| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Aktualismus | Stalnaker | I 12/1 Aktualismus/Stalnaker: Der Aktualismus nimmt mögliche Welten nicht buchstäblich als Welten an - sondern als Weisen, wie die Welt hätte sein können. Pointe: Kontingente Identität ist nicht erlaubt, wohl aber kontingente Verschiedenheit. ((s) Nach Kripke ist Identität immer notwendige Identität, sofern nicht Kennzeichnungen im Spiel sind, sondern Namen.) >Identität/Kripke, >Starrheit, >Kennzeichnungen. I 120 Aktualismus/Stalnaker: Der Aktualismus ist keine restriktive metaphysische Theorie wie der Materialismus oder der Nominalismus; er ist einfach eine triviale Konsequenz der Bedeutung von "aktual". >Materialismus, >Nominalismus. I 128 Präsentismus/Stalnaker: (s.o.) Präsentismus ist analog zum Aktualismus in Bezug auf mögliche Welten. >Präsentismus. These: Wir sind in der Zeit erstreckt so wie wir über mögliche Welten erstreckt sind. Dann können wir echte zeitliche Identität haben (Stalnaker pro). Fusion/Spaltung/personale Identität: Fälle der Fusion oder Spaltung sind dann Fälle, wo getrennte Personen früher identisch waren bzw. eine Person in zwei geteilt wird. >Personale Identität, >Fusion, >Spaltung. |
Stalnaker I R. Stalnaker Ways a World may be Oxford New York 2003 |
| Fusionen | Rothbard | Rothbard III 643 Fusionen/Rothbard: Fusionen sind als „monopolistisch“ angeprangert worden, aber nicht annähernd so vehement wie Kartelle. Fusionen sind als „monopolistisch“ angeprangert worden, aber nicht annähernd so vehement wie Kartelle. Die fusionierenden Unternehmen legen ihr Kapitalvermögen zusammen, und die Eigentümer der einzelnen Unternehmen werden nun zu Miteigentümern des fusionierten Unternehmens. Sie einigen sich auf Regeln für das Umtauschverhältnis der Aktien der verschiedenen Unternehmen. Wenn die fusionierenden Unternehmen den gesamten Wirtschaftszweig umfassen, ist eine Fusion einfach eine dauerhafte Form eines Kartells. >Kartelle/Rothbard, >Monopole. Der einzige Unterschied zwischen einer Fusion und der ursprünglichen Gründung einer einzigen Gesellschaft besteht jedoch eindeutig darin, dass bei der Fusion das vorhandene Kapitalvermögen zusammengelegt wird, während bei der ursprünglichen Gründung einer Gesellschaft das Geldvermögen zusammengelegt wird. Es ist klar, dass es wirtschaftlich kaum einen Unterschied zwischen den beiden gibt. Eine Fusion ist die Aktion von Individuen mit einer bestimmten Menge an bereits produzierten Kapitalgütern, die sich durch kooperative Zusammenlegung von Vermögenswerten an ihre gegenwärtigen und erwarteten zukünftigen Bedingungen anpassen. Die Gründung eines neuen Unternehmens ist eine Anpassung an die erwarteten zukünftigen Bedingungen (bevor irgendeine spezifische Investition in Kapitalgüter getätigt wurde) durch kooperative Zusammenlegung von Vermögenswerten. Die wesentliche Ähnlichkeit liegt in der freiwilligen Zusammenlegung von Vermögenswerten in einer stärker zentralisierten Organisation zum Zwecke der Erhöhung des Geldeinkommens. Die Theoretiker, die Kartelle und Monopole angreifen, erkennen die Identität der beiden Handlungen nicht an. >Körperschaften/Rothbard. Rothbard III 644 Fusion/Kartell/Rothbard: Eine branchenweite Fusion ist in der Tat ein dauerhaftes Kartell, eine dauerhafte Kombination und Fusion. Auf der anderen Seite ist ein Kartell, das durch eine freiwillige Vereinbarung die getrennte Identität jedes Unternehmens aufrechterhält, von Natur aus eine höchst vorübergehende und flüchtige Vereinbarung und neigt (…) im Allgemeinen dazu, auf dem Markt zu zerfallen. In vielen Fällen ist ein Kartell lediglich ein erster Schritt auf dem Weg zu einem dauerhaften Zusammenschluss. Und wie wir gesehen haben, unterscheiden sich eine Fusion und die ursprüngliche Gründung eines Unternehmens nicht wesentlich. Bei der ersten handelt es sich um eine Anpassung der Größe und Anzahl der Unternehmen einer Branche an neue Bedingungen oder um die Korrektur eines früheren Prognosefehlers. Letztere ist ein neuer Versuch, sich an die gegenwärtigen und zukünftigen Marktbedingungen anzupassen. |
Rothbard II Murray N. Rothbard Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995 Rothbard III Murray N. Rothbard Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009 Rothbard IV Murray N. Rothbard The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988 Rothbard V Murray N. Rothbard Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977 |
