Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Geschichte Benjamin Norbert Bolz, Willem van Reijen, Walter Benjamin Frankfurt 1991
I 15
Geschichte/Benjamin: Geschichte ist bei Benjamin mit Ästhetik verschränkt. Geschichte: Nicht Erlösung in der Geschichte, sondern von ihr!
I 34
Geschichte/Benjamin: antithetisch zur "messianischen Intensität des Herzens" aber so, dass "eine Kraft auf ihrem Weg eine andere auf entgegengesetzt gerichtetem Weg zu befördern vermag." Konzeption einer weltlichen "restitutio in integrum" die allem Naturhaften die Züge des ewigen Untergangs aufprägt. An diese"totalen Vergängnis" von Naturarbeit Benjamins "Weltpolitik, deren Methode Nihilismus zu heißen hat".
I 38
Geschichte/Benjamin: Dem politisch theologischen Blick stellt sich die Vergangenheit unabgeschlossen dar. Als ob der Eingedenkende selbst das Subjekt der Vergangenheit sei. Erwachen aus dem kapitalistischen Traum. Die politisch-theologischen Kategorien lassen den Fluss der Geschichte erstarren. In dessen Innerem bildet sich als kristalline Konstellation Geschichte. Ewig aktuell in der Geschichte ist das Skandalum. Für die Erniedrigten und Beleidigten gibt es keine Befreiung, sondern nur Erlösung.
I 75
Geschichte/Benjamin: "Traum, den wir Gewesenes nennen". Aus ihm müssen wir erwachen. Modernität: nichts anderes als die geschichtsblinde Traumform der Zeit.
I 77
BenjaminVsHistorismus: hat keine Begriff von Aktualität. Erzählt Vergangenes und verstellt dabei die Möglichkeit, es als Gewesenes zu vergegenwärtigen. Kein kritisches Verhältnis zur Gegenwart. Siegfried Giedion: "historisierende Maske": Charakterisierung von Interieurs, Ausstellungen und Museen des 19. Jahrhunderts.
Frage: "Was ist uns verwandt"? damit sucht Benjamin ein taktiles Verhältnis zum 19. Jahrhundert herzustellen. Antwort: "materialistische Besinnung auf das Nächste".
I 79
Geschichte/Alois Riegl/Bolz: Was man Grenzfallhistorik nennen könnte, bilde den Begriff der Notwendigkeit nicht am Geschichtsverlauf, sondern am Extrem.

Geschichte Nietzsche Ries II 36
Geschichte/NietzscheVs: VsHistorismus VsTeleologie, Vs teleologische Sinndeutung
Ries II 38
Geschichte/NietzscheVsStrauß, Friedrich David: Strauß‘ »Leben Jesu« (1835) hatte den jungen Nietzsche einst begeistert. Das erste Stück der unzeitgemäßen Betrachtungen richtet sich gegen ihn.
Ries II 39/40
Geschichte/Unzeitgemäße Betrachtungen /Nietzsche: Zweites Stück: »Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben«: die Unmittelbarkeit des Lebens setzt sich »zuinnerst« dem historischen Wissen entgegen. Jene »Unmittelbarkeit« ist im Vergessen garantiert.
Geschichte/Unzeitgemäße Betrachtungen/NietzscheVsHistorismus: gegen die unreflektierte ideologische Implikation einer Philosophie, deren wissenschaftstheoretisches Postulat einer Trennung von Theorie und Praxis die Anpassung an das Tatsächliche verschleiert.
Ries II 42
Es ist unmöglich, aus der Geschichte als der bloßen Abfolge ihrer Begebenheiten eine Notwendigkeit des Geschehens nachzuweisen. Wissenschaftlicher Anspruch auf Erkennbarkeit eines Weges muss aufgegeben werden. Auch der Gedanke an einen Fortschritt!
Ries II 43
Geschichtskonstruktion versucht die Sinnlosigkeit des Todes zu eliminieren.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990
Historismus Easton Brocker I 490
Historismus/EastonVsHistorismus/Easton: es gibt eine historizistische Auffassung der Politiktheorie, die Politik als eine Geschichte der politischen Ideen, die jeweils als Ausdruck ihrer historischen Epoche begriffen werden, versteht. EastonVsHistorismus: 1. Damit ist die politische Theorie keine autonome Theorie mehr, sondern nur noch eine Manifestation einer zeitlichen Epoche. 2. Damit können keine Antworten auf Probleme der Gegenwart gegeben werden.


Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Historismus Habermas III 220
Historismus/Dilthey/Habermas: der Aufstieg der Geisteswissenschaften, der sich seit den Tagen Rankes und Savignys im Rahmen der Historischen Schule vollzogen hatte, ist von methodologischen Reflexionen begleitet worden. (1) Diese haben spätestens seit Dilthey eine systematische Form angenommen – als Historismus. Die historistische Kritik richtet sich gleichermaßen gegen dialektische wie gegen evolutionistische Geschichts- und Gesellschaftstheorien. Insbesondere geht es uns um die Diskreditierung des Versuchs, Entwicklungsgesetze für eine naturalistisch gedeutete Kultur aufzufinden. Der Historismus hat die Eigenart von Kultur als eines durch Sinnzusammenhänge, nicht aber durch Gesetze, insbesondere keine evolutionären Gesetze, konstituierten Gegenstandsbereichs herausgearbeitet.

1.E. Rothacker, Logik und Systematik der Geisteswissenschaften, Bonn 1948.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Historismus Wright
WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008
Qualia Adams Rorty VI 405
Historismus/Rorty: es ist kein Zufall, dass die Geschichtlichkeit der Philosophie heute vor allem von den Autoren in Frage gestellt wird, die betonen, es sei notwendig, die "Existenz des Unsagbaren" anzuerkennen. Bsp Robert Adams: These: nur die Existenz Gottes könne die Wechselbeziehung zwischen Gehirn und Qualia erklären.

Qualia/Robert Adams: nicht analysierbar, daher nicht auf Elementarteilchen zurückführbar. Der Reduktionismus "kann dadurch widerlegt werden, dass man Rot sieht oder Zwiebeln schmeckt".
RortyVsAdams: diese Widerlegung ist eine typische "Berufung auf das Unsagbare". Eine Berufung auf eine Art von Erkenntnis, die durch keine Neubeschreibung in Frage gestellt werden kann. Denn hier handelt es sich nicht um ein Wissen durch Beschreibung, sondern um Wissen durch unmittelbare Bekanntschaft. ((s) Nicht übertragbar)
VI 406
RortyVsAdams: es muss schon viel in der Sprache angelegt sein, bevor eine einleuchtende Berufung auf den Geschmack von Zwiebeln überhaupt möglich ist.
Rorty VI 413
Sinnesqualitäten/Nagel: invariante Gegebenheiten. (Auch Robert Adams).

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Sensus communis Gadamer I 28
Sensus communis/Geisteswissenschaften/Gadamer: Es hat etwas sofort Einleuchtendes, die philologisch-historischen Studien und die Arbeitsweise der Geisteswissenschaften auf diesen Begriff des Sensus communis zu gründen. Denn ihr Gegenstand, die moralische und geschichtliche Existenz des Menschen, wie sie in seinen Taten und Werken Gestalt gewinnt, ist selbst durch den Sensus communis entscheidend bestimmt. So kann der Schluss aus dem Allgemeinen und der Beweis aus Gründen nicht ausreichen, weil es auf die Umstände entscheidend ankommt. Aber das ist nur negativ formuliert. Es ist eine eigene positive Erkenntnis, die der Gemeinsinn vermittelt. Die Erkenntnisweise der historischen Erkenntnis erschöpft Sich keineswegs darin, „Glauben an fremdes Zeugnis“ (Tetens(1)) statt „selbstbewusstem Schließen“ ( (>Helmholtz(2)) zulassen
zu müssen. Es ist auch durchaus nicht so, daß solchem Wissen nur ein verminderter Wahrheitswert zukäme. >Geschichtsschreibung/D'Alembert.
I 32
Sensus communis in Deutschland: Man nahm zwar den Begriff des sensus communis auf, aber indem man ihn völlig entpolitisierte, verlor der Begriff seine eigentliche kritische Bedeutung. Man verstand nun unter sensus communis lediglich ein theoretisches Vermögen, die theoretische Urteilskraft, die neben das sittliche Bewusstsein (das Gewissen) und den Geschmack trat. So wurde er einer Scholastik der Grundkräfte eingeordnet, deren Kritik dann von Herder geleistet worden ist (im vierten kritischen Wäldchen, das gegen Riedel gerichtet ist), und durch die Herder auch auf dem Gebiete der Ästhetik zum Vorläufer des Historismus wurde.
Ausnahme: der Pietismus. >Pietismus/Gadamer.


