/Lyons: formal:
X > x I x ε X
“Wenn X eine Variable ist, die alle jene grammatischen Klassen umfasst, die im generativen System vertreten sind (z.B. T, N oder V) so ersetze X durch x, das ein Element der Klasse C ist“.
I 165
Lexikalische Substitution: Da die Regel unabhängig vom Wert von X ist, können wir die Wortlisten als eine Reihe von Regeln betrachten die einen Anhang zur Grammatik darstellen und dann brauchen wir die verallgemeinerte lexikalische Substitutionsregel gar nicht. >Lexikon/Lyons, >Listen, >Regeln.
Vs: Das werden wir gleich revidieren!
Pro: Mit dieser These folgen wir dem frühen Chomsky dann haben wir folgende Listen:
T > {the}
N> {man, dog, chimpanzee,...}
V > {bites, eats, opens…}
I 166
Grammatik/Lexikon: Die Verbindung von Grammatik und Lexikon ist dann so: (1) S > T + N + V + T + N
(2) N > ({Na, Nb, Nc}
(3) V > {Vd, Ve, Vf}
(4) Na > {man, dog,...} (5) Nb > {banana, milk…}
….
Dieses Regelsystem formalisiert innerhalb der Grammatik die Tatsache, dass Na, Nb, Nc und Vd, Ve, Vf die Subklassen der Klassen N und V sind. Es wird also eine zusätzliche Schicht eingeführt. Diese Schicht wird durch die Verzeigungen im Stammbaum angezeigt.
I 167
Problem: Dadurch werden jedoch genau die Kombinationen zugelassen, die hätten ausgeschlossen werden sollen. >Selektion/Lyons.

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977

Lyons I
John Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995
Terminologien Searle I 43/44
"Themen-neutral" (Smart): "Themen-neutral" ist nicht gleich nomologisch. SearleVsThemenneutralität: Die Verdauung braucht nicht zusätzlich einen Zustand, der extra beschrieben werden müsste.
I 198 ff
Hintergrund/Searle: Im Hintergrund sind Fähigkeiten und Kenntnisse, die das Bewusstsein funktionieren lassen (z.B. Bild verstehen (bergauf/bergab?). Dieselbe wirkliche Bedeutung legt bei verschiedenen Hintergründen verschiedene Erfüllungsbedingungen fest. Hintergrund: ist nicht selbst Intention; "davon ausgehen" ist nicht expliziter propositionaler Gehalt und nicht explizite Überzeugung (Gegenstände sind fest). Netzwerk: Zusatzwissen kann sich nicht selbst interpretieren, ein Netzwerk ist intentional und keine Fähigkeit (auch im Schlaf) ("Bush ist Prädsident").

I 217
Hintergrund: ist kein Regelsystem.
III 194
Hintergrund: Moores Hände gehören zum Hintergrund. Sie sind nicht in einem Bankschließfach. Der Hintergrund hilft uns, die Wahrheitsbedingungen für unsere Äußerungen festzulegen.
II 115
Wahrnehmungserlebnisse und Erinnerungen sind kausal selbstbezüglich.
III 42
Regulative Regeln: Regulative Regeln regeln schon vorher bestehende Tätigkeiten. Konstitutive Regeln: Konstitutive Regeln schaffen die Möglichkeit von Tätigkeiten, Bsp Schachregeln.
III 39
Konstitutive Regeln/Searle: Gibt es welche für Cocktailpartys und Kriege? Was macht etwas zu einer konstitutiven Regel?
V 59
Def semantische Struktur: Eine Sprache lässt sich als eine auf Konventionen beruhende Realisierung einer Serie von Gruppen zugrunde liegender konstitutiver Regeln begreifen.
IV 253
Semantische Regeln/Sprachregeln/Searle: Semantische Regeln sind bei genauer Betrachtung Regeln für sprachliches Handeln.
VII 436
Satzbedeutung/Searle: Die Satzbedeutung besteht im Sprechaktpotential.
II 25
Aufrichtigkeitsbedingung: Den Sprechakten ist eine Aufrichtigkeitsbedingung intern.
J. Husted "Searle" in: Hügli/Lübke (Hrsg) Philosophie im 20. Jahrhundert, Reinbek, 1993 S. 251

Def Sprechakt/Searle: Sprechakte sind regelbestimmte Handlungen. Sie sind immer konstitutive (nicht regulative) Regeln. Searle: Sprechakt: Ein Sprechakt ist ein Schlüssel zur Bedeutung. VsSearle: Das ist umstritten, weil Sprachregeln für z.B. singuläre Termini ganz anderer Art als für Handlungen sind.

