Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Abhängigkeit Simons I 293
Abhängigkeit/Simons: Abhängigkeit funktioniert immer in Bezug auf etwas. Bsp logisch: Proposition A kann nicht wahr sein, ohne dass Proposition B wahr ist.
Bsp funktional: Gasdruck, Volumen und Temperatur sind funktional.
Bsp ontologisch: dieses "Weiß-sein" von diesem Papier ist ontologisch.
>Propositionen, >Wahrheit.
I 294
Def allgemeine Abhängigkeit/logische Form/Simons: a ist abhängig als F in Bezug auf G von b gdw. a nicht F sein kann, ohne dass b G ist. Einfacher: notwendig: Wenn a ein F ist, dann ist b ein G. (s) N(Fa > Gb).
I 294
Ontologische Abhängigkeit/oA/Simons: Ontologische Abhängigkeit besteht zwischen Objekten (anders als andere Abhängigkeiten). Sie ist ein Müssen de re, Bsp wesentlicher Teil. >de re, >Wesen, vgl. >de dicto.
I 296
Ontologische Abhängigkeit/Simons: Bsp Der größte Satellit des Jupiter kann nicht existieren, wenn Jupiter nicht existiert. Aber: Es ist falsch anzunehmen, dass Ganymed nicht ohne Jupiter existieren könnte. Lösung: Eine Lösung gibt die Reichweite vor. Dagegen: Die Abhängigkeit Ganymeds von Jupiter ist stattdessen eine begriffliche Abhängigkeit. Er könnte nicht als Jupitermond beschrieben werden, wenn Jupiter nicht existierte. Begrifflich: Bsp Es gibt keinen Ehemann ohne Ehefrau.
I 296
Def Schwache starre Abhängigkeit/Simons/(s): y ist für sich nicht notwendig, aber wenn x existiert, dann doch notwendig. ((s) Das wird nicht durch Selbstabhängigkeit überlagert.)
I 297
Generisch abhängig/generische Abhängigkeit/Simons: Bsp Der Mensch kann nicht ohne Kohlenstoffatome existieren, aber es ist egal, welche Kohlenstoffatome Teil von ihm sind.
I 300
Def starre Abhängigkeit/Simons: Bsp Lächeln ist nicht nur von einem Gesicht abhängig, sondern von seinem/ihrem Gesicht. Begriffliche starre Abhängigkeit: Bsp Die Arten Zwilling, Verlobte, Partner, Flussufer. >Unabhängigkeit/Simons.
I 302
Abhängigkeit/stärkste Form/Simons: Die stärkste Form der Abhängigkeit ist die eines Objekts, das wesentlicher Teil eines anderen ist.
I 303
Def starke starre Abhängigkeit/Simons: Die starke starre Abhängigkeit schließt Fälle aus, wo Objekte wesentliche Teile als Fälle von Abhängigkeit haben. Ein Objekt ist abhängig, wenn es die Existenz von etwas erfordert, das nicht Teil von ihm ist. Bsp Der Herzschlag ist nicht Teil des Organismus. Ähnlich wie Husserls Fundierung: Wenn ein a nur in einer umfassenderen Einheit existieren kann, die es mit einem µ verbindet. Def Moment/Simons: Wenn b a fundiert bzw. umgekehrt, ist a ein Moment von b.
I 305
Def Akzidenz/Simons: Ein Moment, das ständig von seiner Fundierung abhängig ist, ist ein Akzidenz.
I 306
Def Substrat: Das Substrat ist dann das Fundament zur Akzidenz, zum Beispiel bei Ereignissen: "ist nicht Teil..." oder bei continuants: "ist nie Teil...". Akzidenz/Simons: Bsp Ein Lächeln ist ein Akzidenz des Gesichts. Bsp Ein Kopfschmerz oder Bsp ein Gedanke ist ein Akzidenz seines Trägers. Bsp Die Instantiierung einer Qualität eines Objekts ist ein Akzidens des Objekts(!), das sie qualifiziert ((s) Nicht-Akzidenz der Eigenschaft.) Bsp Relationale Akzidenz: Relationale Akzidenzen sind zum Beispiel Hochzeiten oder Fußballspiele.
I 309
Abhängigkeit/Simons: Die Akzidenz schließt die Abhängigkeit von Vorgängern aus. Moment: Ein Moment besteht von notwendigen Wesen und wesentlichen Teilen. Mensch: Der Mensch könnte höchstens Akzidens des Universums sein. Vs: Dann müsste das Universum notwendig sein und dann wäre es eher eine Kennzeichnung als ein Name. Lösung: Die Abhängigkeit des Menschen von der Umwelt ist generisch und nicht starr. Mensch: Der Mensch könnte höchstens Akzidenz sein, wegen gewisser Prozesse in seinem Innern. Substanz: Die Substanz muss in diesem Sinn gar nicht "absolut unabhängig" sein. Lösung: Alles, von dem die Substanz modal und zeitlich starr abhängig ist, ist ein Teil von ihr, d.h. sie ist eine schwach selbständige Einheit.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Erklärungen Chalmers I 50