1. Tetens, Philosophische Versuche, 1777, Neudruck der Kant-Gesellschaft, S 515
2. H. Helmholtz, Vorträge und Reden, 4. Aufl. I. Bd., Über das Verhältnis der
Naturwissenschaften zur Gesamtheit der Wissenschaften, S. 167 ff.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Technokratie Morozov I 138
Technokratie/VsTechnokratie/Technokratiekritik/Technologiekritik/Morozov: die meisten Kritiker moderner Technokratie oder Technologie beziehen sich auf die ((s) angenommene) Arroganz von Planern und Reformern, denen die Erfahrung mit dem tatsächlichen Leben der Menschen in ihren Lebensräumen abgeht. Nachdenken und Überlegung sind nach diesen Kritikern unverzichtbar, sie werden auch durch die perfektesten Algorithmen nicht überflüssig gemacht werden. Beispiele sind: Jane Jacob, I. Berlin, F. Hayek, K. Popper, M. Oakeshott.
I 137
Städteplanung/Jane Jacob: Jacobs Kritik an phantasieloser Stadtplanung: siehe Jane Jacobs, The Death and Life of Great American Cities (New York: Vintage, 1992);
Isaiah Berlin: seine Kritik an einem „Prokusteanismus“: einer zwangsweisen Vereinheitlichung: Siehe see Jonathan Allen, “Isaiah Berlin’s Anti-Procrustean Liberalism: Ideas, Circumstances, and the Protean Individual,” paper presented at the annual meeting of the American Political Science Association (August 28– 31, 2003, Philadelphia, PA). Available at http:// berlin.wolf.ox.ac.uk/ lists/ onib/ allen2003. pdf;

Planung/Zentralplan/Friedrich Hayek: seine Kritik an zentralisierter Planung: siehe Friedrich Hayek. “The Use of Knowledge in Society,” The American Economic Review 35, no. 4 (September 1, 1945): 519– 530;

Karl PopperVsHistorismus: siehe Karl Popper. “The Poverty of Historicism, I,” Economica 11, no. 42 (May 1, 1944): 86– 103;

Michael OakeshottVsRationalismus: siehe Michael Oakeshott, Rationalism in Politics and Other Essays, exp. ed. (Indianapolis: Liberty Fund, 1991).


I 168
Def Technoneutrale/Majid Tehranian/Morozov: sind vorzugsweise Berater, die ihre Klienten nicht verunsichern wollen. (1)
I 170
Def Technostrukturalisten/Tehranian/Morozov: glauben, dass sich Technologien aus institutionellen Bedürfnissen entwickeln, verbreitet durch soziale Kräfte, deren Teil sie selbst sind. (2)
1. Majid Tehranian, Technologies of Power: Information Machines and Democratic Prospects (New York: Ablex Publishing, 1990), 5.
2. ibid.


Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014
Theorien Easton Brocker I 490
Theorie/Easton: Nach Easton war die amerikanische Politikwissenschaft Anfang der 1950er Jahre von zwei Ansätzen dominiert, die er »historizistisch« (»historicism«) bzw. »empirizistisch« (»hyperfactualism«, »empiricism«) nannte. Historismus/Historizismus//Easton: konzentriert sich auf eine Geschichte der politischen Ideen, die jeweils als Ausdruck ihrer historischen Epoche begriffen werden.
EastonVsHistorismus: 1. Damit ist die politische Theorie keine autonome Theorie mehr, sondern nur noch eine Manifestation einer zeitlichen Epoche. 2. Damit können keine Antworten auf Probleme der Gegenwart gegeben werden.
Empirismus/Easton: erschöpft sich in einer Ansammlung von Fakten ohne Grundlage.
EastonVsEmpirismus: Akkumulation von Daten als Selbstzweck, deren theoretische Besonderheit nicht ersichtlich werde. (1)
Brocker I 491
Theorie/Easton: eine Theorie darf ihren Gegenstand selbst nicht als abgeleitetes Phänomen betrachten (in Eastons Fall die Politik).

1. David Easton, A Framework for Political Analysis, Englewood Cliffs, N. J. 1965, S. 17


Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Universalismus Habermas III 222
Universalismus/Habermas: Vorgeschichte: die geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschungen des 19. Jahrhunderts hatten den Blick für die Variationsbreite von sozialen Lebensformen, Traditionen, Werten und Normen geschärft. Der Historismus hatte diese Grunderfahrung der Relativität der eigenen Überlieferungen und Denkweisen auf das Problem zugespitzt, ob nicht selbst die in den empirischen Wissenschaften vorausgesetzten Rationalitätsstandards Bestandteile einer regional und zeitlich beschränkten Kultur, eben der neuzeitlichen europäischen, sind und ihren universalistischen Anspruch damit einbüßen.
Max Weber hat eine vorsichtig universalistische Position eingenommen; er hat Rationalisierungsprozesse nicht für ein spezielles Phänomen des Abendlandes gehalten, obgleich die in allen Weltreligionen nachweisbare Rationalisierung zunächst nur in Europa zu einer Form des Rationalismus geführt hat, der gleichzeitig besondere, nämlich okzidentale und allgemeine, die Moderne überhaupt auszeichnende Züge aufweist.


Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Verdinglichung Lukács Habermas III 474
Verdinglichung/Lukács/Habermas: Lukács These: „in der Struktur des Warenverhältnisses (kann) das Urbild aller Gegenständlichkeitsformen und aller ihnen entsprechenden Formen der Subjektivität in der bürgerlichen Gesellschaft aufgefunden werden.“ (1) Habermas: den neukantischen Ausdruck „Gegenständlichkeitsform“ verwendet Lukács in einem durch Dilthey geprägten Sinn als geschichtlich entstandene „Daseins- oder Denkform“, die die „Totalität der Entwicklungsstufe der Gesamtgesellschaft“ auszeichnet. Er begreift die Entwicklung der Gesellschaft als „die Geschichte der ununterbrochenen Umwälzung der Gegenständlichkeitsformen, die das Dasein der Menschen gestalten“.
LukácsVsHistorismus/Habermas: Lukács teilt allerdings nicht die historistische Auffassung, wonach sich in einer Gegenständlichkeitsform die Partikularität einer jeweils einzigartigen Kultur ausdrückt. Die Gegenständlichkeitsformen vermitteln „die Auseinandersetzung des Menschen
Habermas III 475
mit seiner Umwelt, die die Gegenständlichkeit seines inneren wie äußeren Lebens bestimmen“. (2) Verdinglichung/Lukács/Habermas: ist die eigentümliche Assimilierung von gesellschaftlichen Beziehungen und Erlebnissen an Dinge, d.h. an Objekte, die wir Wahrnehmung und manipulieren können. Die drei Welten (subjektive, objektive und soziale ((s) geteilte) Welt) sind im gesellschaftlichen Apriori der Lebenswelt so schief koordiniert, dass in unser Verständnis interpersonaler Beziehungen und subjektiver Erlebnisse Kategorienfehler eingebaut sind: wir fassen sie unter der Form von Dingen, also als Entitäten auf, die zur objektiven Welt gehören, obgleich sie in Wahrheit Bestandteile unserer gemeinsame sozialen oder der je eigenen subjektiven Welt sind.
Habermas: weil nun das Verstehen und Auffassen für den kommunikativen Umgang selbst konstitutiv sind, affiziert ein derart systematisch angelegtes Missverstehen die Praxis, nicht nur die Denk- sondern auch die „Daseinsform“ der Subjekte. Es ist die Lebenswelt selbst, die „verdinglicht“ wird.
Habermas: die Ursache für diese Deformation sieht Lukács in einer
Habermas III 476
Produktionsweise, die auf Lohnarbeit beruht und das „Zur-Ware-Werden einer Funktion des Menschen“ (3) erfordert.
Habermas III 489
AdornoVsLukács/HorkheimerVsLukács/Habermas: Horkheimer und Adorno verlegen die Anfänge der Verdinglichung in der Dialektik der Aufklärung hinter den kapitalistischen Anfang der Moderne zurück in die Anfänge der Menschwerdung. Der Grund dafür ist, dass Lukács Theorie von den nicht vorausgesehenen Integrationsleistungen der fortgeschrittenen kapitalistischen Gesellschaften dementiert wurde.

