Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Autor/Ismus
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Ähnlichkeit Descartes Foucault I 85ff
Ähnlichkeit/Descartes/DescartesVsÄhnlichkeit/Foucault: Laut Foucault vertritt Descartes einen anderen Typ der Kritik: Für Descartes ist Ähnlichkeit eine konfuse Mischung, die man in Begriffen von Identität und Unterschied, Maß, Ordnung analysieren muss. >Unterscheidungen, >Identität, >Realität.
Descartes lehnt Vergleiche nicht ab.
Transitivität (a = c) ist nur durch Vergleiche möglich. >Vergleiche.
Überhaupt jede Erkenntnis erfolgt durch Vergleiche.
Nur zwei Formen des Vergleichs: Maß und Ordnung.
Foucault: Man kann Einheiten und Multiplizitäten messen, d.h. kontinuierliche und diskontinuierliche Einheiten.
Ordnung/Descartes/(s) ohne Bezug auf Äußeres): von innen nach außen.
Maß/Descartes/Foucault/(s): von außen nach innen (Teilung).
Ordnung/Foucault: die Ordnung wird ohne Bezug zu einer äußeren Einheit hergestellt. >Ordnung, >Einheit.

Ordnung/Descartes: "Ich erkenne nämlich die Ordnung zwischen A und B indem ich nichts anderes betrachte, als den beiderseitigen Endpunkt." Man kann die Ordnung der Dinge "nicht in ihren Wesenheiten im einzelnen" erkennen, sondern indem man die einfachste Wesenheit, und nach dieser die nächste, entdeckt.(1)
Der Vergleich dagegen verlangt mit Hilfe des Maßes zunächst eine Teilung, dann die Anwendung einer gemeinsamen Einheit. >Messen.
Ordnung: Vergleich und Maß bilden hier dieselbe Sache: Fortschreiten ohne Unterbrechung.
So entstehen Serien, deren erster Punkt eine Wesenheit ist, von der man unabhängig von jeder anderen eine Anschauung haben kann und wo die andere Punkt mit wachsenden Unterschieden erstellt werden.
Die Unterscheidung Identität und Unterschied löst Ähnlichkeit auf.
Der absolute Charakter, den man dem zuerkennt, was einfach ist, betrifft nicht das Sein der Dinge, sondern nur die Art auf die sie erkannt werden können.
Neu: Der Vergleich hat nur noch die Rolle, die Anordnung der Welt zu enthüllen.
Tradition: Das Spiel der Ähnlichkeit war einst unbegrenzt. Es war stets möglich, neue Ähnlichkeiten zu entdecken.
Neu: Jetzt wird eine endliche Aufzählung möglich werden.


1. Descartes, PHilosophische Werke I. Regeln zur Leitung des Geistes, Leipzig 1906 [Philosophische Bibliothek 26a] S. 81

Foucault I
M. Foucault
Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften Frankfurt/M. 1994

Foucault II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981
Analogien Kant Strawson V 102
Analogien der Erfahrung/Kant: wir finden sie nicht in den Axiomen der Anschauung - "Erfahrungen sind nur durch die Vorstellung einer notwendigen Verknüpfung der Wahrnehmungen möglich" - transzendentale Ästhetik/Kant: Prinzipien der Sinnlichkeit a priori - transzendentale Analytik: enthält die Deduktion der Kategorien, den Schematismus und die Grundsätze.
V 104
Analogie: soll zeigen, wie die Ordnung der Wahrnehmungen in den Begriffen repräsentiert sein muss - von Kant genial auf die Zeitrelationen reduziert - 1. zwischen den Gegenständen 2. zwischen den Erlebnissen.
V 105
1. Analogie/Kant: Quantum der Substanz in der Natur kann weder vermindert noch vermehrt werden.
V 106
Zeit/Kant: Alle Zeitbestimmung setzt etwas Beharrliches voraus - Allein der Raum ist beharrlich.
V 107
StrawsonVsKant: Das ist kein Grund dafür, dass die objektive Ordnung räumlich sein muss.
V 108
StrawsonVsKant: Man braucht gar kein Erhaltungsprinzip! - Nur ein Re-Identifikationsprinzip für Örter (Gegenstände). - Heute: wir sehen, dass etwas verbrennt, ohne dass Substanz erhalten bleibt.
V 112
2./3. Analogie/Kant: Frage: hätten die Wahrnehmungen auch in umgekehrter Reihenfolge auftreten können? a) Ereignisse: keine Zeitindifferenz
b) Gegenstand: Zeitindifferenz.
V 115
2. Analogie: die Ordnung der Reihenfolge ist nicht nur notwendig, sondern auch eine bestimmte, an die unsere Apprehension gebunden ist. - Kausalität: wenn die Ordnung notwendig ist, ist die Veränderung selber notwendig. StrawsonvsKant: dieser arbeitet hier unbewusst mit zwei Begriffen von Notwendigkeit: begrifflich/kausal
V 116/117
3. Analogie/Kant: der Wechselwirkung gleichzeitig existierender Gegenstände entspricht eine Zeit-Indifferenz der Wahrnehmungen. Strawson: ungleich Kausalität.
>Kausalität/Kant, >Wahrnehmung/Kant, >Prinzipien/Kant, >Erfahrung/Kant.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Analytizität/Synthetizität Rorty VI 159
Analytizität/Quine/Rorty: Quine schlägt (laut Rorty) statt Analytizität vor: "zentrale Stellung im Verhältnis zu unserem System von Überzeugungen". >Netzwerk von Überzeugungen, >Holismus.
I 192
Analytisch/RortyVsSellars: Bei Sellars gibt es noch einen Rest von Analytizität: er unterscheidet noch stillschweigend Notwendiges und Kontingentes, Strukturen und Empirisches. >Wilfrid Sellars.

Analytisch/synthetisch/notwendig/kontingent/RortyVsAnalytische Philosophie/Rorty These: Die analytische Philosophie kann nicht ohne die eine oder die andere dieser Unterscheidungen überhaupt geschrieben werden. Weder gibt es Anschauungen, die sich in Begriffe auflösen lassen (wie bei Carnap) noch interne Beziehungen zwischen den Begriffen, die »grammatische Entdeckungen« (wie bei der Oxford-Philosophie) ermöglichen. Wahrscheinlich gibt es heute gar nichts mehr was »die analytische Philosophie« wäre.
>Rudolf Carnap.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Anthropozentrismus Braidotti Braidotti I 56
Anthropozentrismus/Braidotti: Ein „monistisches Universum“ bezieht sich auf Spinozas zentrales Konzept, dass die Materie, die Welt und der Mensch keine dualistischen Entitäten sind, die nach Prinzipien der inneren oder äußeren Opposition strukturiert sind. Das offensichtliche Ziel der Kritik ist hier Descartes' berühmte Unterscheidung zwischen Geist und Körper, aber für Spinoza geht das Konzept noch weiter: Die Materie ist eins, getrieben von dem Wunsch nach Selbstausdruck und ontologisch frei.
>Descartes, >Leib-Seele-Problem, >res cogitans.
Das Fehlen jeglichen Hinweises auf die Negativität und auf gewaltsame dialektische Gegensätze führte zu heftiger Kritik an Spinoza seitens Hegels und der marxistischen Hegelianer.
>Spinoza, >Marx, >Hegel.
Spinozas monistische Weltanschauung wurde als politisch unwirksam und im Kern holistisch angesehen. Diese Situation änderte sich in den 1970er Jahren in Frankreich dramatisch, als eine neue Welle von Wissenschaftlern den spinozistischen Monismus rehabilitierte, und zwar gerade als Gegenmittel gegen einige der Widersprüche des Marxismus und als Möglichkeit, Hegels Beziehung zu Marx zu klären.*
Die Hauptidee ist die Überwindung dialektischer Oppositionen, die ein nicht dialektisches Verständnis des Materialismus selbst hervorbringt (Braidotti, 1991(1); Cheah, 2008(2)), als Alternative zum Hegelschen Schema.
>Dialektik, >Materialismus.
Das „spinozistische Erbe“ besteht also in einem sehr aktiven Konzept des Monismus, das es diesen modernen französischen Philosophen ermöglichte, die Materie als lebendig und selbstorganisierend zu definieren und so die verblüffende Kombination des „vitalistischen Materialismus“ hervorzubringen.
>Vitalismus.
Da dieser Ansatz alle Formen des Transzendentalismus ablehnt, wird er auch als „radikale Immanenz“ bezeichnet.
>Immanenz.
Der Monismus führt dazu, die Differenz außerhalb des dialektischen Schemas zu verorten, als einen komplexen Prozess des Unterscheidens, der sowohl von inneren als auch äußeren Kräften bestimmt wird und auf der Zentralität der Beziehung zu mehreren Anderen beruht.
>Monismus, >Dualismus.
BraidottiVsAnthropozentrismus: Diese monistischen Prämissen sind für mich die Bausteine für eine posthumane Theorie der Subjektivität, die sich nicht auf den klassischen Humanismus stützt und den Anthropozentrismus sorgfältig vermeidet.
>Postanthropozentrismus/Braidotti, >Subjektivität/Braidotti.

* Die Gruppe um Althusser begann die Debatte Mitte der 1960er Jahre; Deleuzes bahnbrechende Studie über Spinoza stammt aus dem Jahr 1968 (in englischer Sprache 1990(3)); Machereys Hegel-Spinoza-Analyse erschien 1979 (in englischer Sprache 2011(4)); Negris Arbeit über die Imagination bei Spinoza 1981 (in englischer Sprache 1991(5)).

1. Braidotti, Rosi. 1991. Patterns of Dissonance. Cambridge: Polity Press.
2. Cheah, Pheng. 2008. Nondialectical materialism. Diacritics, 38 (1), 143–57.
3. Deleuze, Gilles. 1990. The Logic of Sense. New York: Columbia University Press.
4. Macherey, Pierre. 2011. Hegel or Spinoza. Minneapolis, MN: University of Minnesota Press.
5. Negri, Antonio. 1991. The Savage Anomaly. Minneapolis, MN: University of Minnesota Press.

Braidotti I
Rosie Braidotti
The Posthuman Cambridge, UK: Polity Press 2013
Ästhetik Hegel Gadamer I 65
Ästhetik/Hegel/GadamerVsHegel/Gadamer: Bekanntlich führte die Perhorreszierung des dogmatischen Schematismus der Hegel-Schule in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Forderung einer Erneuerung der Kritik unter der Parole „Zurück zu Kant“. Das gilt ebenso für die Ästhetik. So großartig die Auswertung der Kunst für eine Geschichte der Weltanschauungen war, die Hegel in seiner Ästhetik gegeben hat - die Methode einer solchen apriorischen Geschichtskonstruktion, die in der Hegelschule manche Anwendung fand (Rosenkranz, Schasler u. a.) , war schnell diskreditiert. Die Forderung einer Rückkehr zu Kant, die sich demgegenüber erhob, konnte nun aber nicht eine wirkliche Rückkehr und Wiedergewinnung des Horizontes bedeuten, der Kants Kritiken umschloss.
Vielmehr blieben das Phänomen der Kunst und der Begriff des Genies im Zentrum der Ästhetik, und das Problem des Naturschönen, auch der Begriff des Geschmacks, standen weiterhin am Rande.
>Naturschönes/Hegel, >Ästhetik/Kant, >Genie/Kant, >Geschmack/Kant.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Autoritarismus Krastev Krastev I 196
Autoritarismus/Krastev/Holmes: (...) Der Autoritarismus ist, anders als der Kommunismus, keine Ideologie, die über Grenzen hinweg geteilt werden kann. Er ist ein repressiver, nicht-konsultativer und willkürlicher Herrschaftsstil. >Herrschaft, >Kommunismus.
Die Konzentration aller Macht in den Händen eines einzigen Präsidenten auf Lebenszeit ist zutiefst illiberal, aber sie stellt keine antiliberale Ideologie dar, die dem westlichen Liberalismus auf der Ebene der Ideen gegenübersteht. Dasselbe gilt für die Pressezensur und die Inhaftierung von Regimekritikern.
>Macht.
Russland/China/Krastev: Was Putin und Xi eint, ist der allgemeine Glaube an den letztendlichen Wert politischer Stabilität, die Feindseligkeit gegenüber der demokratischen Idee, dass Machtausübende zeitlich begrenzt oder befristet sein sollten, und das allgemeine Misstrauen gegenüber politischem Wettbewerb, begleitet von der festen Überzeugung, dass die USA heimlich einen Regimewechsel für ihre Länder planen. Abgesehen von diesen Gemeinsamkeiten haben Putin und Xi keine gemeinsame Vorstellung davon, wie eine gute Gesellschaft aussieht. Ihr Handeln wird von nationalem
Krastev I 197
Interesse und nationaler Träume getrieben, geprägt von Stolz und Ressentiments gegenüber den Demütigungen durch westliche Hände, und nicht von einer universell exportierbaren Ideologie, die eine gemeinsame Weltanschauung definiert. >Internationale Beziehungen.

Krastev I
Ivan Krastev
Stephen Holmes
The Light that Failed: A Reckoning London 2019
Axiome Leibniz Holz I 54
Def Axiom/Leibniz: die wahrhaften und unbeweisbaren identischen Sätze A = A.
I 76
Ordnung/Struktur/Welt/Leibniz: die Annahme einer ausnahmslosen Gesetzlichkeit der materiellen Welt stellt uns vor die Aufgabe, das Sein der Natur im Ganzen vorgängig vor einem einzelnen Naturseienden apriorisch zu begründen. Das Ganze muss vor der Formulierung seiner partiellen Verlaufsregeln gewiss sein, damit die Intelligibilität des Einzelnen gewährleistet ist.
Dadurch gewinnt das Axiom "Nur ein einziges Seiendes ist notwendig" seinen Stellenwert.
>Notwendig/Leibniz, >Ordnung/Leibniz.
Einheit/Vielheit/Leibniz: nun ist aber die Vielheit der Welt (Mannigfaltigkeit der Wahrnehmungen) empirisch gegeben.
I 77
Axiom: Varietätsprinzip: "Ich nehme Verschiedenes wahr" (varia a me percipiuntur). Das ist unbezweifelbar durch die unmittelbare Anschauung. Das ist als Empirie nicht beweisbar, aber auch nicht beweispflichtig, da es unmittelbar gegeben ist. (>Gegebenes). Daraus folgt dann: wenn das Sein der Welt im Ganzen notwendig ist, ist "jedes Kontingente auf gewisse Weise notwendig".
Holz: Notwendigkeit ist damit übergreifend über Kontingenz.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Bedeutung Quine Davidson: I 143
Quine verbindet Bedeutung und Inhalt mit dem Feuern von Sinnesnerven (Kompromissvorschlag). Dadurch wird seine Erkenntnistheorie naturalistisch. >Erkenntnistheorie/Quine. (Laut Rorty): Begriff, Bedeutung: Quine: Begriff, Bedeutung ist bloß eine Spezies von Intentionen. Und alle Intentionen sollen gekippt werden. "Bedeutet", "glaubt" und »wünscht« haben keine behavioralen Äquivalente. "Meinung" und "Wunsch" sind ebenso entbehrlich wie die Begriffe "Begriff" und "Anschauung".

Quine I 89f
Reizbedeutung ist unabhängig von der Zahl der Sprecher. Die Beobachtungsnähe: gesellschaftlich: ist Ähnlichkeit der Reizbedeutung innerhalb der Gemeinschaft. Beobachtungsnähe: hoch: Bsp Farben; niedrig: Bsp "Junggeselle".
I 92
Reizsynonymie: Bsp für jeden Sprecher bedeutet: "Junggeselle" = "unverheirateter Mann". Aber die Reizbedeutung ist nicht gleich für verschiedene Sprecher! Gaurisankar: Gelegenheitssätze schließen sich aus. Nach Entdeckung fallen Reizbedeutungen zusammen.
Die Bedeutung von "Neutrino" ist nicht sprachneutral und ist nicht übersetzbar in Eingeborenensprache. Die Theorie ist ewig unterbestimmt, echte kulturelle Gegensätze. Die Synonymie ist undefinierbar. Die Wahrheit von wissenschaftlicher Methode ist undefinierbar! (nur innerhalb der Theorie). >Synonymie/Quine.
I 317
Gesetze: ergeben sich aus Bedeutung von Termini! Dass Sokrates nur auf einen zutrifft, ist nicht so zufällig. Gesetz ergibt sich aus der Bedeutung des allgemeinen Terms, nicht aus den Umständen.
II 61ff
Benennen: ist Name oder singulärer Term. Bezeichnen: ist Prädikat. Beides ist Bezugnahme, nicht Bedeutung. >Bezug/Referenz.
II 61 ff
Bedeutung: ist etwas, das ein Ausdruck haben kann, als etwas Äußerliches. Homonyme haben verschiedene Bedeutungen. Der Ausdrucksbegriff darf den Bedeutungsbegriff nicht voraussetzen. Schlüssel: ist Ersetzbarkeit (bei Bejahung, nicht absolut). "Bedeuten" ist intransitiv, bei gleicher Bedeutung folgt nicht ein gemeinsames Ding. Jetzt aber: nach Voraussetzung von "Gleichbedeuten" können wir eine Bedeutung annehmen! >Ontologie/Quine.
VI 74
Def Bedeutung/Quine: Bedeutung ist die Klasse aller mit einem Ausdruck bedeutungsgleichen Ausdrücke. Kann man dann ein Ding a als Klasse aller a-gleichen Dinge definieren? Nein, weil ein Hund nicht mit der Klasse der Hunde gleichgesetzt werden kann.
VI 75
Bedeutung/Quine: nur prüfbare Sätze haben empirischen Gehalt. Problem: ist Bedeutung von Junktoren usw. Ist Lösung: die Substitutivität? Dies geht nicht von Sprache zu Sprache.
XII 94f
Bedeutung/Erfahrung/Holismus/QuineVsPeirce: wenn Bedeutung das ist, was einen Unterschied für die Erfahrung macht, dann betrifft das ganze Theorien, nicht einzelne Erfahrungssätze. Pro: das ist dann die Erfahrungsgrundlage. Falsifikation/QuineVsPopper: zeigt nur die Falschheit einer oder mehrerer Aussagen, aber nicht welcher.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Begriffe Brandom I 152
Begriff: Man muss viele Begriffe haben, um überhaupt welche zu haben.
I 948
Def Begriff/Frege: Der Begriff ist das semantische Korrelat von Prädikaten, und zwar ihre "Bedeutung" nicht ihr "Sinn". Also ist der Begriff durch den Bezug definiert. >Referenz, >Sinn, >Prädikate, >Bedeutung.
I 599f
Begriff: Bloßes unterscheidendes Reaktionsvermögen reicht nicht, um die Anwendung von Begriffen zu erkennen!
I 601
Rationalistische Ergänzung: Die inferentielle Rolle der Reaktion ist entscheidend.
I 852
Begriff/BrandomVsKant: sollte nicht dualistisch vom Nichtbegrifflichen getrennt werden.
I 853
Begriff/Anschauung/Kant/Brandom: Begriffe verhalten sich zu Anschauung wie 1. Form zur Materie - 2. Allgemeines zum Besonderen - 3. Wie Spontaneität (Verstandestätigkeit) zur Rezeptivität - BrandomVsKant: Diese sind orthogonal und unabhängig - kein Kontrast zum Nichtbegrifflichen - Inhalt des Urteils auch begrifflich - Brandom: ad 1: Wenn der Verstand sein Material nicht verändert, ist er überflüssig (> Hegel, Phänomenologie). - ad 3. Kontrast begriffliche/kausale Ordnung: konnte Kant nicht als Kontrast zwischen Begriffen und Ursachen konstruieren.
I 856
Def Begriff/Brandom: inferentielle Rolle - es geht um Relationen zwischen Begriffen (östlich/westlich) nicht um die Relation zwischen Begriff und Gegenstand.
I 860
Begriffliche Gliederung/Brandom/(s): durch Wiederholung (Anapher) - notwendig für kognitive Zwecke - begrifflicher Gehalt: durch Substitution - ((s) oder genauer: Austausch von Rahmen)
I 862
Inferentielle Gliederung: erlaubt im Idealfall Denken und Welt als identisch gegliedert dargestellt aufzufassen - begriffliche Gliederung von Behauptungen: handelt von Einzelgegenständen.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Begriffe Brentano Chisholm II 228
Begriffe/Brentano: Begriffe werden aus konkreter Anschauung gewonnen und haben bei späterer Verwendung immer konkrete Anschauungen zur Grundlage. Bsp Wenn ich sage "Es gibt unmöglich etwas nichtfarbiges Rotes" so dass ich vorher etwas Rotes gesehen haben! (Andere AutorenVs).
Sämtliche Begriffe sind empirisch, nicht apriorisch!
Auch in der deskriptiven Psychologie, wohingegen ihre Urteile apriorisch sind.
Begriff/Brentano: Wissen über Begriffe ist aus innerer Wahrnehmung unmittelbar evident.
II 232
Aus dem Bestehen eines begrifflichen Verhältnisses folgt aber noch nicht, dass wir es anerkennen. Es dass der Wahrnehmung zugänglich gemacht werden.
>a priori, >Empirismus, >Wahrnehmung, >Urteile, >Farben.


Chisholm II = Johann Christian Marek Zum Programm einer Deskriptiven Psychologie in Philosophische Ausätze zu Ehren Roderick M. Chisholm Marian David/ Leopold Stubenberg (Hg), Amsterdam 1986

Brent I
F. Brentano
Psychology from An Empirical Standpoint (Routledge Classics) London 2014

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004
Begriffe Husserl I 34
Begriff/Husserl: Begriffe sind leer. Eine Synthesis erwächst durch Verbindung mit anschaulicher Erkenntnis. >Erkenntnis, >Anschauung, >Wahrnehmung, >Wissen.
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" in: Eva Picardi et al., Interpretationen - Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert, Stuttgart 1992
Begriffe Kant Begriff/Kant: "Anschauungen ohne Begriffe sind blind." (KrV B 75)
Strawson V 22
Begriffe/Kant: nicht jede beliebige Menge von Begriffen ist für uns ausreichend - es müssen Begriffe von beharrlichen und reidentifizierbaren Gegenständen im Raum darunter sein.
V 23
Die Unterscheidungen müssen in den Begriffen selbst angelegt sein, weil es keine "reine Wahrnehmung eines Bezugssystems" gibt.
Stra V 122
Begriffe/Kant/Strawson: Gegenstände dürfen sich nur im Rahmen einer Wiedererkennbarkeit verändern - die entsprechenden Einschränkungen müssen irgendwie in den Begriffen reflektiert sein - es geht aber nicht um eine bestimmte Verknüpfung sondern um die Existent irgendwelcher solcher Verknüpfungen.
V 123
Begriffe für Gegenstände sind immer Zusammenfassungen von kausaler Gesetzmäßigkeit.
Stra V 128
Begriffe/StrawsonVsKant: sind bei ihm noch nicht sozial charakterisiert
Tugendhat I 191
Begriff/Kant: allgemeine Vorstellung, mittelbar - Anschauung/Kant: unmittelbar - Tugendhat: zweideutig: Vorgestelltes oder subjektives Vorgestelltes - Kant pro letzteres - objektive Bedeutung: "nota communis", gemeinsames Merkmal - > = Spezies/Husserl.
Bubner I 105
Erkenntnis/Urteil/Kant: Erkenntnis formuliert sich in Urteilen, die stets Begriffe voraussetzen. Begriff/Kant: in Begriffen muss daher, transzendental gesehen, die Erkenntnisermöglichung durch Urteile bereits garantiert sein.
>Urteil/Kant, >Wissen/Kant.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Begriffe Quine Rorty I 216
(Laut Rorty): Begriff, Bedeutung: Quine: Begriff, Bedeutung ist bloß eine Spezies von Intentionen. Und alle Intentionen sollen gekippt werden. "Bedeutet", "glaubt" und "wünscht" haben keine behavioralen Äquivalente. "Meinung" und "Wunsch" sind ebenso entbehrlich wie die Begriffe "Begriff" und "Anschauung". RortyVsQuine: Begriffe und Bedeutung sind solange harmlos, als sie zur Erklärung unseres Verhaltens postuliert werden. Sie schaden erst, wenn sie Quelle einer speziellen Art von Wahrheit sein sollen. >Bedeutung/Quine.
Rorty VI 170
Sprache/Welt/Quine/Rorty: Vs Trennung zwischen Begrifflichem und Empirischem.
Stroud I 216
Begriffliche Souveränität/Quine/Stroud: magerer Input: Bsp hell/dunkel, Temperaturschwankungen usw. Reichhaltiger Output: Bsp Theorien über die Welt. Souveränität: wir entdecken auch etwas über die Magerkeit und entdecken damit, in welchem Ausmaß die Wissenschaft unsere "freie Kreation" ist.

Quine VIII 25ff
Quine Begriff/Quine: das Wort (!) "Pferd" können wir als Bezeichnung einer bestimmten Eigenschaft ansehen, die eine abstrakte Kombination von Merkmalen ist. Eigenschaften/Existenz/Quine: die spezielle Existenzaussage "Es gibt ein Ding, das Pferd ist" (nicht ein Pferd) gibt nicht an, dass es Pferde gibt, sondern dass es die Eigenschaft gibt. >Eigenschaften/Quine.

IV 419
Begriff/Quine: Quine wählt bewusst keine Beobachtungsbegriffe zum Ausgangspunkt, da Sätze semantische Priorität vor Prädikaten haben! Sätze werden an erster Stelle durch Sinnesdaten bestimmt, nicht Begriffe. >Sinnesdaten/Quine.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
Begriffe Rorty I 185 ff
Begriff/Rorty: Weder gibt es Anschauungen, die sich in Begriffe auflösen lassen (wie bei Carnap) noch interne Beziehungen zwischen den Begriffen, die »grammatische Entdeckungen« (wie bei der Oxford-Philosophie) ermöglichen. Wahrscheinlich gibt es heute gar nichts mehr was »die analytische Philosophie« wäre.
I 192
RortyVsOxford: Es gibt keine "grammatischen Entdeckungen" allein zwischen Begriffen.
I 326f
RortyVsPutnam (interner Realismus): das bedeutet nicht mehr, als dass wir uns selbst gratulieren, den Terminus Lithium erfunden zu haben, damit etwas für Lithium stehe, für das die ganze Zeit nichts gestanden hatte. Dass wir aufgrund unserer Einsichten ganz gut mit der Welt fertig werden, ist wahr, aber trivial. Dass wir sie angemessen widerspiegeln, ist »bloß ein Bild«. >Abbildtheorie.
I 339f
Platonische Begriffe/Rorty: Die Schwierigkeiten mit ihnen besteht nicht darin, dass die »falsch« sind, sondern darin, dass sich über sie nicht sonderlich viel sagen lässt. Man kann sie nicht naturalisieren oder sonstwie mit unseren Belangen verbinden. Davidson: würde wahrscheinlich sagen, das Gute bedürfe keiner verifikationistischen Argumente.
>Platonismus, >Platonische Ideen.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Bewegung Leibniz Holz I 133
Bewegung/Leibniz: etwas tritt an den Platz von etwas anderem. ((s) Nicht an die Stelle eines vorher "leeren Raums").
I 134
Das, was alle diese Plätze umfasst, heißt "der Raum". Dafür braucht man auch keine "absolute Realität" von Raum anzunehmen. Raum/Zeit/LeibnizVsKant: Inbegriff möglicher Verhältnisse, aber nicht als Anschauungsformen, sondern real ontologisch als Strukturen des Verhältnisses der materiell Ansichseienden zueinander.
>Raum/Leibniz, vgl. >Raum/Kant, vgl. >Relationismus, >Substantivalismus.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Bewusstsein Rorty Rorty I 60
Bewusstsein: Die Antike hatte dafür keinen Namen.
III 37/38
RortyVsRyle/RortyVsDennett: Ryles und Dennetts Zweifel, ob es etwas wie »Geist« oder "Bewusstsein" gibt, hat mit der Vorstellung von einem Medium zwischen dem selbst unter Realität zu tun, einem Medium, dass Realisten für transparent und Skeptiker für opak gehalten. >Geist/Dennett, >Bewusstsein/Dennett, >Geist/Ryle, >Bewusstsein/Ryle.
Rorty: da gibt es gar kein Medium.
VI 176
Bewusstsein/Rorty: Welches Ergebnis wünschen wir uns denn als Resultat unserer Forschung? Warum sollten wir unsere intuitiven Anschauungen verändern wollen? Weder Intuition noch ambitioniertes Streben bieten einen archimedischen Punkt.
Frank I 584
Bewusstsein/Rorty: gibt es im Sinne eines eigenständigen Bereichs von Mentalem in Wirklichkeit gar nicht. - Mentale Ereignisse sind Konventionen, ein kontingentes Sprachspiel. - These: Das kann ohne Verlust abgeschafft werden.
Richard Rorty (I970b). Incorrigibility as th e Mark of the Mental, in: The
Journal of Philosophy 67 (1970), 399-424
Dt.: Unkorrigierbarkeit als das Merkmal des Mentalen, in : Peter Bieri (Ed.) (1981): Analytische Philosophie des Geistes,Königstein 1981 (Philosophie, Analyse und Grundlegung; Bd. 6)


Rorty I 132
Mentales/Ryle/Rorty: These: Mentale Zustände wie Meinungen, Wünsche usw. sind Eigenschaften nicht des Bewusstseins, sondern der Person. >Geist/Geistzustand.
III 37
Bewusstsein/Geist/RortyVsRyle/RortyVsDennett: Geist bzw. Bewusstsein sind kein Medium zwischen einem selbst und der Realität.
III 67
Bewusstsein/Kant/Rorty: zwei Teile: a) vernünftig: bei allen gleich
b) empirisch, kontingent. -
Dagegen:
Freud: behandelt Rationalität als einen Mechanismus, der Kontingenzen anderen Kontingenzen anpasst.
Schon Platon: (Staat) Gewissen = verinnerlichte Eltern und Gesellschaft.
Vernunft/Kant: allgemeine Prinzipien.
FreudVsKant: zum Besonderen zurückkehren.
Kant: ehrliche Menschen seien paradigmatisch.
Freud: nichts Menschliches ist paradigmatisch.
VI 147
Bewusstsein/Verhalten/Wittgenstein/Rorty: falsche Frage: "Ist das Verhalten eine andere Tatsache als das Bewusstsein?" Wittgenstein: Wir sollten nicht versuchen, zwischen Sprache und Gegenstand zu treten.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Chinese Room Rorty VI 161
Chinese Room/DennettVsSearle: Chinesisches Zimmer, vertauschte Spektren - Frank Jackson: Diese Beispiele sollen unsere intuitiven Anschauungen anzapfen, das Gefühl für die Wichtigkeit von Qualia, Phänomene intrinsische Eigenschaften stärken oder schwächen. >Vertauschte Spektren, >Frank Jackson.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
CO2-Steuer-Strategien Fankhauser Fankhauser I 6
CO2-Steuer-Strategien/Carattini/Carvalho/Fankhauser: Ein weiteres entscheidendes Merkmal einer CO2-Steuer ist, wie ihre Einnahmen ausgegeben werden sollen. In der Literatur wurden insbesondere drei Strategien für das Verwenden der Einnahmen untersucht: die Zweckbindung von Einnahmen zur Unterstützung von Projekten zur Emissionsminderung, die Umverteilung von Einnahmen zur Erzielung eines gerechteren (weniger steuerlich regressiven) Ergebnisses und die Senkung anderer Steuern zur Erzielung eines einnahmenneutralen Ergebnisses. Die Verwendung von Steuereinnahmen für zusätzliche Emissionsminderungen gibt den Wählern die Sicherheit, dass die Steuer wirksam ist und das Umweltziel erreicht wird (Baranzini & Carattini, 2017(1); Kallbekken et al., 2011(2); Sælen & Kallbekken, 2011(3)). >Emissionsrechte, >Emissionsminderung,
>Emissionsziele, >Emissionen,
>Emissionsrechtehandel, >Klimawandel,
>Klimaschäden, >Energiepolitik,
>Klimadaten, >Klimageschichte, >Klimagerechtigkeit,
>Klimaperioden, >Klimaschutz,
>Klimaziele, >Klimafolgenforschung, >CO2-Preis, >CO2-Preis-Koordinierung, >CO2-Preis-Strategien, >CO2-Steuer, >CO2-Steuer-Strategien.

1. Zweckbindung von Einnahmen: Die Attraktivität der Zweckbindung von CO2-Steuergeldern wurde in einer Reihe von Kontexten nachgewiesen (vgl. Baranzini & Carattini, 2017(1); Beuermann & Santarius, 2006(4); Bristow, Wardman, Zannia, & Chintakayalab, 2010(5); Carattini et al..., 2017(6); Clinch & Dunne, 2006(7); Deroubaix & Lévèque, 2006(8); Dresner, Jackson, & Gilbert, 2006(9); Gevrek & Uyduranoglu, 2015(10); Kallbekken & Aasen, 2010(11); Kallbekken & Sælen, 2011(3); Klok et al., 2006(12); Thalmann, 2004(13)). Das Interesse an der Zweckbindung spiegelt zwei Bedenken der Wähler wider. Das erste ist ein Mangel an Vertrauen in die Regierung[.] Die zweite Sorge sind Zweifel an der Wirksamkeit von CO2-Steuern (...). Die Zweckbindung signalisiert der Öffentlichkeit, dass Anstrengungen unternommen werden, um kohlenstoffarme Optionen sowohl technologisch als auch kommerziell rentabler zu machen, und so die persönlichen Kosten für Verhaltensänderungen zu senken (Kallbekken & Aasen, 2010)(11). Die Zweckbindung wird auch als mögliche Lösung für eine vermeintliche Teilinvestition in kohlenstoffarme Forschung und Entwicklung angesehen. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Zweckbindung von Einnahmen für Umweltzwecke möglicherweise keine universelle Lösung darstellt. Eine von Jagers und Hammar (2009) durchgeführte schwedische Umfrage(14) ergab, dass die Befragten nicht bereit waren, die CO2-Steuersätze zu erhöhen, da sie der Meinung waren, dass die von ihnen auf Kraftstoffe gezahlten CO2-Steuern bereits hoch genug waren. Die Befragten bevorzugten eine Alternative
Fankhauser I 7
wie die Senkung der Steuern auf saubere Energiequellen, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Intensivierung von Informationskampagnen über den Beitrag von Fahrzeugen zum Klimawandel. Zusätzliche Hinweise deuten darauf hin, dass die Präferenzen für das Wiederverwenden der Einnahmen kontextabhängig sein können. Carattini et al. (2017)(6) fanden heraus, dass die Bereitstellung von Informationen über die Umwelteffektivität verschiedener CO2-Steuern die Präferenz für Umwelt-Zweckbindung verringert.
2. Umverteilung - Ausgleich für Haushalte mit niedrigem Einkommen: In der Literatur wurden mehrere Strategien vorgeschlagen, um potenzielle nachteilige Verteilungseffekte einer CO2-Steuer anzugehen, einschließlich der einflussreichen Perspektiven von Speck (1999)(15), Baranzini, Goldemberg und Speck (2000)(16) und Metcalf (2009)(17). [Es gibt zwei Hauptoptionen für die Entschädigung:] Entschädigung durch Pauschalübertragungen und soziale Abfederung.
Fankhauser I 8
(...) wenn es einen klaren Kompromiss bei der Verwendung der Einnahmen zwischen umweltbezogener Zweckbindung und sozial fortschrittlichen Umverteilungsformen gibt, neigen die Menschen dazu, die Einnahmen lieber für umweltbezogene Zweckbindung zu verwenden (Baranzini & Carattini, 2017(1); Sælen & Kallbekken, 2011(3)). In der Studie von Carattini et al. (2017)(6) waren die bevorzugten Optionen für die Verwendung von Einnahmen die Umverteilung durch Pauschaltransfers und die soziale Abfederung.
3. Kürzung der sonstigen Steuern und Sicherung der vollen oder teilweisen Steuerneutralität: Empirische Studien zeigen, dass die Senkung anderer Steuern die am wenigsten populäre Umverteilungsstrategie ist (Beuermann & Santarius, 2006(4); Dresner, Jackson, & Gilbert, 2006(9); Klok et al., 2006(12); Thalmann, 2004(13)). Dies steht im Gegensatz zur Meinung vieler Ökonomen, für die die Verwendung von Steuereinnahmen zur Reduzierung verzerrter Steuern die ideale Lösung ist. Indem man die CO2-Steuer-Einnahmen, die auf "Schlechtigkeiten" wie Treibhausgasemissionen erhoben werden, nutzt, um verzerrende Steuern auf Arbeit, Gewinn oder Konsum zu reduzieren (welche unerwünschte Aktivitäten verhindern) kann man hoffen, neben der Emissionsreduzierung eine höhere Wirtschaftsleistung zu erzielen und so eine "doppelte Dividende" zu erhalten (vgl. Goulder, 1995)(18). Ein Grund für den Widerstand der Öffentlichkeit ist, dass die Wähler nicht unbedingt an die Logik der doppelten Dividende glauben. Sie nehmen diese als getrennte Probleme wahr, die getrennte Lösungen erfordern. Ein weiterer Grund für die öffentliche Opposition ist das mangelnde Vertrauen in Politiker und Finanzbehörden (Hammar & Jagers, 2006)(19). Sobald die Strategie umgesetzt ist, können die Regierungen Informationsmittel nutzen, um die Sichtbarkeit der Steuerverlagerung zu erhöhen. Die Kompensation kann sichtbar gemacht werden, indem der Betrag des Einkommens, der auf Lohnzettel, Steuerbelege oder Beiträge zur Sozialversicherung erstattet wird, angezeigt wird (Clinch, Dunne, & Dresner, 2006(20); Dresner, Dunne, et al., 2006(21); Hsu et al. 2008(22)).