III 44ff
Institutionelle Tatsachen/Searle: Bsp Geld, Wahlen, Universitäten, Schach usw. zuerst muss es etwas Physisches geben. Tatsache/Searle: Eine Tatsache ist etwas außerhalb der Aussage, das sie wahr macht - eine Bedingung. Tatsache/Austin/Strawson: Eine Tatsache ist das, was ausgesagt wird, nicht etwas, worüber ausgesagt wird!
III 212
Tatsache/Searle: Eine Tatsache ist ein allgemeiner Name für die Bedingungen, wie Sätze sich auf ...etwas... beziehen. III 44ff Institutionelle Tatsachen/Searle: Bsp Geld, Wahlen, Universitäten, Schach usw. zuerst muss es etwas Physisches geben.
Tatsache/Searle: Eine Tatsache ist etwas außerhalb der Aussage, das sie wahr macht - eine Bedingung. Tatsache/Austin/Strawson: Eine Tatsache ist das, was ausgesagt wird, nicht etwas, worüber ausgesagt wird!
III 212
Tatsache/Searle: Eine Tatsache ist ein allgemeiner Name für die Bedingungen, wie Sätze sich auf ...etwas... beziehen.
II 32
Überzeugung/Searle: Geist-auf-Welt-Ausrichtung.
I 198ff
Hintergrund: Der Hintergrund ist nicht selbst Intention, Bsp "davon ausgehen" ist nicht expliziter propositionaler Gehalt, nicht explizite Überzeugung (Bsp "Gegenstände sind fest"). Netzwerk: Das Netzwerk stellt Zusatzwissen dar (dieses kann sich nicht selbst interpretieren). Das Netzwerk ist intentional und keine Fähigkeit (es besteht auch im Schlaf), Bsp "Bush ist Präsident".

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Versprechen Rawls I 344
Versprechen/Fairness/Rawls: Das Prinzip der Gebundenheit an Versprechen (principle of fidelity, Treuepflicht) ist ein Spezialfall des Prinzips der Fairness. >Prinzipien/Rawls, >Fairness/Rawls.
Ein Versprechen ist eine Handlung, die von einem öffentlichen Regelsystem definiert wird(1).
I 345
Regel des Versprechens/Rawls: Die Regel des Versprechens soll sein, dass wir unser Versprechen einhalten, es sei denn es treten Umstände ein, die eine Entschuldigung rechtfertigen. Damit ist sie auf einer Stufe mit Spielregeln sowie Rechtsvorschriften (legal rules) und Statuten. Wie diese existieren sie in einer Gesellschaft, wenn man sich mehr oder weniger regelmäßig daran hält. >Gesellschaft/Rawls.
Gerechtigkeit: Ob die Regel des Versprechens gerecht ist, hängt davon ab, wie die entschuldigenden Umstände definiert werden. Dazu gehören volles Bewusstsein und Freiwilligkeit. Die Prinzipien der Gerechtigkeit werden auf die Praxis des Versprechens genauso angewendet wie auf andere Bereiche.
I 346
Def bona fide-Versprechen/Rawls: liegt vor, wenn die Regel des Versprechens und die von ihr repräsentierte Praxis gerecht ist. Das Prinzip der Gebundenheit (fidelity principle) bedeutet, dass bona fide-Versprechen einzuhalten sind. Regel: Eine Regel ist nur eine Konvention – dagegen ist das Prinzip der Gebundenheit ein moralisches Prinzip, das aus dem Prinzip der Fairness folgt. Die Rolle von Versprechen entspricht dem, was Hobbes dem Souverän (Herrscher) zuschrieb:
Herrscher/Versprechen/Hobbes/Rawls: So, wie der Souverän das System des sozialen Zusammenhalst stabilisiert und aufrechterhält, so stabilisieren die Privatleute ihre Unternehmungen durch ihr wechselseitiges Wort.
>Herrschaft/Hobbes, >Herrschaft, >Th. Hobbes.
I 347
Problem: Vorleistungen, Verträge: hier ist es das Versprechen, dass die Lücke zwischen einer Vereinbarung und der Erfüllung schließen soll. Dabei werden Umstände vorausgesetzt, die dem Unternehmen förderlich sind. Damit wird Kooperation stabilisiert(2). >Umstände, >Kooperation.
I 348
Die Diskussion von Versprechen zeigt, dass keine moralischen Erfordernisse aus Institutionen allein folgen. Auch die Regel des Versprechens führt nicht für sich allein zu moralischen Verpflichtungen. Dazu brauchen wir noch das Prinzip der Fairness als Prämisse. >Institutionen.

