Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Ethik Behaviorismus Slater I 30
Ethik/Behaviorismus: VsWatson: Aus ethischer Sicht haben mehrere Autoren die Konditionierung von Ängsten bei Kindern in Frage gestellt, aber vielleicht noch wichtiger ist das Versäumnis, die Ängste nach ihrer Konditionierung zu beseitigen. (vgl. Watson und Rayner 1920)(1); >Experiment/Watson. Ollendick/Sherman/Muris/King: Uns scheint, dass solche ethischen Fragen wichtig sind, aber nicht einfach oder leicht zu lösen. Im Jahr 1920 (>Experiment/Watson) war wenig darüber bekannt, wie Ängste und Phobien erworben wurden, und man konnte argumentieren, dass eine solche Forschung äußerst wichtig und ethisch vertretbar war - solange dem Teilnehmer kein langfristiger Schaden entstanden war. Der Teil, der uns fragwürdig erscheint, ist, warum Watson und Rayner ihre Forschung nicht planten, damit sie die Zeit gehabt hätten, die konditionierten emotionalen Reaktionen zu entfernen, bevor Albert und seine Mutter das Krankenhaus verließen. Vgl. Harris (1979)(2).


1. Watson, J. B., & Rayner, R. (1920). Conditioned emotional responses. Journal of Experimental Psychology, 3, 1–14.
2. Harris, B. (1979). Whatever happened to Little Albert? American Psychologist, 34, 151–160.


Thomas H. Ollendick, Thomas M. Sherman, Peter Muris, and Neville J. King, “Conditioned Emotional Reactions. Beyond Watson and Rayner’s Little Albert”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Experimente Watson Slater I 24
Experiment/"Little Albert"/Watson/Rayner: Das Little-Albert-Experiment (Waton & Rayner 1920(1))war die erste Demonstration (...) beim Menschen: Ein unkonditionierter Stimulus (lautes Geräusch), der eine unkonditionierte Reaktion (Angst) erzeugte, wurde mit einem konditionierten Stimulus (weiße Ratte) gepaart, um eine konditionierte Reaktion (Angst) zu erzeugen. Auf diese Weise wurde eine konditionierte emotionale Reaktion erzeugt. >Konditionierung/Watson.
Slater I 25
Watson und Rayner stellten vier Fragen: (1) Könnten sie die Angst vor einem Tier konditionieren, indem sie es präsentieren und gleichzeitig auf einen Stahlstab schlagen?
(2) Wenn eine solche konditionierte Reaktion festgestellt werden könnte, würde sich die emotionale Reaktion auf andere Tiere oder andere Objekte übertragen?
(3) Wie würde sich die Zeit auf solche bedingten emotionalen Reaktionen auswirken?
(4) Welche Methoden könnten verwendet werden, um die Angstreaktion zu beseitigen?
Als Albert 11 Monate alt war, kombinierte das Experiment die Präsentation einer Ratte, vor der Albert keine Angst hatte, mit dem lauten Klang einer Stahlstange. Nach einigen Wiederholungen begann Albert zu weinen, als ihm nur die Ratte ohne Geräusch gezeigt wurde.
Slater I 26
Das Experiment wurde fortgesetzt und Watson und Rayner zeigten, dass die Angst vor der Ratte auf andere Tiere übertragen werden konnte und dass es wochenlang dauerte. Das Experiment konnte die vierte Frage nicht beantworten, da Albert und seine Mutter das Krankenhaus verließen. Watson und Rayner schlugen vor, die konditionierte Reaktion zu reduzieren, indem "konstruktive" Aktivitäten mit dem gefürchteten Objekt vereinbart wurden, indem Nachahmungen verwendet wurden und das Kind dabei unterstützt wurde, konstruktiv mit dem Objekt umzugehen.
Watson und Rayner antizipierten Strategien, die sich später bei der Behandlung von Kinderphobien als wirksam erwiesen haben, obwohl sie es nicht selbst versuchten: verlängerte In-vivo-Exposition, systematische Desensibilisierung und Teilnehmer-Modellierung (Ollendick & King, 2011)(2).
Slater I 27
Die Demonstration führte zu einem Paradigmenwechsel, wie Ängste und Phobien erworben wurden und möglicherweise behandelt werden konnten. Problem: Harris (1979)(3) dokumentierte, dass die meisten Lehrbuchversionen von Alberts Konditionierung (...) unter verschiedenen Ungenauigkeiten leiden.
VsWatson: Das Experiment wurde von vielen Wissenschaftlern aus einer Reihe von konzeptionellen, methodischen und ethischen Gründen heftig kritisiert. >Konditionierung/Psychologische Theorien.
Slater I 28
Stimuli/Konditionierung/VsWatson: Es wurde wiederholt gezeigt, dass Ängste vor Spinnen, Schlangen, Hunden, Höhen, Donner und Wasser viel häufiger sind als Ängste vor Schuhen, Blumen, Kaninchen und sogar potenziell gefährlichen Gegenständen wie Waffen, Messern und Steckdosen. Seligman (1971)(4) schlug vor, dass einige Objekte oder Situationen evolutionärer "vorbereitet" sind, um mit der Angstreaktion in Verbindung gebracht zu werden, während andere Autoren wie Davey (1997)(5) und Öhman und Mineka (2001)(6) von sogenannten angstrelevanten Reizen und angstirrelevanten Reizen sprechen. Wie auch immer bezeichnet, diese jüngsten Ergebnisse stellen den Begriff der Äquipotenzialität in Frage. (>Konditionierung/Psychologische Theorien.)

