| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Benennen | Benennen: ein Wort oder einen Begriff für einem Gegenstand festlegen. Verwandte Begriffe sind Beschreibung, Namen, Kennzeichnung, Denotation, Designation. |
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| Bezeichnen | Bezeichnen: das Versehen eines Gegenstands mit einem Zeichen, das die Lokalisierung innerhalb einer Ordnung erlaubt, im Gegensatz zu einer Benennung mit einem Namen. Siehe auch Benennen, Designation, Denotation, Individuation, Identifikation, Spezifikation. |
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| Bezeichnen | Perry | Frank I 400f Bezeichnen: Der Referent wird bezeichnet, der Sinn wird ausgedrückt. Quasi-Indikator/Castaneda: Der Quasi-Indikator drückt nicht Extra-Sinn aus, sondern bezeichnet ihn. >Denotation, >Ausdrücken, >Sinn, >Referenz. John Perry (1979): The Problem of the Essential Indexicals, in : Nous 13 (1979), 3-21 Frank I 449 Variablen: Variablen besitzen keinen Sinn, bloß eine Designation (Bezeichnung ((s) eigentlich Benennung)). >Designation, >Benennen. Problem: entsteht, wenn eingebettete Sätze ihren Sinn nach außen mitteilen müssen. >Teilsätze. Variablen haben keine Intension. >Variablen, >Intension. Hector-Neri Castaneda (1983 b): Reply to John Perry: Meaning, Belief, and Reference, in: Tomberlin (ed.) (1983),313-327 |
Perr I J. R. Perry Identity, Personal Identity, and the Self 2002 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Bezeichnen | Prior | I 16ff Bezeichnen/Ausdrücken/Prior: Sätze bezeichnen (designate) nichts. >Designation, >Denotation, >Sätze. Glauben/Furcht: Glauben bezieht sich auf das Ausgedrückte, nicht auf das bezeichnete. >Ausdrücke, >Überzeugungen, >Glauben, >Stufen/Ebenen, >Beschreibungsebenen I 51 Satz/Prior: Ein Satz bezeichnet (denotate) nichts. - Nur Namen bezeichnen. >Namen. |
Pri I A. Prior Objects of thought Oxford 1971 Pri II Arthur N. Prior Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003 |
| Einbettung | Perry | Frank I 449 Variablen: Variablen haben von sich aus keinen Sinn, bloß Designation (Bezeichnung ((s) eigentlich Benennung)). >Designation, >Benennen. Problem: entsteht, wenn eingebettete Sätze ihren Sinn nach außen mitteilen müssen. >Teilsätze. Variablen haben keine Intension. >Variablen, >Intension. John Perry (1983a): Castaneda on He and I, in: Tomberlin (ed.) Agent, Language, and the Structure of the World: Essays Presented to Hector-Neri Castaneda. Hackett (1983), 15-39 |
Perr I J. R. Perry Identity, Personal Identity, and the Self 2002 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Erwähnung | Wessel | I 220 Gebrauch/Erwähnung/Wessel: In der Aussage "a und b sind identisch" wird nicht über die Termini "a" und "b" gesprochen, sondern über die durch sie bezeichneten Objekte. - D.h. die Termini "a" und "b" werden gebraucht und nicht erwähnt! - ((s) Wenn die Termini erwähnt würden, würde über die Termini gesprochen und nicht über die Gegenstände.) >Erwähnung/Gebrauch, >Gebrauch, >Stufen/Ebenen, >Metasprache, >Objektsprache. I 286 Gebrauch/Erwähnung: logische Folgebeziehung: A I- B: spricht über Aussagen (d.h. gerade nicht inhaltlich) >Folgebeziehung. Konditional: A --> B: spricht inhaltlich darüber, worüber in den Aussagen gesprochen wird (Bsp Strom, Magnetfeld). >Konditional. ((s) Erwähnung/(s): Erwähnung liegt vor, wenn nicht inhaltlich über Aussagen gesprochen wird.) - Gebrauch: liegt vor, wenn z.B. die Wahrheit festgestellt wird. Aber: "A ist wahr" heißt eben gerade nicht "Der Strom