Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Ableitbarkeit Bolzano Berka I 18/19
Ableitbarkeit/Bolzano: besteht, wenn gewisse Vorstellungen i,j, die die Prämissen A,B, C.. wahr machen, auch die Konklusionen M,N,O... wahr machen. Und zwar der Inbegriff (die Gesamtheit) der Vorstellungen, soll die gesamten Konklusionen und die gesamten Prämissen wahr machen. ((s) >Wahrmacher).

Umfassen/Enthaltensein/Bolzano: Prämissen: sind hier die umfassten,
Konklusionen: die umfassenden Sätze.
I 20
Ableitbarkeit/Bolzano: Problem: Sätze, die man durch einen willkürlichen Austausch der Vorstellungen aus gegebenen wahren erhält, müssen nicht immer wahr sein. (s) Austausch von Vorstellungen: Einsetzen für Variablen.
Bolzano: so kann auch unter falschen Sätzen die Beziehung der Ableitbarkeit bestehen.
Bsp Folgebeziehung/Bolzano/(s): (inhaltlich): wenn es an einem Ort wärmer ist, wird an dem Ort höhere Temperatur angezeigt. In Wirklichkeit wird höhere Temperatur angezeigt, weil es wärmer ist. Das Thermometer erzeugt die Temperatur nicht. D.h. die Folgebeziehung besteht nur in der einen Richtung: Wärme >Temperatur. - Anders bei der Ableitbarkeit:
Bsp Ableitbarkeit/Bolzano/(s): wenn der Satz "...höhere Temperatur" wahr ist, ist auch der Satz "es ist wärmer" wahr und umgekehrt! Umkehrbares Verhältnis zweier wahrer Sätze. Inhalt nicht entscheidend.
I 21
Folgebeziehung/Bolzano: liegt nicht schon dann vor, wenn die entsprechenden Sätze alle wahr sind. (1)

1. B. Bolzano, Wissenschaftslehre, Sulzbach 1837 (gekürzter Nachdruck aus Bd. II S. 113-115, S. 191 – 193; § 155; §162)

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983
Absicht Dennett II 40
Absicht/Handlung/Leben/Evolution/Dennett: Wirkungsweisen innerhalb solcher primitiver Systeme (Makromoleküle) ähneln absichtsvollen Handlungen. Die Systeme werden von Informationen gelenkt und streben nach Zielen. Auch Thermometer sind ähnliche "Pseudoagenten"! Sie sind "Intentionale Systeme".
Wir sollten, um sie zu verstehen, ihnen gegenüber den "intentionalen Standpunkt" einnehmen.
II 57
Absicht/Intention/Meinen/Handlung/Dennett: das Ziel, genau auszudrücken wie der Akteur seine Aufgabe begreift ist irrig, eine witzlose Übung, als ob man Gedichte unter dem Mikroskop liest. >Intentionaler Standpunkt/Dennett.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Autonomie Feyerabend I 43
Autonomieprinzip/Feyerabend: Die Sammlung von Tatsachen zu Prüfzwecken ist das einzige, was dem Wissenschaftler zu tun übrig bleibt. Falls Tatsachen existieren und verfügbar sind, und zwar unabhängig davon, ob man Alternativen zu der zur prüfenden Theorie in Betracht zieht. Prinzip der relativen Autonomie von Tatsachen. (Gegenüber Theorien). Das Prinzip besagt nicht, dass die Entdeckung und Beschreibung von Tatsachen völlig theorieunabhängig ist, wohl aber, dass die zum empirischen Gehalt eine Theorie gehörenden Tatsachen verfügbar sind, gleichgültig, ob man Alternativen zu dieser Theorie in Betracht zieht.
((s) Also dass Tatsachen autonom sind, unabhängig von Theorien.)
I 44
FeyerabendVsAutonomieprinzip: Das Autonomieprinzip ist ein viel zu einfacher Blickpunkt. Tatsachen und Theorien sind weit enger verknüpft, als das Autonomieprinzip wahrhaben will. Bsp Man weiß heute dass das Brownsche Teilchen ein perpetuum mobile zweiter Art ist, und das sein Vorhandensein den 2. Hauptsatz der Wärmelehre widerlegt. (Henning GenzVs: Das stimmt nicht.)
Hätte diese Beziehung zwischen der Bewegung und der Theorie gezeigt oder direkt entdeckt werden können? Zwei Fragen:
1. Hätte die Relevanz der Bewegung auf diese Weise entdeckt werden können?
2. Hätte gezeigt werden können, dass sie 2. Hauptsatz widerlegt? ((s) Unsinn: Relevanz zu »beobachten«.)
Jedes Thermometer ist Schwankungen unterworfen, die genauso groß sind wie die Brownsche Bewegung. Die tatsächliche Widerlegung kam auf ganz andere Weise zustande: mit Hilfe der kinetischen Theorie und ihrer Verwendung durch Einstein bei seiner Berechnung der statistischen Eigenschaften der Brownschen Bewegung. Bei dieser Widerlegung wurde die Konsistenzbedingung verletzt: die phänomenologische Theorie wurde in den größeren Rahmen der statistischen Physik eingebaut.

Feyerabend I
Paul Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Feyerabend II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Bedeutung Sellars I 56
Thermometertheorie/Bedeutung/Price/Sellars: Hauptvertreter: Price - These: Bedeutung bestehe aus der Syntax eines Prädikats und der Tatsache einer Reaktion. - SellarsVs: Fehler: Bedeutung als Relation zwischen einem Wort und einer nichtsprachlichen Entität anzusehen. - ((s) > tags: > Mythos vom Museum).
II 306
Bedeutung/Tradition(Atomismus): Beziehung zwischen einem sprachlichen und einem nicht-sprachlichen Gegenstand ist rein logisch.
II 307
SellarsVs: Konsequenz: dann wäre Wahrheit auch eine rein relationale Eigenschaft. Aber: sie ist keine reale Eigenschaft. Bedeutung ist keine reale Beziehung. Sondern es ist komplizierter.

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Benennen Rorty VI 147
Benennen/Rorty: Sprache ist mehr als Benennen: RortyVsThermometerauffassung der Bedeutung. >Thermometer, >Mythos vom Museum.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Beobachtung Sellars I XVII
Beobachtungsberichte : scheinen statt der Sinnesdaten das Fundament der Rechtfertigung bilden zu können. Vs: Sie sind nicht in dem Sinne selbständig, dass sie keinerlei weiteres Wissen voraussetzen. Jemand der stets nur mit "Dies ist grün" reagiert, bringt damit allein noch kein Wissen zum Ausdruck. (Thermometer). Er hat keine Position im "logischen Raum der Gründe".

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Bilder Goodman III 216f
Bild/Goodman: Bilder sind eher mit den Temperaturereignissen zu vergleichen, als mit den Höhen der Quecksilbersäule. Denn in den fraglichen Systemen werden die Bilder wie die Temperaturen eher denotiert und denotieren nicht selbst.
Def Sehen/Goodman: Welche Eigenschaften ein Bild exemplifiziert oder zum Ausdruck bringt, ist mit der Verwendung eines skalenlosen Thermometers vergleichbar.
III 217f
Def Sagen/Goodman: Sagen, was das Bild exemplifiziert, ist dann eine Frage des Einpassens der richtigen Wörter aus einer syntaktisch unbegrenzten und semantisch dichte Sprache. Es wird immer einen weiteren Ausdruck geben, derart, dass wir nicht bestimmen können welcher tatsächlich durch das betreffende Bild exemplifiziert wird. Sagen, was ein Bild exemplifiziert, ist wie Messen ohne Angabe von Toleranzbereichen.
III 218
Pikturale Exemplifikation/Goodman: Pikturale Exemplifikation ist also in Wirklichkeit ein invertiertes Anzeige- oder Messsystem. Systeme dürfen nicht mit Sprache gleich gesetzt werden. Sprachen haben Alphabete, pikturale Systeme nicht.
---
IV 121
Pikturale Elemente/Goodman: Pikturale Elemente können niemals, wie ähnlich sie auch sein mögen, syntaktische Äquivalente darstellen. Denn ohne ein Alphabet haben wir keine Möglichkeit, bei Marken wesentliche und unwesentliche Unterschiede auseinanderzuhalten. Eine verschwommene Pferd-Darstellung ist sicher keine Darstellung eines verschwommenen Pferdes. Das Verschwommensein gehört zur Darstellung oder zur Vorstellung.
Wir besitzen kein Lexikon pikturaler Formen. Deshalb kann die Sprachtheorie Bildkompetenz nicht erklären.
IV 156
Fotografie/Goodman: Eine Fotografie der Marsoberfläche erinnert uns daran, dass das Mediumn nicht seine eigene Skala für Größe und Distanz mitliefert.
IV 169
Digital/analog/Goodman: Ist das aus Punkten zusammengesetzte Bild kein digitales Bild? Nein! Weil kein Symbol an sich digital oder analog ist.
IV 174
Ein vollständiges Schema ist piktural nur dann, wenn es analog ist. Verbal, wenn es digital ist. Mit anderen Worten: Nicht jedes analoge, vollständige Schema ist piktural und nicht jedes digitale vollständige Schema ist verbal.
Bild/Goodman: Wir sind also nicht zu einer Definition von Bildern gekommen.