| Identität | Parfit | Lewis IV 57 Identität/Kontinuität/Überleben/Person/Parfit: Wenn es um das Überleben geht, können nicht beide Antworten (Kontinuität und Identität) richtig sein, daher müssen wir wählen. a) Identität: ist eine Relation mit einem bestimmten formalen Charakter: sie ist eins zu eins und kann nicht graduell sein. b) Kontinuität: (und Verbundenheit) (z.B. in Bezug auf Mentales) kann eins zu vielen oder vieles zu eins sowie graduell sein. >Kontinuität. Parfit: Deswegen ist es die Kontinuität und Verbundenheit, die bei der personalen (temporalen) Identität (Überleben) relevant ist. >Temporale Identität, >Personale Identität, >Person. c) was beim Überleben wichtig ist, ist also nicht Identität! Höchstens eine Relation die soweit mit Identität zusammenfällt, dass Problemfälle nicht auftreten. >Relationen, >Identität/Lewis, >Gegenstückrelation/Lewis, >Individuation/Lewis. LewisVsParfit: Jemand anderes könnte das Argument genauso gut in der anderen Richtung vertreten, und Identität als relevant hinstellen. Und natürlich ist die Identität das, worauf es letztlich ankommt! Daher muss man die Divergenz zwischen a) und b) beseitigt werden! Ich stimme mit Parfit überein, dass Kontinuität und Verbundenheit ausschlaggebend ist, aber sie ist eben nicht als Alternative zur Identität zu sehen. Grenzfall/Parfit: Problem: Grenzfälle müssen irgendwie willkürlich entschieden werden. Identität/Kontinuität/Überleben/Person/LewisVsParfit: Die Opposition zwischen Identität und Kontinuität ist falsch. Intuitiv geht es auf jeden Fall um Identität. Und zwar um buchstäbliche! IV 58 Def R-Relation/Identität/Kontinuität/Person/Lewis: eine bestimmte Relation und Verbundenheit unter Person Zuständen. Def I-Relation/Lewis: Frage: welche der dauerhaften Personen sind identisch mit den früheren? IV 59 I-Relation/R-Relation/Lewis: These: Die beiden sind identisch, weil sie koextensiv sind! >Koextension. IV. 61 Identität/Fusion/Spaltung/Person/Zustand/Lewis: ist eins zu eins, in dem Sinn, dass ein Ding niemals identisch mit mehreren Dingen ist. Das aber gilt nicht für die I Relation und die R Relation. Viele Ihrer anderen Zustände sind Zustände der selben Person und auf diese und auch aufeinander bezogen. Aber das meint Parfit nicht, wenn er sagt, dass R Relationen eins viele sind. Parfit: meint, dass es mehrere Zustände geben kann auf die ein Zustand bezogen ist, die aber untereinander nicht bezogen sind. (Fusion und Spaltung der Person). D.h. die R Relation wäre dann nicht transitiv. Spaltung: die vorwärtsbezogene R-Relation ist eins viele, rückwärts: viele eins, simpliciter: transitiv. IV 65 Methusalem Bsp/Person/Identität/Lewis: (Originalstelle): Verbundenheit/mentale Zustände/Parfit: These: Die Verbindung mentaler Zustände schwindet mit der Zeit. IV 67 Person/Fusion/Parfit: Bsp wenn Sie mit jemand sehr verschiedenem fusionieren ist die Frage, wer überlebt. Aber da gibt es keine bestimmte, verborgene Antwort. Vielmehr ist das, worauf es ankommt, die R-Relation nur zu einem sehr geringen Grad vorhanden. IV 73 ParfitVsLewis: man sollte unsere gemeinsamen Ansichten nicht mit dem common sense kreuzen. D.h. es geht um einen anderen Sinn von Überleben. IV 74 Lewis: Ich hatte geschrieben, worauf es ankommt, ist die Identität beim Überleben. Dann ist für den kurz lebenden C1 das Stadium S zu t0 tatsächlich Ir zu Zuständen in der fernen Zukunft wie z.B. S2, nämlich über den lang lebenden C2! ParfitVsLewis: "Aber ist das nicht die falsche Person?" Lewis: tatsächlich, wenn C1 wirklich den Wunsch hat, dass er selbst (C1) überlebt, dann ist dieser Wunsch nicht erfüllt. LewisVsParfit: aber ich glaube, er kann diesen Wunsch gar nicht haben! es gibt eine Grenze für alltagspsychologische Wünsche unter Bedingungen geteilter Zustände. Der geteilte Zustand S denkt für beide. Jeder Gedanke, den er hat, muss geteilt werden. Er kann nicht eine Sache im Namen von C1 und eine Sache im Namen von C2 denken. Wenn andererseits C1 und C2 alltagsverständlich etwas teilen sollen, dann muss es ein "pluraler" Wunsch sein, "Lass uns überleben". IV 75 Person/Überleben/Identität/LewisVsParfit: Bsp bis jetzt hatten wir angenommen, dass beide vor der Spaltung wissen, dass es zur Spaltung kommen wird. Jetzt Variante: beide wissen nicht von der kommenden Spaltung. Frage: können wie dann nicht doch perfekt den Wunsch teilen: "Lass mich überleben!"?. Problem: dass C1 und C2 den Wunsch teilen beruht auf der falschen Präsupposition, dass sie eine Person sind. D.h. das "mich" ist eine falsche Kennzeichnung. Es kann sich nicht auf C1 in C1' Gedanken und nicht auf C2 in dessen Gedanken beziehen. Denn diese Gedanken sind ein und derselbe. Vs: aber ihr Wunsch zu überleben ist erfüllt! Zumindest der von C2 und der von C1 ist ja nicht unterschieden. Dann kann ihr Wunsch nicht nur in dem unerfüllbaren singulären Wunsch bestehen. Sie müssen beide auch den schwachen pluralen Wunsch haben, auch wenn sie die Spaltung nicht vorher wissen. |
Parf I D. Parfit Reasons and Persons Oxford 1986 Parf II Derekt Parfit On what matters Oxford 2011 Lewis I David K. Lewis Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989 Lewis I (a) David K. Lewis An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966) In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis I (b) David K. Lewis Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972) In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis I (c) David K. Lewis Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980 In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis II David K. Lewis "Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35 In Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979 Lewis IV David K. Lewis Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983 Lewis V David K. Lewis Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986 Lewis VI David K. Lewis Konventionen Berlin 1975 LewisCl Clarence Irving Lewis Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970 LewisCl I Clarence Irving Lewis Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991 |
