Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Arbeitsmodelle Bindungstheorie Corr I 240
Arbeitsmodelle/Bindungstheorie/Shaver/Mikulincer: Da Arbeitsmodelle zumindest zunächst auf der Internalisierung spezifischer Interaktionen mit einer bestimmten Bezugsperson basieren, kann eine Person mehrere Arbeitsmodelle besitzen, die sich im Ergebnis der Interaktion (Erfolg oder Misserfolg der Sicherheit) und in der Strategie zum Umgang mit der Unsicherheit in dieser Interaktion (Hyperaktivierung oder Deaktivierung des Bezugssystems) unterscheiden. Wie andere mentale Repräsentationen bilden diese Arbeitsmodelle erregende und hemmende Assoziationen miteinander (z.B. aktiviert das Erleben oder Denken über das Erreichen von Sicherheit die Erinnerung an kongruente Episoden der Erlangung von Schutz und Sicherheit), und diese Assoziationen begünstigen die Bildung abstrakterer und verallgemeinerter Repräsentationen von sich selbst und anderen. In einer aktuellen Studie lieferten Overall, Fletcher und Friesen (2003)(1) Belege für dieses hierarchische kognitive Netzwerk von Bindungsarbeitsmodellen. >Über die Bindungstheorie.

1. Overall, N. C., Fletcher, G. J. O. and Friesen, M. D. 2003. Mapping the intimate relationship mind: comparisons between three models of attachment representations, Personality and Social Psychology Bulletin 29: 1479–93

Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Begriffliche Rolle Schiffer I 108f
Begriffliche Rolle/Schiffer: sagt uns, wie wir von Reizen zu Überzeugungen kommen. >Reize, >Überzeugungen.
Die begriffliche Rolle einer mentalen Repräsentation ist dann die kontrafaktische Rolle der Formel in der wahrnehmungsmäßigen Glaubensbildung und im Begründen.
Sie ist eine kontrafaktische Eigenschaft.
>Kontrafaktisches, >Mentale Repräsentation.
Formale Eigenschaften von inneren Sätzen sind ohne Referenz auf T-theoretische Eigenschaften bestimmbar.
Die begriffliche Rolle einer mentalen Repräsentation bestimmt nicht die Wahrheitsbedingungen.
>Wahrheitsbedingungen.
Bsp Zwillingserde H2O und XYZ haben dieselbe begriffliche Rolle - also wird die begriffliche Rolle zusätzlich zu den Wahrheitsbedingungen gebraucht.
>Zwillingserde.

I 109
Def begriffliche Rolle/Field: (Field 1977)(1): die subjektive bedingte Wahrscheinlichkeitsfunktion eines Handelnden. Zwei mentale Repräsentation s1 und s2 haben dieselbe begriffliche Rolle für eine Person, gdw. ihre (der Person) subjektive bedingten Wahrscheinlichkeits-Funktion so ist, dass für jede mentale Repräsentation s, die subjektive Wahrscheinlichkeit von s1 gegeben s dieselbe ist wie die von s2 gegeben s. SchifferVs: das passiert nie - Field dito - Bsp Blinde haben sicher andere begriffliche Rollen von Flundern - dann wird auch keine Korrelation zu den Glaubensobjekten bestehen.

1. Hartry Field (1977).Logic, Meaning, and Conceptual Role. Journal of Philosophy 74 (7):378-409

I 167
Begriffliche Rolle/Schiffer: Die begriffliche Rolle einer inneren Formel ist dann die komplexe kontrafaktische Eigenschaft der Formel, deren Kenntnis einen über die Bedingungen informiert, unter der die Formel vorkommt. Begriffliche Rolle statt Definition: dann nicht durch Paraphrase eliminierbar - dann irreduzierbar - >geregelter Gebrauch.
Schiffer: These: man kann einfach die begriffliche Rolle statt platonistischer irreduzierbarer Eigenschaften z.B. des "Hundseins" annehmen: haarige nette bellende Vierbeiner.
>Stereotype, >Prototypen.
Entsprechend braucht man keine primitive propositionale Einstellungen und keine Glaubenseigenschaften.
Proto-Menschen: haben Glauben und Wünsche, aber ohne Begriffe für sie - später gibt Gott einfache Begriffe für sie (steigert den Überlebenswert) - sie werden dann als irreduzierbar erkannt.
I 169
Pointe: begriffliche Rolle: erlaubt keine gesetzesartige Verallgemeinerung wie Bsp x tut A weil er P wünscht und glaubt, dass er P erreicht, wenn er A tut - dennoch Verlässlichkeit! >Intentionalität, >Zuschreibung, >Verhalten, >Erklärung, >Verlässlichkeitstheorie.
I 186
Begriffliche Rolle/Schiffer: ist ohne Referenz auf die Wahrheitsbedingungen zu bestimmen - Sie legt die Wahrheitsbedingungen auch gar nicht fest. >Wahrheitsbedingungen.
Bsp Zwillingserde: Wasser und Zwillingserden-Wasser haben dieselbe begriffliche Rolle. - Gebrauch ist gleichbedeutend mit dem Besitz einer begrifflichen Rolle.
Innere Sprache/Mentalesisch: hier ist die begriffliche Rolle von Referenz unabhängig. -
>Mentalesisch.
Daher wird keine kompositionale Semantik vorausgesetzt - hier geht es nicht um Situationen, Sprechakte oder Äußerungen.
>Situation, >Sprechakte, >Äußerungen, >Kompositionalität.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Ereignisse Gärdenfors I 65
Ereignis/Semantischer Bereich/Spracherwerb/Semantik/Gärdenfors: These: ich modelliere Ereignisse mit zwei Vektoren: einem Kraftvektor, der typischerweise eine Handlung repräsentiert und einen Resultatvektor, der eine Veränderung einer physischen Bewegung oder eines Objekts beschreibt.
I 159
Ereignisse/Gärdenfors: hier gibt es grundsätzlich drei verschiedene Ansätze: (i) Metaphysische Analysen, die die Ontologie von Ereignissen beschreiben
(ii) Kognitive Modelle, die zeigen wie Menschen (oder Tiere) Ereignisse mental repräsentieren. Siehe Langacker (1987, sec. 3.3)(1), Givón (2001)(2), Croft & Wood (2000)(3), Langacker,(2008, chap. 3)(4); Croft, (2012a, sec. 1.4)(5).
I 160
(iii) Linguistische Studien, die die Ausdrücke beschreiben, mit denen Ereignisse konstruiert werden. Bsp
[[ACT ‹Manner› ] CAUSE [BECOME (Y ‹BROKEN› ]]].

Vektoren/Ereignis/Gärdenfors: mit Vektoren können wir Veränderungen von Objekten darstellen und Ereignisse von ihren linguistischen Ausdrücken unterscheiden:
Def Zustand/Gärdenfors: ist eine Menge von Punkten in einem Conceptual Space (Begriffsraum).
Def Veränderung/Gärdenfors: eine Veränderung eines Zustands wird durch einen Vektor repräsentiert.
Def Pfad/Gärdenfors: ist eine kontinuierliche Abfolge von Veränderungen. (D.h. es gibt keine Sprünge).
I 161
Vektoren: nicht alle gehören zum Handelnden: Bsp Gegenkräfte. Handelnder/Agent: ist nicht notwendigerweise Teil des Ereignisses.
Gärdenfors: hier geht es um mentale Repräsentation, nicht um eine wissenschaftliche Darstellung dessen, was bei einem Ereignis z.B. physikalisch geschieht.
I 162
Vektoren: ein Ereignisbeinhaltet wenigstens zwei Vektoren und ein Objekt. 1. Resultatvektor: repräsentiert die Veränderung, 2. Kraftvektor: verursacht die Veränderung.
I 164
Ereignis/intransitiv/Gärdenfors: Problem: bei intransitiven Konstruktionen (Bsp „Susanna geht“) sind der Handelnde und das veränderte Objekt (patiens) identisch. Dann fallen der Begriffsraum des Handelnden und der des Objekts (patiens) zusammen.
I 165
Teilereignisse/Dekomposition/Teile/Gärdenfors: bei der Aufteilung in Teilereignisse können zwei Wege gewählt werden: 1. Ereignisse können als gleichzeitig vorkommende oder parallele Teilereignisse in den Dimensionen des Objektsraums (patient space) aufgeteilt werden.
2. Sie können nacheinander durch Teile von Pfaden repräsentiert werden.
Agent/Patiens/agent/patient/semantische Rollen/Gärdenfors: beide können als Punkte im Kategorienraum repräsentiert werden. Die Bereiche des Raums legen dann die Eigenschaften beider fest.
I 166
Patiens/Linguistik/Gärdenfors: kann belebt oder unbelebt, konkret oder abstrakt sein. Es hat seinen eigenen Patiens-Raum (patient space) mit Bereichen für Eigenschaften. Die Eigenschaften beinhalten – anders als bei den Objektkategorien – meist die Lokalisierung. Handelnder: hat entsprechend seinen Agent-Raum, der wenigstens einen Kraftbereich hat.
Dowty (1991): stellt prototypische Agenten und prototypische Patienten auf. Dabei geht es auch um volitionales Involviertsein in ein Ereignis.(6)
I 171
Ereignis/Linguistik/Gärdenfors: es gibt drei Ansätze, Ereignisse in der Linguistik zu behandeln: 1. Lokalistischer Ansatz: (Jackendoff, 1976, 1983, 1990) (7)(8)(9): These: alle Verben können als Verben der Bewegung und Lokalisierung konstruiert werden.
GärdenforsVsJackendoff: in seinem Ansatz können
I 172
Kraftvektoren nicht angemessen dargestellt werden. 2. Ansatz über Aspekte: (z.B: Vendler, 1957)(10): unterscheidet zwischen Zuständen, Aktivitäten, Leistungen und Vollendungen. (Siehe auch Jackendoff, 1991, sec. 8.3; Levin & Rappaport Hovav, 2005, p. 90). (11)(12)
I 174
3. Kausaler Ansatz: Bsp Croft (2012a, 2012b) (13)(14) dreidimensionale Repräsentation von kausalen und aspekthaften Strukturen von Ereignissen. Gärdenfors: das kommt meinem eigenen Ansatz am nächsten. Hier wird ein geometrisches Modell entworfen.
I 175
Die Vektoren in solchen Modellen befinden sich nicht in einem Vakuum, sondern sind immer in Relation zu einem Bereich und seiner Information, z.B. Temperatur. GärdenforsVsCroft: sein Ansatz unterstützt keine Kraftvektoren.