G IV
N. Goodman
Catherine Z. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

Goodman I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

Goodman II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

Goodman III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997
Dispositionen Carnap VII 119
Dispositionsbegriffe/Messen/Carnap: Lösung: Reduktionsaussagen/Carnap: die den Charakter partieller oder konditionaler Definitionen besitzen: "wenn ein Thermometer mit einem Gegenstand x in Kontakt steht, dann gilt T(x) = c genau dann, wenn das Thermometer c Grad anzeigt. - Keine kontrafaktischen Konditionale sondern indikative. - partielle Definition: durch Reduktionsaussagen: nur in Bezug auf die Gegenstände, die mit dem Thermometer in Kontakt stehen. - Reduktionsaussagen entsprechen operationalen Definitionen.

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982
Empfindungen Dennett II 82
Empfindung/Dennett: Man hat "Empfindungsfähigkeit" nie mit einer richtigen Definition versehen, aber man stellt sie sich landläufig als die niedrigste Form von >Bewusstsein vor. Empfindlichkeit: braucht gegenüber der Empfindung keinerlei Bewusstsein einzuschließen.
Bsp Einzeller, >Thermometer, Lichtempfindlicher Film, Pflanzen, >Tankanzeige im Auto.
II 83
Die Frage, was Empfindung gegenüber der bloßen Empfindlichkeit auszeichnet, wurde nie befriedigend beantwortet.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Folgebeziehung Bolzano Berka I 8
Folgebeziehung/Folgerung/Bolzano: für Bolzano folgt M,N,O..aus A,B,C.. nur dann, wenn 1. jedes (semantische) Modell von A,B,C... auch ein Modell von M,N,O... ist. D.h. wenn jeder der Schlußsätze M,N,O, aus den Prämissen A,B,C... einzeln ableitbar ist. und
2. die Prämissen der ((s) inhaltliche) Grund für die Schlusssätze sind.
Berka: das ist ein sehr starker Folgerungsbegriff.
TarskiVsBolzano: für ihn reicht es, wenn die 1. Bedingung erfüllt ist.
GentzenVsBolzano: für Gentzen reicht es, wenn wenigstens einer der Schlusssätze aus der Menge der Prämissen ableitbar ist.
Sonderfall: enthält die Forderungsmenge nur einen Schlusssatz, sind das Bolzanosche und das Gentzensche Folgerungssystem identisch.
Folgerung/Bolzano: zusätzliche Bedingung: man muss entscheiden können, welche Begriffe logische Begriffe sind.

Berka I 20f
Bsp Folgebeziehung/Bolzano: (inhaltlich): wenn an einem Ort wärmer ist, herrscht an dem Ort höhere Temperatur -in Wirklichkeit wird höhere Temperatur angezeigt, weil es wärmer ist - das Thermometer erzeugt die Temperatur nicht. D.h. die Folgebeziehung besteht nur in der einen Richtung: Wärme >Temperatur. (1) Anders bei der Ableitbarkeit/Bolzano/(s): wenn der Satz "...höhere Temperatur" wahr ist, ist auch der Satz "es ist wärmer" wahr und umgekehrt! Umkehrbares Verhältnis zweier wahrer Sätze. Inhalt nicht entscheidend - Folgebeziehung: nur in einer Richtung - Ableitbarkeit: in beiden Richtungen, unabhängig von Wahrheit - Folge/Bolzano: aus Grund - Ableitbarkeit/> Mates: formal.


1. B. Bolzano, Wissenschaftslehre, Sulzbach 1837 (gekürzter Nachdruck aus Bd. II S. 113-115, S. 191 – 193; § 155; §162)

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983
Hockeyschläger-Kontroverse Edwards Edwards I 576
Hockeyschläger-Kontroverse/Klimatologie/Edwards: Climate Audit entstand aus einer Kontroverse über das "Hockeyschläger"-Diagramm (...), das ursprünglich 1998 von einer Gruppe um den Klimatologen Michael Mann von der University of Virginia veröffentlicht wurde. Eine Version desselben Diagramms wurde 2001 im Zweiten Sachstandsbericht des IPCC veröffentlicht(1). Dieses Diagramm kombinierte Daten von Thermometern mit Proxy-Messungen der Temperatur aus Baumringen, Eisbohrkernen, Korallen und historischen Aufzeichnungen, um die Temperaturveränderungen der letzten 1000 Jahre darzustellen. Stephen McIntyre, ein ehemaliger leitender Angestellter der Bergbauindustrie und Analyst für Regierungspolitik mit einem Hintergrund in Mathematik und Wirtschaft, und Ross McKitrick, ein Wirtschaftswissenschaftler, stellten eine der statistischen Techniken in Frage, die Manns Gruppe zur Analyse der Daten verwendet hatte. Diese Herausforderung führte zu einer langen und erbitterten Kontroverse, an der Mann, der US-Kongress, das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), die National Science Foundation, die American Association for the Advancement of Science, die National Academy of Sciences, der National Research Council und zahlreiche andere Organisationen und Personen beteiligt waren. Über diesen Zeitraum hinweg veröffentlichten McIntyre, McKitrick, Mann und verschiedene andere Parteien eine Reihe von Auseinandersetzungen in Fachzeitschriften und in eher parteiischen Foren(2).
Edwards I 577
Auditing/Internet-Aktivitäten/Öffentlichkeitsarbeit: Im Wesentlichen forderte Stephen McIntyre die Originaldaten an, die für die Erstellung der Grafik verwendet worden waren. Michael Mann stellte die meisten der Daten zur Verfügung, aber nicht alle. McIntyre ging den fehlenden Daten nach, aber Mann wies ihn ab.
Edwards I 578
Im Jahr 2005, während der "Hockeyschläger"-Kontroverse, begann McIntyre, seinen Blog Climate Audit zu nutzen, um die Idee der "Überprüfung" von Klimadaten und sogar von Klimamodellen zu fördern. Er versuchte, neben anderen Daten auch den Oberflächentemperatur-Datensatz des Goddard Institute for Space Studies zu überprüfen. Er begann, höflich, aber nachdrücklich, das Institut aufzufordern, sowohl die Rohdaten als auch sein Datenanalysemodell zu veröffentlichen. Da McIntyre alle seine Anfragen und die Antworten von GISS auf dem Blog Climate Audit chronologisch aufzeichnete, erlangten seine Bemühungen ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, das sie sonst wahrscheinlich nie erhalten hätten. GISS wehrte sich zunächst gegen McIntyres Anfragen, aber nach einiger negativer Presseberichterstattung willigte es ein. Im Jahr 2007 entdeckte McIntyres "Audit" eine Anomalie im GISS-Datensatz, die mit Korrekturen zu tun hatte, die das GISS an Datensätzen des US Historical Climatology Network vorgenommen hatte. Der Blog bot ein beispielloses Forum für jede interessierte Partei, um prüfungswürdige Probleme zu signalisieren, und Climate Audit und andere Blogs deckten weitere Fehler auf, die von GISS in einer frühen Veröffentlichung von Daten vom Oktober 2008 gemacht wurden. Das GISS hat McIntyre öffentlich für diese Beiträge gedankt. Als Reaktion auf die Forderungen von Climate Audit und anderen Blogs nach mehr Transparenz haben viele Klimazentren begonnen, Daten und sogar einige Klimamodelle auf öffentliche Webserver zu stellen. >Citizen Science/Edwards.
Edwards I 581
Citizen Science/Edwards: (...) der Wert der Interventionen von Bürgern in der "Hockeyschläger-Kontroverse" ist nicht klar. Der National Research Council kam zu dem Schluss, dass die Kritik von McIntyre und McKitrick dazu beigetragen hat, die Methoden zur Temperaturrekonstruktion zu verbessern. Aber sie stellte auch fest, dass die von Mann et al. verwendete Methode der "Hauptkomponentenanalyse" in der Praxis "die Rekonstruktionen der hemisphärischen Mitteltemperatur nicht übermäßig zu beeinflussen scheint; Rekonstruktionen, die ohne die Verwendung der Hauptkomponentenanalyse durchgeführt wurden, sind den von Mann et al. präsentierten Originalkurven qualitativ ähnlich"(3). Außerdem hatten andere Wissenschaftler die meisten der von McIntyre und McKitrick aufgeworfenen Probleme bemerkt; hätte man den wissenschaftlichen Überprüfungsprozessen erlaubt, normal zu verlaufen, ohne öffentlichen Aufruhr, wäre das Endergebnis wahrscheinlich ähnlich gewesen.


