| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Abbildtheorie | Abbildtheorie: Bei der Diskussion um die Abbildtheorie geht es um die Frage, in wieweit ein Satz Abbild einer Tatsache, einer Situation oder eines Ausschnitts der Welt ist. Wie sollen die Satzelemente Elementen in der Welt entsprechen? Gibt es eine solche Entsprechung überhaupt? > Relationen, siehe auch Landkarten-Beispiel, Tractatus, Wittgenstein, Russell, Bild. |
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| Abbildtheorie | Rorty | I 323 f VsAbbildtheorie/VsBildtheorie/VsTractatus/Sprache/Rorty: Putnam/Goodman: Eine nicht-intentionale Theorie der Sprache kann den Spracherwerb und Verstehen nicht erklären. >Verstehen, >Spracherwerb. Wittgenstein spät: dito. I 326 Auch nicht-intentionale Beziehungen sind theorieabhängig. >Theorieabhängigkeit. |
Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 |
| Abbildtheorie | Wittgenstein | Danto I 70/71 Abbildtheorie/Wittgenstein/Danto: These: Die Welt hat die gleiche Form hat wie die Sprache - ohne dass die Welt selbst ihrer Struktur nach irgendwie linguistisch wäre, also mehr Spiegelung. Hintikka I 67 Abbildtheorie/Bildtheorie/Sachverhalt/Gegenstand/Wittgenstein früh/Hintikka: "Wenn der Satz ein sprachliches Gegenstück zum Sachverhalt ist. I 68 Dann ist jene Verbindung keine Relation, sondern nur das Bestehen einer Relation.- Das ist Wittgensteins Position vor dem Tractatus. - WittgensteinVs: später Vs - Russell: pro. I 127 Bild/Bildtheorie/Abbildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Die Abbildtheorie kommt von Frege. Sie findet sich auch bei Tarski wieder. I 131 Hintikka These: Die "Bildtheorie" ist in Wirklichkeit eine Vorwegnahme der ersten Bedingung Tarskis Wahrheitstheorie. I 132 WittgensteinVsTarski: Eine Wahrheitstheorie ist unausdrückbar. I 132f aRb/Ausdrücken/Darstellung/Abbildtheorie/Bildtheorie/Komplex/Wittgenstein/Hintikka: nicht ein Zeichen (Bsp "R") stellt etwas dar - sondern die mit ihm verknüpfte sprachliche Beziehung - hier das flankieren - die sprachliche Relation steht nicht für eine Klasse von Paaren von Individuen (Freges Werteverlauf) - sondern für eine wirkliche Beziehung. WittgensteinVsFrege - TarskiVsWittgenstein/ CarnapVsWittgenstein/(s): extensionale Semantik - Gegenstand /WittgensteinVsFrege: Elemente möglicher Tatsachen - dann ist die Relation, die dem "R" entspricht immer eine besondere. I 134/35 Bildtheorie/Abbildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: keine Abbildungsrelation, sondern Isomorphismus - (Strukturgleichheit, Isomorphie) - keine Theorie der Sprache, sondern der Wahrheit (der Wahrheitsbedingungen). I 135 Eine solche Theorie lässt sich als Theorie aber gar nicht ausdrücken. I 141 Bildtheorie/Abbildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Nur einfache Sätze sind Bilder - nicht die komplexen Sätze - diese wären nur Rezepte zur Konstruktion von Bildern. - Wenn man sie zuließe, hätte man kein Argument für die Sonderstellung einiger Sätze: nämlich wahr zu sein. I 161 Bildtheorie/Abbildtheorie/Widerspiegelung/Tractatus/Hintikka: Bild ungleich Widerspiegelung - Abbildung: verlangt, dass einige der zulässigen Verbindungen einige der möglichen Konfigurationen der Gegenstände wiedergeben - daraus folgt aber nicht, dass die Widerspiegelung vollständig sein muss - d.h. nicht jede zulässige Verbindung muss von einem möglichen Sachverhalt sprechen - Name: kein Bild des Gegenstands - kann ihn aber widerspiegeln - Satz: Bild - Logik: Spiegelbild der Realität. I 183 Wittgenstein/früh/mittel/spät/Werk/Hintikka: Bildtheorie: 1929 aufgegeben- Hintikka: er hat nie eine vollkommene Abbildtheorie vertreten. - später als 1929: Vs die These, dass Sprache nach strengen Regeln funktioniere - Hintikka: Das hat er vielleicht nie vertreten - 1934/35: neu: Sprachspiele. WittgensteinVsTractatus: VsWiderspiegelung. >Widerspiegelung. I 184 Sprache/mittlerer Wittgenstein: 1929: Physikalische Sprache statt phänomenologischer Sprache. - ((s) Es ist aber immer die gewöhnliche Sprache. (>Phänomenologie/Quine). III 144 Sprache/Denken/Welt/Wirklichkeit/Bildtheorie/Abbildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Das eigentliche Verhältnis zwischen Sprache (Denken) und Wirklichkeit kann nicht selbst Teil der Wirklichkeit sein - denn das Bild B, das das Verhältnis zwischen A und S wiedergeben sollte, müsste dann identisch sein mit A - daher kann der Satz seinen Sinn bloß zeigen, nicht aussprechen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Danto I A. C. Danto Wege zur Welt München 1999 Danto III Arthur C. Danto Nietzsche als Philosoph München 1998 Danto VII A. C. Danto The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Atomismus | Sellars | I 33 Standardbedingungen: ihre Annahme führt aus dem logischen Atomismus heraus! >Umstände. Es genügt nicht, dass die Bedingungen angemessen sind, das Subjekt muss wissen, dass sie es sind! Umstände: um sie zu bestimmen, muss man etwas über die Gegenstände wissen: wie sie unter anderen Umständen sind. >Bedingungen, >Standardbedingungen, >Idealer Beobachter, >Beobachtung, >Idealisierung. I 34 Logischer Atomismus: VsSellars: er könnte erwidern, dass Sellars 1. die Tatsache übersieht, dass sich der logische Raum physikalischer Gegenstände im Raum und Zeit auf den logischen Raum von Sinnesinhalten stützt. >Logischer Raum. 2. Die Begriffe der Sinnesinhalte weisen diejenige logischer Unabhängigkeit voneinander auf, die für den traditionellen Empirismus kennzeichnend ist. >Unabhängigkeit, >Empirismus. 3. Begriffe für theoretische Entitäten wie z. B. Moleküle weisen diejenige gegenseitige Abhängigkeit auf, die Sellars möglicherweise zu recht den Begriffen für physikalische Tatsachen zugeschrieben hat, aber: die theoretischen Begriffe verfügen gerade deshalb über empirischen Inhalt, weil sie sich auf einen grundlegenderen logischen Raum stützen. >Theoretische Entitäten, >Theoretische Termini, >Unbeobachtbares. Sellars müsste zeigen, dass dieser Raum ebenfalls mit Kohärenz beladen ist, aber das kann er nicht, bevor er nicht die Idee eines grundlegenderen logischen Raumes als den der physikalischen Gegenstände im Raum und Zeit abgeschafft hat. >Räumliche Ordnung, >Zeitliche Ordnung, >Lokalisierung, >Gegenstände. Logischer Atomismus: Aussagen kommen nur wahrheitsfunktional in Aussagen vor. >Wahrheitsfunktionen. I 70 Atomismus/SellarsVsAtomismus/SellarsVsWittgenstein: Analyse steht nicht für Definition von Termini, sondern für die Erforschung der logischen Struktur des Diskurses - diese gehorcht keinem einfachen Muster. >Analyse/Sellars. Vgl. (Def wahrheitsfunktional/Tugendhat: von anderen Sätzen, nicht von Situation abhängig. Tugendhat I 285). (Def wahrheitsfunktional/Read: Konjunktion und Disjunktion heißen wahrheitsfunktional, weil ihre Wahrheit unmittelbar und direkt von der Wahrheit ihrer Bestandteile abhängt. Read III 85). II 314 SellarsVsWittgenstein/Paradoxie: um von einer bestimmten atomaren Tatsache zu sagen, sie würde von einer bestimmten elementaren Aussage abgebildet, müssen wir eine Aussage verwenden, in der die elementare Aussage zwar vorkommt, aber nicht wahrheitsfunktional! Wir müssen etwas sagen wie: (1) S (in L) bildet aRb ab. >Komplex, >Relation, >Atomismus/Wittgenstein, >Atomismus. Diese Abbildungsbeziehung kann nicht durch eine Aussage ausgedrückt werden. Wittgenstein dito. II 321 Wenn nur einfache nichtsprachliche Gegenstände abgebildet werden könnten, wenn komplexe Gegenstände Tatsachen wären, würde das zu der bekannten Antinomie führen, dass es atomare Tatsachen geben müsste, die Voraussetzung dafür wären, dass Sprache die Welt abbilden kann, für die sich aber kein Beispiel angeben lässt, wenn man einen Sprecher dazu auffordert. Beide Schwierigkeiten vermeidet man durch die Erkenntnis, dass komplexe Gegenstände keine Tatsachen sind. (VsTractatus). >Tatsachen, >Sachverhalte. |
Sellars I Wilfrid Sellars Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999 Sellars II Wilfred Sellars Science, Perception, and Reality, London 1963 In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 |
| Atomismus | Wittgenstein | Hintikka I 25 Atomismus/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: These: Alle logischen Formen lassen sich aus den Formen der Gegenstände aufbauen. I 175 Logische Unabhängigkeit/Elementarsatz/Atomismus/Wittgenstein/Hintikka: (1931) Die Suche nach der logischen Unabhängigkeit der Elementarsätze gibt Wittgenstein schließlich auf. - Sie war ein regelrechter Fehlschlag. - Grund: Farbattribute (Farbprädikate) sind nicht unabhängig! - Bsp Rot ist im Grade q1r vorhanden und Rot ist im Grade q2r vorhanden , dann folgt: wenn q2>q1 folgt q1r aus q2r. - Später Vs: geht auch nicht bei unreinen und undurchsichtigen Farben. I 176 Atomismus/mittlere Periode/Wittgenstein/Waismann/Hintikka: neu: Atomsätze werden nicht mehr einzeln mit der Welt verglichen, sondern als Satzsysteme - ("holistisch"). - WittgensteinVsAtomismus: mittlere Periode. - Neu: ich lege die ganze Farbskala zugleich an. - Das ist der Grund, warum ein Punkt nicht mehrere Farben haben kann. >Messen/Wittgenstein. - Wenn ich ein Satzsystem an die Wirklichkeit anlege, so ist damit gesagt, dass immer nur ein Sachverhalt zu einer Zeit bestehen kann. II 138 WittgensteinVsAtomismus//WittgensteinVsTractatus: Zwei Fehler: 1. Das Unendliche als Zahl anzunehmen und anzunehmen, dass es unendlich viele Sätze gäbe. 2. Es gibt Aussagen gibt, die Grade von Qualitäten ausdrücken - Atomismus; verlangt aber, dass wenn p und q im Widerspruch stehen, sie weiter analysiert werden können, bis sich t und ~t ergeben. II 157 Atomismus/Atomsatz/WittgensteinVsRussell: Bei der Analyse von Atomsätzen stößt man nicht auf "Einzeldinge", nicht wie bei einer chemischen Analyse. - IV 14 Atomismus/Substanz/Tractatus/Wittgenstein: Hätte die Welt keine Substanz, ((s) = unveränderliche Gegenstände), wären die Atomsätze nicht von einander unabhängig. ad IV 36ff Tractatus/Atomismus/Wittgenstein/(s): Atome: undefinierte Gegenstände, quasi materielle Dinge, (Laute), Urzeichen. - Es ist offen, ob Ding (Sache) oder immateriell, übersetzt werden nur Bestandteile des Satzes. - Damit sind sie offen für Bedeutungstheorie, die sich gleichzeitig aus Komplex von Dingen, Sachverhalten wie aus Verbindung von Wörtern herleite, aber (4.0312) die Logik der Tatsachen läßt sich nicht vertreten - die logischen Konstanten (und, oder, nicht) vertreten nicht. - Stellvertreter: Zeichen für Gegenstand - interne Eigenschaften: im Satz, anders als die Relationen zur Welt (extern). WittgensteinVsRussell, VsFrege: Verwechslung >Erwähnung / >Gebrauch: >außen/innen. VII 122 Atomismus/Atomsatz/Wahrheitswert/Wahrheitsfunktionen/WaFu/Naturgesetze/Tractatus/Tetens: Die Wahrheitswerte (WW) der Atomsätze determinieren die Wahrheit aller übrigen Sätze mit logischer Notwendigkeit, auch die der Naturgesetze. - Dann jedoch sollte man auch nicht davon reden, etwas sei naturgesetzlich oder kausal möglich, unmöglich oder notwendig. - (6.37) - Naturgesetze sind die Wahrheitsfunktionen der Elementarsätze. - Daher kann die Welt als Ganzes nicht erklärt werden. VII 124 Naturgesetze: sind nicht das Letzte, das ist der logische Raum. >Naturgesetze. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Atomsätze | Popper | I 117 Atomsätze/Atomismus/PopperVsWittgenstein/Tractatus: hier soll jeder »sinnvolle Satz« logisch auf "Elementarsätze" zurückführbaren sein. Alle sinnvollen Sätze seien "Bilder der Wirklichkeit". Sein Sinnkriterium stimmt somit mit dem induktionslogischen Abgrenzungskriterium überein. Das scheitert am Induktionsproblem. >Induktion, >Protokollsätze, >Elementarsatz, >Atomismus. I 117 Der positivistische Radikalismus vernichtet mit der Metaphysik auch die Naturwissenschaft: auch die Naturgesetze sind auf elementare Erfahrungssätze logisch nicht zurückführbar. Nach Wittgensteins Sinnkriterium sind auch die Naturgesetze sinnlos, d. h. keine echten (legitimen) Sätze. Das ist keine Abgrenzung, sondern eine Gleichsetzung mit der Metaphysik. |
Po I Karl Popper Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 |
| Ausdrücke | Wittgenstein | II 52 Ausdruck/Wittgenstein: Die Projektionsregeln werden durch Projizieren zum Ausdruck gebracht. - Die Intention wird durch Intendieren zum Ausdruck gebracht. II 55 Man kann nicht ausdrücken, was gar nicht anders sein kann. - So erreichen wir nie das Fundamentalste. - Das ist die Grenze der Sprache. Wesen: Deshalb kann man über die Welt nicht sagen, was an ihr wesentlich ist, denn dies könnte nicht negiert werden. >Wesen. II 64 Satz/ausdrücken/Wittgenstein: Der Satz ist nicht Ausdruck in dem Sinne, in dem das Weinen z. B. Ausdruck der Schmerzen ist. IV 24 Def Ausdruck/Terminologie/Tractatus: 3.31 Jeden Teil des Satzes, der seinen Sinn charakterisiert, nenne ich einen Ausdruck (ein Symbol). - Ausdruck ist alles für den Sinn des Satzes Wesentliche, was Sätze miteinander gemein haben können. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Außen/innen | Wittgenstein | Hintikka I 15 Wittgenstein/Hintikka: 1. Sprache als universelles Medium: (SUM) Es ist nicht möglich, die Sprache von außerhalb zu betrachten - Bedeutungsbeziehungen müssen vorausgesetzt werden. 2. Unausdrückbarkeit der Semantik: (UDS) Wenn sie zutrifft, ist jegliche logische Semantik (Modelltheorie) unmöglich. - Semantik überhaupt ist aber nicht unmöglich. IV 35 Beschreibung/Tractatus: (4.023) beschreibt den Gegenstand nach seinen externen Eigenschaften. Satz: (4.023) beschreibt die Wirklichkeit nach ihren internen Eigenschaften. (Innen/außen). |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Ausgeschlossenes Drittes | Millikan | I 229 Satz vom ausgeschlossenen Dritten/“nicht“/Negation/negativer Satz/Repräsentation/Millikan: These: der Satz vom ausgeschlossenen dritten trifft auf einfache repräsentierende negative Sätze nicht zu. Bsp neben der Möglichkeit, dass ein Prädikat und der, dass sein Gegenteil zutrifft, gibt es die Möglichkeit, dass das Subjekt des Satzes nicht existiert. Und das ist gerade die Möglichkeit, dass der Satz keinen bestimmten Fregeschen Sinn hat. >Fregescher Sinn, >Negation, >Existenz, >Nicht-Existenz. „p oder nicht-p“: hat nur Sinn, wenn „p“ Sinn hat. Negation: ihre Funktion ist niemals (im Kontext repräsentationaler Sätze) zu sagen, dass der Satz keinen Sinn hätte. Sinn/Millikan: ob ein Satz Sinn hat, kann man nicht a priori wissen. >Sinn/Millikan, >a priori/Millikan. Negation/Repräsentation/Wittgenstein/MillikanVsWittgenstein: sein Irrtum (im Tractatus) war es zu glauben, dass wenn jedermann sieht, dass „x“ in „x existiert nicht“ einen Sinn hat, dass dann der negative Satz eine negative Repräsentation sei. Rationalismus/Millikan. die rationalistische Überzeugung, dass man den Unterschied von Sinn und Nicht-Sinn a priori wissen könnte. |
Millikan I R. G. Millikan Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987 Millikan II Ruth Millikan "Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Begriffe | Wittgenstein | II 32 Begriff/logische Form/Wittgenstein: Bsp "Ding", "Komplex", "Zahl" sind keine Begriffe, sondern logische Formen. Begriff/Wittgenstein: lässt sich als Aussagenfunktion (AF) ausdrücken - Zahl: Scheinbegriff - muss innerhalb der Klammer auftreten - Bsp (Ex. Zahl). Fx - falsch: :(Ex).x ist eine Zahl - falsch: (Ex).x ist ein Ding - Aussagenfunktion: f ( ) = ( ) ist ein Mensch. Aber nicht: f ( ) = ( ) ist eine Zahl! II 34 Scheinbegriff: Bsp "Farbe", "Primärfarbe": zieht der Sprache eine Grenze - Begriff: Bsp Rot: zieht eine Grenze in der Sprache. >Farben. II 39 Punkt: ist in der Mathematik kein Begriff. II 254 Begriff/Bedeutung/Erfahrung/Wittgenstein: Dass ein Ding einem Begriff entspricht, ist keine Erfahrungstatsache - in einem Sinn muss es ihm schon immer entsprochen haben - ((s) unsere Begriffe sind aber wie Regeln) -((s) daher ist die Übereinstimmung auch keine Naturtatsache). - Dagegen: Übereinstimmung mit einem Muster ist Erfahrungstatsache. >Tatsachen, >Erfahrung. II 255 Regeln: Regeln folgen nicht aus dem Begriff sondern sind für ihn konstitutiv. - Die Regeln sind auch nicht im Begriff enthalten. - Ein mit einem Symbol verbundener Begriff ist nur ein weiteres Symbol. >Symbole, >Regeln. IV 46 Formale Begriffe/Funktion/Tractatus/Wittgenstein: 4.126 formale Begriffe - (Bsp Zahlen, Name) - können nicht durch eine Funktion dargestellt werden. - Jede Variable ist das Zeichen eines formalen Begriffs. >Namen, >Zahlen. IV 46f Scheinbegriff/Tractatus/Wittgenstein: Bsp Gegenstand - der variable Name "x" ist sein eigentliches Zeichen - richtiger Gebrauch: "(Ex)..." - sonst entstehen Scheinsätze - Scheinsatz: "Es gibt Gegenstände" - richtiger Satz: Bsp "Es gibt Bücher" - Scheinsatz: Von der Anzahl aller Gegenstände zu sprechen. >Paradoxien. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Behauptbarkeit | Stegmüller | Stegmüller IV 85 Sprache/Kripkes Wittgenstein: Im Tractatus ist die Bedeutung = Wahrheitsbedingungen (WB). >Bedeutung, >Wahrheitsbedingungen, >Kripkes Wittgenstein. Problem: Wenn wir keine Tatsache haben, haben wir auch keine Bedeutungen mehr! >Tatsachen, >Sachverhalte, >Nonfaktualismus. Wittgenstein, spät(1): skeptische Lösung: Behauptbarkeitsbedingungen statt Wahrheitsbedingungen. >Behauptbarkeitsbedingungen. IV 119f Kripke: Die skeptische Lösung ist von der hyperskeptischen These (der Unmöglichkeit von Sprache überhaupt) logisch unabhängig. Stegmüller IV 96 Behauptbarkeitsbedingungen/Kripkes Wittgenstein/Stegmüller: hier geht es um Behauptbarkeitsbedingungen von Aussagen über das Regelfolgen. - Aber falsch wäre es, das als richtig zu setzen, was richtig erscheint. Lösung: Übereinstimmung - und zwar vor der Regel, nicht Regel vor Übereinstimmung. >Regeln, >Regelfolgen. 1. L. Wittgenstein. Philosophische Untersuchungen § 138-242. |
Carnap V W. Stegmüller Rudolf Carnap und der Wiener Kreis In Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd I, München 1987 St I W. Stegmüller Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd I Stuttgart 1989 St II W. Stegmüller Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 2 Stuttgart 1987 St III W. Stegmüller Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 3 Stuttgart 1987 St IV W. Stegmüller Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 4 Stuttgart 1989 |
| Bekanntschaft | Wittgenstein | Hintikka I 79f Bekanntschaft/Wissen/Russell/Hintikka: 1. Man muss mit dem Bezug von "a", "R" und "b" bekannt sein - 2. zusätzlich mit der logischen Form, um aRb von bRa zu unterscheiden. 1. konkrete Gegenstände 2. logische Form. >Relationen, >Gegenstände. WittgensteinVsRussell: Wittgenstein eliminiert die logischen Formen, die durch allgemeine Sätze ausgedrückt werden können. - Wir brauchen in der Logik keine Erfahrung. - Tractatus: So bekommen die logischen Formen großes Gewicht. >Erfahrung. Hintikka I 315f Sprache/Bekanntschaft/Russell/Hintikka: Russell muss zeigen, wie seine (phänomenologische) Sprache der Bekanntschaft auf physikalische Gegenstände angewendet werden kann. Wittgenstein: muss umgekehrt zeigen, wie eine physikalische Sprache über unsere unmittelbaren Erlebnisse reden kann. >Logik |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Beschreibung | Wittgenstein | II 80 Beschreibung/Zeichen/Realität/Wirklichkeit/Welt/Wittgenstein: Es sind die Zeichen, die wir beschreiben - zusätzlich brauchen wir keine Verbindung zur Realität - sonst brauchten wir wiederum etwas, das diese Verbindung mit der Realität verbindet. - ((s) >Regress, >Zeichen/Derrida.) III 148ff Mensch/Beschreibung/Tractatus/Wittgenstein/Flor: unmöglich: den Menschen als denkendes, wollendes Subjekt zu beschreiben. - Nur eine Beschreibung von Gedanken, Gefühlen und Menschen ist möglich. IV 35 Beschreibung/Tractatus: (4.023) beschreibt den Gegenstand nach seinen externen Eigenschaften - Satz: (4.023) beschreibt die Wirklichkeit nach ihren internen Eigenschaften. - (> Außen/innen/Wittgenstein). |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Bibel | Spinoza | Höffe I 234 Bibel/Spinoza/Höffe: (...) in den Kapiteln 1—15 des Theologisch- politischen Traktats(1), erkennt Spinoza «weder ein übernatürliches Licht» noch «eine äußere Autorität» an. Er lehnt jede Expertokratie des Glaubens- bzw. Heilswissens ab, sodass jeder unvoreingenommene Leser, ohne ein Bibelgelehrter oder Philosoph zu sein, die Schrift sachgerecht verstehen kann und dann zur Einsicht gelangt, dass die Bibel letztlich nichts anderes lehrt als das, was schon die bloße Vernunft einsieht: Um glücklich bzw. selig zu werden, braucht man nur Gerechtigkeit und Nächstenliebe zu üben. >Theologie/Spinoza, >Vernunft/Spinoza, >Bibelkritik. 1. Spinoza, Tractatus theologico-politicus, Kap 1-15 |
Spinoza I B. Spinoza Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002 |
| Bibelkritik | Spinoza | Gadamer I 184 Bibelkritik/Bibel/Hermeneutik/Spinoza/Gadamer: Das eigentliche Problem des Verstehens bricht offenbar auf, wenn sich bei der Bemühung um inhaltliches Verständnis die Reflexions-Frage erhebt: Wie kommt er zu seiner Meinung? Denn es ist klar, dass eine solche Fragestellung eine Fremdheit ganz anderer Art bekundet und letztlich einen Verzicht auf gemeinsamen Sinn bedeutet. >Verstehen, >Sinn, >Hermeneutik. Spinozas Bibelkritik ist dafür ein gutes Beispiel (und zugleich eines der frühesten Dokumente) Im 7. Kapitel des „Tractatus theologico-politicus“(1) entwickelt Spinoza seine Interpretationsmethode der Heiligen Schrift in Anlehnung an die Interpretation der Natur. Aus den historischen Daten muss man auf den Sinn (mens) der Autoren schließen - soweit in diesen Büchern Dinge erzählt werden (Geschichte von Wundern sowie Offenbarungen), die nicht aus den der natürlichen Vernunft bekannten Prinzipien ableitbar sind. Auch in diesen Dingen, die an sich unbegreiflich (imperceptibiles) sind, lässt sich, unbeschadet dessen, dass die Schrift unbestrittenermaßen im Ganzen einen moralischen Sinn hat, alles worauf es ankommt verstehen, wenn wir nur den Geist des Autors „historisch“ erkennen, das heißt, unter Überwindung unserer Vorurteile an keine anderen Dinge denken als an die, welche der Autor im Sinne haben konnte. Gadamer I 185 Euklid werde niemand so interpretieren, dass man Leben, Studien und Sitten (vita, studium et mores) des Verfassers beachtet, und das gelte auch für den Geist der Bibel in moralischen Dingen (circa documenta moralia). Nur weil es unbegreifliche Dinge (res imperceptibiles) in den Erzählungen der Bibel gebe, sei deren Verständnis davon abhängig, dass wir den Sinn des Autors aus dem Ganzen seiner Schrift zu eruieren vermögen (ut mentem auctoris percipiamus). Und da ist es in der Tat gleichgültig, ob das Gemeinte unserer Einsicht entspricht denn wir wollen ja nur den Sinn der Sätze (den sensus orationum) , nicht aber ihre Wahrheit (veritas) erkennen. Dafür bedarf es der Ausschaltung aller Voreingenommenheit, sogar der durch unsere Vernunft (erst recht natürlich der durch unsere Vorurteile). (§ 17). Gadamer I 185 Gadamer: Die „Natürlichkeit“ des Bibelverständnisses beruht also darauf, dass das Einsichtige einsehbar, das Uneinsichtige „historisch“ verständlich wird. >Bibel. 1. Spinoza: Theologisch-politische Abhandlung. Berlin 1870 Höffe I 238 Bibelkritik/Spinoza/Höffe: Aufklärer ist Spinoza auch mit der kritischen Analyse der Heiligen Schrift. >Aufklärung. Die historisch-kritische Bibelwissenschaft ist damals zwar schon weit fortgeschritten, sodass Spinozas Methode, etwa mit der Calvins verglichen, nicht neu ist. Neu, vielleicht sogar revolutionär neu ist der politische Auftrag, den die Hermeneutik der Bibel erhält: Sie muss Sich dem politischen Leitziel, dem Frieden, unterwerfen, der wiederum im Dienst der Freiheit zu philosophieren steht. Zu diesem Zweck untergräbt Spinoza die Autorität der gelehrten Theologen und erklärt jeden Menschen für frei, die Heilige Schrift selbst auszulegen - sofern er eine politische Bedingung erfüllt: dass seine Auslegung den Gehorsam gegen das (weltliche) Gesetz stärkt. Andernfalls lassen sich nämlich weder Aufstände noch Bürgerkriege verrneiden. VsOffenbarung: Soweit sich Spinoza auf den Inhalt der Heiligen Schrift einlässt, nimmt er ihrem Grundgedanken den Rang einer zeitlos gültigen Offenbarung. Die Schrift bestehe vielmehr vor allem aus Bildreden, die sich an die Einbildungskraft der damaligen Zeitgenossen und deren Fassungskraft richten. Sofern die Texte lediglich Bildreden sind, sucht eine weitergehende Hermeneutik, eine Exegese zweiter Stufe, ihren versteckten Subtext, den vernünftigen Kern, auf. Laut Spinoza ist er moralischer und lediglich nur moralischer Natur: Die Gebote der Schrift sollen zur Rechtschaffenheit, nämlich zu Gerechtigkeit und Nächstenliebe, anleiten. Religion/Spinoza: Hier erscheint die Religion als ein Mittel zur moralischen Kultivierung der Menschen, was eine sich vollendende Toleranz zur Folge hat: Wer wie Spinoza die Religion auf die moralische Kultivierung des Menschen verpflichtet, der kann seiner eigenen Religion und Konfession treu bleiben, zugleich die der anderen anerkennen, denn deren Unterschiede sind ihm unerheblich geworden. >Religion, >Theologie, >Moral, Ethik, >Kultur. |
Spinoza I B. Spinoza Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002 Gadamer I Hans-Georg Gadamer Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010 Gadamer II H. G. Gadamer Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977 |
| Bivalenz | Dummett | II 103 Bivalenz, Prinzip der/PdB/Wahrheit/Dummett: Das Prinzip der Bivalenz setzt den Begriff der Wahrheit schon voraus - und das ist transzendental im Fall von unentscheidbaren Sätzen. - Es geht über unsere Fähigkeit hinaus, zu erkennen, was eine Manifestation wäre. >Entscheidbarkeit. II 103f Unentscheidbarkeit/Anti-Realismus/Dummett: (ohne Bivalenz) Die Bedeutungstheorie wird dann nicht mehr rein beschreibend in Bezug auf unsere aktuale Praxis sein. III (a) 17 Sinn/Frege: Erklärung des Sinns durch Wahrheitsbedingungen - Tractatus: dito: "Unter welchen Umständen"... >Wahrheitsbedingungen, >Umstände. DummettVsFrege/DummettVsWittgenstein: Dazu muss man aber bereits wissen, was die Aussage dass P wahr ist, bedeutet - Vs: wenn es dann heißt, P ist wahr bedeute dasselbe, wie P zu behaupten. VsVs: dann muss man bereits wissen, welchen Sinn es hat, P zu behaupten! Das ist aber genau das, was erklärt werden sollte. VsRedundanztheorie: Wir müssen sie entweder ergänzen (nicht bloß Bedeutung durch Behauptung und umgekehrt erklären), oder die Zweiwertigkeit aufgeben. >Redundanztheorie. III (b) 74 Sinn/Bezug/Bivalenz/Dummett: Zweiwertigkeit: Problem: Nicht jeder Satz hat einen solchen Sinn, dass wir ihm im Prinzip, wenn er wahr ist, als wahr erkennen können (Bsp >Einhörner, >Goldbachsche Vermutung). - Aber Freges Argument hängt gar nicht von Zweiwertigkeit ab. III (b) 76 Zweiwertigkeit sollte allerdings doch für Elementarsätze gelten: Wenn hier der semantische Wert die Extension ist, muss aber nicht entschieden werden können, ob das Prädikat zutrifft oder nicht - die Anwendung kann vielleicht nicht effektiv entschieden werden, aber das (undefinierte) Prädikat kann verstanden werden, ohne den Wahrheitswert zuteilen zu können. - Daher Unterscheidung von Sinn und semantischem Wert. >Semantischer Wert, >Mehrwertige Logik. |
Dummett I M. Dummett Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992 Dummett II Michael Dummett "What ist a Theory of Meaning?" (ii) In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 Dummett III M. Dummett Wahrheit Stuttgart 1982 Dummett III (a) Michael Dummett "Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (b) Michael Dummett "Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144 In Wahrheit, Stuttgart 1982 Dummett III (c) Michael Dummett "What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (d) Michael Dummett "Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (e) Michael Dummett "Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 |
| Bivalenz | Simons | Chisholm II 184 Tractatus/Simons: Der Tractatus zeigt, dass eine brauchbare Sprache nicht vollkommen zweiwertig sein kann. >Tractatus, >Atomismus, >L. Wittgenstein, >Alltagssprache. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 Chisholm I R. Chisholm Die erste Person Frankfurt 1992 Chisholm II Roderick Chisholm In Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986 Chisholm III Roderick M. Chisholm Erkenntnistheorie Graz 2004 |
| Cogito | Wittgenstein | VII 91 Cogito/Tractatus: Das „Ich denke“ das alle meine Bezugnahmen auf die Welt begleitet, wird durch nichts erfasst, was Inhalt einer Bezugnahme ist. >Bezug/Referenz. Ich/Tractatus: Das Ich schrumpft am Ende darauf zusammen, dass es das Subjekt eines Gedankens ist. Aber das ist nicht Teil der Inhalte. >Inhalt, >Gehalt. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Continuants | Chisholm | II 176ff Continuant/Chisholm/Simons: Bsp Menschen, Bäume, Autos, Wasserwellen: sind gerade nicht mereologisch konstant. >Mereologie. Continuants unterliegen einem Fluss ihrer Teile. - Die meisten Teile sind nicht notwendig - kein mereologischer Essentialismus. >Teile. Lösung: ens sukzessivum/e.s.: ist selber nicht dauerhaft, selber konstituiert aus continuants. Bsp ens sukzessivum: Präsident der USA - (Simons: das ist ontologisch dubios). entia sukzessiva sind modal analog zu nicht-negativen Situationen. Für die Terminologie der Mereologie: >Peter Simons. II 178 Problem: sie dürfen keine negativen Teile haben. II 179 Lösung: durch Hinzufügung von Teilen kann ein Gegenstand aufhören zu existieren. Bsp Ei durch Befruchtung. >Perdurantismus, >Endurantismus. Simons, Peter. Tractatus Mereologico-Philosophicus? In: M.David/L. Stubenberg (Hg) Philosophische Aufsätze zu Ehren von R.M. Chisholm Graz 1986 |
Chisholm I R. Chisholm Die erste Person Frankfurt 1992 Chisholm II Roderick Chisholm In Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986 Chisholm III Roderick M. Chisholm Erkenntnistheorie Graz 2004 |
| Definitionen | Wittgenstein | Hintikka I 228 Sinnesdaten/Ostension/Definition/Lernen/Wittgenstein/Hintikka: Das hinweisende Zeigen - Erbe des Tractatus "Zeigens" - kann durchaus als das einzige Verfahren zur Definition von Sinnesdaten dienen. Doch sobald unzugängliche Gegenstände, (Atome) hinzukommen, reicht es nicht mehr aus. Zeigen/WittgensteinVsZeigen/Ostension/Hintikka: Problem: Bsp Wie zeigt man den Staat Kalifornien? (>Definition, >Hinweisende Definition.) Auch wenn Wittgenstein auf der ersten Seite des Blauen Buchs behauptet: Alle nicht verbalen Definitionen seien hinweisende Definitionen, schränkt er das sofort ein: I 229 "Muss die hinweisende Definition selbst verstanden werden?" Der Hörer muss wahrscheinlich den logischen Status der definierten Entität bereits kennen. Es ist z.B. nicht möglich, einen nicht vorhandenen Gegenstand hinweisend zu zeigen, selbst wenn man mit jemandem telefoniert, der sie sieht. Das gleiche gilt für die unmittelbaren Erlebnisse anderer Personen. Und wenn man meint, sogar die Wörter "dort" und "dies" seien ihrerseits durch hinweisende Erklärung einzuführen, so müsste dieses hinweisende Zeigen ganz verschieden sein von der üblichen hinweisenden Erklärung. (PU §§ 9,38) >Wörter. I 329 Farbe/Definition/Bezugnahme/Wittgenstein: ...Jetzt können wir verstehen, was Wittgenstein meint wenn er sagt: ""Rot" bedeutet die Farbe, die mir beim Hören des Wortes "rot" einfällt" wäre eine Definition. Keine Erklärung des Wesens der Bezeichnung durch ein Wort. Die Stelle verliert ihren Witz, wenn "Bezeichnung" hier im Sinne von "Name" aufgefasst wird. Sogar eine völlig gelungene Definition gibt nicht an, was es heißt, dass sich das Definiendum unmittelbar - d.h. ohne Sprachspiel - auf seinen Gegenstand bezieht. >Bezeichnen, >Gegenstände. II 44/45 Hinweisende Definition/Wittgenstein: fügt dem Symbolismus nur etwas hinzu - führt nicht über den Symbolismus hinaus - ersetzt eine Menge von Symbolen durch eine andere - die Erklärung der Bedeutung von Symbolen wird ihrerseits in Symbolen angegeben. II 73 Definition/Wittgenstein: Eine Definition ist nichts weiter als die Angabe einer diesbezüglichen Regel - (s) Kontext: Bsp >Negation. II 116 Rechnen/Wittgenstein: Die Tabellen des Einmaleins sind Definitionen. >Zahlen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Deflationismus | Field | I 91 Deflationismus/Wissen/Field: These: Wir kennen die Konsistenz der Axiome z.B. der Mengenlehre oder der Theorie der reellen Zahlen nicht. Denn das würde mathematische Entitäten verlangen. Konditionales Möglichkeits-Prinzip/Field: (dies würde auch Frege zugestehen): heißt, wenn wir die nicht-modale Form haben, dann nur Wissen aus Nachdenken über die logische Form allein. Deflationismus/Field/(s): Deflationismus führt dazu, dass wir kein mathematisches Wissen haben, soweit mathematische Entitäten (mE) betroffen sind, da es diese nicht gibt. I 108 VsDeflationismus/Modelltheorie/Beweistheorie/Field: Problem: Weil es keine mathematische Entitäten (mE) gibt, sind die (platonistischen) Schemata (MTP), wenn es ein Modell für "A" gibt, dann MA - und (MS) wenn es einen Beweis von "-A" in F gibt, dann ~MA nur trivialerweise wahr - Lösung: modale Surrogate der Schemata: (MTP#)Wenn N(NBG > es gibt ein Modell für "A") dann MA - und (MS#) Wenn N(NBG > es gibt einen Beweis von "~A" in F) dann ~MA - (F: hier Sprache) - "A" ein Satz - NBG: Neuman/Bernays/Gödel - MA: "möglich A". I 110 Fazit: Der Deflationismus hat kein Problem mit der Modelltheorie und der Beweistheorie, wenn es darum geht, etwas über Möglichkeit und Unmöglichkeit heraus zu finden. I 113 Deflationismus/Field: Der Deflationismus sagt nicht, dass die mathematischen Aussagen etwas anderes bedeuten, sondern dass das, was sie bedeuten nicht buchstäblich gewusst werden kann. Deduktivismus: behauptet immer, dass was AQ bedeutetm das ist, dass A aus einer anderen Aussage folgt. Deflationismus: muss keine Aussagen isolieren - hier sind andere Aussagen nicht für die Bedeutung von A relevant. II 104 Inflationismus: Frege/Russell/Tractatus/Ramsey: Wahrheitsbedingungen (WB) sind zentral für Bedeutung und Inhalt - Vs: Deflationismus: hat keine Wahrheitsbedingungen, stattdessen vielleicht Verifikationstheorie. II 108 Deflationismus/Field: Hauptsache: Dass er keine Wahrheitsbedingungen braucht. Er braucht eigentlich auch keinen Verifikationismus. Der Deflationismus muss auch ausschließen, dass es eine physikalistische Reduktion von Wahrheitsbedingungen gibt. II 114 Logische Verknüpfung/Deflationismus: Ein Hauptvorteil scheint zu sein, dass er diese Wahl (zwischen Tatsachen) nicht treffen muss. Lösung: Man kann ganz einfach in seinen eigenen Worten erklären, was es ausmacht, dass "oder" der Wahrheitstabelle gehorcht: es folgt aus der wahrheitsfunktionalen (wafu) Logik zusammen mit der Logik des disquotationalen Wahrheits-Prädikats, ohne Erwähnung irgendwelcher Tatsachen über den Gebrauch. "p" ist wahr gdw. p folgt mit begrifflicher Notwendigkeit kraft der kognitiven Äquivalenz der rechten und linken Seite. Problem: Begriffliche Notwendigkeit ist nicht hinreichend um zu zeigen, dass "oder" der Wahrheitstabelle genügt. Wir brauchen noch Verallgemeinerung. II 116 Deflationismus/Gavagai: Für den Deflationismus gibt es hier nichts zu erklären - es ist einfach Teil der Logik von "referiert", dass" Kaninchen" auf Kaninchen referiert. II 117 Referenz/Deflationismus: Wenn Wahrheitsbedingungen unwichtig sind, dann kann auch die Referenz keine zentrale Rolle spielen. Lösung: Nicht Referenz ist die Grundlage, sondern Beobachtungen über unsere Praxis des Schließens. Dann ist Referenz rein disquotational - Bsp "nicht": "Gödel referiert nicht auf den Entdecker des Unvollständigkeitssatzes" sondern "Gödel ist nicht der Entdecker" - danach semantischer Aufstieg. II 118 KausaltheorieVsDeflationismus: Der Deflationismus kann nicht sagen, dass alles, was wir dafür brauchen, dass mein Wort für Hume auf Hume referiert, das Zitattilgungsschema ist. Dennoch kann der Deflationist akzeptieren, dass das kausale Netzwerk das erklärt, was sonst mysteriös wäre: Die Korrelation zwischen Glauben und Tatsachen über Hume. II 119 Deflationismus: Die Grenze zum Inflationismus verschwimmt, weil wir etwas konstruieren müssen, das als inflationistische Relation "S hat die Wahrheitsbedingung p" betrachtet werden könnte, oder auch nicht. II 127 VsDeflationismus: 1. Er kann nicht zwischen "Entweder er ist ein Frisör oder kein Frisör." und "Entweder er ist ein Faschist oder er ist kein Faschist." unterscheiden. 2. Er kann die Erklärungskraft der Wahrheitsbedingungen nicht erklären - (Bsp für Verhalten und Erfolg) 3. Er kann nicht zwischen vagem und nicht-vagem Diskurs unterscheiden. 4. Er kann nicht Wahrheitszuschreibung in anderen Sprachen behandeln. 5. Er gibt "wahr" falsche modale Eigenschaften ((s) "notwendig wahr" oder "kontingent wahr"). 6. Er kann Mehrdeutigkeit, Indices und Demonstrativa nicht behandeln. 7. Er kann Lernen nicht erklären. Ad II 260 Deflationismus/Nonfaktualismus/Fazit/Field/(s): Der Deflationismus (Disquotationalismus) nimmt keine Tatsachen an, die z.B. ausmachen, warum ein Wort auf ein Ding referiert. Für ihn ist es sinnlos zu fragen, warum "Entropie" auf Entropie referiert. >Disquotationalismus, >Minimalismus, >Zitat/Zitattilgung. |
