| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Ähnlichkeit | Churchland | Fodor IV 188 Zustandsraum/Gleichheit/Ähnlichkeit/Qualität/Paul Churchland: Grundbegriffe: Zustandsraum, Ähnlichkeitsraum, Ähnlichkeitsmetrik. Bsp "Anglophoner Hyperraum mit logischen Relationen auf Hyperflächen“. Soll Chomskys Bild ersetzen. ((s) Hyperfläche/Churchland/(s): etwas, worauf man nach oben/unten, rechts/links und vorne/hinten gehen kann. Und das innerhalb einer Sprache. Wird benötigt, um Gegenstände und ihre Relationen zu beschreiben.) IV 189 Fodor/Lepore: das setzt voraus, dass Zustandsräume auch Grammatik widerspiegeln. Churchland: Es hat auch im Sinn, dass eine Art Repräsentationen "Inhalte" neurologischer Zustände widerspiegeln. Fodor: Dabei steckt er bis zum Hals in Intentionalität. Fodor IV 193 Ähnlichkeit/Gleichheit/Semantik/Paul Churchland/Fodor/Lepore: fängt überraschenderweise mit Empfindungen an, nicht mit Intentionalität (wie z.B. mit propositionalen Einstellungen oder Begriffen). These: wenn wir einen angemessenen Zugang zu Empfindungen hätten, könnte dieser zu einer allgemeinen mentalen Repräsentation verallgemeinert werden. Churchland: der qualitative Charakter unserer Empfindungen wird allgemein für als der neurobiologischen Reduktion unzugänglich gehalten. Aber auch so finden wir, dass ein entschlossener Versuch, hier eine Ordnung zu finden, einen beträchtlichen Batzen an ausdrückbarer Information zutage fördert. Bsp Farbwürfel mit Frequenzen. IV 194 Fodor/Lepore: Churchland nimmt hier tatsächlich an, dass dies ein Zugang zu den Empfindungen sei (über Frequenzen!), nicht nur zur Diskriminierungsfähigkeit des Nervensystems. Churchland: so kann das Unausdrückbare ausgedrückt werden! Das "unaussprechliche Rosa" kann durch Frequenzangabe gefasst werden. So kann vielleicht auch die Alltagssprache ersetzt werden. IV 195 Fodor/Lepore VsChurchland: wie plausibel ist diese Geschichte in Bezug auf Empfindungen? Liefert sie einen robusten Begriff der Gleichheit im Allgemeinen? |
Churla I Paul M. Churchland Matter and Consciousness Cambridge 2013 Churli I Patricia S. Churchland Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014 Churli II Patricia S. Churchland "Can Neurobiology Teach Us Anything about Consciousness?" in: The Nature of Consciousness: Philosophical Debates ed. Block, Flanagan, Güzeldere pp. 127-140 In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 F/L Jerry Fodor Ernest Lepore Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992 Fodor I Jerry Fodor "Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115 In Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992 Fodor II Jerry Fodor Jerrold J. Katz Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Fodor III Jerry Fodor Jerrold J. Katz The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71 In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 |
| Analog/Digital | Dyson | Brockman I 35 Analog/digital/Dyson, George: Elektronik hat in den letzten hundert Jahren zwei grundlegende Wandel vollzogen: von analog zu digital und von Vakuumröhren zu Solid State. Dass diese Übergänge zusammen stattgefunden haben, bedeutet nicht, dass sie untrennbar miteinander verbunden sind. So wie die digitale Berechnung mit Vakuumröhrenkomponenten durchgeführt wurde, kann die analoge Berechnung im Solid State durchgeführt werden. Die analoge Berechnung ist lebendig und gut, auch wenn Vakuumröhren kommerziell ausgestorben sind. Es gibt keine genaue Unterscheidung zwischen analogem und digitalem Rechnen. Viele Systeme arbeiten sowohl mit analogen als auch mit digitalen Systemen. Eine Baumstruktur integriert eine Vielzahl von Eingaben als kontinuierliche Funktionen, aber wenn Sie diese Baumstruktur kappen, stellen Sie fest, dass sie die Jahre die ganze Zeit über digital gezählt hat. Beim analogen Computing liegt die Komplexität in der Netzwerktopologie und nicht im Code. Informationen werden als kontinuierliche Funktionen von Werten wie Spannung und relative Impulsfrequenz und nicht durch logische Operationen auf diskreten Bitketten verarbeitet. Brockman I 36 Digitales Rechnen, welches gegenüber Fehlern oder Ambiguität intolerant ist, hängt von der Fehlerkorrektur bei jedem Schritt ab. Analoges Computing toleriert Fehler und ermöglicht es uns, mit ihnen zu leben. Die Natur verwendet digitale Kodierung für die Speicherung, Replikation und Rekombination von Sequenzen von Nukleotiden, verlässt sich aber auf analoge Datenverarbeitung, die auf Nervensystemen läuft, für Intelligenz und Kontrolle. Das genetische System in jeder lebenden Zelle ist ein Speicherprogrammcomputer. Gehirne nicht. Analoge Computer vermitteln auch Transformationen zwischen zwei Formen von Informationen: Struktur im Raum und Verhalten in der Zeit. Es gibt keinen Code und keine Programmierung. (...) Die Natur entwickelte analoge Computer, die als Nervensysteme bekannt sind und Informationen verkörpern, die von der Welt aufgenommen wurden. Sie lernen. Dyson, G. “The Third Law”. In: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press. |
Dyson I Esther Dyson Release 2.1: A Design for Living in the Digital Age New York 1998 Brockman I John Brockman Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019 |
| Animismus | Monod | I 40 Def Animismus/Monod: Die Annahme eines universellen teleonomischen Prinzips, nach dem die Evolution bei der Menschheit enden sollte. I 41 Der Mensch projiziert das Bewusstsein, das er von der stark teleonomischen Wirkungsweise seines zentralen Nervensystems (ZNS) hat, auf die unbelebte Natur. Vgl. >Anthropisches Prinzip, >Teleonomie, |
Mon I J. Monod Zufall und Notwendigkeit Hamburg 1982 |
| Außen/innen | Maturana | I 98 Rekursion/innen/außen/Maturana: Durch rekursive Unterscheidungen kann der Beobachter so operieren, als ob er sich außerhalb seiner Umstände bewegte. (Selbstbezüglichkeit, Anwendung von Operationen auf Operationen). >Rekursion, >Selbstbezüglichkeit. I 113f Geschlossenheit/geschlossenes System/Maturana: innen/außen besteht nur für den Beobachter. Die Unterscheidung ist nicht durch Input/Output beschreibbar, sonst handelt es sich um ein offenes System. >Systeme, >Input/Output. I 121 Unterscheidung von Halluzinationen ist für das Nervensystem nicht möglich, gehört zum kognitiven Bereich des Beobachters. >Beobachtung/Maturana, >Nervensystem. I 183 Def Leben/Maturana: in ontogenetischer Drift durch einen Bereich von Störeinwirkungen treiben, während eine sich ständig wandelnde Nische verwirklicht wird. >Nische, >Leben. Lebendes System/lS: operiert nur in der Gegenwart - ist offen für den Durchfluss von Molekülen (Teilen von autopoietischen Systemen). Zweck: gehört zum Beobachter. >Zwecke. Lebende Systeme haben kein innen/außen - sie sind im Prozess der Autopoiesis oder zerfallen. >Autopoiesis. Umwelt: wird nicht vom System "benutzt. Stattdessen bringen Systeme ihre Nische selbst hervor. I 194 Leben heißt Wissen - Lebende Systeme sind kognitive Systeme. >Wissen, >Kognition. |
Maturana I Umberto Maturana Biologie der Realität Frankfurt 2000 |
| Denken | Maturana | I 54 Def Denken/Maturana: Denken ist der neurophysiologische Prozess, der darin besteht, dass das System mit einigen seiner eigenen internen Zustände so interagiert, als ob diese unabhängige Größen wären. >System/Maturana, >Operation/Maturana. Der Operationsmodus des Nervensystems, der funktional dessen interne anatomische Projektion auf sich selbst widerspiegelt, ist notwendig unabhängig von Sprache! (Experimente mit Hirnschädigungen). >Sprache, >Denken und Sprache, >Denken ohne Sprache, >Nervensystem. |
Maturana I Umberto Maturana Biologie der Realität Frankfurt 2000 |
| Erinnerung | Quine | I 20 Erinnerung: ist keine Spur früherer Empfindungen, sondern begrifflich. V 176 Gedächtnis/Quine: das Gedächtnis ist die Disposition, einen Namen in Gegenwart des betreffenden auszusprechen. Das ist ein Beobachtungssatz und hat nichts mit der Vergangenheit zu tun! Einen Namen zu vergessen heißt, ein Stück Sprache zu vergessen. >Vergangenheit/Quine. V 177 Vergangenheit/Beobachtung/Quine: es gibt aber auch Berichte über frühere Beobachtungen, wo der Terminus durch Definition statt durch Konditionierung gelernt wurde. Da man einen definierten Term durch sein Definiendum ersetzen kann, läuft das auf einen zusammengesetzten Beobachtungsterm hinaus. Bsp „Ich habe ein schwarzes Kaninchen gesehen“: Lernsituation: gilt einmal für schwarz, einmal für Kaninchen sowie für die attributive Zusammensetzung. Vorstellung/Gedächtnis/Quine: in der Sprache der Vorstellungsbilder können wir sagen, dass diese hervorgerufen werden, auch wenn der entsprechende Gegenstand nicht vorhanden ist. Jetzt müssen wir aber weitergehen und noch mehr Fähigkeiten voraussetzen: das Kind muss zwischen zwei Arten von Vorstellungsbildern unterscheiden: a) den Fantasien b) den Erinnerungen. V 178 QuineVsHume: hat sich wenig überzeugend auf die Lebhaftigkeit als Unterscheidungsmerkmal berufen. Def Erinnerung/Hume: die Erinnerung ist eine abgeschwächte Empfindung. Def Fantasie/Hume: die Fantasie ist eine abgeschwächte Erinnerung. Def Vorstellungsbild/QuineVsHume: ein Vorstellungsbild ist ein Ereignis im Nervensystem, das zu einem Zustand der Bereitschaft für eine entsprechende Reizung führt. Dieser hinweisende Nervenvorgang wird vom Subjekt wahrgenommen, d.h. es muss spezifisch auf ihn reagieren können, auf zwei verschiedene Arten: a) die Zusammenfassung bisher gelernter Elemente Bsp: „schwarz“ und „Kaninchen“ b) verstärkt durch Bekanntschaft: d.h. durch eine wirkliche frühere Begegnung mit einem schwarzen Kaninchen. Als Grundlage für die Bejahung. V 179 Beobachtungssatz/vollständiger Gedanke/Referenz/Quine: der Beobachtungssatz bezieht sich auf den Gegenstand und auf die Kalenderuhr sowie gegebenenfalls auf einen Ort. Dies ist ein komplexer Beobachtungsterm. >Protokollsatz: zeitloser Satz (von ewiger Dauer), wenn Orts- und Zeitangaben vollständig sind. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Farben | Deacon | I 116 Farbwörter/Sprachentstehung/Deacon: Die Entwicklung von Farbwörtern in verschiedenen Sprachen und Gesellschaften konvergiert. >Farbwörter. Prinzipiell kann die Verknüpfung von Farbtönen und Lauten beliebig sein. Tatsächlich sind aber die Abbildungsrelationen in mancher Hinsicht universell. >Abbildung, >Abbildtheorie, >Wortbedeutung, >Zeichen. I 117 Aber das bedeutet nicht, dass sie irgendwie ins Gehirn eingebaut sind. Farbwörter/Farben/Berlin/Kay/Deacon: In verschiedenen Gesellschaften sind Schwarz (dunkel) und Weiß (hell) die ersten Unterscheidungen, später kommt immer zunächst die Unterscheidung Rot/Grün hinzu. Wenn es in einer Sprache drei oder vier Farbbegriffe gibt, kommt als nächstes Gelb oder Blau hinzu. Wenn es mehr Begriffe gibt, ist das Muster nicht mehr so eindeutig vorherzusagen(1). >Unterscheidungen. Erstaunlicherweise ähneln sich die Farbtöne, die als typisch rot oder typisch grün angesehen werden (best red/best green) überall in der Welt(2). I 118 Erklärung: Es kommt hier eine Leistung des Gehirns bei der Unterscheidung bzw. der Hervorhebung von Unterschieden ins Spiel, die über die Besonderheiten des Sprachgebrauchs von Individuen oder Gesellschaften hinausgeht. I 119 Sprachentstehung/Farbwörter: Die Muster von typischen Irrtümern tragen dazu bei, dass der Sprachgebrauch sich neurophysiologischen Gegebenheiten der Wahrnehmung anpasst. Das ist ein Fall von neurologischer Tendenz als Selektionsdruck in sozialer Evolution. >Sprachentstehung, >Selektion, >Wahrnehmung. Angenommen, wir wollten ein neues Wort für einen ganz besonderen Farbton zwischen bekannten Farben einführen. Auf die Dauer wird dieser neue Name zugunsten alter Farbwörter wieder verschwinden. Es werden bestimmte hervorstechende Farbtöne dominieren. Die Tendenz unserer Gehirne, sich an bestimmte Farbtöne besser zu erinnern, entspricht der natürlichen Selektion gewisser Varianten anstelle von anderen Varianten. So wird sich die Referenz von Farbwörtern in Anpassung an das menschliche Nervensystem entwickeln. >Referenz, >Nervensystem. I 120 Diese Entwicklung geschieht aber aufgrund nicht-genetischer Kräfte. Ohne diese sozialen Universalien wäre der Gebrauch von Farbwörtern idiosynkratrisch, d.h. auf einzelne Individuen beschränkt. Dennoch ist es klar, dass Farbbegriffe nicht fest im Gehirn verankert sind. Was universell verankert ist, das sind vielmehr gewisse Tendenzen der Gruppierung, die nicht sprachlich sind. Die Aufteilung der Farbbegriffe wie sie ist, ist kein notwendiges Merkmal von Sprache und keine angeborene linguistische Kategorie. >Klassifikation, >Ordnung, >Kategorisierung, 1. Berlin, B., und Kay, P. (1969). Basic Color Terms: Their Universality and Evolution. Berkeley & Los Angeles: University of California Press. 2. Rosch, E. (1978). Principles of categorization. In: E. Rosch, & B. B. Lloyd (Hrsg.), Cognition and categorization (pp. 28-49). Hillsdale, NJ: Erlbaum. |