1. M. E. Mann et al., “Global-Scale Temperature Patterns and Climate Forcing over the Past Six Centuries,” Nature 392, no. 6678 (1998): 779–; Mann et al., “Northern Hemisphere Hemisphere Temperatures During the Past Millennium: Inferences, Uncertainties, and Limitations,” Geophysical Research Letters 29, no. 6 (1999): 759.
2. P. Huybers, “Comment on ‘Hockey Sticks, Principal Components, and Spurious Significance’ by S. McIntyre and R. McKitrick,” Geophysical Research Letters 32, no. 20 (2005): L20705; M. E. Mann et al., “False Claims by Mcintyre and McKitrick Regarding the Mann et al. (1998) Reconstruction,” www. realclimate.org; Mann and P. D. Jones, “Global Surface Temperatures over the Past Two Millennia,” Geophysical Research Letters 30, no. 15 (2003): 1820; S. McIntyre and R. McKitrick, “Corrections to the Mann et al. (1998) Proxy Data Base and Northern Hemispheric Average Temperature Series,” Energy & Environment 14, no. 6 (2003); McIntyre and McKitrick, “The M&M Critique of the Mbh98 Northern Hemisphere Climate Index: Update and Implications,” Energy and Environment 16, no. 1 (2005): 69–; H. Von Storch and E. Zorita, “Comment on ‘Hockey Sticks, Principal Components, and Spurious Significance,’ by S. McIntyre and R. McKitrick,” Geophysical Research Letters 32 (2005): 20.
3. Committee on Surface Temperature Reconstructions for the Last 2000 Years et al., Surface Temperature Reconstructions for the Last 2000 Years (National Academies Press, 2006), 113.

Edwards I
Paul N. Edwards
A Vast Machine: Computer Models, Climate Data, and the Politics of Global Warming Cambridge 2013
Homogenisierung Klimatologie Edwards I 401
Homogenisierung/Klimatologie/Edwards: (...) Beobachtungssysteme und Standards änderten sich im Laufe der Zeit oft und schnell, was zu zeitlichen Diskontinuitäten und Inkonsistenzen führte. Diese "Inhomogenitäten", wie Meteorologen sie nennen, machten große Mengen an Wetterdaten für klimatologische Zwecke unbrauchbar. Doch in den letzten Jahrzehnten haben Vorhersage und Klimatologie mit der schnellen und qualitativ hochwertigen 4-D-Datenassimilation begonnen, sich anzunähern. Die Reanalyse globaler Wetterdaten produziert - zum ersten Mal - konsistente, gerasterte Daten über die planetarische Zirkulation, über Zeiträume von 50 Jahren oder mehr, mit einer viel höheren Auflösung als die, die mit traditionellen klimatologischen Datensätzen erreicht wird. Die Reanalyse wird möglicherweise niemals die traditionellen Klimadaten ersetzen, da ernsthafte Bedenken bestehen, wie Assimilationsmodelle die Daten "verzerren", wenn sie über sehr lange Zeiträume integriert werden. >Reanalyse/Klimatologie.
Edwards I 402
Nichtsdestotrotz sind die Wetter- und Klimadateninfrastrukturen nun untrennbar durch die "Datenmodelle" verbunden, die jede dieser Infrastrukturen benötigt, um die Zukunft der Atmosphäre zu projizieren und ihre Vergangenheit zu kennen. >Modelle/Metereologie, >Wetterdaten/Metereologie.
Edwards I 406
Reanalyse: Die Reanalyse ermöglicht eine echte vierdimensionale Assimilation, bei der sowohl zukünftige als auch vergangene Beobachtungen den Zustand der Analyse zu jedem Zeitpunkt beeinflussen können(1).
Edwards I 415
Inhomogenitäten: Die meisten Inhomogenitäten in Klimadaten haben wenig politische Valenz, aber es gibt wichtige Ausnahmen. Wie wir in Kapitel 8 gesehen haben, hielt die Sowjetunion während des Kalten Krieges einige Daten zurück, während die Volksrepublik China praktisch alle Daten zurückhielt. Diese Daten waren bis Mitte der 1980er Jahre in keinem westlichen Klimadatensatz enthalten(2). Einige neuere Arbeiten deuten darauf hin, dass systematische Fehler weiter verbreitet sein könnten, als bisher angenommen wurde. Zum Beispiel brachten Meteorologen im 19. Jahrhundert in den Alpen Niederschlagsmesser auf den Dächern und Thermometer auf dem Dach an.
Edwards I 416
Später verlegten sie die Niederschlagsmesser auf den Boden und montierten die Thermometer in Abschirmvorrichtungen, die in offenen Bereichen platziert wurden (wodurch die artefaktischen Effekte von Gebäuden und Straßenbelägen reduziert wurden). Obwohl die Stationen ihre Geräteplatzierung zu verschiedenen Zeiten änderten, waren die Niederschlagsmessungen systematisch höher und die Temperaturmessungen niedriger, nachdem die Geräteplatzierung geändert wurde(3). Satellitendaten: Ein anderes und viel problematischeres Problem ergibt sich bei Satellitendaten. (...) die meisten rohen Sensormesswerte von Satelliten erfordern eine Art von Verarbeitung, um sie in meteorologische Informationen umzuwandeln. Dies kann ein komplexer Modellierungsprozess sein, wie z.B. bei der Inversion von Mikrowellenstrahlung, aber es kann auch ein viel einfacherer Prozess der Datenreduktion sein. >Reanalyse/Klimatologie, >Model Bias/Klimatologie.


1. K. E. Trenberth, “Atmospheric Circulation Climate Changes,” Climatic Change 31, no. 2 (1995), 306.
2. 15. P. D. Jones et al., A Gridpoint Surface Air Temperature Data Set for the Northern Hemisphere (US Department of Energy, Carbon Dioxide Research Division, 1985), 1.
3. R. Boehm et al., “Regional Temperature Variability in the European Alps: 1760–8 From Homogenized Instrumental Time Series,” International Journal of Climatology 21, no. 14 (2001): 1779–; Auer et al., “Metadata and Their Role in Homogenising.”