| Kartelle | Rothbard | Rothbard III 636 Kartelle/Rothbard: (...) ist monopolisierendes Handeln nicht eine Beschränkung der Produktion, und ist diese Beschränkung nicht eine nachweislich unsoziale Handlung? Betrachten wir zunächst den scheinbar schlimmsten Fall einer solchen Handlung: die tatsächliche Zerstörung eines Teils eines Produkts durch ein Kartell. Dies geschieht, um eine unelastische Nachfragekurve auszunutzen und den Preis zu erhöhen, um ein höheres Einkommen für die gesamte Gruppe zu erzielen. >Elastizität, >Nachfrage/Rothbard. Wir können uns zum Beispiel den Fall eines Kaffeekartells vorstellen, das große Mengen an Kaffee verbrennt. Zunächst einmal werden solche Aktionen sicherlich nur sehr selten vorkommen. Die tatsächliche Vernichtung seines Produkts ist eindeutig ein höchst verschwenderischer Akt, selbst für das Kartell; es ist offensichtlich, dass die Produktionsfaktoren, die die Erzeuger für die Produktion des Kaffees aufgewendet hatten, umsonst ausgegeben wurden. Die Produktion der gesamten Kaffeemenge hat sich als Fehler erwiesen, und die Verbrennung des Kaffees ist nur die Folge und das Spiegelbild dieses Fehlers. Wegen der Ungewissheit der Zukunft werden jedoch oft Fehler gemacht. Der Mensch könnte jahrelang in die Produktion eines Gutes investieren, das die Verbraucher vielleicht gar nicht wollen. Hätte sich beispielsweise der Geschmack der Verbraucher geändert, so dass Kaffee von niemandem mehr nachgefragt würde, unabhängig vom Preis, müsste er wieder vernichtet werden, mit oder ohne Kartell. Ein Irrtum ist sicherlich bedauerlich, aber er kann nicht als unmoralisch oder unsozial angesehen werden; niemand zielt absichtlich auf einen Irrtum ab. Wäre Kaffee ein langlebiges Gut, würde das Kartell ihn natürlich nicht vernichten, sondern für den schrittweisen Verkauf an die Verbraucher einlagern und so an dem „überschüssigen“ Kaffee verdienen. >Dauerhafte Güter/Rothbard, >Konsumgüter/Rothbard. Rothbard III 637 Freier Markt: Das ganze Konzept der „Produktionsbeschränkung“ ist also ein Trugschluss, wenn es auf den freien Markt angewendet wird. In der realen Welt der knappen Ressourcen im Verhältnis zu den möglichen Zielen beinhaltet jede Produktion eine Auswahl und die Zuteilung von Faktoren, um die am höchsten geschätzten Ziele zu erreichen. Kurz gesagt, die Produktion eines jeden Produkts ist notwendigerweise immer „eingeschränkt“. Eine solche „Beschränkung“ ergibt sich einfach aus der allgemeinen Knappheit der Faktoren und dem abnehmenden Grenznutzen jedes einzelnen Produkts. Aber dann ist es absurd, überhaupt von „Beschränkung“ zu sprechen.(1) >Produktionsfaktoren/Rothbard. Rothbard: Wir können also nicht sagen, dass das Kartell die Produktion „eingeschränkt“ hat. Rothbard III 638 Wenn es Antikartellisten gibt, die mit diesem Urteil nicht einverstanden sind und glauben, dass die frühere Produktionsstruktur den Verbrauchern besser gedient hat, steht es ihnen jederzeit frei, die Faktoren Land, Arbeit und Kapital von den Dschungelführer-Agenturen und den Kautschukproduzenten wegzubieten und selbst in die Produktion der angeblich „fehlenden“ 40 Millionen Pfund Kaffee einzusteigen. Da sie dies nicht tun, sind sie kaum in der Lage, die bestehenden Kaffeeproduzenten dafür anzugreifen, dass sie dies nicht tun. Wie Mises kurz und bündig feststellte: „Sicherlich sind diejenigen, die sich mit der Produktion von Stahl beschäftigen, nicht dafür verantwortlich, dass andere Menschen nicht ebenfalls in dieses Produktionsfeld eingestiegen sind.... Wenn jemand die Schuld daran trägt dass die Zahl der Menschen, die der freiwilligen Zivilschutzorganisation beigetreten sind, nicht größer ist, dann sind es nicht diejenigen, die bereits beigetreten sind, sondern diejenigen, die es nicht getan haben.“(2) ((s) Rückübersetzt aus der englischen Quelle). Rothbard III 640 Freier Markt/Rothbard: Die Kritik an Stahleigentümern, weil sie nicht „genug“ Stahl produzieren, oder an Kaffeebauern, weil sie nicht „genug“ Kaffee produzieren, impliziert auch die Existenz eines Kastensystems, in dem eine bestimmte Kaste dauerhaft dazu bestimmt ist, Stahl zu produzieren, eine andere Kaste, Kaffee anzubauen, usw. Nur in einer solchen Kastengesellschaft würde eine solche Kritik Sinn machen. Der freie Markt ist jedoch das Gegenteil des Kastensystems; die Wahl zwischen Alternativen impliziert in der Tat Mobilität zwischen Alternativen, und diese Mobilität gilt offensichtlich für Unternehmer oder Kreditgeber, die Geld in die Produktion investieren können. Rothbard III 642 VsKartelle: Ein gängiges Argument besagt, dass Kartellbildung Absprachen beinhaltet. Denn ein Unternehmen kann aufgrund seiner natürlichen Fähigkeiten oder der Begeisterung der Verbraucher für sein spezielles Produkt einen „Monopolpreis“ erzielen, während ein Kartell aus vielen Unternehmen angeblich „geheime Absprachen“ und „Verschwörungen“ beinhaltet. >Monopole. RothbardVs: Diese Ausdrücke sind jedoch einfach emotionale