Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

Screenshot Tabelle Begriffes

 

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Erweiterte Suche:
Suchbegriff 1: Autor oder Begriff Suchbegriff 2:Autor oder Begriff

zusammen mit




Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 13 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Autor
Eintrag
Eintrag
Literatur
Literatur
Asymmetrie Arrow Mause I 166
Asymmetrie/Informationsmärkte/Arrow: Marktteilnehmer sind nicht selten in Situationen wo sie nicht nur mit einem Informationsmangel vom Typ unvollständige Information, sondern zusätzlich mit einem Informationsmangel vom Typ asymmetrische Information konfrontiert sind. (1)(2) Bsp Ein Käufer ist schlechter über einen Gebrauchtwagen informiert als der Verkäufer.
Terminologie: dies wird in der Literatur mit den Ausdrücken „Prinzipal“ (Verkäufer, Vorgesetzter; hält mehr Information) und „Agent“ (Käufer, Angestellter; hält weniger Information) umschrieben.
Problem: a) ein Käufer, der sich seines Informationsdefizits nicht bewusst ist, wird benachteiligt, b) ein Käufer, dem dieses Defizit bekannt ist, wird sich unter Umständen nicht auf eine Vertragsbeziehung einlassen. Siehe Information/Arrow.

1. Kenneth J. Arrow, Uncertainty and the welfare economics of medical care. American Economic Review 53, (5) , 1963, p. 941– 973.
2. G. A. Akerlof, The market for ‚Lemons‘: Quality uncertainty and the market mechanism. Quarterly Journal of Economics 84 (3) 1970 p. 488– 500.

EconArrow I
Kenneth J. Arrow
Social Choice and Individual Values: Third Edition New Haven 2012

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Blasenbildung Sunstein I 140
Blasenbildung/Märkte/Ökonomie/Sunstein: Blasen entsteht oft, wenn Menschen nicht etwa glauben, dass eine Aktie großen Wert hat, sondern wenn sie glauben, dass andere Menschen dies glauben. Sie investieren mit der Erwartung, dass der Wert der Aktie aufgrund der Erwartungen andere Marktteilnehmer steigen wird.(1) Vorhersagemärkte/prediction markets/Sunstein: Vorhersagemärkte können in Informationsmärkten auch Blasen entstehen? Natürlich. Investoren können sich in eine Richtung bewegen, weil sie erwarten, dass andere Investoren dies tun.
>Information/Wirtschaftstheorie, >Informationsmärkte.
I 141
In der Kampagne zur Präsidentschaftswahl 2004 gab es ein Gerücht über Kerry, dass erhebliche Ausschläge provozierte.(2)
1. See Robert Shiller, Irrational Exuberance, 2d ed. (Princeton, NJ: Princeton University Press, 2005), p. 2.
2. See Erin Jordan, “Iowa Electronic Markets Yield Near-Accurate Result,” Des Moines Register, Nov. 10, 2004, 5B.

Sunstein I
Cass R. Sunstein
Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge Oxford 2008