Edwards I
Paul N. Edwards
A Vast Machine: Computer Models, Climate Data, and the Politics of Global Warming Cambridge 2013
Icons Deacon I 71
Icon/Index/Symbol/Deacon: wenn wir sagen, etwas sei ikonisch meinen wir, dass es uns an etwas erinnert, Bsp Landschaften, Portraits usw. Index/Indikator: hier gibt es eine physische Verbindung zu etwas anderem, Bsp Thermometer, Wetterfahne, usw.
Symbole: hier geht es um soziale Konvention, Bsp Ehering. Zusammengenommen symbolisieren die Wörter eines Satzes eine bestimmte Idee oder eine Menge von Ideen.
Kein Objekt ist intrinsisch ein Icon, ein Index oder ein Symbol. Wenn wir etwas ein Icon oder einen Index nennen, sprechen wir über die Intention seiner Verwendung.
VsIkonizität: Viele sagen, dass alles ein Ikon für alles Mögliche sein kann.
Deacon: das kann man auch über die beiden anderen Fälle sagen.
I 72
Man streitet sich z.B. darüber, ob gewisse Zeichensprachen wie die American Sign Language (ASL) symbolisch oder ikonisch sind. Interpretation/Interpretierbarkeit: es ist auch die Frage, ob interpretative Fähigkeiten gebraucht werden bzw. im Laufe der Zeit verloren gehen und neu gewonnen werden.
I 73
Symbol/Icon/Tiersprache/Deacon: Bsp Gelächter/Humor: wahrscheinlich steckt im Begriff Humors ein symbolisches Element, für das Tiere - im Gegensatz zu Gelächter – nicht empfänglich sind. Tiere sind auch nicht empfänglich dafür, die soziale Komponente einfacher Signale zu verstehen, selbst wenn sie in diesem Prozess involviert sind.
Interpretation/Peirce/Deacon: Peirce unterscheidet zwischen verschiedenen Arten der Referenz und erklärt sie mit verschiedenen Ebenen der Interpretation:
Tierrufe: im Gegensatz zum Tier kann der Mensch Assoziationen höherer Stufe unterscheiden. Dabei geht es um mehr als bloß zunehmende Komplexität.
I 74
Pointe: wenn ich die symbolische Referenz nicht erkenne, kann ich dasselbe immer noch als Icon auffassen, d.h. ich kann seine Ähnlichkeit mit etwas anderem erkennen. Man könnte annehmen, dass es eine Hierarchie der Referenz von ikonischer über indexhafte bis hin zu symbolischer Referenz gäbe, aber so einfach ist es nicht.
Pointe. Es ist nicht die Ähnlichkeit, die die Ikonizität schafft! Erst nach dem Erkennen der ikonischen Relation beurteilen wir die Ähnlichkeit des Zeichens mit dem Objekt. Die Interpretation ist dabei etwas, das wir eben nicht tun! Es ist ein Akt, eine Unterscheidung nicht zu machen!
I 75
Bsp Mimikry: ob sie funktioniert hängt von Kleinigkeiten wie der Aufmerksamkeit oder Unaufmerksamkeit des Fressfeindes ab. Von diesen Umständen hängt nun ab, ob wir die Färbung des Tiers als ikonisch oder als indexhaft interpretieren.
I 76
Ähnlichkeit/Interpretation: Ähnlichkeit, die im Interpretationsvorgang aufgrund externer Einflüsse festgestellt wird, entscheidet also darüber, ob wir etwas als Icon oder als Index auffassen. Interpretation: ist im Fall von Skulpturen oder Schwärzungen des Papiers nicht anders.
I 77
Icons/Deacon: These. Icons entstehen aus dem Fehlschlagen des Versuchs differenzierende Indizes für die Unterscheidung von Dingen aufzustellen. >Symptome.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Klimadaten Edwards I 56
Klimadaten/Edwards: Damit langfristige Klimaanalysen - insbesondere Analysen zur Klimaänderungen - genau sind, müssen die verwendeten Klimadaten homogen sein. Eine homogene Klimazeitreihe ist definiert als eine, bei der Variationen nur durch Variationen von Wetter und Klima verursacht werden. Unglücklicherweise wurden die meisten langfristigen klimatologischen Zeitreihen durch eine Reihe von nicht klimatischen Faktoren beeinflusst, die diese Daten nicht repräsentativ für die tatsächlichen Klimaschwankungen machen, die im Laufe der Zeit auftreten. Zu diesen Faktoren gehören Veränderungen bei: Instrumenten, Beobachtungspraktiken, Stationsstandorten, Formeln zur Berechnung von Mittelwerten und der Stationsumgebung(1). Edwards: Um zu entscheiden, ob Sie homogene Daten oder "nicht-klimatische Faktoren" sehen, müssen Sie die Geschichte der Infrastruktur Station für Station, Jahr für Jahr und Datenpunkt für Datenpunkt untersuchen, alles im Kontext sich ändernder Standards, Institutionen und Kommunikationstechniken. >Infrastruktur/Edwards.
Seit den 1950er Jahren haben Standardisierung und Automatisierung dazu beigetragen, den Einfluss "nicht-klimatischer Faktoren" auf die Datenerfassung zu reduzieren, und die Modellierungstechniken...
I 57
...haben es den Klimaforschern ermöglicht, relativ homogene Datensätze aus heterogenen Quellen zu generieren(2). Es ist jedoch unmöglich, Störfaktoren vollständig zu eliminieren.
I 58
(...) nur etwa zehn Prozent der Daten, die von den globalen Wettervorhersagemodellen verwendet werden, stammen aus tatsächlichen Messwerten der Instrumente. Die restlichen neunzig Prozent werden von einem anderen Computermodell synthetisiert: dem Analyse- oder "4-dimensionalen Datenassimilations"-Modell, das Werte für alle Punkte auf einem hochauflösenden, dreidimensionalen globalen Gitter erzeugt. >Reanalyse/Klimatologie.
I 356
Globalisierung von Daten: (...) die Globalisierung von Daten ist ein ex post facto Modus der Standardisierung, der mit Abweichungen und Inkonsistenzen umgeht, indem er den gesamten Standardisierungsprozess an einem einzigen Ort ansiedelt - einem "Zentrum der Berechnung", in Bruno Latours Worten(3). >Wettervorhersage/Edwards.
I 381
Zeit/Assimilation: Die durch 4-D-Datenassimilation erzeugte Analyse stellte somit ein extrem komplexes Modell der Daten dar, weit entfernt von den Rohbeobachtungen. Mit vielen Millionen Gitterpunktwerten, die mit weniger als 100.000 Beobachtungen verankert waren, konnte man die Analyse kaum noch als "basierend" auf Beobachtungen...
I 382
...im üblichen Sinne bezeichnen. Wie der Datenassimilations-Experte Andrew Lorenc es ausdrückte: "Assimilation ist der Prozess, die Modellrepräsentation zu finden, die am besten mit den Beobachtungen übereinstimmt." >Wettervorhersage/Edwards, >Homogenisierung/Klimatologie, >Modell Bias/Klimatologie.


1. T. C. Peterson et al., “Homogeneity Adjustments of In Situ Atmospheric Climate Data: A Review,” International Journal of Climatology 18 (1998): 1493–
2. D. R. Easterling et al., “On the Development and Use of Homogenized Climate Datasets,” Journal of Climate 9, no. 6 (1996): 1429–; T. Karl et al., “Long-Term Climate Monitoring by the Global Climate Observing System (GCOS),” Climatic Change 31 (1995): 135–; Peterson et al., “Homogeneity Adjustments”; R. G. Quayle et al., “Effects of Recent Thermometer Changes in the Cooperative Station Network,” Bulletin of the American Meteorological Society 72, no. 11 (1991): 1718–.
3. B. Latour. 1987. Science in Action. Cambridge: Harvard University Press
4. Lorenc A.C. (2002) Atmospheric Data Assimilation and Quality Control. In: Pinardi N., Woods J. (eds) Ocean Forecasting. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-22648-3_5.

Edwards I
Paul N. Edwards
A Vast Machine: Computer Models, Climate Data, and the Politics of Global Warming Cambridge 2013
Klimadaten Klimatologie Edwards I 406
Klimadaten/Klimatologie/Edwards: Die Zwecke, Prioritäten, Quellen und der Charakter von Klimadaten unterscheiden sich von denen der Wetterdaten. Der Zweck von Klimadaten ist es, Muster und Trends zu charakterisieren und zu vergleichen. Dies erfordert Statistiken - Durchschnittswerte, Maxima, Minima, etc. - und nicht einzelne Beobachtungen. Zudem kümmern sich Klimawissenschaftler mehr um die Qualität der Messungen, die Stabilität der Stationen und die Vollständigkeit und Länge der Stationsaufzeichnungen als um die Geschwindigkeit der Berichterstattung. >Wetterdaten/Metereologie, >Klimadaten/Edwards, >Modelle/Klimatologie, >Wettervorhersage/Edwards. Klimatologen verwenden viele der gleichen Datenquellen wie Prognostiker der Wettervorhersage, aber sie verwenden auch viele andere. Bestimmte Arten von Daten, wie z. B. Niederschlagsmessungen oder paläoklimatische Proxies, sind für die Klimatologie von entscheidender Bedeutung, haben aber wenig Relevanz für die Vorhersage. Umgekehrt spielen einige Arten von Daten, die für die Vorhersage nützlich sind, in der Klimatologie keine oder nur eine geringe Rolle. Zum Beispiel revolutionierte das Doppler-Radar
Edwards I 407
die tägliche Niederschlagsvorhersage, aber die Daten, die es produziert, sind für Klimatologen von geringem Interesse(1). Bei der Untersuchung von Daten aus der Zeit vor dem zwanzigsten Jahrhundert und aus dem paläoklimatischen Zeitalter verwenden Klimatologen auch zahlreiche "Proxy"-Quellen, einschließlich Daten zu nicht-meteorologischen Phänomenen, die stark von klimatischen Bedingungen abhängen. Diese Daten können indirekte Informationen über vergangene Wetterbedingungen liefern. Beispiele hierfür sind Eisbohrkerne, Ernteaufzeichnungen, Baumringe und Artenvielfalt(2).
Edwards I 408
Datenqualität: Um die Datenqualität zu kontrollieren, können Klimatologen einen Datensatz mit einem anderen für dasselbe Gebiet vergleichen, der vielleicht mit verschiedenen Instrumenten aufgenommen wurde (z. B. Radiosonde vs. Satellit). Metadaten, wie z. B. Informationen über Stations- oder Instrumentenhistorie, Standort, etc., sind entscheidend für diesen Prozess.
Edwards I 411
Temperaturänderungen: In einem einflussreichen Artikel, der 1953 veröffentlicht wurde, sezierte J. Murray Mitchell die vielen Ursachen von "langperiodischen" Temperaturänderungen in Stationsaufzeichnungen und teilte sie in zwei Haupttypen ein. "Scheinbare" Änderungen, wie z. B. Änderungen des Standorts des Thermometers oder der Unterstände, waren rein artefaktisch und stammten aus Ursachen, die nichts mit der tatsächlichen Temperatur der Atmosphäre zu tun hatten. "Echte" Änderungen stellten echte Unterschiede in den atmosphärischen Bedingungen dar. Diese konnten entweder "direkt" oder "indirekt" klimatisch bedingt sein, zum Beispiel durch Verschiebungen in der allgemeinen Zirkulation (direkt) oder Variationen in der Sonnenleistung (indirekt). Aber nicht alle "realen" Temperaturänderungen spiegelten tatsächliche klimatische Verschiebungen wider, da einige durch im Wesentlichen lokale Bedingungen (wie städtische Wärmeinseln, Industrierauch und lokale Laubbedeckung) verursacht wurden, die nichts mit dem Klima der Region oder des Globus zu tun hatten.(3) >Homogenisierung/Klimatologie, >Reanalyse/Klimatologie, >Model Bias/Klimatologie.