Erklärung/Chalmers: Eine gute Erklärung ist oft eine, die viele Fälle abdeckt. Problem: ob man dem Einzelfall gerecht wird. Vgl. >Stärke von Theorien, >Starker/schwächer.
Lösung: Bei biologischen Phänomenen ist es oft der Fall, dass sich ähnelnde Einzelfälle eine verwandte Vorgeschichte haben.
>Phänomene, >Ähnlichkeit, >Bedingungen, >Kausalerklärung, >Anfangsbedingungen.
I 84
Erklärung/Explikation/Chalmers/(s): Chalmers unterscheidet zwischen Explikation und explanation. Letztere gebraucht er im Zusammenhang mit Reduktion als reduktive Erklärung (reductive explanation) z.B. von phänomenalen Eigenschaften, während er explication für Begriffserklärungen reserviert. >Begriffe, >Reduktion.
Bsp Die Eigenschaft, Rolf Harris zu sein, konstituiert kein Phänomen das eine Erklärung (explanation) braucht, im Gegensatz zu einer Explikation.
I 121
Erklärung/Bewusstsein/Chalmers: Selbst wenn wir unsere Erklärungen immer weiter verfeinerten, würden sie nur immer verfeinerte Erklärung kognitiver Funktionen liefern, nicht aber Erklärungen unseres bewussten Erlebens. >Bewusstsein/Chalmers.
I 122
Die Existenz von Bewusstsein wird immer eine zusätzliche Tatsache zu unseren strukturellen und dynamischen Tatsachen sein. Aber wir müssen gar nicht jegliche Erklärung von Bewusstsein aufgeben. Wir müssen uns nur von der Idee verabschieden, dass diese Erklärung reduktiv sein müsste.
Vgl. >Reduktionismus.
I 177
Erklärung/Bewusstsein/Paradoxie/Chalmers: Problem: Bewusstsein kann nicht reduktiv erklärt werden, Urteile über das Bewusstsein und phänomenale Urteile (über Erfahrungen bzw. Erlebnisse) müssen aber so erklärt werden können, weil sie im Bereich der Psychologie liegen. >Erleben.
Paradox: Dann ist Bewusstsein letztlich wiederum irrelevant für die Erklärung phänomenaler Urteile. (Avshalom Elitzur (1989)(1), Roger Shepard (Psychologe, 1993)(2).
I 178
Lösung/Chalmers: Der Gehalt meiner Erfahrungen kann nicht wiederum reduktiv erklärt werden. >Gehalt, >Inhalt.
Problem: Wenn wir die Urteile („Erfahrungsberichte“) des Zombies deflationistisch behandeln ((s) als einfache Zitate) können diese reduktiv erklärt werden.
>Zombies/Chalmers.
Lösung: Man kann oft höherstufige Eigenschaften gebrauchen, um Eigenschaften niedrigerer Stufe überflüssig zu machen (Bsp Molekülbewegung statt Wärme).
>Stufen/Ebenen, >Beschreibungsebenen.
Problem: Die höherstufigen Eigenschaften sind immer noch logisch supervenient auf dem Physikalischen. D.h., wenn man eine Handlung neurophysiologisch erklärt, macht das den Appell an das Gedächtnis (als phänomenale Eigenschaft) nicht erklärungsmäßig irrelevant.
>Supervenienz.
I 179
Diese Relevanz wird durch die logische Supervenienz vererbt. Bsp Wenn ein alleinstehender Mann ein Bedürfnis nach weiblicher Begleitung hat, was durch die Tatsache erklärt wird, dass er männlich und unverheiratet ist, macht das nicht die Tatsache, dass er ein Junggeselle ist, irrelevant. Allgemein: Wenn zwei Mengen von Eigenschaften begrifflich verbunden sind, macht eine Erklärung in Begriffen der einen Menge die Existenz einer Erklärung in begriffen der anderen Menge nicht erklärungsmäßig irrelevant.
Lösung: Bei physikalischen Erklärungen: Wenn logische Supervenienz im Spiel ist, gibt es keine erklärungsmäßige Irrelevanz: eine Beschreibung höherer Stufe ist logisch auf eine auf einer niedrigeren Stufe bezogen.
Problem: Das Bewusstsein ist nicht logisch supervenient auf dem Physischen. Es gibt daher auch keine begriffliche Abhängigkeit der Ebenen.
>Stufen/Ebenen, >Beschreibungsebenen, >Abhängigkeit.
I 188