Sunstein II
Cass R. Sunstein
#Republic: Divided Democracy in the Age of Social Media Princeton 2017
Denken Surowiecki I 15
Denken/Probleme Surowiecki: Ich teile Probleme hier in drei Arten ein: 1. Kognitive Probleme, für die es eine Lösung gibt, wie z.B. Wer das Endspiel gewinnt oder Bsp Wieviel Exemplare eines bestimmten Buches verkauft werden, Bsp Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein bestimmtes Medikament von der Arzeimittelbehörde zugelassen wird.
Vielleicht gibt es hier nicht nur eine richtige Antwort, man wird aber unterscheiden können, welche Antworten besser sind als andere.
2. Koordinierungsprobleme: Hier geht es um die Abstimmung von Verhalten, z.B. in einem Markt, bei der Benutzung der U-Bahn, bei der Wohnungssuche usw. Wie kommen Käufer und Verkäufer zusammen?
3. Kooperationsprobleme: Wie kommt man trotz Misstrauen und Eigeninteresse zu einer Zusammenarbeit zusammen? Bsp Vorgehen gegen Umweltverschmutzung, ein generelles Verständnis von der angemessenen Höhe von Löhnen und Gehältern.
I 122
Koordinationsprobleme: hier genügt es nicht, dass ein Einzelner die Lösung für sich selbst findet, er muss berücksichtigen, was andere für richtig halten. (…) Regeln haben nur eine begrenzte Einwirkungsmöglichkeit. Lösungen müssen von unten her kommen.
I 288
Kognitionsaufgaben/Surowiecki: Der Informationsfluss in Unternehmen sollte nie durch Organigramme gelenkt werden. Fehlentscheidungen werden umso wahrscheinlicher, je stärker die Macht einer einzigen Person anvertraut ist. Ein mögliches Instrument zur Lösung solcher Probleme sind interne (Informations-)Märkte. >Informationsmärkte, >Information/Hayek.

Surowi I
James Surowiecki
Die Weisheit der Vielen: Warum Gruppen klüger sind als Einzelne und wie wir das kollektive Wissen für unser wirtschaftliches, soziales und politisches Handeln nutzen können München 2005
Google Sunstein I 5
Google/Sunstein: Wie kann eine Firma ihre eigene Entwicklung vorhersagen? Das hat Google mit einer innovativen Methode versucht.(1) Dabei schufen sie einen virtuellen Markt, in dem Mitarbeiter angenommene Geldbeträge investierten.
>Kollektive Intelligenz, >Märkte, >Informationsmärkte.

1. “Putting Crowd Wisdom to Work,” Sept. 21. 2005, http://googleblog.blogspot.com/2005/09/putting-crowd-wisdom-to-googleblog.blogspot.com/2005/09/putting-crowd-wisdom-to-work.html.

Sunstein I
Cass R. Sunstein
Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge Oxford 2008

Sunstein II
Cass R. Sunstein
#Republic: Divided Democracy in the Age of Social Media Princeton 2017
Information Hayek Sunstein I 14
Information/Preise/Märkte/Hayek/Sunstein: Bei der Lösung des Problems, wie bei Gruppendiskussionen (impliziter) Druck ausgeübt wird, möglicherweise entscheidende Informationen zurückzuhalten, kann ein Preissystem helfen, wie es Friedrich August von Hayek vorgeschlagen hatte. Dieses hat eine ausgesprochene Wirkung auf das Sammeln von Information. Märkte/Hayek: Märkte schaffen Preise für Güter auf eine Weise, die verstreute Informationen verarbeitet, die unter ganz verschiedene Personen verteilt sind. In Märkten haben die Teilnehmer einen extremen Anreiz, Recht zu behalten.
>Informationsmärkte.
Einige Information mag „versteckt“ bleiben, aber wenn es darum geht, einen Profit zu realisieren, wird diese Information für Kunden und Investoren nicht lange verborgen bleiben. Aus diesem Grund reflektieren Marktpreise einen hohen Grad an Information.(1)
Sunstein: Man könnte sagen, Märkte schaffen so etwas wie ein „Daily Us“: ((s) Siehe Filterblasen/Sunstein).
SunsteinVsHayek: Hayeks Argumentation hatte allerdings einen blinden Fleck. Märkte können auch falsche Informationen verarbeiten. Moden können zu inflationären Preisen führen. Das kann sich auch auf Grundstücks- und Immobilienpreise auswirken.
>Märkte/Sunstein, >Märkte/Hayek.
I 132
Vorhersagemärkte/Prognosemärkte/prediction markets/Sunstein: Beispiele, in denen Informationsmärkte effizient sind: Bsp Tendenzen von Luftverschmutzung erkennen, Bsp Defizite in öffentlichen Haushalten zu beobachten (2). Bsp Ausbrüche von Krankheiten zu verfolgen und ihre Ausbreitung vorherzusagen, Bsp die Zahlungsfähigkeit von Institutionen zu beobachten. (3)
I 137
Manipulation: Anhänger des Kandidaten Pat Buchanan kauften 2000 große Mengen von Anteilen am IEM (Iowa Electronic Market, einem Vorhersagemarkt für Wahlen) um die Prognosen zu manipulieren. Besser Informierte Anleger nutzten dies jedoch anschließend zu ihrem Vorteil aus.
1. Friedrich Hayek, Law, Legislation, and Liberty, vol. 1: Rules and Order (Chicago: University of Chicago Press, 1973) p. 13.
2. See Abramowicz, “Prediction Markets, Administrative Decisionmaking, and Predictive Cost-Benefit Analysis,” pp. 990–92.
3. ibid. pp. 987-90.