Field I H. Field Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989 Field II H. Field Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001 Field III H. Field Science without numbers Princeton New Jersey 1980 Field IV Hartry Field "Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 |
| Demokratie | Spinoza | Höffe I 236 Demokratie/Spinoza/Höffe: Während Hobbes die absolute Souveränität nicht grundsätzlich, aber aus pragmatischen Gründen der Monarchie zuspricht, gebührt sie nach Spinoza allein der Demokratie. Die Demokratie wird allerdings «an kein Gesetz gebunden». Von allen rechtlichen Vorgaben freigesetzt, beläuft sie Sich im Gegensatz zur heute vorherrschenden konstitutionellen, rechts- und verfassungsstaatlichen Demokratie auf einen demokratischen Absolutismus. Folgerichtig spricht Spinoza nicht von Bürgern, sondern von Untertanen. Diese sind den Befehlen einer höchsten Gewalt unterworfen, die jeder überpositiven Kritik und Korrektur enthoben ist: Die Untertanen haben «nichts anderes als Recht anzuerkennen, als was die höchste Gewalt für Recht erklärt».(1) >Staat, >Herrschaft, >Verfassung, >Gewalt, >Gehorsam, >Recht. 1. B. Spinoza, Tractatus theologico-politicus, Kap 16. |
Spinoza I B. Spinoza Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002 |
| Denken | Black | II 94 Denken/Black: Wir sollten denken nicht mit "verschiedenen sprachlichen Kleidern" behängen. - Wenn ein Gedanke "zu tief für Wörter" sein soll, müssen wir ihn leider ignorieren. - Vs"Bekleidungsmodell": dieses würde dazu führen, jedes Sprechen als Kodierungsprozess und Hören als Dekodierung anzusehen. II 97 Falsch: "Denke bevor du sprichst" - Vs C.I. Lewis: Bedeutung kommt sehr wohl durch Kommunikation zustande (sonst >"Bekleidungsmodell" Sprache als Verkleidung von Gedanken). >Kommunikation. BlackVsLewis, C.I.). Dennoch Black: These: Denken ohne Sprache ist möglich. - Bsp Sich Schachstellungen vorstellen. Cf. >Psychologische Theorien über Sprache und Denken., >Schach. II 98 Redestrom muss nicht von einem parallelem Strom mentaler Ereignisse begleitet sein. - Die gesprochene Sprache braucht kein geistiges Korrelat, um bedeutungsvoll zu sein. Vgl. >Sprechen/Ricoeur. II 100 Es ist kaum möglich zwischen Gedanken und sprachlicher Darstellung zu unterscheiden. Aber: II 119 Sprache/Tractatus/Wittgenstein: 4.002: Die Sprache verkleidet den Gedanken - und zwar so, dass man nach der äußeren Form des Kleides nicht auf die Form des bekleideten Gedankens schließen kann. |
Black I Max Black "Meaning and Intention: An Examination of Grice’s Views", New Literary History 4, (1972-1973), pp. 257-279 In Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg) Frankfurt/M 1979 Black II M. Black Sprache. Eine Einführung in die Linguistik München 1973 Black III M. Black The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983 Black IV Max Black "The Semantic Definition of Truth", Analysis 8 (1948) pp. 49-63 In Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994 |
| Denken | Wittgenstein | II 45f Plan/Wittgenstein: Denken heißt, mit Plänen operieren - der Gedanke bedarf keiner Deutung - der Plan braucht eine Deutung - die Regeln der Interpretation eines Plans gehören nicht zum Plan selbst - Wissenschaft: wie der Bau eines Hauses - Philosophie: wie Aufräumen. >Planung. II 46 Denken/Wittgenstein: ist ein symbolischer Vorgang - analog: Bsp Verdauung: a) charakteristisch für einen Menschen - b) chemischer Vorgang. Def Denken: Deuten eines Plans - Gedankenlesen: könnte nur Interpretation von Symbolen sein - auf derselben Ebene wie Sprache. II 50 Denken/Sprache/Wittgenstein: Wir denken mit Hilfe des >Zeichens. An ein Ding denken, heißt einen >Satz denken, indem es vorkommt. - Der Anlass gehört nicht zum Denken - wohl aber die >Wörter - ein Satz ist ein Mechanismus - nicht ein Haufen von Einzelteilen. II 67 Denken/Wittgenstein: kein "Stellvertreten im Geiste" - der Gedanke ist autonom - er weist nicht über sich hinaus - das glauben wir nur wegen der Weise, wie wir Symbole verwenden - es gibt keinen geistigen Vorgang, der sich nicht symbolisieren lässt. - Wir interessieren uns nur für das, was sich symbolisieren lässt. II 105 Denken/Sprache/Wittgenstein: Denken ist nicht ohne Sprache möglich. ((s) Vgl. >Sprache und Denken.) IV 108 Denken/Tractatus: 6.361 In der Ausdrucksweise Hertz" könnten man sagen: nur gesetzmäßige Zusammenhänge sind denkbar. VII 10 Denken/Ausdruck/Grenze/Tractatus/Vorwort/Wittgenstein: Nicht dem Denken, sondern dem >Ausdruck ist eine >Grenze gezogen. VII 12 Kant/Tetens: Wissen: Die Grenze des Wissens kann man in beiden Richtungen passieren. Sinn/Unsinn/Wittgenstein/Tetens: Diese Grenze kann man nicht überschreiten. VII 82 Sprache/Denken/Tractatus/Tetens: Was wir denken, muss logisch möglich sein. (vgl. 4.031). |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Eigenschaften | Frege | II 74 Eigenschaften werden von einem Begriff ausgesagt werden. Ein Begriff kann unter einen höheren fallen.(> Zahlen/Frege, >Nichtexistenz/Frege). Etwas kann zugleich Eigenschaft und Merkmal sein, aber nicht von demselben Begriff! Ein Merkmal eines Begriffs kann die Eigenschaft eines Gegenstands sein. II 76 Def Eigenschaft: Ich nenne die Begriffe, unter die ein Gegenstand fällt, seine Eigenschaften. "Eigenschaft von" ist die Umkehrung von "fällt unter". Bsp Zahlen Statt zu sagen "2 ist eine positive Zahl" und "2 ist eine ganze Zahl" und "2 ist kleiner als 10" können wir auch sagen: "2 ist eine positive ganze Zahl kleiner als 10". Hier erscheinen eine positive Zahl zu sein, eine ganze Zahl zu sein, kleiner als 10 zu sein, als Eigenschaften des Gegenstands 2 und zugleich als Merkmal des Begriffes. (Der Unterschied zwischen Merkmal und Eigenschaft ist aber nicht der zwischen Begriff und Gegenstand.) Stalnaker I 181 Unterscheidung Objekt/Eigenschaften: pro: Tractatus/Wittgenstein - pro: Kripke - Vs: Searle/Dummett/Frege. >Eigenschaften/Wittgenstein, Eigenschaften/Searle, Eigenschaften/Dummett, Eigenschaften/Kripke, >Eigenschaften/Stalnaker. |
F I G. Frege Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987 F II G. Frege Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994 F IV G. Frege Logische Untersuchungen Göttingen 1993 Stalnaker I R. Stalnaker Ways a World may be Oxford New York 2003 |
| Ereignisse | Hintikka | II 81 Ereignis/Hintikka: Ein Ereignis kann nicht in der Raumzeit bewegt werden, d.h. dass Ereignisse nur identifiziert werden können, wenn die Welten eine gemeinsame Geschichte haben. >Identifikation, >Individuation, >Mögliche Welten, >Querweltein-Identität. Ereignis/Querwelteinidentifikation/Hintikka: Ein Ereignis ist relativ zu einer propositionalen Einstellung. Dazu brauchen wir noch eine bessere Fundierung der Theorie. Identifikation/Raumzeit/KripkeVsHintikka/QuineVsHintikka/Hintikka: Beide wenden (aus verschiedenen Gründen) ein, dass raumzeitliche Kontinuität nicht immer einen präzisen Sinn hat. SaarinenVsHintikka: Die Identität von Individuen, die in mehreren Welten auftreten, ist auch dann nicht immer für alle diese möglichen Welten wohldefiniert. Hintikka: dito: In Glaubenskontexten kann es sein, dass ein Individuum unter einer Beschreibung identifiziert wird, nicht aber unter einer anderen. Das muss auch so sein, denn sonst wären wir wieder gewissermaßen allwissend. Mögliche welten: Wir müssen auch vorsichtig sein, einen „gemeinsamen Grund“ von allen möglichen Welten anzunehmen. Wir teilen sicher keinen Teil der Raumzeit, sondern einen Teil der Tatsachen ((s) epistemisch statt ontologisch). Welt/Tractatus/Wittgenstein/Substanz/Hintikka: Bei Wittgenstein ist die Welt die Summe der Tatsachen, nicht der Gegenstände: Zu einer geteilten Raumzeit würde das nur durch zusätzliche Annahmen. Querwelteinidentität/Hintikka: Die Querwelteinidentität scheint verloren, wenn wir es nur mit einer Menge von Tatsachen ((s) epistemisch) zu tun haben und uns eine gemeinsame Raumzeit fehlt. II 82 Re-Identifikation: Eine Re-Identifikation von physikalischen Objekten ist zunächst nötig, um danach zur Querwelteinidentifikation zu gelangen. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Erfahrung | Wittgenstein | II 82 Erfahrung/Wittgenstein: wird nicht durch Prädikate von dem unterschieden, was nicht Erfahrung ist - es ist ein logischer Begriff - nicht ein Begriff wie "Stuhl" oder "Tisch". II 101 Erfahrung/Kausalität/Ursache/Grenze/Wittgenstein: Zu allen kausalen Gesetzen gelangt man durch Erfahrung. - Deshalb können wir nicht herausbekommen, was die Ursache der Erfahrung ist - gibt man eine wissenschaftliche Erklärung, beschreibt man wiederum eine Erfahrung. - Deshalb kann auch kein Satz von der Ursache der >Sinnesdaten handeln. II 261 Erfahrung/Regel/Wittgenstein: beides wird leicht verwechselt: Erfahrung: dass dies blau ist, weil es mit dem Muster übereinstimmt. - Dagegen Regel: Die Aussage, dass beide übereinstimmen, ist eine Regel, die ich aufstelle! >Regeln. IV 87 Erfahrung/Tractatus/Wittgenstein: (gemäß 5.552) zeigt das "Wie", nicht das "Was" - 5.634 Kein Teil unserer Erfahrung ist auch a priori. >A priori. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Ethik | Wittgenstein | IV 112 Ethik/Wert/Tractatus: 6.422 Ethik hat nichts mit Lohn und Strafe im gewöhnlichen Sinn zu tun. also muss die Frage nach den Folgen der Handlung belanglos sein - zumindest dürfen die Folgen nicht Ereignisse sein. - Denn etwas muss doch an der Frage richtig sein. - Lösung: Lohn und Strafe müssen in der Handlung selbst liegen. VII 27 Sinn/Tractatus/Tetens: Umstrittene These: dass nur deskriptive Sätze sinnvoll seien. - Ethik: Problem: normative Sätze sind sinnlos. VII 111 Wille/gut/böse/Ethik/Tractatus/Wittgenstein: (Absolut) gutes oder böses Wollen kann nur die Grenzen der Welt ändern - nicht die Tatsachen, nicht das, was durch Sprache ausgedrückt werden kann. - Auch in jeder anderen möglichen Welt wäre das absolut gute/böse gut bzw. böse. - Daher kann über das Ethische nicht sinnvoll geredet werden. >Welt, >Grenzen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Existenz | Wittgenstein | Chisholm II 181 Existenz/Wittgenstein/Simons: Von einem Atom können wir nicht behaupten, es existiere - Atomismus/SimonsVsWittgenstein: sprachliche Analyse kann nicht zeigen, dass es Atome gibt. Hintikka I 71 Name/Existenz/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Ein Name kann nicht in der Verbindung "X existiert" vorkommen - wenn es rot nicht gäbe, könnte von ihm nicht geredet werden - Gegenstand/Existenz/allgemein: man kann nicht sagen "Es gibt Gegenstände" wie man sagen kann "Es gibt Bücher" - Gesamtheit: es ist unsinnig, von der "Anzahl aller Gegenstände" zu reden. I 73 Existenz/notwendig/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Da "mögliche Existenz" unsinnig ist, müssen wir jedes existierende Ding als notwendig existierend auffassen. - Das ist aber nur transzendental - natürlich existieren die Gegenstände nicht wirklich notwendig - bzw. die Notwendigkeit ist nicht ausdrückbar. - Daraus folgt, dass man auch die möglichen Sachverhalte als aus denselben Gegenständen aufgebaut auffassen muss. I 92f Existenz/Name/Gegenstand/Kennzeichnung/Russell/Hintikka: sinnlos: zu sagen "dies existiert" - ebenfalls bei allem, was benannt wird - dagegen: sinnvoll bei >Kennzeichnungen. Bekanntschaft: liefert auch die >Referenz - damit sind auch komplexe logische Formen Gegenstände der Bekanntschaft - WittgensteinVsRussell: statt dessen tatsächliche >Gegenstände (und ihre Verbindungen). |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Chisholm I R. Chisholm Die erste Person Frankfurt 1992 Chisholm II Roderick Chisholm In Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986 Chisholm III Roderick M. Chisholm Erkenntnistheorie Graz 2004 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Existenzsätze | Wittgenstein | Hintikka I 72 Wittgenstein geht weiter als Frege: Einzelexistenz ist unausdrückbar, nur durch Existenzquantor (Prädikat höherer Ordnung) erfassbar. >Quantifikation, >Existenzquantifikation, >Existenz. Aber mögliche Sachverhalte werden ins Auge gefasst (Tractatus). I 126 Disjunktion/disjunktiv/Existenz/Existenzsatz/Ausdrücken/Unausdrückbarkeit/Wittgenstein/Hintikka: Da die Existenz eines Einzeldings (Gegenstand) nicht ausdrückbar ist: Disjunktion plus Existenzquantor für Arten. VII 137 Der gegenwärtige König von Frankreich/Russell/Tractatus/Wittgenstein/Tetens: Lösung: als Existenzsatz ist der Satz nicht sinnlos: - "Es gibt genau einen Gegenstand x für den gilt, x ist der gegenwärtige König ...." - dann ist der Satz einfach falsch. - Fehler: dies als Prädikation aufzufassen. - Logische Form: Fa (statt (Ex)Fx). - Dann müsste der Gegenstand existieren, damit der Satz sinnvoll ist. >Sinn |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Farben | Wittgenstein | Hintikka I 117 Farbe/Farbwörter/Wittgenstein/Hintikka: Rot kann man nicht definieren. >Definition, >Definierbarkeit. I 165 Farbe/Farbbegriffe/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Wenn Farben nur durch verschiedene Namen wiedergegeben werden, dann wäre das die ganze Inkompatibilität - (keine Kontradiktion, keine logische Inkompatibilität). - Dagegen: wenn es echte Funktionen sind, die Punkte im Gesichtsfeld auf den Farbraum abbilden (Wittgenstein pro), dann haben wir echte logische Inkompatibilität. - "Rot" und "grün" als bloße Namen sind nicht kontradiktorisch - wohl aber, wenn es um einen einzigen Punkt geht. - (Hintikka: Das ist bei Wittgenstein nicht explizit). I 191/192 Farbe/Wittgenstein/Hintikka: "Die "Farben" das sind nicht Dinge, die bestimmte Eigenschaften haben, so dass man ohne weiteres nach Farben suchen, sich Farben vorstellen könnte, die wir noch nicht kennen". I 323 Farbe/Wittgenstein/Hintikka: Wittgenstein will nicht die Unterschiede zwischen den individuellen Farberlebnissen verschwinden lassen - im Gegenteil: die öffentliche Sprache muss sich an die Natur dieser Erlebnisse anpassen. - I 324 Es geht nicht um "öffentlich verwendet", sondern um "öffentlich zugänglich". - Bsp Robinson: muss sich in bestimmter Weise verhalten, damit wir sagen würden, er spielt mit sich selbst ein Sprachspiel. I 349 Farbe/Wittgenstein/Hintikka: Es lässt sich kein Keil zwischen physikalische und phänomenologische Farbzuschreibung treiben. >Phänomenologie. I 343 Genauso wenig zwischen Schmerz und Schmerzverhalten. >Schmerz. I 276ff Farbe/Farbwörter/Farbbegriffe/Farbtheorie/Erlebnis/Wittgenstein/Hintikka: Die Farberlebnisse können wir am Ende aus unseren Äußerungen "herauskürzen. - I 377 Aber die Erlebnisse lasen sich so wenig tilgen wie Schmerzen - Farberlebnissen geht es aber nicht um spontanen Ausdruck wie bei Empfindungen - WittgensteinVspsychologische Farbtheorien - VsWirkungstheorien der Farbe - Farbtabellen sind weder sprach- noch verhaltensgebunden - I 378 Aber unsere Farbwörter stützen sich nicht auf Tabellen - (das wäre wie der Versuch, die Regeln über das Sprachspiel zu setzen) - I 379 Auch nicht auf Erinnerungen - I 380 Unsere Vorstellungen können wegen ihrer Privatheit nicht in öffentlichen Sprachspielen eingesetzt werden - I 381 Lösung: Leute folgen einfach bestimmten Sprachspielen - das ist begrifflich, nicht psychologisch - bei "rot" wählen wir das Bild, das uns beim Hören einfällt. >Bilder. I 383f Farbe/Farbwörter/Eindruck/Ausdruck/Wittgenstein/Hintikka: wirt leben in einer Welt der Eindrücke - (Bsp Farbeindrücke) - aber reden können wir von ihnen nur unter Bezugnahme auf physische Farben - Darstellung (PU § 280): wenn der Maler zusätzlich zum Bild noch eine Darstellung gibt, mit welchem Recht nennt man beides Darstellung? - I 385 Obwohl Farben eine klarere Struktur haben als Empfindungen, gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen Empfindungsbegriffen und Farbbegriffen. >Begriffe. II 30 Farben/Farbwörter/Psychologie/Wittgenstein: Dass wir zwar von grünlichem Blau sprechen können, nicht aber von grünlichem Rot, gehört zur Grammatik - nicht zur Psychologie! - Daher gehört der ganze Farbenoktaeder nicht zur Psychologie. >Grammatik, >Psychologie. II 60 Außer dem Farbwort "grün" brauchen wir noch etwas zusätzliches. II 114 Farbe/Farbwörter/Grammatik/Regel/Vorstellung/Wittgenstein: es wäre schon sinnlos bloß zu versuchen, sich rot und grün zur selben Zeit an derselben Stelle vorzustellen - dagegen: sinnvoll: sich vorzustellen, einen Menschen mit einer Hand hochzuheben. II 118 MooreVsWittgenstein Bsp (s.o.) "...rot und grün..." ist eine Regel für "und". II 212 Farbe/Vorstellung/Wittgenstein: Bei Farbwörtern ist wesentlich, dass einem ein Vorstellungsbild vorschwebt - das ist aber kein geistiger Akt, der ein Symbol belebt. >Vorstellung. II 269 Farbe/allgemein/Wittgenstein: Die vielen Fälle von Rot haben gar nichts Gemeinsames - es gibt auch keine Sache, die allen Zahlen gemeinsam ist. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Form | Wittgenstein | Hintikka I 74 Def Form/Tractatus/Wittgenstein: 2.0141 Die Möglichkeit seines Vorkommens in Sachverhalten ist die Form des Gegenstands. I 139 Form/Satz/Wittgenstein/Hintikka: Schon im Elementarsatz sind alle logischen Operationen enthalten - denn "fa" sagt dasselbe wie "(Ex)fx.x=a". - d.h. wir brauchen keinen Identitätsbegriff - Argument und Funktion sind bereits alle logischen Konstanten. >Quantifikation. I 145 Die einzige logische Konstante ist das, was alle Sätze gemein haben. >Konstanten, >Sätze. IV 13 Form/Tractatus: Die Möglichkeit seines Vorkommens in Sachverhalten ist die Form des Gegenstands - 2.0141 - Der Gegenstand ist einfach. >Gegenstände. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Freiheit | Spinoza | Höffe I 233 Freiheit/Spinoza/Höffe: [mit Hobbes teilt Spinoza] die Ansicht, der Staat sei nicht bloß für die genuin weltlichen Angelegenheiten, sondern auch für Religionsdinge entscheidungsbefugt. >Staat, >Religion. SpinozaVsHobbes: 1) Zum einen sucht [Spinoza] noch konsequenter eine naturalistische, von allen normativen Restbeständen freie Staatstheorie, die in provokanter Weise Recht und Macht gleichsetzt. 2) Liberalismus/SpinozaVsHobbes: Zum anderen nimmt er eine kompromisslos liberale Wende vor. [So] heißt es im Theologisch-politischen Traktat(1): «Der Zweck des Staates ist in Wahrheit die Freiheit. >Liberalismus. Der Politische Traktat(2) (...) baut auf jenem Gedanken auf, der laut Spinoza den Wohlstand eines Landes begründet, dadurch im Inneren den sozialen Frieden fördert und außenpolitisch ein Machtfaktor gegenüber anderen Staaten ist: auf eine kompromisslose religiöse und politische Freiheit, die eine vollständige Handels- und Gewerbefreiheit erlaubt. >Freiheit, >Handel, >Wirtschaft. 3) SpinozaVsHobbes: Im Namen der Freiheit der Bürger lehnt Spinoza Hobbes' Unterwerfungsvertrag ab und spricht dem weltlichen Souverän jede Zuständigkeit für Religionsfragen ab. >Th. Hobbes, >Herrschaft/Hobbes, >Ordnung/Hobbes. Erneut tritt er für eine Beschränkung der öffentlichen Macht ein: In einem freien Staat ist jedem erlaubt zu denken, was er will, und zu sagen, was er denkt. Institutionstheoretisch plädiert Spinoza für ein sich wechselseitig kontrollierendes Geflecht von Gremien, in das möglichst viele Individuen einzubinden sind. >Institutionen. Höffe I 235 Weil (...) Theologie bzw. Glaube und Philosophie sich sowohl klar unterscheiden als auch problemlos ergänzen, kann «die Freiheit zu philosophieren», wie schon der erweiterte Buchtitel des Traktat(1) erklärt, ohne Beeinträchtigung des Glaubens zugelassen werden. >Religiöser Glaube. Höffe I 236 Mit der Überwindung der theologischen und politischen Vorurteile verfolgt Spinoza zwei Ziele. Er will den damals lebensgefährlichen Vorwurf des Atheismus abwehren, vor allem aber «die Freiheit zu philosophieren» gegen die beiden damals mächtigsten Instanzen, die Religionsgemeinschaft und den Staat, verteidigen. >Vorurteile/Spinoza. Spinoza: (...) Freiheit «kann nicht nur ohne Schaden für die Frömmigkeit und den Frieden im Staat zugestanden werden, sondern kann auch nicht aufgehoben werden, ohne zugleich den Frieden im Staat und die Frömmigkeit aufzuheben».(3) Höffe: Man könnte fortfahren: Die Philosophiefreiheit erlaubt sogar, sich offen zu einem Atheismus zu bekennen. Zu dieser Fortsetzung war die damalige Zeit aber ohne Frage nicht reif. Unterscheidung Handlungsfreiheit/Philosophiefreiheit: Dem Souverän kommt zwar das Recht zu, über alle Handlungen zu beschließen, denn im Gehorsam der Vernunft habe jeder «ein für allemal beschlossen, das Recht gemäß eigenem Urteil zu leben, dem Souverän übertragen».(1) Nach eigenem Gutdünken anders zu handeln, gilt als ruchlos; ein Widerstandsrecht sieht Spinoza nicht vor. Hingegen habe man sich nicht verpflichtet, auch «so zu urteilen und zu denken» (ebd.). >Gehorsam, >Denken. 1. B. Spinoza, Tractatus theologico-politicus, Kap 20 2. B. Spinoza, Tractatus politicus 3. Tractatus theologico-politicus |
Spinoza I B. Spinoza Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002 |
| Funktionen | Wittgenstein | II 332 Funktion/Arithmetik/Russell/Wittgenstein: Russell glaubte, über die Zahl 3 können man nicht reden unabhängig von jeder Funktion - die Zahl sei eine Eigenschaft einer Funktion. WittgensteinVsRussell/WittgensteinVsRamsey: Die Konstruktion einer Relation hängt nicht davon ab, dass man ein Phänomen findet. >Relationen. IV 68 Operation/Tractatus: (5.25) nicht gleich Funktion: Funktion kann nicht ihr eigenes Argument sein, wohl aber Operation - Operation: Bsp logische Summe, logisches Produkt, Negation. >Negation. |
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| Ganzes | Wittgenstein | VII 25 Ganzes/Welt/Tractatus/Tetens: "gesamte Wirklichkeit": damit ist das sprachlich darstellbare gemeint - der Rest ist nicht nichts, kann aber nur gezeigt werden. >Totalität. |
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| Gedanken | Wittgenstein | II 214 Gedanke/Wittgenstein: Der Gedanke ist nicht etwas, das durch die Wörter mitgeteilt wird. ((s) Der Gedanke, das sind die Wörter.) Hintikka I 239 Hintikka: Seine Grundgedanken beruhen auf der Einsicht, dass man die Sprache nicht in der Sprache und die Gedanken nicht im Denken transzendieren könne. ..."Der Gedanke ist ein Symbol". >Symbole. II 45 Def Plan/Wittgenstein: Denken heißt mit Plänen operieren. Der Gedanke ist nicht dasselbe wie der Plan, denn der Gedanke bedarf keiner Deutung, der Plan dagegen ja. >Planung. II 59 Denken/Welt/Grenze/Wittgenstein: was dem Gedanken und der Realität "gemeinsam" ist, muss durch den Ausdruck des Gedankens artikuliert werden. Durch einen weiteren Satz kann man es nicht ausdrücken. >Denken. II 66 Denken/Gedanke/Wittgenstein: Der Gedanke ist autonom. Bsp "Schmidt sitzt auf der Bank". Man könnte meinen, drei Dinge sind in seinem Geist, als Stellvertreter. Daran ist auch etwas Wahres. Welche Gewähr hätten wir aber, dass sie überhaupt irgend etwas vertreten? Was in meinem Denken gegeben ist, das ist vorhanden und wesentlich! Alles andere (was vertreten wird) ist belanglos. Deshalb ist das Denken in sich vollständig. Und was in meinem Denken nicht gegeben ist, kann für es nicht wesentlich sein! Der Gedanke weist nicht über sich hinaus, das glauben wir nur auf Grund der Art und Weise, in der wir Symbole verwenden. II 186 Unbewusste Gedanken, bewusste Gedanken: Das Wort "Gedanken" wird verschieden verwendet, je nachdem, welches dieser Adjektive ihm vorangeht. II 214 Gedanke/Wittgenstein: Dass der Gedanke durch Wörter mitgeteilt wird, und etwas von den Wörtern Verschiedenes ist, ist ein Aberglaube. III 134 Tractatus/Kernsätze: 3. Das logische Bild der Tatsachen ist der Gedanke. - 4. Der Gedanke ist der sinnvolle Satz. >Tatsachen, >Bilder, >Sinn, >Sinnloses. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Gefühl | Wittgenstein | VI 97 Gefühle/Wittgenstein/Schulte: Gefühle sind ihrerseits Tatsachen. Sie können ganz sachlich beschrieben werden und taugen keineswegs dazu, dem, worauf sie sich beziehen, Wert zu verleihen. >Tatsachen, >Werte. Hintikka I 355 "Die Sprachspiele mit Gefühlsausdruck beruhen auf Spielen mit Ausdrücken, von denen wir nicht sagen können, sie lügen." Hintikka: Die schlichte Tatsache, dass es Sprachspiele mit korrigierbaren Zügen gibt, macht die Unterscheidung primär/sekundär nötig. >Sprachspiele. I 356 Ein Kind könnte ein sekundäres Sprachspiel lernen, indem es die Erwachsenen in Bezug auf deine Empfindungen in die Irre führt. Das steht im Gegensatz zur Einführung (dem Lehren) eines primären Sprachspiele mit Schmerzausdrücken. I 359 Wenn man sagt: "Die Evidenz kann die Echtheit des Gefühlsausdrucks nur wahrscheinlich machen" so heißt das nicht: statt Sicherheit nur Wahrscheinlichkeit, sondern nur die Art der Begründung ist anders, sie ist auf den Charakter des Sprachspiels bezogen. I 370 Propositionale Einstellungen/Wittgenstein/Hintikka: Die von Wittgenstein kritisierte Auffassung besagt, dass jede propositionale Einstellung durch ein spezielles Gefühl oder sonst ein spezielles privates Erlebnis gekennzeichnet ist. Und dass es eben diese Erlebnisse sind, die wir mit unseren Aussagen über Glauben usw. meinen. >Erlebnisse, >Propositionale Einstellungen. I 372 An anderen Stellen spricht Wittgenstein völlig realistisch von Gefühlen, Bewusstseinszuständen usw. nur hier, bei den propositionalen Einstellungen geht es um etwas ganz anderes. III 148 Mensch/Beschreibung/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Soweit er sich beschreiben lässt, ist der Mensch eine Reihe von Sachverhalten. Es kann aber nicht davon gesprochen werden, dass es zwischen den Gedanken, Gefühlen und Wünschen eines Menschen einen inneren Zusammenhang gibt, auch nicht zwischen den Handlungen eines Menschen und dem, was wir normalerweise die Konsequenzen nennen. Bei der Beschreibung eines Menschen wird es nicht zu einer Beschreibung eines denkenden oder wollenden Subjekts, einer Seele oder eines Ichs kommen. Es würde sich dabei lediglich um Beschreibungen von Gedanken, Gefühlen und Menschen handeln. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Gegenstände | Wittgenstein | Dummett I 34 Gegenstand/Wittgenstein: Wittgenstein setzt voraus, dass wir einen Gegenstand nur wiedererkennen, wenn wir in der Lage sind, einen Gedanken über diesen Gegenstand zu denken. Dummett I 35 WIttgensteinVsFrege: Es gibt keine privaten Gegenstände (Empfindungen), sonst folgte eine Privatsprache, für das Subjekt selbst unerkennbar. >Privatsprache. Hintikka I 51 Gegenstand/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Zu den verbreiteten Missverständnissen über den Tractatus zählt die Vorstellung, dass das, was er "Gegenstände" nennt, keine Relationen und Eigenschaften umfasst. - Wittgenstein mündlich: "Zu den Gegenständen gehören auch die Beziehungen". I 55 Unzerstörbarkeit der Gegenstände/Hintikka: - ""Rot" kann nicht zerstört werden". I 57 Individuen: Beziehungen mit null Argumentstellen (Tractatus 5.554). I 85 Gegenstand/Name/Sprache/Sokrates/Theaitet/Hintikka: Für die Urelemente, aus denen alles zusammengesetzt ist, gibt es keine Erklärung - Alles was ist, kann man nur mit Namen bezeichnen, eine andere Bestimmung ist nicht möglich - weder es sei, noch, es sei nicht - so ist auch die Sprache eine Verflechtung von Namen. >Sprache, >Namen. I 99 Gegenstand/Eigenschaft/Besitz/Wittgenstein/Hintikka: Bsp Besitz ist nicht wesentlich für einen Gegenstand - auch nicht Bsp für meine Hand - auch nicht für meinen Gesichtsraum! Er wird nur subjektiv aufgefasst - weil der objektive Raum auf seiner Basis konstruiert ist. - ((s) >Extrinsische Eigenschaft). - (PB VII 71, 99f) - so kann es auch nützlich sein, einer Hand beim wiederholten Gebrauch einen Namen zu geben. I 106 Gegenstand/Bekanntschaft/Täuschung/Irrtum/Russell/Moore/Hintikka: These: weil man sich täuschen kann, sind die Gegenstände der Bekanntschaft nicht dasselbe wie die physikalischen Gegenstände - ("Illusionsargument"). >Bekanntschaft, >Täuschung. I 181 Gegenstand/Wittgenstein/Hintikka: selbst die einfachsten Gegenstände Wittgensteins sind strukturiert. - ((s) Sie haben eine logische Form, gebildet durch ihr mögliches Vorkommen in Sachverhalten.) I 223 Gegenstand/Wittgenstein/Hintikka: (mittlere Periode): uneigentliche Gegenstände: Farbflecken im Gesichtsfeld, Tönen etc. - Eigentliche Gegenstände: Elemente der Erkenntnis. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Dummett I M. Dummett Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992 Dummett II Michael Dummett "What ist a Theory of Meaning?" (ii) In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 Dummett III M. Dummett Wahrheit Stuttgart 1982 Dummett III (a) Michael Dummett "Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (b) Michael Dummett "Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144 In Wahrheit, Stuttgart 1982 Dummett III (c) Michael Dummett "What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (d) Michael Dummett "Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (e) Michael Dummett "Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Gehalt | Wittgenstein | Brandom I 133 Gehalt/Tractatus/Brandom: muss nicht repräsentational sein: Bsp logisches Vokabular ist gehaltvoll, steht aber für nichts. - Nicht jeder Zug im Sprachspiel repräsentiert etwas. >Repräsentation, >Sprachspiel, >Logik. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Bra I R. Brandom Expressive Vernunft Frankfurt 2000 Bra II R. Brandom Begründen und Begreifen Frankfurt 2001 |
| Gesetze | Wittgenstein | Popper I 117 Naturgesetze/Wittgenstein:(mündliche Mitteilung,Schlick, I 136):"Anweisung zur Bildung von Aussagen". Kursbuch 8 IV 98 Unendlich/Gesetz/Wittgenstein: Nur bei endlichen Reihen determiniert das Gesetz den Verlauf. II 35f Unendlichkeit/Wittgenstein: „Unendlich“ ist keine Antwort auf die Frage "wie viele?". Das Unendliche ist keine Zahl. Das Wort "alle" bezieht sich auf eine Extension, doch es ist unmöglich, sich auf eine unendliche Extension zu beziehen. Unendlichkeit ist die Eigenschaft eines Gesetzes, nicht einer Extension. + II 36 II 101 Erfahrung/Kausalität/Ursache/Grenze/Wittgenstein: zu allen kausalen Gesetzen gelangt man durch Erfahrung, deshalb können wir nicht herausbekommen, was die Ursache der Erfahrung ist! Gibt man eine wissenschaftliche Erklärung, beschreibt man wiederum eine Erfahrung. II 236 Es ist willkürlich, ob wir unsere Gesetze für richtig erklären, und sagen, wir sehen lediglich den Planeten nicht, oder ob wir die Gesetze falsch nennen. Hier haben wir einen Übergang zwischen einer Hypothese und einer grammatischen Regel. >Regeln. II 237 Die mechanische Theorie von Hertz ersetzt die drei Newtonschen Gesetze durch ein Einziges Neues. Das ist aber keine neue Mechanik. Es handelt sich um jedoch um einen neuen Teil der Mathematik. >Mathematik. II 238 Logik/Konvention/Willkür/Wittgenstein: die Gesetze der Logik, z. B. die Sätze vom Ausgeschlossenen Dritten (SaD) und der vom auszuschließenden Widerspruch, (SvW) sind willkürlich! Das Vorkommen dieses Satzes verbieten heißt, dass man sich ein womöglich sehr empfehlenswertes Ausdruckssystem zu eigen macht. >Satz vom Ausgeschlosssenen Dritten, >Satz vom Widerspruch. II 417 Die Anzahl der Körper mit Hilfe des Gesetzes zu bestimmen, ist etwas ganz anderes, als sie zu zählen. >Zahlen. IV 105 Kausalität/Gesetz/Naturgesetz/Tractatus: 6.32 das Kausalitätsgesetz ist kein Gesetz, sondern die Form eines Gesetzes. 6.321 "Kausalitätsgesetz" ist ein Gattungsname. Bsp wie in der Mechanik. >Kausalität, >Kausalgesetze, >Kausalerklärung. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Po I Karl Popper Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 |
| Gleichheit | Wittgenstein | Hintikka I 317 Das Problem des privaten Erlebens lässt sich als Problem des Vergleichens und Wiedererkennens deuten. (Wittgenstein). >Wiedererkennen, >Vergleiche. Farbe/Wittgenstein: "Die Unbestimmtheit im Begriff der Farbe liegt vor allem in der Unbestimmtheit des Begriffs der Farbengleichheit, also der Methode des Vergleichens der Farben." private Erlebnisse: die Schwierigkeit nicht, dass die Erinnerung trügen kann, sondern dass nicht definiert ist, was das eigentlich ist, woran wir uns erinnern sollen. "Denke an einen Menschen, der sich nicht an Schmerzen erinnern kann, aber das Wort beim Auftreten des Schmerz verwendet wie wir alle. >Schmerz. II 368 Gleichheit/Wittgenstein: Wenn man etwas über die Gleichheit der Längen sagt, sagt man etwas über die Methode - auch Zahlengleichheit kann mit vielen verschiedenen Methoden ermittelt werden. >Identität, >Ähnlichkeit. II 367 Messen/Wittgenstein: ebenso ist es, wenn ich gefragt werde, ob zwei Holzstücke gleich lang sind, worauf ich sie übereinander lege und mit ja antworte. >Messungen. Man könnte fragen, ob ich wisse, dass ihnen beim Messen nichts geschehen sei. Die Antwort ist, dass das Reden von der Gleichheit keine Bedeutung mehr hat, wenn jede Methode der Feststellung der Gleichheit abgelehnt wird! II 368 Wenn man die Gleichheit der Längen behauptet, so heißt das, dass man etwas über die Ermittlungsmethode aussagt. >Verifikationismus. Zahlengleichheit/Wittgenstein: die Aussage, dass Zahlen gleich sind, ist eine Aussage mit vielen verschiedenen Grammatiken. Mitunter können wir entweder die Zuordnung oder die Gleichzahligkeit nicht erkennen. Zuordnung/Wittgenstein: sie ist ein Bild, das in manchen Fällen sehr angebracht ist, in anderen gar nicht. Abb.: Dreiergruppen lassen sich nicht paarweise mit Vierergruppen verbinden. II 370 Hier scheinen wir etwas in Bezug auf die Realität bewiesen zu haben. >Realität, >Welt. IV 103 Identität/zeigen/sagen/Tractatus: 6.2322 Bsp Die Identität der Bedeutung zweier Ausdrücke lässt sich nicht behaupten. Gleichung: 6.2323 die Gleichung kennzeichnet nur den Standpunkt, von dem aus ich die beiden Ausdrücke betrachte, nämlich den ihrer Bedeutungsgleichheit. > Bezugssystem. IV 104 Mathematik: 6.2341 Das Wesentliche der mathematischen Methode ist es, mit Gleichungen zu arbeiten. >Gleichungen. Substitution: 6.24 Die Mathematik kommt durch die Substitutionsmethode zu den Gleichungen. >Substitution. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Gleichungen | Wittgenstein | II 97 A priori/Wittgenstein: Ausdrücke, die a priori aussehen, müssen erläutert werden. So wie derselbe Ausdruck Satz oder Hypothese sein kann, so kann derselbe Ausdruck auch Gleichung oder Hypothese sein. Wir müssen unterscheiden. Eine Gleichung hat Notwendigkeit. Sie ist eine Regel der Grammatik und deshalb willkürlich (sic). Fehler: da es wahr ist, dass die Mathematik a priori ist, glaubte man, es müsse auch eine Metaphysik a priori geben. >A priori, >Notwendigkeit. Gleichung/Hypothese/Wittgenstein: 2 + 2 = 4 ist im physikalischen Raum eine Hypothese und bedarf der Verifikation. Im Gesichtsfeld kann das nicht passieren. Vier Tropfen Regenwasser in zwei Zweiergruppen kann man ausschließlich als vier Tropfen sehen, während sie in der physikalischen Welt zusammenfließen und einen großen Tropfen bilden können. >Verifikation. II 354 WittgensteinVsRussell: Aber woher weiß man, dass sie einander zugeordnet sind? Dies kann man gar nicht wissen und demnach auch nicht, ob ihnen dieselbe Anzahl zukommt, es sei denn, man führt die Zuordnung durch, das heißt, man schreibt sie hin. II 354 Überdies kann man Russells Gleichheitszeichen eliminieren, und in diesem Fall kann man die Gleichungen gar nicht hinschreiben. >Gleichheitszeichen. Unterschied: Messen: Bsp numerische Gleichheit von Klassen oder Rechnen: Bsp gleiche Anzahl von Wurzeln einer Gleichung 4. Grades: das eine ist eine Messung, das andere eine Berechnung. >Messen. Gibt es ein Experiment, um festzustellen ob zwei Klassen dieselbe Anzahl zukommt? Bei Klassen, die sich nicht überblicken lassen könnte es der Fall sein oder auch nicht. II 355 Es ist ein schädliches Vorurteil, zu glauben, dass es sich um ein Experiment handelt, wenn man Striche benützt. >Experimente. II 409 Def Fundamentalsatz der Algebra/Wittgenstein: wonach jede Gleichung eine Lösung hat, ist völlig anders als der Satz der Multiplikation: 26x13=419. Es scheint ein isolierter Satz zu sein, der mit dem letzteren keine Ähnlichkeit hat. Wenn wir fragen, ob jede algebraische Gleichung eine Wurzel hat, hat die Frage kaum einen Inhalt. II 424 Wenn wir die Rechnung immer weiter durchführen, ist es so etwas wie eine Frage der Physik. Die mathematische Frage bezieht sich auf die ganze Gleichung, nicht auf eine Seite! >Physik. Identität/Bedeutung/Sinn/WittgensteinVsFrege/Tractatus: 6.232 Das Wesentliche an der Gleichung ist nicht, dass die Seiten verschiedenen Sinn aber gleiche Bedeutung haben, sondern das Wesentliche ist, dass die Gleichung nicht notwendig ist, um zu zeigen, dass die beiden Ausdrücke, die das Gleichheitszeichen verbindet, dieselbe Bedeutung haben, da sich dies aus den beiden Ausdrücken selbst ersehen lässt. >Analytizität, >Notwendigkeit, >Bedeutung, >Sinn, >Wesen. VI 118 Gleichung/Mathematik/Wittgenstein/Schulte: Gleichungen sind Scheinsätze - sie drücken keine Gedanken aus, sondern kennzeichnen einen Standpunkt, von dem aus man die Ausdrücke in der Gleichung betrachtet. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Gott | Thomas v. Aquin | Holz II 106 Gott/Thomas von Aquin: Gott ist nicht der Spiegel aller Dinge, sondern die Dinge sind ein Spiegel Gottes - die Erkenntnis einer Sache im Spiegel aber ist spekulative Erkenntnis. Descartes: Gott kann aufgrund seiner Vollkommenheit keine Täuschung wollen. Geach I 318 Relationen/Gott/Mensch/Welt/Th.v.Aquin/Geach: menschliche Relationen: "real" (innerhalb der Welt) - göttliche Relationen zu den Menschen: nicht "real" - Bsp 1. "Gott regiert die Welt" 2. "Die Welt wird von Gott regiert" beide sind logisch äquivalent. Und beide sind nach Thomas wahr, aber nur die zweite ist nach ihm eine "reale" Relation (weil nur weltliche Dinge reale Relationen eingehen können). - Das ist Thomas' tiefe Einsicht, dass die Weise, wie unser Geist funktioniert, nicht die Weise sein muss, wie die Dinge sind. Th.v. AquinVsWittgenstein: d.h. dass unser Geist nicht notwendigerweise ein "Spiegel der Welt" sein muss (Tractatus). >Tractatus, >L. Wittgenstein, >Welt, >Welt/Denken, >Wirklichkeit, >Spiegel/Rorty. |