Erklärung/Bewusstsein/Chalmers: Anders als bei der Erklärung von religiösem Glauben, wo die Annahme göttlicher Existenz zur Erklärung anderer Phänomene gefordert wird, verhält es sich bei der Erklärung von Bewusstsein anders: hier ist schon das Bewusstsein gegeben und muss nicht als Annahme hinzugenommen werden. Bewusstsein wird auch nicht durch Urteile über bewusstes Erleben („Dies ist ein roter Gegenstand“) erklärt.
>Erleben, >Phänomene, >Qualia.
I 191
Erklärung/Bewusstsein/Chalmers: Es gibt drei Weisen, gegen die angebliche Irrelevanz des Bewusstseins für die Erklärung von Verhalten zu argumentieren. >Verhalten.
I 192
1. Das Argument aus dem Selbst-Wissen/Chalmers: Wir wissen, dass wir selbst bewusste Erlebnisse haben. Aber es ist schwer, damit zu argumentieren. >Selbstwissen, >Selbstbewusstsein.
Lösung: Wenn Erlebnisse erklärungsmäßig irrelevant wären, könnten wir nicht wissen, dass wir welche haben.
I 193
1. Argument aus der Kausaltheorie des Wissens: Problem: Wenn Erfahrung kausal irrelevant ist, kann ich nicht damit argumentieren. Dann habe ich kein Wissen über meine Erfahrungen. Shoemaker (1975)(3) argumentiert so für einen Materialismus des Bewusstseins und für einen reduktiven Funktionalismus. >Kausaltheorie des Wissens, >S. Shoemaker, >Materialismus, >Funktionalismus.
Zombie/Shoemaker: für Shoemaker sind Zombies logisch unmöglich.
>Zombies.
Wissen/Bewusstsein/Chalmers: Ein Eigenschaftsdualist muss argumentieren, dass Wissen über bewusste Erlebnisse eine andere Art Wissen ist als das Wissen, über das man im Zusammenhang mit Verursachung durch Gegenstände spricht.
>Eigenschaftsdualismus.
I 194
Verlässlichkeitstheorie/Chalmers: Verlässlichkeitstheorie ist im Fall unsers Wissens über uns selbst nicht angemessen. Zwar sind die phänomenalen Urteile meines Zombie-Zwillings nicht verlässlich. Daher könnte man annehmen, Verlässlichkeit sei ein Unterscheidungsmerkmal zwischen mir und dem Zombie. Aber mein Selbstwissen über Bewusstsein ist anderer Art: Es ist reflektiert. Wir sind sicher, dass wir ein Bewusstsein haben, das kann höchstens „philosophisch“ angezweifelt werden.
>Verlässlichkeitstheorie.
I 195
Verlässlichkeit/Chalmers: Wo fehlt sie? Bsp In Situationen wie die der Gehirne im Tank. Solche Beispiele gefährden nicht unsere Gewissheit, dass wir ein Bewusstsein haben, da hier keine Kausalität im Spiel ist. >Gehirne im Tank.
I 196
Unser Zugang zu unserem Bewusstsein ist ganz direkt, er ist nicht vermittelt. >Selbstbewusstsein.
I 197
Unkorrigierbarkeit/Chalmers: Unkorrigierbarkeit ist mit diesem direkten Zugang aber nicht gemeint! >Unkorrigierbarkeit.
I 198
Kausalität/Bewusstsein/Chalmers: Wir brauchen gar keine Kausalität, um unsere bewussten Erlebnisse zu erklären: unser Wissen davon gründet auf einer viel direkteren die Beziehung. Es geht darum, wie ich davon weiß, nicht, wie mein Gehirn davon weiß, daher geht es nicht um eine physikalische Relation. Vgl. >Kausalität.
Problem: Überzeugungen könnten sich auch ohne Erlebnisse bilden.
>Überzeugungen.
ChalmersVsVs: Aber dann habe ich Gewissheit über meine Überzeugungen.
Zombie: Ein Zombie würde genau dasselbe sagen.
I 199
ChalmersVsVs: Natürlich, von einer Dritte-Person-Perspektive wissen wir sowieso nicht, ob andere ein Bewusstsein (bewusste Erlebnisse) haben. Aber wir wissen es von uns selbst. >Erste Person, >Fremdpsychisches.
Überzeugungen/Zombies: Am Ende könnte der Zombie sogar dieselben Überzeugungen haben wie ich.
ChalmersVsVs: ja, aber die Belege für meine Überzeugungen sind viel einfacher: es sind die Erlebnisse. Sie sind das Primäre.
>Erleben, >Belege.
Deflationistisch/inflationistisch/Chalmers: Unsere Argumentation ist hier sowieso deflationär, d.h. über die rein funktionale Rolle von Überzeugungen.
Vgl. >Deflationismus,
Inflationistisch wären Überzeugungen selbst ein Teil der phänomenalen Erfahrung.

