| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Continuants | Simons | I 117 Continuant/Broad: Ein Continuant hat keine zeitlichen Teile, nur räumliche. Gegensatz: Der Gegensatz ist das Ereignis. Es hat räumliche und zeitliche Teile . Continuant: Bsp Mensch. Pointe: Deshalb kann sich der Mensch verändern ((s) Sonst ist die Frage, ob er derselbe bleibt). >Zeitliche Identität, >Personale Identität. Gegensatz: Occurrence/Broad: Ereignis. Ein Ereignis kann sich nicht verändern. ((s) Ein Mensch (continuant) wird älter, wohingegen ein Ereignis nicht älter werden kann.) >Menschen, >Ereignisse, >Personen. I 127 Continuants/SimonsVsVierdimensionalismus: Alles was Masse haben kann, ist ein continuant. Diese werden in dem Argument der Relativitätstheorie gebraucht, sodass nichts mit Masse über Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden kann. >Vierdimensionalismus. I 173 Continuants/Locke: Continuants sind konstante Materiehaufen. Sie können keine Teile verlieren oder gewinnen (SimonsVsLocke). >J. Locke. I 175 Zeitlicher Teil/Continuants/Mereologie/SimonsVsalle: These: Auch Continuants können zeitliche Teile haben, d.h. sie sind nicht mereologisch konstant, sondern mereologisch variabel. Simons: These: Continuants können auch eine unterbrochene Existenz haben. >Existenz. I 176 Continuants/Simons: Nicht alle müssen materielle Dinge sein, Bsp Lächeln, Knoten, Wellen. Sie sind eher Störungen materieller Dinge. I 180 Def Koinzidenz/Continuants/Simons: Koinzidenz-Prädikat: CTD5 a ‹›t b ≡ a ‹t ∧ b ‹t a Das Prädikat zeigt Gemeinsamkeit der Teile, in Begriffen der wechselseitigen Inklusion. >Identität/Simons. I 187 Continuant/ChisholmVsAlle Autoren: These: Ein continuant ist mereologisch konstant. Mereologisch variable Continuants sind in Wirklichkeit nicht primäre Substanzen sondern logische Konstruktionen aus mereologisch konstanten continuants. Organismen sind nur Konstruktionen. I 305 Ereignis/Continuants/Simons: Ereignis: Hier ist eine Formel wie "a ‹ b" vollständig. Continuants: Hier brauchen wir zusätzlich einen zeitlichen Index: ((s) mit Quantifikation) "(Et)[a <t b]". I 350 Continuant/Simons: Ereignisse widerfahren einer Person und werden ihr Leben (Lebensgeschichte) genannt Zusammenhang. Nicht alle Ereignisse eines Lebens sind kausal verbunden. Lösung: Gen-Identität (gen-identisch), d.h. die Ereignisse involvieren alle einen einzigen Continuant. I 351 Continuant/zeitlicher Zusammenhang/Simons: Es ist nicht der continuant, der zusammenhängt, sondern seine Lebensgeschichte. HumeVsContinuants, RussellVsContinuants: Continuants sind eine Reduktion auf Ereignisse, sie sind also eine bloße Wäscheleine. Ob es einen Continuant gibt hängt davon ab, ob es eine Lebensgeschichte dazu gibt. I 353 Simons: Nichts unterhält ihre kontinuierliche Existenz. |
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| Ereignisse | Simons | I 129 Ereignis/Occurrents/Simons: Ereignisse, Prozesse, Vorkommnisse sind wie continuants in der Zeit, aber mit zeitlichen Teilen. Es können keine Identitätsbedingungen angegeben werden! Continuants sind nicht eliminierbar. Brutus-Ereignisse sind nicht ohne Referenz auf Brutus individuierbar. I 131 Ereignis/Teil/Mereologie/Simons: Räumlich und zeitlich ausgedehnte Ereignisse können Teile haben, die weder rein zeitlich noch rein räumlich sind, Bsp der Teil des Fußballspiels der einem einzelnen Spieler zuzuschreiben ist. Spanne/Span/spn(e): Die Spanne ist eine raumzeitliche Lokalisierung. Insein: Insein geschieht innerhalb größerer Region. Abdecken: Man kann genau den Teil abdecken. Ausbreitung/spread/spr[e]: Die Ausbreitung ist ein genauer Raum. Spell/sp[e]: Der "spell" ist die genaue Zeit. Atomar: Wenn pan und spread = 0 ist dies atomar. Verbunden: Zwei Ereignisse sind verbunden, wenn ihre Spanne (bestehend aus span und spell) topologisch verbunden sind. Def zeitlicher Teil: Der zeitliche Teil enthält alle gleichzeitig vorkommenden Teile des Ereignisses (analog räumlicher Teil). Def Phase: Die Phase ist der zeitlich verbundene Teil. Def Scheibe: Eine Scheibe ist eine Phase mit Dauer 0. Def Segment: Ein Segment ist ein räumlich verbundener räumlicher Teil. Sektion/section: Eine Sektion ist ein Segment mit der Ausdehnung 0. I 134 Summe/Ereignis/Mereologie/Simons: Bei Summen von Ereignissen ist es anders als bei Summen von Objekten. Wenn Ereignisse kausal getrennt sind, können sie keine Summe bilden, dennoch können sie Teile eines umfassenderen Ganzen sein (sie können eine obere Schranke haben). Ereignisse erfüllen nicht die volle Mereologie, aber die schwächeren Axiome. I 182 Produkt/Ereignisse/Simons: Problem: Die Produkte könnten unterbrochen