Begriffe, die eine ungünstige Reaktion hervorrufen sollen. In Wirklichkeit geht es um die Zusammenarbeit zur Erhöhung der Einkommen der Produzenten. Denn was ist das Wesentliche an einer Kartellmaßnahme? Die einzelnen Erzeuger vereinbaren, ihr Vermögen in einer gemeinsamen Anlage zusammenzulegen, wobei diese einzige zentrale Organisation die Entscheidungen über die Produktions- und Preispolitik für alle Eigentümer trifft und dann Entscheidungen über die Produktions- und Preispolitik für alle Eigentümer zu treffen und dann den finanziellen Gewinn unter ihnen aufzuteilen. Aber ist dieser Prozess nicht dasselbe wie jede Art von gemeinsamer Partnerschaft oder die Gründung einer einzigen Gesellschaft? Was geschieht bei der Gründung einer Personen- oder Kapitalgesellschaft? >Körperschaften/Rothbard. Rothbard III 644 Fusion/Kartell/Rothbard: Eine branchenweite Fusion ist in der Tat ein dauerhaftes Kartell, eine dauerhafte Kombination und Fusion. Auf der anderen Seite ist ein Kartell, das durch eine freiwillige Vereinbarung die getrennte Identität jedes Unternehmens aufrechterhält, von Natur aus eine höchst vorübergehende und flüchtige Vereinbarung und neigt, (…) im Allgemeinen dazu, auf dem Markt zu zerfallen. In vielen Fällen ist ein Kartell lediglich ein erster Schritt auf dem Weg zu einem dauerhaften Zusammenschluss. Und wie wir gesehen haben, unterscheiden sich eine Fusion und die ursprüngliche Gründung eines Unternehmens nicht wesentlich. Bei der ersten handelt es sich um eine Anpassung der Größe und Anzahl der Unternehmen einer Branche an neue Bedingungen oder um die Korrektur eines früheren Prognosefehlers. Letzteres ist ein neuer Versuch, sich an die gegenwärtigen und zukünftigen Marktbedingungen anzupassen. >Fusionen/Rothbard. Rothbard III 651 Instabilität: Die Analyse zeigt, dass ein Kartell von Natur aus eine instabile Betriebsform ist. Erweist sich die gemeinsame Bündelung von Vermögenswerten für einen gemeinsamen Zweck langfristig als gewinnbringend für die einzelnen Kartellmitglieder, so werden sie sich förmlich zu einem großen Unternehmen zusammenschließen. Das Kartell verschwindet dann mit dem Zusammenschluss. Erweist sich hingegen das gemeinsame Vorgehen für ein oder mehrere Mitglieder als unrentabel, so werden sich das oder die unzufriedenen Unternehmen vom Kartell lösen, und wie wir noch sehen werden, führt ein solches unabhängiges Vorgehen fast immer zur Zerstörung des Kartells. Die Form des Kartells ist daher zwangsläufig sehr flüchtig und instabil. Rothbard III 652 Wenn das Kartell nicht von innen heraus zerbricht, ist es sogar noch wahrscheinlicher, dass es von außen zerbricht. In dem Maße, in dem es ungewöhnliche Monopolgewinne erwirtschaftet hat, werden fremde Firmen und fremde Produzenten in das gleiche Produktionsfeld eintreten. Kurz gesagt, Außenstehende drängen in das Kartell, um von den höheren Gewinnen zu profitieren. Rothbard III 657 Das Problem des „einen großen Kartells“: (...) der freie Markt setzte der Größe des Unternehmens, d.h. den Grenzen der Kalkulierbarkeit auf dem Markt, bestimmte Grenzen. >Coase-Theorem/Rothbard. Um die Gewinne und Verluste eines jeden Zweiges berechnen zu können, muss ein Unternehmen in der Lage sein, seine internen Operationen auf die externen Märkte für die verschiedenen Faktoren und Zwischenprodukte zu beziehen. Wenn einer dieser externen Märkte wegfällt, weil alle in den Zuständigkeitsbereich eines einzigen Unternehmens fallen, verschwindet die Kalkulierbarkeit, und es gibt für das Unternehmen keine Möglichkeit mehr, die Faktoren auf rationale Weise diesem spezifischen Bereich zuzuordnen. Je mehr diese Grenzen überschritten werden, desto größer wird der Bereich der Irrationalität, und desto schwieriger wird es, Verluste zu vermeiden. Ein großes Kartell wäre gar nicht in der Lage, die Güter der Produzenten rational aufzuteilen, und könnte daher schwere Verluste nicht vermeiden. Folglich könnte es sich nie wirklich etablieren und würde, wenn es versucht würde, schnell zerbrechen. Rothbard III 660 Produktionsfaktoren: Was ist mit den Faktoren? Könnten ihre Eigentümer nicht durch das Kartell ausgebeutet werden? Erstens müsste das universelle Kartell, um wirksam zu sein, die Eigentümer von Grund und Boden einbeziehen; andernfalls könnten die Gewinne, die sie erzielen, dem Boden zugeschrieben werden. Könnte also ein universelles Kartell aller Boden- und Kapitalgüter die Arbeiter „ausbeuten“, indem es ihnen systematisch weniger als ihre abgezinsten Grenzwertprodukte zahlt? Könnten sich die Mitglieder des Kartells nicht darauf einigen, diesen Arbeitern eine sehr geringe Summe zu zahlen? Wenn dies der Fall wäre, würden sich für die Unternehmer große Möglichkeiten ergeben, entweder außerhalb des Kartells tätig zu werden oder aus dem Kartell auszubrechen und durch die Einstellung von Arbeitnehmern zu einem höheren Lohn zu profitieren. Dieser Wettbewerb hätte den doppelten Effekt, dass (a) das universelle Kartell aufbrechen und (b) die Tendenz, den Arbeitern wieder ihr Grenzprodukt zukommen zu lassen. Solange der Wettbewerb frei ist und nicht durch staatliche Beschränkungen behindert wird, kann kein universelles Kartell die Arbeitskraft ausbeuten oder für längere Zeit universell bleiben.