Boudreaux II 26
Preis/Information/Hayek/Boudreaux:“ Wir müssen das Preissystem als einen solchen Mechanismus der Informationsvermittlung betrachten, wenn wir seine wirkliche Funktion verstehen wollen ... Das Wichtigste an diesem System ist die Ökonomie, mit der es funktioniert, oder wie wenig die einzelnen Teilnehmer wissen müssen, um richtig handeln zu können."(1) >Information, >Wissen/Hayek.
Boudreaux II 32
Individuelles Handeln/Hayek/Boudreaux: Jeder Besitzer von Privateigentum hat Anreize, sein Eigentum so zu nutzen, dass es den größten Nutzen bringt (...). Spontane Ordnung/Hayek: Das Gleiche gilt für den einzelnen Arbeitnehmer, der nur seine eigenen Arbeitsleistungen besitzt. Er wird seine Arbeitskraft mit der Arbeitskraft und dem Vermögen derjenigen anderen Privateigentümer kombinieren, die ihm den größten Ertrag für seine Arbeitsleistung versprechen - das heißt, die ihm den höchsten Lohn versprechen. Da jeder Eigentümer von Privateigentum nur die höchsten Erträge aus der Nutzung seines Eigentums anstrebt, wird eine allgemeine Wirtschaftsordnung geschaffen, indem jeder Eigentümer sein Eigentum auf die Nutzungen ausrichtet, die die höchsten Preise erzielen.
In ähnlicher Weise meiden Verbraucher, die mit ihrem Einkommen so viel Zufriedenheit wie möglich erreichen wollen, ineffiziente Anbieter (deren Preise relativ hoch sind) und bevorzugen effizientere Anbieter (deren Preise relativ niedrig sind).
Effizienz: Ineffiziente Anbieter steigern entweder ihre Effizienz oder wechseln zu anderen Produktionszweigen. Die Effizienz wird verbessert und ein komplexes Muster der produktiven Nutzung von Ressourcen entsteht (wie Hayek sagte) spontan. Diese Ordnung - dieses Gesamtergebnis - ist von niemandem beabsichtigt. Es ist spontan.
Boudreaux II 66
Information/Preis/Wirtschaftskreislauf/Hayek/Boudreaux: Wirtschaftskreisläufe: Anpassungen der Produktionstätigkeit (...) erfolgen nicht sofort. Sie brauchen Zeit. >Relative Preise, >Preis, >Wirtschaftskreislauf, >Rezession, >Depression.
Arbeitslosigkeit: In der Zeit, in der diese Anpassungen vorgenommen werden, steigt die Arbeitslosigkeit an. Arbeitnehmer in Branchen mit unverkauften Lagerbeständen werden entlassen, und es dauert eine Weile, bis sie eine andere Beschäftigung finden.
Selbst Industrien, die als Reaktion auf genauere Preise expandieren, benötigen in der Regel eine gewisse Zeit, um ihre Produktionspläne und Anlagen umzustellen, damit sich die Einstellung neuer Arbeitskräfte lohnt.
Die Zeit, die die Unternehmen brauchen, um sich von den Produktionsplänen zu lösen, die sie gemacht haben, als die Preise ungenau waren, ist eine Zeit, in der ungewöhnlich viele Arbeitnehmer arbeitslos sind.
Arbeitslosigkeit: Eine solche Arbeitslosigkeit wird nicht durch eine zu geringe gesamtwirtschaftliche Nachfrage verursacht.
Daher kann eine solche Arbeitslosigkeit nicht durch mehr Staatsausgaben oder andere Bemühungen zur Steigerung der Gesamtnachfrage geheilt werden. Vielmehr ist die Arbeitslosigkeit darauf zurückzuführen, dass die individuellen Preise den Unternehmern und Investoren keine genauen Informationen darüber vermitteln, welche Produkte sie produzieren sollten und wie sie diese Produkte am besten herstellen.
Die einzige Möglichkeit, diese Fehlinvestitionen zu beheben, besteht darin, die Preise so anzupassen, dass sie die Wünsche der Verbraucher und die realen Gegebenheiten der verfügbaren Ressourcen besser widerspiegeln. Diese Heilung erfordert wiederum Zeit - Zeit, in der sich die Preise anpassen und in der die Arbeitnehmer Arbeitsplätze finden und wechseln können, die wirtschaftlich nachhaltiger sind.
>Geldpolitik/Hayek.