Aquin I Thomas von Aquin Über die Herrschaft des Fürsten Stuttgart 1971 Holz I Hans Heinz Holz Leibniz Frankfurt 1992 Holz II Hans Heinz Holz Descartes Frankfurt/M. 1994 Gea I P.T. Geach Logic Matters Oxford 1972 |
| Gott | Wittgenstein | Hintikka I 374 Gott/göttlicher Standpunkt/ Wittgenstein/Hintikka: Könnte Gott in unsere Köpfe sehen, würde er die Gefühle, aber nicht die Referenz finden. - Hintikka: bei den Beispielen, wo er nichts sehen kann, geht es um Meinen. - ((s) Er könnte sehen, dass wir traurig sind, aber nicht, weswegen!). II 110 Bsp 1/3 = 0.333... hier gibt es keine bestimmte Mengen von Zahlen hinter dem Komma, und selbst für ein höheres Wesen könnte es sie nicht geben. >Gottesstandpunkt. II 407 Die Behauptung, Gott überblicke die gesamte Extension von π hat gar keine Bedeutung. Das einzige Kriterium des Vorhandenseins ist der tatsächliche Beweis, sofern es einen Beweis gibt. ((s) Vgl. >Intuitionismus.) IV 114 Gott/Tractatus: 6.432 Wie die Welt ist, ist für das Höhere vollkommen gleichgültig. Gott offenbart sich nicht in der Welt. >Welt, >Grenzen, >Zirkularität. VII 115 Gott/Tractatus/Wittgenstein/Tetens: Tagebuchaufzeichnungen während der Zeit des Tractatus: Die Welt ist mir gegeben, d.h. mein Wille tritt an die Welt von außen als etwas Fertiges heran. Daher haben wir das Gefühl, dass wir von einem fremden willen abhängig sind... in einem gewissen Sinne sind wir abhängig und das wovon wir abhängig sind, können wir Gott nennen“. (1969, S. 166f), Wittgenstein/mündlich: „Ich bin zwar kein religiöser Mensch, aber ich kann nicht anders: ich sehe jedes Problem von einem religiösen Standpunkt“ (laut Maurice O’Connor Drury, (Malcolm 1993(1), Rhees 1987(2), S., 121). 1. Norman Malcolm: Wittgenstein: A religious point of view? Routledge 1993 2. Rush Rhees, Ludwig Wittgenstein, Portraits und Gespräche, Frankfurt/M. 1987. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Grenzen | Wittgenstein | Hintikka I 19 Grenze/Sprache/Wittgenstein: Die Grenze zeigt sich in der Unmöglichkeit, eine Tatsache zu beschreiben, ohne den entsprechenden Satz zu wiederholen. - Hintikka: Das ist dasselbe wie die These der Sprachrelativität. I 22 Die Beziehung zwischen Name und Gegenstand lässt sich nicht sprachlich ausdrücken - auch nicht der Begriff der Existenz - nur zeigbar durch Gebrauch des Namens. I 36 Grenze/Sprache/Wittgenstein/Hintikka: wichtiger: innere Grenze: der Ausdrucksfähigkeit, dessen, was man in Sprache über die Sprache sagen kann. - Bsp Wenn ich sage, die Sprache kann sich erweitern, muss ich jetzt schon sagen, was ich damit meine. I 86f Grenze/Welt/Gegenstand/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: die Welt als Gesamtheit der Gegenstände und die damit gegebene Grenze wären nicht denkbar, wenn nicht auch Beziehungen zu den Gegenständen gehörten. II 56 Grenze/Sprache/Wittgenstein: Bsp Erwartung Erfüllung müssen einen gemeinsamen Ausdruck haben - Bsp "rot" muss in den entsprechenden Sätzen vorkommen. Grenze/Ausdruck: diese Gemeinsame lässt sich wiederum nicht durch einen Satz beschreiben. II 68 Ein Symbolismus kann sich nicht erklären. - Nur durch einen weiteren Symbolismus - ein einzelnes Symbol kann erklärt werden, aber nur durch ein weiteres Symbol. - (>Regress). VI 89 Logik/Grenze/Wittgenstein/Schulte: der Logik ziehe ich durch den Gebrauch der Sprache freilich keine Grenze. - Sie ist sozusagen das gemeinsame Gerüst meiner und deiner Sprache. VII 78 Grenze/Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus/Tetens: Problem: Ein Bild kann nicht seine Form der Abbildung abbilden. (2.172) - Problem: Dazu müsste es sich außerhalb seiner Form der Darstellung stellen. (2.174)). - Das gilt auch für Sätze. - Satz: kann nicht darstellen, was er mit der Wirklichkeit gemeinsam hat - sonst müsste er sich außerhalb der Logik aufstellen. >Zirkularität, >Sätze, >Abbildung, >Bilder. VII 81 Sprache/Grenze/Tractatus/Tetens: Bei Sätzen über die Sprache landen wir bei "metastufigen" Tautologien - Bsp Instanzen des Talski-Schemas. - (Bsp ((s) Z.B: Bedeutungspostulate, die uninformativ sind). >Bedeutungspostulate, >Stufen, >Sprache. VII 82 Logik/Existenz/Tractatus/Tetens: die Logik kann aber nicht sagen, was der Fall ist, sonst würde sie Möglichkeiten ausschließen. - ((s) Also die Logik müsste logische Möglichkeiten ausschließen). (vgl. 5.61). VII 85f Subjekt/Grenze/Welt/Tractatus/Wittgenstein/Tetens: Zwar ist Selbstreflexion möglich, aber ich füge immer etwas hinzu, was ich nicht einholen kann: die Weise, wie ich in dem Augenblick über die Welt nachdenke. - Daher komme ich als Subjekt in der Welt nicht so vor wie die Gegenstände - mit einem Gedanken über die Welt gewinne ich immer noch eine Eigenschaft hinzu. >Welt, >Gegenstände, >Sachverhalte, >Tatsachen. VII 89 Richtigkeit des Solipsismus: zeigt sich nicht am Inhalt, sondern am Vollzug des höherstufigen Gedankens. >Solipsismus. VII 91 Subjekt: schrumpft auf das, was den Gedanken hat - aber nicht als Teil des Inhalts des Gedankens. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Ich | Wittgenstein | Frank I 38ff Ich/Wittgenstein: Objekt-Gebrauch vermittels äußerer Merkmale: Fälschlich glauben, eine Beule auf der Stirn zu haben. - Subjekt-Gebrauch: unmittelbar, keine Kriterien, keine Selbstidentifikation kein Irrtum möglich. - Genitivus subjektivus: Aussage der Person, nicht über Person - keine Charakterisierung, kein Irrtum. >Kriterien, >Selbstidentifikation, >Unkorrigierbarkeit. Frank I 43 Ich/Wittgenstein: "Ich habe Zahnschmerzen" und "Er hat Zahnschmerzen" sind nicht Werte einer gemeinsamen Aussagenfunktion. - "Ich habe Zahnschmerzen" kennzeichnet keinen Besitzer. Sydney Shoemaker (I968): Self-Reference and Self-Awareness, in: Journal of Philosophy 65 (1968), 555-578 Hintikka I 99 Wesen/Eigenschaft/Besitz/Wittgenstein: faktische, aber nicht wesentliche Beziehung. Die Beziehung des Besitzes gehört nicht zum Wesen der Gegenstände. Einer dieser Gegenstände ist auch das empirische Ich. In diesem Sinn, sagt Wittgenstein: "Fällt der Solipsismus mit dem reinen Realismus zusammen". II 226 Ich/WittgensteinVsDescartes: "Ich" hat keine hervorragende Stellung unter den Wörtern - es wird einfach in der Sprachpraxis gebraucht. IV 91 Ich/Tractatus/Wittgenstein: 5.631 Es gibt keinen Sinn, in dem in der Philosophie nicht-psychologisch vom Ich geredet werden kann - das philosophische Ich ist nicht der Mensch - nicht der Körper - 5.64 Es schrumpft auf einen Punkt zusammen - diesem Punkt ist die Realität koordiniert - das Subjekt ist die Grenze der Welt - daran zeigt sich, dass der Solipsismus richtig ist. - Es lässt sich aber nicht sagen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Identität | Wittgenstein | Hintikka I 22 Def Sinn des Satzes/Tractatus: (4.2:) Seine Übereinstimmung und Nichtübereinstimmung mit den Möglichkeiten des Bestehens und Nichtbestehens der Sachverhalte. >Sinn, >Satzsinn, >Korrespondenztheorie, >Sachverhalte. Hintikka: daraus ergibt sich, dass die Identität der Bedeutung zweier Ausdrücke sprachlich nicht behauptet werden kann. (6.2322) I 140 Anmerkung Hintikka: ...für Wittgenstein geht es hier um die Entbehrlichkeit des Identitätsbegriffs. Er hätte auch sagen können, dass dieser Begriff in den anderen Elementarsätzen bereits vorhanden ist. I 364 Erlebnis/Empfindung/Identität/Wittgenstein: Der Vergleich zwischen Erlebnissen im Hinblick auf ihre Identität gehört nicht zu den primären, sondern zu den sekundären Sprachspielen. In einem bestimmten sekundären Sprachspiel kann die Beziehung z.T. durch das mögliche Belegmaterial geprägt sein. II 338 Identität/Relation/Notation/WittgensteinVsRussell: Russells Schreibweise löst Verwirrung aus, weil sie den Eindruck erweckt, die Identität sei eine Beziehungen zwischen zwei Dingen. Diese Verwendung des Gleichheitszeichens müssen wir von seiner Verwendung in der Arithmetik unterscheiden, wo wir es als Teil einer Ersetzungsregel auffassen können. WittgensteinVsRussell: Seine Schreibweise erweckt fälschlich den Eindruck, es gebe einen Satz wie x = y oder x = x. Man kann das Identitätszeichen aber abschaffen. >Sätze. II 338/339 Identität/logische Form/Satz/Wittgenstein: in meiner Schreibweise ist weder (Ex,y) x=y, noch (Ex) x=x ein Satz. Falls es ein Ding gibt, warum soll man das dann durch eine Aussage über ein Ding zum Ausdruck bringen? >Ausdruck, >Darstellung, >Abbildung, >Zirkularität. Was verlockt uns zu der Annahme, es sei eine fundamentale Wahrheit, dass ein Ding mit sich selbst identisch ist? Dem Satz der Identität bin ich damit eigentlich noch nicht gerecht geworden. II 416 WittgensteinVsRussell: er war darauf aus, neben der Liste noch eine weitere "Entität" zu erhalten, also lieferte er eine Funktion, die die Identität verwendet, um diese Entität zu definieren. II 418 Identität/Substitution/Gleichheitszeichen Wittgenstein: Bsp "a = a": hier hat das Gleichheitszeichen einen speziellen Sinn - denn man würde ja nicht sagen, dass a durch a ersetzt werden kann. Gleichheitszeichen: sein Gebrauch ist auf Fälle beschränkt, in denen eine gebundene Variable vorkommt. >Gleichheitszeichen. IV 103 Identität/Bedeutung/Sinn/WittgensteinVsFrege/Tractatus: 6.232 das Wesentliche an der Gleichung ist nicht, dass die Seiten verschiedenen Sinn aber gleiche Bedeutung haben. - Sondern dass man das schon an den beiden Seiten sieht. >Gleichungen. VI 179 Identität/Wittgenstein/Schulte: Bei sich überschneidenden Schattenbildern ist die Frage sinnlos, welches nach der Trennung A bzw. B sei. VI 183 Schmerz/Identität/Kriterien/Wittgenstein/Schulte: Welches Kriterium gibt es für Identität? Nun, einfach, der der dort sitzt oder eine beliebige Beschreibung. >Beschreibung. Aber für meine Schmerzen? Kein Kriterium! >Schmerz, >Kriterien. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Inflationismus | Field | II 104 Inflationismus: Frege/Russell/Tractatus/Ramsey: Wahrheitsbedingungen (WB) sind zentral für Bedeutung und Inhalt. >Wahrheitsbedingungen. VsDeflationismus: Deflationismus nimmt keine Wahrheitsbedingungen an - stattdessen vielleicht die Verifikationstheorie. >Deflationismus. II 104 Verifikationsbedingungen/VB/Verifikation/Verifikationismus/Field: Verifikationsbedingungen (vielleicht über Reize) werden ohne dass-Sätze gegeben, d.h. ohne propositionalen Inhalt. Dann hat man eine Klasse von Verifikationsbedingungen statt Proposition. >Verifikationsbedingungen, >Propositionen. Inflationismus: Der Inflationismus würde sagen, dass das keine richtigen Propositionen sind, weil diese Wahrheitsbedingungen einschließen müssen. InflationismusVsVerifikationismus. II 126 Inflationismus/Field: Der Inflationismus geht (anders als der Deflationismus) von Tatsachen aus - insbesondere Tatsachen über den Gebrauch einer Sprache. FieldVs: Was für Tatsachen sollen das sein? - Deflationismus: Die Homophonie-Bedingung ist hinreichend um auszuschließen, dass wir keine Sprache mit abweichender Referenz gebrauchen - weitere Tatsachen gibt es nicht. ((s) Homophonie-Bedingung: "Schnee ist weiß" ist wahr gdw. Schnee...). >Homophonie. II 114 Inflationismus: kann Tatsachen annehmen. >Tatsachen, vgl. >Nonfaktualismus. II 119 Inflationistische Relation: "S hat die Wahrheitsbedingung p". II 126 Fragen über die Wahrheitsbedingungen: werden zu Fragen darüber, welche Sprache die Person spricht. >Sprachabhängigkeit. Inflationismus: würde das als Frage des Gebrauchs ansehen. ((s) Weil er Tatsachen annimmt). II 220 Inflationismus/FieldVsInflationismus: Der Inflationismus verstärkt die Unbestimmtheit. >Unbestimmtheit, >Übersetzung. II 230 Inflationismus/Vagheit/FieldVsInflationismus: Problem: Der Inflationisms braucht ein Ding, das "weder kahl noch nichtkahl" ist. Inflationismus: erklärt z.B. "schwach wahr" kompositional. >Kompositionalität. Supervaluation/Sorites/Inflationismus: "Kandidat einer Extension". >Supervaluation. Def stark wahr: Ist ein Satz mit einem vagen Prädikat dann gdw. er wahr ist relativ zu jedem der Kandidaten einer Extension. Dann ist es ein Grenzfall ohne definitiv-Operator: "Jones ist in einigen, aber nicht allen Extensionen". |
Field I H. Field Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989 Field II H. Field Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001 Field III H. Field Science without numbers Princeton New Jersey 1980 Field IV Hartry Field "Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 |
| Inhalt | Wittgenstein | Wright I 278 Gehalt/Inhalt/Wittgenstein: Alles Inhaltliche ist weich geworden. Es gibt keine einschlägigen Tatsachen. >Tatsachen, >Sachverhalte. Hintikka I 204 Inhalt/Logik/Wittgenstein/Hintikka: Der Satz "Kein Gegenstand ist rot und grün zugleich" ist aus logischen Gründen wahr - nicht aus inhaltlichen. IV 20 Innen/außen/Tractatus: 3.13 Zum Satz gehört alles, was zur Projektion gehört, aber nicht das Projizierte. >Grenzen, >Zirkularität, >Sätze. IV 21 Also die Möglichkeit des Projizierten, nicht dieses selbst. Im Satz ist also sein Sinn noch nicht enthalten, wohl aber die Möglichkeit, ihn auszudrücken. Im Satz ist die Form seines Sinnes enthalten, aber nicht dessen Inhalt. VI 213 Wir ziehen allzu leicht den Schluss, dass Sätze, die unbezweifelbar feststehen, zugleich Sätze sind, deren Inhalt man weiß. Bsp 1 + 1 = 2 kann man wirklich sagen, man "wisse" dergleichen? >Wissen, >Gewissheit. These: Wenn Zweifel ausgeschlossen sind, ist der Gebrauch des Begriffs "Wissen" nicht angebracht. >Zweifel. VII 85 Welt/Subjekt/Stellung/Standpunkt/Mach/Tetens: sinngemäß: Ich kann mir beim Betrachten der Welt nicht selbst über die Schulter sehen. Ich als das Subjekt meiner Wahrnehmung komme nicht vor als Teil der Welt, die ich wahrnehme. Ich als Subjekt bin nicht Inhalt, nicht Gegenstand der Wahrnehmung. >Subjekte, >Wahrnehmung. VII 86 Subjekt/Tetens: Ich kann mich niemals als Subjekt vollständig einholen und objektivieren. Ich falle als Subjekt aus den Inhalten heraus. >Objektivität. VII 91 Subjekt: Das Subjekt schrumpft auf das, was den Gedanken hat – aber nicht als Teil des Inhalts des Gedankens. >Gedanken. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Intensionen | Wittgenstein | II 343 Intension/Klassen/Mengen/Frege/Russell/WittgensteinVsRussell/WittgensteinVsFrege: Frege und Russell glaubten, sie könnten die Klassen intensional abhandeln, weil sie dachten, sie könnten eine Liste in eine Eigenschaft, eine Funktion verwandeln. >Extensionen, >Mengen, >Elemente, >Eigenschaften, >Funktionen. II 416 Intension/Extension/Mathematik/Wittgenstein: In der Alltagssprache kann man Intension und Extension nicht austauschen - Bsp ich hasse den Mann auf dem Stuhl - ich hasse Herrn Schmitz. - Dagegen in der Mathematik: hier gibt es keinen Unterschied zwischen "die Wurzeln der Gleichung x² + 2x +1 = 0 "und "2" - dagegen Unterschied: Körper zu zählen ((s) Extension, auch Hinschreiben) ist etwas anderes als sie mit einem Gesetz zu bestimmen ((s) Intension) - Wittgenstein: Gesetz und Extension sind völlig verschieden. >Gesetze. III 136 - 139 ElementarsatzVsIntension - (Wahrung der formalen Logik) - Intension/Sinn/Tractatus/Flor: irrelevant - es geht immer um Extension. >Sinn. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Kausalität | Wittgenstein | Hintikka I 101 Erfahrung/Kausalität/Ursache/Grenze/Wittgenstein: Zu allen kausalen Gesetzen gelangt man durch Erfahrung, deshalb können wir nicht herausbekommen, was die Ursache der Erfahrung ist! Gibt man eine wissenschaftliche Erklärung, beschreibt man wiederum eine Erfahrung. >Empirismus, >Kausalerklärung, >Erklärung. II 123 Kausalität/Wittgenstein: ist eigentlich eine Beschreibung eines Untersuchungsstils. Für den Physiker steht die Kausalität für einen Denkstil. IV 105 Kausalität/Gesetz/Naturgesetz/Tractatus: 6.32 Das Kausalitätsgesetz ist kein Gesetz, sondern die Form eines Gesetzes. - 6.321 "Kausalitätsgesetz" ist ein Gattungsname. Bsp Wie in der Mechanik - ((s) Verschiedene Fälle können eingesetzt werden). >Kausalgesetze. IV 108 6.36 Wenn es ein Kausalitätsgesetz gäbe, so könnte es lauten: "Es gibt Naturgesetze" - aber das kann man nicht sagen, es zeigt sich. >Gesetze. IV 109 6.362 Was sich beschreiben lässt, das kann auch geschehen, und was das Kausalitätsgesetz ausschließen soll, das lässt sich auch nicht beschreiben. >Beschreibung. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Klassen | Wittgenstein | II 343 Zahl/Klasse/Frege/Russell/Wittgenstein: Freges Definition: Klasse von Klassen. Eine Zahl ist die Klasse aller einander gleicher Klassen. >Zahlen, >Mengen, >Mengenlehre. Intension/Klassen/Mengen/Frege/Russell/WittgensteinVsRussell/WittgensteinVsFrege: die beiden glaubten, sie könnten die Klassen intensional abhandeln, weil sie dachten, sie könnten eine Liste in eine Eigenschaft, eine Funktion verwandeln. (WittgensteinVs). Weshalb lag den beiden so sehr daran, die Zahl zu definieren? II 354 Messen: Bsp Numerische Gleichheit von Klassen oder Rechnen: Bsp Gleiche Anzahl von Wurzeln einer Gleichung 4. Grades: das eine ist eine Messung, das andere eine Berechnung. >Messen. Gibt es ein Experiment, um festzustellen ob zwei Klassen dieselbe Anzahl zukommt? Bei Klassen, die sich nicht überblicken lassen könnte es der Fall sein oder auch nicht. II 355 Es ist ein schädliches Vorurteil zu glauben, dass es sich um ein Experiment handelt, wenn man Striche benützt. >Experimente. II 355 Klassen/Zuordnung/Wittgenstein: Unterschied: Zuordnung im Russellschen und im gewöhnlichen Sinne: 1. durch Identität 2. Wie man Tassen und Untertassen durch Aufeinanderstellen zuordnet. Im zweiten Fall bedeutet es nicht, dass sie sich nicht auch in anderer Weise zuordnen lassen. Könnte man dasselbe auch über die Russellsche Zuordnung sagen? Nein, hier könnte keine andere Zuordnung bestehen, sofern jene nicht gegeben ist. Das, worauf ich aufmerksam machen will, ist keine Naturerscheinung, sondern eine Sache der Grammatik. >Identität, >Grammatik, >Ordnung. II 358 Zuordnung/Gleichzahligkeit/Wittgenstein: Die Forderung, dass eine tatsächliche Zuordnung vorgenommen werden muss, um zwei Klassen für gleichzahlig zu erklären, ist beunruhigend. >Gleichheit. II 367 Klassen/Wittgenstein: Man darf nicht vergessen, dass wir keineswegs immer über dasselbe Phänomen sprechen, wenn wir davon reden, dass zwei Klassen dieselbe Anzahl von Elementen enthalten. Woher weiß man denn, ob nicht einige Stücke verschwinden werden, während sie gezählt werden, oder ob andere nicht zerbrechen werden? >Vollständigkeit, >Wissen. II 419 Klassen/Gleichmächtigkeit/Gleichzahligkeit/Klassengleichheit/Wittgenstein: Frage: Ob die Klassen tatsächlich dem Paradigma zugeordnet sein müssen, um die gleiche Anzahl zu haben, oder ob dies nur möglich zu sein braucht. Was ist das Kriterium der Existenz der Möglichkeit ihrer Zuordnung? >Kriterien. II 431 Klassen/Zahlen/Wittgenstein: Wenn es heißt, mit den Klassen kann man genauso gut rechnen wir mit den rationalen Zahlen, hat eigentlich gar keine Ersetzung stattgefunden. Die Rechnung wird einfach mit den rationalen Zahlen vorgenommen. >Zahlen. II 436 Klasse/Verfahren/Wittgenstein: Wir müssen unterscheiden zwischen einer Klasse von Münzwürfen und einem Verfahren (Regel). >Regeln, >Methode. - Bsp Irrationale Zahl: wird durch ein Verfahren definiert - sie ist ein Prozess. - √2 ist keine Extension, sondern eine Regel zur Erzeugung eines Bruchs. >Extensionen. IV 93 Klassen/Mengen/Tractatus: 6.031 Die Theorie der Klassen ist in der Mathematik ganz überflüssig. Das hängt damit zusammen, dass die Allgemeinheit, die wir in der Mathematik brauchen, nicht die zufällige ist. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Komplex/Komplexität | Wittgenstein | Tugendhat I 163 Komplex/Wittgenstein: Bsp Kein Komplex: Einr roter Kreis als Komplex aus Röte und Kreisförmigkeit. Hintikka I 53 Mittlere Periode/Wittgenstein/Hintikka: Relationen und Eigenschaften zu den Gegenständen gerechnet. Philosophische Grammatik: "Dies ist die Wurzel des schlechten Ausdrucks: die Tatsache sei ein Komplex von Gegenständen. Bsp "Es wird hier, dass ein Mensch krank ist, verglichen mit der Zusammenstellung zweier Dinge." Hintikka: Eine so weitgehende Änderung der Auffassung ist so unwahrscheinlich, dass man davon ausgehen sollte, dass im Tractatus die Gleichsetzung von "Gegenständen " mit Individuen oder Einzeldingen abgelehnt wird. I 68 Tractatus: Verzichtet auf alle im Sinne unabhängiger Entitäten aufgefassten komplexen logischen Formen, Es bleibt nichts übrig als die Formen der Gegenstände (keine komplexen logischen Sätzen entsprechende Formen). >Gegenstände, >Sätze, >Abbildung, >Darstellung. I 68 Ding/komplexer Gegenstand/Terminologie/Wittgenstein: ein komplexer Gegenstand ist eben ein Ding die komplexen Gegenstände kennen wir aus der Anschauung und wissen aus der Anschauung, dass sie komplex sind. I 138 ff Frege/Logik/Satz/Hintikka: Im Tractatus gibt es einen Bruch mit der Fregeschen Tradition: Die Logik Freges gilt als Theorie der komplexen Sätze. (WittgensteinVsFrege). Wittgenstein untersucht die einfachsten Bestandteile der Welt und ihrer sprachlichen Stellvertreter. I 148 ff Wahrheitsfunktion/Tractatus/Hintikka: Hauptthese des Tractatus: (u.a.) "Der Satz ist eine Wahrheitsfunktion der Elementarsätze". >Wahrheitsfunktionen. Wittgenstein/Hintikka: Wittgenstein muss also nachweisen, dass wahrheitsfunktionale Operationen (zur Bildung komplexer Sätze aus Atomsätzen) keinen Einfluss haben auf den Bildcharakter. >Bilder, >Abbildung. II 39 Komplexität/Wittgenstein: Dass einem allgemeinen Satz unendlich viele Spezialfälle zukommen macht ihn nicht komplexer, als wenn ihm nur drei oder vier Spezialfall entsprechen. Ein Satz mit vier Spezialfällen ist wohl komplexer als einer mit dreien, aber bei unendlich vielen Spezialfällen ist es eine Allgemeinheit von anderer logischer Art. II 314 Einfach/Einfachheit/komplex/zusammengesetzt/Sinn/sinnlos/Wittgenstein: Angenommen, es würde gefragt, ob ein gezeichnetes Quadrat zusammengesetzt oder einfach sei, d.h. ob es aus Teilen bestehen oder nicht. II 315 Bsp "Ist dieser gleichförmig weiße Gegenstand zusammengesetzt oder einfach?" Die Antwort lautet: "je nachdem." III 139 Elementarsatz/Wittgenstein/Flor: Der Begriff des Elementarsatzes ist wichtig als absoluter Begriff: sonst Mehrdeutigkeit: was in einen Zusammenhang als einfacher Satz auftritt, könnte in einem anderen Zusammenhang komplex sein. Das hieße weiter, dass intensionale Zusammenhänge zwischen Sätzen nicht mehr ausgeschlossen werden könnten. III 142 Es muss eine absolute Unterscheidung zwischen dem Einfachen und dem Komplexen geben. IV 31 Komplex/Tractatus: 3.3442 das Zeichen des Komplexes löst sich auch bei der Analyse nicht willkürlich auf. IV 86 Komplex/Tractatus: 5.5423 einen Komplex wahrnehmen heißt wahrnehmen, daß sich seine Bestandteile so und so zueinander verhalten. Das erklärt, warum man einen gezeichneten Würfel auf zweierlei Art als Würfel wahrnehmen kann. Vexierbild: hier sehen wir wirklich zwei verschiedene Tatsachen. VII 75 Komplex/Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus: nicht das komplexe Zeichen "aRb" sagt, dass a in Relation R zu b steht, sondern dass "a" in einer Relation zu "b" ((s) Anführungszeichen!) steht, sagt, dass aRb. (Hier keine Anführungszeichen!) (3.1432) - ((s) Auflösung des Zeichens in seine Bestandteile: die Relation auf der Zeichenebene sagt etwas aus über die Relation auf der Ebene der Wirklichkeit). >Atomismus, >Atomsatz. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Tu I E. Tugendhat Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976 Tu II E. Tugendhat Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Konventionen | Wittgenstein | Hintikka I 192 Konvention/Phänomenologie/Physik/Sprache/Wittgenstein/Hintikka: Der einzige Konventionalismus den er zulässt, bezieht sich auf die Wahl zwischen verschiedenen phänomenologischen Entitäten und das beruht auf der These, dass beide von ihm genannten phänomenologischen Entitäten sekundär sind im Verhältnis zu den physikalischen Gegenständen. >Gegenstände, >Phänomenologie. I 264 Woher weißt du, dass jemand Zahnschmerzen hat, wenn er sich die Backe hält? Hier sind wir am Ende unserer Weisheit angelangt, d.h. wir sind bei den Konventionen angelangt. >Schmerz. Diese "Konventionen" sind genau dasselbe, was Wittgenstein an anderen Stellen dieser Erörterung "Kriterien" nennt. Sie sind der "harte Felsen" der Semantik des Ausdrucks "Zahnschmerzen". "Ein Wort ohne Rechtfertigung zu gebrauchen heißt nicht, es zu Unrecht gebrauchen. Ich identifiziere meine Empfindung freilich nicht durch Kriterien sondern ich gebrauche den gleichen Ausdruck. >Kriterien, >Gebrauch. I 303 Konvention/Wittgenstein/Hintikka: Die Namensbeziehungen sind zwar konventionell, doch das Wesen der Namen ist es nicht. >Namen. "In der Logik drücken nicht wir aus, was wir wollen, sondern die Natur der naturnotwendigen Zeichen sagt sich selbst aus." Das nichtkonventionelle Element der Sprache: "Verwandeln wir aber alle jene (in einem Satz vorkommenden) Zeichen in Variable, so gibt es noch immer eine solche Klasse. Diese ist aber nun von keiner Übereinkunft abhängig, sondern nur von der Natur des Satzes. Sie entspricht einer logischen Form einem logischen Urbild." >Sprache, >Bilder, >Abbildtheorie. Symbol/Alltagssprache/Konvention/Wittgenstein/Hintikka: In der Alltagssprache gibt es alle möglichen Arten sinnloser Verbindungen von Symbolen. Diese müssen, um das Widerspiegelungsbegriff aufrechtzuerhalten, durch konventionelle Regeln ausgeschlossen werden. Durch die Natur unserer Symbole allein werden sie nicht wie von selbst eliminiert. >Symbole, >Regeln. II 27 Lernen/Wittgenstein: wir lernen/lehren die Sprache dadurch, dass wir sie verwenden. Die Sprachkonvention wird mitgeteilt, indem man den Satz und seine Verifikation einander verbindet. >Lernen. Def "Verstehen"/Wittgenstein: durch Sprachkonvention zur richtigen Erwartung geführt zu werden. >Verstehen. II 35 Konventionen/Wittgenstein: setzen die Anwendungen der Sprache voraus - sie sagen nichts aus über ihre Anwendungen. Bsp Dass Rot sich von Blau anders als Rot von Kreide unterscheidet, wird formal, nicht experimentell verifiziert. >Verifikation. II 75 Konvention/Wittgenstein: das Festsetzen gehört der (Lern-) Geschichte an. Und uns interessiert hier nicht die Geschichte, wenn uns die Züge des Spiels interessieren. >Lernen, >Sprachlernen/Wittgenstein. II 181 Beobachtungsbegriffe/Theorie/Kriterium/Wittgenstein: Was in einer Theorie als Grund für eine Überzeugung aufgefasst wird, ist Sache der Konvention. >Theorien, >Überzeugungen, >Kriterien, >Beobachtungsbegriffe. II 230 Willkürlich/Willkür/Konvention: Zahlensysteme sind willkürlich – sonst würde eine andere Schreibweise anderen Tatsachen entsprechen. II 231 Natürlich kann man neuen Sätzen und Symbolen Sinn verleihen – eben deshalb heißen die Konventionen willkürlich. >Sinn, >Gebrauch. II 238 Logik/Konvention/Willkür/Wittgenstein: die Gesetze der Logik, z. B. die Sätze vom Ausgeschlossenen Dritten (SaD) und der vom auszuschließenden Widerspruch, (SvW) sind willkürlich! Das Vorkommen dieses Satzes verbieten heißt, dass man sich ein womöglich sehr empfehlenswertes Ausdruckssystem zu eigen macht. IV 26 Satz/Tractatus: 3.317 Die Festsetzung der Werte ist die Variable. Sie ist die Angabe der Sätze, deren gemeinsames Merkmal die Variable ist. >Sätze. Die Festsetzung ist eine Beschreibung dieser Sätze. >Beschreibung. Die Festsetzung wird nur von Symbolen, nicht von deren Bedeutung handeln. >Bedeutung. Konvention: Nur ihr ist wesentlich, dass sie nichts über das Bezeichnete aussagt. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Korrespondenztheorie | Searle | III 163 Realismus/Searle: Realismus darf nicht mit der Korrespondenztheorie verwechselt werden. Der Realismus ist überhaupt keine Wahrheitstheorie und impliziert auch keine. >Realismus/Searle, >Realismus. III 211 Korrespondenz/Searle: Wir brauchen ein Verb um die Vielfalt der Möglichkeiten zu nennen, wie Sätze sich auf Tatsachen beziehen. Und dieses Verb ist unter anderem »korrespondieren«. Korrespondenztheorie/Searle: Die Korrespondenztheorie ist kein Versuch »wahr« zu definieren. III 211 Korrespondenztheorie/StrawsonVsAustin: Es gilt als ausgemacht, dass Strawson diese Debatte gewonnen hat. >Korrespondenztheorie/Strawson, >Korrespondenztheorie/Austin. Strawson: Die Korrespondenztheorie muss nicht gereinigt, sie muss eliminiert werden. III 212 Sie vermittelte uns ein falsches Bild vom Gebrauch des Wortes »wahr« und der Natur der Tatsachen: Dass Tatsachen eine Art komplexer Dinge oder Ereignisse oder Gruppen von Dingen seien und dass Wahrheit eine besondere Beziehung der Korrespondenz zwischen Aussagen und diesen nicht-sprachlichen Gebilden darstelle (geht auf die Abbildtheorie aus dem Tractatus zurück). >Tatsache, >Bildtheorie. III 215 StrawsonVsKorrespondenztheorie: Sie stellt die falsche Behauptung auf, dass Tatsachen nicht-sprachliche Gebilde seien. >Tatsache/Strawson. III 216 Def deflationistische Wahrheitstheorie/minimalistische Wahrheitstheorie: »wahr« ist keine Eigenschaft oder Relation. Der gesamte Inhalt des Begriffs der Wahrheit besteht in der Zitattilgung. Def Redundanztheorie: Es gibt keinen Unterschied zwischen den Aussagen »p« und »es ist wahr, dass p«. (SearleVsRedundanztheorie). >Redundanztheorie, >Deflationismus. III 217 Diese beiden Theorien gelten in der Regel als mit der Korrespondenztheorie unvereinbar. III 220 Korrespondenztheorie/Zitattilgung: Wegen der definitorischen Verbindungen zwischen Tatsache und wahrer Aussage kann es keine Unvereinbarkeit zwischen dem Korrespondenzkriterium der Wahrheit und dem Zitattilgungskriterium geben. Die Zitattilgung gibt einfach die Form dessen an, was jede Aussage wahr macht, einfach durch die Wiederholung der Aussage (Tarski). Wir brauchen nicht zusätzlich noch die Korrespondenz als Bestätigung. Schleuderargument/slingshot Argument/Searle: Das Schleuderargument stammt ursprünglich von Frege, von Quine wurde es gegen die modale Logik verwendet, von Davidson gegen die Korrespondenztheorie wiederbelebt. III 230 Schleuderargument: Wenn eine wahre Aussage einer Tatsache korrespondiert, dann korrespondiert sie jeden beliebigen Tatsache. Daher ist der Begriff der Korrespondenz vollständig leer. Bsp Endform: Die Aussage, dass Schnee weiß ist, korrespondiert der Tatsache, dass Gras grün ist. SearleVs: Das ist letztlich irrelevant. >Slingshot Argument. III 235 Schleuderargument: Searle: Fazit: Es widerlegt nicht die Korrespondenztheorie. |
