| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Aggression | Molekulargenetik | Slater I 179 Aggression/Molekulargenetik: Für Literatur, die genetische Beiträge zur Entwicklung von Aggression untersucht sowie die Interaktion zwischen genetischen und ökologischen Faktoren und wie diese Risiken überträgt, siehe Beisky & Pluess, 2009(1); Dick et al., 2006(2). >Aggression/Bandura, >Aggression/Entwicklungspsychologie, >Bobo-Puppenstudie/Bandura. Bandura: Bei der Zuordnung von Teilnehmern zu Kontroll- und Versuchsgruppen in der Bobo-Puppenstudie erkannten Bandura et al. (3), dass Kinder, die zunächst für aggressives Verhalten anfällig waren, anfälliger für das Nachahmen neuartiger aggressiver Verhaltensweisen sein könnten als Kinder, die nicht für aggressives Verhalten anfällig waren, und passten daher Kinder auf Aggressionsebenen an, bevor sie zufällig einer Kontroll- oder Versuchsgruppe zugeordnet wurden. Es gibt inzwischen empirische Hinweise darauf, dass bestimmte Gene ein Risiko für die Entwicklung aggressiven Verhaltens darstellen, dieses genetische Risiko kann jedoch durch Umweltfaktoren gemildert werden (Caspi et al., 2002(4); Dodge, 2009(5)). Beispielsweise sind Varianten des CHRM2-Gens differenziell mit Verläufen des Externalisierungsverhaltens (einschließlich Aggression) verbunden, aber Verbindungen zwischen der riskanten Variante von CHRM2 und Externalisierung werden für Jugendliche, die sich mit abweichenden Gleichaltrigen zusammenschließen, verschärft (Latendresse et al., 2011)(6). Dick et al. (2009)(7) zeigten, dass Jugendliche, die einen riskanten GABRA2-Genotyp trugen, wahrscheinlich ein anhaltend hohes Maß an Externalisierungsverhalten von der frühen Jugend bis ins Erwachsenenalter aufweisen; der GABRA2-Genotyp interagierte jedoch mit dem elterlichen Monitoring, so dass der Zusammenhang zwischen GABRA2 und dem hohen Externalisierungsverhalten durch ein hohes Maß an elterlicher Überwachung geschwächt wurde. 1. Beisky, J., & Pluess, M. (2009). Beyond diathesis stress: Differential susceptibility to environmental influences. Psychological Bulletin, 135, 885—908. 2. Dick, D. M., Bierut, L., Hinrichs, A., Fox, L., Buchoiz, K. K., Kramer, J., Kuperman, S., Hasseibrock, V., Schuckit, M., & Almasy, L. (2006). The role of GABRA2 in risk for conduct disorder and alcohol and drug dependence across different developmental stages. Behavior Genetics, 36, 577—590. 3. Bandura, A., Ross, D., & Ross, S. A. (1961). Transmission of aggression through imitation of aggressive models. Journal of Abnormal and Social Psychology, 63, 575—582. 4. Caspi, A., McClay, J., Moffitt, T. E., Mill, J., Martin, J., Craig, I. W., Taylor, A., & Poulton, R. (2002). Role of genotype in the cycle of violence in maltreated children. Science, 297, 851—854. 5. Dodge, K. A. (2009). Mechanisms of gene-environment interaction effects in the development of conduct disorder. Perspectives in Psychological Science, 4, 408—414. 6. Latendresse, S. J., Bates, J. E., Goodmight, J. A., Lansford, J. E., Budde, J. P., Goate, A., Dodge, K. A., Pettit, G. S., & Dick, D. M. (2011). Differential susceptibility to adolescent externalizing trajectories: Examining the interplay between CHRM2 and peer group antisocial behavior. Child Development, 82, 1797—18 14. 7. Dick, D. M., Latendresse, S. J., Lansford, J. E., Budde, J. P., Goate, A., Dodge, K. A., Pettit, G. S., & Bates J. E. (2009). The role of GABRA2 in trajectories of externalizing behavior across development and evidence of moderation by parental monitoring. Archives of General Psychiatry, 66, 649—657. Jenifer E. Lansford, “Aggression. Beyond Bandura’s Bobo Doll Studies“, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications |
Slater I Alan M. Slater Paul C. Quinn Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012 |
| Arten | Mayr | Gould I 216 Art/Darwin/Lamarck: Arten sind keine natürliche Einheiten sondern "rein artifizielle Zusammenstellungen"... begriffliche Definitionen. >Ordnung, >Systeme, >Definitionen, >Definierbarkeit, >Klassifikation. Gould I 217 Art/Ernst MayrVsDarwin/MayrVsLamarck: Arten sind Produkt der Evolution und nicht des menschlichen Geistes. >Evolution, >Evolution/Mayr. I 179 Def Art/Mayr: Eine Art ist eine Vorrichtung zum Schutz ausgewogener, harmonischer Genotypen. "Biologisches Artkonzept" sucht biologischen Grund für die Existenz von Arten. Vielleicht gibt es zufällig noch andere Eigenschaften. Biologisches Artkonzept: 1. Problem: Asexuelle Organismen bilden keine Populationen. 2. Problem: Räumliche Ausdehnung mit Unterarten. Sie können in der Isolation mit der Zeit zu selbständigen Arten werden (durch Erwerb von neuen Isolationsmechanismen). (Polytypische Arten). I 181 Nominalistisches Artkonzept: In der Natur gibt es ausschließlich Individuen, Arten sind künstlich vom Menschen geschaffen. MayrVs: Das wäre Willkür, und die Natur zeigt, dass nicht Willkür herrscht. I 182 Evolutionäres Artkonzept: zeitliche Dimension, Generationenreihe von Populationen. MayrVs: Das Konzept berücksichtigt nicht, dass es zwei mögliche Wege der Artentstehung gibt: a) Allmähliche (graduelle) Wandlung einer Stammlinie in eine andere Art, ohne dass die Zahl der Arten verändert würde, b) Die Vervielfältigung von Arten durch geographische Isolation. I 183 Art/Mayr: Art wird auf drei ganz verschiedene Objekte oder Phänomene angewendet: 1. Das Artkonzept 2. Die Kategorie Art 3. Die Arttaxa. Manche Autoren konnten diese nicht unterscheiden, was zu heilloser Verwirrung in der Literatur geführt hat. Artkonzept: biologische Bedeutung oder Definition des Wortes "Art". Kategorie Art: bestimmte Rangstufe im Linnéschen System. (Andere Kategorien: Ordnung, Reich., Gattung...) Def Arttaxa: Besondere Populationen oder Populationsgruppen, die der Artdefinition entsprechen. Sie sind Entitäten ("Individuen") und lassen sich als solche nicht definieren. Individuen können nicht definiert werden, sondern lediglich beschrieben und abgegrenzt. >Definitionen, >Definierbarkeit. I 183 Evolution/Mayr: Art ist die entscheidende Entität der Evolution. Art: Eine Art tritt, ganz unabhängig von den ihr zugehörigen Individuen, als eine Einheit mit anderen Arten in der gemeinsamen Umwelt in Wechselwirkung. I 185 Makrotaxonomie: Die Klassifikation von Arten (in übergeordnete Gruppen) Gruppen: Meist leicht erkennbar: Vögel, Schmetterlinge, Käfer. Abwärtsklassifikation (Eigentlich Identifizierung). Zweiteilung (aristotelisch), Blütezeit der medizinischen Botanik. Bsp Warmblüter oder Nicht-Warmblüter - Federn habend oder nicht habend. I 192 Organismentypen: Die meisten neuen Organismentypen entstehen nicht durch allmähliche Umformung einer Stammlinie, also eines schon vorhandenen Typus. Vielmehr dringt eine Gründerart in eine neue adaptive Zone vor und ist dort dank schneller adaptiver Veränderungen erfolgreich. Bsp Die mehr als 5000 Singvogelarten sind nicht mehr als die Variation eines einzigen Themas. I 192 Art: Die beiden evolutionären Wege, eine neue Art hervorzubringen: a) allmählicher Wandel des Phänotyps und b) zunehmende Vielfalt (Speziation) stehen nur in loser Verbindung. I 192 Selektionsdruck: Selektionsdruck kann ausbleiben, wenn eine Gründerart in seine sehr günstige adaptive Zone gelangt. I 283 Arten/Mayr: Sehr konservative Schätzung: 10 Mio Tierarten, davon etwa 1,5 Mio beschrieben. Also etwa 15% bekannt. Legitime Schätzung: 30 Mio Arten. Nur 5% sind bekannt. Andererseits sind 99 % aller Vogelarten entdeckt und beschrieben. Bei vielen Insekten, Spinnentieren, niederen Wirbeltieren vermutlich weniger als 10%. Dasselbe gilt für Pilze, Protisten, Prokaryonten. |
Mayr I Ernst Mayr Das ist Biologie Heidelberg 1998 Gould I Stephen Jay Gould Der Daumen des Panda Frankfurt 2009 Gould II Stephen Jay Gould Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991 Gould III Stephen Jay Gould Illusion Fortschritt Frankfurt 2004 Gould IV Stephen Jay Gould Das Lächeln des Flamingos Basel 1989 |
| Begriffe | Schiffer | I 63 Def Individualbegriff/natürliche Art/Russell: "das P", das die Eigenschaft ist, eindeutig P zu haben. - Nichts sonst hat sie. Der Individualbegriff mag einen selbst und den gegenwärtigen Moment enthalten. >Individualbegriff. Bestimmte Kennzeichnung: das Ding, das jetzt für mich R (Relation) ist - = Reduktion auf Gedanken de re. >Kennzeichnung, >Bestimmte Kennzeichnung. (EP)(Emily instantiiert das P und B(Ralph Pointe: Die Proposition >Individuation, >Eindeutigkeit, Vgl. >Eins. I 66 Problem: Das ist nicht hinreichend dafür zu glauben, dass etwas ein Hund ist, weil man glauben kann, dass etwas zu einem biologischen Genotyp gehört, ohne zu glauben, dass es ein Hund ist. Problem: Bsp Ich weiß nicht wie Ulmen aussehen und auch nicht, wie Buchen aussehen, aber ich weiß, dass es verschiedene Baumarten sind. >Ulmen/Buchen-Beispiel. Falsch: "Spezies dieser Dinge" - könnte Säugetier, Haustier, Männchen, Spaniel usw. sein. Vollständiger Inhalt: nie biologische Art: geht nicht bei Kindern. - Bsp Der Schäferhund ist dem Wolf ähnlicher als dem Pudel. >Referenzklassen. I 68 Nicht metasprachlicher Individualbegriff: "was Experten Hund nennen": 1. nicht handhabbar, 2. keine Eigenschaft, die nur Hunde haben. |
