| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Bedeutungswandel | Brandom | I 670 Begriffswandel/Bedeutungswandel/QuineVsFeyerabend: Lösung: das semantisch Relevante ist nicht die Bedeutung sondern der Bezug (die Referenz). - Das, was wir repräsentieren wollen, und nicht das, was wir darüber sagen - kommuniziert wird der extensionale Gehalt. - Auch vom Zarathustra-Anhänger kann man erfahren, ob die Sonne scheint. - Inferentielle Signifikanzen, die ja von Sprecher zu Sprecher variieren, spielen dann keine Rolle! Stattdessen gibt es Extensionen, die von möglicher Welt zu möglicher Welt variieren. >Mögliche Welten, >Extension, >Bedeutung. I 671 Gehalt/Begriffswandel/Scheffler/Boyd/Putnam: Gehalt wird jetzt nicht mehr als inferentielle Rolle aufgefasst: Inferenz kann auf zwei Ebenen wieder eingeführt werden: a) Einige inferentielle Richtigkeiten lassen sich von Inklusionsrelationen zwischen den Extensionen von Prädikaten ablesen. b) Die Einsicht in die Relativität der Extensionen gegenüber verschiedenen Kontextelementen führt zu einem neuen Begriff der Intensionen: - Def Intension/Brandom: Funktionen von Indizes zu Extensionen! Eine robustere Art von Gehalt, die günstigenfalls vom Zuhörer geteilt wird. (BrandomVs) - (Scheffler/Boyd/PutnamVsFeyerabend: Fortschritt als Rede von immer mehr Gegenständen, die immer mehr Prädikat-Extensionen ins Spiel bringen). >Gehalt. I 671f Inferentielle Gehalte als Funktionen/Begriffswandel: mögliche Lösung: geordnete Paare von Umständen u. Folgen der Verwendung - Vorteil: es wäre nicht nötig, immer zuzugeben, dass sich die Bedeutung der Worte bei jeder neuen Überzeugung ändert - BrandomVs: kann nicht erklären, warum die eine und nicht die andere Intension jetzt assoziiert wird. I 673 Problem: Funktionen nur durch Argumente konstruierbar, die jenseits von Verhaltensdispositionen liegen I 673 Begriffswandel/intensionale Theorie/BrandomVs: nicht einfach zu zeigen: Bsp Dass die frühen Theoretiker "Elektron" auf eine Weise intensional gebraucht haben, die genug Platz für unser Umdenken ließ - QuineVs: Bezug statt Bedeutung. (s.o.). >Referenz. |
Bra I R. Brandom Expressive Vernunft Frankfurt 2000 Bra II R. Brandom Begründen und Begreifen Frankfurt 2001 |
| Grammatik | Schiffer | I 253 Grammatik/Lewis/Schiffer: (vereinfacht) für Sprache in Gemeinschaft: (für subsententiale Ausdrücke): Def propositionale Determinante/Schiffer: für Wörter: Bsp Eigenschaft, Relation, Einzelding, usw. ((s) statt "semantischer Wert"). Def Grammatik/Lewis/Schiffer: ist dann ein geordnetes Paar dessen 1. Element eine Menge von Korrelationen von Wörtern und propositionale Determinanten, dessen 2. Element eine Menge solcher Kombinations-Operationen ist. Operation: wird stipuliert, nicht in Sprache vorgefunden. Bedeutung ist dann die propositionale Determinante die von der Grammatik mit dem Wort korreliert wird. >Sprachgemeinschaft, >Konvention/Lewis, >Semantischer Wert, >Geordnete Paare, >Grammatik/Lewis. |
Schi I St. Schiffer Remnants of Meaning Cambridge 1987 |
