| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Akzelerator-Theorie | Keynes | Rothbard III 868 Akzelerator-Theorie/Keynes/Rothbard: Das „Beschleunigungsprinzip“ wurde von einigen Keynesianern als Erklärung für Investitionen übernommen und dann mit dem „Multiplikator“ kombiniert, um verschiedene mathematische „Modelle“ des Konjunkturzyklus zu erhalten. >Investitionsmultiplikator/Keynes, >Investitionen/Keynes. Vor Keynes: Das Beschleunigungsprinzip ist jedoch älter als der Keynesianismus und kann für sich allein betrachtet werden. Es wird fast immer verwendet, um das Verhalten der Investitionen im Konjunkturzyklus zu erklären. Rothbard: Das Wesen des Akzelerationsprinzips lässt sich in der folgenden Illustration zusammenfassen: Nehmen wir ein bestimmtes Unternehmen oder einen Industriezweig, vorzugsweise einen erstrangigen Produzenten von Konsumgütern. Nehmen wir an, dass das Unternehmen während eines bestimmten Zeitraums 100 Einheiten eines Gutes produziert und dass für diese Produktion 10 Maschinen eines bestimmten Typs benötigt werden. Wenn der Zeitraum ein Jahr ist, verlangen und kaufen die Verbraucher 100 Einheiten der Produktion pro Jahr. Das Unternehmen verfügt über einen Bestand von 10 Maschinen. Nehmen wir an, dass die durchschnittliche Lebensdauer einer Maschine 10 Jahre beträgt. Gleichgewicht: Im Gleichgewicht kauft das Unternehmen jedes Jahr eine Maschine als Ersatz (unter der Annahme, dass es jedes Jahr eine neue Maschine gekauft hat, um den Bestand auf 10 zu erhöhen).(1) Rothbard III 869 Nachfrage: Nehmen wir nun an, dass die Nachfrage der Verbraucher nach der Produktion des Unternehmens um 20 Prozent steigt. Die Verbraucher wollen nun 120 Einheiten der Produktion kaufen. Unter der Annahme eines festen Verhältnisses zwischen Kapitalinvestitionen und Produktion ist es für das Unternehmen nun notwendig, 12 Maschinen zu besitzen (unter Beibehaltung des Verhältnisses eine Maschine: 10 Einheiten Jahresproduktion). Um über die 12 Maschinen zu verfügen, muss das Unternehmen in diesem Jahr zwei zusätzliche Maschinen kaufen. Addiert man diese Nachfrage zu der üblichen Nachfrage nach einer Maschine, so ergibt sich ein Anstieg der Nachfrage nach dieser Maschine um 200 %. Eine 20-prozentige Steigerung der Nachfrage nach dem Produkt hat eine 200-prozentige Steigerung der Nachfrage nach dem Investitionsgut zur Folge. Investitionsgüter/Nachfrage: Ein Anstieg der Konsumnachfrage im Allgemeinen, so die Befürworter des Akzelerationsprinzips, bewirkt also einen enorm verstärkten Anstieg der Nachfrage nach Investitionsgütern. Oder besser gesagt, sie führt zu einem verstärkten Anstieg der Nachfrage nach „festen“ Investitionsgütern mit langer Lebensdauer. Stagnation: Nehmen wir nun an, dass im nächsten Jahr die Verbrauchernachfrage nach der Produktion bei 120 Einheiten bleibt. Die Konsumnachfrage hat sich vom zweiten Jahr (als sie von 100 auf 120 stieg) bis zum dritten Jahr nicht verändert. Und doch, so die Akzelerationisten, geschehen schlimme Dinge bei der Nachfrage nach Anlagekapital. Denn jetzt besteht für die Unternehmen keine Notwendigkeit mehr, über den Ersatzbedarf hinaus neue Maschinen zu kaufen. Der Ersatzbedarf beträgt nur noch eine Maschine pro Jahr. Während sich also die Nachfrage nach Konsumgütern nicht verändert, sinkt die Nachfrage nach Anlagekapital um 200 Prozent. Kausalität/Keynesianismus: Das Erstere ist die Ursache für das Letztere. Konjunkturzyklen/Krisen: Für die Verfechter des Akzelerationsprinzips liefert diese Darstellung den Schlüssel zu einigen der wichtigsten Merkmale des Konjunkturzyklus: die stärkeren Schwankungen der Investitionsgüterindustrien im Vergleich zu den Konsumgütern und die Masse an Fehlern, die die Krise in den Investitionsgüterindustrien offenbart. Rothbard III 870 1. VsAccelerator-Theorie/Rothbard: Das Akzelerationsprinzip ist voller Fehler. Ein wichtiger Irrtum, der dem Prinzip zugrunde liegt, wurde von [W.H.] Hutt aufgedeckt.(2) Wir haben gesehen, dass die Konsumnachfrage um 20 Prozent steigt; aber warum müssen in einem Jahr zwei zusätzliche Maschinen gekauft werden? Was hat das Jahr damit zu tun? Wenn wir die Angelegenheit genau analysieren, stellen wir fest, dass das Jahr eine rein willkürliche und irrelevante Einheit ist, sogar im Rahmen des Beispiels selbst. Wir könnten genauso gut eine Woche als Zeiteinheit nehmen. Dann müssten wir sagen, dass die Konsumnachfrage (die ja kontinuierlich weiterläuft) in der ersten Woche um 20 Prozent steigt (...). Rothbard III 871 2.Vs: Zweitens macht das Akzelerationsprinzip einen völlig ungerechtfertigten Sprung von der einzelnen Firma oder Branche auf die gesamte Wirtschaft. Ein 20-prozentiger Anstieg der Konsumnachfrage an einer Stelle muss einen 20-prozentigen Rückgang des Konsums an anderer Stelle bedeuten. Konsumnachfrage: Denn wie kann die Konsumnachfrage im Allgemeinen steigen? Die Konsumnachfrage im Allgemeinen kann nur durch eine Verlagerung des Sparens steigen. Wenn aber das Sparen abnimmt, dann stehen weniger Mittel für Investitionen zur Verfügung. Wenn weniger Mittel für Investitionen zur Verfügung stehen, wie können dann die Investitionen noch stärker steigen als der Konsum? In der Tat stehen weniger Mittel für Investitionen zur Verfügung, wenn der Konsum steigt. Konsum und Investitionen konkurrieren um die Verwendung der Mittel. Erklärung/Physik/Wirtschaft: Das Beschleunigungsprinzip gleitet einfach von einer Demonstration in physikalischer Hinsicht zu einer Schlussfolgerung in monetärer Hinsicht.(3) RothbardVs: Darüber hinaus geht das Akzelerationsprinzip von einem konstanten Verhältnis zwischen „festem“ Kapital und Produktion aus und ignoriert die Substituierbarkeit, die Möglichkeit einer Bandbreite der Produktion, die mehr oder weniger intensive Arbeit der Faktoren. Es geht auch davon aus, dass die neuen Maschinen praktisch augenblicklich produziert werden, und ignoriert somit die erforderliche Produktionszeit. 1. In der Regel wird übersehen, dass dieses für das Akzelerationsprinzip notwendige Ersetzungsmuster nur für solche Unternehmen oder Branchen gelten konnte, die schnell und kontinuierlich gewachsen waren. 2. Siehe seine brillante Kritik am Akzelerationsprinzip in W.H. Hutt, Co-ordination and the Price System (unveröffentlicht, aber erhältlich bei der Foundation for Economic Education, Irvington-on-Hudson, N.Y., 1955), S. 73-117. 3. Die Vernachlässigung von Preisen und Preisbeziehungen ist der Kern vieler ökonomischer Irrtümer. |
EconKeyn I John Maynard Keynes The Economic Consequences of the Peace New York 1920 Rothbard II Murray N. Rothbard Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995 Rothbard III Murray N. Rothbard Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009 Rothbard IV Murray N. Rothbard The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988 Rothbard V Murray N. Rothbard Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977 |