Schi I St. Schiffer Remnants of Meaning Cambridge 1987 |
| Bekanntschaft | Schiffer | I 68 Def Bekanntschaft/Glaubensinhalt/Russell/Schiffer: Man ist mit einer Eigenschaft Q bekannt, wenn Q unbegleitet von einer Gegebenheitsweise vorkommt, in einer Proposition, die der vollständige Inhalt eines Glaubens ist. >Glaubensinhalt, >Gegebenheitsweise, >Proposition. Bsp Röte, Bsp Quadratischkeit. Problem: Das geht nicht mit "Hund": dieser Begriff ist zusammengesetzt aus natürliche Art, Experte, denotiert, Genotyp usw. Einiges davon kennen wir nicht aus Bekanntschaft. >Natürliche Arten, >Stereotype, >Denotation, >Wissen. |
Schi I St. Schiffer Remnants of Meaning Cambridge 1987 |
| Beobachtung | Vergleichende Psychologie | Corr I 275 Beobachtung/Vergleichende Psychologie/Persönlichkeit/Gosling: Um die Bedenken hinsichtlich der Existenz von Persönlichkeit bei Tieren auszuräumen, haben Gosling, Lilienfeld und Marino (2003(1); siehe auch Gosling und Vazire 2002(2)) kürzlich drei Kriterien aus der Debatte über die Existenz von Persönlichkeit beim Menschen (Kenrick und Funder 1988)(3) herausgenommen: (1) Die Bewertungen durch unabhängige Beobachter müssen übereinstimmen; (2) Diese Bewertungen müssen Verhaltensweisen und reale Ergebnisse vorhersagen; und (3) Es muss nachgewiesen werden, dass die Beobachterbewertungen echte Attribute der bewerteten Individuen widerspiegeln, nicht nur die impliziten Theorien der Beobachter darüber, wie sich Charakterzüge gegenseitig beeinflussen. Corr I 276 Ad (1) Studien an Menschen, die andere Menschen bewerten, führen typischerweise zu Korrelationen zwischen Beobachtern im Bereich von .50 (z.B. Funder, Kolar und Blackman 1995)(4). Dies unterstützt die Idee, dass Menschen mit ihren Bewertungen übereinstimmen, und einen Standard liefern, nach dem Urteile über Tiere bewertet werden können. Es gibt inzwischen einen umfangreichen Forschungskorpus, der zeigt, dass die Beobachter in ihren Bewertungen der Tiere sehr übereinstimmen. Gosling (2001(5)) fasste die Ergebnisse von 21 Bewertungsstudien zur Tierpersönlichkeit zusammen; die mittlere Korrelation zwischen Beobachtern betrug .52 und entsprach damit der Größe der Konsenskorrelationen aus der Humanforschung. Ad (2) So konnte beispielsweise an Charakterzügen gezeigt werden, dass sie bestimmte Verhaltensweisen (z.B. Pederson, King und Landau 2005)(6), beruflichen Erfolg (z.B. Maejima Inoue-Murayama, Tonosaki et al. 2006)(7) und Gesundheitsauswirkungen vorhersagen. Corr I 277 Ad (3) Die aus Verhaltenskodierungen gewonnenen Faktoren ähneln den aus Beobachtungsbewertungen gewonnenen Faktoren, was darauf hindeutet, dass beide Methoden die gleichen zugrunde liegenden Konstrukte bewerten (Gosling und John 1999)(8). Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Struktur der Persönlichkeitsbewertungen zumindest teilweise auf realen Attributen der zu bewertenden Personen basiert. Tierpersönlichkeit/Beobachtung/Unterschiede: Der Begriff der tierischen Persönlichkeit ist eng mit der Existenz individueller Unterschiede verbunden, d.h. ein Charakterzug kann nur dann identifiziert werden, wenn die Individuen von diesem abweichen. >Tiere, >Tierstudien, >Tiermodelle, >Tiersprache, >Persönlichkeit, >Charakterzüge, >S.D. Gosling, >K. Sterelny, >J. Proust, >D. Radner. 1. Gosling, S. D., Lilienfeld, S. O. and Marino, L. 2003. Personality, in D. Maestripieri (ed.), Primate psychology: the mind and behaviour of human and nonhuman primates, pp. 254–88. Cambridge, MA: Harvard University Press 2. Gosling, S. D. and Vazire, S. 2002. Are we barking up the right tree? Evaluating a comparative approach to personality, Journal of Research in Personality 36: 607–14 3. Kenrick, D. T. and Funder, D. C. 1988. Profiting from controversy: lessons from the person-situation debate, American Psychologist 43: 23–34 4. Funder, D. C. Kolar, D. C. and Blackman, M. C. 1995. Agreement among judges of personality: interpersonal relations, similarity, and acquaintance, Journal of Personality and Social Psychology 69: 656–72 5. Gosling, S. D. 2001. From mice to men: what can we learn about personality from animal research?, Psychological Bulletin 127: 45–86 6 .Pederson, A. K., King, J. E. and Landau, V. I. 2005. Chimpanzee (Pan troglodytes) personality predicts behaviour, Journal of Research in Personality 39: 534–49 7. Maejima, M., Inoue-Murayama, M., Tonosaki, K., Matsuura, N., Kato, S., Saito, Y., Weiss, A., Murayama, Y. and Ito, S. 2006. Traits and genotypes may predict the successful training of drug detection dogs, Applied Animal Behaviour Science 0168–1591 8. Gosling, S. D. and John, O. P. 1999. Personality dimensions in non-human animals: a cross-species review, Current Directions in Psychological Science 8: 69–75 Samuel D. Gosling and B. Austin Harley, “Animal models of personality and cross-species comparisons”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Erblichkeit | Verhaltensgenetik | Corr I 289 Erblichkeit/Verhaltensgenetik/Munafò: Die Berechnung des Vererbungskoeffizienten beruht auf mehreren Annahmen, wie z.B., dass Gene Phänotypen additiv (und nicht multiplikativ oder interaktiv) beeinflussen und dass der Genotyp nicht mit der Umwelt korreliert ist und nicht mit ihr interagiert. Tatsächlich ist es wahrscheinlich, dass diese Annahmen nicht immer zutreffen und dass Gen-×-Gen-Interaktionen (auch bekannt als epistatische genetische Einflüsse), Gen-×-Umwelt-Interaktionen und Gen-Umwelt-Korrelationen tatsächlich auftreten. >Charakterzüge/Zwillingsstudien. Marcus R. Munafò,“Behavioural genetics: from variance to DNA“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.)2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Evolution | Mayr | I 43 Evolution/Mayr: Einheit der Evolution ist die Population (oder Art) und nicht das Gen oder das Individuum. (MayrVsDawkins). >Arten, >Gene, >R. Dawkins, >Gene/Dawkins, >Evolution/Dawkins. Def Integron/Mayr: Ein Integron ist ein durch Integration untergeordneter Einheiten auf höherer Stufe entstehendes System. Integrons entwickeln sich durch natürliche Selektion. Sie sind auf jeder Stufe angepasste Systeme, weil sie zur Fitness (Eignung) eines Individuums beitragen. >Selektion. I 183 Evolution/Mayr: Art ist die entscheidende Entität der Evolution. I 230 Evolution/Fortschritt/Mayr: Kohäsion: Ausdruck dafür, dass das System der Entwicklung sehr eng geworden ist. Evolution geht in großen, mitgliederreichen Arten sehr langsam voran, in kleinen peripher isolierten Gruppen schnell. >Speziation, > Unterbrochenes Gleichgewicht/Gould, >Punktuelles Gleichgewicht/Gould/Eldredge. Eine Gründerpopulation mit wenigen Individuen und daher nur wenig verborgener genetischer Variation kann leichter einen anderen Genotyp annehmen. Makroevolution: Makroevolution wird am stärksten durch den geographischen Faktor (Isolation) bestimmt. I 234 Evolution/Mayr: drei Konzepte: 1.Sprunghafte Evolution: (Transmutationismus): Typensprung. Selbst nach Darwin konnten einige Forscher (u.a. sein Freund Huxley) der Begriff der natürlichen Selektion nicht akzeptieren und entwickelten saltationistische Theorien. 2.Transformationelle Evolution (Transformationismus) allmähliche Veränderung des Eis zum Organismus. Von Darwin verdrängt. I 235 3. Variationsevolution (Darwin) I 235 Darwin (früh): Anpassungsveränderung. Vs: Anpassung kann niemals die enorme Vielfalt organischen Lebens erklären, denn das lässt keine Zunahme der Artenzahl zu. I 236 Darwin/Mayr: Die Entstehung der Arten: 5 Haupttheorien 1. Organismen entwickeln sich im Lauf der Zeit ständig weiter (Evolution als solche). 2. Verschiedene Organismenarten stammen von einem gemeinsamen Vorfahren ab. 3. Arten vervielfachen sich im Lauf der Zeit (Speziation) 4. Evolution erfolgt in Form allmählichen Wandels.(GradualismusVsSaltationismus). >Gradualismus, >Saltationismus. 