| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Antirealismus | Wright | I 15 Antirealismus/Dummett: Verstehen muss sich im Verhalten äußern: im Gebrauch von Sätzen. - Das führt zur Unterscheidung zwischen (vielleicht unerkannter) Wahrheit und Annehmbarkeit von Sätzen und zwischen dem was es jeweils bewirkt. Evidenztranszendenz/(s): Auch wenn Belege gegeben sind, kann die Wahrheit abweichen.) >Akzeptierbarkeit, >Behauptbarkeit, >Wahrheit. I 84 Semantischer Anti-Realismus/Dummett: Wenn die Bedeutung einer Aussage durch die Wahrheitsbedingungen festgelegt sein soll, dann kann Wahrheit nicht unsere Fähigkeiten übersteigen, sie zu erkennen. ((s) Anti-RealismusVsBehauptbarkeit/(s): (s) ist zirkulär wenn indexikalisch.) >Indexikalität. I 102f Anti-Realismus: These: Wahrheit ist global als Superassertibilität zu verstehen. >Superassertibilität. Def Superassertibilität/(s): Zukünftige Behauptbarkeit unter geeigneten Bedingungen. >Behauptbarkeit/Wright. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Behauptbarkeit | Wright | I 26 ff Behaupbarkeit/Wright, Crispin: Bsp "Es ist nicht der Fall, dass P ist T" dann und nur dann, wenn es nicht der Fall ist, dass P T ist. Das ist für berechtigte Behauptbarkeit nicht von rechts nach links gültig! Behauptbarkeit ist natürlich schwächer. >Asymmetrie, >Äquivalenz, >Implikation. Berechtigte Behauptbarkeit/Negation: Im Fall von Unkenntnis: P ist nicht berechtigt behauptbar, aber auch nicht seine Negation. >Negation, >Rechtfertigung. Wahrheit/Unkenntnis: Etwas kann sehr wohl wahr sein, auch wenn nichts darüber bekannt ist! >Realismus, >Metaphysischer Realismus. Wahrheit/berechtigte Behauptbarkeit: Bsp Schnee ist weiß : die Entscheidung über Wahrheit und Behauptbarkeit kann hier divergieren! I 51 Deflationismus: These: "wahr" ist nur Mittel der Bekräftigung, daher keine von Behauptbarkeit verschiedene Norm. >Wahrheit, vgl. >Redundanztheorie. Eine Aussage kann gerechtfertigt werden, ohne wahr zu sein, und umgekehrt. >Konventionen, vgl. >Sprachgebrauch, >Sprachgemeinschaft. Field II 120 Behauptbarkeit/Wright/Putnam: Behauptbarkeit ist die einzige substantielle Eigenschaft. - Weil Wahrheit keine Eigenschaft ist. Field: Beide gehen sehr wohl nebeneinander, weil sie divergieren - Wahrheit geht tiefer. Wright I 35 Berechtigte Behauptbarkeit/Assertibilität/Negation: Bsp "Es ist nicht der Fall, dass P ist T" dann und nur dann, wenn es nicht der Fall ist, dass P T ist. - Das ist für berechtigte Behauptbarkeit nicht von rechts nach links gültig. - Bei Unkenntnis ist die Negation auch nicht behauptbar. I 52ff Wahrheit: zeitlos - berechtigte Behauptbarkeit: nicht zeitlos. >Zeitloses. I 68f Def Superassertibilität/Super-Behauptbarkeit/Wright: Eine Aussage ist superassertibel, wenn sie berechtigt ist, oder berechtigt werden kann, und wenn ihre Berechtigung sowohl die beliebig genaue Prüfung ihrer Abstammung als auch beliebig umfangreiche Ergänzungen und Verbesserungen der Information überleben würde. Vgl. >Gerechtfertigte Behauptbarkeit. Ideale Umstände/Putnam zeitlos. Superassertibilität ist keine externe Norm, sondern unsere eigene Praxis. - Sie ist metaphysisch neutral. I 81f Superassertibilität/Wright: These: Komische und moralische Wahrheiten können als Spielarten der Superassertibilität gelten. - (s) Weil alles, was wir in Zukunft erfahren können, aus unserer eigenen Praxis stammt, sind wir vor grundsätzlichen Überraschungen gefeit. I 102f Superassertibilität/Wright: Superassertibilität ist geeignet für Diskurse, deren Maßstäbe von uns gemacht sind: Moral, Komik. >Moral. I 115ff Superassertibilität/Field/Mackie: Die Wahrheits-Prädikate für Mathematik oder Moral können nicht im Sinne der Superassertibilität interpretiert werden. - Daher muss Superassertibles im Diskurs nicht wahr sein. - Daher rührt der Unterschied zwischen Superassertibilität und Wahrheit. >Mathematik, >Wahrheit, >Diskurs. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 Field I H. Field Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989 Field II H. Field Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001 Field III H. Field Science without numbers Princeton New Jersey 1980 Field IV Hartry Field "Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 |
| Erklärungen | Wright | I 182 Beste Meinung/Ethik/Moral/Wright : Wir werden im 5. Kapitel sehen, dass moralische Sachverhalte nicht in den besten Erklärungen unserer moralischen Überzeugungen auftreten! >Beste Erklärung/Wright. I 196f Beste Erklärung/Wright: Eine Erklärung kann nicht die beste sein, wenn sie nicht gewisse Einzelheiten enthält. (Das soll aber keine irgendwie naturalistische oder naturwissenschaftlich reduktionistische Art der Erklärung sein). >Naturalismus, >Reduktionismus. Eine Erklärung wird nicht als die Beste gelten können, solange es eine konkurrierende gleich gute Erklärung gibt, die aber nicht die kognitive Empfänglichkeit nutzt. Wenn eine solche Erklärung tatsächlich gleich gut ist, wird sie erklären, warum der (abweichende) Mensch in seiner Gemeinschaft nicht auffällt. >Gemeinschaft, >Sprachgemeinschaft, >Konvention. Dann kann aber die gesamte Gemeinschaft als defizient betrachtet werden! Die spezielle kognitive Fähigkeit wird damit zu einem fünften Rad. Vgl. >Externalismus. Wright I 223 Beste Erklärung/Wiggins: (Bsp von Harman) Strahlungsweg in der Nebelkammer als Spur des Protons zu interpretieren, auch wenn das Proton selbst völlig unsichtbar ist. Erklärung: Es gibt diesen Strahlungsweg, weil ein Proton durchgelaufen ist. Wright I 223 Harman: Das steht im Gegensatz zur Situation im Falle der Moral/Ethik. Wright I 233f Wiggins: Nicht direkte kausale Rolle, sondern vielmehr "freisprechende Erklärung": eine Erklärung dafür, dass ein Subjekt einer Überzeugung anhängt, nach dem Schema: Aus diesem, jenem oder anderen Gründen lässt sich tatsächlich nichts anderes denken, als dass P. Daher ist es eine Tatsache, dass P. Angesichts der Umstände usw. kann es daher keine Überraschung sein, dass das Subjekt glaubt, dass P. Bsp (i) Nichts anderes lässt sich denken, als dass 5 + 7 = 12. Bsp Sklaverei ist unrecht, nichts anderes lässt sich denken.(Bsp von Wiggins). >D. Wiggins, >Kognitive Nötigung, >Kausale Rolle. I 240 Beste Erklärung/Physik: Sollte die beste Erklärung nicht immer dieselbe sein? Schließlich sind die kausalen Vordersätze sozusagen bereits an Ort und Stelle, was auch immer das Schicksal der Theorie später einmal sein wird. Warum sollte die beste Erklärung über die Angabe der Gründe und Gesetze hinausgehen, die eben die Kräfte erklären, die unsere Überzeugungen generieren? Wright: Es gibt keinen Grund, warum die beste Erklärung auf irgendwelche Sachverhalte Bezug nehmen sollte, die der Theorie, wie wir annehmen, tatsächlich Wahrheit vermitteln. Beste Erklärung/Physik/Wright: sollte im wissenschaftlichen Erbe bestehen, sowie auf Beobachtungen und gewissen psychologischen Gesetzen! >Erklärung/Harman. ((s) Also sollte man doch nicht die Sachverhalte erwähnen.) Könnte die beste Erklärung nicht immer "besser gemacht werden", indem man immer eine noch fundamentalere Ebene aufsucht (z.B. subatomar, usw.) Wenn Erklärungen nur dann am besten sind, wenn sie letztgültig sind, dann werden sie ihren Gehalt immer "überholen". >Behauptbarkeit, >Superassertibilität, >Ideale Behauptbarkeit. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Euthyphron | Wright | I 108 Def Euthyphron/Platon: ("Eutyphron-Kontrast") Realist, Sokrates: Bestimmte Handlungen werden von den Göttern geliebt, weil sie gottgefällig sind. Die Götter haben die Fähigkeit, die Eigenschaft zu erkennen, die Eigenschaft der Gottgefälligkeit ist eine Sache, sie aufzuspüren eine andere. Das ist "detektivistisch". Extensionen: fällt hier auseinander. Dagegen: Anti-Realist, Euthyphron: Bestimmte Handlungen sind gottgefällig, weil sie von den Göttern geliebt werden. Das ist konstitutiv von der Meinung der Götter abhängig, es ist nicht epistemisch zu erforschen, nicht unabhängig von den Meinungen. Das "Weil" ist hier begrifflich. Das ist "projektivistisch". Extensionen: fallen hier zusammen. Realist/Dummett: Bestimmte Aussagen (im fraglichen Diskurs) sind superassertibel, weil sie wahr sind. (Konstitutive Unabhängigkeit der Wahrheit von der Superassertibilität). >Superassertibilität, >Behauptbarkeit/Wright. Anti-Realist: solche Aussagen sind wahr, weil sie superassertibel sind. >Antirealismus. I 142 Euthyphron/Platon: Bestimmte Handlungen sind gottgefällig, weil sie den Göttern gefallen (Verleihung eines Prädikats, Projektion) - Gegenposition: Realismus: sie gefallen , weil sie gottgefällig sind: hier wird etwas erkannt, Fähigkeit, "detektivisch". Farbe/Johnston: Gestalt wird detektivistisch, Farbe projektivistisch gelesen. I 143 Euthyphron/Wright: Basisgleichung: Für alle S,P: P dann und nur dann, wenn (CS, dann RS) S: jeder Akteur "P": alle Urteile einer sehr breit gefächerten Klasse von Urteilen "RS": drückt aus, dass S eine bestimmte relevante Reaktion zeigt. "CS": Erfüllung gewisser Optimalitätsbedingungen für jene besondere Reaktion. Die Erfüllung der Bedingungen C durch S stellt sicher, dass keine anderen Umstände einer Alternative größere Glaubwürdigkeit hätten verleihen können. Basisgleichung/Mark Johnston: Bsp x ist quadratisch dann und nur dann, wenn x von Standardbeobachtern unter Standardbedingungen als quadratisch gesehen wird. - Das gilt ebenso für Rot. >Standardbedingungen. Gestalt/Farbe/Johnston: zentraler Unterschied: Gestalt: wird detektivistisch, Farbe: wird projektivistisch gelesen. Moral/Moralischer Diskurs: wird projekivistisch gelesen, wie der wie über Farbe. I 152 Euthyphron/projektivistisch: apriorisches Wissen - detektivistisch: nicht a priori, nicht analytisch. >a priori, >Analytizität, >Wissen, >Moral, >Farbe, >Wahrnehmung, >Urteile. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Extension | Wright | I 70 Extension/Wahrheit: Hinsichtlich der Extension kann Superassertibilität potentiell von der eigentlichen Assertibilität divergieren. - Bsp Gold zur Zeit des Aristoteles. >Behauptbarkeit, >Wahrheit, >Natürliche Art, >Extension, >Intension. |
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| Minimalismus | Wright | I 52 Def Minimalismus/Wright: Bestandteile: (i) das Äquivalenzschema "es ist wahr, dass P dann und nur dann, wenn P, (ii) "P" sagt, dass P, (iii) ein Satz kann als wahr gekennzeichnet werden, wenn seine Proposition wahr ist, (iv) die Gültigkeit des modus tollens, (v) dass es unschädlich ist, "P" entspricht den Tatsachen" als etwa "Die Dinge sind, wie "P" sagt, dass sie sind" anzunehmen. Der Minimalismus erkennt Wahrheit als echte Eigenschaft an. (VsDeflationismus) >Deflationismus, >Wahrheit, >Gültigkeit, >modus tollens, >Propositionen, >Sätze, >Äquivalenz, I 102f Minimalismus/Wright: Der Minimalismus ist neutral zwischen Anti-Realismus: (Superassertibilität) und Realismus: evidenztranszendente