1. Doppler radar can detect falling raindrops, hail, and snow, so it is commonly used for short-term precipitation forecasts. However, the amount of precipitation actually reaching the ground can differ from what radar detects in the atmosphere. For climatological purposes, actual ground-level precipitation is usually all that matters.
2. K. R. Briffa et al., “Tree-Ring Width and Density Data Around the Northern Hemisphere: Part 1, Local and Regional Climate Signals,” The Holocene 12, no. 6 (2002): 737; H. Grudd et al., “A 7400-Year Tree-Ring Chronology in Northern Swedish Lapland: Natural Climatic Variability Expressed on Annual to Millennial Timescales,” The Holocene 12, no. 6 (2002): 657; J. Esper et al., “Low-Frequency Signals in Long Tree-Ring Chronologies for Reconstructing Past Temperature Variability,” Science 295, no. 5563 (2002): 2250–; J. R. Petit et al., “Climate and Atmospheric History of the Past 420,000 Years from the Vostok Ice Core, Antarctica,” Nature 399 (1999): 429–; T. L. Root et al., “Fingerprints of Global Warming on Wild Animals and Plants,” Nature 421, no. 6918 (2003): 57–; T. L. Root and S. H. Schneider, “Ecology and Climate: Research Strategies and Implications,” Science 269, no. 5222 (1995): 334; I. Chuine et al., “Back to the Middle Ages? Grape Harvest Dates and Temperature Variations in France Since 1370,” Nature 432 (2004): 289–.
3. 13. J. M. Mitchell, “On the Causes of Instrumentally Observed Secular Temperature Trends,” Journal of the Atmospheric Sciences 10, no. 4 (1953): 244–.

Edwards I
Paul N. Edwards
A Vast Machine: Computer Models, Climate Data, and the Politics of Global Warming Cambridge 2013
Messen Brandom I 317
Messen: Papageien und Thermometer können verlässliche Dispositionen haben. Sie besitzen aber kein Wissen. Sie betrachten ihre Reaktionen nicht als Gründe für weiteres Handeln.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Messen Duhem I 191
Messen/Duhem: Bsp Holismus: zu Beginn war es nötig, die Glasröhre zu eichen, nicht nur auf die abstrakten Begriffe der Arithmetik und der Geometrie, sondern auch auf den abstrakten Begriff der Masse, auf die Hypothesen der allgemeinen Mechanik und der des Himmels, die den Gebrauch der Waage zur Vergleichung der Masse rechtfertigen. man musste das spezifische Gewicht des Quecksilbers bei der Temperatur, bei der diese Eichung ausgeführt wurde kennen und zu diesen Zweck das spezifische Gewicht bei 0°, von dem man nicht Gebrauch machen kann, ohne die Gesetze der Hydrostatik zu kennen. Man musste das Gesetz der Ausdehnung des Quecksilbers kennen, das mit Hilfe eines Apparates bestimmt wird, bei dem ein Vergrößerungsglas Anwendung findet, also auch gewisse Gesetze der Optik.
I 203
Messen:/Duhem Man verwendet nicht ein beliebiges Instrument, sondern ein bestimmtes, mit charakteristischen Konstanten.
I 204
Der Experimentator arbeitet mit zwei unterschiedlichen Vorstellungen des Instrumentes, an dem er arbeitet: Die eine ist das Bild des konkreten Instruments, die andere ist ein schematischer Typus desselben der mit Hilfe der Symbole die diese Theorie liefert. konstruiert wird. Es ist das ideale und symbolische Instrument, über das er nachdenkt, auf das er die Gesetze und Formeln der Physik anwendet.
I 205
Die Genauigkeit wächst nicht nur durch verbesserte Instrumente, sondern auch weil die Theorien immer geeignetere Methoden angeben, um die Beziehungen zw. den Tatsachen und den schematischen Begriffen, die sie darstellen sollen, herzustellen. Wachsende Genauigkeit wird durch wachsende Kompliziertheit erkauft. Man muss gleichzeitig Nebentatsachen beobachten. Die Transformationen, die man an den unmittelbar gegebenen Tatsachen des Experiments vornimmt, sind die Korrektionen.
Wenn das physikalische Experiment die einfache Konstatierung einer Tatsache wäre, erschiene es absurd, an ihm Korrektionen vorzunehmen!
Der Experimentator vergleicht unaufhörlich zwei Instrumente: das ideale und das wirkliche. Auf das wirkliche richtet der Assistent seine Augen, auf das zweite, (in dem z.B. ideale Gase sich bewegen statt der konkreten) wendet der Chef die Gesetze der Hydrostatik an. Die Beziehung zwischen den beiden Instrumenten ist quasi die Korrektion.
I 206/207
Bsp Der Gehilfe gibt die Höhe der Quecksilbersäule an, der Chef korrigiert sie. Das geschieht aufgrund intellektueller Operationen. Wer in den Experimenten nur Feststellungen von Tatsachen sieht, wird die Rolle der Korrektionen nicht verstehen. Auch nicht die sog. systematischen Fehler.
I 208
Systematische Fehler: wenn man bei einem Experiment die Ursache eines systematischen Fehlers bestehen lässt, heißt das, dass man sich mit einem zu einfachen theoretischen Bild begnügt hat.
I 277
Messen: Bsp Kein Thermometer kann die höchste Temperatur bestimmen. Dem Symbol für absolute Temperatur entspricht keines der Messverfahren! Was in der Thermodynamik ein vollkommenes Gas genannt wird, ist nur ein angenähertes Bild eines wirklichen Gases.


Duh I
P. Duhem
Ziel und Struktur der physikalischen Theorien Hamburg 1998
Messen Poundstone I 98 - 104
Verdoppelung/Wahrnehmung/Erkennen/Erkenntnis/Poincaré: Angenommen, über Nacht haben sich alle Längen verdoppelt - würden wir etwas merken? - Poincaré: nein!
I 102f
SchlesingerVsPoincaré: es gibt sehr wohl unterschiedliche Änderungen: Gravitation: 1/4 so stark wie vorher, Dichte: 1/8, Luftdruck: 1/8, Quecksilberthermometer platzen - Pendeluhr: die Tageslänge wird um √2 länger. - Lichtgeschwindigkeit nimmt um den gleichen Faktor zu (mit einer Pendeluhr gemessen) - andere Uhren: gehen nicht langsamer: Federkraft. Offene Frage: ob die anderen Erhaltungssätze konstant bleiben.
I 104
Wenn alle Atome vergrößert sind, dann hat das Elektron beim Quantensprung bergauf den doppelten Abstand zu bewältigen und benötigte einen doppelten Energieaufwand - gewaltiger Temperaturabfall.
I 120
Die Rangfolge von Lust- und Unlustgefühlen sowie Präferenzen ändert sich nicht.