5. Der Evolutionsmechanismus besteht in der Konkurrenz unter zahlreichen einzigartigen Individuen um begrenzte Ressourcen, die zu Unterschieden in Überleben und Fortpflanzung führt (natürliche Selektion). >Selektion. I 377 Entstehung des Lebens: chemischer Vorgang, an dem auch Autokatalyse und ein richtungsgebender Faktor beteiligt sind. Präbiotische Selektion. Vgl. >St. Kauffman. I 237 Pasteur: wies Unmöglichkeit der Entstehung von Leben in sauerstoffreicher Atmosphäre nach! 1953 ließ Stanley Miller mit elektrischen Entladungen in einem Glaskolben mit einem Gemisch aus Methan, Ammonium, Wasserstoff und Wasserdampf Aminosäuren, Harnstoff und andere organische Moleküle entstehen. I 238 Proteine, Nukleinsäuren: Diese größeren Moleküle müssen die Organismen selbst bilden. Aminosäuren, Pyrimidine, Puridine müssen nicht von den Organsimen selbst gebildet werden. I 239 Molekularbiologie: Die Molekularbiologie entdeckte, dass selbst bei Bakterien, die ja keinen Zellkern besitzen, der genetische Code derselbe ist wie bei Protisten, Pilzen, Tieren und Pflanzen. I 240 Missing link: Archaeopteryx: halb Vogel halb Reptil. Nicht unbedingt direkter Vorfahr. Speziation: a) dichopatrisch: ein vorher zusammenhängendes Gebiet wird durch eine neue Barriere: Gebirgszug, Meeresarm, Unterbrechung der Vegetation geteilt. b) peripatrisch: neue Gründungspopulaiton entsteht jenseits des ursprünglichen Verbreitungsgebiets. c) sympatrische Speziation: Eine neue Art entsteht aufgrund ökologischer Spezialisierung innerhalb des Verbreitungsgebiets. Darwins Theorie vom Gradualismus. >Gradualismus, I 243 VsGradualismus: Der Gradualismus könne nicht die Entstehung völlig neuer Organe erklären. Problem: Wie kann ein rudimentärer Flügel durch natürliche Selektion vergrößert werden bevor er zum Fliegen tauglich ist? I 244 Darwin: zwei mögliche Lösungen: a) Intensivierung der Funktion: Bsp Augen, Bsp Entwicklung der Vordergliedmaßen von Maulwürfen, Walen, Fledermäusen. b) Funktionsveränderung: Bsp Antennen von Daphia (Wasserfloh): zusätzliche Funktion eines Schwimmpaddels, das unter Selektionsdruck größer und modifiziert wird. Bsp Gould: Federn dienten zunächst wahrscheinlich der Temperaturregelung, bevor irgendein Tier fliegen konnte. Funktion/Biologie: Funktionsverschiedenheiten hängen auch mit Verhaltensmustern zusammen Bsp Putzen des Federkleids. Konkurrierende Theorien zum evolutionären Wandel: I 247 Salationismus: Huxley später Bateson, de Vries, (Mendelisten). Zur saltationistischen Entstehung neuer Arten kommt es bei sexueller Fortpflanzung nur über Poyploidie und einige andere Formen chromosomaler Neustrukturierung (sehr selten). Teleologie: Teleologische Theorien gehen davon aus, dass der Natur ein Prinzip innewohnt: Osborns Aristogenese, Chardins Omega-Prinzip. Dies soll zur Perfektion führen. >Teilhard de Chardin. Lamarcksche Theorien: Änderungen gehen auf Gebrauch und Nichtgebrauch zurück, Umweltbedingungen. Diese Theorie war bis in die 30er Jahre akueptiert! I 248 Def "Weiche Vererbung" (erworbener Merkmale). Wurde durch die Genetik widerlegt. Def "Harte Vererbung" (sogenanntes "Zentrales Dogma"): Die in den Proteinen (dem Phänotyp) enthaltene Information kann nicht an die Nukleinsäuren (den Genotyp) weitergegeben werden! (Erkenntnis der Molekularbiologie). I 256 Makroevolution: Nachdem Saltationismus, weiche Vererbung und Autogenese mit der Evolution widerlegt waren, musste man die die Makroevolution immer mehr als Phänomen auf Populationsebene erklären, als Phänomen, das sich unmittelbar auf Ereignisse und Vorgänge während der Mikroevolution zurückführen ließ. (Speziation: schneller in der Isolation). (>Gould, Eldredge, 1971(1): "unterbrochenes Gleichgewicht", "punctuated equilibrium", Punktualismus). I 281 Neu: Wir wissen heute, dass die Zyklen der Pflanzenfresser diejenigen der Raubfeinde hervorrufen und nicht umgekehrt! Koevolution: Bsp Die Yuccamotte zerstört die Samenanlagen der Pflanze durch ihre Larven, bestäubt aber die Blüten. 1. N. Eldredge, S. J. Gould: Punctuated equilibria: an alternative to phyletic gradualism. In: T. Schopf (Ed), Models in Paleobiology, 82-115, San Francisco, (1972). |
Mayr I Ernst Mayr Das ist Biologie Heidelberg 1998 |
| Extraversion | Molekulargenetik | Corr I 294 Extraversion/Motivation/Molekulargenetik/Munafò: Das dopaminerge System ist an begehrlichen und motivationalen Verhaltensweisen beteiligt (Comings und Blum 2000)(1). Pharmakologische Challenge-Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen dopaminerger Hyperaktivität und Belohnungssuche sowie auf Motivationsfaktoren hin, die sowohl mit Extraversion als auch mit Suche nach Neuem verbunden sind (Netter 2006)(2), was darauf hindeutet, dass diese Merkmale eine gemeinsame neurobiologische Grundlage teilen können. Das Dopamin-D4-Rezeptor-(DRD4)-Gen ist hochpolymorph, obwohl sich die Forschung zur Bewertung von Verhaltens- und psychiatrischen Phänotypen weitgehend auf eine variable Anzahl von "Tandemrepeats" (VNTR)-Polymorphismen im Exon III konzentriert hat, insbesondere auf das Vorhandensein oder Fehlen des "Sevenrepeats" (lang) Allels. Siehe (Asghari, Schoots, Van Kats et al. 1994)(3), (Asghari, Sanyal, Buchwaldt et al. 1995)(4),(Ekelund, Suhonen, Jarvelin et al. 2001(5); Strobel et al. 2002)(6), (Okuyama, Ishiguro, Toru und Arinami 1999(7); Ronai, Barta, Guttman et al. 2001)(8). >Charakterzüge. 1. Comings, D. E. and Blum, K. 2000. Reward deficiency syndrome: genetic aspects of behavioural disorders, Progress in Brain Research 126: 325–41 2. Netter, P. 2006. Dopamine challenge tests as an indicator of psychological traits, Human Psychopharmacology 21: 91–9 3 .Asghari, V., Schoots, O., Van Kats, S., Ohara, K., Jovanovic, V., Guan, H. C. et al. 1994. Dopamine D4 receptor repeat: analysis of different native and mutant forms of the human and rat genes, Molecular Pharmacology 46: 364–73 4. Asghari, V., Sanyal, S., Buchwaldt, S., Paterson, A., Jovanovic, V. and Van Tol, H. H. 1995. Modulation of intracellular cyclic AMP levels by different human dopamine D4 receptor variants, Journal of Neurochemistry 65: 1157–65 5. Ekelund, J., Suhonen, J., Jarvelin, M. R., Peltonen, L., Lichtermann, D. 2001. No association of the -521 C/T polymorphism in the promoter of DRD4 with novelty seeking, Molecular Psychiatry 6: 618–19 6. Strobel, A., Lesch, K. P., Hohenberger, K., Jatzke, S., Gutzeit, H. O., Anacker, K., Brocke, B. 2002. No association between dopamine D4 receptor gene exon III and -521C/T polymorphism and novelty seeking, Molecular Psychiatry 7: 537–8 7. Okuyama, Y., Ishiguro, H., Toru, M. and Arinami, T. 1999. A genetic polymorphism in the promoter region of DRD4 associated with expression and schizophrenia, Biochemical and Biophysical Research Communications 258: 292–5 8. Ronai, Z., Barta, C., Guttman, A., Lakatos, K., Gervai, J., Staub, M. and Sasvari-Szekely, M. 2001. Genotyping the -521C/T functional polymorphism in the promoter region of dopamine D4 receptor (DRD4) gene, Electrophoresis 22: 1102–5 Marcus R. Munafò,“Behavioural genetics: from variance to DNA“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.)2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Individuen | Mayr | I 205 Entstehen von Individuen/Biologie/Mayr: Def Parthenogenese: Asexualität: Bei manchen Organismen entwickeln sich Individuen von selbst aus den Eiern, eine Befruchtung ist nicht nötig. Bsp Blattläuse, Planktonkrustentiere: hier wechseln sich sexuelle und asexuelle Generationen ab. I 206 Sexualität: steigert Vielfalt und damit Abwehr gegen Krankheiten. I 207 Pangenesistheorie: (alt) Theorie, nach der jede Körperzelle Erbmaterial beisteuert. Diese Theorie herrschte von Aristoteles bis zum 19. Jahrhundert. PräformationVsEpigenesis: Schon bei Aristoteles, dann bis zum 19. Jahrhundert. (s.u.) I 208 VsAristoteles: Aristoteles glaubte fälschlich, nur weibliche Organismen könnten Eier besitzen. >Aristoteles. i 209 Ei: Das eigentliche Säugetierei wurde erst 1828 von Karl Ernst von Baer(1) entdeckt. Man erkannte, dass der Eierstock das Gegenstück zum Hoden darstellt. DNA: Die DNA wurde entdeckt von Johann Friedrich Miescher (19. Jahrhundert). I 211 Def Präformation: Eier bringen Individuen derselben Art hervor. Daher schloss man, dass Ei oder Spermium bereits eine Miniaturausgabe des zukünftigen Organismus sei. Logische Folge: In diesem Organismus müssten wiederum alle zukünftigen Nachkommen in Miniaturausgabe enthalten sein. (Verschachtelung). Zahlreiche zeitgenössische Abbildungen zeigten solche kleinen Miniaturmenschen (Homunculi) im Spermatozoon. I 212 Def Epigenesis: Man glaubte, die Entwicklung entstehe aus einer gänzlich ungeformten Masse:"vis essentialis". Jede Art habe ihre eigene eigentümliche "wesentliche Kraft". Das stand den von den Physikalisten beschriebenen einheitlichen Kräften wie z.B. der Schwerkraft völlig entgegen. Def Epigenese: Entwicklung während der Lebensgeschichte des Individuums, im Gegensatz zur Ontogenese und Phylogenese (Stammesgeschichte). >Epigenese. Dennoch setze sich die Epigenesis in der Kontroverse durch. Lösung erst im 20. Jahrhundert: Unterschied zwischen Def Genotyp (genetische Konstitution des Individuums) und Def Phänotyp (Gesamtheit der wahrnehmbaren Merkmale). Zelle: Wie kommt es, dass sich die Nervenzelle so vollkommen anders entwickelt, als eine Zelle des Verdauungstraktes? I 214 Zellteilung : Wilhelm Roux (1883)(2) schließt auf komplexe Innendifferenzierung der Zelle: Lösung: Partikel müssten auf einem Faden aufgereiht sein, und dieser geteilt! Das wurde später bestätigt. Zelle: Die Zelle durchläuft einen Differenzierungsprozess, stets ist nur eine kleiner Teil der Gene im Kern aktiv. Zellentwicklung: Bei Taxa mit Regulationsentwicklung (z.B. Wirbeltieren) gibt es keine festgelegten frühen Zelllinien, sondern ausgedehnte Zellwanderung. Induktion (Einfluss schon bestehender Gewebe auf die Entwicklung anderer Gewebe) bestimmt größtenteils die Spezifizierung der Zellen. Zellwanderung: Pigment- und Nervenzellen machen ausgedehnte Wanderungen durch den Organismus durch. Oft folgen sie eindeutigen chemischen Reizen. 1. E. v. Baer (1828). Entwickelungsgeschichte der Thiere: Beobachtung und Reflexion. Königsberg: Bornträger. 2. W. Roux (1883). Über die Bedeutung der Kerntheilungsfiguren. Leipzig: Engelmann. |