(3) >Monopole/Rothbard. 1. Mit den Worten von Professor Mises: „Dass die Produktion einer Ware p nicht größer ist, als sie in Wirklichkeit ist, liegt daran, dass die komplementären Produktionsfaktoren, die für eine Expansion erforderlich sind, für die Produktion anderer Waren eingesetzt wurden. . . . Auch die Produzenten von p haben die Produktion von p nicht absichtlich eingeschränkt. Das Kapital eines jeden Unternehmers ist begrenzt; er setzt es für diejenigen Projekte ein, von denen er sich durch die Befriedigung der dringendsten Nachfrage der Öffentlichkeit den höchsten Gewinn verspricht. Ein Unternehmer, dem 100 Kapitaleinheiten zur Verfügung stehen, setzt z.B. 50 Einheiten für die Produktion von p und 50 Einheiten für die Produktion von q ein. Wenn beide Linien rentabel sind, ist es seltsam, ihm vorzuwerfen, dass er nicht mehr, z.B. 75 Einheiten, für die Produktion von p eingesetzt hat. Er könnte die Produktion von p nur erhöhen, indem er die Produktion von q entsprechend einschränkt. Wenn man dem Unternehmer vorwirft, nicht mehr p produziert zu haben, muss man ihm auch vorwerfen, nicht mehr q produziert zu haben. Das heißt: Man macht den Unternehmer dafür verantwortlich, dass die Produktionsfaktoren knapp sind und die Erde kein Schlaraffenland ist.“ (Mises, Planung für die Freiheit, S. 115-16) 2. Ebd. S. 115. 3. Vgl. Mises, Human Action, New Haven, Conn.: Yale University Press, 1949. Nachdruck Ludwig von Mises Institut, 1998. S. 592. |
Rothbard II Murray N. Rothbard Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995 Rothbard III Murray N. Rothbard Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009 Rothbard IV Murray N. Rothbard The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988 Rothbard V Murray N. Rothbard Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977 |
| Körperschaften | Rothbard | Rothbard III 642 Körperschaften/Kapitalgesellschaften/Rothbard: Was geschieht, wenn eine Personen- oder Kapitalgesellschaft gegründet wird? Einzelpersonen vereinbaren, ihr Vermögen in einer zentralen Verwaltung zusammenzulegen, wobei diese zentrale Leitung die Richtlinien für die Eigentümer festlegt und die Geldgewinne unter ihnen aufteilt. In beiden Fällen erfolgen die Zusammenlegung, die Zuständigkeiten und die Aufteilung des Geldgewinns nach Regeln, auf die sich alle von Anfang an geeinigt haben. Es gibt daher keinen wesentlichen Unterschied zwischen einem Kartell und einer gewöhnlichen Kapital- oder Personengesellschaft. Man könnte einwenden, dass eine gewöhnliche Kapital- oder Personengesellschaft nur ein einziges Unternehmen umfasst, während ein Kartell einen ganzen „Wirtschaftszweig“ (d.h. alle Unternehmen, die ein bestimmtes Produkt herstellen) einschließt. Eine solche Unterscheidung ist jedoch nicht unbedingt zutreffend. Verschiedene Unternehmen können sich weigern, einem Kartell beizutreten, während andererseits ein einziges Unternehmen durchaus ein „Monopolist“ für den Verkauf seines speziellen, einzigartigen Produkts sein kann und daher auch einen ganzen „Wirtschaftszweig“ umfassen kann. Der Unterschied zwischen einer kooperativen Personen- oder Kapitalgesellschaft - die im Allgemeinen nicht als verwerflich angesehen wird - und einem Kartell wird noch deutlicher, wenn wir den Fall einer Fusion verschiedener Unternehmen betrachten. Fusionen wurden als „monopolistisch“ angeprangert, aber nicht annähernd so vehement wie Kartelle. >Fusionen/Rothbard, >Kartelle/Rothbard, >Kartelle/Mises, >Monopole/Rothbard. Rothbard III 644 Fusion/Kartell/Rothbard: Eine branchenweite Fusion ist in der Tat ein dauerhaftes Kartell, eine dauerhafte Kombination und Fusion. Auf der anderen Seite ist ein Kartell, das durch eine freiwillige Vereinbarung die getrennte Identität jedes Unternehmens aufrechterhält, von Natur aus eine höchst vorübergehende und flüchtige Vereinbarung und neigt im Allgemeinen dazu, auf dem Markt zu zerfallen. In vielen Fällen ist ein Kartell lediglich ein erster Schritt auf dem Weg zu einem dauerhaften Zusammenschluss. Und wie wir gesehen haben, unterscheiden sich eine Fusion und die ursprüngliche Gründung eines Unternehmens nicht wesentlich. Bei der ersten handelt es sich um eine Anpassung der Größe und Anzahl der Unternehmen einer Branche an neue Bedingungen oder um die Korrektur eines früheren Prognosefehlers. Letztere ist ein neuer Versuch, sich an die gegenwärtigen und zukünftigen Marktbedingungen anzupassen. |
Rothbard II Murray N. Rothbard Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995 Rothbard III Murray N. Rothbard Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009 Rothbard IV Murray N. Rothbard The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988 Rothbard V Murray N. Rothbard Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977 |