1. Siehe R. Searle, Speech Acts, (Cambridge, 1969) S. 33-42. Insbesondere zu Versprechen: Kap. III, S. 57-62.
2. Siehe H. A. Prichard, „The Obligation to Keep a Promise“, in Moral Obligation (Oxford, 1949), S. 169-179.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Vollständigkeit Mates I 182
Def Vollständigkeit/Regelsystem/Mates: Ein Regelsystem ist vollständig, wenn man mit seiner Hilfe jede Folgerung aus einer gegebenen Aussagenmenge ableiten kann. >Ableitung, >Ableitbarkeit, >Systeme, >Regeln, >Regelsysteme, >Folgebeziehung.

Mate I
B. Mates
Elementare Logik Göttingen 1969

Mate II
B. Mates
Skeptical Essays Chicago 1981
Wahrnehmung Fodor Rorty I 255
FodorVsRyle/Rorty: Eine simple Story über erlernte Assoziationen wird nicht ausreichen: Das Erwartungssystem müsste im gleichen Sinne abstrakt und komplizierte sein. Denn die wiedererkannten Identitäten sind überraschend unabhängig von den physikalischen Uniformitäten der Reize untereinander. >Reize. RortyVsFodor: Angenommen, wir brauchten ein abstraktes Rezept für das Wiedererkennen von Ähnlichkeiten unter potentiell unendlichen Unterschieden. Wieso muss das Rezept überhaupt abstrakt sein? Vermutlich, weil wir in der Lage sein müssen, Ähnlichkeiten herauszufinden. Aber dann brauchen wir nicht den Gedanken eines "nichtabstrakten" Rezeptes, denn jedes Rezept muss dies leisten können.
Bsp Rorty: Die möglichen qualitativen Abweichungen des Inhalts einer Packung Schokoladenkekse sind gleichfalls potentiell unendlich.
Rorty: Wenn wir also überhaupt von "komplizierten Erwartungssystemen" oder Programmen oder Regelsystemen sprechen, so werden wir immer von etwas Abstraktem sprechen.
Dilemma: Entweder erfordert die Erklärung des Erwerbs dieser Regelsysteme das Postulieren weiterer Regelsysteme, oder sie werden gar nicht erlernt. >Lernen.
Entweder:
1. Infiniter Regress: Denn was für das Wiedererkennen gilt, würde auch für das Erlernen gelten müssen. Oder:
2. Wir landen wieder bei Ryle: Die Personen haben eine nichterlernte Fähigkeit.
Rorty I 269
Fodor: Fodor rehabilitiert die traditionellen britischen Wahrnehmungstheorien: "Es ist eine empirische Frage, ob psychische Vorgänge Computerprozesse sind!" Sind sie es, muss unsere Wahrnehmung so vor sich gehen, dass eine Beschreibung der Umwelt, die nicht in einem Vokabular erfolgt, dessen Termini Werte physikalische Variablen bezeichnen, auf der Basis einer Beschreibung berechnet wird, die in einem solchen Vokabular erfolgt. >Vokabular.
Rorty I 269
Fodor: Warum sollte es nicht Reize für den gesamten Organismus geben? Dann könnte man eine Reizinvarianz "Flasche" entdecken. Wahrnehmung: Wahrnehmung erfordert die Wahl eines eigenständigen Vokabulars für die Darstellung der Inputs.
Fodor: These: Alles Wahrnehmungswissen wird durch die Tätigkeit sensorischer Wandler vermittelt.
Rorty I 269
Fodor: Wenn wir die Rede von der Informationsverarbeitung nicht realisieren wollen, müssen wir etwas heranziehen, dass unserem Subjekt nicht unbedingt als sein Input bekannt zu sein braucht. Rorty Frage (s. o.): Könnte sich herausstellen, dass der Input nicht auf der Retina sondern auf halbem Wege oder woanders erfolgt? Fodor: Vermutlich ja, das hängt einfach davon ab, durch welche Konstruktionsweise der Black Box sich der Organismus am besten so in Wandler und Verarbeiter aufgespalten denken lässt, dass die beste Theorie herauskommt.