Mayr I Ernst Mayr Das ist Biologie Heidelberg 1998 |
| Information | Kauffman | I 111 Ordnung/Leben/Mensch/Kauffman: Der Mensch ist das Produkt von zwei Quellen der Ordnung, nicht von einer. >Ordnung/Kauffman, >Leben/Kauffman, >Menschen. I 112 Information/Ordnung/Leben/Entstehung/Kauffman: Die meisten Autoren gehen davon aus, dass DNS und RNS stabile Speicher von genetischer Information sind. Wenn das Leben jedoch mit kollektiver Autokatalyse begann und erst später lernte, die DNS und den genetischen Code in sich aufzunehmen, müssen wir erklären, wie diese Verbände erblicher Variation und natürlicher Selektion unterworfen sein konnten, obwohl sie noch kein Genom enthielten! >Gene, >Selektion. Einerseits kann die Evolution nicht ohne die Matritzenkopier-Mechanismen ablaufen, andererseits bastelt erst sie die Mechanismen zusammen. >Evolution. Könnte ein autokatalytischer Verband auch ohne sie evolvieren? Lösung: Räumliche Kompartiments (durch Membranen abgeteilter Räume), die sich aufspalten, sind zur Variation und Evolution fähig! Lösung: Vermutung: Hin und wieder laufen zufällige, unkatalysierte Reaktionen ab und erzeugen neuartige Moleküle. Der Metabolismus (Verwandlung, Stoffwechsel) würde um eine Reaktionsschleife erweitert. Evolution ohne Genom, keine DNS-ähnliche Struktur als Träger von Information. >Leben/Kauffman. I 114 Katalyse/Autokatalyse/Kauffman: Bei autokatalytischen Verbänden gibt es keinen Unterschied zwischen Genotyp und Phänotyp. >Genotyp, >Phänotyp. Leben/Entstehung/Kauffman: So bildet sich zwangsläufig ein komplexes Ökosystem. Moleküle, die in einer Urzelle erzeugt wurden, können in andere Urzellen befördert werden und dort Reaktionen beeinflussen. Das auf Stoffwechsel basierende Leben entsteht nicht als Ganzheit oder komplexe Struktur, sondern das gesamte Spektrum von Mutualismus und Konkurrenz, ist von Anfang an vorhanden. Nicht nur Evolution, sondern auch Koevolution. >Koevolution. I 115 Ordnung/Leben/Entstehung/Kauffmann: Die autokatalytischen Verbände müssen das Verhalten von mehreren tausend Molekülen koordinieren. Das potentielle Chaos übersteigt jegliches Vorstellungsvermögen. Es muss also noch eine weitere Quelle molekularer Ordnung entdeckt werden, der fundamentalen inneren Homöostase (Gleichgewicht). Dafür genügen verblüffend einfache Randbedingungen. >Anfang. I 148 Information/Gene/Kauffman: Frage: welcher Mechanismus steuert die Umsetzung und Unterdrückung bestimmter genetischer Information? Und woher wissen die verschiedenen Zelltypen, welche Gene sie wann umsetzen sollen? J. Monod/Francois Jacob: Mitte der 60er: Entdeckung eines Operators, der erst zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Reaktion freisetzt. >J. Monod. I 149 Auch Repressor: Ein kleines Molekül kann ein Gen "einschalten". I 150 Im einfachsten Fall können zwei Gene sich gegenseitig unterdrücken. Zwei mögliche Muster. >Gene. Gen 1 ist aktiv und unterdrückt Gen 2 oder umgekehrt. Beide Zelltypen hätten dann zwar denselben "Genotyp", dasselbe Genom, könnten aber verschiedene Gensätze realisieren. Neuer Erkenntnishorizont: Unerwartete und weitreichende Freiheit auf molekularer Ebene. Durch Anlagerung des Repressors an den Operator an verschiedenen Stellen ergibt sich unterschiedliche Empfänglichkeit für den Operator auf der DNS. Regulation. I 151 Dieser Steuerungsmechanismus durch Anlagerung an zwei verschiedenen Stellen bedeutet völlige Freiheit für die Moleküle, genetische Schaltkreise beliebiger Logik und Komplexität zu erzeugen. Solche Systeme müssen wir erst lernen zu verstehen. |
Kau II Stuart Kauffman At Home in the Universe: The Search for the Laws of Self-Organization and Complexity New York 1995 Kauffman I St. Kauffman Der Öltropfen im Wasser. Chaos, Komplexität, Selbstorganisation in Natur und Gesellschaft München 1998 |
| Intelligenz | Neurobiologie | Corr I 336 Intelligenz/Offenheit/Neurobiologie: Offenheit/Intelligenz ist das einzige Big Five-Merkmal, das durchweg positiv mit Intelligenz assoziiert wird. >Offenheit, >Big Five, >Fünf-Faktoren-Modell. Eine Studie ergab, dass es das einzige Big Five-Merkmal ist, das mit der Leistung einer Reihe von Arbeitsgedächtnis- und kognitiven Kontrolltests (DeYoung, Peterson und Higgins 2005)(1) assoziiert wird, die alle durch Neurobildgebung und Hirnläsionsstudien als Indizes für die dorsolaterale präfrontale kortikale Funktion validiert wurden. >Arbeitsgedächtnis, >Leistungsfähigkeit. Dopamin kann an Offenheit/Intelligenz beteiligt sein (DeYoung, Peterson und Higgins 2005(1); Harris, Wright, Hayward et al. 2005(2)). Außerdem moduliert Dopamin die Funktion des lateralen präfrontalen Kortex stark (Arnsten und Robbins 2002(3)) und wurde mit individuellen Unterschieden in der Fluidintelligenz und im Arbeitsgedächtnis durch Genomik, pharmakologische Manipulation und Neuroimaging verknüpft (z.B, Volkow 1998(4); Mattay, Goldberg, Fera et al. 2003(5)). Corr I 337 Fluidintelligenz und Arbeitsgedächtnis scheinen in erster Linie mit dem Aspekt der Offenheit/Intelligenz zusammenzuhängen, der als Intellekt beschrieben werden kann, während kristallisierte oder verbale Intelligenz nicht nur mit Intellekt, sondern auch mit den künstlerischen und kontemplativen Merkmalen verbunden ist, die den Offenheitsaspekt des Bereichs charakterisieren (DeYoung, Peterson und Higgins 2005(1); DeYoung, Quilty und Peterson 2007)(6). >Kreativität. 1. DeYoung, C. G., Peterson, J. B. and Higgins, D. M. 2002. Higher-order factors of the Big Five predict conformity: are there neuroses of health? Personality and Individual Differences 33: 533–52 2. Harris, S. E., Wright, A. F., Hayward, C., Starr, J. M., Whalley, L. J. and Deary, I. J. 2005. The functional COMT polymorphism, Val158Met, is associated with logical memory and the personality trait intellect/imagination in a cohort of healthy 79 year olds, Neuroscience Letters 385: 1–6 3. Arnsten, A. F. T. and Robbins, T. W. 2002. Neurochemical modulation of prefrontal cortical function, in D. T. Stuss and R. T. Knight (eds.), Principles of frontal lobe function, pp. 51–84. New York: Oxford University Press 4. Volkow, N. D., Gur, R. C., Wang, G.-J., Fowler, J. S., Moberg, P. J., Ding, Y.-S., Hitzemann, R., Smith, G. and Logan, J. 1998. Association between decline in brain dopamine activity with age and cognitive and motor impairment in healthy individuals, American Journal of Psychiatry 155: 344–9 5. Mattay, V. S., Goldberg, T. E., Fera, F., Hariri, A. R., Tessitore, A., Egan, M. F., Kolachana, B., Callicott, J. H. and Weinberger, D. R. 2003. Catechol O-methyltransferase val158-met genotype and individual variation in the brain response to amphetamine, Proceedings of the National Academy of Science USA 100: 6186–91 6. DeYoung, C. G., Quilty, L. C. and Peterson, J. B. 2007. Between facets and domains: ten aspects of the Big Five, Journal of Personality and Social Psychology 93: 880–96 Colin G. DeYoung and Jeremy R. Gray, „ Personality neuroscience: explaining individual differences in affect, behaviour and cognition“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Molekulargenetische Studien | Verhaltensgenetik | Corr I 292 Molekulargenetische Studien/Charakterzüge/Verhaltensgenetik/Munafò: Probleme mit Zwillingsstudien/VsZwillingsstudien: Zwillingsstudien erlauben nicht ohne weiteres eine Abschätzung von Gen-×-Umwelt-Interaktionseffekten. Diese sind typischerweise im Begriff der nicht gemeinsam genutzten Umgebung enthalten, der auch Messfehler und andere ungemessene Effekte wie zufällige Entwicklungsunfälle beinhaltet. Aus diesen Gründen, da die Genotypisierung spezifischer Orte kostengünstiger geworden ist, hat sich die Forschung in Richtung molekulargenetischer Untersuchung der biologischen Grundlagen der Persönlichkeit entwickelt. >Charakterzüge, >Persönlichkeit. Molekulargenetische Studien: Eine umfangreiche Literatur hat Berichtsdaten über die Rolle einer Vielzahl von genetischen Varianten entwickelt, obwohl nur geringe Fortschritte bei der Identifizierung von molekularen Orten gemacht wurden, die eine Assoziation robust nachweisen (Munafò, Clark, Moore et al. 2003)(1). Probleme mit molekulargenetischen Studien/VsMolekulargenetische Studien: Wie bei genetischen Assoziationsstudien in anderen Disziplinen haben Berichte über hochsignifikante Assoziationen zwischen Kandidatengenen und Charakterzügen typischerweise nicht zu überzeugenden Replikationen geführt. So stieß beispielsweise der Bericht von Leschs Gruppe aus dem Jahr 1996 (Lesch, Bengel, Heils et al. 1996)(2) über einen Zusammenhang zwischen der Variation in der Promotorregion des Serotonin-Transportergens und der emotionalen Stabilität (oder Neurotizismus) auf großes Interesse, jedoch führte die nachfolgende Arbeit zu inkonsistenten Schlussfolgerungen (Munafò, Clark und Flint 2005(3); Munafò, Clark, Moore et al. 2003(1); Schinka, Busch und Robichaux-Keene 2004(4); Sen, Burmeister und Ghosh 2004(5)). 