Nachfolgend bieten wir [Carattini, Carvalho, Fankhauser] einige konkrete Gestaltungsmöglichkeiten, die besonders vielversprechend erscheinen, um die öffentliche Unterstützung zu erhöhen.
Fankhauser I 9
1. Schrittweise Einführung der CO2-Steuer im Laufe der Zeit: Durch die schrittweise Einführung von CO2-Steuern können die politischen Entscheidungsträger die Tatsache nutzen, dass die Abneigung tendenziell nachlässt, sobald Menschen eine Methode in der Praxis gesehen haben. Ein langsame Steigerung oder sogar eine Probezeit gibt Einzelpersonen die Möglichkeit, die Kosten und den Nutzen der Steuer abzuschätzen. Die Steuern können dann schrittweise angehoben werden, bis sie das zur Erreichung des Umweltziels erforderliche Niveau erreichen. Beachten Sie, dass dies bedeuten kann, dass der CO2-Steuersatz je nach Konjunkturzyklus nicht schwanken darf, obwohl diese Art der Flexibilität eine Verbesserung der Sozialhilfe darstellen könnte (vgl. Doda, 2016)(23). Das Risiko bei dieser Strategie besteht darin, dass die CO2-Steuern auf einem Niveau stagnieren könnten, das nicht ausreicht, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Es gibt zwei potenzielle und ergänzende Lösungen, um dieses Risiko zu überwinden. Die erste Lösung basiert auf dem gesellschaftlichen Lernen. Die zweite Lösung verwendet Mittel zur Verpflichtung (engl. "Commitment Devices"). 2. Zweckbindung von Steuereinnahmen für zusätzlichen Klimaschutz: Wähler bevorzugen es, Steuereinnahmen an einen Zweck zu binden und die Einnahmen für zusätzliche Reduzierungen der Treibhausgasemissionen zu verwenden. Sie sind besonders daran interessiert, Forschung und Entwicklung mit geringem CO2-Ausstoß sowie Subventionen zur Förderung des Einsatzes zu unterstützen. Die Nachfrage nach Umwelt-Zweckbindung kann im Laufe der Zeit sinken, wenn Menschen die Auswirkungen der Steuer beobachten und ihre Überzeugungen aktualisieren. Die Regierungen können diesen Prozess erneut unterstützen, indem sie wirksame Informationen über die Emissionsentwicklung, die Verteilungseffekte der Steuer und etwaige zusätzliche Vorteile bereitstellen. Die Einnahmen können dann schrittweise freigesetzt werden, um andere Quellen der Wähleraversion zu beseitigen oder wirtschaftliche Gewinne zu erzielen. Die Einschränkung der Zweckbindung kann auch die Bedenken einer Regierung hinsichtlich der Haushaltsführung zerstreuen.
3. Umverteilung von Steuern zur Verbesserung der Fairness: CO2-Steuern können akzeptabler gestaltet werden, wenn Steuereinnahmen verwendet werden, um wichtige gesellschaftliche Belange anzugehen.
Fankhauser I 10
Während das Ziel einer CO2-Steuer darin besteht, die Klimaexternalität und nicht das Problem der Zunahme von Ungleichheiten anzugehen, besteht möglicherweise weiterhin die Erwartung, dass die CO2-Steuern so gestaltet werden, dass sie zumindest nicht zu einer ungleicheren Verteilung führen. Durch Kapitaltransfers und Maßnahmen zur sozialen Abfederung können CO2-Steuern so gestaltet werden, dass sie sowohl einnahmenneutral als auch progressiv sind, um die Kosten für Haushalte mit niedrigem Einkommen zu senken. Einige Wähler sind jedoch möglicherweise misstrauisch gegenüber dem langfristigen Engagement einer Regierung für die Umverteilung. Um diese Befürchtungen zu zerstreuen, können Regierungen Verpflichtungsinstrumente einsetzen, beispielsweise explizite Pläne zur Umverteilung der Einnahmen. 4. Informationsaustausch und Kommunikation: Ein letzter Vorschlag bezieht sich auf alle Bemühungen zur Einführung einer CO2-Steuer, unabhängig von der Verwendung der Einnahmen oder dem Grad der Stringenz. Sobald die politischen Entscheidungsträger über die Einführung einer CO2-Steuer nachdenken, sollten sie detaillierte Informationen (die durch Analysen und möglicherweise Modellsimulationen gewonnen werden) bereitstellen, um den Prozess der öffentlichen Konsultationen zu steuern und die Anliegen der Wähler vorbeugend anzugehen. Diese Offenlegung würde idealerweise erfolgen, bevor die Wähler zu einer Abstimmung aufgerufen werden oder bevor der Gesetzgeber eine CO2-Steuergesetzgebung im Parlament erwägt.
Fankhauser I 11
Die Kommunikationsbemühungen müssen fortgesetzt werden, sobald die Strategie umgesetzt ist. Da die Auswirkungen der CO2-Steuern häufig nicht sichtbar sind, werden die Regierungen aufgefordert, die Auswirkungen der Steuer regelmäßig zu messen und ihre Bürger transparent darüber zu informieren. Kommunikationsstrategien müssen möglicherweise an die Überzeugungen und Weltanschauungen der Zielgruppe angepasst werden (Cherry et al., 2017)(24) und berücksichtigen auch die potenziellen Auswirkungen politischer Polarisierung und parteiübergreifender Spaltungen (Hart & Nisbet, 2012(25)); Kahan et al., 2011 (26)).
1. Baranzini, A., & Carattini, S. (2017). Effectiveness, earmarking and labeling: Testing the acceptability of carbon taxes with survey data. Environmental Economics and Policy Studies, 19(1), 197–227.
2. Kallbekken, S., Kroll, S., & Cherry, T. L. (2011). Do you not like Pigou, or do you not understand him? Tax aversion and revenue recycling in the lab. Journal of Environmental Economics and Management, 62(1), 53–64.
3. Sælen, H., & Kallbekken, S. (2011). A choice experiment on fuel taxation and earmarking in Norway. Ecological Economics, 70(11), 2181–2190.
4. Beuermann, C., & Santarius, T. (2006). Ecological tax reform in Germany: Handling two hot potatoes at the same time. Energy Policy, 34(8), 917–929.
5. Bristow, A. L., Wardman, M., Zannia, A. M., & Chintakayalab, P. K. (2010). Public acceptability of personal carbon trading and carbon tax. Ecological Economics, 69(9), 1824–1837.
6. Carattini, S., Baranzini, A., Thalmann, P., Varone, P., & Vöhringer, F. (2017). Green taxes in a post-Paris world: Are millions of nays inevitable? Environmental and Resource Economics, 68(1), 97–128.
7. Clinch, J. P., & Dunne, L. (2006). Environmental tax reform: An assessment of social responses in Ireland. Energy Policy, 34(8), 950–959.
8. Deroubaix, J.-F., & Lévèque, F. (2006). The rise and fall of French ecological tax reform: Social acceptability versus political feasibility in the energy tax implementation process. Energy Policy, 34, 940–949.
9. Dresner, S., Jackson, T., & Gilbert, N. (2006). History and social responses to environmental tax reform in the United Kingdom. Energy Policy, 34(8), 930–939.
10. Gevrek, Z. E., & Uyduranoglu, A. (2015). Public preferences for carbon tax attributes. Ecological Economics, 118, 186–197.
11. Kallbekken, S., & Aasen, M. (2010). The demand for earmarking: Results from a focus group study. Ecological Economics, 69(11), 2183–2190.
12. Klok, J., Larsen, A., Dahl, A., & Hansen, K. (2006). Ecological tax reform in Denmark: History and social acceptability. Energy Policy, 34(8), 905–916.
13. Thalmann, P. (2004). The public acceptance of green taxes: 2 million voters express their opinion. Public Choice, 119, 179–217.
14. Jagers, S. C., & Hammar, H. (2009). Environmental taxation for good and for bad: The efficiency and legitimacy of Sweden's carbon tax. Environmental Politics, 18(2), 218–237.
15. Speck, S. (1999). Energy and carbon taxes and their distributional implications. Energy Policy, 27(11), 659–667.
16. Baranzini, A., Goldemberg, J., & Speck, S. (2000). A future for carbon taxes. Ecological Economics, 32(3), 395–412.
17. Metcalf, G. E. (2009). Designing a carbon tax to reduce U.S. greenhouse gas emissions. Review of Environmental Economics and Policy, 3(1), 63–83.
18. Goulder, L. H. (1995). Environmental taxation and the double dividend: A reader's guide. International Tax and Public Finance, 2(2), 157–183.
19. Hammar, H., & Jagers, S. C. (2006). Can trust in politicians explain individuals' support for climate policy? The case of CO2 tax. Climate Policy, 5(6), 613–625.
20. Clinch, J. P., Dunne, L., & Dresner, S. (2006). Environmental and wider implications of political impediments to environmental tax reform. Energy Policy, 34(8), 960–970.
21. Dresner, S., Dunne, L., Clinch, P., & Beuermann, C. (2006). Social and political responses to ecological tax reform in Europe: An introduction to the special issue. Energy Policy, 34(8), 895–904.
22. Hsu, S. L., Walters, J., & Purgas, A. (2008). Pollution tax heuristics: An empirical study of willingness to pay higher gasoline taxes. Energy Policy, 36(9), 3612–3619.
23. Doda, B. (2016). How to price carbon in good times ... and bad! WIREs Climate Change, 7(1), 135–144.
24. Cherry, T. L., Kallbekken, S., & Kroll, S. (2017). Accepting market failure: Cultural worldviews and the opposition to corrective environmental policies. Journal of Environmental Economics and Management, 85, 193–204.
25. Hart, P. S., & Nisbet, E. C. (2012). Boomerang effects in science communication: How motivated reasoning and identity cues amplify opinion polarization about climate mitigation policies. Communication Research, 39(6), 701–723.
26. Kahan, D., Wittlin, M., Peters, E., Slovic, P., Ouellette, L., Braman, D., & Mandel, G. (2011). The tragedy of the risk-perception commons: Culture conflict, rationality conflict, and climate change (SSRN Scholarly Paper). Rochester, NY: Social Science Research Network.

Stefano Carattini, Maria Carvalho & Sam Fankhauser, 2018: “Overcoming public resistance to carbon taxes”. In: Stéphane Hallegatte, Mike Hulme (Eds.), WIREs Climate Change, Vol. 9/5, pages 1-26.

Fankhauser I
Samuel Fankhauser
Stefano Carattini
Maria Carvalho,
Overcoming public resistance to carbon taxes
In
Wiley Interdisciplinary Reviews: Climate Change Vo, 2018
Deduktion Kant I 95f
Transzendentale Deduktion/Kant: Anspruch des Verstands, trotz sinnlicher Wahrnehmung rein und unsinnlich zu bleiben - nicht in bloßen Begriffen, sondern in Anschauungsbezug, wie ihn Urteile darstellen, gibt es diesen Anspruch. - Das Transzendentale ist Ersatz für den theoretisch unmöglichen metaphysischen Übergang ins übersinnliche Reich der Zwecke. >Zwecke/Kant.

Bubner I 109
Transzendentale Deduktion/Kant/Bubner: Wer sie retten will, darf nicht in die Ästhetik flüchten. Kant verfolgt hier die Synthesis in aller Konsequenz bis zum Ursprung (aus der Jurisprudenz) zurück: vollständige Herleitung von Rechtsansprüchen durch Zurückverfolgen von Legitimationstiteln.
Deduktion/Kant/Bubner: bedeutet also nicht das zwingende Entwickeln von Sätzen aus Sätzen, gemäß dem syllogistischen Vorbild, wie viele Interpreten geglaubt haben.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Deflationismus Rorty VI 32
Def Deflationismus: Die Anschauung, Tarskis Arbeit umfasse alle wesentlichen Merkmale der Wahrheit. >Disquotationalismus, >Minimalismus, >Zitat/Zitattilgung.
VI 39
WrightVsDeflationismus/Rorty: (ebenso wie Davidson, aber aus anderen Gründen) Wright: Der Deflationismus erwähnt die Pflicht zur Erreichung der Wahrheit noch nicht einmal. - Das führt zu neuerlicher Inflation - weil die eine Norm nicht mit der anderen erfüllt zu sein braucht.
VI 40
Crispin WrightVsTarski: Es ist ihm nicht gelungen, eine Norm anzugeben. >Normen, >Wahrheit.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Demokratie Kelsen Brocker I 132
Demokratie/Kelsen: Für Kelsen lässt sich die moderne Demokratie nur als parlamentarische verwirklichen.(1) Doch auch Kelsens Stellungnahme für den Parlamentarismus ist keine dogmatische Position, sie ist die Beobachtung eines zivilisatorischen Prozesses zunehmender Arbeitsteilung und sozialer Differenzierung.(2) Diese funktionale Theorie des Parlamentarismus stellt Kelsen ausdrücklich gegen die »Fiktion der Repräsentation«. (3) >Parlamentarismus/Kelsen.
Brocker I 132/133
Kelsen sieht die Konkurrenz von Demokratie und Autokratie als zentral an. Die Demokratie selbst strebt nach „Führerlosigkeit“.(4) Die Existenz der demokratischen Ideologie erklärt Kelsen überwiegend sozialpsychologisch. Er bezeichnet die Volkssouveränität als »Totem« (5), als Maske, die sich das normunterworfene Volk aufsetzt, um sich wenigstens im Ritual von den tatsächlich die Herrschaft ausübenden Akteuren abzuheben und zu überheben. Kelsen betrachtet dagegen wie Weber Herrschaft als notwendig, weshalb man sich nur die Frage zu stellen hat, wie sie zu gestalten ist. Mit der Demokratie geht in Kelsens Augen notwendig eine bestimmte Weltanschauung einher, welche von einer Unerkennbarkeit absoluter Wahrheit und absoluter Werte ausgeht und daher auch die »fremde, gegenteilige Meinung zumindest für möglich« erachtet (6). Das erst erlaubt die Offenheit der Demokratie für wechselnde Mehrheiten und macht die Minoritätenposition erträglich.
Brocker I 135
KelsenVsSchmitt/KelsenVsSmend/Llanque: Kelsen wird hauptsächlich als derjenige Autor gesehen, der inmitten der Mehrzahl der demokratiekritischen Staatslehrer der Weimarer Republik klar zu den Anhängern der parlamentarischen Demokratie gerechnet werden kann (Groh 2010)(7). Er hat scharfe Kritiken an Gegnern in dieser Debatte veröffentlicht, darunter Rudolf Smend und Carl Schmitt. Einigen gilt Kelsen auch als deutlichste Gegenposition zu Schmitt (Diner/Stolleis 1999(8); Dreier 1999(9)).
Brocker I 139
SchmittVsKelsen/HellerVsKelsen: Keksen wurde vorgeworfen, er habe die Demokratie inhaltlich entleert und zu einem prozeduralen Begriff degradiert (Boldt 1986(10); Saage 2005(11)).
1. Hans Kelsen, »Vom Wesen und Wert der Demokratie«, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik 47, 1920/1921, 50-85 (Separatdruck: Tübingen 1920). Erweiterte Fassung: Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie, Tübingen 1929 (seitenidentischer Nachdruck:Aalen 1981), S. 25
2. Ebenda S. 29
3. Ebenda S. 30
4. Ebenda S. 79
5. Ebenda S. 86
6. Ebenda S. 101
7. Kathrin Groh, Demokratische Staatsrechtslehrer in der Weimarer Republik. Von der konstitutionellen Staatslehre zur Theorie des modernen demokratischen Verfassungsstaates, Tübingen 2010 8. Dan Diner & Michael (Hg.) Hans Kelsen and Carl Schmitt. A Juxtaposition, Gerlingen 1999
9. Horst Dreier »The Essence of Democracy: Hans Kelsen and Carl Schmitt Juxtaposed«, in: Dan Diner/Michael Stolleis (Hg.), Hans Kelsen and Carl Schmitt. A Juxtaposition, Gerlingen 1999, 71-79
10. Hans Boldt, »Demokratietheorie zwischen Rousseau und Schumpeter. Bemerkungen zu Hans Kelsens ›Vom Wesen und Wert der Demokratie‹«, in: Max Kaase (Hg.), Politische Wissenschaft und politische Ordnung. Analysen zur Theorie und Empirie demokratischer Regierungsweise, Festschrift für Rudolf Wildenmann, Opladen 1986, 217-232.
11. Richard Saage, Demokratietheorien: Historischer Prozess, Theoretische Entwicklung, Soziotechnische Bedingungen. Eine Einführung, Wiesbaden 2005.

Marcus Llanque, „Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Demokratietheorie Kelsen Brocker I 138
Demokratietheorie/Kelsen: es ist nicht zu erwarten, das Kelsen ein bestimmtes Demokratiemodell wertet, weil das der politischen Neutralität seines Rechtspositivismus widerspräche. Kelsen geht jedoch in seiner Wertung über seine theoretischen Auffassungen hinaus. (Vgl. Dreier 1990)(1) Kelsens Demokratietheorie lässt sich nicht aus seiner Rechtstheorie ableiten. Nicht das von Kelsen favorisierte Modell der Demokratie, wohl aber seine Demokratietheorie weist Parallelen zu seiner rechtstheoretischen Argumentation auf. Kelsen begründet seine Überlegungen zur Demokratie sowie zu ihren Voraussetzungen und notwendigen Elementen nicht normativ, sondern argumentiert mit Bezug auf das Funktionieren von Institutionen.
Die Minoritäten erachtet er nicht aus normativen Gründen für schützenswert, sondern weil sie praktischer Bestandteil der Mehrheitsherrschaft sind. Die relativistische Weltanschauung hält er nicht aus Gründen der Toleranz oder aus Ablehnung fundamentalistischer Positionen für vorrangig, sondern weil demokratische Verfahren nicht anders funktionieren können.
Kelsen bemüht sich, analytische und wertende Bestandteile wissenschaftlicher Argumentation voneinander zu trennen, und wirft den Kritikern vor, metaphysische Positionen zu verschleiern. Solche Argumentationen lehnt Kelsen samt und sonders als »Naturrecht« ab. >Naturrecht/Kelsen.

1. Horst Dreier , Rechtslehre, Staatssoziologie und Demokratietheorie bei Hans Kelsen, Baden-Baden 1990 S. 249-294.

Marcus Llanque, „Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Denken Davidson Brandom I 232
Davidson Sprache/Denken: Weder die Sprache noch das Denken lässt sich vollständig im Sinne des jeweils anderen erklären und keinem kommt eine begriffliche Vorrangstellung zu. >Sprache und Denken, >Welt/Denken.
McDowell I 38
Denken/Davidson: Das Denken ist keiner äußeren Kontrolle ausgesetzt, nur einem äußeren kausalen Einfluss. >Kausaltheorie des Wissens.
McDowell I 42
McDowellVsDavidson: Dieser weist zurück, dass Gedanken und Anschauungen auf rationale Weise verbunden sind. McDowell: aber dann kommen wir nicht zu einem empirischen Inhalt.

Davidson I (e) 101ff
Denken/Davidson: Es gibt keine "Gegenstände des Denkens" als geisterhafte Wesenheiten nach dem Vorbild von Sinnesdaten oder ähnlichem. >Gedankenobjekte, >Glaubensobjekte.

Davidson I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

Davidson I (a)
Donald Davidson
"Tho Conditions of Thoughts", in: Le Cahier du Collège de Philosophie, Paris 1989, pp. 163-171
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (b)
Donald Davidson
"What is Present to the Mind?" in: J. Brandl/W. Gombocz (eds) The MInd of Donald Davidson, Amsterdam 1989, pp. 3-18
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (c)
Donald Davidson
"Meaning, Truth and Evidence", in: R. Barrett/R. Gibson (eds.) Perspectives on Quine, Cambridge/MA 1990, pp. 68-79
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (d)
Donald Davidson
"Epistemology Externalized", Ms 1989
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (e)
Donald Davidson
"The Myth of the Subjective", in: M. Benedikt/R. Burger (eds.) Bewußtsein, Sprache und die Kunst, Wien 1988, pp. 45-54
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson II
Donald Davidson
"Reply to Foster"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Davidson III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

Davidson IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Davidson V
Donald Davidson
"Rational Animals", in: D. Davidson, Subjective, Intersubjective, Objective, Oxford 2001, pp. 95-105
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell
Denken Heidegger Tugendhat II 47
Denken/Parmenides: Denken ist Anschauung - wie Hören eines Tons - Sehen von Farbe.
Tugendhat II 57
HeideggerVsParmenides: Denken ist nicht Anschauung. >Parmenides, >Denken.

Cardorff II 51
Denken/Heidegger: Denken ist Zeigen: nicht aufdeckend, nicht anwesend machen wollen. >Zeigen, >Ostension, >Hinweisendes Zeigen.
Cardorff II 55
Gedanken/Heidegger/Cardorff: "Wir kommen nie zu einem Gedanken. Sie kommen zu uns."
II 56
Denken: Das Denken ist kein Mittel für das Erkennen, Das Denken zieht Furchen in den Acker des Seins". >Erkennen, >Erkenntnis.
Das Denken ist kein Be-greifen". Denken heißt eigentlich: Vorliegenlassen, In die Acht nehmen. Im Denken gibt es weder Methode noch Thema, sondern: "Die Gegend…"
>Methode, vgl. >Methode/Gadamer.

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Tübingen 1993

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

Hei II
Peter Cardorff
Martin Heidegger Frankfurt/M. 1991
Denken Leibniz Holz I 41
Denken/Leibniz: die Inhalte sind in letzter Instanz durch Definitionen und Axiome bestimmt. >Definition/Leibniz, >Axiom/Leibniz.
I 69
Denken/Leibniz: heißt Beziehungen und Verknüpfungen denken. Def "Goldene Kette" der Verknüpfungen/Holz: Metapher des Barock. "aura catena": wenn Eines definiert ist durch seine Beziehung zu Anderem, dann ist die Gesamtheit der Elemente der Grund dieses Einen.
Kette/Leibniz: mehr als zeitlich: Eines ist jeweils stärker durch seine näheren Nachbarn bestimmt.
Zureichender Grund/Leibniz: etwas kann durch seine Verbindung mit seinen nächsten Nachbarn zureichend begründet werden, aber nicht vollständig.
>Hinreichendes/Leibniz, >Terminologie/Leibniz.
I 70
Vollständige Begründung/Grund/Bestimmung/Leibniz: nur durch die ganze Kette. (unendlich, nur durch Gott einzusehen). Die einzelnen Glieder müssten durch identische Sätze widergegeben werden.
>Letztbegründung/Leibniz, >Identitätsprinzip/Leibniz.
I 77
Einheit/Vielheit/Leibniz: nun ist aber die Vielheit der Welt (Mannigfaltigkeit der Wahrnehmungen) empirisch gegeben. Axiom: Varietätsprinzip: "Ich nehme Verschiedenes wahr" (varia a me percipiuntur). Das ist unbezweifelbar durch die unmittelbare Anschauung. Das ist als Empirie nicht beweisbar, aber auch nicht beweispflichtig, da es unmittelbar gegeben ist. (>Gegebenes).
Daraus folgt dann: wenn das Sein der Welt im Ganzen notwendig ist, ist "jedes Kontingente auf gewisse Weise notwendig".
Holz: Notwendigkeit ist damit übergreifend über Kontingenz.
I 78
Varietätsprinzip/Prinzipien/Denken/Leibniz: auf dem Varietätsprinzip beruht die formelle Möglichkeit des Denkens. ((s) Weil man nicht ein einziges Ding ohne Beziehung zu etwas anderem denken kann.)
Doppelte Bewegung/Aufsteigen/Absteigen/Leibniz/Holz: von der Gewissheit der wahrgenommenen Vielheit kann man nun aufsteigen zu dem infinitesimalen Grenzbegriff "alle Seienden zugleich".
>Prinzipien/Leibniz.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Dialektik Adorno Grenz I 14
Dialektik/Adorno/Grenz: Das Verfahren zerbricht in einen ausdrückenden (physiognomischen) und einen bestimmten (negierenden) Teil. >Negation/Adorno.
I Grenz 50
Dialektik/doppelte Negation/PopperVsDialektik/Adorno/Grenz: Adorno gibt der Popperschen Dialektikkritik recht: Die Gleichsetzung der Negation der Negation mit der Positivität ist die Quintessenz des Identifizierens und damit der Verdinglichung. >Dialektik, >K.R. Popper.
Grenz I 75
Dialektik/Adorno/Grenz: a) als Methode, Erkenntnismittel: die bestimmte Negation
b) Dialektik der Naturgeschichte: Einheit von Natur und Geschichte. Diese hat objektiven Charakter im Sinne der Wirklichkeit
I 76
des Bestehenden. >Geschichte/Adorno, >Erkenntnis, >Erkennen/Adorno, >Erkenntnistheorie/Adorno.
Grenz I 103
Dialektik im Stillstand/Benjamin/Grenz: These: in Kulturphänomenen steht für uns die Dialektik der Naturgeschichte still in einem doppelten Sinn: weder sind ‚Gebilde‘ dynamisch als aus vorhergehenden Gebilden Hervorgetriebenes oder neue Gebilde Hervortreibendes, noch ist aus ihnen der Dynamismus
I 104
der Entwicklung der Produktivkräfte zu erschließen. Was an ihnen entziffert werden kann, ist allein die Differenz von Möglichkeit und Wirklichkeit. >Produktivkräfte.

XIII 40f
Vermittlung/Dialektik/Adorno: Die Möglichkeit angesichts der antithetischen Begriffspaare (Bsp Empirismus/Rationalismus, Idealismus/Realismus) überhaupt zu einem richtigen denken zu kommen, ist darin zu suchen, dass man in diese Begriffe selbst hineingeht und in ihnen selbst ihr Gegenteil auffindet, statt sich irgendwelche vermittelnden Weltanschauungen zwischen ihnen auszudenken, wie etwa den sogenannten kritischen Realismus. >Denken/Adorno, >Begriffe/Adorno.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

A X
Friedemann Grenz
Adornos Philosophie in Grundbegriffen. Auflösung einiger Deutungsprobleme Frankfurt/M. 1984
Digital Millennium Copyright Act Benkler Benkler I 413
Digital Millennium Copyright Act/DMCA/Institutionale Ökologie/Benkler: Kein Rechtsakt stellt den Kampf um die institutionelle Ökologie der digitalen Umgebung deutlicher dar als der hochtrabend benannte Digital Millennium Copyright Act von 1998 (DMCA). Der DMCA war der Höhepunkt von mehr als drei Jahren Lobbyarbeit und vielfältigen Anstrengungen, sowohl im Inland in den Vereinigten Staaten als auch international, bei der Verabschiedung von zwei WIPO-Verträgen im Jahr 1996. Die grundlegende Weltanschauung dahinter, die in einem 1995 von der Clinton-Administration herausgegebenen Whitepaper zum Ausdruck kam, war, dass die Nationale Informationsinfrastruktur (NII) nur dann starten kann, wenn sie "Inhalt" hat, und dass ihr großes Versprechen darin besteht, dass sie das Äquivalent von Tausenden von Unterhaltungskanälen liefern kann. Dies würde jedoch nur geschehen, wenn die NII für die Lieferung digitaler Inhalte gesichert wäre, ohne dass sie leicht kopiert und ohne Genehmigung und ohne Bezahlung verbreitet werden könnten.
I 414
(...) erhebliche Lobbyarbeit für "Durchführungsgesetze", um das US-Recht mit den Anforderungen der neuen WIPO-Verträge in Einklang zu bringen (...), legte den Schwerpunkt der Debatten im Kongress auf die nationale Industriepolitik und die Bedeutung eines starken Schutzes der Exportaktivitäten der US-Inhaltsindustrie. Es reichte aus, das Gleichgewicht zugunsten des Übergangs zum DMCA zu kippen. Das zentrale Merkmal des DMCA, ein langer und komplizierter Rechtsakt,
I 415
ist seine Anti-Umgehungs- und Anti-Geräte-Bestimmung. Diese Bestimmungen machten es illegal, Technologien mit bestimmten Eigenschaften zu nutzen, zu entwickeln oder zu verkaufen. Urheberrechtsinhaber glaubten, dass es möglich sein würde, eine starke Verschlüsselung in Medienprodukte einzubauen, die über das Internet vertrieben werden. Wenn sie dies erfolgreich tun, könnten die Urheberrechtsinhaber die digitale Verbreitung in Rechnung stellen und die Nutzer könnten keine unbefugten Kopien der Werke anfertigen. Der DMCA sollte dies ermöglichen, indem er Technologien verbietet, die es den Nutzern ermöglichen, die Schutzmaßnahmen, die die Eigentümer von urheberrechtlich geschützten Materialien ergriffen haben, zu umgehen. Es gibt zwei verschiedene Probleme mit dieser Art der Darstellung, was der DMCA tut. Es gibt viele Nutzungen bestehender Werke, die für alle zugängig sind. Sie werden im Urheberrecht wie das Gehen auf dem Bürgersteig oder in einem öffentlichen Park behandelt, nicht wie das Betreten des Grundstücks eines Nachbarn.
Das zweite Problem mit dem DMCA ist, dass seine Definitionen breit und formbar sind. Einfache Handlungen wie das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit über die Funktionsweise der Verschlüsselung oder das Veröffentlichen eines Berichts im Internet, der den Benutzern sagt, wo sie Informationen darüber finden können, wie sie einen Kopierschutzmechanismus umgehen können, könnten in die Definition der Bereitstellung einer Umgehungsvorrichtung einbezogen werden.
I 417
Der DMCA soll ein starkes rechtliches Hindernis für bestimmte technologische Innovationspfade auf der logischen Ebene der digitalen Umgebung darstellen. Es ist insbesondere beabsichtigt, das "Ding"- oder die "Gut"-ähnliche Natur von Unterhaltungsprodukten - insbesondere Musik und Filme - zu erhalten. Damit soll und wird der DMCA die technologische Entwicklung hin zur Behandlung von Information und Kultur als Fertigprodukte und nicht als Output von Sozial- und Kommunikationsprozessen gestalten, die die Unterscheidung zwischen Produktion und Konsum verwischen. Es erschwert Einzelpersonen und Nichtmarktteilnehmern den Zugang zu digitalen Materialien, die die Technologie, der Markt und die sozialen Praktiken, die unreguliert geblieben sind, leicht zugänglich gemacht hätten.
I 418
Der DMCA belastet die individuelle Autonomie, die Entstehung der vernetzten Öffentlichkeit und der kritischen Kultur sowie einige der Wege, die die vernetzte Informationswirtschaft für die globale menschliche Entwicklung ermöglicht. Die Verabschiedung eines Gesetzes vom Typ DMCA allein wird die Entwicklung der Nichtmarkt- und Peer Production nicht behindern. Tatsächlich sind viele dieser technologischen und sozioökonomischen Entwicklungen entstanden und gediehen, nachdem der DMCA bereits in Kraft war. Es stellt jedoch eine Entscheidung dar, die institutionelle Ökologie zugunsten der industriellen Produktion und des Vertriebs von kulturellen verpackten Gütern zu kippen, auf Kosten der gemeinschaftsbasierten Beziehungen des Teilens in Bildung, Wissen und Kultur. >Copyright/Benkler.

Benkler I
Yochai Benkler
The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom New Haven 2007
Dilthey Gadamer Gadamer I 246
Dilthey/Gadamer: Im spekulativen Idealismus war der Begriff des Gegebenen, der Positivität, einer grundsätzlichen Kritik unterworfen worden. Darauf suchte sich Dilthey am Ende für seine lebensphilosophische Tendenz zu berufen. Er schreibt(1) »Wodurch bezeichnet Fichte den Anfang eines Neuen? Weil der von der
Gadamer I 247
intellektuellen Anschauung des Ich ausgeht, dieses aber nicht als eine Substanz, ein Sein, eine Gegebenheit, sondern eben durch diese Anschauung, d. h. diese angestrengte Vertiefung des Ich in sich als Leben, Tätigkeit, Energie auffasst und dementsprechend Energiebegriffe wie Gegensatz usw. Realisierung in ihm aufzeigt.« >Lebensphilosophie, >Gegebenes, >Kritik.
Gadamer: Ebenso hat Dilthey schließlich in Hegels Begriff des Geistes die Lebendigkeit eines echten geschichtlichen Begriffs erkannt.(2)
>Geist/Hegel.
Nietzsche/Bergson/Simmel: In der gleichen Richtung wirkten, wie wir bei der Analyse des
Erlebnisbegriffes hervorhoben, einige seiner Zeitgenossen: Nietzsche, Bergson, dieser späte Nachfahr der romantischen Kritik an der Denkform der Mechanik, und Georg Simmel.
Dilthey/Heidegger/Gadamer: Aber welche radikale Denkforderung in der Unangemessenheit des Substanzbegriffs für das geschichtliche Sein und historische Erkennen liegt, hat erst Heidegger zum allgemeinen Bewusstsein gebracht(3). Erst durch ihn ist die philosophische Intention Diltheys freigesetzt worden. Er knüpfte mit seiner Arbeit an die Intentionalitätsforschung der Husserlschen Phänomenologie an, die insofern den entscheidenden Durchbruch bedeutete, als sie gar nicht der extreme Platonismus war, den Dilthey darin sah.(4)
Intentionalität/Objektivität/Husserl/Gadamer: Vielmehr wird, je mehr man durch das Fortschreiten der großen Husserl-Ausgabe in das langsame Wachsen der Husserlschen Gedanken Einblick erhält, um so deutlicher, dass mit dem Thema der Intentionalität eine sich immer stärker radikalisierende Kritik am Objektivismus« der bisherigen Philosophie - auch an Dilthey(5) - einsetzte, die in dem Anspruch gipfeln Philosophie sollte: »dass die intentionale Phänomenologie zum ersten Male den Geist als Geist zum Feld systematischer Erfahrung und Wissenschaft gemacht und
Gadamer I 248
Dadurch die totale Umstellung der Erkenntnisaufgabe erwirkt hat.“(6) >Geist/Husserl, >Dilthey als Autor.


