| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
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| Sexualität | Beauvoir | Brocker I 297 Sexualität/Beauvoir: Grundsätzlich herrscht nach Beauvoir in jeder biologischen Spezies ein Konflikt zwischen Individuum und Gattung. Je niedriger die Art, umso mehr regieren die Gattung und der Zwang zur Reproduktion, je höher die Art, desto individualisierter sind die einzelnen Exemplare. In der menschlichen Gattung nimmt dieser Konflikt dramatische Züge an und bestimmt in asymmetrischer Weise das männliche und das weibliche Geschlecht. Während der Mann die Sexualität seiner Individualität unterordnen kann, sind Frauen, bedingt durch ihre biologische Konstitution, der Gattung subordiniert, sie tragen ein »feindliches Element in sich […]: die Spezies, die von ihnen zehrt« (1). Da menschlich zu existieren aber grundsätzlich besagt, sich in ein Verhältnis zur eigenen Natur setzen zu können, ist zwar die Ausgangslage der Frau in verstärktem Maß durch ihre Biologie bestimmt, aber gleichwohl nicht schon determiniert. >Existentialismus, >Subjekt, >Feminismus, >Gender, >Geschlechterrollen, >Geschlechtsunterschiede/Psychologie, >Kultur, >Kulturelle Überlieferung, >Wertewandel. 1. Simone de Beauvoir, Le deuxième sexe, Paris 1949. Dt.: Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau, Reinbek 2005 (zuerst 1951), S. 55 Friederike Kuster, „Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht (1949)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018 |
Brocker I Manfred Brocker Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018 |