1. A. Elitzur, Consciousness and the incompleteness of the physical explanation of behavior. Journal of Mind and Behavior 10, 1989,: pp. 1-20.
2. R. N. Shepard, On the physical baisis, ölinguistic representation and conscious experiences of colors. In: G. Harman (Ed) Conceptions of the human Mind: Essays in Honor of George A. Miller, Hillsdale NJ 1993.
3. Sydney Shoemaker, Functionalism and qualia, Philosophical Studies 27 (May):291-315 (1975).

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014
Identifikation Strawson I 57
Identifikation/Strawson: Wenn Identifikation direkt aufgrund von Lokalisation möglich ist, dann ohne Erwähnung anderer Einzeldinge. Bsp Tod ist abhängig von Lebewesen.
Bsp Blitz ist nicht abhängig von etwas Blitzendem.
>Abhängigkeit.
I 64
Identifikation/Strawson: Beobachtbare Einzeldinge können auch ohne Erwähnung ihrer Ursachen oder der Dinge, von denen sie abhängig sind, identifiziert werden. Begriffliche Abhängigkeit spielt keine Rolle. - Aber man kann nicht grundsätzlich Geburten identifizieren, ohne sie als Geburt eines Lebewesens zu identifizieren.
I 65
Asymmetrie: Wir brauchen in der Sprache nicht unbedingt Termini für Geburten als Einzeldinge - wohl aber für Lebewesen, weil wir selbst welche sind. >Continuant, >Person, >Subjekt.
I 66
Identifizierbarkeit/Einzelding/Strawson: Minimalbedingung: Einzeldinge dürfen weder privat noch unbeobachtbar sein. >Einzeldinge/Strawson, >Sprachgemeinschaft, vgl. >Privatsprache, >Verstehen, >Kommunikation.
I 87
Identifikation/Strawson: Wir könnten nicht über Privates sprechen, wenn wir nicht über Öffentliches sprechen könnten
I 153
Identifikation/StrawsonVsLeibniz: Identifikation verlangt ein demonstratives Element: das widerspricht Leibniz’ Monaden, für die es Beschreibungen allein in allgemeinen Termini geben soll! >Allgemeiner Term.
Dann ist nach Leibniz die Identifikation (Individuation) nur Gott möglich: Der "vollständige Begriff" eines Individuums. - Das ist zugleich eine Beschreibung des gesamten Universums (von einem bestimmten Punkt aus, das garantiert die Eindeutigkeit).
>Vollständiger Begriff.
I 245
Identifikation/Universale/Namen/Einzeldinge/Strawson: Sprecher/Hörer müssen jeder eine kennzeichnende Tatsache über Sokrates kennen - es muss aber nicht dieselbe sein. - Bsp "Dieser Mann dort kann dich führen"- entscheidend: dass da jemand steht. Pointe: Kein Teil führt ein Einzelding ein, aber die Aussage als ganzes präsentiert es.
>Einzeldinge/Strawson, >Einführung/Strawson.