| Bedeutung | Tugendhat | I 21 Bedeutung/Tugendhat: Bedeutung ist letztlich nicht auf Gegenstände bezogen (sowenig wie auf Umstände) sondern auf Wahrheitsbedingungen. - Später: auf Verifikationsbedingungen. >Wahrheitsbedingungen, >Verifikationsbedingungen, >Verifikation, >Umstände/Tugendhat. I 263 Satzbedeutung/Tugendhat: durch Angabe seiner Wahrheitsbedingungen - und diese durch Vorführen der Verifikationsweise erklärt. >Satzbedeutung. I 282 Bedeutung/Tugendhat: Die Bedeutung des Satzes "p" ist nicht der Sachverhalt (Tatsache) dass p: das scheitert an den Sätzen, die deiktische Ausdrücke enthalten: verschiedene Situationen haben nämlich verschiedene Wahrheitsbedingungen. >Situationen, vgl. >Situationssemantik. I 283 Satzbedeutung/Tugendhat: Funktion. - Argumente: Verwendungssituationen des Satzes - Werte: die Behauptungen (Wahrheitsbedingungen). >Funktionen, >Gebrauch, >Gebrauchstheorie (nur für Wörter, nicht für Sätze). I 432 Bedeutung/Tugendhat: (s. o.) Funktion, deren Argumente die Redesituationen und deren Werte die Gegenstände sind. "Die Bedeutung bildet die Redesituationen auf die Gegenstände ab." Vs: das ist aber metasprachlich - es setzt das Verständnis von "ich", "hier" usw voraus um "ein Ort, der..." zu verstehen. >Verstehen, vgl. >Sprecherbedeutung. Die Demonstrativa weisen über die Situation hinaus - (weil sie keine Namen sind) - Substituierbarkeit gehört zur Bedeutung von Demonstrativa. >Demonstrativa, >Substitution. II 231 "Bedeutung"/Frege/Tugendhat: sollte man nicht mit "Referenz" übersetzen, Referenz nur dort, wo Frege Sätze als Eigennamen auffasst. >Referenz, >Fregesche Bedeutung, >Fregescher Sinn, >Sinn, Frege unterscheidet zwischen Referenz von Namen und Wahrheitswerten von Sätzen. >Wahrheitswerte, >Sätze. II 240 Sonst entsteht ein Fehler: Frege: "..dass man Sinn und Begriff einerseits und Bedeutung und Gegenstand andererseits zusammenfließen lässt". Richtig: "Was zwei Begriffswörter (Prädikate) bedeuten ist dann und nur dann dasselbe, wenn die zugehörigen Begriffsumfänge (Wertverläufe) zusammenfallen". >Begriffsumfang, >Werteverlauf. II 247 Tugendhat: (a propos Unterschied Bedeutung/Referenz): dennoch Primat der Wahrheit vor den Gegenständen. >Wahrheit/Tugendhat, >Wahrheit. II 242 Bedeutung/Tugendhat: Sätze sind bedeutungsvoll, indem sie wahr/falsch sein können. Prädikate: sind bedeutungsvoll, indem sie auf einige (und nicht andere) Gegenstände zutreffen. >Zutreffen, >Erfüllung, >wahr-von. Namen: sind bedeutungsvoll, indem sie etwas bezeichnen, dem Prädikate zu- oder abgesprochen werden können. >Namen, >Prädikation. |
Tu I E. Tugendhat Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976 Tu II E. Tugendhat Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992 |
| Einsetzen | Gödel | Berka I 306 Einsetzen/Ersetzen/Gödel: Individuenvariablen (freie und gebundene) dürfen durch beliebige andere ersetzt werden, soweit dadurch keine Überdeckung der Wirkungsbereiche (Reichweite) gleichbezeichneter Variabler eintritt.(1) >Reichweite, >Bereiche, >Variablen, >Individuenvariablen, >Substitution, >Substituierbarkeit, >Formeln, >Freie Variablen, >Gebundene Variablen. 1. K. Gödel: Die Vollständigkeit der Axiome des logischen Funktionenkalküls, in: Mh, Math. Phys. 37 (1930) 349-360. |
Göd II Kurt Gödel Collected Works: Volume II: Publications 1938-1974 Oxford 1990 Berka I Karel Berka Lothar Kreiser Logik Texte Berlin 1983 |
| Erwähnung | Wessel | I 220 Gebrauch/Erwähnung/Wessel: In der Aussage "a und b sind identisch" wird nicht über die Termini "a" und "b" gesprochen, sondern über die durch sie bezeichneten Objekte. - D.h. die Termini "a" und "b" werden gebraucht und nicht erwähnt! - ((s) Wenn die Termini erwähnt würden, würde über die Termini gesprochen und nicht über die Gegenstände.) >Erwähnung/Gebrauch, >Gebrauch, >Stufen/Ebenen, >Metasprache, >Objektsprache. I 286 Gebrauch/Erwähnung: logische Folgebeziehung: A I- B: spricht über Aussagen (d.h. gerade nicht inhaltlich) >Folgebeziehung. Konditional: A --> B: spricht inhaltlich darüber, worüber in den Aussagen gesprochen wird (Bsp Strom, Magnetfeld). >Konditional. ((s) Erwähnung/(s): Erwähnung liegt vor, wenn nicht inhaltlich über Aussagen gesprochen wird.) - Gebrauch: liegt vor, wenn z.B. die Wahrheit festgestellt wird. Aber: "A ist wahr" heißt eben gerade nicht "Der Strom fließt".) I 31D Gebrauch/Erwähnung/Wessel/(s): Bsp "Der Inselsberg wird mit dem Terminus Inselsberg bezeichnet": 1. Das Vorkommnis wird als Term gebraucht, und bezeichnet den Gegenstand, 2. Das Wort wird hier nicht als Term gebraucht, sondern als physischer Gegenstand erwähnt. - Berg: erwähnt, Name: gebraucht. - Erwähnen: = anführen (Anführungszeichen). - statt Aussagenfunktion: t: tA: Name der Aussage A - "die Aussage A". >Namen, >Benennen, >Denotation, >Designation. I 352 Vorkommnis/Erwähnung/Gebrauch/Wessel: 1. Term oder Aussage A kommt als Term oder Aussage vor: in Bsp ~A oder A ∧ B. 2. Bloß als physisches Ding (Schwärzung, Laut) in Bsp "die Aussage A" (tA) , oder "der Sachverhalt dass A" (sA) - Bsp aus "Ließchen sagt A" (nur graphisch A) und A ↔ B folgt nicht "Ließchen sagt B". - Daher muss immer definiert werden, was als Vorkommnis eines Terms anzusehen ist. ((s) Schwärzung des Papiers kann nicht wahr oder falsch sein.) ad I 352 ((s) Erwähnung/Gebrauch/Schwärzung/Wessel/(s): unterschiedliche Schwärzung der Seiten: spielt gerade keine Rolle bei 2 + 2 = 4.) I 351 "Ungerade"/Frege: Vorkommen als bloß graphischer Teil. >Ungerade Bedeutung, >Ungerader Sinn, >Fregescher Sinn, >Fregesche Bedeutung, >G. Frege. Extensionalitätsregel: Aussagen können durch bedeutungsgleiche ersetzt werden, aber nicht beliebige graphische Teile. >Extensionalität, >Extensionen. Wessel: Die Extensionalitätsregel ist hier gar nicht anwendbar! - Weil intensionale Regeln sehr ähnlich wie extensionale sind, aber manchmal auch Ersetzen von graphischen Teilen durch echte Aussagen erlauben. >Intensionen, >Intensionalität. I 353 Planeten-Beispiel/Quine/Wessel: Quine unterschiedet nicht zwischen graphischem und echtem Vorkommen - nur Identitätssätze Abendstern = Morgenstern, Zahl der Planeten = 9 und dann Ersetzbarkeit für Identitäten. >Substitution, >Substituierbarkeit, >Identität, >Morgenstern/Abendstern, >Planetenbeispiel. WesselVsQuine: Wire sollten diese als zusammengesetzte Ausdrücke ansehen: dann Abendstern ungleich Morgenstern. - Dagegen als einfache Ausdrücke: sind sie gleich. ((s) Wegen der Identität mit dem Gegenstand Venus). |
Wessel I H. Wessel Logik Berlin 1999 |
| Geldnachfrage | Tobin | Mause I 225 Geldnachfrage/Keynesianismus/Tobin: Die keynesianische Geldnachfragetheorie in der Tradition von James Tobin (1) nimmt die Überlegungen der monetaristischen Theorie in weiten Teilen auf. (Wirtschaftspolitik/Monetarismus: These: Alle wirtschaftspolitischen Eingriffe werden (…) danach beurteilt, inwieweit sie das gesamtwirtschaftliche Zinsniveau beeinflussen. Eine expansive Geldpolitik bewirkt zunächst Zinssenkungen (Liquiditätseffekt) und damit erhebliche Effekte auf die Gütermärkte in Form von Mengen- und Preisanpassungen.) Tobin: These: Marktteilnehmer haben eine Fülle von unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten für ihr Vermögen. Der portfoliotheoretische Transmissionsprozess stellt allerdings die hohe Substituierbarkeit zwischen den einzelnen Assetklassen in Frage. (…) Hierdurch wird die Wirksamkeit der Geldpolitik eingeschränkt. >Geldpolitik, >Aktienmärkte, >Märkte. 1. James Tobin, “The Interest Elasticity of the Transactions Demand for Cash”. Review of Economics and Statistics. 38 (3), 1956, S. 241– 247. |