Searle I John R. Searle Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996 Searle II John R. Searle Intentionalität Frankfurt 1991 Searle III John R. Searle Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997 Searle IV John R. Searle Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982 Searle V John R. Searle Sprechakte Frankfurt 1983 Searle VII John R. Searle Behauptungen und Abweichungen In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Searle VIII John R. Searle Chomskys Revolution in der Linguistik In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Searle IX John R. Searle "Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Logik | Wittgenstein | Hintikka I 138 Frege/Logik/Hintikka: Freges Logik gilt als Theorie der komplexen Sätze. - Dagegen Wittgenstein: Sätze sind einfachste Bestandteile der Welt. - Wir müssen logische Konstanten eliminieren! - Sie vertreten nicht. >Logische Konstanten, >Stellvertreter, >Sätze. I 205 Logik/Wittgenstein/Hintikka: Kein anderer Autor als Wittgenstein ist je auf den Gedanken gekommen, mit der Logik habe es letztlich keine weitere Bewandtnis, als was uns in der Erfahrung durch die einfachen Gegenstände gegeben ist. - Alle Phänomenologie ist bloß Logik. - HusserlVs. Husserl: Möglichkeiten sind durch Hintergrundüberzeugungen motiviert. >Phänomenologie. II 160 Logik/WittgensteinVsFrege: 1. Es ist ziemlich willkürlich, was wir als Satz bezeichnen - daher bedeutet Logik bei mir etwas anderes als bei Frege. 2. VsFrege: Alle Wörter sind gleich wichtig - Frege: These: "Wort", "Satz", "Welt" seien wichtiger. II 238 Logik/willkürlich/Wittgenstein: Die Regeln der Logik sind insofern willkürlich, als sie für größere Ausdruckskraft eliminiert werden können. - Bsp Satz vom ausgeschlossenen Dritten (SaD) ist außer Kraft - jedenfalls wird "Widerspruch" in verschiedenen Bedeutungen gebraucht. - Ebenso doppelte Negation. - Manche Autoren: "die Anwendung ist anders". >Widersprüche, >Widerspruchsfreiheit. WittgensteinVs: man kann von einem Zeichen gar nicht unabhängig von seinem Gebrauch reden. - ((s) Dann ist es ein anderes Zeichen - dagegen s.u. II 328 der Satz vom ausgeschlossenen Dritten gilt universell. II 327 Logik/Wittgenstein: Sie ist keine Naturwissenschaft, sondern ein Kalkül - in ihr kann man zwar Erfindungen machen, aber keine Entdeckungen. >Kalkül, >Entdeckungen. II 333 Logik/WittgensteinVsCarnap: Man kann keine Logik für alle Fälle konstruieren - weil man bei der Konstruktion nicht von der Anwendung abstrahieren kann. >Gebrauch. VI 85 Logik/Tractatus/Wittgenstein/Schulte: Nicht wir drücken mit den Zeichen aus, was wir wollen - sondern in der Logik sagt die Natur der naturnotwendigen Zeichen selbst aus - (6.124). >Zeichen. VI 89 Logik/Grenze/Wittgenstein/Schulte: Der Logik ziehe ich durch den Gebrauch der Sprache freilich keine Grenze - sie ist sozusagen das gemeinsame Gerüst "meiner" und "deiner" Sprache. VI 118 Logik/Wittgenstein: sagen/zeigen: Logik sagt nichts aus, sie zeigt etwas über Notwendigkeit, - grammatische Sätze (über die Sprache) fallen daher aus dem Sprachspiel heraus. >Zeigen, >Sprachspiel, >Abrichtung: keine sagbaren Regeln sondern blindes Folgen. AbrichtungVsErklärung, stattdessen: Beschreibung. >Erklärung/Wittgenstein Zeigen/Wittgenstein. IV 101 Logik/Tractatus: (6.1264) jeder Satz der Logik ist ein in Zeichen dargestellter modus ponens - (Und den kann man nicht durch einen Satz ausdrücken). |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Logische Form | Wittgenstein | Hintikka I 80 Logische Form/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Die Gegenstände werden konstitutiv für die logischen Formen der Atomsätze. - Die komplexen Formen sind keine unabhängigen Gegenstände. - Form des Gegenstands: das, was a priori von ihm gilt. Es bestimmt die Verbindbarkeit. - >Kompositionalität. IV 25 Logische Form/Tractatus/Wittgenstein: Die logische Form erhalten wir, wenn wir alle willkürlichen Zeichen in Variable verwandeln. - Sie ist nur von der Natur des Satzes abhängig, nicht von der Willkür. - Diese Klasse entspricht der logischen Form. >Variablen, >Zeichen. VII 133 Prädikation/logische Form/Tractatus/Tetens: a) "Dem Gegenstand a kommt die Eigenschaft F zu" ((s) Prädikation), Fa) - b) "Jedem Gegenstand, dem die Eigenschaft F zukommt, kommt auch die Eigenschaft G zu". ((s) >Allquantifikation (x)(Fx > Gx)). |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Logische Konstanten | Wittgenstein | Hintikka I 139 Logische Konstanten/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Die Strukturelemente, die häufig als logische Konstanten bezeichnet werden, und als Hauptwerkzeug zur Bildung komplexer Sätze aus einfachen gelten, werden nicht unbedingt gebraucht. I 140 logische Konstanten/Wittgenstein/Hintikka: Wo Zusammengesetztheit ist, da sind Argument und Funktion, das sind bereits alle logischen Konstanten. >Funktionen. Tractatus: 5.441 "Hier zeigt sich, dass es "logische Gegenstände" "logische Konstante" (im Sinne Russells und Freges) nicht gibt. Denn: alle Resultate von Wahrheitsoperationen mit Wahrheitsfunktionen sind identisch, welche ein und dieselbe Wahrheitsfunktion von Elementarsätzen sind“. >Wahrheitsfunktionen. II 79 Sheffer-Strich/Notation/Wittgenstein: macht die Interne Relation sichtbar. - WittgensteinVsRussell: seine Schreibweise macht nicht deutlich, dass pvq aus p.q folgt. >Sheffer-Strich. VI 95/96 Logische Konstanten/Elementarsatz/WittgensteinVsTractatus/WittgensteinVsWittgenstein/Schulte: neu: Vorrang des Satz-Systems gegenüber dem Einzelsatz. Früher Wittgenstein: VsLogische Konstanten - (Diese verbinden keine Gegenstände, das gilt noch immer). - Aber falsch: dass die Verknüpfungsregeln etwas mit der inneren Struktur der Sätze zu tun hätten. - Neu: Sie bilden einen Teil einer umfassenderen Syntax. >Struktur, >Syntax. IV 70 WittgensteinVsRussell/Tractatus: 5.4 "logische Gegenstände" oder "logische Konstanten" im Sinne Russells gibt es nicht. IV 71 Logische Konstanten/Tractatus: 5.441 Dieses Verschwinden der scheinbaren logischen Konstanten tritt auch ein, wenn "~(Ex) . ~fx" dasselbe sagt, wie "(x).fx" oder "(Ex).fx.x =a " dasselbe wie "fa". IV 79 Logik/Symbol/Zeichen/Satz/Tractatus: 5.515 Es muss sich an unseren Symbolen zeigen, dass das, was durch "v" "u" usw. (logische Konstanten) verbunden ist, Sätze sein müssen. (logische Form). IV 80 "p" und "q" setzt ja selbst das "v" ,"~" usw. voraus! Wenn das Zeichen "p" in "p v q" nicht für ein komplexes Zeichen steht, dann kann es allein nicht Sinn haben. >Sinn. Wenn aber "p v p" keinen Sinn hat, dann kann auch "p v q" keinen Sinn haben. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Logischer Raum | Logischer Raum: Bezeichnung von L. Wittgenstein in seinem Tractatus Logico-Philosophicus für eine Gesamtheit von unabhängigen (Atom-) Sätzen, die mit dem Wahrheitswert wahr oder falsch belegt werden. Einige von diesen Sätzen werden Sachverhalte oder Elemente von Sachverhalten abbilden. Diese Sachverhalte können als Mögliche Welten aufgefasst und als Punkte im logischen Raum lokalisiert werden. |
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| Meinen | Wittgenstein | McDowell I 52 Meinen/Wittgenstein: Wenn wir sagen, meinen, dass es sich so und so verhält, so halten wir mit dem, was wir meinen, nicht irgendwo vor der Tatsache: sondern meinen, dass das und das - so und so - ist. >Tatsache, >Überzeugung, >Intention. Nagel I 69/70 Wittgenstein: Das Meinen ist ein Vorgang, der diese Worte begleitet. Denn kein Vorgang könnte die Konsequenzen des Meinens haben. McGinn I 108 Meinen/Wittgenstein: Zettel § 16: Der Irrtum ist zu sagen, das Meinen bestehe in etwas. Hintikka I 38/39 Meinen/Wissen/Wittgenstein: Wenn man aber sagt: Wie soll ich wissen, was er meint, ich sehe doch nur seine Zeichen? so sage ich: Wie soll er wissen, was er meint, er hat ja auch nur seine Zeichen". "Die Sprache kann man nur durch gesprochenes erklären darum kann man die Sprache nicht erklären." (Ms.108, 277f.) I 266 Meinen/Kriterium/Wittgenstein/spät: Philosophische Untersuchungen § 146 und § 190: "Man kann nun sagen, wie eine Formel gemeint wird, bestimmt welche Übergänge zu machen sind. "Was ist das Kriterium dafür, wie eine Formel gemeint ist? Etwa die Art und Weise, wie wir sie ständig gebrauchen, wie uns gelehrt wurde, sie zu gebrauchen". >Kriterien. I 266/267 Es ist grundfalsch zu glauben, Wittgenstein bediente sich einer einzigen "kriteriologischen Beziehung", die die Verbindung herstellt zwischen der Bedeutung und dem "Kriterium" die durch das Wort wiedergegeben werden. Der Begriff des Kriteriums erleidet in der Spätphilosophie das gleiche Schicksal wie der Ausdruck "Kalkül" oder sogar der Begriff "Grammatik": er wird abhängig vom Sprachspiel. >Sprachspiele. II 212 Meinen/Wittgenstein: "hast du das was du gesagt hat, gemeint?" Oder: "was hast du gemeint?" Zwei verschiedene Verwendungen von "meinen". Alle möglichen Dinge können die Behauptung rechtfertigen, dass man meint, was man sagt, doch keines dieser Dinge braucht ein geistiger Vorgang zu sein, der die Wörter begleitet. II 317 Vorstellung/Absicht/Meinen/Wittgenstein: Es ist eine Täuschung zu glauben, man erzeuge das Gemeinte im Geiste des anderen durch ein indirektes Verfahren: durch die Regel und die Beispiele. >Vorstellungen. III 220 Verstehen/Wittgenstein/spät/Flor: dafür ist nicht mehr notwendig, als ein Wort im gegebenen Situationen korrekt anwenden zu können. Kein mentaler Zustand (Geisteszustand) oder psychischer Prozess. (Das gleiche gilt für das Meinen). >Verstehen. IV 39 Abbildung/Darstellung/Ähnlichkeit/Bezeichnen/Meinen/Wahrheit/Negation/Umkehrung/Tractatus: 4.062 Kann man sich nicht mit falschen Sätzen, wie bisher mit wahren, verständigen? Nein! Wenn wir mit "p" ~p meinen, und es sich so verhält, wie wir es meinen, so ist "p" in der neuen Auffassung wahr und nicht falsch. >Abbildungen, >Abbildtheorie. 4.0621 Dass aber die Zeichen "p" und "~p" das gleiche sagen können, ist wichtig, denn es zeigt, dass dem Zeichen "~" in der Wirklichkeit nichts entspricht. >Zeichen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 McDowell I John McDowell Geist und Welt Frankfurt 2001 McDowell II John McDowell "Truth Conditions, Bivalence and Verificationism" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell NagE I E. Nagel The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979 Nagel I Th. Nagel Das letzte Wort Stuttgart 1999 Nagel II Thomas Nagel Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990 Nagel III Thomas Nagel Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991 NagelEr I Ernest Nagel Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982 McGinn I Colin McGinn Die Grenzen vernünftigen Fragens Stuttgart 1996 McGinn II C. McGinn Wie kommt der Geist in die Materie? München 2001 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Messen | Wittgenstein | Hintikka I 77 Messen/Wittgenstein/Hintikka: Angenommen, man bedient sich einer Stange, um herauszufinden, ob der Boden eines Flusses sandig oder morastig ist. Diese Stange lässt sich nicht in der gleichen Weise verwenden um herauszufinden, wie die Stange ihrerseits beschaffen ist. Andererseits ist es ohne weiteres möglich, die Stange einzusetzen, um herauszufinden, ob sich mit ihrer Hilfe der Boden überhaupt erreichen lässt. I 176 "...wenn ich einen Maßstab an einen räumlichen Gegenstand anlege, so lege ich alle Teilstriche zu gleicher Zeit an." I 216 ff Vergleichbarkeit/Welt/Bild/Messen//Verifikation/Wittgenstein/Hintikka: Man kann ein Bild nicht mit der Wirklichkeit vergleichen, wenn man es nicht als Maßstab an sie anlegen kann. Man muss den Satz auf die Wirklichkeit auflegen können. >Vergleiche, >Wirklichkeit. I 218 Messen/Wittgenstein: Der Maßstab muss immer in demselben Raum sein wie das gemessene Ding. Nur die Sätze einer physikalistischen Sprache können mit Tatsachen verglichen werden und diese darum auch darstellen. II 29 Messen/Wittgenstein: Satz: Bsp "Lege den Maßstab dreimal an G an, und du wirst die Höhe von G erhalten". Dann gehört die Existenz von G und auch die des Maßstabes zum Satz. Die Höhe von G ist dagegen nicht Teil des Satzes. II 184 Def Zeit/Wittgenstein: ist das, was mit einer Uhr gemessen wird. Wenn wir mehrere Messverfahren kennen, die einander nicht widersprechen, setzen wir bei der Erklärung dieser Wörter kein bestimmtes Verfahren voraus. Aber Prüfverfahren verleihen dem Ausdruck "dieselbe Farbe haben" verschiedene Bedeutungen. >Zeit. II 236 Messen/Wittgenstein: "Der Maßstab von Greenwich ist tatsächlich einen Fuß lang" es hat keinen Sinn das zu sagen. Es ist eine Definition. > Bsp Urmeter. II 238 Messen/Maßstab/flexibel/Wittgenstein: Bsp Wir könnten aber auch alle die bei verschiedenen Temperaturen abgelesenen Werte als die wirkliche Länge bezeichnen. Dem Einwand, dass "ich mag es und ich mag es nicht" kein Fall ist, auf den "Widerspruch" zutrifft, entspricht der Einwand, dass ein Maßstab nutzlos ist, sofern er nicht starr ist. Es könnte jedoch sein, dass man in manchen Fällen Elastizität wünscht. II 354 ...überdies kann man Russells Gleichheitszeichen eliminieren, und in diesem Fall kann man die Gleichungen gar nicht hinschreiben. >Gleichheitszeichen. Unterschied: Messen: Bsp numerische Gleichheit von Klassen oder Rechnen: Bsp gleiche Anzahl von Wurzeln einer Gleichung 4. Grades: das eine ist eine Messung, das andere eine Berechnung. Gibt es ein Experiment, um festzustellen ob zwei Klassen dieselbe Anzahl zukommt? Bei Klassen, die sich nicht überblicken lassen könnte es der Fall sein oder auch nicht. II 355 Es ist ein schädliches Vorurteil, zu glauben, dass es sich um ein Experiment handelt, wenn man Striche benützt. II 333 Muster/Meter/Maß/Maßstab/Messen/Wittgenstein: das Muster gehört nicht zur Anwendung, sondern zur Sprache - die Existenz des Metermaßes garantiert nicht, dass es etwas gibt, das einen Meter lang ist - den Maßstab festzulegen ist eine Entscheidung, keine Entdeckung. >Entdeckungen. II 367 Messen/Wittgenstein: ebenso ist es, wenn ich gefragt werde, ob zwei Holzstücke gleich lang sind, worauf ich sie übereinander lege und mit ja antworte. Man könnte fragen, ob ich wisse, dass ihnen beim Messen nichts geschehen sei. Die Antwort ist, dass das Reden von der Gleichheit keine Bedeutung mehr hat, wenn jede Methode der Feststellung der Gleichheit abgelehnt wird! II 368 Wenn man die Gleichheit der Längen behauptet, so heißt das, dass man etwas über die Ermittlungsmethode aussagt. >Gleichheit. II 437 Wurzel/Konstruktion/Wittgenstein: Bsp Die Diagonale wird auf die Zahlengerade gedreht. Ohne die Konstruktion ist √2 nicht die Länge. Diese Länge ist keine Approximation. Mit dem Messen mit Hilfe eines Metermaßes hat sie nichts zu tun. >Methode. III 231 Urmeter/Wittgenstein/Flor: eben weil er ein Paradigma ist - ein Mittel zur Herstellung des Sprachspiels, ist er nichts, was in dem Sprachspiel hergestellt wird. >Sprachspiel, >Urmeter. VI 148 Messen/Wittgenstein/Schulte: eines ist, die Messmethode zu beschreiben, ein anderes, die Ergebnisse zu finden. Aber was wir "Messen" nennen, ist durch eine gewisse Konstanz der Messergebnisse bestimmt. VI 165 Maßstab/Messen/Tractatus/Schulte: Das Bild ist so mit der Wirklichkeit verknüpft: es reicht bis zu ihr. Es ist wie ein Maßstab an die Wirklichkeit angelegt. Nur die äußersten Punkte der Teilstriche berühren den Gegenstand. These: Ein Satzsystem ist wie ein Maßstab an die Wirklichkeit angelegt. Wobei ich aber alle Teilstriche zu gleicher Zeit anlege. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Modelle | Wittgenstein | Hintikka I 129 Wittgenstein/Tractatus: Der Satz ist ein Bild der Wirklichkeit, der Satz ist ein Modell der Wirklichkeit, so wie wir sie uns denken. (4.01). >Abbildtheorie. VII 62 Modell/Tractatus: Wir machen uns Bilder der Wirklichkeit. (2.1) Diese Bilder sind Modelle (2.12) VII 66 Modell/Tetens: hat gewisse Eigenschaften und Relationen mit den entsprechenden Gegenständen in der Welt gemeinsam. VII 69 Modell/Tractatus: Das Modell ist selber ein Wirklichkeitsausschnitt und besteht daher selber aus Tatsachen. Daher: (2.141) Das Bild ist eine Tatsache. Abbildung/Form/Welt/Tractatus: die „Form der Abbildung“ ist die Möglichkeit, dass sich die Dinge so zueinander verhalten wie die Elemente des Bildes (2.151) Modell/Tetens: liegt dann vor, wenn sie sich genau so verhalten. Problem: Modell und Wirklichkeit haben zunächst nichts miteinander zu tun. Lösung: Zuordnungsvorschrift. (2.1513 – 2.1515) >Regeln, >Sprachspiele. VII 72 Modell/Tractatus/Tetens: Bsp Das Verhältnis zwischen Schallplatte und Partitur ist ein Modell für die Abbildungsbeziehung zwischen Sprache und Wirklichkeit. >Abbildung, >Bilder, >Darstellung. VII 78 Modell/Tetens: Es gibt auch Modelle höherer Stufe, Bsp Für das Verhältnis eines Konstruktionsmodells zum Original. Das zeigt eine Grenze des Abbildens. >Stufen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Mögliche Welten | Bigelow | I 138 Def Mögliche Welt/Bigelow/Pargetter: eine mögliche Welt e, in der ein Satz a wahr ist, ist dann definiert als maximal konsistente Menge die a als Element enthält. >Modalitäten/Bigelow. Mögliche Welten/(s): Mögliche Welten sind dann vollständig beschrieben in allen Einzelheiten, nichts ist unerwähnt und kein Detail ist widersprüchlich beschrieben. Pointe/Bigelow/Pargetter: Der Witz dabei ist, dass dann jedes Nichttheorem in irgendeiner möglichen Welt falsch ist. Es wird falsch sein in einer maximal konsistenten Erweiterung. So wird es eine maximal konsistente Erweiterung geben, in der der Satz falsch ist, d.h. eine Welt, in der er falsch ist. Theorem ist dann ein Satz, der in allen möglichen Welten wahr ist. Und das ist, was ein Vollständigkeitstheorem zeigen soll. >Vollständigkeit. Maximal konsistente Erweiterung/Bigelow/Pargetter: Eine konsistente Menge von Sätzen wird durch Hinzufügung entweder von a oder von ~a erweitert, wenn sie dadurch nicht widersprüchlich wird. Maximal konsistent ist die Erweiterung, wenn a (bzw. ~a) der letzte hinzufügbare Satz war. >Maximal konsistent. ((s) Es kann viele Erweiterungen geben, je nachdem ob ein Individuum in dem hinzugefügten Satz anders beschrieben wird. Das liefert Äquivalenzklassen (s.u.)). I 206 Def Mögliche Welt/Bigelow/Pargetter: Eine Mögliche Welt ist eine maximal konsistente Eigenschaft, die alle Dinge und Eigenschaften einer Welt umfasst. Welt/Eigenschaften/Theorie/Bigelow/Pargetter: Wie sehen die bisherigen Theorien in der Philosophiegeschichte aus, in denen man versucht hat, die Welt als ein Aggregat von Eigenschaften zu beschreiben? Bsp Wittgenstein, Tractatus Bsp Carnap, Der logische Aufbau der Welt. >L. Wittgenstein, >Tractatus, >R. Carnap, >Eigenschaften, >Tatsachen, >Sachverhalte, >Welt, >Realität, >Ontologie, >Atomismus. Bigelow/Pargetter: Wir könnten als letzte Individuen der Welt Raum-Zeit-Punkte annehmen. Jeder von ihnen kann eine bestimmte Eigenschaft entweder haben oder nicht haben. >Raum-Zeit-Punkte. Dann können wir Menge geordneter Paare konstruieren ‹belegt, x› Demokritische Welt/Terminologie/Cresswell/Bigelow/Pargetter: so hat Cresswell Welten genannt, die aus solchen Punkten konstruiert sind. (Cresswell 1972(1), 1973(2)) >M. J. Cresswell. Das entspricht ungefähr Russells logischem Atomismus. Ein n-stelliges Prädikat, gefolgt von n Individuen. >B. Russell, >Prädikate. Atomismus: Wir sollten annehmen, dass solche Atomsätze logisch voneinander unabhängig sind. >Atomsätze. I 207 Wenn es nur darum geht, ob ein Punkt belegt oder nicht belegt ist, wird die entsprechende Satzmenge sicher konsistent sein. Buch: ein vollständiges „Buch der Welt“ wäre keine Welt, sondern nur eine Repräsentation. Eigenschaften: entstehen dann aus Büchern (siehe Modalitäten/Bigelow) wie folgt: statt der Atomsätze bilden wir längere Sätze aus Kombinationen von Beschreibungen von Punkten durch geordnete Paare. Das führt zunächst einfach zu einem längeren Buch. I 208 Punkte: statt ihrer könnten wir auch Wellen, oder Elementarteilchen nehmen. Eigenschaften: statt der Eigenschaft eines RZ-Punkts, belegt zu sein, könnten wir auch Eigenschaften wie Ladung, Masse usw. wählen. Aus diesen können wir Folgen bilden: ‹P^1, P2,…x› das repräsentiert einen Punkt mit mehreren Eigenschaften. Masse: ist natürlich eine determinable (s.o.), d.h. wir brauchen noch reelle Zahlen um die Proportion anzugeben, die die D-able determiniert. >Determinates/determinables. Daher haben wir es mit einer Folge zu tun, die ein Individuum mit seinen Eigenschaften in Beziehung setzt: ‹r1,r2,…x› wobei ri eine reelle Zahl ist. Def Mögliche Welt /Bigelow/Pargetter eine Menge solcher Folgen {‹r1,r2,…x›,‹r’1,r’2,…y›,…} I 209 repräsentiert dann eine mögliche Welt (die viel reicher ist als eine Demokritische Welt). >Demokrit. 1. Cresswell, M. J. (1972). The world is everything that is the case. Australasen Journal of Philosophy 50, pp.1-13. 2. Cresswell, M. J. (1973). ogic and languages. London: Methuen. |
Big I J. Bigelow, R. Pargetter Science and Necessity Cambridge 1990 |
| Mögliche Welten | Stalnaker | I 17 Mögliche Welt/MöWe/StalnakerVsLewis: Statt wirklich existierender Welten nehmen wir besser Weisen an, wie die Welt hätte sein können. I 14 Mögliche Welt/Zeit/Stalnaker: Es gibt viele Analogien zwischen Zeiten und Welten. Aktualismus: Der Aktualismus entspricht dem Präsentismus. >Aktualismus. Def Präsentismus/(s): Nur die Gegenwart existiert bzw. nur der jetzige Zeitpunkt. Vierdimensionalismus/Stalnaker: Der Vierdimensionalismus entspricht dem modalen Realismus. >Vierdimensionalismus. Def modaler Realismus/(s): Im modalen Realismus existieren andere mögliche Welten buchstäblich. Vertreter: Vertreter des modalen Realismus ist David Lewis. >Modaler Realismus, >David K. Lewis. Stalnaker: Die wenigsten sind Realisten in Bezug auf mögliche Welten und Zeiten, aber die meisten in Bezug auf den Raum. >Realismus, >Raum, >Zeit. I 27 Mögliche Welt/StalnakerVsLewis: Statt so etwas wie "ich und meine Umgebung", nehmen wir eine Weise an, wie die Welt ist. Dies entspricht einer Eigenschaft oder einem Zustand. >Zustand, vgl. >Situationen. Pointe: Eigenschaften können uninstanziiert existieren. >Instanziierung. I 38 Mögliche Welt: Eine mögliche Welt ist ebenso wenig ein Ding einer bestimmten Art. Sie ist auch kein Individuum. Eine mögliche Welt ist das, worauf Wahrheit relativ ist - das was Leute in ihren rationalen Handlungen unterscheiden. >Möglichkeit, >Handlungen. I 52 Mögliche Welt: r: Es ist sinnlos zu fragen, ob mögliche Welten gewissen Bedingungen genügen, Bsp gibt es eine mögliche Welt, in der Wasser nicht H2O ist? Das ist sinnlos, die Antwort wird immer die Form eines notwendigen Satzes haben: P-oder-nicht-P, aber Zweifel darüber wird ein Zweifel über den Inhalt des Satzes sein und nicht Zweifel über eine mögliche Welt. Das gleiche gilt für das Problem, dass man eine notwendige Wahrheit vielleicht nicht glaubt ((s) weil man sie nicht verstanden hat.) Mögliche Welt/notwendig/Stalnaker: Wenn es wahr ist, Bsp dass Wasser notwendig H2O ist, oder Bsp dass es unerreichbare Kardinalzahlen gibt, dann drücken diese Behauptungen genau diese Proposition aus und die Sätze die diese Propositionen ausdrücken sagen uns nichts über den Charakter von möglichen Welten. >Mögliche Welten/Kripke. Stalnaker: Daher kann man nicht den gesamten Bereich aller Möglichkeiten charakterisieren, denn dann müssten wir die Weise, wie der Bereich aller Möglichkeiten ist von dem unterscheiden, wie er sein könnte. Wittgenstein/Tractatus: Siebenter Abschnitt: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ StalnakerVsWittgenstein: Das hilft aber nicht, denn auch Zeigen muss einen Inhalt haben, daher Ramsey: "Was man nicht sagen kann, das kann man auch nicht pfeifen". I 84/85 Mögliche Welt/Stalnaker: Mögliche Welten sind nicht nur eine Übung unserer Vorstellungskraft, sondern Teil unserer Handlungen, Bsp wissenschaftlicher Erklärungen. |
Stalnaker I R. Stalnaker Ways a World may be Oxford New York 2003 |
| Möglichkeit | Wittgenstein | II 31 Möglichkeit/Wittgenstein: Wir dürfen nicht sagen: "Ein Satz p ist möglich." - Wäre p nicht möglich, wäre es gar kein Satz. II 139 Möglichkeit/Neuheit/Neues/Wittgenstein: Wir entdecken neue Tatsachen, keine neuen Möglichkeiten. Es hat keinen Sinn zu fragen, ob rot existiert. >Entdeckungen, >Tatsachen. II 167/168 Möglichkeit/Notwendigkeit/Realismus/Idealismus/Wittgenstein: in den Argumenten der Idealisten und Realisten kommen immer irgendwo die Worte "können", "nicht können" und "müssen" vor. Es wird aber kein Versuch gemacht, ihre Theorien durch Erfahrung zu beweisen. Die Wörter "Möglichkeit" und "Notwendigkeit" bringen ein Stück Grammatik zum Ausdruck, sie sind dabei allerdings nach dem Muster von "physikalischer Möglichkeit" gebildet. >Grammatik. II 228 Möglichkeit/Wittgenstein: Wir neigen dazu, eine Möglichkeit als etwas in der Natur Vorhandenes aufzufassen. "Dies ist möglich" hier ist das Tatsächliche ein bestimmtes Bild. II 229 Bsp "Es ist potenziell gegenwärtig" erweckt den Eindruck, als hätten wir eine Erklärung gegeben, die über die Möglichkeit hinausgeht. Aber in Wirklichkeit haben wir nur ein Ausdruck durch einen anderen ersetzt. II 235 Möglich/unmöglich/Möglichkeit/Sinn/Wittgenstein: Was möglich oder unmöglich ist, ist in gewissem Sinne willkürlich. Wir sagen, auf diesem Stuhl sitzt zwar keiner, aber jemand könnte dort sitzen. Das heißt so viel wie: Der Satz "auf diesem Stuhl sitzt jemand" hat Sinn. >Sinn. II 359 Möglichkeit/Wittgenstein: Damit meinen wir logisch möglich. Wo ist nach dem Phänomen der Möglichkeit zu suchen? Was einen Symbolismus rechtfertigt, ist seine Nützlichkeit. II 362 Möglichkeit/Zuordnung/Wittgenstein: Die Möglichkeit der Zuordnung scheint ihrerseits eine Art Zuordnung zu sein. >Stufen. IV 19 Denken/Möglichkeit/Logik/Tractatus: 3.02 Was denkbar ist, ist auch möglich. 3.031 Man sagte: Gott könne alles schaffen, nur nichts, was den logischen Gesetze zuwider wäre. Wir könnten nämlich von einer "unlogischen Welt" nicht sagen, wie sie aussähe. IV 20 3.032 Etwas "der Logik Widersprechendes" kann man ebenso wenig darstellen wie in der Geometrie eine den Gesetzen des Raumes widersprechende Figur durch ihre Koordinaten darstellen. >Darstellung. IV 20 Tractatus: 3.13 Zum Satz gehört alles, was zur Projektion gehört, aber nicht das Projizierte. IV 21 Also die Möglichkeit des Projizierten, nicht dieses selbst. Im Satz ist also sein Sinn noch nicht enthalten, wohl aber die Möglichkeit, ihn auszudrücken. IV 81 Möglichkeit/WittgensteinVsRussell/Tractatus: 5.525 Es ist unrichtig, den Satz "(Ex).fx" als "fx ist möglich" wiederzugeben. - Möglichkeit: wird dadurch ausgedrückt, dass ein Satz sinnvoll ist. - Unmöglichkeit: dadurch, dass der Satz ein Widerspruch ist. >Widerspruch. VI 113 Möglichkeit/Wittgenstein/Schulte: alles, was überhaupt möglich ist, ist auch legitim. Bsp Warum ist "Sokrates ist Platon" unsinnig? Weil wir eine willkürliche Bestimmung nicht getroffen haben, aber nicht darum, weil das Zeichen an und für sich etwa illegitim sei. >Konvention, >Zeichen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Mystizismus | Wittgenstein | McGinn I 115 Magische Theorien spielen eher eine unterschwellige als eine offizielle Rolle: Ansätze bei Wittgenstein: Eine Philosophische Betrachtung (Das braune Buch, 263 ff ): Man könnte sich beinahe vorstellen, dass das Benennen durch eine seltsamen sakramentalen Akt vollzogen würde, und dass dieser eine magische Beziehung zwischen dem Namen und dem Ding herstellte. Dass das Meinen seltsame und okkulte Vorstellungen auslöst, ist ein allgemeines Thema bei Wittgenstein. >Meinen. Der Tractatus ist eher eine Stätte für magische Vorstellungen, von denen Wittgenstein später abrückt. Wittgenstein III 133 Philosophie/Wittgenstein: These: Das wichtigste der Philosophie ist, das sinnvoll und logisch Sagbare vom Unsagbaren zu unterscheiden. Das Sagbare ist das für das menschliche Dasein unwesentlich. Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern dass sie ist! >Philosophie. VII 21 Zeigen/Sagen/Tractatus/Tetens: Wittgenstein lehnt es ab zu sagen, dass es nichts gäbe, was sich nicht sinnvoll beschreiben ließe. >Beschreibung. Lösung/Tractatus: Es gibt "Unaussprechliches" das sich "zeigt". Das ist das "Mystische" (> Tractatus 6.522). >Zeigen. VII 25 Ganzes/Welt/Tractatus/Tetens: mit dem Ausdruck „die gesamte Wirklichkeit“ ist die Welt „in den Grenzen meiner Sprache“ gemeint. Diese lässt sich logisch sinnvoll darstellen. Der Rest ist nicht Nichts, kann aber nur gezeigt werden. Ganzes/Tractatus: Das Gefühl der Welt als begrenztes Ganzes ist das mystische“ (6.45). >Welt. VI 106 The Golden Bough/Frazer/Wittgenstein/SchulteVsFrazer: Das Buch krankt an der Schwäche, die rituellen und magischen Gebräuche so hinzustellen, als beruhten sie auf pseudowissenschaftlichen Theorien. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 McGinn I Colin McGinn Die Grenzen vernünftigen Fragens Stuttgart 1996 McGinn II C. McGinn Wie kommt der Geist in die Materie? München 2001 |
| Namen | Searle | II 288 Namen/Searle: Namen setzen irgendeine andere Repräsentation voraus. Sie haben keinen expliziten intentionalen Gehalt. >Intentionale Gehalte. II 291 ff Namen: SearleVsKripke: VsKausaltheorie: Die Kausaltheorie übertreibt Analogie zwischen Bezugnahme und Wahrnehmung, übergewichtet die parasitären Fälle und setzt einen allwissenden Beobachter voraus. Meteorologie tauft zukünftige Ereignisse. >Kausaltheorie der Eigennamen. II 291 ff Namen/Mill: Namen haben keine Konnotation, nur Denotation. Frege: Die Bedeutung eines Namens wird durch Kennzeichnung erfasst. >Kennzeichnungen, >Konnotation. II 292 Namen/SearleVsKripke: Eine Kausalkette kann nur intentional erfasst werden: durch Sprecherabsicht. Eine Kausalkette ist nicht rein, sie ist selbst deskriptivistisch. Die Taufe selbst kann nicht kausal sein, sonst wird erfolgreiche Referenz durch erfolgreiche Referenz erklärt (zirkulär). II 311 Namen/Bedeutung/Referenz/Searle: Bsp Gödel/Schmidt: Intentionaler Gehalt legt Referenz fest: "Der Entdecker, egal wie der heißt".. Wir sprechen von der Person, die von ihren Zeitgenossen anerkannt wurde, Bsp vertauschte Flecken: Identifikation: "der Fleck, der das Erlebnis verursacht". Variante: Vergessen: "der, den ich früher als A zu identifizieren in der Lage war". Erklärung/(s): Bsp Gödel/Schmidt/Kripke: (>Beschreibung/Kripke) Angenommen, Gödel war gar nicht der Urheber des Unvollständigkeitssatzes, sondern Schmidt, dessen Leiche in Wien aufgefunden wurde. Gödel gelangte damals in den Besitz der Papiere. Frage: Referieren wir mit "Der Entdecker des Unvollständigkeitssatzes" dann auf Gödel oder auf Schmidt? Wolf II 168 Namen/Searle: Die Bedeutung bei Namen bleibt offen, die Hälfte der Beschreibungen könnte zutreffen. Wir können nicht im Voraus bestimmen, welche Merkmale auf Aristoteles zutreffen (Strawson dito). Vgl. >Bündeltheorie. Zink: Dann würden wir aber sagen, dass wir den Namen gar nicht kennen. Lösung/Zink: Lokalisierung. >Zink. Searle V 145 Namen/SearleVsMill: Es ist falsch, dass Eigennamen »bedeutungslose Zeichen« seien, dass sie »denotativ« aber nicht »konnotativ« seien. >Eigenname/Mill. V 145 Es kann keine Tatsachen über einen unabhängig von Sachverhalten identifizierten Gegenstand geben, sonst näherte man sich der traditionellen Substanz. Identifikation/SearleVsTractatus: Gegenstände können nicht unabhängig von Tatsachen identifiziert werden. V 245 Namen/SearleVsRussell: Wenn sie keine Beschreibung (Kennzeichnung) enthalten sollen, müssen wir leider Substanzen annehmen! Aus der vermeintlichen Unterscheidung zwischen Namen und Kennzeichnungen wird die metaphysische Unterscheidung zwischen Gegenständen und Eigenschaften abgeleitet. Tractatus: Der Name bedeutet den Gegenstand, der Gegenstand ist seine Bedeutung. - SearleVsWittgenstein. V 247 Namen/Mill: Namen haben keinen Sinn. FregeVsMill: Bsp Dann wäre Mt. Everest = Gaurisankar nicht informativer als Everest = Everest. FregeVs, SearleVs. Searle: Namen beschreiben nicht Eigenschaften von Gegenständen. Identität Everest = Tschomolungma lieferte sonst keine Information. V 256 Namen/SearleVsFrege: Namen sind nicht völlig eindeutig. Bsp Morgenstern/Abendstern sind eigentlich auf der Grenze zur Kennzeichnung. SearleVsKripke: Namen sind nicht starr, sonst wären sie wie logische Äquivalente. Searle: Namen gibt es, weil es notwendig ist, die hinweisende von der prädikativen Funktion zu trennen. >Prädikation, >Ostension. |
Searle I John R. Searle Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996 Searle II John R. Searle Intentionalität Frankfurt 1991 Searle III John R. Searle Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997 Searle IV John R. Searle Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982 Searle V John R. Searle Sprechakte Frankfurt 1983 Searle VII John R. Searle Behauptungen und Abweichungen In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Searle VIII John R. Searle Chomskys Revolution in der Linguistik In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Searle IX John R. Searle "Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 K II siehe Wol I U. Wolf (Hg) Eigennamen Frankfurt 1993 |
| Namen | Wittgenstein | Wolf II 14 Bündeltheorie/Namen: Eine Bündeltheorie der Namen wurde von Wittgenstein und Searle vorgeschlagen. >Wesentliche Eigenschaften, >Bündeltheorie/Kripke. Wolf II 150 Namen/Wittgenstein: Ich gebrauche den Namen N ohne feste Bedeutung - Philosophische Untersuchungen §79. Wittgenstein I 302/303 Name/Gegenstand/Konvention/Wittgenstein/Hintikka: Solange die Verknüpfungen zwischen Sprache und Welt unanalysierte Namensrelationen sind, sind die möglichen Verbindungen der Symbole nur durch ihre eigene Natur bestimmt - durch ihr eigenes Wesen - Namensbeziehungen sind zwar konventionell - aber die Natur der Zeichen sagt sich selbst aus - verwandeln wir Zeichen in Variable, sind sie nur noch von der Natur des Satzes abhängig. - > Logische Form - sinnlose Verbindungen müssen aber durch Konvention verboten werden. - Sie werden nicht durch die Symbole selbst ausgeschlossen. - Damit wird die Widerspiegelung aufrechterhalten. - Wittgenstein/spät: VsWiderspiegelung - spät: VsNamensrelation. Hintikka I 22 Namen/Existenz/Grenze/Wittgenstein/Hintikka: In einer logisch gebildeten Sprache müssen alle Namen etwas bezeichnen. Man kann aber nicht angeben, wie viele Gegenstände es gibt. >Grenze. I 51 Gegenstand/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Zu den verbreiteten Missverständnissen über den Tractatus zählt die Vorstellung, dass das, was er "Gegenstände" nennt, keine Relationen und Eigenschaften umfasst. Hintikka: das terminologische Gegenstück dieses Irrtums ist: Namen seien logisch gesprochen samt und sonders singuläre Termini, sodass Prädikate (einschließlich der Symbole für Beziehungen) nicht unter diesen Begriff fallen können (fälschlich). I 60 ff Zeichen/Relation/Benennen/Tractatus/Wittgenstein: Nicht das komplexe Zeichen "aRb" sagt, dass a in einer gewissen Beziehung zu b steht, sondern dass "a" in einer gewissen Beziehung zu "b" steht, sagt, dass aRb. (3.1432) Anführungszeichen sic!) - Doch Wittgenstein will auf etwas anderes hinaus: Die Anzahl der Namen, die im Elementarsatz vorkommen, muss laut Tractatus dieselbe sein wie die der Gegenstände in der durch den Satz dargestellten Sachlage. Um welche Sachlage es sich handelt, ist allerdings nicht allein durch die Namen a und b bestimmt. Copi: (fälschlich) meint, dass Wittgenstein durch die Formulierung "in gewisser Beziehung" im Grunde vom Relationszeichen abstrahiert und eine existentielle Generalisierung vollzieht. (HintikkaVsCopi). I 71 Namen/Existenz//Wittgenstein: "Ich will 'Name' nur das nennen, was nicht in der Verbindung "X existiert" stehen kann. Und so kann man nicht sagen "Rot existiert", weil, wenn es Rot nicht gäbe, überhaupt nicht von ihm geredet werden könnte. Namen/Existenz//Wittgenstein: die Existenz eines Gegenstands geht daraus hervor, dass sein Name in der Sprache gebraucht wird. Für die logischen Schlussregeln ist dann für eine wohlgebildete Sprache vorauszusetzen, dass die Individuenkonstanten nicht ohne Bezug sind. >Individuenkonstanten. I 85 Gegenstand/Name/Sprache/Sokrates/Theaitet/Hintikka: Für die Urelemente, aus denen alles zusammengesetzt ist, gibt es keine Erklärung. Alles was an und für sich ist, kann man nur mit Namen bezeichnen, eine andere Bestimmung ist nicht möglich. Weder es sei, noch, es sei nicht. So ist auch die Sprache eine Verflechtung von Namen. >Sprache. I 127 Elementarsatz: besteht nicht aus einer Reihe von Namen für Einzeldinge, die durch zusätzliche Verknüpfung zusammengehalten werden, sondern er besteht aus einer Reihe von "Namen" für Gegenstände, die verschiedenen aber zusammenpassenden logischen Typen angehören. I 149 Bildtheorie/Abbildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: "Namen sind Punkte, Sätze, Pfeile, sie haben Sinn. Der Sinn wird durch die beiden Pole wahr und falsch bestimmt." >Sinn. II 84 Name/Bedeutung/Wittgenstein: die Bedeutung der Wörter "Professor Moore" ist nicht der Träger - 1. Die Bedeutung geht nicht spazieren - 2. Dieselben Wörter kommen auch in einem Satz vor wie Bsp "Professor Moore existiert nicht" - Bedeutung wird innerhalb der Sprache festgelegt - durch Erklärungen. >Bedeutung, >Erklärungen. II 88 Zahl/Wittgenstein: Die Zahlen in einem Musterbuch sind die Namen der Muster. >Zahlen. II 365 Name/Gegenstand/Wittgenstein: zwischen beiden gibt es keine wirkliche Beziehung. VI 71 Namen/Elementarsatz/Wittgenstein/Schulte: Die Namen im Elementarsatz sind ganz anderer Art als Eigennamen. Sie sind Urzeichen, die durch keine Definition näher bestimmt werden können - sie können aber durch Erläuterungen erklärt werden - Erläuterungen sind Sätze, die Urzeichen enthalten - anders als ein Code gehorchen Elementarsätze keinen Verabredungsregeln. >Code, >Sätze, >Definitionen, >Zeichen. VI 172 Namen/WittgensteinVsFrege/Schulte: spät: Der Träger ist nicht die Bedeutung des Namens. >Bedeutung. IV 22 Name/Tractatus/Wittgenstein: Der Name bedeutet den Gegenstand. (3.203). |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 K II siehe Wol I U. Wolf (Hg) Eigennamen Frankfurt 1993 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Naturgesetze | Wittgenstein | Hempel I 98ff Naturgesetze/Wittgenstein: Weil sie nicht gänzlich verifiziert werden können, sind die Naturgesetze keine Aussagen sondern nur Anweisung für die Bildung von Aussagen. >Regeln, >Sprachspiele. II 99 Naturgesetze/NG/kausale Notwendigkeit/Wittgenstein: Die Naturgesetze stehen nicht außerhalb der Phänomene - sie gehören zur Sprache und zu unserer Beschreibung der Dinge - wenn man sie diskutiert, kann man nicht davon absehen, wie sie sich physikalisch manifestieren. >Manifestation, >Phänomene, >Sprache. IV 109 Naturgesetz/NG/Erklärung/Tractatus/Wittgenstein: 6.371 Naturgesetze sind keine Erklärungen der Naturerscheinungen - Tractatus 6.372 So bleiben sie bei den Naturgesetzen stehen, wie die älteren bei Gott. II 131 Rechtfertigung/Naturgesetze/Wittgenstein: Naturgesetze kann man rechtfertigen, Regeln der Grammatik nicht. >Rechtfertigung. II 163 Naturgesetze/Gesetz/Wittgenstein: 2. Hauptsatz der Thermodynamik/Wittgenstein: es steht nicht a priori fest, dass die Welt im Laufe der Zeit immer mehr an Ordnung verliert. Es ist eine Sache der Erfahrung. >Erfahrung. II 164 Es ist jedoch nicht Sache der Erfahrung, dass es zu einer Gleichverteilung von Nüssen und Rosinen kommen muss, wenn man sie durcheinander wirbelt! Davon, dass etwas mit Notwendigkeit geschieht, gibt es keine Erfahrung. Das setzt man eine andere Kraft voraus, um die Trennung zu erklären. (Z. B. spezifisches Gewicht). Naturgesetze/Hertz/Wittgenstein: Hertz hat gesagt, wo etwas nicht seinen Gesetzen entspreche, müsse es unsichtbare Massen geben, um es zu erklären. WittgensteinVsHertz: Diese Aussage ist weder richtig noch falsch, aber sie kann praktisch oder unpraktisch sein. Hypothesen wie das Reden von "unsichtbaren Massen" und "unbewussten geistigen Ereignissen" sind Normen des Ausdrucks. >Hypothesen. Naturgesetze//Wittgenstein: Wir glauben es mit einem Naturgesetz a priori zu tun haben, während es sich um eine Ausdrucksnorm handelt: Bsp So als würde man sagen "Eigentlich fährt jeder nach Paris, II 165 einige kommen zwar nicht an, aber alle ihre Ortsveränderungen sind Vorbereitungen auf die Fahrt nach Paris." IV 105 Kausalität/Gesetz/Naturgesetz/Tractatus: 6.32 Das Kausalitätsgesetz ist kein Gesetz, sondern die Form eines Gesetzes. >Kausalität, >Kausalgesetze. IV 108 Kausalität/Form/zeigen/sagen/Tractatus: 6.36 wenn es ein Kausalitätsgesetz gäbe, so könnte es lauten: "Es gibt Naturgesetze". Aber freilich kann man das nicht sagen, es zeigt sich. VII 122 Zivilisation/WittgensteinVsZivilisation/WittgensteinVsModerne//Tetens: Die Moderne glaubt alles erklären zu können und glaubt, es sei alles Wichtige erklärt, sobald die Tatsachen im Prinzip wissenschaftlich erklärt sind. Es ist eine Illusion dass die Welt erklärt sei, wenn wir die Naturgesetze kennen. VII 123 Def Naturgesetze/Tractatus/Tetens: sind die Wahrheitsfunktionen der Elementarsätze. Daher kann die Welt als Ganzes nicht erklärt werden. Weder durch die Logik noch durch die Naturgesetze. Die Naturgesetze erklären auch nicht die Naturerscheinungen. (> Tractatus 6.317). >Erscheinungen, >Wahrheitsfunktionen. VII 124 Die Naturgesetze sind auch nicht das Letzte. Das ist der logische Raum, der Raum aller möglichen Verteilungen der Wahrheitswerte auf die Elementarsätze. >Wahrheitswerte, >Logischer Raum. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hempel I Carl Hempel "On the Logical Positivist’s Theory of Truth" in: Analysis 2, pp. 49-59 In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 Hempel II Carl Hempel Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums In Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982 Hempel II (b) Carl Hempel Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung In Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982 |