Poundstone I
William Poundstone
Im Labyrinth des Denkens Hamburg 1995
Physik Duhem I XXI
Physik/Duhem: die Arbeit des Physikers in 4 Schritten: 1. Definition und Messung der physikalischen Größen (auch kombinierte Größen) die Symbole der Theorie erhalten eine physikalische Bedeutung nur in dem Maße, in dem Messverfahren für die Größen angegeben werden.
2. Formulierung von Hypothesen. Hier werden Größen miteinander verknüpft.
I XXII
3. Mathematische Entwicklung der Theorie Bsp bei der verlangsamten Fallbewegung auf der schiefen Ebene haben allein der Logiker und der Mathematiker Zuständigkeit. 4. Überprüfung durchs Experiment. "Übereinstimmung mit der Erfahrung ist das einzige Kriterium der Wahrheit für eine physikalische Theorie."
I 150
Theoretische Physik/Duhem: kann nicht die sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erfassen. Sie kann daher nicht entscheiden, ob diese Eigenschaften qualitativ oder quantitativ sind! Die theoretische Physik beschränkt sich darauf, die wahrnehmbaren Erscheinungen durch Zeichen, durch Symbole darzustellen. Sie erfasst nicht die Realität der Dinge.
I 275
Physik/Duhem: muss die mathematischen Regeln peinlichst respektieren. Die mathematischen Symbole haben nur unter richtig bestimmten Bedingungen einen Sinn. Diese Symbole zu definieren, heißt, die Bedingungen aufzählen. Bsp Aufgrund der Definition kann eine absolute Temperatur nur positiv sein, die Masse eines Körper unveränderlich. Postulate: Die Theorie hat zum Prinzip Postulate, d.h. Lehrsätze, die sie aussprechen kann, wie es ihr beliebt, wenn keine Widersprüche innerhalb der Postulate noch zw. ihnen bestehen. Nur solche Regeln lasten auf dem Bau der Theorie.
Die physikalische Theorie kann jeden Weg einschlagen, der logisch ist. Besonders steht es ihr frei, keinerlei Rechenschaft von den experimentellen Tatsachen zu geben.
Das ist nicht mehr der Fall, wenn die Theorie vollständig entwickelt ist. Dann wird es notwendig, die Gruppe der mathematischen Lehrsätze mit der Gruppe der experimentellen Daten zu vergleichen. Es kann sich dann herausstellen, dass sie verworfen werden muss, obwohl sie logisch richtig ist, weil sie aufgrund der Beobachtung physikalisch falsch ist.
I 276
Es ist ein Irrtum, dass alle vom Mathematiker ausgeführten Schlussfolgerungen einen physikalischen Sinn besitzen. Analog müsste (fälschlich) jede während eines Messungsverfahrens durchgeführte Rechnung eine Entsprechung in einer Eigenschaft des untersuchten Körpers haben. Das ist nicht der Fall. Erst die Schlussformel handeln von den betrachteten Objekten. Bsp Dissoziation eines vollkommenen Gasgemischs in seine Elemente, die man für vollkommene Gase hielt.
I 277
Messen: Bsp Kein Thermometer kann die höchste Temperatur bestimmen. Dem Symbol für absolute Temperatur entspricht keines der Messverfahren! Was in der Thermodynamik ein vollkommenes Gas genannt wird, ist nur ein angenähertes Bild eines wirklichen Gases.

Duh I
P. Duhem
Ziel und Struktur der physikalischen Theorien Hamburg 1998
Referenz Dretske Brandom I 600
Referenz/Triangulation: Triangulation betrachtet den Kreuzungspunkts zweier Ketten [z.B. Blicke von Lehrer und Lernendem]. >Triangulation. Auch Dretske: Bsp Thermostat: man kann nicht sagen: ob das System auf die Temperatur des Raumes, auf die des Bimetallstreifens, auf die Krümmung des Bimetallstreifens, oder auf das Schließen des Kontakts reagiert. (> Messen). Der Blick auf die praktischen Folgen hilft nicht weiter. Hat nun der Thermostat einen zweiten Sensor, etwa ein Quecksilberthermometer, das einen Kontakt entsprechend schließt und ggf. die Heizung an und abstellt, so kreuzen sich die beiden Kausalketten an zwei Stellen: stromaufwärts bei der Änderung der Raumtemperatur, und stromabwärts bei der Reaktion, die Heizung an oder abzuschalten.
I 951
Da sich die beiden Ketten an zwei Punkten schneiden, muss man sie sich wohl gekrümmt vorstellen. Vielleicht nicht ganz glücklich. DB. BrandomVsDretske: löst das wirklich das Problem? Wird nicht immer noch auf den nächstliegenden, wenn auch disjunkten Reiz reagiert? Das Schließen des Bimetallstreifens oder des Quecksilberkontaktes?
I 601
Begriff: Bloßes unterscheidendes Reaktionsvermögen (>VURD, Brandom) reicht nicht, um die Anwendung von Begriffen zu erkennen! Rationalistische Ergänzung: die inferentielle Rolle der Reaktion ist entscheidend.

Dretske I
Fred Dretske
"Minimal Rationality", in: S. L. Hurley and M. Nudds (Eds.) Rational Animals?, Oxford 2005
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Dretske II
F. Dretske
Naturalizing the Mind Cambridge 1997

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Semantik Brandom I 297
Brandom These: wir müssen die Semantik anhand der Pragmatik verstehen.
II 145
Semantische Theorie/BrandomVsDretske/VsMillikan/VsFodor: Problem: kann nicht erklären, wie sich echte Repräsentationen (Überzeugungen) von einfachen Indikatorzuständen (>VURDs) unterscheiden. (VURDs = Verlässlich unterscheidende Reaktionsdispositionen, z.B. bei Thermometern). > Terminologie/Brandom.
II 146
Verlässlichkeitstheorie/Brandom: kann nicht auf die Semantik angewendet werden ((s) sonst zirkulär). - Die Erkenntnistheorie ist das geeignete Arbeitsgebiet der Verlässlichkeitstheorie.
Newen/Schrenk I 161
Brandom/Newen/Schrenk: Brandom kehrt die herkömmliche Semantik um. - Die Korrektheit von Bsp "Wenn A östlich von B liegt, liegt B westlich von A" durch die Bedeutung von "westlich" und "östlich" zu begründen.
I 162
"Westlich" und "östlich" erhalten ihre Bedeutung gerade dadurch, dass sie in solchen Inferenzen vorkommen. - Grundbegriffe/Brandom: nicht Wahrheit und Referenz (Tarskis Wahrheits-Begriff ist zu schwach). - Korrektheit/Brandom: aus sozialer Praxis - Bedeutung: erwächst aus den inferentiellen Rollen.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Sinnesdaten Wittgenstein Hintikka I 78
Sinnesdaten/Russell/Hintikka: a) durch die Sinne gegeben, daher Täuschung möglich - b) gleichzeitig gehören sie nicht zum psychischen Vorgang der Wahrnehmung - sondern sie sind deren Gegenstände, deren Inhalt.
I 107
Sinnesdaten/WittgensteinVsRussell/Hintikka: keine physikalischen Gegenstände. - Viel weitergehend: er braucht sie zu semantischen Zwecken: als Bausteine aller logischen Formen - sowie die Substanz aller möglichen Sachverhalte. - Subjekt: ist selbst kein Gegenstand.
I 109
Ob ein Gegenstand einfach oder komplex ist, ist empirisch, nicht Frage der Logik. I 114 Sinnesdaten/Moore/Hintikka: macht einen Unterschied zwischen Fleck und seiner Farbe. Nur der Fleck gehört zu den Sinnesdaten! WittgensteinVsRussell: sie sind logische Konstruktionen - sie vereinfachen Gesetze, sind für diese aber nicht nötig. - Später: (Zettel § 498): "privates Objekt vor meiner Seele".
I 180
Sinnesdaten/Russell/Hintikka: versäumt es, eine strenge Unterscheidung durchzuhalten zwischen einem Sinnesdatum als nacktem Einzelding und einem Sinnesdatum als komplexem Gegenstand.
I 322
Sinnesdaten/Wittgenstein/Hintikka: mittlere und späte Periode: die Welt, in der wir leben ist die Welt der Sinnesdaten.
II 87
Sinnesdaten/Wittgenstein: der Satz ist ein Urteil über Sinnesdaten, ein Ablesen der eigenen Sinnesdaten, z. B. dies ist rot". Hier bedarf es keiner weiteren Verifikation, das ist a priori.
II 92
Sinnesdaten/physikalisches Ereignis/Wittgenstein: der physikalische Klang hat eine Dauer, das entsprechende Sinnesdatum nicht - Hören und erinnern sind ganz verschieden. - sinnlos: zu sagen, dass man etwas sowohl hört als auch erinnert - wie Bsp dass man sich des Sehens und gleichzeitig des Thermometers bedient.
II 100
Sinnesdaten/WittgensteinVsRealismus: Sinnesdaten und physikalische Gegenstände stehen nicht in kausalen Beziehungen zueinander.
II 101
Die Beziehung zwischen Gegenständen und Sinneseindrücken ist sprachlich - und damit notwendig.
II 101
Sinnesdaten/Begriff/Wittgenstein: Sinnesdaten sind die Quelle unserer Begriffe.
II 102
Die Welt in der wir leben, ist die der Sinnesdaten - aber die von der wir reden, ist die der physikalischen Gegenstände.
II 129
Sinnesdaten/Wittgenstein: es ist Unsinn, von der Beziehung zwischen Gegenstand und Sinnesdatum zu reden.
II 134
Sinnlos: von den Ursachen meiner Sinnesdaten zu reden.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Terminologien Goodman I 88
Kunst: Es gibt Charakteristika zur Definition einer Symbolisierungsweise, die anzeigt, ob etwas ein Kunstwerk ist. 1. Syntaktische Dichte: Bei der syntaktischen Dichte dienen gewisse minimale Differenzen zur Unterscheidung von Symbolen, z.B. ein skalenloses Thermometer (im Gegensatz zu einem digitalen Instrument).
2. Semantische Dichte: Bei der Semantischen Dichte stehen Symbole für Dinge bereit,die sich nur durch minimale Differenzen voneinander unterscheiden, z.B. nicht nur das erwähnte skalenlose Thermometer, sondern auch gewöhnliches Deutsch, sofern es nicht syntaktisch dicht ist.
3. Relative Fülle: Bei der relativen Fülle sind vergleichsweise viele Aspekte eines Symbols signifikant, z.B. die aus einer einzigen Linie bestehende Zeichnung eines Berges von Hokusai bei der jede Eigenschaft wie Linie, Dicke, Gestalt, usw. zählt. Im Gegensatz zu der gleichen Kurve als Darstellung des Börsenverlaufs eines Tages, bei der allein die Höhe der Werte über der Basis zählt.
4. Exemplifikation: Bei der Exemplifikation ist ein Symbol, ob es denotiert oder nicht, dadurch symbolisiert, dass es als Probe von Eigenschaften dient, die es buchstäblich oder metaphorisch besitzt.
5. Bei der multiplen und komplexen Bezugnahme, erfüllt ein Symbol mehrere zusammenhängende und aufeinander einwirkende Bezugnahmefunktionen, einige direkte und andere durch andere Symbole vermittelte.
---
III 128
Def Symbolschema: Ein Symbolschema besteht aus Charakteren. Def Charaktere sind bestimmte Klassen von Äußerungen oder Inskriptionen. Ein Merkmal des Charakters in einer Notation besteht darin, dass seine Elemente frei untereinander ausgetauscht werden können, ohne syntaktische Auswirkungen. Das ist eine Klasse von Marken. Die Partitur erfordert eine Trennung der Charaktere. Ein Charakter in einer Notation ist eine Abstraktionsklasse von Charakter-Indifferenz unter Inskriptionen.
Def Inskription: Inskription schließt Äußerungen ein. Eine Inskription ist jede Marke visuell, auditiv etc. die zu einem Charakter gehört. Eine Inskription ist atomar, wenn sie keine andere Inskription enthält, andernfalls ist sie zusammengesetzt, z.B. einen Buchstabe sieht man einschließlich der Zwischenräume als atomar an. In der Musik lässt sich die Trennung in atomar/zussammen nicht immer sofort erkennen, sie ist komplexer. Man sortiert die Atome am besten in Kategorien: Schlüsselzeichen, Zeitzeichen, Tonhöhenzeichen.
III 128/129
Def Marke: Die Marke ist ein Einzelfall eines Charakters in einer Notation. Sie schließt Inskriptionen ein. Tatsächliche Marken werden selten bewegt oder ausgetauscht. Alle Inskriptionen einer gegebenen Marke sind syntaktisch äquivalent. Und dies ist eine hinreichende Bedingung, dass sie "echte Kopien" oder Replikas von einander sind, bzw. in derselben Weise buchstabiert werden. Keine Marke darf zu mehr als einem Charakter gehören (Disjunktivität). Eine Marke die unzweideutig eine Inskription eines einzelnen Charakters ist, ist dennoch ambig, wenn sie zu verschiedenen Zeiten oder in verschiedenen Kontexten verschiedene Erfüllungsgegenstände hat. Def Typ (Gegensatz: Verwendung, Peirce): Der Typ ist das Allgemeine, oder die Klasse, deren Einzelfälle oder Elemente die Marken sind. Goodman: Ich ziehe es vor auf den Typ ganz zu verzichten, und stattdessen die Verwendungsfälle eines Typs Replikas voneinander zu nennen.
Def Verwendungsfall: Der Verwendungsfall ist die Replika eines Typs ("echte Kopie").
Es gibt keinen Grad von Ähnlichkeit, der für Replikas notwendig oder hinreichend ist.
Def echte Kopie: Eine echte Kopie einer echten Koopie einer echten Kopie... muss immer eine echte Kopie von "x" sein. Wenn die Relation, eine echte Kopie zu sein, nicht transitiv ist, verliert die ganze Notation ihren Sinn (s.u.: streng genommen darf eine Aufführung dann keinen einzigen falschen Ton enthalten). Eine Partitur erfordert die Trennung der Charaktere.
Def Notation: 1. Bedingung ist die Charakter-Indifferenz unter den Einzelfällen eines jeden Charakters. Charakter-Indifferenz ist eine typische Äquivalenzrelation: reflexiv, symmetrisch und transitiv. (Keine Inskription gehört zu einem Charakter, zu dem die andere nicht gehört.)
2. Zweite Forderung an Notation: Die Charaktere müssen endlich differenziert oder artikuliert sein. Für jede zwei Charaktere K und K' und jede Marke m, die nicht tatsächlich zu beiden gehört, ist die Bestimmung, dass entweder m nicht zu K gehört oder m nicht zu K' gehört, theoretisch möglich.
3. Das (erste) semantische Erfordernis für Notationssysteme besteht darin, dass sie eindeutig sein müssen.
Def Ambiguität (Mehrdeutigkeit): Ambiguität besteht aus einer Vielzahl von Erfüllungsklassen für einen Charakter.
Def Redundanz: Redundanz besteht aus einer Vielzahl von Charakteren für eine Erfüllungsklasse.
III 133
Def syntaktisch dicht: Ein Schema ist syntaktisch dicht, wenn es unendlich viele Charaktere bereitstellt, die so geordnet sind, dass es zwischen jeweils zweien immer ein drittes gibt. Solch ein Schema weist immer noch Lücken auf. Bsp Wenn die Charaktere die rationalen Zahlen sind, die entweder kleiner als 1 sind, oder nicht kleiner als zwei. In diesem Fall wird die Einfügung eines Charakters, das der 1 entspricht, die Dichte zerstören. Def durchgängig dicht: Wenn keine Einfügung weiterer Charaktere an ihrer normalen Stelle die Dichte zerstört.
Def syntaktisch geordnet: Etwas kann z.B. durch das Alphabet syntaktisch geordnet sein.
Def diskret nicht überlappend: Man beachte, wie abwegig die übliche Vorstellung ist, dass die Elemente einer Notation diskret sein müssen. Erstens müssen Charaktere einer Notation als Klassen vielmehr disjunkt sein! Diskretheit ist eine Beziehung unter Individuen. Zweitens brauchen Inskriptionen einer Notation keineswegs diskret zu sein. Und schließlich brauchen selbst atomare Inskriptionen nur relativ zu dieser Notation diskret zu sein.
Def disjunkt/Disjunktivität: Keine Marke darf zu mehr als einem Charakter gehören. Die Disjunktivität der Charaktere ist deshalb etwas überraschend, als wir in der Welt keine säuberlich getrennten Klassen von sortierten Sphären von Inskriptionen haben, sondern ein verwirrendes Gemisch von Marken.
Semantische Disjunktivität impliziert ebenso wenig Diskretheit der Erfüllungsgegenstände, wie syntaktische Disjunktivität der Charaktere Diskretheit der Inskriptionen impliziert.
Auf der anderen Seite kann ein Schema aus nur zwei Charakteren bestehen, die nicht endlich differenziert sind. Bsp Alle Marken, die nicht länger als ein Zentimeter sind, gehören zu einem Charakter, alle längeren Marken gehören zu dem anderen.
III 213
Def Fülle: Die Symbole in dem pikturalen Schema sind relativ voll. Fülle wird sowohl von der Allgemeinheit des Symbols als auch von der Unbegrenztheit eines Schemas unterschieden. Sie ist in der Tat völlig unabhängig von dem, was ein Symbol denotiert, als auch von der Anzahl der Symbole in einem Schema. Def "Abschwächung". Für das Gegenteil von Fülle gebrauche ich Abschwächung.
Def Dicht: Bsp Reelle Zahlen, wo keine Punktabgrenzung möglich ist, sind dicht. Gegensatz: artikuliert.
Def artikuliert: Artikuliert ist das Gegenteil von dicht.
III 232 ff
Syntaktische Dichte, semantische Dichte und syntaktische Fülle können drei Symptome des Ästhetischen sein. Syntaktische Dichte ist charakteristisch für nicht-sprachliche Systeme; Skizzen unterscheiden sich durch sie von Partituren und Skripten.
Semantische Dichte ist charakteristisch für Repräsentation, Beschreibung und Ausdruck. Durch sie unterscheiden sich Skizzen und Skripten von Partituren.
Relative syntaktische Fülle unterscheidet die repräsentationaleren unter den semantisch dichten Systemen von den diagrammatischen, die weniger von den mehr "schematischen".
Dichte ist alles andere als mysteriös und vage und wird explizit definiert. Sie entsteht aus dem nicht zu befriedigenden Verlangen nach Präzision und hält es am Leben.