EconTobin I James Tobin The Interest Elasticity of the Transactions Demand for Cash 1956 Mause I Karsten Mause Christian Müller Klaus Schubert, Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018 |
| Geldpolitik | Tobin | Mause I 225 Geldpolitik/Tobin: Marktteilnehmer haben eine Fülle von unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten für ihr Vermögen. (1) Der portfoliotheoretische Transmissionsprozess stellt allerdings die hohe Substituierbarkeit zwischen den einzelnen Assetklassen in Frage. (…) Hierdurch wird die Wirksamkeit der Geldpolitik eingeschränkt. (2) >Aktienmarkt, >Märkte. 1. James Tobin, “The Interest Elasticity of the Transactions Demand for Cash”. Review of Economics and Statistics. 38 (3), 1956, S. 241– 247. 2. Duwendag, Dieter, Karl-Heinz Ketterer, Wim Kösters, Rüdiger Pohl, und Diethard B. Simmert. Geldtheorie und Geldpolitik. Eine problemorientierte Einführung mit einem Kompendium monetärer Fachbegriffe, Berlin/ Heidelberg 1999. |
EconTobin I James Tobin The Interest Elasticity of the Transactions Demand for Cash 1956 Mause I Karsten Mause Christian Müller Klaus Schubert, Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018 |
| Glaubensobjekte | Hintikka | II 45 (A) Glaubensobjekte/Wissensobjekte/Wissen/Frege/Hintikka: Frege ging es darum, welche Objekte wir annehmen müssen, um das logische Verhalten der Sprache zu verstehen, wenn es um Wissen geht. Lösung/Frege/Hintikka: (s.u.: Freges Wissensobjekte sind die Fregeschen Sinne, reifiziert, >intensionale Objekte). Hintikka: Mir geht es zunächst um die Individuen von denen wir in epistemischen Kontexten reden, erst in zweiter Linie geht es mir darum, ob wir sie „Wissensobjekte“ nennen können. Semantik möglicher Welten/HintikkaVsFrege: Seinem Ansatz können wir die Semantik möglicher Welten gegenüberstellen (Hintikka pro Semantik möglicher Welten). II 46 Idee: Die Anwendung von Wissen führt zur Elimination von möglichen Welten (Alternativen). Mögliche Welten/Hintikka: Der Ausdruck ist irreführend, weil zu global. >Mögliche Welten. Def Szenario/Hintikka: Ein Szenario ist alles, was mit dem Wissen eines Wissenden b kompatibel ist. Wir können sie auch b‘s Wissenswelten nennen. Menge aller Welten/Hintikka: Die Menge aller Welten können wir als illegitim bezeichnen. Wissensobjekt/Hintikka: Das können Gegenstände, Personen, Artefakte usw. sein. Referenz/Frege/Hintikka: Frege geht von einer vollständig referentiellen Sprache aus. D.h. alle unsere Ausdrücke stehen für irgendwelche Entitäten (Freges These). Diese können als Freges Wissensobjekte genommen werden. Identität/Substituierbarkeit/SI/Terminologie/Frege/Hintikka: SI sei die These von der Substituierbarkeit der Identität ((s) gilt nur eingeschränkt in intensionalen (opaken) Kontexten). >Opazität. II 47 (…) Bsp (1) …Ramses wusste dass der Morgenstern = der Morgenstern. Daraus kann man nicht schließen, dass Ramses wusste, dass Morgenstern = Abendstern (obwohl Morgenstern = Abendstern). II 48 Kontext/Frege/Hintikka: Frege unterscheidet zwei Arten von Kontext: Direkter Kontext/Frege/Hintikka: Der direkte Kontext ist extensional und transparent. Indirekter Kontext/Frege/Hintikka: Der indirekte Kontext ist intensional und opak. Bsp Kontexte mit „glaubt“ (Glaubenskontexte). ((s) Terminologie: „extensional“, „opak“ usw. stammt nicht von Frege). Frege/Hintikka: Nach Freges Bild: (4) Ausdruck > Sinn > Referenz. ((s) D.h. Nach Frege bestimmt die Intension die Extension. Intensionale Kontexte/Frege/Hintikka: Bei intensionalen Kontexten ist das Bild modifiziert: (5) Ausdruck ( > ) Sinn ( > Referenz). >Referenz, >Mögliche Welten, >Semantik Möglicher Welten. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Ich | Castaneda | Frank I 159ff Ich/Castaneda: "flüchtige Iche": wie "hier","jetzt", irreduzibel - gänzlich epistemologisch, nur zur Vergegenwärtigung, nicht empirisch. Eingeschränkte Identität: nur Konsubstantiation (Selbigkeit zwischen gemeinsam existierenden Mengen von Eigenschaften): nicht diachron (Transsubstatiation) daher sind nicht alle Eigenschaften identisch, es gibt keine Substituierbarkeit, keine strikte Identität mit einer Person. Ich ist kriterienlos, inhaltlich neutral. - Ich kann nur durch den überpersönlichen und situationsunabhängigen Quasi-Indikator "er" abgebildet werden. Ich-Gestaltung/Castaneda: Vs Ich als "Etwas". Guise-Theorie, >Quasi-Indikator. I 167ff Ich*/Castaneda: "ich selbst" in einer Episode von Selbstbewusstsein bezieht man sich auf sich selbst - (entsprechend für er*). I 186 Ich* ist kein Demonstrativum. >Demonstrativa. I 170 Transzendent/Ich/Castaneda: Wir erfahren uns als nicht vollständig mit dem Inhalt unserer Erfahrungen identisch und deshalb auch als der Welt jenseits der Erfahrung zugehörig. I 171 Ich/Selbst/Bewusstsein/Selbstbewusstsein/SB/logische Form/Hintikka/Castaneda: Bsp "Der Mann, der tatsächlich a ist, weiß, dass er a ist". Falsch: "Ka (a = a). Richtig:(Ex)(Ka (x = a)) - die in "Ka (...)" vorkommenden Individuenvariablen sind so aufgefasst, dass sie sich auf einen Bereich von Objekten beziehen, die a kennt. "Es gibt eine Person, von der a weiß, so dass a weiß, dass diese Person a ist". CastanedaVs: Das geht nicht bei kontingenten Behauptungen: "Es gibt ein Objekt, so dass a nicht weiß, dass es existiert". Bsp "Der Herausgeber weiß nicht, dass er der Herausgeber ist" Ex)(Ka(x = a) & ~Ka(x = a))) wäre ein formaler Widerspruch - besser: (Exa)(Ka (x = a) & Ka (x = er selbst). Das ist bei Hintikka nicht ausdrückbar. I 226f Ich/Castaneda: Ich hat kein spezifisches Merkmal. - Es gibt verschiedene Kontraste: gegenüber: dies/das, ich/sie - ich/er - ich(Meinender/Handelnder) - ich/du - ich/wir - > Buber: ich/Es - Ich/Du - > Saussure: Netzwerk von Kontrasten (Plural). Frank I 378 Ich/Spiegelkabinett/Castaneda: scheint zwei Selbste zu brauchen: eins mit dem er spricht, eins, von dem er spricht - aber einfaches Selbst als verschieden von Ich und Körper reicht nicht. Hector-Neri Castaneda (1987b): Self-Consciousness, Demonstrative Reference, and the Self-Ascription View of Believing, in: James E. Tomberlin (ed) (1987a): Critical Review of Myles Brand's "Intending and Acting", in: Nous 21 (1987), 45-55 James E. Tomberlin (ed.) (1986): Hector-Neri.Castaneda, (Profiles: An International Series on Contemporary Philosophers and Logicians, Vol. 6), Dordrecht 1986 I 430f Ich/Extra-Sinn/Castaneda: psychologische Rolle, die man mit "ich" assoziiert - die psychischen Zustände erklärt, den Eigennamen oder Kennzeichnungen nicht erklären: "Ich werde am Telefon verlangt": bestimmter psychischer Zustand. PerryVsCastaneda: das reicht nicht, man muss zusätzlich wissen, dass es der eigene Extra-Sinn ist! - Eine Proposition mit "er*" sagt selbst nichts über die Bedeutung dieses Ausdrucks, daher keine Identifikation - Bsp "schwerster Mann Europa" könnte das ohne Waage wissen, wenn "er*" selbständig, ohne Antezedens fungieren könnte. Lösung: zwischengeschalteter Extra-Sinn s für Sheilas Glauben über Ivans Extra-Sinn i. I 470 Ich/Castaneda: Variable, nicht singulärer Term, nicht singulärer Bezug: statt dessen: i ist derselbe wie j und Stan glaubt von j... >Singuläre Termini, >Variablen. |