1. Dilthey, Ges. Schriften, V Il, 333.
2. Ges. Schriften Vll, 148.
3. Heidegger hat mir gegenüber schon 1923 von den späten Schriften Georg Simmels mit Bewunderung gesprochen. Dass das nicht nur eine allgemeine Anerkennung der philosophischen Persönlichkeit Simmels war, sondern auf inhaltliche Anstöße hindeutet, die Heidegger empfangen hatte, wird jedem deutlich, der heute in dem ersten der Vier „Metaphysischen Kapitel“ liest, die unter dem Titel Lebensanschauung« zusammenfassten, was dem todgeweihten Georg Simmel als philosophische Aufgabe vorschwebte. Dort steht etwa: »Das Leben ist wirklich Vergangenheit und Zukunft«; dort wird »die Lebenstranszendenz als die wahre Absolutheit« bezeichnet, und der Aufsatz schließt: »Ich weiß sehr wohl, welche logische Schwierigkeiten dem begrifflichen Ausdruck dieser Art, das Leben zu schauen, entgegenstehen. Ich habe sie, in voller Gegenwart der logischen Gefahr, zu formulieren versucht, da doch immerhin möglicherweise die Schicht hier erreicht ist, in der logische Schwierigkeiten nicht ohne weiteres Schweigen gebieten - weil sie diejenige ist, aus der sich die metaphysische Wurzel der Logik selbst erst nährt. «
4. Vgl. Natorps Kritik von Husserls Ideen (1914) (Logos 1917) und Husserl selbst in einem Privatbrief an Natorp vom 29. 6. 1918: »wobei ich noch bemerken darf, dass ich schon seit mehr als einem Jahrzehnt die Stufe des statischen Platonismus überwunden und der Phänomenologie als Hauptthema die Idee der transzendentalen Genesis gestellt habe«. In der gleichen Richtung geht die Anm. O. Beckers in der Husserlfestschrift S. 39.
5. Husserliana VI, 344.
6. Husserliana VI, 346.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Dinge Wittgenstein Hintikka I 118
Ding/Wittgenstein/Hintikka: (Tagebücher): Ein Komplex ist ein Ding. - Wir kennen komplexe Gegenstände aus der Anschauung - ((s) S.o.: alles im Gesichtsfeld ist komplex). >Komplex.
II 250f
Ding/Wittgenstein: nichts anderes als die Klasse der Dinge, die es tut. - Bsp Wir stellen uns vor, dass ein Rad sich drehen könnte, weil es nicht plötzlich weich wird - Vorstellung: wir stellen uns nur sehr wenige feststehende Möglichkeiten vor. >Gegenstände.
II 308
Ding/Wittgenstein: ist kein Gemeinname (allgemeiner Name). >Namen. Sinnlos: Bsp "Im Zimmer ist kein Ding"). >Sinn.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Diversität (Soziologie) Waldron Gaus I 90
Diversität/Gesellschaft/Toleranz/Pluralismus/Liberalismus/Waldron: (...) Indem wir liberale Prinzipien und liberale Lösungen für die Probleme des gesellschaftlichen Lebens ausarbeiten und verteidigen (...), scheinen wir inmitten der kulturellen und ethischen Pluralität Partei zu ergreifen. Toleranz/Locke/Waldron: (...) ein Teil der Locke'schen Verteidigung der religiösen Toleranz ist auf religiösen Grundlagen aufgebaut: "Die Toleranz derer, die sich in Religionsfragen von anderen unterscheiden", so Locke, "ist dem Evangelium Jesu Christi so angenehm, dass es ungeheuerlich erscheint, dass die Menschen so blind sind, um die Notwendigkeit und den Vorteil davon nicht in einem so klaren Licht zu sehen" (1983(1): 25).
>Toleranz/Locke.
Problem/Waldron: Vielleicht kann man nicht erkennen, was wirklich wichtig an der Toleranz ist, außer aus einer Perspektive, die sich auf bestimmte Werte und bestimmte philosophische Vorstellungen beruft.
Gaus I 91
Hobbes: Ein anderer könnte sich für einen Ansatz des "kleinsten gemeinsamen Nenners" entscheiden und dabei die rechtfertigenden Prämissen betonen, die alle Mitglieder einer pluralistischen Gesellschaft unabhängig von den Unterschieden in ihrer Ethik oder Weltanschauung vermutlich akzeptieren werden. Die Formulierung "kann als akzeptiert vorausgesetzt werden" kann auf verschiedene Weise beschönigt werden, von der Idee allgemein zugänglicher Gründe und Argumentation bis hin zu einer ziemlich aggressiven Darstellung grundlegender menschlicher Interessen, wie die von Hobbes (1991)(2) entwickelte Überlebensstrategie. >Toleranz/Waldron.
Gaus I 94
Individualismus/Rawls/SandelVsRawls/Kommunitarismus/Waldron: (...) Der Individualismus von Rawls' dünner Theorie zog Kritik von kommunitaristischen Philosophen auf sich, die die implizite Annahme zurückwiesen, dass individuelle Lebenspläne von Personen gewählt werden, die nicht durch frühere Verpflichtungen und Loyalitäten belastet sind. Diejenigen, die sich im Wesentlichen als Mitglieder einer bestimmten Familie oder Gemeinschaft oder bestimmter Völker betrachteten, könnten es schwierig finden, eine Theorie der Gerechtigkeit zu akzeptieren, die sich auf der grundlegenden Ebene am Wohlergehen von Personen orientiert, die als von allen derartigen Bindungen befreit angesehen werden (Sandel, 1982)(4). Diversität/Inhomogenität/Gesellschaft/Rawls: "[W]ie ist es möglich", fragte Rawls, "dass es im Laufe der Zeit eine gerechte und stabile Gesellschaft von freien und gleichen Bürgern gibt, die durch vernünftige religiöse, philosophische und moralische Lehren tief gespalten bleiben?" (1993(3): 4).
Gauß I 95
Waldron: Der Schlüssel (...) ist, darauf zu bestehen, dass eine akzeptable Gerechtigkeitstheorie, T, so beschaffen sein muss, dass unter den Gründen für die Ablehnung von T oder die Nicht-Übereinstimmung von T, keiner sich gegen die Verpflichtung von T auf eine bestimmte Wertvorstellung oder eine andere umfassende philosophische Konzeption wendet. >Individualismus/Rawls, >Rawls/Waldron. Lösung/Rawls: Stattdessen entwickelt Rawls die Idee, dass T einen überlappenden moralischen Konsens zwischen {C1, C2, ... , Cn } darstellen sollte. Damit meint er, dass T für die Anhänger von C1 aus moralischen Gründen akzeptabel gemacht werden könnte, als auch für die Anhänger von C2 und so weiter.
Vielfalt/Toleranz/Locke/Kant/Rawls/Waldron: So kann zum Beispiel die Behauptung, dass religiöse Toleranz als eine Frage der Gerechtigkeit erforderlich ist, von Christen aus Locke'sche-Gründen, die mit der individualisierten Verantwortung eines jeden Menschen gegenüber Gott für seine eigenen religiösen Überzeugungen zu tun haben, von säkularen Locke-Anhängern aus Gründen der Unabänderlichkeit des Glaubens gegenüber Zwang, von Kantianern aus Gründen der hohen ethischen
Gaus I 96
Bedeutung, die der Autonomie beigemessen wird, von Anhängern von John Stuart Mill auf der Grundlage der Bedeutung der Individualität und des freien Zusammenspiels von Ideen usw. bestätigt werden. >Toleranz/Locke. Waldron: Ob dies tatsächlich funktioniert, ist eine Frage, die wir in Betracht gezogen haben, als wir Ackermans Ansatz zur Neutralität diskutiert haben. >Neutralität/Waldron, >Überlappender Konsens/Rawls.

1. Locke, John (1983 [1689]) A Letter Concerning Toleration, ed. James H. Tully. Indianapolis: Hackett.
2. Hobbes, Thomas (1991 [1651]) Leviathan, ed. Richard Tuck. Cambridge: Cambridge University Press.
3. Rawls, John (1993) Political Liberalism. New York: Columbia University Press.
4. Sandel, Michael (1982) Liberalism and the Limits of Justice. Cambridge: Cambridge University Press.

Waldron, Jeremy 2004. „Liberalism, Political and Comprehensive“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Einbildungskraft Kant I 128
Einbildungskraft/Kant: Das Medium der ästhetischen Lust, das Vermögen, »einen Gegenstand auch ohne dessen Gegenwart in der Anschauung vorzustellen« - aktiv. Eine solche Lust ist dann »rein«, nämlich vernunfteigen und folglich ein mögliches apriorisches Beurteilungsprinzip.
>Prinzipien/Kant, >Ästhetik/Kant, >Ästhetische Erfahrung/Kant, >Erfahrung/Kant.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03
Einheit Kant Strawson V 82
Einheit/Bewusstsein/Denken/Subjekt/StrawsonVsKant: die These von der Einheit fußt selber auf einer tieferen Unterscheidung: der zwischen Anschauung und Begriff. >Begriff/Kant, >Anschauung/Kant.
V 83
Strawson: Gegenstände könnten Akkusative sein und eine Folge bilden, sodass keine Unterscheidung zwischen ihr und der Folge der entsprechenden Ereignisse getroffen werden kann. - Solche Gegenstände könnten Sinnesdaten sein und die Begriffe nur von diesen handeln.
V 84
Diese könnte gar nicht zum Begriff eines "Gegenstands" vereinigt werden - Problem: das esse der Erfahrungsobjekte ist ihr percipi und umgekehrt. - Das ist kein Grund für die Unterscheidung von esse und percipi.
Adorno XIII 103
Einheit/Kant/Adorno: nach Kant ist das Einheitsmoment all der subjektiven Fähigkeiten, die den verschiedenen Kritiken zugrunde liegen, eigentlich die Vernunft selber oder der Verstand. >Verstand/Kant, >Selbst/Kant.
Adorno XIII 122
Einheit/Subjekt/Objekt/Material/Inhalt/Fundierung/Idealismus/Kant/Adorno: man hat aus der Identität der Vernunft einen weiteren Identitätsbegriff abgeleitet, nämlich den der partikularen Identität von Subjekt und Objekt. Das Ich und die gegenständliche Welt sollen miteinander identisch sein, weil jedes gegenständliche Einheitsbewusstsein ein Einheitsbewusstsein von Vernunft sei. Da aber diese gegenständliche Identität bei Kant möglich ist immer nur dadurch, dass sie sich auf ein Gegebenes, auf Material der Sinne bezieht, ist sie nicht rein durchgängig. Material/Kant/Adorno: das, was dem Gegenständlichen jeweils zugrunde liegt, soll nicht selber ein Produkt der Vernunfttätigkeit sein können.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Empirismus Genz II 302
Anschauung/Genz: Anschauung ist eine schlechte Lehrmeisterin bei der Konstruktion physikalischer Theorien. >Theorien, >Physik, >Methode, >Erfahrung, >Wahrnehmung, >Gewissheit, >Empirie, vgl. >Rationalismus.

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
Entzauberung Weber Habermas III 293
Entzauberung/disenchantment/Weltbilder/Religion/Moderne/Weber/Habermas: Die Entzauberung beobachtet Weber vor allem an der Interaktion zwischen Gläubigen und Gott. Je stärker diese als Kommunikation gestaltet ist,
Habermas III 294
umso strikter kann der Einzelne seine innerweltlichen Beziehungen unter den abstrakten Gesichtspunkten einer Moral systematisieren. >Kommunikation/Habermas.
Das bedeutet
a) das Herauspräparieren eines abstrahierten Weltbegriffs
b) die Ausdifferenzierung einer rein ethischen Einstellung, in der der Handelnde Normen befolgen und kritisieren kann
c) die Ausbildung eines zugleich universalistischen und individualistischen Personenbegriffs mit den Korrelaten des Gewissens, der moralischen Zurechnungsfähigkeit, der Autonomie, der Schuld usw.
>Normen, >Geltungsansprüche, >Ethik, >Abstraktion, >Welt.
Die pietätvolle Bindung an traditionell verbürgte konkrete Lebensordnungen kann damit zugunsten einer freien Orientierung an allgemeinen Prinzipien überwunden werden.
>Prinzipien, >Tradition, >Kulturelle Überlieferung.
Habermas III 295
Kognitive Dimension: Hier geht die Entzauberung von Dingen und Ereignissen mit einer Entmythologisierung der Erkenntnis des Seienden einher. Umso mehr kann der Einzelnen wiederum seine lebensweltlichen Beziehungen systematisieren, diesmal unter den abstrakten Gesichtspunkten einer kosmologisch-metaphysischen Ordnung, deren Gesetzen alle Phänomene ausnahmslos unterliegen. Das bedeutet a) das Herauspräparieren eines formalen Weltbegriffs für das (1)
b) die Ausdifferenzierung einer (von der Praxis abgehobenen) rein theoretischen Einstellung,
c) die Ausbildung eines epistemischen Ich überhaupt, das sich, frei von Affekten, lebensweltlichen Interessen, Vorurteilen usw., der Anschauung des Seienden hinzugeben vermag.(2)
>Ich, >Rationalität, >Rationalisierung.
Habermas III 296
HabermasVsWeber: Weber hat die kognitiven Strukturen, die sich auf den eigensinnigen Rationalisierungspfaden der religiösen und metaphysischen Weltbilder herauskristallisieren, an keiner Stelle ausführlicher analysiert. Deshalb wird auch nicht hinreichend klar, dass zwischen den Resultaten der Weltbildrationalisierung und jenem Weltverständnis, das in einem spezifischen Sinne „modern“ ist, noch ein weiterer Schritt liegt. >Moderne, >Weltbilder.
Habermas III 297
Moderne/Habermas: Die Moderne kennt weder in der Ethik noch in der Wissenschaft Reservate, die von der kritischen Kraft hypothetischen Denkens ausgenommen wären. Vorher bedarf es aber zunächst einer Generalisierung des Lernniveaus, das mit der Begrifflichkeit der religiös-metaphysischen Weltbilder erreicht worden ist. >Generalisierung, >Kritik.

1. A Koyré, Von der geschlossenen Welt zum unendlichen Universum, Frankfurt 1969.
2. H. Blumenberg, Säkularisierung und Selbstbehauptung, Frankfurt 1974.

Weber I
M. Weber
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Erkenntnistheorie Putnam III 87
Interesse/Erkenntnis/Putnam: Erkenntnis ist interessegeleitet (ChomskyVs). Aber
VsChomsky: Das heißt nicht, dass es uns freisteht, unsere Interessen zu wählen oder dass Interessen nicht kritisierbar wären. Auch Vernünftigkeit ist von den Umständen abhängig. Die Behauptung, ein Begriff sei interessenrelativ heißt nicht, dass alle Interessen gleich vernünftig wären. >Interesse.
---
I (g) 200
Kripke/Putnam: Kripke nimmt an, dass wir etwas wie "intellektuelle Anschauung" haben. PutnamVsKripke: Was soll einer "transzendentalen Entsprechung" korrespondieren?

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Erkenntnistheorie Vollmer I XX
Evolutionäre Erkenntnistheorie/EE/Vollmer: Konrad Lorenz ist der Vater der Evolutionären Erkenntnistheorie. Vorläufer: Donald Campbell, Karl Popper. Zwei Bedeutungen: Popper: wissenschaftstheoretisch: Evolution der Erkenntnis (Interaktionistisch, VsIdentitätstheorie)
>K. Popper.
Lorenz: Evolution der Erkenntnisfähigkeit. (Identitätstheorie).
>K. Lorenz.
I 16
Erkenntnis/Geschichte/Qualität/primäre/sekundäre/Vollmer: mit wachsendem Fortschritt wurden mehr und mehr Eigenschaften als subjektiv erkannt. - So galt Locke noch Undurchdringlichkeit als primäre Qualität - heute wird nicht einmal mehr Ausdehnung als primäre Qualität angesehen. >Qualitäten, >Primäre Qualitäten, >Sekundäre Qualitäten, >Eigenschaften, >J. Locke.
I 59
Erkenntnis: Erkenntnis ist keine "Spiegelung" der äußeren Welt - aber auch nicht rein algorithmisch - dagegen verkörperte Information für Lorenz: Bsp Pferdehuf: ein "Abbild" des Steppenbodens; - Bsp Flosse "Abbild" des Wassers. VollmerVsLorenz: Das ist eine irreführende Terminologie.
>Vergleiche, >Vergleichbarkeit, >Analogien.
Lösung: Beschaffenheit des Hufs weist auf Beschaffenheit des Bodens hin.
>Evolution, vgl. >Koevolution.
I 73
Erkenntnis/Vollmer: ihre dritte Ebene, die wissenschaftliche Erkenntnis ist nicht genetisch bestimmt. - Es gibt keine "biologischen Wurzeln" der Relativitätstheorie. - Wir sind lediglich der Widerspruchsfreiheit verpflichtet. - Ansonsten sind wir beim Bilden von Hypothesen frei.
I 173
Erkenntnistheorie/Tradition/VollmerVsKant: Warum haben wir gerade diese Anschauungsformen und Kategorien? - Wie entstehen sie? - Warum sind wir gerade an diese apriorischen Urteile gebunden und nicht an andere? >Objektivität, >Kategorisierung, >Klassifikation, >a priori, >Urteile, >Widerspruchsfreiheit.
I 294
Def Erkenntnis: (1983(1),30): Eine adäquate Rekonstruktion und Identifikation äußerer Strukturen im Subjekt a) ein internes Abbild konstruieren,
b) das Modell mit gespeicherten Engrammen vergleichen,
c) feststellen, wieweit der Gegenstand mit bereits Bekanntem übereinstimmt.
Dafür ist Gedächtnis erforderlich. -
>Gedächtnis.
Rekonstruktion ist also nicht Widerspiegelung - unser Erkenntnisbegriff ist enger als jeder Informationsbegriff.
Erkenntnis/Stegmüller: dreistellige Relation: S erkennt O als A.
I 296
Erkennen/Kutschera: Der Schritt vom Nichtwissen zum Wissen. Wissen/Kutschera: Wissen ist nur als wahre Überzeugung zu explizieren - weder Wahrheit noch Subjektivität ist dabei steigerbar.
>Wahrheit, >Subjektivität, >Wissen.
I 310
Erkenntnistheorie/Vollmer: Aufgaben: - Explikation von Begriffen - Untersuchung unserer kognitiven Fähigkeiten - Vergleich verschiedener kognitiver Systeme - Unterscheidung subjektiver und objektiver Strukturen, deskriptiver und normativer Aussagen, faktischer und konventioneller Elemente. - Erhellung der Bedingungen für Erkenntnis - Aufweis von Erkenntnisgrenzen.
1.Gerhard Vollmer: Mesokosmos und objektive Erkenntnis. In: Konrad Lorenz, Franz M. Wuketis (Hrsg.): Die Evolution des Denkens. München 1983, S. 29–91.

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988
Erlebnisse Simmel Gadamer I 74
Erlebnis/Leben/Simmel/Gadamer: Prüft man (...) die genauere Bestimmung dessen, was (...) Leben heißt und was davon im Begriff des Erlebnisses wirksam ist, so zeigt sich: das Verhältnis von Leben und Erlebnis ist nicht das eines Allgemeinen zum Besonderen. Die durch seinen intentionalen Gehalt bestimmte Einheit des Erlebnisses steht vielmehr in einer unmittelbaren Beziehung zum Ganzen, zur Totalität des Lebens. >Durée/Bergson, >Erlebnis/Natorp.
Simmel/Gadamer: Es ist vor allem Georg Simmel gewesen, der den Begriff des Lebens als das „Hinausgreifen des Lebens über sich selbst“(1) in diesem Aspekt analysiert hat. Die Repräsentation des Ganzen im augenblicklichen Erlebnis geht offenbar weit über die Tatsache der Bestimmtheit desselben durch seinen Gegenstand
Gadamer I 75
hinaus. Jedes Erlebnis ist, mit Schleiermacher zu sprechen, »ein Moment des unendlichen Lebens«“(2). Georg Simmel, der den Aufstieg des Wortes zu einem Modewort nicht nur begleitet, sondern zum guten Teile mitverantwortet, sieht das Auszeichnende im Begriff des Erlebnisses geradezu darin, »daß das Objektive nicht nur, wie im Erkennen, zu Bild und Vorstellung, sondern zu Momenten des Lebensprozesses selbst wird«(3). Er weist einmal daraufhin, daß jedes Erlebnis etwas vom Abenteuer hat(4). Was aber ist ein Abenteuer? Gadamer: Das Abenteuer (...) wagt sich ins Ungewisse hinaus.

1. Georg Simmel, Lebensanschauung, 2. Aufl. 1922, S. 13; (Vgl. S. 247 ff.).
2. F. Schleiermacher, Über die Religion, Il. Abschnitt.
3. Georg Simmel, Brücke und Tür, ed. Landmann, 1957, S. 8.
4. Vgl. Simmel, Philosophische Kultur. Gesammelte Essays 1911, S. 11—28.

Simmel I
G. Simmel
Die Probleme der Geschichtsphilosophie: Eine erkenntnistheoretische Studie Boston 2002

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Formalismus Thiel Thiel I 20
Formalismus/Thiel: Vollzieht sozusagen die "linguistische Wende" in der Mathematik. Es wird jetzt gefragt, was der Gegenstand der Arbeit des Mathematikers sei. Regeln für Handlungen. Symbole werden durch andere ersetzt. Dabei fragt der Formalist nicht nach der "Bedeutung". Mathematik: Lehre von den Formalismen oder formalen Systemen.
>Formalismus/Bernays.
Neben dieser "kalkültheoretischen Variante" des Formalismus gibt es die "strukturtheoretische" Variante.
>David Hilbert.
Verschiedene formale System können als von genau demselben mathematischen Objektbereichen gültig gedeutet werden. Wir können dies deren "Beschreibung" durch die formalen Systeme nennen.
>Mathematische Entitäten.
Thiel I 279
Formalismus/Geometrie/Hilbert/Thiel: Hilbert hatte 1899 in seinen Grundlagen der Geometrie Termini wie Punkt, Gerade, Ebene, "zwischen" usw. verwendet, aber deren Sinn auf bis dahin ungewohnte Weise verstanden. Sie sollte nämlich nicht nur die Herleitung der üblichen Sätze ermöglichen, sondern in ihrer Gesamtheit überhaupt erst die Bedeutung der in ihnen verwendeten Termini festlegen. >Axiome/Hilbert.
I 280
Später nannte man dies "Definition durch Postulate", "implizite Definition" >Definition. Die Benennungen Punkt, Gerade usw. sollten allenfalls eine bequeme Hilfe für die mathematische Anschauung sein.
FregeVsHilbert: stellt im Briefwechsel klar, dass dessen Axiome nicht Aussagen sondern Aussageformen seien.
>Aussageform.
Er bestritt, dass durch deren Zusammenwirken den in ihnen auftretenden Begriffen eine Bedeutung verliehen werde. Definiert werde vielmehr ein (in Freges Terminologie) "Begriff zweiter Stufe", heute würde man auch sagen eine "Struktur".
HilbertVsFrege: Die Pointe des Hilbertschen Vorgehens ist gerade, dass die Bedeutung von "Punkt", "Gerade" usw. offengelassen wird.
Frege und Hilbert hätten sich darauf durchaus einigen können, taten es aber nicht.
Axiome/Frege/Thiel: Ein Axiom sollte eine im klassischen Sinne einfache, im Sinn völlig klare Aussage am Anfang eines Systems sein.
Axiome/Hilbert: Aussageformen, die zusammengefasst eine Disziplin definieren. Daraus hat sich die "schlampige" Redeweise entwickelt Bsp "Gerade" in der Kugelgeometrie sei eben ein Großkreis.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Geist/ Geistzustand Sellars I XXIV
Geist/Welt/Sellars: These: Physisches und Mentales stehen nicht in kausalem Verhältnis, sondern gehören verschiedenen Weltbildern an. Die Rahmen hängen durch ihre Struktur und nicht durch Inhalte zusammen. - Sinneseindrücke sind homogener als Weltbilder.
>Modelle/Sellars, >Weltbilder, >Weltanschauung, >Sinneseindrücke, >Welt/Denken, >Physisch/Psychisch.

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Geisteswissenschaften Dilthey Gadamer I 12
Geisteswissenschaften/Geschichtsschreibung/Dilthey/Gadamer: Auch Dilthey, in dem sich der Einfluss der naturwissenschaftlichen Methode und des Empirismus der Millschen Logik sehr viel stärker geltend macht, hält dennoch das romantisch-idealistische Erbe im Begriff des Geistes fest. Vgl. >Geschichtsschreibung/Droysen.
DiltheyVsEmpirismus: Dem englischen Empirismus hat er sich stets überlegen gefühlt, weil er in der lebendigen Anschauung dessen lebte, was die historische Schule gegenüber allem naturwissenschaftlichen und naturrechtlichen Denken auszeichnete. »Nur aus Deutschland kann das wirkliche empirische Verfahren an Stelle des vorurteilsvollen dogmatischen Empirismus kommen.
DiltheyVsMill: Mill ist dogmatisch aus Mangel historischer Bildung« — das ist eine Notiz, die Dilthey in sein Exemplar der Millschen Logik geschrieben hat(2). In der Tat ist die ganze, jahrzehntelange, mühevolle Arbeit, die Dilthey der Grundlegung der Geisteswissenschaften gewidmet hat, eine beständige Auseinandersetzung mit der logischen Forderung, die Mills berühmtes Schlusskapitel(2) für die Geisteswissenschaften aufgestellt hatte.
Methode/Dilthey/Gadamer: Gleichwohl hat sich Dilthey von dem Vorbild der Naturwissenschaften
zutiefst bestimmen lassen, auch wenn er gerade die methodische Selbständigkeit der Geisteswissenschaften rechtfertigen wollte. Für Dilthey gehört zur wissenschaftlichen Erkenntnis die Auflösung der Lebensbindung, die Gewinnung einer Distanz zur eigenen
Gadamer I 13
Geschichte, die allein ermöglicht, sie zum Objekte zu machen. >Methode/Dilthey.

1. W. Dilthey, Gesammelte Schriften Bd. V, S. LXXIV.
2. J. St. Mill, System der deduktiven und induktiven Logik, übertragen von Schiel, 1863, 6. Buch »Von der Logik der Geisteswissenschaften oder moralischen Wissenschaften«.


Wright I 19
Geisteswissenschaften/Humanities/W. Dilthey/Wright, G. H.: Dilthey verwendete für den gesamten Bereich der Methode des Verstehens die Bezeichnung Geisteswissenschaften. Der deutsche Begriff „Geisteswissenschaften“ stammt aus der Übersetzung des englischen „moral science“.

Dilth I
W. Dilthey
Gesammelte Schriften, Bd.1, Einleitung in die Geisteswissenschaften Göttingen 1990

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008
Gewalt Existentialismus Brocker I 327
Sinn/Camus: Camus verlängert den methodischen Zweifel Descartes’, der nicht nur an der Erkenntnis, sondern auch an der Sinnhaftigkeit der Welt zweifeln lässt: »Die Revolte keimt auf beim Anblick der Unvernunft, vor einem ungerechten und unverständlichen Leben«(1).
Brocker I 329
Der Sinn der Revolte ergibt sich für Camus gerade nicht aus einem von Revoltierenden propagierten Weltbild, aus einer Ideologie, sondern aus ihren Hoffnungen und Träumen angesichts einer ungerechten Welt.(2) >Weltanschauung, >Ungleichheit.

1. Albert Camus, L’Homme révolté, Paris 1951. Dt.: Albert Camus, Der Mensch in der Revolte. Essays, Reinbek 1969 (zuerst 1953), S. 13.
2. Ebenda S. 84.

Hans-Martin Schönherr-Mann, „Albert Camus, Der Mensch in der Revolte (1951)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Glück Thomas v. Aquin Höffe I 146
Glück/Thomas/Höffe: ThomasVsAristoteles: Während (...) die Ethik seines philosophischen Vorbilds metaphysik- und theologiefrei bleibt, greift Thomas Aristoteles’ Lehre vom göttlichen Beweger aus Buch Lambda (XII) der Metaphysik auf und erklärt, die vollkommene Erfüllung des Glücks sei erst im Jenseits möglich. >Ethik/Thomas, >Ethik/Aristoteles, >Metaphysik, >Theologie.
ThomasVsAugustinus. Anders als bei Augustinus’ Gottesstaat gilt das diesseitige Glück als realisierbar und
Höffe I 147
erstrebenswert, auch wenn es in der «glückverschaffenden» Anschauung Gottes (visio beatifica dei) noch überboten wird. >Gott/Thomas.

Aquin I
Thomas von Aquin
Über die Herrschaft des Fürsten Stuttgart 1971
Gründe Schopenhauer Korfmacher Schopenhauer zur Einführung Hamburg 1994
I 28
Satz vom zureichende Grund/Schopenhauer: vierfache Wurzel: den vier Klassen von Vorstellungen entsprechend. 1. empirisch: Kausalität, Grund des Werdens
2. Den Begriffen entsprechend: Grund des Erkennens, Begründung von Urteilen
3. Den apriorischen Anschauungsformen Raum und Zeit entsprechend: Lage, Folge in der Zeit, durch reine Sinnlichkeit, Grund des Seins
4. Gesetz der Motivation, das dem Subjekt des Wollens entspricht, Grund des Handelns.
>Vorstellung, >Begründung, >Rechtfertigung, >Letztbegründung, >Kausalität, >Veränderung, >Begriffe, >Erkennen, >Urteile, >a priori, >Anschauung, >Raum, >Zeit, >Sein, >Motivation, >Handlungen.
Historisches Bewusstsein Dilthey Gadamer I 233
Historisches Bewusstsein/Dilthey/Gadamer: Gibt es auch für Dilthey einen absoluten Geist? (...) [also] eine völlige Selbstdurchsichtigkeit, völlige Tilgung aller Fremdheit (...)? Für Dilthey ist es keine Frage, dass es das gibt und dass es das geschichtliche Bewusstsein ist, das diesem Ideal entspricht, und nicht die spekulative Philosophie. Es sieht alle Erscheinungen der menschlich-geschichtlichen Welt nur als Gegenstände, an denen der Geist sich selbst tiefer erkennt. Sofern es sie als Objektivationen des Geistes versteht, übersetzt es sie zurück »in die geistige Lebendigkeit, aus der sie hervorgegangen sind«(1). Die Gestaltungen des objektiven Geistes sind für das historische Bewusstsein also Gegenstände der Selbsterkenntnis dieses Geistes. Das historische Bewusstsein breitet sich ins Universelle aus, sofern es alle Gegebenheiten der Geschichte als Äußerung des Lebens versteht, dem sie entstammen; »Leben erfasst hier Leben«(2). Insofern wird die gesamte Überlieferung für das historische Bewusstsein zur Selbstbegegnung des menschlichen Geistes. Es zieht damit an sich, was den besonderen Schöpfungen von Kunst, Religion und Philosophie vorbehalten schien. Nicht im spekulativen Wissen des Begriffs, sondern im historischen Bewusstsein vollendet sich das Wissen des Geistes von sich
Gadamer I 234
selbst. Es gewahrt in allem geschichtlichen Geist. Selbst die Philosophie gilt nur als Ausdruck des Lebens. Sofern sie sich dessen bewusst ist, gibt sie damit ihren alten Anspruch auf, Erkenntnis durch Begriffe zu sein. Sie wird Philosophie der Philosophie, eine philosophische Begründung dessen, dass es im Leben Philosophie - neben der Wissenschaft - gibt. Dilthey hat in seinen letzten Arbeiten eine solche Philosophie der Philosophie entworfen, in der er die Typen der Weltanschauung auf die Mehrseitigkeit des Lebens zurückführte, das sich in ihnen auslegt(3). Dilthey selbst hat darauf hingewiesen, dass wir nur geschichtlich erkennen, weil wir selber geschichtlich sind. Das sollte eine erkenntnistheoretische Erleichterung sein.
Gadamer I 235
GadamerVsDilthey: Aber kann es das sein? Ist Vicos oft genannte Formel denn überhaupt richtig? Überträgt sie nicht eine Erfahrung des menschlichen Kunstgeistes auf die geschichtliche Welt, in der man von „Machen“ d. h. von Planen und Ausführen angesichts des Laufs der Dinge überhaupt nicht reden kann? Wo soll hier die erkenntnistheoretische Erleichterung herkommen? Ist es nicht in Wahrheit eine Erschwerung? Muss nicht die geschichtliche Bedingtheit des Bewusstseins eine unüberwindliche Schranke dafür darstellen, dass es sich in geschichtlichem Wissen vollendet? Hegel/Gadamer: Hegel mochte durch die Aufhebung der Geschichte im absoluten Wissen diese Schranke überwunden meinen. Aber wenn das Leben die unerschöpflich-schöpferische Realität ist, als die es Dilthey denkt, muss dann nicht die beständige Wandlung des Bedeutungszusammenhanges der Geschichte ein Wissen, das Objektivität erreicht, ausschließen? Ist also das geschichtliche Bewusstsein am Ende ein utopisches Ideal und enthält einen Widerspruch in sich? >Verstehen/Dilthey, >Bewusstsein/Dilthey.
Gadamer I 238
Was ist die Auszeichnung des historischen Bewusstseins (...) dass seine eigene Bedingtheit den grundsätzlichen Anspruch objektiver Erkenntnis nicht aufheben soll?
Wissen/Absolutes Wissen: Seine Auszeichnung kann nicht darin bestehen, dass es wirklich im Sinne Hegels „absolutes Wissen« wäre, das heißt, in einem gegenwärtigen Selbstbewusstsein das Ganze des Gewordenseins des Geistes vereinigte.
Wahrheit: Der Anspruch des philosophischen Bewusstseins, die ganze Wahrheit der Geschichte des Geistes in sich zu enthalten, wird von der historischen Weltansicht ja gerade bestritten. Das ist vielmehr der Grund, weshalb es der geschichtlichen Erfahrung bedarf, dass das menschliche Bewusstsein kein unendlicher Intellekt ist, für den alles gleich-zeitig und gleich gegenwärtig ist. Absolute Identität von Bewusstsein und Gegenstand ist dem endlich-geschichtlichen Bewusstsein prinzipiell unerreichbar.
Gadamer I 239
Dilthey/Gadamer: [man kann seine Sicht so zusammenfassen]: Historisches Bewusstsein ist nicht so sehr Selbstauslöschung ((s) wie bei Hegel) als ein gesteigerter Besitz seiner selbst, der es gegenüber allen anderen Gestalten des Geistes auszeichnet. Es legt nicht mehr die Maße seines eigenen Lebensverständnissses an die Überlieferung, in der es steht, einfach an und bildet so in
naiver Aneignung der Überlieferung die Tradition weiter. Es weiß sich vielmehr zu sich selbst und zu der Tradition, in der es steht, in einem reflektierten Verhältnis. Es versteht sich selber aus seiner Geschichte. Historisches Bewusstsein ist eine Weise der Selbsterkenntnis. >Leben/Dilthey.


