Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Evolution Darwin Gould II 329
Darwin: 2 Stufen der Evolution 1. zufällige Variationsbreite (Erzeugung von Rohmaterial)
2. Auslese (Selektion) als konventionelle Kraft.
Gould II 331
Die offizielle Definition der Evolution/Gould: Def Evolution: "Veränderung der Genfrequenzen in Populationen". (Der Prozess der zufälligen Zu oder Abnahme der Genfrequenz wird
Def "Gendrift" genannt.)
Die neue Theorie des Neutralismus deutet an, dass viele wenn nicht gar die meisten Gene in individuellen Populationen ihre Häufigkeit primär dem Zufall verdanken.

Mayr I 235
Darwin (früh): Anpassungsveränderung. - Vs: Das kann niemals die enorme Vielfalt organischen Lebens erklären, denn es lässt keine Zunahme der Artenzahl zu.
Mayr I 236
Darwin/Mayr: Die Entstehung der Arten: 5 Haupttheorien 1. Organismen entwickeln sich im Lauf der Zeit ständig weiter (Evolution als solche).
2. Verschiedene Organismenarten stammen von einem gemeinsamen Vorfahren ab.
3. Arten vervielfachen sich im Lauf der Zeit (Speziation)
4. Evolution erfolgt in Form allmählichen Wandels.(GradualismusVsSaltationismus).
5. Der Evolutionsmechanismus besteht in der Konkurrenz unterzahlreichen einzigartigen Individuen um begrenzte Ressourcen, die zu Unterschieden in Überleben und Fortpflanzung führt (natürliche Selektion). >Selektion.

Gould IV 357
Evolution/Darwin: These: Keine innere Dynamik treibt das Leben voran! Wenn die Umwelt sich tatsächlich nicht veränderte, wäre es nicht ausgeschlossen, dass die Evolution knirschend zum Stehen käme! Eigentlich führen die Arten ihr Leben unabhängig voneinander! Ihre wichtigsten Kämpfe führen sie gegen Klimate, geologische und geographische Verhältnisse. (>Arten).

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989

Mayr I
Ernst Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Evolution Gould Dennett I 412
Evolution/Gould: These: Der entscheidende Unterschied in der Evolution ist nicht die schlichte Anpassung sondern die Artbildung (DennettVs). Gould: These: Arten sind zerbrechliche, aber unveränderliche Gebilde. Es gibt keine Verbesserungen bei Arten sondern geschlossenes Verwerfen. Richtige Ebene: Die richtige Ebene sind nicht die Gene sondern ganze Arten oder Klades. Arten/Gould/(s): Arten werden nicht verbessert, sondern verworfen. Ebene/Erklärung/Dennett: Die Erklärung erfolgt wie bei Software/Hardware. Einiges wird besser auf der einen, anderes auf der anderen Ebene erklärt.
>Erklärung, >Darwinismus.

Gould I 88ff
Evolution/Darwinismus/Individuum/Gould: Individuen entwickeln sich nicht evolutionär, sie können nur wachsen, sich fortpflanzen und sterben. Evolutionäre Veränderungen treten auf bei Gruppen von miteinander interagierenden Organismen. Arten sind die Einheiten der Evolution. Orthodoxer Darwinismus/Gould: These: Gene mutieren, Individuen unterliegen der Selektion, Arten entwickeln sich evolutionär.
I 131
Evolution/Gould: These: Ich stelle mir die Evolution nicht als Leiter sondern eher in Form eines Strauchs mit vielen Verzweigungen vor. Daher: Je mehr Arten desto besser.
I 133
Die Wichtigkeit dieses Punkts kann man an der Entwicklung der Moleküle sehen. Die Zahl der Unterschiede zwischen den Aminosäuren korreliert deutlich mit der Zeit seit der Abzweigung von Entwicklungslinien. Je länger die Trennung, desto größer die Unterschiede. So hat man eine molekulare Uhr entwickelt. Die Darwinisten waren generell überrascht von der Regelmäßigkeit dieser Uhr. Denn die Selektion sollte eigentlich mit erkennbar unterschiedlicher Geschwindigkeit bei den verschiedenen Entwicklungslinien zu verschiedenen Zeiten vorgehen.