| Gültigkeit | Quine | VII (f) 116 Gültigkeit/Quine: sogar Gültigkeit und Extension von Prädikaten können eliminiert werden zugunsten von Wahrheitswert-Tabellen - Gültigkeit in der Quantorentheorie ist durch Beweistheorie eliminierbar. >Beweistheorie. VII (i) 161 Gültigkeit/Quine: Sätze, die für ein Universum gültig sind, sind es auch für ein kleineres Universum - außer für ein leeres Universum. - Daher sollten Gesetze für große Universen auch mögliche kleinere Universen berücksichtigen! - Test, ob Theoreme auch für leere Universen gültig sind: alle Allquantoren als wahr und alle Existenzquantoren als falsch setzen. X 77 Gültigkeit/gültig/Quine: es gibt zwei Definitionen der Gültigkeit, a) (bisher) als Eigenschaft von Schemata, die sich auf Einsetzen bezieht. b) macht von der Mengenlehre Gebrauch: dazu zwei Hilfsbegriffe: 1. Hilfsbegriff: "mengentheoretisches Analogon": ein logisches Schema, offener Satz der Mengenlehre: anstelle der Prädikationen "Fx", "Fy", "Gx" usw. schreiben wir "x ε a", "y ε α", "x ε β" usw. die Werte der Variablen “α”, “β” usw. sind Mengen. Zwei stellige Prädikatbuchstaben. Für "Hxy" verwenden wir geordnete Paare " Existenzquantifikation: Bsp (Ex)(Fx . Gx): mengentheoretisches Analogon: der offene Satz "Ex(x ε α. x ε β)". Pointe: dieser Satz spricht über Mengen und lässt Quantifikation über sie zu. Bsp "(α)". Schemabuchstaben: “F” usw. dagegen vertreten nur Prädikate und sind keine Variablen, die Werte annehmen. mengentheoretisches Analogon: während das Schema nur die logische Form von Sätzen darstellt, ist sein mengentheoretisches Analogon dagegen tatsächlich ein Satz von dieser Form. 2. Hilfsbegriff für die neue Definition der Gültigkeit: Modell. >Modelle. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Imaginäre Zahlen | Quine | XIII 30 Imaginäre Zahlen/Quine: sind eigentlich von derselben Art wie reelle Zahlen, sie wurden nur später eingeführt. Sie wurden nur gebraucht, um die Wurzeln aus negativen Zahlen ziehen zu können. Gleichung: hat immer n Lösungen wenn der höchste Exponent n ist. Reelle Zahlen: sind die positiven Zahlen und die 0. >Reelle Zahlen, >Gleichungen, >Zahlen. XIII 30 Negative reelle Zahlen/Quine: um sie überhaupt erst einmal zu erhalten, brauchen wir zunächst eine neue Art von Proportionen (ratios) zusammen mit irrationalen Zahlen Lösung: wir gebrauchen ausgezeichnete reelle Zahlen (positive und negative) um sie von den (positiven) reellen Zahlen zu unterscheiden. Schreibweise: ausgezeichnete (signed, bezeichnete) reelle Zahlen: als geordnete Paare (gP) ‹0,x› und ‹x, 0›. Geordnete Paare/gP/Reihenfolge/Quine: eine künstliche Weise, ein gP zu konstruieren ist z.B. {{x,y},x}… Hier ist x Element beider Elemente. ((s) So wird die Reihenfolge festgelegt). Danach können wir leicht auch y herausholen. imaginäre Einheit: Schreibweise i: = √–1. Def imaginäre Zahl: ist jedes Produkt yi, indem y eine bezeichnete (ausgezeichnete, signed) reelle Zahl ist. Def komplexe Zahl: ist jede Summe x + yi, wobei x und y bezeichnete (als positiv oder negativ bezeichnete) reelle Zahlen sind. Wegen der „Unverdaulichkeit“ von i ist die Summe nicht kommutativ. D.h. die Summe kann nicht verschieden aufgebrochen werden. Bsp 5 = 3 + 2 = 4 + 1. Das ist der Grund, warum komplexe Zahlen oft gebraucht werden, um Punkte einer Ebene zu repräsentieren. XIII 31 Komplexe Zahl/Tradition: vorher (im 19. Jahrhundert) wurden sie als geordnete Paare zweier bezeichneter reeller Zahlen angenommen. Proportionen/ratio/rationale Zahlen/Quine: haben zwei Sinne (senses) Positive ganze Zahlen: haben drei Sinne (senses) komplexe Zahlen: dasselbe passiert hier. Bsp a) √2, wie ursprünglich konstruiert, b) die positiv bezeichnete reelle Zahl + √2, c) die komplexe Zahl √2, also √2 + 0i, also ‹√2,0>. Reelle Zahl: kann immer auch