1. Watson, J. B., & Rayner, R. (1920). Conditioned emotional responses. Journal of Experimental Psychology, 3, 1–14.
2. Ollendick, T. H., & King, N. J. (2011). Evidence-based treatments for children and adolescents: Issues and commentary. In P. C. Kendall (Ed.), Child and adolescent therapy: Cognitive and behavioral procedures (4th edn, pp. 499–519). New York: Guilford Publications.
3. Harris, B. (1979). Whatever happened to Little Albert? American Psychologist, 34, 151–160.
4. Seligman, M. E. P. (1971). Phobias and preparedness. Behavior Therapy, 3, 307–320.
5. Davey, G. C. L. (1997). A conditioning model of phobias. In G. C. L. Davey (Ed.), Phobias: A handbook of theory, research, and treatment (pp. 301–322). Chichester: Wiley.
6. Öhman, A., & Mineka, S. (2001). Fears, phobias, and preparedness: Toward an evolved module of fear and fear learning. Psychological Review, 108, 383–522.


Thomas H. Ollendick, Thomas M. Sherman, Peter Muris, and Neville J. King, “Conditioned Emotional Reactions. Beyond Watson and Rayner’s Little Albert”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Konditionierung Psychologische Theorien Corr I 355
Konditionierung/Psychologische Theorien: Auch wenn wir davon ausgehen, dass Eysencks (1957)(1) Theorie richtig war, kann die klassische Konditionierung die bekannten Phänomene der Neurose nicht berücksichtigen. Wie von Corr (2008a)(2) diskutiert, geht die klassische Konditionierungstheorie der Neurose davon aus, dass als Ergebnis der Paarung des konditionierten Reizes (CS) (z.B. Haartier) und des unkonditionierten Reizes (UCS) (z.B, Schmerzen beim Hundebiss), die CS die auslösenden Eigenschaften der UCS übernimmt, so dass die CS nach der Konditionierung und bei alleiniger Präsentation eine Reaktion (d.h. die konditionierte Reaktion (CR), z.B. Angst, und die damit verbundenen Verhaltensweisen) erzeugt, die der von der UCS ausgelösten unkonditionierten Reaktion (UCR) (z.B. Schmerz und die damit verbundenen Verhaltensweisen) ähnelt. Problem: Die CR (z.B. Angst) ersetzt nicht die UCR (z.B. Schmerz). In einigen entscheidenden Punkten ähnelt die CR nicht einmal der UCR. Zum Beispiel löst ein Schmerz UCS eine Vielzahl von Reaktionen aus (z.B. Stimmgebung und Verhaltenserregung - erinnern Sie sich an das letzte Mal, als ein Objekt Sie hart getroffen hat!). Diese Reaktionen sind jedoch gänzlich anders - tatsächlich stehen sie im Gegensatz zu einem CS-Signalschmerz, der aus einem anderen Verhaltensspektrum (z.B. Ruhe und Verhaltenshemmung) besteht. >Konditionierung/Eysenck, >Konditionierung/Gray.


