Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Literatur
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Gemeinschaft Weber Habermas III 356
Gemeinschaft/Gesellschaft/Recht/Weber/Habermas: Soweit sich das normative Einverständnis auf Tradition stützt, spricht Weber von konventionellem Gemeinschaftshandeln. >Konvention, >Tradition, >Kulturelle Überlieferung.
In dem Maße, wie dieses durch erfolgsorientiertes, zweckrationales Handeln ersetzt wird, entsteht das Problem, wie diese neuen Spielräume ihrerseits legitim, d.h. normativ verbindlich geordnet werden können. Rationales Gesellschaftshandeln tritt an die Stellen von konventionellem Gemeinschaftshandeln.(1)
>Zweckrationalität, >Rationalität, >Handlungsrationalität.

1. M. Weber, Methodologische Schriften, hrsg. v. J. Winckelmann, Tübingen, 1968, S. 201f

Weber I
M. Weber
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Instrumentelle Vernunft Habermas IV 490
Instrumentelle Vernunft/Habermas: Der Begriff suggeriert, dass sich die Rationalität erkennender und handelnder Subjekte zu einer Zweckrationalität höherer Ordnung systemisch ausweitet. >Rationalität, >Zweckrationalität.
So erscheint die Rationalität selbstgeregelter Systeme, die sich mit ihren Imperativen über das Bewusstsein der ihnen integrierten Mitglieder hinwegsetzt, in Gestalt einer totalisierten Zweckrationalität.
HabermasVs Adorno/HabermasVsHorkheimer: Damit verwechseln die beiden Autoren System- und Handlungsrationalität. Daher können sie nicht ausreichend unterscheiden zwischen der Rationalisierung der Handlungsorientierung
IV 491
im Rahmen einer (…) Lebenswelt auf der einen Seite und der Erweiterung der Steuerungskapazitäten von (…) Gesellschaftssystemen auf der anderen Seite. >Systemrationalität, >Handlungsrationalität, >Lebenswelt.
Autonomie/Spontaneität: Deshalb können sie die Spontaneität, die von der verdinglichenden Gewalt der Systemrationalisierung noch nicht erfasst ist, nur in irrationalen Kräften lokalisieren – in der charismatischen von Führern oder der mimetischen von Kunst und Liebe.
>Spontaneität, >Kunst, >Mimesis.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Rationalität Luhmann Reese-Schäfer II 129f
Def Rationalität/Luhmann/Reese-Schäfer: Das Gebot, die funktionalen Differenzierungen zu respektieren. Völlig anders als bei Habermas. LuhmannVsHabermas: Die gesamtgesellschaftliche Rationalität kann schließlich nicht in der Verallgemeinerung dessen bestehen, was die einzelnen Funktionsbereiche als ihre Rationalität ansehen.
Hierfür kann es keinen privilegierten Ort, keine zuständige Organisation, also auch keine "Verfassung" geben.

AU Kass 8
Rationalität/Luhmann: Frage: Wie soll Rationalität unter der realistischen Bedingungen des universellen Betrugs überhaupt verstanden werden?
Tradition: These: Handeln und die Umstände sind beides Natur - ebenso die Kriterien für die Richtigkeit.
AU Kass 8
Rationalität/Habermas: Unterscheidung strategische/kommunikative Rationalität.
LuhmannVsHabermas: Die Rationalität müsste auf beiden Seiten dieselbe Rationalität sein.
Wieso sprechen wir denn von Rationalität? - Was ist aber die gemeinsame Komponente?
Weder Habermas noch Weber sagen das.
>Rationalität/Habermas, >Rationalität/Weber.
Luhmann: heute: Handlungsrationalität: Präferenzen. - Gegenbegriff: Nebenfolgen.
>Handeln/Luhmann, >Handlungs-System/Luhmann, >Handlungs-Theorie.


AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
Renaissance Parsons Habermas IV 424
Reformation/Parsons/Habermas: „Vorläufer-Revolutionen“ sind für Parsons Reformation und Renaissance, die den Übergang zur Moderne dadurch ermöglichen, dass sie die in der Überlieferung des Christentums und der römisch-griechischen Antike enthaltenen, bis dahin nur von kulturellen Eliten, in den Mönchsorden und auf den Universitäten bearbeiteten kognitiven Potentiale entbinden und
Habermas IV 425
auf institutioneller Ebene wirksam werden lassen. >Revolutionen/Parsons.
Parsons knüpft an Webers Theorie der gesellschaftlichen Rationalisierung an: wie die Reformation die Schranken zwischen Klerus, Ordnen und Laienstand aufhebt und die Antriebe der religiösen Gesinnungsethik für die Gestaltung profaner Handlungsbereiche freisetzt, so macht auch der Humanismus der Renaissance das römisch-griechische Erbe der von der Kirche sich emanzipierenden Wissenschaft, Jurisprudenz und Kunst zugänglich; vor allem bahnt sie den Weg für ein modernes Rechtssystem.
>Rationalisierung/Weber, >Zweckrationalität, >Handlungsrationalität, Gesinnungsethik, >Ethik, >Renaissance.
Parsons betrachtet die kulturellen Überlieferungen als den Kode, der einer Implementierung bedarf, um phänotypisch, auf der Ebene der gesellschaftlichen Institutionen in Erscheinung zu treten. Reformation und Renaissance gelten als diese Prozesse der gesellschaftlichen Implementierung.
>Kulturelle Überlieferung/Parsons.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Wissen Weber Habermas III 247
Wissen/Weber/Habermas: Den drei Aspekten der Handlungsrationalität (instrumentelle Rationalität, Wahlrationalität und normative Rationalität) Können verschiedene Kategorien des Wissens zugeordnet werden: - Empirisch-analytisches Wissen: in Bezug auf Techniken und Strategien
- Moralisch-praktisches Wissen (wie auch ästhetisch-expressives Wissen): in Bezug auf die Orientierungen wertrationalen Handelns.
Dieses Wissen wird auf zwei Entwicklungsstufen präzisiert und verbessert:
1. Innerhalb religiöser Weltbilder,
2. Später im Rahmen der autonom gewordenen Wertsphären von Recht, Moral und Kunst. Hier zeigt sich die Zusammengehörigkeit der Rationalisierung von Handlungen und Lebensformen mit der Rationalität von Weltbildern.(1)
>Rationalisierung, >Rationalität, >Weltbilder, >Recht, >Moral.
>Kunst.

1. M. Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, hrsg. v. J. Winckelmann, Tübingen 1964.

Weber I
M. Weber
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981