1. Ges. Schr. Vll V, 265
2. Ges. Schr. Vll VII, 136
3. Ges. Schriften V, 339ff u. Vlll.

Dilth I
W. Dilthey
Gesammelte Schriften, Bd.1, Einleitung in die Geisteswissenschaften Göttingen 1990

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Ideen Schopenhauer Korfmacher Schopenhauer zur Einführung Hamburg 1994
I 55
Ideen/Schopenhauer: Ideen sind nicht dem Satz vom Grund unterworfen. - Sie sind nur durch ästhetische Anschauung zu erkennen - = Sich-Verlieren an den Gegenstand. >Ästhetische Erfahrung, >Ästhetische Wahrnehmung, >Gründe/Schopenhauer.
I 77
Idee/Schopenhauer: Mittelglied zwischen dem Ansich und Vielheit der Einzeldinge der Vorstellungswelt. - Als Objekte für ein Subjekt sind die Ideen selbst vorstellungsbedingt, als Objektivierungen des Willens bedingen sie selbst die Vorstellung. >Vorstellung, >Wille.
Als unmittelbare Objektivierung haben sie mehr Realität als die Dinge der Erscheinungswelt.
>Objektivität, >Erscheinung, >Schein, >Realität, >Welt.
I 79
Idee: Die Idee ist frei von Kausalität - nicht Wirkung des Willens, sondern seine Erscheinung. Vgl. >Kausalität.
I 80
Oberste Idee: der Mensch. >Menschen.
I 84
Idee/SchopenhauerVsPlaton: Weil Schopenhauer den Willen mit Kants Ding an sich gleichsetzt, können die Ideen in seinem System nicht den höchsten metaphysischen Rang einnehmen, den sie bei Platon innehaben.
>Ideen/Platon.
Schopenhauer wie Platon: Die vergänglichen Dinge sind nur durch Teilhabe an den Ideen, daher haben sie einen geringeren Grad von Wirklichkeit als diese. >Teilhabe.
Ideen/Platon: Gleichheit, Größe, Einheit, Ähnlichkeit - (= erkenntnistheoretische Kategorien).
>Kategorien, >Erkenntnistheorie.
Ideologie Freeden Gaus I 6
Ideologie/Freeden: [für Marx und Engels(1)] (...) war die abstrakte Philosophie nichts anderes als Ideologie, weil beide die umgekehrte mentale Reflexion einer verzerrten und entfremdeten Realität waren. Heute: ist es anders. Ideologien werden sinnvollerweise nicht als defekte Philosophien begriffen, sondern als allgegenwärtige und gemusterte Formen des Denkens über Politik. Sie sind Cluster von Ideen, Überzeugungen, Meinungen, Werten und Einstellungen, die in der Regel von identifizierbaren Gruppen vertreten werden und die Handlungsanweisungen, ja sogar Pläne für die öffentliche Politikgestaltung in dem Bemühen liefern, die sozialen und politischen Arrangements eines Staates oder einer anderen politischen Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, zu rechtfertigen, zu verändern oder zu kritisieren. Dies sagt uns etwas über ihre Funktionen und über die notwendigen Dienste, die sie für eine solche Gemeinschaft leisten.
Zunächst einmal ist es unvorstellbar, sich eine Gesellschaft vorzustellen, die sich nicht auf solche Denkmuster einlässt, die keine unterscheidbaren und wiederkehrenden Denkweisen hat, z.B. darüber, wer in dieser Gesellschaft belohnt werden sollte und wofür oder über die Grenzen der Ausübung politischer Macht, über den Wert nationaler Symbole oder über ihre Erwartungen an die Regierung.
Freeden: Ideologien, lassen Sie es mich betonen, sind im gesamten Bereich des Denkens über politische Ziele und Prinzipien evident, und praktisch alle Mitglieder einer Gesellschaft haben politische Ansichten und Werte, die sie fördern und verteidigen.
Analytische Philosophie: Im Gegensatz dazu verortet sich die analytische politische Philosophie an einem bestimmten Ende jedes dieser Spektren.
Sprache: Ideologien (...) wetteifern (...) absichtlich oder unabsichtlich um die Kontrolle der politischen Sprache, mit deren Hilfe sie versuchen, die politische Macht auszuüben, die zur Verwirklichung ihrer Funktionen notwendig ist. Letztlich zielen sie darauf ab, die im Wesentlichen umstrittenen Bedeutungen der wichtigsten politischen Begriffe genau zu definieren. Während also ein politischer Philosoph wie Rawls behauptet, dass viele schwierige Entscheidungen keine klare Antwort zu haben scheinen (1993: 57)(2), legt die Morphologie
Gaus I 7
von Begriffen nahe, dass sie im Gegenteil viele klare Antworten haben könnten. Soziale Gruppen/ideologische Familien: (...) geben ihren Anhängern eine soziale und politische Identität und fungieren als einer der Hauptfaktoren bei der Verwirklichung politischer Ziele.
1) (...) Es gibt keine notwendige Konfiguration von Ideologien in diesen Formen; sie können durchaus das Produkt kontingenter historischer Kräfte sein, die im Laufe der Zeit auftauchen und verschwinden. Andererseits können einige der Ideologiefamilien grundlegende menschliche Auffassungen von der Gesellschaftsordnung und ihrer Beziehung zu menschlichen Trieben und Hoffnungen widerspiegeln.
2) (...) jede dieser Ideologien ist Schauplatz loser und fließender Positionen. Es gibt nichts Offensichtliches, das als Sozialismus bezeichnet werden könnte, aber es gibt sicherlich Sozialismen: Marxistische, evolutionäre oder Zunft-Sozialismen sind Beispiele dafür.
3) (...) Ideologien schließen sich nicht gegenseitig aus.
4) (...) eine Fragmentierung der Ideologien hat die großen Familien begleitet und sich in den letzten Jahrzehnten verstärkt. Neben den vollständigen Ideologien mit ihren totalen, wenn nicht gar totalitären Lösungen für soziale Fragen gibt es dünne Ideologien, die sich mit Bereichen ideologischer Auseinandersetzungen befassen, ansonsten aber auf andere Ideologien zurückgreifen, um die Lücken zu füllen, mit denen sie sich nicht in erster Linie befassen. Nationalismus ist ein solcher Fall, der keine substantielle Theorie der Verteilungsgerechtigkeit enthält (...).
Gaus I 8
Politische Theorie: Die sorgfältige und kritische Untersuchung von Ideologien ist der einzige Analysebereich, in dem politische Ideen als direkter Zweig des Politikstudiums und nicht als Philosophie oder Geschichte angemessen berücksichtigt werden können. Nur dann können Fragen wie die folgenden behandelt werden: Was sind die sozialen und politischen Funktionen politischer Ideen; (...). Methode: All diese Fragen können nur dann gestellt werden, wenn wir auch Unmoral, Inkonsequenz und schlechte Argumente als geeigneten Gegenstand für die Analyse im Bereich der politischen Praxis betrachten. >Macht/Freeden.
Gaus I 10
Sprache: Die vergleichende Untersuchung von Ideologien muss sich mit [den] Problemen der Übersetzung befassen, wenn Unterschiede oft durch scheinbare Ähnlichkeiten der Sprache verschleiert werden, während Ähnlichkeiten durch unterschiedliche Ausdrucksformen verschleiert werden.
Gaus I 11
(...) Ideologien richten sich nicht nur an Gruppen, sie sind immer Gruppenprodukte. Wie in Karl Mannheims berühmtem (1936)(3) Bericht sind Ideologien Weltanschauungen von Menschen, die ein gemeinsames Weltverständnis teilen, vielleicht aufgrund gemeinsamer sozioökonomischer Wurzeln oder weil sie sich eine bestimmte Reihe kultureller Werte angeeignet haben.
1. Marx, K. and F. Engels 1974. The German Ideology, ed. C. J. Arthur. London: Lawrence and Wishart. S.47
2. Rawls, J. 1993. Political Liberalism. New York: Columbia University Press. S. 57
3. Mannheim, K. 1936. Ideology and Utopia. London: Routledge and Kegan Paul.


Freeden, M. 2004. „Ideology, Political Theory and Political Philosophy“. In: Gaus, Gerald F. 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Imitation Veblen Krastev I 8
Imitation/Veblen/Krastev: (...) Wir sollten die Imitation von Mitteln von der Imitation von Zielen trennen. Ersteres nennen wir eher Leihen als Imitation. Eine klassische Formulierung dieser Unterscheidung wurde von dem großen Wirtschaftssoziologen Thorstein Veblen formuliert, der zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts schrieb, dass die Japaner "die industriellen Künste" des Westens entlehnt hätten, nicht aber die "spirituelle Weltanschauung" des Westens oder seine "Verhaltensprinzipien und ethischen Werte"(1).
1. Thorstein Veblen, ‘The Opportunity of Japan’, Journal of Race Development 6:1 (July 1915), S. 23–38.

Krastev I
Ivan Krastev
Stephen Holmes
The Light that Failed: A Reckoning London 2019
Individualismus Kelsen Brocker I 139
Individualismus/KelsenVsIndividualismus/Kelsen: Kelsens Kritik am Individualismus ist erstaunlich. In Wesen und Wert (1) geht Kelsen von der Annahme einer Transformation der individuellen zur kollektiven Freiheit des Individuums aus. >Freiheit/Kelsen. KelsenVsLiberalismus: in Äußerungen vor dem Ersten Weltkrieg bescheinigt er dem zeitgenössischen Liberalismus eine apolitische Grundhaltungen erklärt dies mit dessen Individualismus.(2) Für Kelsen gehört der Wirtschaftliche Liberalismus nicht notwendig zur Demokratie.
>Demokratie, >Liberalismus.

1. Hans Kelsen, »Vom Wesen und Wert der Demokratie«, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik 47, 1920/1921, 50-85 (Separatdruck: Tübingen 1920). Erweiterte Fassung: Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie, Tübingen 1929 (seitenidentischer Nachdruck:Aalen 1981).
2. Hans Kelsen »Politische Weltanschauung und Erziehung«, in: Annalen für soziale Politik und Gesetzgebung 2, 1913, S. 7

Marcus Llanque, „Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Induktion Poincaré Waismann I 70
Induktion/Brouwer/Poincaré/Waismann: Die Leistung der Induktion: sie ist nicht ein Schluss, der ins Unendliche trägt. Der Satz a+b = b+a ist nicht eine Abkürzung für unendlich viele einzelne Gleichungen, sowenig wie 0,333... eine Abkürzung ist und der induktive Beweis nicht die Abkürzung für unendlich viele Syllogismen (VsPoincaré).
Tatsächlich beginnen wir mit der Aufstellung der Formeln

a+b = b+a
a+(b+c) = (a+b)+c

einen ganz neuen Kalkül, der aus den Berechnungen der Arithmetik auf keine Weise abgeleitet werden kann.
>Kalkül, >Unendlichkeit, >Abkürzungen, >Gleichungen.
Aber:

Prinzip/Induktion/Kalkül/Definition/Poincaré/Waismann: …das ist das Richtige an Poincarés Behauptung, das Prinzip der Induktion sei nicht logisch zu beweisen.
>Beweise, >Beweisbarkeit.
VsPoincaré: Aber er stellt nicht, wie er meinte, ein synthetisches Urteil a priori dar, es ist überhaupt keine Wahrheit, sondern eine Festsetzung: Wenn die Formel f(x) für x=1 gilt und f(c+1) aus f(c) folgt, so sagen wir, es sei "die Formel f(x) für alle natürlichen Zahlen bewiesen".


A. d'Abro Die Kontroversen über das Wesen der Mathematik 1939 in Kursbuch 8 Mathematik 1967
46
Induktion/PoincaréVsHilbert: In einigen seiner Demonstrationen wird das Induktionsprinzip gebraucht, und behauptet, diese Prinzip sei der Ausdruck einer außerlogischen Anschauung des menschlichen Geistes. Poincaré schließt daraus, dass die Geometrie nicht auf rein logische Weise von einer Gruppe von Postulaten abgeleitet werden kann.
>Geometrie, >Postulate, >Ableitung, >Ableitbarkeit.
46
Induktion wird in der Mathematik fortwährend angewendet, u.a. auch bei Euklids Beweis der Unendlichkeit der Primzahlen.
>Euklid, >Primzahlen.
Induktionsprinzip/Poincaré: Das Induktionsprinzip kann kein Gesetz der Logik sein, denn es ist durchaus möglich, eine Mathematik zu konstruieren, in der das Induktionsprinzip geleugnet wird. Auch Hilbert führt es unter seinen Postulaten nicht auf, er scheint also auch der Meinung zu sein, dass es kein reines Postulat ist.

Waismann I
F. Waismann
Einführung in das mathematische Denken Darmstadt 1996

Waismann II
F. Waismann
Logik, Sprache, Philosophie Stuttgart 1976
Inhalt McDowell I 27
Inhalt/McDowell: Es gibt einen nichtbegrifflichen repräsentationalen Inhalt. Inhalt/Kant: Gedanken ohne Inhalt sind leer.
Begriff/Kant: Anschauungen ohne Begriffe sind blind.
I 157 ff
Inhalt/McDowell: Es gibt einen nichtbegrifflichen repräsentationalen Inhalt (ob wir damit einverstanden sind, oder nicht). >Repräsentation/McDowell.
I 34
Inhalt/McDowell: Inhalt ist nicht etwas, was man sich selbst zusammenfügt. Die begrifflichen Fähigkeiten waren bereits am Werk, ehe man eine Wahl hat. >Spontaneität/McDowell, >Erfahrung/McDowell.
Inhalt/Bedeutung/Quine/McDowell: daher ist "empirische Bedeutung" nicht dasselbe wie Inhalt. Wenn man Inhalt als die Einstellung bezeichnet, wie die Dinge der empirischen Welt sind. (Quine: "begriffliche Souveränität").
Inhalt/Quine: Ergebnis der frei handelnden und nicht durch das Material der der Rezeptivität kontrollierten Spontaneität.

Rorty VI 216
"Inhalt"/McDowell/Rorty: Die Prüfung gewisser Wörter erweist, dass sie gar keinen empirischen Inhalt haben: Bsp "Hexe", "Phlogiston", "boche" (als französischer Ausdruck für Deutsche). Dies seien Scheinbegriffe. Je mehr wir über die Welt in Erfahrung bringen, desto größer wird die Zahl unserer echten Begriffe. >Begriff/McDowell, vgl. >Konservativität.

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Kategorien Kant I 91
Kategorien/Kant: "Begriffe von Begriffen" - Diese Prinzipien sind die Grundsätze der vorauszusetzenden allgemeinen Beschaffenheit eines möglichen Gegenstandes sinnlicher Anschauung - in einem Urteil wird ein Subjekt in vierfacher Hinsicht bestimmt: Qualität, Quantität, Relation, Modalität. >Qualität/Kant, >Quantität, >Relation, >Modalität.

Strawson V 71
Kategorien/StrawsonVsKant: können nicht aus dem Begriff des objektiven Urteils abgeleitet werden.
V 98
Kategorien/StrawsonVsKant: dieser leitet sie als Liste aus den Formen des Urteils ab - sie sollen nicht-sinnliche Bedeutung haben. StrawsonVs: Dem können wir nicht trauen, wie wir auch der Synthesis nicht trauen.
>Synthesis/Kant.

Vollmer I 25
Kategorien/Kant/Vollmer: heute glaubt man nicht mehr, dass seine Kategorien notwendig sind.
Bubner I 106
Kategorien/Urteile/Kant: Kategorien machen Erkenntnisse überhaupt erst möglich, während wirkliche Erkenntnis von der Zufälligkeit der Erfahrung abhängt.
Adorno XIII 67
Kategorien/Kant/Adorno: Kant bezeichnet seine Kategorien sämtlich als Funktionen.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Kategorisierung Nikolaus von Cues Gadamer I 441
Kategorisierung/Gattung/Art/Ordnung/Nikolaus von Kues/Cusanus/Gadamer: (...) [die] Sprachtheorie [des Cusaners] setzt voraus, dass (...) die Sachen (formae) denen die Worte beigelegt werden, keiner vorgegebenen Ordnung von Urbildern angehören, an die sich die menschliche Erkenntnis mehr und mehr annähert, sondern dass diese Ordnung aus den Gegebenheiten der Dinge durch Unterscheidung und Zusammenfassung erst gebildet wird. >Erkenntnis/Cusanus.
Insofern ist die nominalistische Wendung in das Denken des Cusaners eingegangen. Sind die Gattungen und Arten (genera et species) dergestalt selber intelligibles Sein (entia rationis), dann lässt sich begreifen, dass die Worte mit der sachlichen Anschauung, der sie Ausdruck geben, in Übereinstimmung
Gadamer I 442
sein können, auch wenn in verschiedenen Sprachen verschiedene Worte gebraucht werden. >Wort Gottes/Cusanus.
Denn dann handelt es sich eben nicht nur um Variationen des Ausdrucks, sondern um Variationen der Sachanschauung und der ihr folgenden Begriffsbildung, mithin um eine wesenhafte Ungenauigkeit, die nicht ausschließt, dass in allen gleichwohl ein Rückschein der Sache selbst
(der forma) gelegen ist. Solche wesenhafte Ungenauigkeit kann offenbar nur überwunden werden wenn sich der Geist zum Unendlichen erhebt.
>Erkenntnis/Cusanus.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Kennzeichnungen Quine I 320
Elimination von singulären Kennzeichnungen: keine Wahrheitswertlücken mehr, sondern jetzt sind alle Aussagen, die sie enthalten, falsch: "..y.. und ausschließlich y" statt "y=(ix)(..x..)" wenn auf nichts zutreffend. >Wahrheitswertlücken.
I 328f
Kennzeichnungen wiederbelebt: sie sind jetzt in allen Positionen möglich. - Sokrates ist dann wieder als singulärer Term definierbar. Zitate: Namen von sprachlichen Gebilden - sie bringen die nichtbezeichnenden Vorkommnisse der entsprechenden Termini zum Verschwinden.
II 75 ff
Russell/Theorie der Kennzeichnungen: Termini werden nicht durch Äquivalenz, sondern durch Paraphrase definiert - Bezugnahme ist nur simuliert, nicht festgelegt. >Referenz, >Äquivalenz, >Definition.

VII (i) 167
Kennzeichnungen/Quine: sind singuläre Termini.
III 279
Kennzeichnung/Synonymie/Quine : ob eine Kennzeichnungsprämisse überhaupt zur Verfügung steht, hängt von einer angemessenen Übersetzung ab, und diese wiederum von dem vagen Begriff der Synonymie. Was für uns synonym ist, hängt davon ab, was man in seiner individuellen Lerngeschichte zuerst kennengelernt hat. Lösung/Quine: wir trennen die Logik von der Empirie ab, indem wir die Priorität der Prädikate betonen: wir bestehen darauf, dass das, was wir durch Anschauung lernen, niemals Bezeichnungen, sondern nur Prädikate sind. ((s) Diese gebrauchen wir dann in den Kennzeichnungen als Bausteine.)
III 280
Prädikat/Quine: (statt Kennzeichnung) soll dann nur auf dieses (gezeigte) Objekt zutreffen. Dann erklären wir „(ix)Fx“ als die eigentliche Bezeichnung, wobei „F“ für dieses Grundprädikat steht. Das betrifft gar nicht die Erkenntnistheorie. Kennzeichnung/sing Term/Quine: dann hindert uns nichts mehr, alle singulären Termini als Kennzeichnungen anzusehen! Dann brauchen wir, wenn Bsp „Der Autor von Waverley“ gegeben ist, uns nicht damit aufzuhalten, das richtige „F“ für die Übersetzung in die Kennzeichnung „(ix)Fx“ zu suchen. Wir lassen folgendes zu: „(ix)(x ist Zerberus)“ (>Einhorn als >Kennzeichnung). Jede weniger stümperhafte Übersetzung würde sich davon höchstens in der Deutlichkeit, nicht aber in der Bedeutung unterscheiden.
Singuläre Termini/Quine: alle als Kennzeichnungen zu behandeln, bringt den Vorteil,
III 281
einen Unterschied zu nicht kennzeichnenden singulären Termini zu ersparen. Der Streit über Kennzeichnungen wird zu einem über Prädikate.
III 293
Kennzeichnung/Gleichheitszeichen/Quine: wenn wir das Gleichheitszeichen haben, können wir uns den Luxus leisten, Kennzeichnungen einzuführen, ohne sie als primitive Grundbegriffe rechnen zu müssen. Denn mit dem Gleichheitszeichen können wir eine Kennzeichnung aus jedem Satz eliminieren. >Gleichheitszeichen/Quine.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Komplex/Komplexität Wittgenstein Tugendhat I 163
Komplex/Wittgenstein: Bsp Kein Komplex: Einr roter Kreis als Komplex aus Röte und Kreisförmigkeit.
Hintikka I 53
Mittlere Periode/Wittgenstein/Hintikka: Relationen und Eigenschaften zu den Gegenständen gerechnet. Philosophische Grammatik: "Dies ist die Wurzel des schlechten Ausdrucks: die Tatsache sei ein Komplex von Gegenständen. Bsp "Es wird hier, dass ein Mensch krank ist, verglichen mit der Zusammenstellung zweier Dinge."
Hintikka: Eine so weitgehende Änderung der Auffassung ist so unwahrscheinlich, dass man davon ausgehen sollte, dass im Tractatus die Gleichsetzung von "Gegenständen " mit Individuen oder Einzeldingen abgelehnt wird.
I 68
Tractatus: Verzichtet auf alle im Sinne unabhängiger Entitäten aufgefassten komplexen logischen Formen, Es bleibt nichts übrig als die Formen der Gegenstände (keine komplexen logischen Sätzen entsprechende Formen). >Gegenstände, >Sätze, >Abbildung, >Darstellung.
I 68
Ding/komplexer Gegenstand/Terminologie/Wittgenstein: ein komplexer Gegenstand ist eben ein Ding die komplexen Gegenstände kennen wir aus der Anschauung und wissen aus der Anschauung, dass sie komplex sind.
I 138 ff
Frege/Logik/Satz/Hintikka: Im Tractatus gibt es einen Bruch mit der Fregeschen Tradition: Die Logik Freges gilt als Theorie der komplexen Sätze. (WittgensteinVsFrege). Wittgenstein untersucht die einfachsten Bestandteile der Welt und ihrer sprachlichen Stellvertreter.
I 148 ff
Wahrheitsfunktion/Tractatus/Hintikka: Hauptthese des Tractatus: (u.a.) "Der Satz ist eine Wahrheitsfunktion der Elementarsätze". >Wahrheitsfunktionen. Wittgenstein/Hintikka: Wittgenstein muss also nachweisen, dass wahrheitsfunktionale Operationen (zur Bildung komplexer Sätze aus Atomsätzen) keinen Einfluss haben auf den Bildcharakter. >Bilder, >Abbildung.

II 39
Komplexität/Wittgenstein: Dass einem allgemeinen Satz unendlich viele Spezialfälle zukommen macht ihn nicht komplexer, als wenn ihm nur drei oder vier Spezialfall entsprechen. Ein Satz mit vier Spezialfällen ist wohl komplexer als einer mit dreien, aber bei unendlich vielen Spezialfällen ist es eine Allgemeinheit von anderer logischer Art.
II 314
Einfach/Einfachheit/komplex/zusammengesetzt/Sinn/sinnlos/Wittgenstein: Angenommen, es würde gefragt, ob ein gezeichnetes Quadrat zusammengesetzt oder einfach sei, d.h. ob es aus Teilen bestehen oder nicht.
II 315
Bsp "Ist dieser gleichförmig weiße Gegenstand zusammengesetzt oder einfach?" Die Antwort lautet: "je nachdem."
III 139
Elementarsatz/Wittgenstein/Flor: Der Begriff des Elementarsatzes ist wichtig als absoluter Begriff: sonst Mehrdeutigkeit: was in einen Zusammenhang als einfacher Satz auftritt, könnte in einem anderen Zusammenhang komplex sein. Das hieße weiter, dass intensionale Zusammenhänge zwischen Sätzen nicht mehr ausgeschlossen werden könnten.
III 142
Es muss eine absolute Unterscheidung zwischen dem Einfachen und dem Komplexen geben.
IV 31
Komplex/Tractatus: 3.3442 das Zeichen des Komplexes löst sich auch bei der Analyse nicht willkürlich auf.
IV 86
Komplex/Tractatus: 5.5423 einen Komplex wahrnehmen heißt wahrnehmen, daß sich seine Bestandteile so und so zueinander verhalten. Das erklärt, warum man einen gezeichneten Würfel auf zweierlei Art als Würfel wahrnehmen kann.
Vexierbild: hier sehen wir wirklich zwei verschiedene Tatsachen.

VII 75
Komplex/Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus: nicht das komplexe Zeichen "aRb" sagt, dass a in Relation R zu b steht, sondern dass "a" in einer Relation zu "b" ((s) Anführungszeichen!) steht, sagt, dass aRb. (Hier keine Anführungszeichen!) (3.1432) - ((s) Auflösung des Zeichens in seine Bestandteile: die Relation auf der Zeichenebene sagt etwas aus über die Relation auf der Ebene der Wirklichkeit). >Atomismus, >Atomsatz.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Konsens Waldron Gaus I 91
Konsens/Absprache/Liberalismus/Waldron: Man kann die Idee eines sich "überschneidenden Konsenses" hervorheben - eine Vielzahl von Rechtfertigungspfaden von unterschiedlichen philosophischen Prämissen zu einem Plateau liberaler Prinzipien. (Dies ist die Ansicht von Rawls (...).) Ein anderer kann sich für einen Ansatz des "kleinsten gemeinsamen Nenners" entscheiden, bei dem rechtfertigende Prämissen betont werden, die von allen Mitgliedern einer pluralistischen Gesellschaft unabhängig von den Unterschieden in ihrer Ethik oder Weltanschauung angenommen werden können. Und die Formulierung "kann als akzeptiert vorausgesetzt werden" kann auf verschiedene Weise beschönigt werden, von der Idee allgemein zugänglicher Gründe und Argumentation bis hin zu einer ziemlich aggressiven Darstellung grundlegender menschlicher Interessen, wie die von Hobbes (1991)(1) entwickelte Überlebensstrategie. >Überlappender Konsens/Rawls, >Überlappender Konsens/Waldron.

1. Hobbes, Thomas (1991 [1651]) Leviathan, ed. Richard Tuck. Cambridge: Cambridge University Press.

Waldron, Jeremy 2004. „Liberalism, Political and Comprehensive“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Körper Barthes Röttger-Denker I 35
Körper/Barthes: bevorzugte Orte, wo der Körper sich schreibt: Haiku, Bunraku, auch die japanische Speisenfolge, welche die Kantische Anschauungsformen von Raum und Zeit aufhebt. Ebenso die »Kreisleriana« von Schumann. >Schrift.
I 35
Text/Körper: Geno-Text: der Text Körper: die Flecken, Ritzen, Spritzer auf den Bildern von Cy Twombly.
Röttger-Denker I 39
Körper/Barthes: nach seinen eigenen Worten wird der Körper immer wichtiger für ihn, er ist das »Man Wort«. Seine Begleiter: »Rauheit der Stimme«, »Geno-Text«, »signifiance«.
Röttger-Denker I 46
Körper/Barthes: Der Leib ist identisch mit dem selbst, jene Instanz, die über das Ich lacht. >Ich, >Selbst, >Selbst-Identifikation, >Selbebezüglichkeit.
Röttger-Denker I 48
Körper/Barthes: Stimme, Geno-Text Bsp Panzéras Bsp Phäno-Text: Dietrich Fischer Dieskau. Rauheit der Stimme: Geno-Gesang. »Die Rauheit ist der Körper in der singenden Stimme, in der schreibenden Hand, im aus führenden Körperteil«.
Signifikanz/Musik: Reibung der Musik mit etwas, was Sprache ist und nicht die Botschaft. Musik: Artikulation ist ein Feind der »Prononciation«. Die Stimme Panzéras bringt »die Wahrheit« der Sprache, nicht ihre Funktionalität zum Ausdruck. Raum der Lust.
Artikulation: Phäno-Gesang. Fischer Dieskau. Alles was im Dienste der Kommunikation, der Repräsentation, des Ausdrucks steht, das, was die kulturellen Werte formt. (»Subjektivität«).
>Subjektivität, >Objektivität.

Barthes I
R. Barthes
Mythologies: The Complete Edition, in a New Translation New York 2013
Kultur Deutsch Brockman I 116
Kultur/Evolution/Deutsch: Kultur besteht aus übertragbaren
Brockman I 117
Informationen - Memen - und die Evolution von Memen, wie die Genevolution, begünstigen tendenziell die High-Fidelity-Übertragung. Und die High-Fidelity-Übertragung von Memen bedeutet zwangsläufig die Unterdrückung von Fortschrittsversuchen.
Brockman I 119
[In unseren Anfängen] gab es nicht nur keine technologische Innovation oder theoretische Entdeckung, es gab ebenfalls keine neuen Weltanschauungen, Kunststile oder Interessen, die diese hätten inspirieren können. Als Individuen schließlich herangewachsen waren, waren sie in Wirklichkeit auf KIs (künstliche Intelligenzen) reduziert worden, programmiert mit den ausgesuchten Fähigkeiten, die benötigt werden, um diese statische Kultur zu beschließen und der nächsten Generation ihre Unfähigkeit, auch nur ein anderes Handeln in Betracht zu ziehen, aufzuerlegen. >Künstliche Intelligenz/Deutsch.

Deutsch, D. “Beyond Reward and Punishment” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Deutsch I
D. Deutsch
Die Physik der Welterkenntnis München 2000

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Kulturelle Unterschiede Acemoglu Acemoglu I 56
Kulturelle Unterschiede/Prosperität/Wirtschaft/Acemoglu/Robinson: Die weithin akzeptierte Theorie, die Kulturhypothese, setzt Wohlstand in Beziehung zur Kultur. Die Kulturhypothese hat, ebenso wie die Geographie-Hypothese, eine bedeutende Abstammung, die zumindest auf den großen deutschen Soziologen Max Weber zurückgeht, der argumentierte, dass die protestantische Reformation und die protestantische Ethik, die sie beflügelte, eine Schlüsselrolle für den Aufstieg der modernen Industriegesellschaft in Westeuropa spielten. Die Kulturhypothese stützt sich nicht mehr nur auf die Religion, sondern betont auch andere Arten von Überzeugungen, Werten und Ethik. >Protestantische Ethik.
Acemoglu I 57
Ist die Kulturhypothese nützlich, um die Ungleichheit in der Welt zu verstehen? Ja und nein. Ja, in dem Sinne, dass soziale Normen, die sich auf die Kultur beziehen, von Bedeutung sind und schwer zu ändern sein können, und dass sie manchmal auch institutionelle Unterschiede unterstützen, ist die Erklärung dieses Buches für die Ungleichheit in der Welt. Aber in vielen Fällen lautet die Antwort "nein", weil jene Aspekte der Kultur, die oft betont werden - Religion, nationale Ethik, afrikanische oder lateinische Werte - einfach nicht wichtig sind für das Verständnis, wie wir hierher gekommen sind und warum die Ungleichheiten in der Welt fortbestehen. Andere Aspekte, wie z.B. das Ausmaß, in dem die Menschen einander vertrauen oder in der Lage sind, zusammenzuarbeiten, sind wichtig, aber sie sind meist das Ergebnis von Institutionen, nicht einer unabhängigen Sache. (...) es ist keine Überraschung, dass es den Mexikanern an Vertrauen mangelt, wenn ihre Regierung keine Drogenkartelle beseitigen oder für ein funktionierendes, unparteiisches Rechtssystem sorgen kann. Postkolonialismus: Vielleicht sind die kulturellen Faktoren, auf die es ankommt, nicht an die Religion gebunden, sondern eher an bestimmte "Nationalkulturen". Vielleicht ist es der Einfluss der englischen Kultur, der wichtig ist und erklärt, warum Länder wie die Vereinigten Staaten, Kanada und Australien so wohlhabend sind? Obwohl dieser Gedanke zunächst ansprechend klingt, funktioniert er auch nicht. Kanada und die Vereinigten Staaten waren englische Kolonien, aber auch Sierra Leone und Nigeria waren englische Kolonien. Die Unterschiede im Wohlstand innerhalb der ehemaligen englischen Kolonien sind so groß wie die Unterschiede in der ganzen Welt. Das englische Erbe ist nicht der Grund für den Erfolg Nordamerikas.
>Postkolonialismus, >Kolonialismus.
Acemoglu I 61
Europäisches Erbe: Vielleicht kommt es nicht auf Englisch gegen Nicht-Englisch an, sondern eher auf Europäisch gegen Nicht-Europäisch. Könnte es sein, dass die Europäer aufgrund ihrer Arbeitsethik, ihrer Lebensanschauung, ihrer jüdisch-christlichen Werte oder ihres römischen Erbes irgendwie überlegen sind?
Acemoglu I 62
Vs: (...) diese Version der Kulturhypothese hat ebenso wenig Erklärungspotenzial wie die anderen. Ein größerer Anteil der Bevölkerung Argentiniens und Uruguays im Vergleich zur Bevölkerung Kanadas und der Vereinigten Staaten ist europäischer Abstammung, aber die wirtschaftliche Leistung Argentiniens und Uruguays lässt viel zu wünschen übrig. Japan und Singapur hatten nie mehr als ein paar wenige Einwohner europäischer Abstammung, und doch sind sie so wohlhabend wie viele Teile Westeuropas.
Acemoglu I 463
Literatur: Ansichten über Kultur sind in der gesamten akademischen Literatur weit verbreitet, wurden aber noch nie in einem Werk zusammengeführt. Weber (2002)(1) argumentierte, dass es die protestantische Reformation war, die erklärte, warum es Europa war, das die industrielle Revolution hatte. Landes (1999)(2) schlug vor, dass die Nordeuropäer eine einzigartige Reihe kultureller Einstellungen entwickelten, die sie dazu führten, hart zu arbeiten, zu sparen und innovativ zu sein. Harrison und Huntington, Hrsg. (2000)(3), ist eine eindringliche Aussage über die Bedeutung der Kultur für die vergleichende wirtschaftliche Entwicklung. Die Vorstellung, dass es eine Art überlegene britische Kultur oder eine überlegene Reihe britischer Institutionen gibt, ist weit verbreitet und wird verwendet, um den amerikanischen Exzeptionalismus (Fisher, 1989)(4) und auch die Muster der vergleichenden Entwicklung im Allgemeinen zu erklären (La Porta, Lopez-de-Silanes und Shleifer, 2008)(5). Die Werke von Banfield (1958)(6) und Putnam, Leonardi und Nanetti (1994)(7) sind sehr einflussreiche kulturelle Interpretationen darüber, wie ein Aspekt der Kultur oder "Sozialkapital", wie sie es nennen, den Süden Italiens arm macht. Für einen Überblick darüber, wie Wirtschaftswissenschaftler den Kulturbegriff verwenden, siehe Guiso, Sapienza und Zingales (2006)(8).
1. Weber, Max (2002). The Protestant Ethic and the Spirit of Capitalism. New York: Penguin.
2. Landes, David S. (1999). The Wealth and Poverty of Nations: Why Some Are So Rich and Some So Poor. New York: W. W. Norton and Co.
3. Harrison, Lawrence E., and Samuel P. Huntington, eds. (2000). Culture Matters: How Values Shape Human Progress. New York: Basic Books.
4. Fischer, David H. (1989). Albion’s Seed: Four British Folkways in America. New York: Oxford University Press.
5. La Porta, Rafael, Florencio Lopez-de-Silanes, and Andrei Shleifer (2008). “The Economic Consequences of Legal Origins.” Journal of Economic Literature 46: 285–332.
6. Banfield, Edward C. (1958). The Moral Basis of a Backward Society. Glencoe, N.Y.: Free Press.
7. Putnam, Robert H., Robert Leonardi, and Raffaella Y. Nanetti (1994). Making Democracy Work: Civic Traditions in Modern Italy. Princeton, N.J.: Princeton University Press.
8. Guiso, Luigi, Paola Sapienza, and Luigi Zingales (2006). “Does Culture Affect Economic Outcomes?” Journal of Economic Perspectives 20: 23–48.