1. Friedrich Hayek (1945). The Use of Knowledge in Society. In Bruce Caldwell (ed.), The Market and Other Orders, XV (Liberty Fund Library, 2014): 100.

Hayek I
Friedrich A. Hayek
The Road to Serfdom: Text and Documents--The Definitive Edition (The Collected Works of F. A. Hayek, Volume 2) Chicago 2007

Sunstein I
Cass R. Sunstein
Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge Oxford 2008

Sunstein II
Cass R. Sunstein
#Republic: Divided Democracy in the Age of Social Media Princeton 2017

Boudreaux I
Donald J. Boudreaux
Randall G. Holcombe
The Essential James Buchanan Vancouver: The Fraser Institute 2021

Boudreaux II
Donald J. Boudreaux
The Essential Hayek Vancouver: Fraser Institute 2014
Märkte Beck I 74
Märkte/Risikogesellschaft/Beck: durch wechselnde Risikodefinitionen können ganz neuartige Bedürfnisse – und damit Märkte – geschaffen werden. An die Stelle vorgegebener und manipulierbarer Bedürfnisse als Bezugspunkt der Warenproduktion tritt das selbstherstellbare Risiko. Die Wirtschaft wird damit „selbstreferentiell“.
>Risiken, >Wissen, >Gesellschaft/Beck, >Gesellschaft.
I 75
Wesentlich dafür ist eine symptomhafte und symbolische Risiko-“Bewältigung“. Vgl. >Informationsmärkte, >Informationsökonomik, >Information, >Märkte.

Beck I
U. Beck
Risikogesellschaft Frankfurt/M. 2015
Märkte Sen Brocker I 883
Märkte/Sen: Sen geht es um die Berücksichtigung subjektiver Einschätzungen von Qualitätsunterschieden. Als Indikatoren von subjektiven Wertschätzungen funktionieren Märkte klarerweise umso besser, je mehr Bürger sich an der gesellschaftlichen Preisbildung durch Zahlungen beteiligen. Dass aber alle Bürger genug ökonomische Mittel haben, um sich überhaupt an jener Kommunikation der Preise zu beteiligen, ist selten garantiert; dazu muss Politik die an Märkten erreichbaren Pareto-effizienten Gleichgewichte gezielt beeinflussen (vgl. Dasgupta 1989)(1). Auf sich allein gestellt kann der Markt die Bedingungen für sein optimales Funktionieren nicht herstellen (vgl. Beckert 2002)(2). >Informationsmärkte, >Information/Wirtschaftstheorie, >Information/Hayek, >Preise.
Ferner taugen Märkte als Entdeckungsverfahren für Knappheit und Nutzenschätzungen nur in Bezug auf kommensurable Güter. Wird hier der Teil für das Ganze genommen und der Markt sowie die durch ihn zu befördernde Pareto-Effizienz (vgl. Mishan 1972)(3) zum Richter aller – auch der nicht oder kaum marktgängigen – Dinge erkoren, schlägt die Informationsleistung des Marktes in ihr direktes Gegenteil um. Es kommt zu Fehlallokationen, denn, so Sen, ein Pareto-effizientes Ergebnis könne ja völlig ungerecht und scheußlich sein.(4)
>Pareto-Optimum.
Sen These: Den Freien Markt gibt es nicht. Was es gibt, sind lediglich verschiedenste, aus einem Wechselspiel der Interessen und Werte erwachsende Formen eines sozial regulierten Güteraustauschs. Märkte und die Optionen, die sie bieten, sind Schöpfungen der in ihre Ordnung und Umwelten eingegangenen Wertvorstellungen.
Lösung/Sen: Märkte sind so zu gestalten, dass sie ihre sozialen, kulturellen, moralischen und ökologischen Voraussetzungen nicht untergraben.
>Freiheit/Sen.