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
Jerry Fodor
"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
In
Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Wahrnehmung Rorty I 257
Wahrnehmung/RortyVsFodor: Angenommen, wir brauchten ein abstraktes Rezept für das Wiedererkennen von Ähnlichkeiten unter potentiell unendlichen Unterschieden. Wieso muss das Rezept überhaupt abstrakt sein? Vermutlich, weil wir in der Lage sein müssen, Ähnlichkeiten herauszufinden. Aber dann brauchen wir nicht den Gedanken eines "nichtabstrakten" Rezeptes, denn jedes Rezept muss dies leisten können. >Abstraktheit, >Ähnlichkeit. Bsp Rorty: Die möglichen qualitativen Abweichungen des Inhalts einer Packung Schokoladenkekse sind gleichfalls potentiell unendlich.
I 257
Rorty: Wenn wir also überhaupt von "komplizierten Erwartungssystemen" oder Programmen oder Regelsystem sprechen, so werden wir immer von etwas Abstraktem sprechen. Dilemma: Entweder erfordert die Erklärung des Erwerbs dieser Regelsysteme das Postulieren weiterer Regelsysteme, oder sie werden gar nicht erlernt! >Regeln, >Lernen.
Entweder
1. Infiniter Regress, denn was für das Wiedererkennen gilt, würde auch für das Erlernen gelten müssen.
Oder
2. Wir landen wieder bei Ryle: Die Personen haben eine nichterlernte Fähigkeit.
>Regress, >Ryle.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Wirtschaftswachstum Acemoglu Acemoglu I 83
Wirtschaftswachstum/Acemoglu/Robinson: Politische und wirtschaftliche Institutionen, die letztlich die Wahl der Gesellschaft sind, können integrativ sein und wirtschaftliches Wachstum fördern. Sie können aber auch extraktiv sein und zu Hindernissen für das Wirtschaftswachstum werden. Nationen scheitern, wenn sie über extraktive Wirtschaftsinstitutionen verfügen, die von extraktiven politischen Institutionen unterstützt werden, die das Wirtschaftswachstum behindern und sogar blockieren. Aber das bedeutet, dass die Wahl der Institutionen - d.h. die Politik der Institutionen - von zentraler Bedeutung für unser Bemühen ist, die Gründe für den Erfolg und das Scheitern von Nationen zu verstehen. >Institutionen/Acemoglu, >Politische Institutionen/Acemoglu. Frage: Würde nicht jeder Bürger, jeder Politiker und sogar ein räuberischer Diktator sein Land so wohlhabend wie möglich machen wollen?
Acemoglu I 84
Leider ist die Antwort für die Bürger vieler Länder der Welt "nein". Wirtschaftsinstitutionen, die Anreize für wirtschaftlichen Fortschritt schaffen, können gleichzeitig Einkommen und Macht so umverteilen, dass ein räuberischer Diktator und andere mit politischer Macht schlechter gestellt werden können. Institutionen: Das Grundproblem ist, dass es zwangsläufig zu Streitigkeiten und Konflikten über wirtschaftliche Institutionen kommen wird. Verschiedene Institutionen haben unterschiedliche Folgen für den Wohlstand einer Nation, wie dieser Wohlstand verteilt wird und wer die Macht hat. Das wirtschaftliche Wachstum, das durch Institutionen induziert werden kann, schafft sowohl Gewinner als auch Verlierer. Auch wenn die Mechanisierung zu enormen Steigerungen der Gesamteinkommen führte und letztlich zur Grundlage der modernen Industriegesellschaft wurde, wurde sie von vielen erbittert bekämpft. Nicht aus Unwissenheit oder Kurzsichtigkeit, ganz im Gegenteil. Vielmehr hat ein solcher Widerstand gegen wirtschaftliches Wachstum seine eigene, leider kohärente Logik.
>Institutionen/Acemoglu.
