Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Denken Dennett II 58
Denken/Tier/Dennett: Können Hunde denken? Problem: Ein Gedanke muss sich aus bestimmten Begriffen zusammensetzen. Frage der Beschreibung, bzw. der Formulierung: Bsp Napf mit Fleisch, Eimer mit Fressen, "das leckere Zeug, das so und so schmeckt"...
Übersetzung: Könnten wir z.B. auf deutsch, genau den Gedanken ausdrücken, den der Hund denkt? Wenn nicht, dann können Hunde entweder überhaupt nicht denken, oder ihre Gedanken lassen sich überhaupt nicht ausdrücken, und damit liegen sie außerhalb unseres Horizonts.
II 157
Denken/Sprache/Dennett: Insgesamt lassen diese Überlegungen vermuten, dass unsere Art des Denkens darauf warten musste, dass sie das Sprechen entwickelte. Das Sprechen musste wiederum darauf warten, dass sie das bewahren von Geheimnissen entwickelte, und das wiederum setzte die Entwicklung einer gewissen Komplexität der Umwelt voraus. >Sprechen.
II 202
DennettVsRyle: Berüchtigt sind Ryles Behauptungen, Denken könne sich nur in der öffentlichen Welt abspielen und könne nicht an einem persönlichen Ort stattfinden.
II 190
Sprache/Denken/Dennett: Kein Denken ohne Sprache - (Denken nicht gleich Bewusstsein (s.o). - Bsp Der Hund hat keinen Begriff von der Katze. - >Denken ohne Sprache.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Gedanken Malcolm I 127
Gedanke/Denken/Tier/Sprache//DavidsonVsMalcolm/Davidson: Malcolms Begriff von "Gedanke" umfasst nur die höhere Denkebene. - Ich decke damit alle propositionalen Einstellungen ab. Malcolm: Bsp Der Hund glaubt de re von der Katze, dass sie die Eiche hochgeklettert ist, aber nicht de dicto.
>Tiersprache, >Denken, >de re, >de dicto.
Malcom: These: Glauben de dicto, aber nicht de re erfordert Sprache:
a) Denken (Glauben): der Hund ist sich bewusst, dass p.
b) Gedanken haben: Das Geschöpf ist sich bewusst, dass es sich bewusst ist, dass p.
DavidsonVsMalcolm: Auch zum Denken muss man einen Begriff von einem Gedanken haben. - Damit ist Sprache erforderlich.
>Sprache und Denken, >Denken ohne Sprache.

Malcolm I
Norman Malcolm
"Thoughtless Brutes" in: The Nature of Mind, D. M. Rosenthal (Ed), Oxford 1991, pp. 445-461
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Malcolm II
N. Malcom
Problems of Mind: Descartes to Wittgenstein (Harper Essays in Philosophy) 1971
Gehalt Dretske I 218
Gehalt/Denken/Tier/Dretske: Das, was ein Lebewesen "denkt", (der Gehalt) kann kausal ziemlich irrelevant sein kann. - Bsp Bimetallstreifen: Es ist der Grad der Krümmung, [der etwas bewirkt], nicht das, was die Krümmung aussagt. >Kausaltheorie des Wissens, >Denken, >Tiere, >Tiersprache, >Sprache und Denken, >Propositionaler Gehalt.

I Fred Dretske Minimale Rationalität in D. Perler/M. Wild (Hg.)Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

Dretske I
Fred Dretske
"Minimal Rationality", in: S. L. Hurley and M. Nudds (Eds.) Rational Animals?, Oxford 2005
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Dretske II
F. Dretske
Naturalizing the Mind Cambridge 1997
Intentionen Proust I 233
Tier/Geist/Intentionalität/Premack/Woodruff/Proust: Ausgangspunkt: berühmte Untersuchungen von Premack/Woodruff über "Theorie des Geistes" bei Tieren, "Überzeugungen und Wünsche" usw. >Theory of Mind, >Überzeugungen, >Denken, >Denken ohne Sprache, >Wünsche.
Proust: Wenn man von einer Theorie des Geistes spricht, sollte man sie von einer sozialen - nicht von einer psychologischen - Kompetenz im strengen Sinn unterscheiden, kraft derer soziale Tiere versuchen, sich gegenseitig zu beeinflussen.
Premack: Ein Tier kann absichtlich darauf hinwirken, was ein anderes tut (sozial) oder denkt (dann auch psychologisch).
>Intention/Tier, >D. Premack, >G. Woodruff.
"Spielverderber-Version": Erklärung von Verhalten: Nicht Intention, sondern nur festgestellte Korrelation soll Verhalten eines Tiers erklären.
>Korrelation.
I 234
Dann kann auf die psychologische Seite verzichtet werden. Sprachlose Tiere stellen einfach eine Korrelation fest. Vgl. >Tiere, >Tiersprache, >Denken/Tier.
DennettVs: Statt dessen schlägt Dennett eine intentionale Einstellung zur Erklärung vor.
>Intentionale Einstellung.
I 234
Intentionalität/Dennett: Stufen: 1. Wünsche und Überzeugungen können zugeschrieben werden.
2. Überzeugung und Wünsche über Überzeugungen und Wünsche
3. Überzeugungen und Wünsche über Überzeugungen und Wünsche der 2. Stufe usw.
>Stufen/Ebenen, >Beschreibungsebenen.
I 235
ProustVsDennett: Dennett öffnet dem Hang des Menschen Tür und Tor, seine psychologischen Begriffe auf offensichtlich begriffslose Prozesse anzuwenden: Autos, Hunde, Katzen. Etwas anderes ist es bei Primaten.
>Begriffe, >Sprache und Denken, >Denken ohne Sprache.