1. Martha S. Dasgupta, »Power and Control in the Good Polity«, in: Alan P. Hamlin/Philip Pettit (Hg.), The Good Polity. Normative Analysis of the State, Oxford 1989.
2. Jens Beckert, Beyond the Market. The Social Foundations of Economic Efficiency, Princeton 2002 (dt. 1997)
3. E J. Mishan, Elements of Cost-Benefit Analysis, London 1972.
4. A.Sen, Rationality and Freedom, Cambridge, Mass./London 2002, S. 524

Claus Dierksmeier, „Amartya Sen, Ökonomie für den Menschen (1999)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconSen I
Amartya Sen
Collective Choice and Social Welfare: Expanded Edition London 2017

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Märkte Varian I 495
Märkte/Varian/Shapiro: Informationsmärkte sind nicht wie Wettbewerbsmärkte, Märkte, in denen es viele Anbieter gibt, die ähnliche Produkte anbieten, von denen keiner in der Lage ist, die Preise zu beeinflussen. >Information/Wirtschaftstheorien, >Informationswirtschaft,
>Informationsökonomik, >Informationsproduktion.
I 534
Merkmale eines Informationsmarktes: 1. Das marktbeherrschende Unternehmen (...) kann zwar das "beste" Produkt herstellen, genießt aber aufgrund seiner Größe und Größenvorteile einen Kostenvorteil gegenüber seinen kleineren Konkurrenten.
I 540
2. In einem differenzierten Produktmarkt haben wir eine Reihe von Firmen, die die gleiche "Art" von Informationen produzieren, aber mit vielen verschiedenen Varianten.
Aus: Information Rules
Shapiro, Carl. Information Rules: A Strategic Guide to the Network Economy Harvard Business Review Press.

EconVarian I
Hal R. Varian
Carl Shapiro
Information Rules: A Strategic Guide to the Network Economy Cambridge, MA 1998
Marktversagen Stigler Mause I 166
Marktversagen/Information/Informationsmärkte//Stigler: Problem: Anbieter und Nachfrager auf Märkten [sind] in der Regel (…) nicht vollständig über das Marktgeschehen informiert. Der Erwerb und die Verarbeitung von marktrelevanten Informationen – anders als in der Modellwelt der vollkommenen Konkurrenz unterstellt – mit Kosten in Form von Zeit, Energie und Geld verbunden.(1) >Informationsmärkte, >Informationsökonomik, >Information, >Märkte.