existieren. Bsp zwei Objekte könnten zwischen Überlappen und Getrenntheit alternieren, z.B. Lichtpunkte auf einem Schirm. Bsp zwei Gremien teilen zu einer Zeit bestimmte Mitglieder, zu anderen nicht. Problem: Im letzteren Fall kann dasselbe Produkt sich erneut ergeben, aber mit anderen Elementen (s.u. unterbrochene Existenz). >Unterbrochene Existenz. I 183 Die Veränderung von Produkten verlangt topologische Begriffe. I 182 Koinzidenz/Ereignisse: Das Fehlen der Extensionalität erlaubt nur einen Beweis von Koinzidenz statt von Einzigkeit. I 281 Ereignis/Reduktion/Reduktionismus/Forbes/Simons: Ereignisse sind offen für eine Reduktion in einer Weise, wie es Continuants nicht sind, daher ist es fraglich, ob es irreduzible Wahrheiten de re über Ereignisse gibt ((s) die eben nicht auf etwas anderes zurückgeführt werden könnten). Essentialismus: Da aber Ereignisse auch echte Objekte sind, sollte es auch wesentliche Wahrheit über sie geben. Problem: Sie werden durch Kennzeichnungen spezifiziert. Simons: These: pro Essentialismus für Ereignisse. Bsp Die Ermordung von Franz Ferdinand durch Gavrilo Princip enthält beide wesentlich. Bsp Bombe statt Schusswaffe: Dies ist ein anderer Mord, aber nicht bei vertauschten Kugeln. I 282 Es ist wesentlich für ein Ereignis, dass es Teil genau jener Ereignisse ist, von denen es aktual Teil ist. Anders: Der Vierdimensionalismus gehorcht nicht dem Essentialismus: I 305 Ereignis/continuants/Simons: "Ereignis": Hier ist eine Formel wie "a ‹ b" vollständig. Continuants: Hier brauchen wir zusätzlich einen zeitlichen Index: (mit Quantifikation) "(Et)[a ‹ t b]". >Continuants. |
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| Existenz | Simons | I 197 Unterbrochene Existenz/Simons: Ein Bsp für unterbrochene Existenz ist eine Uhr vor und nach dem Auseinandernehmen. Problem: Wenn Teile verlorengegangen und durch andere ersetzt werden, hängt die Frage, ob es als selbes weiterexistiert vom Verlauf der Entwicklung ab. Dies scheint jedoch falsch. SimonsVs "Kontinuitätstheorie": Bsp dass der Tisch aus denselben Bausteinen beim zweiten Mal derselbe sei. >Schiff des Theseus. I 199ff Schiff des Theseus/Simons: a) "Sammler": materiale Kontinuität, b) "Praktiker": funktionale Kontinuität. Falsch: relativierte Identität (je auch Sammler/Praktiker). Dann ist die Frage, warum gibt es überhaupt ein Problem. Lösung/Simons: Der Sortalbegriff ist immer ein Kompromiss zwischen a) Identität der Materie, "materie-konstant" und b) der Form, "Form-konstant". Form: a) für Organismen: Leben-ermöglichende Konstruktion, b) Artefakte: Funktion-ermöglichende Form und c) Bsp Inseln: charakteristische Form und Relation zur Nachbarschaft. Formbegriff/Simons: Die Heterogenität des Formbegriffs sichert seine Nützlichkeit. Sammler und Praktiker sind zufrieden, weil beide von Anfang an etwas verschiedenes wollten. Pointe: Von Anfang an gibt es zwei Schiffe (form-konstant, materie-konstant), die beide koinzidieren! Der Schiffbauer baut nur ein Schiff. >Koinzidenz, >Identität/Simons. I 259f Existenz/Modalität/Notwendigkeit/Simons: Nicht alles was existiert, existiert notwendig. HC: aber wenn es existiert, existiert es notwendig. ((s) Das läuft bei Simons auf dasselbe hinaus.) I 261 Simons These: Existenz ist wesentlich, aber nicht notwendig. |
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| Extensionalität | Simons | Chisholm II 185 Extensionalität/Quine: In der Extensionalität nehmen wir Raumzeit-Punkte statt "dauerhafte Gegenstände" an. SimonsVsQuine: Sprache ohne Continuants (dauerhafte Gegenstände) ist nicht lernbar. Chisholm: In der Extensionalität gibt es wohl Zeit und Modalität, aber nicht zeitliche oder modale Teile: entweder a) Erscheinungen akzeptieren, Extensionalität ablehnen oder b) Erscheinungen ablehnen und Extensionalität für wirkliche dauerhafte Gegenstände fordern. >entia sukzessiva. SimonsVsChisholm: Es ist besser mit Aristoteles Dinge mit nicht-notwendigen Teilen anzunehmen: Bäume bestehen einfach aus Materie. Dies ist mehr Evidenz als Wittgensteins Atome. --- Simons I 3 Extensionalität/Simons: Wenn Extensionalität zurückgewiesen wird, können mehr als ein Objekt exakt dieselben Teile haben und daher auch mehrere verschiedene Objekte zur selben Zeit am selben Ort sein - dann haben wir es mit Continuants zu tun. Continuant/Simons: Ein Continuant ist alles, was kein Ereignis ist, (s.u.) alles was Masse haben kann. >Continuants, >Teile. I 11 CEM/Extensionalität/Simons: charakteristisches Merkmal: Die Relation "Teil-von-oder-identisch-mit": entspricht einer "kleiner-gleich"-Relation. Überlappen: "Überlappen" kann als einziger Grundbegriff gebraucht werden. Grenzfall: Ein Grenzfall ist das Getrenntsein und Identität. I 105f Teil/VsExtensionale Mereologie/Simons: 1. Das Ganze ist manchmal nicht einer der eigenen Teile. 