Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Autor
Eintrag
Eintrag
Literatur
Literatur
Antirealismus Boyd Horwich I 495
Anti-Realismus/Boyd: (BoydVsAnti-Realismus/BoydVsDummett): zwei Arten von Anti-Realismus:
a) empiristische These, dass Theorien instrumentalistisch reinterpretiert werden müssen.
b) "konstruktivistische" These (Kuhn): dass die Welt aus der theoretischen Tradition der wissenschaftlichen Gemeinschaft konstruiert werden muss.
>Instrumentalismus, >Empirismus, >Theorien, >Konstruktivismus, >Wissenschaftliche Gemeinschaft, vgl. >Anti-Realismus, >Antirealismus/Dummett, >M. Dummett.

Boyd I
Richard Boyd
The Philosophy of Science Cambridge 1991

Boyd W I
Walter Boyd
Letter to the Right Honourable William Pitt on the Influence of the Stoppage of Issues in Specie at the Bank of England on the Prices of Provisions and other Commodities London 1801

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
IPCC Edwards Edwards I 585
IPCC/Edwards: Peer Review ist keine Wahrheitsmaschine, die automatisch gute von schlechter Wissenschaft trennt. Aber das Peer-Review der IPCC-Bewertungen unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von den Prozessen, die von wissenschaftlichen Zeitschriften verwendet werden. Erstens hat der größte Teil der Literatur, die bei den IPCC-Bewertungen berücksichtigt wird, bereits einmal ein Peer-Review durchlaufen (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung). Zweitens sind IPCC-Berichte Beurteilungen und nicht primäre Wissenschaft. Als Ergebnis ist die IPCC-Peer-Review darauf ausgelegt, sowohl Übereinstimmung als auch Uneinigkeit zu erfassen. Die IPCC-Verfahrensregeln weisen die Autoren ausdrücklich darauf hin, die Leser auf legitime Kontroversen aufmerksam zu machen: "Bei der Vorbereitung des ersten Entwurfs und in den nachfolgenden Stadien der Überarbeitung nach der Überprüfung sollten die federführenden Autoren unterschiedliche Ansichten, für die es signifikante wissenschaftliche oder technische Unterstützung gibt, zusammen mit den relevanten Argumenten klar identifizieren... Es ist wichtig, dass Berichte unterschiedliche (möglicherweise kontroverse) wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Ansichten zu einem Thema beschreiben, insbesondere wenn sie für die politische Debatte relevant sind"(1). Schließlich reicht die Überprüfung des IPCC weit über die wissenschaftliche Gemeinschaft hinaus. Anders als beim Peer-Review für Fachzeitschriften, bei dem nur Expertenmeinungen eingeholt werden, werden hier bewusst auch parteiische, nicht-experimentelle Ansichten eingeholt und deren Bedenken berücksichtigt (soweit es der wissenschaftliche Rahmen zulässt). Trotz seiner Unzulänglichkeiten bleibt dieser umfassende, mehrstufige und hochtransparente Überprüfungsprozess der beste Ansatz, den wir für die Bewertung von Klimawissen haben. Es bringt Kontroversen in den Konsens, es begrenzt Voreingenommenheit und es verbindet die weit verstreuten Klimawissenschaftsgemeinschaften der Welt in einem fortlaufenden Prozess. Dieser außergewöhnliche Prozess unterscheidet die Klimawissenschaft von fast allen anderen wissenschaftlichen Arenen und rechtfertigt mein Begriff einer "Klimawissensinfrastruktur".
1. Intergovernmental Panel on Climate Change, “Procedures.” https://www.ipcc.ch/documentation/procedures/ (16.06. 2021)

>Emissionsrechte, >Emissionsminderung,
>Emissionsziele, >Emissionen,
>Emissionsrechtehandel, >Klimawandel,
>Klimaschäden, >Energiepolitik,
>Klimadaten, >Klimageschichte, >Klimagerechtigkeit,
>Klimaperioden, >Klimaschutz,
>Klimaziele, >Klimafolgenforschung, >CO2-Preis, >CO2-Preis-Koordinierung, >CO2-Preis-Strategien, >CO2-Steuer, >CO2-Steuer-Strategien.