Dea I T. W. Deacon The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998 Dea II Terrence W. Deacon Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013 |
| Gehirn | Deacon | I 45 Gehirn/Deacon: In der Koevolution von Sprache und Gehirn wurde das Verhältnis von Ursache und Wirkung insofern umgedreht, als die neue Fähigkeit der symbolischen Referenz (die allein der menschlichen Spezies vorbehalten ist) von der genetischen Weitergabe abgekoppelt wurde. >Symbolische Referenz, >Symbole/Deacon. Wenn es stimmt, dass es einen Selektionsdruck auf symbolverarbeitende Organismen gab, muss unsere einzigartige geistige Fähigkeit ebenfalls in diesen Begriffen verstanden werden. Dann sollte die Architektur unserer Gehirne auch systematische Abweichungen von der Architektur von Affengehirnen aufweisen. >Tiere, >Tiersprache. Größe: Größe ist nur ein unwesentliches Merkmal. Wichtiger ist die Umgestaltung, das Re-Engineering der Architektur. I 146 - 164 Gehirn/Lernen/Deacon: Gehirngröße hat wohl etwas mit Intelligenz zu tun, nur muss man außerdem viele weitere Faktoren berücksichtigen wie z.B. den Anteil an Gehirnkapazität, den die Kontrolle des Bewegungsapparates in Anspruch nimmt. >Lernen. I 164 Lernen zweiter Ordnung, d.h. das Entwickeln neuartiger Reaktionen auf neuartige Situationen entsteht nur in Organismen, die länger leben. In kurzlebigeren Arten würde sich eine solche Fähigkeit nicht auszahlen. >Verhalten. I 166 Kleine Hunde mit entsprechend kleinen Gehirnen sind in ihren Gehirnleistungen großen Hunden sehr ähnlich. Ihre Zerebralisierung (d.h. ihre Gehirnleistung relativ zu ihrem Gewicht) ist sogar etwas größer als die ihrer größeren Artgenossen. I 170 Zerebralisierung/encephalisation: Der Ursprung ihrer Zunahme bei Primaten liegt nicht im Kopf! Er liegt im relativ langsameren Wachstum ihrer Körper. I 183 Um Gehirne von Tieren mit denen von Menschen zu vergleichen, brauchen wir nicht allgemein Größenvergleiche, sondern wir müssen die Größen der einzelnen Teile des Gehirns vergleichen. Der Aufbau des Gehirns bzw. die Steuerung des relativen Größenwachtums einzelner Körperteile überhaupt wird durch homöotische Gene gesteuert. I 194 Das Gehirn passt sich während der Evolution an den restlichen Körper an. Das erklärt das ansonsten äußerst unwahrscheinliche Ergebnis, dass ein Hinzufügen weiterer Komponenten dieses extrem vernetzten Gebildes zu einer Zunahme an Funktionen führt und diese nicht vielmehr einschränkt. Lösung: Das Gehirn selbst wirkt systemisch an der Gestaltung seiner Teile mit. Neuronen sind - anders als andere Zellarten - für Kommunikation und damit einer Abstimmung der Funktion mit entfernten Zellen eingerichtet. Vgl. >Lernen/Hebb. I 195 So kann das Nervensystem selbst am Prozess seiner Konstruktion teilnehmen. Vgl. >Neuronale Netze. I 199 Xenotransplantation von Gehirnteilen zwischen verschiedenen Tierarten zeigten, dass Wachstum und Verschaltung mit fremdem Gewebe möglich ist. Die molekularen Prozesse sind bei den verschiedenen Tierarten identisch. I 202 In fremdem Gewebe beginnen Neuronen eine vermehrte Anzahl von Axone zu produzieren, von denen sich einige als weniger geeignet herausstellen und anschließend weniger genutzt werden. Das ist ein Darwin-artiger Prozess der selektiven Elimination. I 474 Deacon These: Die anfängliche unspezifische Verbindbarkeit und anschließende Konkurrenz der Verbindungen beeinflusst kognitive Prozesse durch Tendenzen in neuronaler Computation, die aus übergeordneten Mustern aufgrund von regionaler Aufteilung resultieren. So bilden sich Unterschiede zwischen den Arten heraus. Vgl. >Computation, >Informationsverarbeitung/Psychologie. I 205 Zellen in verschiedenen Hirnregionen haben ihre Verbindungen nicht zuvor diktiert bekommen und können sich in verschiedenen Richtungen spezialisieren. Buchstäblich passt sich jede sich entwickelnde Hirnregion dem Körper an, in dem sie sich befindet. I 207 Verschiebung/displacement/Deacon: Wenn eine genetische Variation die relative Größe einer Population von Nervenzellen stärkt, wird eine Verschiebung der Axone von kleineren zu größeren Regionen stattfinden. I 212 Wir müssen nicht über besondere Gehirnfunktionen spekulieren, die allein dem Menschen vorbehalten sind, wenn wir die Verschiebung verstehen, die nicht von der schieren Größe des Gehirns abhängig ist. Die Weichenstellungen für die Aufteilung von Regionen für die individuellen Gehirnfunktionen geschehen kurz nach der Geburt. I 213 Die Ausbildung und Differenzierung der Gehirnregionen des Menschen verläuft entlang der Ausbildung der Funktionen seiner Körperglieder und übrigen Körperfunktionen wie Augen, Ohren, Bewegungsapparat. Diese Ausbildung verläuft ganz anders als die im Fall von z.B. kleinen und großen Hunden. I 214ff Gedankenexperiment: Angenommen, ein menschliches Embryogehirn werde in einen gigantischen Affenkörper transplantiert. Man kann ziemlich genau vorhersagen, welche Gehirnregionen sich wie entwickeln, angepasst an die Körperfunktionen und ihre relative Ausprägung. Dabei sind Faktoren wie die abweichende Größe der Netzhaut oder Konkurrenz der Gehirnzellen um die Steuerung von Muskelzellen entscheidend. Diese Veränderungen sind keine isolierten Adaptionen. I 220 Sprache/Gehirn/Deacon: These: Zunehmende Vokalisierung kann zurückverfolgt werden in motorische Projektionen des Mittelhirns und des Hirnstamms, während das symbolische Lernen auf die Ausdehnung des präfrontalen Cortex und die Konkurrenz um Synapsen überall im Gehirn zurückgeführt werden kann. DeaconVsTradition: Man nahm früher an, dass z.B. Musiker eine besonders große Hirnregion für die Verarbeitung auditiver Signale haben. Das hat sich als falsch herausgestellt. I 221 Es findet Konkurrenz sowohl zwischen zentralen und peripheren als auch zwischen benachbarten Hirnregionen statt. Eine Selektion findet nicht nur im Hinblick auf Regionen, sondern auch im Hinblick auf Funktionen statt. >Selektion. I 253 Sprache/Säugetiere/Deacon: Dass die meisten Säugetiere nicht sprechen können liegt daran, dass die Verbindung zwischen dem Motorcortex und den vokalen Steuerungsinstanzen im Stammhirn während der frühen Entwicklung beschnitten wurden. I 267 Im Gehirn sind die Operationen für die Organisation der kombinatorischen Relationen, die Symbolgebrauch und Assoziationen ordnen, im präfrontalen Cortex angesiedelt. I 277 Das Kleinhirn ist sehr schnell bei der Bildung von Vorhersagen. Eine Verlinkung mit dem Kleinhirn ist z.B. günstig für schnelle Konjugationen, die bei der Bildung von Sätzen gebraucht werden. Der präfrontale Cortex ist dann für ein Herausfiltern der richtigen Assoziationen zuständig. I 343 Gehirn/Mensch/Evolution: Was entscheidend ist, ist nicht ein absolutes Größenwachstum des Gehirns sondern ein Größenwachstum relativ zu einer Zunahme der Körpergröße innerhalb von Arten. Und wir können feststellen, dass es neben diesem relativen Größenwachstum im Fall des Menschen zu einer Größenzunahme des präfrontalen Cortex bekommen ist. Dies entspricht einer Verschiebung von Lerndispositionen. I 345 Diese Entwicklung kann nur in Begriffen der Baldwinschen Evolution (Baldwin-Effekt) verstanden werden. Vgl. >Evolution/Deacon. I 346 Werkzeuggebrauch/Deacon: Werkzeuggebrauch wird von Individuum zu Individuum weitergegeben, d.h. gelernt und ist kein Merkmal, das sich in der Gehirnstruktur wiederfindet. >Kultur, >Natur, >Evolution. I 347 Die ersten Werkzeuge wurden von Lebewesen gebraucht, deren Gehirn für den Symbolgebrauch nicht gut angepasst war. Versuche mit Affen wie Kanzi zeigen aber, dass auch solche Gehirne mit erheblichem sozialem Training imstande sind, Symbolgebrauch zu lernen. >Symbole/Deacon. |
Dea I T. W. Deacon The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998 Dea II Terrence W. Deacon Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013 |
| Gehirn/ Gehirnzustand | Fodor | Rorty I 269 Fodor/Rorty: Die Unterscheidung von Zuständen des Organismus und Zuständen seines Nervensystems sind für die kognitive Psychologie irrelevant. >Kognitive Psychologie/Kognitionspsychologie. |
F/L Jerry Fodor Ernest Lepore Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992 Fodor I Jerry Fodor "Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115 In Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992 Fodor II Jerry Fodor Jerrold J. Katz Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Fodor III Jerry Fodor Jerrold J. Katz The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71 In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 |
| Gehirnentwicklung | Entwicklungspsychologie | Upton I 70 Gehirnentwicklung/Entwicklungspsychologie/Upton: Im Alter von zwei bis fünf Jahren ermöglichen die Veränderungen im Gehirn den Kindern, ihre Handlungen zu planen, Aufgaben mehr Aufmerksamkeit zu schenken und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Das Gehirn wächst in diesem Zeitraum nicht so schnell wie im Säuglingsalter, aber es gibt immer noch einige dramatische anatomische Veränderungen, die stattfinden (Thompson et al., 2000)(1). In der frühen Kindheit zeigt das Gehirn von Kindern ein schnelles Wachstum, insbesondere im präfrontalen Kortex. Der präfrontale Kortex ist ein Bereich der Frontallappen, der dafür bekannt ist, an zwei sehr wichtigen Aktivitäten beteiligt zu sein: an der Planung und Organisation neuer Handlungen und an der Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit für Aufgaben (Blumenthal et al., 1999)(2). Weitere wichtige Veränderungen sind eine Zunahme der Myelinisierung der Zellen im Gehirn. Diese Myelinisierung beschleunigt die Geschwindigkeit, mit der Informationen durch das Nervensystem wandern (Meier et al., 2004)(3). Z.B. ist die Myelinisierung des Gehirnbereichs, der die Hand-Augen-Koordination steuert, erst im Alter von etwa vier Jahren abgeschlossen. Bildgebende Verfahren haben in Studien gezeigt, dass Kinder mit niedrigeren Myelinisierungsraten in diesem Bereich des Gehirns im Alter von vier Jahren eine schlechtere Hand-Augen-Koordination aufweisen als ihre Altersgenossen (Pujol et al., 2004)(4). Upton I 71 Sprache/rechte Hemisphäre: Traditionell wird angenommen, dass Händigkeit in enger Verbindung mit der Organisation des Gehirns steht. Paul Pierre Broca beschrieb im 19. Jahrhundert erstmals Sprachregionen in der linken Hemisphäre von Rechtshändern. Von da an wurde akzeptiert, dass das Gegenteil, nämlich die Sprachdominanz der rechten Hemisphäre, für Linkshänder gelten sollte (Knecht et al., 2000)(5). In der Praxis dominiert jedoch bei den meisten Menschen die linke Gehirnhälfte: Rund 95 Prozent der Rechtshänder verarbeiten Sprache überwiegend in der linken Hemisphäre (Springer und Deutsch, 1985)(6), genau wie mehr als 50 Prozent der Linkshänder (Knecht et al., 2000)(5). Laut Knecht et al. ist Linkshändigkeit weder Voraussetzung noch eine notwendige Folge der Sprachdominanz der rechten Hemisphäre (Knecht et al., 2000(5), p. 2517). >Lernen, >Lerntheorie, >Spracherwerb, >Gehirn, >Lateralisierung des Gehirns, >Sprache. 1. Thompson, P.M., Giedd, J. N., Woods, R. P., MacDonald D. Evans, A. C. & Toga, A. W. 2000. Growth patterns in the developing brain detected by using continuum mechanical tensor maps. Nature, 404, 190-3. 2. Blumenthal, J. A., Babyak M. A., Moore, K.A., Craighead, W.E:, Herman, S. Khatri, P., Waugh, R, Napolitano, M.A., Forman, L.M., Appelbaum, M., Doraiswamy, P.M. & Krishnan, K.R. 1999. Effects of exercise training on older patients with major depression, Archives of internal Medicine, 159: 2349-56. 3. Meier, B.P. and Hinsz, V.B. (2004) A comparison of human aggression committed by groups and individuals: an interindividual-intergroup discontinuity. Journal of Experimental Social Psychology, 40: 551–59. 4. Pujol,J, López-Sala, A., Sebastiá-Gallés, N, Deus, J, Cardoner, N., Soriano-Mas, C, Moreno, A. and Sans, A. (2004) Delayed myelination in children with developmental delay detected by volumetric MRI. NeuroImage, 22 (2): 897–903. 5. Knecht, S., Dräger, B., Deppe, M., Bobe, L. and Lohmann, H. (2000) Handedness and hemispheric language dominance in healthy humans. Brain, 123(12): 2512–18. 6. Springer, S.P. and Deutsch, G. (1985) Left Brain, Right Brain. New York: W.H. Freeman. |
Upton I Penney Upton Developmental Psychology 2011 |