1. Eysenck, H. J. 1957. The dynamics of anxiety and hysteria. New York: Preger
2. Corr, P. J. 2008a. Reinforcement sensitivity theory (RST): Introduction, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 1–43. Cambridge University Press


Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press



Slater I 28
Konditionierung/psychologische Theorien: In den Jahren seit 1920 (Watsons und Rayners Experiment "Little Albert", Watson und Rayner 1920)(1); >Experiment/Watson) hat sich die klassische Konditionierung als komplexe Operation erwiesen, die von vielen verfahrenstechnischen Nuancen (Bouton, 2002(2); Field, 2006a(3)) und Subjektmerkmalen abhängt, die ihre Wirkung qualifizieren (Craske, 2003)(4). Zwei der wichtigsten verfahrenstechnischen Fragen konzentrieren sich auf zwei Merkmale, die mit der klassischen Konditionierung in Verbindung gebracht werden sollen: Äquipotenzialität und Extinktion. Die Äquipotenzialität bezieht sich auf die Vorstellung, dass jeder Stimulus in der Lage ist, zu einem konditionierten Stimulus zu werden, wenn er mit einem bedingungslosen Stimulus verbunden ist. Dieser Gedanke hat sich natürlich nicht im Laufe der Zeit bewährt. Für die Kritik an Watsons und Rayners Experiment von 1920 >VsWatson, >Konditionierung/Watson, >Experiment/Watson, >Konditionierung/Craske.
Slater I 29
VsWatson: Einige frühe Versuche, konditionierte emotionale Reaktionen bei Kleinkindern durch andere Forscher zu replizieren, waren eher gemischt, wobei einige erfolgreich waren (z.B. Jones, 1931)(5), während andere nicht erfolgreich waren (z.B. Bregman, 1934(6); Valentine, 1946(7)). Aus konzeptioneller und theoretischer Sicht war Watson und Rayners Darstellung der klassischen Konditionierung eindeutig simpel, und unter der Annahme, dass die Konditionierung produziert wurde, kann sie auch zufällig gewesen sein!

1. Watson, J. B., & Rayner, R. (1920). Conditioned emotional responses. Journal of Experimental Psychology, 3, 1–14.
2. Bouton, M. E., (2002). Context, ambiguity, and unlearning: Sources of relapse after behavioral extinction. Biological Psychiatry, 52, 976–986.
3. Field, A. P. (2006a). Is conditioning a useful framework for understanding the development and treatment of phobias? Clinical Psychology Review, 26, 857–875.
4. Craske, M. G. (2003). Origins of phobias and anxiety disorders. Amsterdam: Elsevier Science.
5. Jones, H. E. (1931). The conditioning of overt emotional responses. Journal of Educational Psychology, 22, 127–130.
6. Bregman, E. (1932). An attempt to modify the emotional attitudes of infants by the conditioned response technique. Journal of Genetic Psychology 45: 169-196
7. Valentine, C. W. (1946). The psychology of early childhood (3rd edn). London: Meuthen.