als komplexe Zahl mit Imaginärteil = 0 dargestellt werden. Pointe: dadurch haben die rationalen Zahlen jetzt vier Sinne und die positiven ganzen Zahlen fünf Sinne! Aber das spielt in der Praxis keine Rolle. Auch nicht als philosophische Konstruktionen. In „Mengenlehre und ihre Logik“ habe ich diese Verdopplungen fast vollständig eliminiert. Bezeichnete komplexe Zahlen mit Imaginärteil 0 werden zu bezeichneten reellen Zahlen und diese zu unbezeichneten, normalen reellen Zahlen usw. Zahlen/Quine: (Mengenlehre und ihre Logik): am Ende werden alle diese Zahlen, (komplexe, imaginäre, reelle, rationale) zu natürlichen Zahlen. Nur diese letzteren werden verdoppelt, und zwar nur einmal, von der natürlichen Zahl n zu der rationalen Zahl 1/ n. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Mengenlehre | Bourbaki | Thiel I 308 Mengenlehre: Bei Bourbaki wird nie von Logizismus, immer nur von Mengenlehre gesprochen. Mengen sind genuin mathematische Gegenstände, nicht auf andere reduzierbar (Logik: Klassen). Der Mengenbegriff ist ein wesentliches Werkzeug zur Vereinheitlichung der Mathematik. >Mengen, >Mengenlehre, >Klassen, >Logik, >Vereinheitlichung. I 308/309 Mengenlehre: als Fundamentaldisziplin der Mathematik: Grundbegriffe wie Relation und Funktion werden auf den Begriff der Menge zurückgeführt, und zwar durch explizite Definition. >Elementrelation, >Teilmengen, >Relationen, >Funktionen. Relation als symmetrische oder asymmetrische Paarbildung zweistellige Relation. Manchmal brauchen wir Mittel, die Reihenfolge auszudrücken: Geordnete Paare. >Geordnete Paare. I 310. Def Funktionen: rechtseindeutige Relationen. |
T I Chr. Thiel Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995 |
| Mengenlehre | Thiel | Thiel I 308 Mengenlehre: Bei Bourbaki wird nie von Logizismus, immer nur von Mengenlehre gesprochen. Mengen sind genuin mathematische Gegenstände, nicht auf andere reduzierbar (Logik: Klassen). Der Mengenbegriff ist ein wesentliches Werkzeug zur Vereinheitlichung der Mathematik. >Vereinheitlichung, >Verallgemeinerung. I 308/309 Mengenlehre: als Fundamentaldisziplin der Mathematik: Grundbegriffe wie Relation und Funktion werden auf den Begriff der Menge zurückgeführt, und zwar durch explizite Definition. Relation als symmetrische oder asymmetrische Paarbildung zweistellige Relation. >Relationen. Manchmal brauchen wir Mittel, die Reihenfolge auszudrücken. Geordnete Paare. Def I 310. Funktionen: def: rechtseindeutige Relationen. I 310. Wenn man die Zurückführbarkeit aller höheren Zahlenarten auf die natürlichen Zahlen einmal voraussetzt, kann man auch diese noch mengentheoretisch gewinnen. >Reduktion, >Reduzierbarkeit, >Zahlen, >Reelle Zahlen. I 311 Die eigentliche Frage ist eine philosophische und betrifft die Berechtigung des hinter allem stehenden reduktionistischen Programms. Thiel: Ob auch noch Zahlen als mathematische Entitäten sich als Mengen erweisen, erscheint heute trotz aller logischen Sackgassen in die der klassische logizistische Ansatz geraten ist, immer noch eine der wichtigsten philosophischen Fragen. >Mathematische Entitäten, >Logik, >Ontologie, >Platonismus, vgl. >Hartry Field. |
T I Chr. Thiel Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995 |
| Metaphysik | Bigelow | I 275 Metaphysischer Realismus/Bigelow/Pargetter: pro Metaphysischer Realismus, der die Kausalrelation nicht einfach als Prädikat interpretiert, oder Menge geordneter Paare, sondern als Universale. >Metaphysischer Realismus, >Universalien, >Relationen, >Prädikate, >Mengen, >Geordnete Paare. |