1. Langacker, R. W. (1987). Foundations of cognitive grammar (Vol. 1). Stanford, CA: Stanford University Press.
2. Givón, T. (2001). Syntax (Vol. 1). Philadelphia, PA: John Benjamins.
3. Croft, W., & Wood, E. J. (2000). Construal operations in linguistics and artificial intelligence. In L. Albertazzi (Ed.), Meaning and cognition: A multidisciplinary approach (pp. 51–78). Amsterdam: John Benjamins.
4. Langacker, R. W. (2008). Cognitive grammar: A basic introduction. Oxford.
5. Croft, W. (2012a). Verbs: Aspect and argument structure. Oxford: Oxford University Press.
6. Dowty, D. (1991). Thematic proto-roles and argument selection. Language, 67, 547–619.
7. Jackendoff, R. (1976). Toward an explanatory semantic representation. Linguistic Inquiry, 7, 89–150.
8. Jackendoff, R. (1983). Semantics and cognition. Cambridge, MA: MIT Press.
9. Jackendoff, R. (1990). Semantic structures. Cambridge, MA: MIT Press.
10. Vendler, Z. (1957). Verbs and times. Philosophical Review, 56, 97 – 121.
11. Jackendoff, R. (1991). Parts and boundaries. Cognition, 41, 9–45.
12. Levin, B., & Rappaport Hovav, M. (2005). Argument realization. Cambridge: Cambridge University Press.
13. Croft, W. (2012a). Verbs: Aspect and argument structure. Oxford: Oxford University Press.
14. Croft, W. (2012b). Dimensional models of event structure and verbal semantics. Theoretical Linguistics, 38, 195–203.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Gehalt Jackson Schwarz I 171
„Naturalisierung des Gehalts“/Repräsentation/Schwarz: die These, dass mentale Repräsentationen soweit satzartig sind, dass man ihren Inhalt kompositional erklären kann. (vgl. Fodor 1990(1)). >Kompositionalität.
LewisVsFodor: grundsätzlich verfehlt: nur kausale Rolle im Alltagsleben (Verhalten) ist relevant. Selbst wenn Bsp der Wunsch nach Pilzsuppe sich wunderschön aus Wunsch nach Suppe und Wunsch nach Pilz zusammensetzt. Denn umgekehrt ist es ein Pilzsuppenwunsch, wenn er genau die kausale Rolle spielt, egal, woraus er sich zusammensetzt. (1994b(2),320f)
>Kausale Rollen.
Man kann sich genauso gut Wesen vorstellen, die nicht satzartig repräsentieren (vgl. Armstrong 1973(3),Kap 1, Braddon Mitchell/Jackson 1996(4), Kap. 10f).
Lewis’ Theorie soll auch für diese Welten gelten, soll auch hier erklären, was den Gehalt bestimmt.
>Mögliche Welten, >Repräsentation.


1. Jerry A.Fodor [1990]: “A Theory of Content I & II”. In A Theory of Content and Other Essays,
Cambridge (Mass.): MIT Press, 51–136
2. D. Lewis [1994b]: “Reduction of Mind”. In Samuel Guttenplan (ed.), A Companion to the Philosophy
of Mind, Oxford: Blackwell, 412–431
3. D. M. Armstrong [1973]: Belief, Truth, and Knowledge. Cambridge: Cambridge University Press
4. David Braddon-Mitchell und Frank Jackson [1996]: Philosophy of Mind and Cognition.
Oxford: Blackwell

Jackson I
Frank C. Jackson
From Metaphysics to Ethics: A Defence of Conceptual Analysis Oxford 2000

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Gerichtsverfahren Sozialpsychologie Parisi I 125
Gerichtsverfahren/Schiedsrichterentscheidungen/Sozialpsychologie/Nadler/Mueller: (...) jeder einzelne Geschworene hört die von den Anwälten vorgetragenen Beweise und Argumente sowie die Anweisungen des Richters. Geschichten-Modell: Nach dem "Story Model of Juror Decision-Making" (Bennett, 1978(1); Pennington und Hastie, 1981(2)) machen die Geschworenen den Sinn der Beweise in der Verhandlung aus, indem sie diese in einer narrativen Weise organisieren. Anstatt passiv die enorme Menge an komplexen Beweisen wortwörtlich aufzunehmen
Parisi I 126
sowie mehrdeutige Informationen, die in einer Verhandlung gegeben werden, verarbeiten die Geschworenen die Informationen aktiv, indem sie den Rahmen ihres vorhandenen Wissens nutzen, um Lücken zu füllen und Geschichten aus den Beweisen zu konstruieren. Die Geschworenen erstellen eine Erzählung, die die verschiedenen zuverlässigen Beweise erklärt, und kommen dann zu einer Entscheidung, indem sie die am besten passende Geschichte den Urteilskategorien zuordnen. Kriterien/Evaluierung: Um konkurrierende Geschichten zu bewerten, verwenden Juroren mehrere Kriterien. Die am meisten bevorzugte Geschichte erklärt die größte Menge an Beweisen, ist in sich konsistent und lässt keine Lücken in der Kausalkette der Ereignisse, und ist plausibel im Lichte dessen, was der Juror über die Welt glaubt (Pennington und Hastie, 1981)(2).
"Lautes Denken": Dieses Modell wurde durch Beobachtungen des "lauten Denkens" von Scheinjuroren (Pennington und Hastie, 1986)(3) sowie durch Experimente zur Untersuchung von Urteilen in Scheinstraf- und Scheinzivilprozessen (Huntley und Costanzo, 2003(4); Pennington und Hastie, 1992(5)) unterstützt.
Entscheidungsprozesse: Neuere experimentelle Untersuchungen zum kohärenzbasierten Denken haben ergeben, dass der Prozess der Entscheidungsfindung oft bidirektional ist (Holyoak und Simon, 1999)(6). Die Entscheidungsaufgabe, mit der Juroren konfrontiert werden, ist kognitiv komplex, weil sie die Berücksichtigung von Informationen erfordert, die umfangreich, widersprüchlich und mehrdeutig sind (D. Simon, 2004)(7).
Informationsverarbeitung: Um die große Menge an komplexen Informationen zu verarbeiten, die in einer Verhandlung präsentiert werden, rekonstruieren die Geschworenen die Informationen in einfachere mentale Repräsentationen, denen ihr kognitives System Kohärenz auferlegt (D. Simon, 2004)(7).
Schemata/Glauben/Überzeugungen: (...) die Geschworenen bringen ihre Alltagsvorstellungen von rechtlichen Kategorien wie Unzurechnungsfähigkeit, Selbstverteidigung und Vorsatz mit in den Gerichtssaal, und diese bestehenden Schemata beeinflussen, wie die Geschworenen Beweise bewerten und rechtliche Urteile fällen (Finkel, 2005(8); Finkel und Groscup, 1997(9); Robinson und Darley, 1995(10)). Selbst nachdem sie Anweisungen über die Definitionen von Straftaten wie Einbruch oder Raub erhalten haben, lassen die Geschworenen ihre Alltagsvorstellungen von diesen Delikten in ihre Entscheidungen einfließen.
Parisi I 127
Vorhersage: (...) (Kalven und Zeisel, 1966)(11) (...) fanden heraus, dass ein Mehrheitsvotum der Geschworenen im ersten Wahlgang das endgültige Urteil in über 90% der Fälle vorhersagte, und sie stellten die Hypothese auf, dass sich die Beratung oft darauf konzentrierte, die Mitglieder der Minderheit zu überzeugen, ihr Votum zu ändern. Nachfolgende Forschungen wollten die Beziehung zwischen der Präferenz vor der Beratung und dem endgültigen Urteil genauer untersuchen. Tatsächlich scheinen unmittelbare Abstimmungen vor der Beratung nur in einer kleinen Minderheit der Fälle aufzutreten (Devine et al., 2004(12); Diamond und Casper, 1992(13); Diamond et al., 2003(14); Hastie, Penrod, und Pennington, 1983(15); Sandys und Dillehay, 1995)(16). Wenn der erste Wahlgang stattfindet und jeder Geschworene seine Präferenz verbal äußert, können die frühen Präferenzen die späteren Abstimmungen beeinflussen (J. H. Davis et al., 1988)(17). Die Gewissheit und das Vertrauen der Geschworenen in ihre Ansichten kann schwach sein, bevor die Beratungen beginnen, so dass einige erst dann beginnen, sich stark zu einer Seite zu neigen, nachdem umfangreiche Beratungen stattgefunden haben (Hannaford-Agor et al., 2002)(18). Um den Einfluss des Jury-Beratungsprozesses zu verstehen, ist es daher wichtig, die Präferenzen der einzelnen Juroren vor der Beratung zu messen. >Verhandlungen/Sozialpsychologie.

1. Bennett, W. L. (1978). "Storytelling in Criminal Trials: A Model of Social Judgment." Quarterly Journa1 ofSpeech 64(1): 1-22. doi:10.1080/0033563 7809383408.
2. Pennington, N. and R. Hastie (1981). "Juror Decision-making Models: The Generalization Gap." Psychological Bulletin doi: 10.103 7 3-2909.89.2.246.
3. Pennington, N. and R. Hastie (1986). "Evidence Evaluation in Complex Decision Making." Journal of Personality and Social Psychology 51 (2):242-258. doi:10.1037/0022-3514.51.2.242.
4. Huntley, J. E. and M. Costanzo (2003). "Sexual Harassment Stories: Testing a Story-me-
diated Model of Juror Decision-making in Civil Litigation." Law and Human Behavior 27(1): 29-51.
5. Pennington, N. and R. Hastie (1992). "Explaining the Evidence: Tests of the Story Model for Juror Decision Making." Journal of Personality and Social Psychology 62(2): 189—206.
doi:10.1037/0022-3514.62.2.189.
6. Holyoak, K. J. and D. Simon (1999). "Bidirectional Reasoning in Decision Making by Constraint Satisfaction." Journal of Experimental Psychology: General 128(1): 3-31.
doi:10.1037/0096-3445.128.1.3.
7. Simon, D. (2004). "A Third View of the Black Box: Cognitive Coherence in Legal Decision
Making." University of Chicago Law Review 71(2): 511-586.
8. Finkel, N. J. (2005). Commonsense Justice: Jurors' Notions of the Law. Cambridge, MA: Harvard University Press.
9. Finkel, N. J. and J. L. Groscup (1997). "Crime Prototypes, Objective versus Subjective Culpability, and a Commonsense Balance." Law and Human Behavior 21 (2):209-230.
10. Robinson, P. H. and J. M. Darley (199 5).Justice, Liability, and Blame: Community Views and the Criminal Law. Boulder, CO: Westview Press.
11.Kalven, Harry, jr. And Hans Zeisel (1967). „The American Jury“. In: 24 Wash. & LeeL. Rev. 158 (1967),https://scholarlycommons.law.wlu.edu/wlulr/vol24/iss1/18
12. Devine, D. J., K. M. Olafson, L. L. Jarvis, J. P. Bott, L. D. Clayton, and J. M. T. Wolfe (2004).
"Explaining Jury Verdicts: Is Leniency Bias for Real?" Journal of Applied social Psychology 34(10): 2069-2098.
13. Diamond, S. S. andJ. D. Casper (1992). "Blindfolding the Jury to Verdict Consequences: Damages, Experts, and the Civil Jury." Law and society Review 26(3): 513 - 563. doi:10.2307/3053737.
14. Diamond, S. S., N. Vidmar, M. Rose, and L. Ellis (2003). "Juror Discussions during Civil Trials: Studying an Arizona Innovation." Arizona Law Review 45: 1.
15. Hastie, R., S. Penrod, and N. Pennington (1983). Inside the Jury. Cambridge, MA: Harvard
University Press.
16. Sandys, M. and C. Dillehay (1995). "First-ballot Votes, Predeliberation Dispositions, and Final Verdicts in Jury Trials." Law and Human Behavior 19(2): 175-195. doi:10.1007/ BF01499324.
17. Davis, J. H., M. F. Stasson, K. Ono, and S. Zimmerman (1988). "Effects of Straw Polls on Group Decision Making: Sequential Voting Pattern, Timing, and Local Majorities." Journal of Personality and Social Psychology 5 5(6): 918—926. doi:10.1037/0022-3514.55.6.918.
18. Hannaford-Agor, P., V. Hans, N. Mott, and T. Munsterman (2002). "Are HungJuries a Problem National Center for State Courts, available at https://www.ncjrs.gov/pdfilesl/
nij /grants/1993 72.pdf

Nadler, Janice and Pam A. Mueller. „Social Psychology and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press


Parisi I 131
Gerichtsverfahren/rassische Voreingenommenheit/Sozialpsychologie/Nadler/Mueller: (...) viele Anwälte versuchen, (...) Geschworene auf der Grundlage ihrer Annahmen auszuwählen, dass schwarze Geschworene weniger wahrscheinlich Angeklagte, insbesondere schwarze Angeklagte, für schuldig befinden (Bonazzoli, 1998(1); Kerr et al., 1995(2)). In der Tat bieten Verhaltensforschung und Neuroimaging eine gewisse Unterstützung für diese Intuitionen, indem sie nahelegen, dass wir eher in der Lage sind, uns einzufühlen oder die Perspektive von Personen einzunehmen, die uns ähnlich sind (Cialdini et al., 1997(3); M. H. Davis et al., 1996(4); N. Eisenberg und Mussen, 1989(5); J. P. Mitchell, Macrae und Banaji, 2006(6); siehe jedoch Batson et al., 2005(7) für einen alternativen Verhaltensmechanismus). Schwarzes-Schaf-Effekt: Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sich Menschen in manchen Situationen von Mitgliedern der "Ingroup", die schlechte Handlungen begangen haben, distanzieren wollen, das ist der "Schwarzes-Schaf-Effekt" (J. Marques et al., 1998(8); J. M. Marques, Yzerbyt und Leyens, 1988)(9). >Todesstrafe/Sozialpsychologie.