Cast I H.-N. Castaneda Phenomeno-Logic of the I: Essays on Self-Consciousness Bloomington 1999 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Kapital | Salter | Harcourt I 55 Kapital/Produktion/Substitution/Salter/Harcourt: W. E. G. Salters Arbeit (Salter [1959(1), 1960(2), 1962(3), 1965(4)])(...) wurde ursprünglich in Cambridge, England, in den Jahren 1953-5 entwickelt, als eines der besten und frühesten Beispiele für die Verkörperungshypothese und den Versuch, von den Rätseln, die mit der Messung des Kapitals verbunden sind, wegzukommen, während gleichzeitig die Bedeutung der Unterscheidung zwischen Ex-ante- und Ex-post-Substituierbarkeit, der Heterogenität von Kapitalgütern und der Unterscheidung zwischen Vergleichen und Prozessen anerkannt wurde. >Kapital/Robinson, >Produktionsfunktion. Produktionsfunktion/Zeit/Salter: Salter akzeptierte Joan Robinsons Ansicht, dass die Produktionsfunktion nur ex ante relevant ist, wenn Investitionsentscheidungen getroffen werden - was verschrottet werden soll, was hinzugefügt werden soll, wie viel hinzugefügt werden soll (und wie dafür bezahlt werden soll) -, so dass nur die Margen des Kapitalstocks betroffen sind, sowohl durch Verschrottung als auch durch Hinzufügung. Substitution/Technologie/neoklassischer Ansatz: Die neoklassischen Annahmen der Substituierbarkeit und der Kostenminimierung (mit statischen Erwartungen) beziehen sich nun auf die Wahl derjenigen Technik aus der Menge der verfügbaren „Best-Practice“-Techniken - dem Buch der Blaupausen oder der Ex-ante-Produktionsfunktion neuen Typs -, die die Kosten minimiert und die Gewinne maximiert im Sinne der Maximierung des Gegenwartswerts der erwarteten Nettoeinnahmen (Quasirenten) bei gegebenen (erwarteten) Lohn- und Preisraten. Mikroökonomie: Die Entscheidung wird auf der Mikroebene analysiert - wir befassen uns hauptsächlich mit dem Unternehmen -, so dass die Lohnsätze, die Produktpreise und die Preise für Investitionsgüter sowie die erwartete Gewinnrate, die als Abzinsungsfaktor bei Barwertberechnungen verwendet wird, als gegeben angenommen werden können. Arbeit/Investition: Es ist nicht verwunderlich, dass bei diesem Aspekt der Investitionsentscheidung die Technik gewählt wird, bei der die Grenzrate der Substitution von Arbeit durch Investitionen, d. h. das Verhältnis der jeweiligen Grenzprodukte (und die Steigung der Ex-ante-Produktionsfunktion) gleich dem Verhältnis der Faktorpreise ist. >Faktorpreis, >Produktionsfaktoren. 1. Salter, W. E. G. [1959] 'The Production Function and the Durability of Capital', Economic Record, xxxv, pp. 47-66. 2. Salter, W. E. G. [1960] Productivity and Technical Change (Cambridge: Cambridge University Press). 3. Salter, W. E. G. [1962] 'Marginal Labour and Investment Coefficients of Australian Manufacturing Industry', Economic Record, xxxvin, pp. 137-56. 4. Salter, W. E. G. [1965] 'Productivity Growth and Accumulation as Historical Processes', Problems in Economic Development, ed. by E. A. G. Robinson (London: Macmillan), pp. 266-91. |
Salter I Wilfred Edward Graham Salter Productivity and Technical Change Cambridge 1960 Harcourt I Geoffrey C. Harcourt Some Cambridge controversies in the theory of capital Cambridge 1972 |
| Leibniz-Prinzip | Cresswell | I 127 Leibniz-Prinzip/Identität/Cresswell: a) metaphysisch (unkontrovers): Ununterscheidbarkeit b) linguistisch: Substituierbarkeit. >Ununterscheidbarkeit, >Substitution. Problem in Zusammenhang mit Referenz: Sind Kennzeichnungen echte bezeichnende Ausdrücke? >Referenz, >Kennzeichnungen, >Bezeichnen. Unbestimmte Kennzeichnung: Niemand glaubt, dass eine unbestimmte Kennzeichnung referiert. Ausnahme: Epsilon-Operator/Hilbert: εxF(x) :"ein x, sodass F(x)". Unbestimmte Kennzeichnung/Mathematik/Hilbert: Hier gilt das Leibniz-Prinzip nicht. ((s) Erklärung: Beispiel Mathematik: √4: +2 oder -2. Diese sind nicht ununterscheidbar.) |
Cr I M. J. Cresswell Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988 Cr II M. J. Cresswell Structured Meanings Cambridge Mass. 1984 |
| Logik | Quine | II 47ff Zweiwertigkeit: Problem: Sorites. II 53 Dennoch Grundzug unserer naturwissenschaftlichen Welt. - Im liberalen Sinn kein Problem - Frege: jeder allgemeine Term trifft zu oder nicht. - Alle Termini sind vage durch Ostension. >Ostension. II 168 Logik, alt: handelt von Eigenschaften - neu: von Relationen - Quine: sie spürt jedenfalls Implikationen auf. >Implikation. II 169 Logik, alt: versagte bei relativen Termini: Bsp jeder, der Figuren zeichnet, zeichnet Kreise. - Neu: keine Probleme damit: Implikation steckt eben in dem relativen Term. II 173 Existenz: "Alle x sind y" Streitfrage: impliziert das die Existenz von "x"? Mittelalterliche Logik: ja - Neuzeit: Nein (gewinnt dadurch an Symmetrie und Einfachheit). VII (e) 82 Logik/Quine: dreifach: Propositionen - Klassen - Relationen - logische Begriffe: wir brauchen nur drei: "ε", ("Element von") - Shefferstrich und Allquantor. VII (g) 119 ff Klassenlogik/Quine: geht aus Quantorenlogik hervor, wenn wir Schemabuchstaben (Prädikatbuchstaben) "F" usw. binden - ((s) >Logik 2.Stufe). IX 8 Logik/Quine: Hauptaufgabe: Beweise der Gültigkeit von Schemata - Logik 2. Stufe: hier geht es um die Gültigkeit von Formelschemata der Quantorenlogik - Bsp Substituierbarkeit der Bisubjunktion: ∀x1...∀xn[((A ↔ B) ∧ CA) > CB]. X 110 Logik/Quine: legt man die Gesamtheit der logischen Wahrheiten fest, hat man die Logik festgelegt Abweichende Logik/Quine: keine abweichenden Beweisverfahren, sondern Zurückweisung eines Teils der Logik als gar nicht wahr. X 111 "Alles könnte anders sein"/Übersetzung/andere Logik/Vertauschung/und/oder/Schlüsselstelle/Gavagai/Quine: angenommene heterodoxe Logik, in der die Gesetze für die Adjunktion jetzt für die Konjunktion gelten sollen und umgekehrt. Bloße Änderung der Phonetik bzw. der Bezeichnung. - ((s) Wenn er "Adjunktion" sagt, gebraucht er unsere Konjunktion). Quine: Wir zwingen ihm unsere Logik auf, indem wir seine abweichende Ausdrucksweise übersetzen - sinnlos zu fragen, welches die "richtige" Konjunktion ist. - Es gibt kein Wesen der Konjunktion über die Laute und Zeichen und die Gesetze für ihren Gebrauch hinaus. >Gebrauch, >Gavagai, >Logische Konstanten. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Modelle | Kauffman | I 415 Modell/Wirtschaft/Kauffman: In Wirtschafts- und anderen Systemen gibt es eine gewaltige Anzahl Nischen. Wodurch entstehen diese? Nach welche Regeln verknüpfen sich Arbeitsplätze, Aufgaben, Funktionen und Produkte zu Netzwerken? >Nischen, >Regeln, >Fortschritt, >Gesellschaft. These: Wir können Waren und Dienstleistungen als Zeichenketten betrachten, die auf andere Zeichenketten einwirken. Hammer wirkt auf Nägel und zwei Bretter ein. >Zeichenketten, >Funktionen/Kauffman. I 416 Modell/Kauffman: Was nützen Modelle, wenn wir die wahren Gesetze der Komplementarität und Substituierbarkeit nicht kennen? >Substituierbarkeit. Ihr Nutzen liegt darin, dass wir die Art von Dingen erkennen können, die wir in der realen Welt erwarten würden, wenn unser Modell in derselben "Universalitätsklasse" liegt. ((s) Vgl. hierzu >Brandom: singuläre Termini, Prädikate, in Bezug auf Allgemeinheitsebene). Def Universalitätsklasse/Physik/Kauffman: Klasse von Modellen, die dieselben robusten Verhaltensmuster zeigen. >Modelle, vgl. >Modelltheorie. Lambda-Kalkül/Church/Kauffman: System zur Ausführung universeller Berechnungen. Ebenso Emil Post. Universelles System und Turing-Maschine, alle diese Systeme sind äquivalent. >Lambda-Kalkül, >Turing-Maschine. I 417 Modell/Post/Kauffman: Bsp Ein System, wo die linke Liste von Zeichenketten die "Grammatik" darstellt, jedes Paar von Zeichenketten spezifiziert eine Substitution. I 419 Die Zeichenketten können dann aufeinander einwirken, wie Enzyme auf Substrate. Aus willkürlichen Regeln können nichtwillkürliche entstehen! >Willkür, >Kontingenz, >Notwendigkeit. Die Anzahl der möglichen Grammatiken ist überabzählbar unendlich. >Grammatik, >Unendlichkeit, >Abzählbarkeit, >Überabzählbar. Komplexität: Wenn die rechten Glieder der Zeichenketten kürzer sind als die linken, wird die "Suppe" reaktionsträge, weil alle Ketten kürzer werden, und nicht mehr auf eine "enzymatische Stelle" passen. Die verschiedenen Regionen bilden Universalitätsklassen. |