VII 124
Identifikation/Referenz/Strawson: Bsp "Der Mann dort hat den Kanal zweimal durchschwommen". - Es hat den (falschen!) Anschein, dass man "zweimal referiert", a) einmal indem man nichts aussagt und folglich keine Aussage macht, oder
b) die Person mit sich selbst identifiziert und eine triviale Identität feststellt.
StrawsonVs: Das ist der gleiche Fehler wie zu glauben, dass der Gegenstand die Bedeutung des Ausdrucks wäre. - Bsp "Scott ist Scott".
>Waverley-Beispiel.

Tugendhat I 400-403
Identifikation/Strawson: a) Zeigen - b) Beschreibung, Raumzeit-Stellen. TugendhatVsStrawson: Weil Strawson Russells Theorie der direkten Relation unbewusst akzeptiert hatte, sah er nicht, dass es gar keine zwei Stufen gibt.
Tugendhat wie Brandom: Demonstrative Identifikation setzt die raumzeitliche, nicht-demonstrative voraus - ((s) > Brandom: Deixis setzt Anapher voraus) - Unterschied:
Spezifikation/Tugendhat: "welches von allen?"
Identifikation: Hier geht es um eine einzige Art; identifiziert durch Raumzeit-Stellen.

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Mögliche Welten Plantinga Schwarz I 68
Def Mögliche Welten/MöWe/Plantinga: Mögliche Welten fasst Plantinga als maximal mögliche Sachverhalte auf. („Magischer Ersatzismus“). >Ersatz worlds.
Schwarz I 69
Das sind dann Sachverhalte als abstrakte Entitäten, über deren Struktur sich nicht viel sagen lässt. >Sachverhalte, >Abstrakte Gegenstände.
Jedenfalls sind sie keine realen Universen oder Konstruktionen aus realen Dingen.
Existenz/“Bestehen“/Plantinga: Existenz bzw. Bestehen ist eine grundlegende Eigenschaft, die nicht weiter analysiert werden kann. Andere Sachverhalte bestehen nicht, könnten aber bestehen.
>“es gibt“, >Existenz.
Def Maximaler Sachverhalt/Plantinga: Ein Sachverhalt ist maximal, wenn sein Bestehen für jeden anderen Sachverhalt entweder dessen Bestehen oder Nicht-Bestehen impliziert.
Vgl. >Maximum, >Abhängigkeit, >Begriffliche Abhängigkeit, >Kontrafaktische Abhängigkeit, >Logische Abhängigkeit.
Mögliche Welt/Plantinga: Mögliche Welten sind maximal mögliche Sachverhalte. Bsp Dass „in“ einer Welt Esel sprechen können, heißt, dass Esel sprechen könnten, wenn der Sachverhalt die Eigenschaft des Bestehens hätte.
VsPlantinga: Dieser Zusammenhang zwischen einer primitiven Eigenschaft abstrakter Entitäten und der Existenz sprechender Esel muss als unerklärbar akzeptiert werden. Insbesondere hat er nichts mit der internen Struktur oder Zusammensetzung der abstrakten Entität zu tun: Diese enthält weder einen sprechenden Esel noch ein Bild oder Modell eines Esels, noch einen Satz oder ein Zeichen, dass irgendwie sprechende Esel repräsentiert.