I 134
VsDarwinismus: Die Darwinisten sind tatsächlich gezwungen, zu erwägen, dass die regelmäßige molekulare Uhr eine Evolution wiedergibt, die nicht der Selektion unterliegt, sondern der zufälligen Fixierung neutraler Mutationen. Wir haben uns nie von der Auffassung der Evolution des Menschen trennen können, die das Gehirn in den Mittelpunkt stellt. Der Australopithecus afarensis widerlegte das, wie es übrigens von scharfsinnigen Evolutionstheoretikern wie Ernst Haeckel und Friedrich Engels vorausgesagt worden war.
Tradition: Allgemeine Auffassung: Dass der aufrechte Gang eine leicht erreichbare allmähliche Entwicklung, und der Zuwachs des Gehirnvolumens einen überraschend schnellen Sprung darstellte.
I 136
GouldVs: Ich möchte die gegenteilige Auffassung vertreten. Nach meiner Auffassung ist der Aufrechtgang eine Überraschung, ein schwer zu erreichendes Ereignis, eine rasche und fundamentale Umgestaltung unserer Anatomie. Die darauf folgende Vergrößerung unseres Gehirns ist in anatomischen Begriffen ein sekundäres Epiphänomen, ein einfacher Übergang, eingebettet in das allgemeine Muster der menschlichen Evolution. Zweifüßigkeit ist keine einfache Errungenschaft, sie setzt eine fundamentale Umgestaltung unserer Anatomie, insbesondere der Füße und des Beckens, voraus.
I 191
Evolution/Gould: Evolution geht im Wesentlichen auf zweierlei Weise vor sich: a)
Def phyletische Transformation: Eine Gesamtpopulation verändert sich von einem Zustand zu einem anderen hin. Würden sich alle evolutionären Veränderungen auf diese Weise ereignen, könnte sich das Leben nicht lange halten.
Denn bei einer phyletischen Transformation kommt es nicht zu einer Zunahme an Mannigfaltigkeit und Vielgestaltigkeit, nur zur Transformation von einem Zustand zu einem anderen. Da nun Aussterben (durch Ausrottung) so verbreitet ist, würde bald alles vernichtet, das nicht die Fähigkeit zur Anpassung hat.
b)
Def Speziation: neue Arten zweigen sich von bisherigen ab. Alle Theorien der Speziation gehen davon aus, dass Aufspaltungen bei sehr kleinen Populationen rasch eintreten.
Bei der "sympatrischen" Speziation treten neue Formen innerhalb des Verbreitungsgebiets der bisherigen Form auf.
Große stabile Zentralpopulationen üben einen starken homogenisierenden Einfluss aus. Neue Mutationen werden durch die starken bisherigen Formen beeinträchtigt: Sie mögen langsam an Häufigkeit zunehmen, aber eine veränderte Umwelt setzt gewöhnlich ihrer selektiven Wert herab, lange bevor sie sich durchsetzen können. Mithin sollte eine phyletische Transformation der großen Populationen sehr selten sein, wie dies auch die Fossilfunde beweisen.
Anders sieht es an der Peripherie aus: Hier sind isolierte kleine Populationen sehr viel stärker dem Selektionsdruck ausgesetzt, weil die Peripherie die Grenze der ökologischen Toleranz der bisherigen Lebewesen markiert.
I 266
Evolution/Biologie/Gould: Die Evolution geht durch Ersetzung der Nukleotide vor sich.
II 243
Evolution/Gould: These: Die Evolution hat keine Tendenz.
II 331
Evolution/Gould: Die offizielle Definition der Evolution/Gould: Def Evolution: Evolution ist die "Veränderung der Genfrequenzen in Populationen". (Der Prozess der zufälligen Zu- oder Abnahme der Genfrequenz wird Def "Gendrift" genannt.)
Die neue Theorie des Neutralismus deutet an, dass viele wenn nicht gar die meisten Gene in individuellen Populationen ihre Häufigkeit primär dem Zufall verdanken.

IV 199
Evolution/Artenreichtum: Der Wandel von wenigen Arten und vielen Gruppen zu wenigen Gruppen und vielen Arten würde selbst bei rein zufälligem Aussterben auftreten, wenn jeder Speziationsvorgang zu Beginn der Geschichte des Lebens von durchschnittlich größeren Veränderungen begleitet gewesen wäre.