1. G. Lukács, „Die Verdinglichung und das Bewusstsein des Proletariats“ in: G. Lukács, Werke, Bd. 2. Neuwied 1968, S. 257-397.
2.G.Lukács, Geschichte und Klassenbewusstsein, Werke, Bd. 2, 1968, S. 336
3. Ebenda S. 267.


Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
HistorismusHistorismus Popper Vs Historismus Flor II 489
PopperVsHistorismus/PopperVsSoziologie: Marktgesetze können sich umformulieren lassen, je nachdem um welche Art von Marktes sich handelt. Solche Gesetze sind für bedingungslose Vorhersagen nicht geeignet. Die Bedingungen können sich ständig ändern - oder wir selbst können Veränderungen herbeiführen.

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Flor I
Jan Riis Flor
"Gilbert Ryle: Bewusstseinsphilosophie"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor II
Jan Riis Flor
"Karl Raimund Popper: Kritischer Rationalismus"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A.Hügli/P.Lübcke Reinbek 1993

Flor III
J.R. Flor
"Bertrand Russell: Politisches Engagement und logische Analyse"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Flor IV
Jan Riis Flor
"Thomas S. Kuhn. Entwicklung durch Revolution"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993
HistorismusHistorismus Rorty Vs Universalismus VI 295
Universalismus/Rorty: moralischer Realismus: Fortschritt: Täuschungen die moralische Realität zu erblicken. Moralische Urteile werden durch etwas in der Außenwelt existierendes wahr gemacht (RortyVs). Es geht um innere Wesensmerkmale von Menschen als Menschen. HistorismusVsUniversalismus/Rorty: sofern die Rede vom "inneren Wesen" etwas Ahistorisches ergibt, so ist es höchstens die Fähigkeit, Schmerzen zu erdulden und zuzufügen. Alle anderen Merkmale sind nicht vorherbestimmt. Vgl. >Historismus.
VI 303
MacKinnonVsUniversalismus: "Wir versuchen gar nicht, uns objektiv darüber zu äußern, sondern wir versuchen, den Standpunkt der Frauen zur Geltung zu bringen". (Rorty pro).

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
HistorismusHistorismus Nietzsche Vs Verschiedene NietzscheVsHistorismus - dem H. ist alles gleich wichtig > führte zur zeitweiligen Ablehnung v. Geschichte überhaupt. (Quelle: wo?)

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Historismus Rorty, R. VI 295
Historismus/Historisten/Rorty: These wir wissen noch gar nicht, was Menschen eigentlich sind, denn wir wissen noch nicht, welche Praktiken ihnen einmal gemeinsam sein können.
VI 401
Historismus/Rorty pro "Globalen Historismus". These Kontingenz philosophischer Probleme. Frage: kann man zu den Einsichten der Philosophie auch gelangen, indem man die Vergangenheit außer acht läßt?