| Schiff des Theseus | Millikan | I 287 Theseus’ Schiff/Terminologie/Millikan: S0: das Original Sn: das aus neuen Teilen vollständig neu gebaute Schiff Sr: das renovierte Schiff ((s) Zwischenstadium). Alle drei sind Schiff-Stadien. I 287 Frage: war das ganze dauernde Ganze, von dem Sn ein Teil war, dasselbe dauerhafte Ganze wie das, von dem S0 ein Teil war? Oder entsprechend mit Sr und S0? Lösung/Millikan: kann nur gegeben werden, wenn vorher das Prinzip festgelegt wird, nach dem die Einheit (Einheitlichkeit) festgestellt werden soll. Problem: es scheint klar zu sein, dass nicht beide, Sn und Sr Teile desselben dauernden Ganzen sein können. Denn sie existieren gleichzeitig an verschiedenen Orten. Problem: Bsp drei Wasserflächen S1, S2, S3, wenn sie so gestaltet sind, dass es unklar ist, ob S1 und S2 Teil desselben Sees sind und entsprechend auch für S1 und S3, dann wäre es unvorstellbar, dass es gleichzeitig völlig klar wäre, dass S2 und S3 nicht Teil desselben Sees wären. Pointe. gibt es dann vielleicht doch am Ende eine Asymmetrie zwischen zeitlichen und räumlichen Teilen? Theseus’ Schiff: Sn und Sr können nicht Stadien desselben Schiffs sein, weil sie zwar gleichzeitig existieren, aber verschiedene Eigenschaften haben und verschiedene räumliche Teile belegen, aus verschiedenen Materieansammlungen zusammengesetzt sind usw. Identität/Leibniz/Millikan: sein unbestrittenes Prinzip schließt aus, dass Sn und Sr dasselbe Schiff sind. Einheit/Einheitlichkeit/Millikan: Welches Prinzip auch immer wir hier wählen, es scheint, dass es ausschließen sollte, dass verschiedene zeitliche Teile zur selben Zeit existieren könnten. Spaltung/Millikan: d.h. eine Spaltung sollte nicht beide Teile gleichwertig erhalten, wie bei einer Amöbe. Einheit/Millikan: Ein entsprechendes Prinzip muss Leibniz’ Prinzip der Identität des Ununterscheidbaren aufrechterhalten. Problem: das Prinzip sagt bloß, dass ein Ding dieselben Eigenschaften haben muss, wie es selbst. Es sagt nicht, dass ein Teil dieselben Eigenschaften haben muss wie ein anderer Teil. Theseus’ Schiff: dann könnten Sn und Sr gleichzeitige, aber räumlich entfernte Teile sein. räumlich/zeitlich/Millikan: es ist eher das Prinzip der Einheitlichkeit, (nicht das der Identität) das verlangt, dass Gegenstände nur eine Position zu einer Zeit haben. Mereologie/Einheitlichkeit/Einheit/Millikan: wir selbst brechen oft dieses Prinzip, wenn wir sagen, dass ein und dasselbe Ding weiter existiert, wenn es zerbrochen ist oder in seine Teile zerlegt wird. Definition/Gegenstand/Objekt/Ding/Millikan: dennoch brauchen wir das Prinzip der Einheitlichkeit, um Gegenstände überhaupt zu definieren. Spaltung/Millikan: ein Verbot von Spaltung hätte mit dem Prinzip der Identität nichts zu tun. I 289 Theseus’ Schiff/Millikan: ob wir sagen, dass neu gebaute oder das Schiff aus den Originalteilen wäre das richtige Schiff, ist am Ende nur eine verbale Frage der Prinzipien der Einheitlichkeit, die wir anwenden wollen. Dagegen: Identität/Millikan: Fragen der Identität sind objektive Fragen, die nicht durch den Sprachgebrauch entschieden werden. >Sprachverhalten. Einheit/Einheitlichkeit/Millikan: ist eine Frage der gebrauchten Kennzeichnungen. >Kennzeichnung. Spaltung/Fusion/Identität in der Zeit/zeitliche/Millikan: sind eigentlich Fragen der gewählten (konventionellen) Prinzipien der Einheit. (Einheitlichkeit) Identität/Objektivität/Millikan: Fragen der Identität sind objektive Fragen, bei denen man darüber verwirrt sein kann, was man denken soll, nicht bloß, was man sagen soll. Zeitliche Identität/Millikan: ist nicht problematischer als räumliche Identität. >Identität/Millikan, >Zeitliche Identität. |
Millikan I R. G. Millikan Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987 Millikan II Ruth Millikan "Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Substitution | Hintikka | II 194 Substitutivität der Identität/Intensionalität/Hintikka: Ein sicherer Indikator für Intensionalität ist das Fehlschlagen der Bewahrung der Identität des Individuenbereichs. >Intentionalität. Wenn es passiert, dass die Identität von einer möglichen Welt zur anderen fehlschlägt, haben wir ein Gegenbeispiel zu dem bekannten Gesetz ((s) Leibniz’ Gesetz): (SI) (x)(y) (X = y > F[x] > F[y])). ((s) Identische Gegenstände haben alle Eigenschaften gemeinsam.) Das wird manchmal auch die „Gebundene-Variable-Form der Identität“ genannt. Äquivalent damit: (x)(y) ( x = y > notwendig (x = y)) ((s) Was identisch ist, ist notwendig identisch). Hintikka: Dieses Fehlschlagen der Substitutivität der Identität ist zu unterscheiden von dem Fehlschlagen für beliebige singuläre Termini. Hier kann es einfach daran liegen, dass ein singulärer Term in einer anderen möglichen Welt auf ein anderes Ding referiert. II 195 Identität/Individuen/Hintikka: Es ist viel weniger klar, wie die Identität für bestimmte Individuen beim Übergang zu einer anderen möglichen Welt fehlschlagen kann. D.h. dass Weltlinien sich verzweigen können (>Spaltung). Spaltung/KripkeVsSpaltung/SI/Hintikka: Kripke schließt Spaltung aus, weil für ihn die (SI) gültig ist. Eine Spaltung würde nach ihm die Transitivität der Identität verletzen. Nach einer Spaltung wären die Individuen keinesfalls identisch, selbst wenn sie es nach der Transitivität sein sollte. Daher ist für Kripke die (SI) unverletzlich. HintikkaVsKripke: Das ist zirkulär: Transitivität der Identität/Hintikka: Die Transitivität der Identität kann zweierlei