Edwards I
Paul N. Edwards
A Vast Machine: Computer Models, Climate Data, and the Politics of Global Warming Cambridge 2013
Realismus Boyd Horwich I 492
Wissenschaftlicher Realismus/Richard Boyd/M. Williams: Boyds Verteidigung des wissenschaftlichen Realismus ist viel komplexer als das, was wir bisher betrachtet haben:
Horwich I 493
Verlangt es einen substantiellen (erklärenden) Wahrheitsbegriff? >Realismus, >Interner Realismus/Putnam, >Wahrheit.
Boyd: indirekterer Weg als Putnam: die (ungefähre) Wahrheit unserer Theorien erklärt die instrumentelle Verlässlichkeit unserer Methoden.
>Methode, >Verlässlichkeit.
Methode/Boyd: Eine Methode ist nicht theorie-neutral! Im Gegenteil, weil sie durch unserer Theorien gebildet werden, ist es deren Wahrheit, die den Erfolg der Methoden erklärt.
>Theorieabhängigkeit.
Boyd/M. Williams: damit stellt Boyd ein bekanntes Argument auf den Kopf: BoydVsPositivismus.
>Positivismus.
Positivismus/Theorie: These: Die Beobachtungssprache muss theorie-neutral sein. Ebenso die methodologischen Prinzipien.
>Beobachtungssprache.
IdealismusVsPositivismus: VsTheorie-Neutralität. Bsp Kuhn: Die wissenschaftliche Gemeinschaft stellt die „Tatsachen“ fest.
>Wissenschaft/Kuhn.
Boyd/M. Williams: Boyd macht sehr clever die Theoriegeladenheit unserer methodischen Urteile zur Basis seines Realismus.
>Theoriegeladenheit.
These: Methoden, die so theoriegeladen sind wie unsere, würden nicht funktionieren, wenn die entsprechenden Theorien nicht "in relevanter Weise ungefähr wahr" wären.
Pointe: Damit kann man ihm nicht vorwerfen, eine unakzeptable starre Trennung von Theorie und Beobachtung vorzunehmen.
>Beobachtung.
Ad. 1. Vs: Das entkräftet den ersten Einwand
Ad. 2. Vs: Boyd: Es wäre ein Wunder, wenn unsere theoriegeladenen Methoden funktionierten, obwohl die Theorien sich als falsch erwiesen. Für den wissenschaftlichen Realismus gibt es hier nichts zu erklären.
Ad. 3. Vs:
Horwich I 494
M. Williams: Das geht nicht gegen den wissenschaftlichen Realismus, sondern gegen Putnam: PutnamVsBoyd: Argumente wie die von Boyd etablieren eine kausal erklärende Rolle für den Wahrheitsbegriff.
BoydVsPutnam: Das tun sie gar nicht: "wahr" ist nur ein konventioneller Ausdruck, der dem wissenschaftlichen Realismus keine Erklärungskraft hinzufügt.
Wahrheit/Erklärung/Realismus/Boyd/M. Williams: Den Erfolg unserer Methoden durch die Wahrheit unserer Theorien zu erklären läuft darauf hinaus zu sagen, dass die Methoden, mit denen wir Teilchen untersuchen funktionieren, weil die Welt aus solchen Teilchen besteht, die mehr oder weniger so sind, wie wir denken.
Fazit: Es macht aber keinen Unterschied, ob wir diesen Erfolg (unserer Methoden) durch die Wahrheit der Theorien oder durch die Theorien selbst erklären!
Vgl. >Redundanztheorie.
M. Williams pro Deflationismus: also brauchen wir keinen substantiellen Wahrheits-Begriff.
>Deflationismus.
Horwich I 494
Wahrheit/M.Williams: Wahrheit hat keine substantielle Rolle – keine erklärende Rolle: es macht keinen Unterschied, ob wir Erfolg durch Wahrheit der Theorie oder durch die Theorie selbst erklären – (pro Deflationismus).
Wissenschaftlicher Realismus/M. Williams: Einige könnten einwenden, dass nach dem wissenschaftlichen Realismus unsere gegenwärtigen Theorien nicht in dem einen oder anderen Sinn wahr sind, sondern einfach und buchstäblich wahr.
>Buchstäbliche Wahrheit, >Einfache Wahrheit.
M. Williams: das kann sein, aber selbst die deflationistische Wahrheit ist in gewissem Sinn realistisch, denn sie insistiert nicht darauf, den W Begriff epistemisch zu rekonstruieren.