LewisVsPlantinga:
1. Warum kann diese abstrakte Entität nicht jene primitive Eigenschaft haben, obwohl es keine sprechenden Esel gibt? Woher diese notwendige Beziehung zwischen distinkten Entitäten? 2. Plantingas Sachverhalte machen eine Reduktion modaler Wahrheiten auf Wahrheit darüber, was für Dinge mit was für Eigenschaften es gibt, unmöglich. Plantinga setzt in der Charakterisierung von Welten damit schon Modalität voraus. ((Lewis 1986e(1),§3,4)
3. Wir wollen auch nicht nur über Welten, sondern auch über deren Bewohner reden. Plantinga muss Sherlock Holmes als irreduzible abstrakte Wesenheit annehmen. (Plantinga 1976(2),262, 272).
>Fiktionen.
Dies ist eine nicht qualitative (haecceitistische) Eigenschaft, die notwendig genau dann von einen Gegenstand x instanziiert wird, wenn x Holmes ist.
>Haecceitismus.
Wenn wir im modalen Realismus also unzählige bloß mögliche Dinge haben, dann haben wir bei Plantinga unzählige Wesenheiten bloß möglicher Dinge.
>Modaler Realismus, >Realismus, >Possibilismus, >Possibilia, vgl. >Aktualismus.

1. David Lewis [1986e]: On the Plurality of Worlds. Malden (Mass.): Blackwell
2. Alvin Plantinga 1976]: “Actualism and Possible Worlds”. Theoria, 42: 139–160. In [Loux 1979]

Plant I
A. Plantinga
The Nature of Necessity (Clarendon Library of Logic and Philosophy) Revised ed. Edition 1979

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Qua-Objekte Fine Simons I 298
Qua-Objekte/Kit Fine/Simons: x qua F - bzw. x unter der Beschreibung F. Def Basis: das zugrundliegende Objekt.
Def Erläuterung/Fine: x qua F ist immer von der Basis unterschieden.
SimonsVsFine: Das ist zu stark, denn dann müsste man auch "x qua Selbstidentität" von x unterscheiden. - auch wesentliche Eigenschaften dürften nicht das qua ausmachen. - Nur kontingente Eigenschaften dürften in der Erläuterung vorkommen.
>Mereologie, >P. Simons, >Erklärungen.
Simons: Die meisten Qua-Objekte haben ihre Erläuterung eingebaut, nicht als Eigenschaft. (Es gibt sie schon in Principia Mathematica(1)).
Qua-Objekte liefern eine ontologische Abhängigkeit für eine begriffliche Abhängigkeit - Bsp Faust qua geballte Hand. - Bsp Statue qua geformter Ton.
>Statue/Ton, >Begriffliche Abhängigkeit, >Ontologische Abhängigkeit.
SimonsVs: Qua-Objekte bringen nichts, man kann mit ihnen nicht neue singuläre Termini aus alten bilden.
>Singuläre Termini, >Begriffe, >Identifikation, >Unterscheidungen.