1. Munafò, M. R., Clark, T. G., Moore, L. R., Payne, E., Walton, R. and Flint, J. 2003. Genetic polymorphisms and personality in healthy adults: a systematic review and meta-analysis, Molecular Psychiatry 8: 471–84 2. Lesch, K. P., Bengel, D., Heils, A., Sabol, S. Z., Greenberg, B. D., Petri, S. et al. 1996. Association of anxiety-related traits with a polymorphism in the serotonin transporter gene regulatory region, Science 274: 1527–31 3. Munafò, M. R., Clark, T. G. and Flint, J. 2005. Does measurement instrument moderate the association between the serotonin transporter gene and anxiety-related personality traits? A meta-analysis, Molecular Psychiatry 10: 415–19 4. Schinka, J. A., Busch, R. M. and Robichaux-Keene, N. 2004. A meta-analysis of the association between the serotonin transporter gene polymorphism (5-HTTLPR) and trait anxiety, Molecular Psychiatry 9: 197–202 5. Sen, S., Burmeister, M. and Ghosh, D. 2004. Meta-analysis of the association between a serotonin transporter promoter polymorphism (5-HTTLPR) and anxiety-related personality traits, American Journal of Medical Genetics B Neuropsychiatric Genetics 127: 85–9 Marcus R. Munafò,“Behavioural genetics: from variance to DNA“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.)2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Offenheit | Neurobiologie | Corr I 336 Offenheit/Intelligenz/Neurobiologie: Offenheit/Intelligenz ist das einzige Big Five-Merkmal, das durchweg positiv mit Intelligenz assoziiert wird. >Fünf-Faktoren-Modell. Eine Studie ergab, dass es das einzige Big Five-Merkmal ist, das mit der Leistung einer Reihe von Arbeitsgedächtnis- und kognitiven Kontrolltests (DeYoung, Peterson und Higgins 2005)(1) assoziiert wird, die alle durch Neurobildgebung und Hirnläsionsstudien als Indizes für die dorsolaterale präfrontale kortikale Funktion validiert wurden. >Arbeitsgedächtnis, >Leistungsfähigkeit. Dopamin kann an Offenheit/Intelligenz beteiligt sein (DeYoung, Peterson und Higgins 2005(1); Harris, Wright, Hayward et al. 2005(2)). Außerdem moduliert Dopamin die Funktion des lateralen präfrontalen Kortex stark (Arnsten und Robbins 2002(3)) und wurde mit individuellen Unterschieden in der Fluidintelligenz und im Arbeitsgedächtnis durch Genomik, pharmakologische Manipulation und Neuroimaging verknüpft (z.B, Volkow 1998(4); Mattay, Goldberg, Fera et al. 2003(5)). Corr I 337 Fluidintelligenz und Arbeitsgedächtnis scheinen in erster Linie mit dem Aspekt der Offenheit/Intelligenz zusammenzuhängen, der als Intellekt beschrieben werden kann, während kristallisierte oder verbale Intelligenz nicht nur mit Intellekt, sondern auch mit den künstlerischen und kontemplativen Merkmalen verbunden ist, die den Offenheitsaspekt des Bereichs charakterisieren (DeYoung, Peterson und Higgins 2005(1); DeYoung, Quilty und Peterson 2007)(6). >Kreativität. 1. DeYoung, C. G., Peterson, J. B. and Higgins, D. M. 2002. Higher-order factors of the Big Five predict conformity: are there neuroses of health? Personality and Individual Differences 33: 533–52 2. Harris, S. E., Wright, A. F., Hayward, C., Starr, J. M., Whalley, L. J. and Deary, I. J. 2005. The functional COMT polymorphism, Val158Met, is associated with logical memory and the personality trait intellect/imagination in a cohort of healthy 79 year olds, Neuroscience Letters 385: 1–6 3. Arnsten, A. F. T. and Robbins, T. W. 2002. Neurochemical modulation of prefrontal cortical function, in D. T. Stuss and R. T. Knight (eds.), Principles of frontal lobe function, pp. 51–84. New York: Oxford University Press 4. Volkow, N. D., Gur, R. C., Wang, G.-J., Fowler, J. S., Moberg, P. J., Ding, Y.-S., Hitzemann, R., Smith, G. and Logan, J. 1998. Association between decline in brain dopamine activity with age and cognitive and motor impairment in healthy individuals, American Journal of Psychiatry 155: 344–9 5. Mattay, V. S., Goldberg, T. E., Fera, F., Hariri, A. R., Tessitore, A., Egan, M. F., Kolachana, B., Callicott, J. H. and Weinberger, D. R. 2003. Catechol O-methyltransferase val158-met genotype and individual variation in the brain response to amphetamine, Proceedings of the National Academy of Science USA 100: 6186–91 6. DeYoung, C. G., Quilty, L. C. and Peterson, J. B. 2007. Between facets and domains: ten aspects of the Big Five, Journal of Personality and Social Psychology 93: 880–96 Colin G. DeYoung and Jeremy R. Gray, „ Personality neuroscience: explaining individual differences in affect, behaviour and cognition“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Reaktionsbereich | Jensen | Slater I 124 Reaktionsbereich/genetische Theorien/Psychologie/Jensen: Der genetische Begriff des "Reaktionsbereichs", deutet auf die Beobachtung hin, dass der gleiche Genotyp in verschiedenen Umgebungen zu sehr unterschiedlichen beobachtbaren Merkmalen führen kann. Jensen (1969(1)) diskutierte dieses Problem auf den Seiten 63-64. Ein weiteres Problem ist, dass verschiedene Genotypen unterschiedliche Reaktionsbereiche aufweisen können: Einige können mehr gepuffert sein als andere aufgrund von Umweltbedingungen. [Jensen] stellte fest, dass dies bedeutet, dass die Einschätzungen der Erblichkeit für Untergruppen innerhalb der Bevölkerungsgruppen variieren können, wobei er insbesondere darauf hinwies, dass den afroamerikanischen Gruppen keine Schätzungen der Erblichkeit von Intelligenz zur Verfügung standen und dass Stichproben, zu denen Europäer auf der gleichen niedrigeren SES-Ebene (sozioökonomischer Status) gehörten, da viele Afroamerikaner nicht ausreichend relevant waren, da die SES-Messung möglicherweise keine rassischen Unterschiede in den Umweltbedingungen widerspiegelt, die sich tatsächlich auf die Entwicklung von Intelligenz und/oder akademischer Leistung auswirken. >Intelligenztests/Jensen, >Erblichkeit/Jensen. 1. Jensen, A. R. (1969). How much can we boost IQ and scholastic achievement? Harvard Educational Review, 3, 1–123. Wendy Johnson: „How Much Can We Boost IQ? Updated Look at Jensen’s (1969) Question and Answer“, in: Alan M. Slater & Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications |
Slater I Alan M. Slater Paul C. Quinn Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012 |
| Selektion | Mayr | I 65 Natürliche Selektion/Mayr: Selektion ist kein zufälliger Vorgang! (Obwohl der Zufall in der Evolution eine Rolle spielt.) >Mutation. I 248 Selektion/Mayr: Heute ist Selektion durchgängig akzeptiert. Zwei Schritte: Variation und eigentliche Selektion. 1. Variation: In jeder Generation entsteht durch Rekombination, Genfluss, Zufallsfaktoren und Mutationen eine große genetische Vielfalt. Das genetische Material ist "hart" und nicht "weich", wie Darwin annahm. >Zufall, >Notwendigkeit. Sexuelle Fortpflanzung: Die elterlichen Chromosomen werden gebrochen und neu zusammengesetzt. Dadurch gibt es die Einzigartigkeit der Nachkommen durch Rekombination. Die Zusammensetzung der Gene erfolgt nach keinerlei Gesetzmäßigkeit! >Gene, >Gendrift. I 249 2.Auslese: Unterschiede in Überleben und Fortpflanzung der neugebildeten Individuen. >Individuen/Mayr, >Leben/Mayr. Selbst bei Arten, die Millionen von Nachkommen in jeder Generation erzeugen, werden im Durchschnitt nur zwei davon benötigt, um das Populationsgleichgewicht zu erhalten. >Arten, >Evolution. I 250 Zufall/Mayr: Der Zufall dominiert bei der Variation Notwendigkeit/Mayr: Notwendigkeit dominiert bei der Selektion. Selektion: Es gibt keine "selektive Kraft"! I 252 Selektion: Bates' Entdeckung der Mimikry (1862)(1) bei essbaren und giftigen Schmetterlingen: erster Beweis für die natürliche Selektion. >Mimikry. Nutzen/Biologie: welchen Nutzen hat die Emergenz eines Merkmals für das Überleben: adaptionistisches Programm. >Nutzen, >Leben/Mayr. I 252 Merkmale/Überleben: günstige Merkmale: Toleranz gegen widriges Klima, bessere Nahrungsverwertung, Resistenz gegen Krankheitserreger, Fluchtfähigkeit. (Durch sexuelle Fortpflanzung). Auswahl durch Weibchen (Pfauenschwanz) vielleicht wichtiger als Fähigkeit der Männchen, Nebenbuhler zu besiegen. >Merkmale/Mayr. I 253 Geschwisterrivalität und elterliche Fürsorge: wirken sich eher auf den Fortpflanzungserfolg als auf das Überleben aus. Diese Selektion ist anscheinend wichtiger als der Begriff der sexuellen Selektion vermuten lässt. I 260 Aussterben: 99,9 % aller evolutionären Linien, die einmal auf der Erde existierten, sind ausgestorben. Selektion/Darwin: "Die natürliche Selektion ist überall in der Welt stündlich dabei, die geringsten Veränderungen aufzuspüren".