M. Williams: Wenn das bedeutet, dass Objekte nicht einfach "gegeben" sind, dann ist heute praktisch jeder Konstruktivist.
>Konstruktivismus.
Deflationismus/M. Williams: Der Deflationismus braucht sich mit keiner Version des Konstruktivismus anzufreunden.
Boyd/M. Williams: Boyds wissenschaftlicher Realismus stellt gar nicht die Frage, ob eine substantielle Erklärung in Begriffen von „Korrespondenz" nötig ist. Sein Realismus ist eher empirisch“ (in Kants Sinn) als „transzendental“. Er hat nichts mit Wahrheit zu tun, sondern mit empirischen Relationen zwischen Wahrheiten.
>Empirismus, >Korrespondenz.

Boyd I
Richard Boyd
The Philosophy of Science Cambridge 1991

Boyd W I
Walter Boyd
Letter to the Right Honourable William Pitt on the Influence of the Stoppage of Issues in Specie at the Bank of England on the Prices of Provisions and other Commodities London 1801

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Theory of Mind Perner Slater I 156
Theory of Mind/ToM/Perner: VsPerner: Der Sinn von Wimmer und Perner's (1983)(1) Studie war es, eine Aufgabe zu entwerfen, die nicht durch das bloße Lesen von Verhalten gemeistert werden konnte: Nur durch die Darstellung des Glaubens der Figur war es möglich, ihr Verhalten angemessen vorherzusagen. VsPerner: Problem: Die (...) Prämisse, dass es nicht gerechtfertigt ist, aus dem Erfolg bei der Aufgabe des falschen Glaubens auf die Fähigkeit zur Darstellung von Geisteszuständen zu schließen, ist (...) fragwürdig.
Wenn ein sich normal entwickelndes Kind die Standard-Aufgabe des falschen Glaubens besteht, ist die unmittelbare Schlussfolgerung, dass es die zugrunde liegende Fähigkeit hat, mentale Zustände darzustellen. Ebenso, wenn ein Schimpanse jemals eine Aufgabe bestehen sollte, die strukturell dem Standard-FBT (False-Belief-Test) ähnlich ist, würde die wissenschaftliche Gemeinschaft dies als den ersten soliden Beweis für ToM (Theory of Mind) bei nicht-menschlichen Tieren ansehen. Die Interpretation von bestandenen FBT-Ergebnissen in ASD war im Rahmen der Gedankenblindheit radikal unterschiedlich. >Autismus/Psychologische Theorien, >False-Belief-Test/Psychologische Theorien, >Theory of Mind/Entwicklungspsychologie.
Es scheint, dass, wenn eine Person mit ASD einen ToM-Test besteht, sie nie ein vollwertiges repräsentatives ToM erhält. (Rajendran und Mitchell 2007)(2).


1. Wimmer, H., & Perner, J. (1983). Beliefs about beliefs: Representation and constraining function of wrong beliefs in young children’s understanding of deception. Cognition. 13, 103—128.
2. Rajendran, G., & Mitchell, P. (2007). Cognitive Theories of Autism. Developmental Review, 27, 224-260.


Coralie Chevallier, “Theory of Mind and Autism. Beyond Baron-Cohen et al’s. Sally-Anne Study”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Welt Kuhn I 185
Welt/Kuhn: die alte Frage: wie muss die Welt beschaffen sein, damit der Mensch sie erkennen kann? - Nicht nur die wissenschaftliche Gemeinschaft muss von besonderer Art sein. - Auch die Welt muss besondere Eigenschaften haben. >Beobachtbarkeit; vgl. auch >Anthropisches Prinzip.

Kuhn I
Th. Kuhn
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen Frankfurt 1973

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
Idealismus Wissenschaftliche Gemeinschaft Pro Horwich I 492
Idealismus: pro: Kuhn: die wissenschaftliche Gemeinschaft stellt die Tatsachen fest - KuhnVsPositivismus).

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Idealismus Kuhn, Th. Horwich I 492
Positivismus/Theorie: These: die Beobachtungssprache muß Theorie-neutral sein. Ebenso die methodologischen Prinzipien. IdealismusVsPositivismus: VsTheorie-Neutralität. Bsp Kuhn: die wissenschaftliche Gemeinschaft stellt die "Tatsachen" fest.

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994