IV 221
Evolution/Gould. Vorevolutionäre Theorie: Die Kette des Seins ist die alte Idee, dass jeder Organismus ein Bindeglied darstellt. Sie verwechselt Evolution mit Höherentwicklung. Sie ist auch als primitive Form der Evolution missinterpretiert worden, hat aber damit nichts zu tun! Die These ist nachdrücklich antievolutionär.
Problem: Es gibt keine Bindeglieder zwischen Wirbeltieren und Wirbellosen.
IV 223
Zwischenform: Die Theorie nahm Asbest als Zwischenform zwischen Mineralien und Pflanzen an, aufgrund der faserartigen Struktur. Hydra und Korallen wurden als Zwischenform zwischen Pflanzen und Tieren angesehen. (Heute: Beides sind natürlich Tiere.) Absurd: Es ist absurd eine Ähnlichkeit zwischen Pflanzen und Pavianen herzustellen, durch die Analogie, dass Pflanzen ihre Blätter verlieren und Paviansäuglinge ihre Haare.
IV 346
Evolution/Gould: Evolution entwickelt sich keineswegs in Richtung Komplexität, warum auch?

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Ordnung Dennett I 94
Gestaltung/Dennett: Es gibt kein quantitatives Maß für Gestaltung. Es ist keineswegs unumstritten, dass ein Auto mehr Gestaltung enthält als ein Fahrrad, ein Hai mehr als eine Amöbe usw.
I 95
Bsp Ein Plagiat ist nicht weniger gestaltet als das Original. >Fälschung.
I 172
Gestaltung/Dennett: Da jedes neu auftauchende gestaltete Ding irgend wo in seiner Entstehung eine große Gestaltungsinvestition beinhaltet, wird die sparsamste Hypothese immer unterstellen, dass die Gestaltung im wesentlichen eine Kopie früherer Gestaltung ist. Gestaltung/Dennett: Kann man Gestaltung messen? Man kann berechnen, mit welcher Geschwindigkeit die Gendrift Abweichungen anhäuft. Es gibt eine Obergrenze der Geschwindigkeit, die tatsächliche Evolution verläuft viel langsamer.
I 316f
Die "Produkte" sind nicht die Genketten, sondern die Lebewesen selbst. DennettVsDawkins. Komplexität/Gestaltung/Dennett: Welche Beziehung besteht zwischen beiden? Es geht um richtige Kombination von Einfachheit und Komplexität. Es geht um "Gelegenheiten für Einfachheit".
Bsp ein einfacher Seagull-Außenbordmotor ist berühmt dafür, dass er nie kaputtgeht. Vom Paddel haben wir zu recht keine so hohe Meinung.
Gestaltung/Dennett: Wenn man etwas über die Gestaltung eines Geräts weiß, kann man sein Verhalten voraussagen, ohne dass man sich um die grundlegenden physikalischen Eigenschaften seiner Teile kümmern müsste.
Bsp Bedienung eines Videorekorders.
Bsp Konstruktion eines Videorekorders: nur hier muss man die grundlegenden Gesetz der Physik beachten.
I 85f
Gestaltung/Dennett: braucht Schöpfer - Ordnung: braucht keinen Schöpfer - Darwin: reduzierte Gestaltung auf Ordnung. - Es gibt kein quantitatives Maß für Gestaltung. - Es ist nicht unumstritten, ob ein Fahrrad mehr Gestaltung hat als ein Hai.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Selektion Mayr I 65
Natürliche Selektion/Mayr: Selektion ist kein zufälliger Vorgang! (Obwohl der Zufall in der Evolution eine Rolle spielt.) >Mutation.
I 248
Selektion/Mayr: Heute ist Selektion durchgängig akzeptiert. Zwei Schritte: Variation und eigentliche Selektion. 1. Variation: In jeder Generation entsteht durch Rekombination, Genfluss, Zufallsfaktoren und Mutationen eine große genetische Vielfalt. Das genetische Material ist "hart" und nicht "weich", wie Darwin annahm.
>Zufall, >Notwendigkeit.
Sexuelle Fortpflanzung: Die elterlichen Chromosomen werden gebrochen und neu zusammengesetzt. Dadurch gibt es die Einzigartigkeit der Nachkommen durch Rekombination. Die Zusammensetzung der Gene erfolgt nach keinerlei Gesetzmäßigkeit!