| Geist/ Geistzustand | Davidson | I (b) 30 Zwillingserde/ZE/Davidson: Subjektive Zustände ergeben sich nicht als Folgeerscheinungen aus dem Zustand des Gehirns oder des Nervensystems. I (b) 35 Falsche Theorie: Die Gegenstände seien die Bedeutungen von Sätzen, das heißt: die >Propositionen. DavidsonVs: Damit würde man es so einrichten, dass dann, wenn ein Franzose Paul denselben Bewusstseinszustand zuschreibt, wie ich, von uns beiden derselbe Gegenstand benannt würde, während dies bei der eben betrachteten Theorie nicht der Fall wäre, denn der betreffende Satz des Franzosen wäre nicht der gleiche wie meiner. Es sollte uns nicht beunruhigen, dass der Franzose und ich verschiedene Wörter benutzen, es ist ähnlich wie bei Unzen und Karat. (>Messen) Mein Monismus ist ontologisch: Er behauptet, dass mentale Ereignisse und Gegenstände auch als physische beschreibbar sind. >Anomaler Monismus. I (e) 99 Geist/Davidson: Wenn man das Subjektive oder Geistige ausschließlich als Folgeerscheinung der physischen Merkmale einer Person auffasst, können Bedeutungen also nicht etwas rein Subjektives oder Geistiges sein. - (Putnam: Bedeutungen sind nicht im Kopf) Frank I 626 Geist/Davidson: Geist ist nicht ohne Sprache möglich, beides ist gleichrangig. Vgl. >Psychologische Theorien über Sprache und Denken. Donald Davidson (1984a): First Person Authority, in: Dialectica 38 (1984), 101-111 Frank I 657ff Mentale Zustände/Fremdzuschreibung/Davidson: "enger" Zustand/Zwillingserde: "innerer" Zustand, solipsistisch, wie bei Descartes: die engen Zustände sind bei beiden Zwillingserden gleich. - BurgeVsPutnam: die engen Zustände gibt es gar nicht. SearleVsPutnam: das ist unnötig, gewöhnliche propositionale Einstellungen genügen -DavidsonVsSearle/VsBurge: gewöhnliche mentale Zustände sind enge (innere) und gleichzeitig "nicht-individualistisch", d.h. extern identifizierbar. Donald Davidson (1987) : Knowing One's Own Mind, in: Proceedings and Adresses of the American Philosophical Association LX (1987),441 - 458. |
Davidson I D. Davidson Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993 Davidson I (a) Donald Davidson "Tho Conditions of Thoughts", in: Le Cahier du Collège de Philosophie, Paris 1989, pp. 163-171 In Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993 Davidson I (b) Donald Davidson "What is Present to the Mind?" in: J. Brandl/W. Gombocz (eds) The MInd of Donald Davidson, Amsterdam 1989, pp. 3-18 In Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993 Davidson I (c) Donald Davidson "Meaning, Truth and Evidence", in: R. Barrett/R. Gibson (eds.) Perspectives on Quine, Cambridge/MA 1990, pp. 68-79 In Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993 Davidson I (d) Donald Davidson "Epistemology Externalized", Ms 1989 In Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993 Davidson I (e) Donald Davidson "The Myth of the Subjective", in: M. Benedikt/R. Burger (eds.) Bewußtsein, Sprache und die Kunst, Wien 1988, pp. 45-54 In Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993 Davidson II Donald Davidson "Reply to Foster" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 Davidson III D. Davidson Handlung und Ereignis Frankfurt 1990 Davidson IV D. Davidson Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990 Davidson V Donald Davidson "Rational Animals", in: D. Davidson, Subjective, Intersubjective, Objective, Oxford 2001, pp. 95-105 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Gene | Dawkins | Gould I 88ff Richard Dawkins These: Gene sind die relevanten Einheiten der Selektion. >Selektion. Gould II 171 Dawkins These: Dawkins argumentiert, die Körper seine nur vorübergehende Aufenthaltsorte für die Gene, die eigentlichen Träger der Evolution. Dawkins schreibt als strenger Darwinist. >Darwinismus. Gould II 172 Dawkins: Frage: Wenn die DNA nun selbstbezogen ist, warum schafft sie dann nicht Millionen Kopien von sich selbst? Die schließlich alles Übrige verdrängen? Wodurch wird sie daran gehindert? Dawkins I 50 Gen/Dawkins: Gene leben viel länger als ihre Träger. Ein Gen lässt sich als einen Einheit auffassen, die eine Vielzahl aufeinanderfolgender individueller Körper überlebt. I 62 Def Gen/Dawkins: Ein Gen im Sinne des Titels diese Buches ist komplizierter als ein Cistron. Es gibt keine allgemein anerkannte Definition für Gen. Ich möchte die Definition von G.C. Williams benutzen: Def Gen/Williams: Ein Gen ist jedes beliebige Stück Chromosomenmaterial, das potentiell so viele Generationen überdauert, dass es als eine Einheit der Selektion dienen kann. I 63 Vererbung/Kopiergenauigkeit/Dawkins: "Langlebigkeit in Gestalt von Kopien". I 64 Je kürzer eine genetische Einheit, desto länger wird sie wahrscheinlich leben. I 71 Dawkins These: Kleine genetische Einheiten können in identischer Form überleben, Individuen, Gruppen und Arten nicht. >Arten. Gen/Dawkins: Ein Gen altert nicht! Für es ist die Wahrscheinlichkeit zu sterben, im Alter von einer Million Jahren nicht größer als mit hundert Jahren. I 73 "Die Karten selbst überdauern das Mischen." Selektion/Dawkins: Würden sich Gene ständig mischen, wäre die Selektion überhaupt unmöglich. I 74 Gen/Container/DawkinsVsGould: Erfolgreiche Gene sind gute Konstrukteure von Überlebensmaschinen. Bsp Lebewesen mit langen Beinen können besser vor Räubern fliehen. Welches sind die Eigenschaften, die ein Gen sofort als gut oder schlecht kennzeichnen? I 75 Gen/Dawkins: So unabhängig und frei sie auf ihrer Reise durch Generationen sein mögen, bei der Steuerung der Embryonalentwicklung handeln sie sehr wenig frei. Es gibt kein Gen, das für ein einzelnes Körperteil verantwortlich wäre. I 86 Gen/Dawkins: Es gibt ein "Gen für Kopierfehler , (Mutatoren). Es verfolgt den selbstsüchtigen Zweck, Fehler bei anderen Genen hervorzurufen. Ebenso manipuliert ein "Gen für "Fortpflanzung" alle anderen für seine selbstsüchtigen Zwecke. I 91 Körper/Zelle/Mensch/Dawkins: Ich ziehe es vor, mir den Körper als eine Kolonie von Genen vorzustellen, und die Zelle als eine zweckmäßige Arbeitseinheit für die chemische Industrie der Gene I 112 Altruismus/Gen/(Dawkins: Ein "Gen für Altruismus" steuert die Entwicklung des Nervensystems so, dass es sich mit größerer Wahrscheinlichkeit selbstlos verhält. >Altruismus. Bsp einige Bienen zerren ihre eigenen Larven aus dem Stock, wenn diese infiziert sind. I 115 Das Überleben der Gene kann auch durch scheinbar altruistisches Verhalten gefördert werden! I 154 Gen/Dawkins: These: Das Gen ist möglicherweise in der Lage, den Kopien seiner selbst in anderen Körpern zu helfen. I 155 Bsp Absicht: Albinogen beim Menschen. Wir müssen allerdings unsere Sprache etwas zurücknehmen: sie "wollen" nicht eigentlich überleben oder anderen Albinogenen helfen. Doch wenn es rein zufällig seine Körper dazu bewegen würde, sich anderen Albinos gegenüber uneigennützig zu verhalten, hätte dies die Folge, dass es im Genpool zahlreicher würde. Dazu muss nun das Gen zwei Funktionen haben: 1. Helle Hautfarbe zu produzieren ((s) Erkennbarkeit) 2. Die Tendenz zum Altruismus gegenüber anderen Hellhäutigen. Ein derartiges Gen mit zwei Effekten könnte sehr erfolgreich sein. |
Da I R. Dawkins Das egoistische Gen, Hamburg 1996 Da II M. St. Dawkins Die Entdeckung des tierischen Bewusstseins Hamburg 1993 Gould I Stephen Jay Gould Der Daumen des Panda Frankfurt 2009 Gould II Stephen Jay Gould Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991 Gould III Stephen Jay Gould Illusion Fortschritt Frankfurt 2004 Gould IV Stephen Jay Gould Das Lächeln des Flamingos Basel 1989 |
| Grice | Millikan | I 52 Sprache/Millikan: in diesem Kapitel: welche Relationen gibt es zwischen 1. der stabilisierenden Funktion eines Sprachmusters 2. ihren buchstäblichen Gebrauch 3. den Sprecherintentionen. Stabilisierungsfunktion/Millikan: nächstes Kapitel These: ein Aspekt der Wortbedeutung, der syntaktischen Form ist die fokussierte Stabilisierungsfunktion. >Terminologie/Millikan. buchstäblicher Gebrauch/Millikan: korrespondiert keiner Stabilisierungsfunktion (s.u.). Gricesche Intention/MillikanVsGrice/Millikan: These: die Griceschen Intentionen sind überhaupt nicht das, was Sprachgebrauch und Verstehen antreibt. >Grice. Stabilisierungsfunktion/Sprache/Millikan: wenn Sprachmuster wie Wörter oder syntaktische Formen Stabilisierungsfunktion haben, so sind diese direkte Eigenfunktionen von reproduktiv festgelegten Familien (rfF) 1. Stufe, von denen diese Muster auch Elemente sind. Funktionen: von Wörtern usw. sind historisch erworben indem sie sowohl Äußerungen als auch Reaktionen beim Hörer hervorriefen. Intention/Sprecherintention/Pointe: diese Funktionen hängen aber nicht von den Sprecherintentionen ab! Direkte Eigenfunktion: hat ein Wort-Token nämlich sogar dann, wenn es von einem Papagei hervorgebracht wird. Denn das Token ist Element einer rfF dadurch, dass es eine direkte Eigenfunktion hat. >Sprecher-Intention. Intention/Zweck: liefert eine abgeleitete Eigenfunktion. Abgeleitete Eigenfunktion: liegt aber über und jenseits der direkten oder stabilisierenden Funktion. Dabei kann sie dieselbe Funktion sein, wie die direkte, muss es aber nicht. Jedenfalls ist sie nicht die eigene Funktion des Sprachmusters, nicht seine Eigenfunktion. Stabilisierungsfunktion/Sprache/Millikan: obwohl aber die Stabilisierungsfunktion unabhängig von Zweck und Sprecherintention ist, ist sie nicht unabhängig von Zwecken, die Sprecher überhaupt ganz allgemein haben können. I 53 Hier wird es wieder eine „kritische Masse“ von Fällen des Gebrauchs geben. I 63 Imperativ/Millikan: nun ist es sicher so, dass ein Hörer, wenn er gefragt wird, ob der Sprecher intendiert habe, dass er dem Befehl gehorcht, sicher sofort „ja“ antworten wird. I 64 Aber das heißt nicht, dass er diese Überzeugung beim Gehorchen gebraucht hat. Gricesche Intentionen/MillikanVsGrice/Millikan: sind also überflüssig. Und sie helfen auch nicht, nichtnatürliche Bedeutung von weniger interessanten Dingen zu unterscheiden. Wir brauchen jedenfalls keine Griceschen Intentionen zu beachten, die nur potentiellen und nicht aktualen Modifikationen des Nervensystems unterliegen. >Intention/Grice. I 65 VsMillikan: man könnte einwenden, dass man Gründe für eine Handlung haben könnte, ohne dass diese Gründe in der Anatomie aktiviert sind. Millikan: wenn ich aufhöre, etwas zu glauben, werde ich entsprechende Handlungen unterlassen. Gricesche Intentionen/Millikan: die einzige interessante Frage ist, ob sie aktual innen verwirklicht sind, während man spricht. Bsp Millikan: der Sergeant sagt: „Wenn ich das nächste Mal „Halt“ sage, halte nicht an!“ Ein ähnliches Bsp gibt es von Bennett. Problem: das Training war so effektiv, dass der Soldat es nicht schafft, nicht anzuhalten. |
Millikan I R. G. Millikan Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987 Millikan II Ruth Millikan "Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Hardware | Bostrom | I 71 Hardware/Superintelligenz/Bostrom: Vorteile für digitale Intelligenzen: Geschwindigkeit der Berechnungselemente. Biologische Neuronen arbeiten mit einer Spitzengeschwindigkeit von etwa 200 Hz, ganze sieben Größenordnungen langsamer als ein moderner I 72 Mikroprozessor (~ 2 GHz).(1) Als Folge davon ist das menschliche Gehirn gezwungen, sich auf eine massive Parallelisierung zu verlassen und ist nicht in der Lage, Berechnungen, die eine große Anzahl aufeinanderfolgender Operationen erfordern, schnell durchzuführen. Geschwindigkeit der internen Kommunikation: Axone tragen Aktionspotentiale bei Geschwindigkeiten von 120 m/s oder weniger, während elektronische Verarbeitungskerne optisch mit Lichtgeschwindigkeit (300.000.000 m/s) kommunizieren können.(3) Anzahl der Berechnungselemente: Das menschliche Gehirn hat etwas weniger als 100 Milliarden Neuronen. I 339 Die Anzahl der Neuronen in einem erwachsenen menschlichen Männergehirn wurde auf 86,1 ± 8,1 Milliarden geschätzt, eine Zahl, die durch Auflösung des Gehirns und Fraktionierung der Zellkerne ermittelt wurde, wobei die mit einem neuronenspezifischen Marker angefärbten Neuronen gezählt wurden. In der Vergangenheit waren Schätzungen in der Nachbarschaft von 75-125 Milliarden Neuronen üblich. Diese basierten typischerweise auf der manuellen Zählung von Zelldichten in repräsentativen kleinen Regionen (Azevedo et al. 2009(4)). I 72 Im Gegensatz dazu ist Computer-Hardware unbegrenzt skalierbar bis zu sehr hohen physikalischen Grenzen. I 339 Die von der Quantenmechanik, der Allgemeinen Relativitätstheorie und der Thermodynamik gesetzten physikalischen Grenzen der Berechnung liegen jedoch weit über diesem "Jupiter-Gehirn"-Niveau (Sandberg 1999(5); Lloyd 2000(6)). Speicherkapazität: Das menschliche Arbeitsgedächtnis ist in der Lage, nicht mehr als vier oder fünf Informationsbrocken zu einem bestimmten Zeitpunkt zu speichern. I 340 Die Anzahl der Bereiche, die der Arbeitsspeicher verwalten kann, ist sowohl informations- als auch aufgabenabhängig; sie ist jedoch eindeutig auf eine kleine Anzahl von Bereichen beschränkt. Siehe Miller (1956)(7) und Cowan (2001)(8). I 73 Zuverlässigkeit, Lebensdauer, Sensoren, etc.: Maschinenintelligenzen können verschiedene andere Hardware-Vorteile haben. I 340 Zum Beispiel sind biologische Neuronen weniger zuverlässig als Transistoren. Kanalrauschen kann Aktionspotentiale auslösen, und synaptisches Rauschen erzeugt eine erhebliche Variabilität in der Stärke der übertragenen Signale. Nervensysteme scheinen sich so entwickelt zu haben, dass sie zahlreiche Kompromisse zwischen Rauschtoleranz und Kosten (Masse, Größe, Zeitverzögerungen) eingehen; siehe Faisal et al. (2008)(9). Zum Beispiel können Axone nicht dünner als 0,1 µm sein, damit die zufällige Öffnung von Ionenkanälen nicht zu spontanen Aktionspotentialen führt (Faisal et al. 2005)(10). >Software/Bostrom, >Superintelligenz, >Künstliche Intelligenz, >Künstliche Neuronale Netze, >Maschinenlernen. * Dies geschieht hauptsächlich in kurzen Ausbrüchen in einer Untergruppe von Neuronen - die meisten haben eine ruhigere Feuerrate(Gray and McCormick 1996)(1); Steriade et al. 1998(2)). 