Big I J. Bigelow, R. Pargetter Science and Necessity Cambridge 1990 |
| Metasprache | Quine | X 71 Metasprache/MS/Mengenlehre/Quine: in der Metasprache ist eine stärkere Mengenlehre möglich als in der Objektsprache. In der Metasprache ist eine Menge z möglich, so dass gilt ERz. ("z ist die Erfüllungsrelation."). ((s) Eine Menge, die die Erfüllungsrelation ist (in Form einer Menge von geordneten Paaren). Quine: In der Objektsprache nicht, sonst folgt >Grellings Paradoxie, >Objektsprache, >Mengenlehre. X 61 Objektsprache/Metasprache/Erwähnung/Gebrauch/(s): die Objektsprache wird erwähnt (es wird über sie gesprochen), die Metasprache wird gebraucht, um über die Objektsprache zu sprechen. Objektsprache/Metasprache/OS/MS/gP/Quine: wenn wir geordnete Paare so definieren (‹x,y›: die Menge, deren einzige Elemente {{x},1} und {{y},2} sind.), heißt das nicht, dass in der OS die Variablen auch Mengen oder geordnete Paare als Werte annehmen könnten. Wir gebrauchen die gP nur in der MS. Metasprache: ist hier die Alltagssprache, in der wir über Logik reden. Bsp wenn ich sage, das Paar <3,5› erfülle den Satz „x ‹ y“ dann nehme ich vorläufig an, dass der Satz „x ‹ y“ zur OS gehört und dass die Zahlen 3 und 5 zum Gegenstandsbereich der OS gehören. Ich brauche aber nicht anzunehmen, dass das gP ‹3,5› zur OS gehört. Es genügt, dass es zur MS gehört, und das tut es auch. Erfüllung/MS/OS/Quine(s): das was erfüllt, gehört zur MS, was erfüllt wird zur OS. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Mögliche Welten | Bigelow | I 138 Def Mögliche Welt/Bigelow/Pargetter: eine mögliche Welt e, in der ein Satz a wahr ist, ist dann definiert als maximal konsistente Menge die a als Element enthält. >Modalitäten/Bigelow. Mögliche Welten/(s): Mögliche Welten sind dann vollständig beschrieben in allen Einzelheiten, nichts ist unerwähnt und kein Detail ist widersprüchlich beschrieben. Pointe/Bigelow/Pargetter: Der Witz dabei ist, dass dann jedes Nichttheorem in irgendeiner möglichen Welt falsch ist. Es wird falsch sein in einer maximal konsistenten Erweiterung. So wird es eine maximal konsistente Erweiterung geben, in der der Satz falsch ist, d.h. eine Welt, in der er falsch ist. Theorem ist dann ein Satz, der in allen möglichen Welten wahr ist. Und das ist, was ein Vollständigkeitstheorem zeigen soll. >Vollständigkeit. Maximal konsistente Erweiterung/Bigelow/Pargetter: Eine konsistente Menge von Sätzen wird durch Hinzufügung entweder von a oder von ~a erweitert, wenn sie dadurch nicht widersprüchlich wird. Maximal konsistent ist die Erweiterung, wenn a (bzw. ~a) der letzte hinzufügbare Satz war. >Maximal konsistent. ((s) Es kann viele Erweiterungen geben, je nachdem ob ein Individuum in dem hinzugefügten Satz anders beschrieben wird. Das liefert Äquivalenzklassen (s.u.)). I 206 Def Mögliche Welt/Bigelow/Pargetter: Eine Mögliche Welt ist eine maximal konsistente Eigenschaft, die alle Dinge und Eigenschaften einer Welt umfasst. Welt/Eigenschaften/Theorie/Bigelow/Pargetter: Wie sehen die bisherigen Theorien in der Philosophiegeschichte aus, in denen man versucht hat, die Welt als ein Aggregat von Eigenschaften zu beschreiben? Bsp Wittgenstein, Tractatus Bsp Carnap, Der logische Aufbau der