| Naturrecht | Spinoza | Höffe I 235 Naturrecht/SpinozaVsThomas/SpinozaVsAristoteles: Spinoza behält zwar den überlieferten Ausdruck des Naturrechts bei, gibt ihm aber eine grundlegend neue, ausschließlich naturalistische Bedeutung. Gemäß deren Prinzip Selbsterhaltung beinhaltet das Naturrecht keinerlei moralischen oder anderweitig normativen Anspruch. Vgl. >Naturrecht/Aristoteles. SpinozaVsMachiavelli: Im Gegenteil darf jeder Mensch, also nicht wie bei Machiavelli nur der Fürst, tun, was die Moral zu verbieten pflegt, er darf mit Gewalt oder List agieren. >N. Machiavelli. Ohne jedes Pflichtmoment definiert, besteht das vorstaatliche Recht in nichts anderem als der eigenen naturalen Macht (potentia). Mit dieser fällt ein subjektives Recht - der berechtigte Anspruch einer Person - mit ihrer Fähigkeit, ihr Recht durchzusetzen, zusammen.(1) >Freiheit, >Staat, >Gesellschaft, >Individuen, >Gemeinschaft, >Recht, >Rechte. 1. B. Spinoza, Tractatus theologico-politicus |
Spinoza I B. Spinoza Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002 |
| Negation | Millikan | I 221 Nicht/“nicht“/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: These: „nicht“ ist ein Operator, der auf dem Rest des Satzes operiert, indem er den Sinn des gesamten Satzes ändert. >Operator. Negativer Satz/Verneinung/Negation/Existenz/Millikan: negative Sätze können nicht nicht-existente Tatsachen als real value haben. Begründung: negative Tatsachen haben keine Kausalkräfte, die in einer Normalen Erklärung eine Rolle spielen könnten. Negativer Satz/Millikan: wir könnten annehmen, dass negative Sätze keine Repräsentationen sind. Bsp „nicht-p“ soll heißen „die Tatsache dass-p existiert nicht“ So hat Wittgenstein es auch ungefähr aufgefasst. >Tatsache. Pointe: wir hatten oben gesagt, dass Existenzsätze keine Repräsentationen sind. Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: aber erfasste Sätze der Form „x existiert nicht“ so auf, dass sie eine nichtexistente Tatsache abbilden. Dann geht die Variable „x“ in „x existiert nicht“ nicht über Namen von Einzeldingen (Gegenständen, elementaren Objekten) sondern über Repräsentationen möglicher Zustände (möglicher Tatsachen). >">Bildtheorie/Millikan. Sinn/Nichtexistenz/Negation/Wittgenstein/Millikan: so war es ihm möglich aufrechtzuerhalten, dass Sätze der Form „x existiert nicht“ einen Sinn haben ((s) >Meinong). Millikan: in unserer Terminologie heißt dass, dass sie Repräsentationen sind (MillikanVs). I 222 Und gleichzeitig konnte er behaupten, dass die grundlegendsten Elemente aller Propositionen realen Gegenständen entsprechen. Pointe: das machte es möglich, dass er sagen konnte „x existiert nicht“ immer äquivalent ist zu einem Satz der Form „nicht-p“. Millikan: könnten wir nicht wenigstens eine Hälfte dieser Äquivalenz aufrechterhalten? Die von „nicht-p“ nach „dass-p existiert nicht“? >Äquivalenz. MillikanVsWittgenstein:; nein, noch nicht einmal dies können wir. Wenn Wittgenstein recht hätte und „nicht-p“ sagt „dass-p existiert nicht“, dann hieße das für meine Position, dass negative Sätze keine Weltzustände abbilden und keine Repräsentationen sind. Millikan: statt dessen würden sie sprachliche Tatsachen abbilden, „nicht-p“ wäre dann ein Icon, aber es repräsentiert nicht, wobei ein Weltzustand den Satztyp „p“ als Variante hätte. Protoreferent/Millikan. „p“ wäre nicht ein repräsentierter Referent von „nicht-p“ sondern ein Protoreferent. Frage: wäre „nicht-p“ ein Icon von dem das „p ist falsch“ ((s) sprachlich) explizit repräsentiert?. Vs: dann wäre „nicht“ kein Operator mehr! Nicht/Negation/Operator/Wittgenstein/Millikan: d.h. die Abbildungsregel für „nicht-p“ ist eine Funktion der Abbildungsregel für „p“. 1. Wenn „nicht“ kein Operator wäre, könnte es vorkommen, dass jemand nicht den Sinn von „p“ versteht, aber dennoch den Sinn von „nicht-p“ Absurd. 2. Wenn „nicht-p“ sagt,“ dass-p existiert nicht“ müsste „nicht-p“ auch wahr sein müssen, wenn irgendeine Variante in „p“ nicht völlig bestimmt ist, also keinen angepassten Sinn hat. Bsp „Pegasus war kein geflügeltes Pferd“ Bsp „Der gegenwärtige König von Frankreich ist nicht kahl“ wären wahre Sätze! 3. Sicher ist es so, dass „“p“ ist falsch“ wenigstens abbildet (icons) dass „p“ keinen real value hat. Entsprechend: „x existiert nicht“ bildet dann die Tatsache ab, dass „x“ keine Referenten hat. Pointe: wenn nun „nicht-p“ sagt, „dass-p“ existiert nicht“ bildet es immer noch eine negative Tatsache ab. >Tatsachen/Millikan. I 224 Gegenteil/negativer Satz/Repräsentation/Millikan: These: negative Sätze, deren Gegenteile normale repräsentierende Sätze sind, müssen selbst positive Tatsachen abbilden. >Darstellung, >Satz. I 224 Negation/Stabilisierungsfunktion/nicht/Repräsentation/Millikan: was ist die SF von „nicht“ in normalen repräsentierenden Sätzen? Es wird jedenfalls nicht gebraucht, um den Rest des Satzes „auszuradieren“. „Ausradieren“: kommt manchmal vor, aber dann heißt es Bsp „Sorry“ oder „das habe ich nicht gemeint“. Negation/“nicht“: seine Funktion ist es auch nicht, keinen Glauben zu produzieren. Das wäre gar keine Funktion. Eigenfunktion: von „nicht“ ist relational. D.h. es ist eine (mathematische) Funktion der Eigenfunktion des Satzes ohne „nicht“.> >Terminologie/Millikan. Satz: hat die Funktion, einen Glauben zu produzieren. Ebenso ein Satz mit „nicht“ muss etwas produzieren, das einen möglichen Nutzen hat. Negativer Satz: vielleicht soll er einen falschen Glauben eliminieren? Aber das wäre so ähnlich wie „existiert nicht“ funktioniert. >Existenz, >Nicht-Existenz/Millikan. I 224 Negativer Satz/“nicht“/Imperativ/Millikan: ein Imperativ wie „bring keinen Dreck ins Haus“ hat sehr wohl eine positive Funktion. Bsp wenn du es doch tust, ist es mit einer Entschuldigung nicht getan „Ich wollte es nicht“ Denn der Befehl war nicht, es ohne Absicht doch zu tun,. Nicht hinreichend:: „ich habe es nicht beabsichtigt“. Richtig: ich beabsichtigte, es nicht zu tun. Nicht hinreichend: „ich wußte nicht, dass ich es tat“ Richtig: man muss wissen, dass man es nicht tut. Nicht/Imperativ: hier ist der Gebrauch nicht parallel zu der Funktion von „existiert nicht“. I 257 Negativer Satz/Millikan: bildet eine positive Tatsache (Weltzustand) ab, nicht die Abwesenheit einer Tatsache. |
Millikan I R. G. Millikan Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987 Millikan II Ruth Millikan "Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Negation | Wittgenstein | Hintikka I 150 Negation/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: die Verneinung ist dasselbe Bild - dessen Sinn allerdings umgekehrt ist - (polarisiert) - damit ist die Satznegation eliminiert. I 150 Negation/Frege/Russell/Hintikka: Negation des Prädikats eliminieren beide Autoren und setzen statt dessen die Satznegation. II 51 Negation/Wittgenstein: Ihre Bedeutung kann nur durch Gebrauchsregeln ausgedrückt werden. >Regeln, >Gebrauch. II 51 Verneinung/Negation/Wittgenstein: es muss eine Vereinbarung geben: Bsp Das rote Licht ist von sich aus noch nicht die Anweisung, anzuhalten. Es muss mit Hilfe der Sprache erklärt worden sein. >Konventionen. Die Bedeutung von "nicht" lässt sich nur in Regeln ausdrücken, die für seine Verwendungsweise gelten. II 72 Negation/Erklärung/Russell: Russell erklärte ~p, indem er sagte, dass ~p wahr sei, wenn p falsch sei, und umgekehrt... II 73 Negation/WittgensteinVsRussell: ...doch das ist keine Erklärung der Verneinung, denn es könnte auch für andere als nur die negativen Sätze gelten. (> Wahrheitstabelle/Wahrheitstafel). II 74 Negation/Tatsache/Wittgenstein: Was entspricht dem Satz "die Tür ist nicht offen" wenn sie doch offen ist? Aber hier kommt eine verfehlte Analogie ins Spiel, denn es ist nicht ein Etwas, was p entspricht. Und das, was ~p entspricht, ist das Nicht der Fall sein von p. >Tatsachen. II 75 Verneinung/Negation/Verstehen/Wittgenstein: das Verstehen von "nicht" ist wie das Verstehen eines Schachzugs. >Schach. II 113 Tatsache/Negation/Wittgenstein: Es gibt keine positiven oder negativen Tatsachen. "Positiv" und "negativ" beziehen sich auf die Form der Sätze und nicht auf die Tatsachen. II 114 Eine negative Aussage hat nicht in derselben Weise Bedeutung wie eine positive; man kann sie nicht durch positive Begriffe beschreiben und ihre negative Bedeutung beibehalten. II 221 innere Negation/Wittgenstein: Die Behauptung "Dieser Tisch ist grün" bildet keinen Bestandteil der Behauptung "Dieser Tisch ist nicht grün". - ((s) Behauptung, nicht Satz) - Wittgenstein: Wir zeichnen eher ein Bild. >Behauptungen, >Bilder, >Sätze, >Abbildtheorie. II 234 Allgemeinheit/allgemeines/allgemein/Negation/Wittgenstein: die Grammatiken der Allgemeinheit und der Negation sind in unglaublicher Weise mehrdeutig. >Mehrdeutigkeit. Bsp "Dieses Quadrat ist weiß" ich könnte es übersetzen als: "Alle Punkte dieses Quadrat sind weiß". Dann können wir nicht sagen: "ein Punkt ist nicht weiß " ohne neue Konventionen einzuführen. Negation,/"alle"/Wittgenstein : beides hat verschiedene Grammatiken. Man hat die Frage gestellt, ob die Negation von Sätzen auf dasselbe hinausläuft wie eine Disjunktion von Sätzen. In bestimmten Fällen ist tatsächlich so: Bsp Disjunktion: "Dies ist eine der Primärfarben, aber nicht rot", das bedeutet: "dies ist weiß oder gelb oder grün oder blau oder schwarz". Es gibt jedoch keine Disjunktion, die "Schmitz ist nicht in diesem Zimmer" entspricht. Doppelte Negation/Wittgenstein: wird häufig in der Bedeutung von einfacher Negation angewendet. Bsp "Ich mag es und ich mag es nicht". II 239 Wer behauptet, dass wir sie nicht in diesem Sinne meinen, sagt damit, dass es verschiedene Arten der doppelten Negation gibt! Manche sagen: "die Anwendung wird anders sein". Aber wie kann man von einem Zeichensystem reden, ohne von der Anwendung zu reden. Bsp Ich kann die Hände so zusammenlegen, dass sie zur Deckung gebracht werden. Aber man kann fragen: Wie möchtest du "decken" erklären, mit oder ohne Bezugnahme auf etwas, das zur Deckung gebracht wird? II 276 Doppelte Negation/Wittgenstein: Doppelte Negation gleich Bejahung: eine Feststellung über unsere Gewohnheiten ist es nicht, denn dann wäre es eine Aussage der Naturgeschichte und nicht einmal eine Wahre! Es kann sein, dass die doppelte Negation in einem Symbolsystem die Negation bedeutet. II 282 Negation/Disjunktion/Repertoire/Wittgenstein: Wenn man ein abgegrenztes Repertoire hat, kann man Negation "nicht-p" mit einer Disjunktion z.B. "q v r v s" - gleichsetzen - das geht nicht, bei Bsp "nicht dieses rot hier". - abgegrenztes Repertoire: Bsp Permutationen. Philosophie/Wittgenstein: die Wörter "wahr" und "falsch" sind zwei Wörter, von denen die Philosophie bisher abhängig ist. Die Philosophie beruht stets auf Fragen ohne Sinn! Wahr und falsch können wir völlig abschaffen. Statt dessen: "Satz" und "Negation". ((s) > Referentielle Quantifikation, > Semantischer Aufstieg). II 288 Schatten/Negation/Welt/Realität/Abbildung/Wittgenstein: Wir glauben, den Sätzen müsse zumindest so etwas wie ein Schatten entsprechen. Damit ist aber nichts gewonnen. Denn warum in aller Welt soll es ein Schatten dieser Wirklichkeit sein? Das Verwirrende an der Negation liegt in dem Gedanken, einem Symbol müsse etwas entsprechen. Wie kann man wissen, was gemeint ist, wenn nichts Entsprechendes da ist? Dennoch muss man wissen, was man meint. II 289 Negation/Wittgenstein: Bsp "Hier ist kein Stuhl" entspricht, dass hier der Ort und irgendwo in der Welt Stühle sind. >Präsupposition. Bsp "Ich wünsche, Schmitz möge kommen" fälschliche Vorstellung: dass der Satz aus irgendwie zusammengefügten Bestandteilen bestehen muss, wie eine Schachtel einen Boden und einen Deckel hat. II 290 Negation/Verstehen/Wittgenstein: Wenn man "~p" verstanden hat, muss man auch "p" verstanden haben. Doch wenn p falsch ist, gibt es nichts, was ihm entspricht. Was heißt es einen Befehl zu verstehen, wenn man ihn nicht befolgt? Indem man ein Bild anfertigt, kommt man der Ausführung nicht näher. IV 79 Negation/Verneinung/Tractatus/Wittgenstein: 5.513 So kann man sagen, zwei Sätze sind einander entgegengesetzt, wenn sie nichts gemeinsam haben - und: Jeder Satz hat nur ein Negativ. - ((s) >Vollständigkeit, > siehe auch maximal). |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Nichtexistenz | Hintikka | II 37 Nichtexistente Objekte/unverwirklichte Möglichkeiten/HintikkaVsQuine/Hintikka: These: Es gibt nicht-existente Objekte, und zwar in der aktualen Welt. (>Possibilia/Hintikka). HintikkaVsQuine: Die Philosophen, die sie ablehnen, haben zu stark in syntaktischen Bahnen gedacht. Hintikka: These: Man muss die Frage eher semantisch (modelltheoretisch) beantworten. >Modelltheorie. Fiktion/Ryle: Test: Gilt die Paraphrase? Terence ParsonsVsRyle: Ryles Test schlägt fehl in Fällen wie Bsp „Mr. Pickwick ist eine Fiktion“. HintikkaVsParsons: Die Relevanz des Kriteriums ist überhaupt fraglich. >Fiktionen, >Relevanz. II 38 Ontologie/Sprache/sprachlich/HintikkaVsRyle: Wie sollten linguistische Fragen wie Paraphrasierbarkeit über ontologischen Status entscheiden? >Ontologie. Lösung/Hintikka: Für die Frage, ob es nicht-existente Objekte gibt, bietet die Modelltheorie eine Lösung. Bsp Puccinis Tosca: Bei Puccinis Tosca geht es darum, ob die Soldaten Kugeln in ihren Gewehrläufen haben. Pointe: Selbst wenn sie welche haben, wären es nur fiktive! Modelltheorie/Hintikka: Die Modelltheorie liefert eine ernstzunehmende Antwort. ((s) „wahr im Modell“ heißt, in der Geschichte ist es wahr, dass die Kugeln da sind). HintikkaVsParsons: Man sollte nicht zu stark syntaktisch argumentieren, d.h. nicht bloß fragen, welche Schlussfolgerungen gezogen werden dürfen und welche nicht. Akzeptanz/Akzeptierbarkeit/Inferenzen/Hintikka: Das Fragen nach der Akzeptierbarkeit von Inferenzen und von Sprache und Intuitionen ist syntaktisch. Singuläre Termini/ontologische Verpflichtung/Existenz/Parsons: Parsons spricht davon, dass der Gebrauch von singulären Termini uns zu einer existentiellen Generalisierung verpflichtet. Und damit auf einen Referenten. D.h. es ist eine Verpflichtung zu einer Inferenz (HintikkaVsParsons). >Ontologische Verpflichtung. II 39 Nichtexistente Objekte/Substanz/Welt/Tractatus/Hintikka: Der Grund, warum Wittgenstein seine „Objekte“ als Substanz der Welt ((s) die nicht vermehrt oder vermindert werden kann) postulierte, ist, dass ihre Existenz nicht ausgedrückt werden kann. II 40/41 Nichtexistenz/nichtexistente Objekte/Lokalisierung/Mögliche Welten/Hintikka: These: Jedes nicht-existente Objekt ist in seiner eigenen Welt. Mögliche Welten/Leibniz/Duns Scotus/Hintikka: Solche Erwägungen führten Leibniz und vor ihm Duns Scotus dazu, die ungeordnete Menge nicht-existenter Individuen auf abgeteilte Welten zu verteilen. Gesamtheit: Die Gesamtheit aller nichtexistenter Objekte ist eine nicht-wohlgeformte Gesamtheit. Nicht-existente Objekte/mögliche Gegenstände/unverwirklichte Möglichkeiten/Hintikka: Aber sind nicht einige dieser nicht-existenten Objekte in unserer eigenen aktualen Welt? Hintikka: These: Ja, einige dieser bloß möglichen Objekte sind in der aktualen Welt. Bona fide-Objekt/Hintikka: Ein bona fide-Objekt kann in einer möglichen Welt existieren und in einer anderen fehlen. Weltlinie/Hintikka: Wenn es darum geht, welche gezogen werden können, ist Existenz nicht das wichtigste Problem - eher Wohldefiniertheit. HintikkaVsLeibniz: Wir erlauben auch, dass ein Objekt in mehreren Welten existiert. Frage: Wenn Bewohner zweier verschiedener Welten dann identisch sein können, wann sind sie dann identisch? >Existenzbehauptung. II 103 Nichtexistenz/nicht wohldefiniert/HintikkaVsMontague: Die Montague-Semantik lässt es nicht zu, dass die Frage nach der Existenz oder Nichtexistenz sinnlos sein könnte, weil ein Individuum in einer Welt nicht wohldefiniert ist. ((s) Weil bei Montague der Individuenbereich als konstant angenommen wird). Individuenbereich/Lösung/Hintikka: Wir müssen zulassen, dass der Individuenbereich nicht konstant ist. Problem: Quantifikation/Glaubenskontext/Existenz/Wahrheit/Hintikka: Im folgenden Beispiel müssen wir Existenz voraussetzen, damit der Satz wahr sein kann: (11) John sucht ein Einhorn und Mary sucht es auch. ((s) Dasselbe Einhorn). Reichweite/Quantor/Hintikka: In der einzig natürlichen Lesart von (11) muss man annehmen, dass die Reichweite des impliziten Quantors so ist, dass „ein Einhorn“ eine weitere Reichweite hat als „sucht“. ((s) D.h. dass beide dasselbe Einhorn suchen. Problem: Wie kann man wissen, ob beide Subjekte an dasselbe Individuum glauben?) >Gedankenobjekte, >Glaubensobjekte, >Mentale Objekte, >Cob/Hob/Nob-Beispiel/Geach. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Notwendigkeit | Wittgenstein | I 73 ff Existenz/Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Anders als Frege fasst Wittgenstein im Tractatus eine Ontologie der möglichen Sachverhalte ins Auge. Nach Wittgenstein hat es kaum Sinn, von einer möglichen Existenz zu reden. Das heißt, dass wir die tatsächlichen Gegenstände so auffassen müssen, als existiere jeder mit Notwendigkeit! >Existenzsatz, >Existenz, >Sinn, >Mögliche Welten, >Möglichkeit. I 157 Notwendigkeit/Form/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: nach Wittgenstein lassen sich solche logischen Notwendigkeiten immer an der logischen Form der betreffenden Sätze erkennen. Diese wird durch rein notationsgebundene Merkmale dargestellt. "Es ist das besondere Merkmal der logischen Sätze, dass man an der Form allein erkennen kann, dass sie wahr sind." Alle notwendigen Verbindungen sind wiederum letzten Endes Tautologien. Das wirft nun ein neues Licht auf die "Bildtheorie". >Abbildtheorie. I 165/166 Farbe/Farbwörter/Notwendigkeit/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: die Frage, ob die Farbeninkompatibilität einen Verstoß bedeutet gegen Wittgensteins Vorstellung, dass rein logische Notwendigkeiten die einzigen Notwendigkeiten sind, wird jetzt in eine neues Licht gerückt. >Farben. Es hängt davon ab, was wir für die logische Form der Farbbegriffe halten (oder die richtige Notation). Wird a) jede einzelne Farbe durch ein einstelliges Prädikat wiedergegeben, erhalten wir Notwendigkeiten, die nicht logischer Art sind. b) Punkte in einem Farbraum: dann bewirken die Inkompatibilitäten der verschiedenen Farben keine nichtlogischen Notwendigkeiten. (Wittgenstein ist diese Alternative von Anscombe aber sicherlich fremd). Er setzt sich unentwegt mit dem Begriff des Farbenraums auseinander. Dieser Konzeption kann man aber nicht gerecht werden, wenn man spezifische Farbwörter als undefinierte Prädikate interpretiert II 79 Notwendigkeit/notwendig/Wittgenstein: Einer Notwendigkeit in der Welt entspricht eine willkürliche Regel in der Sprache. >Regeln. II 134 Notwendig/Notwendigkeit/Physik/Logik/Wittgenstein: Den Ausdruck verwenden wir sowohl in der Logik als auch in der Physik, denn es besteht eine gewisse Analogie zwischen ihnen. >Analogien. II 168 Die Wörter "Möglichkeit" und "Notwendigkeit" bringen ein Stück Grammatik zum Ausdruck, sie sind dabei allerdings nach dem Muster von "physikalischer Möglichkeit" gebildet. VI 124 WittgensteinVsNotwendigkeit/Schulte: Die Notwendigkeit des logischen "Muss" ist nur Übereinkunft. >Konventionen, >Notwendigkeit de re. VI 169 Notwendigkeit/Wittgenstein: Nicht bei Gegenständen, nur bei Begriffen - nicht bei Farbtönen (dass notwendig noch eine Stufe dazwischen liegt) sondern beim Darstellungssystem (Übereinkunft). >Darstellung, >Stufen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Objektivität | Habermas | III 27 Objektivität/Habermas: Objektiv kann eine Beurteilung dann sein, wenn sie anhand eines transsubjektiven Geltungsanspruches vorgenommen wird. Der für beliebige Beobachter und Adressaten dieselbe Bedeutung hat wie für das jeweils handelnde Subjekt selbst. >Geltungsansprüche, >Wahrheit, >Richtigkeit, >Wahrhaftigkeit, >Intersubjektivität. Geltungsanspruch: Ansprüche dieser Art sind Wahrheit und Effizienz. >Effizienz. III 30 Objektivität/Realismus: Für den „realistischen“ Ansatz ist die Welt als Inbegriff dessen, was der Fall ist, objektiv. >Tatsachen, >Sachverhalte, >Sachverhalte/Wittgenstein, >Welt/Wittgenstein, >Tractatus. III 31 Objektivität/Phänomenologie: Für den „phänomenologischen“ Ansatz muss zunächst ermittelt werden, unter welchen Bedingungen, unter denen sich die Einheit einer objektiven Welt für die Angehörigen einer Kommunikationsgemeinschaft konstituiert. >Phänomenologie, >Gemeinschaft, >Sprachgemeinschaft, >Objektivität, >Objektivismus/Husserl. Rorty I 417 Habermas/Rorty: Habermas These: Die wissenschaftliche Forschung wird von »unvermeidlichen subjektiven Bedingungen« sowohl eingeschränkt als auch ermöglicht. >Subjektivität, >Wissenschaft. |
Ha I J. Habermas Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988 Ha III Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981 Ha IV Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981 Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 |
| Ontologie | Wittgenstein | Hintikka I 73 Ontologie/Mögliche Welt/MöWe/Tractatus/Wittgenstein: Die Gegenstände bleiben dieselben - egal wie verschieden eine mögliche Welt von der wirklichen Welt ist. ((s) >Systeme, >S4/S5) I 172 Ontologie/Tractatus/VsWittgenstein/Hintikka: Wittgensteins Ontologie enthält keine Funktionen als Grundbegriffe - Hintikka: wegen seiner Interpretation der Identität. >Identität/Wittgenstein. I 30 Grammatik/Hintikka: In einer logisch analysierten Sprache entspricht die Grammatik der Ontologie. >Grammatik. I 73 ff Existenz/Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: anders als Frege fasst Wittgenstein im Tractatus eine Ontologie der möglichen Sachverhalte ins Auge. >Existenz, >Existenzsätze. Nach Wittgenstein hat es kaum Sinn, von einer möglichen Existenz zu reden. D.h. dass wir die tatsächlichen Gegenstände so auffassen müssen, als existiere jeder mit Notwendigkeit. >Notwendigkeit/Wittgenstein. I 123 Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Wittgensteins Basisontologie ist die gleiche wie die Freges. Was die Junktoren angeht, völlige Übereinstimmung. Dass Wittgenstein die Wahrheitsfunktionen erfunden habe, wird oft fälschlich behauptet. >Wahrheitsfunktionen. I 124 Heijenoort/Hintikka: weist die Wahrheitsfunktionen bei Frege als implizit nach. Der Satz ist der Ausdruck seiner Wahrheitsbedingungen. Er stellt wegen seiner These der Unausdrückbarkeit der Semantik keine Theorie der Wahrheitsfunktionen auf. >Semantik. I 150 Ontologie/Negation/Hintikka: ...das bedeutet allerdings, dass die Negation letztlich eliminiert wird aus der Ontologie und Semantik des Tractatus. I 172 Ontologie/Tractatus/VsWittgenstein/Hintikka: Ein weiterer Einwand besagt, dass Wittgensteins Tractatus-Ontologie unter den undefinierten Elementen keine Funktionen (im Gegensatz zu Eigenschaften und Beziehungen) enthält. Hintikka: Der Grund ist wahrscheinlich seine Interpretation der Identität im Tractatus durch die es beschwerlich wird, Funktionen in der üblichen Weise als Relationen zu kennzeichnen, deren letztes Relatum durch die Wahl der übrigen Werte eindeutig bestimmt ist. III 142 Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Die Ontologie muss in der Angabe einer absoluten Bestimmung des Denkbaren und Möglichen bestehen. >Möglichkeit. VI 63 Tractatus/Schulte: Der Tractatus enthält keine systematische Darstellung einer Ontologie, oder Abhandlung über die logische Syntax. >Syntax. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Operatoren | Wittgenstein | IV 68 Operation/Tractatus: (5.25) Operation ist nicht gleich Funktion: Funktion kann nicht ihr eigenes Argument sein, wohl aber Operation. - Operation: Bsp Logische Summe, logisches Produkt, >Negation. >Funktionen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Ostension | Wittgenstein | Graeser I 58f Bedeutung/Wittgenstein: "Was ist Bedeutung?", "Was ist Länge?" "Was ist die Zahl eins?" hier können wir auf nichts zeigen, obwohl wir auf etwas zeigen sollten. - Problem: "Substantivierung": lässt uns nach einem Ding suchen. >Ontologie, >Zeigen. Hintikka I 228 Ostension/Definition/Lernen/Wittgenstein/Hintikka: Das hinweisende Zeigen - Erbe des Tractatus "Zeigens" - kann durchaus als das einzige Verfahren zur Definition von Sinnesdaten dienen. >Sinnesdaten, >Definition, >Lernen. Doch sobald unzugängliche Gegenstände, (Atome) hinzukommen, reicht es nicht mehr aus. Zeigen/WittgensteinVsZeigen/Ostension/Hintikka: Problem: Bsp Wie zeigt man den Staat Kalifornien? (>Definition, >Hinweisende Definition.) Auch wenn Wittgenstein auf der ersten Seite des Blauen Buchs behauptet: Alle nicht verbalen Definitionen seien hinweisende Definitionen, schränkt er das sofort ein: I 229 "Muss die hinweisende Definition selbst verstanden werden?" Der Hörer muss wahrscheinlich den logischen Status der definierten Entität bereits kennen. Es ist z.B. nicht möglich, einen nicht vorhandenen Gegenstand hinweisend zu zeigen, selbst wenn man mit jemandem telefoniert, der sie sieht. Das gleiche gilt für die unmittelbaren Erlebnisse anderer Personen. >Erlebnisse. Und wenn man meint, sogar die Wörter "dort" und "dies" seien ihrerseits durch hinweisende Erklärung einzuführen, so müsste dieses hinweisende Zeigen ganz verschieden sein von der üblichen hinweisenden Erklärung. (PU §§ 9,38). >Demonstrativa, >Logische Eigennamen. I 237 Ostension/Zeigen/hinweisende Definition/Wittgenstein/Hintikka: Ein und dieselbe Geste kann: einen Personennamen, den Namen für einen Massenterminus, ein Zahlwort usw. dienen – daher kann das Zeigen keine Verbindung zur Wirklichkeit herstellen. – Es ist nur ein Kalkül. – Höchstens eine Verbindung zwischen geschriebener oder gesprochener Sprache einerseits und Gebärdensprache andererseits. >Gesten. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Grae I A. Graeser Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Phänomenologie | Wittgenstein | Hintikka I 108 HusserlVsMach/PhänomenologieVsPhänomenalismus Mach: nur Gemessenes existiert. I 156 ff Phänomenologie/Atomismus/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: viele Autoren: Wegen der geforderten Unabhängigkeit der Sätze kann der Tractatus nicht phänomenologisch interpretiert werden. - Problem: Wenn sich "dies ist rot" und "dies ist grün" ausschließen, sind sie nicht mehr unabhängig. - Deshalb können phänomenologische Prädikate keine Tractatus-Gegenstände sein. >Unabhängigkeit. I 199ff Phänomenologie/Farben/Farbbegriffe/Farbwörter/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Die Tractatus-Idee, Farben-Inkompatibilität als Sache der Logik aufzufassen, weist eine klare Ähnlichkeit auf mit dem, was man eine Phänomenologie der Farben nennen könnte. - Die Logik, die wir aus der Erfahrung nehmen, hat nichts mit Tatsachen zu tun, sondern nur mit Bedeutungen. >Farben, >Bedeutung. WittgensteinVsMach: pro "grammatische" Phänomenologie. Gegenstände/Tractatus: Gegenstände sind nichts anderes als die Bedeutungen der Namen. >Gegenstände, >Namen. I 201 Phänomenologie: hier geht es immer um Möglichkeit, d.h. den Sinn, nicht um Wahrheit. I 202 Das Ziel, die Phänomene zu verstehen bleibt nach dem Wechsel der Basissprache - aber es kann keine Phänomenologie als Wissenschaft mehr geben. I 204 Phänomenologie/WittgensteinVsHusserl: Phänomenologie ist kein Mittelding zwischen Logik und Wissenschaft. - Die Versuchung dazu stammt aus Bsp: "Wenn ich weiß beimische, nimmt die Farbigkeit ab". - Das kann kein physikalischer Satz sein und auch kein logischer. >Physik, >Logik. I 215 Phänomenologie/WittgensteinVsPhänomenologie/Hintikka: Bsp Die Beschreibung einer komplexen Form als Stücke eines Kreises ist viel einfacher. >Form. - ((s) Idealisierung statt des Versuchs, den Phänomenen gerecht zu werden.) I 222 WittgensteinVsPhänomenologie/Hintikka: Phänomenologische Gegenstände scheinen nicht als Werte von Quantoren fungieren zu können - sie verhalten sich logisch nicht wie echte Gegenstände. >Quantifikation. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Prädikate | Wittgenstein | II 80 Prädikate/Wittgenstein: Der Gebrauch von Prädikaten ist in der Logik immer irreführend, da er nun einmal auf verschiedene "Arten" von Termini usw. hindeutet, die durch Prädikate differenziert werden, z. B.: "formal bestätigt", "interne Beziehungen". Bei der Beschreibung durch Prädikate muss die Möglichkeit bestehen, dass sie anders ausfällt! >Beschreibung, >Eigenschaften. II 82 Erfahrung/Wittgenstein: Erfahrung wird nicht durch Prädikate von dem unterschieden, was nicht Erfahrung ist. Es ist ein logischer Begriff, nicht ein Begriff wie "Stuhl" oder "Tisch". >Erfahrung. II 157 Einzelding/Atom/Atome/Wittgenstein: Russell und ich, wir haben beide damit gerechnet, durch die logische Analyse auf die Grundelemente ("individuals") zu stoßen. Russell glaubte, am Schluss würden sich Subjekt-Prädikat-Sätze und zweistellige Relationen ergeben. >Relationen/Russell. WittgensteinVsRussell: Das ist eine verfehlte Vorstellung von logischer Analyse: wie eine chemische Analyse. WittgensteinVsAtomismus. >Atomismus. II 306f Prädikat/WittgensteinVsRussell: Bsp "Mann" sollte man nicht als Prädikat verwenden - sonst würde das Subjekt zum Eigennamen. - "Mann" als Prädikat: höchstens bei einer verkleideten Frau. II 307 "Mann" als Prädikat kann seinem Träger nicht abgesprochen werden. Hintikka I 64 Farbprädikate/Farbwörter/Wittgenstein/Hintikka: deren Inkompatibilität verstößt auf den ersten Blick gegen Wittgensteins Grundsatz von der Unabhängigkeit von Elementarsätzen. >Farben, >Farbwörter. I 65 Hintikka: Aber aus der logischen Einfachheit der Farben folgt nicht, dass sie keine "logische Form" haben, die nur einige Verbindungsmöglichkeiten zulässt und andere nicht. Das Problem ist nur, einen angemessenen Symbolismus zu entwerfen, der den Spielraum wiedergibt. I 71 Def Existenz/Wittgenstein: Existenz ist ein Prädikat höherer Ordnung und wird nur durch den Existenzquantor artikuliert. (Frege dito). >Existenz. I 72 Hintikka: Viele Philosophen meinen, dass das nur eine technische Umsetzung der älteren Idee sei, dass die Existenz kein Prädikat sei. I 156 ff Phänomenologie/Atomismus/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Häufig wird die Ansicht vertreten, eine phänomenalistische oder phänomenologische Interpretation des Tractatus werde unmöglich gemacht durch das Phänomen der Farbeninkompatibilität und auch sonst durch jede andere augenscheinliche Abhängigkeit zwischen einfachen phänomenalistischen Prädikaten der gleichen Art. (HintikkaVs) Farben/Prädikate/Farbeninkompatibilität/Hintikka: Nach dieser Auffassung können sich "rot" und "grün" nicht auf einfache Gegenstände beziehen, denn andernfalls wären die beiden Elementarsätze "Dies ist Rot" und "Dies ist grün", die sich ja wechselseitig ausschließen, nicht unabhängig voneinander. Das geht aber nicht nach 2.062: "Aus dem Bestehen oder Nichtbestehen eines Sachverhaltes kann nicht auf das Bestehen oder Nichtbestehen eines anderen geschlossen werden." >Sachverhalte. I 170 Form/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Wittgenstein versteht unter Form etwas, was durch eine passende logische Notation verdeutlicht werden kann. Z.B. der Unterschied zwischen zwei-stelligem und ein-stelligem Prädikat. In 5.55 ff macht Wittgenstein geltend, dass sich solche Unterschiede der Form nicht a priori vorhersagen lassen. >a priori. I 172 Farbe/Farbwörter(Farbbegriffe//Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Klar ist jedenfalls, dass er eisern daran festhält, dass Farbzuschreibungen keine Subjekt/Prädikat-Form haben. VI 70 Elementarsatz/Tractatus/Schulte: elementarsätze sind keine gewöhnlichen Sätze, sie sind dadurch charakterisiert, dass sie nicht in Widerspruch zueinander geraten können. (Tractatus4.211). 1. Damit ist zum ersten Mal gesagt, dass sie keine logischen Partikel enthalten, denn sonst müssten sie in Widerspruch zueinander stehen! 2. Ihre Bestandteile weisen keine Komplexe auf, sonst würde die Ableitung eines Widerspruchs möglich. >Komplex, >Widersprüche, >Logische Konstanten. Demnach kommen in Elementarsätzen keine Prädikate ("Tisch", "Links von") vor! Was bleibt übrig? "Der Elementarsatz besteht aus Namen". (Tractatus 4.22). |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Prädikation | Wittgenstein | VII 133 Prädikation/logische Form/Tractatus/Tetens: a) "Dem Gegenstand a kommt die Eigenschaft F zu" ((s) Prädikation), Fa) - b) "Jedem Gegenstand, dem die Eigenschaft F zukommt, kommt auch die Eigenschaft G zu" - ((s) Allquantifikation (x)(Fx > Gx)). >Allquantifikation. Hintikka I 126 Ist/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Das "ist" der Prädikation wird so behandelt wie bei Frege und Russell, während das "ist" der Identität verschwindet und das "ist" des Existenzquantors auf Wahrheitsfunktionen zurückgeführt wird. >Existenzquantifikation, >Quantifikation. Genauer: Im Tractatus ist die Existenz von Arten von Gegenständen durch den Existenzquantor ausgedrückt und dieser dann auf die Disjunktion zurückgeführt. >Disjunktion. Im Gegensatz dazu ist die Existenz eines spezifischen Gegenstands nicht artikulierbar. >Existenzsatz, >Existenz, >Gegenstände. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Propositionen | Russell | Horwich I 54 Proposition/Russell: Eine Proposition ist eine komplexe Entität mit Komponenten: Bsp Smith ist größer als Brown: Komponenten: Smith, Brown, die Relation "größer als". Bsp Brown ist kleiner als Smith: ist damit äquivalent, unterscheidet sich aber in allen drei Komponenten! Brief an Frege: Der Berg kommt buchstäblich in der Proposition vor. Cartwright(2): Gedanken/Frege: Gedanekn bei Frege sind ungleich Russells Propositionen. - sie enthalten ihre Gegenstände nicht ( "...sondern ihren Sinn".) Horwich I 56 Proposition/Russell/Cartwright: Wie soll eine Proposition dann falsch sein können, wenn sie aus den Komponenten und der Art ihrer Verbindung besteht? Lösung/Russell: "weitere Qualität". CartwrightVs: Das war schon abgelehnt worden. Horwich I 59 Proposition/Principia Mathematica(1)/Russell: φ x (setzt Funktion voraus) - Propositionalfunktion: φ x^ - nicht mehrdeutig - die Werte sind lauter Propositionen von der Form φ x. >Aussagenfunktion. Horwich I 60 D.h. das Symbol j (jx^) darf nicht eine Proposition ausdrücken wie das φ a tut, wenn a ein Wert für φ x^ ist - in der Tat muss j(jx^) ein Symbol sein, das gar nichts ausdrückt, es ist sinnlos - (Weder wahr noch falsch) - Bsp "Die Funktion - "x ist ein Mensch"- "ist ein Mensch". >Stufen/Ebenen. Horwich I 60f Proposition/Aussagenfunktion/AF/Principia Mathematica(1)/PM/Russell: Das Symbol (x).φ x soll die Proposition φ x immer ausdrücken, d.h. die Proposition, die alle Werte für φ x^ behauptet. I 61 Diese Proposition setzt die Funktion φ x^ voraus, nicht nur einen mehrdeutigen Wert der Funktion - die Behauptung von j x, wobei x nicht festgelegt ist, ist verschieden von jener, die alle Werte für φ x^ behauptet, denn die erstere ist eine mehrdeutige Behauptung, die letztere ist in keinem Sinn mehrdeutig. (2) 1. Whitehead, A.N. and Russel, B. (1910). Principia Mathematica. Cambridge: Cambridge University Press. 2. R. Cartwright, „A Neglected Theory of Truth“ , Philosophical Essays, Cambridge/MA pp. 71-93 in: Paul Horwich (Ed.) Theories of Truth, Aldershot 1994 Russell I 125 Proposition/Funktion/extensional/Tractatus/Wittgenstein: Funktionen von Propositionen sind immer Wahrheitsfunktionen - eine Funktion kann in einer Proposition nur vermittels ihrer Werte vorkommen. (s.o. extensional). >Wahrheitsfunktion, >Extension. Folge: alle Funktionen von Funktionen sind extensional. Bsp "A glaubt p" ist keine Funktion von p - (Tractatus 19-20) ((s) VsRussell: (s.o.) > Waverley, Funktionen äquivalent, aber nicht identisch, weil Georg IV. nicht wissen wollte, ob Scott = Scott.) - ((s) "Geglaubt werden" ist keine Funktion des geglaubten Gegenstands). |