1. Gray, C. M., and McCormick, D. A. 1996. “Chattering Cells: Superficial Pyramidal Neurons Contributing to the Generation of Synchronous Oscillations in the Visual Cortex.” Science 274 (5284): 109–13. 2. Steriade, M., Timofeev, I., Durmuller, N., and Grenier, F. 1998. “Dynamic Properties of Corticothalamic Neurons and Local Cortical Interneurons Generating Fast Rhythmic (30–40 Hz) Spike Bursts.” Journal of Neurophysiology 79 (1): 483–90. 3. Kandel, Eric R., Schwartz, James H., and Jessell, Thomas M., eds. 2000. Principles of Neural Science. 4th ed. New York: McGraw-Hill. 4. Azevedo, F. A. C., Carvalho, L. R. B., Grinberg, L. T., Farfel, J. M., Ferretti, R. E. L., Leite, R. E. P., Jacob, W., Lent, R., and Herculano-Houzel, S. 2009. “Equal Numbers of Neuronal and Nonneuronal Cells Make the Human Brain an Isometrically Scaled-up Primate Brain.” Journal of Comparative Neurology 513 (5): 532–41. 5. Sandberg, Anders. 1999. “The Physics of Information Processing Superobjects: Daily Life Among the Jupiter Brains.” Journal of Evolution and Technology 5. 6. Lloyd, Seth. 2000. “Ultimate Physical Limits to Computation.” Nature 406 (6799): 1047–54. 7. Miller, George A. 1956. “The Magical Number Seven, Plus or Minus Two: Some Limits on Our Capacity for Processing Information.” Psychological Review 63 (2): 81–97. 8. Cowan, Nelson. 2001. “The Magical Number 4 in Short-Term Memory: A Reconsideration of Mental Storage Capacity.” Behavioral and Brain Sciences 24 (1): 87–114. 9. Faisal, A. A., Selen, L. P., and Wolpert, D. M. 2008. “Noise in the Nervous System.” Nature Reviews Neuroscience 9 (4): 292–303. 10. Faisal, A. A., White, J. A., and Laughlin, S. B. 2005. “Ion-Channel Noise Places Limits on the Miniaturization of the Brain’s Wiring.” Current Biology 15 (12): 1143–9. |
Bostrom I Nick Bostrom Superintelligence. Paths, Dangers, Strategies Oxford: Oxford University Press 2017 |
| Information | Dennett | I 268 Information/Kode/Dennett: Die Tatsache, dass ein eindimensionaler Code für eine dreidimensionale Struktur stehen kann, ist ein Zugewinn an Information. Eigentlich kommt "Wert" hinzu! (Beitrag zur Funktionsfähigkeit). >Funktionen, >Funktionale Erklärung, >Code. II 35 Information/Handlung/Virus/Dennett: Das Virus muss für die Proliferation seiner Information "sorgen". Zum Erreichen seiner Ziele bringt es ein Enzym hervor, dem ein "Losungswort" vorgezeigt wird, und das daraufhin andere Moleküle "unangetastet lässt". II 39 Information/Leben/Dennett: Lange bevor es in Organismen Nervensysteme gab, benutzten Lebewesen einen primitiven Post-Dienst: den Kreislauf und Stoffwechsel zur Übertragung von Information. II 94 Informationsverarbeitung/DennettVsFunktionalismus: Eines war immer klar: sobald es in einem Informationssystem Wandler und Effektoren gibt, verschwindet seine "Medienneutralität" oder multiple Realisation. (VsPutnam, VsTuring). II 100 Verkörperte Information/Dennett: Die Evolution lässt in jedem Teil jedes Lebewesens Informationen körperlich werden. Bsp Die Barten des Wals verkörpern Information über die Nahrung. Bsp Die Flügel des Vogels verkörpern Information über das Medium der Luft. Bsp Die Haut des Chamäleons trägt Information über die Umgebung. Diese Informationen brauchen keineswegs als Kopien ins Gehirn zu gelangen! |
Dennett I D. Dennett Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997 Dennett II D. Dennett Spielarten des Geistes Gütersloh 1999 Dennett III Daniel Dennett "COG: Steps towards consciousness in robots" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Dennett IV Daniel Dennett "Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Information | Maturana | I 86f Information/Maturana: falsch: dass das Nervensystem Informationen über die Umwelt kodiert und in der funktionalen Organisation repräsentiert. - Richtig: Es werden Prozesse (nicht Beschreibungen) kodiert. - Sie können nur durch die tatsächliche Realisierung dekodiert werden. Im Kode ist keine Isomorphie mit einer Beschreibung. >Code, >Beschreibung/Maturana, >Prozesse, >Repräsentation, >Nervensystem. Information: gilt nur im kognitiven Bereich: sie bezieht sich auf den Grad der Unsicherheit im Verhalten des Beobachters innerhalb definierter Alternativen. >Verhalten, >Beobachtung, >Operation/Maturana. |
Maturana I Umberto Maturana Biologie der Realität Frankfurt 2000 |
| Konstruktivismus | Black | III 75 Konstruktivismus/Hudson Hoagland: These: Wir nehmen nicht die Eigenschaften von Objekten wahr, sondern die Eigenschaften unseres eigenen Nervensystems. BlackVsHoagland: Woher kann er dann überhaupt wissen, dass die physiko-chemischen Ereignisse komplex sind. >Beschreibungsebenen, >Stufen, >Theorien, >Methoden, >Wissen, >Wahrnehmung. |
Black I Max Black "Meaning and Intention: An Examination of Grice’s Views", New Literary History 4, (1972-1973), pp. 257-279 In Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg) Frankfurt/M 1979 Black II M. Black Sprache. Eine Einführung in die Linguistik München 1973 Black III M. Black The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983 Black IV Max Black "The Semantic Definition of Truth", Analysis 8 (1948) pp. 49-63 In Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994 |
| Konstruktivismus | Searle | III 168 Konstruktivismus/Maturana: Nervensysteme (autopoietisch) schaffen die Wirklichkeit. >Autopoiesis. SearleVsMaturana: genetischer Fehlschluss: Daraus, dass unser Bild von der Wirklichkeit konstruiert ist, folgt nicht, dass die Wirklichkeit konstruiert ist. >Konstruktivismus. Maturana: Maturana verwirft die Idee einer »objektiven Wirklichkeit« zugunsten der Idee, dass Nervensysteme wie autopoietische Systeme sich ihre eigene Wirklichkeit schaffen. Da wir keine Vorstellung und keinen Zugang zu der Wirklichkeit haben außer durch die gesellschaftliche Konstruktion, gibt es keine unabhängige Wirklichkeit. >Objektivität/Maturana, >Realität/Maturana. SearleVsMaturana: Aus der Tatsache, dass unsere Erkenntnis/Vorstellung/Bild der Wirklichkeit von menschlichen Gehirnen in gesellschaftlichen Interaktionen konstruiert wird, folgt nicht, dass die Wirklichkeit von menschlichen Gehirnen geschaffen worden ist. III 169 Genetischer Fehlschluss: ein Problem darüber hinaus: Wäre dann die Interaktionen selbst auch konstruiert durch Interaktion? >Regress. Terry Winograd: Bsp »Es ist Wasser im Kühlschrank«. Relativ auf verschiedene Hintergründe kann man Aussagen machen, die wahr oder falsch sind. Daraus schließt er, dass die Wirklichkeit nicht unabhängig von unseren Repräsentationen besteht. SearleVsWinograd: Ein genetischer Fehlschluss wie bei Maturana verwechselt unser Bild (Hintergrund) mit der Wirklichkeit. Vgl. >Hintergrund/Searle, >Terminologie/Searle. Derrida: » Il n'y a pas de "hors texte"«. SearleVsDerrida: Das wird ohne Argument einfach behauptet. In einer späteren polemischen Antwort auf mich scheint er ohnehin alles zurückzunehmen. Er behauptet da, dass das Ganze nur die Banalität meine, dass alles in dem einen oder anderen Kontext existiert. >Derrida. |
Searle I John R. Searle Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996 Searle II John R. Searle Intentionalität Frankfurt 1991 Searle III John R. Searle Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997 Searle IV John R. Searle Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982 Searle V John R. Searle Sprechakte Frankfurt 1983 Searle VII John R. Searle Behauptungen und Abweichungen In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Searle VIII John R. Searle Chomskys Revolution in der Linguistik In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Searle IX John R. Searle "Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Konzeptuelles Nervensystem | |||
| Konzeptuelles Nervensystem | Gray | Corr I 349 Konzeptuelles Nervensystem/Gray: Ein (....) wichtiger Aspekt der RST (>Reinforcement Sensitivity Theory) ist die Unterscheidung zwischen den Teilen, die zum konzeptuellen Nervensystem (cns) gehören, und den Teilen, die zum zentralen Nervensystem (CNS) gehören (eine Unterscheidung, die durch Hebb 1955 fortgeführt wurde)(1). Def cns/Hebb: Die cns-Komponente von RST liefert das Verhaltensgerüst, formalisiert in einem theoretischen Rahmen (z.B. Lerntheorie; siehe Gray 1975(2); oder, ethoexperimentelle Analyse; siehe Gray und McNaughton 2000)(3); Def CNS/Hebb: Die CNS-Komponente spezifiziert die beteiligten Gehirnsysteme, die sich auf die neuesten Erkenntnisse des neuroendokrinen Systems stützen (siehe McNaughton und Corr 2008)(4). Wie von Gray (1972a)(5) festgestellt, müssen diese beiden Erklärungsebenen kompatibel sein. 1. Hebb, D. O. 1955. Drives and the C. N. S. (Conceptual Nervous System), Psychological Review 62: 243–54 2. Gray, J. A. 1975. Elements of a two-process theory of learning. London: Academic Press 3. Gray, J. A. and McNaughton, N. 2000. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system. Oxford University Press 4. Corr, P. J. and McNaughton, N. 2008. Reinforcement sensitivity theory and personality, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 155–87. Cambridge University Press 5. Gray, J. A., 1972a. Learning theory, the conceptual nervous system and personality, in V. D. Nebylitsyn and J. A. Gray (eds.), The biological bases of individual behaviour, pp. 372–99. New York: Academic Press Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press Corr II 115 Konzeptionelles Nervensystem/Zentralnervensystem/Gehirn/Drogen/Gray/McNaughton/Corr: Man kann, und Gray hat dies insbesondere getan, in [zwei] Richtungen gehen: zu einem 'konzeptionellen Nervensystem' (zns), wie es von Hebb (1955)(1) aus der sorgfältigen Beobachtung von experimentell erzwungenem Verhalten abgeleitet wurde und zu dem realen 'zentralen Nervensystem' (ZNS), das von Neuroanatomie und Neurophysiologie untersucht wurde. Grays einzigartige Leistung war es, die Verwendung von Drogen als konzeptuelles Dissektionsinstrument unter der Annahme zu verwenden, dass ein Medikament die synaptische Aktivität (ZNS) und damit parallel dazu das Verhalten (zns) verändert. Angenommen, eine Droge beeinflusst Verhalten A, aber nicht Verhalten B. Dann können wir sicher sein, dass A von einem Prozess abhängt, der nicht von B geteilt wird. Kritisch betrachtet bedeutet dies, dass wir alle kognitiven und neuronalen Prozesse, die nicht drogensensitiv sind, von der Betrachtung ausschließen. Drogen sezieren also sowohl das ZNS als auch das zns in einer in hohem Maße reproduzierbaren, theorieunabhängigen Weise. Gray setzte die Sezierung durch Drogen auf besonders wirkungsvolle Weise ein: (...) um bestimmte Verhaltensweisen, neuronale Systeme, Persönlichkeitssysteme und klinische Störungen miteinander zu verbinden. II 125 Introversion/Gray: (...) Gray kommt zu dem Schluss, "dass es die Aktivität in dem Frontalkortex-Medialseptalbereich-Hippokampus ist, die den Grad der Introversion bestimmt: je empfindlicher oder aktiver dieses System ist, desto introvertierter wird das Individuum sein" (1970a, S. 260)(2). 1. Hebb, D. O. (1955). Drives and the C.N.S. (conceptual nervous system). Psychological Review, 62, 243–254. 2. Gray, J. A. (1970a). The psychophysiological basis of introversion–extraversion. Behaviour Research and Therapy, 8, 249–266. McNaughton, Neil and Corr, John Philip: “Sensitivity to Punishment and Reward Revisiting Gray (1970)”, In: Philip J. Corr (Ed.) 2018. Personality and Individual Differences. Revisiting the classical studies. Singapore, Washington DC, Melbourne: Sage, pp. 115-136. |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Konzeptuelles Nervensystem | Hebb | Corr I 349 Konzeptuelles Nervensystem/Hebb: Ein (....) wichtiger Aspekt der RST (>Reinforcement Sensitivity Theorie) ist die Unterscheidung zwischen den Teilen, die zum konzeptuellen Nervensystem (cns) gehören, und den Teilen, die zum zentralen Nervensystem (CNS) gehören (eine Unterscheidung, die durch Hebb 1955 fortgeführt wurde) (1). Def cns/Hebb: Die cns-Komponente von RST liefert das Verhaltensgerüst, formalisiert in einem theoretischen Rahmen (z.B. Lerntheorie; siehe Gray 1975(2); oder, ethoexperimentelle Analyse; siehe Gray und McNaughton 2000)(3); Def CNS/Hebb: Die CNS-Komponente spezifiziert die beteiligten Gehirnsysteme, die sich auf die neuesten Erkenntnisse des neuroendokrinen Systems stützen (siehe McNaughton und Corr 2008)(4). Wie von Gray (1972a)(5) festgestellt, müssen diese beiden Erklärungsebenen kompatibel sein. 1. Hebb, D. O. 1955. Drives and the C. N. S. (Conceptual Nervous System), Psychological Review 62: 243–54 2. Gray, J. A. 1975. Elements of a two-process theory of learning. London: Academic Press 3. Gray, J. A. and McNaughton, N. 2000. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system. Oxford University Press 4. Corr, P. J. and McNaughton, N. 2008. Reinforcement sensitivity theory and personality, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 155–87. Cambridge University Press 5. Gray, J. A., 1972a. Learning theory, the conceptual nervous system and personality, in V. D. Nebylitsyn and J. A. Gray (eds.), The biological bases of individual behaviour, pp. 372–99. New York: Academic Press Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Hebb I Donald O. Hebb The Organization of Behavior Hoboken, NJ 1949 Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Lernen | Maturana | I 63 Lernen/Maturana: Lernen ist die historische Transformation eines Organismus durch Erfahrung. - Es dient der basalen Zirkularität. >Rekursion. Neues Verhalten entwickelt sich. - Für einen Beobachter erscheint das Verhalten durch die Einverleibung einer Repräsentation gerechtfertigt, die durch Erinnerung das Verhalten modifiziert. >Erinnerung, >Psychologische Theorien über Gedächtnis, >Verhalten, >Beobachtung. Das System arbeitet aber in der Gegenwart - Vorteilhaftigkeit kann nur a posteriori festgestellt werden. >Systeme. I 70 Lernen/Maturana: Lernen erlaubt rein konsensuelle (kulturelle) Evolution, ohne Evolution des Nervensystems. I 73 Lernen/Maturana: Verhaltensänderung muss von anderen Veränderungen begleitet sein. >Verändung. I 74 Lernen ist nicht Akkumulation von Repräsentationen, sondern kontinuierliche Transformation von Verhalten. >Repräsentation. I 119 Lernen/Instinktverhalten/Maturana: Lernen und Instinktverhalten sind zunächst ununterscheidbar, weil sie in der konkreten Verwirklichung durch die Strukturen des Nervensystems bestimmt sind. >Nervensystem. Lernen: ontogenetisch erworben - Instinkt: evolutionär erworben. I 119 Lernen/Maturana: verändert nicht die Struktur. Erwerb von Repräsentationen: ist bloß metaphorisch - (Der Erwerb würde ein instruktives System voraussetzen). - Ein lernendes System hat keine trivialen Erfahrungen (Interaktionen), weil alle Interaktionen zu Strukturveränderungen führen. I 280 Lernen/Maturana: eingeklammert beschrieben: ein rein epigenetischer Prozess (Entwicklung des Individuums). - Es ist kein gerichteter Prozess der Anpassung an eine Realität. >Anpassung, >Realität. |
Maturana I Umberto Maturana Biologie der Realität Frankfurt 2000 |
| Lerntheorie | Gray | Corr I 358 Lerntheorie/Gray: Gray's (1975)(1) Elemente einer Zwei-Prozess-Theorie des Lernens, die vollständig verkörpert ist [die Tradition des Hull] (siehe Lerntheorie/Hull, Hull 1952(2)) in der Persönlichkeitspsychologie. Hull: reduzierte alle Formen der motivational orientierten Verstärkung auf einen einzigen Prozess der "Trieb-Reduktion"; wie von Gray (1975(1), S. 25) festgestellt, unterscheidet sich der "Hull'sche Begriff des allgemeinen Triebes, soweit es tragfähig ist, in keiner wichtigen Hinsicht von dem der Erregung". Auf der realen Nervensystemseite der Medaille wurde die konzeptionelle Arbeit des Nervensystems durch neurophysiologische Erkenntnisse gestärkt, die auf spezifische Emotionszentren im Gehirn hinweisen (z.B. die "pleasure centres" - Genusszentren; Olds und Milner 1954(3); siehe Corr 2006(4)). >Emotionen/Gray. 1. Gray, J. A. 1975. Elements of a two-process theory of learning. London: Academic Press 2. Hull, C. L. 1952. A behaviour system. New Haven: Yale University Press 3. Olds, J. and Milner, P. 1954. Positive reinforcement produced by electrical stimulation of septal area and other regions of rat brain, Journal of Comparative and Physiological Psychology 47: 419–27 4. Corr, P. J. 2006. Understanding biological psychology. Oxford: Blackwell Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Mathematik | Neumann | Weizenbaum I 203 Mathematik/Neumann, J. von: (J. von Neumann 1958)(1): Wenn wir über Mathematik reden, dann diskutieren wir vielleicht eine Sekundärsprache, die auf der Primärsprache aufgebaut ist, die in Wirklichkeit von Zentralnervensystem verwendet wird. Somit sind die äußeren Formen unserer Mathematik nicht absolut relevant, wenn es um ein Urteil darüber geht, welche mathematische oder logische Sprache vom Zentralnervensystem nun wirklich benutzt wird. >Theoriesprache, >Sprache des Geistes, >Mathematische Entitäten, >Theoretische Termini, >Theoretische Entitäten, >Welt/Denken, >Denken ohne Sprache, >Zentralnervensystem. 1. J. von Neumann, The Computer and the Brain, New Haven, 1958, S. 82. |
NeumJ I J. v. Neumann The Computer and the Brain New Haven 2012 Weizenbaum I Joseph Weizenbaum Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft Frankfurt/M. 1978 |
| Neuronale Netze | Deacon | I 130 Neuronale Netze/Lernen/Deacon: Der grundlegende Aufbau besteht aus drei Schichten: Inputeinheiten, Outputeinheiten und verborgene Einheiten (hidden units, mittlere Schicht) sowie deren Verbindungen. Die Zustände der Knoten der mittleren Schicht (0 oder 1) werden zunächst durch die Input-Knoten beeinflusst. Dabei ist entscheidend, dass die Stärke der Verbindungen sich erst durch den häufigeren Gebrauch herausbildet. Trainiert werden die Verbindungen nun dadurch, dass der Erfolg des Outputsignals (richtige oder falsche Assoziation) mit dem Input verglichen wird. Vgl. >Lernen/Hebb, >Input/Output. I 131 Dieses Training entspricht dann einem Anpassen an einen Vorrat an externen Verhaltensformen und ist ein Analogon zum Lernen. Solche Systeme sind viel stärker in der Lage, Muster zu erkennen als herkömmlich programmierte Computer. Wenn neuronale Netze trainiert werden, Stimuli zu kategorisieren, können sie das leicht fortsetzen, wenn neue Stimuli auftreten. Beim Auftreten von zufälligen Störungen sind sie konventionellen Computern darin überlegen, I 132 zu reagieren und problematische Verbindungen nicht weiter zu verstärken. D.h. sie reagieren nicht in einer Alles-oder-Nichts-Weise. Das ähnelt der Reaktion von Nervensystemen auf Beschädigungen. >Maschinenlernen. Informationsverarbeitung innerhalb neuronale Netze hat man mit Hologrammen verglichen, die Information aus mehreren Perspektiven zugleich zur Verfügung haben. Kurzzeitgedächtnis: Das Kurzzeitgedächtnis kann man mit rekurrenten Netzen nachbilden (vgl. J. Elman)(1). Hierbei werden frühere Zustände der verborgenen Schicht als neuer Input eingegeben und verarbeitet. Spracherwerb/Elman: Damit konnte Sprachlernen simuliert werden: das Problem des Syntax-Lernens wurde in das Problem übersetzt, frühere Sequenzen auf zukünftige Inputsequenzen abzubilden. Unvollständige Sequenzen wurden von dem System durch die wahrscheinlichsten Ergänzungen vervollständigt. Hierbei ging es zunächst um das Auftreten von 0 und 1, d.h. Bedeutungen wurden vernachlässigt. Problem: Neuronale Netze konvergieren manchmal in suboptimalen Lösungen, da sie nur lokale Muster berücksichtigen. Lösung: Damit die Netze nicht in solchen „learning potholes“ (Schlaglöchern) gefangen bleiben, kann man „Geräusche“ (zufällige Störungen) einbauen, die das System dazu zwingen, mögliche Lösungen in einem weiteren Gebiet zu suchen. I 133 Spracherwerb/Elman/Deacon: Indem Elman verschiedene Stadien des Lernens komplexerer Strukturen auseinander hielt, konnten diese sich nicht gegenseitig stören. >Spracherwerb. I 134 Deacon: Es wurde die Produktion grammatisch korrekter Formen induktiv gelernt, ohne irgendeine Grammatik, geschweige denn, eine Universalgrammatik vorauszusetzen. (DeaconVsChomsky). >Universalgrammatik, >Grammatik, >N. Chomsky. I 135 Pointe: Es wurde gezeigt, dass die Struktur des Lernprozesses damit zu tun hat, was gelernt werden kann und was nicht. Wichtiger noch: es legt nahe, dass die Struktur der Sprache und die Weisem, wie sie gelernt werden muss, zusammenhängen. >Sprache/Deacon, >Gehirn/Deacon. 1. Elman, J. (1991): Incremental learning, or the importance of starting small. In: 13th Annual Conference oft he Cognitive Science Society, NJ, L. Erlbaum, 443-448. |
Dea I T. W. Deacon The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998 Dea II Terrence W. Deacon Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013 |
| Person | Gould | IV 64 Person/Individuum/Organismus/Natur/Gould: Bsp Korallenriffe sind Ansammlungen vieler Millionen kleinster Organismen. Jeder Polyp ist ein vollständiges Lebewesen. Bsp Einige Quallen (z.B. die Portugiesische Galeere) sind Kolonien mehrerer Personen (Tentakeln). Jedes Tentakel entsteht zunächst als gesonderte Person. Diese haben unterschiedliche Funktionen. IV 71 Paradox: Die Differenzierung in einzelne Personen (Schwimm-, Fang-, Schutz-, Fress-, u.a. Funktionen) ist von der Evolution her richtig. Sie entwickelten sich aus einfacheren Aggregationen eigenständiger Organismen, von denen jeder relativ vollständig ist, und nahezu alle Funktionen übernehmen kann. (Wie bei den heutigen Korallen). Doch die Kolonie ist so integriert, dass das Gesamte wiederum nur als einzelne Person betrachtet werden kann! Obwohl jede einzelne Person ein eigenes Nervensystem hat, verbindet alle ein gemeinsamer Nervenstrang. >Evolution, >Erklärung, >Darwinismus Paradox: In Bezug auf die Evolution ist sie eine Kolonie, in Bezug auf ihre jetzige Funktion jedoch eher ein Organismus. IV 72 Th. H. Huxley: Th. H. Huxley löste die Debatte aus, indem er für Einzelorganismen plädierte.(1) IV 73 Haeckel: Haeckel überbetonte häufig aus künstlerischen Gründen die Symmetrie.(2) Syphonophoren (Quallen) entwickeln sich aus einer einzigen Eizelle! I V 75 Bsp Bambusgehölz mag auf einen einzelnen Samen zurückführbar sein, jedoch wird jeder geknospte Stamm als Individuum angesehen. Sie sind genetisch identische Kopien. Aber sind sie unterirdisch verbunden? Und oberirdisch nun Individuum oder Teil? Hier gibt es keine klare Antwort. Kontinuum/Gould: Die Natur hat vom Individuum bis zur Kolonie ein Kontinuum geschaffen. Bsp Ameisen/Gould: Wir entscheiden uns immer noch für den Einzelorganismus, obwohl manche Naturforscher sie als Superorganismus ansehen. IV 77 Bsp Blattläuse: Alle Mitglieder eines Klons sind weiblich. Die gesamte Nachkommenschaft ist absolut identisch. Ist dieser Klon eine Aggregation selbständiger Individuen, oder ein evolutionärer Körper? IV 78 Kriterien der räumlichen Absonderung und der Funktion greifen hier nicht. Die Frage ist falsch gestellt. 1. Th. H. Huxley (1849). The oceanic Hydrozog observed during the voyage of HMS "Rattlesnake" in the years 1846-1850. London: The Ray society. 2. Ernst Haeckel (1888). Report on the Siphonophorae collected by HMS Challenger during the years 1873-1876. Voyage of HMS Challenge, Zoology, VOl. 28. |
Gould I Stephen Jay Gould Der Daumen des Panda Frankfurt 2009 Gould II Stephen Jay Gould Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991 Gould III Stephen Jay Gould Illusion Fortschritt Frankfurt 2004 Gould IV Stephen Jay Gould Das Lächeln des Flamingos Basel 1989 |
| Realität | Searle | III 168 Realität/Maturana: Nervensysteme (autopoietisch) schaffen die Wirklichkeit. SearleVsMaturana: genetischer Fehlschluss: daraus, dass unser Bild konstruiert ist, folgt nicht, dass die Wirklichkeit konstruiert ist. Vgl. >Konstruktivismus, >Autopoiesis. III 179 "Alles könnte anders sein"/Berkeley: Wenn Berkeley recht hat, existiert die Materie nicht. >"Alles anders". >Berkeley. III 194 Hintergrund: Moores Hände gehören zum Hintergrund. Sie sind nicht in einem Bankschließfach. Der Hintergrund hilft uns, die Wahrheitsbedingungen für unsere Äußerungen festzulegen. >Hintergrund/Searle, >Moores Hände. |