2. Manchmal ist das Teil nicht transitiv. 3. Existenz von "Summen-Individuen" ist nicht immer garantiert, d.h. da die Axiome für Individuen, die einem beliebigen Prädikat gehorchen, falsch sind. 4. Identitätskriterien für Individuen, die alle Teile gemein haben, sind falsch. I 106 5. Ein Teil liefert eine materialistische Ontologie vierdimensionaler Objekte. Teil/Simons: These: Es gibt keine einheitliche Bedeutung von "Teil". I 117 Extensionalität/Simons: Extensionalität wird mit der Zurückweisung des PPP (Proper Parts Principle) verlassen. I 28 Proper Parts Principle/starkes/SSP/strong supplement-principle: Wenn x nicht Teil von y ist, dann gibt es ein z, das Teil von x ist und von y getrennt ist. Eine Lösung für die Unterscheidung von Summe (Tib + Tail) und Ganzem (Prozess) bietet Tibbles (Katze). >Tibbles-Beispiel. Simons: Die Koinzidenz von Individuen ist zeitweise ununterscheidbar (wahrnehmungsmäßig). Superposition: Superposition heißt, zur selben Zeit am selben Ort sein. >Superposition |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 Chisholm I R. Chisholm Die erste Person Frankfurt 1992 Chisholm II Roderick Chisholm In Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986 Chisholm III Roderick M. Chisholm Erkenntnistheorie Graz 2004 |
| Identität | Simons | Chisholm II 171 Identität/Simons: These: Unterschiedene Objekte können durchaus alle Teile gemeinsam haben: Bsp Ich und mein Körper (ChisholmVs). >Teile, >Teil-von-Relation. Simons I 113 Identität/Individuum/Ganze/Ganzes/Teil/extensionale Mereologie/RescherVsExtensionalität: (Rescher 1955): Die extensionale Eigenschaft, die beinhaltet, dass Ganze identisch sind, wenn sie dieselben Teile besitzen, schließt jene Teil-Ganzes-Relationen aus, in denen die Organisation (Organisiertheit) involviert ist. Bsp Verschiedene Sätze können aus denselben Sätzen bestehen. Zwei Individuen müssen nicht identisch sein, wenn sie dieselben Teile haben: Bsp Gebäude-Komitee = Personal-Komitee, Bsp Famile Robinson = Basketball-Team Robinson, Bsp Person/ihr Körper. Pointe: Es geht nicht um die Relation der Teile untereinander. I 180 Def Koinzidenz/Continuants/Simons: Koinzidenz-Prädikat: CTD5 a < >Mereologie, >Inklusion. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 Chisholm I R. Chisholm Die erste Person Frankfurt 1992 Chisholm II Roderick Chisholm In Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986 Chisholm III Roderick M. Chisholm Erkenntnistheorie Graz 2004 |
| Indirekter Tausch | Rothbard | Rothbard III 187 Indirekter Tausch/Rothbard: (...) Der einzige Tausch, der bisher erörtert wurde, (...) war der direkte Tausch oder Tauschhandel - der Tausch eines nützlichen Gutes gegen ein anderes, jeweils zum Zwecke des direkten Gebrauchs durch die Tauschpartei. >Tausch/Rothbard. Direkter Tausch: Obwohl eine Behandlung des direkten Tauschs für die wirtschaftliche Analyse wichtig ist, ist der Spielraum für den direkten Tausch in der Gesellschaft äußerst begrenzt. In einer sehr primitiven Gesellschaft könnte Crusoe zum Beispiel Jackson als Arbeitskraft auf seiner Farm beschäftigen und dafür einen Teil der landwirtschaftlichen Erzeugnisse erhalten. In einer Gesellschaft mit direktem Austausch könnte es jedoch kein fortgeschrittenes Produktionssystem und keine Kapitalakkumulation in höheren Produktionsstufen geben - ja überhaupt keine Produktion jenseits der primitivsten Stufe. [Das Problem der fehlenden „Koinzidenz der Bedürfnisse“ gilt selbst für den einfachen, direkten Austausch von Konsumgütern, zusätzlich zu dem unlösbaren Problem der Produktion. Damit jemand die einfachste Ware verkaufen kann, muss er nicht nur jemanden finden, der sie kaufen will, sondern auch jemanden, der eine Ware zu verkaufen hat, die er erwerben will. Der Markt für jedermanns Waren ist daher äußerst begrenzt, der Umfang des Marktes für ein beliebiges Produkt ist sehr klein, und der Spielraum für Arbeitsteilung ist vernachlässigbar. >Tauschwirtschaft. Rothbard III 188 Indirekter Tausch: Die ungeheuren Schwierigkeiten des direkten Tausches können nur durch den indirekten Tausch überwunden werden, bei dem ein Individuum eine Ware im Tausch kauft, nicht als Konsumgut zur direkten Befriedigung seiner Bedürfnisse oder zur Produktion eines Konsumgutes, sondern einfach, um sie wieder gegen eine andere Ware einzutauschen, die es für den Konsum oder die Produktion erfordert. Rothbard III 191 Geld/Tauschmittel: Eine Ware, die als Tauschmittel in allgemeinen Gebrauch kommt, wird als Geld definiert. Es ist offensichtlich, dass der Begriff „Tauschmittel“ ein präziser Begriff ist, und zwar ein indirekter Tausch. Rothbard III 192 Der Punkt, an dem ein Tauschmittel in „gemeinsamen“ oder „allgemeinen“ Gebrauch kommt, ist nicht streng definierbar, und ob ein Mittel ein Geld ist oder nicht, kann nur durch historische Untersuchung und das Urteil des Historikers entschieden werden. >Geld/Rothbard. |