1. Bonazzoli, M. J. (1998). "Jury selection and Bias: Debunking Invidious Stereotypes through Science." Quinnapiac Law Review 18:247.
2. Kerr, N. L., R. W. Hymes, A. B. Anderson, and J. E. Weathers (1995). "Defendant-Juror Similarity and Mock Juror Judgments" Law and Human Behavior 19(6):545-567. doi:10.1007/BF01499374.
3. Cialdini, R. B., S. L. Brown, B. P. Lewis, C. Luce, and S. L. Neuberg (1997). "Reinterpreting the
Empathy-Altruism Relationship: When One into One Equals Oneness." Journal of Personality and social Psychology 73(3): 481-494. doi:10.1037/0022-3514.73.3.481.
4. Davis, J. H. (1996). "Group Decision Making and Quantitative Judgments: A Consensus Model," in E. H. Witte and J. H. Davis, Hrsg., Understanding Group Behavior, Bd. 1: Consensual Action By Small Groups, 35—59. Hillsdale, NJ: Lawrence Erlbaum Associates, Inc.
5. Eisenberg, N. and P. H. Mussen (1989). The Roots of Prosocial Behavior in Children. Cambridge: Cambridge University Press.
6. Mitchell, J. P., C. N. Macrae, and M. R. Banaji (2006). "Dissociable Medial Prefrontal Contributions to Judgments of Similar and Dissimilar Others." Neuron 50(4): 655-663.
doi:10.1016/j.neuron.2006.03.040.
7. Batson, C. D., D. A. Lishner, J. Cook, and S. Sawyer (2005). "Similarity and Nurturance: Two Possible Sources of Empathy for Strangers." Basic and Applied social Psychology 2 15-25.
8. Marques, J., D. Abrams, D. Paez, and C. Martinez-Taboada (1998). " The Role of Categorization and In-group Norms in Judgments of Groups and their Members." Journal of Personality and social Psychology doi:10.1037/0022-3514.75.4.976.
9. Marques, J. M., V. Y. Yzerbyt, andJ.-P. Leyens (1988). "The 'Black Sheep Effect': Extremity of Judgments Towards Ingroup Members as a Function of Group Identification." European Journal of Social Psychology 18(1): 1—16. doi:10.1002/ejsp.2420180102.

Nadler, Janice and Pam A. Mueller. „Social Psychology and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Glauben Loar Schiffer I 19
Glauben/Loar: wird aufgefasst als Funktion, die Propositionen auf interne physikalische Zustände abbildet. >Gehirn/Gehirnzustand, >Mentaler Zustand, >Physisch/psychisch, >Propositionen, >Materialismus.
Diese inneren physikalischen Zustände haben funktionale Rollen, die durch diese Propositionen angegeben werden.
>Funktionale Rolle.
I 286f
Glauben/SchifferVsLoar: Problem: seine Realisation einer Theorie von Glauben/Wünschen - (als Funktion von Propositionen auf physikalische Zustände), deren funktionale Rollen von der Theorie festgelegt werden. - Problem: Eine Theorie zu finden, die jede Proposition mit einer einzigen funktionalen Rolle korreliert statt mit vielen. >Abbildung.
Schiffer: das wird nicht gehen, daher ist das Quine-Field-Argument erledigt.
. . .
Quine-Field-Argument/Schiffer:
Schiffer I 109
Def begriffliche Rolle/Field: (Field 1977)(1): die subjektive bedingte Wahrscheinlichkeitsfunktion eines Handelnden. Zwei mentale Repräsentation s1 und s2 haben dieselbe begriffliche Rolle für eine Person, gdw. ihre (der Person) subjektive bedingten Wahrscheinlichkeits-Funktion so ist, dass für jede mentale Repräsentation s, die subjektive Wahrscheinlichkeit von s1 gegeben s dieselbe ist wie die von s2 gegeben s. SchifferVs: das passiert nie - Field dito - Bsp Blinde haben sicher andere begriffliche Rollen von Flundern - dann wird auch keine Korrelation zu den Glaubensobjekten bestehen.

1. Hartry Field (1977).Logic, Meaning, and Conceptual Role. Journal of Philosophy 74 (7):378-409

. . .
Schiffer I 286f
Glauben/Glaubenssätze/Quine/Schiffer: für Quine sind Glaubenssätze nie wahr, auch wenn er zugesteht (Quine pro Brentano): man kann nicht aus dem intentionalen Vokabular ausbrechen. >Überzeugungen/Quine, >Intentionalität/Brentano.
Aber:
QuineVsBrentano: ins kanonische Schema gehören keine propositionalen Einstellungen, nur physikalische Konstitution und Verhalten von Organismen.
>Propositionale Einstellungen.

Loar I
B. Loar
Mind and Meaning Cambridge 1981

Loar II
Brian Loar
"Two Theories of Meaning"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Kognitive Dissonanz Festinger Haslam I 43
Kognitive Dissonanz/Festinger: Festinger (1954)(1) hatte seine Theorie der sozialen Vergleichsprozesse vorgestellt. Die Theorie des sozialen Vergleichs identifizierte die starke Notwendigkeit, dass Menschen ihre eigenen Meinungen und Fähigkeiten bewerten müssen, indem sie sie mit den Meinungen und Fähigkeiten anderer vergleichen. Festinger (1957)(2) führte eine neue Theorie ein, die über den sozialen Vergleich hinausgeht: Sie fokussierte die Sichtweise der sozialen Welt ungeniert aus der Perspektive des Einzelnen.
Individuen/Festinger: Individuen repräsentieren die soziale Welt als eine Reihe von mentalen Kognitionen. Jedes Verhalten, jede Einstellung oder Emotion wurde als Kognition betrachtet - das heißt, eine mentale Darstellung im Kopf einer Person. So auch die Wahrnehmungen der Welt um uns herum. Unsere Wahrnehmungen anderer Menschen, sozialer Gruppen und der physischen Welt wurden alle als kognitive Repräsentationen betrachtet.
Problem: Diese Darstellungen existierten in Beziehung zueinander - mal konsequent zusammenpassend, mal uneinheitlich in den Köpfen der Menschen.
Menschen verabscheuen Inkonsistenzen zwischen ihren Wahrnehmungen, und so erzeugen mentale Repräsentationen, die miteinander unvereinbar sind, psychologische Unannehmlichkeiten, die einem unangenehmen Antrieb ähneln. Wie andere Antriebszustände, beispielsweise Hunger, müssen sie reduziert werden.
Haslam I 44
Kognitive Dissonanz/Festinger: z.B. nach einer unerfüllten Weltuntergangsprophezeiung müssen diejenigen, die daran glaubten, die Dissonanz zwischen Glaube und Realität reduzieren, weil sie diese Diskrepanz als unangenehmen Spannungszustand erleben werden. Lösung: Normalerweise können Menschen eine Kognition ändern, um die Diskrepanz zu reduzieren.
Problem: Wenn wir uns zu unserem Glauben bekennen - zum Beispiel, wenn wir eine öffentliche Haltung eingenommen hätten, die sich für den Glauben einsetzt - dann versuchen wir, ihn zu bewahren, auch angesichts einer widersprüchlichen Erkenntnis, die die genaue Distanz angibt.
Haslam I 45
Lösung: (Festinger, Riecken und Schachter 1956)(3) machten eine mutige und umstrittene Vorhersage: Die Suchenden [diejenigen, die an die Prophezeiung des Jüngsten Gerichts glaubten] würden nicht nur in ihrem Glauben bestehen bleiben, sondern tatsächlich glühender werden als zuvor. Sie würden hartnäckig an ihrer Überzeugung festhalten, dass ihre Prophezeiung von Anfang an richtig war. Natürlich könnten sie nicht behaupten, dass die Welt untergegangen sei, aber sie könnten ihr allgemeines Glaubensmuster bekräftigen. Vielleicht war das Datum falsch oder es gab einen anderen Grund für die mangelnde Zerstörung. Aber sie würden an ihrem Glaubenssystem mit größerer Hartnäckigkeit als je zuvor festhalten. "Wenn immer mehr Menschen davon überzeugt werden können, dass das Glaubenssystem richtig ist, dann muss es doch richtig sein" (Festinger et al., 1956(3): S. 28).
Das Ende der Welt-Studie: Festinger et al. (1956) testeten diese Annahme in einem realen Fall der Weltuntergangsprophezeiung von 1955.
Haslam I 46
Wie von den Ermittlern vorhergesagt, wurde die Bekehrung zum Hauptweg, um die durch das Scheitern der Prophezeiung verursachte Dissonanz zu reduzieren. Die diskreten Erkenntnisse, die durch die Dissonanz der Prophezeiung von der Realität verursacht wurden, wurden in eine übergreifendere Botschaft umgewandelt, wie die kleine Gruppe wahrer Gläubiger die Welt vor der Zerstörung bewahrt hatte. (...) wenn alle glaubten, dass es so war, dann muss es so gewesen sein. >Methode/Festinger.
Haslam I 48
Festinger und Carlsmith (1959)(4): Der Kern von Festingers zweitem bahnbrechenden Experiment war es, eine Person eine Aussage machen zu lassen, die im Widerspruch zu seiner Haltung stand, und dann die Auswirkungen auf die Haltung der Person zu messen. Die Inkonsistenz sollte zu einer Verhaltensänderung führen, die mit der Aussage der Person übereinstimmt. Obwohl es keine Studie in der psychologischen Literatur gab, die diese Vorhersage getestet hatte, war sie im Einklang mit dem, was von mehreren anderen Gleichgewichtstheorien vorhergesagt worden wäre, die der Dissonanztheorie vorausgingen. Aber was die Dissonanz unter den Gleichgewichtstheorien einzigartig machte, war der Begriff der Dissonanz als Energiemodell. Und als eine Form der Energie hatte sie eine Größe. Energie/Messungen/Festinger: Einstellung? Angenommen, ein Mann wird dafür bezahlt, eine Aussage zu machen, die seiner Einstellung widerspricht. Würde das die Dissonanz verringern?
Haslam I 49
FestingerVsLerntheorie: Diese Vorhersage war eine direkte Herausforderung an den bestehenden Zeitgeist in der Psychologie. Belohnungen/Lerntheorie: Der dominante Ansatz der Psychologie, einschließlich der Sozialpsychologie, in den späten 1950er Jahren basierte auf der Lerntheorie. Dies deutete darauf hin, dass die Menschen als direkte Funktion der Belohnung lernten. Menschen haben ihr Verhalten geändert, weil sie bestärkt (reinforce) oder belohnt werden.
>Lerntheorie.
FestingerVs: These (Festinger und Carlsmith (1959)(4): Je kleiner der Anreiz, desto mehr Menschen würden von ihren eigenen diskrepanten Aussagen beeinflusst werden und dass große Anreize die Auswirkungen des Verhaltens auf die Einstellungen beseitigen würden.
Dies war eine einfache Ableitung aus der Dissonanztheorie, aber eine Herausforderung an die Reinforcement Theory als Leitprinzip der Sozialpsychologie.
>Experiment/Festinger, >Methode/Festinger.