bedeuten: a) Transitivität innerhalb einer Welt oder b) zwischen den Welten. Die Plausibilität der Transitivität gehört zur ersteren, nicht zur letzteren. Transitivität der Identität zwischen möglichen Welten zu fordern, hieße einfach, Spaltung auszuschließen. Das ist das Zirkuläre an Kripkes Argument. Substitutivität der Identität/Hintikka: Viele Autoren haben angemerkt, dass Identität und Quantifikation in intensionale Kontexte sinnlos bleiben, wenn wir nicht die Substitutivität der Identität haben. HintikkaVs: Das ist einfach falsch: Nachdem die Weltlinien definiert sind, können wir die Wahrheitsbedingungen für Sätze mit beliebigen intensionalen Ausdrücken formulieren. Und zwar dann unabhängig vom Verhalten der Weltlinien. Modallogik/(SI)/Hintikka: Es ist doppelt ironisch, dass die Verteidiger der konventionellen Modallogik die (SI) retten wollen, indem sie sagen, dass ohne sie Möglichkeit und intensionale Logik keinen Sinn mache. Denn (SI) schließt Spaltung aus, Fusion/Hintikka: Um Fusion auszuschließen, brauchen wir die umgekehrte Form statt (SI) brauchen wir (IS): (IS) (x)(y) (möglich (x = y) > x = y) ((s) Mögliche Identität ist Identität, d.h. letztlich ist sie notwendig.) Problem/Hintikka: (IS) ist in manchen konventionellen Systemen der quantifizierten Modallogik nicht gültig, einschließlich der von Ruth Barcan Marcus. Für diese Systeme müssen wir Spaltung erlauben, wenn wir von möglichen Welten in Richtung der aktualen Welt gehen (nach Hause reisen). Richtung/Interpretation/Hintikka: Aber bei der Interpretation gibt es gar nichts zu unterscheiden zwischen den Richtungen. II 196 Es ist nämlich nur ein Zufall, dass diese Systeme keine Rückblickenden Operatoren“ (Saarinen, s.o.) enthalten. D.h. jeder Verteidiger dieser konventionellen Systeme verteidigt insgeheim doch die Möglichkeit von Spaltungen, d.h. die Zurückweisung von (SI). Spaltung/Hintikka: Spaltung ist bei einigen wenigen Modellen der Querwelteinidentifikation, Re-Identifikation in der Zeit sinnvoll. Bsp Ein Computer könnte auseinandergenommen werden und zwei Computer daraus gebaut werden. Das könnte später wieder revidiert werden. >Identität zwischen Welten. Re-Identifikation/Reidentifikation/Hintikka: Reidentifikation ist der Schlüssel zu Fällen von Spaltung und Fusion. Spaltung/Hintikka: Es gibt einen strukturellen Grund, warum sie so selten ist: Wenn Weltlinien aus infinitesimalen Elementen zusammengesetzt sind wie die Lösungen von Differentialgleichungen, entspricht die Spaltung einer Singularität, und dies ist ein seltenes Phänomen. Spaltung/Hintikka: Die Argumente gegen sie sind zirkulär in einem tiefen Sinn. Sie basieren auf der Idee, dass für Quantifikation der Individuenbereich fixiert bleiben sollte. (HintikkaVsKripke). Mögliche Welt/Individuenbereich/HintikkaVsKripke: Man sollte nicht fordern, dass die Individuen beim Wechsel von Welt zu Welt dieselben bleiben müssen. Die Rede von Welten ist leer, wenn es keine möglichen Erfahrungen gibt, die sie unterscheiden könnten. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Terminologien | Simons | I 14 Produkt/Mereologie/Simons: Der Durchschnitt ist gleich der größten unteren Schranke. Summe: Die Summe ist "das Individuum, das etwas überlappt, wenn es wenigstens eins von x oder y überlappt. Dies ist nicht immer die kleinste obere Schranke (koS). Gittertheorie: Die Gittertheorie meint das "kleinste Individuum, das beide enthält". Def Differenz: Die Differenz ist das größte Individuum, das in x enthalten ist, das keinen Teil mit y gemein hat. Es existiert nur, wenn x nicht Teil von y ist. Def Fusion/allgemeine Summe: Die Fusion ist die Summe aller Objekte, die ein bestimmtes Prädikat Fx erfüllen, denotiert durch den Variablen-bindenden Operator s: s x[Fx]. Es kann mehrere Fusionen geben. Die Summe ist die größte Fusion. I 226 Fusion: Die Fusion beinhaltet ein Ersetzen des früheren. Bsp Ein früheres F wird durch zwei Fs ersetzt. Def Nukleus/allgemeines Produkt: Der Nukleus ist das Produkt der Objekte, die ein Prädikat erfüllen px[Fx]. Universum U: Das Universum ist die Summe aller Objekte. Das entspricht dem Einheitselement der Booleschen Algebra. Atom: Ein Atom ist ein Individuum, das keine Teile hat. Individuum allgemein: Ein Individuum im Allgemeinen kann einen Teil haben! Ein Universum mit 3 Atomen kann 7 Individuen haben. Wenn es c Atome gibt, gibt es 2 hoch c 1 Kombinationen. Daraus folgt, dass es keine geraden Anzahlen geben kann. Kombinationen von Individuen sind selbst wieder Individuen. I 32 Def Obere Schranke/Mereologie/Simons: Die Individuen, die ein Prädikat fx erfüllen sind oben gebunden, wenn es ein Individuum gibt, von dem sie alle ein Teil sind. Summe: Die Summe ist "das Individuum, das etwas überlappt, wenn es wenigstens eins von x oder y überlappt". ((s) Hasse-Diagramm: Der obere Punkt ist Teil des unteren.) Universum: Im Universum gibt es eine obere Schranke für alles. Die Existenz einer oberen Schranke impliziert nicht die Existenz von Summen oder die kleinste obere Schranke, Bsp die Menge der Teilmengen der natürlichen Zahlen die entweder nicht-leer oder endlich oder unendlich sind und ein endliches Komplement