>Gene, >Gendrift.
I 249
2.Auslese: Unterschiede in Überleben und Fortpflanzung der neugebildeten Individuen. >Individuen/Mayr, >Leben/Mayr.
Selbst bei Arten, die Millionen von Nachkommen in jeder Generation erzeugen, werden im Durchschnitt nur zwei davon benötigt, um das Populationsgleichgewicht zu erhalten.
>Arten, >Evolution.
I 250
Zufall/Mayr: Der Zufall dominiert bei der Variation Notwendigkeit/Mayr: Notwendigkeit dominiert bei der Selektion.
Selektion: Es gibt keine "selektive Kraft"!
I 252
Selektion: Bates' Entdeckung der Mimikry (1862)(1) bei essbaren und giftigen Schmetterlingen: erster Beweis für die natürliche Selektion. >Mimikry.
Nutzen/Biologie: welchen Nutzen hat die Emergenz eines Merkmals für das Überleben: adaptionistisches Programm.
>Nutzen, >Leben/Mayr.
I 252
Merkmale/Überleben: günstige Merkmale: Toleranz gegen widriges Klima, bessere Nahrungsverwertung, Resistenz gegen Krankheitserreger, Fluchtfähigkeit. (Durch sexuelle Fortpflanzung). Auswahl durch Weibchen (Pfauenschwanz) vielleicht wichtiger als Fähigkeit der Männchen, Nebenbuhler zu besiegen. >Merkmale/Mayr.
I 253
Geschwisterrivalität und elterliche Fürsorge: wirken sich eher auf den Fortpflanzungserfolg als auf das Überleben aus. Diese Selektion ist anscheinend wichtiger als der Begriff der sexuellen Selektion vermuten lässt.
I 260
Aussterben: 99,9 % aller evolutionären Linien, die einmal auf der Erde existierten, sind ausgestorben. Selektion/Darwin: "Die natürliche Selektion ist überall in der Welt stündlich dabei, die geringsten Veränderungen aufzuspüren".(2)
I 261
Selektion/MayrVsDarwin: Die zur Perfektion eines Merkmals benötigte genetische Variation tritt vielleicht gar nicht auf. Bsp Innenskelett/Außenskelett:
Inneskelett: Wirbeltiere haben ihre Größe bis zum Dinosaurier gesteigert,
Außenskelett: Die Riesenkrabbe ist das größte Wesen geblieben.
Der Unterschied ist durch die verschiedenen Wege bestimmt, die die Vorfahren eingeschlagen hatten, nicht durch das Vorhandensein der Merkmale.
I 262
Selektion/Mayr: weitere Einschränkung: Wechselwirkung in der Entwicklung. Die Teile des Organismus sind nicht voneinander unabhängig. Keiner reagiert auf die Selektion, ohne mit den anderen Merkmalen zu interagieren. Geoffroys, 1818(3): "Gesetz des Gleichgewichts": Organismen sind Kompromisse zwischen konkurrierenden Ansprüchen.
Selektion/Mayr. 3. Einschränkung: Fähigkeit zur nichtgenetischen Modifikation: je plastischer der Phänotyp (durch Flexibilität in der Entwicklung) ist, desto geringer wirkt die Kraft des Selektionsdrucks. Pflanzen (und vor allem Mikroorganismen) haben eine viel größere Fähigkeit zu phänotypischer Modifikation (vielfältigere Reaktionsnorm) als Tiere.
Die Fähigkeit zur nichtgenetischen Anpassung wird ausschließlich genetisch gesteuert.
Zufall: Der Zufall wirkt auf jeder Stufe.
I 264
Neu: Ganze Populationen oder sogar Arten könnten Zielobjekt der Selektion sein.
I 265
Weiche/harte Gruppenselektion: Weiche Gruppenselektion: Erfolg durch mittleren Selektionswert der Individuen.so ist jede individuelle Selektion auch eine weiche Gruppenselektion.
Harte Gruppenselektion: Eine Gruppe als Ganzes verfügt über bestimmte adaptive Gruppenmerkmale, die nicht einfach die Summe der Beiträge sind .Der Vorteil der Gruppe ist größer als der der Summe der einzelnen Mitglieder.