(2) I 261 Selektion/MayrVsDarwin: Die zur Perfektion eines Merkmals benötigte genetische Variation tritt vielleicht gar nicht auf. Bsp Innenskelett/Außenskelett: Inneskelett: Wirbeltiere haben ihre Größe bis zum Dinosaurier gesteigert, Außenskelett: Die Riesenkrabbe ist das größte Wesen geblieben. Der Unterschied ist durch die verschiedenen Wege bestimmt, die die Vorfahren eingeschlagen hatten, nicht durch das Vorhandensein der Merkmale. I 262 Selektion/Mayr: weitere Einschränkung: Wechselwirkung in der Entwicklung. Die Teile des Organismus sind nicht voneinander unabhängig. Keiner reagiert auf die Selektion, ohne mit den anderen Merkmalen zu interagieren. Geoffroys, 1818(3): "Gesetz des Gleichgewichts": Organismen sind Kompromisse zwischen konkurrierenden Ansprüchen. Selektion/Mayr. 3. Einschränkung: Fähigkeit zur nichtgenetischen Modifikation: je plastischer der Phänotyp (durch Flexibilität in der Entwicklung) ist, desto geringer wirkt die Kraft des Selektionsdrucks. Pflanzen (und vor allem Mikroorganismen) haben eine viel größere Fähigkeit zu phänotypischer Modifikation (vielfältigere Reaktionsnorm) als Tiere. Die Fähigkeit zur nichtgenetischen Anpassung wird ausschließlich genetisch gesteuert. Zufall: Der Zufall wirkt auf jeder Stufe. I 264 Neu: Ganze Populationen oder sogar Arten könnten Zielobjekt der Selektion sein. I 265 Weiche/harte Gruppenselektion: Weiche Gruppenselektion: Erfolg durch mittleren Selektionswert der Individuen.so ist jede individuelle Selektion auch eine weiche Gruppenselektion. Harte Gruppenselektion: Eine Gruppe als Ganzes verfügt über bestimmte adaptive Gruppenmerkmale, die nicht einfach die Summe der Beiträge sind .Der Vorteil der Gruppe ist größer als der der Summe der einzelnen Mitglieder. >Adaption. Arbeitsteilung, Zusammenarbeit (Wächter, Nahrungssuche). Hier ist der Begriff der "Gruppenselektion" gerechtfertigt. I 266 Entstehung der Arten: Diese Kontroverse veränderte den Status der sogenannten Artselektion völlig: das Auftauchen einer neuen Art scheint sehr oft am Aussterben einer anderen mitzuwirken. "Artenaustausch", verläuft nach strengen Darwinistischen Prinzipien. I 279 Def r-Selektion: stark schwankende oft Katastrophen ausgesetzte Populationsgröße, schwache intraspezifische Konkurrenz, sehr fruchtbar. K-Selektion: konstante Populationsgröße, starke Konkurrenz, stabile Lebenserwartung. I 280 Mit wachsender Populationsdichte wächst auch der Einfluss widriger Faktoren: Konkurrenz, Nahrungsknappheit, Mangel an Fluchtmöglichkeit, Raubfeinde, das Wachstum verlangsamt sich. I 317 Könnte der Mensch zum Übermenschen werden? Hier stehen die Chancen schlecht! Zu wenig Selektionsdruck. Vor allem gab es früher Gruppenselektion. Selektion/Mensch: Heute dagegen in der Massengesellschaft gibt es keinerlei Anzeichen für Selektion auf überlegene Genotypen, die es dem Menschen gestatten würden, sich über seine gegenwärtigen Fähigkeiten zu erheben. Viele Autoren behaupten sogar einen gegenwärtigen Verfall des menschlichen Genpools. Francis Galton legte als erster nahe, dass man mit angemessener Selektion die Menschheit verbessern könnte und sollte. Er prägte den Begriff "Eugenik". 1. H.W. Bates (1862). Contributions to an Insect Fauna of the Amazon Valley. In: Trans Linn. Soc. London 23. S. 495-566. 2. Ch. Darwin (1859). On the Origin of Species. London: John Murray. 3. E. Geoffroy St. Hilaire (1818). Philosophie anatomique. Paris. |
Mayr I Ernst Mayr Das ist Biologie Heidelberg 1998 |
| Terminologien | Mayr | I 45 Def Genotyp: Nukleinsäuren, (Gesamtheit der Gene) Def Phänotyp: Proteine, Lipide, Makromoleküle, (Gesamtheit der Merkmale, Umweltbedingt). I 373 Def Ähnlichkeit: Bestimmte Merkmale müssen zusammen mit anderen Merkmalen auftreten, von denen sie logisch unabhängig sind. I 179 Def Art/Mayr: Eine Art ist eine Vorrichtung zum Schutz ausgewogener, harmonischer Genotypen. "Biologisches Artkonzept" sucht biologischen Grund für die Existenz von Arten. Vielleicht gibt es zufällig noch andere Eigenschaften. I 183 Def Arttaxa: Besondere Populationen oder Populationsgruppen, die der Artdefinition entsprechen. Sie sind Entitäten ("Individuen") und lassen sich als solche nicht definieren. I 43 Def Integron/Mayr: Ein Integron ist ein durch Integration untergeordneter Einheiten auf höherer Stufe entstehendes System. Integrons entwickeln sich durch natürliche Selektion. Sie sind auf jeder Stufe angepasste Systeme, weil sie zur Fitness (Eignung) eines Individuums beitragen. I 248 Def "Weiche Vererbung" (erworbener Merkmale). Wurde durch die Genetik widerlegt. Def "Harte Vererbung" (sogenanntes "Zentrales Dogma"): Die in den Proteinen (dem Phänotyp) enthaltene Information kann nicht an die Nukleinsäuren (den Genotyp) weitergegeben werden! (Erkenntnis der Molekularbiologie). I 205 Def Parthenogenese: Asexualität: Bei manchen Organismen entwickeln sich Individuen von selbst aus den Eiern, eine Befruchtung ist nicht nötig. Bsp Blattläuse, Planktonkrustentiere: hier wechseln sich sexuelle und asexuelle Generationen ab. I 211 Def Präformation: Eier bringen Individuen derselben Art hervor. Daher schloss man, dass Ei oder Spermium bereits eine Miniaturausgabe des zukünftigen Organismus sei. I 212 Def Epigenesis: Man glaubte, die Entwicklung entstehe aus einer gänzlich ungeformten Masse:"vis essentialis". Jede Art habe ihre eigene eigentümliche "wesentliche Kraft". Def Epigenese: Entwicklung während der Lebensgeschichte des Individuums, im Gegensatz zur Ontogenese und Phylogenese (Stammesgeschichte). I 219 Def Induktion/Biologie/Mayr: Einfluss schon bestehender Gewebe auf die Entwicklung anderer Gewebe. Durch Proteine. Das hat bei fast allen Organismen große Bedeutung. I 175 Def Klasse/Biologie/Mayr: Gruppierung von Entitäten, die einander ähnlich und miteinander verwandt sind. I 177 Def "Varietät": Abweichungen, die etwas geringfügiger sind als die einer neuen Art. ("Typologisches" oder "essentielles Artkonzept", "Gemeinsame Essenz", "Wesen"). I 178 Def Zwillingsart: Zwillingsarten wurden erst spät entdeckt: sie sind räumlich getrennt, aber gleich entwickelt. I 183 Def Arttaxa: Arttaxa sind besondere Populationen oder Populationsgruppen, die der Artdefinition entsprechen. Sie sind Entitäten ("Individuen") und lassen sich als solche nicht definieren. Individuen können nicht definiert werden, sondern lediglich beschrieben und abgegrenzt. I 189 Def "Taxon": Ein Taxon ist eine separate Gruppe von Nachkommen. Jedes Taxon besteht aus den Nachkommen des nächsten gemeinsamen Vorfahren; "monophyletisch". I 349 Def Leben/Mayr: Aktivitäten selbstgebildeter Systeme, die von einem genetischen Programm gesteuert werden. >Selbstorganisation. Def Leben/Rensch(1): Lebewesen sind hierarchisch geordnete, offene Systeme, von vorwiegend organischen Verbindungen, die normalerweise als umgrenzte, zellig strukturierte Individuen von zeitlich begrenzter Konstanz in Erscheinung treten. Def Leben/Sattler 1986(2): offenes System, das sich selbst repliziert und reguliert, Individualität zeigt, und sich von Energie aus der Umwelt ernährt. I 186 Def Merkmal/Biologie/Mayr: Ein Merkmal ist ein unterscheidendes Kennzeichen oder Attribut. I 332 Def Moralisches Wesen/Darwin: Ein moralisches Wesen ist ein Wesen das fähig ist, seine früheren Handlungen und deren Motive zu überlegen und einige gutzuheißen bzw. andere zu verwerfen. I 41 Def Reduktionismus/Mayr: Der Reduktionismus betrachtet das Problem des Erklärens grundsätzlich als gelöst, sobald die Reduktion auf die kleinsten Bestandteile abgeschlossen ist. I 279 Def r-Selektion: stark schwankende oft Katastrophen ausgesetzte Populationsgröße, schwache intraspezifische Konkurrenz, sehr fruchtbar. K-Selektion: konstante Populationsgröße, starke Konkurrenz, stabile Lebenserwartung. I 49 Def Wissen/Mayr: Fakten und ihre Interpretation. I 81 Def Theorie: Eine Theorie ist die Definition eines Systems. Theorien haben weder dauerhaften, noch allgemeinen Charakter. Sie sind mit vielfältigen Lösungen und evolutionärem Charakter vereinbar. I 324 Def Altruismus: (Trivers 1985)(3): Handlung, die einem andere Organismus nützt, auf Kosten des Handelnden, wobei Kosten und Nutzen im Hinblick auf Fortpflanzungserfolg definiert sind. Altruismus/Comte: Sorge um das Wohlergehen anderer. Altruismus/Mayr: beschränkt sich nicht auf Fälle von Gefahr oder Schaden für den Altruisten. 1. B. Rensch (1968). Biophilosophie. Stuttgart: G. Fischer. S. 54. 2. R. Sattler (1986). Biophilosophy. Berlin: Springer. S. 228. 3. R. L. Trivers (1985). Social evolution. Menlo Park: Benjamin/Cummings. |