Kau II Stuart Kauffman At Home in the Universe: The Search for the Laws of Self-Organization and Complexity New York 1995 Kauffman I St. Kauffman Der Öltropfen im Wasser. Chaos, Komplexität, Selbstorganisation in Natur und Gesellschaft München 1998 |
| Nutzentheorie | Norvig | Norvig I 611 Nutzenheorie/KI-Forschung/Norvig/Russell: Intuitiv erscheint das Prinzip der Maximum Expected Utility (MEU) als ein vernünftiger Weg, Entscheidungen zu treffen, aber es ist keineswegs offensichtlich, dass es der einzige rationale Weg ist. Denn warum sollte die Maximierung des durchschnittlichen Nutzwertes so besonders sein? Was ist falsch an einem Agenten, der Norvig I 612 die gewichtete Summe der Würfel der möglichen Nutzen maximiert oder versucht, den schlimmstmöglichen Verlust zu minimieren? Könnte ein Agent rational handeln, indem er nur die Präferenzen zwischen den Zuständen ausdrückt, ohne ihnen numerische Werte zu geben? Und schließlich, warum sollte es überhaupt eine Nutzenfunktion mit den erforderlichen Eigenschaften geben? Lösung: Constraints für rationale Präferenzen. Mögliche Präferenzen: a) der Agent zieht A gegenüber B vor, b) er ist zwischen A und B indifferent, c) er zieht A gegenüber B vor oder ist zwischen ihnen indifferent. Die primäre Problematik für die Nutzentheorie besteht darin, zu verstehen, wie die Präferenzen zwischen komplexen Lotterien mit den Präferenzen zwischen den zugrunde liegenden Zuständen in diesen Lotterien zusammenhängen. Um dieses Problem anzugehen, listen wir sechs Constraints auf und erwarten, dass jede vernünftige Präferenzbeziehung diese befolgt: 1. Ordenbarkeit: Bei zwei beliebigen Lotterien muss ein rationaler Agent entweder die eine der anderen vorziehen oder die beiden als gleichwertig einschätzen. Das heißt, der Agent kann nicht umhin, sich zu entscheiden. 2. Transitivität: Wenn ein Agent bei drei beliebigen Lotterien A statt B und B statt C bevorzugt, dann muss der Agent A statt C bevorzugen. 3. Kontinuität: Wenn eine Lotterie B zwischen A und C bevorzugt wird, dann gibt es eine Wahrscheinlichkeit p, für die der rationale Agent indifferent darüber ist, ob er B sicher bekommt oder die Lotterie, die A mit der Wahrscheinlichkeit p und C mit der Wahrscheinlichkeit 1 - p ergibt. 4. Substituierbarkeit: Wenn ein Agent zwischen zwei Lotterien A und B indifferent ist, dann ist der Agent zwischen zwei komplexeren Lotterien indifferent, die gleich sind, außer dass B Norvig I 613 in einem von ihnen durch A ersetzt wird. 5. Monotonie: Angenommen, zwei Lotterien haben die gleichen zwei möglichen Ergebnisse, A und B. Wenn ein Agent A gegenüber B bevorzugt, dann muss der Agent die Lotterie bevorzugen, die eine höhere Wahrscheinlichkeit für A hat (und umgekehrt). 6. Zerlegbarkeit: Zusammengesetzte Lotterien können mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsgesetze auf einfachere reduziert werden. Dies wurde die "no fun in gambling"-Regel genannt, weil sie besagt, dass zwei aufeinanderfolgende Lotterien zu einer einzigen äquivalenten Lotterie komprimiert werden können (...). Diese Constraints sind als Axiome der Nutzentheorie bekannt. >Präferenzen/Norvig, >Rationalität/KI-Forschung, >Sicherheitseffekt/Kahneman/Tversky, >Ambiguität/Kahneman/Tversky. |
Norvig I Peter Norvig Stuart J. Russell Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010 |
| Nutzentheorie | Russell | Norvig I 611 Nutzenheorie/KI-Forschung/Norvig/Russell: Intuitiv erscheint das Prinzip der Maximum Expected Utility (MEU) als ein vernünftiger Weg, Entscheidungen zu treffen, aber es ist keineswegs offensichtlich, dass es der einzige rationale Weg ist. Denn warum sollte die Maximierung des durchschnittlichen Nutzwertes so besonders sein? Was ist falsch an einem Agenten, der Norvig I 612 die gewichtete Summe der Würfel der möglichen Nutzen maximiert oder versucht, den schlimmstmöglichen Verlust zu minimieren? Könnte ein Agent rational handeln, indem er nur die Präferenzen zwischen den Zuständen ausdrückt, ohne ihnen numerische Werte zu geben? Und schließlich, warum sollte es überhaupt eine Nutzenfunktion mit den erforderlichen Eigenschaften geben? Lösung: Constraints für rationale Präferenzen. Mögliche Präferenzen: a) der Agent zieht A gegenüber B vor, b) er ist zwischen A und B indifferent, c) er zieht A gegenüber B vor oder ist zwischen ihnen indifferent. Die primäre Problematik für die Nutzentheorie besteht darin, zu verstehen, wie die Präferenzen zwischen komplexen Lotterien mit den Präferenzen zwischen den zugrunde liegenden Zuständen in diesen Lotterien zusammenhängen. Um dieses Problem anzugehen, listen wir sechs Constraints auf und erwarten, dass jede vernünftige Präferenzbeziehung diese befolgt: 1. Ordenbarkeit: Bei zwei beliebigen Lotterien muss ein rationaler Agent entweder die eine der anderen vorziehen oder die beiden als gleichwertig einschätzen. Das heißt, der Agent kann nicht umhin, sich zu entscheiden. 2. Transitivität: Wenn ein Agent bei drei beliebigen Lotterien A statt B und B statt C bevorzugt, dann muss der Agent A statt C bevorzugen. 3. Kontinuität: Wenn eine Lotterie B zwischen A und C bevorzugt wird, dann gibt es eine Wahrscheinlichkeit p, für die der rationale Agent indifferent darüber ist, ob er B sicher bekommt oder die Lotterie, die A mit der Wahrscheinlichkeit p und C mit der Wahrscheinlichkeit 1 - p ergibt. 4. Substituierbarkeit: Wenn ein Agent zwischen zwei Lotterien A und B indifferent ist, dann ist der Agent zwischen zwei komplexeren Lotterien indifferent, die gleich sind, außer dass B Norvig I 613 in einem von ihnen durch A ersetzt wird. 5. Monotonie: Angenommen, zwei Lotterien haben die gleichen zwei möglichen Ergebnisse, A und B. Wenn ein Agent A gegenüber B bevorzugt, dann muss der Agent die Lotterie bevorzugen, die eine höhere Wahrscheinlichkeit für A hat (und umgekehrt). 6. Zerlegbarkeit: Zusammengesetzte Lotterien können mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsgesetze auf einfachere reduziert werden. Dies wurde die "no fun in gambling"-Regel genannt, weil sie besagt, dass zwei aufeinanderfolgende Lotterien zu einer einzigen äquivalenten Lotterie komprimiert werden können (...). Diese Constraints sind als Axiome der Nutzentheorie bekannt. >Präferenzen/Norvig, >Rationalität/KI-Forschung, >Sicherheitseffekt/Kahneman/Tversky, >Ambiguität/Kahneman/Tversky. |