1. Festinger, L. (1954) ‘A theory of social comparison processes’, Human Relations, 1: 117–40.
2. Festinger, L. (1957) A Theory of Cognitive Dissonance. Stanford: Stanford University Press.
3. Festinger, L., Riecken, H.W. and Schachter, S. (1956) When Prophecy Fails. Minneapolis: University of Minnesota Press.
4. Festinger, L. and Carlsmith, J.M. (1959) ‘Cognitive consequences of forced compliance’, Journal of Abnormal and Social Psychology, 58: 203–10.


Joel Cooper, “Cognitive Dissonance. Revisiting Festinger’s End of the World study”, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017
Kompositionalität Schiffer I XVIII
SchifferVsKompositionalität: müssen wir ablehnen, weil wir auch die Relationstheorie (ohne die wir die Kompositionalität nicht haben können) ablehnen müssen. >Frege-Prinzip, >Relationstheorie/Schiffer.
Verstehen/Schiffer: Verstehen muss anders erklärt werden:
Lösung: begriffliche Rolle in neuronaler lingua mentis ohne Kompositionalität.
>Begriffliche Rolle, >lingua mentis, >Language of thought.

I 183
SchifferVsKompositionalität: Verben für propositionale Einstellungen lassen sich kaum in einer kompositionalen Semantik fassen. - Außerdem Bsp "ist ein Bild von", "wahr", "groß", "Spielzeug" (Soldat) - Adverbien, evaluative Ausdrücke wie "sollte", "gut", Pronomen und Demonstrativa, "jeder", "alle". Auch kontrafaktische Konditionale und modale Ausdrücke sind ein Problem für eine kompositionale Semantik.
>Kontrafaktische Konditionale, >Adverbien, >Adjektive.
I 183
Kompositionale wahrheitstheoretische Semantik/Schiffer: schreibt Sätzen Wahrheitsbedingungen zu. >Wahrheitsbedingungen.
I 184
Kompositionalität/SchifferVsKompositionalität/SchifferVsFrege: natürliche Sprachen brauchen für das Verstehen gar keine kompositionale Semantik. >Verstehen.
Bei neuen Sätzen sind wir gar nicht mit neuen Wörtern konfrontiert und sogar nur mit bekannten Konstruktionen.
Pro Frege: Eine Bedeutungstheorie muss kompositionale Mechanismen feststellen, aber daraus folgt nicht, dass die Bedeutungstheorie wahrheitstheoretisch (die Wahrheitsbedingungen feststellen) sein muss.
>Bedeutungstheorie, >Wahrheits-konditionale Semantik.
I 208
SchifferVsKompositionalität/SchifferVsFrege: Bsp "Und": die alltagssprachliche Bedeutung wird nicht durch die Wahrheitswert-Tabelle erfasst. >Wahrheitstafel.
Eine kompositionale Semantik würde erfordern, dass es ein nicht-logisches Axiom für jeden nicht-logischen Ausdruck gibt. - Das ist nicht möglich. - Sätze von E, Harveys gesprochener Sprache erhalten ihren repräsentationalen Charakter über die Verbindung mit mentalen Repräsentationen.
>Mentale Repräsentation.
Daher braucht Mentalesisch keine kompositionale Semantik.
>Mentalesisch, >Gedankensprache.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Mentalesisch Schiffer I 73
Sprache des Geistes/Mentalesisch/Schiffer: Bedeutung in Mentalesisch bestimmt Bedeutung in öffentlicher Sprache, nicht umgekehrt - (über den Inhalt von Gedanken). Fodor: Intentionale Eigenschaften mentaler Zustände als ererbt aus den semantischen Eigenschaften der mentalen Repräsentationen sehen, die in ihrem Tokening impliziert sind .
Neuronaler Zustand: existiert auch, wenn er falsch ist.
Ein neuronaler Zustand ist in Gegenstand, da mit Wahrheitswerten versehen..
Schiffer: noch kein System, noch nicht sprachähnlich.
Harman: These: innere Repräsentationen haben satzähnliche Struktur.
>Mentale Repräsentation.
Lewis: Sprache des Gehirns von synaptischen Verbindungen und neuronalem Feuern.
"Starke These der Gededankesprache"/Strong thesis of the language of thaught/SLT..
Andere Theorie: semantische Eigenschaften werden aus intentionalen Eigenschaften ererbt. - (VsSLT) - SLTVs: kurz/(s): mentale Repräsentation bestimmt Intentionalität - diese erklärbar ohne öffentlichen Inhalte.
SchifferVs: Das ist gar nicht erfüllbar.
I 76
Mentalesisch/Relationstheorie/Schiffer: welche Relation von Sätzen in Mentalesisch zu Sätzen in Englisch? >Relationstheorie.
Problem: mentalesischer Satz "s" darf nicht durch Bedeutung in Englisch spezifiziert werden (zirkulär) - außerdem Vs Kernthese der SLT (semantische Eigenschaften der öffentlichen Sprache sind ererbt von intentionalen Eigenschaften der mentalen Zustände).
>Mentale Zustände.
I 282
Mentalesisch/Schiffer: Bedeutung hier nicht Frage von Konvention und Intention - anders als öffentliche Sprache. >Konvention, >Intention, >Alltagssprache.
Lösung/manche Autoren: begriffliche Rolle in Mentalesisch.
Öffentliche Sprache: Hier haben Sätze eine begriffliche Rolle nur, wenn sie auch gedacht, nicht nur gesprochen werden.
Problem: Wir brauchen eine nicht-semantische Relation zwischen mentalen Repräsentationen und öffentlichen Sätzen. - Zum Glück muss der innere Code dabei nicht erwähnt werden. - Bsp "Zustand mit demselben Inhalt".
Problem: Der Sprecher könnte Satz nur unter Zusatzannahmen glauben. - Diese nur mit Referenz auf Inhalt. - Das geht nicht in der Starken These der language of thaught.
Fazit: Ein neuronaler Satz kann nicht ohne Referenz auf den Inhalt als Glaubensobjekt angenommen werden.
>Glaubensobjekte, >Inhalt.
I 78
Mentalesisch/Schiffer: Relationstheorie verlangt komplexe Eigenschaft, F die alles hat, was bedeutet z.B. "Flundern schnarchen". Problem: Die Theorie darf nichts über die intentionalen Eigenschaften mentaler Zustand oder Bedeutung in öffentlichen Sprachen voraussetzen.
I 79
Mentalesisch/Relationstheorie/Glauben/Fodor/Schiffer: für die Zuschreibung von Wahrheitswerten von Situationen auf Sätze. - Dazu werden Eigenschaften am Ende der Kausalkette gebraucht. >Relationstheorie.
Problem: Quantifikation über Eigenschaften als semantische Werte geht letztlich über Propositionen.
>Proposition, >Quantifikation.
Lösung: SLT kann Propositionen zusammen mit begrifflichen Rollen zur Individuation von Inhalten gebrauchen.
Wahrheitsbedingungen durch M-Funktion auf mögliche Situationen. - Zusätzlich physikalistische Bedingung C.
Problem: Der Ansatz braucht eine Theorie der Repräsentationen - (darin sind mentale Repräsentationen nur Spezialfall).
Wahrheitsbedingungen: Formel: a ist die Wahrheitsbedingung für s in x’ innerem Code gdw. unter optimalen Bedingungen x s glaubt, wenn und nur wenn a besteht.
Damit können wir ein Muster von neuronalem Feuern mit der Anzeige einer Fliege für einen Frosch zu identifizieren.
Problem: Das geht nur unter optimalen Bedingungen!
SchifferVsFodor: Dann ist jeder allwissend und unfehlbar.
I 87
Mentalesisch/Prinzip der Nachsicht/Schiffer: das Prinzip der Nachsicht gibt es nicht für Mentalesisch - dieses müsste in Begriffen von Propositionen erklärt werden.
I 83-90
Relationstheorie/Mentalesisch/Schiffer: Problem: konkurrierende Zuschreibungsfunktionen für Wahrheitsbedingungen ("M-Funktionen"). Falsche Lösung: "größerer Überlebenswert" schließt falsche Zuschreibungsfunktionen nicht aus - Bsp Gewicht/Masse.
I 189
Starke These der language of thaught/SLT/Mentalesisch/Schiffer: These: 1. Das Gehirn ist ein Computer, wir sind informations-verarbeitende Systeme mit einem inneren neuronalen Code.
Schiffer: dem kann ich zustimmen.
2. Es gibt eine computationale Relation R für jeden Glauben, den man haben kann, sodass man diesen Glauben hat gdw. man R zu dieser Formel hat.
Schiffer: Das geht, aber nur mit substitutionaler Quantifikation. - Bsp "Nodnol si yggof": Mentalesisch für London ist neblig - dann bedeutet der Satz das, aber nicht kompositional.
Pointe: Dann ist der Glaubens-Inhalt nicht reduzierbar. (SchifferVsReduktionismus.)
((s) Mentaler Inhalt ist irreduzibel (Schiffer pro Brentano)).
Bsp Wissen-wie kann nicht in anderen Begriffen analysiert werden - es gibt keine Tatsache die macht, dass etwas dieser Glaube ist. - ...+ +
>Wissen wie, >Nonfaktualismus.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Namen Frege I 54
Eigenname: Die Extension wird vorausgesetzt. Sonst wäre die Negation: "Kepler starb nicht im Elend oder der Name ist bedeutungslos". >Extension.
II 69
Die "Bedeutung" eines Namens ist nie ein Begriff (Prädikat), sondern immer nur ein Gegenstand. >Prädikat, >Begriff, >Gegenstand.
II 72f
Der Eigenname (gesättigt) kann nie Prädikat sein (aber Teil eines Prädikats). Namen/Verstehen/Frege: Einen Namen zu verstehen, heißt, zu wissen, welchen Gegenstand er bezeichnet. Problem: Es gibt Namen ohne Träger (Bsp Einhorn). >Einhorn-Beispiel, >Nichtexistenz.
Problem: Bsp Verschiedene Namen mit demselben Träger.

Husted V 99/100
Dass ein Name für einen Gegenstand steht, ist eine Folge, nicht etwa ein Teil des Umstands, dass er einen bestimmten Sinn hat. >Fregescher Sinn, >Fregesche Bedeutung.

Chisholm II 144f
Namen/Frege: "gemischter Eigenname": enthält linguistische und nicht-linguistische Teile: die Umstände. Umstände: sind Teil der Bedeutung eines Ausdrucks. >Umstände.
ChisholmVsFrege: Dieser vernachlässigt Ostension. >Ostension.