1. G. J. Stigler, The economics of information. Journal of Political Economy 69 (3): 1961, p. 213– 225.

EconStigler I
George J. Stigler
Gary S. Becker
De Gustibus Non Est Disputandum 1977

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Risiken Arrow Henderson I 54
Risiken/Erfindungen/Arrow/Henderson/Globerman: Arrow(1) vertrat die Auffassung, dass es für eine optimale Erfindungstätigkeit in der Privatwirtschaft „Entschädigungsoptionen“ geben muss, damit Erfinder das Risiko auf andere Personen umlenken können, die bereit sind, es zu tragen.* Arrow schrieb, dass eine Entschädigungsoption ein Vertrag ist, „bei dem die Käufer eine vereinbarte Summe zahlen und die Verkäufer sich verpflichten, vorgeschriebene Mengen eines bestimmten Rohstoffs zu liefern, wenn ein bestimmter Zustand (…) eintritt, und nichts zu liefern, wenn dieser Zustand (…) nicht eintritt“. Arrow argumentierte, dass „das reale Wirtschaftssystem keine Märkte für Entschädigungsoptionen besitzt“ (1962(1): 610-611). Zu DemsetzVsArrow siehe >Free Lunch/Demsetz, >Nirvany fallacy/Demsetz.

* Da nicht alle Menschen die gleiche Einstellung zum Risiko haben, ist es sinnvoll, dass die die risikofreudiger sind, die weniger risikofreudigen Menschen für das Tragen des Risikos bezahlen. Mit Entschädigungsoptionen wird dieser Risikotransfer erreicht.

1. Arrow, Kenneth (1962). Economic Welfare and the Allocation of Resources for Innovation. In The Rate and Direction of Inventive Activity: Economic and Social Factors, National Bureau Committee for Economic Research (Princeton University Press).


Mause I 168
Risiken/Versicherungsmärkte/Information/Informationsmärkte/Arrow(1): Def Negativauslese/adverse selection: liegt vor, wenn ein Versicherungsunternehmen gewisse Versicherungen nicht mehr anbietet, weil die zu versichernden Risiken zu hoch sind. Bsp Auch gewissenhafte Kunden können gewisse Versicherungen nicht mehr erwerben, letztlich wegen des Verhaltens anderer Kunden.
>Versicherungen, >Information/Wirtschaftstheorien, >Informationsökonomik, >Adverse Selektion.

1. K. J. Arrow, The economics of agency. In Principals and agents: The structure of business, Hrsg. John W. Pratt und Richard J. Zeckhauser, S. 37– 51. Boston 1985.

EconArrow I
Kenneth J. Arrow
Social Choice and Individual Values: Third Edition New Haven 2012

Henderson I
David R. Henderson
Steven Globerman
The Essential UCLA School of Economics Vancouver: Fraser Institute. 2019