Russell I B. Russell/A.N. Whitehead Principia Mathematica Frankfurt 1986 Russell II B. Russell Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989 Russell IV B. Russell Probleme der Philosophie Frankfurt 1967 Russell VI B. Russell Die Philosophie des logischen Atomismus In Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993 Russell VII B. Russell On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit" In Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996 Norvig I Peter Norvig Stuart J. Russell Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010 |
| Opazität | Hintikka | II 57 Opazität/Frege/Identität/opaker Kontext/Hintikka: Frege hatte es mit dem Fehlschlagen der SI (Substituierbarkeit bei Identität) ((s) d.h. dass die Individuen vielleicht einen anderen Namen haben) zu tun, nicht mit dem Fehlschlagen der existenziellen Generalisierung. ((s) D.h. dass die Individuen vielleicht nicht existieren). >Substitution, >Substituierbarkeit, >Existentielle Generalisierung. Hintikka: Daher brauchen wir verschiedene zusätzliche Prämissen. Semantik möglicher Welten: Substituierbarkeit bei Identität: Hier brauchen wir für die Substituierbarkeit bei Identität nur die Annahme, dass wir die Referenten zweier verschiedener Terme in jeder Welt vergleichen können. Existenzielle Generalisierung: Hier müssen wir die Referenz ein und desselben Terms in allen Welten vergleichen. Frege/Hintikka: Nun scheint es, da man Frege noch auf eine andere Weise verteidigen könnte: nämlich, dass wir nun über Weltlinien (als Entitäten) quantifizieren. ((s) Das würde Freges Platonismus entgegenkommen.) II 58 Weltlinien/Hintikka: Weltlinien sind also irgendwie „real“! Sind sie also nicht irgendwie wie die „Fregeschen Sinne“? >Fregescher Sinn. HintikkaVs: Es geht gar nicht um einen Kontrast zwischen weltgebunden Individuen und Weltlinien als Individuen. >Weltlinien. Weltlinien/Hintikka: Wir sollten aber gar nicht sagen, dass Weltlinien etwas sind, was „weder hier noch dort“ ist. Weltlinien zu gebrauchen heißt nicht, die zu reifizieren. Lösung/Hintikka: Wir brauchen Weltlinien, weil es ohne sie nicht einmal Sinn machen würde überhaupt zu fragen, ob ein Bewohner einer möglichen Welt derselbe ist, wie der einer anderen Mömöglichen Welt ((s) Querwelteinidentität). >Identität zwischen Welten. II 59 Weltlinie/Hintikka: Wir gebrauchen Weltlinien anstelle von Freges „Weise des Gegebenseins“. HintikkaVsFrege: Freges Fehler war es, die „Gegebenheitsweisen“ zu reifizieren als „Sinn“. Sie sind nicht etwas, das in der aktualen existiert. Quantifikation/Hintikka: Daher müssen wir in diesem Zusammengang auch gar nicht fragen „worüber wir quantifizieren“. >Quantifikation. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Produktionsfunktion | Robinson | Harcourt I 4 Produktionsfunktion/Robinson/Harcourt: Bei der Konstruktion der Produktionsfunktion in der Version von Joan Robinson(1) wird das wichtigste Instrument dieser und der folgenden Analysen eingeführt und definiert, nämlich die Beziehung zwischen Lohnsatz und Gewinnsatz bzw. die Faktorpreisgrenze. >Produktionsfaktoren, >Produktionsfunktion. Lohn/profit/Faktorpreis/Neo-Neoklassiker: Die Neo-Neoklassiker verwenden den letztgenannten Begriff zweifellos, weil er ihre Überzeugung zum Ausdruck bringt, dass die Lohnrate und die Profitrate gleichberechtigte Faktorpreise sind. >Neo-Neoklassiker. Diese Beziehung zeigt die maximale Profitrate, die unter Wettbewerbsbedingungen und bei gegebenem Wert des Reallohnsatzes mit einer bestimmten Technik gezahlt werden kann. (Alternativ zeigt sie aus analytischer Sicht den maximalen Reallohnsatz, der unter denselben Wettbewerbsbedingungen und dem Wert der Profitrate bei einer gegebenen Technik gezahlt werden kann). >Faktorpreis, >Faktorpreisgrenze. Harcourt I 23 Produktionsfunktion/Robinson/Harcourt: (...) wir (...) leiten Joan Robinsons Version der Produktionsfunktion ab, wie sie in Robinson [1953-4](1) dargestellt ist, und verwenden zur Veranschaulichung ein einfaches Rechenbeispiel von Champernowne aus Champernowne [1953-4](2). >Gleichgewicht/Robinson, >Arbeitszeit/Robinson, >Kapital/Robinson, >D. G. Champernowne. Wir werden eine aggregative Analyse durchführen und müssen uns vorstellen, dass wir verschiedene mögliche stationäre Zustände miteinander vergleichen Harcourt I 24 - Solows isolierte Inseln des stationären Gleichgewichts, jeweils ein Punkt auf der Pseudoproduktionsfunktion, siehe Solow [1962a(3), 1963b(4)]. >Pseudoproduktionsfunktion/Solow, >Gleichgewicht. Die Nettoprodukte dieser Inseln bestehen aus Mengen eines Allzweck-Konsumgutes; die Kapitalgüter sind bereits geschaffen und halten ewig, die Profitraten und Reallöhne herrschen seit langem herrschen seit langem und werden es voraussichtlich auch in Zukunft tun, und es herrscht eine einheitliche Technik (oder zwei gleich profitable). Wir gehen auch - ganz wesentlich - von konstanten Skalenerträgen im Sinne der Möglichkeit vollständiger Teilbarkeit (wenn auch oft nicht der Substituierbarkeit) aus, so dass das Verhältnis von Arbeit und Ausrüstung in jedem Betriebsmaßstab wiederholt werden kann. Aus unserer Definition des Gleichgewichts ergibt sich, dass (1.1) K = wLg(1 + r)t = Q-wLc / r wobei K = Kapital, gemessen in Bezug auf das Konsumgut w = Lohnsatz in Bezug auf das Konsumgut r = Gewinnsatz (und Zins) Lg = vor t Perioden eingesetzte Arbeitskraft, die für die Produktion einer Ausrüstungseinheit erforderlich ist, wobei t die Reifezeit der Investition* ist, und Q = Produktion des Konsumguts, wenn Lc Männer mit einer Einheit Ausrüstung arbeiten (von der angenommen wird, dass sie ewig hält) Kapital in Form von Arbeitszeit; (KL) ist also (1.2) KL = K/w = Lg(1 + r)t Angesichts von Lg ist KL eine einfache steigende Funktion von r. Alle bekannten Techniken - Ausrüstungen, die den Endoutput des Konsumguts produzieren - können nun nach der Größe ihres Outputs pro Kopf einer konstanten, mit Konsumgütern handelnden Arbeitskraft geordnet werden.* Wenn man sie zu verschiedenen Zinssätzen „aufrechnet“ und in KL pro Kopf ausdrückt, kann man den Realfaktor ableiten - die Gesamtheit der Gleichgewichtsbeziehungen zwischen Pro-Kopf-Produktion, Kapital in Form von Arbeitszeit (oder Realkapital, wie Joan Robinson es nennt) und allen denkbaren Lohnraten. Für jede Ausrüstung gilt die Beziehung (1.3) Q = wLc + rwLg(1 + r)t Harcourt I 25 (1.4) W = Q / Lc + rLg (1 + r)t Für jeden gegebenen Wert von w <= g/Lc = wmax, der vorherrscht, wenn r = 0 und der Verbrauchsgüterausstoß pro Kopf jeder Technik ist), können wir den höchsten Wert von r finden, der mit diesem Wert von w und dieser Ausrüstung verbunden ist. Darin spiegelt sich die Auffassung wider, dass, wenn die Ausrüstung zu einem bestimmten Lohnsatz rentabel wäre, so dass sie auf der betreffenden Insel tatsächlich genutzt würde, die Kräfte des Wettbewerbs dafür sorgen würden, dass der Gewinnsatz, der das Produkt erschöpft, auch tatsächlich gezahlt würde. Aggregierte Produktionsfunktion/Robinson/Harcourt: Der Kosten- und Bewertungsprozess wird für alle Ausrüstungen, ws und rs wiederholt und dann wird die Beziehung zwischen Produktion pro Kopf und Realkapital aufgezeichnet, um Joan Robinsons Version der aggregierten Produktionsfunktion zu erhalten – ihre Pseudoproduktionsfunktion – die (…) im Vergleich zu den glatten Kurven der Lehrbücher ein ziemlich bizarres Aussehen hat. >Aggregierte Produktionsfunktion/Robinson, >Gleichgewicht/Robinson. * Die Liste ist in der Fachwelt als 'Book of blue-prints' bekannt. 1. Robinson, Joan (1953-4). 'The Production Function and the Theory of Capital', Review of Economic Studies, xxi. 2. Champernowne, D.G. [1953-4] 'The Production Function and the Theory of Capital: A Comment', Review of Economic Studies, xxi, pp. 112-35 3. Solow, R. M. [1962a] 'Substitution and Fixed Proportions in the Theory of Capital', Review of Economic Studies, xxrx, pp. 207-18. 4. Solow, R. M. [1963b] 'Heterogeneous Capital and Smooth Production Functions: An Experimental Study', Econometrica, xxxi, pp. 623-45. |