Russell I B. Russell/A.N. Whitehead Principia Mathematica Frankfurt 1986 Russell II B. Russell Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989 Russell IV B. Russell Probleme der Philosophie Frankfurt 1967 Russell VI B. Russell Die Philosophie des logischen Atomismus In Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993 Russell VII B. Russell On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit" In Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996 Horwich I P. Horwich (Ed.) Theories of Truth Aldershot 1994 |
| Propositionen | Wright | I 56 Wright:Tractatus/Wittgenstein: Objekt und Proposition sind formale Begriffe. I 283 Proposition/Individuation/Wright: Im Gegensatz zur Relation zwischen einem Satz und seiner Bedeutung individuiert der Gehalt einer Proposition diese. Eine Proposition wird vom Gehalt individuiert. Ein Satz wird nicht durch Gehalt individuiert. >Individuation, >Propositionen, >Sätze. Eine Proposition könnte nicht jene Proposition sein, außer sie würde durch jenen Sachverhalt wahr gemacht. >Wahrmacher, >Sachverhalte, >Tatsachen. Ein Sachverhalt könnte nicht jener Sachverhalt sein, es sei denn, er würde jene Proposition wahr machen. ((s) Anders beim Satz: Er ist mehr von der Formulierung abhängig.) ((s) Unterschied Satz/Proposition: Satz (eher) an Zeit und Ort gebunden, Proposition nicht.) |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Protokollsätze | Hempel | I 99ff Protokollsatz/Hempel: Im Vergleich zu ihnen haben selbst singuläre Aussagen den Charakter von Hypothesen. >Hypothesen. Daraus folgt: I 100 CarnapVsTractatus: Die Wahrheit/Falschheit aller Aussagen kann nicht mehr unter Bezug auf die Wahrheit bestimmter Basisaussagen definiert werden (denn die sind ja Hypothesen). Das Bedeutungskriterium ist zu eng. Dann sind auch Protokollsätze nicht mehr unanfechtbar. >Signifikanz. I 102 Schlick: Wir können nicht ganz auf Basissätze verzichten, sonst ensteht >Relativismus. I 104 SchlickVsCarnap/VsNeurath: Deren These, dass eine Aussage dann wahr ist, wenn sie durch Protokollsätze hinreichend bewährt ist, führt zu unsinnigen Ergebnissen, sofern die Idee absolut wahrer Protokollsätze abgelehnt wird. Es gibt offensichtlich viele verschiedene Systeme von Protokollsätzen - nach Carnap und Neurath wäre jedes dieser verschiedenen, unvereinbaren Systeme wahr. I 105 Carnap: Wahre Protokollsätze hervorzubringen lernen wir durch Konditionierung, z.B. durch das richtige Ablesen von Messinstrumenten. I 106 In der neuen Form von Carnaps Theorie sind Protokollsätze noch radikaler ihres Basis-Charakters entkleidet: Sie verlieren ihre Unwiderlegbarkeit. Popper: Aussagen jeder Form dürfen als Protokollsätze auftreten. I 107 Am Ende sind Protokollsätze überflüssig. >Beobachtungssätze, >Beobachtungssprache. |
Hempel I Carl Hempel "On the Logical Positivist’s Theory of Truth" in: Analysis 2, pp. 49-59 In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 Hempel II Carl Hempel Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums In Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982 Hempel II (b) Carl Hempel Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung In Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982 |
| Psychologie | Wittgenstein | II 194 Kunst/Schönheit/Wittgenstein: In welchem Sinne ist die ästhetische Untersuchung einer Sache der Psychologie? Schmerz und Freude gehören nicht auf ein und dieselbe Skala! >Schmerz, >Ästhetik. Die Skala von "kochend heiß" bis "eiskalt" ist auch keine Gradskala. Dies sind Unterschiede der Art. II 195 Psychologie/Ästhetik/Wittgenstein: Während wir uns in der Psychologie für kausale Zusammenhänge interessieren, sind sie bei der ästhetischen Untersuchung gerade dasjenige, was uns nicht interessiert! Dies ist der Hauptunterschied. Kausalität/Terminologie/Wittgenstein/(s): Wittgenstein nennt hier Gründe, nicht Ursachen kausal. II 196 Grund/Psychologie/Wittgenstein: Die Gründe der Befriedigung die man gibt, haben mit Psychologie nichts zu tun. Es ist ein Nebeneinanderlegen der Dinge wie vor Gericht. >Vergleiche. Psychologische Gründe wären keine ästhetischen Gründe. Es wäre keine Gründe, sondern Ursachen. Eine Ursache zu behaupten, das wäre die Aufstellung einer Hypothese. Insoweit das Mittel, eine Tür, die oben zur wuchtig ist angenehmer zu gestalten, einem Mittel gegen Kopfschmerzen gleicht, ist es keine Frage der Ästhetik. II 197 Psychologie/Freud/Wittgenstein: Bsp Zusammenhang zwischen der Lage des Fötus und unseren Schlaf. - Dieser Zusammenhang sieht zwar aus wie ein kausaler, ist aber keiner, da sich hier kein psychologisches Experiment durchführen lässt. - Freuds Erklärung leistet das Gleiche wie eine Ästhetische: sie bringt zwei Faktoren zusammen. II 197 Psychologie/Witz/WittgensteinVsFreud: Verwechslung von Grund und Ursache. - Lachen hat einen Grund, keine Ursache. - Sonst wäre die Zustimmung zur Analyse kein Mittel, um die Ursache herauszufinden. Ursache/Physik: Hier geht es nicht um Zustimmung. - Auch Ursachen des Lachens können erkannt werden, aber nicht durch Zustimmung, sondern experimentell. - Auch zur ästhetischen Untersuchung gehört Zustimmung. >Grund/Ursache, >Gründe, >Ursachen. II 200 Psychologie/Wittgenstein: Meine Untersuchung ist nicht psychologisch, obwohl ein Satz in gewissem Sinne tot ist, solange er nicht verstanden wird. Gäbe es kein Verstehen der Zeichen, würden wir die Zeichen nicht Sprache nennen. >Verstehen. II 30 Farben/Wittgenstein: Der Farbenoktaeder wird in der Psychologie angewendet. In Wirklichkeit gehört er jedoch nicht zur Psychologie, sondern zur Grammatik. Wir können zwar von einem grünlichen Blau sprechen, aber nicht von einem grünlichen Rot usw. >Farben. VI 203 Psychologie/Wittgenstein/Schulte: (1945-49): versucht Klassifikation psychologischer Begriffe: Erlebnisse, Erfahrungen, Gemütsbewegungen, Überzeugungen. >Erlebnis, >Erfahrung, >Überzeugung. VI 205 Sie seien Begriffe des Alltags IV 41 Def Erkenntnistheorie/Tractatus: 4.1121 ist die Philosophie der Psychologie. >Erkenntnistheorie. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Qualitäten | Wittgenstein | Hintikka I 113 Qualität/Wittgenstein: zumindest manche Aussage, in der einer erlebten Qualität ein Grad zugeschrieben wird, ist zugleich ein atomarer Satz. Elementarsatz/Wittgensteins Bsp für Elementarsätze: "Hier ist grün". (> Sätze/Strawson, Aussagen/Strawson, Zuschreibung/Strawson). I 202 Qualität/Erlebnis/Carnap/Hintikka: Die Basis des "Logischen Aufbaus": Reihen von momentanen Gesamterlebnissen, aus denen Qualitäten gebildet werden - anders als Sinnesdaten. - CarnapVsRussell: individuelles Erlebnis muss hinzukommen: "Empfindung". Hintikka: Diese ähneln den Gegenständen Wittgensteins. - Unterschied: Carnap: ephemer, psychologisch - Wittgenstein: nichtzeitlich, Substanz der Welt - Empfindung/Carnap: gehört zur Psychologie, Qualität: zur Phänomenologie oder Gegenstandstheorie. - Phänomenologie/Carnap: holistische Analyse der Erfahrung. I 202 ff Qualität/Erlebnis/Carnap/Hintikka: Die Basis von Carnaps "Aufbau" ist eine Reihe von momentanen Gesamterlebnissen, aus denen Qualitäten gebildet werden. I 203 Aber nicht einmal Qualitäten gleichen den Sinnesdaten, der Russellschen Konzeption. >Sinnesdaten. CarnapVsRussell/CarnapVsSinnesdaten/Carnap: Ein individuelles Erlebnis muss hinzukommen. Carnap: "Wollen wir die beiden gleichartigen Bestandteile der beiden Elementarerlebnisse unterscheiden, so müssen wir sie nicht nur ihrer Qualität nach bezeichnen, sondern die Angabe des Elementarerlebnisses, zu dem sie gehören, hinzufügen. Erst ein so bezeichneter Bestandteil ist im eigentlichen Sinn ein individueller, wir wollen ihn im Unterschied zum nur der Qualität nach bestimmten Bestandteil, wie er in der Qualitätsklasse repräsentiert wird, "Empfindung" nennen." Diese "Empfindungen" ähneln demnach den Gegenständen Wittgensteins. Doch nach Carnap sind sie ephemer, subjektiv und zeitgebunden, während die Tractatus-Gegenstände die nichtzeitliche "objektive" Substanz der Welt bilden. Dementsprechend Carnap: "Die Empfindungen gehören zum Bereich der Psychologie, die Qualitäten zur Phänomenologie oder Gegenstandstheorie." Phänomenologie/Carnap/Hintikka: bei Carnap auf eine holistische Analyse der Erfahrung beschränkt. II 138 Atomismus/VsAtomismus/Selbstkritik/WittgensteinVsTractatus: es war ein Irrtum, dass es Elementarsätze gäbe, in die sich alle Sätze zerlegen lassen. Dieser Irrtum hat zwei Wurzeln: 1. Dass man die Unendlichkeit als Zahl auffasst, und annimmt es gebe eine unendliche Anzahl von Sätzen. >Atomismus. 2. Aussagen, die Grade von Qualitäten zum Ausdruck bringen. ((s) Sie müssen nicht jeden anderen Satz ausschließen. Daher können sie nicht unabhängig sein). III 141 Def Sachverhalt/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Kombination von einfachen Gegenständen ohne Qualitätsmerkmale! Die Sachverhalte sind voneinander völlig unabhängig. Bsp Im Tractatus gibt es wieder ein Beispiel für einen Sachverhalt noch für einen Gegenstand! Mit der Wiedergabe sämtlicher Gegenstände im Verhältnis ihrer Positionen sind auch sämtliche Sachverhalte abgedeckt. III 142 Es muss eine absolute Unterscheidung zwischen dem Einfachen und dem Komplexen geben. >Empfindungen, >Erlebnisse, >Erfahrungen, >Farben, >Unterschiede, >Wahrnehmung, >Sinneseindrücke. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Quantifikation | Prior | I 37 Nichtnominale Quantifikation/Prior: Bsp "wer immer" aus "wer", "wo immer" aus "dort", "irgendwie" - entsprechen Adverbien. Bsp "Er ist etwas, was ich nicht bin". - Das adjektivisch und nicht substantivisch. Tractatus: "Dies ist es, wie die Dinge sind". (Auch Wittgenstein, PU §134). - >"Satzvariable". I 38 Höhere Quantifikation/Satzvariable/Wittgenstein/Prior: "Die Dinge sind so" sagt nicht selbst wie die Dinge sind aber: "Die Dinge sind irgendwie" tut es! In dem Ausmaß wie das logisch wahre "für einige p,p". So kann man "x kommt" übersetzen: "für ein x, x kommt". Höhere Quantifikation: über Nicht-Substantive, "nichtnominale Quantifikation". >Logik Zweiter Stufe. |
Pri I A. Prior Objects of thought Oxford 1971 Pri II Arthur N. Prior Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003 |
| Quantoren | Wittgenstein | Hintikka I 15 ff Sprache als universelles Medium/SUM/Hintikka: die These von der Sprache als universellem Medium (SUM) beinhaltet nicht die Unmöglichkeit der Semantik überhaupt. Sie ist nur nicht artikulierbar. Zum Beispiel ist Frege der Auffassung, die Bedeutung der Quantoren lasse sich nicht sprachlich angemessen ausdrücken. >Quantifikation, >Allquantifikation, >Existenzquantifikation, >Logik. I 57 ff Gegenstand/Eigenschaft/Relation/Wittgenstein/Tractatus/Hintikka: zusätzlicher Beweis, dass Wittgenstein Beziehungen und Eigenschaften zu den Gegenständen rechnet, soll die Behandlung der Namen sein. Nach der von Hintikka kritisierten Auffassung müssten sie auf derselben Stufe stehen. Gäbe es keine kategoriale Unterscheidung zwischen Wittgensteins Gegenständen, hätten alle Quantoren mit Notwendigkeit denselben Bereich und jede Festsetzung wäre unmöglich. >Gegenstände. Hier wie so oft ist aufschlussreich, was ein Philosoph tut, nicht, was er sagt: Quine hat gesagt, dass sich zeigt, welche Entitäten der Philosoph gelten lässt, sobald er seine Bereitschaft zur Quantifikation bekundet. >Ontologie/Quine. So sagt Wittgenstein: I 58 "Man kann die Welt vollständig durch vollkommen verallgemeinerte Sätze beschreiben, d.h. ohne irgendeinen Namen von vornherein einem bestimmten Gegenstand zuzuordnen. Um dann auf die gewöhnliche Ausdrucksweise zu kommen, muss man einfach nach einem Ausdruck: "Es gibt ein und nur ein x, welches.." Und dies x ist a. I 104 ...gerade wegen der Unzeitlichkeit der einfachen Gegenstände ist ihre Substantialität nicht betroffen von der Unbeständigkeit oder gar dem Entstehen und Vergehen der zeitlichen Gegenstände diese Veränderungen berühren den Bereich von Wittgensteins Quantoren nicht. I 124 Logik 2 Stufe/Frege/Wittgenstein/Hintikka: Quantoren höherer Stufe werden von beiden ohne geringstes Zögern akzeptiert. I 153f Quantoren/Logik/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Da Existenz im Tractatus unausdrückbar ist, ist sie etwas Apriorisches. - ((s) Dann gibt es keine Quantoren.) - Bsp Wittgenstein: wenn es Schmitz und Meier im Zimmer gibt, sind sie notwendig dort. - Dagegen Russell: bei ihm sind die Klassen der Gegenstände durch unser Lexikon, unsere Grammatik bestimmt. - ((s) Über sie wird quantifiziert.) - Wittgenstein: stattdessen: Disjunktion. >Disjunktion, >Existenz, >Existenzsatz. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Raum | Wittgenstein | Hintikka I 90/91 Sprache/Gegenstand/phänomenologisch/Wittgenstein/früh/Hintikka: Beim frühen Wittgenstein geht die Sprache von visuellen Raum aus und handelt von unmittelbar gegebenen Phänomenen. Den Schriften der mittleren Phase können wir das entnehmen. I 179 Raum/Gesichtsfeld/absolut/Lokalisierung/Individuation/Wittgenstein/Hintikka: Es muss absolute Punkte im Gesichtsraum geben, sonst könnte man nicht feststellen, ob ein Fleck am gleichen Ort bleibt oder nicht - d.h. Punkte im Gesichtsraum haben eine logische Form - (1931) Hintikka: Daher können sie Tractatus-Gegenstände sein. >Geometrie. I 99 Subjektiv/Subjektivität/Wittgenstein: "..ein anderer sieht die Gegenstände nicht auf die gleiche Weise wie ich. Heißt das nicht, dass der Gesichtsraum, von dem ich rede, mir gehört? Dass er also subjektiv ist? >Subjektivität, >Objektivität. Nein: Er ist hier nur subjektiv aufgefasst worden, und ihm ist ein objektiver Raum entgegengestellt, der aber nur eine Konstruktion ist, mit dem Gesichtsraum als Basis." (VII 71, 100). I 110 ff Gegenstand/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Frage: Wenn die Gegenstände des Tractatus wirklich Gegenstände der Bekanntschaft (unmittelbaren Erfahrung) sind, warum hat Wittgenstein dies nie ausgesprochen? >Gegenstände/Wittgenstein. I 111 Tractatus 2.0131 "Der räumliche Gegenstand muss im unendlichen Raum liegen. (Der Raumpunkt ist eine Argumentstelle). Der Fleck im Gesichtsfeld muss zwar nicht rot sein, aber eine Farbe muss er haben, er hat sozusagen den Farbenraum um sich. >Farben. I 167 ff Raum/Raumbegriffe/Logik/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: die gleiche Inkompatibilität (Inkompatibilität wie von den Farbbegriffen) wird auch von den Raumbegriffen aufgeworfen). Derselbe Farbfleck kann sich nicht an verschiedenen Stellen des Raums befinden. Wittgenstein: das ist jedoch kein Problem! Der Raum ist für ihn eine Form der räumlichen Gegenstände. (Tractatus 2.0251: "Raum und Zeit sind Formen der Gegenstände".) I 179 Raum/Gesichtsfeld/absolut/Lokalisierung/Individuation/Wittgenstein/Hintikka: Es muss absolute Punkte im Gesichtsraum geben, sonst könnte man nicht feststellen, ob ein Fleck am gleichen Ort bleibt oder nicht – d.h. Punkte im Gesichtsraum haben eine logische Form – (1931) - Hintikka: Daher können sie Tractatus-Gegenstände sein. >Absolutes. I 215 Gesichtsraum/Sehen/Wittgenstein/Hintikka: Der Gesichtsraum hat seine selbständige Realität - er selbst enthält kein Subjekt - er ist autonom. II 36 Unendliche Teilbarkeit und Raum/Wittgenstein: Man hat behauptet, der Raum sei nicht unendlich teilbar. Im Hinblick auf Möglichkeit kann das Experiment jedoch nichts beweisen. >Unendlichkeit. II 39 Suchen/Entdecken/Erfinden/Wittgenstein: Ein Raum wird nicht gesucht - gesucht werden Dinge im Raum. - Der Raum ist alles, dessen man sich gewiss sein muss, um eine Frage stellen zu können. - Was man sucht, muss vollständig beschreibbar sein. - Dagegen: logische Entdeckung: Ist anders als etwas im Raum zu finden. - Wenn wir dies beschreiben könnten, hätten wir es schon gefunden. II 89 Raum/Gesichtsraum/Wittgenstein: a) Visueller Raum: Hier ist es sinnlos zu sagen, etwas sähe so aus, als wäre es weiter entfernt als der Mond. b) Physikalischer Raum: hier ist es sinnvoll. - Wenn wir sähen, wie der Mond kleiner wird, könnten wir nicht sagen, dass er sich im visuellen Raum entfernt, wohl aber im physikalischen - das ist eine Unterscheidung zwischen Sinnesdaten und physikalischem Gegenstand - aber sinnvoll in beiden Räumen: dass A von B gleich weit von C entfernt sind. >Sinn, >Sinnloses, >Sinnesdaten. Wir brauchen keine Theorie, um unser Wissen von Sinnesdaten mit Überzeugungen über Gegenstände in Einklang zu bringen. - Zu dem was wir meinen wenn wir sagen "der Groschen ist rund" gehört auch, dass er unter Umständen elliptisch aussieht. - Gesichtsraum: hier kann ein Kreisstück nicht gerade aussehen. - Physikalischer Raum: hier kann es gerade aussehen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Raumzeit | Hintikka | II 81 Raumzeit/Identifikation/KripkeVsHintikka/QuineVsHintikka/Hintikka: Kripke und Quine wenden (aus verschiedenen Gründen) ein, dass raumzeitliche Kontinuität nicht immer einen präzisen Sinn hat. >Mögliche Welten, >Querwelteinidentität, >Zentrierte Welten, >Identifikation, >Weltlinien. SaarinenVsHintikka: Die Identität von Individuen, die in mehreren Welten auftreten, ist auch dann nicht immer für alle diese möglichen Welten wohldefiniert. Hintikka: dito: In Glaubenskontexten kann es sein, dass ein Individuum unter einer Beschreibung identifiziert wird, nicht aber unter einer anderen. Das muss auch so sein, denn sonst wären wir wieder gewissermaßen allwissend. Mögliche Welten: Wir müssen auch vorsichtig sein, einen „gemeinsamen Grund“ von allen möglichen Welten anzunehmen. Wir teilen sicher keinen Teil der Raumzeit, sondern einen Teil der Tatsachen. ((s) epistemisch statt ontologisch). Welt/Tractatus/Wittgenstein/Substanz/Hintikka: Bei Wittgenstein ist die Welt die Summe der Tatsachen, nicht der Gegenstände: zu einer geteilten Raumzeit würde das nur durch zusätzliche Annahmen. Querwelteinidentität/Hintikka: Querwelteinidentität scheint verloren, wenn wir es nur mit einer Menge von Tatsachen ((s) epistemisch) zu tun haben und uns eine gemeinsame Raumzeit fehlt. II 82 Re-Identifikation: Die Re-Identifikation von physikalischen Objekten ist zunächst nötig, um danach zur Querwelteinidentifikation zu gelangen. II 90 Mögliche Welten/Hintikka: Der Ausdruck setzt voraus, dass eine Raumzeit geteilt wird. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Redundanztheorie | Wittgenstein | Dummett I 159 Wittgenstein: Wahrheit ist ein seichter Begriff: "Es ist wahr dass A" besagt genau das gleiche wie "A". (Wittgenstein pro Redundanztheorie). >Wahrheit. IV 54 Wittgenstein pro Redundanztheorie/Tractatus: (4.442) Ein Satz kann unmöglich von sich selbst sagen, dass er wahr ist. >Zirkularität, >Prädikation, >Selbstbezüglichkeit. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Dummett I M. Dummett Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992 Dummett II Michael Dummett "What ist a Theory of Meaning?" (ii) In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 Dummett III M. Dummett Wahrheit Stuttgart 1982 Dummett III (a) Michael Dummett "Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (b) Michael Dummett "Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144 In Wahrheit, Stuttgart 1982 Dummett III (c) Michael Dummett "What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (d) Michael Dummett "Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (e) Michael Dummett "Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 |
| Referenz | Wittgenstein | Putnam III 201ff Referenz/Wittgenstein: Bsp "Mein Bruder in Amerika": Tendenz, ein Bild vorzustellen. - Wir deuten Referenz gar nicht kausal - wir stellen es uns mehr als ein Erlebnis des Denkens vor. Putnam: Referenz ist nicht kausal: Wir können auch auf künftige Dinge Bezug nehmen (dann kausale Bezugnahme auf eine Art Bsp "künftige Generationen"). Vgl. >Kausaltheorie der Referenz. III 205/6 Statt Wissen durch Bekanntschaft/Beschreibung einfach verschiedene Arten der Referenz (Kausalität ist hier irrelevant). >Bekanntschaft. Tetens VII 81 Sprache/Grenze/Tractatus/Tetens: bei Sätzen über die Sprache landen wir bei "metastufigen" Tautologien Bsp Instanzen des Tarski-Schemas. >Grenze. Tetens: am Ende bleibt uns nur übrig, eben den Akt der Bezugnahme auf Sachverhalte zu vollziehen. Das können wir nicht durch immer weitere Sätze sicherstellen und überbieten. Wir können unsere Sprache nicht verlassen. Wie die Referenz gelingt, zeigt sich im Vollzug der Äußerungen. >Äußerung. Sagen/Zeigen/Tractatus/Tetens: weisen also eine Doppelgesichtigkeit auf. >Zeigen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Putnam I Hilary Putnam Von einem Realistischen Standpunkt In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993 Putnam I (a) Hilary Putnam Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973) In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (b) Hilary Putnam Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (c) Hilary Putnam What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194. In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (d) Hilary Putnam Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482. In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (e) Hilary Putnam Reference and Truth In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (f) Hilary Putnam How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (g) Hilary Putnam Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982) In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (h) Hilary Putnam Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (i) Hilary Putnam Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (k) Hilary Putnam "Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam II Hilary Putnam Repräsentation und Realität Frankfurt 1999 Putnam III Hilary Putnam Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997 Putnam IV Hilary Putnam "Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164 In Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994 Putnam V Hilary Putnam Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990 Putnam VI Hilary Putnam "Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98 In Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994 Putnam VII Hilary Putnam "A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 SocPut I Robert D. Putnam Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000 Tetens I H. Tetens Geist, Gehirn, Maschine Stuttgart 1994 W VII H. Tetens Tractatus - Ein Kommentar Stuttgart 2009 |
| Russells Paradoxie | Wittgenstein | IV 29 Russells Paradoxie/WittgensteinVsRussell/Tractatus: statt "F(F(u))" schreiben wir "(Eφ):F(φu).ψu = Fu". >Paradoxien, >Quantifikation, >Prädikation, >Ebenen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Sachverhalte | Wittgenstein | Dummett I 160 Wittgenstein/Sachverhalt: stellt sogar den "Sachverhalt" in Frage: sobald wir gesehen haben, dass es eine Vielzahl von Umständen gibt, die zu der Äußerung "mit einem Schlag verstand er" führen können, werden wir geheilt sein von dem Drang, uns auf einen unabhängig denkbaren "Sachverhalt" zu berufen, durch den eine solche Aussage wahr gemacht werden könnte. >Tatsachen. Chisholm II 166 Sachverhalt/Wittgenstein: keine Tatsache - er liegt zwischen Tatsachen in Abstraktion von ihrem Bestehen und Komplexen - ein Atomsatz ist wahr, wenn ein korrespondierender Komplex existiert. >Atomsätze. Wittgenstein VI 70 Def Sachverhalt/Tractatus/Schulte: Verbindung von Gegenständen (Sachen, Dingen). Dass sich Dinge in bestimmter Weise verhalten, ist eine Def Tatsache. - Sachverhalt: entspricht Elementarsatz - Tatsache: entspricht dem logischen Produkt von Elementarsätzen. >Gegenstände. Hintikka I 67 ff Sachverhalt/Gegenstand/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: 2.03 Im Sachverhalt hängen die Gegenständen ineinander wie die Glieder einer Kette. 2.031 Im Sachverhalt verhalten sich die Gegenstände in bestimmter Art und Weise zueinander. Abbildtheorie/Bildtheorie/Wittgenstein/Früh: wenn der Satz ein sprachliches Gegenstück zum Sachverhalt ist, dann: I 68 "Wohlgemerkt, jene Verbindung ist keine Relation, sondern nur das Bestehen einer Relation." >Abbildtheorie. I 73 ff Existenz/Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: anders als Frege fasst Wittgenstein im Tractatus eine Ontologie der möglichen Sachverhalte ins Auge. >Existenz. Nach Wittgenstein hat es kaum Sinn, von einer möglichen Existenz zu reden. D.h. dass wir die tatsächlichen Gegenstände so auffassen müssen, als existiere jeder mit Notwendigkeit! Natürlich glaubt Wittgenstein nicht, er könne sagen, dass Gegenstände notwendig existieren. Eben darin liegt nach ihm die Transzendentalität der Gegenstände und diese macht wie er meint, den Kern der Transzendentalität der Logik aus (6.13). >Existenzsätze. Dennoch ist klar, dass Wittgenstein die wichtige, aber nicht ausdrückbare Voraussetzung der notwendigen und notwendig vollständigen Existenz der Gegenstände tatsächlich macht. Folge: nicht nur alle tatsächlichen Sachverhalte, sondern darüber hinaus alle möglichen Sachverhalte müssen so aufgefasst werden, als seien sie aus denselben Gegenständen aufgebaut. Mögliche welt//Tractatus/Wittgenstein: 2.022 "Es ist offenbar, dass auch eine von der wirklichen noch so verschiedene Welt etwas - eine Form - mit der wirklichen Welt gemein haben muss. 2.023 „Diese feste Form besteht eben aus den Gegenständen." III 141 Def Sachverhalt/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Kombination von einfachen Gegenständen ohne Qualitätsmerkmale! Die Sachverhalte sind voneinander völlig unabhängig. Bsp Im Tractatus gibt es wieder ein Beispiel für einen Sachverhalt noch für einen Gegenstand! Mit der Wiedergabe sämtlicher Gegenstände im Verhältnis ihrer Positionen sind auch sämtliche Sachverhalte abgedeckt. Sämtliche Welten. III 142 Es muss eine absolute Unterscheidung zwischen dem Einfachen und dem Komplexen geben. Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Flor: muss in der Angabe einer absoluten Bestimmung des Denkbaren und Möglichen bestehen. >Ontologie. Bildtheorie Tractatus/Wittgenstein/Flor: Ein Elementarsatz verkörpert einen Sachverhalt dadurch, dass er die gleiche logische Form hat. Jedem Element im Bild entspricht ein und nur ein Element des in dem Bild dargestellten Sachverhalts. Die Elemente des Elementarsatzes, die Namen, entsprechen bestimmten Gegenständen des Sachverhalts. Der Name steht stellvertretend für den Gegenstand. (Stellvertreter!). Die Konfiguration der Bildelemente entspricht der Konfiguration der Gegenstände im Sachverhalt. Durch eine bloße Gruppierung lässt sich kein Sachverhalt herstellen. Eine solche Gruppierung ist auch nicht wahr oder falsch. III 149 Sinn/Zeigen/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Da alle Sachverhalte ein Teil der möglichen Welten sind, kann der Sinn der Welt nicht selbst ein Sachverhalt, ein Teil der möglichen Welt sein. >Mögliche Welten. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Dummett I M. Dummett Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992 Dummett II Michael Dummett "What ist a Theory of Meaning?" (ii) In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 Dummett III M. Dummett Wahrheit Stuttgart 1982 Dummett III (a) Michael Dummett "Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (b) Michael Dummett "Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144 In Wahrheit, Stuttgart 1982 Dummett III (c) Michael Dummett "What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (d) Michael Dummett "Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (e) Michael Dummett "Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Chisholm I R. Chisholm Die erste Person Frankfurt 1992 Chisholm II Roderick Chisholm In Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986 Chisholm III Roderick M. Chisholm Erkenntnistheorie Graz 2004 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Sätze | Wittgenstein | Hintikka I 53 Einfacher Satz/Elementarsatz/Atomsatz/Wittgenstein/Tractatus/Hintikka: Ein Satz der Form "(Ex,y,R).xRy" ist unanalysierbar. I 128 Satz/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Das wichtigste, was über diese Sätze gesagt werden kann sind freilich ihre Wahrheitsbedingungen (WB). Wann sind sie wahr? 3.1432: Der Satz "aRb" sei dann wahr, wenn die Beziehung in der Welt, die dem "R" entspricht, ...wenn der Komplex übereinstimmt mit der Konfiguration der Gegenstände die von diesen drei sprachlichen Entitäten dargestellt (benannt) wird. >Abbildung/Sellars. Allgemeiner: 3.21: Der Konfiguration der einfachen Satzzeichen entspricht die Konfiguration der Gegenstände in der Sachlage." 4.024 Einen Satz verstehen heißt, wissen was der Fall ist, wenn er wahr ist. Hintikka: das gibt Anlass zu mehreren hochinteressanten Fragen: I 128/129 1. Wittgenstein verfügt über einen anderen Ausdruck für die Beziehung zwischen dem Elementarsatz den dem durch ihn dargestellten Sachverhalt. "Der Satz ist ein Bild der Wirklichkeit, der Satz ist ein Modell der Wirklichkeit, so wie wir sie uns denken." (4.01) >Abbildtheorie. "Der Satz ist ein Bild der Wirklichkeit, denn ich kenne die von ihm darstellte Sachlage, wenn ich den Satz verstehe." Hintikka: Die Bildbeziehung, die den Satz zu verstehen hilft (Elementarsatz) ist genau dieselbe wie die Beziehung, welche den Satz wahr macht. 2. Bild/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: die "Bilder" sind im Tractatus eigentlich nicht sonderlich bildhaft. Eher das, was die Mathematiker "isomorphe Darstellung" oder Abbildung nennen. Bild/Satz/Zeichen/Wittgenstein: "Offenbar ist, dass wir einen Satz wie "aRb" als Bild empfinden. Hier ist das Zeichen offenbar ein Gleichnis des Bezeichneten." >Zeichen, >Bezeichnen. Bild/Wittgenstein/Hintikka: es kann sein, dass die ganze Bildtheorie von Russells Principia Mathematica(1) angeregt worden ist. I 130 3. Es ist ersichtlich, dass die Isomorphiebedingung kaum Sinn hat, solange die Entitäten der verschieden logischen Typen - Individuen, Eigenschaften oder Beziehungen - in der Sprache nicht durch Ausdrücke desselben Typs dargestellt werden: Individuen durch Individuen, Relationen durch Relationen, usw. I 287 Bild/Satz/Realität/Wittgenstein/Hintikka: spät: der Satz ist nun nicht mehr ein Bild der Welt - sondern eine Vorschrift zur Herstellung von Bildern - auch keine Basis von eindeutigen Namensrelationen mehr. - Ein Sprachspiel verknüpft immer mehrere Ausdrücke mit der Welt. I 292 Tractatus: Die Bildrelation ist vorgängig. - Später: erst aus Sprachspielen heraus. I 294 Satz/Wittgenstein/Hintikka: für Sätze gibt es keine hinweisende Definition - statt dessen muss die Struktur artikuliert sein - dabei geht es nicht um eine Ähnlichkeit - der Satz ist ein Bild ohne Ähnlichkeit. - Dass er ein Bild von etwas ist, besteht in der Intention. I 298 WittgensteinVsTractatus: "Übereinstimmung mit der Form" war ein Irrtum. I 301 Zum Satz gehört alles, was zur Projektion gehört. Aber nicht das Projizierte. - ((s) Also auch die Vorschrift.) 1. Whitehead, A.N. and Russel, B. (1910). Principia Mathematica. Cambridge: Cambridge University Press. II 44 Satz/Wittgenstein: Jeder Ausdruck, der sinnvoll negiert werden kann, ist ein Satz. II 232 Satz/Wittgenstein: Es gibt keinen allgemeinen Begriff des Satzes - sie haben nicht alle etwas gemeinsam. - Statt dessen Familienähnlichkeit. >Ähnlichkeit. VI 117 Scheinsätze /Tractatus/Schulte: sind unsinnig, weil sie formale Begriffe wie "Gegenstand", "Satz" oder "Zahl" und andere nicht durch Variablen andeuten, sondern als "eigentliche" Begriffswörter zu gebrauchen beanspruchen. - (Freilich verwendet Wittgenstein sie dauernd, weil sie auch zu Einsichten verhelfen) - sie sind unsinnig, weil der formalen Begriff mit dem Gegenstand bereits gegeben ist - man kann nicht beides gleichzeitig einführen. - Bsp "1 ist eine Zahl" - (4.12721 ) IV 21 Satz/Tractatus/Wittgenstein: Im Satz ist der Sinn noch nicht enthalten - wohl die Form seines Sinnes - nicht aber dessen Inhalt. >Form, >Inhalt. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Schlussfolgerungen | Wittgenstein | II 78 Schluss/Schlussfolgerung/Folgerung/Inferenz/Wittgenstein: Der Schluss ist der Übergang von einem Satz zum anderen, ein Übergang, zu dessen Rechtfertigung man zum Beispiel sagt, dass eins aus dem anderen folgt. Sie ist ganz verschieden von anderen Beziehungen, bei denen das Gegenteil stets denkbar ist. Die Folgebeziehung und ähnliche Relationen sind interne Beziehungen. Was den Schluss rechtfertigt ist, dass man die interne Beziehung sieht. Zur Rechtfertigung des Schlusses bedarf es keiner Schlussregeln, denn andernfalls benötigte man noch eine Regel, unendlicher Regress. >Regress. II 320 Konklusion/Wittgenstein: muss nicht immer mit der Prämissen mitgedacht werden - aber sie ist auch keine Entdeckung. >Entdeckungen. IV 62 Schließen/Schlussfolgerung/Folgebeziehung/WittgensteinVsRussell/WittgensteinVsFrege/Tractatus: 5.132 die "Schlussgesetze", die bei den beiden die Schlüsse rechtfertigen sollen, sind sinnlos und wären überflüssig. 5.133 Alles Folgern geschieht a priori. 5.134 aus einem Elementarsatz lässt sich kein anderer folgern. (s) Schließen: aus Sätzen, nicht aus Sachlagen. 5.135 Auf keine Weise kann aus dem Bestehen irgendeiner Sachlage auf das Bestehen einer, IV 63 von ihr gänzlich verschiedenen Sachlage geschlossen werden. Kausalität: 5.136 Einen Kausalnexus, der einen solchen Schluss rechtfertigt, gibt es nicht. 5.1361 Die Ereignisse der Zukunft können wir nicht aus den gegenwärtigen erschließen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Sinn | Wittgenstein | II 3 Sinn/sinnvoll/sinnlos/Wittgenstein: Wenn es Sinn hat, zu sagen: "Es gibt vier primäre Farben", muss es auch Sinn haben, zu sagen: "Es gibt fünf primäre Farben." Siehe auch II 113, II 167, II 372. II 59 Sinn/Täuschung/Irrtum/Wittgenstein: Was uns ermöglicht, die Welt richtig zu beurteilen, ermöglicht uns auch, sie falsch zu beurteilen. II 69 Sinn/Unsinn/sinnvoll/sinnlos/Wittgenstein: Bsp "Dieser Klang ist rot". ist nicht falsch, sondern Unsinn. - Etwas einehttps://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Grammatik Farbe zu nennen heißt zu sagen, dass es bestimmten grammatischen Regeln gehorcht. >Grammatik. Grenze: Ich kann nicht sagen, Klänge hätten Eigenschaften, die den Farben nicht zukommen, denn dann müsste ich ja sinnvoll sagen können, dass Farben Eigenschaften haben, die sie nicht haben. - ((s) Ich müsste es negieren können.) - Bsp "Farben sind nicht laut". - Sinn und Unsinn haben nichts gemeinsam- sinnlose Wortkombinationen gehören nicht zur Sprache - die Grammatik zieht die Grenze. >Grenzen. II 171 Sinn/Wittgenstein. Wir können von "Sinn" reden, ohne dem Ausdruck eine klare Bedeutung zu geben. II 402 Regel/Sinn/Wittgenstein: Bsp Der Befehl "ersetze sieben durch Null" hat keinen Sinn, außer dass er eine Regel angibt. >Regeln. II 412 Beweis/Sinn/Wittgenstein: Unsinn: zu sagen, erst der Beweis verleihe der Frage Sinn. - richtig: der Beweis liefert eine Möglichkeit zur Beantwortung. - Damit verleiht er der Frage Sinn. - ((s) Drittes, Zwischeninstanz.) III 144 Sinn/Zeigen/Sagen/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Der Satz wird gebraucht, den Gedanken auszudrücken- dagegen kann der Sinn nur angegeben werden, indem die Wahrheitsbedingungen angegeben werden oder der Satz wiederholt wird. >Sätze. VII 27 Sinn/Tractatus/Tetens: umstrittene These: dass nur deskriptive Sätze sinnvoll seien. - Ethik: Problem: normative Sätze sind sinnlos. I 22 Def Sinn des Satzes/Tractatus: (4.2:) Seine Übereinstimmung und Nichtübereinstimmung mit den Möglichkeiten des Bestehens und Nichtbestehens der Sachverhalte. Hintikka: daraus ergibt sich, dass die Identität der Bedeutung zweier Ausdrücke sprachlich nicht behauptet werden kann. (Tractatus 6.2322). I 149 Bildtheorie/Abbildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Namen sind Punkte, Sätze, Pfeile, sie haben Sinn. Der Sinn wird durch die beiden Pole wahr und falsch bestimmt. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Solipsismus | Nagel | I 53 Solipsismus/Wittgenstein/Tractatus/Nagel: Die Wahrheit des Solipsismus kann gar nicht ausgesprochen werden, das zeige sich aber dennoch in der Tatsache, dass die Welt stets in meiner Sprache beschrieben wird. - In dieser Sprache kann ich nicht zutreffend sagen, dass die Welt meine Welt ist, denn das ist in meiner Sprache falsch. >Solipsismus/Wittgenstein. Nagel: Gäbe es nichtsubjektive Gedanken, müssten sie dennoch von irgend jemand gedacht werden. >Gedanken, >Denken. |