Dummett III 68f
Namen/FregeVsRussell: Namen können durchaus denselben Sinn wie eine bestimmte Kennzeichnung haben. Was gilt eigentlich als Darbietung eines Gegenstands: Valencia aus der Luft, vom Boden, innerhalb eines bestimmten Gebäudes, auf der Landkarte? - Wiedererkennen: ist notwendig: das Bewusstsein, dass der Gegenstand unter den Begriff fällt, der das angemessene Identitätskriterium bestimmt (hier: "Stadt"). Fähigkeit zum Wiedererkennen statt Verfahren des Herausgreifens. ("Rot": Wiedererkennen, nicht Verfahren für Rot). >Wiedererkennen.
Frege II 69
Name/Frege: Ein Name kann nie Prädikat sein, wohl aber Teil eines Prädikats. >Prädikat.
Stalnaker I 183
Namen/Eigennamen/Frege/Stalnaker: Für Frege gibt es eine mentale Repräsentation, d.h. wir haben nur Vorstellungen über etwas, was sich uns in einer bestimmten Weise präsentiert. ((s) Das lässt sich mit Donnellans attributivem Gebrauch vereinbaren). Vgl. >Attributiv/referentiell.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Husted I
Jörgen Husted
"Searle"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Husted II
Jörgen Husted
"Austin"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Husted III
Jörgen Husted
"John Langshaw Austin"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Husted IV
Jörgen Husted
"M.A. E. Dummett. Realismus und Antirealismus
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke (Hg) Hamburg 1993

Husted V
J. Husted
"Gottlob Frege: Der Stille Logiker"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Objektpermanenz Neurowissenschaften Slater I 90
Objektpermanenz/Neurowissenschaften: Tallon-Baudry und Kollegen (1998)(1) berichteten, dass es einen signifikanten Anstieg der Aktivität des temporalen Kortex gab, als Erwachsene aufgefordert wurden, das Bild eines versteckten Objekts im Auge zu behalten. Dieser Befund und die Entdeckung, dass diese Art von Aktivität im Säuglingshirn nachweisbar ist (Csibra et al., 2000)(2), bildeten die Grundlage für eine völlig neue Richtung der Objektpermanenzforschung bei Säuglingen von Kaufman und Kollegen. Zuerst maßen Kaufman, Csibra und Johnson (2003)(3) die Gehirnreaktionen bei Säuglingen, während sie Videos von einem Spielzeugzug sahen, der in einen Tunnel einfährt und ihn verlässt. Jede Studie war als "mögliche" oder "unmögliche" Studie vorgegeben. 1) Säuglinge betrachteten das unmögliche Ereignis länger als das mögliche Ereignis.
2) Kaufman et al. fanden eine signifikante rechts-zeitliche Kortexaktivität von Säuglingen in den Zeiten und Bedingungen, in denen es ein verstecktes Objekt gab, das mentale Repräsentation hervorrufen konnte. Diese Aktivität war zeitlich und räumlich ähnlich wie die von Tallon-Baudry (1998)(1) bei Erwachsenen, die darauf hindeuteten, dass die neuronalen Prozesse, die der versteckten Objektdarstellung bei Säuglingen und Erwachsenen zugrunde liegen, ähnlich sind.
Slater I 91
Diskutabel ist, ob "aus den Augen, aus dem Sinn" für junge Säuglinge wirklich aus dem Sinn wäre, denn dann wäre es auch "aus dem Gehirn", und dies war nicht der Fall. Dieses Argument ist jedoch nur bedingt überzeugend, da sich Säuglinge möglicherweise an das Objekt erinnern, ohne dass eine reale Vorstellung oder Wahrnehmung des Objekts weiterhin existiert hat. Das heißt, diese Gehirnaktivität könnte sich entweder auf eine Erwartung beziehen, die zwischen der ausgestreckten Hand und dem Aussehen des Objekts gebildet wird, oder sie könnte sich auf eine Erinnerung an das Objekt beziehen, das nichts mit der Wahrnehmung zu tun hat, dass das Objekt weiterhin existiert. Lösung: Kaufman, Csibra und Johnson (2005)(3) präsentierten Säuglingen Bilder von Spielzeug, das auf eine von zwei verschiedenen Arten verschwand:
sie zerfielen.
sie schienen verdeckt zu werden (was mit dem Fortbestand vereinbar ist). Diesmal war keine Hand an der Aktion beteiligt. Die Studie wurde ausgewählt, um die Hypothesen zu testen, dass diese Gehirnaktivität mit einer Wahrnehmung des Fortbestands des Objekts zusammenhängt und nicht mit einer einfachen Gedächtnisspur für etwas, das zuvor gesehen wurde. Vgl. >Objektpermanenz/Baillargeon; >Vs Baillargeon.
Auch hier zeigten die Ergebnisse, dass die rechts-zeitliche Gehirnaktivität nach einem Ereignis des "Objekt-Verdeckens" zunahm, aber nicht nach einem Zerfallsereignis, was darauf hindeutet, dass die rechts-zeitliche Aktivität im Säuglingshirn (wie im erwachsenen Gehirn) mit der für die weitere Existenz relevanten Objektverarbeitung zusammenhängt und für das Verständnis der Objektpräsenz wichtig ist.
In einer weiteren Studie (Southgate, Csibra, Kaufman, & Johnson, 2008)(4) gab es eine Zunahme der Gehirnaktivität im Zusammenhang mit der Verdeckung eines Spielzeugs. Interessanterweise war diese Aktivität jedoch nicht sichtbar, wenn ein Gesicht verdeckt wurde. Dies führt zu der faszinierenden Möglichkeit, dass zumindest bei jungen Säuglingen die Gehirnmechanismen, mit denen die Existenz von Objekten erinnert wird, nicht zur Erinnerung an Gesichter genutzt werden.
Slater I 92
Dieses Ergebnis steht im Einklang mit Verhaltensstudien, die zeigen, dass Säuglinge nicht sehr gut darin sind, sich an die Positionen verdeckter Gesichter zu erinnern (Mareschal & Johnson, 2003)(5).
1. Tallon-Baudry, C., Bertrand, O., Peronnet, F., & Pernier, J. (1998). Induced y-band activity during the delay of a visual short-term memory task in humans. The Journal of Neuroscience, 18, 4244–4254.
2..Csibra, G., Davis, G., Spratling, M. W., & Johnson, M. H. (2000). Gamma oscillations and object processing in the infant brain. Science, 290, 1582–1585.
3. Kaufman, J., Csibra, G., & Johnson, M. H. (2005). Oscillatory activity in the infant brain reflects object maintenance. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 102, 15271–15274.
4. Southgate, V., Csibra, G., Kaufman, J., & Johnson, M. H. (2008). Distinct processing of objects and faces in the infant brain. Journal of Cognitive Neuroscience, 20, 741–9.
5. Mareschal, D., & Johnson, M. H. (2003). The “what” and “where” of object representations in infancy. Cognition, 88, 259–276.

Denis Mareschal and Jordy Kaufman, „Object permanence in Infancy. Revisiting Baillargeon’s Drawbridge Experiment“ in: Alan M. Slater & Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Propositionen Schiffer Graeser I 129
Proposition/Schiffer//SchifferVsProposition: Propositionen sind keine sprachunabhängigen Inhalte von entsprechenden Einstellungen: sie könnten diese Funktion gar nicht wahrnehmen. >Inhalt.
SchifferVsRepräsentation: Die fraglichen Inhalte von Sätzen können auch keine Repräsentationen sein, z.B. in einer Sprache des Denkens.
>Sprache des Geistes, >Repräsentation.
Überzeugung/Schiffer: Vs Überzeugung als Relation.
>Relationstheorie.
Meinen/SchifferVsDavidson: Wenn es weder eine satzorientierte noch eine nicht-satzorientierte Analyse des Meinens geben kann, dann fällt auch die Möglichkeit der Auffassung von urteilshaften Einstellungen als Beziehungen in sich zusammen.
Graeser: damit verlieren wir den Boden unter den Füßen.
Schiffer I XVII ff
SchifferVsProposition/spät: mussten Bsp Hundheit enthalten - IBS: (intentions-gestützte Semantik/Grice) verlangt aber, dass Propositionen neuronale Sätze sind. Problem: keine Wahrheitsbedingungen in Mentalesisch.
>Mentalesisch, >Wahrheitsbedingungen.
I 14
Proposition: haben ihre Wahrheitswerte (WW) wesentlich! - ((s) Weil sie nicht öffentlich sind, werden die Wahrheitswerte nicht in der Kommunikation zugeschrieben). - ((s) Aber sie sind auch nicht in Mentalesisch). Sätze/Äußerungen: haben ihre Wahrheitswert kontingent. - (In öffentlicher Sprache oder in Mentalesisch) - Proposition: Inhalt selbst, nicht Repräsentation sondern wird repräsentiert.
I 49f
Proposition/Glaubensobjekt/Relationstheorie/SchifferVsProposition: verlangt immer Natürliche-Art-Begriffe - auch Substitution ist mit keiner propositionalen Theorie vereinbar. Propositionale Theorie sagt,
1. dass "p" eine echte Objektvariable ist
2. Dass Propositionen ihre Werte sind.
Proposition: Propositionen sind abstrakt, nicht in Raum und Zeit. - Dennoch sind sie reale konkrete Komponenten - Bsp Kapitol in "Das Kapitol ist in NY". - Aber nur, wenn feinkörnig (als Komplex aus Individuen und Eigenschaften).
>Feinkörnig/grobkörnig.
Sie sind objektiv und geist-unabhängig im Gegensatz zu Schmerzen und mentale Repräsentationen.
>Schmerz, >Mentale Repräsentation.
"Gedanke"/Frege: = Proposition. - Auch die Komponenten und Eigenschaften von Propositionen sind abstrakt und sprachunabhängig: Bsp Die Weiße des Schnees.
Problem: VsProposition: Propositionen bringen eine ontologische Verpflichtung auf Platonismus mit sich.
>Platonismus, >Ontologische Verpflichtung.
I 51
SchifferVsPropositionen: Sie sind überflüssig wie z.B. Tatsachen und Eigenschaften - Bsp Michele hat die Eigenschaft, lustig zu sein (bzw. Tatsache, dass lustig...) - Verdoppelung. Feinkörnig: Komplexe, die Individuen als Komponenten und Eigenschaften als Struktur enthalten. Das ist der Fall z.B. bei der Situationssemantik:
Situations-Semantik/Barwise/Perry, Lewis 1970a - (grobkörnig: Mengen von möglichen Welten).
Problem: Aus Kompositionalität für Referenz folgt, dass die Proposition "Schnee ist weiß" notwendig wahr ist, wenn Schnee weiß ist. - Anders: als Mengen von möglichen Welten enthalten Propositionen ihre Referenten nicht als Komponenten.
I 52
Proposition: anders: Wenn Propositionen = Funktionen von möglichen Welten auf Wahrheitswerte, dann sind die Referenten nicht als Komponenten enthalten. - Dann vielleicht partielle Funktionen, die eine möglichen Welten auf das Wahre abbildet, gdw. Schnee weiß ist. Problem: unstrukturierte Propositionen (Funktionen) führen dazu, dass notwendig äquivalente Propositionen identisch sind. - Dann folgt das Problem der logischen Allwissenheit.
>Logische Allwissenheit.
Lösung: Strukturierte (feinkörnige) Entitäten: enthalten Objekte, Eigenschaften, Operatoren, die sie bestimmen.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

Grae I
A. Graeser
Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002
Repräsentation Bindungstheorie Corr I 230
Repräsentation/Bindungstheorie/Shaver/Mikulincer: Mentale Repräsentation von Bezugspersonen (siehe >Relationen/Bowlby) und eigenen Unter-Routinen, die sich durch die Internalisierung von sorgenden und beruhigenden Eigenschaften von Bezugspersonen entwickeln, können als symbolische Quellen für Unterstützung, Geborgenheit und Schutz dienen (Mikulincer und Shaver 2004(1)). Sie können auch Modelle eines effektiven, liebevollen Verhaltens liefern, die die Art und Weise beeinflussen, wie eine Person sich selbst betrachtet und behandelt, wenn eine tatsächliche Bezugsperson vorübergehend fehlt. >Repräsentation/Bowlby, >Bindungstheorie/Bowlby.
Mit Hilfe moderner Forschungstechniken haben wir (Mikulincer, Birnbaum und Woddis und Nachmias 2000(2); Mikulincer, Gillath und Shaver 2002(3)) herausgefunden
Corr I 231
dass Erwachsene auf selbst minimale Bedrohungshinweise mit der Aktivierung von proximitätsbezogenen Gedanken und mentalen Darstellungen von Sicherheit hervorrufenden Bezugspersonen reagieren. In diesen Studien wurde festgestellt, dass das unterschwellige Priming mit einem Bedrohungswort (z.B. Krankheit, Versagen) die kognitive Zugänglichkeit von bindungsbezogenen mentalen Repräsentationen erhöht, was durch schnellere lexikalische Entscheidungszeiten für nahestehende Wörter (z.B. Liebe, Nähe) und die Namen von Personen, die als Schutz und Sicherheit benannt wurden (z.B. den Namen eines Elternteils, Ehepartners oder engen Freundes) angezeigt wird. >Über die Bindungstheorie.