EconRobin I James A. Robinson James A. Acemoglu Why nations fail. The origins of power, prosperity, and poverty New York 2012 Robinson I Jan Robinson An Essay on Marxian Economics London 1947 Harcourt I Geoffrey C. Harcourt Some Cambridge controversies in the theory of capital Cambridge 1972 |
| Propositionen | Perry | Frank I 396 Bedeutung/Gedanke/PerryVsFrege: Wir müssen die Bedeutung vom Gedanken scharf trennen. >Gedanken, >Gedanken/Frege, >Sinn. Der Gedanke ist keine psychische Entität sondern entspricht dem informationellen Gehalt. >Gedankeninhalt, vgl. >Gedankenobjekte. Die Bedeutung entspricht der Rolle der Wörter. >Begriffliche Rolle, >Wörter, >Wortbedeutung. Dieselbe Rolle erzeugt in jedem Kontext eine andere de-re-Proposition. >Sätze, >Propositionen, >Kontext, >de re. Frank I 409f Proposition/PerryVsTradition: Was fehlt, ist nicht ein begrifflicher Bestandteil, sondern ein indexikalischer. >Indexwörter, >Indexikalität. Neue Theorie: Eine Art von Propositionen wird durch einen Gegenstand sowie einen Teil der alten Propositionen individuiert. VsTradition: Einschränkung der Ersetzbarkeit in Zitaten mit propositionalen Einstellungen wird nicht erklärt. >Opazität, >Substituierbarkeit. Tradition: Bsp Dekan/Franks Nachbar (identisch, ein und dieselbe Person): keine Variable sondern Begriff. Problem: "Er" liefert keinen Begriff, sondern eine Variable. Vgl. >Er/Er selbst. Lösung/Perry: "offene Proposition": mit Gegenständen und einem begrifflichem Bestandteil: "de re" - dann ist der "Dekan selbst" eingeschlossen und nicht nur der Begriff "Dekan". >de re. Dann ist eine Substitution durch "Franks Nachbar" gültig und eine Quantifikation sinnvoll. >Quantifikation. Vs: de re löst aber nicht das Problem des Schlamassels im Supermarkt (wegen "ich"). >Zuckerspur-Beispiel. Hector-Neri Castaneda (1987b): Self-Consciousness, Demonstrative Reference, and the Self-Ascription View of Believing, in: James E. Tomberlin (ed) (1987a): Critical Review of Myles Brand's "Intending and Acting", in: Nous 21 (1987), 45-55 James E. Tomberlin (ed.) (1986): Hector-Neri.Castaneda, (Profiles: An International Series on Contemporary Philosophers and Logicians, Vol. 6), Dordrecht 1986 Frank I 455f Proposition/Extra-Sinn//Perry: Parabel Bsp Frühmenschen, die nur vor ihnen liegende Möhren essen können, werden mit der Fähigkeit ausgestattet, Propositionen zu glauben (um Möhren sammeln und aufheben zu können). - Nichts geschieht, weil die Propositionen den Menschen nicht sagen, dass sie selbst darin vorkommen. Castaneda: Wir brauchen zusätzlich Lokalisation in Raum und Zeit. Vs: Der König von Frankreich weiß nicht, dass er König von Frankreich ist und ob sich die Möhre nicht vor dem Herausgeber von Soul befindet. >Extra-Sinn/Castaneda. VsExtra-Sinn: Extra-Sinn hilft nicht, den Denkenden in ein Netzwerk von psychischen Zuständen einzubetten - die Leute begreifen Sätze, aber bilden keine Überzeugungen. >Verstehen, >Selbstidentifikation, >Selbstwissen. Liste von Extra-Sinnen für jeden: zu lang. Extra-Sinn "i" für jeden: Gültigkeit per Dekret: löst das Möhrenproblem, verstümmelt aber die Sprache. Regel: "I" steht für den Verwender": bringt Leute dazu, von sich in der "dritten Person" zu sprechen: ""I" macht gerade dies". Problem: Für die Wahrheit solcher Sätze braucht man Bezug (Referenz), Sinn ("Verwender") reicht nicht. >Referenz, >Sinn. Derselbe Sinn kann nicht verschiedene Bezugnahmen vollziehen. |
Perr I J. R. Perry Identity, Personal Identity, and the Self 2002 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Repräsentation | Frege | Brandom I 581 Repräsentation/Frege/Brandom: Repräsentation ist gleich Substituierbarkeit. >Substitution, >Substituierbarkeit, vgl. >Singuläre Termini/Brandom, >Prädikate/Brandom. |
F I G. Frege Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987 F II G. Frege Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994 F IV G. Frege Logische Untersuchungen Göttingen 1993 Bra I R. Brandom Expressive Vernunft Frankfurt 2000 Bra II R. Brandom Begründen und Begreifen Frankfurt 2001 |
| Singuläre Termini | Brandom | I 407 Singulärer Term/Prädikat/subsententiale Ausdrücke/Brandom: Dabei geht es um objektive Bezugnahme (Referenz), nicht um geglaubte Eigenschaften - es geht um nicht-propositionale, begriffliche Gehalte. >Subsententiales, >Begrifflicher Gehalt, >Glauben, >Referenz. I 527ff Singuläre Termini - Substitutionsinferenzen sind immer symmetrisch: Äquivalenzklassen Prädikat-Substitutionsinferenzen können asymmetrisch sein: Familien. (reflexiv, transitiv). I 512f Singulärer Term/Frege: Der Begriff Einzelding kann nicht unabhängig vom Begriff singulärer Term erklärt werden - Brandom: Es ist nicht klar, was sT sind, das ist nicht durch erfolgreichen Bezug zu erklären. - Quine: sT beinhaltet Bezug, Irrtum möglich - Brandom: nicht jeder als sing Term zu erkennen: Bsp "Wurzel 2", "natürlicher Trabant der Erde" : können mehrere sein - Problem: wenn Allwissenheit des Sprechers erforderlich sein soll. I 517 Weil Sätze grundlegend sind, ist nicht klar, warum es überhaupt subsententiale Ausdrücke geben sollte. - Sie können nicht in gleicher Hinsicht einen semantischen Gehalt haben wie Sätze. - Subsententiale Ausdrücke zur Bildung der potentiell unendlich vielen Sätze notwendig. >Subsententiales. I 528 Singulärer Term/Brandom: Seine Einführung braucht nicht nur Anwendungskriterien sondern auch Identitätskriterien (für Substituierbarkeit). I 533 Singuläre Termini/Brandom: sind jene Ausdrücke die die doppelte syntaktische und semantische substitutionale Rolle spielen: 1.SIS: substitutions-inferentielle Signifikanz - 2. SSR: substitutions-strukturelle Rolle. I 533 Def singuläerer Term/Brandom: Ein Ausdruck der substituiert wird und dessen Vorkommen symmetrisch inferentiell signifikant ist - Substituierbares (singuläre Termini): symmetrisch - Dagegen: Substitutionsrahmen (Prädikate) asymmetrisch. I 535 Umkehrung: von Substitutionen sind nicht immer richtig: die Konklusionen sind häufig inferentiell schwächer als die Prämissen - aus etwas ist ein Hund folgt, es ist ein Säugetier, aber nicht umgekehrt. - Singuläre Termini: Diese gibt es, weil expressive Kraft der Sprache verloren ginge, wenn sie asymmetrisch sein dürften. - ((s) Bsp Wenn Substitution zur Schwächung der Bestimmung des Gegenstands führte.) I 546 Singuläre Termini/Brandom: Rahmen können als abgeleitete sing Term aufgefasst werden: Bsp "Der Vater von a" - dann kann in sie hineinsubstituiert