Acemoglu II
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Economic origins of dictatorship and democracy Cambridge 2006

Acemoglu I
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Why nations fail. The origins of power, prosperity, and poverty New York 2012
Kulturelle Unterschiede Experimentelle Psychologie Parisi I 117
Kulturelle Unterschiede/Ideologien/Experimentelle Psychologie/Wilkinson-Ryan: Einer der Bereiche, in denen die experimentelle Psychologie und das Recht den größten Einfluss hatten, ist der Bereich, der als "kulturelle Kognition" bezeichnet wird. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um ein Forschungsgebiet, das sich mit der Frage nach individuellen Unterschieden befasst - wie sich Reaktionen und Wirkungen zwischen Individuen oder Gruppen innerhalb einer Population unterscheiden. In dem bahnbrechenden Artikel auf diesem Gebiet befassten sich Kahan, Hoffman und Braman (2009)(1) mit der "ungewöhnlichen Einladung" des Obersten Gerichtshofs an die Öffentlichkeit, sich eine Videoaufzeichnung anzusehen, die zeigt, wie ein Polizeibeamter einen Autofahrer verfolgt und schließlich sein Auto in das Fahrzeug des Bürgers rammt, als dieser sich weigert, anzuhalten. Obwohl eine deutliche Mehrheit der Subjekte der Entscheidung des Gerichts zustimmte, gab es einen klaren Konsens unter einer erkennbaren Minderheit, dass die Handlungen des Polizisten ungerechtfertigt waren. In einer Gruppe, die tendenziell weniger wohlhabend, weniger weiß, weniger konservativ war,
Parisi I 118
und weniger männlich war, war die Sichtweise des Unfalls eindeutig mehr pro Kläger, was die Behauptung des Gerichts in Frage stellt, dass kein vernünftiger Geschworener mit ihren Ergebnissen nicht einverstanden sein könnte. In einer ähnlichen Reihe von Feststellungen fand Kahan (2010)(2) heraus, dass die hierarchische Weltanschauung (eine, die man kurz als "konservativ" bezeichnen könnte) die Wahrnehmung der Zustimmung des Klägers in Fällen von Vergewaltigung durch Bekannte vorhersagt, selbst wenn der Kläger verbale Einwände wiederholt. Kultureller Hintergrund: Kahan und Braman (2008)(3) fanden ebenfalls individuelle Unterschiede in der Wahrnehmung von Selbstverteidigungsfällen, wobei die kulturellen oder politischen Verpflichtungen der Individuen ihre Ansicht darüber vorhersagten, ob eine misshandelte Frau oder ein "bedrängter Pendler" berechtigt war, Gewalt gegen einen Angreifer anzuwenden.
Gruppenverhalten: Um weiter zu testen, dass die Wahrnehmung rechtmäßiger Handlungen stark von der Gruppenzugehörigkeit beeinflusst wird, zeigten Kahan et al. (2012)(4) Probanden in einer experimentellen Studie ein Video einer politischen Demonstration.
>Gruppenverhalten.
Manipulation: Die kulturelle Kognitionsforschung hat ebenfalls begonnen, unterschiedliche Effekte von experimentellen Manipulationen nach Gruppen zu dokumentieren. In einer Studie zur Rolle kultureller Unterschiede in der Wahrnehmung der Wissenschaft des Klimawandels wiesen Kahan et al. (2015)(5) den Teilnehmern einer Umfragestudie nach dem Zufallsprinzip zu, entweder einen irrelevanten technologiebezogenen Artikel oder einen Artikel über das Potenzial von Geoengineering zur Reduzierung der Auswirkungen von Kohlendioxidemissionen und damit zur Eindämmung der globalen Erwärmung zu lesen. Die abhängige Variable war die Einstellung der Probanden gegenüber einem zweiten Artikel über die Wissenschaft des Klimawandels.
>Manipulation.
Liberale: Leicht vereinfachend lässt sich sagen, dass die Liberalen, die den Geo-Engineering-Artikel lasen, im Wesentlichen unbeeindruckt blieben - sie waren nicht weniger geneigt zu glauben oder zu bezweifeln, dass der Klimawandel stattfindet und zumindest zum Teil vom Menschen verursacht wird.
Konservative: Konservative hingegen waren skeptisch gegenüber der Wissenschaft zum Klimawandel, wenn sie nichts über Geoengineering lasen, aber wenn sie mit der Möglichkeit einer marktbasierten technologischen Lösung für die globale Erwärmung konfrontiert wurden, waren sie eher bereit, an die Zuverlässigkeit der Wissenschaft der globalen Erwärmung zu glauben.
Ergebnisse: Die Untersuchung zeigte, dass die Aufgeschlossenheit gegenüber wissenschaftlichen Beweisen zum Teil davon abhängt, ob die Individuen glauben, dass die Konsequenzen des Glaubens an die Beweise
Parisi I 119
Maßnahmen erfordern würden, die mit der eigenen Weltanschauung in Konflikt stehen (z.B. für Konservative: staatliche Regulierung der Umweltverschmutzung). >Politische Orientierung/Experimentelle Psychologie, >Entscheidungsprozesse/Experimentelle Psychologie.

1. Kahan, Dan M., David A. Hoffman, and Donald Braman (2009). "Whose Eyes Are You Going
to Believe? Scott v. Harris and the Perils of Cognitive Illiberalism." Harvard Law Review 122: 8-18.
2. Kahan, Dan M. (2010). "Culture, Cognition, and Consent: Who Perceives What, and Why, in
Acquaintance-Rape Cases." University of Pennsylvania Law Review 158: 729-813.
3. Kahan, Dan M. and Donald Braman (2008). "The Self-Defensive Cognition of Self-Defense."
American Criminal Law Review 45: 1-65.
4. Kahan, Dan M., David A. Hoffman, Donald Braman, and Danieli Evans (2012). "They Saw a Protest: Cognitive Illiberalism and the Speech—Conduct Distinction." Stanford Law Review 64:851-906.
5. Kahan, Dan M., Hank Jenkins-Smith, Tor Tarantola, Carol L. Silva, and Donald Braman (2015). "Geoengineering and Climate Change Polarization Testing a Two-Channel Model of Science Communication." ANNALS of the American Academy of Political and social Science 658: 192-222.

Wilkinson-Ryan, Tess. „Experimental Psychology and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Kulturelle Unterschiede Robinson Acemoglu I 56
Kulturelle Unterschiede/Prosperität/Wirtschaft/Acemoglu/Robinson: Die weithin akzeptierte Theorie, die Kulturhypothese, setzt Wohlstand in Beziehung zur Kultur. Die Kulturhypothese hat, ebenso wie die Geographie-Hypothese, eine bedeutende Abstammung, die zumindest auf den großen deutschen Soziologen Max Weber zurückgeht, der argumentierte, dass die protestantische Reformation und die protestantische Ethik, die sie beflügelte, eine Schlüsselrolle für den Aufstieg der modernen Industriegesellschaft in Westeuropa spielten. Die Kulturhypothese stützt sich nicht mehr nur auf die Religion, sondern betont auch andere Arten von Überzeugungen, Werten und Ethik.
Acemoglu I 57
Ist die Kulturhypothese nützlich, um die Ungleichheit in der Welt zu verstehen? Ja und nein. Ja, in dem Sinne, dass soziale Normen, die sich auf die Kultur beziehen, von Bedeutung sind und schwer zu ändern sein können, und dass sie manchmal auch institutionelle Unterschiede unterstützen, ist die Erklärung dieses Buches für die Ungleichheit in der Welt. Aber in vielen Fällen lautet die Antwort "nein", weil jene Aspekte der Kultur, die oft betont werden - Religion, nationale Ethik, afrikanische oder lateinische Werte - einfach nicht wichtig sind für das Verständnis, wie wir hierher gekommen sind und warum die Ungleichheiten in der Welt fortbestehen. Andere Aspekte, wie z.B. das Ausmaß, in dem die Menschen einander vertrauen oder in der Lage sind, zusammenzuarbeiten, sind wichtig, aber sie sind meist das Ergebnis von Institutionen, nicht einer unabhängigen Sache. (...) es ist keine Überraschung, dass es den Mexikanern an Vertrauen mangelt, wenn ihre Regierung keine Drogenkartelle beseitigen oder für ein funktionierendes, unparteiisches Rechtssystem sorgen kann. Postkolonialismus: Vielleicht sind die kulturellen Faktoren, auf die es ankommt, nicht an die Religion gebunden, sondern eher an bestimmte "Nationalkulturen". Vielleicht ist es der Einfluss der englischen Kultur, der wichtig ist und erklärt, warum Länder wie die Vereinigten Staaten, Kanada und Australien so wohlhabend sind? Obwohl dieser Gedanke zunächst ansprechend klingt, funktioniert er auch nicht. Kanada und die Vereinigten Staaten waren englische Kolonien, aber auch Sierra Leone und Nigeria waren englische Kolonien. Die Unterschiede im Wohlstand innerhalb der ehemaligen englischen Kolonien sind so groß wie die Unterschiede in der ganzen Welt. Das englische Erbe ist nicht der Grund für den Erfolg Nordamerikas.
Acemoglu I 61
Europäisches Erbe: vielleicht kommt es nicht auf Englisch gegen Nicht-Englisch an, sondern eher auf Europäisch gegen Nicht-Europäisch. Könnte es sein, dass die Europäer aufgrund ihrer Arbeitsethik, ihrer Lebensanschauung, ihrer jüdisch-christlichen Werte oder ihres römischen Erbes irgendwie überlegen sind?
Acemoglu I 62
Vs: (...) diese Version der Kulturhypothese hat ebenso wenig Erklärungspotenzial wie die anderen. Ein größerer Anteil der Bevölkerung Argentiniens und Uruguays im Vergleich zur Bevölkerung Kanadas und der Vereinigten Staaten ist europäischer Abstammung, aber die wirtschaftliche Leistung Argentiniens und Uruguays lässt viel zu wünschen übrig. Japan und Singapur hatten nie mehr als ein paar wenige Einwohner europäischer Abstammung, und doch sind sie so wohlhabend wie viele Teile Westeuropas.
Acemoglu I 463
Literatur: Ansichten über Kultur sind in der gesamten akademischen Literatur weit verbreitet, wurden aber noch nie in einem Werk zusammengeführt. Weber (2002)(1) argumentierte, dass es die protestantische Reformation war, die erklärte, warum es Europa war, das die industrielle Revolution hatte. Landes (1999)(2) schlug vor, dass die Nordeuropäer eine einzigartige Reihe kultureller Einstellungen entwickelten, die sie dazu führten, hart zu arbeiten, zu sparen und innovativ zu sein. Harrison und Huntington, Hrsg. (2000)(3), ist eine eindringliche Aussage über die Bedeutung der Kultur für die vergleichende wirtschaftliche Entwicklung. Die Vorstellung, dass es eine Art überlegene britische Kultur oder eine überlegene Reihe britischer Institutionen gibt, ist weit verbreitet und wird verwendet, um den amerikanischen Exzeptionalismus (Fisher, 1989)(4) und auch die Muster der vergleichenden Entwicklung im Allgemeinen zu erklären (La Porta, Lopez-de-Silanes und Shleifer, 2008)(5). Die Werke von Banfield (1958)(6) und Putnam, Leonardi und Nanetti (1994)(7) sind sehr einflussreiche kulturelle Interpretationen darüber, wie ein Aspekt der Kultur oder "Sozialkapital", wie sie es nennen, den Süden Italiens arm macht. Für einen Überblick darüber, wie Wirtschaftswissenschaftler den Kulturbegriff verwenden, siehe Guiso, Sapienza und Zingales (2006)(8).
1. Weber, Max (2002). The Protestant Ethic and the Spirit of Capitalism. New York: Penguin.
2. Landes, David S. (1999). The Wealth and Poverty of Nations: Why Some Are So Rich and Some So Poor. New York: W. W. Norton and Co.
3. Harrison, Lawrence E., and Samuel P. Huntington, eds. (2000). Culture Matters: How Values Shape Human Progress. New York: Basic Books.
4. Fischer, David H. (1989). Albion’s Seed: Four British Folkways in America. New York: Oxford University Press.
5. La Porta, Rafael, Florencio Lopez-de-Silanes, and Andrei Shleifer (2008). “The Economic Consequences of Legal Origins.” Journal of Economic Literature 46: 285–332.
6. Banfield, Edward C. (1958). The Moral Basis of a Backward Society. Glencoe, N.Y.: Free Press.
7. Putnam, Robert H., Robert Leonardi, and Raffaella Y. Nanetti (1994). Making Democracy Work: Civic Traditions in Modern Italy. Princeton, N.J.: Princeton University Press.
8. Guiso, Luigi, Paola Sapienza, and Luigi Zingales (2006). “Does Culture Affect Economic Outcomes?” Journal of Economic Perspectives 20: 23–48.

EconRobin I
James A. Robinson
James A. Acemoglu
Why nations fail. The origins of power, prosperity, and poverty New York 2012

Robinson I
Jan Robinson
An Essay on Marxian Economics London 1947

Acemoglu II
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Economic origins of dictatorship and democracy Cambridge 2006

Acemoglu I
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Why nations fail. The origins of power, prosperity, and poverty New York 2012
Logik Anscombe Frank I 79
Ich/AnscombeVsLogik: die Logiker haben niemals Begriffe von ihren Objekten, weil sie sie nicht brauchen. So kann man dem "ich" aber nicht beikommen, bzw. seine Bedeutung eben nicht auf die Spur kommen!
Frank I 88
"Ich"/Logik/Anscombe: aus der Sicht der Logiker ist "ich" sicher ein Eigenname.
Frank I 88/89
Bsp Angenommen wir haben eine Gesellschaft, in der jeder mit zwei Namen beschriftet ist. 1. Der eine erscheint auf dem Rücken und auf dem oberen Ende des Brustkorbs (?)(Diese Namen, die von den Trägern nicht gesehen werden können, sind für die Träger je verschieden:; sagen wir von "B" bis "Z". (?).
Der andere Name, "A" ist auf der Innenseite ihrer Handgelenke aufgedruckt und der gleiche für jeden.
Man lernt, auf Äußerungen des Namens auf dem eigenen Brustkorb und Rücken zu antworten. Selbstauskünfte erfolgen dann aufgrund von Schlussfolgerungen und Zeugenaussagen.
Bsp "B" zieht Schlussfolgerungen, ausgedrückt durch Sätze mit "A" als Subjekt, aus Aussagen anderer Leute, die "B" als Subjekt gebrauchen.
Es gibt Berichte aus B's Mund, die besagen, dass A das und das tat, diese werden prima facie verifiziert, indem man herausfindet, dass B es tat.
So gibt es für jede Person eine Person, von der sie charakteristisch eingeschränkte, aber auch charakteristisch privilegierte Anschauungen hat.
Frank I 90
Das schließt kein Selbstbewusstsein ein. Obwohl jeder eine Menge von dem Objekt weiß, das er tatsächlich ist. >Selbstbewusstsein.
Vs: Die These, dass diese Leute kein Selbstbewusstsein haben, mag einem gerade aus diesem Grund nicht richtig vorkommen. B hat Bewusstsein von, d.h. er beobachtet einige von B's - und damit seinen eigenen - Aktivitäten.
Also ist er sich selbst bewusst. Also hat der Selbstbewusstsein.
AnscombeVs: Wenn wir von Selbstbewusstsein sprechen, meinen wir nicht dies. Wir meinen etwas, das sich durch den Gebrauch von "ich" im Gegensatz zu "A" kundtut.
>Ich, >Selbst, >Subjekt.

Anscombe I
G.E. M. Anscombe
"The First Person", in: G. E. M. Anscombe The Collected Philosophical Papers, Vol. II: "Metaphysics and the Philosophy of Mind", Oxford 1981, pp. 21-36
In
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins, Manfred Frank Frankfurt/M. 1994

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Magisches Denken Flusser I 121
Magie/Flusser: Für Menschen, denen die Konventionalität nicht bewusst ist, ist die Welt nicht so strukturiert, als ob sie in Bildern dargestellt werden könnte, sondern sie ist tatsächlich in Bildern darstellbar. Sie ist "szenisch". Es gibt keinen Unterschied zwischen "wirklicher " und "imaginärer" Welt.
Sobald von der Imagination oder von Mythos geredet wird, sind diese gefährdet. Wir sollten nicht vergessen, dass sich unsere eigene Imagination auf einer anderen Ebene als bei Kindern und Primitiven abspielt.
>Vorstellung, >Denken, >Bilder, >Mythos.
I 121
Wer sich mit der Welt durch Bilder verbindet, wer sie als Szene erlebt, wer imaginativ lebt, für den ist die Welt zugleich richtig und entsetzlich. Sie ist "heilig". >Welt/Denken.
Es ist nichts Primitives an der Weltanschauung, die Götter als "wertvoll" ansieht, sie steht nur historisch hinter der profanen Weltanschauung der erklärenden Texte, aber nicht bildlich.
I 122
Wenn man glaubt, "früher" sei weniger gut als "später" und "älter" sei weniger wahr als "jünger" dann hat man die Verhältnisse der Informationen, die die linearen Codes ordnen, falsch - nämlich bildlich - gelesen. >Zeit, >Lineare Ordnung, >Gegenwart, >Vergangenheit, >Zukunft..
Zu sagen, jeder Baum berge einen Gott oder jede Quelle eine Nixe ist im Grunde nichts anderes, als zu sagen, jedes Ding sei "unsichtbar" mit allen anderen verbunden.
>Vgl. >Pathetischer Fehlschluss, >Animismus.
Und zwar so, dass diese Verhältnisse ein Bild ergeben. Gott, Seele, Nixe sind Namen für Verhältnisse zwischen Dingen innerhalb eines absoluten, zeitlosen unsterblichem weil die kreisende Zeit enthaltenden Ganzen. Darum sind Götter, Nixe usw. unsterblich. Die Elemente des Bildes können sich verschieben, aber die Verhältnisse sind konstant.
In einer solchen Welt zu leben, heißt, ständig gegen Regeln zu verstoßen, denn leben heißt, sich bewegen und sich bewegen heißt, seinen richtigen Platz im Bild zu verlassen. Das muss sich "rächen" Das Leben in der Magie ist "entsetzlich".
I 123
Imagination II: Bilder werden entworfen, um die unkenntlich gewordene Welt zu erkennen: Landkarten. >Landkarten-Beispiel.
Dann beginnt die Welt, als Bild erlebt zu werden, d.h. die Kategorien des Bildes zu spiegeln.
Darin wird das Leben entsetzlich, ab jetzt müssen die Bilder einer Strategie dienen, dem Entsetzlichen zu entgehen, und als magische Werkzeuge funktionieren.
>Bewusstsein, >Denken, >Realität, >Vorstellung, >Bilder, >Relationen, >Verbundenheit, >Mythos, >Erleben, >Leben, >Wirkung, >Ursache .

Fl I
V. Flusser
Kommunikologie Mannheim 1996
Manipulation Experimentelle Psychologie Parisi I 118
Manipulation/Experimentelle Psychologie/Wilkinson-Ryan: Die kulturelle Kognitionsforschung hat ebenfalls begonnen, unterschiedliche Effekte von experimentellen Manipulationen nach Gruppen zu dokumentieren. In einer Studie zur Rolle kultureller Unterschiede in der Wahrnehmung der Wissenschaft zum Klimawandel wiesen Kahan et al. (2015)(1) den Teilnehmern einer Umfragestudie nach dem Zufallsprinzip zu, entweder einen irrelevanten technologiebezogenen Artikel oder einen Artikel über das Potenzial von Geoengineering zur Reduzierung der Auswirkungen von Kohlendioxidemissionen und damit zur Eindämmung der globalen Erwärmung zu lesen. Die abhängige Variable war die Einstellung der Probanden gegenüber einem zweiten Artikel über die Wissenschaft des Klimawandels. Liberale: Leicht vereinfacht gesagt, waren die Liberalen, die den Geo-Engineering-Artikel lasen, im Wesentlichen unbeeindruckt - sie waren nicht weniger geneigt, zu glauben oder nicht zu glauben, dass der Klimawandel stattfindet und zumindest teilweise vom Menschen verursacht wird.
Konservative: Konservative hingegen waren skeptisch gegenüber der Wissenschaft des Klimawandels, wenn sie nicht über Geoengineering lasen, aber wenn sie mit der Möglichkeit einer marktbasierten technologischen Lösung für die globale Erwärmung konfrontiert wurden, waren sie eher bereit, an die Zuverlässigkeit der Wissenschaft der globalen Erwärmung zu glauben.
Ergebnisse: So zeigte die Untersuchung, dass die Aufgeschlossenheit gegenüber wissenschaftlichen Beweisen zum Teil davon abhängt, ob die Individuen glauben, dass die Konsequenzen des Glaubens an die Beweise
Parisi I 119
Maßnahmen erfordern würden, die mit der eigenen Weltanschauung in Konflikt stehen (z.B. für Konservative die staatliche Regulierung der Umweltverschmutzung). >Politische Orientierung/Experimentelle Psychologie, >Entscheidungsprozesse/Experimentelle Psychologie, >Kulturelle Unterschiede/Experimentelle Psychologie.

1. Kahan, Dan M., Hank Jenkins-Smith, Tor Tarantola, Carol L. Silva, and Donald Braman (2015). "Geoengineering and Climate Change Polarization Testing a Two-Channel Model of Science Communication." ANNALS of the American Academy of Political and social Science 658: 192-222.


Wilkinson-Ryan, Tess. „Experimental Psychology and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Mathematik Kant Thiel I 27
Mathematik/Kant/Thiel: Kant war kein Fachmathematiker. Ansatz zu einer neuartigen Philosophie der Mathematik: Lehre vom "Schema": Verfahren, einem Begriff sein Bild zu verschaffen. Regelcharakter dieses Verfahrens, die "Einbildungskraft" verweist auf den Operativismus, "Synthetische Funktion" auf den Konstruktivismus.
Thiel I 28
Kant bezeichnet in der Kritik der reinen Vernunft die "Konstruktion der Begriffe" als "intuitiven Vernunftgebrauch" und diesen später als einen "mathematischen".
Thiel I 38
Mathematik/Kant/Thiel: Kant stellt die Frage, ob die Philosophie (insbesondere die Metaphysik) durch Aneignung der math. Methode zu ähnlich sicheren Aussagen gelangen könnte. Seine Antwort: eindeutig nein. Kant: Metaphysik ist Vernunfterkenntnis aus Begriffen.
>Metaphysik/Kant, >Wissen/Kant.
Mathematik ist Vernunfterkenntnis aus der Konstruktion von Begriffen.
Kant: zweifellos wird unser Wissen durch mathematische Erkenntnis erweitert, sie ist nicht leer, nicht bloß analytisch, sie muss "synthetisch" sein.
Reine Anschauung: umfasst das an den empirischen Anschauungen, was nicht Empfindung ist, sondern die Form der Verknüpfung zu Wahrnehmung und somit Ordnungsform des uns überhaupt "Gegebenen".
Thiel I 39
Es kann keine empirischen Anschauungen geben, die nicht den notwendigen Formen der Sinnlichkeit eingefügt worden ist. Bsp (Körner) Wir können uns zwar graue und nicht graue Elefanten vorstellen, aber nicht räumliche und nicht räumliche. Dann haben Räumlichkeit und Zeitlichkeit "Realität" oder objektive Gültigkeit.
Kant: Die Wirklichkeit gehorcht den gleichen Gesetzen wie der Gegenstand der Mathematik. "Alle Anschauungen sind extensive Größen". Folglich auch die Gegenstände der Mathematik.
>Raum, >Raum/Kant.
Thiel I 47
Mathematik/Kant/Thiel: wir sind heute in Bezug auf das Anwendungsproblem nicht wesentlich weiter als Kant, obwohl dessen System seine Grenzen hat erkennen lassen.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Mehrheiten Asch Haslam I 85
Mehrheiten/Konformität/Asch: In seinen Experimenten zur Linienbeurteilung (Asch 1952(1); 1955(2)) befindet sich der Teilnehmer in einer Gruppe von anderen [die keine echten Teilnehmer, sondern Assistenten des Experimentators sind, die der Teilnehmer nicht kennt]. Karten mit unterschiedlich langen Linien werden gezeigt und die Gruppe wird gebeten zu beurteilen, ob die Linien gleich oder unterschiedlich lang sind. Nach einer Weile beurteilt die ganze Gruppe außer dem eigentlichen Teilnehmer auf offensichtlich falsche Weise. Situation: Der Einzelne kommt, um eine Welt zu erleben, die er mit anderen teilt. Er nimmt wahr, dass die Umgebung ihn und andere einschließt und dass er in der gleichen Beziehung zur Umgebung steht wie andere. Er stellt fest, dass er, wie auch andere, auf das gleiche Objekt trifft und auf dessen identische Eigenschaften reagiert. Gemeinsames Handeln und gegenseitiges Verständnis erfordern dieses Verhältnis von Verständlichkeit und struktureller Einfachheit. Auf diese Weise wird die "Anziehungskraft" ("pull") zur Gruppe verständlich. (Asch 1952(1): S. 484).
>Gruppenverhalten, >Gruppendenken, >Konformität, >Soziales Verhalten, >Gruppenkohäsion.
Mehrheit: Dem Mehrheitsdruck nachzugeben ist kein Akt der Gleichgültigkeit oder Gedankenlosigkeit. Im Gegenteil: Es zeigt, dass der Einzelne auf die Ansichten der anderen um ihn herum achtet. Es zeigt, dass sie daran interessiert sind, die Harmonie innerhalb der Gruppe aufrechtzuerhalten und bereit sind, sich dem anzuschließen, was andere für richtig halten. Dies ist wichtig, weil gerade durch die Akzeptanz des sozialen Einflusses, andere Gruppen in der Lage sind, effektiv zu funktionieren und den Zusammenhalt zu erhalten.
Haslam I 86
Soziale Identität: Diese Analyse steht im Einklang mit der Theoretisierung innerhalb der Tradition der sozialen Identität, bei der Konformität und sozialer Einfluss im Allgemeinen als aus der Notwendigkeit erachtet werden, dass die Menschen mit anderen, die als austauschbar in Bezug auf relevante Attribute wahrgenommen werden (psychologische Gruppenmitglieder in der gegebenen Situation), eine Einigung erzielen, um ihre Antworten als richtig, angemessen und wünschenswert zu validieren. (Hogg und Turner, 1987(3): S. 150) Weltanschauungen: Wenn man von Mitgliedern derselben Gruppe umgeben ist, die die gleiche Erfahrung wie man selbst macht, werden diese anderen zu gültigen Informationsquellen, die uns sagen, wie wir die Welt interpretieren sollen (Turner, 1991)(4). Aus dieser Sicht scheint die Konformität in den Asch-Linien-Beurteilungsversuchen eine durchaus angemessene Antwort zu sein und nicht eine irrationale Kraft, die Menschen dazu bringt, offensichtlich falsche Antworten zu geben.
Asch: Noch stärker formuliert Asch, wenn er sagt: "Die Gruppe ist Teil der gegebenen Bedingungen. Es nicht zu berücksichtigen, sich in keiner Weise davon beeinflussen zu lassen, wäre vorsätzlich" (1952(1): S. 484).
>Situationen.


1. Asch, S.E. (1952) Social Psychology. Englewood Cliffs, NJ: Prentice-Hall.
2. Asch, S.E. (1955) ‘Opinions and social pressure’, Scientific American, 193: 31–5.
3. Hogg, M.A. and Turner, J.C. (1987) ‘Social identity and conformity: A theory of referent informational influence’, in W. Doise and S. Moscovici (eds), Current Issues in European Social Psychology, Vol. 2. Cambridge, UK: Cambridge University Press. pp. 139–82.
4. Turner, J.C. (1991) Social Influence. Milton Keynes: Open University Press.


Matthew J. Hornsey and Jolanda Jetten, “Conformity. Revisiting Asch’s line-judgment studies”, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017
Mehrwert Sraffa Kurz I 27
Mehrwert/Sraffa/Kurz: Sobald ein Wertmaßstab (oder numéraire) festgelegt und der Anteil der Löhne (oder alternativ der Zinssatz) gegeben ist, können die Preise und der Zinssatz (oder alternativ der Anteil der Löhne) bestimmt werden. Sobald jedoch die Preise feststehen, ist auch der Wert des Nettoprodukts des Systems, der Wert des in jedem Wirtschaftszweig und in der gesamten Wirtschaft eingesetzten Kapitals usw. bekannt. Mit anderen Worten, die „Wertschöpfung“ ist bekannt. Diese Wertschöpfung hängt von den Preisen und damit von der Einkommensverteilung ab. >Löhne/Sraffa, >Löhne/Ricardo, >Profit.
Kurz I 157
Mehrwert/Marx/Sraffa/ /Kurz: Nach Sraffa waren Marx' bemerkenswerteste und eng verbundene Errungenschaften waren die folgenden:
1) Marx' Darstellung eines gegebenen Produktionssystems in Form seiner Reproduktionsschemata teilte die gleiche Anschauung wie der Kreislaufansatz der Physiokraten.
>Physiokraten.
2) Eng damit verbunden war das Marxsche Konzept des „konstanten Kapitals“, das zum Ausdruck bringt, dass Waren mit Hilfe von Waren produziert werden. Deshalb verteidigte Sraffa, wie wir sehen werden, diesen Begriff gegen Bortkiewicz, der ausgehend von Dmitrievs „österreichischer“ Darstellung der Produktion als linearen Fluss von endlicher Dauer behauptet hatte, der Begriff sei unwichtig und könne entfallen.
>Österreichische Schule, >Waren.
3) Mit seinem auf dem Arbeitswert basierenden Ansatz war Marx in der Lage, wenn auch unvollkommen, die Komplexität des betrachteten Systems zu durchschauen und die Tatsache festzustellen, dass die Profitrate von oben begrenzt ist. In der Marx'schen Konzeption war die maximale Profitrate, die sich ergab, wenn der Lohn gleich Null war, gleich L/C, d. h. dem Verhältnis zwischen der gesamten lebendigen Arbeit, die während eines Jahres aufgewendet wurde (L= V + S), und dem konstanten gesellschaftlichen Kapital (C). Es war also gleich dem Kehrwert der „organischen Zusammensetzung des Kapitals“ des Systems als Ganzes. Sraffa muss besonders verblüfft gewesen sein, als er feststellte, dass Marx mit seiner, wie Sraffa es nannte, „Wert-Hypothese“ eine Tatsache vorausgesetzt hatte, die er, Sraffa, mit seiner statistischen „Hypothese“ zu beweisen suchte: Beide postulierten, dass das Verhältnis von gesellschaftlichem Kapital zu gesellschaftlichem Produkt unabhängig von der Profitrate sei.
>Arbeit/Marx.
4) Mit der Unabhängigkeit des Verhältnisses von Kapital und Produktion von der Verteilung des Produkts auf Löhne und Profite hatte Marx den Weg zur Feststellung des umgekehrten Verhältnisses von Profitrate und Lohnquote in einem Kreislaufsystem geebnet.
>Mehrwert/Marx.

Kurz, Heinz D. „Keynes, Sraffa, and the latter’s “secret skepticism“. In: Kurz, Heinz; Salvadori, Neri 2015. Revisiting Classical Economics: Studies in Long-Period Analysis (Routledge Studies in the History of Economics). London, UK: Routledge.


Kurz, Heinz; Salvadori, Neri 2015. Revisiting Classical Economics: Studies in Long-Period Analysis (Routledge Studies in the History of Economics). London, UK: Routledge.

Sraffa I
Piero Sraffa
Production of Commodities by Means of Commodities. Prelude to a Critique of Economic Theory (Cambridge: Cambridge University Press). Cambridge 1960

Kurz I
Heinz D. Kurz
Neri Salvadori
Revisiting Classical Economics: Studies in Long-Period Analysis (Routledge Studies in the History of Economics). Routledge. London 2015
Menschenrechte Kelsen Brocker I 139
Menschenrechte/Kelsen: unter Kelsens Ablehnung absolutistischer Weltanschauungen fällt auch die Ablehnung der Annahme, man könne Menschenrechte als vorpolitische Normen ansehen, die von der Politik anerkannt werden müssten, nicht aber von ihr hervorgebracht würden. >Naturrecht/Kelsen, >Demokratietheorie/Kelsen, >Demokratie/Kelsen.
VsKelsen: Interpreten, die Kelsen als Liberalen sehen, folgen ihm gerne in der Ablehnung der Diktatur, haben aber Mühe mit seiner Kritik an Grund- und Menschenrechten.

Marcus Llanque, „Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Messen Stern Corr I 83/84
Messen/Differenzpsychologie/Persönlichkeitspsychologie/Stern/Lamiell: Als Stern seine Aufmerksamkeit auf das Thema "Prinzipien der Persönlichkeitsmessung" richtete, wie er es in Kapitel VI seines Buches "Die menschliche Persönlichkeit" (Stern 1918)(1) tat, distanzierte er sich ausdrücklich von der Logik der normativen Messung. Er argumentierte, dass "der Vergleich vieler Persönlichkeiten" miteinander nebensächlich wäre, "da sich das vorliegende Problem speziell auf das Verhältnis zwischen der Person und ihrer Welt bezieht" (Stern 1918(1), S. 186–7). >Messen/Cattell.

1. Stern, W. 1918. Person und Sache: System der philosophischen Weltanschauung. Zweiter Band: Die menschliche Persönlichkeit. Leipzig: Barth

James T. Lamiell, “The characterization of persons: some fundamental conceptual issues”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Metaphysik Kant I 86
Metaphysik/Kant: nicht durch reine und formale Anschauung - sondern durch den reinen Verstand - erst die praktische Vernunft überschreitet die Anschauung.
Bubner I 140
Metaphysik/Kant/Bubner: Kant gilt als ihr Zerstörer. Seine Nachfolger hatten zunächst davor zurückgeschreckt, ihn so zu interpretieren. Immerhin hatte Kant selbst seine transzendentale Kritik nicht als letztes Wort der Philosophie verstanden, sondern als deren Grundlage. Er spricht von einer "künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können." Es trifft sie allerdings bisher das Schicksal, dass ihr dauernd misslingt, den Gang einer Wissenschaft zu nehmen.
Neu: Bewusstsein von der Historizität der Metaphysik.
Kant bezeichnet sein Hauptwerk gelegentlich als "Metaphysik von der Metaphysik".
Ehe wahre Weltweisheit aufleben soll, ist es nötig, dass die alte sich selbst zerstöre, und wie Fäulnis die vollkommenste Auflösung ist, die jeder neuen Erzeugung vorausgeht, so macht mir die Krise der Gelehrsamkeit die beste Hoffnung..."
I 142
Metaphysik handelt von Gegenständen, die in verworrener Weise der Vernunft bekannt sind, deren wahrer Begriff aber erst gesucht wird. >Wissen/Kant, >Begriffe/Kant, >Wiedererkennen/Kant.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Mystizismus McGinn I 35
Mystizismus/M/McGinn: Nimmt die zum Begriff gehörigen Fakten für bare Münze, ist aber nicht imstande, sie wie der Anhänger der Unzurückführbarkeit als etwas schlicht Unerklärbares hinzunehmen. (Sondern erhebt weitergehenden Anspruch).
I 63
McGinnVsMystizimus: das Problem ist nicht, dass zweifellos vieles am Mystizismus falsch ist, sondern, dass es inkohärent ist. Es hat keinen Standpunkt im logischen Raum. Welchen Inhalt hat denn eigentlich der Begriff des Übernatürlichen? - "Das Übernatürliche ist die verdinglichte Unwissenheit des Menschen."
I 138
Willensfreiheit (Laut McGinn): Mystizismus: die Willensfreiheit ist vielleicht das natürliche Zuhause des Nichtnaturalisten. Dieser wird sagen, es gebe doch sicher nichts in der Erfahrungswelt, was derart krass von den Routineabläufen der Kausalität und der Vorhersagbarkeit abweicht, wie ein Akt der freien Entscheidung. Durch freie Entscheidung stellten wir den jenseitigen Aspekt unseres Daseins unter Beweis. Natürlicher Ausdruck der Seele, abseits von menschlichen Abläufen.
McGinnVsMystizismus: das ist keine Antwort auf das Anfangsargument (Determinismus = Indeterminismus).
Ist unsere übernatürliche Seele determiniert, oder ist sie es nicht? Die Frage ist also nur verschoben worden. Gott selbst würde dem Dilemma gegenüberstehen.
I 160
Mystifizierung: wir haben Erkenntnis a priori durch göttliche Offenbarung. Platon, Gödel: These: es gibt ein besonderes Vermögen der mathematischen Anschauung, das uns auf unerklärliche Weise mit der abstrakten Realität in Verbindung bringt.
II 104
Menschliche Unwissenheit ist kein Beweis dafür, dass die Antwort übernatürlich sein muss.

McGinn I
Colin McGinn
Die Grenzen vernünftigen Fragens Stuttgart 1996

McGinn II
C. McGinn
Wie kommt der Geist in die Materie? München 2001
Naturalistischer Fehlschluss Kuhn I 218
Naturalistischer Fehlschluss: Aus dem Sein kann kein Sollen folgen. Kuhn: dieser Satz ist zur Phrase geworden und wird in der Praxis durchaus nicht mehr überall auch gehalten. Stanley Cavell und andere haben bedeutende Zusammenhänge entdeckt, in denen Normatives und Deskriptives untrennbar miteinander verbunden sind.
Meine deskriptiven Verallgemeinerungen sprechen gerade deshalb für die Theorie, weil sie auch aus ihr abgeleitet werden können, während sie bei anderen Anschauungen über die Natur der Wissenschaft anomales Verhalten bilden.
Dieses Argument ist zirkulär, aber kein schlechter Zirkel.
>St. Cavell, >Normen, >Hermeneutischer Zirkel.