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Vorhersage Sunstein I 39
Vorhersage/Experten/Laien/Individuen/Gruppen/Sunstein: Statistisch ausgewählte Gruppen von Experten hatten 12,5 % weniger Fehleinschätzungen abgegeben als einzelne Experten in Bezug auf so unterschiedliche Themen wie Geflügelpreise, Bruttosozialprodukt, Überlebenschancen von Patienten, Wohnungsbauentwicklung.(1) >Kollektive Intelligenz.
Für Unternehmen ergibt sich daraus, dass sie besser auf den Rat vieler Experten hören als externe Berater zu engagieren. (2)
Wahlprognosen/Politische Prognosen/Sunstein: Hier ist es Standardpraxis geworden, eine Menge von Wahlergebnissen zu untersuchen und den Median zu nehmen. In den USA wurde 2004 das System Polly dazu eingesetzt.(3)
I 40
Problem/Sunstein: Werden mehrere Befragungen zusammen genommen und untersucht, so haben diese meist nicht dieselben Fragen gestellt. Man versucht dann, ein diesen verschiedenen Fragen zugrunde liegendes Einstellungsmuster herauszufinden.(4)
I 132
Vorhersagemärkte/Prognosemärkte/prediction markets/Sunstein: Beispiele, in denen Informationsmärkte effizient sind: Bsp Tendenzen von Luftverschmutzung erkennen, Bsp Defizite in öffentlichen Haushalten zu beobachten.(5) Bsp Ausbrüche von Krankheiten zu verfolgen und ihre Ausbreitung vorherzusagen, Bsp die Zahlungsfähigkeit von Institutionen zu beobachten.(6) >Informationsmärkte.
I 137
Manipulation: Anhänger des Kandidaten Pat Buchanan kauften 2000 große Mengen von Anteilen am IEM (Iowa Electronic Market, einem Vorhersagemarkt für Wahlen) um die Prognosen zu manipulieren. Besser Informierte Anleger nutzten dies jedoch anschließend zu ihrem Vorteil aus.
I 138
Tendenzen: Man sieht oft, das Unterstützer eines Kandidaten an den Sieg eben dieses Kandidaten glauben. So glaubten 1980 87 % von Jimmy Carters Unterstützern an dessen Sieg und gleichzeitig 80 % von Ronald Reagans Unterstützern an einen Sieg ihres Kandidaten.(7) Das ist nicht verwunderlich, schränkt jedoch die Vorhersagekraft ein. Menschen verarbeiten neue Informationen auf eine Weise, dass sie in ihre bisherige Weltsicht integrierbar sind. Aus diesem Grund verlieren auch viele Anleger Geld am Aktienmarkt. >Aktienmarkt.
I 139
Marginal Trader Hypothesis: Diese These nutzt das aus und orientiert sich am Verhalten einer kleiner Gruppe von Händlern, die als eine identifiziert wurde, die weniger anfällig für Tendenzen ist.
I 144
Es gab eine berühmte Wette zwischen Julian Simon und Paul Ehrlich über die Knappheit natürlicher Ressourcen.(8) Simon hatte prognostiziert, dass sie unerschöpflich seien. 1980 wetten Ehrlich und Simon auf Preise für Rohstoffe, die Ehrlich aussuchte. Simon gewann, weil die Preise bis 1990 sanken. Sunstein: Wenn es damals schon Informationsmärkte gegeben hätte, hätten sie stark zu Simon tendiert.

1. See Armstrong, “Combining Forecasts,” 419–20. For many factual questions, of course, a little research would be sufficient to identify the correct answers. But for some factual issues, even significant research is inconclusive, and it is best to consult experts. pp. 428, 430-31
2. ibid. p. 428.
3. See Alfred Cuzán et al., “Combining Methods to Forecast the 2004 Presidential Presidential Election: The Pollyvote” (unpublished manuscript, Jan. 6, 2005), 12, available at http://www.politi calforecasting.com.
4. I am grateful to Robert MacCoun for this point.
5. See Abramowicz, “Prediction Markets, Administrative Decisionmaking, and Predictive Cost-Benefit Analysis,” pp. 990–92.
6. ibid. pp. 987-90
7. Donald Granberg and Edward Brent, “When Prophesy Bends: The Preference-Expectation Link in U.S. Presidential Elections, 1952–1980,” Journal of Personality and Social Psychology 45 (1983): 479. 65. See Wolfers and Zitzewitz, “Prediction.
8. For an overview, see “FAQ: People, Julian Simon’s Bet with Paul Ehrlich,” Overpopulation.com, at http://www.overpopulation.com/faq/People/julian_simon.html (last visited Jan. 28, 2005).

Sunstein I
Cass R. Sunstein
Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge Oxford 2008