Welt. >L. Wittgenstein, >Tractatus, >R. Carnap, >Eigenschaften, >Tatsachen, >Sachverhalte, >Welt, >Realität, >Ontologie, >Atomismus. Bigelow/Pargetter: Wir könnten als letzte Individuen der Welt Raum-Zeit-Punkte annehmen. Jeder von ihnen kann eine bestimmte Eigenschaft entweder haben oder nicht haben. >Raum-Zeit-Punkte. Dann können wir Menge geordneter Paare konstruieren ‹belegt, x› Demokritische Welt/Terminologie/Cresswell/Bigelow/Pargetter: so hat Cresswell Welten genannt, die aus solchen Punkten konstruiert sind. (Cresswell 1972(1), 1973(2)) >M. J. Cresswell. Das entspricht ungefähr Russells logischem Atomismus. Ein n-stelliges Prädikat, gefolgt von n Individuen. >B. Russell, >Prädikate. Atomismus: Wir sollten annehmen, dass solche Atomsätze logisch voneinander unabhängig sind. >Atomsätze. I 207 Wenn es nur darum geht, ob ein Punkt belegt oder nicht belegt ist, wird die entsprechende Satzmenge sicher konsistent sein. Buch: ein vollständiges „Buch der Welt“ wäre keine Welt, sondern nur eine Repräsentation. Eigenschaften: entstehen dann aus Büchern (siehe Modalitäten/Bigelow) wie folgt: statt der Atomsätze bilden wir längere Sätze aus Kombinationen von Beschreibungen von Punkten durch geordnete Paare. Das führt zunächst einfach zu einem längeren Buch. I 208 Punkte: statt ihrer könnten wir auch Wellen, oder Elementarteilchen nehmen. Eigenschaften: statt der Eigenschaft eines RZ-Punkts, belegt zu sein, könnten wir auch Eigenschaften wie Ladung, Masse usw. wählen. Aus diesen können wir Folgen bilden: ‹P^1, P2,…x› das repräsentiert einen Punkt mit mehreren Eigenschaften. Masse: ist natürlich eine determinable (s.o.), d.h. wir brauchen noch reelle Zahlen um die Proportion anzugeben, die die D-able determiniert. >Determinates/determinables. Daher haben wir es mit einer Folge zu tun, die ein Individuum mit seinen Eigenschaften in Beziehung setzt: ‹r1,r2,…x› wobei ri eine reelle Zahl ist. Def Mögliche Welt /Bigelow/Pargetter eine Menge solcher Folgen {‹r1,r2,…x›,‹r’1,r’2,…y›,…} I 209 repräsentiert dann eine mögliche Welt (die viel reicher ist als eine Demokritische Welt). >Demokrit. 1. Cresswell, M. J. (1972). The world is everything that is the case. Australasen Journal of Philosophy 50, pp.1-13. 2. Cresswell, M. J. (1973). ogic and languages. London: Methuen. |
Big I J. Bigelow, R. Pargetter Science and Necessity Cambridge 1990 |
| Realismus | Bigelow | I VII Realismus/Bigelow/Pargetter: These: pro wissenschaftlicher Realismus. Auch Logik kann so am besten verstanden werden. Modaler Realismus/Bigelow/Pargetter: Pro: ein wissenschaftlicher Realist sollte ein modaler Realist sein. ((s) D.h. er sollte die Existenz möglicher Welten annehmen). >Modaler Realismus, >Mögliche Welten. I 38 Realismus/Bigelow/Pargetter: unser Realismus ist neutral in Bezug auf den Reduktionismus. >Reduktionismus. I 275 Metaphysischer Realismus/Bigelow/Pargetter: pro metaphysischer Realismus, der die Kausalrelation nicht einfach als Prädikat interpretiert, oder Menge geordneter Paare, sondern als Universale. >Metaphysischer Realismus, >Kausalrelation, >Geordnete Paare, >Prädikate, >Universalien. I 341 Beste Erklärung/BE/Bigelow/Pargetter: dahinter verbergen sich verschiedene Arten von Realismus. >Beste Erklärung. I 342 Realismus/Bigelow/Pargetter: Viele seiner Spielarten beruhen auf einer Besten Erklärung, da wir bei der Erklärung von irgendetwas zu erklärendem ausgehen. Fundierung/fundamentaler Realismus/Bigelow/Pargetter: dabei wird eine grundlegende Klasse von Entitäten angenommen. Diese erklären selbst nichts, liefern aber das zu erklärende Material. >Fundierung, >Erklärung. Vs: Das Rohmaterial sollten Empfindungen (Wahrnehmung, Erfahrung) sein. >Empfindungen, >Wahrnehmung, >Erfahrung, vgl. >R. Carnap. Erscheinung/Bigelow/Pargetter: Wenn wir mit Erscheinungen beginnen, können wir mittels Schluss auf die Beste Erklärung zu jeder Art von Realismus gelangen. >Erscheinung. Es ist aber kein „Realismus über Erscheinungen“. Realismus nimmt immer Gegenstände an. BigelowVsTradition: Die Tradition nimmt fälschlicherweise an, dass wir selbst gewissermaßen außerhalb stünden und nicht inmitten der Realität. Realismus/Erklärung/Bigelow/Pargetter: nicht alles, wovon wir annehmen, dass es real ist, trägt überhaupt zu Erklärungen bei! >Erklärungen, >Kausalerklärung. Realität/Bigelow/Pargetter: Es ist auch zweifelhaft, dass alle Dinge Erscheinungen erklären sollten. I 343 Def Direkter Realismus/Bigelow/Pargetter: These: Wir nehmen Objekte „direkt“ wahr. D.h. ohne ihre Existenz aus irgendetwas grundlegendem per Inferenz zu schließen. Da ist etwas dran! (pro: Armstrong 1961(1), Diskussion in Jackson 1977b(2)). BigelowVsDirekter Realismus: Selbst wenn wir durch Reflexion Ding und Erscheinung auseinanderhalten könnten, wäre es fraglich, ob das materielle Ding dann die bessere Erklärung wäre! >Gegenstände, vgl. >Dinge an sich. Erscheinung/Bigelow/Pargetter: Der Umgang damit ist trickreich. Es scheint, als müssten wir hier zuerst etwas über unsere inneren Zustände herausfinden. Der Normalfall ist aber der extrovertierte Wahrnehmende. Die Situation er extrovertierten Wahrnehmung muss außerdem der introvertierten Reflexion vorausgehen. >Wahrnehmung, >Reflexion. Beste Erklärung/Bigelow/Pargetter: nichtsdestoweniger, wenn wir Realisten sind, werden wir materielle Gegenstände als die BE unserer Erscheinungen (oder Wahrnehmung) auffassen. Realismus/Bigelow/Pargetter: jetzt zeigt sich, dass es eine Hierarchie von zwei Realismen ((s) a) direkter, naiver, b) reflektierter, durch Schließen aus Erscheinungen) gibt, und wie diese Hierarchie in der Praxis zerstört wird: wir beginnen mit einem Realismus und kommen durch den Schluss auf die Beste Erklärung auf den zweiten Realismus, und diese verschmelzen in ein und derselben Realität. >Abduktion. Die hierarchische Ordnung bleibt nicht in den Dingen sondern wird zu einem extrinsischen Merkmal ihrer Relation zu uns als Wahrnehmenden. Es gibt dann auch ein Feedback: den umgekehrten Schluss aus dem reflektierten Realismus auf den unreflektierten. I 344 Holismus/Bigelow/Pargetter: das führt zu einer Art epistemischen Holismus, den wir akzeptieren. Er bedroht den Realismus nicht. >Holismus. Erklärung/Beste Erklärung/Bigelow/Pargetter: wenn wir den Realismus aufgrund von Schlüssen auf die Beste Erklärung akzeptieren, müssen wir fragen, um welche Art von Erklärung es geht. Es kann z.B. um verschiedene Arten von (Aristotelischen) Ursachen gehen (s.o.). Die überzeugendsten sind sicher die, bei denen es um „effiziente“ Ursachen geht: Bsp Cartwright, Hacking: Realismus/Cartwright/Hacking: wird am besten durch Kausalerklärungen gestützt. >Realismus/Cartwright, >Realismus/Hacking. Quine/Two Dogmas/Bigelow/Pargetter: Quine hat viele Philosophen dazu gebracht, nicht nur im Lehnstuhl sitzen zu bleiben, sondern auch die Experimente in Zweifel zu