Mayr I Ernst Mayr Das ist Biologie Heidelberg 1998 |
| Tierversuche | Molekulargenetik | Corr I 292 Tierversuche/Molekulargenetik/Munafò: Das grundlegende experimentelle Design ist die Analyse der Assoziation zwischen genotypischer und phänotypischer Variation in einer Kreuzung zwischen zwei Inzuchtstämmen von Nagetieren (normalerweise, aber nicht unbedingt, mit kontrastierenden Temperamentphänotypen). Molekulargenetische Kennzeichnungen werden dann verwendet, um zu bestimmen, welche chromosomalen Segmente mit dem Merkmal getrennt sind (d.h. welche chromosomalen Regionen von Tieren geteilt werden, die für das Merkmal von Interesse phänotypisch ähnlich sind). In den letzten zehn Jahren wurden auf einer Reihe von Chromosomen QTL (Quantitative Trait Loci), die vermeintlich mit dem Temperament zusammenhängen, identifiziert, obwohl deren molekularer Charakter unklar bleibt. VsMolekulargenetik: (1) Genetische Abbildung identifiziert eine potenzielle funktionelle Variante und nicht ein Gen. Funktionell wichtige Varianten, die die Genexpression beeinflussen, können etwas entfernt von einem Gen oder sogar an der Stelle eines nicht verwandten Gens liegen. (2) Das Versuchsdesign bietet nur eine begrenzte Anzahl von Rekombinanten in einer einzigen Generation (typischerweise zwischen eins und zwei), so dass die Auflösung zur Abbildung eines bestimmten Locus begrenzt ist und Regionen identifiziert werden können, die noch Hunderte oder vielleicht Tausende von Genen enthalten können. (3) Eine potenzielle Schwierigkeit bei Tierversuchen besteht darin, ob die in Tierversuchen identifizierten Gene einen Orthologen beim Menschen haben (d.h. funktionell mit einem menschlichen Gen verwandt sind, mit großer Sequenzähnlichkeit), obwohl die Erhaltung eines Großteils des Genoms bei Nagetieren und Menschen ein Grund für die extensive Verwendung von Nagetieren als Tiermodell für menschliche Eigenschaften ist. Lösung: Man kann in genetisch heterogenen Beständen von Nagetieren abbilden, welche aus mehreren (meist acht) Inzuchtstämmen erzeugt werden, die nacheinander für maximale Vielfalt miteinander verbunden und über mehrere Generationen durch ein Programm der pseudozufälligen Paarung erhalten wurden. Da diese Tiere mehrere Generationen von den ursprünglichen Vorfahren entfernt sind, bietet dies das Potenzial, eine QTL auf eine begrenzte Anzahl von Genen abzubilden, obwohl dies eine deutliche Erhöhung der Kennzeichendichte erfordert und die Analyse in diesem Fall wesentlich komplexer ist. Marcus R. Munafò,“Behavioural genetics: from variance to DNA“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.)2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Tierversuche | Verhaltensgenetik | Corr I 292 Tierversuche/Verhaltensgenetik/Munafò: [Tierversuche] bieten mehrere Vorteile in der Genforschung, darunter kurze Trächtigkeit, frühe Pubertät und große Würfe, sowie ein höheres Maß an experimenteller Kontrolle durch gezielte Paarung und Umweltkontrolle. Alle diese Vorteile sind wertvoll, wenn es darum geht, die genetische Architektur dieser Charakterzüge abzubilden (Willis-Owen und Flint 2007)(1). Das grundlegende experimentelle Design ist die Analyse der Assoziation zwischen genotypischer und phänotypischer Variation in einer Kreuzung zwischen zwei Inzuchtstämmen von Nagetieren (normalerweise, aber nicht unbedingt, mit kontrastierenden Temperamentphänotypen). Molekulargenetische Kennzeichnungen werden dann verwendet, um zu bestimmen, welche chromosomalen Segmente mit dem Charakterzug getrennt werden (d.h. welche chromosomalen Regionen von Tieren geteilt werden, die für das Merkmal von Interesse phänotypisch ähnlich sind). In den letzten zehn Jahren wurden auf einer Reihe von Chromosomen QTL (Quantitative Trait Loci), die vermeintlich mit dem Temperament zusammenhängen, identifiziert, obwohl deren molekularer Charakter unklar bleibt. >Tiermodelle. 1. Willis-Owen, S. A. and Flint, J. 2007. Identifying the genetic determinants of emotionality in humans; insights from rodents, Neuroscience and Biobehavioral Reviews 31: 115–24 Marcus R. Munafò,“Behavioural genetics: from variance to DNA“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.)2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Umwelt | Molekulargenetik | Corr I 296 Umwelt/Molekulargenetik/Munafò: Die wichtigsten Auswirkungen des Genotyps auf die Persönlichkeitsphänotypen scheinen bescheiden zu sein (Munafò, Clark, Moore et al. 2003)(1), wie vorstehend erläutert. >Charakterzüge/Molekulargenetik, >Extraversion/Molekulargenetik. Ein wahrscheinlicher Grund, der dies teilweise erklären kann, ist, dass Gene mit Umwelteinflüssen interagieren, um das Risiko eines bestimmten Ergebnisses, einschließlich der Persönlichkeit, zu bestimmen. Eine Gen-×-Umwelt-Interaktion tritt auf, wenn die Wirkung der Exposition gegenüber einem Umweltrisikofaktor vom Genotyp einer Person abhängig ist oder umgekehrt (Caspi, Sugden, Moffitt et al. 2003)(2). Mehrere Studien zu emotionalen Störungen wurden auf mögliche Wechselwirkungen zwischen Genen und Umwelt getestet, die ihrerseits über Charakterzüge funktionieren können, da die bekannten Zusammenhänge zwischen Persönlichkeit und Risiko für psychiatrische Erkrankungen (z.B. Neurotizismus und schwere Depressionen) bekannt sind. >Neurotizismus, >Depression. Die meisten Studien über Gen-×-Umwelt-Interaktionen haben sich bisher auf das Serotonin-Transporter-Gen und stressige Lebensereignisse konzentriert, mit kontrastierenden Ergebnissen. In der ursprünglichen Studie (Caspi, Sugden, Moffitt et al. 2003)(2) mäßigte die 5-HTTLPR-Variante die Wirkung von stressigen Lebensereignissen am Beginn einer Depression bei Jugendlichen. Corr I 297 Probleme: Eine besondere Schwierigkeit bei solchen Studien liegt in der genauen Spezifikation der Umweltauswirkungen. Während der Genotyp mit hoher Genauigkeit ermittelt werden kann (vorbehaltlich geeigneter Qualitätskontrollmaßnahmen), werden Umweltauswirkungen typischerweise durch Selbst- oder Elternbericht ermittelt. Darüber hinaus können die zugrunde liegenden Konstrukte, die so gemessen werden (z.B. "stressige Lebensereignisse"), etwas vage sein und tatsächlich eine Konstellation von zugrunde liegenden Konstrukten darstellen. >Situationen/Mischel, >Situationen/Psychologische Theorien, >Stress. Für eine aktuelle kritische Überprüfung der Wechselwirkungen zwischen Genen und Umwelt siehe Munafò, Durrant, Lewis und Flint (2009)(3). 1. Munafò, M. R., Clark, T. G., Moore, L. R., Payne, E., Walton, R. and Flint, J. 2003. Genetic polymorphisms and personality in healthy adults: a systematic review and meta-analysis, Molecular Psychiatry 8: 471–84 2. Caspi, A., Sugden, K., Moffitt, T. E., Taylor, A., Craig, I. W., Harrington, H., et al. 2003. Influence of life stress on depression: moderation by a polymorphism in the 5-HTT gene, Science 301: 386–9 3. Munafò, M. R., Durrant, C., Lewis, G. and Flint, J. 2009. Gene × environment interactions at the serotonin transporter locus, Biological Psychiatry 65: 211–19 Marcus R. Munafò,“Behavioural genetics: from variance to DNA“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.)2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