fließt".) I 31D Gebrauch/Erwähnung/Wessel/(s): Bsp "Der Inselsberg wird mit dem Terminus Inselsberg bezeichnet": 1. Das Vorkommnis wird als Term gebraucht, und bezeichnet den Gegenstand, 2. Das Wort wird hier nicht als Term gebraucht, sondern als physischer Gegenstand erwähnt. - Berg: erwähnt, Name: gebraucht. - Erwähnen: = anführen (Anführungszeichen). - statt Aussagenfunktion: t: tA: Name der Aussage A - "die Aussage A". >Namen, >Benennen, >Denotation, >Designation. I 352 Vorkommnis/Erwähnung/Gebrauch/Wessel: 1. Term oder Aussage A kommt als Term oder Aussage vor: in Bsp ~A oder A ∧ B. 2. Bloß als physisches Ding (Schwärzung, Laut) in Bsp "die Aussage A" (tA) , oder "der Sachverhalt dass A" (sA) - Bsp aus "Ließchen sagt A" (nur graphisch A) und A ↔ B folgt nicht "Ließchen sagt B". - Daher muss immer definiert werden, was als Vorkommnis eines Terms anzusehen ist. ((s) Schwärzung des Papiers kann nicht wahr oder falsch sein.) ad I 352 ((s) Erwähnung/Gebrauch/Schwärzung/Wessel/(s): unterschiedliche Schwärzung der Seiten: spielt gerade keine Rolle bei 2 + 2 = 4.) I 351 "Ungerade"/Frege: Vorkommen als bloß graphischer Teil. >Ungerade Bedeutung, >Ungerader Sinn, >Fregescher Sinn, >Fregesche Bedeutung, >G. Frege. Extensionalitätsregel: Aussagen können durch bedeutungsgleiche ersetzt werden, aber nicht beliebige graphische Teile. >Extensionalität, >Extensionen. Wessel: Die Extensionalitätsregel ist hier gar nicht anwendbar! - Weil intensionale Regeln sehr ähnlich wie extensionale sind, aber manchmal auch Ersetzen von graphischen Teilen durch echte Aussagen erlauben. >Intensionen, >Intensionalität. I 353 Planeten-Beispiel/Quine/Wessel: Quine unterschiedet nicht zwischen graphischem und echtem Vorkommen - nur Identitätssätze Abendstern = Morgenstern, Zahl der Planeten = 9 und dann Ersetzbarkeit für Identitäten. >Substitution, >Substituierbarkeit, >Identität, >Morgenstern/Abendstern, >Planetenbeispiel. WesselVsQuine: Wire sollten diese als zusammengesetzte Ausdrücke ansehen: dann Abendstern ungleich Morgenstern. - Dagegen als einfache Ausdrücke: sind sie gleich. ((s) Wegen der Identität mit dem Gegenstand Venus). |
Wessel I H. Wessel Logik Berlin 1999 |
| Mengenlehre | Prior | I 165 Substantive/Prior: Substantive sind keine Namen, auch keine Klassennamen. >Namen, >Singuläre Termini, >Allgemeine Termini, >Termini, >Wörter, >Wortbedeutung, >Referenz, >Prädikation, >Benennen, >Bezeichnen, >Designation, >Denotation, >Komprehension. Epsilon/Principia Mathematica(1)/Russell: "x ε a": Übersetzung: "A ist ein Element der Klasse der Menschen". - Scheint eine Relation zwischen konkretem und abstrakten Objekt zu sein. >Elementrelation. Vs: Nach der Typentheorie: besser "x ist ein a": "Russell ist ein Mensch" - Prior: "ist ein" ist kein echtes Verb, das einen Satz aus einem Namen bildet, eher einen Satz aus Namen und Substantiv. - "ε" kein echtes Prädikat. >Prädikate, >Prädikation, >Ist, >Typentheorie. 1. Whitehead, A.N. and Russel, B. (1910). Principia Mathematica. Cambridge: Cambridge University Press. |
Pri I A. Prior Objects of thought Oxford 1971 Pri II Arthur N. Prior Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003 |
| Mereologie | Simons | I 23 Mereologie/Simons: Mereologie hat Operatoren statt Quantoren (der Prädikatenlogik). Operatoren nehmen einen Term N und bilden einen neuen Term N (substantivisch), Bsp "ov", "Überlapper von", "pt", "Teil-von", "ex", "Outsider von". Komplexe Termini: Bsp statt Prädikatenlogik: "binäres Produkt von () und ()". Einfacher: "(Bpr( , ))". Mereologie: "Sm" "Summe-von", "Pr": "Produkt-von". Plurale Designation/Mereologie: Eine plurale Designation ist die "Summe der Quadrate" statt Prädikatenlogik: "Summe von x sodass x ist ein Quadrat". >Teile, >Teil-von-Relation. I 176f Mereologische Konstanz: Bsp Wein in einer bestimmten Flasche hört auf, dieser zu sein wenn er ausgegossen wird. Mereologische Variabilität: Bsp Wasser im Fluss ist "dasselbe Wasser mit Unterschieden in seinen Teilen". Massentermini: Massentermini tendieren zur Konstanz, denn wir beziehen uns mit Begriffen der Konstanz auf Veränderung. Materielle Dinge sind mereologisch variabel: Sie können Teile gewinnen und verlieren. Pro: Aristoteles, Locke. >Aristoteles, >J. Locke. Vs: Leibniz, Hume, Reid, Chisholm. >G.W. Leibniz, >D. Hume, >Th. Reid, >R. Chisholm. >Essentialismus, >Wesen. I 190 Mereologische Konstanz/Sukzession/Chisholm: Mereologisch variable Objekte sind nur logische Konstruktionen aus mereologisch konstanten Objekten (entia per se). Die Relation der Sukzession ist abhängig von der Art des Objekts (Bsp Tisch oder Katze). I 209 Kontinuität/Simons: Kontinuität ist strenger als mereologische Konstanz: Die Haare müssen kontinuierlich bestehen, damit die alte Frisur wieder hergestellt werden kann. >Kontinuität, >Widerspruchsfreiheit. I 278 Mereologie/Wissenschaft/Praxis/Simons: Die meisten Objekte der Naturwissenschaften Bsp Sterne, Planeten, Organismen oder Vulkane sind so, dass sie beides sind: natürliche Gegenstände oder Ganze und gleichzeitig mereologisch variabel - also Mittelweg zwischen Essentialismus und willkürlichen oder konventionellen Teilen. >Essentialismus, >Konventionen, >Notwendiger Teil. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Propositionale Einstellungen | Perry | Frank I 451f Proposition/propositionale Einstellungen/PerryVsFrege: Die Ausdrücke, die in einen Bericht davon, was jemand glaubt, eingebettet sind, designieren Entitäten (nicht ganze Propositionen), auf die sich ihre Antezedenzien beziehen. Vgl. >Cresswell: strukturierte Bedeutungen. >Propositionen, >Designation, >Gegenstände, >Indexwörter, >Indexikalität, >Bezeichnen, >Identifikation, >Glaubensobjekte, >Gedankenobjekte, >Referenz. John Perry (1983a): Castaneda on He and I, in: James E. Tomberlin (ed.) Agent, Language, and the Structure of the World: Essays Presented to Hector-Neri Castaneda. Hackett (1983), 15-39 |
Perr I J. R. Perry Identity, Personal Identity, and the Self 2002 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Sanktionen-Kontroverse | Itskhoki | Itskhoki I 7 Sanktionsdebatte/Itskhoki/Ribakova: (...) die bisher umfassendste Fall-zu-Fall-Analyse von Sanktionsepisoden, zusammen mit den wichtigsten politischen Schlussfolgerungen, bleibt "Economic Sanctions Reconsidered, 3rd Edition" von Gary Clyde Hufbauer, Jeffrey J. Schott, Kimberly Ann Elliott und Barbara Oegg (2009)(1). David Baldwins bahnbrechendes Werk "Economic Statecraft" (2020)(2) legt eine umfassende Grundlage, in der die Mechanismen und die Wirksamkeit wirtschaftlicher Instrumente in der Außenpolitik erläutert werden. "War by Other Means: Geoeconomics and Statecraft" von Jennifer M. Harris und Robert D. Blackwill (2016)(3) unterstreicht die wachsende Bedeutung der Geo-Ökonomie als Instrument der Staatskunst in der globalen Politik. Juan Zarates "Treasury's War" (2013)(4) ergänzt dies, indem es eine praktische Insider-Perspektive auf die finanzielle Kriegsführung nach 9/11 bietet und die wachsende Bedeutung von Finanzinstrumenten in der modernen Staatsführung unterstreicht. Darüber hinaus erweitern Chris Millers "Chip War" (2022)(5) und Nicholas Mulders "The Economic Weapon" (2023)(6) den Diskurs, indem sie die strategische Bedeutung der Halbleiterindustrie bzw. die historische Entwicklung von Sanktionen untersuchen. Agathe Demarais' "Backfire" (2022)(7) untersucht die unbeabsichtigten Folgen von US-Sanktionen und zeigt auf, wie sie globale Allianzen und wirtschaftliche Landschaften umgestalten können. In ähnlicher Weise konzentriert sich "Underground Empire" (2023)(8) darauf, wie die USA ihre Kontrolle über kritische Knotenpunkte als Waffe einsetzen, um außen- und sicherheitspolitische Ziele zu erreichen. Schließlich wird Saleha Mohsins "Paper Soldiers" (2024)(9) empfohlen, das eine detaillierte Untersuchung der modernen Finanzsanktionen bietet und dem Diskurs eine aktuelle Bedeutung verleiht. Itskhoki I 8 Sanktionen gegen Russland: Was den speziellen Fall Russlands betrifft, so befassen sich mehrere Arbeiten und Bücher mit den Auswirkungen von Sanktionen gegen Russland (nach 2014 und 2022). Zu den wichtigsten unter ihnen gehört das Arbeitspapier "Measuring Smartness: Understanding the Economic Impact of Targeted Sanctions„, in dem die wirtschaftlichen Auswirkungen gezielter oder “intelligenter Sanktionen„ analysiert werden, die darauf abzielen, den Schaden für die Bevölkerung und die Wirtschaft im Allgemeinen zu minimieren (Ahn und Ludema 2020)(10), in dem die wirtschaftlichen Auswirkungen gezielter oder “intelligenter Sanktionen" analysiert werden, die darauf abzielen, den Schaden für die Bevölkerung und die Wirtschaft im Allgemeinen zu minimieren. In mehreren Papieren des Institute of International Finance wird eine Bestandsaufnahme der Reaktion Russlands auf die Sanktionen von 2014 und seiner Vorbereitung auf die folgenden Sanktionen vorgenommen. In diesen Beiträgen wird auch die entscheidende Bedeutung der Durchsetzung für die Wirksamkeit von Sanktionen hervorgehoben. „Punishing Putin“ (Baker 2024)(11) beschreibt die weltweite Reaktion auf Russlands umfassenden Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022, wobei der Schwerpunkt auf den gegen Wladimir Putin, seinen inneren Kreis und Russlands Wirtschaft verhängten Sanktionen liegt. Effektivität: Es wurden Fragen zur Unwirksamkeit der Ölpreisobergrenze aufgeworfen, auch von den Behörden selbst (Van Nostrand und Morris 2024)(12), und zu den Ausfuhrkontrollen. Der anfängliche Erfolg der Ölpreisobergrenze, die die russischen Öleinkünfte verringerte, ohne die Weltmarktpreise zu destabilisieren, wurde seither von einer mangelnden Durchsetzung überschattet (Hilgenstock et al. 2023)(13). Eine große Herausforderung für die Durchsetzung der Preisobergrenze ist Russlands Aufbau einer so genannten „Schattenflotte“, die aus Öltankern besteht, die nicht im Besitz von Unternehmen sind, die unter die Zuständigkeit der Sanktionskoalition fallen, von diesen verwaltet oder versichert werden (Hilgenstock, Hrybanovskii und Kravtsev 2024)(14). Die Ausweisung von Schiffen der Schattenflotte, insbesondere durch das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums, hat sich als wirksames Instrument erwiesen, um die Möglichkeiten Russlands zu verringern, die Preisobergrenze zu missachten, ohne die Gesamtkapazität vom Markt zu nehmen (Hilgenstock, Kravtsev und Pavytska 2024)(15). Die Ausweisungskampagne bleibt jedoch in ihrem Umfang begrenzt. Itskhoki I 9 Exportkontrollen: Verbesserungspotenzial gibt es vor allem in den Bereichen Unternehmensverantwortung - hier könnten Regelungen, die mit „Kenne deinen Kunden“ vergleichbar sind, die illegalen Ströme über Drittvermittler verringern -, Koordinierung und Harmonisierung innerhalb der Koalition und Aufbau von Institutionen (Bilousova et al. 2024)(16). Die Unfähigkeit Russlands, Waren, insbesondere Hightech-Elektronik, von Unternehmen der Sanktionskoalition zu ersetzen, verdeutlicht das ungenutzte Potenzial von Ausfuhrkontrollen. Theoretische Literatur: Die Sanktionen gegen Russland in den Jahren 2014 und 2022 sowie frühere Sanktionsrunden gegen den Iran haben eine rege quantitative und theoretische Literatur zu diesem Thema hervorgebracht. Felbermayr et al. (2019)(17) bauen einen Datensatz mit Informationen über Sanktionen zwischen 1950-2016 auf, um die Auswirkungen von Sanktionen auf Handelsströme und reale BIP-Veränderungen zu analysieren (siehe auch Gutmann et al. 2023). Hausmann et al. (2024)(18) liefern ein Kriterium für sektorale Verbote russischer Exporte auf einer detaillierten Branchenebene. De Souza et al. (2024)(19) untersuchen die kosteneffizientesten Maßnahmen zur Verhängung von Handelssanktionen. Crozet und Hinz (2020)(20) quantifizieren die wirtschaftlichen Auswirkungen der 2014 gegen Russland verhängten Sanktionen mithilfe eines Gravitationsmodells sowie die impliziten Kosten für die Absenderländer. Ghironi et al. (2024)(21) verwenden ein quantitatives Modell, um die makroökonomischen und handelspolitischen Auswirkungen der Sanktionen auf die Finanzmärkte, den Energiesektor und differenzierte Güter sowohl für die Sender- als auch für die Empfängerländer zu untersuchen. Kilian et al. (2024)(22) untersuchen die Auswirkungen des Ölembargos und der Preisobergrenze von 2022 auf die russischen Ölpreise anhand eines kalibrierten Modells des globalen Ölmarktes. Nigmatulina (2023)(23) untersucht die Auswirkungen der "intelligenten Sanktionen", die von den USA und der EU nach der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 gegen bestimmte russische Unternehmen und Einzelpersonen verhängt wurden, und kommt zu dem Ergebnis, dass diese Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit aufgrund einer Umverteilung staatlicher Mittel auf sie ausgeweitet haben (siehe auch Keerati 2023)(24). Balyuk und Fedyk (2023)(25) untersuchen die Entscheidung und die finanziellen Folgen für US-Unternehmen, sich nach dem Einmarsch in die Ukraine 2022 aus dem russischen Geschäft zurückzuziehen. Ndiaye (2024) untersucht, wie sich internationale Boykotte als eine Form des Verbraucheraktivismus von staatlich verhängten Sanktionen und Zöllen unterscheiden. >Sanktionen, >Sanktionen-Kontroverse, >Sanktionsfolgen, >Sanktionsgeschichte, >Sanktionspolitik, >Sanktionswirksamkeit, >Sanktionsumgehung, >Sanktionentheorie, >Zahlungssysteme, >Handelskriege, >Handelssanktionen, >Finanzsanktionen. 1. Hufbauer, Gary Clyde, Jeffrey J. Schott, Kimberly Ann Elliott, and Barbara Oegg. 2009. Economic Sanctions Reconsidered: Third Edition. Peterson Institute for International Economics. Itskhoki, Oleg, and Dmitry Mukhin. 2022. “Sanctions and the Exchange Rate.” NBER Working Paper 30009. National Bureau of Economic Research. https://doi.org/10.3386/w30009. 2. Baldwin, David A. 2020. Economic Statecraft: New Edition. Princeton University Press. 3. Blackwill, Robert D., and Jennifer M. Harris. 2016. War by Other Means: Geoeconomics and Statecraft. Harvard University Press. https://www.jstor.org/stable/j.ctt1c84cr7. 4. Zarate, Juan. 2013. Treasury’s War. PublicAffairs 5. Miller, Chris. 2022. Chip War: The Fight for the World’s Most Critical Technology. Scribner. 6. Mulder, Nicholas. 2023. The Economic Weapon: The Rise of Sanctions as a Tool of Modern War. Yale University Press. 7. Demarais, Agathe. 2022. Backfire: How Sanctions Reshape the World Against U.S. Interests. Columbia University Press. 8. Farrell, Henry, and Abraham L. Newman. 2023. Underground Empire: How America Weaponized the World Economy. Random House. 9. Mohsin, Saleha. 2024. Paper Soldiers: How the Weaponization of the Dollar Changed the World Order. Portfolio. 10. Ahn, Daniel P., and Rodney D. Ludema. 2020. “The Sword and the Shield: The Economics of Targeted Sanctions.” European Economic Review 130 (November):103587. https://doi.org/10.1016/j.euroecorev.2020.103587. 11. Baker, Stephanie. 2024. Punishing Putin. Scribner. 12. Van Nostrand, Eric, and Anna Morris. 2024. “Phase Two of the Price Cap on Russian Oil: Two Years After Putin’s Invasion.” U.S. Department of the Treasury. February 23, 2024. https://home.treasury.gov/news/featured-stories/phase-two-of-the-price-cap-on-russianoil-two-years-after-putins-invasion. 13. Hilgenstock, Benjamin, Elina Ribakova, Nataliia Shapoval, Tania Babina, Oleg Itskhoki, and Maxim Mironov. 2023. “Russian Oil Exports Under International Sanctions.” SSRN Scholarly Paper. Rochester, NY. https://doi.org/10.2139/ssrn.4430053. 14. Hilgenstock, Benjamin, Oleksii Hrybanovskii, and Anatoliy Kravtsev. 2024. “Assessing Russia’s Shadow Fleet: Initial Build-Up, Links to the Global Shadow Fleet, and Future Prospects.” KSE Institute. https://sanctions.kse.ua/wp-content/uploads/2024/06/Global-ShadowFleet-June-2024.pdf. 15. Hilgenstock, Benjamin, Anatoliy Kravtsev, and Yuliia Pavytska. 2024. “The Core of Russia’s Shadow Fleet: Identifying Targets for Future Tanker Designations.” KSE Institute. 16. Bilousova, Olena, Benjamin Hilgenstock, Elina Ribakova, Nataliia Shapoval, Anna Vlasyuk, and Vladyslav Vlasiuk. 2024. “Challenges of Export Controls Enforcement: How Russia Continues to Import Components for Its Military Production.” Yermak-McFaul International Working Group on Russian Sanctions & KSE Institute. 17. Felbermayr, Gabriel J., Constantinos Syropoulos, Erdal Yalcin, and Yoto V. Yotov. 2019. “On the Effects of Sanctions on Trade and Welfare: New Evidence Based on Structural Gravity and a New Database.” Working Paper. CESifo Working Paper 7728. Rochester, NY. https://doi.org/10.2139/ssrn.3422152. 18. Hausmann, Ricardo, Ulrich Schetter, and Muhammed A Yildirim. 2024. “On the Design of Effective Sanctions: The Case of Bans on Exports to Russia.” Economic Policy 39 (117): 109–53. https://doi.org/10.1093/epolic/eiad043. 19. De Souza, Gustavo, Naiyuan Hu, Haishi Li, and Yuan Mei. 2024. “(Trade) War and Peace: How to Impose International Trade Sanctions.” Journal of Monetary Economics 146 (September):103572. https://doi.org/10.1016/j.jmoneco.2024.103572. 20. Crozet, Matthieu, and Julian Hinz. 2020. “Friendly Fire: The Trade Impact of the Russia Sanctions and Counter-Sanctions.” Economic Policy 35 (101): 97-146. https://doi.org/10.1093/epolic/eiaa006. 21. Ghironi, Fabio, Daisoon Kim, and G. Kemal Ozhan. 2024. “International Trade and Macroeconomic Dynamics with Sanctions.” Working Paper. NBER Working Paper 32188. National Bureau of Economic Research. https://doi.org/10.3386/w32188. 22. Kilian, Lutz, David Rapson, and Burkhard C. Schipper. 2024. “The Impact of the 2022 Oil Embargo and Price Cap on Russian Oil Prices.” Working Paper. FRB of Dallas Working Paper 2401. Rochester, NY. https://doi.org/10.24149/wp2401. 