1. Whitehead, A.N. and Russel, B. (1910). Principia Mathematica. Cambridge: Cambridge University Press.

Fin I
K. Fine
The Limits of Abstraction Oxford 2008

FinA I
A. Fine
The Shaky Game (Science and Its Conceptual Foundations series) Chicago 1996

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Tatsachen Brandom I 466 ff
Def Deflationismus/Brandom: bestreitet, dass Gehalt in Begriffen von Wahrheitsbedingungen und Übereinstimmung mit den Tatsachen, Eigenschaften und Gegenständen erklärt werden kann.(VsKorrespondenztheorie). >Deflationismus, >Gehalt, >Wahrheitsbedingungen. Tatsache : "wahrmachen": irreführend: es ist nicht die Tatsache, dass p, die wahr macht, dass p.
I 469
Bsp Es ist nicht die Tatsache, dass die Perser bei Platää von den Griechen besiegt wurden, die macht, dass die Griechen die Perser bei Platää besiegten. >Wahrmachen. Tatsachen: Wenn Tatsachen erklärt werden sollen, braucht die Erklärung nicht auf irgendetwas Normatives zu rekurrieren: Dass die Planetenbahnen elliptisch sind, wäre auch ohne Wesen der Fall, die Normen aufstellen.

Rorty VI 179 ff
Welche Behauptungen wahr sind, hängt nicht davon ab, ob sie jemand aufstellt. Doch unsere sprachlichen Praktiken könnten nicht so sein, wie sie sind, wenn die Tatsachen anders wären. Allerdings könnten die nichtsprachlichen Tatsachen im wesentlichen so sein, wie sie sind, auch wenn unsere sprachlichen Praktiken ganz andere wären!
Def Tatsache/Brandom: "etwas Behauptbares" (Neologismus von Brandom:" claimable"). - Es gibt den Akt des Behauptens, und es gibt "das Behauptete"- Tatsachen sind nun nicht das "wahre Behauptete" sondern das Behauptbare. - Tatsachen machen Behauptungen wahr. Allerdings inferentiell.
RortyVsBrandom: Das ist so als wenn ich wie Moliere Bsp "die einschläfernde Kraft" als inferentiell bezeichne, um sie über jeden Verdacht erhaben scheinen zu lassen. >Behauptungen.

Brandom I 476
Tatsache/Brandom: kein Kontrast zwischen dem, wie die Dinge sind und dem, was wir sagen und denken können - Tatsachen sind (die Gehalte von) wahre(n) Behauptungen und Gedanken. - Wittgenstein: wir halten mit dem Meinen nicht vor der Tatsache an.
I 477
Wittgenstein: Tatsachen sind verbunden und strukturiert durch die Gegenstände und ihre Eigenschaften.
I 866
Negative Tatsache/Brandom: sind nichts Geheimnisvolles - > Unterscheidung zwischen normativen und nicht normativen Ausdrücken - auch > bedingte Tatsachen, > modale Tatsachen. - Das Reich der Tatsachen und der Normen sind nicht entgegengesetzt. - Das Normative ist ein Teilgebiet des Faktischen.
Seel III 149
Def Tatsache/Brandom: Inhalt wahrer Behauptungen - Behauptung/Brandom: erhalten ihren Inhalt durch die Verwendung von Begriffen im Kontext der jeweils geäußerten Sätze. Der Begriff der Tatsache kann also nur zusammen mit dem der Behauptung analysiert werden. Jedoch ist diese begriffliche Abhängigkeit keine genetische - die Welt ist der Inbegriff aller Tatsachen, ganz unabhängig davon, wann und mit welchem Erfolg Gedanken über die Welt entstanden sind. "Es gab eine Zeit, in der noch niemand Begriffe gebrauchte, weil es noch keine diskursive Praxis gab - aber es gab niemals eine Zeit, in der es noch keine Tatsachen gab. - Seel: danach sind weder Begriffe noch Tatsachen von der Existenz denkender Wesen abhängig. - Die Theorie der diskursiven Praxis erscheint so in einem Atemzug als eine Theorie der Grundstruktur der Welt. - Seel: KantVsBrandom: warnt genau davor - (im Fall Hegels vergeblich).
KantVsBrandom/KantVsHegel: falsch: Der Schluss vom Denken auf das Sein.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Seel I
M. Seel
Die Kunst der Entzweiung Frankfurt 1997

Seel II
M. Seel
Ästhetik des Erscheinens München 2000

Seel III
M. Seel
Vom Handwerk der Philosophie München 2001