>Adaption.
Arbeitsteilung, Zusammenarbeit (Wächter, Nahrungssuche). Hier ist der Begriff der "Gruppenselektion" gerechtfertigt.
I 266
Entstehung der Arten: Diese Kontroverse veränderte den Status der sogenannten Artselektion völlig: das Auftauchen einer neuen Art scheint sehr oft am Aussterben einer anderen mitzuwirken. "Artenaustausch", verläuft nach strengen Darwinistischen Prinzipien.
I 279
Def r-Selektion: stark schwankende oft Katastrophen ausgesetzte Populationsgröße, schwache intraspezifische Konkurrenz, sehr fruchtbar. K-Selektion: konstante Populationsgröße, starke Konkurrenz, stabile Lebenserwartung.
I 280
Mit wachsender Populationsdichte wächst auch der Einfluss widriger Faktoren: Konkurrenz, Nahrungsknappheit, Mangel an Fluchtmöglichkeit, Raubfeinde, das Wachstum verlangsamt sich.
I 317
Könnte der Mensch zum Übermenschen werden? Hier stehen die Chancen schlecht! Zu wenig Selektionsdruck. Vor allem gab es früher Gruppenselektion. Selektion/Mensch: Heute dagegen in der Massengesellschaft gibt es keinerlei Anzeichen für Selektion auf überlegene Genotypen, die es dem Menschen gestatten würden, sich über seine gegenwärtigen Fähigkeiten zu erheben.
Viele Autoren behaupten sogar einen gegenwärtigen Verfall des menschlichen Genpools.
Francis Galton legte als erster nahe, dass man mit angemessener Selektion die Menschheit verbessern könnte und sollte. Er prägte den Begriff "Eugenik".

1. H.W. Bates (1862). Contributions to an Insect Fauna of the Amazon Valley. In: Trans Linn. Soc. London 23. S. 495-566.
2. Ch. Darwin (1859). On the Origin of Species. London: John Murray.
3. E. Geoffroy St. Hilaire (1818). Philosophie anatomique. Paris.

Mayr I
Ernst Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Terminologien Gould I 190
1. Stasis: Die meisten Arten zeigen während ihrer Anwesenheit auf der Erde kaum Veränderung in der einen oder anderen Richtung. 2. Plötzliches Auftreten: In allen Lebensbereichen treten Arten nicht aufgrund unablässiger Veränderungen ihrer Vorläufer auf, sondern plötzlich und "voll ausgebildet".
I 191
Evolution/Gould: Evolution geht im Wesentlichen auf zweierlei Weise vor sich: a)
Def phyletische Transformation: Eine Gesamtpopulation verändert sich von einem Zustand zu einem anderen hin. Würden sich alle evolutionären Veränderungen auf diese Weise ereignen, könnte sich das Leben nicht lange halten. (Siehe Evolution/Gould).
b)
Def Speziation: Neue Arten zweigen sich von bisherigen ab. Alle Theorien der Speziation gehen davon aus, dass Aufspaltungen bei sehr kleinen Populationen rasch eintreten. Bevorzugt wird die "allopatrische" (an einem anderen Ort geschehende) Speziation von den meisten Theoretikern. (Das ist die orthodoxe Auffassung).
Bei der "sympatrischen" Speziation treten neue Formen innerhalb des Verbreitungsgebiets der bisherigen Form auf.
I 198
Def Präadaption: Präadaption ist aus der These hergeleitet, dass in den Anfangsstadien andere Funktionen erfüllt worden sind. Bsp Ein halber Kiefer konnte die Kiemen stützen. Ein halber Flügel mag zum Fang von Beutetieren gedient haben, oder zur Kontrolle der Körpertemperatur.
I 240
Def Eozoon: Ein Eozoon ist die Frühform eines Tieres.
I 256
Def Protisten: Protisten sind einzelligen Vorläufer. Def Metazoen: Metazoen sind vielzelligen Nachkommen.
I 258
Def homologe Ähnlichkeit gemeinsame Vorläufer: Zwei Organismen können dasselbe Merkmal besitzen, weil sie es von einem gemeinsamen Vorfahren bekommen haben. Def analoge Ähnlichkeit: keine gemeinsamen Vorläufer: Wenn zwei Organismen ein gemeinsames Merkmal aufweisen, das das Ergebnis einer getrennten, aber ähnlichen evolutionären Veränderung in voneinander unabhängigen Entwicklungslinien darstellt.