1. Mikulincer, M. and Shaver, P. R. 2004. Security-based self-representations in adulthood: contents and processes, in W. S. Rholes and J. A. Simpson (eds.), Adult attachment: theory, research, and clinical implications, pp. 159–95. New York: Guilford Press
2. Mikulincer, M., Birnbaum, G., Woddis, D. and Nachmias, O. 2000. Stress and accessibility of proximity-related thoughts: exploring the normative and intraindividual components of attachment theory, Journal of Personality and Social Psychology 78: 509–23
3. Mikulincer, M., Gillath, O. and Shaver, P. R. 2002. Activation of the attachment system in adulthood: threat-related primes increase the accessibility of mental representations of attachment figures, Journal of Personality and Social Psychology 83: 881-95


Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University PresS

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Repräsentation Bowlby Corr I 230
Repräsentation/Bowlby/Bindungstheorie/Shaver/Mikulincer: Obwohl Bowlby (1982/1969(1), 1988(2)) davon ausgegangen ist, dass Alter und psychische Entwicklung zu einer erhöhten Fähigkeit führen, Geborgenheit durch bindungsbezogene mentale Repräsentation zu gewinnen, ging er auch davon aus, dass niemand egal welchen Alters völlig frei von der Abhängigkeit von tatsächlichen anderen ist. Dazu gehört die Konfrontation mit Krankheit, Tod von geliebten Menschen, das Altern und anderen natürlichen und vom Menschen verursachten Katastrophen und Traumata.
Corr I 232
Repräsentation/Bowlby: Bowlby (1973)(3) ging davon aus, dass die Reste von (....) sozialen Begegnungen als mentale Repräsentationen von Transaktionen zwischen Mensch und Umwelt gespeichert sind, die er Arbeitsmodelle von sich selbst und anderen nannte, und dass diese Repräsentationen das Funktionieren des >Verhaltenssystems einer Person und das Verhalten in bestimmten sozialen Situationen beeinflussen. >Bindungstheorie, >Über die Bindungstheorie

1. Bowlby, J. 1982. Attachment and loss, vol. I, Attachment, 2nd edn. New York: Basic Books (original edn 1969)
2. Bowlby, J. 1988. A secure base: clinical applications of attachment theory. London: Routledge
3. Bowlby, J. 1973. Attachment and loss, vol. II, Separation: anxiety and anger. New York: Basic Books

Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Repräsentation Deacon I 77
Zeichen/Repräsentation/Deacon: Ein Zeichen wird interpretiert - und wird damit als Repräsentation gesehen – indem es reduziert (also in Teilrepräsentationen zerlegt) wird, bis es nicht weiter reduzierbar ist. Das ist die Grundlage, auf der alle anderen Repräsentationen aufgebaut sind.
I 78
Repräsentation/Deacon: Icon und Index entsprechen nicht einfach Wahrnehmung und Lernen, sondern referieren auf Fähigkeiten zum Schlüsseziehen und Vorhersagen die in den entsprechenden neuronalen Prozessen involviert sind. >Icon/Deacon.
Repräsentationale Relationen sind nicht einfach diese Mechanismen, sondern sie sind ein Merkmal ihre potentiellen Relationen zu vergangenen, zukünftigen, abwesenden oder imaginären Gegenständen. Diese Gegenstände werden nicht repräsentiert, sondern sie werden virtuell dargestellt durch gelernte Reaktionen, die normalerweise erzeugt würden, wenn diese Gegenstände anwesend wären. In diesem Sinn sind mentale Prozesse nicht weniger repräsentational als äußere Kommunikationsprozesse und äußere Kommunikationsprozesse sind in dieser Hinsicht nicht weniger repräsentational als mentale Prozesse.
Pointe: Mentale Repräsentation reduziert sich auf interne Kommunikation.
I 300
Repräsentation/Gehirn/Deacon: Die systematische Natur der symbolischen Referenz legt nahe, dass die Repräsentation symbolischer Assoziationen über das Gehirn verteilt ist und dass dennoch ähnliche Wortklassen neuronale Gemeinsamkeiten teilen. >Wortklassen.
In dem Maße, wie Repräsentationen höherer Stufe in Bestandteile niedrigerer Stufe zerlegt werden können, dürfen wir erwarten, dass ihre neuronalen Repräsentationen eine ähnlich verschlungene hierarchische Struktur aufweisen.
I 397
Repräsentation/Symbole/symbolische Kommunikation/Deacon: Wir sollten nicht unterschätzen, was alles ohne Symbole repräsentiert werden kann: fast alles kann allein mit indexikalischen oder ikonischen Mitteln dargestellt werden. >Symbole/Deacon.
Tierrufe können sich ganz spezifisch auf Arten von Feinden, Arten von Nahrung und vieles mehr beziehen.
>Tiere, >Tiersprache.
Indexikalische Referenz: Indexikalische Referenz braucht allerdings eine Teil-Ganzes-Beziehung.
>Teil-von-Relation, >Teile, >Ganzes, >Indexikalität.
Menschliche Kommunikation: Das besonderes Merkmal der menschlichen Kommunikation ist der mögliche Bezug auf Nichtmaterielles durch Symbole.
>Referenz.
I 400
Die Bestrafung sexueller Untreue wird in menschlichen Gemeinschaften toleriert bzw. gefördert. Dies erfordert ein hohes Maß an Abstraktionsvermögen wie Referenz auf Vergangenes und mögliche Konsequenzen in der Zukunft. >Abstraktion.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Repräsentation Dretske Pauen I 230
Bedeutung/Naturalisierung/mentale Repräsentation/Dretske/Pauen: (Dretske 1994(1),1995(2)): Dretske versucht wie Fodor, die Entstehung von Bedeutung rein naturalistisch zu erklären. Dehnt das aber auch auf nicht menschliche Lebewesen aus. Vier Gesichtspunkte:
1. Kausalbeziehung zwischen Gegenstand und Repräsentation
2. Funktion der Repräsentation für den Organismus
3. Entwicklungsgeschichte des Erwerbens
4. Möglichkeit der Veränderung.
>Naturalismus.

Zeichen/Bedeutung/Kausalität/Dretske/Pauen: (ad 1.) Eine reine Kausalbeziehung vermag nur ein natürliches Zeichen ("Anzeichen") zu stiften. Das normative Moment hat hier keinen Platz.

ad 2. Die normative Unterscheidung zwischen richtig und falsch der mentalen Repräsentation kommt ins Spiel, wenn ein Gerät oder ein Organ die Funktion erhält, einen anderen Sachverhalt anzuzeigen.

ad 3. Bsp Magnetotaktische Bakterien suchen tiefere, sauerstoffärmere Wasserschichten.
Würden diese Bakterien auf die Nordhalbkugel verbracht, würden sie flachere, sauerstoffreichere Wasserschichten ansteuern!
Hier bliebe nun unklar, was genau der Gegenstand der Repräsentation ist: sind es die Magnetfelder oder die Sauerstoffkonzentration?
I 232
Dretske: räumt ein, dass das hier schwer zu entscheiden ist. Lösung: Die meisten Organismen verfügen über mehrere Zugänge zu einem Sachverhalt.
Wenn eine Repräsentation im Normalfall in Gegenwart eines Feindes auftritt, kann man von einer Repräsentation des Feindes sprechen.

ad 4. Möglich scheint allenfalls der Einwand, nicht der Feind, sondern die Disjunktion aller Stimuli sei Gegenstand der Repräsentation. Bsp Geruch oder Silhouette, oder Geräusch.
Hier ist die Lernfähigkeit von Bedeutung. Höhere Lebewesen können hier neue Reize lernen, womit sogar eine vollständige alte Disjunktion abwesend sein könnte.
Damit kommt die Disjunktion auch nicht als Repräsentation in Frage.

VsDretske/Pauen: Ein kausal bestimmter Sonnenbrand ist dennoch keine Repräsentation der Sonne.
I 233
Magenverstimmungen sind keine Repräsentation verdorbener Speisen.
1. Fred Dretske 1994. If You Can't Make One, You Don't Know How It Works. https://doi.org/10.1111/j.1475-4975.1994.tb00299.x (03.06.2020)
2. Fred Dretske 1995. Naturalizing the Mind. Cambridge: MIT Press.


Schiffer I 46
Repräsentation/FG/fuel gauge/Benzinuhr/Dretske/Terminologie/Schiffer: (Dretske 1986)(1): „Benzinuhr-Modell der Repräsentation: sie repräsentiert den Bezinstand, weil sie ein verläßlicher Indikator dafür ist. ((s) Durch Regelmäßigkeit zur Repräsentation. Zusatzannahme: Kontrafaktische Konditionale). >Kontrafaktisches Konditional, >Benzinuhr-Beispiel.

1. Fred Dretske 1986. Misrepresentation. In R. Bogdan (ed.), Belief: Form, Content, and Function. Oxford University Press. pp. 17--36


Perler I 225
Geistige Repräsentation/Dretske/Proust: 1. Kovarianz zwischen internem Zustand und äußerer Situation ("Indikation". 2. Der innere Indikator hat die Funktion, die äußere Situation anzuzeigen. Dann repräsentiert er sie.
3. Repräsentationen können wahr oder falsch sein.

Perler I: Joelle Proust Das intentionale Tier in D. Perler/M. Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

Dretske I
Fred Dretske
"Minimal Rationality", in: S. L. Hurley and M. Nudds (Eds.) Rational Animals?, Oxford 2005
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Dretske II
F. Dretske
Naturalizing the Mind Cambridge 1997

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

Perler I
Dominik Perler
Markus Wild
Der Geist der Tiere Frankfurt 2005
Repräsentation Piaget Slater I 71/72
Repräsentation/Piaget: Piaget beschreibt (Piaget, 1951(1), S. 63) das Verhalten eines 18 Monate alten Babys, das das [Verhalten] eines anderen Kindes nachahmt, welches am Vortag zu Besuch kam. Das Baby reproduzierte das Verhalten einige Zeit nachdem es passiert war. Daher muss es die Handlung zum Zeitpunkt ihres Auftretens verinnerlicht haben: Die Fähigkeit der Repräsentation war erschienen (...), die die Möglichkeit der verzögerten Nachahmung ermöglichte. >Imitation/Piaget, >Imitation/Meltzoff.

1. Piaget, J. (1951). Play, dreams, and imitation in childhood. New York: W. W. Norton & Co. Inc.

Alan M. Slater, “Imitation in Infancy. Revisiting Meltzoff and Moore’s (1977) Study”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Upton I 14
Repräsentation/Piaget: These: Kinder entwickeln allmählich ausgefeiltere und anspruchsvollere mentale Repräsentationen der Welt. Diese mentalen Darstellungen, oder Schemata, basieren auf ihren eigenen Handlungen mit der Umwelt und den Folgen dieser Handlungen. (Piaget 1952(1), 1962(2)). Kritisch: Piaget sah die Rolle des Kindes darin, eine aktive Rolle in seiner eigenen Entwicklung zu übernehmen.
>Psychologische Theorien über Phasen der Entwicklung, >Kognitive Entwicklung/Piaget, >Entwicklung/Piaget

1. Piaget, J. (1952) The Origins of Intelligence in Children. New York: International Universities
Press.
2. Piaget,J. (1962) Play, Dreams and Imitation in Childhood. New York: Norton.