Rothbard II Murray N. Rothbard Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995 Rothbard III Murray N. Rothbard Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009 Rothbard IV Murray N. Rothbard The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988 Rothbard V Murray N. Rothbard Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977 |
| Leib-Seele- Problem | Danto | I 252/3 Def Epiphänomenalismus: (Def Epiphänomen: Nebeneffekt). These: Keine Wirkung geht vom Geist aus. Der Geist ist außerstande, irgend ein Geschehen hervorzurufen. >Epiphänomenalismus. Kausalität führt einzig vom Physischen zu physischem Ereignis oder von physischem zu geistigem niemals jedoch von geistigem zu geistigem oder von geistigem zu physischem Ereignis. >Kausalität. Danto: Der Epiphänomenalismus ist ziemlich geistfeindlich. I 253 Def Parallelismus: Der Parallelismus ist im Gegensatz zum Epiphänomenalismus die Ansicht, dass es parallele Serien von Ereignissen gebe, welche in den zwei voneinander unabhängigen Substanzen vorkommen, die nicht aufeinander einwirken können. Bsp Schmerz sei keine Wirkung des heißen Ofens, nur eine Koinzidenz. Dier Zusammenhang wird durch die Vermittlung Gottes hergestellt. Er setzt die ständige Einwirkung Gottes voraus. (Siebzehntes Jahrhundert). I 253 Def Okkasionalismus: Version des Parallelismus: zwei Uhren. die die gleiche Zeit anzeigen, aber ohne kausale Verbindung. I 253 Def Monaden/Leibniz: Die Welt besteht aus einer unendlichen Anzahl voneinander ursächlich abgetrennter Substanzen, den Monaden. >G.W. Leibniz. I 254 Spinoza: Es kann nur eine Substanz geben, von der Geist und Körper (Denken und Ausdehnung) Modi sind. Und zwar so, dass die Ordnung und Verknüpfung der Ideen ganz dieselbe ist wie die Ordnung und Verknüpfung der Dinge. >Substanz/Spinoza, >B. Spinoza. Jede dieser Lehren ist vollkommen überflüssig, wenn man die Substanz selber aufgibt. >Substanz, vgl. >Substrat. |
Danto I A. C. Danto Wege zur Welt München 1999 Danto III Arthur C. Danto Nietzsche als Philosoph München 1998 Danto VII A. C. Danto The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005 |
| Modale Eigenschaften | Simons | I 111 Summe/Mereologie/Simons: Angenommen, wir betrachteten beliebige Portionen von Raum-Zeit (RZ) als durch irgendwelche Summen belegt. Dann geht es um die Frage, ob die entsprechenden Prädikate kumulativ sind. Def kumulatives Prädikat: Wenn eine Summe existiert, dann trifft das Prädikat, das auf sie zutrifft, auch auf das Ganze zu (Ganzes ungleich Summe). Bsp Massentermini können beliebige Summen bilden. Nicht-kumulativ: Bsp der Ausdruck "ist ein Mensch". Die Summe kann dieselbe Raumzeit wie das entsprechende Individuum besetzen, ohne mit ihm identisch zu sein. I 113 Summe/Mereologie: Eine Summe existiert nur, weil ihre Teile existieren. ((s) Also holistisch ein Individuum, das nur existiert, weil andere Individuen existieren.) I 191 Bsp Tibbles/Wiggins: These: Die Katze Tibbles ist nicht identisch mit der Summe Tib + Tail. >Tibbles-Beispiel. Trotz der permanenten Koinzidenz, denn nur Tibbles und nicht die Summe hat die modale Eigenschaft weiter zu existieren, wenn der Schwanz verloren geht. I 266 Summe/Identitätsbedingungen/Simons: Summen haben keine autonomen Identitätsbedingungen. Bsp Summe Tib + Tail ist nicht identisch mit Katze Tibbles, auch wenn sie den Schwanz nie verliert. Die modale Eigenschaft des „Verloren-Haben-Könnens“ ist entscheidend (Nichtidentität trotz Koinzidenz). I 291 Summe/Mereologie/Simons: Es gibt sogar Summen quer zu den Kategorien (gemischt-kategorische Summen): Bsp Ein Körper und die Ereignisse, die ihm widerfahren ((s) Lebensgeschichte). >Mereologische Summe. I 354 Summe/Mereologie/Simons: Hier spielt die Struktur keine Rolle. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Person | Simons | I 207 Person/Körper/Simons: Bsp Operation: Eine Person existiert nicht während einer Operation. Eine Operation wird am Körper durchgeführt. Nach einem Gedächtnisverlust und unbegrenzter Lernfähigkeit spricht man von einer neuen Person, aber einem alten Körper (Simons pro Locke). Andererseits ist eine Person: a) ein Träger von Rechten und b) ein Substrat von Wandel, gesteuert von psychologischen Gesetzen. Dann eher: Def Person: Eine Person hat die Kapazität zu charakteristischen Prozessen. Sie wird nicht über die aktuelle Ausübung der Kapazität definiert. Eine Person bleibt eine Person auch wenn sie schläft. >Continuants, >Körper, >Mensch. I 211 Person stirbt/Körper bleibt. Koinzidenz: Aber niemals hat die Person Teile, die der Körper nicht hat, insbesondere keine immateriellen Teile. >Teile. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Raum | Kanitscheider | I 193f Überlichtgeschwindigkeit/Raum/Kanitscheider: Überlichtgeschwindigkeit ist durch die Expansion des Raumes (nicht im Raum) wahrscheinlich real in unserer Welt gegeben. Wahrscheinlich nicht der einzige Fall. In einigen Modellen des Urknalls fliegen die Galaxien am Anfang mit Überlichtgeschwindigkeit auseinander. Das ist kein Konflikt mit der Speziellen Relativitätstheorie (SR), da die Krümmung damals unendlich hoch war. Damit gibt es strenggenommen keine endliche Umgebung, auf die die SR angewendet werden könnte! Kein Volumenelement ist klein genug, um als lokales Inertialsystem zu dienen. In keinem Bereich verschwinden die Gezeitenkräfte. >Relativitätstheorie, >Raumzeit/Kanitscheider, >Universum/Kanitscheider. I 294 Zeit/Tradition/Kanitscheider: lineare ein-parametrige Abfolge von endlich vielen Gegenwartsschichten, bezugssystem-unabhängige Bedeutung. Raum/Tradition"/Kanitscheider: Das gilt nicht in gleicher Weise für den Raum, denn die Galilei Transformation der klassischen Mechanik schließt eine Relativität der Gleichortigkeit ein. Der absolute Raum ist daher schon in der klassischen Mechanik verlassen, weil die räumliche Koinzidenz von Ereignissen zu verschiedenen Zeiten bezugssystemabhängig wurde. |
Kanitsch I B. Kanitscheider Kosmologie Stuttgart 1991 Kanitsch II B. Kanitscheider Im Innern der Natur Darmstadt 1996 |
| Summe, mereologisch | Simons | I 111 Summe/Mereologie/Simons: Angenommen, wir betrachteten beliebige Portionen von Raum-Zeit (RZ) als durch irgendwelche Summen belegt. Dann geht es um die Frage ob die entsprechenden Prädikate kumulativ sind. >Prädikate, >Prädikation, >Mereologie. Def kumulatives Prädikat: Wenn eine Summe existiert, dann trifft das Prädikat, das auf sie zutrifft, auch auf das Ganze zu (Ganzes ungleich Summe). Bsp Massentermini können beliebige Summen bilden. Nicht-kumulativ: Bsp "ist ein Mensch" ist nicht-kumulativ. Die Summe kann dieselbe Raumzeit wie das entsprechende Individuum besetzen, ohne mit ihm identisch zu sein. >Individuen, >Raumzeit. I 113 Summe/Mereologie: Eine Summe existiert nur, weil ihre Teile existieren. ((s) Also ist es holistisch ein Individuum, das nur existiert, weil andere Individuen existieren.) I 266 Summe/Identitätsbedingungen/Simons: Summen haben keine autonomen Identitätsbedingungen. Bsp Die Summe Tib+Tail ist nicht identisch mit der Katze Tibbles, auch wenn sie den Schwanz nie verliert. >Tibbles-Beispiel, >Identitätsbedingungen. Die modale Eigenschaft des "Verloren-Haben-Könnens" ist entscheidend. Hier liegt Nichtidentität trotz Koinzidenz vor. I 291 Summe/Mereologie/Simons: Es gibt sogar Summen quer zu den Kategorien (gemischt-kategorische Summen), Bsp Ein Körper und die Ereignisse, die ihm widerfahren. ((s) Lebensgeschichte.) >Misch-kategorisch, vgl. >Terminologie/Ryle. I 354 Summe/Mereologie/Simons: Bei der Summe in der Mereologie spielt die Struktur keine Rolle. >Strukturen. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Superposition | Simons | I 128 Superposition/Simons: Verschiedene Individuen mit identischen Teilen zur selben Zeit am selben Ort beschreiben die Superposition. >Raumzeit, >Vierdimensionalismus. SimonsVsQuine: Eine Superposition wird statt "Inhalt einer Portion Raumzeit" angenommen. Solche Okkupanten müssen sowieso continuants sein. Ereignisse: Bei Ereignissen wird das Extensionalitätsprinzip erfüllt. Massen: Massen brauchen verschiedene Bedeutungen von "Teil". >Teile, >Massentermini. I 211f Superposition statt Koinzidenz: Bsp Ring/Gold, Bsp Person/Körper. Hier sind es nicht zwei Individuen, sondern die Relation Eins-Vieles. Sie sind nicht identisch, nehmen aber denselben Raum ein. Bsp Ring/Gold: Sie haben unterschiedliche Geschichten. >Statue/Ton, >Person, >Individuen. I 223 Superposition/SimonsVsWiggins: Dass verschiedene Objekte superponieren können folgt aus der Tatsache, dass ein einzelnes Stück Materie in einem solchen Zustand sein kann, dass es gleichzeitig verschiedene Bestehensbedingungen erfüllt ((s) also intensional). Bestehensbedingungen: Bestehensbedingungen werden durch den Sortalbegriff festgelegt. (Sprachlich) verschiedene Bestehensbedingungen: Diese Dinge können verschieden lange existieren und dennoch am selben Ort sein, Bsp ein Astronaut in der Umlaufbahn kann Onkel werden. I 237 Superposition/Doepke/Simons: Wann immer a und b superponiert sind, müssen sie einen gemeinsamen Teil haben, sie müssen vollständig aus einem Dritten, c zusammengesetzt sein. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Tatsachen | Simons | I 317 Bloße Tatsache/Simons: Bsp Dass etwas zufällig ein Teil von etwas anderem ist, ist eine bloße Tatsache. >Nackte Tatsachen, >Bloße Tatsachen, >Koinzidenz, >Zufall. |