I 281
Def Parallelismus, Def Konvergenz: Parallelismus ist eine getrennte Entwicklung ähnlicher Merkmale im Verlauf der Evolution. Diese tritt sehr häufig auf.
II 56
Def Diploid: Tiere, die in beiden Geschlechtern gepaarte Chromosomen aufweisen, sind diploid. Manche Tiere verwenden zur Geschlechtsbestimmung ein anderes Merkmal: Die Weibchen sind diploid, aber die Männchen haben anstelle jedes weiblichen Paars nur ein Chromosom und werden als
Def Haploid bezeichnet. Haploid bedeutet nur ein Chromosom zu haben (die Hälfte der diploiden Anzahl). Mit anderen Worten: Die Männchen entwickeln sich ironischerweise aus unbefruchteten Eiern und haben keinen Vater. Befruchtete Eier dagegen erzeugen diploide Weibchen.
Tiere, die dieses System verwenden, werden
Def Haplodiploid genannt: Die Männchen entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern und haben keinen Vater. Befruchtete Eier dagegen erzeugen diploide Weibchen. Damit kann die Anzahl der Weibchen gesteuert werden.
II 57
Dieses faszinierende System kann dazu beitragen, den Ursprung der sozialen Systeme bei Ameisen zu erklären. Oder auch, Bsp dass eine männliche Milbe vor ihrer eigenen Geburt stirbt, nachdem sie im Mutterleib ihre Schwestern befruchtet hat. Mindestens 10% aller bekannten Tierarten sind haplodiploid.
II 186
Def homöotische Mutation: Beine oder Teile von Beinen ersetzen eine Vielzahl von Strukturen am Kopf vor allem Fühler und Teile des Mundes. Nicht alle falsch platzierten Teile stellen Homöosen dar. William Bateson (nicht Gregory), der später das Wort Genetik erfand, nannte homöotisch nur Fälle, in denen Organe ersetzt werden, die den gleichen Entwicklungs- oder Evolutionsursprung haben.
II 192
Lebensfähige Homöoten, die die Urformen nachbilden, sind nicht wirklich wiedergeborene Vorfahren. Es werden doppelte Elemente ausgebildet, keine alten Muster wiedergefunden.
II 193
Es wird durch diese Dinge deutlich, wie wenige Gene für die Regulierung der Grundordnung im Körper einer Fruchtfliege verantwortlich sind.
II 240
Def Zoozentrisch: Zoozentrismus ist die Sichtweise, die aus dem Verhalten anderer Tiere allgemeine Prinzipien ableitet und dann den Menschen vollständig in diese Rubrik hinein subsumiert, weil wir unbestreitbar auch Tiere sind. Def Anthropozentrisch: Anthropozentrismus ist die Sichtweise, die versucht, die Natur in uns zu subsumieren, indem sie unsere Besonderheiten als das Ziel des Lebens von Anfang an betrachtet.
Die zoozentrische Auffassung kann bis zur Karikatur ausgedehnt werden, die häufig dann als der "nichts als Irrtum" bezeichnet wird: Der Mensch sei "nichts anderes als" ein Tier (Reduktionismus).
Die Populärwissenschaft überschwemmt uns mit der übermäßig ausgedehnten Version des Zoozentrismus.
II 331
Def "Gendrift"/Gould: Gendrift ist der Prozess der zufälligen Zu- oder Abnahme der Genfrequenz.
II 352
Def Klade: Die Klade ist ein Zweig an einem Evolutionsbaum. Der Kladismus versucht, für eine Reihe verwandter Arten das Muster der Verzweigung zu etablieren.
II 353
Def Schwestergruppe: Die Schwestergruppe bildet ein auf dem Kopf stehendes Ypsilon. Dies sind zwei Stämme, die einen gemeinsamen Vorfahren teilen, von dem kein anderer Stamm abzweigt. Bsp Gorillas und Schimpansen bilden eine Schwestergruppe. Wir können dann die Schimpansen-Gorilla-Gruppe als Einheit betrachten und fragen, welcher Primat mit ihr die Schwestergruppe bildet.