NagE I E. Nagel The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979 Nagel I Th. Nagel Das letzte Wort Stuttgart 1999 Nagel II Thomas Nagel Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990 Nagel III Thomas Nagel Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991 NagelEr I Ernest Nagel Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982 |
| Solipsismus | Wittgenstein | Nagel I 53 Wittgenstein, Solipsismus: Die Wahrheit des Solipsismus kann gar nicht ausgesprochen werden, zeige sich aber dennoch in der Tatsache, daß die Welt stets in meiner Sprache beschrieben wird. In dieser Sprache kann ich nicht zutreffend sagen, daß die Welt meine Welt ist, denn das ist in meiner Sprache falsch! Nagel: All dies wird aber in meiner Sprache gesagt, und das zeigt, dass die Welt in tieferer Hinsicht meine Welt ist, obwohl eben dies nicht gesagt werden kann. Hintikka I 96 ff Welt/Tractatus/Solipsismus/Wittgenstein/Hintikka: Frage, ob Wittgensteins Welt nicht unrettbar egozentrisch ist. Schließlich meint Sinnesdaten ja meine Sinnesdaten. I 97 Sagen/Zeigen/Wittgenstein: 5.562 (/Gesamtheit der Gegenstände, Grenze der Welt) .."Frage inwieweit der Solipsismus eine Wahrheit ist, was der Solipsismus nämlich meint, ist ganz richtig, nur lässt es sich nicht sagen, sondern es zeigt sich." Hintikka: deuten wir die Gegenstände des Tractatus als Gegenstände meiner Bekanntschaft, dann wird Wittgensteins vorsichtiger Solipsismus nicht nur verständlich, sondern geradezu vorhersehbar. I 98 Solipsismus/Tractatus/Hintikka: ist hier nicht metaphysisch, er hängt nicht davon ab, dass den Gegenständen irgendein spezifischer subjektiver bewusstseinsabhängiger Status zugewiesen wird. Es geht um ihre phänomenale Gegebenheit, damit ich sie auf meine Sprache beziehen kann. Dennoch hat das, was er als Solipsismus gelten lässt, einen spezifischen Inhalt. Realismus/Solipsismus/Hintikka: dagegen hat der Realismus recht mit seiner Behauptung, dass diese "Reduktion auf die Bekanntschaft" keine Auswirkungen hat im Hinblick auf die metaphysische Realität der übrigen Welt. I 99 Welt/Wittgenstein/Hintikka: die Beziehung zu mir ist nicht wesentlich für die Gegenstände. "die gewöhnliche Redeweise könnte den ((s) falschen) Anschein erwecken, als wäre die Beziehung zum Besitzer der Hand etwas, was im Wesen der Hand selbst liegt." ..daher könnte es einmal nützlich sein, einer Hand beim wiederholten Gebrauch einfach einen Namen zu geben. (Philosophische Bemerkungen VII. 71, 99f). II 132 Schein/Erscheinen/Scheinen/Wittgenstein: "Es scheint zu scheinen" kann man nicht sagen. Solipsismus und Behaviorismus sind einander entgegengesetzt. II 172 WittgensteinVsSolipsismus: Wenn es logisch unmöglich ist, dass jemand anderes Zahnschmerzen hat, dann ist es für mich ebenso unmöglich. II 172/173 Solipsismus/Wittgenstein: will nicht eine Schreibweise, in der das Ich ein Monopol hat, sondern eine, in der das Ich verschwindet. II 178 Zeitlicher Solipsismus/Russell/Wittgenstein: Russells Bsp Die Welt ist erst vor fünf Minuten entstanden. - Das ist nicht sinnlos, weil es ein Kriterium gibt - ähnlich wie bei Messungen. - Bsp "Jedesmal sitzt kein weißes Kaninchen da". II 180 "Nur die Gegenwart ist wirklich": Problem: Das gibt vor, ein Bild zu liefern, das mit einem anderen Bild im Gegensatz steht. - Das gelingt aber nicht. VI 88 Solipsismus/Wittgenstein/Schulte: Um meinen solipsistischen Standpunkt in Worte zu fassen, müsste ich über beide Grenzen hinaus können, der Welt und der Sprache - "Mein" steht nicht im Gegensatz zu "jenem". - Hier sieht man, dass der Solipsismus mit dem reinen Realismus zusammenfällt. >Grenzen, >Welt, >Realismus. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 NagE I E. Nagel The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979 Nagel I Th. Nagel Das letzte Wort Stuttgart 1999 Nagel II Thomas Nagel Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990 Nagel III Thomas Nagel Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991 NagelEr I Ernest Nagel Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Spinoza | Adorno | XIII 89 Spinoza/Adorno: Spinoza ist der äußerste Gegensatz zu einem idealistischen Denken, das Denkendes und Sein nicht antithetisch gegenüberstellt, sondern diese Antithese noch einmal in sich reflektiert. >Idealismus, >B. Spinoza. Ordnung/Spinoza/Adorno: Spinoza hat die eine - wie Kant gesagt haben würde - dogmatische Voraussetzung, dass alles aus einem Prinzip folgt. Diese Voraussetzung hat er selber nicht weiter abgeleitet, sondern in die Axiome und Definitionen verwiesen. Daraufhin konnte er den Identitätssatz ganz einfach so formulieren, dass die Ordnung der Ideen und die Ordnung der Dinge die gleiche sei. >Realität/Spinoza. XIII 246 Spinoza/SpinozaVsHobbes/Adorno: Spinozas unvollendete Spätschrift, der „Politische Traktat“(1) war eine direkte Antwort auf Hobbes‘ anti-rationalistischen und damit an sich anti-systematischen Impuls. >Rationalismus. Hobbes/Adorno: Hobbes ist dennoch einer der großen systembildenden konstruktiven Philosophen dieser Zeit gewesen. >Th. Hobbes. 1. B. Spinoza. Tractatus Theologico-Politicus (1670). |
A I Th. W. Adorno Max Horkheimer Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978 A II Theodor W. Adorno Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000 A III Theodor W. Adorno Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973 A IV Theodor W. Adorno Minima Moralia Frankfurt/M. 2003 A V Theodor W. Adorno Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995 A VI Theodor W. Adorno Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071 A VII Theodor W. Adorno Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002 A VIII Theodor W. Adorno Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003 A IX Theodor W. Adorno Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003 A XI Theodor W. Adorno Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990 A XII Theodor W. Adorno Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973 A XIII Theodor W. Adorno Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974 |
| Sprache | Wittgenstein | Rorty VI 134 Sprache/Wittgenstein: Ihr könnt kein Verfahren ausfindig machen, mit dem es gelingt, zwischen die Sprache und den Gegenstand zu treten. Hintikka I 22 Sprache/Ontologie/Wittgenstein/Hintikka: Man kann in der Sprache nicht angeben, wie viele Gegenstände es gibt. - Diese sind durch Namen gegeben. - ((s) Eine Liste kann man wohl geben.) Wittgenstein: Die Existenz eines Gegenstands lässt sich nicht ausdrücken - nur durch den Gebrauch des Namens in der Sprache. >Existenzsätze. I 41 Sprachrelativismus/Wittgenstein/Hintikka: "Könnte ein Löwe sprechen, würden wir ihn nicht verstehen." (I 323 Hintikka: ein Löwe hat andere Sinnesdaten). - Hintikka: in der Mathematik gibt es kein "common behavior". - In verschiedenen Systemen sind verschiedene Sätze wahr und falsch. I 190 Physikalische Basissprache/Erklärung/Wittgenstein/WittgensteinVsErklärung/Hintikka: "Metaphysik" - (>Großes Typoskript) - Statt dessen: Phänomenologie ist Grammatik. - Bsp Man sollte nicht entscheiden, ob zwei rote Kreise auf blauem Grund zwei Gegenstände oder einer sind. - Jede Umschreibung muss sich nach der des ersten Satzes richten. - Unklarheit über die Grammatik - Hintikka: a) die Gegenstände sind die Farben - b) die Gegenstände sind die Flecken. Beides ist phänomenologisch. - Beides ist sekundär zur Sprache der physikalischen Gegenstände und ihrer Eigenschaften. - Falsche Frage: wie viele Gegenstände da sind. WittgensteinVsPhänomenologie: Diese wollte entscheiden, wie viele Gegenstände da sind. I 255 Sprache/Wittgenstein/Philosophische Untersuchungen §§ 143-242/Hintikka: Sprache ist kein Kalkül. - Sie hat keine genau bestimmten Regeln - Nicht, dass die Regeln vage wären, - sondern die Frage stellt sich nur vor dem Hintergrund der Sprachspiele. II 60 Sprache/Signal/Wittgenstein: Bsp Auflösungszeichen in der Musik: ist ein Signal im strengen Sinn. - Die Sprache besteht nicht aus Signalen. - Ein Signal muss erklärt werden. - Im selben Sinn wie Farben. - Außer dem Farbwort "grün" brauchen wir noch etwas zusätzliches. II 226f Sprache/Wittgenstein: Es gibt eigentlich keine Lücken in unserer Sprache - auch wenn es nicht genug Wörter gibt, um die Veränderungen des Himmels zu beschreiben. - Es ist auch kein Mangel unseres Sehvermögens, dass wir die Regentropfen nicht zählen können. - Auch Unmöglichkeit kann man ausdrücken - Bsp dass ein Gegenstand zugleich grün und rot wäre - Lösung: Es wird durch willkürliche Konvention ausgeschlossen. VI 74 Sprache/Tractatus/Schulte: Die Sprache verkleidet den Gedanken. - Aus der äußeren Form kann man nicht auf die Form des Gedankens schließen. - Sie kann nach ganz anderen Zwecken gebildet sein. VI 116 Sprache/Zweck/Wittgenstein/Schulte: Man kann zwar alles mögliche mit der Sprache anstellen, doch keiner dieser Zwecke bestimmt das Wesen der Sprache. Nicht einmal so etwas wie Verständigung oder "Ausdruck der Gedanken". Tetens VII 74 Sprache/Sachverhalt/Tractatus/Tetens: Frage: Könnte es auch ein unzerlegbares Zeichen für jeweils einen Sachverhalt geben? Dann würde niemals zwei Sachverhaltszeichen gemeinsame Bestandteile (z.B. Wörter) haben. - Problem: dann könnte nicht dargestellt werden, das ein Gegenstand in mehreren Sachverhalten vorkommt. VII 75 Logik: wäre dann unmöglich. ((s) Keine Schlüsse, keine Syllogismen) Siehe auch Probleme im Zusammenhang mit >feinkörnig/grobkörnig. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 Tetens I H. Tetens Geist, Gehirn, Maschine Stuttgart 1994 W VII H. Tetens Tractatus - Ein Kommentar Stuttgart 2009 |
| Staat | Spinoza | Höffe I 232 Staat/Spinoza/Höffe: Da der Einzelne [seine Selbsterhaltung] schwerlich allein verfolgen kann, lässt er sich auf Gesellschaft ein und organisiert sich im Staat. Dieser ist umso stabiler, je mehr seine Regierung sich um Frieden und Freiheit bemüht, denn andernfalls ist mit Empörung der Bürger zu rechnen. Eines kann der Mensch allerdings nicht an den Staat abtreten, da es sich ohnehin nicht einschränken lässt: die Freiheit zu denken. >Freiheit/Spinoza, >Frieden, >Gesellschaft, >Gemeinschaft. Staatsziel: [So] heißt es im Theologisch-politischen Traktat(1): «Der Zweck des Staates ist in Wahrheit die Freiheit.» Institutionstheoretisch plädiert Spinoza [im Politischen Traktat(2)] für ein sich wechselseitig kontrollierendes Geflecht von Gremien, in das möglichst viele Individuen einzubinden sind. Freiheit: Den öffentlichen Gewalten räumt[Spinoza] das Recht ein, allgemein verbindliche Beschlüsse zu erlassen, hinsichtlich der persönlichen Lebensführung erkennt er aber einen zur Philosophie alternativen Zugang zum Glück (beatitudo) bzw. Heil (salus) an. Für diese Alternative eines Lebens aus religiösem Glauben braucht es keine philosophische («mathematische») Höffe I 234 Gewissheit. Es genügt vielmehr die moralische Gewissheit der biblischen Propheten(3), für die es wiederum keiner gelehrten Auslegung bedarf. Denn die Heilige Schrift lehrt «nur ganz einfache Dinge», jenen Gehorsam gegen Gott, der sich in einem Leben von Gerechtigkeit und Liebe zeigt(4). >Vorurteile/Spinoza, >Verfassung/Spinoza. 1. B. Spinoza, Tractatus theologico-politicus, Kap 20 2. B. Spinoza, Tractatus politicus 3. Ebenda, Kap 2 4. Ebenda, Vorrede |
Spinoza I B. Spinoza Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002 |
| Stellvertreter | Wittgenstein | VI 119 Formalismus/Stellvertreter/Zeichen/Symbol/WittgensteinVsFrege: Frege: Zeichen sind entweder bloße Schwärzung oder Zeichen von etwas. - Dann ist das, was sie vertreten, ihre Bedeutung. - Wittgenstein: falsche Alternative. - Bsp Schachfiguren: vertreten nichts. - Lösung: Gebrauch wie im Spiel statt Vertretung von etwas. - ((s) Gebrauch ist mehr als bloße Schwärzung und weniger als Vertretung eines Gegenstands.) - Wittgenstein: Formalismus ist nicht ganz unberechtigt. Hintikka I 52 Terminologie/Wittgenstein/Hintikka: Tractatus: Ding: Einzelding, Name, sprachliche Stellvertreter für Einzeldinge. (Durchaus taugliche Stellvertreter). I 138 ff Frege/Logik/Satz/Hintikka: Im Tractatus gibt es einen Bruch mit der Fregeschen Tradition: Die Logik Freges gilt als Theorie der komplexen Sätze. Wittgenstein untersucht die einfachsten Bestandteile der Welt und ihrer sprachlichen Stellvertreter. II 66 Denken/Stellvertreter/Wittgenstein: Gibt es denn nicht ein Stellvertreten "im Geiste"? Dieser Gedanke ist verfehlt und richtet eine Menge Schaden an; es scheidet das Denken in zwei separate Teile, den Organischen (wesentlichen) und den Nichtorganischen. Es gibt keinen geistigen Vorgang, der sich nicht symbolisieren lässt. Wir interessieren uns ausschließlich für das, was sich symbolisieren lässt. Denken/Gedanke/Wittgenstein: der Gedanke ist autonom. Bsp "Schmidt sitzt auf der Bank". Man könnte meinen, drei Dinge sind in seinem Geist, als Stellvertreter. Daran ist auch etwas Wahres. Welche Gewähr hätten wir aber, dass sie überhaupt irgend etwas vertreten? Was in meinem Denken gegeben ist, das ist vorhanden und wesentlich! Alles andere (was vertreten wird) ist belanglos. Deshalb ist das Denken in sich vollständig. Und was in meinem Denken nicht gegeben ist, kann für es nicht wesentlich sein! Der Gedanke weist nicht über sich hinaus, das glauben wir nur auf Grund der Art und Weise, in der wir Symbole verwenden. II 84 Bedeutung/Wittgenstein: wird innerhalb der Sprache festgelegt, und zwar durch Erklärungen. Der Ausdruck "die Bedeutung von" ist irreführend, da er an "Stellvertreter von" oder "Ersatz für" denken lässt. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Substanz | Wittgenstein | Hintikka I 69 ff Gegenstand/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Auch phänomenologische Objekte (Gegenstände der unmittelbaren Erfahrung) gehören dazu. 2.021 Die Gegenstände bilden die Substanz der Welt 2.024 Die Substanz ist das, was unabhängig von dem, was der Fall ist, besteht. 2.0271 Der Gegenstand ist das Feste, Bestehende, die Konfiguration ist das Wechselnde, Unbeständige. I 74 Substanz/Tractatus/Hintikka: (Gegenstände: Substanz der Welt..") Wichtig: Diese Art von Substantialität hat nichts zu tun mit der Beständigkeit oder Vergänglichkeit der Gegenstände im tatsächlichen Verlauf der Ereignisse. 2.025 Wittgenstein behauptet, dass die Gegenstände Form und Inhalt sind, also nicht nur Substanz der möglichen Welt, sondern auch ihre Form. Wenn ein Philosoph heute über logische Form nachdenkt denkt er wahrscheinlich in erster Linie als die Möglichkeiten, aus einfachen Sätzen komplexe zu bilden. I 102 ff Substanz/Gegenstand/Welt/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Wie ist es möglich, dass Gegenstände der Bekanntschaft, auf die wir nur zeigen können, als bestehende, feste Form der Welt fungieren? >Bekanntschaft. Was kann denn weniger bestehend, fest und beständig sein als die Sinnesdaten, die in Russells Schriften als Paradebeispiele gelten für die Gegenstände der Bekanntschaft? Substanz/Wittgenstein/Hintikka: das Problem der Substantialität bleibt also bestehen. Lösung: Die Lösung ist ganz anderer Art. Alles Reden über Beständigkeit ist relativ zu irgendeiner postulierten Veränderung oder Wechsel. Welcher Wechsel schwebt Wittgenstein vor? Der Wechsel von einer möglichen Welt zu einer anderen! Mit der Dauerhaftigkeit der Gegenstände in der Zeit hat das nichts zu tun. I 104 Substanz/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Nicht weil Wittgensteins Gegenstände unzerstörbar wären, sind sie substanzhaft - sondern weil sie die Bedeutungen unserer einfachsten Ausdrücke sind. - Jener Ausdrücke, deren Bedeutungen nicht mehr beschrieben sondern nur aufgewiesen werden können. - Es ist logisch falsch, auf einen Gegenstand zu zeigen "Dies existiert nicht". -Nicht, weil es unzerstörbar wäre. - Auch nicht unveränderlich - Anders: wenn sie zusammengesetzt wären. - Daher sind die Gegenstände, die die Substanz ausmachen, einfache Gegenstände. >Gegenstände. VI 73 Substanz/Tractatus/Schulte: Die einfachen Gegenstände bilden die feste Form der Welt, ihre Substanz. Sie enthalten die Möglichkeit aller Sachlagen. Schulte. hier gibt es drei Interpretationen: 1. Gegenstände realistisch, "wirkliche" Atome, ihrerseits unveränderlich 2. Gegenstände sind Sinnesdaten, 3. Die Beschaffenheit der Gegenstände ist nur in Abhängigkeit von der Funktion der sie bezeichnenden Ausdrücke zu begreifen. Tetens VII 48 Def Substanz/Tractatus/Tetens: Die Substanz der Welt ist die Menge aller logisch möglicher Welten. - ((s) > Logischer Raum). Tetens: was bleibt in diesen Welten gleich: Die Menge der Gegenstände! Es ändern sich die Sachverhalte. - ((s) = Konfigurationen). - Wirkliche Welt: die Welt, deren Sachverhalte Tatsachen sind. - Pointe: deshalb ist die Welt die Gesamtheit der Tatsachen. - Sachverhalt: mögliche Tatsache. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 Tetens I H. Tetens Geist, Gehirn, Maschine Stuttgart 1994 W VII H. Tetens Tractatus - Ein Kommentar Stuttgart 2009 |
| Tatsachen | Searle | III 44ff Institutionelle Tatsachen/Searle: Bsp Geld, Wahlen, Universitäten, Schach usw. zuerst muss es etwas Physisches geben. Tatsache/Searle: Eine Tatsache ist etwas außerhalb der Aussage, das sie wahr macht - eine Bedingung. Tatsache/Austin/Strawson: Eine Tatsache ist das, was ausgesagt wird, nicht etwas, worüber ausgesagt wird! III 212 Tatsache/Searle: Eine Tatsache ist ein allgemeiner Name für die Bedingungen, wie Sätze sich auf ...etwas... beziehen. III 219 Strawson: Tatsachen sind keine komplexen Dinge oder Gruppen von Dingen - Tatsache und Aussage sind keine zwei unabhängigen Gebilde. Tatsachen sind nicht sprachunabhängig. Tatsachen sind nicht das, "worüber" Aussagen sind. Frege: Eine Tatsache ist eine wahre Aussage (StrawsonVs, AustinVs, >Brandom pro). Strawson: Tatsachen sind nicht identisch mit Aussagen, weil sie verschiedene Rollen spielen. Tatsachen sind kausal, Aussagen nicht. III 214 Tatsachen sind der "innere Akkusativ" für wahre Aussagen (unechte Relation). III 219 Tatsachen/Searle: Tatsachen können nur formuliert und nicht genannt werden. III 215 Searle: Eine Tatsache ist nicht gleich einer wahren Aussage! Eine Tatsache hat kausale Relation. >Wahr-Macher. >Searle: Es sind mehrere Aussagen für eine Tatsache möglich. III 219 Tatsache/Searle: Eine Tatsache ist etwas außerhalb der Aussage, das sie wahr macht - eine Bedingung. III 219f Tatsache/Strawson: Eine Tatsache ist das, was ausgesagt wird, nicht etwas, worüber ausgesagt wird! ((s) Wie Brandom). >Tatsache/Bandom. SearleVsStrawson: Eine Tatsache ist keine wahre Aussage! Eine Tatsache hat eine kausale Relation. Mehrere Aussagen für eine Tatsache sind möglich ((s) Wie Austin). >Tatsache/Strawson, >Tatsache/Austin. --- V 145 Tatsachen/Sachverhalte/Searle: Tatsachen über einen Gegenstand sind irreführend. Es kann keine Tatsachen über einen unabhängig von Sachverhalten identifizierten Gegenstand geben! Sonst näherte man sich der traditionellen Substanz. Gegenstände können nicht ohne Tatsachen benannt werden (VsWittgenstein, Tractatus). >Tatsache/Wittgenstein, >Sachverhalt/Wittgenstein. Searle: Eine Quantifikation über Gegenstände ist irreführend - besser: "Es gibt Beispiele". |
Searle I John R. Searle Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996 Searle II John R. Searle Intentionalität Frankfurt 1991 Searle III John R. Searle Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997 Searle IV John R. Searle Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982 Searle V John R. Searle Sprechakte Frankfurt 1983 Searle VII John R. Searle Behauptungen und Abweichungen In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Searle VIII John R. Searle Chomskys Revolution in der Linguistik In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Searle IX John R. Searle "Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Tatsachen | Wittgenstein | Wright I 278 Gehalt/Inhalt/Wittgenstein: Alles Inhaltliche ist weich geworden .. Keine einschlägigen Tatsachen. Chisholm II 175 Tatsache/Wittgenstein/Simons: kein Gegenstand. (Russell dito.) Wittgenstein II 31 Tatsache/Denken/Welt/Ogden/Richards/Russell: Russell These: Die Relation zwischen Satz und Tatsache ist extern. - WittgensteinVsRussell: sie ist intern. II 83 Einzelnes/Wittgenstein: nur Ereignisse - Tatsachen - sind Einzelnes. II 113 Tatsache/Negation/Wittgenstein: Es gibt keine positiven oder negativen Tatsachen - positiv und negativ beziehen sich auf die Form der Sätze und nicht auf die Tatsachen. II 391 Tatsachen/Wittgenstein: beinhalten stets etwas zeitliches, mathematische Fakten oder Sätze dagegen nicht. III 148 Tatsache/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Zwischen Tatsache kann es keine Zusammenhänge geben. - (Weil es keinen Zusammenhang zwischen Elementarsätzen gibt). >Atomismus. Ein Gegenstand kann in mehreren Tatsachen vorkommen. - Aber weder eine Tatsache noch ein Gegenstand kann sich ändern. IV 16 Negative Tatsache/Tractatus/Wittgenstein: Das Nichtbestehen ist eine negative Tatsache. - 2.06. >Sachverhalte. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 Chisholm I R. Chisholm Die erste Person Frankfurt 1992 Chisholm II Roderick Chisholm In Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986 Chisholm III Roderick M. Chisholm Erkenntnistheorie Graz 2004 |
| Tautologien | Wittgenstein | IV 56 Tautologie/Tractatus: Sätze, die für jede Sachlage wahr sind, können überhaupt keine Zeichenverbindungen sein. (Tractatus 4.466) - Denn sonst könnten ihnen nur bestimmte Verbindungen von Gegenständen entsprechen. >Zeichen, >Gegenstände, >Welt. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Terminologien | Tugendhat | I 72f Veritatives Sein/Tugendhat: "es ist der Fall, dass p". - VsGegenstandstheorie - VsKonzeptualismus (Begriffe für Gegenstände) - immateriell - aber auch VsVorstellung - stattdessen: Sprache als Grundverfassung (ja/nein-Struktur). - TugendhatVsMittelalterliche Theorien: verum als "transzendentalen" Bestimmung des ens neben unum und aliquid - hätte Aristoteles sich auf das veritative Sein bezogen, so hätte er eine Semantik der Behauptung ausbilden können. I 91 VsHeidegger: Sein von Tatsachen statt "alles Sein ist Sein von Seiendem". I 162f Gegenstandstheorie/TugendhatVs: Sachverhalte als Gegenstände aufgefasst - VsWittgenstein/ VsTractatus: Sachverhalte als Verbindung von Gegenständen, Tatsache als Bestehen von Sachverhalten - Wittgenstein, spät: (Selbstkritik): "Komplex nicht gleich Tatsache". I 217 Gegenstandstheorie sah über die kommunikative Funktion der Sprache einfach hinweg. I 337 Sing Term/TugendhatVsGegenstandstheorie: kann das »stehen für« nicht verständlich machen. Auch nicht seinen eigenen Grundbegriff, den des Gegenstandes. I 338 Frege: singuläre Termini sind unselbständige Ausdrücke. I 246 hysteron-proton/Tugendhat: das Spätere früher - Fehlschluss der Vertauschung der Implikationsbeziehung - hier: auch ein Sachverhalt lässt sich immer nur seinerseits durch Sätze identifizieren. I 266 Def Ausweisungsspiel/Tugendhat: dass die Verwendungsregel, die erklärt wird, als Verifikationsregel zu verstehen ist - (pro) - ((s) Gebrauch > Wahrheitsbedingungen, >Bedeutung.) I 276 Die Spielregeln des Ausweisungspiels sind Verifikationsregeln. |
Tu I E. Tugendhat Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976 Tu II E. Tugendhat Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992 |
| Theologie | Spinoza | Höffe I 234 Theologie/Spinoza/Höffe: Als (bibelimmanente) Auslegung religiöser Texte ist die Theologie für den Glauben zuständig, der wiederum zum Gehorsam gegen Gott und zu einer durch Gerechtigkeit und Nächstenliebe bestimmten Frömmigkeit verpflichtet. >Bibel, >Bibelkritik, >Hermeneutik. Vernunft: Der natürlichen Vernunft hingegen kommt es auf die Erkenntnis an, die ihrerseits auf die ewige Wahrheit verpflichtet ist. >Vernunft. Man kann auch von einem doppelten Gehorsam sprechen: dort gegen den geoffenbarten Gott, hier gegen die eine natürliche Wahrheit. >Gehorsam. Weil beide Gehorsamspflichten gleichwertig, aber verschiedenartig sind, steht keine von ihnen im Dienst der anderen. Weder darf man die Vernunft als Magd der Theologie noch den Glauben als Magd der Vernunft missbrauchen(1). >Vernunft/Spinoza. 1. Spinoza, Tractatus theologico-politicus, Kap 15 |
Spinoza I B. Spinoza Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002 |
| Unendlichkeitsaxiom | Wittgenstein | IV 83 Unendlichkeitsaxiom/Russell/Wittgenstein/Tractatus: würde sich in der Sprache dadurch ausdrücken, dass es unendlich viele Namen mit verschiedener Bedeutung gäbe. (5.534) Lösung: Wenn wir Scheinsätze (Bsp "a = a", Bsp "(Ex) x = a") vermeiden (diese lassen sich in einer richtigen Begriffsschrift gar nicht hinschreiben), dann vermeiden wir die Probleme mit Russells Unendlichkeitsaxiom. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Variablen | Prior | I 30 Zahlenvariablen/Prior: Zahlenvariablen sind keine Namen! Bsp Wenn genau 3 Dinge φ und genau 4 Dinge ψ sind, dann sind mehr Dinge φ als ψ. Dann ist "3" kein Name sondern untrennbarer Teil des Verboperators "Genau 3 Dinge __". >Namen, >Operatoren, >Prädikation, >Ist, >Gleichheit, >Gleichungen, >Mengen, >Mengenlehre, I 33 Variablen/Quine: Gebundene Variablen dürfen nur für Namen stehen. Also für Dinge, nicht für Sätze. >Gebundene Variablen, >Quantifikation, >Gegenstände. QuineVsFrege: Namen stehen nicht für Sätze, nur für Dinge. Bsp "Für ein φ, φx" ist die einzige Möglichkeit, das zu lesen, dass es mindestens ein Ding gibt, sodass x dieses Ding "tut". >Sätze, >"Stehen für", >Namen/Frege, >Sätze/Frege. Quine selbst macht das nicht, aber er hat z.B. "ε" für "ist Element von". >Elementbeziehung, >Ist, >Prädikation. I 35 Gebundene Variable/Namen/Prior: Bsp Der offener Satz "x ist rothaarig": wofür steht x? >Offene Sätze/Aussagenfunktionen. Das hängt davon ab, wie wir "stehen für" verstehen: a) x steht für einen Namen, z.B. "Peter" (Stellvertreter) - oder b) für einen Gegenstand (Peter). PriorVsQuine: Gebundene Variablen können auch für Sätze stehen: "J. glaubt, dass p" (irgendetwas) steht dann für einen Satz. ad Wittgenstein I 93 Satzvariable/Wittgenstein: Tractatus: Der Ausdruck setzt die Formen aller Sätze voraus, in welchen er vorkommen kann. - ((s) Also schafft er selbst keine Satzformen). 3.312 Er wird also dargestellt durch die allgemeine Form der Sätze, die er charakterisiert. >Charakterisierung/Goodman. Wittgenstein: ...und zwar wird in dieser Form der Ausdruck konstant und alles übrige variabel sein. Satzvariable: Aristoteles' Neuerung war: "A" für einen ganzen Satz zu nehmen. Prior I 148 Gebundene Variablen/Prior: Gebundene Variablen stehen für logische Eigennamen: "Für ein x: 1. x φt , 2. Nichts anderes als x φt und 3. Es ist nicht der Fall, dass x ψt". I 164f Gebundene Variable/PriorVs viele amerikanische Logiker: Nicht jede gebundene Variable steht für einen Namen. |
Pri I A. Prior Objects of thought Oxford 1971 Pri II Arthur N. Prior Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003 W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Veränderung | Wittgenstein | Hintikka I 103 Veränderung/Wechsel/Gegenstand/Substanz/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Die Gegenstände bleiben erhalten. - Das ist die Substanz der Welt. - Veränderungen sind Wechsel von einer möglichen Welt zur anderen. (Es geht nicht um physikalische Bewegung). - ((s) WittgensteinVsLewis.) (LewisVsWittgenstein) - Unzeitlich sind die einfachen Gegenstände. - ((s) Nicht ihre Konfigurationen) - ((s) > Wittgenstein pro S4, nicht S5. Siehe S4/S5, Siehe auch >Zugänglichkeit). |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Verfassung | Spinoza | Höffe I 235 Verfassung/Spinoza/Höffe: Spinoza(1) setzt bei den Grundlagen von Recht und Staat an, zeigt, dass es weder möglich noch nötig ist, alles auf die höchsten Gewalten zu übertragen, und erschließt aus der Staatsverfassung und Geschichte der Hebräer einige politische Lehrsätze. Er erklärt, das Recht in geistlichen Dingen, einschließlich der Entscheidung über den äußeren religiösen Kult, stehe allein den höchsten Gewalten zu, und endet mit dem Argumentationsziel des gesamten Traktats: dass in einem freien Staat zwar nicht jeder handeln darf, wie er will, dass es ihm jedoch erlaubt ist, zu denken, was er will, und zu sagen, was er denkt. >Staat/Spinoza, >Freiheit/Spinoza. Das für die Rechts- und Staatsphilosophie grundlegende Kapitel 16(2) bricht mit der traditionellen, bis in die spanische Spätscholastik reichenden aristotelisch-stoisch-thomistischen Naturrechtstheorie. >Naturrecht, >Aristoteles, >Stoa, >Thomas von Aquin. Naturrecht/SpinozaVsThomas/SpinozaVsAristoteles: Spinoza behält zwar den überlieferten Ausdruck des Naturrechts bei, gibt ihm aber eine grundlegend neue, ausschließlich naturalistische Bedeutung. Gemäß deren Prinzip Selbsterhaltung beinhaltet das Naturrecht keinerlei moralischen oder anderweitig normativen Anspruch. >Geltungsansprüche. SpinozaVsMachiavelli: Im Gegenteil darf jeder Mensch, also nicht wie bei Machiavelli nur der Fürst, tun, was die Moral zu verbieten pflegt, er darf mit Gewalt oder List agieren. >N. Machiavelli. Ohne jedes Pflichtmoment definiert, besteht das vorstaatliche Recht in nichts anderem als der eigenen naturalen Macht (potentia). Mit dieser fällt ein subjektives Recht - der berechtigte Anspruch einer Person - mit ihrer Fähigkeit, ihr Recht durchzusetzen, zusammen. >Recht, >Rechte, >Freiheit, >Gesellschaft. SpinozaVsRationalismus: Der in der Ethik methodisch kompromisslose Rationalist Spinoza lehnt hier erstaunlicherweise jeden Rückgriff auf die Ratio ab. Damit räumt Höffe I 236 er innerhalb seiner Metaphysik dem inhaltlichen Naturalismus den Vorrang vor dem methodischen Rationalismus ein. >Rationalismus. Der für die Überwindung des Naturzustandes erforderliche Staatsvertrag ist nur unter Nützlichkeitserwägungen gültig. >Vertragstheorie/Spinoza. 1. B. Spinoza, Tractatus theologico-politicus 2. Ebenda, Kap 16 |
Spinoza I B. Spinoza Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002 |
| Vernunft | Spinoza | Höffe I 234 Vernunft/Spinoza/Höffe: Spinoza schlägt (...) zwischen Rationalismus und Ablehnung der Vernunft einen «dritten Weg» ein.(1) Im Gegensatz zum rationalistischen Prinzip «sola ratione», allein durch Vernunft, und dem vernunftskeptischen Prinzip «sine ratio», ganz ohne Vernunft, setzt er sich für ein adressatenabhängiges Höffe I 235 Sowohl-als-auch ein, was unterschiedlich gedeutet werden kann. Das Sowohl-als-auch lässt sich als realistisch, als für die damalige Zeit zutreffend, oder als elitär verstehen: Laut Spinoza Sind nur wenige Menschen so weit zur Philosophie fähig, dass ihnen zur tugendhaften Lebensführung schon die Vernunft genügt. Vgl. >Emanzipation, >Freiheit, >Herrschaft, >Staat, >Ordnung. 1. B. Spinoza, Tractatus theologico-politicus, Kap 15 |
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| Vertragstheorie | Spinoza | Höffe I 236 Vertragstheorie/Spinoza/Höffe: Der für die Überwindung des Naturzustandes erforderliche Staatsvertrag ist nur unter Nützlichkeitserwägungen gültig. Vgl. >Verfassung/Spinoza, >Gesellschaftsvertrag. Ein kategorisches Gebot wie etwa die Forderung, ewige Treue zu halten, ist für Spinoza töricht. Um eine Vertragstreue erwarten zu können, muss daher aus dem Vertragsbruch mehr Schaden als Nutzen folgen, was die zu einer Staatsbegründung erforderliche politische Stabilität gefährdet. Während Hobbes die absolute Souveränität nicht grundsätzlich, aber aus pragmatischen Gründen der Monarchie zuspricht, gebührt sie nach Spinoza allein der Demokratie.(1) >Demokratie, >Th. Hobbes. 1. B. Spinoza, Tractatus theologico-politicus |
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| Vorurteile | Spinoza | Höffe I 233 Vorurteile/Spinoza/Höffe: Den öffentlichen Gewalten räumt [Spinoza] das Recht ein, allgemein verbindliche Beschlüsse zu erlassen, hinsichtlich der persönlichen Lebensführung erkennt er aber einen zur Philosophie alternativen Zugang zum Glück (beatitudo) bzw. Heil (salus) an. Höffe I 234 Es genügt (...) die moralische Gewissheit der biblischen Propheten(2), für die es wiederum keiner gelehrten Auslegung bedarf. >Bibel/Spinoza, >Bibelkritik/Spinoza. Um diese schlichte Einsicht zu erlangen, muss man sich allerdings der mühevollen Aufgabe unterziehen, theologische und politische Vorurteile zu überwinden. Im umfangreicheren ersten Teil, den Kapiteln 1—15 des Theologisch- politischen Traktats(1), erkennt Spinoza «weder ein übernatürliches Licht» noch «eine äußere Autorität» an. Er lehnt jede Expertokratie des Glaubens- bzw. Heilswissens ab, sodass jeder unvoreingenommene Leser, ohne ein Bibelgelehrter oder Philosoph zu sein, die Schrift sachgerecht verstehen kann und dann zur Einsicht gelangt, dass die Bibel letztlich nichts anderes lehrt als das, was schon die bloße Vernunft einsieht: Um glücklich bzw. selig zu werden, braucht man nur Gerechtigkeit und Nächstenliebe zu üben. SpinozaVsOrthodoxie: Inhaltlich besteht nach Spinoza das größte theologische Vorurteil in der Ansicht, jede Abweichung von der kirchlichen Orthodoxie sei ein Verbrechen, das die weltliche Obrigkeit zu ahnden habe. Nach Spinoza hingegen sind Prophetie mitsamt der Frömmigkeit einerseits und die natürliche Vernunft andererseits, also Theologie und Philosophie, zwei getrennte, aber koexistenzfähige Bereiche (...). >Theologie/Spinoza. Höffe I 236 Mit der Überwindung der theologischen und politischen Vorurteile verfolgt Spinoza zwei Ziele. Er will den damals lebensgefährlichen Vorwurf des Atheismus abwehren, vor allem aber «die Freiheit zu philosophieren» gegen die beiden damals mächtigsten Instanzen, die Religionsgemeinschaft und den Staat, verteidigen. >Religion, >Freiheit, >Gemeinschaft, >Staat. 1. Spinoza, Tractatus politicus, Kap 2. 2. Spinoza, Tractatus theologico-politicus, Kap 1-15 |