Wahrheit. >Superassertibilität, >Behauptbarkeit, >Realismus, >Anti-Realismus. I 225 Minimale Wahrheitsfähigkeit/mWf/Wright mehr als mwf: wenn in der Besten Erklärung unserer wahren Überzeugungen die Tatsachen erwähnt werden müssen, auf die sich die Überzeugungen beziehen. >Wahrheitsfähigkeit, >Beste Erklärung/Wright. I 267ff Globaler Minimalismus/Wright: ...daraus könnte man statt totaler Skepsis einen globalen Minimalismus folgern: alle Bedeutungen und die Wahrheit sind nur höchstens minimal wahrheitsfähig. I 271 Boghossian: Globaler Minimalismus, Non-Faktualismus: bezüglich Bedeutung, nicht Wahrheit: Es gibt keine Eigenschaft, dass ein Wort etwas bedeutet, folglich auch keine Tatsache - zieht globalen Non-Faktualismus nach sich, im Gegensatz zu allen anderen Non-Faktualismen. >Non-Faktualismus. I 285 Boghossian: "globaler Minimalismus": mit der Wahrheit kippt auch jegliche Bedeutung. >Bedeutung, >Tatsachen. |
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| Negation | Wright | I 275/76 Negation/Logik/Wahrheit/Korrektheit/korrekt: Wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel ist, gibt es eine Unterscheidung zwischen der a) eigentlichen, strengen Negation: verwandelt jeden wahren oder korrekten Satz in einen falschen oder inkorrekten; b) Negation: wirkt so, dass ein wahrer (oder korrekter) Satz genau dann konstruiert wird, wenn sein Argument keine Wahrheit erreicht. >Korrektheit/Wright, >Wahrheit, >Behauptbarkeit. Negation/WrightVsBoghossian: Der Vorschlag nimmt ja tatsächlich an, dass ""A" ist wahr" komplementär sein sollte der Negation von A im letzteren Sinne. Ein vollkommen vernünftiger Gegenvorschlag ist aber, dass A viel eher dem strengen Begriff der ersteren Negation komplementär sein sollte. Dann ist für den Fall, dass A bloß korrekt ist, die Bewertung von ""A" ist wahr" ebenfalls korrekt und die Anwendung des Wahrheitsprädikats wird generell konservativ sein. >Konservativität. WrightVsVs: Der Teppich wirft nun aber an anderer Stelle Falten: I 88 Negation: Def Negationsoperator "Neg": "Neg A" ist wahr, wenn A falsch ist und falsch in allen anderen Fällen (z.B. bei fehlender Behauptbarkeit oder Super-Assertibilität). >Superassertibilität. Falsche Lösung: Dann besteht bei schwacher Gültigkeit von A <> B: Negationsäquivalenz: "Neg (P) ist wahr" <> Neg("P" ist wahr)? WrightVs: Das geht nicht, selbst nicht bei "behauptbar" statt "wahr". |
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| Realismus | Wright | I 104 Realismus/Wright: Der Realismus fordert Bivalenz, d.h. er ist nur für bestimmte Diskurse geeignet. - Er erzwingt eine Unterscheidung zwischen W-Prädikaten für Diskurs und Superassertibilität. >Bivalenz, >Wahrheitswerte, >Wahrheitsprädikat, >Diskurs, >Superassertibilität. W-Präddikat (realistisch): ist unabhängig von Belegen/Evidenz. >Belege. Dann sollte der Text ein Merkmal haben, das die Superassertibilität nicht hat - dann ist Superassertibilität inadäquat. >Wahrheitsbedingungen, vgl. >Wahrheitskriterium. |
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| Rechtfertigung | Wright | I 92 Geschichte/Vergangenheit/Wright: Es ist eine Eigenart von Beweismitteln für Vergangenes, dass nichts garantieren kann, dass die zur Zeit verfügbaren Belege nicht aufgrund irgendwelcher unglücklichen Umstände irreführend sein könnten. Infolgedessen gilt auch für Aussagen über Gegenstände und Ereignisse im Präsens (Gegenwart), dass ihre Rechtfertigung nicht ganz generell ein Grund für die Annahme sein kann, dass dies nicht (in Zukunft) ihr Schicksal sein wird. Rechtfertigung/Superassertibilität/Wright: Die Rechtfertigung ist daher kein uneingeschränkter Grund, eine Aussage als superassertibel