Searle I John R. Searle Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996 Searle II John R. Searle Intentionalität Frankfurt 1991 Searle III John R. Searle Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997 Searle IV John R. Searle Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982 Searle V John R. Searle Sprechakte Frankfurt 1983 Searle VII John R. Searle Behauptungen und Abweichungen In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Searle VIII John R. Searle Chomskys Revolution in der Linguistik In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Searle IX John R. Searle "Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Reinforcement Sensitivity | Corr | Corr I 348 Reinforcement Sensitivity Theory/Corr: Die Reinforcement Sensitivity Theory (RST) der Persönlichkeit stellt einen mutigen Versuch dar, die neuropsychologische Regulierung des Verhaltens zu berücksichtigen, und wie individuelle Unterschiede in neuropsychologischen Systemen zu dem führen, was wir gemeinhin als "Persönlichkeit" bezeichnen. RST basiert auf Vorstellungen von zentralen Zuständen von Emotion und Motivation, die die Beziehungen zwischen Reizeingang und Verhaltensreaktion vermitteln: Hier können Reize und Reaktionen interne Prozesse sein und nur aus raffinierten Verhaltensexperimenten (z.B. sensorische Präkonditionierung; siehe McNaughton und Corr 2008)(1) abgeleitet werden. Corr I 349 Die Reinforcement Sensitivity Theorie umfasst eine Reihe von Ansätzen, die sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen. Dieser Punkt wird von Smillie, Pickering und Jackson (2006, S. 320)(2) gut angesprochen, die darauf hinweisen, dass RST zwar oft als eine Theorie der Persönlichkeit angesehen wird, aber "genauer gesagt als eine Neuropsychologie von Emotion, Motivation und Lernen identifiziert wird". Tatsächlich ist RST aus der Grundlagenforschung im Bereich des Tierlernens entstanden, was zunächst nicht mit der Persönlichkeit zusammenhing". Ein (....) wichtiger Aspekt von RST ist die Unterscheidung zwischen den Teilen, die zum konzeptionellen Nervensystem (cns) gehören, und den Teilen, die zum zentralen Nervensystem (CNS) gehören (eine Unterscheidung, die durch Hebb 1955 fortgeführt wurde)(3). Def cns/konzeptionelles Nervensystem/Hebb: Die cns-Komponente von RST liefert das Verhaltensgerüst, formalisiert in einem theoretischen Rahmen (z.B. Lerntheorie; siehe Gray 1975(4); oder, ethoexperimentelle Analyse; siehe Gray und McNaughton 2000)(5); Def CNS/Central Nervous System/Hebb: Die CNS-Komponente spezifiziert die beteiligten Gehirnsysteme, ausgedrückt in Form der neuesten Erkenntnisse des neuroendokrinen Systems (siehe McNaughton und Corr 2008)(1). Wie von Gray (1972a)(6) erwähnt, müssen diese beiden Erklärungsebenen kompatibel sein. Corr I 360 Post-2000 RST: siehe >Terminologie/Corr, >Angst/Corr. Corr I 371 RST/Reinforcement Sensitivity Theorie/Corr: Von Bedeutung ist der translationale Charakter dieser Forschung: Wir können jetzt von grundlegenden nichtmenschlichen Tierstudien zu menschlichen übergehen, bewaffnet mit einer rigorosen Theorie, um den schwierigen Prozess des Verständnisses der Neuropsychologie der menschlichen Persönlichkeit zu steuern. Als Beispiel für eine solche translationale Forschung bestätigten Perkins und Corr (2006)(7), dass die grundlegenden Abwehrreaktionen von Nagetieren auf Katzen in ethologisch-gültigen Situationen in menschlichen Abwehrreaktionen auf eine Reihe von bedrohlichen Situationen gefunden werden. Verbleibende Probleme: a) wie man BAS-Prozesse am besten charakterisiert und wie man sie mittels Fragebogen misst (Corr 2008a (8); Pickering und Smillie 2008)(9); b) was ist die Beziehung zwischen bewusstem Bewusstsein, seinen Funktionen und Emotion/Motivation (Gray 2004(10); Corr 2006(11), 2008a)(12); c) wie man Belohnungs- und Strafvariablen im Labor am besten operationalisiert und welche Vorhersagen wir über ihre mögliche Interaktion treffen sollten (Corr 2002a(13), 2008a(12)); d) was ist der geeignetste Weg, um FFFS (Kampf-Flucht-Erstarren-System; Fight-Flight-Freeze System; >Terminologie/Gray), BIS (Verhaltenshemmung-System, >Terminologie/Corr) und BAS (Verhaltensannäherungs-System, >Terminologie/Corr) beim Menschen zu messen und wie können solche Maßnahmen validiert werden; und e) sind die Prinzipien des frustrierenden Nicht-Belohnens und der Linderung der Nicht-Bestrafung nützlich, um kontraproduktives und paradoxes Verhalten zu erklären (McNaughton und Corr in der Presse). Darüber hinaus gibt es weitere Probleme, die von der Rolle des "freien Willens" im Verhalten bis zu der gesellschaftlichen Regulierung des individuellen Verhaltens (z.B. effektive Strafsysteme) reichen. 1. Corr, P. J. and McNaughton, N. 2008. Reinforcement sensitivity theory and personality, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 155–87. Cambridge University Press 2. Smillie, L. D., Pickering, A. D. and Jackson, C. J. 2006. The new reinforcement sensitivity theory: implications for personality measurement, Personality and Social Psychology Review 10: 320–35 3. Hebb, D. O. 1955. Drives and the C. N. S. (Conceptual Nervous System), Psychological Review 62: 243–54 4. Gray, J. A. 1975. Elements of a two-process theory of learning. London: Academic Press 5. Gray, J. A. and McNaughton, N. 2000. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system. Oxford University Press 6. Gray, J. A., 1972a. Learning theory, the conceptual nervous system and personality, in V. D. Nebylitsyn and J. A. Gray (eds.), The biological bases of individual behaviour, pp. 372–99. New York: Academic Press 7. Perkins, A. M. and Corr, P. J. 2006. Reactions to threat and personality: psychometric differentiation of intensity and direction dimensions of human defensive behaviour, Behavioural Brain Research 169: 21–8 8. Corr, P. J. 2008a. Reinforcement sensitivity theory (RST): Introduction, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 1–43. Cambridge University Press 9. Pickering, A. D. and Smillie, L. D. 2008. The behavioural activation system: challenges and opportunities, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 120–54. Cambridge University Press 10. Gray, J. A. 2004. Consciousness: creeping up on the Hard Problem. Oxford University Press 11. Corr, P. J. 2006. Understanding biological psychology. Oxford: Blackwell 12. Corr, P. J. 2008a. Reinforcement sensitivity theory (RST): Introduction, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 1–43. Cambridge University Press 13. Corr, P. J. 2002a. J. A. Gray’s reinforcement sensitivity theory: tests of the joint subsystem hypothesis of anxiety and impulsivity, Personality and Individual Differences 33: 511–32 Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Reinforcement Sensitivity | Gray | Corr I 348 Reinforcement Sensitivity Theorie/RST/Gray: Jeffrey Grays (1970(1), 1975(2), 1976(3), 1982(4)) neuropsychologische Theorie von Emotion, Motivation, Lernen und Persönlichkeit ist heute allgemein bekannt als RST. These: Stimuli per se beeinflussen das Verhalten nicht (zumindest nicht im einfachen Sinne); sie haben lediglich das Potenzial, neuropsychologische Systeme (d.h. interne Prozesse) zu aktivieren, die Verhaltensreaktionen steuern: Der Geist ist keine Serie von Black Boxen. Für eine voll zufriedenstellende wissenschaftliche Erklärung der Verhaltenskontrolle und -regulation müssen wir uns auf diese neuropsychologischen Systeme konzentrieren. Corr I 349 Ein (....) wichtiger Aspekt von RST ist die Unterscheidung zwischen den Teilen, die zum konzeptuellen Nervensystem (cns) gehören, und den Teilen, die zum zentralen Nervensystem (CNS) gehören (eine Unterscheidung, die durch Hebb 1955 fortgeführt wurde)(5) >Konzeptuelles Nervensystem/Gray, >Terminologie/Hebb, >Verhalten/Gray. Corr I 351 RST basiert auf einer Beschreibung des unmittelbaren/kurzen Zustands neuronaler Systeme: Wie Tiere, einschließlich der menschlichen Form, auf motivational signifikante (d.h. "verstärkende") Reize reagieren und welche neuropsychologischen Systeme diese Reaktionen vermitteln. Auf dieser Zustandsinfrastruktur basieren längerfristige Merkmalsdispositionen von Emotionen, Motivation und Verhalten. RST geht davon aus, dass Persönlichkeitsfaktoren, die durch multivariate statistische Analysen (z.B. Faktoranalysen) aufgedeckt werden, Variationsquellen in neuropsychologischen Systemen widerspiegeln, die im Laufe der Zeit stabil sind - das heißt, sie sind Eigenschaften des Individuums. Corr I 359 RST/Gray: (zusammengefasst in den Worten von Fowles (2006)(6) S. 8.): "Aus dieser Sicht werden Organismen als Maximierung der Exposition gegenüber lohnenden ("begehrlichen") Ereignissen und Minimierung der Exposition gegenüber strafenden ("aversiven") Ereignissen angesehen. Belohnende oder begehrliche Ereignisse bestehen aus der Präsentation einer Belohnung (Rew), der Beendigung einer Strafe (Pun!) oder der Unterlassung einer erwarteten Strafe (nonPun), während strafende oder aversive Ereignisse aus der Strafe (Pun), der Beendigung der Belohnung (Rew!) und der Unterlassung einer erwarteten Belohnung (NonRew) bestehen. Durch einen Prozess der klassischen Konditionierung können konditionierte Reize (CSs) gepaart mit Ereignissen, einige ihrer emotionalen und motivationalen Eigenschaften erlangen." 1, Gray, J. A. 1970. The psychophysiological basis of Introversion–Extraversion, Behaviour Research and Therapy 8: 249–66 2. Gray, J. A. 1975. Elements of a two-process theory of learning. London: Academic Press 3. Gray, J. A. 1976. The behavioural inhibition system: a possible substrate for anxiety, in M. P. Feldman and A. M. Broadhurst (eds.), Theoretical and experimental bases of behaviour modification, pp. 3–41. London: Wiley 4. Gray, J. A. 1982. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system. Oxford University Press 5. Hebb, D. O. 1955. Drives and the C. N. S. (Conceptual Nervous System), Psychological Review 62: 243–54 6. Fowles, D. C. 2006. Jeffrey Gray’s contributions to theories of anxiety, personality, and psychopathology, in T. Canli (ed.), Biology of personality and individual differences, pp. 7–34. New York: Guilford Press Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Rekursion | Maturana | I 275 Rekursion/Rekursivität/Maturana: Rekursion setzt Unabhängigkeit der Systeme voraus. >Systeme, >Unabhängigkeit. Bsp Zirkuläre Operation des Nervensystem ist nur rekursiv im Hinblick auf den historischen Fluss der Ereignisse - nicht mit sich selbst. >Nervensystem, >Ereignisse. |
Maturana I Umberto Maturana Biologie der Realität Frankfurt 2000 |
| Relationen | Maturana | I 45 Relationen/Maturana: Beobachtete Relationen hängen auch von der strukturellen Organisation des Beobachters ab. >Beobachtung, >Operation/Maturana. Zwei Interaktionen, die den gleichen Zustand relativer Aktivität erzeigen, sind für das Nervensystem identisch, egal wie verschieden sie im kognitiven Bereich sind. >Nervensystem. |
Maturana I Umberto Maturana Biologie der Realität Frankfurt 2000 |
| Repräsentation | Maturana | I 48 Repräsentation/Maturana: Das Nervensystem kann mit den Repräsentationen seiner Interaktionen in unendlicher Weise rekursiv interagieren. Repräsentationen drücken Übereinstimmung aus, die der Beobachter zwischen Relationen und verschiedenen Aktivitätszuständen des Nervensystems beobachtet. - Sie liegen als solche im kognitiven Bereich. >Nervensystem. I 125 Repräsentation/Bedeutung/Beschreibung/Semantik/Maturana: Das sind Begriffe, die ausschließlich zum Operieren in einem konsensuellen Bereich gehören. - Sie haben keinerlei Erklärungswert hinsichtlich des tatsächlichen Operierens. >Operation/Maturana, >Bereiche/Maturana. I 209/10 Repräsentation/Maturana: Ein Beobachter kann einen Aktivitätszustand aufgrund einer Interaktion des Nervensystems immer als eine Repräsentation der Interaktion auffassen. |
Maturana I Umberto Maturana Biologie der Realität Frankfurt 2000 |
| Schmerz | Singer | I 51 Schmerz/Mensch/Tier/P. Singer: Einige werden sagen, die Schmerzen, die einem Schwein oder einer Maus zugefügt werden, wiegen nicht so schwer wie die Schmerzen eines Menschen, weil der Mensch bewusster ist, und bewusster leidet. P. Singer: Ich würde auch sagen, dass ein menschlicher Krebspatient normalerweise stärker leidet als ein Tier mit der gleichen Krankheit. Aber das untergräbt nicht das Prinzip der gleichen Berücksichtigung der Interessen. >Interesse, >Tiere, >Leiden. I 52 Wollte man den Aspekt, dass Menschen stärker um sich und andere besorgt sind, zum Maßstab machen, könnte man damit Experimente mit geistig Benachteiligten oder mit Kindern rechtfertigen, was wir nicht wollen. Leiden: Weniger Bewusstsein muss nicht weniger Leiden bedeuten: Es mag für gefangene Wildtiere nicht verständlich sein, dass sie nicht mit dem Tod bedroht sind. Aus diesem Grund kann eine Präzisierung hier nicht wesentlich für die Bestimmung des Leids sein. >Bewusstsein. I 59 Schmerz/Mensch/Tier/P. Singer: Woher wollen wir wissen, dass Tiere Schmerzen wie wir empfinden? Ihr Verhalten gleicht dem unseren und das Nervensystem aller Wirbeltiere ist sehr ähnlich aufgebaut. >Verhalten. I 60 Für Pflanzen gilt nicht, dass sie Schmerzen empfinden. Berühmt gewordene Versuche mit Lügendetektoren, die Pflanzen angelegt wurden, ließen sich nicht wiederholen. Pflanzen haben kein zentral organisiertes Nervensystem wie wir. |
SingerP I Peter Singer Practical Ethics (Third Edition) Cambridge 2011 SingerP II P. Singer The Most Good You Can Do: How Effective Altruism is Changing Ideas About Living Ethically. New Haven 2015 |
| Stress | Lazarus | Corr I 207 Psychologischer Stress/Lazarus/Elovainio/Kivimäki: Die transaktionale Stresstheorie von Lazarus (1984)(1) definiert Stress als eine Beziehung zwischen der Person und der Umwelt, die von der Person als relevant für ihr eigenes Wohlbefinden eingeschätzt wird und in der die Ressourcen der Person strapaziert werden. Dieser Ansatz schafft auch eine Grundlage für das Verständnis individueller Unterschiede in den Emotionen, da das Entstehen von Emotionen als abhängig von der eingeschätzten Bedeutung des Ereignisses angesehen wird. Lazarus: dass es keinen objektiven Weg gibt, das psychische Stressniveau vorherzusagen, ohne die individuelle Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen (Lazarus 1993)(2). Stress/Lazarus: ein Ungleichgewicht zwischen äußeren Kräften oder Lasten und individuellen Möglichkeiten, mit diesen äußeren Kräften durch viele moderne Theorien umzugehen oder ihnen zu widerstehen (Lazarus 1991(3)). Es wird davon ausgegangen, dass Stress eine mehr oder weniger gleichzeitige Aktivierung von psychologischen und biologischen Systemen beinhaltet. Das Erkennen einer Bedrohung oder Herausforderung geht einher mit einer sofortigen systemischen Erregung, die vom sympathischen Nervensystem und der hypothalamisch-pituitär-adrenokortikalen Achse erzeugt wird. Gleichzeitig ist Stress mit Stimmungsschwankungen, Wachsamkeit, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Problemlösung, Aufgabenleistung und Wohlbefinden verbunden. >Stress/Psychologische Theorien. 1. Lazarus, R. S. 1984. On the primacy of cognition, American Psychologist 36: 124–9 2. Lazarus, R. S. 1993. From psychological stress to the emotions: a history of changing outlooks, Annual Review of Psychology 44: 1–21 3. Lazarus, R. S. 1991. Cognition and motivation in emotion, American Psychologist 46: 352–67 Marko Elovainio and Mika Kivimäki, “Models of personality and health”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Temperament | Psychologische Theorien | Corr I 177 Temperament/Psychologische Theorien/Rothbart: Die osteuropäische Temperamentstradition hat ihre Wurzeln in Pavlovs (1951-52)(1) Beobachtungen individueller Unterschiede im Verhalten seiner Hunde im Labor. Pavlov verknüpfte temperament-bedingte Unterschiede zwischen den Tieren (die er für den Menschen verallgemeinern würde) mit den Eigenschaften des zentralen Nervensystems, einschließlich der Stärke der neuronalen Aktivierung. Spätere Arbeiten von Nebylitsyn (1972)(2) und anderen haben diese Ideen an die Untersuchung individueller Unterschiede bei menschlichen Erwachsenen angepasst, und obwohl sich die osteuropäischen Methoden erheblich verändert haben, bleibt die zeitgenössische Forschung stark von Pavlovs Arbeit beeinflusst (für eine Diskussion siehe Strelau und Kaczmarek 2004)(3). Im Gegensatz zur osteuropäischen Forschung konzentrierten sich die frühen Temperamentstudien im Westen mehr darauf, Regelmäßigkeiten in der Struktur individueller Unterschiede durch den Einsatz psychometrischer Techniken zu identifizieren. 1908 baten Heymans und Wiersma 3.000 Ärzte, eine Familie (Eltern und Kinder) zu beobachten und einen Temperament/Persönlichkeitsfragebogen für jedes Familienmitglied auszufüllen. >Charakterzüge, >Persönlichkeit, >Offenheit, >Extraversion, >Introversion. Corr I 178 In jüngerer Zeit (....) ist ein Wiederaufleben des Interesses am Temperament zumindest teilweise auf die Erkenntnis zurückzuführen, dass der Eltern-Kind-Einfluss bidirektional ist, nicht nur von Eltern zu Kindern, sondern auch von Kindern zu Eltern. Kinder bringen viel in die Interaktion mit ihren Familien ein (Bell 1968)(4), und ein großer Teil dessen, was sie mitbringen, ist mit dem Temperament verbunden. Die Temperamentforschung wurde auch mit den jüngsten Fortschritten in den Neurowissenschaften verknüpft, wobei individuelle Unterschiede im Temperament Verbindungen zu Genen und neuronalen Netzwerken sowie zu sozialen Interaktionen herstellen. >Interaktion, >Verhalten, >Soziales Verhalten. Corr I 179 Temperament/Thomas und Chess: (Thomas und Chess 1977)(5): Eine Inhaltsanalyse der Informationen aus den Befragungen zu den ersten 22 Säuglinge ergab neun Dimensionen der temperamentvollen Variabilität: Aktivitätsniveau, Rhythmizität, Annäherung-Rückzug, Anpassungsfähigkeit, Schwellenwert, Intensität, Stimmung, Distraktibilität und Aufmerksamkeitsspannen-Persistenz. Die Ziele der New York Longitudinal Study (NYLS) waren hauptsächlich klinisch, und es wurde nicht versucht, diese Dimensionen konzeptionell voneinander zu unterscheiden. Als Ergebnis neuerer Forschungsarbeiten wurden jedoch größere Änderungen an der NYLS-Liste vorgeschlagen (Rothbart and Bates 2006)(6). >Temperament/Rothbart, >M.K. Rothbart. 1. Pavlov, I. P. 1951–52. Complete works, 2nd edn. Moscow: SSSR Academy of Sciences 2. Nebylitsyn, V. D. 1972. Fundamental properties of the human nervous system. New York: Plenum 3. Strelau, J. and Kaczmarek, M. 2004. Warsaw studies on sensation seeking, in R. M. Stelmack (ed.), On the psychobiology of personality: essays in honor of Marvin Zuckerman, pp. 29–45. New York: Elsevier 4. Bell, R. Q. 1968. A reinterpretation of the direction of effects in studies of socialization, Psychological Review 75: 81–95 5. Thomas, A. and Chess, S. 1977. Temperament and development. New York: Brunner/Mazel 6. Rothbart, M. K., and Bates, J. E. 2006. Temperament in children’s development, in W. Damon and R. Lerner (Series eds.) and N. Eisenberg (Vol. ed.), Handbook of child psychology, vol. III, Social, emotional, and personality development, 6th edn, pp. 99–166. Hoboken, NJ: Wiley Mary K. Rothbart, Brad E. Sheese and Elisabeth D. Conradt, “Childhood temperament” in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Terminologien | Gray | Corr I 326 Terminologie/Gray: Jeffrey Gray konzentrierte sich mehr auf die Neurobiologie als auf die Persönlichkeit, mit einem Schwerpunkt auf der Entwicklung eines Def 'konzeptuellen Nervensystems', das Funktionssysteme beschreibt, die auf Gehirnsysteme abgebildet werden können. Die Hauptkomponenten dieses konzeptionellen Nervensystems sind das Def BAS: Verhaltensannäherungs-System, das auf Hinweise zur Belohnung reagiert, und das Def FFFS: Kampf-Flucht-Erstarren-System (FFFS; Fight-Flight-Freeze System) und das Def BIS: Verhaltenshemmungs-System (BIS), das auf zwei verschiedene Klassen von bedrohlichen Reizen reagiert (Gray und McNaughton 2000(1); Pickering und Gray 1999)(2). Sofort drohende, strafende oder frustrierende Reize aktivieren die FFFS, was zu aktiver Vermeidung (Panik und Flucht) oder versuchter Beseitigung (Wut und Angriff) führt. RST: >Reinforcement Sensitivity Theorie. 1. Gray, J. A. and McNaughton, N. 2000. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system, 2nd edn. New York: Oxford University Press 2. Pickering, A. D. and Gray, J. A. 1999. The neuroscience of personality, in L. A. Pervin and O. P. John (eds.), Handbook of personality: theory and research, 2nd edn, pp. 277–99. New York: Guilford Press Colin G. DeYoung and Jeremy R. Gray, „ Personality neuroscience: explaining individual differences in affect, behaviour and cognition“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press Corr I 359 Terminologie/Gray: Vgl. Gray (1982)(1): BIS: (1) Das Verhaltenshemmungs-System (BIS) wurde so postuliert, dass es empfindlich auf konditionierte aversive Reize, Auslassung/Beendigung der erwarteten Belohnung und konditionierte Frustration (d.h. Konditionierung auf Reize, die erwartete Belohnung signalisierten, Nicht-Belohnung) sowie auf eine Reihe anderer Inputs reagiert, darunter extreme Neuheit, hochintensive Reize und angeborene Angstreize (z.B. Schlangen, Blut). Das BIS war mit dem Persönlichkeitsfaktor von Angst (Anx) verbunden. Die neuronale Instanziierung des BIS wurde als im Septo-Hippocampus-System des Gehirns postuliert. FFS: Das Kampf-Flucht-System (FFS) wurde so postuliert, dass es empfindlich auf unkonditionierte aversive Reize (d.h. natürliche schmerzhafte Reize) reagiert und die Emotionen von Wut und Panik vermittelt. Dieses System war mit dem Zustand des negativen Einflusses (NA) (verbunden mit Schmerzen) und spekulativ von Gray mit Eysencks Persönlichkeitsfaktor der Psychotik (P) (Eysenck und Eysenck 1976)(2) verbunden. Die neuronale Instanziierung des FFS wurde so postuliert, dass sie im periaqueduktalen Grau und (verschiedene Kerne des Hypothalamus) liegt. BAS: Das Verhaltensannäherungs-System (BAS) wurde so postuliert, dass es empfindlich auf konditionierte begehrliche Reize reagiert und eine positive Rückkopplungsschleife bildet, die durch die Darstellung von Reizen im Zusammenhang mit der Belohnung und der Beendigung/Auslassung von Strafsignalen aktiviert wird. Dieses System war mit dem Zustand positiver Wirkung (PA) und der Persönlichkeitsdimension der Impulsivität (Imp) verbunden. Die neuronale Instanziierung des BAS wurde als im mesolimbischen Dopamin-Kreislauf postuliert. Vgl. >Terminologie/Corr: "Post-2000 RST". 1. Gray, J. A. 1982. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system. Oxford University Press 2. Eysenck, H. J. and Eysenck, S. G. B. 1976. Psychoticism as a dimension of personality. London: Hodder and Stoughton Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press Corr II 124 Hope-Relief Hypothese/Gray/McNaughton/Corr: die 'Hoffnung (engl. hope) = Erleichterungshypothese' (engl. relief hypothesis) (Gray, 1971(1), 1972(2)), [ist] abgeleitet von seinem Begriff der erleichternden Nichtbestrafung (ein Spiegelbild der frustrierenden Nichtbelohnung). Extravertierende Drogen beeinträchtigen nicht das Vermeiden, es sei denn, es liegt irgendeine Form von Konflikt vor (d.h. das Vermeiden ist passiv, nicht aktiv - eine subtile, aber grundlegende Unterscheidung). Vorausgesetzt, wir haben es mit Lernen zu tun, können wir eine aktive Vermeidungsreaktion als eine Reaktion sehen, die durch Stimuli belohnt wird, die Sicherheit signalisieren und die positive Emotion der Erleichterung erzeugen. Somit können wir die fehlende Wirkung von Anti-Strafdrogen erklären. 1. Gray, J. A. (1971). The psychology of fear and stress. London: Weidenfeld and Nicolson. 2. Gray, J. A. (1972). Learning theory, the conceptual nervous system and personality. In V. D. Nebylitsyn & J. A. Gray (Eds.), The biological bases of individual behaviour. London, New York: Academic Press. McNaughton, Neil and Corr, John Philip: “Sensitivity to Punishment and Reward Revisiting Gray (1970)”, In: Philip J. Corr (Ed.) 2018. Personality and Individual Differences. Revisiting the classical studies. Singapore, Washington DC, Melbourne: Sage, pp. 115-136. |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Terminologien | Hebb | Corr I 349 Terminologie/Hebb: Def cns/Hebb: Hebb 1955)(1) Die cns (konzeptuelles Nervensystem) Komponente von RST (Reinforcement Sensitivity Theorie) liefert das Verhaltensgerüst, formalisiert in einem theoretischen Rahmen (z.B. Lerntheorie; siehe Gray 1975(2); oder, ethoexperimentelle Analyse; siehe Gray und McNaughton 2000)(3); Def CNS/Hebb: Die Komponente CNS (Zentrales Nervensystem) spezifiziert die beteiligten Gehirnsysteme, ausgedrückt in Form der neuesten Erkenntnisse über das neuroendokrine System (siehe McNaughton und Corr 2008)(4). Wie von Gray (1972a)(5) erwähnt, müssen diese beiden Erklärungsebenen kompatibel sein. 1. Hebb, D. O. 1955. Drives and the C. N. S. (Conceptual Nervous System), Psychological Review 62: 243–54 2. Gray, J. A. 1975. Elements of a two-process theory of learning. London: Academic Press 3. Gray, J. A. and McNaughton, N. 2000. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system. Oxford University Press 4. Corr, P. J. and McNaughton, N. 2008. Reinforcement sensitivity theory and personality, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 155–87. Cambridge University Press 5. Gray, J. A., 1972a. Learning theory, the conceptual nervous system and personality, in V. D. Nebylitsyn and J. A. Gray (eds.), The biological bases of individual behaviour, pp. 372–99. New York: Academic Press Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Hebb I Donald O. Hebb The Organization of Behavior Hoboken, NJ 1949 Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Verhalten | Dawkins | I 92 Verhalten/Gene/Dawkins: ("Verhalten" in diesem Text ist körperliches Verhalten). Ein wirklicher Schutz der Gene ist nur möglich, wenn der Zeitpunkt der Muskelkontraktion irgendwie mit der Außenwelt koordiniert ist. Gene haben aus Tieren aktive draufgängerische Vehikel gemacht. Als Zwischeninstanz mussten die Gene zunächst das Gehirn erfinden. I 96 Verhalten/Absicht/Maschine/Dawkins: Es ist nicht schwer, von Maschinen zu reden, die sich so verhalten, als ob sie eine Absicht hätten. Wir können die Frage offen lassen. >Absicht, >Roboter, >Künstliche Intelligenz, >Künstliches Bewusstsein. Im Grunde sind die Prinzipien unbewussten zielstrebigen Verhaltens Grundkenntnisse des Ingenieurwesens. Bsp Dampfmaschine. Negative Rückkopplung. I 98 Es ist ein Trugschluss, dass Maschinen, die ursprünglich von Menschen gebaut wurden, von diesen immer weiter kontrolliert werden müssten. Ähnlicher Trugschluss, Bsp dass Computer nicht wirklich Schach spielten, weil sie "nur das tun, was der Operator ihnen sagt". Sie müssen es aber können, denn es gibt mehr mögliche Schachpartien als Atome in unserer Galaxis. >Schach. I 111 Verhalten/Gehirn/Gen/Dawkins: Das Gehirn verleiht der Überlebensmaschine sogar die Macht, gegen das Diktat der Gene zu rebellieren und sich z.B. zu weigern, viele Kinder zu bekommen. >Gehirn, >Gehirn/Gehirnzustände. I 116 Verhalten/Kommunikation/Dawkins: Man kann sagen, dass eine Überlebensmaschine mit einer anderen verständigt, wenn sie deren Verhalten oder den Zustand ihres Nervensystems beeinflusst. ((s) MaturanaVs: Das zentrale Nervensystem (ZNS) kann z.B. durch nichts von außerhalb beeinflusst werden. >U. Maturana. Verhalten/Dawkins: Bsp Maulwurfsgrillen singen in einem Erdloch, was ihre Stimme sehr verstärkt. I 152 Population/Verhalten/Dawkins: Es mag so aussehen, als ob sich eine Population wie eine sich selbst regelnde Einheit verhielte. Aber das ist eine Täuschung: sie wird durch eine Selektion erweckt, die auf der Ebene des einzelnen Gens erfolgt. >Selektion. I 153 Egoistisches Gen/Dawkins: Das Gen verteilt seine Loyalität auf verschiedene Körper. |