G IV
N. Goodman
Catherine Z. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

Goodman I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

Goodman II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

Goodman III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997
Übersetzung Duhem I 173
Übersetzung/Messen/Duhem: Die Maßmethoden sind das Vokabular, das die Übersetzungen ermöglichen. Wer übersetzt, verfälscht Die Italiener sagen: Tradutore tradittore. Es gibt niemals eine vollständige Übereinstimmung zweier Texte, die Übersetzungen voneinander sind. Der Unterschied zwischen den konkreten Tatsachen die der Physiker beobachtet und den numerischen Symbolen die er verwendet, ist außerordentlich.
I 174
Eine theoretische Tatsache besitzt nichts Unbestimmtes, nichts Schwankendes. Der Körper, der studiert wird, ist geometrisch definiert. Seine Kanten sind wirkliche Linien, ohne Dicke, seine Ecken wirkliche Punkte ohne Dimensionen. Jedem Punkt eines Körpers entspricht eine Temperatur, und diese Temperatur ist für jeden Punkt eine Zahl, die von jeder anderen scharf geschieden ist.
Dieser theoretischen Tatsache stellen wir die praktische Tatsache, deren Übersetzung sie ist, gegenüber. Hier ist nichts mehr von Präzision zu merken.
Der Körper ist kein geometrischer mehr, sondern ein konkreter Block, seine Kanten zackige Grate, sein Punkte mehr oder weniger breitgedrückt, seine Temperatur eine mittlere in einem gewissen Volumen. Sie ist auch nicht jene bestimmte, von jeder andern Zahl eindeutig abgegrenzte Zahl.
I 175
Wir könnten auch nicht erklären, dass die Temperatur genau 10° sein, sondern nur, dass sie einen gewissen Bruchteil des Grades, der von der Genauigkeit des Instrumentes abhängt, nicht überschreitet. Eine Unzahl verschiedener theoretischer Tatsachen können als Übersetzung derselben praktischen Tatsache dienen.
I 178
Bei der Übersetzung in die konkrete Sprache kann es geschehen, dass wir mehrere Tatsachen erhalten, die aufgrund der Empfindlichkeit unserer Instrumente voneinander verschieden sind. Bsp Die verschiedenen Werte die durch unsere thermodynamische Formel v für den Eisschmelzpunkt angegeben werden, können einen Unterschied von einem Zehntel oder mehr eines Grades aufweisen, während unser Thermometer ein Hundertstel genau misst.


Duh I
P. Duhem
Ziel und Struktur der physikalischen Theorien Hamburg 1998
Umstände Brandom I 316
Umstände/Brandom: was ein Interpret für die Umstände hält, ist ein wesentliches Merkmal des empirischen Gehalts.
II 87
Umstände: hinreichende Bedingungen zur Einführung z.B. eines Begriffs - > Gentzen: Einführungsregeln. Eliminationsregel: notwendige Folgen.
II 90f
Umstände: Papagai, Thermometer (es fehlen die Folgen). - Betonung der Umstände: Verifikation, Behauptbarkeit - Überbetonung der Folgen: Pragmatismus.
II 253
Umstände/Brandom: liegen immer stromaufwärts.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Verifikation Millikan I 297
Verifikation/Überprüfung/Erkenntnis/Erkenntnistheorie/Realismus/Naturalismus/Millikan: unser Problem der Erkenntnis von Identitäten ist ein anderes als das gewöhnliche Erkenntnisproblem der Realisten. Bei uns geht es nicht darum, dass es einen inneren Test für die korrekte Abbildung der Welt gibt. Wir müssen nur zeigen, dass es Tests geben kann, die
I 298
festlegen, ob Begriffe, wenn sie unter Normalen Bedingungen angewendet werden, abbildende Sätze hervorbringen. Korrespondenz/Kohärenz/Tradition/Millikan: für die Tradition muss es Kohärenz sein, wenn Korrespondenz nicht das richtige ist.
Test/Millikan: Bsp das Herz kann nur zusammen mit Nieren getestet werden.
Sprache/Bedeutung/Referenz/Welt/Realität/Abbildung/Millikan: wir versuchen nur zu verstehen, wie es einen Test geben kann, der in dieser unserer Welt historisch auf menschliche Begriffe angewendet wurde, und dessen Resultate mit der Welt korreliert sind aus Gründen, die wir angeben können.
Problem: wir sind hier stärker gehandicapt als der Realismus.
I 299
Es geht um die Möglichkeit von Bedeutungshaftigkeit und Intentionalität überhaupt.
Holismus/MillikanVsHolismus: der epistemische Holismus ist falsch.
Stattdessen wäre ein Test auf Nichtwiderspruch, wenn er nur auf eine kleine Gruppe von Begriffen angewendet wird, ein relativ effektiver Test für die Adäquatheit von Begriffen.

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Begriff/Gesetz/Theorie/Test/Überprüfung/Millikan: wenn ein Begriff in einem Gesetz vorkommt ist es notwendig,
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ihn zusammen mit anderen Begriffen zu testen. Verknüpft sind diese Begriffe nach gewissen Schlussregeln. Begriff/Millikan: dass Begriffe aus Intensionen bestehen, sind es die Intensionen, die getestet werden müssen.
Test: heißt aber nicht, dass das Vorkommen von Sinnesdaten vorausgesagt würde. (MillikanVsQuine).
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Theorie/Überprüfung/Test/MillikanVsQuine/Millikan: ist es wirklich wahr, dass alle Begriffe zusammen getestet werden müssen? Tradition: sagt, dass nicht nur einige, sondern die meisten unserer Begriffe nicht von Dingen sind, die wir direkt beobachten sondern von anderen Dingen.
Test/logische Form/Millikan: wenn es ein Ding A gibt, ds identifiziert wird, indem Effekte auf B und C beobachtet werden, wird dann nicht die Gültigkeit der Begriffe von B und C zusammen mit der Theorie, die die beobachteten Effekte auf den Einfluss von A zurückführt, zusammen mit dem Begriff von A getestet?
Millikan. Nein!
Aus der Tatsache, dass meine Intension von A auf Intensionen von B und C zurückgeht folgt nicht, dass die Gültigkeit der Begriffe, die B und C regieren, getestet wird, wenn der Begriff, der A regiert, getestet wird und umgekehrt auch nicht.
Und zwar folgt es nicht, wenn A eine bestimmte Kennzeichnung ist Bsp „der erste Präsident der USA“ und es folgt auch nicht, wenn die explizite Intension von A etwas kausal Abhängiges repräsentiert Bsp „das Quecksilber in dem Thermometer hier stieg auf die Marke 70“ als Intension für „die Temperatur betrug 70 Grad“.
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Begriff/Millikan; Begriffe sind Fähigkeiten – und zwar die Fähigkeit etwas als selbstidentisch zu erkennen. Test/Überprüfung: die Überprüfungen der Gültigkeit meiner Begriffe sind ganz unabhängig voneinander: Bsp meine Fähigkeit, einen guten Kuchen zu machen ist ganz unabhängig von meiner Fähigkeit Eier zu zerschlagen, auch wenn ich Eier zerschlagen muss, um den Kuchen zu machen.
I 320
Test/Überprüfung/Theorie/Millikan: dass ein Test funktioniert kann oft gewusst werden unabhängig davon zu wissen, wie er funktioniert.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Verstehen Brandom I 12ff
Verstehen/Brandom: aus unserer Weise zu reden, nicht weil wir so reden müssten
147
Verstehen : hat mit Allgemeinheit zu tun. Einzelnes ist nicht unmittelbar verstehbar.
I 424f
Def Verstehen : Gehalt verstehen heißt, die notwendigen und hinreichenden Bedingungen für seine Wahrheit zu erfassen.
I 426
Brandom: was immer ihre Rolle in der Reihenfolge der Rechtfertigung sein mag, in der Reihenfolge des Verstehens setzt "scheint rot" "ist rot" voraus.
I 317
Verlässlichkeit: Papageien und Thermometer können verlässliche Dispositionen haben. Sie betrachten ihre Reaktionen aber nicht als Gründe für weiteres Handeln - kein Wissen ohne Verstehen.
I 709
Verstehen/Brandom: du musst das ausdrücken können, was ich ausdrücke.
I 714
Man muss Gehalte nicht nur de dicto, sondern auch de re spezifizieren können.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Thermometer-Th. Price, H.H. Sellars I 56
Thermometertheorie/Bedeutung/Price/Sellars: Hauptvertreter: Price - These: Bedeutung bestehe aus der Syntax eines Prädikats und der Tatsache einer Reaktion - SellarsVs: Fehler: Bedeutung als Relation zwischen einem Wort und einer nichtsprachlichen Entität anzusehen - (s) > tags - > "Mythos vom Museum").

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977