Kuhn I
Th. Kuhn
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen Frankfurt 1973
Nihilismus Nietzsche Ries II 11
Nihilismus/Nietzsche: Selbstüberwindung des Nihilismus vom »Willen zum Nichts«, zum Wollen der dionysischen Bejahung der »Fatalität alles dessen, was war und was sein wird«.
Ries II 69
Nihilismus/Wiederkehr/Nietzsche: Nihilismus und Wiederkehr müssen zusammen gedacht werden. Das zum Nichts entschlossene Dasein als eine sich selbst wollende Welt des Schaffens und Vernichtendes. >Wiederkehr/Nietzsche.
»Alles ist gleich«. Nur in der »Bejahung« ereignet sich der Übergang vom »Geist der Rache« zum » Amor Fati« dem dionysischen Ja-Sagen zur Welt. Überwindung der bloßen Zeitlichkeit der Zeit zur Ewigkeit der ewigen Wiederkehr. »O Mensch«, Glocke in Sils Maria.
Ries II 112
Nihilismus/Nietzsche: »Die zu Ende gedachte Logik unserer großen Werte und Ideale«
Ries II 113
Es fehlt das Ziel. Wiederkehr des Gleichen. »Umsonst!« Dauer, ohne Ziel und Zweck, der lähmende Gedanke: man begreift, dass man gefoppt Wird und doch ohne Macht ist. Ries: Nietzsche antizipiert die terroristische Praxis des Faschismus. Auch die Schlechtweggekommenen müssen davon überzeugt werden, dass sie nicht anders als ihre Unterdrücker sind. Wille ins Nichts. Sie zwingen die Mächtigen, ihre Henker zu sein, dies ist die europäische Form des Buddhismus.

Danto III 40
Nihilismus/Danto: Der russische Nihilismus war in der Hauptsache eine verneinende und zerstörerische Einstellung gegen jenen Bestand an politischen religiösen und moralischen Lehren, die die Nihilisten als bevormundend Diese Einstellung wird in Turgenjews Väter und Söhne am beeindruckendsten zum Ausdruck gebracht.
Danto III 41
Nihilismus/Nietzsche: Nihilismus nach Petersburger Muster (das heißt (…) Glauben an den Unglauben, bis zum Martyrium (dafür) zeigt immer vorerst das Bedürfnis nach Glauben.(1)
Danto III 42
Nihilismus/Turgenjew/Danto: Die Ansichten der Figur des Basarow aus Turgenjews Väter und Söhne haben etwas rührend Unreifes: „Ein tüchtiger Chemiker ist zwanzigmal nützlicher als jeder Dichter.“ Nihilismus/Nietzsche/Danto: Nietzsches Negativität war nicht gemäßigter, jedoch ist sein Nihilismus keine Ideologie, sondern eine Metaphysik.
>Metaphysik/Nietzsche.
Die Wissenschaft betrachtet er weder als Quelle von Wahrheit noch als Methode zu deren Entdeckung, vielmehr begreift er sie als bestimmte Menge zweckdienlicher Fiktionen oder nützlicher Konventionen, die in Wirklichkeit nicht besser und nicht schlechter verankert ist als jedwede einmal definierte Menge von ihr womöglich widerstreitenden Fiktionen.
Danto III 43
Russischer Nihilismus/NietzscheVsNihilismus: Den russischen Nihilismus zeichnet – anders als den Schopenhauerschen Nihilismus – aus, dass es außerhalb der Welt eine Autorität gebe, von welcher der Zweck des Lebens zu erfahren sei.
Danto III 44
Nihilismus/Nietzsche/Danto: …der Mensch erreicht die abschließende Form des Nihilismus: die Ungläubigkeit gegenüber jeder sonst noch denkbaren Welt, welche metaphysisch gesehen dieser hier vorzuziehen sei. Gleichzeitig begreift er diese Welt als die einzig existente, wie sehr sie auch der Gestaltung, des Zweckes und des Wertes entbehren mag. >Werte/Nietzsche.
Danto III 46
Ewige Wiederkehr/Nietzsche/Danto: Nietzsches Nihilismus gipfelt in der Lehre von der Ewigen Wiederkunft, laut der die Welt sich endlos und genau wiederholt. Nietzsche hielt sie für eine seriöse wissenschaftliche Erkenntnis und die einzige Alternative zu jener Auffassung, laut der die Welt ein Ziel, einen Zweck oder einen Endzustand hat oder haben kann.(2)
Danto III 43
Nihilismus/Schopenhauer/Danto: der Nihilismus der Leere, als auch Schopenhauers Nihilismus, setzt eine weitverbreitete Weltanschauung voraus, der zufolge „das Ziel von außen her gestellt, gegeben, gefordert“ wird. (F. Nietzsche Nachlass, Berlin, 1999, S. 554). NietzscheVsSchopenhauer: Anstatt den Geisteszustand, welcher nach einem solchen Zweck verlangt, zu überwinden, zeigt sich dieser Nihilismus lediglich von dessen Fehlen enttäuscht. Mit seiner Überwindung wird jedwedem Pessimismus und aller Verzweiflung der Boden entzogen. Aus seinem Verdruss ob der allzu knauserigen guten Fee vermag sich der Mensch zu befreien, sobald es ihm allmählich dämmert, dass es weder eine geizige noch eine großzügige Fee gibt.
>Schopenhauer.


1. F. Nietzsche Fröhliche Wissenschaft, S. 347,, KGW V, 2, S. 264.
2. F. Nietzsche Nachlass, Berlin, 1999, S. 684.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Normen Levitsky Levitsky I 136
Normen/Politik/Levitsky/Ziblatt: Polarisierung kann demokratische Normen zerstören. Wenn sozioökonomische, ethnische oder religiöse Differenzen extrem parteilich werden, sodass sich die Gesellschaft in politische Lager spaltet, deren Weltanschauungen nicht nur unterschiedlich sind, sondern sich gegenseitig ausschließen, sind Toleranz und Achtung kaum noch aufrechtzuerhalten. Da die gegenseitige Achtung verschwindet, sind die Politiker versucht, die Zurückhaltung aufzugeben und mit allen Mitteln für den eigenen Sieg zu kämpfen. Dies kann zur Entstehung
Levitsky I 18
von systemfeindlichen Gruppen führen, die die demokratischen Regeln ganz ablehnen. >Regeln/Levitsky/Ziblatt, >Normen/Vereinigte Staaten. Levitsky/Ziblatt: Die Schwächung unserer demokratischen Normen wurzelt in einer extremen Polarisierung, die sich über politische Meinungsverschiedenheiten hinaus zu einem existentiellen Konflikt über Rasse und Kultur ausgeweitet hat. >Polarisierung/Levitsky/Ziblatt.
Notwendigkeit Husserl I 18
Notwendigkeit/Husserl: Husserl stellt die Frage nach der Erkenntnis von unbedingten Notwendigkeiten anders: Theorie der Erfahrung, die am unmittelbaren Bewusstseinserleben einsetzt (Vs philosophische Vorannahmen). Das soll über eine exemplarische Wesensbetrachtung geklärt werden. >Anschauung/Husserl, >Erfahrung/Husserl.
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" in: Eva Picardi et al., Interpretationen - Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert, Stuttgart 1992
Ordnung Descartes Foucault I 85ff
Ordnung/Descartes/Foucault: Ich erkenne nämlich die Ordnung zwischen A und B, indem ich nichts anderes betrachte, als den beiderseitigen Endpunkt. Man kann die Ordnung der Dinge "nicht in ihren Wesenheiten im einzelnen" erkennen, sondern indem man die einfachste Wesenheit, und nach dieser die nächste, entdeckt.(1) Der Vergleich dagegen verlangt mit Hilfe des Maßes zunächst eine Teilung, dann die Anwendung einer gemeinsamen Einheit.
>Einheit.
Ordnung: Vergleich und Maß bilden hier dieselbe Sache: Fortschreiten ohne Unterbrechung.
So entstehen Serien, deren erster Punkt eine Wesenheit ist, von der man unabhängig von jeder anderen eine Anschauung haben kann und wo die andere Punkt mit wachsenden Unterschieden erstellt werden.
Die Unterscheidung Identität und Unterschied löst Ähnlichkeit auf.
Der absolute Charakter, den man dem zuerkennt, was einfach ist, betrifft nicht das Sein der Dinge, sondern nur die Art auf die sie erkannt werden können.
>Erkenntnis, >Unterscheidungen, >Ähnlichkeit, >Identität, >Realität.
Neu: Der Vergleich hat nur noch die Rolle, die Anordnung der Welt zu enthüllen.
Alte Sicht: Das Spiel der Ähnlichkeit war einst unbegrenzt. Es war stets möglich, neue Ähnlichkeiten zu entdecken.
Neu: Jetzt wird eine endliche Aufzählung möglich werden.
Die Aktivität des Geistes wird nicht mehr darin bestehen, die Dinge auseinanderzurücken, sondern vielmehr darin, zu unterscheiden, d.h. Identitäten festzustellen, dann die Notwendigkeit des Übergangs zu allen Graden, die sich davon entfernen.
Letzte Konsequenz, da erkennen unterscheiden heißt: Geschichte und Wissenschaft werden voneinander getrennt.
I 89
Descartes: Wenn wir auch alle Argumente von Platon und Aristoteles gelesen hätten, hätten wir offenbar nicht Wissenschaft, sondern Geschichte gelernt. Foucault: Die Sprache zieht sich aus der Mitte der Wesen zurück, um in ihr Zeitalter der Transparenz und der Neutralität einzutreten.

1. Descartes, PHilosophische Werke I. Regeln zur Leitung des Geistes, Leipzig 1906 [Philosophische Bibliothek 26a] S. 81

Foucault I
M. Foucault
Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften Frankfurt/M. 1994

Foucault II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981
Person Kant Strawson V 142
Person/persönliche Identität/Descartes: nicht körperlich! Unser gewöhnlicher Begriff bringt sehr wohl empirisch anwendbare Kriterien für die numerische Identität eines Erfahrungssubjekts mit sich. >Kriterien/Kant.
Aber nicht durch Selbstzuschreibung. - "Ich" wird einfach kriterienlos gebraucht.
KantVsDescartes: Die einzigen Kriterien wären: "derselbe Mensch", "dieselbe Seele" - Das wäre zirkulär.
>Zirkularität, >Identität in der Zeit.
V 146
Kant: Es gibt keine innere Anschauung des Subjekts. >Subjekt/Kant, >Subjektivität/Kant, >Anschauung/Kant, vgl. >Introspektion.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Philosophie Dilthey Gadamer I 233
Philosophie/Dilthey/Gadamer: (...) die gesamte Überlieferung [wird] für das historische Bewusstsein zur Selbstbegegnung des menschlichen Geistes. Es zieht damit an sich, was den besonderen Schöpfungen von Kunst, Religion und Philosophie vorbehalten schien. Nicht im spekulativen Wissen des Begriffs, sondern im historischen Bewusstsein vollendet sich das Wissen des Geistes von sich
Gadamer I 234
selbst. Es gewahrt in allem geschichtlichen Geist. Selbst die Philosophie gilt nur als Ausdruck des Lebens. Sofern sie sich dessen bewusst ist, gibt sie damit ihren alten Anspruch auf, Erkenntnis durch Begriffe zu sein. Sie wird Philosophie der Philosophie, eine philosophische Begründung dessen, dass es im Leben Philosophie - neben der Wissenschaft - gibt. Dilthey hat in seinen letzten Arbeiten eine solche Philosophie der Philosophie entworfen, in der er die Typen der Weltanschauung auf die Mehrseitigkeit des Lebens zurückführte, das sich in ihnen auslegt.(1) Vgl. >Leben/Dilthey, >Historisches Bewusstsein/Dilthey, >Geist/Dilthey, >Lebensphilosophie/Dilthey.

1.Ges. Schriften V, 339ff u. Vlll.

Dilth I
W. Dilthey
Gesammelte Schriften, Bd.1, Einleitung in die Geisteswissenschaften Göttingen 1990

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Pluralismus Kelsen Brocker I 133
Pluralismus/Kelsen: Ohne das Wort „Pluralismus“ zu gebrauchen, lässt Kelsen eine Tendenz zu dem erkennen, was wir heute Pluralismus nennen, wenn er von einer „kritisch-relativistischen“ Weltanschauung spricht, die die Demokratie begünstigt, im Gegensatz zur „metaphysisch-absolutistischen“.(1) >Demokratie/Kelsen.

1. Hans Kelsen, »Vom Wesen und Wert der Demokratie«, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik 47, 1920/1921, 50-85 (Separatdruck: Tübingen 1920). Erweiterte Fassung: Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie, Tübingen 1929 (seitenidentischer Nachdruck: Aalen 1981), S. 101

Marcus Llanque, „Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Politische Polarisierung Levitsky Levitsky I 18
Politische Polarisierung/Levitsky: Die Schwächung unserer demokratischen Normen wurzelt in einer extremen Polarisierung, die sich über politische Meinungsverschiedenheiten hinaus zu einem existentiellen Konflikt über Rasse und Kultur ausgeweitet hat. Die Bemühungen um gleiche Rechte und Chancen in einer immer mannigfaltiger werdenden Gesellschaft haben diese Polarisierung verschärft und heimtückische Reaktionen hervorgerufen.(1) Wenn die Zusammenbrüche von Demokratien in der Geschichte uns eines lehren, dann, dass extreme Polarisierung für Demokratien tödlich sein kann.
Levitsky I 136
Polarisierung kann demokratische Normen zerstören. Wenn sozioökonomische, ethnische oder religiöse Differenzen extrem parteilich werden, sodass sich die Gesellschaft in politische Lager spaltet, deren Weltanschauungen nicht nur unterschiedlich sind, sondern sich gegenseitig ausschließen, sind Toleranz und Achtung kaum noch aufrechtzuerhalten. Manche Polarisierungen sind für die Demokratie gesund und sogar notwendig. Tatsächlich lehrt uns die Geschichte der westeuropäischen Demokratien, dass Normen selbst dann Bestand haben können, wenn Parteien durch erhebliche ideologische Differenzen getrennt sind.
Levitsky I 147
In dem Maß, in dem Demokraten und Republikaner einander als legitime Rivalen zu betrachten lernten, verflog auch die Polarisierung der Parteien und wurde durch jene Art von Politik ersetzt, die in den folgenden Jahrzehnten für die amerikanische Demokratie typisch sein sollte.(2)
Levitsky I 239
Erst nach 1965 haben sich die Vereinigten Staaten vollends demokratisiert.(3) Doch diese Entwicklung bewirkte paradoxerweise eine grundlegende Neuaufstellung der amerikanischen Wählerschaft, die erneut zu einer tiefen Polarisierung unserer Parteien führte.(4) Diese Polarisierung, die tiefer reicht als jemals zuvor seit dem Ende der Reconstruction-Ära, hat die sich auftürmende Welle der Normbrüche ausgelöst, die derzeit unsere Demokratie gefährdet.
Levitsky I 259
Politik/Levitsky/Ziblatt: Politische Führer haben angesichts einer extremen Polarisierung zwei Optionen. A. Zum einen können sie die Spaltung der Gesellschaft hinnehmen, ihr aber durch Kooperation und Kompromisse auf oberster Ebene entgegenwirken. Dies haben Politiker in Chile getan. Wie wir gesehen haben, führte der scharfe Konflikt zwischen Sozialisten und Christdemokraten 1973 zur Zerstörung der chilenischen Demokratie. In den Jahren danach war das Verhältnis zwischen den beiden Parteien von einem tiefen Misstrauen geprägt, das ihr verbindendes Ziel, die Ablehnung des Pinochet-Regimes, überlagerte.(5)
Levitsky I 261
B. Die Alternative zur Zusammenarbeit trotz Polarisierung ist die Überwindung der Polarisierung. In den Vereinigten Staaten haben Politologen eine Reihe von Wahlrechtsreformen vorgeschlagen, die die Feindschaft zwischen den politischen Lagern abmildern können: die Beendigung von Wahlbezirksmanipulationen, offene Vorwahlen, die Wahlpflicht, alternative Regeln für die Kongresswahlen, um nur einige zu nennen.(6) >Politische Polarisierung/USA, vgl. >Normen/Levitksy/Ziblatt.

1. Robert Mickey/Steven Levitsky/Lucan Ahmad Way, »Is America Still Safe for Democracy?«, in: Foreign Affairs, Mai/Juni 2017, S. 20–29.
2. Nolan McCarty/Keith Poole/Howard Rosenthal, Polarized America. The Dance of Ideology and Unequal Riches, Cambridge, Massachusetts, 2008, S. 10.
3. Mickey, Paths out of Dixie.
4. Mickey/Levitsky/Way, »Is America Still Safe for Democracy?«, S. 20–29.
5. »Interview with President Ricardo Lagos«, in: Sergio Bitar/Abraham F. Lowenthal (Hg.), Democratic Transitions. Conversations with World Leaders, Baltimore 2015, S. 85.
6. Siehe beispielsweise Nathaniel Persily (Hg.), Solutions to Political Polarization in: America, New York 2015.
Politische Polarisierung Ziblatt Levitsky I 18
Politische Polarisierung/Levitsky: Die Schwächung unserer demokratischen Normen wurzelt in einer extremen Polarisierung, die sich über politische Meinungsverschiedenheiten hinaus zu einem existentiellen Konflikt über Rasse und Kultur ausgeweitet hat. Die Bemühungen um gleiche Rechte und Chancen in einer immer mannigfaltiger werdenden Gesellschaft haben diese Polarisierung verschärft und heimtückische Reaktionen hervorgerufen.(1) Wenn die Zusammenbrüche von Demokratien in der Geschichte uns eines lehren, dann, dass extreme Polarisierung für Demokratien tödlich sein kann.
Levitsky I 136
Polarisierung kann demokratische Normen zerstören. Wenn sozioökonomische, ethnische oder religiöse Differenzen extrem parteilich werden, sodass sich die Gesellschaft in politische Lager spaltet, deren Weltanschauungen nicht nur unterschiedlich sind, sondern sich gegenseitig ausschließen, sind Toleranz und Achtung kaum noch aufrechtzuerhalten. Manche Polarisierungen sind für die Demokratie gesund und sogar notwendig. Tatsächlich lehrt uns die Geschichte der westeuropäischen Demokratien, dass Normen selbst dann Bestand haben können, wenn Parteien durch erhebliche ideologische Differenzen getrennt sind.
Levitsky I 147
In dem Maß, in dem Demokraten und Republikaner einander als legitime Rivalen zu betrachten lernten, verflog auch die Polarisierung der Parteien und wurde durch jene Art von Politik ersetzt, die in den folgenden Jahrzehnten für die amerikanische Demokratie typisch sein sollte.(2)
Levitsky I 239
Erst nach 1965 haben sich die Vereinigten Staaten vollends demokratisiert.(3) Doch diese Entwicklung bewirkte paradoxerweise eine grundlegende Neuaufstellung der amerikanischen Wählerschaft, die erneut zu einer tiefen Polarisierung unserer Parteien führte.(4) Diese Polarisierung, die tiefer reicht als jemals zuvor seit dem Ende der Reconstruction-Ära, hat die sich auftürmende Welle der Normbrüche ausgelöst, die derzeit unsere Demokratie gefährdet.
Levitsky I 259
Politik/Levitsky/Ziblatt: Politische Führer haben angesichts einer extremen Polarisierung zwei Optionen. A. Zum einen können sie die Spaltung der Gesellschaft hinnehmen, ihr aber durch Kooperation und Kompromisse auf oberster Ebene entgegenwirken. Dies haben Politiker in Chile getan. Wie wir gesehen haben, führte der scharfe Konflikt zwischen Sozialisten und Christdemokraten 1973 zur Zerstörung der chilenischen Demokratie. In den Jahren danach war das Verhältnis zwischen den beiden Parteien von einem tiefen Misstrauen geprägt, das ihr verbindendes Ziel, die Ablehnung des Pinochet-Regimes, überlagerte.(5)
Levitsky I 261
B. Die Alternative zur Zusammenarbeit trotz Polarisierung ist die Überwindung der Polarisierung. In den Vereinigten Staaten haben Politologen eine Reihe von Wahlrechtsreformen vorgeschlagen, die die Feindschaft zwischen den politischen Lagern abmildern können: die Beendigung von Wahlbezirksmanipulationen, offene Vorwahlen, die Wahlpflicht, alternative Regeln für die Kongresswahlen, um nur einige zu nennen.(6) >Politische Polarisierung/USA, vgl. >Normen/Levitksy/Ziblatt.
1. Robert Mickey/Steven Levitsky/Lucan Ahmad Way, »Is America Still Safe for Democracy?«, in: Foreign Affairs, Mai/Juni 2017, S. 20–29.
2. Nolan McCarty/Keith Poole/Howard Rosenthal, Polarized America. The Dance of Ideology and Unequal Riches, Cambridge, Massachusetts, 2008, S. 10.
3. Mickey, Paths out of Dixie.
4. Mickey/Levitsky/Way, »Is America Still Safe for Democracy?«, S. 20–29.
5. »Interview with President Ricardo Lagos«, in: Sergio Bitar/Abraham F. Lowenthal (Hg.), Democratic Transitions. Conversations with World Leaders, Baltimore 2015, S. 85.
6. Siehe beispielsweise Nathaniel Persily (Hg.), Solutions to Political Polarization in: America, New York 2015.
Politische Wahlen Sears Surowiecki I 335
Politische Wahlen/Interesse/Sears/Surowiecki: Sears Studien zeigen, dass ideologische Anschauungen in viel stärkerem Maße auf die Haltung zu Sachfragen einwirken als eigene Interessen. So haben beispielsweise konservative Wähler, die nicht im Genuss einer Krankenversicherung sind, trotzdem gegen ein
Surowiecki I 336
staatliches Krankenversicherungswesen votiert, das andererseits von Liberalen, die sich persönlich des Schutzes einer Krankenversicherung erfreuten, befürwortet wurde.(1) >Politische Wahlen/Surowiecki, Politische Wahlen/Buchanan, Politische Wahlen/Riker, Demokratie/Surowiecki.

1. David Sears und Carolyn Funk, »Self-Interest in American Opinions«, in: Jane Mansbridge (Hrsg.), Beyond Self-Interest (University of Chicago Press, Chicago 1990), S. 147-170. Siehe auch David Sears, Richard Lau, Tom Tyler und Harris Allen, »Self-Interest vs. Symbolic Politics in Policy Attitudes and Presidential Voting«, American Political Science Review 74/1980, S. 670-684.

PolSears I
David O. Sears
Jack Citrin
American Identity and the Politics of Multiculturalism Cambridge 2014

Surowi I
James Surowiecki
Die Weisheit der Vielen: Warum Gruppen klüger sind als Einzelne und wie wir das kollektive Wissen für unser wirtschaftliches, soziales und politisches Handeln nutzen können München 2005
Prinzipien Kant Vollmer I 197
Prinzipien des reinen Verstandes/Kant/Vollmer: vier Gruppen: 1. Axiome der Anschauung - Anwendbarkeit der euklidischen Geometrie auf a. Objekte, b. Zustände, und c. Prozesse.
2. Antizipationen der Wahrnehmung (a. Stetigkeit des Raums, b. Stetigkeit der Zeit, c. Stetigkeit physikalischer Prozesse).
3. Analogien der Erfahrung (a. Beharrung der Substanz, b. universelle Kausalität, c. universelle Wechselwirkung der Substanzen.
4. Postulate des empirischen Denkens überhaupt.(hier nicht Prinzipien, sondern Definitionen).
>Zeit/Kant, >Raum/Kant, >Erfahrung/Kant, >Wahrnehmung/Kant, >Wissen/Kant, >Kausalität/Kant, >Substanz/Kant, >Geometrie/Kant.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988
Prinzipien Leibniz Holz I 47
Prinzip/Beweis/Leibniz: von den Prinzipien der Identität und der Erfahrung (Mannigfaltigkeit wird von mir wahrgenommen) kann bewiesen werden, 1. dass ein Beweis ihrer unmöglich ist,
2. dass alle anderen Sätze von ihnen abhängen. (Wenn sie nicht wahr sind, gibt es überhaupt keine Erkenntnis).
>Beweis/Leibniz.
I 47
Identitätsprinzip/Leibniz: ist nicht aus den Sinnen abgeleitet, sondern mit den Sinnen gesetzt. >Identitätsprinzip/Leibniz.
I 56
Reflexive Prinzipien/Leibniz: 1. die Annahme, dass der Syllogismus gültig ist, 2. dass der Widerspruch widersinnig ist.
I 57
Das ist aber formal und führt noch nicht zu inhaltlicher positiver Setzung des material Wahren.
I 66
Vernunftwahrheiten/Leibniz: Hier gibt es zwei große Prinzipien: 1. Das Prinzip der Widerspruchsfreiheit
2. das Prinzip des bestimmenden Grundes. (zureichender Grund).
>Begründung/Leibniz.
I 67
"Obgleich diese bestimmenden Gründe meist nicht hinlänglich bekannt sind, so sehen wir doch ein, dass sie vorhanden sind!" Die Einsicht in die Existenz des Grundes ist a priori, denn der Grund ist nichts anderes als das Insein (inesse) des Bestimmungsmoments in der entsprechenden Tatsache. (>ratiocinatio: Reduktion auf identische Sätze).
I 77
Axiom: Varietätsprinzip: "Ich nehme Verschiedenes wahr" (varia a me percipiuntur). Das ist unbezweifelbar durch die unmittelbare Anschauung. Das ist als Empirie nicht beweisbar, aber auch nicht beweispflichtig, da es unmittelbar gegeben ist. (>Gegebenes). Daraus folgt dann: wenn das Sein der Welt im Ganzen notwendig ist, ist "jedes Kontingente auf gewisse Weise notwendig".
Holz: Notwendigkeit ist damit übergreifend über Kontingenz.
I 125
Vollkommenheit/Existenz/Leibniz: Bsp Angenommen, A,B,C,D seien gleichrangig, aber D mit A und B unverträglich, die anderen aber alle untereinander verträglich außer mit D, dann folgt, dass A,B und C unter Ausschluss von D existieren. Das ist das Prinzip der Kompossibilität.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Qualitäten Kant Strawson V 52
primäre Qualitäten/BerkeleyVsLocke: wenn wir von Farbe und Härte und allem Empfindungsmäßigen abstrahieren, behalten wir keine Begriffe sondern nur leere Worte zurück. Kant: "reine Anschauungen" sind etwas ganz anderes als "primäre Qualitäten".
>Anschauungen/Kant.

Adorno XIII 39
Qualitäten/Vermittlung/Kant/Adorno: Kant hat versucht, auch die sogenannten objektiven, die primären Qualitäten in das Subjekt hineinzunehmen, allerdings nicht als sinnliche Momente zu fassen, sondern sie abzuleiten aus dem Zusammenhang des Bewusstseins, aus kategorialen Formen. Das ist ein Beispiel für vermittelndes Denken. >Subjekt/Kant, >Wissen/Kant, >Sinneseindrücke, >Wahrnehmung/Kant, >Erfahrung/Kant.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Rationalismus Rorty I 167
Def Rationalismus/Rorty: reduziert Empfindungen auf Begriffe. Def Empirismus/Rorty: strebt die umgekehrte Reduktion an.
Lösung: Unterscheidung:
a) Anschauung: ist die Quelle unseres Wissens kontingenter Wahrheiten
b) Begriff: ist die Quelle unseres Wissens für notwendige Wahrheiten.
Dann gibt es keinen Konflikt zwischen Rationalismus und >Empirismus.
>Kontingenz, >Notwendigkeit, >Wissen, >Reduktion, >Reduktionismus.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Rationalität Freud Rorty III 63
Bewusstsein/Kant/Rorty: Kants Auffassung vom Bewusstsein macht das Selbst zum Gott. >Selbst, >Bewusstsein. Bewusstsein spaltet uns in zwei Teile, einen »vernünftigen«, der bei uns allen gleich ist, und den empirischen, kontingenten. >Vernunft.
III 65
Rationalität/Freud/Rorty: Freud behandelt Rationalität dagegen als einen Mechanismus, der Kontingenzen anderen Kontingenzen anpasst. Freud/Rorty: schon Platons Staat behauptet, die Stimme des Gewissens sei die verinnerlichte Stimme der Eltern und der Gesellschaft. >Ethik, >Moral.

Rorty V 67/68
Rationalität/traditionelle Philosophie/Tradition/Rorty: [Die Tradition] glaubt tatsächlich, im tiefsten Innern (auch des Peinigers) gebe es einen Kern der Rationalität, an den ich immer appellieren könne. Freud: nennt das »die fromme Weltanschauung«.

Freud I
S. Freud
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse Hamburg 2011

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Raum Leibniz Holz I 132
Raum/Leibniz: ist die Ordnung. Er ist kein Ansichseiendes, sondern die Struktur einer materiellen Vielheit, die ihrerseits das eigentliche substantielle Ansich im sich selbst beschränkenden Wesen der ursprünglichen Kraft besitzt. Es gibt keinen (unendlichen) "leeren Raum". Die Vorstellung davon wäre eine zwecklose Handlung: arbeiten, ohne etwas damit zu tun. Für niemand ergäbe sich eine beobachtbare Veränderung.
Der Raum erscheint nur in der gegenseitigen Repräsentation.
Räumlichkeit ist etwas anderes als Raum.
Raum und Zeit sind etwas Ideales.
Vgl. >Raum/Kant, vgl. >Relationismus, >Substantivalismus.
I 133
Raum außerhalb der Welt ist nur imaginär. (Schon die Scholastik vertrat diese Ansicht). Raum/Leibniz: die Anordnung der Dinge bewirkt in der Perzeption die Erscheinung von Raum.

Erscheinung/"wohlgegründet"/Leibniz: die Erscheinung von Raum ist "wohlgegründet" wenn sie auf die Vielheit der Dinge zurückbezogen wird.
Raum ist "imaginär" oder "ideal" wenn die Vielheit als Ansich isoliert von den Dingen gesehen wird. (s) z.B. als Menge?

Bewegung/Leibniz: etwas tritt an den Platz von etwas anderem. ((s) Nicht an die Stelle eines vorher "leeren Raums").
I 134
Das, was alle diese Plätze umfasst, heißt "der Raum". Dafür braucht man auch keine "absolute Realität" von Raum anzunehmen. Raum/Zeit/LeibnizVsKant: Inbegriff möglicher Verhältnisse, aber nicht als Anschauungsformen, sondern real ontologisch als Strukturen des Verhältnisses der materiell Ansichseienden zueinander.
Ansich/Leibniz: ist die Kraft. Zwei Aspekte:
1. Intensional als Kraftpunkt
2. Extensional in den Wirkungen.
>Intension/Leibniz, >Extension.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Regelfolgen Wittgenstein Newen I 35
Regelfolgen/Wittgenstein/Newen/Schrenk: ist eine Kompetenz. - Ohne Begründung oder Überlegung. Regel: wird nicht festgesetzt, sondern ist etwas, an das wir uns gebunden fühlen. - VsWittgenstein: Problem: Unbestimmtheit der Verwendungsweisen. >Regeln. ((s) Für die philosophische Diskussion über Wittgensteins Theorie des Regelfolgens siehe >Kripkes Wittgenstein.)

Stegmüller IV 120
Regelfolgen/Wittgenstein: Behauptbarkeitsbedingungen für privates Regelfolgen sind unmöglich, da eine Gemeinschaft nicht vorhanden ist. >Behauptbarkeitsbedingungen, >Gemeinschaft.
Hintikka I 243
Regel/Philosophische Untersuchungen/Wittgenstein: Regelfolgen ist nichts weiter als Handeln in Übereinstimmung mit einer Regel. Diese Ansicht lehnt Wittgenstein zunächst entschieden ab: im Blauen Buch verwirft er die Anschauung, das Lehren der Sprache sei ein bloßer Drill.
Beim logisch durchdachten Sprachgebrauch gilt, "dass die Regel in das Verstehen, Gehorchen etc. einbezogen ist, wenn das Symbol für die Regel Teil der Berechnung bildet."
Vs: Problem: Damit gibt sich Wittgenstein auf die Dauer nicht zufrieden, weil es zum Regress führt. Woher wissen wir denn, dass wir den Zeichen richtig folgen? Was heißt es, dem Zeichenausdruck einer Regel zu folgen?
I 244
Später, Philosophische Untersuchungen §§ 143-242: Einer Regel folgen ist analog dem: einen Befehl befolgen. >Befehle. Man wird dazu abgerichtet und man reagiert auf ihn in bestimmter Weise.
Problem: Wie, wenn nun der eine so, der andere anders auf Befehl und Abrichtung reagiert? Wer hat dann Recht? Die gemeinsame menschliche Handlungsweise ist das Bezugsystem (d.h. nicht Handlungsweise, die der ganzen Menschheit gemeinsam wäre, im Gegenteil, seine Schriften enthalten viele Hinweise, dass Wittgenstein in Bezug auf Sprache und Kultur Relativist ist.)
Mit dieser letzten Bemerkung gibt Wittgenstein eine andere Antwort als im Blauen Buch oder den Philosophischen Bemerkungen.
Regel/Regelfolgen/spät/Wittgenstein/Hintikka: neu: Besteht der Verdacht, dass jemand der Regel nicht wirklich folgt, sondern nur ((s) zufällig) in Übereinstimmung mit ihr handelt, will Wittgenstein später nicht die Frage aufwerfen, ob dem Betreffenden eine bestimmte Zeichenformulierung vorschwebt, oder welche Rolle eine bestimmte Kodifizierung der Regel spielt. Darauf will er mit der späten Formulierung hinaus: "Gott, wenn er in unsere Seelen geblickt hätte, hätte dort nicht sehen können, von wem wir sprachen."
I 245
Ob ich vielleicht aus Angst statt entsprechend der Regel handle (mit gleichem Resultat) stelle ich nicht fest, indem ich in meine Seele blicke, sondern: indem ich frage: "Ist er überhaupt dazu abgerichtet worden, Befehlen Folge zu leisten? Letztlich kann sich die Antwort nur aus dem gemeinschaftlichen Rahmen der Verhaltensweisen ergeben, die dem anderen und mir gemeinsam sind. Sprachspiel/Wittgenstein/Hintikka: diesen umfassenderen Horizont nennt Wittgenstein nun Sprachspiel. Nur vor diesem Hintergrund lassen sich Fragen des Regelfolgens sinnvoll stellen.
Die Aufgabe der tatsächlich gespielten Sprachspiele lässt sich nicht durch Regeln erfüllen, insoweit es bei diesen auf ihren sprachlichen oder symbolischen Ausdruck ankommt.
I 257
Das Regelfolgen lässt sich nur in Bezug auf Sprachspiele begreifen. >Sprachspiele. Bestimmte psychologische Wörter bringen keine Bewusstseinsvorgänge zum Ausdruck: z.B. "verstehen", in dem Ausdruck "eine Regel verstehen". >Bewusstsein.
I 267
Das Regelfolgen basiert nicht auf Kriterien.
I 311
Regelfolgen/Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen § 202: "Der Regel folgen" ist eine Praxis. Und der Regel zu folgen glauben ist nicht der Regel folgen."
II 111
Regelfolgen/Wittgenstein: "Regeln befolgen" ist ein mehrdeutiger Ausdruck. 100 Striche auf der Tafel sind im Gesichtsraum 101 Strichen ganz gleich.
II 121
Regelfolgen/Regel/Spiel/Wittgenstein: wenn man die Regeln für ein Spiel festsetzt, dann folgt man ihnen beim Spielen nicht wirklich. Schach spielt man nicht mit ständiger Bezugnahme auf die Regeln. Man kann aber nicht sagen, entweder sei man bloß ein Papagei oder man schlage die Regeln nach. Die Sache ist viel komplizierter. Weshalb nennt man primitive Spiele ohne Regeln Spiele?
II 265
Reihe/Folgen/Wittgenstein: Wissen, wie die Fortsetzung geht, ist niemals nur das Sehen einer Formel - zusätzlich braucht man die Erfahrung, dass er die Reihe fortsetzt.
VI 161
Regelfolgen/Wittgenstein/Schulte: ist eine Praxis, daher kann man einer Regel "nicht privat folgen". sonst wäre "der Regel zu folgen glauben" dasselbe wie tatsächlich der Regel zu folgen.
VI 194
Regelfolgen/privat/Wittgenstein/Schulte: es ist nicht sinnvoll zu sagen, ein Mensch sei ein einziges Mal einer Regel gefolgt. Sie müsste schon Bestandteil einer institutionalisierten Praxis sein. Aber es ist schon so, dass einige Autoren, z.B. Descartes eine ähnliche Position vertreten haben (>Privatsprache/Wittgenstein).