Sunstein II
Cass R. Sunstein
#Republic: Divided Democracy in the Age of Social Media Princeton 2017
Wettbewerb Hirschman Brocker I 522
Wettbewerb/HirschmanVsTradition/Hirschman: Hirschman steht dem Idealbild des vollkommenen Wettbewerbs kritisch gegenüber. Siehe auch Nachfrage/Hirschman.
Brocker I 523
Def „normaler“ Wettbewerb/Hirschman: eine Situation, in der sich bei Preis- bzw. Qualitätsänderungen nicht alle Nachfrager von einem bestimmten Unternehmen und seinen Produkten abwenden. (1)
Brocker I 524
Hirschman These: Konkurrenz kann als Kartell wirken! kann. Immer dann, so Hirschman, wenn die Qualität des Produkts der Konkurrenten wegen fehlender Transparenz nicht im Vorhinein erkennbar ist, kann eine ganze Branche die Qualität ihrer Produkte gemeinsam absenken und niedrig halten: Sinkt die Qualität eines Produkts, so wandert ein Teil der Konsumenten zur Konkurrenz, nur um ebenfalls keine befriedigende Qualität festzustellen, worauf sie zum nächsten Produkt abwandern usw. Kunden irren von einem Produkt zum anderen, ohne auf den Gedanken zu kommen sich zu beschweren. (2) Panther: hier nimmt Hirschman spätere Entwicklungen vorweg: Siehe Asymmetrie/Arrow: Asymmetrische Informationsmärkte, Informationsökonomik/Akerlof, Information/Sunstein.
Brocker I 525
Abwanderung/Kunden/Qualität: Problem: »Bei jenen Kunden, denen an der Qualität des Produktes am meisten gelegen ist und die daher die aktivsten, verlässlichsten und schöpferischsten Träger des Widerspruchs wären, besteht aus eben diesem Grund offenbar zugleich die Wahrscheinlichkeit, dass sie bei einer Qualitätsverschlechterung als erste abwandern werden«(3). Aus dieser These folgt, dass sich ein leistungsschwacher Monopolist durch ein wenig Konkurrenz, und damit ein wenig Abwanderungsmöglichkeit, leicht diejenigen vom Halse schaffen kann, die ihm am ehesten durch Widerspruch gefährlich werden könnten.

1. Albert O. Hirschman, Exit, Voice, and Loyalty. Responses to Decline in Firms, Organizations, and States, Cambridge, Mass. 1970. Dt.: Albert O. Hirschman, Abwanderung und Widerspruch. Reaktionen auf Leistungsabfall bei Unternehmungen, Organisationen und Staaten, Tübingen 1974, S. 17
2. Ebenda S. 22
3.
Stephan Panther, „Albert O. Hirschman, Abwanderung und Widerspruch“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolHirschm I
Albert O. Hirschman
The Strategy of Economic Development New Haven 1958

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Wissen Sunstein Sunstein I 118
Wissen/Friedrich Hayek/Sunstein: In seinem Aufsatz „The Use of Knowledge in Society“ schreibt Hayek, dass der große Vorteil von Preise der ist, das sie sowohl Information als auch den Geschmack der Menschen reflektieren, was viel mehr ist, als durch Planung oder Planwirtschaft erreicht werden könnte. Die Information ist dabei nach Hayek in Form von unvollständigen und vielfach widersprüchlichen Bruchstücken von Wissen auf die Individuen verteilt.(1) >Information/Hayek, >Informationsmärkte.
Sunstein: Das Wissen beinhaltet natürlich Faken über das Produkt, aber auch über Präferenzen der Kunden.
Sunstein I 119
Wissen/Hayek: das in den Preisen enthaltene Wissen übersteigt das der besten Experten. Preise/Hayek: Hayek unterstreicht in diesem Zusammenhang, wie wichtig es ist, dass die Preise in Bewegung sind. Kleine Bewegungen ergeben das vollständige ökonomische Bild, das wird laut Hayek von vielen Ökonomen übersehen.
Sunstein I 120
Insbesondere reagieren Preise auf neue Information. Vgl. >Kollektive Intelligenz.

1. Friedrich Hayek, “The Use of Knowledge in Society,” American Economic Review 35 (1945): 519, reprinted in The Essence of Hayek, ed. Chiaki Nishiyama and Kurt Leube (Stanford: Hoover, 1984), 211. A superb treatment of Hayek’s thought is Bruce Caldwell, Hayek’s Challenge: An Intellectual Biography of F. A. Hayek (Chicago: University of Chicago Press, 2004).

Sunstein I
Cass R. Sunstein
Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge Oxford 2008

Sunstein II
Cass R. Sunstein
#Republic: Divided Democracy in the Age of Social Media Princeton 2017