haben. Jede Kollektion ist nach oben beschränkt durch die gesamte Menge der natürlichen Zahlen ohne eine kleinste obere Schranke, Bsp die Kollektion aller endlichen Mengen von geraden Zahlen. Bsp offene Intervalle auf dem reellen Zahlenstrang: Hier haben je zwei offene Intervalle wenigstens eine obere Schranke, nämlich das Intervall dessen Endpunkte... I 33 ...ihre äußeren Extrempunkte sind. Aber getrennte Intervalle mit einer Lücke zwischen sich haben keine Summe. Wenn eine Summe existiert, dann auch eine kleinste obere Schranke aber nicht umgekehrt. Teile eines umfassenderen Ganzen sein heißt, eine obere Schranke zu haben. I 60 Def Protothetik/Lesniewski/Simons: ("erste Prinzipien"): Protoethik ist Lesniewskis Gegenstück zum Aussagenkalkül, den sie als Fragment enthält. Zusätzlich enthält sie Variablen für jeden Aussagentyp sowie Quantoren - äquivalent mit Systemen von Propositionstypen (Aussagentypen) von Church oder Henkin. I 112 Def obere Schranke/Mereologie/Simons: Die Individuen, die ein Prädikat fx erfüllen sind oben gebunden, wenn es ein Individuum gibt, von dem sie alle ein Teil sind. Summe: Die Summe ist "das Individuum, das etwas überlappt, wenn es wenigstens eins von x oder y überlappt". I 211 Koinzidenz/Simons: Die Gleichheit der Elemente ist nicht hinreichend für die Gleichheit der Teile. ((s) Bsp mitgliedergleiche Gremien können verschiedene Vorsitzende haben.) Koinzidenz: Koinzidenz ist zeitweise Ununterscheidbarkeit. Die Klasse {Tib+Tail]} hat nur drei Teile. Tibbles kann viel mehr haben! I 225 Permanente Koinzidenz von F1 und F2 ist nicht in der wirklichen Welt unterscheidbar. Sie ist höchstens durch modale Eigenschaften unterscheidbar. I 228 Koinzidenz-Prinzip/Simons: Koinzidenz (alle Teile gemeinsam haben) ist notwendig für Superposition (zwei Dinge zur selben Zeit am selben Ort). I 228 Komposition/Zusammensetzung/Mereologie/Simons: Bsp Das Schiff, aber nicht das Holz ist aus Planken zusammengesetzt. Ein Mensch hat Teile, die nicht von der Kollektion der Atome geteilt werden. I 334 Topologie/Mereologie/Simons: Topologische Begriffe, die über die Mereologie hinausgehen, sind "Angrenzen" und "Verbindbarkeit". Diese werden zur Definition von "Ganzes" gebraucht. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Zeit | Bigelow | I 192 Verzweigte Zeit/Mögliche Welten/Bigelow/Pargetter: Wir erlauben, dass die Zeit verzweigt ist, d.h. zu jeder Vergangenheit gibt es mehrere Zukünfte. Dann sollten wir auch erlauben, dass so etwas für die Entwicklung innerhalb einer Welt möglich ist. D.h. zwei Teile könnten denselben Ursprung haben. Ebenso Fusion und vorübergehendes Zusammengehen von Teilen. >Mereologie, >Ursache, >Fusion/Identität. Problem: Es ist verwunderlich, dass solche Teile dann zumindest einen zeitlichen Teil gemeinsam haben müssten. Bsp Angenommen, wir treffen Jane aus einem anderen Teil derselben möglichen Welt. Betrachten wir das Kontrafaktisches Konditional: wenn wir Jane nicht getroffen hätten, hätte sie nicht existiert. >Kontrafaktisches Konditional. BigelowVsLewis: Nach Lewis muss das wahr sein. Bigelow/Pargetter: Nach uns ist es klarerweise falsch. Es muss daher mindestens eine mögliche Welt geben, in der Jane existiert und wir sie nicht treffen. Und diese mögliche Welt muss dann alle Jane und uns enthalten, obwohl es keine Verbindung zwischen uns gibt. LewisVsVs: Dieser müsste dann irgendeine andere Verbindung und entsprechendes kontrafaktisches Konditional annehmen: „…ein Vorfahre oder Nachfahre von uns hätte einen Vorfahren oder Nachfahren von ihr treffen können“ usw. >Mögliche Welten/Lewis, >Gegenstücktheorie/Lewis. BigelowVsLewis: Das ist immer noch falsch in der fraglichen Welt und weniger plausibel als das obige kontrafaktische Konditional. Das zeigt die Falschheit der temporalen Theorie. BigelowVsLewis: Dieser ist in einem Dilemma: entweder er nimmt die Weltgefährten-Relation als primitiven Grundbegriff oder er lässt modale Grundbegriffe zu. >Querweltein-Identität. I 193 Gegenstück-Relation/GR/Lewis/Bigelow/Pargetter: Lewis stützt sich aber noch auf eine wichtigere Relation, die Gegenstück-Relation: sie ist auch kein guter Kandidat für einen unanalysierten Grundbegriff, und dennoch braucht auch sie wiederum modale Grundbegriffe. >Gegenstück-Relation, >Grundbegriffe. BigelowVsLewis/BigelowVsGegenstück-Theorie/Bigelow/Pargetter: Die Gegenstück-Theorie führt auch in die Zirkularität, weil sie modale Begriffe voraussetzt. >Zirkularität, >Modalitäten. D.h. sie kann die Modallogik nicht begründen. >Modallogik. |
Big I J. Bigelow, R. Pargetter Science and Necessity Cambridge 1990 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
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| Präsentismus | Stalnaker, R. | I 128 Präsentismus/Stalnaker: (s.o.) analog zum Aktualismus in Bezug auf mögliche Welten: wir sind in der Zeit erstreckt so wie wir über MöWe erstreckt sind. Dann können wir echte zeitliche Identität haben. (Stalnaker pro). Fusion/Spaltung/personale Identität/Stalnaker: sind dann Fälle, wo getrennte Personen früher identisch waren bzw. eine Person in zwei geteilt wird. |
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