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| Wahrheitsbedingungen | Dummett | II 72 Wahrheitsbedingungen/Dummett: werden als gegeben vorausgesetzt - aber nur für jeden Typ von Sprechakt. - Eine Theorie der >Kraft muss dann zwischen Frage, Befehl usw. unterscheiden. Die Wahrheitsbedingungen angeben können heißt, den Satz paraphrasieren können, nicht einfach das Prädikat "wahr" anzuhängen! - Die Wahrheitsbedingungen selbst dürfen vorgängiges Verständnis des Satzes gerade nicht voraussetzen, wenn sie den Satz erklären sollen. - ((s) Aber man muss wissen was der Satz bedeutet, wenn man beurteilen will, ob die Tatsache gegeben ist, oder ob eine Paraphrase korrekt ist.) II 95 Wahrheitsbedingungen/Dummett: Beobachtung: Bsp Was es für einen Baum bedeutet, größer zu sein. Bsp Beobachtung von Fähigkeiten: kann nicht prinzipiell herausfinden, worin die Fähigkeit genau besteht. (Wir brauchen Wahrheitsbedingungen für die Zuschreibung von Fähigkeiten). II 100 Wahrheitsbedingungen/Dummett: Die Wahrheitsbedingungen kann man nicht kennen, wenn man nicht sagen kann, wann sie erfüllt sind III (a) 17 Sinn/Frege: Erklärung des Sinns durch Wahrheitsbedingungen. - Wittgenstein/Tractatus: dito: Unter welchen Umständen ist ein Satz wahr. >Sinn, >Fregescher Sinn. DummettVsFrege/DummettVsWittgenstein: dazu muss man aber bereits wissen, was die Aussage dass P wahr ist, bedeutet. - Vs: Wenn es dann heißt, P ist wahr bedeute dasselbe, wie P zu behaupten, dann muss man bereits wissen, welchen Sinn es hat, P zu behaupten! Problem: Das ist aber genau das, was erklärt werden sollte. >Bedeutung. VsRedundanztheorie: wir müssen sie entweder ergänzen (nicht bloß Bedeutung durch Behauptung und umgekehrt erklären), oder die Zweiwertigkeit aufgeben. III (c) 122 Für-wahr-halten/Dummett: Die Bedingungen für ein Für-wahr-Halten werden durch die Wahrheitstheorie angegeben! Problem: Wahrheitsbedingungen sind nicht immer erkennbar, auch wenn sie erfüllt sind. Lösung: Nur die Kenntnis der Bedingungen ist verlangt, nicht Kenntnis der Erfüllung. |
Dummett I M. Dummett Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992 Dummett II Michael Dummett "What ist a Theory of Meaning?" (ii) In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 Dummett III M. Dummett Wahrheit Stuttgart 1982 Dummett III (a) Michael Dummett "Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (b) Michael Dummett "Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144 In Wahrheit, Stuttgart 1982 Dummett III (c) Michael Dummett "What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (d) Michael Dummett "Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 Dummett III (e) Michael Dummett "Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326 In Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982 |
| Wahrheitsprädikat | Wright | I 29f Wahrheitsprädikat/Wright: Zwei Merkmale sind notwendig: 1. durch Praxis bestimmte präskriptive und 2. deskriptive Norm. Def deskriptiv normativ (Prädikat): deskriptiv normativ ist ein Prädikat dann, wenn die Wahl eines Zuges durch Handelnde tatsächlich dadurch geleitet wird, dass sie dem Urteil folgen, oder nicht. Def präskriptiv normativ: präskriptiv normativ ist ein Prädikat dann, wenn die Wahl innerhalb der Praxis auf diese Weise geleitet werden muss. Def Deflationismus: Das W-Prädikat sei mit Bezug auf jegliche assertorische (behauptende) Praxis von positiv normativer Art, sowohl präskriptiv als auch deskriptiv. >Wahrheitsprädikat. Präskriptiv: Jeder Grund zu denken, dass ein Satz T (=wahr) ist, kann zu einem Grund gemacht werden, den Satz zu behaupten. Deskriptiv: Die Praxis sieht genauso aus, wie sie aussehen würde, wenn die assertorischen Züge bewusst gewählt würden. >Behauptbarkeit/Wright. I 32 Die Unterscheidung von berechtigten und unberechtigten Zügen muss durch die tatsächliche assertorische Praxis bekräftigt werden. >Praxis. I 55 Tractatus/Wittgenstein: Objekt und Proposition sind formale Begriffe. >Tractatus, >Proposition, >Objekt. I 56 Minimalismus: Wittgensteins Vorschlag führt dazu, dass jedes Prädikat, das gewisse sehr allgemeine Merkmale aufweist, als Wahrheitsprädikat qualifiziert ist. Das funktioniert auch für den Pluralismus. >Minimalismus/Wright. I 180 Gehalt/Wright:Der Gehalt muss Disziplin und Oberflächensyntax (z.B. Konditional, Negation) eines Diskurses entsprechen. Der so gesicherte Gehalt genügt, um ein Wahrheitsprädikat zu qualifizieren (durch Plattitüden). >Gehalt/Wright. I 221f Def Wahrheitsprädikat/Wright: Ein Prädikat, das einer kleinen Menge von basalen Prinzipien genügt, (Plattitüden, u.a. über Behauptung und Negation). >Behauptung, >Negation. Diese kennzeichnenden Merkmale sind die einzigen, die essentiell sind für Wahrheit. Sie sind jedoch nicht hinreichend, um einen intuitiven Realismus bezüglich eines Diskurses zu motivieren. >Diskurs, >Realismus, >Hinreichendes. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Welt | Wittgenstein | Hintikka I 100 Welt/glücklich/unglücklich/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: vom Moore/Bloomsbury-Kreis beeinflusst: Ethik: Der moralische Status einer Handlung ist bestimmt durch ihre Konsequenzen. - Vorstellung von "wertvollen Erlebnissen". >Konsequentialismus, >Handlungen, >Moral. Hintikka: Dann ist die Welt mit solchen Erlebnissen eine andere als eine Welt ohne. II 123 Sprache/Welt/Wittgenstein: Wir haben die Vorstellung, dass die Sprache durch die Welt in Schranken gehalten würde - ((s) Die Welt bewirkt, dass Aussagen wahr oder falsch sind.) - Aber nicht, dass sich die Bedeutungen ändern - Sonst könnte eine neue Tatsache bewirken, dass die Aussage die sie darstellt, wegen neuer Bedeutungen so gelesen werden müsste, als wäre sie nicht eingetreten. >Wahrheit, >Bedeutung, >Tatsachen, >Sprache. ((s) Das zeigt, dass Wahrheit und Bedeutung unterschieden werden müssen.) II 138 Welt/Wittgenstein: Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge: Beschreibung - kein Verzeichnis. >Beschreibung. III 149 Welt des Glücklichen/Unglücklichen/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Ich bin meine Welt: Die Art und Weise, in der sich die Welt mir offenbart, gibt mit an, wie ich bin, ohne dass die Tatsachen um einen Deut verschieden wären. VI 69 Tractatus/Welt/Schulte: Die Welt des Tractatus ist entsprechend Dass-Sätzen geordnet. >Dass-Sätze. VII 19 Welt/Beschreibung/Eigenschaften/Tractatus/Wittgenstein/Tetens: Problem: Die Welt muss die Eigenschaften haben, ohne die sie sich nicht durch Aussagen beschreiben ließe. - Aussagen: müssen der Logik gehorchen - daher sind die logischen Strukturbedingungen unserer Aussagen zugleich die Bedingungen der Möglichkeit der beschriebenen Welt selber dar - (6.13). >Aussagen. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Welt/Denken | Wittgenstein | III 144 Sprache/Wirklichkeit - Denken/Welt: Das eigentliche Verhältnis zwischen Sprache (Denken) und Wirklichkeit kann nicht selbst Teil der Wirklichkeit sein! Grund: ein Abbild A muss die gleiche Form haben wie der Sachverhalt S. der der ist nun ein Bild B, welches das Verhältnis zwischen A und S als Abbildungsverhältnis wiedergeben sollte, so müsste es ebenfalls diese Form besitzen. Dann aber wäre es entweder nur mit A identisch, oder es wäre das Abbild eines anderen Sachverhaltes von gleicher Form. Bsp Ein Maler kann einen anderen Maler malen, er einen Baum malt. Wie aber sollte man den bloßen Umstand, dass der Maler den Baum malt, bildhaft stellen können? Das Bild zeigt einen Maler, der einen Baum malt. Aber welche Bindestriche auf dem Gemälde bilden eben diesen Umstand ab? Daher heißt es im Tractatus: Ein Satz zeigt seinen Sinn. (> Zeigen/sagen/Sinn: >Abbildtheorie/Wittgenstein, Sinn/Wittgenstein, Zeigen/Wittgenstein). Es ist einem abbildenden Elementarsatz nicht möglich, den Sinn eines Elementarsatzes abzubilden. Das ist nicht zu verwechseln mit unserer Möglichkeit anzugeben, was durch einen Satz ausgedrückt wird. Rorty IV 41 Sprache/Welt/Wittgenstein/Rorty: Nach Wittgenstein muss jede Vorstellung, die wir uns von einer unabhängigen Realität machen können, innerhalb der Grenzen unserer Lebensform bleiben - NagelVsWittgenstein: (mit Kripke): Wittgenstein kann nicht mit dem Realismus in Einklang gebracht werden. - ((s) Aber Thomas Nagel wie Wittgenstein: Wir können nicht in die Welt der Fledermaus eintreten. Vgl. >Fledermaus-Beispiel.) |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 |
| Willkür | Wittgenstein | II 230 Willkürlich/Willkür/Konvention: Zahlensysteme sind willkürlich. - Sonst würde eine andere Schreibweise anderen Tatsachen entsprechen. II 231 Natürlich kann man neuen Sätzen und Symbolen Sinn verleihen. - Eben deshalb heißen die Konventionen willkürlich. >Konventionen, >Sinn, >Symbole, vgl. >Namen. II 236 Willkür/willkürlich/Gesetz/Physik/Naturgesetze/NG/Wittgenstein: Bsp Bahnstörungen: Es ist willkürlich, ob wir unsere Gesetze für richtig erklären, und sagen, wir sehen lediglich den Planeten nicht, oder ob wir die Gesetze falsch nennen. - Wenn wir sagen, dass ein Planet in der Nähe sein muss, legen wir eine grammatische Regel fest. >Naturgesetze, >Regeln, >Grammatik. II 238 Die Gesetze der Logik, wie der Satz vom ausgeschlossenen Dritten sind willkürlich! - In Wirklichkeit verwenden wir oft Widersprüche. - Bsp Ich mag es und ich mag es nicht. >Logik. VI 115 Willkür/willkürlich/Grammatik/Regeln/Zweck/Wittgenstein/Schulte: Bsp Die Regeln des Kochens sind nicht willkürlich, weil sie durch den Zweck des Kochens definiert sind. - Dagegen: Grammatik: ist nicht durch den Zweck der Sprache definiert. - Die grammatischen Regeln konstituieren erst die Bedeutung. - Daher sind sie keiner Bedeutung verpflichtet. >Regeln, >Bedeutung. IV 31 Nicht willkürlich/Tractatus: Das Zeichen des Komplexes löst sich nicht willkürlich auf. - Bsp aRb. >Komplexe. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Zahlen | Wittgenstein | II 32 Zahl/Wittgenstein: Eine Zahl ist kein Begriff, sondern eine logische Form. >Begriffe. II 283 Zahlen/KZ/Wittgenstein: Dass es unendlich viele Kardinalzahlen gibt, ist eine Regel, die man aufstellt. >Regeln. II 343 Zahl/Frege/WittgensteinVsFrege: Eine Zahl sei eine Eigenschaft einer Eigenschaft. - Problem: Bsp Für blauäugige Männer im Zimmer. - Dann wäre die Fünf eine Eigenschaft der Eigenschaft, ein blauäugiger Mann im Zimmer zu sein - Bsp Um auszudrücken, dass Hans und Paul zwei sind, müsste ihnen dann eine Eigenschaft gemeinsam sein, die dem anderen gerade nicht zukommt. - ((s) Jeder müsste die Eigenschaft haben, vom anderen verschieden zu sein.) - Lösung/Frege: Die Eigenschaft, Hans oder Paul zu sein. >Disjunktion. II 344 Zahl/Wittgenstein: Eine Zahl ist nicht bloß ein Zeichen. - Man kann zwei Gegenstände der Form "Drei" haben, aber nur eine Zahl. - ((s) WittgensteinVsFormalismus.) >Zeichen, >Formalismus. II 360 Zahl/Definition/WittgensteinVsRussell: Gleichzahligkeit ist die Voraussetzung für eineindeutige Zuordnung. - Daher ist Russells Definition der Zahl zwecklos. - ((s) Weil zirkulär, wenn man Zahl über Abbildung definieren will). >Zirkularität. II 361 Definition/Wittgenstein: Statt einer Definition von "Zahl" müssen wir uns über die Gebrauchsregeln klar werden. >Gebrauch, >Regeln. II 415 Zahl/Russell/Wittgenstein: Russell hat behauptet, 3 sei die Eigenschaft, die allen Triaden gemeinsam ist. II 416 Def Zahl/WittgensteinVsRussell: Die Zahl ist ein Attribut einer Funktion, die eine Klasse definiert, nicht eine Eigenschaft der Extension. - Bsp Extension: Es wäre eine Tautologie zu sagen, ABC sei drei. - Dagegen sinnvoll: zu sagen, in diesem Zimmer sind drei Personen. IV 93 Def Zahl/Zahlen//Wittgenstein/Tractatus: 6.021 - Die Zahl ist der Exponent einer Operation. Waismann I 66 Def Natürliche Zahlen/Wittgenstein: Diejenigen, auf die man die Induktion bei Beweisen anwenden kann. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Waismann I F. Waismann Einführung in das mathematische Denken Darmstadt 1996 Waismann II F. Waismann Logik, Sprache, Philosophie Stuttgart 1976 |
| Zeigen | Wittgenstein | Rorty VI 147 Hinweisende Definition/Zeigen/Sprache/Wittgenstein: hinweisende Definition setzt voraus, dass in der Sprache schon eine Menge vorbereitet ist, Zeigen ist ohne Sprache nicht ausreichend, um ein Etwas herauszugreifen. (Dennett pro, SearleVs, NagelVs). Hintikka I 95 Sagen/Zeigen/logischer Eigenname/Russell/Hintikka: "dies" kann nicht ausgesprochen werden, nur genannt. - ((s) >Erwähnung / >Gebrauch) - ((s) Der Gegenstand kann mit "dies" nicht erwähnt werden.). I 102 Auf die Gegenstände der Bekanntschaft können wir nur zeigen. I 102 Zeigen/sagen/Tractatus/Bekanntschaft/Russell/Hintikka: auf die Gegenstände der Bekanntschaft können wir nur zeigen! - ((s) >Logische Eigennamen; davon zu unterscheiden sind >Demonstrativa.) I 193 Hinweisendes Zeigen/Ostension/Wittgenstein/Hintikka: kann kein Kriterium der kontinuierlichen Identität liefern. - Deshalb ist nicht alles, was gezeigt werden kann, ein Gegenstand. I 228 Zeigen/hinweisende Definition/Ostension/Wittgenstein/Hintikka: Sinnesdaten können nur durch Zeigen definiert werden. - Problem: muss das Zeigen selbst verstanden werden? - Hintikka: der Hörer muss wahrscheinlich den logischen Status der definierten Entität bereits kennen. - "dort"/"dies": wenn überhaupt durch Ostension einzuführen, dann muss das Zeigen in diesem Fall ganz anders sein. - Hintikka: Wittgenstein zögert lange, bevor er die hinweisende Definition fallen lässt. - Eine Alternative für den Bedeutungsbegriff und der Bedeutungszuschreibung ist schwer zu finden. - Zeigen/Wittgenstein: Grundgedanke: zweistellige Relation des Benennens (durch einen Namen) (WittgensteinVs). I 231 Mittlere Periode: erfolgreiche hinweisende Definition kann Regeln für den Gebrauch liefern. II 34 Zeigen/Ostension/Wittgenstein: Bsp "Dies ist grün" gibt keine Auskunft über eine Verbindung zwischen Grün und der Wirklichkeit. - "Dies" wird als Gleichheitszeichen verwendet. II 34 Zeigen/Ostension/Grammatik/Wittgenstein: Anwendung wird in der Grammatik nicht aufgezeigt. Die Anwendung der Zeichen liegt außerhalb der Zeichen, das Bild enthält nicht seine eigene Anwendung. Die Verbindung kann nicht in der Sprache hergestellt und durch die Sprache erklärt werden. Bsp "dies ist grün". Das "dies" gibt uns nicht die geringste Auskunft über die Verbindung zwischen Grün und der Wirklichkeit. Es wird hier als Gleichheitszeichen verwendet. II 35 Aber hier gibt es immer noch keine Verbindung. II 88 Sprache/Regel/hinweidende Definition/Wittgenstein: Bsp "Dies ist grau" kann entweder a) ein Satz sein oder - b) eine Regel bzw. eine Definition des Sprachgebrauchs. II 256 Hinweisende Definition/Zeigen/Ostension/Wittgenstein: Bsp man zeigt jemand ein rotes Quadrat mit den Worten "Das ist rot". - Dann kann es sein, dass er in Zukunft Quadrate rot nennt. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Zeit | Wittgenstein | Hintikka I 221 Zeit/WittgensteinVsTractatus/Wittgenstein/Hintikka: Vergleiche zwischen Sprache und Welt müssen in der Zeit stattfinden. - So werden die unzeitlichen Tractatus-Gegenstände fragwürdig. >Zeitloses. IV 108 Zeit/Tractatus/Wittgenstein: 6.3611 Wir können nur Vorgänge untereinander vergleichen, nicht einen Vorgang mit der Zeit. ((s) Wie Kant: >Zeit, >Raum.) |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor Vs Autor |
Eintrag |
Literatur |
|---|---|---|---|
| TractatusTractatus | Wittgenstein Vs Tractatus | Tugendhat I 163 Tractatus/Tugendhat: naive gegenstandstheoretische Position. Wittgenstein: "was der Fall ist, die Tatsache, ist das Bestehen von Sachverhalten" "der Sachverhalt ist eine Verbindung von Gegenständen". "Im Sachverhalt hängen die Gegenstände ineinander, wie die Glieder einer Kette". (2.03). (Später von Wittgenstein verworfen). Wittgenstein/spät/Selbstkritik/VsTractatus: Philosophische Bemerkungen: "Komplex ist nicht gleich Tatsache. Von einem Komplex sage ich, er bewege sich von einem Ort zum andern, aber nicht von einer Tatsache." "Zu sagen, ein roter Kreis bestehe aus Röte und Kreisförmigkeit, oder einem Komplex aus diesen Bestandteilen, ist ein Missbrauch dieser Wörter und irreführend." I 235 ff WittgensteinVsWittgenstein/WittgensteinVsTractatus/Hintikka: WWK, 209 f. "Unklar war mir im Tractatus die logische Analyse und die hinweisende Erklärung"..."dachte damals, dass es eine Verbindung der Sprache mit der Wirklichkeit".. I 236 Zeichen/Bedeutung/Definition/Zeigen/Waismann ("Thesen") :"wir können Zeichen auf zwei Arten Bedeutung geben: 1. durch Aufweisung 2. durch Definition." I 237 Hintikka: tiefere Gründe: im Tractatus hält die These der Unausdrückbarkeit der Semantik Wittgenstein nicht davon ab, die Rolle der hinweisenden Erklärung unter dem Deckmantel des Zeigens hervorzuheben. Durch seinen Wechsel von der phänomenologischen zur physikalischen Sprache ist es unmöglich für ihn, alle seine nicht weiter zurückführbaren Gegenstände hinweisend zu definieren. Ein und dieselbe Geste kann im Spiel sein, wenn man einen Personennamen, ein Farbwort, einen Stoffnamen (Massenterminus) ein Zahlwort, den Namen einer Himmelsrichtung hinweisend definiert. Die Unterschiede gehören offenbar nicht zum Bereich des Phänomenologischen, sondern zur Ontologie der Alltagsgegenstände. PU § 28 Aus diesen Gründen lehnt Wittgenstein eine Zeitlang die Vorstellung ab, das hinweisende Erklären könnte eine Verbindung zwischen Sprache und Wirklichkeit herstellen. I 297 ff Bild/Übereinstimmung/Wirklichkeit/Wittgenstein/Hintikka: ist die Bildhaftigkeit eine Übereinstimmung? I 298 Bild/Satz/WittgensteinVsTractatus/WittgensteinVsWittgenstein//Selbstkritik: "im Tractatus habe ich so etwas gesagt wie: sie sei eine Übereinstimmung der Form. Das ist aber ein Irrtum. Hintikka: das könnte den falschen Anschein erwecken, als habe Wittgenstein den Bildgedanken aufgegeben. Das ist aber ein Irrtum. Bild/Wittgenstein: das Bild kann einen möglichen Sachverhalt abbilden. Es braucht kein Bild eines faktischen Zustands der Welt zu sein. Ein Befehl ist normalerweise ein Bild der Handlung, die ausgeführt werden soll, aber nicht notwendig ein Bild der tatsächlich vollzogenen Handlung. (Ebenso Werkzeichnung). Welches ist die Projektionsmethode? I 299 "Ich stelle mir also vor, die Verschiedenheit zwischen Satz und Wirklichkeit werde durch die Projektionsstrahlen ausgeglichen, die zum Bild, zum Gedanken gehören und die keinen Raum mehr für eine Methode der Anwendung lassen. Es gibt nur noch Übereinstimmung und Nichtübereinstimmung." "Wie alles Metaphysische ist die Harmonie zwischen Gedanken und Wirklichkeit in der Grammatik der Sprache aufzufinden." II 138 Atomismus/VsAtomismus/Selbstkritik/WittgensteinVsTractatus: es war ein Irrtum, dass es Elementarsätze gäbe, in die sich alle Sätze zerlegen lassen. Dieser Irrtum hat zwei Wurzeln: 1. dass man die Unendlichkeit als Zahl auffasst, und annimmt es gebe eine unendliche Anzahl von Sätzen. 2. Aussagen, die Grade von Qualitäten zum Ausdruck bringen. ((s) Sie müssen nicht jeden anderen Satz ausschließen. Daher können sie nicht unabhängig sein). III 151 Tractatus/spätere Selbstkritik/WittgensteinVsTractatus/WittgensteinVsWittgenstein: zwei Schwachpunkte beschäftigten ihn: 1. dass die beschreibende Sprache so offen als Musterbeispiel für die eigentliche Sprache aufgefasst wird. Es gibt noch viele unberücksichtigte Sprachformen Es kann in Frage gestellt werden, ob der Sinn einer Äußerung unabhängig vom Zusammenhang verstanden werden kann. Außerdem Zweifel, inwieweit jeder sinnvolle Satz eine und nur eine logische Form besitzt. 2. Problem der Intersubjektivität unberücksichtigt III 214 WittgensteinVsTractatus (Selbstkritik): Diskussionen mit Ramsey und dem italienischen Wirtschaftswissenschaftler Piero Sraffa. SraffaVsTractatus: VsAbbildtheorie: Vs, dass ein sinnvoller Satz eine Projektion eines Sachverhalts sein müsse. Bestritt auch, dass jeder sinnvolle Satz in Elementarsätze aufgelöst werden könne. Aus dieser Kritik entstanden 1929 30 Philosophische Bemerkungen (PB) 1932 34 Philosophische Grammatik (PG) 1933 34 Das Blaue Buch + Das Braune Buch Hauptwerk der "Zweiten Periode": Philosophische Untersuchungen (PU). III 217 WittgensteinVsTractatus/Wittgenstein/spät/Flor: das kann in einer konkreten Situation durchaus sinnvoll und klar sein, eine vage Frage oder eine vage Beschreibung oder einen vagen Befehl zu geben. VI 95/96 logische Konstanten/Elementarsatz/WittgensteinVsTractatus/WittgensteinVsWittgenstein/Schulte: Selbstkritik: nimmt jetzt nicht mehr an, dass man später einmal die Elementarsätze würde angeben können. In Wahrheit haben wir schon alles, und zwar gegenwärtig! Neu: Vorrang des Satz Systems gegenüber dem Einzelsatz. Früher: glaubte ich, dass wir ohne die logischen Konstanten auskommen müssen, denn "und", "oder", "nicht" verbinden die Gegenstände nicht. (Daran halte ich fest). Aber ich glaubte fälschlich, die Elementarsätze seien unabhängig voneinander, weil ich fälschlich glaubte, die Verknüpfungsregeln der logischen Konstanten könnten etwas zu tun haben mit der inneren Struktur der Sätze. In Wirklichkeit bilden die logischen Konstanten vielmehr nur einen Teil einer umfassenden Syntax, von der ich damals noch nichts wußte." VII 148 Sprache/Tractatus/Tetens: die Sprache dient hier nur einem Zweck: Tatsachen abzubilden. WittgensteinVsWittgenstein/VsTractatus/später Wittgenstein/Tetens: statt dessen gibt es eine Mannigfaltigkeit von Sprachspielen. Um verständig zu sprechen, müssen wir an einer verwickelten sozialen Lebensform mit ihren vielfältigen Sprachspielen teilnehmen. VII 149 Der Philosoph muss beschreiben, wie wir die Ausdrücke in der Alltagssprache gebrauchen. VII 150 „...ein Bild hielt uns gefangen. Und heraus konnten wir nicht, denn es lag in unserer Sprache, und sie schien es uns nur unerbittlich zu wiederholen.“ (PU S. 82) deskriptiv/normativ/Tractatus/Tetens: Wittgenstein ignoriert im Tractatus die Unterscheidung zwischen deskriptiven und normativen Sätzen. Das nennt er später die „einseitige Diät“ ((s) nur deskriptive Sätze). (PU S. 251, § 593). VII 152 Skeptizismus/Philosophie/Wittgenstein/spät: die Wörter „Irrtum“, „Zweifel“ usw. haben auch die Philosophen aus der Alltagssprache gelernt, sie sind nicht zum Zweck des Philosophierens erfunden worden. VII 153 Täuschung/Wittgenstein/spät: wenn der Philosoph fragt, ob man sich nicht über alles täuschen könnte, dann verwendet er die Wörter auf eine Weise, wie er sie im Alltag niemals verwenden würde. VII 154 Wittgenstein: Bsp man kann nicht sagen, dass man sich in seiner Freude über etwas irrt. |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 Tu I E. Tugendhat Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976 Tu II E. Tugendhat Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992 |
| TractatusTractatus | Verschiedene Vs Tractatus | I 106 Gegenstand/VsWittgenstein/VsTractatus/Hintikka: viele Philosophen behaupten, Wittgenstein sei sich nie klar geworden über den metaphysischen Status der einfachen Gegenstände. Hintikka: als Gegenstand der Erfahrung haben sie semantischen Status, noch nicht metaphysisch. Russell/Moore/Hintikka: bei ihnen die Gegenstände der Bekanntschaft als Gegenstände der unmittelbaren Erfahrung definiert. Sogenanntes >Illusionsargument: mit seiner Hilfe gelingt es den beiden den nach ihrer Auffassung ausreichend begründeten Schluss zu ziehen, dass die Gegenstände der unmittelbaren Erfahrung (der Bekanntschaft) nicht mit physischen Gegenständen gleichgesetzt werden können! I 172 Ontologie/Tractatus/VsWittgenstein/Hintikka: ein weiterer Einwand besagt, dass Wittgensteins Tractatus-Ontologie unter den undefinierten Elementen keine Funktionen (im Gegensatz zu Eigenschaften und Beziehungen) enthält. Hintikka: der Grund ist wahrscheinlich seine Interpretation der Identität im Tractatus durch die es beschwerlich wird, Funktionen in der üblichen Weise als Relationen zu kennzeichnen, deren letztes Relatum durch die Wahl der übrigen Werte eindeutig bestimmt ist. |
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| Begriff/ Autor/Ismus |
Pro/Versus |
Eintrag |
Literatur |
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| Atomism, logisch Tractatus | Versus | Simons I 320 Atomismus: Wittgenstein Tractatus, Leibniz Monaden - VsAtomismus: Aristoteles: prima materia (Kontinualismus) - BlackVsWittgenstein/BlackVsAtomismus: "metaphysisches Vorurteil": die These, daß nicht jede Existenz bedingt ist - SimonsVsAtomismus. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Eigenschaft/Ggst Tractatus | Pro | Stalnaker I 181 Unterscheidung Objekt/Eigenschaften: pro: Tractatus/Wittgenstein - pro: Kripke - Vs: Searle/Dummett/Frege |
Stalnaker I R. Stalnaker Ways a World may be Oxford New York 2003 |
| Inflationismus Tractatus | Pro | Field II 104 Inflationismus: Frege/Russell/Tractatus/Ramsey: Wahrheitsbedingungen (WB) zentral für Bedeutung und Inhalt - Vs: Deflationismus: keine WB statt dessen vielleicht Verifikationstheorie. |
Field I H. Field Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989 Field II H. Field Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001 Field III H. Field Science without numbers Princeton New Jersey 1980 Field IV Hartry Field "Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
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| Essentialismus | Chisholm, R. | II 166 SimonsVsChisholm/SimonsVsBrentano: These Chisholm hat von Brentano einen mereologischen Essentialismus geerbt, mit dem ich nicht übereinstimme. Ich werde aber diese Ideen benutzen, um eine leicht abweichende Interpretation von Wittgensteins Tractatus zu geben. Wittgenstein selbst war nicht so klar in bezug auf Tatsachen wie es scheint. Selbstkritik: Durcheinander von Tatsachen und Komplexen. Zwischen dem späteren Wittgenstein und Brentano liegen Welten, aber es gibt Berührungen zwischen Brentano und dem Tractatus. Simons I 2 Chisholm/Mereologischer Essentialismus/Simons: Chisholm vertritt den mereologischen Essentialismus: These kein Objekt kann andere Teile haben, als es aktual hat. Vs: Problem: zu erklären, wieso normale Gegenstände nicht modal starr (alle Teile wesentlich) sind. Lösung/Chisholm: These (erscheinende) Dinge (appearances) ((s) alltägliche Dinge) sind logische Konstruktionen aus Objekten, für die der mereologische Essentialismus gilt. Lösung/Chisholm: These die tatsächlichen sind mereologisch konstant und die Erscheinungen wieder logische Konstruktionen aus unveränderlichen Objekten. SimonsVsChisholm: der Preis ist zu hoch. Simons I 275 mereologischer Essentialismus/Zwischenposition/Chisholm/Simons: es gibt noch eine weitere, die Chisholm ablehnt: daß einige Teile wesentlich sind und andere nicht. Das ist meine Position. ChisholmVsSimons: alle Teile sind notwendig. Simons: These einige Teile sind wesentlich (nicht notwendig!). |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Philosophie | Ryle, G. | Tetens Wittgenstein VII 147 Philosophie/Unsinn/logische Grammatik/Tetens: die These, daß sich die Philosophie einem Mißverständnis der "logischen Grammatik" der Sprache verdankt, findet sich weder bei Carnap noch im Tractatus, sondern bei Ryle in seiner Kritik VsDualismus, VsDescartes (Ryle 1969). |
W II L. Wittgenstein Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989 W III L. Wittgenstein Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984 W IV L. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960 |
| Wahrheitsfunktion | Sellars, W. | II 314 Tractatus/SellarsVsWittgenstein: nicht alle Aussagen können Wahrheitsfunktionen sein - denn das läßt sich nicht mit der These vereinbaren, daß elementare Aussagen "logische Bilder" von Tatsachen sind - Problem: nicht alle außersprachlichen Sachverhalte lassen sich durch eine Aussage ausdrücken - daher kann es keine Abbildungsbeziehung sein - Paradox/Sellars: daß wir eine Abbildung erkennen können, aber weder aussagen noch denken - Bsp (1) "S (in l) bildet aRb ab" - a) die Aussage "aRb" kommt darin gar nicht vor - b) sie kommt vor, aber (1) ist gar keine Aussage - - (...+...) - I 316 >Problem. Tatsache/Gegenstand - Lösung/Sellars: Tatsache = Quasi-Gegenstand: sprachlich (nicht in der Welt) - Problem: Wahrheit - dann müßte auch die Welt zur Sprache gehören - absurd. |
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| Wittgenstein | Danto I 70/71 Abbildtheorie/Wittgenstein/Danto: These: die Welt hat die gleiche Form hat wie die Sprache. Ohne daß die Welt selbst ihrer Struktur nach irgendwie linguistisch wäre, also mehr Spiegelung. Sellars II 318 Def Abbildung/Tractatus: Relation zwischen Tatsachen über sprachliche Ausdrücke einerseits und Tatsachen über nicht-sprachliche Gegenstände andererseits. Hintikka I 131 Hintikka These: die "Bildtheorie" ist in Wirklichkeit eine Vorwegnahme der ersten Bedingung Tarskis Wahrheitstheorie - I 132 WittgensteinVsTarski: eine Wahrheitstheorie ist unausdrückbar - I 136 Bildtheorie/Abbildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka These: Wittgensteins Bildkonzeption ist kaum mehr als eine besonders anschauliche Formulierung der gleichen Idee, die auch den üblichen Wahrheitsbedingung für Atomsätze zugrunde liegt. VII 72 Modell/Tractatus/Tetens: Bsp das Verhältnis zwischen Schallplatte und Partitur ist ein Modell für die Abbildungsbeziehung zwischen Sprache und Wirklichkeit. Das ist die These der Abbildtheorie des Tractatus. ((s) Also nicht die Partitur als Modell der Symphonie, sondern es geht um ein Modell einer Relation oder einer Isomorphie). |
Danto I A. C. Danto Wege zur Welt München 1999 Danto III Arthur C. Danto Nietzsche als Philosoph München 1998 Danto VII A. C. Danto The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005 Sellars I Wilfrid Sellars Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999 Sellars II Wilfred Sellars Science, Perception, and Reality, London 1963 In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
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| Wittgenstein | II 160 Logik/WittgensteinVsFrege: 1. es ist ziemlich willkürlich, was wir als Satz bezeichnen - daher bedeutet Logik bei mir etwas anderes als bei Frege - 2. VsFrege: alle Wörter sind gleich wichtig - Frege: These: "Wort", "Satz", "Welt" seien wichtiger. VII 14 Tractatus/Logik/Tetens: These des Tractatus : niemand kann sich außerhalb der Logik stellen. |
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| Wittgenstein | VII 27 Sinn/Tractatus/Tetens: umstrittene These: daß nur deskriptive Sätze sinnvoll seien. Naturwissenschaft/Tractatus: die "Gesamtheit der wahren Sätze" falle mit der -žgesamten Naturwissenschaft" zusammen. (4.11). |
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| Wittgenstein | I 25 Tractatus-These: alle logische Formen lassen sich aus den Formen von Gegenständen aufbauen. Unmöglich, das spezifische Wesen eines Gegenstands anzugeben, ebenso unmöglich, die logische Form eines Satzes anzugeben, denn die besteht ja aus den unausdrückbaren Formen einfacher Gegenstände. Wittgenstein These: Theorie der Zurückführbarkeit aller logischen Formen auf die der einfachen Gegenstände plus These der Unausdrückbarkeit dieser Gegenstände selbst. I 134 Tractatus/Hintikka: These: im Tractatus hat man es mit einer Vielfalt möglicher Tatsachen zu tun, so daß es eigentlich eine Modallogik ist. I 149 These 6 des Tractatus: daß sich eine beliebige Wahrheitsfunktion von Elementarsätzen wiedergeben läßt als das Resultat der wiederholten Anwendung einer spezifischen Wahrheitsfunktion, nämlich der gleichzeitigen Verneinung einer Reihe gegebener Sätze. 6. Die allgemeine Form der WaFu ist [p^, x^, N (x^)]. I 161 These: die logische Form sei die Form der Wirklichkeit. These alle logischen Sätze lassen sich am Symbol allein erkennen. I 162 These: wir können nichts Unlogisches denken. |
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| Wittgenstein | VII 27 Philosophie/Naturwissenschaft/Tractatus/Tetens: die beiden sind getrennt. Philosophie ist keine Naturwissenschaft. (4.111) |
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| Wittgenstein | VII 23 Beschreibung/Satz/Form/Tractatus: These: damit ein Satz die Welt beschreiben kann, muß er etwas mit ihr gemeinsam haben. Er muß mit ihr die "logische Form" teilen. VII 70 logische Form/Tractatus/Wittgenstein: These ist die Form der Wirklichkeit. (2.18) |
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| Wittgenstein | I 15 1. Sprache als universelles Medium: (SUM) These: Es ist nicht möglich, die Sprache von außerhalb zu betrachten. Bedeutungsbeziehungen müssen vorausgesetzt werden. 2. Unausdrückbarkeit der Semantik. (UDS) These: Wenn die Auffassung der Sprache als universelles Medium zutrifft, ist jegliche logische Semantik (Modelltheorie) unmöglich. I 17 Sprache als universelles Medium/SUM/Hintikka: stellt jegliche Modelltheorie in Frage. - Vertreter: Frege, Quine, Wittgenstein: These: Semantik kann nicht systematisch sein. - Dagegen: "Sprache als Kalkül": metasemantische Fragen - systematisch angelegte Semantik. III 135 Sprache/Tractatus/Flor: These: Alle Sprachen, die gesprochen und verstanden werden können (Deutsch, Chinesisch usw.) haben ein und dieselbe logische Struktur und diese Struktur findet sich in den Principia Mathematica. |
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| Wittgenstein | Sellars II 313 Tractatus/Sellars: Wittgenstein These alle Aussagen im technischen Sinn sind Wahrheitsfunktionen von elementaren Aussagen. 1. Aussagen sind nur das, was aussagt, daß etwas der Fall ist. 2. unterscheidet scharf zwischen Wahrheitsfunktionen und von ihm so genannten "materiellen Funktionen" (5.44). |
Sellars I Wilfrid Sellars Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999 Sellars II Wilfred Sellars Science, Perception, and Reality, London 1963 In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 |
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| Wittgenstein | VII 13 Tractatus/Ethik/Tetens: These das Ethische bildet das Zentrum des Buches. |
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| Wittgenstein | Prior I 41 Wittgenstein/Tractatus/Ramsey: These: Allquantifikation und Existenzquantifikation sind beides lange Konjunktionen oder Disjunktionen von Einzelsätzen (singulären Sätzen). |
Pri I A. Prior Objects of thought Oxford 1971 Pri II Arthur N. Prior Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003 |
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| Wittgenstein | I 55 These Unausdrückbarkeit der Existenz von Einzelgegenständen: Paradeï·"Bsp "Rot existiert". (PU § 57 ff) Daraus ergibt sich, daß Wittgenstein auch die Farben zu den Gegenständen rechnet, und daß die Angleichung aller Gegenstände im Tractatus an Eigenschaften weniger irreführend wäre als ihre Angleichung an Einzeldinge! |
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| Wittgenstein | Sellars II 317 Korrespondenz/Tractatus/Sellars: das ist die gesuchte 2. Art von "Korrespondenz": These: daß elementare Aussagen Konfigurationen von Eigennamen sind, die Konfigurationen von Gegenständen abbilden. Das bedeutet, daß Aussagen nicht Listen von Worten sind. .... läuft letztendlich auf die These hinaus, daß man jede Aussage, die mindestens einen Referenzausdruck und einen Beschreibungsausdruck enthält, in eine (erfundene) verständliche Sprache übersetzen kann, die Entsprechungen für Referenzausdrücke, nicht aber für Beschreibungsausdrücke enthält, dafür aber eine besondere Schreibweise der Referenzausdrücke, in die sich die Beschreibungsausdrücke übersetzen lassen. Wieder einmal hat sich das Wesen von "Abbildung" als Übersetzung erwiesen! |
Sellars I Wilfrid Sellars Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999 Sellars II Wilfred Sellars Science, Perception, and Reality, London 1963 In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 |
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