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| Terminologien | Simons | I 14 Produkt/Mereologie/Simons: Der Durchschnitt ist gleich der größten unteren Schranke. Summe: Die Summe ist "das Individuum, das etwas überlappt, wenn es wenigstens eins von x oder y überlappt. Dies ist nicht immer die kleinste obere Schranke (koS). Gittertheorie: Die Gittertheorie meint das "kleinste Individuum, das beide enthält". Def Differenz: Die Differenz ist das größte Individuum, das in x enthalten ist, das keinen Teil mit y gemein hat. Es existiert nur, wenn x nicht Teil von y ist. Def Fusion/allgemeine Summe: Die Fusion ist die Summe aller Objekte, die ein bestimmtes Prädikat Fx erfüllen, denotiert durch den Variablen-bindenden Operator s: s x[Fx]. Es kann mehrere Fusionen geben. Die Summe ist die größte Fusion. I 226 Fusion: Die Fusion beinhaltet ein Ersetzen des früheren. Bsp Ein früheres F wird durch zwei Fs ersetzt. Def Nukleus/allgemeines Produkt: Der Nukleus ist das Produkt der Objekte, die ein Prädikat erfüllen px[Fx]. Universum U: Das Universum ist die Summe aller Objekte. Das entspricht dem Einheitselement der Booleschen Algebra. Atom: Ein Atom ist ein Individuum, das keine Teile hat. Individuum allgemein: Ein Individuum im Allgemeinen kann einen Teil haben! Ein Universum mit 3 Atomen kann 7 Individuen haben. Wenn es c Atome gibt, gibt es 2 hoch c 1 Kombinationen. Daraus folgt, dass es keine geraden Anzahlen geben kann. Kombinationen von Individuen sind selbst wieder Individuen. I 32 Def Obere Schranke/Mereologie/Simons: Die Individuen, die ein Prädikat fx erfüllen sind oben gebunden, wenn es ein Individuum gibt, von dem sie alle ein Teil sind. Summe: Die Summe ist "das Individuum, das etwas überlappt, wenn es wenigstens eins von x oder y überlappt". ((s) Hasse-Diagramm: Der obere Punkt ist Teil des unteren.) Universum: Im Universum gibt es eine obere Schranke für alles. Die Existenz einer oberen Schranke impliziert nicht die Existenz von Summen oder die kleinste obere Schranke, Bsp die Menge der Teilmengen der natürlichen Zahlen die entweder nicht-leer oder endlich oder unendlich sind und ein endliches Komplement haben. Jede Kollektion ist nach oben beschränkt durch die gesamte Menge der natürlichen Zahlen ohne eine kleinste obere Schranke, Bsp die Kollektion aller endlichen Mengen von geraden Zahlen. Bsp offene Intervalle auf dem reellen Zahlenstrang: Hier haben je zwei offene Intervalle wenigstens eine obere Schranke, nämlich das Intervall dessen Endpunkte... I 33 ...ihre äußeren Extrempunkte sind. Aber getrennte Intervalle mit einer Lücke zwischen sich haben keine Summe. Wenn eine Summe existiert, dann auch eine kleinste obere Schranke aber nicht umgekehrt. Teile eines umfassenderen Ganzen sein heißt, eine obere Schranke zu haben. I 60 Def Protothetik/Lesniewski/Simons: ("erste Prinzipien"): Protoethik ist Lesniewskis Gegenstück zum Aussagenkalkül, den sie als Fragment enthält. Zusätzlich enthält sie Variablen für jeden Aussagentyp sowie Quantoren - äquivalent mit Systemen von Propositionstypen (Aussagentypen) von Church oder Henkin. I 112 Def obere Schranke/Mereologie/Simons: Die Individuen, die ein Prädikat fx erfüllen sind oben gebunden, wenn es ein Individuum gibt, von dem sie alle ein Teil sind. Summe: Die Summe ist "das Individuum, das etwas überlappt, wenn es wenigstens eins von x oder y überlappt". I 211 Koinzidenz/Simons: Die Gleichheit der Elemente ist nicht hinreichend für die Gleichheit der Teile. ((s) Bsp mitgliedergleiche Gremien können verschiedene Vorsitzende haben.) Koinzidenz: Koinzidenz ist zeitweise Ununterscheidbarkeit. Die Klasse {Tib+Tail]} hat nur drei Teile. Tibbles kann viel mehr haben! I 225 Permanente Koinzidenz von F1 und F2 ist nicht in der wirklichen Welt unterscheidbar. Sie ist höchstens durch modale Eigenschaften unterscheidbar. I 228 Koinzidenz-Prinzip/Simons: Koinzidenz (alle Teile gemeinsam haben) ist notwendig für Superposition (zwei Dinge zur selben Zeit am selben Ort). I 228 Komposition/Zusammensetzung/Mereologie/Simons: Bsp Das Schiff, aber nicht das Holz ist aus Planken zusammengesetzt. Ein Mensch hat Teile, die nicht von der Kollektion der Atome geteilt werden. I 334 Topologie/Mereologie/Simons: Topologische Begriffe, die über die Mereologie hinausgehen, sind "Angrenzen" und "Verbindbarkeit". Diese werden zur Definition von "Ganzes" gebraucht. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Verpflichtungen | Jonas | Brocker I 608 Pflichten/Generationengerechtigkeit/Verantwortung/Jonas: Frage: warum sollten die heute Lebenden für die Zukunft der Menschheit verantwortlich seien. Nach seiner Auffassung gibt es zwar keine Pflicht gegenüber einzelnen Zukünftigen, ihr Dasein zu gewährleisten: Die gesuchte und »notwendige« neue Zukunftsethik liege, so Jonas, außerhalb des individuellen Recht-Pflicht-Feldes, weil es keine Reziprozität mit einzelnen Zukünftigen geben könne, da sie ja noch nicht existierten (1) Lösung/Jonas: es gibt eine Verpflichtung gegenüber der Menschheit als Ganzer, eine Pflicht, die Menschheit zu erhalten. Dies sei in der Form eines kategorischen Imperativs zu denken, als »eine unbedingte Pflicht der Menschheit zum Dasein« (2). Siehe Ethik/Jonas. Brocker I 615 Intuitionismus/Jonas/Brocker: Jonas argumentiert intuitionistisch: Der Säugling dient ihm als Beispiel für die »Selbstbejahung des Seins« (3). Der Anblick eines hilflosen Babys reiche aus, um unmittelbar die Erkenntnis einer Pflicht zur Sorge und Hege ihm gegenüber zu vermitteln. Dies ist für Jonas ein „ontisches Paradigma“: die Koinzidenz von Sein und Wert. (4) Siehe Sein/Jonas, Ethik/Jonas, Existenz/Jonas. Brocker I 616 WernerVsJonas: das Beispiel des Säuglings ist nicht kulturinvariant. (5) Bsp In Sparta löste ein Säugling kein allgemeines Verantwortungsgefühl aus. Problem/BrockerVsJonas: zukünftige Generationen, also noch nicht Geborene, können gerade nicht auf dieselbe Weise an unsere Verpflichtung appellieren, wie der Säugling in Jonas‘ Beispiel. VsJonas: letztlich verstößt dann auch ein kinderlos bleibender Mensch nach Jonas gegen universelle Pflichten, da er den Erhalt der Menschheit nicht gewährleistet. VsJonas: wo wäre die Grenze zu ziehen, wenn man den Wert eines zu erhaltenden Guts bestimmen wollte? Bei Insekten? Bei Bakterien? Bei Krebszellen? 1. Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation, Frankfurt/M. 1979, S. 84 2. Ebenda S. 80 3. Ebenda S. 234-242. 4. Ebenda S. 235. 5. Micha H. Werner, „Dimensionen der Verantwortung. Ein Werkstattbericht zur Zukunftsethik von Hans Jonas“. In: Dietrich Böhler (Hg.) ethik für die Zukunft. Im Diskurs mit Hans Jonas, München, 1994, S. 303-338. Manfred Brocker, „Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018 |
Jonas I Hans Jonas Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation Frankfurt 1979 Brocker I Manfred Brocker Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018 |
| Zeit | Kanitscheider | I 294 Zeit/Tradition/Kanitscheider: lineare ein-parametrige Abfolge von endlich vielen Gegenwartsschichten, bezugssystem-unabhängige Bedeutung. Raum/Tradition"/Kanitscheider: Das gilt nicht in gleicher Weise für den Raum, denn die Galilei Transformation der klassischen Mechanik schließt eine Relativität der Gleichortigkeit ein. Der absolute Raum ist daher schon in der klassischen Mechanik verlassen, weil die räumliche Koinzidenz von Ereignissen zu verschiedenen Zeiten bezugssystemabhängig wurde. II 49 Zeit/Friedman Universum: Der endliche Wert für die Zeit in der Vergangenheit ist nicht, wie noch Friedmans naive Annahme, die Zeit seit der Entstehung, sondern eine Geltungsgrenze der Zeitkoordinate. Es gibt kein angebbares Datum. Man kann den Urknall nicht daraus ableiten. >Kordinatensystem/Kanitscheider, >Definierbarkeit. |
Kanitsch I B. Kanitscheider Kosmologie Stuttgart 1991 Kanitsch II B. Kanitscheider Im Innern der Natur Darmstadt 1996 |
| Zeitreisen | Kanitscheider | I 293 "Kausalitätsverletzung"/Kanitscheider: Ausdruck dafür, dass ein Gedankenexperiment eine Zeitumkehr, eine Reise schneller als Licht, oder eine Umkehr von Wirkung und Ursache verlangt. Wird im Zusammenhang mit Zeitreisen auch als "Großvaterparadox" bezeichnet. Zeit/Gödel/Kanitscheider: Gödel fand eine Lösung der Feldgleichung, die Zeitreisen ermöglicht. Gödel bezweifelt einen objektiven Zeitablauf und deutet die Zeitlichkeit der Welt als ein anthropomorphes, subjektives, für die physikalisch Realität unwichtiges Element. Zeit/Kanitscheider: Die Relativität der Gleichzeitigkeit hat bei vielen Autoren Überlegungen angeregt, mittels eines anderen Bezugssystems die zeitliche Koinzidenz zweier Ereignisse zu zerstören, wodurch die Zeit ihren Status, den objektiven Fluss der Dinge wiederzugeben, eingebüßt hat. Aber das gilt nur, wenn man "relativ" mit "subjektiv" gleichsetzt. Bei einer neutralen, abstrakten Formulierung der Theorie wird das aber überhaupt nicht verlangt. Es ist auch gar nicht sinnvoll, die begriffliche und die konkrete Ebene auf diese Weise zu verbinden. Ein Koordinatensystem kann ein Bezugssystem, ein physisches Objekt abbilden, muss es aber nicht tun. I 296 Zeitreisen/Spezielle Relativitätstheorie/SR/Kanitscheider: Die Spezielle Relativitätstheorie birgt keine Möglichkeit für Zeitreisen, zwar beinhaltet sie den Lichtkegel, d.h. ein Reisender hätte innerhalb dieses Kegels nicht nur eine einzelne Faser, sondern einen Spielraum, womit er seine Zeitdrift beschleunigen kann, aber damit kann er bloß die Rate der verflossenen Zeit beeinflussen. Er kann z.B. das Quantum der verflossenen Zeit klein halten, indem er seine Bewegung nahe an den Nullkegel legt. Die Zeitfolge kann er nicht verändern. >Ereignisse/Einstein. Zeitreisen/Kanitscheider: VsZeitmaschine/VsWells: H.G.Wells macht den Fehler, dass er den Reisenden auf dem gleichen irdischen Raumpunkt die Weltlinie der Erde auf und absteigen lässt. Genau dies führt zur begrifflichen Unmöglichkeit von Vorwärts und Rückwärtsbewegung in der Zeit. Zeitreisen/Allgemeine Relativitätstheorie/Kanitscheider: das ändert sich, wenn Materie ins Spiel kommt. I 298 Kausalitätsverletzung/Kanitscheider: Angenommen, ein Koordinatensystem mit Rotationssymmetrie um den Ursprung, dann schließt der lokale Lichtkegel bei r = 0 wie gewohnt die t Koordinate in ihrer Zukunftsrichtung nach oben ein. Entfernt man sich jedoch ein Stück vom Ursprung, so beginnen sich die lokalen Lichtkegel in Richtung auf die Drehebene zu neigen. Wenn der Lichtkegel mit seinem Mantel die Drehebene berührt, wird die frühere Winkelkoordinate lichtartig und in noch größerer Entfernung zeitartig. Dieser Rollentausch der Koordinaten, so dass die Öffnung des Lichtkegels zuerst in raumartiger, jetzt aber in zeitartiger Koordinate liegt, ist das Kennzeichen der Kausalitätsverletzung. Bsp Ist p der zeitliche Vorgänger von q auf einer offenen Kurve mit unendlicher affiner Länge, so gibt es ebenfalls eine zeitartige Kurve, auf der q der Vorgänger von p ist. Die Folgen sind absurd: Bsp Ein Körper mit einer kreisförmigen zeitartigen Weltlinie trifft mit einer bestimmten Galaxis nur einmal zusammen, wenn das Ereignis von der Galaxis aus beobachtet wird, für den Bewohner des Körpers jedoch kehrt die Begegnung periodisch wieder. Bsp Bei einer spiralförmigen Weltlinie hält jeder den anderen für bei jeder Begegnung für jünger, obwohl beide übereinstimmen, dass Zeit verflossen ist. Zeitreisen/Kanitscheider: natürlich bleibt das Großvaterparadox, dennoch ist die Gödel-Welt nicht auszuschließen. Unser aktuales Universum gestattet wegen fehlender Rotation ziemlich sicher keine Zeitreisen. Man wäre auf eine nackte Singularität oder Manipulation lokaler Materie angewiesen. |
Kanitsch I B. Kanitscheider Kosmologie Stuttgart 1991 Kanitsch II B. Kanitscheider Im Innern der Natur Darmstadt 1996 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Pro/Versus |
Eintrag |
Literatur |
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| mereol. Essentialism Koinzidenz | Pro | Simons I 208 mereologischer Essentialismus: Pro: Chisholm - Vs: Simons: Bsp Schiff des Theseus: anfängliche Koinzidenz von Materie-Konstanz und Funktions-Konstanz I 275 mereologischer Essentialismus/Chisholm: alle Teile notwendig - SimonsVsChisholm: einige wesentlich, andere nicht. |
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| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
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| Superposition | Simons, P. | I 225 .... Superposition/Fazit: damit ist aber noch nicht gezeigt, daß LP oder die stärkere These korrekt ist, daß keine zwei Dinge ein und derselben Art koinzidieren können. Vielleicht sind Haufen einfach nicht geeignet. Wir müssen das Problem allgemeiner angehen: I 250 Superposition/Doepke: These Individuen sind superponiert gdw. sie beide vollständig zusammengesetzt sind von demselben Dritten (was auch immer). schwache Koinzidenz/Simons: in unserem einfachen Fall sagen wir, daß Individuen schwach koinzidieren, wenn es einige Bausteine gibt, aus denen beide im gerade definierten Sinn zusammengesetzt sind: |
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| Tibbles | Wiggins, D. | Simons I 191 Bsp Tibbles/Wiggins: These: die Katze Tibbles ist nicht identisch mit der Summe Tib+Tail. Trotz der permanenten Koinzidenz, denn nur Tibbles und nicht die Summe hat die modale Eigenschaft weiter zu existieren, wenn der Schwanz verloren geht. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |