| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
|---|---|---|---|
| Antworten | Hintikka | II 143 Eindeutigkeitsbedingung/W-Fragen/Antwort/Hintikka: Die Bedingung dafür, das etwas eine vollständige und eindeutige Antwort auf eine Wer-Frage (mehrdeutig, s.o.) ist, ist zunächst, dass (8) (7) implizieren muss, (6) Wer ist der Mann dort drüben? (7) Ich weiß, wer der Mann dort drüben ist. Bsp Es ist Sir Norman Brook. (8) Ich weiß, dass der Mann dort Sir Norman Brook ist. Problem: Der Schritt von (8) nach (7) ist der einer existenziellen Generalisierung (EG). II 144 Problem: Dazu brauchen wir eine zusätzliche Prämisse. Bsp (13) (Ex) Ki (Sir Norman Brook = x). (nicht-gespiegelter Quantor, wahrnehmungsmäßig) "Ich weiß, wer Norman Brook ist." II 217 Antwort/Hintikka: Was zählt als schlüssige Antwort? Bsp Angenommen jemand antwortet „d“. Das ist nur schlüssig, wenn es die erwünschte Information liefert, d.h. es ermöglicht es dem anderen wahrheitsgemäß zu sagen: (5) Ich weiß, dass d Ackroyd getötet hat. Def schlüssig/schlüssige Antwort/Hintikka: Eine Antwort ist schlüssig gdw. (5) (4) impliziert. Bsp (5) Ich weiß, dass d Ackroyd getötet hat. (4) (Ex) Ich weiß, dass (x tötete Ackroyd). Problem: Normalerweise gilt die Implikation, aber es kann sein, da „d“ (bei verschiedenen Gelegenheiten) nicht auf dieselbe Person referiert. Wissen/logische Form: Mein Wissen, dass der eine oder andere Ackroyd tötete, heißt, dass ich genug Information habe. II 218 Um Welten (Ereignisverläufe) auszuschließen, wo der eine oder andere (!) Ackroyd nicht tötete. Zusatzprämisse: Ich brauche noch die Information, dass ein und dieselbe Person der Mörder in allen meinen Wissenswelten ist. D.h. dass d dasselbe Individuum in allen Welten herausgreift. D.h. dass es ein Individuum x gibt, so dass in allen diesen Welten d = x. (6) (Ex) Ich weiß, dass (d = x). Das liefert nur eine schlüssige Antwort. Kürzer: (7) Ich weiß, wer d ist. Pointe: Dieses Kriterium ist verallgemeinerbar. II 219 Frage/Antwort/Hintikka: Probleme, die noch nicht gelöst sind: (i) Neben der Suche nach einer bestimmten Information impliziert die Frage schon Beschränkungen für mögliche Antworten. (ii) Es bleibt das Problem der logischen Allwissenheit. (iii) (1) kann noch anders ausgedrückt werden: (8) (x)(x tötete Ackroyd > (Ez) (z = x & Ich weiß dass (z tötete Ackroyd) ((s) Allquantifikation!) Alltagssprachliche Übersetzung: Der Sprecher will sich nicht nur der Identität genau einer Person bewusst sein, die Ackroyd tötete, sondern aller Personen, ((s) die Ackroyd töteten). (iv) Was sind die Bedingungen im Fall komplexer Fragen? II 220 (v) Es gibt gute Antworten, die das Kriterium der Schlüssigkeit nicht erfüllen. Wie kann teilweise (partielle) Information definiert werden, die in solchen Fällen geliefert wird? (vi) Repräsentationen wie (4) und (8) erfordern, dass Quantoren und epistemische Operatoren (z.B. „Ich weiß dass“) transitiv voneinander abhängen, so dass sie in eine lineare Ordnung gebracht werden können. Kann das fehlschlagen? II 221 Menons Rätsel/Menon/Platon/Sokrates/Hintikka: II 222 Problem: Dass eine Frage nur dann beantwortet werden kann, wenn der Fragende die Antwort schon kennt. Lösung/Hintikka: Das „schon“ ist trügerisch: Es ist Teil der Antwort, die begleitende Information zu liefern, so dass der Fragesteller hinterher wahrheitsgemäß sagen kann, (13) (Ex) Ich weiß dass ( = x) Antwort/Hintikka: Auch eine W-Frage hat zwei Funktionen: a) die Frage beantworten b) eine ergänzende Information liefern, die zeigt, dass die Antwort selbst schlüssig ist. Pointe: D.h. dass der Fragesteller weiß, worauf der Antwort-Ausdruck referiert, nachdem die Antwort gegeben wurde. II 223 Fragen/Antwort/Hintikka: These: Die Semantik von Fragen und Antworten ist grundsätzlich verschieden von der Semantik für (normale) isolierte Sätze. II 228 Zusätzliche Konstruktion/Individuen/Einführung/Menon/Hintikka: Der Dialog Menon zeigt, wie neue Individuen (oder Konstruktionen) in den Diskurs eingeführt werden. Hier: Bsp Erweiterung eines kleineren Quadrats zu einem doppelt so großen. >Fragen, vgl. >Befehle. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Bekanntschaft | Hintikka | II 22 Beschreibung/Bekanntschaft/Identifikation/Individuation/Hintikka: Der Unterschied wird oft so dargestellt: a) einem Gesicht einen Namen zuordnen. b) einem Namen ein Gesicht zuordnen. a) eine Was-Frage beantworten. b) eine Wo-Frage beantworten. Modelltheorie/Hintikka: Die modelltheoretische Situation wird damit aber nicht vollständig wiedergegeben. Daher sollten „Bekanntschaft“ und „Beschreibung“ nur mit Abstrichen genommen werden. >Identifikation, >Individuation, >Modelltheorie, >Beschreibung. II 23 Bekanntschaft/Beschreibung/Hintikka: dem entspricht: Psychologie/psychologisch: a) semantisches Gedächtnis und b) episodisches Gedächtnis. II 144 Bekanntschaft/Reduktion/Reduzierbarkeit/Russell/Hintikka: Russell sah nur den Quantor der Bekanntschaft als irreduzibel an. Das entspricht dem, dass er nur logische Eigennamen „dies“ usw. als echte Namen ansieht. II 149 Bekanntschaft/Beschreibung/Querwelteinidentifikation/Querwelteinidentität/Hintikka: (7) kann so paraphrasiert werden: (7) Ich weiß, wer der Mann dort drüben ist. (11) (Ex) KI (der Mann dort = x) (12) (∃x) KI (Sir Norman Brook = x) Der unerwartete Parallelismus zwischen den alltagssprachlichen Übersetzungen für (11) und (12) zeigt, dass die Eindeutigkeitsbedingungen mutatis mutandis für beide Weisen der Identifikation (Bekanntschaft/Beschreibung) auf dieselbe Weise funktionieren. Weltlinien dürfen nur nicht im Verlauf wechseln. Vgl. >Vierdimensionalismus. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Epistemische Logik | Hintikka | II 11 Epistemische Logik/Standard/Hintikka: Es gibt normalerweise extrem viele Alternativen die kompatibel sind, mit dem, was eine Person b weiß. Aber es ist nicht nötig zu fordern, dass alle solche Welten wirklich im Bereich der zugelassenen Alternativen sind. >Mögliche Welten. II 12 Epistemische Logik/Hintikka: Es ist nicht klar, wie wir die Situation einschätzen sollten. a) Vs Beschränkung des Individuenbereichs: Da die Beschränkung aber kaum zu vermeiden ist in alethischer Standard-Modallogik, ist das wieder ein Argument gegen die Möglichkeit von alethischer Modallogik. b) Man könnte die Idee bejahen, dass nicht alle epistemisch und doxastisch möglichen Welten auch logisch möglich sein müssen. II 17 Epistemische Logik/Hintikka: Die epistemische Logik wird meist als Zweig der Modallogik betrachtet. Semantik möglicher Welten/MöWe/Semantik/Hintikka: Die Semantik möglicher Welten ist ein irreführender Ausdruck für die Semantik der epistemischen Logik. Epistemische Logik/Hintikka: Die meiste Arbeit konzentriert sich auf syntaktische Fragen und deduktive Techniken. Das ist ein Fehler. Statt dessen sollte man sich auf semantische (modell-theoretische) Fragen konzentrieren. Epistemische Logik/Gesetze/Hintikka: Die grundlegenden Gesetze werden durch eine einfache Idee erhalten: Def Wissen/Hintikka: Wissen ist das, was dem Wissenden ermöglicht, sich auf die Teilmenge W1 der Menge aller Welten W zu konzentrieren. W1 ist dann relativ nicht nur auf den Wissenden b, sondern auch relativ auf das Szenario w0 ε W. Def b weiß, dass S gdw. S in allen epistemischen b-Alternativen wahr ist. II 143 Eindeutigkeitsbedingung/W-Fragen/Antwort/Hintikka: Die Bedingung dafür, das etwas eine vollständige und eindeutige Antwort auf eine Wer-Frage (mehrdeutig, s.o.) ist, ist zunächst, dass (8) (7) implizieren muss, (6) Wer ist der Mann dort drüben? (7) Ich weiß, wer der Mann dort drüben ist. Bsp Es ist Sir Norman Brook. (8) Ich weiß, dass der Mann dort Sir Norman Brook ist. Problem: Der Schritt von (8) nach (7) ist der einer existenziellen Generalisierung (EG). >Existentielle Generalisierung. II 144 Problem: Dazu brauchen wir eine zusätzliche Prämisse. Bsp (13) (Ex) Ki (Sir Norman Brook = x). (nicht-gespiegelter Quantor, wahrnehmungsmäßig) « Ich weiß, wer Norman Brook ist ». Epistemische Logik/Kriterium/Hintikka: Damit liefert die epistemische Logik gratis ein zusätzliches Kriterium für vollständige Antworten. Pointe: Das gilt für beide Methoden der Identifikation (öffentlich/perspektivisch). Eindeutigkeitsbedingung: Dafür, dass Bsp „der Mann da drüben“ eine eindeutige und vollständige Antwort auf (9) ist: (14) (∃x) KI (dass der Mann dort = x) D.h. dass der Mann, auf den gezeigt wird, zur Bekanntschaft des Fragenden zählt. >Bekanntschaft. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Formale Sprache | Strawson | I 249 Ideale Sprache/formale Sprache/Quantifikation/singulärer Term/Strawson: Wir betrachten einen philosophischen Vorschlag, der aus anderem Zusammenhang kommt, hier aber attraktiv erscheint: I 250 Der Vorschlag kann als Art Analyse von Aussagen verstanden werden oder als Beschreibung einer idealen Sprache, in der es keine Beschreibungen von Einzeldingen gibt, sondern an ihrer Stelle nur gebundene Variablen einer Existenzquantifikation. >Gebundene Variablen, >Existenzquantifikation. Eine solche Sprache wäre eine, aus der alle singulären Termini (Quine) entfernt sind. (Quines Programm ist eine Erweiterung der Russellschen Theorie der Kennzeichnungen: Er führt sie bis zu äußersten Grenze fort, während er gleichzeitig das Konzept des eigentlichen Subjekt Ausdrucks, des echten Eigennamens, fallen lässt.) >Theorie der Kennzeichnungen/Russell. Die Sätze, in welchen sie auftreten, werden durch Existenzsätze mit einer Eindeutigkeitsbedingung ersetzt. >Existenzsatz. Nach Quines Vorschlag sind solche Sätze in all jenen idealen Sätzen als Teil enthalten, die an die Stelle unserer gewöhnlichen Sätze mit singulären Termini treten. >Singulärer Term. Strawson: das ist im gegenwärtigen Zusammenhang sehr attraktiv. Es ermöglicht uns, der Mischung zwischen Vollständigkeit und Unvollständigkeit einen absolut präzisen Sinn zu geben. I 251 Vollständig: insofern, als sie faktische Voraussetzungen mit sich bringen, unvollständig: insofern, als sie aus eigenem Vermögen keine Tatsachen, sondern nur Teile von Aussagen darstellen. Bsp In der idealen Sprache Vollständigkeit: Es gibt etwas, das als einziges F ist. andererseits Unvollständigkeit: Es gibt etwas, das als einziges F ist, und das... Ein Ausdruck der normalen Sprache ist ein Subjekt-Ausdruck, wenn er sich in der idealen Sprache in eine quantifizierte Behauptung plus Relativpronomen auflöst. Er ist ein Prädikat-Ausdruck, wenn er sich nicht auf diese Weise auflöst. Nun lösen sich alle Ausdrücke, die ein Einzelding einführen (in der genannten Weise) auf und können daher nichts anderes sein als logische Subjekt-Ausdrücke. >Einführung/Strawson, >Universalien/Strawson. Einige Ausdrücke, die Universalien einführen, können ebenfalls sich auflösen, andere aber nicht. Daher können Universalien entweder als Subjekte, oder als Prädikate auftreten. Quines Hauptanliegen ist es, nach Möglichkeit sicherzustellen, dass Universalien nur als Prädikate erscheinen. Er nennt dies "Nominalismus". >Nominalismus/Quine, >Universalien/Quine, >Konzeptualismus/Quine. |
Strawson I Peter F. Strawson Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972 Strawson II Peter F. Strawson "Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit", In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 Strawson III Peter F. Strawson "On Understanding the Structure of One’s Language" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 Strawson IV Peter F. Strawson Analyse und Metaphysik München 1994 Strawson V P.F. Strawson Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981 Strawson VI Peter F Strawson Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20 In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Strawson VII Peter F Strawson "On Referring", in: Mind 59 (1950) In Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993 |
| Funktionale Rolle | Schiffer | I 21 Funktionale Eigenschaft/Schiffer: wird vom Begriff der funktionalen Rolle abgeleitet. Def funktionale Rolle/Schiffer: einfach jede Eigenschaft 2. Stufe, eines Zustands-Typs 2. Stufe, dessen Besitz beinhaltet, dass der Besitz dieses Zustands-Typs kausal oder kontrafaktisch auf andere Zustands-Typen bezogen ist, nämlich zu Output, Inputs, distalen Objekten und ihren Eigenschaften. 1. Ein gegebener physikalischer Zustands-Typ hat unbestimmt viele funktionale Rollen. 2. Zwei verschiedene physikalische Zustands-Typen können dieselbe funktionale Rolle haben. Def funktionale Eigenschaft/Schiffer: Jede funktionale Rolle bestimmt eindeutig eine funktionale Eigenschaft - wenn F eine funktionale Rolle ist, dann wird die funktionale Eigenschaft, ausgedrückt durch den offenen Satz: x ist ein Token eines Zustands-Typs der F hat. ((s) Die funktionale Eigenschaft ist ein Token des physikalischen Zustands-Typs, der die und die Rolle hat. Kurz: Eigenschaft = Token des Typs mit der Rolle sein) Typ hier immer "physikalisch"). Eigenschaften: gehören zu Tokens Rollen: zu Typen. >Typ/Token. Bsp der neuronale Zustands-Typ H (Hunger) hat in verschiedenen Personen verschiedene funktionale Rollen, weil er nicht bei allen durch Pizza-Duft ausgelöst wird (verschiedene Inputs). >Input/Output. I 23 Dann kann man Propositionen mit funktionalen Rollen korrelieren und eine Glaubens-Eigenschaft mit einer funktionalen Eigenschaft. Für jede Proposition p gibt es eine funktionale Rolle F so dass ein Glauben, dass p = ein Zustands-Token zu sein des Zustands-Typs der die Rolle F hat. >Propositionen. I 26 Das Kriterium dafür, dass ein Zustands-Token n ein Glauben, dass p ist, dass n ein Token eines Zustands-Typs ist, der die funktionale Rolle hat, die die Definition von Bel T mit p korreliert. I 29 Verben für propositionale Einstellungen erhalten ihre Bedeutung durch ihre funktionale Rolle . >Propositionale Einstellungen. I 30 Volkspsychologie: 3 Arten von Verallgemeinerung: 1. funktionale Rollen für Beeinflussung von Überzeugungen untereinander 2. Input-Bedingungen für Wahrnehmung (können nicht Teil des gemeinsamen Wissens sein) 3. Output-Bedingungen für Handlungen. Problem: Bsp Blinde können genau unseren Glauben haben, aber nicht unsere Volkspsychologie. >Verallgemeinerung. I 33f SchifferVsVolkspsychologie: Problem: Die Theorie wird oft gleichzeitig dieselbe funktionale Rolle für verschiedene Überzeugungen (Glauben) liefern. >Volkspsychologie. SchifferVsLoar: Bei Loar folgt aus Bel T#(dass Schnee weiß ist = Bel T#(dass Gras grün ist) dann haben beide dieselbe T-korrellerte funktionale Rolle. >Äquivalenz, >Tarski-Schema, >Brian Loar. I 276 Pointe: Dabei ist die Eindeutigkeits-Bedingung eine ganz schwache Bedingung - sie ist nicht hinreichend dafür, dass man in einem bestimmten Glaubenszustand ist, der mit ihnen verknüpft ist: Bsp "Wenn p wahr ist, glaubt man, dass p." Pointe: "p" kommt innerhalb und außerhalb des Glaubenskontexts vor. - Daher wird die Theorie etwas eindeutiges über p sagen. Problem: In der Eindeutigkeits-Bedingung kommen die Variablen für Propositionen. Nur innerhalb von Glaubenskontexten vor. - Dann haben alle Glauben derselben logischen Form dieselbe funktionale Rolle. >Eindeutigkeits-Bedingung. I 34 Das unterscheidet alles nicht die Überzeugung, dass Dinosaurier ausgestorben sind von der, dass Flöhe sterblich sind. Problem: Es gibt zu wenig Input-Regeln, die sich nicht auf Wahrnehmung beziehen. I 35 Zwillingserde/ZE/SchifferVsVolkspsychologie: Die Volkspsychologie muss falsch sein, weil auf der Zwillingserde ein abweichender Glaube dieselbe funktionale Rolle hat. >Zwillingserde. Bsp Ralph glaubt, es gibt Katzen - Zwalph glaubt "es gibt Katzen" (aber es sind Zwatzen). - Also glaubt Zwalph nicht, dass es Katzen gibt. - Also zweimal verschiedener Glaube aber dieselbe funktionale Rolle. - Zwalph ist im selben neuronalen Zustands-Typ N. Die Spezifikation des Glaubens würde vielleicht Referenz auf Katzen verlangen, dennoch würde die kontrafaktische Natur der Bedingung sicherstellen, dass N bei Zwalph erfüllt wird. Pointe: Das folgt nicht aus einer Wahrheit über funktionale Rollen allgemein, sondern in Bezug auf die Theorie T* (Volkspsychologie). Außerhalb der Volkspsychologie: "Jedes Token von "Katze" wird durch Betrachten einer Katze ausgelöst". Falsche Lösung: Plattitüde: "typischerweise durch Katzen ausgelöst" kann keine notwendige Bedingung sein! >Stereotype, >Protoptypen. Außerdem gibt es Zwillingserden-Beispiele, wo typischer Glaube unzuverlässig für die eigene Wahrheit ist. VsKennzeichnung: Kennzeichnungen sind keine Lösung: "das Ding vor mir". >Indexikalität, >Indexwörter, >Bekanntschaft. I 38f Burge: Keine funktionale Rolle kann bestimmen, was man glaubt (dabei geht es nicht um die Zwillingserde, sondern um falsch gebrauchte Begriffe). I 286f Glauben/SchifferVsLoar: Problem: Loars Realisation einer Theorie von Glauben/Wünschen (als Funktion von Propositionen auf physikalische Zustände) deren funktionale Rollen von der Theorie festgelegt werden: Problem: Eine Theorie zu finden, die jede Proposition mit einer einzigen funktionalen Rolle korreliert statt mit vielen. Schiffer: These: Das wird nicht gehen, daher ist das Quine-Field-Argument erledigt. |
Schi I St. Schiffer Remnants of Meaning Cambridge 1987 |
| Identitätsbedingungen | Hintikka | II 143 Eindeutigkeitsbedingung/W-Fragen/Antwort/Hintikka: Die Bedingung dafür, das etwas eine vollständige und eindeutige Antwort auf eine Wer-Frage (mehrdeutig) ist, ist zunächst, dass (8) (7) implizieren muss. (6) Wer ist der Mann dort drüben? (7) Ich weiß, wer der Mann dort drüben ist. Bsp: Es ist Sir Norman Brook. (8) Ich weiß, dass der Mann dort Sir Norman Brook ist. Problem: Der Schritt von (8) nach (7) ist der einer existenziellen Generalisierung (EG). >Existentielle Generalisierung. II 144 Problem: Dazu brauchen wir eine zusätzliche Prämisse. Bsp (13) (Ex) Ki (Sir Norman Brook = x). (nicht-gespiegelter Quantor, wahrnehmungsmäßig) „Ich weiß, wer Norman Brook ist.“ II 145 HintikkaVsQuine: Quine erkennt nicht die Rolle, die meine Eindeutigkeitsbedingungen spielen: Quine sagt, dass man diese Bedingungen auch auf Glauben, Wissen usw. übertragen kann. Quine: Hintikka verlangt, dass das Subjekt weiß wer oder was die Person oder das Ding ist. Wen oder was der Term designiert. HintikkaVsQuine: Quine denkt, ich würde nur eine Art von Eindeutigkeitsbedingung gebrauchen. Lösung: Die semantische Situation zeigt den Unterschied: Die Relation zwischen den Bedingungen für verschiedene propositionale Einstellungen (Glauben, Sehen, Wissen) ist eine der Analogie, nicht der Identität. Lösung: Die Mengen kompatibler Welten sind im Fall von Wissen, Sehen, Erinnerung, Glauben jeweils andere! II 146 Identifikation/Glauben/Quine/QuineVsHintikka: Jede Glaubenswelt wird unzählige Körper und Objekte enthalten, die gar nicht einzeln erkennbar sind, einfach weil der Glaubende glaubt, dass seine Welt unzählige solche Objekte enthält. Identität: Fragen nach der Identität dieser Objekte sind sinnlos. Problem: Wenn man in Glaubenskontexte quantifiziert, wie soll man sie ausschließen? >Quantifikation, >Opazität. Lösung: Man müsste den Bereich der Variablen auf solche Objekte einschränken, über die das Subjekt ausreichend klare Vorstellung hat. Problem. Wie soll man festlegen, wie klar diese Vorstellungen sein müssen? HintikkaVsQuine: Die Lösung ist ganz einfach, wenn wir über Individuen in doxastischen Welten quantifizieren: Bsp Operator: „in einer Welt w1, kompatibel mit allem, was Jack glaubt“: Lösung/Hintikka: Wir können über Bewohner solcher Welten quantifizieren, indem wir einfach einen Quantor innerhalb des Operators gebrauchen. ((s) D.h. dass Jack, aber nicht wir unterscheiden?). Problem: Es könnte sein, dass wir die Bewohner als unsere Nachbarn aus der aktualen Welt w0 betrachten möchten („Qua Nachbarn“). Hintikka: Das ist aber ein Problem für sich und hat nichts mit Eindeutigkeitsbedingungen zu tun. Problem: Das Problem liegt vielmehr an der Notation der konventionellen Modallogik, die nicht erlaubt, dass man den Bewertungsprozess, der von außen nach innen verläuft, niemals umdrehen darf, so dass er von innen nach außen verläuft. Lösung/Saarinen: Eine Lösung bieten „rückblickende“ Operatoren. Lösung/Hintikka: Es kann dennoch sein, dass wir ein Individuum von w1 zurück zu w0 verfolgen können, selbst wenn es nicht die Eindeutigkeitsbedingungen erfüllt. (Diese erfordern, dass ein Individuum in allen Welten identifizierbar ist. HintikkaVsQuine: Quine irrt sich, dass die Frage nach der Identität sinnlos ist, wenn die Eindeutigkeitsbedingungen nicht alle erfüllt sind. Im Gegenteil: Es muss sinnvoll sein, damit wir überhaupt in der Lage sind festzustellen, dass die Bedingungen nicht erfüllt sind! Eindeutigkeitsbedingung/Hintikka: Wenn die Eindeutigkeitsbedingung nicht erfüllt ist, heißt das nur, dass wir ein Individuum nicht in jeder Welt auffinden können. II 150 Wahrheitsbedingungen/Eindeutigkeitsbedingungen/Hintikka: Die Wahrheitsbedingungen der Eindeutigkeitsbedingungen sind ganz verschieden von den Wahrheitsbedingungen für andere Typen einfachster Sätze. >Wahrheitsbedingungen, >Semantik Möglicher Welten, vgl. >Situations-Semantik. Weltlinien/Hintikka: Weltlinien können daher auf verschiedene Weise gezogen werden, ohne die restliche semantische Situation umzukippen. >Weltlinien. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |
| Volkspsychologie | Schiffer | I 33f SchifferVsvolkspsychologie: Problem: die Theorie wird oft gleichzeitig dieselbe funktionale Rolle für verschiedene Überzeugungen (Glauben) liefern. >Funktionale Rolle, >Überzeugungen. SchifferVsLoar: bei ihm folgt aus Bel T#(dass Schnee weiß ist = Bel T#(dass Gras grün ist). Dann haben beide dieselbe T#-korrellerte funktionale Rolle. Bedeutungstheorie/Loar, vgl. >Homophonie. I 276 Pointe: Dabei ist die Eindeutigkeitsbedingung eine ganz schwache Bedingung. >Eindeutigkeitsbedingung. Sie ist nicht hinreichend dafür, dass man in einem bestimmten Glaubenszustand ist, der mit ihnen verknüpft ist: Bsp "Wenn p wahr ist, glaubt man, dass p". Pointe: "p" kommt innerhalb und außerhalb des Glaubenskontexts vor. - Daher wird die Theorie etwas eindeutiges über p sagen. Problem: In der Eindeutigkeitsbedingung kommen die Variablen für Propositionen. Nur innerhalb von Glaubenskontexten vor. - Dann haben alle Glauben derselben logischen Form dieselbe funktionale Rolle. >Opake Kontexte. I 34 Das unterscheidet alles nicht die Überzeugung, dass Dinosaurier ausgestorben sind von der, dass Flöhe sterblich sind. >Zitattilgungsschema, >Äquivalenz. Problem: Es gibt zu wenig Input-Regeln, die sich nicht auf Wahrnehmung beziehen. I 38 BurgeVsVolkspsychologie BurgeVsIBS/BurgeVsGrice/Schiffer:: berühmtes Bsp: Alfred glaubt in w, dass er Arthritis im Oberschenkel hat. - Er deckt aber außerdem auch alle richtigen Fälle ab. In w’ hat er einen korrekten Gebrauch von "Arthritis" - dann hat er in w’ nicht den Glauben, dass er Arthritis im Oberschenkel hat - (denn dieser Glaube ist falsch). Pointe: In w’ ist er in genau denselben T*-korrelierten Zuständen (T* = Volkspsychologie) wie in w. - Daher müsste er denselben Glauben ausdrücken. - Das tut er aber nicht. - Daher muss der CSF (commonsense-Funktionalismus) falsch sein. >Tyler Burge, >Funktionalismus. |
Schi I St. Schiffer Remnants of Meaning Cambridge 1987 |
| Weltlinien | Hintikka | II XVI Weltlinie/Querwelteinidentität/Hintikka: 1. Wir müssen erlauben, dass einige Objekte in gewissen Welten nicht nur nicht existieren, sondern dass ihre Existenz dort undenkbar ist! D.h. Weltlinien können aufhören zu existieren – mehr noch: Es kann sein, dass sie in gewissen Welten nicht definiert sind. Problem: In der gewöhnlichen Wissenslogik (Glaubenslogik) ist das nicht gestattet. 2. Weltlinien können auf zwei Arten gezogen werden: a) Objekt-zentriert und b) Agent-zentriert. Analogie: Das kann man mit Russells Unterscheidung zwischen Wissen durch Bekanntschaft und durch Beschreibung in Beziehung setzen. II 20 Weltlinie/Hintikka: Weltlinien sollen Gegenstücke eines Individuums in verschiedenen Welten verbinden. Wenn wir ein Geflecht von Weltlinien (in Bezug auf ein Wissenssubjekt) haben, haben wir Wahrheitsbedingungen für quantifizierte Sätze in einer epistemischen Logik 1. Stufe. II 22 Weltlinie/epistemische Logik/Wissenslogik/Bekanntschaft/Beschreibung/Wissen/Hintikka: Es muss hier zwei Arten von Weltlinien geben: a) öffentlich: Wissen durch Beschreibung (psychologisch: semantisches Gedächtnis). b) privat: Wissen durch Bekanntschaft. Ein Beispiel dafür ist die visuelle Wahrnehmung (inklusive Erinnerung). Weltlinien, die nur auf ein Subjekt bezogen sind (psychologisch: episodisches Gedächtnis), sind dann an ein Szenario gebunden. Quantifikation: Problem: Wir brauchen dann zwei Paare von Quantoren. Schreibweise: (∀x)/(∃x) für die öffentlichen, beschreibenden und (Ax)/Ex) für die privaten, durch Bekanntschaft zustande gekommenen Weltlinien. Dann (2.5) (Ex) {b} K(d = x) d.h. in einer visuellen Wahrnehmungssituation kann b eine Nische finden für d unter seinen visuellen Objekten. Allgemeiner: b ist bekannt mit d, b kennt d. II 59 Weltlinie/Hintikka: Wir gebrauchen eine Weltlinie anstelle von Freges „Weise des Gegebenseins“. II 105 Weltlinien/Mögliche Welten/Semantik/Hintikka: Ein typischer Fall wäre, wenn es zwei Mengen von Weltlinien für eine Menge von Welten gibt, diese auch jedes Individuum mit einem Individuum in einer anderen Welt verbinden, die beiden Mengen sich aber darin unterscheiden, welches Individuum mit welchem verbunden wird. Wahrnehmung/Beobachtungssprache/Beobachtungsbegriffe/Hintikka: Für Wahrnehmungsverben brauchen wir eine solche Möglichkeit ((s) Weil es sein kann, dass man ein Objekt für ein anderes hält.) II 148 Weltlinien/Identifikation/Querwelteinidentität/Hintikka: These: Die Weltlinien müssen gezogen werden, bevor die Bedingungen überhaupt angewendet werden. Das Ziehen der Weltlinien ist niemals ein Teil der Anwendung der Eindeutigkeitsbedingungen ((s) sonst sind sie zirkulär). Wahrheitsbedingungen/atomar/Atomsatz/Hintikka: Für meine Theorie ist das Zusammenspiel von Wahrheitswerten von atomaren und nicht-atomaren Sätzen wesentlich. Sie zeigt, wie Bsp die Wahrheitswerte von Sätzen der Form „weiß + -ein-W-Wort“-Sätzen von den Wahrheitswerten von Sätzen der Form (18) – (19) abhängt. (18) (∃x) K(b = x) (19) (Ex) K(b = x) HintikkaVsQuine: Quines Kritik ist, dass diese Bedingungen immer indiziert (indexikalisch) sind, d.h. dass sie kontext-abhängig sind. D.h. dass es nur in einer bestimmten Situation darum geht, ob ein Individuum dasselbe ist. Oder ob es analog zu einer ist, die traditionelle Wahrheits-Tabellen deswegen kritisieren würde, dass einige der Sätze, die sie zusammenzusetzen dienen, ihrerseits unscharf sind. Epistemische Logik/Hintikka: Die epistemische Logik wird aber von dieser Kritik nicht berührt. Alles was sie behauptet ist, dass, wenn die Weltlinien einmal gezogen sind, der Rest der Semantik bleibt, wie er war. >Vierdimensionalismus, >Raumzeit. |
Hintikka I Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996 Hintikka II Jaakko Hintikka Merrill B. Hintikka The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989 |