Piag I
J. Piaget
The Psychology Of The Child 2nd Edition 1969

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011
Repräsentation Schiffer Graeser I 129
SchifferVsRepräsentation: die fraglichen Inhalte von Sätzen können auch keine Repräsentationen sein, z.B. in einer "Sprache des Denkens". >Sprache des Geistes, >Sätze, >Inhalt.
Überzeugung/Schiffer: Vs Überzeugung als Relation.
>Relationstheorie.
Meinen/SchifferVsDavidson: Wenn es weder eine satzorientierte noch eine nicht-satzorientierte Analyse des Meinens geben kann, dann fällt auch die Möglichkeit der Auffassung von urteilshaften Einstellungen als Beziehungen in sich zusammen.
>Bedeutung, >Urteile.
Graeser: damit verlieren wir den Boden unter den Füßen.

Schiffer I 15
Repräsentationen/Schiffer: realisieren mentale Zustände. - Mentale Repräsentationen sind in Mentalesisch. >Mentalesisch, >Mentale Zustände.
I 275
Wahrheitswert/Repräsentation: Grenzfall: propositionale Einstellungen als Relation zu neuronalen Formeln: dann ist Glauben eine Relation zu anderen Überzeugungen. Als repräsentationale Zustände haben sie dann Wahrheitswerte, egal ob sie eine Satzstruktur haben!
>Wahrheitswerte, >Glauben/Schiffer, >Sätze.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

Grae I
A. Graeser
Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002
Sprache des Geistes Schiffer I 73
Sprache des Geistes/Mentalesisch/Schiffer: Bedeutung in Mentalesisch bestimmt Bedeutung in öffentlicher Sprache, nicht umgekehrt - (über den Inhalt von Gedanken). Fodor: Intentionale Eigenschaften mentaler Zustände als ererbt aus den semantischen Eigenschaften der mentalen Repräsentationen sehen, die in ihrem Tokening impliziert sind .
Neuronaler Zustand: existiert auch, wenn er falsch ist.
Ein neuronaler Zustand ist in Gegenstand, da mit Wahrheitswerten versehen..
Schiffer: noch kein System, noch nicht sprachähnlich.
Harman: These: innere Repräsentationen haben satzähnliche Struktur.
>Mentale Repräsentation.
Lewis: Sprache des Gehirns von synaptischen Verbindungen und neuronalem Feuern.
"Starke These der Gededankesprache"/Strong thesis of the language of thaught/SLT..
Andere Theorie: semantische Eigenschaften werden aus intentionalen Eigenschaften ererbt. - (VsSLT) - SLTVs: kurz/(s): mentale Repräsentation bestimmt Intentionalität - diese erklärbar ohne öffentlichen Inhalte.
SchifferVs: Das ist gar nicht erfüllbar.
I 76
Mentalesisch/Relationstheorie/Schiffer: welche Relation von Sätzen in Mentalesisch zu Sätzen in Englisch? >Relationstheorie.
Problem: mentalesischer Satz "s" darf nicht durch Bedeutung in Englisch spezifiziert werden (zirkulär) - außerdem Vs Kernthese der SLT (semantische Eigenschaften der öffentlichen Sprache sind ererbt von intentionalen Eigenschaften der mentalen Zustände).
>Mentale Zustände.
I 282
Mentalesisch/Schiffer: Bedeutung hier nicht Frage von Konvention und Intention - anders als öffentliche Sprache. >Konvention, >Intention, >Alltagssprache.
Lösung/manche Autoren: begriffliche Rolle in Mentalesisch.
Öffentliche Sprache: Hier haben Sätze eine begriffliche Rolle nur, wenn sie auch gedacht, nicht nur gesprochen werden.
Problem: Wir brauchen eine nicht-semantische Relation zwischen mentalen Repräsentationen und öffentlichen Sätzen. - Zum Glück muss der innere Code dabei nicht erwähnt werden. - Bsp "Zustand mit demselben Inhalt".
Problem: Der Sprecher könnte Satz nur unter Zusatzannahmen glauben. - Diese nur mit Referenz auf Inhalt. - Das geht nicht in der Starken These der language of thaught.
Fazit: Ein neuronaler Satz kann nicht ohne Referenz auf den Inhalt als Glaubensobjekt angenommen werden.
>Glaubensobjekte, >Inhalt.
I 78
Mentalesisch/Schiffer: Relationstheorie verlangt komplexe Eigenschaft, F die alles hat, was bedeutet z.B. "Flundern schnarchen". Problem: Die Theorie darf nichts über die intentionalen Eigenschaften mentaler Zustand oder Bedeutung in öffentlichen Sprachen voraussetzen.
I 79
Mentalesisch/Relationstheorie/Glauben/Fodor/Schiffer: für die Zuschreibung von Wahrheitswerten von Situationen auf Sätze. - Dazu werden Eigenschaften am Ende der Kausalkette gebraucht. >Relationstheorie.
Problem: Quantifikation über Eigenschaften als semantische Werte geht letztlich über Propositionen.
>Proposition, >Quantifikation.
Lösung: SLT kann Propositionen zusammen mit begrifflichen Rollen zur Individuation von Inhalten gebrauchen.
Wahrheitsbedingungen durch M-Funktion auf mögliche Situationen. - Zusätzlich physikalistische Bedingung C.
Problem: Der Ansatz braucht eine Theorie der Repräsentationen - (darin sind mentale Repräsentationen nur Spezialfall).
Wahrheitsbedingungen: Formel: a ist die Wahrheitsbedingung für s in x’ innerem Code gdw. unter optimalen Bedingungen x s glaubt, wenn und nur wenn a besteht.
Damit können wir ein Muster von neuronalem Feuern mit der Anzeige einer Fliege für einen Frosch zu identifizieren.
Problem: Das geht nur unter optimalen Bedingungen!
SchifferVsFodor: Dann ist jeder allwissend und unfehlbar.
I 87
Mentalesisch/Prinzip der Nachsicht/Schiffer: das Prinzip der Nachsicht gibt es nicht für Mentalesisch - dieses müsste in Begriffen von Propositionen erklärt werden.
I 83-90
Relationstheorie/Mentalesisch/Schiffer: Problem: konkurrierende Zuschreibungsfunktionen für Wahrheitsbedingungen ("M-Funktionen"). Falsche Lösung: "größerer Überlebenswert" schließt falsche Zuschreibungsfunktionen nicht aus - Bsp Gewicht/Masse.
I 189
Starke These der language of thaught/SLT/Mentalesisch/Schiffer: These: 1. Das Gehirn ist ein Computer, wir sind informations-verarbeitende Systeme mit einem inneren neuronalen Code.
Schiffer: dem kann ich zustimmen.
2. Es gibt eine computationale Relation R für jeden Glauben, den man haben kann, sodass man diesen Glauben hat gdw. man R zu dieser Formel hat.
Schiffer: Das geht, aber nur mit substitutionaler Quantifikation. - Bsp "Nodnol si yggof": Mentalesisch für London ist neblig - dann bedeutet der Satz das, aber nicht kompositional.
Pointe: Dann ist der Glaubens-Inhalt nicht reduzierbar. (SchifferVsReduktionismus.)
((s) Mentaler Inhalt ist irreduzibel (Schiffer pro Brentano)).
Bsp Wissen-wie kann nicht in anderen Begriffen analysiert werden - es gibt keine Tatsache die macht, dass etwas dieser Glaube ist. - ...+ +
>Wissen wie, >Nonfaktualismus.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Symbolisches Spiel Piaget Upton I 78
Symbolisches Spiel/Piaget/Upton: Zwei- und dreijährige Kinder beschäftigen sich oft mit etwas, das Piaget (1923)(1) als symbolisches Spiel bezeichnete. Bei dieser Form des Spiels verwenden Kinder ein Objekt, um ein anderes darzustellen, zu welchem sie zu diesem Zeitpunkt keinen Zugang haben, zum Beispiel einen Legoblock als Haarbürste, einen Stuhl als Auto, einen Finger als Zahnbürste (Boyatzis und Watson, 1993)(2). Die Fähigkeit, vorzugeben, dass ein bestimmtes Objekt etwas anderes sein kann, das nicht vorhanden ist, zeigt, dass sie eine mentale Repräsentation dieses Objekts haben. Nach und nach wird diese Fähigkeit, Symbole zu verwenden, immer ausgefeilter, sodass Kinder im Alter von vier Jahren nicht mehr mit einem Objekt ein anderes, nicht vorhandenes Objekt symbolisieren müssen. Es kann eine imaginäre Darstellung verwendet werden; Boyatzis und Watson fanden heraus, dass ein drei- oder vierjähriges Kind seinen Finger als Zahnbürste benutzen wird, wenn das Objekt nicht vorhanden ist, während ein fünfjähirges vorgibt, dass es eine Zahnbürste hält.
>Entwicklungsstadien/Piaget, >Psychologische Theorien über Spiel.


1. Piaget, J. (1923) Language and Thought of the Child. London: Routledge.
2. Boyatzis, C.J. and Watson, M.W. (1993) Preschool children’s symbolic representation of objects through gestures. Child Development, 67(3): 729–35.

Piag I
J. Piaget
The Psychology Of The Child 2nd Edition 1969

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011
Ulmen/Buchen- Beispiel Putnam V 37
Ulmen/Buchen/Putnam: Das Ulmen-Buchen-Beispiel ist eine Referenz ohne Unterscheidung. Referenz: Referenz ist gesellschaftlich, nicht privat. "Ulmen" bezieht sich in meinem Sprachgebrauch auf dasselbe wie bei jedem anderen: auf Ulmen! Ich mache bloß keinen Unterschied im Begriff zur Buche. Begriff ist nicht dasselbe wie Bezug.
>Begriff/Putnam, >Bezug/Putnam.
---
II 69
Ulmen/Buchen/Putnam: Mentale Repräsentationen sind vorschwebende Beschreibungen, keine Bedeutungen. Mentale Repräsentation legt den Bezug nicht fest. > Zwillingserde/Putnam. Keine Synonymität: Franzosen und Deutsche haben verschiedene Repräsentationen: Baum/Arbre. Repräsentationen haben keinen intrinsischen Bezug.
>Synonymie, >Intrinsisch.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Unbewusstes Bindungstheorie Corr I 232
Unbewusstes/Bowlby/Bindungstheorie/Shaver/Mikulincer: Bowlby (1973)(1) ging davon aus, dass die Rückstände von (....) sozialen Begegnungen als mentale Repräsentationen von Transaktionen zwischen Mensch und Umwelt gespeichert sind, die er Arbeitsmodelle von sich selbst und anderen nannte, und dass diese Repräsentationen das Funktionieren des Verhaltenssystems einer Person und das Verhalten in bestimmten sozialen Situationen beeinflussen. >J. Bowlby, >Arbeitsmodelle.
Diese Modelle funktionieren vermutlich hauptsächlich auf kortikaler Ebene und sowohl unbewusst als auch ziemlich reflektierend und absichtlich. Aber auch wenn sie zunächst bewusst arbeiten, können sie bei wiederholtem Gebrauch automatisch und unbewusst werden, entweder wie es die meisten gut ausgebildeten Gewohnheiten tun oder durch motivierte Abwehrmanöver. Diese Modelle sind eine wichtige Quelle der Kontinuität innerhalb der Person im Laufe der Zeit und der individuellen Unterschiede zwischen den Personen, so dass sie zu Recht als wichtige Aspekte der Persönlichkeit angesehen werden.
>Über die Bindungstheorie.


1. Bowlby, J. 1973. Attachment and loss, vol. II, Separation: anxiety and anger. New York: Basic Books

Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Unbewusstes Bowlby Corr I 232
Unbewusstes/Bowlby/Bindungstheorie/Shaver/Mikulincer: Bowlby (1973)(1) ging davon aus, dass die Rückstände von (....) sozialen Begegnungen als mentale Repräsentationen von Transaktionen zwischen Mensch und Umwelt gespeichert sind, die er Arbeitsmodelle von sich selbst und anderen nannte. Weiterhin beeinflussen diese Repräsentationen das Funktionieren des Verhaltenssystems einer Person und das Verhalten in bestimmten sozialen Situationen. Diese Modelle funktionieren vermutlich hauptsächlich auf kortikaler Ebene und sowohl unbewusst als auch ziemlich reflektierend und absichtlich. Aber auch wenn sie zunächst bewusst arbeiten, können sie bei wiederholtem Gebrauch automatisch und unbewusst werden, entweder wie es die meisten gut ausgebildeten Gewohnheiten tun oder durch motivierte Abwehrmanöver. Diese Modelle sind eine wichtige Quelle der Kontinuität innerhalb der Person im Laufe der Zeit und der individuellen Unterschiede zwischen den Personen, so dass sie zu Recht als wichtige Aspekte der Persönlichkeit angesehen werden. >Bindungstheorie, >Persönlichkeit, >Emotionale Bindung, >Beziehungen, >Soziale Beziehungen, >Über die Bindungstheorie


1. Bowlby, J. 1973. Attachment and loss, vol. II, Separation: anxiety and anger. New York: Basic Books

Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Verhaltenssystem Bowlby Corr I 232
Verhaltenssystem/Bindungstheorie/Bowlby/Shaver/Mikulincer: Nach Bowlby (1973)(1) hängt die Fähigkeit eines Verhaltenssystems, sein gesetztes Ziel zu erreichen, von den Transaktionen einer Person mit der Außenwelt ab. Obwohl Verhaltenssysteme angeborene intrapsychische Mechanismen sind, die vermutlich hauptsächlich auf subkortikaler Ebene und in automatischer, reflexiver Weise funktionieren, manifestieren sie sich im tatsächlichen Verhalten, leiten die Transaktionen der Menschen mit der sozialen Welt und können durch die Reaktionen anderer beeinflusst oder geprägt werden. >Soziale Beziehungen, >Soziales Verhalten, >Sozialisation, >Beziehungen.
Im Laufe der Zeit prägen soziale Begegnungen die Parameter der Verhaltenssysteme einer Person. Dies geschieht auf eine Weise, die relativ stabile individuelle Unterschiede in Strategien und Verhaltensweisen hervorruft, d.h. die neuronalen und verhaltensbezogenen Fähigkeiten einer Person werden so "programmiert", dass sie zu den wichtigsten engen Beziehungspartnern oder Bindungspersonen passen.
Repräsentation/Bowlby: Bowlby (1973)(1) ging davon aus, dass die Reste solcher sozialer Begegnungen als mentale Repräsentationen von Transaktionen zwischen Mensch und Umwelt gespeichert sind, die er Arbeitsmodelle von sich selbst und anderen nannte, und dass diese Repräsentationen das Funktionieren des Verhaltenssystems einer Person und das Verhalten in bestimmten sozialen Situationen beeinflussen.
>Repräsentation, >Situationen, >Über die Bindungstheorie.

1. Bowlby, J. 1973. Attachment and loss, vol. II, Separation: anxiety and anger. New York: Basic Books

Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


Slater I 15
Verhaltenssystem/Bowlby: Bowlby (1969(1)) formalisierte Harlows Arbeit in eine Theorie von Steuerungssystemen, die durch Umgebungsbedingungen aktiviert und beendet wurden. Bowlbys Theorie betonte kontextuelle Faktoren, die sowohl Verhaltenssysteme aktivierten als auch beendeten. Im Säuglingsalter betrachtete er das Bindungs-, Angst- und Erkundungssystem als ein System, das sich Ziele gesetzt hatte, die auf der Grundlage einer kontinuierlichen Überwachung und Rückmeldung aus der Umwelt aufrechterhalten werden mussten.
Die Theorie der Kontrollsysteme wiederum steuerte systematische Beobachtungen menschlicher Säuglinge im Dorf und zu Hause (Ainsworth, 1967)(2). Es führte auch zur Entwicklung eines Laborparadigmas, das die Fähigkeiten der Säuglinge testete, ihre Betreuerin als Quelle der Sicherheit und Grundlage für die Erforschung zu nutzen (Ainsworth, Blehar, Wall, & Waters, 1978)(3). Die Entwicklung von Ainsworths Paradigma der fremden Situation (>Situation/Ainsworth) - in dem die Reaktionen der Säuglinge auf die Trennung von ihrer Mutter und die anschließende Wiedervereinigung mit ihr sowie ihre Reaktionen auf eine unbekannte Frau aufgezeichnet wurden - wurde wiederum zu einem Paradigma für die Beurteilung individueller Unterschiede in der Sicherheit der Beziehungen der Säuglinge zu ihrer primären Pflegeperson.
Vgl. >Kontrollprozesse.

1. Bowlby, J. (1969). Attachment and loss: Vol. 1. Attachment. New York, NY: Basic Books.
2. Ainsworth, M. S. (1967). Infancy in Uganda. Baltimore: Johns Hopkins University Press.
3. Ainsworth, M. D. S., Blehar, M. C., Waters, E., & Wall, S. (1978). Patterns of attachment: A psychological study of the strange situation. Hillsdale, NJ: Erlbaum.


Roger Kobak, “Attachment and Early Social deprivation. Revisiting Harlow’s Monkey Studies”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
Repräsentation Mentale Repräsentation Pro Esfeld I 137
Inhalt von Glaubenszuständen/Fodor: These ist von ursprünglich repräsentationalem Inhalt abgeleitet. (Mentale Repräsentation ursprünglich). (Fodor und Lepore, 1992).

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Repräsentation Mentale Repräsentation Versus Esfeld I 137
Inhalt von Glaubenszuständen/Fodor: ist von ursprünglich repräsentationalem Inhalt abgeleitet. (Mentale Repräsentation ursprünglich).Fodor/Lepore)
I 151
Pointe: ich kann jede indexikalische Überzeugung isoliert bezweifeln. Das ist ein Unterschied zum Ausüben einer begrifflichen Fähigkeit. Esfeld: dann muß eine kausale Verbindung angenommen werden, was auf Kripke zurückgeführt wird. (Kausaltheorie der Bedeutung). (>Lager). Noch direkter:
Kaplan: direkte Referenz, die nicht vom begrifflichen Inhalt der betreffenden Überzeugung abhängt. (1989a,S.483-486).

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Repräsentation Esfeld, M. I 136
Repräsentation/Cartesianismus/Cartesische Tradition: drei Thesen: 1. Semantische These: Überzeugungen und Glaubenszustände repräsentieren Dinge und Ereignisse so, daß R ein ursprüngliches semantisches Merkmal ist.
2. These über den epistemischen Zugang zur Welt: Zugang nur durch R. R schließen die Welt auf, sie fungieren als epistemische Bindeglieder zwischen Glaubenszuständen und Welt.
I 137
(Schwacher repräsentationaler Realismus) 3. These über den unmittelbaren Bezugsgegenstand von Glaubenszuständen: ment. Repräsentationen sind der unmittelbare intentionale Gegenstand unserer Glaubenszustände einschließlich insbesondere unserer Wahrnehmungszustände. GZ haben dann mittelbar etwas in der Welt zum Gegenstand. Das, dessen man sich unmittelbar bewußt ist, ist in Wirklichkeit eine mentale Repräsentation z.B. des Baums. (Starker repräsentationaler Realismus).
I 139
Def Starker repräsentationaler Realismus: These: daß mentale Repräsentation immer das unmittelbare intentionale Objekt unserer gewöhnlichen Glaubenszustände sind. Damit impliziert der starke den schwachen r. R.
Eine einflußreiche Strömung schreibt alle drei Thesen Descartes zu. Auch Rorty.
I 140
Es ist jedoch umstritten, ob Descartes einen starken r. R. vertritt. Dieser ist eher eine Karikatur. Erklärung: das Problem wird nur verschoben, man erklärt die Referenz von GZ nicht damit, daß man sagt, daß sie sich unmittelbar auf etwas Mentales beziehen.
I 143
Repräsentationaler Realismus/Esfeld: ist die These, daß wir nur durch Repräsentationen (als epistemischem Bindeglied) Zugang zur Welt haben.
Repräsentation Fodor, J. Esfeld I 137
Inhalt von Glaubenszuständen/Fodor: ist von ursprünglich repräsentationalem Inhalt abgeleitet. (Mentale Repräsentation ursprünglich). (Fodor und Lepore, 1992).
Fodor/Lepore IV 127
Repräsentation/Fodor/Lepore: These: Ihre Semantik ist atomistisch.

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Mentalesisch Fodor, J. Cresswell II 55
Mentalesisch/propositionale Einstellungen/Fodor: ein Glaubenssatz ist ein Satz in der Gedankensprache des Sprechers. CresswellVsFodor: Problem: dann müssen der ursprüngliche Sprecher und der Sprecher der Zuschreibung denselben Satz in Mentalesisch in ihrem inneren System haben.
Newen/Schrenk I 131
Mentalesisch /Sprache der Gedanken/Gedankensprache/Fodor/Newen/Schrenk: (Literatur 9-8): These das Medium des Denkens ist eine Sprache des Geistes ("Language of thought"). Viele empirische Phänomene sind nur mit Annahme von mentalen Repräsentationen erklärbar, Bsp wahrnehmungsbasierte Überzeugungen.
I 132
Sprache/Fodor: zu ihr gehören Kompositionalität und Produktivität. Denken/Fodor: das Denken ist so angelegt, dass es alle Kerneigenschaften der natürlichen Sprache (von Intentionalität bis Systematizität) auch schon hat. Denken findet mit mentalen Repräsentationen statt. Bsp Benzinuhr, Tankanzeige, kausale Verbindung. Mentale Repräsentationen werden durch Hirnzustände realisiert.
I 215/216
Mentalesisch/Fodor: (Language of Thought, S.199) These man kann keine Konstruktion von Psychologie geben, ohne anzunehmen, daß Organismen eine sachgemäße Beschreibung als Instantiation (Verkörperung) eines anderen formalen Systems besitzen: "Sachgemäß" erfordert: a) es muß eine allgemeine Prozedur für die Zuschreibung von Zeichenformeln (assigning formulae) zu Zuständen des Organismus geben
b) für jede propositionale Einst muß es einen kausalen Zustand des Organismus geben, so dass
c1) der Zustand als Relation zu einer Formel interpretierbar ist und
c2) es nomologisch notwendig und hinreichend ist, (oder kontingent identisch) dafür, diese propositionalen Einstellungen zu haben.
d) Mentale Repräsentationen haben ihre kausalen Rolle kraft ihrer formalen Eigenschaften.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Inhalt Lewis, D. Schw I 161
mentaler Inhalt/Lewis: These ist durch die kausale Rolle bestimmt, durch die typischen Ursachen und Wirkungen. Inhalt/DavidsonVsLewis: der Inhalt hängt von der Sprache ab, die wir sprechen. (Davidson 1975)
Bedeutung/LewisVsDavidson: was die Sätze der öffentlichen Sprache bedeuten, hängt vom Inhalt unserer Erwartungen, Wünsche und Überzeugungen ab.
Schw I 171
Naturalisierung des Gehalts-œ/Repräsentation/Schwarz: These daß mentale Repräsentationen soweit satzartig sind, daß man ihren Inhalt kompositional erklären kann. (vgl. Fodor 1990).