ziehen, die Wissenschaftler real durchgeführt haben. Das lehnen wir ab. >Two Dogmas, >W.V.O. Quine, >Experimente, >Wissenschaft, >Gewissheit, >Methode, >Messen. Realismus/Bigelow/Pargetter: Wir lehnen aber auch das andere Extrem ab, dass Realismus allein aus Kausalerklärungen zu entstehen hätte. >Kausalerklärung, >Kausalität. I 345 Es kann auch formale Gründe (formale Ursachen/Aristoteles) für den Realismus geben. >Aristoteles. Modalität/Bigelow/Pargetter. so ist es auch eine berechtigte Frage, was Modalitäten in der Wissenschaft konstituiert. Modaler Realismus ist hier die Beste Erklärung für solche Angelegenheiten. >Modaler Realismus. Metaphysik/Platonismus/Universalien/Bigelow/Pargetter: Das kann von der Besten Erklärung gestützt werden: durch Schlüsse auf die Beste Erklärung zeigen wir, dass wir Modalitäten und Universalien in den Wissenschaften brauchen. Modalität/Bigelow/Pargetter: ihre primäre Quelle ist die Mathematik. Mathematik/Bigelow/Pargetter: unsere Metaphysik erlaubt eine realistische Auffassung der Mathematik (BigelowVsField). >Mathematik/Hartry Field, >Mathematische Entitäten, >Platonismus, >Universalien. 1. Armstrong, D. M. (1961). Perception and the physical world. London: Routledge & Kegan Paul. 2. Jackson, F. (1977b) Perception. A representative theory. Cambridge University Press. |
Big I J. Bigelow, R. Pargetter Science and Necessity Cambridge 1990 |
| Satzbedeutung | Lewis | II 197 Satzbedeutung/Lewis: Funktionen von Welten in Wahrheitswerte sind Satzbedeutungen. Einfacher: Sie sind eine Menge möglicher Welten. Index-Sprache: Eine Index-Sprache hat die Funktion, die Mengen von möglichen Welten nicht den Sätzen selbst zuweist, sondern geordnete Paare von Sätzen und möglichen Äußerungssituationen. >Mögliche Welten, >Wahrheitswerte. |
Lewis I David K. Lewis Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989 Lewis I (a) David K. Lewis An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966) In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis I (b) David K. Lewis Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972) In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis I (c) David K. Lewis Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980 In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis II David K. Lewis "Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35 In Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979 Lewis IV David K. Lewis Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983 Lewis V David K. Lewis Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986 Lewis VI David K. Lewis Konventionen Berlin 1975 LewisCl Clarence Irving Lewis Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970 LewisCl I Clarence Irving Lewis Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
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| Non-Faktualismus | Field, Hartry | I 21 Field: die natürlichste Folgerung ist, daß topologische Räume, Zahlen, geordnete Paare und Funktionen weder definitiv Mengen noch definitiv keine Mengen sind. (>Vagheit). Es gibt hier keine Tatsache, die darüber entscheidet! II 243 Nonfaktualismus: die wirkliche Welt enthält keine "normativen Tatsachen". II 256 Nonfaktualismus: bei epistemischer Unmöglichkeit des Antezedens eines Konditionals hier gibt es gar keine Frage der Akzeptierbarkeit (Behauptbarkeit?). |
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