anzusehen! >Superassertibilität. Berechtigung/Wright These: Die Berechtigung, etwas zu behaupten setzt die Berechtigung voraus, etwas als superassertibel anzusehen. >Behauptbarkeit. I 96 Rechtfertigung/Wright: Die Überzeugung, dass die gesamte Evidenz nicht irreführend ist, ist nicht etwas, wofür eine Rechtfertigung/Berechtigung erworben werden muss! Es ist eine unentbehrliche Defaultannahme (>Default: Abwesenheit (von Evidenz)). >Belege, >Methode. Wenn das korrekt ist, gilt das folgende Konditional: Wenn P, dann gibt es auch eine günstige Bilanz der P betreffenden verfügbare Evidenz, solange diese endlich ist. Obwohl nicht a priori wahr, so ist es doch a priori gerechtfertigt. Wright: Das bekräftigt die Superassertibilität. I 211f Def Default-Beziehung der Bestätigung zwischen Erfahrungen und Aussagen: Bsp "Jener Stern ist von gelblicher Farbe" ist eine Default-Rechtfertigung, insofern sie die Farbe betrifft. Eine passende Rechtfertigung durch Erfahrung ist im Kontext passender Hintergrundüberzeugungen aufhebbar, ansonsten aber mutmaßlich gültig (default). Frage: Kann man damit nun doch kognitive Defizienz annehmen? >Kognitive Nötigung. Ein Theoretiker, der On-1 akzeptiert, kann diese entweder aufgrund seiner Unkenntnis dieser Unterstützung für Hn tun, oder vorurteilsvoll die Beweiskraft bestreiten. Wenn es nun keine sonstige Unterstützung für Hn gibt, bleibt die Annahme von Hn durch den ersten Theoretiker ungerechtfertigt, und die Bestreitung im Recht. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Wahrheit | Wright | Rorty VI 41 Wahrheit/Crispin Wright: Wahrheit ist eine eigenständige Norm. >Behauptbarkeit, >Berechtigte Behauptbarkeit, >Superassertibilität. Rorty VI 50 Wahrheit/Wright: Zugeständnis an den Deflationismus: Wahrheit ist kein metaphysisch schwergewichtiger Begriff. >Deflationismus, vgl. >Disquotationalismus. Wahrmachen/Wright: Wright zweifelt nicht an der Existenz isolierbarer "Wahrmacher". >Wahrmacher. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor Vs Autor |
Eintrag |
Literatur |
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| SuperassertibilitätSuperassertibilität | Verschiedene Vs Superassertibilität | Wright I 68/69 Def Superassertibilität/wright: eine Aussage ist superassertibel, wenn sie berechtigt ist, oder berechtigt werden kann, und wenn ihre Berechtigung sowohl die beliebig genaue Prüfung ihrer Abstammung als auch beliebig umfangreiche Ergänzungen und Verbesserungen der Information überleben würde. Wright: für unsere Zwecke reicht es aus, dass der Begriff "relativ klar" ist. Superassertibilität/Gehalt: die Gegner der SuperA müssten den schlichten Gedanken widerlegen, dass der Gehalt der Behauptung, dass P weder den Anspruch umfasst, dass P gerechtfertigt ist, noch dass P geglaubt wird. Den Gedanken nämlich, dass weder das Prinzip die Proposition dass P gerechtfertigt ist dann und nur dann, wenn P, noch das Prinzip Es wird geglaubt dass P, dann und nur dann, wenn P ((s) Absurd) a priori gilt. Superassertibilität: ihre Vertreter müssen die Gültigkeit begründen von (ES) (ES) Es ist superassertibel dass P, dann und nur dann, wenn P. I 72 Negation: dieses Problem wird gelöst, wenn gilt: (DSS) "P" ist superassertibel dann und nur dann, wenn P. Daraus folgt, wie wir gesehen haben, die Negationsäquivalenz: "Es ist nicht der Fall, dass P" ist superassertibel dann und nur dann, wenn es nicht der Fall ist das "P" superassertibel ist. Hier können wir zwischen Propositionen und Satz unterscheiden, wenn es um Negation geht. Dann hängt die Gültigkeit von DS S von ES ab. ("Es ist superassertibel, dass P...) Vs ES/VsSuperassertibilität: man könnte einwenden, dass ES nicht gültig sein kann, da es die Geltung bestimmter hochrangiger Evidenz für P mit der Geltung der Tatsache vermischt. Bsp die Goldbachsche Vermutung kann unentdeckbar wahr sein und folglich nicht superassertibel sein. Bsp eine superassertible Proposition (Gehirne im Tank) kann unentdeckbar falsch sein. Da ES jederzeit Opfer von Gegenbeispielen sein kann, kann es nicht a priori wahr sein. Daher hat Superassertibilität keinen Anspruch darauf, ein Wahrheitsprädikat (W-Prädikat) zu sein. I 73 VsSuperassertibilität: die Kritiker behaupten, dass folgende Äquivalenz nicht aufgestellt werden könne: (wegen Gegenbeispielen): (F) Es ist wahr, dass es ∏ ist, dass P dann und nur dann, wenn es wahr ist, dass P (F) Enthält jedoch zwei Vorkommen eines Wahrheitsprädikats, das als unterschieden von der Super A verstanden werden muss. ((s) "∏" soll durch "superassertibel" ersetzt werden können, garantiert aber dann angeblich keine Äquivalenz)."∏" ist neutraler als "wahr", was wahr oder assertibel heißen kann. Bsp Es ist möglich, dass die Goldbachsche Vermutung wahr ist, ohne dass es wahr ist, dass sie superassertibel ist (beweisbar), es aber gewiss nicht evident ist, dass die Vermutung superassertibel sein könnte, ohne dass es superassertibel wäre, dass dies der Fall ist. Pluralismus: wenn es, wie der Minimalismus meint, einen Pluralismus von Wahrheitsprädikaten geben kann, dann ist zu erwarten, dass die Illusion des Scheiterns erzeugt werden kann, wenn jedes Vorkommen von "wahr" unterschiedlich interpretiert wird. Es ist so, als ob jemand beweisen wollte, dass physikalische Notwendigkeit sich nicht als echter Begriff von Notwendigkeit qualifizieren kann, weil der Begriff dem folgenden Prinzip nicht genügt: (Sonderzeichen) Notwendig (AB) |= Notwendig(A) Notwendig (B) ((s) rechte Seite schwächer). I 74 und daraufhin versuchen würde, seine These dadurch zu stützen, dass er das letzte Vorkommen von "Notwendig" im Sinne von logischer Notwendigkeit interpretiert. ((s) Es gibt keine "logische Notwendigkeit" von irgendeinem Gegenstand "B"! Wenn wir wissen wollen, ob es Gegenbeispiele für (Es) gibt, ist die richtige Frage nicht, ob F erfüllt wird, sondern ob sie erfüllt, was sich ergibt, wenn die beiden tendenziösen Vorkommnisse von "wahr" durch solche von "∏" ersetzt werden. (G) Es ist ∏ dass es ∏ ist, dass P, dann und nur dann, wenn es ∏ ist, dass P. (Wright pro). G: Wahrheit ohne Einschränkung durch Evidenz. F: Superassertibilität. Also, ob es faktisch immer dann, wenn es superassertibel ist, dass P auch superassertibel ist, dass dies der Fall ist und umgekehrt. Problem: wenn irgendein echtes Wahrheitsprädikat das Äquivalenzschema a priori erfüllen kann, müssen seine zwei möglichen Formen (wahr und assertibel, behauptbar) a priori koextensiv sein. Kein Prädikat F kann also offensichtlich wie ein W-Prädikat fungieren, wenn es neben einem anderen Prädikat G fungieren muss, von dem bereits vorausgesetzt wird, dass es sowohl das Äquivalenzschema erfüllt, als auch extensional potentiell von F divergiert. (Bsp Goldbachsche Vermutung). (Da nicht a priori gelten kann, dass (P dann und nur dann von P F ist) wenn a priori gilt, dass P dann und nur dann, wenn P G ist, aber nicht a priori gilt, dass (P ist G dann und nur dann, wenn P F ist). (s) Also Koextension braucht Äquivalenz (Übereinstimmung in beiden Richtungen), und nicht nur Übereinstimmung in einer Richtung. Damit wird der ursprüngliche Einwand geschwächt. Er gilt nur noch in folgendem Umfang: wenn gezeigt wird, dass ein Diskurs von einem nicht durch Evidenz eingeschränkten Wahrheitsbegriff G beherrscht wird, so wird