Joelle Proust Das intentionale Tier in D. Perler/M. Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

Proust I
Joelle Proust
"L’animal intentionnel", in: Terrain 34, Les animaux, pensent-ils?, Paris: Ministère de la Culture/Editions de la maison des Sciences de l’Homme 2000, pp. 23-36
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Lernen Dretske I 220
Lernen/Verhalten/Tier/Bewusstsein/Dretske: Bsp Vögel vermeiden bestimmte Schmetterlinge, die sie zu Erbrechen bringen.
I 221
Nun gibt es ungiftige Schmetterlinge, die die Farbe dieser giftigen nachahmen. Nun können wir fragen: warum hat der Vogel ihn nicht gefressen? Wir wissen warum, müssen unsere Worte jedoch sorgfältig wählen: weil er nicht will, dass ihm abermals übel wird, aber was er gesehen hat, war kein widerlich schmeckendes Insekt. Keine Erkenntnis hat stattgefunden. Der Vogel denkt (fälschlicherweise) dass das Insekt schlecht schmeckt.
Der Gedanken lenkt sein Verhalten. Ähnliches Kausalverhalten wie beim Thermostat und bei der Pflanze. Es gibt also innerhalb des Vogels etwas, das bedeutet (wie der Bimetallstreifens im Thermostat, dass ein m-artiges Insekt anwesend ist, und es wird ein Schalter betätigt.
I 222
Anders als Thermostat und Pflanze: Beim Vogel wird die Repräsentation für das Verhalten aber direkt relevant. >Repräsentation.
Zweck: Aber ist das Verhalten des Vogels zweckgerichtet? Denkt der Vogel etwas entsprechendes?
>Zwecke.
Die Bedeutung des internen Elements ist genuin explanatorisch.
Denken/Tier/Dretske: Für mich klingt das hinreichend nach Gedanken, um nicht darum feilschen zu müssen, was noch fehlt.
>Tiere, >Thermostaten, >Bedeutung.

I Fred Dretske Minimale Rationalität in D.Perler/M. Wild (Hg.)Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

Dretske I
Fred Dretske
"Minimal Rationality", in: S. L. Hurley and M. Nudds (Eds.) Rational Animals?, Oxford 2005
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Dretske II
F. Dretske
Naturalizing the Mind Cambridge 1997
Rationalität Papineau I 246
Zweck/Mittel-Denken/Tier/Evolution/Fodor/Papineau: Neuere Richtung: Fodor: Die Annahme zweckgerichtet gebauter Module, die für gewisse Aufgaben selektiert wurden. Problem: Das umgeht das eigentliche Denken, besonders die Berücksichtigung der Mittel.
Papineau: dennoch pro Module; Papineau pro Fodor.
>J. Fodor, >Sprache des Geistes.
Aber als späterer Zusatz in der Evolution, zur Koordination von Wahrnehmung und Handlung.
I 247
ZMD: Zweck/Mittel-Denken ist ein sehr spezieller Mechanismus, kein "Universal-Taschenmesser". Zweck-Mittel-Denken//Papineau:
Ebene 0: "Monomaten": Tue V
Ebene 1: "Opportunisten": Wenn B, tue V
I 248
Ebene 2: "Bedürftige": Wenn B und T, tue V
I 250
Ebene 3: "Wähler": Wenn B1 und T1, tue V1, WENN T1 das dominierende Bedürfnis ist Ein vergleichender Mechanismus wird hier benötigt.
Ebene 4: "Lerner": NACHDEM die Erfahrung gezeigt hat, dass B1, T1, und V1 zu einer Belohnung führen, dann...(wie 3).
>Zwecke/Papineau, >Lernen, >Lernen/Papineau.