23. Nigmatulina, Dzhamilya. 2023. “Sanctions and Misallocation. How Sanctioned Firms Won and Russia Lost.” Working Paper. 24. Keerati, Ritt. 2022. “The Unintended Consequences of Financial Sanctions.” Working Paper. Rochester, NY. https://doi.org/10.2139/ssrn.4049281. 25. Balyuk, Tetyana, and Anastassia Fedyk. 2023. “Divesting under Pressure: U.S. Firms’ Exit in Response to Russia’s War against Ukraine.” Journal of Comparative Economics 51 (4):1253–73. https://doi.org/10.1016/j.jce.2023.08.001. |
Itskhoki I Oleg Itskhoki Elina Ribakova The Economics of Sanctions: From Theory Into Practice. Brookings Papers on Economic Activity, Fall 2024. The Brookings Institution 2024 |
| Semantik | Tarski | Horwich I 111 Semantik/Tarski: Semantik hat mit Relationen zwischen Ausdrücken einer Sprache und Objekten zu tun. - Semantische Begriffe sind Designation (= Denotation), Erfüllung und Definition. >Bezeichnen, >Denotation, >Erfüllung, >Definitionen. Horwich I 132 Semantik/Wissenschaft/Tarski: Semantik hat manchmal eine Funktion in der Wissenschaft. - Bsp Wenn es um den Begriff der Kausalität geht. - Dann ist die Semantik Teil der Methodologie. - Auch wenn es um Behauptbarkeitsbedingungen/Akzeptierbarkeitsbedingungen geht.(1) >Kausalität, >Kausalrelation, >Behauptbarkeit, >Behauptbarkeitsbedingungen. 1. A. Tarski, The semantic Conceptions of Truth, Philosophy and Phenomenological Research 4, pp. 341-75 Skirbekk I 146 Semantisch: bezieht sich auf Aussagen. Erfüllung, Bezeichnung: bezieht sich auf Gegenstände.(2) 2. A.Tarski, „Die semantische Konzeption der Wahrheit und die Grundlagen der Semantik“ (1944) in. G: Skirbekk (Hg.) Wahrheitstheorien, Frankfurt 1996 |
Tarski I A. Tarski Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983 Horwich I P. Horwich (Ed.) Theories of Truth Aldershot 1994 Skirbekk I G. Skirbekk (Hg) Wahrheitstheorien In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt 1977 |
| Teile | Simons | I 26f Echter Teil/eT/Mereologie: Es muss mindestens noch einen zweiten echten Teil geben. BrentanoVs: Bsp Ein Mensch ist ein echter Teil des Ereignisses "sitzender Mensch", aber hier gibt es keinen zweiten echten Teil. Anders: Thatcher qua Premierminister: ist nicht teil von Thatcher. >Qua-Objekte. Lösung: Supplementprinzipien: Es muss mindestens zwei echte Teile geben (wenn überhaupt). Es muss getrennte Teile geben können, nicht nur überlappende. >Überlappen. I 135 Prädikat/Teil/Ganzes/Mereologie/Simons: Bestimmte Prädikate sind wahr von ihren Objekten, weil anderen Prädikate war von ihren Teilen sind. Bsp Sokrates war stupsnasig, weil seine Nase stumpf war. Bsp Ein Tafelberg ist flach, weil sein oberer Teil flach ist. Die Prädikation des Ganzen wird von der Prädikation der Teile (lokale Prädikation) ererbt. Für continuants ist das sogar die einzige Art der Prädikation. >Prädikation, >Prädikate. Variation/continuants/Mereologie/McTaggart/Simons: Bsp der Feuerhaken der vorne heiß und hinten kalt ist: Das ist eine Variation am Objekt, aber keine Veränderung, kein Wechsel (change) der Eigenschaften. Es ist ein komplexer Zustand. Andererseits: Bsp Wenn der ganze Feuerhaken heiß wird, müssen wir sagen, dass der Zeitpunkt nicht derselbe ist. >Veränderung, >Zeitliche Identität, >Eigenschaften. I 210 Teil/Ganzes/Simons: These: Wir weisen die Antisymmetrie zwischen Teil und Ganzem zurück. Dann können verschiedene Objekte dieselben Teile haben und diese sind notwendigerweise am selben Ort zur selben Zeit (Superposition). >Superposition. I 229 Teil/Simons: Der Witz dieses Ausdrucks ist, dass wir ohne ihn keinen Begriff der räumlichen Begrenzung oder vielleicht des Raums überhaupt haben. I 235 Teil/plurale Designation/Vielheit/Simons: (1): b ist Teil von a. Hier ist b ein Massenterm (Bsp Teig) oder ein individueller Term (Bsp ein Apfel). (2): b ist ein Teil von a. Hier muss b ein Individualterm (Bsp ein Apfel) sein. (3): b sind Teile von a. Hier muss b ein Pluralterm (Bsp Wölfe) sein. Anderes Bsp: Die Blaubeeren sind Teil des Kuchens, sie sind nicht "ein Teil" des Kuchens. "Sind Teil von" ist der Plural von "ist Teil von". "Sind Teile von" ist der Plural von "ist ein Teil von". (4): b sind Teile von a. Hier muss jedes b ein Teil von a sein. Bsp Kurbelwelle und Getriebe sind Teile des Autos. Bsp "die vordere Hälfte" ist Teil des Autos, aber nicht ein Teil des Autos. Was immer ein Teil von etwas ist, ist auch Teil von ihm aber nicht umgekehrt. "Ein Teil von" hat einen Extrasinn gegenüber "Teil von". Die Komponente ("ein Teil von") besteht vor Einbau und überlebt Ersetzung. I 334 Teil/Fragment/Relation/Funktion/Mereologie/Simons: Ein willkürlicher begrifflicher Schnitt, Bsp "Nordhälfte des Hauses" ist typischerweise nicht geschlossen unter der Relation, unter der das Ganze geschlossen ist. >Mereologie. I 337 Teil/reine Mereologie/Simons: Eine bloße Relation von Ko-Teilen könnte nicht unterscheiden, welche Objekte einheitlicher (integrierter) sind. >Teil-Relation. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Variablen | Perry | Frank I 449f Variablen: Variablen besitzen keinen Sinn, bloß eine Designation (Bezeichnung ((s) eigentlich Benennung)). >Designation, >Benennen. Problem: entsteht, wenn eingebettete Sätze ihren Sinn nach außen mitteilen müssen. >Teilsätze. Variablen haben keine Intension. >Intension. John Perry (1983a): Castaneda on He and I, in: James E. Tomberlin (ed.) Agent, Language, and the Structure of the World: Essays Presented to Hector-Neri Castaneda. Hackett (1983), 15-39 |
Perr I J. R. Perry Identity, Personal Identity, and the Self 2002 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Wahrheitswert | Prior | I 51 Wahrheit/das Wahre/Frege: Alle Sätze bezeichnen "das Wahre": weil es nicht verschiedene Wahrheiten für verschiedene Sätze gibt, so wie es immer dieselbe Wahrheit ist, dass verschiedene Rechnungen wahr sind. Analogie: Sätze bezeichnen das Wahre, wie Zahlennamen Zahlen bezeichnen. >Wahrheitswert/Frege, >Bedeutung/Frege, >Fregesche Bedeutung, >Fregescher Sinn. PriorVsFrege: Das ist eine falsche Analogie: sie funktioniert nicht bei propositionalen Einstellungen: "X glaubt, dass p" muss nicht falsch werden, wenn p falsch ist. >Propositionen. ((s) Während verschiedene Argumentwerte andere Funktionswerte liefern, kann man dem anderen beliebige Glaubens-Einstellungen (auch falsche) zuschreiben, ohne damit zu präjudizieren, ob er sie glauben kann. - (D.h. ob das Satzgefüge damit falsch wird)). I 63 Wahrheitswert/Prior: So denken wir uns den Term "Wahrheitswert" aus für das, was wir beschreiben als identisch, wenn die Bedingung (0) erfüllt ist: (0) Eφψ d.h. "Wenn φ dann ψ und wenn ψ dann φ". Schreibweise Lesniewski: E = Äquivalenz. Weil Wahrheitswerte die Beschreibung des Identischen ist, ist der Wahrheitswert selbst nicht das "Bezeichnete" (VsFrege). >Bezeichnen/Prior, >Bezeichnen, >Sätze, >Denotation, >Designation. |
Pri I A. Prior Objects of thought Oxford 1971 Pri II Arthur N. Prior Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003 |