eben damit gezeigt, dass Superassertibilität - F - für diesen Diskurs kein Wahrheitsprädikat ist. (Denn trivialerweise gilt, dass dann, wenn P superassertibel ist, Evidenz für P vorhanden sein muss.) Aber das rechtfertigt keine globale Schlussfolgerung. I 75 Übersimplifizierung: (Gs) Es ist superassertibel, dass es superassertibel ist, dass P, dann und nur dann, wenn es superassertibel ist, dass P. Richtig: angesichts des Äquivalenzschemas (s.o.) sind nur die Fälle Gegenbeispiele für (Es), in denen auch (Fs) versagt: (Fs) Es ist wahr, dass es superassertibel ist, dass P dann und nur dann, wenn es wahr ist, dass P. Wenn also (Gs) gilt, wissen wir, dass es keine Gegenbeispiele zu (Es) gibt und folglich (Es) gilt. Aber nur vorausgesetzt, dass es keine konkurrierenden Wahrheitsprädikate neben der Superassertibilität gibt! I 76 Frage: ist also (Gs) uneingeschränkt gültig? Es müsste gezeigt werden, dass das Vorliegen einer Berechtigung für P bedeutet, dass auch eine Berechtigung für die Behauptung vorliegt, dass P superassertibel (in der Zukunft zeigbar) ist. Bsp Angenommen, der Besitz einer Berechtigung für A bedeutet auch, eine Berechtigung für B zu besitzen, und umgekehrt, aber dass für eine reductio A superassertibel ist, B dagegen nicht! Dann berechtigt ein totaler Informationsstand I zu A und auch alle seine Verbesserungen I’ und hypothetisch auch zu B. Aber: da B nicht superassertibel ist, muss es irgend eine Verbesserung von I geben, die A, aber nicht B stützt. Damit zeigt sich, dass (i) der Zusammenfall der Assertibilitätsbedingungen hinreichend ist damit (ii) beide Aussagen eines Paars superassertibel sind, wenn dies für jede von beiden gilt. I 77 Superassertibilität: es ist weniger klar, dass der Besitz einer Berechtigung für die Behauptung auch den Besitz der Berechtigung bedeutet, die Aussage als superassertibel anzusehen. Frage: Kann die Berechtigung P zu behaupten, koexistieren mit dem Fehlen der Berechtigung, P als superassertibel anzusehen? ((s) Kann etwas assertibel sein ohne superassertibel zu sein?) Behauptbarkeit/Strawson: die assertibilitätskonditionale Auffassung bietet "keine Erklärung für das, was ein Sprecher tatsächlich macht, wenn er den Satz äußert". |
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| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Anti-Realsmus | Wright, Cr. | I 102 Die semantische These des Antirealismus ist demnach: Wahrheit ist global als Superassertibilität zu verstehen. |
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| Super-Assertibilität | Wright, Cr. | I 68~ Superassertibilität: eine Aussage ist superassertibel, wenn sie berechtigt ist, oder berechtigt werden kann, und wenn ihre Berechtigung sowohl die beliebig genaue Prüfung ihrer Abstammung als auch beliebig umfangreiche Ergänzungen und Verbesserungen der Information überleben würde. - ideale Umstände/Putnam zeitlos - SuperA keine externe Norm, sondern unsere eigene Praxis - metaphysisch neutral I 81 Superassertibilität/Wright: These: Komische und moralische Wahrheiten können als Spielarten der Superassertibilität gelten -(s) Weil alles, was wir in Zukunft erfahren können, aus unserer eigenen Praxis stammt, sind wir vor grundsätzlichen Überraschungen gefeit I 83 Erkennbarkeit/Wissen/Superassertibilität: wird die Verknüpfung dieser Forderungen zugelassen (wie z.B. im moralischen Diskurs), so ist Superassertibilität ein plausibles Modell des Wahrheitsprädikats. (These). I 94 Berechtigung/Wright These die Berechtigung etwas zu behaupten setzt die Berechtigung voraus, etwas als superassertibel anzusehen. |
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