Schumpeter: Wirtschaftswachstum und technologischer Wandel gehen einher mit dem, was der große Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter kreative Zerstörung nannte: Neue Firmen nehmen den etablierten Unternehmen das Geschäft weg. Neue Technologien machen vorhandene Fähigkeiten und Maschinen überflüssig.
Konservatismus: Der Prozess des Wirtschaftswachstums und die integrativen Institutionen, auf denen es beruht, schaffen sowohl Verlierer als auch Gewinner in der politischen Arena und auf dem wirtschaftlichen Markt. Die Furcht vor kreativer Zerstörung ist oft die Wurzel der Opposition gegen integrative wirtschaftliche und politische Institutionen.
Acemoglu I 86
Die Logik, warum die Mächtigen nicht notwendigerweise die wirtschaftlichen Institutionen schaffen wollen, die den wirtschaftlichen Erfolg fördern, erstreckt sich leicht auf die Wahl der politischen Institutionen.
Acemoglu I 92
Extraktive Institutionen: Es gibt zwei unterschiedliche, aber sich ergänzende Möglichkeiten, wie Wachstum unter extraktiven politischen Institutionen entstehen kann. 1) (...) selbst wenn die Wirtschaftsinstitutionen extraktiv sind, ist Wachstum möglich, wenn die Eliten Ressourcen direkt für hochproduktive Aktivitäten einsetzen können, die sie selbst kontrollieren. Ein Beispiel dafür ist das Wirtschaftswachstum und die Industrialisierung der Sowjetunion vom ersten Fünfjahresplan 1928 bis in die 1970er Jahre. Die politischen und wirtschaftlichen Institutionen waren in hohem Maße extraktiv, und die Märkte waren stark eingeschränkt. Dennoch war die Sowjetunion in der Lage, ein rasches Wirtschaftswachstum zu erzielen, weil sie die Macht des Staates nutzen konnte, um Ressourcen aus der Landwirtschaft, wo sie sehr ineffizient genutzt wurden, in die Industrie zu verlagern.
2) Die zweite Art von Wachstum unter extraktiven politischen Institutionen entsteht, wenn die Institutionen die Entwicklung von etwas, wenn auch nicht vollständig integrativen wirtschaftlichen Institutionen zulassen. >Institutionen/Acemoglu.
Acemoglu I 124
Wachstum mit extraktiven Institutionen: (...) wenn die meisten Gesellschaften in der Geschichte auf extraktiven politischen und wirtschaftlichen Institutionen basieren, bedeutet dies dann, dass Wachstum nie stattfindet? Offensichtlich nicht. Extraktive Institutionen müssen nach ihrer eigentlichen Logik Wohlstand schaffen, damit er extrahiert werden kann. Ein Herrscher, der die politische Macht monopolisiert und die Kontrolle über einen zentralisierten Staat hat, kann ein gewisses Maß an Recht und Ordnung und ein Regelsystem einführen und die Wirtschaftstätigkeit ankurbeln.
Acemoglu I 149
Das Wachstum, das durch extraktive Institutionen (>Terminologie/Acemoglu) erzeugt wird, unterscheidet sich in seiner Art stark von dem Wachstum, das durch integrativen Institutionen erzeugt wird (...). Am wichtigsten ist, dass es nicht nachhaltig ist. Es liegt in ihrer Natur, dass extraktive Institutionen keine schöpferische Zerstörung fördern und bestenfalls einen begrenzten Umfang an technologischem Fortschritt erzeugen. Das Wachstum, das sie hervorbringen, hält daher nur so lange an. >Sowjetunion/Acemoglu.

Acemoglu II
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Economic origins of dictatorship and democracy Cambridge 2006

Acemoglu I
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Why nations fail. The origins of power, prosperity, and poverty New York 2012