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Relativismus Rorty I 304
Relativismus: Die Behauptung, Wahrheit und Referenz seien »relativ auf ein Begriffssystem«, klingt so, als sage sie mehr. Aber das ist so lange nicht der Fall, als unser Begriffssystem schlicht für das steht, was wir gegenwärtig glauben. >Konvention, >Sprachgemeinschaft.

II (b) 36
RortyVsHabermas: Habermas braucht einen archimedischen Punkt, um Foucault für seinen »Relativismus« zu kritisieren. >HabermasVsFoucault, >Habermas, >Foucault.

II (g) 152
Kulturrelativismus: Der Kulturrelativismus ist gar nicht relativistisch, sofern Relativismus auf die Behauptung hinausläuft, jede moralische Anschauung sei genauso gut wie jeder andere. >Kulturrelativismus.
Rorty: Unsere moralische Anschauung ist sehr viel besser als jede Konkurrenzanschauung.
a) Es ist eine Sache, die falsche Behauptung aufzustellen, zwischen uns und den Nazis gebe es keinen Unterschied.
b) Eine ganz andere Sache ist es, die richtige Behauptung zu vertreten, dass es keinen neutralen gemeinsamen Boden gibt, auf den ein Nazi und ich sich zurückziehen können, um zu diskutieren.

III 87
Schumpeter: »Die Einsicht, dass die Geltung der eigenen Überzeugungen nur relativ ist, und dennoch unerschrocken für sie einzustehen, unterscheidet den zivilisierten Menschen vom Barbaren.« Isaiah Berlin: Mehr darf man nicht verlangen. >Isaiah Berlin, >Josef A. Schumpeter.

IV (a) 11
Relativismus/Kulturrelativismus/RortyVsPutnam: Falsche Lösung: einen transkulturellen Standpunkt einzunehmen. - Das wäre nur ein weiterer Gottesstandpunkt: ideale Wahrheit als Grenzbegriff. >Relativismus/Putnam, >Wahrheit/Putnam.

V 20
Kulturen haben keine axiomatischen Strukturen. Dass sie institutionalisierte Normen haben, besagt eigentlich das gleiche wie Foucaults These: dass Erkenntnis und Macht nie voneinander getrennt werden können. Wenn man zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort nicht an bestimmte Dinge glaubt, muss man es wahrscheinlich büßen. >Kultur, >Normen.

VI 74
Relativismus/Realismus/PutnamVsRealismus/PutnamVsRelativismus/Rorty: Realismus und Relativismus gehen beide davon aus, man könnte gleichzeitig innerhalb und außerhalb der Sprache stehen.
VI 77f
Faschismus/Relativismus/Wahrheit/Sartre/Rorty: Bsp Morgen nach meinem Tode können Menschen beschließen, den Faschismus einzuführen - dann wird der Faschismus die menschliche Wahrheit sein. RortyVsSartre: nicht die Wahrheit; die Wahrheit wäre in Vergessenheit geraten. Putnam: Wahrheit ist die dritte Instanz zwischen den Lagern.
RortyVsPutnam: Es geht Richtigkeit statt Wahrheit - und zwar nach unseren Normen. - Nach welchen denn sonst, denen der Faschisten?
>Normen/Rorty, >Richtigkeit.
VI 79
Begründung der Normen/Rorty: Ihre Begründung erwächst aus unserer Selbstverbesserung.
VI 246
Kulturrelativismus/Rorty: Ich bin schon der Meinung, dass unsere westliche Kultur über anderen steht. Diese Art von Relativismus ist aber kein Irrationalismus. Man braucht kein Irrationalist zu sein, wenn man darauf verzichtet, das eigene Netz von Überzeugungen so kohärent und durchsichtig wie möglich zu gestalten. >Kulturrelativismus, vgl. >Westlicher Rationalismus.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Religion Nietzsche Danto III 201
Religion/Sklavenmoral/Herrenmoral/Nietzsche/Danto: Der Sklave fürchtet nicht nur die Bosheit des Herren und bauscht sie auf: er verübelt (Ressentiment) die Stärke des Herrn ebenso wie seine eigenen verhältnismäßige Ohnmacht. Er kann seine Feindseligkeit nicht auf den Wegen ausagieren, die den Aristokraten offenstehen. Strategie des Sklaven: den Herren dazu zu bringen, dass er die Wertetafel des Sklaven akzeptiert und sich selbst aus der Perspektive des Sklaven einschätzt. Schließlich wird der Herr in seinen eigenen Augen böse.
Danto: Die Umwertung der Werte wird durch die Arbeit der Religion möglich. Durch die Religion wurden die Starken unter das Joch einer beschränkten Menge von Geboten gebeugt, die sie grausamerweise erleiden mussten. Die Religion fungierte als ein Mittel zur Rache, das die Unwilligen demütig aufgriffen. Als er noch mächtig war, hatte der Aristokrat stets anderes hochgeschätzt.
Danto III 202
Durch sein Verhalten zeigte der Aristokrat zunächst Verachtung für die Weltanschauung der (christlichen) Religion und für die Absichten des priesterlichen Grolls. >Christentum/Nietzsche.
Nun sind die Priester die bösesten Feinde, weil sie die ohnmächtigsten sind.(1) Sie kultivieren das Ressentiment bis zu seinem höchsten Grad. Ihre Umwertung der Werte ist letztlich ein Akt der geistigsten Rache.(2)
Danto III 221
Religion/Tradition/Danto: Viele Religionen behaupten, wir stünden vor unserem Gott wie eine Nachkommenschaft vor ihrem Vater, sie behaupten, wir würden dem göttlichen Erzeuger alles schulden, was wir haben oder sind. >Gott/Nietzsche.
Danto III 222
Nietzsche: In der Geburt der Tragödie entwickelt Nietzsche den Gedanken, dass der griechische Olymp erfunden wurde, um das Leiden zu mildern, und nicht, um derart zu ihm beizutragen, wie es die christliche Gottesvorstellung angesichts der menschlichen Qualen getan hat – den Willen des Menschen, sich schuldig zu finden, zu bestärken.(3)
Danto III 231
Religion/Nietzsche/Danto: Die asketischen Ideale werden lediglich durch das religiöse Leben veranschaulicht; und die Religion selbst wird nur durch dasjenige veranschaulicht, was man in der Umgangssprache Religionen nennt. Es gibt Formen der Religion im weiteren Sinne, die antireligiös im engeren Sinne sind. Ein Mensch mag religiös im weiteren Sinn und antireligiös im engeren Sinn sein, wenn er die Religion im Namen von irgendetwas anderen in Zweifel zieht; sei dies nun die Vernunft, die Wissenschaft, die historische Kritik oder aber die Wahrheit. Durch das Verschreiben an solche höheren Ziele werden die Menschen zu verkappten Asketen, zu personae der religiösen Triebkräfte, die sich nur gelegentlich in wirklichen religiösen Formen zu erkennen geben.(4)
Danto III 232
Wissenschaft/Glauben/Religion/Nietzsche/Danto: In der Fröhlichen Wissenschaft fragt Nietzsche 1886, inwiefern wir noch fromm sind. Die Antwort lautet, dass wir es insofern s9nd, als wir weiterhin an die Wahrheit glauben.(5) Nietzsche: Man sieht, auch die Wissenschaft ruht auf dem Glauben, es gibt gar keine ‚voraussetzungslose‘ Wissenschaft.(6)
Danto: Es ist nach Nietzsche für die Wissenschaft notwendig dass es eine Ordnung und eine Realität gibt, welche sie zu entdecken versuchen muss.
>Wissenschaft/Nietzsche.
Nietzsche: …insofern er diese ‚andere Welt‘ bejaht, muss er nicht eben damit ihr Gegenstück, diese Welt, unsere Welt – verneinen…? …Dann ist es immer noch ein metaphysischer Glaube, auf dem unser Glaube an die Wissenschaft beruht….der Glaube Plato’s, dass Gott die Wahrheit ist, dass die Wahrheit göttlich ist…(7)
>Wahrheit/Platon, >Gott/Platon.

1. F. Nietzsche, Zur Genealogie der Moral, KGW VI. 2, S. 280.
2. Ebenda, S. 281
3. Ebenda, S. 348f). 4. F. Nietzsche Jenseits von Gut und Böse, VI. 2, S. 429f.
5. F. Nietzsche Die Fröhliche Wissenschaft, KGW V. 2, S. 256.
6. Ebenda, S. 257.
7. Ebenda S. 259

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Schönheit Kant Gadamer I 50
Schönheit/Kant/Gadamer: die Lehre Kants von der freien und anhängenden Schönheit(1) [ist] merkwürdig und vielumstritten. Kant diskutiert hier den Unterschied des „reinen“ und des „intellektuierten“ Geschmacksurteils, der dem Gegensatz der "freien" und der (einem Begriffe) „anhängenden“ Schönheit entspricht. Reine Schönheit des reinen Geschmacksurteils/Kant: Bsp die freie Naturschönheit und - im Bereich der Kunst - das Ornament.
„Anhängende“ (begrifflich bestimmte) Schönheit/Kant: Bsp Mensch, Tier, Gebäude.
Gadamer I 51
Gadamer: (...) so ist damit indirekt umschrieben, was alles ein „Objekt unter einem bestimmten Begriffe« vorstellt und deshalb zur bedingten, unfreien Schönheit zu zählen ist: das ganze Reich der Poesie, der bildenden Kunst und der Baukunst, ebenso wie alle Naturdinge, die wir nicht derart auf ihre Schönheit allein hin ansehen wie die Zierblume. >Kunstwerk/Kant, >Naturschönes/Hegel.
Gadamer I 52
Begriffliche Schönheit/Kant/Gadamer: (...) gewiss ist nicht dort von Schönheit die Rede, wo ein bestimmter Begriff des Verstandes durch die Einbildungskraft schematisch versinnlicht wird, sondern nur da, wo die Einbildungskraft mit dem Verstande in freier Übereinstimmung ist, d. h. wo sie produktiv sein kann. Aber dies produktive Bilden der Einbildungskraft ist am reichsten nicht dort, wo sie schlechthin frei ist, (...) sondern dort, wo sie in einem Spielraum lebt, den das Einheitsstreben des Verstandes ihr nicht so sehr als Schranke aufrichtet, wie zur Anregung ihres Spieles vorzeichnet.
Ideal der Schönheit/Kant: Ein Ideal der Schönheit gibt es (...) nur von der menschlichen Gestalt: in dem ‚Ausdruck des Sittlichen‘ „ohne welches der Gegenstand nicht allgemein gefallen würde«. Beurteilung nach einem Ideale der Schönheit ist dann freilich, wie Kant sagt, kein bloßes Urteil des Geschmacks.
Gadamer I 53
Nur von der menschlichen Gestalt, gerade weil sie allein einer durch einen Zweckbegriff fixierten Schönheit fähig ist, gibt es ein Ideal der Schönheit! Diese von Winckelmann und Lessing(2) aufgestellte Lehre gewinnt in Kants Grundlegung der Ästhetik eine Art Schlüsselstellung. Denn gerade an dieser These zeigt sich, wie wenig eine formale Geschmacksästhetik (Arabeskenästhetik) dem kantischen Gedanken entspricht.
Normalidee/Kant: Die Lehre vom Ideal der Schönheit gründet sich auf die Unterscheidung von Normalidee und Vernunftidee Oder Ideal der Schönheit. Die ästhetische Normalidee findet sich bei allen Gattungen der Natur. Wie ein schönes Tier (...) auszusehen hat, das ist ein Richtmaß der Beurteilung des einzelnen Exemplars. Diese Normalidee ist also eine einzelne Anschauung der Einbildungskraft als das »zwischen allen einzelnen Individuen schwebende Bild der Gattung«. Aber die Darstellung solcher Normalidee gefällt nicht durch Schönheit, sondern bloß, »weil sie keiner Bedingung, unter welcher allein ein Ding dieser Gattung schön sein kann, widerspricht«. Sie ist nicht das Urbild der Schönheit, sondern bloß der Richtigkeit.
Menschliche Gestalt: Das gilt auch von der Normalidee der menschlichen Gestalt. Aber an der
menschlichen Gestalt gibt es ein wirkliches Ideal der Schönheit in dem „Ausdruck des Sittlichen“. (...) man nehme das zusammen mit der späteren Lehre von den ästhetischen Ideen und der Schönheit als Symbol der Sittlichkeit. Dann erkennt man, daß mit der Lehre vom Ideal der Schönheit auch der Ort für das Wesen der Kunst vorbereitet ist.
Gadamer I 54
Gadamer: Was Kant sagen will, ist offenbar dies, daß bei der Darstellung der menschlichen Gestalt der dargestellte Gegenstand und das, was als künstlerischer Gehalt in dieser Darstellung zu uns spricht, eines sind. Es kann keinen anderen Gehalt dieser Darstellung geben, als schon in Gestalt und Erscheinung des Dargestellten zum Ausdruck kommt.
Gadamer I 55
Ideale/Kant/Gadamer: Gerade mit jener klassizistischen Unterscheidung von Normalidee und Ideal der Schönheit vernichtet Kant die Grundlage, von der aus die Vollkommenheitsästhetik in der vollendeten Sinnfälligkeit jegliches Seienden seine unvergleichbar einzigartige Schönheit findet. Jetzt erst vermag „die Kunst“ zu einer autonomen Erscheinung zu werden. >Kunst/Kant, >Kunst/Hegel.
Gadamer I 492
Schönheit/Kant/Gadamer: Kants grundlegende Bestimmung des ästhetischen Wohlgefallens als eines interesselosen Wohlgefallens meint nicht nur das Negative, dass der Gegenstand des Geschmacks weder als nützlich gebraucht, noch als gut begehrt wird, sondern sie meint positiv, dass das „Dasein“ dem ästhetischen Gehalt des Wohlgefallens, dem „reinen Anblick“ nichts hinzufügen kann, weil eben das ästhetische Sein Sichdarstellen ist. Moral: Erst vom moralischen Standpunkt aus gibt es ein Interesse am Dasein des Schönen, z. B. an dem Gesang der Nachtigall, dessen täuschende Nachahmung nach Kant etwas moralisch Beleidigendes ist.
Wahrheit/GadamerVsKant: Ob aus dieser Verfassung des ästhetischen Seins wirklich folgt, dass
Wahrheit hier nicht gesucht werden dürfe, weil hier nichts erkannt werde, ist freilich die Frage, Wir haben in unseren ästhetischen Analysen die Enge des Erkenntnisbegriffs bezeichnet, der Kants Fragestellung hier bedingt, und hatten von der Frage nach der Wahrheit der Kunst aus den Weg in die Hermeneutik gefunden, in der sich Kunst und Geschichte für uns zusammenschlossen. >Hermeneutik/Gadamer.


1. Kant, Kritik der Urteilskraft, § 16ff.
2. Lessing, Entwürfe zum Laokoon Nr. 20 b; in Lessings Sämtl. Schriften ed. Lachmann, 1886ff., Bd. 14, S. 415.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Sinn Kant I 42
»Innerer Sinn«/Kant: hier finde ich, was ich von mir in der Körperwelt nicht finde: Vorstellungen, Begierden, Wünsche, Ängste, Affekte. Denken: das denkende Subjekt ist nicht körperlich.
Innerer Sinn: hier lassen sich nur meine Bestimmungen anschauen, nicht mein absolutes Subjekt-Sein.
Absolutes Subjekt: zeigt sich nicht im inneren Sinn.
Substantialität, Einfachheit und Identität.
Introspektion (innere Anschauung) liefert keine Erkenntnis von mir als einer einfache und substantiellen Seele.
>Subjekt/Kant, >Wahrnehmung/Kant, >Erfahrung/Kant, >Ideen/Kant, >Denken/Kant, >Gefühle/Kant; vgl. >Introspektion.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03
Spontaneität Kant Bubner I 107
Spontaneität/Kant/Bubner: des Verstandes. ist in doppelter Weise auf die Rezeptivität der Sinnlichkeit angewiesen: 1. wird Anschauungsmaterial herangeschafft, das die Reinheit der Verstandeshandlung konkret beschränkt.
2. stößt die durch keine fremden Faktoren ausgelöste Handlung dort an die Grenze ihrer Freiheit, wo sie der Kontingenz einer material beschaffenen Erfahrung überhaupt ausgeliefert ist.
Spontaneität steht als solche noch nicht unter Bedingungen, wie sie erst durch Rücksichtnahme auf die erkenntnisermöglichende Rolle ins Spiel kommen.
Die Erforschung der Spontaneität braucht sich bloß an den Handlungscharakter zu halten.

Adorno XIII 67
Spontaneität/Kant/Adorno: alles das, was Denken impliziert, was eine Art von Anstrengung, eben eine Tätigkeit bedeutet und worin Willkür steckt, worin Freiheit steckt. Ob ich denke, und sei es das Allereinfachste, (…) hängt (…) bis zu einem gewissen Grad von der Anstrengung ab, die ich dabei vollbringe.
Adorno XIII 68
Bewusstsein/Geist/Kant/Adorno: Wenn das tätige Bewusstsein schlechthin, wenn es Geist schlechthin sein soll, dann wird die Schranke des individuellen Bewusstseins aufgegeben. Der Gedanke von dem Geist als einem absolut Tätigen ist zwar angelegt in Leibniz und Kant hat ihn unmittelbar von Leibniz übernommen, aber er ist dem älteren Rationalismus gerade fremd.
>Denken/Kant, >Bewusstsein/Kant, >Rationalismus, >Leibniz.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Sprache Evans Dummett I 11
Sprache/Evans: Sprache ist durch Denkmodi erklärbar. DummettVsEvans: Es ist genau umgekehrt! (Frege dito): Denkmodi werden durch Sprache erklärt.
Sprache/Evans/Dummett: Neue Strömung: Gareth Evans macht geltend, die Sprache könne nur mit Hilfe von Begriffen für verschiedene Typen von Gedanken erklärt werden, die unabhängig von ihrem sprachlichen Ausdruck betrachtet werden.
Evans macht in seinem Buch "Varieties of reference" den Versuch, jeweils verschiedene Weisen des Denkens an einen Gegenstand sprachunabhängig zu analysieren, um dann verschiedene sprachliche Mittel der Bezugnahme mit Hilfe dieser Weisen des Denkens an den Gegenstand zu erklären.

DummettVsEvans: Daher ist Evans für mich kein analytischer Philosoph mehr. Die analytische Philosophie entstand, sobald die "Wendung zur Sprache" vollzogen war. Frühestes Bsp: Freges Grundlagen der Arithmetik, 1884.

Beispiel Zahlen: Kantische Frage: "Wie soll uns denn eine Zahl gegeben sein, wenn wir keine Anschauung von ihr haben können?"
Freges Antwort beruht auf seinem bekannten Kontextprinzip. Dieses ist jedoch als bestimmender Grundsatz einer Erkundung der Sprache formuliert, nicht als Richtschnur zur Untersuchung von Denkmodi (Wie Evans vorschlägt).

DummettVsEvans: Wenn es Denken an einen Gegenstand nur gäbe, wenn man mit Bezug auf diesen Gegenstand etwas spezifisches denkt, dann hätte Freges Antwort gelautet, die Zahlen seien dadurch gegeben, dass wir vollständige Gedanken über sie erfassen.
Kontextprinzip: Worte haben nur im Satz eine Bedeutung. (Frege: "Sinn"). Dummett: Für Frege soll eine erkenntnistheoretische Frage (der eine ontologische zugrunde liegt) durch eine sprachbezogene Untersuchung beantwortet werden.

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Evans I
Gareth Evans
"The Causal Theory of Names", in: Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 47 (1973) 187-208
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Evans II
Gareth Evans
"Semantic Structure and Logical Form"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Evans III
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Strukturalismus Foucault II 9ff
Strukturalismus/Foucault: dass man gewisse Probleme woanders wiederfindet, z. B. der Ethnologie, Linguistik, Ökonomie, kann man kann man will, Strukturalismus nennen. Sie sind aber nicht von einem Gebiet in das andere importiert worden, sondern haben ihren Ursprung im Feld der Geschichte selbst.
Alte Sicht: das Subjekt hatte eine Stifterfunktion. Ihr Korrelat: die kontinuierliche Geschichte als Garantie, dass alles was dem Subjekt entgangen ist, ihm wiedergegeben werden kann. Die Zeit wird als Totalisierung begriffen und die Revolutionen sind darin stets nur Bewusstwerdungen.
Was man nun beweint, ist nicht so sehr das Verschwinden der Geschichte, sondern das ihrer Form. Man bemerkt sogar, dass Marx oder Nietzsche nicht die Sicherheit dessen garantieren, was man ihnen anvertraut hatte.
FoucaultVsAnthropologismus: es geht nicht um Idealtypen, Weltanschauungen, kulturelle Totalitäten, Epochen, die jeweils auf den Menschen bezogen sind. (II 28).
II 9ff
Archäologie/Foucault: dieses Buch fragt nicht nach der Struktur, sondern nach dem Feld, in dem sich die Fragen nach dem menschlichen Sein, den Bewusstsein, dem Ursprung und dem Subjekt manifestieren, überkreuzen und spezifizieren. Aber zweifellos hätte man nicht unrecht, wenn man sagte, dass sich auch da das Problem der Struktur stellt. >Archäologie/Foucault.
II 283f
Strukturalismus/Foucault: ich habe das Unterfangen nicht über seine legitimen Grenzen hinausführen wollen. In »die Ordnung der Dinge« habe ich den Terminus Struktur nicht ein einziges Mal gebraucht. Strukturalismus: Denkbild: unser Spiel von Deplazierungen und Unterschätzungen wendet sich schräg an alle jenen Formen von Strukturalismus, die man durchaus tolerieren muss.

Foucault I
M. Foucault
Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften Frankfurt/M. 1994

Foucault II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981
Terminologien Adorno Grenz I 14
Adorno/Terminologie/Grenz: Physiognomisch: ausdrückend
Negierend: bestimmt.
>Negation/Adorno.
Grenz I 31
Soziologie/Freud/Grenz: angewandte Psychologie AdornoVsFreud: „Die Gesellschaft ist keine von Menschen unmittelbar, sondern die Beziehungen zwischen diesen haben sich verselbständigt, treten allen Einzelnen übermächtig entgegen.(1)
Grenz I 39
Verdinglichung/Terminologie/Lukàcs/Grenz: Lukàcs macht Marx‘ Begriff der Abstraktion im Tauschwert unter dem Namen der Verdinglichung einer breiten Öffentlichkeit vertraut. >Verdinglichung, >G. Lukács.
Grenz I 65
Innervieren/Terminologie/Adorno/Grenz: subjektiv, aber physisch vermittelt auf Geschichte reagieren, den historischen Stand von Rationalität und Subjektivität wahrnehmen. >Ästhetische Urteile.
I 65
Konstellation/Terminologie/Adorno/Grenz: das Geschichtliche, das innerviert wird, heißt bei Adorno gesellschaftliche oder ästhetische Konstellation.
Grenz I 69
Tradition/Adorno/Grenz: Tradition ist das, was als scheinbar natürliches Implikat des Möglichen in die Gegenwart hineinragt: das „gegenwärtige Vergessene“(2) >Geschichte/Adorno.
I Grenz 129
Positivität/Terminologie/Adorno: Positivität wird als Widerspruch von Anspruch und Sein aufgefasst.
Grenz I 195
Aura/Terminologie/AdornoVsBenjamin/Grenz: Benjamins Kriterium für Aura wird von Adorno modifiziert. Nicht die unmittelbare Gewissheit der Echtheit eines einmalig Gegebenen, sondern sein Gehalt soll die Aura eines Werks ausmachen. Das ist eine Erweiterung des Begriffs. Sie wird nötig, weil dem Begriff der Echtheit der Begriff des das Echte hervorbringenden Subjekts eingeschrieben ist. >W. Benjamin.

1. Th.W. Adorno. Gesammelte Schriften Bd. 8 p. 89.
2. Th.W. Adorno. Philosophie der Neuen Musik p. 117f.

XII 118
Weltanschauung/Adorno: Vorstellungen vom Wesen und vom Zusammenhang der Dinge, die sich messen an dem subjektiven Bedürfnis nach Einheit, nach Erklärung. Mit anderen Worten, die zum System erhobene Meinung.
XII 119
Während Kant niemals von „meiner Philosophie“ spricht, tun dies Fichte, Schopenhauer und selbstverständlich Nietzsche. >I. Kant, >A. Schopenhauer, >J.G. Fichte.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

A X
Friedemann Grenz
Adornos Philosophie in Grundbegriffen. Auflösung einiger Deutungsprobleme Frankfurt/M. 1984
Terminologien Husserl Chisholm II 153
Noema/Husserl: Der Akt selbst konstituiert das Objekt. Wir trennen Akte und transzendentale Objekten.
II 154
ChisholmVsHusserl: Das Noema erklärt nichts. ---
Husserl I 19/57
Husserl: Forschungsstrategie: Schema Teil-Ganzes. Generalthesis: Die Existenz der Welt wird nicht in Frage gestellt, nur unsere Aussagen über sie. Das Schema wahr/falsch ist durch bloße Beobachtung nicht zu erkennen.
I 37
Reell/Husserl: Das Reelle ist nicht-intentional, aber auch: Die Farbqualität erfährt eine "objektivierende Auffassung" und die "Empfindungskomplexion" ist auch reell. Sinn/Husserl: Was mit einem Zeichen gemeint wird ist, dass der Redende dem Laut einen Sinn verleiht. Wir beziehen uns durch Bedeutung auf einen Gegenstand. Bedeutung/Husserl: Bedeutung ist die Leistung des Bewusstseins. Phänomenologisches Vorverständnis: Alle Gegenstände existieren nur als gemeinte Einheiten.
I 39
Def Noema (Gedanke)/Husserl: ist a) der Bezugssinn: wie Intension oder b) Gegenstandskern als Träger. Def Noesis: ist Leistung, Charakter des Auffassungssinnes (griechisch: noesis = Wahrnehmung, Begreifen).
I 53
"Prinzip aller Prinzipien"/Husserl: Das "Prinzip aller Prinzipien" ist die Forderung, dass nur eine "originär gebende Anschauung" die Begründung der Erkenntnis sein kann, Bsp mathematische Axiome. Husserl grenzt hier jeden Bezug zu empirischen Aussagen aus und stellt den Bezug des Bewusstseins auf sich selbst als geeignetes Verfahren hin ("Selbstgegebenheit").
I 58
Einklammerung (Epoche): Vorwissen wird in Klammern gesetzt.
I 43
Def Noema: ist griechisch und steht für "der Gedanke". Zwei Aspekte des intentionalen Gegenstandes: a) noematischer Sinn (Inhalt): das "Wie" der Bestimmtheiten, kohärente Sinneinheit in der Fülle verschiedener Bestimmungen und
I 44
b) noematischer Gegenstand (gegenständlich): "Kern", Verknüpfungspunkt und Träger verschiedener Prädikate; das, womit ein identisches "Etwas" festgehalten wird.
I 65 ff
Das Noema ist auch ein Horizont von Möglichkeiten (durch jeden Bewusstseinsakt gegeben).
I 67
Innenhorizont/Husserl: Der Innenhorizont ist die Antizipation der Sinndimension. Außenhorizont: Beim Außenhorizont ist die Wahrnehmung nicht auf ein Objekt beschränkt, sondern bezieht sich auf den gesamten Raum möglicher Gegenstände.
I 68
Appräsentation: ist Mitmeinung.
I 69
Apperzeption: Apperzeption denkt Empfindungsinhalte in Attribute des Gegenständlichen um. Wahrheit/Husserl: Wahrheit ist gebunden an den Prozess der Näherbestimmung. Eidetische Variation/Husserl: Die Eidetische Variation wird von Zufälligkeiten aktiviert. Konstitution/Husserl: Es ist eine Leistung des Bewusstseins, wenn uns ein Gegenstand anschauungsmäßig gegeben ist.
I 45
Denken/Husserl: Begreift man das Denken als Prozess, sieht man, dass Prädikate sich wandeln können.
I 72
Def Kinästhese/Husserl: Kinästhese ist das bewusste Sich-Bewegen bei der Wahrnehmung > Leibbewusstsein, Körperbewusstsein. Der Leib wird zum Wahrnehmungsorgan. Die Sinneseindrücke können nicht mehr als einzelne, je nach Denkart abgeschlossene, letzte Einheiten betrachtet werden. Sie stehen in einer Abfolge.
I 85
Transzendentales Ego/Husserl: Das transzendentale Ego hat eine Primordialsphäre: Zunächst ist es nur Eigenes in der Sphäre. Wir unterstellen den anderen, ein transzendentales Ego wie wir selbst zu sein. (> Einfühlung). Intersubjektivität/Husserl: Intersubjektivität sind: a) Gegenstände, b) Soziales. Objektivität/Husserl: Objektivität erreicht man durch eine Vielzahl der Perspektiven.
Umwelt/Husserl: Umwelt wird a) vom intentionalen Bewusstsein gesetzt und b) vom kommunizierenden Personenverband gesetzt. Die kommunikative Umwelt ist jeder egoistischen vorgängig.
I 89
Def Primordialität/Husserl: Damit sind alle Erfahrungserlebnisse, auch die für die Fremderfahrung grundlegenden einführenden Bewusstseinerlebnisse einbegriffen. Das hätte zur Konsequenz, dass Bewusstseinserlebnisse von dem anderen in originärer Gegebenheit aufweisbar sind. Eine solche Konzeption würde unterschiedliche Bewusstseinsweisen als originär gegeben umfassen: sowohl gegenständliche als auch personale. ---
Tugendhat I 167
Synkategorematisch/Husserl: Synkategorematische Ausdrücke stehen nicht für einen Gegenstand.
Tugendhat I 177
Husserl: Hauptbegriff "Spezies": "Spezies" ist die Übersetzung des griechischen "eidos", was soviel heißt wie "Anblick" oder "Aussehen" (s.u.: gemeinsames Merkmal bei Kant, Begriff).
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" in: Eva Picardi et al., Interpretationen - Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert, Stuttgart 1992

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Terminologien Kant I 33
Übersinnlich/Übersinnliches/Kant: Bsp das Sittengesetz.
I 38
Das Unbedingte/Kant: selbst bedingungslose Bedingung ("Bedingungstotalität"). Das System alles Möglichen. Begründung eines Satzes durch Subsumtion von etwas unter Regeln.
I 39
1. Das Unbedingte der kategorischen Bedingungseinheit der Vorstellungsbeziehung gehört zum vorstellenden Subjekt 2. Das Unbedingte der hypothetischen Bedingungseinheit der Vorstellungsbeziehung betrifft die Objekte der Wahrnehmung
3. Das Unbedingte der disjunktiven Synthesis gilt für Objekte des Denkens
I 41
Seele/Kant: die Seelenvorstellung gehört zur Vorstellung des Todes. Mit ihr distanziert sich das Ich von seinem Körper - falsch: man kann nicht vom Ich auf die Seele schließen. - Das logisch zugrunde liegende (Subjekt) wird zum seinsmäßig (ontologisch) zugrunde liegenden (Substanz) gemacht.
I 42
Reine Apperzeption/Kant: kommt eigentlich nur Gott zu. - Unmittelbare, Intellektuelle Anschauung. - Intelligible Gegenstände (z.B. "Ich") - durch bloße Apperzeption - Mensch: in Handlungen und inneren Bestimmungen, die er nicht mit den Sinnen wahrnimmt.
I 98
Apperzeption/KantVsHume: Einheit der Apperzeption: ich mache mir alle Vorstellungen als meine Vorstellungen bewusst. - So halte ich mich in der Einheit des Bewusstseins auf, die alle meine Vorstellungen begleiten kann. - Zusätzlich muss ich mir aber vor Augen halten, wie ich eine Vorstellung zu den anderen hinzusetze! Sonst zerstreue ich mich.
I 129/130
Das Erhabene/Kant: moralische Schönheit - gleicht darin dem sittlichen Sollen, dass es die Lebenskräfte zunächst hemmt und staut, um sie dann in einer Art Rührung desto stärker sich ergießen zu lassen und zur sittlichen Tat zu führen. - Aber: ich soll die Natur moralisch übersteigen, es geht also um meine Erhabenheit über die Natur. Erhaben/Burke: "im Erhabenen begegnen uns die Vorboten dieses Königs der Schrecken", des Todes.

Adorno XII 177
Rein/Kant/Adorno: 1. rein ist alles das am Subjekt, was von ihm ohne Beimischung eines Empirischen, ohne Beimischung eines Sinnlichen gedacht wird. 2. Der reine Wille ist der, der rein im Sinn des Vernunftprinzips ist, ohne dass er von irgendeinem Seienden, das selbst nicht als vernünftig einsichtig ist, irgend sich abhängig machen.

Adorno XIII 66
Konstitution/Idealismus/Kant/Adorno: der Begriff der Konstitution (…) ist bei Kant dadurch charakterisiert, dass dieser Geist oder dieses Bewusstsein nicht ihrerseits als ein Stück Welt, als ein Stück Daseiendes wie alles andere Daseiende gedacht werden. Sie sollen sich als ein Konstituierendes von allem anderen (…) unterscheiden.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Theorien Flusser Rötzer I 61
Neue Theorie/Flusser: Eine neue Theorie ist die Entwicklung immer besserer Modelle. >Modelle.
Theorie wechselt vom Dom in die Werkstatt und tritt in doppelten Widerspruch zu dem, was dort gemacht wird.
1. Der theoretische Blick muss sich den Gegebenheiten anpassen und
2. Modelle werden übergeben und man muss sehen, was dabei herauskommt. Doppelter Widerspruch zwischen Observation und Theorie einerseits und Experiment und Theorie andererseits. > Moderne Wissenschaft und Technik.
>Beobachtung, >Methode, >Messen, >Technologie, >Experiment.
In den entsprechenden Werkstätten wurde dann nicht mehr von Kunst, sondern von Technik geredet, und einen Autor sucht man dort vergebens.
Rötzer I 62
Kunst ohne Theorie/Flusser: (Experiment, Modell) führt zu dem Ergebnis, dass sich Kunstmacher selbst zu Autoren ernennen, und behaupten, ihre eigenen Kriterien zu besitzen. >Kriterien.
I 62/63
Zwei Typen von Werkstätten: Erster Typ liefert Modelle zur Weltveränderung,
Zweiter Typ liefert Modelle für müßige Anschauung. Diese Modelle werden seither Kunst genannt.
Dadurch Trennung der Kultur in einen harten, wissenschaftlichen und einen weichen, Künstlerisch humanistischen Zweig, allerdings nicht problemlos.
Die Modelle der Kunst sind Erlebnismodelle: aistheta.
Die der Technik Verhaltensmodelle: ethos.
Durch die Theoriegründung sind die Technikmodelle ungleich kreativer. Man vergleiche nur das Telefon mit einem Gemälde Picassos.
Gegenwärtig können Qualitäten quantifiziert werden und umgekehrt.
>Quantität/Flusser.