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| Ursachen | Mayr | I 101 Ursache/Biologie: Es kann schwierig oder sogar unmöglich sein, genau die Ursache in einer Wechselwirkung komplexer Systeme ausfindig zu machen. >Kausalität, >Wirkung. I 102 Strenge Kausalität lässt sich gewöhnlich ausmachen, wenn man rückblickend bei jedem Schritt der Aktionskette die gewählte Option betrachtet. Rückblickend lassen sich selbst zufällig gewählte Komponenten als kausal ansehen. >Kausalerklärung. I 102 Ursachen/Mayr: Jedes Phänomen ist Ergebnis zweier Ursachen, einer mittelbaren (evolutionären, "warum"; genetisches Programm) und einer unmittelbaren (funktionalen; "wie"). I 103 Ursache: In der unbelebten Welt gibt es nur eine Art von Ursachen, die der Naturgesetze (oft in Kombination mit zufälligen Vorgängen). >Naturgesetze, >Zufall, >Notwendigkeit, >Anfangsbedingungen. I 162 Ursache: Bsp "mittelbare Ursache": Wahl einer gemäßigten Jahreszeit für die Aufzucht der Jungen. Mittelbare Ursache: Fülle der Nahrung Unmittelbare Ursache: Länge der Tage. I 163 Ursache/Paul Weiss/Mayr: Alle biologischen Systeme haben zwei Seiten: sie sind sowohl kausale Mechanismen als auch Produkte der Evolution.(1) I 165 Ursache/Biologie: unmittelbare Ursachen wirken sich auf den Phänotyp aus: Morphologie und Verhalten, mechanisch, hier und heute, Entschlüsselung eines genetischen Codes. Die Entdeckung dieser Mechanismen geschieht durch Experimente. Mittelbare Ursachen: wirken auf den Genotyp. Sie sind probabilistisch, über lange Zeitperioden wirksam und entstanden. Entstehung und Veränderung von genetischen Programmen. Entdeckung durch Schlussfolgerungen aus historischen Darstellungen. >Terminologie/Mayr. 1. P. Weiss (1947). The Place of Physiology in the Biological Sciences. In: Federation Proceedings 6, p. 523-525. |
Mayr I Ernst Mayr Das ist Biologie Heidelberg 1998 |
| Verhalten | Mayr | I 319 Verhalten/Gene/Mayr: Auch Gene tragen zum Verhalten und zur Persönlichkeit des Menschen bei. Bsp Mathematische Begabung, handwerkliches Geschick, Musikalität, Tolpatschigkeit. >Gene, >Persönlichkeit, >Charakterzüge. I 323 Natürliche Selektion: Wenn die Selektion nur Eigennutz belohnt, wie konnte sich das Ethik und z.B. Altruismus entwickeln? >Selektion. Huxley hatte recht mit seiner Vermutung, dass Eigennutz des Individuums irgendwie dem Wohl der Gesellschaft widersprach. Vgl. >Altruismus. I 324 Def Altruismus: (Trivers 1985)(1): Handlung, die einem andere Organismus nützt, auf Kosten des Handelnden, wobei Kosten und Nutzen im Hinblick auf Fortpflanzungserfolg definiert sind. Altruismus/Comte: Sorge um das Wohlergehen anderer. >A. Comte. Altruismus/Mayr: Altruismus beschränkt sich nicht auf Fälle von Gefahr oder Schaden für den Altruisten. Man muss dreierlei unterscheiden (schon Darwin): Selektion/Individuum: Ein Individuum ist in dreierlei Hinsicht Zielobjekt der Selektion: als Individuum, als Familienmitglied (Reproduzent) und als Mitglied einer sozialen Gruppe. Die menschlichen Dilemmata sind nur im Hinblick auf diese Dreiheit zu verstehen. I 325 Altruismus/Gesamteignung: Altruismus findet sich bei vielen Tieren, vor allem mit elterlicher Fürsorge und Großfamilien. Verteidigung des Nachwuchses durch die Mutter. Diese Verhaltensweise wird durch die natürliche Selektion begünstigt, denn sie verbessert die Fitness des gemeinsamen Genotyps des Altruisten und seiner Nutznießer. Verwandtenselektion ist indirekt eher eigennützig. Sie ist nur scheinbar altruistisch. Einige Autoren glauben, dass mit der menschlichen Ethik der auf Gesamteignung gerichtete Altruismus verdrängt wurde. Mayr: Ich erkenne im Verhalten des Menschen viele auf Gesamteignung gerichtete Handlungen: Bsp Mutterliebe, moralische Haltung Fremden gegenüber. Jedoch nur ein kleiner Teil heutiger Ethiksysteme. Soziale Tiere: besitzen eine bemerkenswerte Fähigkeit, ihre Verwandten zu erkennen. I 327 Reziproker Altruismus: bei solitär lebenden Tieren. Wechselbeziehung zweier nichtverwandter Tiere zum gegenseitigen Nutzen. Bsp Putzerfisch, Bündnis zweier Individuen im Kampf gegen ein drittes. Bei Primaten gibt es eine Art von Überlegung: Wenn ich diesem Individuum helfe, wird es mir helfen. Vielleicht ist das eine Wurzel der menschlichen Moral. Mensch/Mayr: Alle großen Leistungen der Menschheit wurden von weniger als einem Prozent der Gesamtpopulation vollbracht. Ohne Belohnung und Anerkennung würde unsere Gesellschaft bald auseinanderbrechen. I 328 Mensch: Die gesamte Geschichte der Hominiden ist von starker Gruppenselektion geprägt. Das hatte schon Darwin erkannt. I 329 Altruismus/Verhalten/Mayr: Im Gegensatz zur Individualselektion kann die Gruppenselektion echten Altruismus und andere Tugenden belohnen. Ethisches Verhalten ist beim Menschen adaptiv. >Adaption. Sozialität: nicht alle Ansammlungen von Tieren sind sozial. Bsp Schulen von Jungfischen und die riesigen Herden afrikanischer Huftiere sind es nicht. Echter Altruismus: kann auf Nichtverwandte ausgedehnt werden. Bsp Paviane. Einige Hominiden müssen entdeckt haben, dass größere Gruppen mehr Chancen haben. I 330 Normen: Um Gruppennormen anwenden zu können, musste das Gehirn die Fähigkeit zur Überlegung entwickeln. >Normen, >Denken. Ethik: Bedingungen für ethisches Verhalten (Simpson 1969)(2): 1. Es gibt Alternativen, 2. die alternativen können beurteilt werden, 3. die Person kann frei entscheiden. Das bedingt, dass Folgen vorherhergesehen werden und Verantwortung übernommen wird. >Verantwortung, >Vorhersage. Ethik/Ursache: Es lässt sich im Großen und Ganzen nicht bestimmen, was bei der Ethik Ursache und was Wirkung ist. >Ethik, >Moral. 1. R. L. Trivers (1985). Social evolution. Menlo Park: Benjamin/Cummings. 2. G. G. Simpson (1969). On the Uniqueness of Man: Biology and Man. New York: Harcourt, Brace and World. |
Mayr I Ernst Mayr Das ist Biologie Heidelberg 1998 |
| Zwillingsstudien | Verhaltensgenetik | Corr I 288 Zwillingsstudien/Verhaltensgenetik/Charakterzüge/Munafò: Die Logik der Zwillingsstudien besteht darin, dass, wenn ein Verhaltensmerkmal bei Paaren von MZ-Zwillingen (monozygotische Zwillinge) ähnlicher ist als bei Paaren von DZ-Zwillingen (dizygotischen Zwillingen), dann muss dieser Charakterzug vermutlich unter einem gewissen genetischen Einfluss stehen. Corr I 289 Der Anteil der Variation des Phänotyps, der auf Variation des Genotyps zurückzuführen ist, wird als Erblichkeit eines Merkmals (h2) ausgedrückt - ein Vererbungskoeffizient von 0,50 bedeutet, dass 50 Prozent der Variation dieses Merkmals auf genotypische Variation zurückzuführen sind. Wenn wir über den relativen Einfluss von Genotyp und Umgebung auf den Phänotyp sprechen, sprechen wir über den relativen Einfluss der Variabilität in Bezug auf den Genotyp und bei Variabilität in Bezug auf den Phänotyp. Genaue Schätzungen von h2 können mit Hilfe der Strukturgleichungsmodellierung erzielt werden, die davon ausgeht, dass es drei verschiedene Einflüsse auf die phänotypische Variation gibt, die additive genetische Effekte (A), häufige oder gemeinsame Umwelteffekte (C) und einzigartige oder nicht gemeinsame Umwelteffekte (E) umfassen. Solche Modelle werden oft als ACE-Modelle bezeichnet. >Erblichkeit/Verhaltensgenetik. Zwillingsstudien berichten immer wieder von einem höheren Grad an Ähnlichkeit bei Persönlichkeitsmessungen zwischen MZ-Zwillingen als zwischen DZ-Zwillingen, was auf eine wesentliche Vererblichkeit dieser Merkmale hindeutet. So zeigten beispielsweise Daten von Zwillingen aus Kanada und Deutschland (Jang, Livesley und Vernon 2002)(1), die das NEO-PI-R vervollständigten, Korrelationskoeffizienten von etwa 0,45 für MZ-Zwillinge und 0,20 für DZ-Zwillinge. 1. Jang, K. L., Livesley, W. J. and Vernon, P. A. 1996. Heritability of the big five personality dimensions and their facets, Journal of Personality 64: 577–91 Marcus R. Munafò,“Behavioural genetics: from variance to DNA“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.)2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
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| natürliche Art | Kripke, S.A. | Schiffer I 56 Natürliche Art/Kripke/Putnam: These: Es scheint vernünftig anzunehmen, dass die Elementschaft in einer natürlichen Art durch empirisch feststellbare interne Strukturen bestimmt wird. I 277 Nicht alle Biologen stimmen zu, dass natürliche Arten durch den Genotyp festgelegt sind. Stalnaker I 79 natürliche Art/Kripke: (1972) These: Namen für natürliche Arten (natürliche Art-Begriffe, natürliche- Art-Begriffe) drücken wesentliche Eigenschaften aus. - These: Namen für z.B. Tierarten sind - anders als normale Ausdrücke für Eigenschaften - referentielle Terme. |
Schi I St. Schiffer Remnants of Meaning Cambridge 1987 Stalnaker I R. Stalnaker Ways a World may be Oxford New York 2003 |
| Genotyp | Schiffer, St. | I 40 Wissenschaft/Philosophie/Schiffer: These Wissenschaftler können gar nicht entdecken, daß ein Hund sein = von einem bestimmten Genotyp (Gesamtheit der Gene) sein. Wissenschaft: könnte nur vielleicht alle phänotypischen (erscheinungsmäßigen) und verhaltensmäßigen Merkmale der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft feststellen, mit denen wir Hunde identifizieren, aber um eine Eigenschafts-Identität mit dem Genotyp daraus abzuleiten, brauchen wir eine philosophische Theorie, die a) eine Vervollständigung enthält von ein Hund sein = von dem und dem Genotyp sein, wenn... und b) in Verbindung mit der wissenschaftlichen Entdeckung beinhaltet, daß I 41 ein Hund sein = von dem und dem Genotyp sein. ((s) ohne Zusatzbedingung). |
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