Thomas H. Ollendick, Thomas M. Sherman, Peter Muris, and Neville J. King, “Conditioned Emotional Reactions. Beyond Watson and Rayner’s Little Albert”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Methode Behaviorismus Slater I 29
Methode/Behaviorismus: Nach den heutigen Standards könnte man die Auswirkungen der Konditionierung in einem mehrfachen Basislinien-Umkehrdesign (siehe Kazdin, 2011)(1) und nicht in einer unkontrollierten Einzelfallstudie demonstrieren wollen. >Vs Watson; >Konditionierung/Watson, >Konditionierung/Psychologische Theorien. Im mehrfachen Basislinien-Umkehrdesign können beispielsweise drei unterschiedlich lange Basislinien (z.B. drei bis fünf Basislinienversuche) verwendet werden, bei denen zunächst die emotionale Reaktion auf die weiße Ratte (>Experiment/Watson) in Abwesenheit des lauten Geräuschs gemessen wird. Darüber hinaus können diese unterschiedlichen Grundlinien auf jeweils drei oder mehr Kinder angewendet werden. Nach den mehreren Grundlinien für jeden der Teilnehmer begann die Konditionierung und die Paarungen des lauten Geräuschs mit der Präsentation der weißen Ratte wurden fortgeführt, bis die Angstreaktion zuverlässig etabliert war. Für jedes Kind kann und dürfte sich die Anzahl der Paarungen aufgrund der "Konditionierbarkeit" der verschiedenen Teilnehmer geändert haben (siehe Craske, 2003)(2). Schließlich wurde die weiße Ratte nach erfolgreicher Konditionierung ohne das laute Geräusch für eine Reihe von Versuchen präsentiert, bis die Angst reduziert oder "gelöscht" wurde (mit den oben genannten Einschränkungen). Dieses Design ist ein extrem leistungsfähiges Design, da es ein A-B-A-Design ist, das mit mehreren Teilnehmern über verschiedene Basislinienintervalle hinweg ausgeführt wird.


1. Kazdin, A. E. (2011). Single-case research designs: Methods for clinical and applied settings (2nd edn). New York: Oxford University Press
2. Craske, M. G. (2003). Origins of phobias and anxiety disorders. Amsterdam: Elsevier Science


Thomas H. Ollendick, Thomas M. Sherman, Peter Muris, and Neville J. King, “Conditioned Emotional Reactions. Beyond Watson and Rayner’s Little Albert”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Methode Watson Slater I 29
Methode/VsWatson/Watson: Aus methodischer Sicht präsentieren Watson und Rayner (1920)(1) uns im Wesentlichen eine unkontrollierte Falldemonstration, die manchmal als A-B Single Case Design bezeichnet wird (d.h. eine Baseline gefolgt von einer Intervention). Das heißt, sie berichten über die vermeintliche Beschwörung von Angst in einem einzigen Thema und bieten uns keine experimentellen Kontrollen für diese Demonstration. Nach heutigem Stand würde dieser Bericht wahrscheinlich nicht in einer hochrangigen Zeitschrift veröffentlicht werden. >Methode/Behaviorismus.

1. Watson, J. B., & Rayner, R. (1920). Conditioned emotional responses. Journal of Experimental Psychology, 3, 1–14.


Thomas H. Ollendick, Thomas M. Sherman, Peter Muris, and Neville J. King, “Conditioned Emotional Reactions. Beyond Watson and Rayner’s Little Albert”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Soziales Lernen Bandura Upton I 11
Soziales Lernen/Bandura/Upton: Laut Banduras Theorie des sozialen Lernens (1963) lernen Menschen durch die Beobachtung des Verhaltens und der Einstellungen anderer und nutzen dies als Modell für ihr eigenes Verhalten. Bedingungen:

Aufmerksamkeit: Damit das Verhalten erlernt werden kann, muss der Beobachter das modellierte Verhalten sehen.
Speicherung: Der Beobachter muss sich an das modellierte Verhalten erinnern können.
Wiedergabe: Der Beobachter muss über die entsprechenden Fähigkeiten verfügen, um die Handlung zu reproduzieren.
Motivation: Der Beobachter muss motiviert sein, die von ihm beobachtete und erinnerte Handlung auszuführen, und er muss die Möglichkeit dazu haben. Die Verstärkung des Verhalten des Modells kann eine Motivation sein, während eine Bestrafung die Wiederholung des Verhaltens verhindern kann.

Upton I 12
Verhalten/BanduraVsWatson/Bandura: Der Beobachter wird das Verhalten des Modells nur dann imitieren, wenn das Modell Eigenschaften besitzt, die der Beobachter für attraktiv oder wünschenswert hält. Deshalb imitieren wir nicht immer die Handlungen anderer. Wir entscheiden, wen wir imitieren - Lernen ist keine automatische Reaktion, sondern hängt sowohl von internen als auch von umweltbezogenen Prozessen ab. Theorie des sozialen Lernens/Upton: wurde manchmal als Brücke zwischen verhaltenstheoretischen und kognitiven Lerntheorien bezeichnet, weil sie Aufmerksamkeit, Erinnerung und Motivation umfasst.

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011