Fl I
V. Flusser
Kommunikologie Mannheim 1996
Transzendentales Kant I 81f
Transzendentale Erkenntnis/Kant: ("Erkenntnis a priori") Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis - wird nur durch Mathematisierung des Gegebenen der Anschauungen garantiert. - Kriterium für Wissenschaftlichkeit.
Strawson V 19ff
Transzendentale Analytik/Kant: 1. Erfahrung: Reihenfolge
2. Einheit in der Reihenfolge, wie für das Bewusstsein erforderlich (These von der Einheit des Bewusstseins)
3. Erfahrung von Gegenständen ist unterscheidbar von Erfahrung über, sodass Urteile über das, was der Fall ist auch unabhängig vom subjektiven Erfahren möglich sind (Objektivitätsthese)
4. Gegenstände sind wesentlich räumlich
5. Ein einheitliches raumzeitliches System ist notwendig
6. Physikalische Gegenstände: brauchen gewisse Grundsätze der Beharrlichkeit und Kausalität (Thesen der Analogien).
>Erfahrung/Kant, >Analogien/Kant, >Prinzipien/Kant, >Bewusstsein/Kant.
V 74f
Transzendentale Deduktion/Kant/Strawson: Prämisse: Erfahrung enthält eine Mannigfaltigkeit, die geeignet ist, irgendwie in einheitlichen Urteilen vereinigt zu werden. >Urteil/Kant.
V 75
StrawsonVs: die "reinen" Begriffe haben keine notwendige Anwendung auf die Erfahrung.
Stra V 134
Transzendentale Ideen/Kant: 1. Absolute Einheit des Subjekts, 2. Einheit der Bedingungen der Erscheinungen, 3. Einheit der Bedingungen der Gegenstände.
Stroud I 153
Transzendental/Kant/Stroud: transzendental sind die Dinge von uns unabhängig, wenn auch jeder Sinneseindruck von uns abhängig ist. - Unterschied: transzendent: behauptet ein jenseitiges Reich der Erfahrung. Transzendental/Kant: ist eine Theorie, wenn sie mit den allgemeinen Bedingungen unseres Wissens von den Dingen unabhängig von der Erfahrung zu tun hat. - Das ist Bedingung für empirisches Wissen überhaupt. - Diese Bedingungen können nicht selbst empirisch gewusst werden - (sondern a priori).
Erfahrung/Kant: zeigt, dass ein Ding so und so ist, aber nicht, dass es nicht anders sein kann.
Stroud I 162
Def transzendentaler Realismus/Kant: fasst die äußeren Dinge als etwas von den Sinnen Getrenntes auf KantVs: das führt zum empirischen Idealismus. >Idealismus/Kant.
Problem: dann sind wir unserer Repräsentationen bewusst, wissen aber nicht, ob ihnen etwas Existierendes entspricht.
>Dinge an sich/Kant.

Adorno XIII 13
Transzendentales/Kant/Adorno: bei Kant heißt der Begriff des Transzendentalen zunächst einmal gar nichts anderes als der Inbegriff all der Untersuchungen, die sich auf synthetische Urteile a priori beziehen. >Synthetische Urteile a priori.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Urteile Evans McDowell I 73
Urteil/McDowellVsEvans: Durch das Urteil wird keine neue Art von Inhalt eingeführt! Es bestätigt einfach den begrifflichen Inhalt, der aus der Erfahrung stammt. Begründung/McDowell: Eine Begründung muss nicht in einem Ableitungsschritt von einem Inhalt zu einem anderen bestehen. Ein typisches Wahrnehmungsurteil trifft eine Auswahl, aus einem reichhaltigeren Inhalt, der durch die Erfahrung geliefert wird.
McDowell I 74
Evans/McDowell: wichtig: Evans sagt, dass Erfahrungen Zustände des Informationssystems sind, aber er sagt nicht, dass die Idee der Erfahrung mit der Idee des Informationssystems identisch sei.
McDowell I 74
Zustände des Informationssystems mit ihrem nichtbegrifflichen Inhalt (z.B. von Tieren) sind eben nicht ipso facto Zustände eines bewussten Subjekts.
McDowell I 84
Urteil/Evans: Evans denkt, dass Anschauung und Begriff unter Erfahrung und Urteil aufgeteilt werden müssen. (McDowellVsEvans).

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Evans I
Gareth Evans
"The Causal Theory of Names", in: Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 47 (1973) 187-208
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Evans II
Gareth Evans
"Semantic Structure and Logical Form"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Evans III
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell
Vergleiche Foucault II 224ff
Vergleiche/Foucault:
Archäologie: arbeitet mit einer Vielzahl von Registern. Immer im Plural, durchläuft zwischen Räume und Abstände. Nicht dieselbe Zeitrechnung. Vergleich: ein Vergleich ist immer begrenzt und regional. Er lässt keine allgemeinen Formen erscheinen!
>Ähnlichkeit, >Vergleiche, >Vergleichbarkeit, >Form, >Allgemeinheit.
Falsch: es wäre völlig falsch zu sagen, dass man in den verschiedenen Gebieten der Attribution der Gliederung der Bezeichnung und der Derivation die ganze Taxi nur die gleich gestaltet in der Geometrie, der Mechanik, der Physiologie oder der Bibelkritik fände. Dann hätte ich nicht ein Gebiet der Interpositivität beschrieben, sondern den Geist oder die Wissenschaft einer Epoche beschrieben, was ich gerade nicht wollte!
Beziehungen/Foucault : die Beziehungen, die ich beschrieben habe, gelten, um eine besondere Konfiguration zu definieren. Es sind keine Zeichen, um das Gesicht einer Kultur in seiner Totalität zu beschreiben. Es geht nicht um Beschreibung einer Weltanschauung: was dort Lücke, Vergessen, Irrtum wäre, ist für mich bewusster und methodischer Ausschluss!
Gemeinsamkeiten: es geht nicht um Gemeinsamkeiten! Bei der Feststellung von Analogien die des fünf unterschiedliche Aufgaben:
1. zu zeigen, wie völlig unterschiedliche diskursive Elemente von analogen Regeln aus gebildet werden können.
2. inwieweit diese Regeln in der gleichen Weise angewandt werden oder es nicht tun. (Das archäologische Modell jeder Formation zu definieren).
3. zu zeigen, wie vollständig verschiedene Begriffe (z. B. Wert, spezifisches Merkmal, Preis oder Gattungsmerkmal) eine analoge Position in der Verzweigung ihres Systems einnehmen.
4. dagegen zu zeigen, wie ein und derselbe Begriff archäologische verschiedene Elemente abdecken kann (die Begriffe des Ursprungs und der Evolution).
5. Unterordnung oder Komplementaritätsbeziehungen von einer Positivität zur anderen.
Gemeinsamkeiten: nichts in all diesen Beschreibungen stützt sich auf die Bestimmung von Einflüssen, Austausch, übermittelten Informationen und Kommunikation! Hinter Positivität ist keine Oper benachbarter Disziplinen! Sie ist das Gesetz ihrer Kommunikationen. ((s) also doch: Austausch von Informationen!).
Archäologie: lässt auch die Verhältnisse zwischen den diskursiven Informationen und den nichtdiskursiven Bereichen erscheinen (Institutionen, politische Ereignisse, die ökonomische Praktiken und Prozesse). Es geht aber nicht um kulturelle Kontinuitäten. Auch nicht um kausale Analyse (wie politische Veränderungen das Bewusstsein beeinflussten).
Archäologie: sucht nach formalen Analogien und Übertragungen des Sinns. Bsp nicht wie die politische Praxis den Sinn des medizinischen Diskurses bestimmt hat, sondern wie und in welcher Eigenschaft sie zu den Bedingungen seines Auftauchens, und seines Funktionierens gehört. Die politische Praxis hat der Medizin natürlich nicht neue Gegenstände auferlegt, sondern neue Markierungsfelder für die Gegenstände eröffnet.
>Ordnung, >Analogien.

Foucault I
M. Foucault
Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften Frankfurt/M. 1994

Foucault II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981
Verschiedenheit Demokrit Adorno XIII 202
Verschiedenheit/Demokrit/Adorno: Wie kommt es zu der Verschiedenheit der Dinge? Das Problem aller antiken Philosophie bestand darin, ein einheitliches Prinzip anzugeben, aus dem sich alles erklärt und mit dem man gegen die unendliche Vielfalt der Naturmythologie reagieren konnte. Vgl. >Ganzes/Antike, >Einheit/Aristoteles, >vgl. >Einheit/Plotin.
XIII 203
Atome/Demokrit/Adorno: haben nicht etwa innere Zustände, sondern nur mechanische. Diese Vorstellung, dass eigentlich das Wesen der Dinge nur von außen und nicht von innen her zu fassen sei und dass es ein Inneres eigentlich nicht gebe hat eine ungeheure Konsequenz für die gesamte Geschichte der Wissenschaften gehabt.
XIII 204
AristotelesVsDemokrit/Adorno: These: die Objektivität und Wirklichkeit der Formen sei den Dingen selber immanent. >Natur/Aristoteles.
Naturwissenschaft: die neuere Naturwissenschaft hat diese Aristotelische und mittelalterliche Anschauung kritisiert und nicht mehr versucht, von innen her, von diesen Formen her die Materie zu begreifen. Man hat einfach von außen Beobachtungen gemacht und registriert.
Das ist VsKant, VsLeibniz, VsWolff.
Lager: Leibniz, Wolff pro Aristoteles.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Verstand Kant I 87
Def Verstand/Kant: das Vermögen der Begriffe. Auch der reine Verstand kann Erkenntnisquelle sein, für »philosophische« Erkenntnis, und für formal-logische. Begriff/Kant: nichts als die Synthesis ist möglicher Anschauungen, die a priori nicht gegeben sind. Philosophische Sätze sind deshalb immer allgemeine Grundsätze für mögliche empirische Anschauungsverbindung, zum Beispiel der Grundsatz der Kausalität.
>Begriffe/Kant, >Kausalität/Kant.
I 93
»Innere« Handlungen des Verstandes/Kant: »innerer Sinn, dessen Form die Zeit ist«. - Die Bilder, welche die objektiven Einheiten der Dinge vorschreiben, sind Bilder des Ich von sich in der Zeit. - Die Einheit des Bewusstseins des Gegenstands ist dann zugleich die Einheit des Gegenstands. - > Schematismus: erkennt Kategorien als geeignet als Anschauungsbestimmungen. >Anschauung/Kant.
I 99
Verstand/Kant: Begriff - Urteilskraft: Urteil - Vernunft: Schluss. - Alle drei bilden die Vernunft in weiteren Sinn.
Münch III 327
Def Verstand/Kant: das Vermögen der Regeln . Für Kant ist der Verstand getrennt von der Anschauung. Holenstein: der entsprechende moderne Begriff ist Intelligenz.
Elmar Holenstein, Mentale Gebilde, in: Dieter Münch (Hg) Kognitionswissenschaft, Frankfurt 1992

Strawson V 24
Verstand/Kant: allgemeine Funktionen auch ohne Sinnlichkeit. - Reine Verstandesbegriffe: = Kategorien. >Kategorien/Kant.
V 25
Schematismus: Übergang zu Kategorien-in-Gebrauch. - Nur in der Zeit, nicht im Raum. Transzendentale Deduktion: Jede Kategorie muss in der Erfahrung eine Anwendung haben.
StrawsonVsKant: das ist logisch fehlerhaft.
>Erfahrung/Kant, >Zeit/Kant.

Bubner I 103
Kant/neu: Verstandeshandlung besteht im Urteilen, Tafel reiner Verstandesfunktionen, die aber in Ansehung alles Objekts unbestimmt sind. Aus der Handlung ergibt sich die Vereinigungsleistung. Sie ist nicht von außen angestoßen! >Synthesis/Kant.

Adorno XIII 105
Verstand/Kant/Adorno: soweit es sich um die Vernunft handelt, die sich auf die Möglichkeit bezieht, Inhaltliches, Materiales zu erkennen, spricht Kant von Verstand. Verstandestätigkeit/Kant: ist die Vernunfttätigkeit, die sich auf ein Material bezieht, das ihr aus den Sinnen zugekommen ist und das sie vereinheitlicht und sich mit dessen Synthesis befasst.
>Synthesis/Kant.
Vernunft/Kant: hier soll diese Tätigkeit nicht mehr gebunden sein an ein solches Material, sondern frei davon sein. In der kognitiven oder noologischen Bedeutung gibt die Vernunft uns wenigstens die Regulative, in deren Sinn unsere Erfahrung von Sinnlichem fortschreiten soll. Vernunft in diesem prägnanten Sinn wäre als die Fähigkeit, Ideen zu erkennen.
Vernunft/Kant/Adorno: in einem dritten Sinn gibt die Vernunft in vollkommener Freiheit ihre Objekte sich selbst. Das ist der praktische Gebrauch der Vernunft. Paradoxerweise sind wir hier nach Kant gerade
Adorno XIII 106
nicht gebunden an einen Stoff. Praktische Vernunft/Kant/Adorno: unsere Vernunft oder wir verhalten uns praktisch, insofern wir rein nach der Vernunft und nach ihren Zwecken handeln, ohne dass wir diese Zwecke uns vorgeben ließen.
Zweck/Kant/Adorno: Damit dürfen wir uns diese nur von unserem eigenen Prinzip, dem, innersten Prinzip der Subjektivität selber vorgeben lassen.
Vernunft/Kant/Adorno: ist dann eine absolute Tätigkeit des Geistes im Gegensatz zu einer durch Materialen eingeschränkten. Damit wird sie zu einer höheren und gewissermaßen zur Gegeninstanz des Verstandes.
Adorno XIII 110
Verstand/Kant/Adorno: diejenige Vernunfttätigkeit, die sich bezieht auf die Ordnungsfunktionen, die wir gegenüber einem uns nach Kant von außen zukommenden und in sich chaotischen, nicht strukturierten, in sich ganz unbestimmten Material ausüben. Vernunft/Kant: reflektiert noch einmal auf den Verstand, auf den Gebrauch, den der Verstand von sich selbst macht und danach beurteilt, entscheidet, ob er im Sinne der Zwecke, die er sich
Adorno XIII 111
sich selbst gibt, ein höhergearteter sei.
Adorno XIII 112
Vernunft/Hegel/Adorno: bei Hegel und schon bei Kant finden sich Anklänge der Verdinglichung der Vernunft in dem Sinne, dass der gemeine Mann nicht zu viel nachdenken soll.
Adorno XIII 113
Vernunft/Horkheimer/Adorno: Problem: die Vernunft soll das Prinzip der Freiheit, aber gleichzeitig auch ein Gesetz und insofern etwas schlechterdings Repressives sein. In ihrem Begriff selber ist das Verhältnis von Freiheit und Zwang aber eigentlich nicht artikuliert worden.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Verstehen Ranke Gadamer I 215
Verstehen/Ranke/Historismus/Gadamer: Ranke, These: Das letzte Resultat der historischen Wissenschaft ist »Mitgefühl, Mitwisserschaft des Alls«(1). Auf diesem pantheistischen Hintergrund versteht sich Rankes berühmte Wendung, wonach er sich selbst auslöschen möchte.
DiltheyVsRanke: Natürlich ist solche Selbstauslöschung in Wahrheit, wie Dilthey(2) dagegen eingewandt hat, die Ausweitung des Selbst zu einem inneren Universum
RankeVsDilthey: Für Ranke ist Selbstauslöschung noch eine Form wirklicher Teilhabe. Man darf den Begriff der Teilhabe nicht psychologisch-subjektiv verstehen, sondern muss ihn von dem Begriff des Lebens her denken, der zugrunde liegt. Weil alle geschichtlichen Erscheinungen Manifestationen des All-Lebens sind, ist die Teilhabe an ihnen Teilhabe am Leben.
Gadamer: Von da gewinnt der Ausdruck des Verstehens seinen fast religiösen Klang. Das Verstehen ist unmittelbare Teilhabe am Leben, ohne die gedankliche Vermittlung durch den Begriff. Darauf gerade kommt es dem Historiker an, nicht Wirklichkeit auf Begriffe zu beziehen, sondern überall an den Punkt zu gelangen, wo »Leben denkt und Gedanke lebt«. Die Erscheinungen des geschichtlichen Lebens werden im Verstehen als die Manifestationen des All-Lebens, der Gottheit, erfasst. Solche verstehende Durchdringung derselben bedeutet in der Tat mehr als eine menschliche Erkenntnisleistung eines inneren Universums, wie Dilthey das Ideal des Historikers gegen Ranke umformulierte. Es ist eine metaphysische Aussage, die Ranke in die größte Nähe zu Fichte und Hegel rückt, wenn er sagt: »Die klare, volle, gelebte Einsicht, das ist das Mark des Seyns durchsichtig geworden und sich selbst durchschauend«(3). In einer solchen Wendung ist ganz unüberhörbar, wie nahe Ranke im Grunde dem deutschen Idealismus bleibt. Die volle Selbstdurchsichtigkeit des Seins, die Hegel im absoluten Wissen der Philosophie dachte, legitimiert auch noch Rankes Selbstbewusstsein als Historiker, so sehr er auch den Anspruch der spekulativen Philosophie zurückweist.
Gadamer I 216
Gadamer: Die reine Hingegebenheit an die Anschauung der Dinge, die epische Haltung dessen, der die Mär der Weltgeschichte sucht(4) darf in der Tat dichterisch heißen, sofern für den Historiker Gott nicht in der Gestalt des Begriffs, sondern in der Gestalt der „äußeren Vorstellung“ in allem gegenwärtig ist. Man kann Rankes Selbstverständnis in der Tat nicht besser als durch diese Begriffe Hegels umschreiben. Der Historiker, wie ihn Ranke versteht, gehört der Gestalt des absoluten Geistes zu, die Hegel als die der Kunstreligion beschrieben hat. DroysenVsRanke/Gadamer: Für einen schärfer denkenden Historiker musste die Problematik solcher Selbstauffassung sichtbar werden. Die philosophische Bedeutung von Droysens Historik liegt eben darin, dass er den Begriff des Verstehens aus der Unbestimmtheit ästhetisch-pantheistischer Kommunion, die er bei Ranke hat, zu lösen sucht und seine begrifflichen Voraussetzungen formuliert. Die erste dieser Voraussetzungen ist der Begriff des Ausdrucks(5). Verstehen ist Verstehen von Ausdruck.
>Geschichte, >Geschichte/Ranke, >Geschichtsschreibung, >Weltgeschichte,
>Universalgeschichte.

1. Ranke (ed. Rothacker). S. 52.
2. Dilthey, Ges. Schriften V, 281.
3. Lutherfragment 13.
4. Ebenda S. 1
5. Vgl. auch unten S. 341 f. , 471 f. und Bd. 2 der Ges. Werke, Exkurs VI, S. 384ff.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Wahrheit der Kunst Hegel Gadamer I 103
Wahrheit der Kunst/Hegel/Gadamer: Ausgangsproblem: Die Berufung auf die Unmittelbarkeit, auf das Geniale des Augenblicks, auf die Bedeutung des kann vor dem Anspruch der menschlichen Existenz auf Kontinuität und Einheit des Selbstverständnisses nicht bestehen. Die Erfahrung der Kunst darf nicht in die Unverbindlichkeit des ästhetischen Bewusstseins abgedrängt werden. Vgl. >Erlebniskunst/Gadamer.
Diese negative Einsicht bedeutet positiv: Kunst ist Erkenntnis und die Erfahrung des Kunstwerks macht dieser Erkenntnis teilhaftig.
Kunst als Erkenntnis/GadamerVsKant: Das lässt sich schwerlich zur Anerkennung bringen, wenn man mit Kant Wahrheit der Erkenntnis an dem Erkenntnisbegriff der Wissenschaft und dem Wirklichkeitsbegriff der Naturwissenschaft misst. Es ist notwendig, den Begriff der Erfahrung weiter zu fassen, als es Kant tat, so dass auch die Erfahrung des Kunstwerkes als Erfahrung verstanden werden kann.
>Kunst/Hegel.
Hegel/Gadamer: [In Hegels Vorlesungen zur Ästhetik] ist auf eine großartige Weise der Wahrheitsgehalt, der in aller Erfahrung von Kunst liegt, zur Anerkennung gebracht und zugleich mit dem geschichtlichen Bewusstsein vermittelt. Die Ästhetik wird damit zu einer Geschichte der Weltanschauungen, d. h. zu einer Geschichte der Wahrheit, wie sie im Spiegel der Kunst sichtbar wird. Damit ist die Aufgabe grundsätzlich anerkannt, die wir formulierten, in der Erfahrung
der Kunst selbst die Erkenntnis von Wahrheit zu rechtfertigen.
>Weltanschauung/Hegel, >Ästhetik/Hegel.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Wahrheit der Kunst Kant Gadamer I 103
Wahrheit der Kunst/Kant/Gadamer: es [war] eine methodische Abstraktion zum Zwecke einer ganz bestimmten, transzendentalen Begründungsleistung (...), die Kant bewog, die ästhetische Urteilskraft ganz auf den Zustand des Subjektes zu beziehen. Wenn diese ästhetische Abstraktion in der Folge jedoch inhaltlich verstanden und in die Forderung verwandelt wurde, die Kunst „rein ästhetisch“ zu verstehen, so sehen wir jetzt, wie diese Abstraktionsforderung zu der wirklichen Erfahrung der Kunst in einen unauflösbaren Widerspruch gerät.
Problem/Gadamer: Die Berufung auf die Unmittelbarkeit, auf das Geniale des Augenblicks, auf die Bedeutung des kann vor dem Anspruch der menschlichen Existenz auf Kontinuität und Einheit des Selbstverständnisses nicht bestehen. Die Erfahrung der Kunst darf nicht in die Unverbindlichkeit des ästhetischen Bewusstseins abgedrängt werden. Vgl. >Erlebniskunst/Gadamer.
Diese negative Einsicht bedeutet positiv: Kunst ist Erkenntnis und die Erfahrung des Kunstwerks macht dieser Erkenntnis teilhaftig.
Kunst als Erkenntnis/GadamerVsKant: Das lässt sich schwerlich zur Anerkennung bringen, wenn man mit Kant Wahrheit der Erkenntnis an dem Erkenntnisbegriff der Wissenschaft und dem Wirklichkeitsbegriff der Naturwissenschaft misst. Es ist notwendig, den Begriff der Erfahrung weiter zu fassen, als es Kant tat, so daß auch die Erfahrung des Kunstwerkes als Erfahrung verstanden werden kann. >Wahrheit der Kunst/Hegel, >Weltanschauung/Hegel.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Weltanschauung Coase
Weltanschauung Gadamer Gadamer I 103
Weltanschauung/Hegel/Gadamer: Der (...) Begriff der Weltanschauung [taucht] bei Hegel zuerst in
Gadamer I 104
der „Phänomenologie des Geistes“(1) zur Kennzeichnung von Kants und Fichtes postulatorischer Ergänzung der sittlichen Grunderfahrung zu einer moralischen Weltordnung auftaucht, gewinnt erst in der Ästhetik seine eigentliche Prägung. Es ist die Vielheit und der mögliche Wandel der Weltanschauungen, der dem Begriff „Weltanschauung“ den uns vertrauten Klang verliehen hat.(2) >Weltanschauung/Hegel.
Dafür aber ist die Geschichte der Kunst das führende Beispiel, weil diese geschichtliche Vielheit sich nicht in die Einheit eines Fortschrittsziels auf die wahre Kunst hin aufheben lässt. Freilich hat Hegel die Wahrheit der Kunst nur dadurch anerkennen können, dass er sie im begreifenden Wissen der Philosophie überbot und die Geschichte der Weltanschauungen, wie die Weltgeschichte und die Geschichte der Philosophie, vom vollendeten Selbstbewusstsein der Gegenwart aus konstruierte.
>Wahrheit der Kunst/Hegel, >Geschichte/Hegel, >Weltgeschichte/Hegel, >Weltgeist/Hegel.

1. G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes, ed. Hoffmeister, S. 424ff.
2. Das Wort „Weltanschauung“ (vgl. A. Götze, Euphorion 1924) hält den Bezug auf den mundus sensibilis anfangs noch fest, selbst bei Hegel, sofern es die Kunst ist, in deren Begriffe die wesentlichen Weltanschauungen liegen (Aesth. Il, 131). Da aber nach Hegel die Bestimmtheit der Weltanschauung für den heutigen Künstler etwas Vergangenes ist, ist die Vielheit und Relativität der Weltanschauungen eine Sache der Reflexion und der Innerlichkeit geworden.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Weltanschauung Hegel Gadamer I 103
Weltanschauung/Hegel/Gadamer: Der (...) Begriff der Weltanschauung [taucht] bei Hegel zuerst in
Gadamer I 104
der „Phänomenologie des Geistes“(1) zur Kennzeichnung von Kants und Fichtes postulatorischer Ergänzung der sittlichen Grunderfahrung zu einer moralischen Weltordnung auftaucht, gewinnt erst in der Ästhetik seine eigentliche Prägung. Es ist die Vielheit und der mögliche Wandel der Weltanschauungen, der dem Begriff „Weltanschauung“ den uns vertrauten Klang verliehen hat.(2) >Welt/Hegel, >Weltgeschichte/Hegel.
Dafür aber ist die Geschichte der Kunst das führende Beispiel, weil diese geschichtliche Vielheit sich nicht in die Einheit eines Fortschrittsziels auf die wahre Kunst hin aufheben lässt. Freilich hat Hegel die Wahrheit der Kunst nur dadurch anerkennen können, dass er sie im begreifenden Wissen der Philosophie überbot und die Geschichte der Weltanschauungen, wie die Weltgeschichte und die Geschichte der Philosophie, vom vollendeten Selbstbewusstsein der Gegenwart aus konstruierte.
>Wahrheit der Kunst/Hegel, >Kunst/Hegel, >Ästhetik/Hegel.


1. G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes, ed. Hoffmeister, S. 424ff.
2. Das Wort „Weltanschauung“ (vgl. A. Götze, Euphorion 1924) hält den Bezug auf den mundus sensibilis anfangs noch fest, selbst bei Hegel, sofern es die Kunst ist, in deren Begriffe die wesentlichen Weltanschauungen liegen (Aesth. Il, 131). Da aber nach Hegel die Bestimmtheit der Weltanschauung für den heutigen Künstler etwas Vergangenes ist, ist die Vielheit und Relativität der Weltanschauungen eine Sache der Reflexion und der Innerlichkeit geworden.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Werte Nietzsche Höffe I 378
Werte/Nietzsche/Höffe: [Nietzsche nimmt] (...) eine dreifache „Umwertung aller Werte“ [vor]: 1) Als Erstes werden bisher hochgeschätzte Werte entwertet, weil sie entweder ihre gestaltende Kraft Oder aber ihr Recht verloren haben. Hauptkritikpunkt ist die Moral der Nächstenliebe, die als Moral der «Missratenen, Verstimmten, Schlechtweggekommenen», als ein Ressentiment der Schwachen, entlarvt wird. Zusätzlich wird sie mit dem Argument diskreditiert, dass sie ihrem Anschein zum Trotz selbst einem Machtwillen, nämlich dem Willen derjenigen entspringt,
die die Sklavenmoral verkünden, der Priester.
>Macht/Nietzsche.
2) Nach der zweiten Umwertung werden gewisse überlieferte Werte nicht entwertet, erhalten jedoch einen neuen Grund der Wertschätzung. Selbst die Ideale, bei denen man an das von Nietzsche kritisierte Christentum zu denken pflegt, die asketischen Ideale, werden nicht rundum verworfen: «Bei Künstlern» bedeuten sie «nichts oder zu vielerlei; bei Philosophen und Gelehrten etwas wie Witterung und Instinkt für die günstigsten Vorbedingungen hoher Geistigkeit.»(1)
>Christentum/Nietzsche.
3) Schließlich wird eine bisherige Rangfolge von Werten umgekehrt. Zum einen wird etwas, das bislang vielerorts hochgeschätzt ist, das Übersinnliche, zum Unwahren erklärt. Laut Nietzsche gibt es kein Jenseits zur Natur, keine Metaphysik mehr. Zum anderen erhält den Rang, den die bisher hochgeschätzte Moral, die Mitleids- und Sklavenmoral, verdiente, jetzt die «Herrenmoral», die dem archaischen Griechentum entnommene «aristokratische Wertgleichung» von Gut mit Vornehm, Mächtig, Schön und Gottgeliebt.
>Moral/Nietzsche.

1. F. Nietzsche, Genealogie der Moral, 3. Abhandlung, Nr. 1

Ries II 51
Umwertung der Werte/Nietzsche: Erste halbbewusste Vertreter: Sophisten, Antisthenes, der Cyniker. Die Morgenröte beginnt diese Aufgabe mit einer "Arbeit der Tiefe". >Sophisten, >Kommentare über die Sophisten.
Ries II 75
Werte/Jenseits von Gut und Böse(1)/Nietzsche: folgenschwere Ineinssetzung von Wahr und Gut. Illusion: »die Dinge höchsten Wertes müssen einen anderen, eigenen Ursprung haben«. Scheinwelt.
1. F. Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, KGW VI. 2.

Danto III 201
Werte/Sklavenmoral/Herrenmoral/Nietzsche/Danto: Ressentiment/Sklavenmoral: Der Sklave fürchtet nicht nur die Bosheit des Herren und bauscht sie auf: er verübelt (Ressentiment) die Stärke des Herrn ebenso wie seine eigenen verhältnismäßige Ohnmacht. Er kann seine Feindseligkeit nicht auf den Wegen ausagieren, die den Aristokraten offenstehen. Strategie des Sklaven: den Herren dazu zu bringen, dass er die Wertetafel des Sklaven akzeptiert und sich selbst aus der Perspektive des Sklaven einschätzt. Schließlich wird der Herr in seinen eigenen Augen böse.
Vgl. >Herrschaft/Knechtschaft.
Danto: Die Umwertung der Werte wird durch die Arbeit der Religion möglich. Durch die Religion wurden die Starken unter das Joch einer beschränkten Menge von Geboten gebeugt, die sie grausamerweise erleiden mussten. Die Religion fungierte als ein Mittel zur Rache, das die Unwilligen demütig aufgriffen. Als er noch mächtig war, hatte der Aristokrat stets anderes hochgeschätzt.
>Religion/Nietzsche.
Danto III 202
Durch sein Verhalten zeigte der Aristokrat zunächst Verachtung für die Weltanschauung der (christlichen) Religion und für die Absichten des priesterlichen Grolls. >Christentum/Nietzsche.
Nun sind die Priester die bösesten Feinde, weil sie die ohnmächtigsten sind.(1) Sie kultivieren das Ressentiment bis zu seinem höchsten Grad. Ihre Umwertung der Werte ist letztlich ein Akt der geistigsten Rache.(2)

1. F. Nietzsche, Zur Genealogie der Moral, KGW VI. 2, S.. 280.
2. Ebenda, S. 281.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Wissen Thiel I 276
Wissen/Geometrie/Mathematik/Thiel: Bei der klassischen Herleitung z.B. des Thalessatzes bedient man sich der Anschauung. (Freilich nicht der Messung an Dingen der Körperwelt.) Wir folgern und rechnen sogar ein bisschen. Das ist selbstverständlich kein axiomatisches Vorgehen. >Schlussfolgerungen, >Beweise, >Herleitung.
Woher kommt die Einsicht, dass ein bestimmter geometrischer Satz richtig sei?
I 276/277
Wissen/Thiel: Das Wissen über die Winkelsumme im Dreieck kommt aus dem Wissen, dass beim Schnitt zweier paralleler Geraden durch eine dritte Gerade die entstehenden Z Winkel (Wechselwinkel) gleich sind. Aber woher wissen wir, dass die Z-Winkel gleich sind? In einer Abbildung wird es gezeigt. Nach dem Parallelenpostulat des Euklid. Auch kontrafaktische Annahmen, die widerlegt werden.
>Axiome, >Kontrafaktisches.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Wissenschaft Romantik Gadamer I 279
Wissenschaft/Romantik/Gadamer: [Den] Umwertungen der Romantik entspringt die Haltung der historischen Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Sie misst nicht mehr die Vergangenheit mit den Maßstäben der Gegenwart wie an einem Absoluten, sie spricht vergangenen Zeiten einen eigenen Wert zu und kann selbst in der einen oder anderen Hinsicht deren Überlegenheit anerkennen. Die großen Leistungen der Romantik, die Erweckung der Zeitenfrühe, das Vernehmen der Stimme der Völker in Liedern, die Sammlung der Märchen und der Sagen, die Pflege des alten Brauchtums, die Entdeckung der Sprachen als
Gadamer I 280
Weltanschauungen, das Studium der „Religion und Weisheit der Inder“ - sie alle haben historische Forschung ausgelöst, die langsam, Schritt für Schritt die ahnungsreiche Wiedererweckung in abständige historische Erkenntnis verwandelte. >Weltbilder, >Religion.
Historismus: Der Anschluss der historischen Schule an die Romantik bestätigt damit, dass die romantische Wiederholung des Ursprünglichen selber auf dem Boden der Aufklärung steht. Die historische Wissenschaft des 19. Jahrhunderts ist ihre stolzeste Frucht und versteht sich geradezu als die Vollendung der Aufklärung, als den letzten Schritt in der Befreiung des Geistes von dogmatischer Befangenheit, den Schritt zur objektiven Erkenntnis der geschichtlichen Welt, die der Erkenntnis der Natur durch die moderne Wissenschaft ebenbürtig zur Seite tritt.
>Historismus/Gadamer.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Zeit Kant Danto I 123
Zeit/Kant/Danto: es gibt überhaupt keine Erfahrung der Zeit. - Sie müsste sich ja in der Zeit abspielen. >Zirkulärität.

Adorno XIII 99
Raum/Zeit/Kant/Adorno: Raum und Zeit sind bei Kant keine Begriffe sondern Formen, d.h. sie sind außerordentlich formale und abstrakte Bestimmungen. Sie beziehen sich auf etwas, was zwar nicht Denken ist, denn Raum und Zeit sollen ja reine Formen oder reine Anschauung sein, aber eben doch auch auf etwas, was nicht selber schon wieder Erfahrung zu sein beansprucht. Reine Anschauung: wären eine Art apriorischer Erfahrung.
>Anschauung/Kant.
Problem: die Scheidung von Form und Inhalt, von Vernunft und Erfahrung lässt so absolut rein, wie es im Ansatz der Kritik der reinen Vernunft postuliert ist, sich gar nicht durchführen.
>Raum/Kant.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Evolution Nozick, R. Nagel I 196
Robert Nozick :These Evolutionstheoretische Erklärung der menschlichen Vernunft. (Naturalistische Erkenntnistheorie). Schlägt eine Umkehrung der kantischen Abhängigkeit von den Fakten der Vernunft vor. »Die Vernunft ist eine abhängige Variable, die von den Tatsachen geformt wird. Die Vernunft gibt Auskunft über die Wirklichkeit, weil die Wirklichkeit die Vernunft formt, und weil sie auswählt, was »evident« erscheint.«
»Die evolutionstheoretische Erklärung selbst ist etwas, wohin wir gelangen, indem wir die Vernunft zur Stützung der Evolutionstheorie einsetzen.
I 197
Daher gehört diese Deutung nicht zur ersten Philosophie, sondern zu unserer derzeitigen wissenschaftlichen Anschauung.«

NagE I
E. Nagel
The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979

Nagel I
Th. Nagel
Das letzte Wort Stuttgart 1999

Nagel II
Thomas Nagel
Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990

Nagel III
Thomas Nagel
Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991

NagelEr I
Ernest Nagel
Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982
analytisch Rorty, R. I 192
analytisch/synthetisch/notwendig/kontingent/RortyVsanalytische Philosophie/Rorty These die analytische Philosophie kann nicht ohne die eine oder die andere dieser Unterscheidungen überhaupt geschrieben werden. Weder gibt es Anschauungen, die sich in Begriffe auflösen lassen (wie bei Carnap) noch interne Beziehungen zwischen den Begriffen, die "grammatische Entdeckungen« (wie bei der Oxford·"Philosophie) ermöglichen. Wahrscheinlich gibt es heute gar nichts mehr was "die analytische Philosophie" wäre.