Papineau I
David Papineau
"The Evolution of Means-End Reasoning" in: D. Papineau: The Roots of Reason, Oxford 2003, pp. 83-129
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Papineau II
David Papineau
The antipathetic fallacy and the boundaries of consciousness
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Papineau III
D. Papineau
Thinking about Consciousness Oxford 2004
Tiere Dennett II 26
Bewusstsein/Tier/Dennett: Wir werden nie wissen, wo wir die Grenze ziehen sollen, wo Tiere kein Bewusstsein haben: Forellen, Ratten? Aber das ist nur ein weiterer Aspekt der unvermeidlichen Beschränkungen unseres Wissens. Solche Tatsachen liegen prinzipiell jenseits unserer Erkenntnis. >Sprache und Denken.
II 59
Denken/Tier/Dennett: Tiere haben schon gewisse besondere "Begriffe": weil sie ihre besonderen Methoden haben, Dinge zu unterscheiden. - Kein deutscher Satz ist notwendig, um Tieren Inhalte zuzuschreiben. >Tiersprache, >Denken, >Gedanken.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Zwecke Papineau I 246
Zweck/Mittel/Denken/Tier/Evolution/Fodor/Papineau: neuere Richtung: Fodor: die Annahme zweckgerichtet gebauter Module, die für gewisse Aufgaben selektiert wurden. >J. Fodor, >Sprache des Geistes.
Problem: Das umgeht das eigentliche Denken, besonders die Berücksichtigung der Mittel.
>Denken, >Tiersprache.
Papineau: dennoch pro Module; Papineau pro Foder. Aber als späterer Zusatz in der Evolution, zur Koordination von Wahrnehmung und Handlung.
I 247
Zweck-Mittel-Denken: ist ein sehr spezieller Mechanismus, kein "Universal-Taschenmesser". >Rationalität/Papineau.
I 254
Denken/Wissen/Tier/Papineau: Ebenen: Zweck-Mittel-Denken/Papineau:
Ebene 0: "Monomaten": Tue V
Ebene 1: "Opportunisten": Wenn B, tue V
I 248
Ebene 2: "Bedürftige": Wenn B und T, tue V Ebene 3: "Wähler": Wenn B1 und T1, tue V1, WENN T1 das dominierende Bedürfnis ist
Ein vergleichender Mechanismus wird hier benötigt.
Ebene 4: "Lerner": NACHDEM die Erfahrung gezeigt hat, dass B1, T1, und V1 zu einer Belohnung führen, dann...(wie 3).
Ebene 0 - 4 treffen auf einfache Lebewesen zu. Nirgends sind allgemeine Information der Form "alle As oder Bs" oder generische, kausale Informationen "As verursachen Bs"
I 255
oder sogar Konditionale über gegenwärtige Umstände, "Wenn A auftritt, wird auch B auftreten" präsent.
I 259
Zweck-Mittel-Denken /Papineau: erfordert explizite Repräsentation allgemeiner Information, so dass diese so verarbeitet werden kann, dass sie neue Einzelteile allgemeiner Information liefert. These: das ist eine biologische Anpassung, die menschlichen Wesen eigentümlich ist.
Vs: 1. Zweck-Mittel-Denken sei zu einfach, und daher im Tierreich verbreitet.
2. Zweck-Mittel-Denken sei zu schwierig, und deshalb kein wesentlicher Bestandteil
I 261
unseres evolutionären Erbes. Dann ist das Zweck-Mittel-Denken ein Nebenprodukt.
Papineau: Das heißt jedoch nicht, dass sie keine Funktion übernehmen können.
I 276
Zweck-Mittel-Denken/Papineau: Zweck-Mittel-Denken/muss auch nicht-egozentrische kausale Tatsachen verwenden. >Landkarte.
I 273
Kognition/Raum/Raumorientierung/Gehalt/Tier/Papineau: viele Vögel und Insekten haben nicht egozentrische Karten ihrer Umwelten. Dennoch ist das nicht notwendig Zweck-Mittel-Denken. Das hängt davon ab, wie sie diese Karten gebrauchen! Bsp Vielleicht ziehen sie immer nur einfach eine gerade Linie von ihrer jeweiligen Position zum Zielort, das wäre kein Zweck-Mittel-Denken.
Bsp Zweck-Mittel-Denken wäre es, wenn sie mittels Kognition einen kontinuierlichen alle Hindernisse vermeidenden Weg von ihrer Ausgangsposition innerhalb der nicht egozentrischen Karte, und nehmen sich dann vor, den Weg zu gehen. Das wäre eine Kombination kausaler Einzelinformationen.

Papineau I
David Papineau
"The Evolution of Means-End Reasoning" in: D. Papineau: The Roots of Reason, Oxford 2003, pp. 83-129
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Papineau II
David Papineau
The antipathetic fallacy and the boundaries of consciousness
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Papineau III
D. Papineau
Thinking about Consciousness Oxford 2004