II 354
Def abgeleitete Merkmale: Abgeleitete Merkmale sind Eigenschaften, die nur bei Mitgliedern einer direkten Abstammungslinie vorkommen. Bsp Alle Säugetiere haben Haare, das ist bei keinem anderen Wirbeltier der Fall.
II 355
Haare sind für die Klasse der Säugetiere ein abgeleitetes Merkmal, weil sie sich nur einmal beim gemeinsamen Vorfahren der Säugetiere entwickelt haben und daher einen echten Zweig im Stammbaum der Wirbeltiere identifizieren. Gemeinsame abgeleitete Merkmale sind zwei oder mehreren Stämmen gemeinsam und können benutzt werden, um Schwestergruppen zu identifizieren.
II 356
GouldVsKladismus: Die meisten abgeleiteten Merkmale sind zweideutig: Sie neigen entweder dazu, zu einfach abgrenzbar zu sein, oder sie sind adaptiv so vorteilhaft, dass mehrere Stämme sie durch natürliche Auslese unabhängig voneinander entwickelt haben.
II 360
Def Klassifikation (Kladismus): Klassifikation wurde entworfen, relative Ausmaße von Ähnlichkeit widerzuspiegeln. Def Phenetismus: Phenetismus ist eine andere Theorie der Klassifikation, sie konzentriert sich lediglich auf die Gesamtähnlichkeit und versucht, dem Vorwurf der Subjektivität zu entgehen, indem sie sich auf eine große Anzahl von Merkmalen beruft, die alle numerisch ausgedrückt und vom Computer bearbeitet werden.
II 374
Def "Telegonie": Merkmale längst ausgestorbener Vorfahren tauchen wieder auf. Sie sind "Nachkommen aus der Entfernung". Telegonie bezeichnet die Vorstellung, dass ein Erzeuger Nachkommen beeinflussen könnte, die nicht von ihm gezeugt wurden.
Def "Pangenesis" 1868, provisorisch von Darwin entwickelt: These: Alle Zellen des Körpers erzeugen kleine Partikel, "Gemmulae", die im ganzen Körper kreisen, sich in den Geschlechtszellen sammeln und schließlich die Merkmale an die Nachkommen übertragen.
GouldVs"Pangenesis: Da die "Gemmulae" sich verändern können, können angeeignete Merkmale vererbt werden. Das wäre Lamarckismus.
II 377
Def Orthogenese: Orthogenese ist die Annahme, nach der ein vorgezeichneter Pfad befolgt wird.
IV 103
Doktrin der Uniformität (vertreten von Charles Lyell und James Hutton): Die obersten Erdschichten seien seit Millionen Jahren unverändert.
IV 153
Def Monogenie (19. Jahrhundert): These: Monogenie ist die These, dass eine gemeinsame Abstammung aller Menschen von den Stammeltern Adam und Eva vorliegt. (Niedere Rassen seien später von ursprünglicher Perfektion degeneriert.) Def Polygenie (19. Jahrhundert): These: Adam und Eva seien nur die Vorfahren der weißen Völker.
IV 159
Def Unterart: Eine Unterart ist eine Population, die ein bestimmtes geographischen Gebiet bewohnt.
IV 357
Def sympatrisch: Sympatrisch heißt "am selben Ort". Def allopatrisch: Allopatrisch heißt "an getrennten Orten". (Man nimmt an, dass Arten sich nur getrennt entwickeln können.)

III 19
Das "Volle Haus": ist ein zentrales Argument Goulds: Die natürliche Realität ist eine Ansammlung von Individuen in Populationen. Variation ist nicht reduzierbar sondern "real" in dem Sinn, dass daraus "die Welt besteht". Fehler: Populationen (nach Platon) immer als "Durchschnitt" zu beschreiben, der dann als "typisch" gilt.
III 67
Das "Volle Haus": Das "Volle Haus" spiegelt die Notwendigkeit wider, sich nicht immer nur auf ein abstraktes Maß eines Durchschnitts oder einer zentralen Tendenz zu konzentrieren, sondern auf die Variation innerhalb ganzer Systeme. Fehler: Es ist ein Fehler, ein wahrscheinliches Ergebnis für ein einzelnes Individuum als Maß für eine zentrale Tendenz zu betrachten.

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989