werden (FregeVs). - Brandom: sie sind dann immer noch substituierbar und daher unterscheiden sie sich von Sätzen. I 548 Es gibt zwar Ausnahmen bei den sing Term, die sich anders verhalten, aber es kann sie nur geben, weil es normale sing Term gibt. I 561 Singuläre Termini spielen sowohl die syntaktische als auch die semantische substitutionale Rolle. I 569 Singuläre Termini/Brandom: sind in allen Sprachen mit Konditionalen unverzichtbar - warum braucht man Gegenstände: aus demselben Grund wie sing Term: man braucht etwas, das bedeutet, was Konditionale bedeuten. >Konditional. II 162 Singuläre Termini/Brandom: 1. Beziehen - 2. Bezeichnen - 3. Benennen. Newen I 165 Singulärer Term/Brandom: Problem: Da er Referenz nicht als Grundbegriff hat, schafft er 1. Äquivalenzklassen von syntaktisch gleichartigen Termen (Substituierbarkeit) - 2. Inferentielle Rolle: hilft, die grammatischen Einheiten zu isolieren und ihre Rolle als Subjekt, Prädikat usw. zu identifizieren. >Referenz, >Inferentielle Rollen. Subjektterm/sing Term: hier sind die Folgerungen symmetrisch und reversibel - Bsp Franklin/Postmeister - Prädikat: hier ist die Umkehrung nicht symmetrisch - Bsp geht spazieren/bewegt sich - gleichzeitig transzendentales Argument für die Aufgeteiltheit der Welt - (Vorläufer: Strawson). |
Bra I R. Brandom Expressive Vernunft Frankfurt 2000 Bra II R. Brandom Begründen und Begreifen Frankfurt 2001 New II Albert Newen Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005 Newen I Albert Newen Markus Schrenk Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008 |
| Substitution | Substitution, Ersetzung, Philosophie: Hier geht es um das Ersetzen sprachlicher Elemente oder logischer Symbole innerhalb von Aussagen oder logischen Formeln durch andere sprachliche Elemente oder logische Symbole, die an der gleichen syntaktischen Position in der Lage sind, eine sinnvolle Aussage zu bilden. Wenn dabei der Wahrheitswert (wahr oder falsch) der Aussage erhalten bleibt, spricht man von Substituierbarkeit eines Terms durch einen anderen in einem Kontext. Siehe auch Gleichheit, Einsetzen, Bedeutung, Identität, Koreferenz. |
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| Substitution | Castaneda | Frank I 194 Ersetzbarkeit/Substituierbarkeit/Substitution/Ich/Castaneda: Aussagen wie "Ich bin Privatus" müssen einen nicht-ersetzbaren Gebrauch des "ich" für den Benutzer enthalten. >Ich/Castaneda. "Er selbst" ("er*") ist für den Benutzer nicht ersetzbar: d.h. "selbst" kann kein anderer sein. >Selbstidentifikation, >Indexwörter, >Indexikalität. Hector-Neri Castaneda(1966b): "He": A Study on the Logic of Self-consciousness, in : Ratio 8 (Oxford 1966), 130-157 |
Cast I H.-N. Castaneda Phenomeno-Logic of the I: Essays on Self-Consciousness Bloomington 1999 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Substitution | Quine | VII (b) 29 Ersetzbarkeit/Substitution/QuineVsLeibniz: die Stärke der Forderung nach Substituierbarkeit variiert mit der Reichhaltigkeit der Sprache. - Wir brauchen ein- und mehrstellige Prädikate, Wahrheitsfunktionen (nicht, und, oder usw.), Klassen, Klassen von Klassen, Kennzeichnungen, singuläre Termini. >Synonymie, >Ausdrucksfähigkeit, >Prädikate, >Singuläre Termini, >Kennzeichnungen, >Klassen. Diese Sprache ist dann extensional: jede zwei Prädikate, die extensional übereinstimmen (vom selben Objekt wahr sind) sind ersetzbar salva veritate. - Das sichert aber keine kognitive Synonymie. >Extension, >Extensionalität. VII (c) 56 Ersetzbarkeit/Quine: Frage: salvo quo? Etwas wird immer verändert. IX 9 Einsetzen/Substitution/Quine: wenn in einer Aussage, die für "Fx" substituiert wurde, freie Variablen außer "x" vorkommen, dann dürfen es nicht solche sein, die in den Wirkungsbereich von Quantoren geraten, die in dem Schema, in dem die Substitution vorgenommen wurde, vorkommen. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Substitution | Tugendhat | I 480 Substituierbarkeit/Tugendhat: ist kein Zirkel, weil Identifizierungen keine Etiketten sind - sondern mehrere Identifikationen aus verschiedene Situationen ergänzen sich zu einer Identifikation. >Individuation, >Identifikation, >Zirkularität. |
Tu I E. Tugendhat Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976 Tu II E. Tugendhat Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992 |
| Teilsätze | Schiffer | I 123 Nebensatz/Teilsatz/singulärer Term/Frege/Schiffer: "dass die Erde sich bewegt" = singulärer Term: wegen der fehlenden Substituierbarkeit in intensionalen Kontexten. >Singuläre Termini. DavidsonVs/Schiffer: "Die Erde bewegt sich" ist kein Teil eines singulären Terms. >Parataktische Analyse. Weder Satz noch Proposition. - Einziger Referent von "Erde" ist die Erde. - D.h. Es gibt Substituierbarkeit. >Substitution, >Asymmetrie Prädikat/Singulärer Term, >Referenz. I 285 Pointe: Davidson: drei-stellige Relation: Sprecher, aktuale Äußerung (italienisch), Inhaltssatz des Berichtenden. - Aber die Oberflächengrammatik ist zwei-stellig und hat Wahrheitswerte. I 125 "Dass" in "Dass die Erde sich bewegt" ist ein singulärer Term, der auf eine Äußerung referiert. - Problem: Quantifikation in Dass-Sätze hinein. - Das muss verfeinert werden für: Bsp Galileo sagt von einer Person, dass sie eine tolle Lasagne macht. >Dass-Sätze, >Opake Kontexte, >Quantifikation. Falsche Lösung: Dass-Satz als orthographischen Teil von "sagen-dass". - Dann gibt es keinen Term, der die Referenz auf die Äußerung trägt. |
Schi I St. Schiffer Remnants of Meaning Cambridge 1987 |
| Variablen | Variablen, Philosophie: Variablen sind Symbole in Aussagen oder logischen Formeln, an deren Stelle verschiedene nähere Bestimmungen z, B. Konstanten oder Namen von Gegenständen eingesetzt werden können. In der Logik werden freie und gebundene Variablen unterschieden. Freie Variable, die also nicht durch einen Quantor wie (Ex) oder (x) gebunden sind, bilden noch keine Aussage, sondern eine Aussagenfunktion wie z.B. „Fx“ - „Etwas ist F“. Zahlen oder Gegenstände sind nicht variabel. Die Variabilität besteht in der Einsetzbarkeit von mehr als einem möglichen Wert. Siehe auch Freie Variable, Gebundene Variable, Konstanten, Individuenkonstanten, Individuenvariablen, Einsetzen, Substitution, Substituierbarkeit, Logik, Aussagen, Aussagenfunktion, Formeln. |
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| Wahrheitswert | Tugendhat | II 233ff Def Wahrheitswertpotential/Tugendhat: zwei Namen, die denselben Gegenstand bezeichnen, haben dasselbe Wahrheitswert-Potential. Lösung für den Konflikt: Frege: Teilsätze, Zitate: Namen von Sätzen. Searle: Sätze sind niemals Namen. Tugendhat: dann ist das Wahrheitswert-Potential quasi die Übertragung der Merkmale von Sätzen auf Namen. II 237 Wahrheitswert/Satz/Gegenstand/Frege: durch Substituierbarkeit wird bewiesen, dass die Wahrheitswerte der Sätze den Gegenständen der Namen entsprechen. TugendhatVsFrege: nur umgekehrt kann bewiesen werden, dass die Gegenstände der Namen den Wahrheitswerten der Sätze entsprechen. II 243 Ungerade Bedeutung/Frege: Name eines Satzes. >Ungerade Bedeutung, >Namen von Sätzen. |
Tu I E. Tugendhat Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976 Tu II E. Tugendhat Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992 |