Da I R. Dawkins Das egoistische Gen, Hamburg 1996 Da II M. St. Dawkins Die Entdeckung des tierischen Bewusstseins Hamburg 1993 |
| Verhalten | Gray | Corr I 349 Verhalten/Gray: Gray verwendete die Sprache der Kybernetik (vgl. Wiener 1948)(1) - die Wissenschaft der Kommunikation und Kontrolle, die Endziele und Rückkopplungsprozesse umfasst, die die Kontrolle von Werten innerhalb des Systems beinhalten, die den Organismus zu seinem Endziel führen - in Form einer cns-CNS (Konzeptuelles Nervensystem/Zentrales Nervensystem >Terminologien/Gray) Brücke, um zu zeigen, wie der Informationsfluss und die Kontrolle der Ergebnisse erreicht wird (siehe auch Gray 2004)(2). >Reinforcement Sensitivity Theory/Gray, >Konzeptuelles Nervensystem/Gray. Gray stand vor zwei großen Problemen: erstens, wie man Gehirnsysteme identifiziert, die für das Verhalten verantwortlich sind, und zweitens, wie man diese Systeme charakterisiert, sobald sie identifiziert wurden. Die Perspektive der individuellen Unterschiede ist ein wichtiger Weg, um die Hauptquellen für Variationen im Verhalten zu identifizieren. Folglich muss es kausale Systeme (d.h. Quellen) geben, die zu beobachteten Variationen im Verhalten führen. Hans Eysencks (1947(3), 1957(4), 1967(5)) Ansatz bestand darin, mittels multivariater statistischer Analysen diese Hauptquellen der Variation in Form von Persönlichkeitsdimensionen zu identifizieren. GrayVsEysenck: Gray akzeptierte, dass dieser "Top-Down"-Ansatz die minimale Anzahl von Variationsquellen identifizieren kann (d.h. das "Extraktionsproblem" in der Faktorenanalyse), aber er argumentierte, dass solche statistischen Ansätze niemals die korrekte Ausrichtung dieser beobachteten Dimensionen (d.h. das "Rotationsproblem" in der Faktorenanalyse) lösen können. Lösung/Gray: "bottom-up"-Ansatz: ruht auf anderen Formen von Evidenz, einschließlich der Auswirkungen von Hirnläsionen, experimenteller Hirnforschung (z.B. intrakranielle Selbststimulationsstudien) und, von größter Bedeutung, den Auswirkungen auf das Verhalten von Medikamentenklassen, von denen bekannt ist, dass sie bei der Behandlung psychiatrischer Störungen wirksam sind. Umwandlung der pharmakologischen Basisbefunde in eine wertvolle neuropsychologische Theorie. Dies war eine subtile und clevere Art, die Natur der fundamentalen Emotions- und Motivationssysteme aufzudecken, insbesondere derjenigen, die in den wichtigsten Formen der Psychopathologie involviert sind. >Methode/Gray, >Furcht/Gray. 1. Wiener, N. 1948. Cybernetics, or control and communication in the animal and machine. Cambridge: MIT Press 2. Gray, J. A. 2004. Consciousness: creeping up on the Hard Problem. Oxford University Press 3. Eysenck, H. J. 1947. Dimensions of personality. London: K. Paul/Trench Trubner 4. Eysenck, H. J. 1957. The dynamics of anxiety and hysteria. New York: Preger 5. Eysenck, H. J. 1967. The biological basis of personality. Springfield, IL: Thomas Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Verhalten | Maturana | I 114 Verhalten/Maturana: Verhalten ist nicht durch semantische oder funktionale Werte bestimmt, sondern durch die Struktur des Nervensystems. - Bsp Flug und Landung sind für die innere Dynamik des Flugzeugs (Systems) irrelevant. - ((s) Struktur bestimmt Verhalten, aber nicht umgekehrt.) >Nervensystem, >Struktur/Maturana, >Systeme/Maturana. Verhalten: Verhalten besteht in sich wandelnden Relationen und Interaktionen eines Organismus mit seiner Umwelt, wie sie von einem Beobachter beschrieben werden. >Beschreibung/Maturana. I 128 Verhalten/Organismus/Körper/Maturana: Verschiedene Organismen können dasselbe Verhalten erzeugen. - Daher kann aus dem Verhalten nicht auf die Physiologie geschlossen werden. - Regularität gehört immer zur Beschreibung. >Regularität. |
Maturana I Umberto Maturana Biologie der Realität Frankfurt 2000 |
| Vorstellung | Quine | V 57/58 Vorstellung/Tradition/Quine: Problem: Bsp ob man sich eine Zahl vorstellen könne, die zugleich gerade und ungerade wäre. Vorstellung/Quine: Lösung: wenn man Vorstellungsbilder als hypothetische Nervenzustände auffasst gibt es keine solchen Probleme. Bezüglich eines Nervenzustands muss man sich nicht auf die Bsp Anzahl von Flecken eines Huhns festlegen. Idee/Vorstellung/Berkeley/Hume/Quine: die beiden waren nicht arglos und zogen sogar die Grenze vor der abstrakten Idee des Dreiecks und ließen nur Vorstellungen von bestimmten Dreiecken gelten. QuineVsTradition: eitle Fragen über die kausale Verknüpfung von Ideen. Psychologie/Peirce: die einzige Möglichkeit der Untersuchung einer psychologischen Frage ist, sich auf äußere Tatsachen zu stützen. V 59 Quine: Problem: wie kann man das, wenn man nur von äußeren Dingen und nicht von inneren Dingen wie Ideen spricht? Lösung/Quine: indem man über die Sprache spricht. ((s) >Semantischer Aufstieg). >Ideen/Quine. V 177 Vergangenheit/Beobachtung/Quine: es gibt aber auch Berichte über frühere Beobachtungen, wo der Terminus durch Definition statt durch Konditionierung gelernt wurde. Da man einen definierten Term durch sein Definiendum ersetzen kann, läuft das auf einen zusammengesetzten Beobachtungsterm hinaus. Bsp „Ich habe ein schwarzes Kaninchen gesehen“: Lernsituation: einmal für schwarz, einmal für Kaninchen, sowie für attributive Zusammensetzung. Vorstellung/Gedächtnis/Quine: in der Sprache der Vorstellungsbilder können wir sagen, dass diese hervorgerufen werden, auch wenn der entsprechende Gegenstand nicht vorhanden ist. Jetzt müssen wir aber weiter gehen und noch mehr Fähigkeiten voraussetzen: das Kind muss zwischen zwei Arten von Vorstellungsbildern unterscheiden: a) Fantasien b) Erinnerungen. V 178 QuineVsHume: hat sich wenig überzeugend auf Lebhaftigkeit als Unterscheidungsmerkmal berufen. Def Erinnerung/Hume: abgeschwächte Empfindung Def Fantasie/Hume: abgeschwächte Erinnerung. >Erinnerung/Quine. Def Vorstellungsbild/QuineVsHume: ist ein Ereignis im Nervensystem, das zu einem Zustand der Bereitschaft für eine entsprechende Reizung führt. Dieser hinweisende Nervenvorgang wird vom Subjekt wahrgenommen, d.h. es muß spezifisch auf ihn reagieren können, auf zwei verschiedene Arten: a) Zusammenfassung bisher gelernter Elemente Bsp „schwarz“ und „Kaninchen“ b) verstärkt durch Bekanntschaft: d.h. wirkliche frühere Begegnung mit einem schwarzen Kaninchen. Grundlage für die Bejahung. V 179 Beobachtungssatz/vollständiger Gedanke/Referenz/Quine: bezieht sich auf den Gegenstand und auf die Kalenderuhr sowie gegebenenfalls auf einen Ort. Komplexer Beobachtungsterm. >Protokollsatz: zeitloser Satz (von ewiger Dauer) wenn Orts- und Zeitangaben vollständig. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Wahrnehmung | Luhmann | Reese-Schäfer II 39 Wahrnehmung/Maturana/Reese-Schäfer: im Nervensystem wird nicht die Umwelt abgebildet, sondern »die durch jede Interaktion verursachten Zustände neuronaler Aktivität verkörpern die in der Interaktion gegebenen Relationen«. >Kognition/Maturana, >Erfahrung/Maturana, >Innen/außen/Maturana, >Objektivität/Maturana, >Wahrnehmung/Maturana, >Realität/Maturana. Vgl. >Zentrales Nervensystem, >Konzeptuelles Nervensystem. |
AU I N. Luhmann Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992 Lu I N. Luhmann Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997 |
| Wahrnehmung | Quine | Münch III 296 Def Wahrnehmung/Quine/Schnelle: Gewahrwerden einer Reizung. Münch III 298 Quine: Bsp "Das Tier reagiert auf den Halbkreis auf dem Bildschirm". - SchnelleVsQuine: woher weiß er das? - Vielleicht nur Schmerzvermeidung. Helmut Schnelle, Introspection and the Description of Language Use“, in: Florian Coulmas (Ed) Festschrift for native speaker, Den Haag 1981, 105-126. – dt: Introspektion und Beschreibung des Sprachgebrauchs, in: Dieter Münch (Hg) Kognitionswissenschaft, Frankfurt 1992 Quine VI 2 Wahrnehmung/Quine: Input: nicht Gegenstände, sondern Aktivierung unserer Sinnesrezeptoren. - Wir müssen uns mit Reizeinflüssen selbst begründen. - Reizeinflüsse statt "Beobachtung" und statt Belegen. >Reize/Quine. VI 100 Wahrnehmung/Quine: im Prinzip neurophysiologisch beschreibbar - Überzeugungen nicht. V 15 Wahrnehmung/Quine: hier geht es um Gestalt, nicht um Reize (diese fallen unter Rezeption). V 18 Wahrnehmung/Quine: hat mehr mit Bewusstsein zu tun als Rezeption von Reizen. Aber auch sie ist Verhaltenskriterien zugänglich. Sie zeigt sich in der Konditionierung von Reaktionen. V 33 Ähnlichkeit/Wahrnehmung/Ontologie/Quine: der Übergang von Wahrnehmung zu Wahrnehmungsähnlichkeit bringt ontologische Klarheit: die Wahrnehmung (das Ergebnis des Wahrnehmungsakts) fällt weg. V 36 Wahrnehmungs-Ähnlichkeit/WÄ/Quine: man ist geneigt, hier von Ähnlichkeit in bestimmten Hinsichten zu sprechen. V 37 Quine: das ist in der Praxis bequem, doch in der Theorie entbehrlich, wenn man Ähnlichkeit wie oben vielstellig ausdehnt. Lernen/Wahrnehmung/Ähnlichkeit/WÄ/Quine: beim Lernen müssen unterschiedliche Grade von Ähnlichkeit eine Rolle spielen. Pointe: sonst würde jede verstärkte Reaktion gleichermaßen auf jedwede zukünftige Episode konditioniert, da diese einander alle gleich ähnlich wären! Pointe: daraus folgt, dass die Maßstäbe der Wahrnehmungsähnlichkeit angeboren sein müssen. VI 1 Wahrnehmung/Sprache/Welt: unsere systematische Theorie über die Außenwelt hat sich über Generationen hinweg gebildet. Sie erlaubt uns, zukünftige Sinnesreizungen vorherzusagen. So haben wir inmitten des Gewirrs von Reizungen eine Theorie, die uns hilft, Voraussagen zu überprüfen. >Vorhersagen/Quine. VI 2 Wahrnehmung/Beobachtung/Quine: was Beobachtung ist, ist nicht leicht zu analysieren. Unser Input besteht nicht in Gegenständen, sondern in der Aktivierung unserer Sinnesrezeptoren. Wir müssen uns mit Reizeinflüssen selbst begründen, und auf die Gegenstände verzichten! (Ebenso auf entsprechenden singulären Termini). Def Reizeinfluss/Quine: die zeitlich geordnete Menge aller Wahrnehmungsrezeptoren des Subjekts, die bei einem Anlass aktiviert werden. VI 3 Beobachtung/Quine: so gelingt es uns, auf den Begriff der "Beobachtung" als eigenständigen Terminus Technicus zu verzichten! (Zugunsten von Reizeinfluss). VI 26 Wahrnehmung/Quine: ich habe immer von neuronalen Rezeptoren und ihrer Reizung gesprochen und niemals von Sinnesdaten. (>Naturalisierte Erkenntnistheorie). Sinnesdaten/Quine: sind cartesianisch! >Cartesianismus. VI 86 Wahrnehmung/Lernen/Sprache/Quine: zwei Wahrnehmungssituationen von Otto, dass es regnet, werden sich nicht nur in den Zeitpunkten unterscheiden, sondern auch in neuronaler Hinsicht. Wahrscheinlich zu kompliziert, um überhaupt neuronal beschrieben werden zu können, da es viele unterschiedliche Anzeichen für Regen gibt. Aber es muss dennoch irgendein neuronales gemeinsames Merkmal für die Klasse dieser Vorgänge geben, denn schließlich waren es Reizverallgemeinerungen, die dafür verantwortlich waren, dass Otto es gelernt hat. Danach können wir diese Klasse auf eine ganze Population übertragen. Allerdings ist sie noch unzugänglicher, weil die Nervensysteme verschiedener Individuen unterschiedlich vernetzt sind. VI 89 Wahrnehmung/Kriterien/Quine: von Dingen: Bsp "x nimmt wahr, dass p". Problem: das Licht, in dem wir einen Gegenstand sehen, stammt immer auch von der Sonne oder einer anderen Quelle. VI 90 Können wir auf Kriterien zurückgreifen? Nein: denn wir wollen ja auch zulassen, dass eine Schüssel dadurch wahrgenommen wird, dass sie sich in etwas spiegelt. Lösung: Brennpunkt: wir wollen unterscheiden zwischen dem Sehen eines Glases und dem Sehen durch dieses Glas hindurch. Doch Kausalbeziehungen und Brennpunkt reichen noch nicht aus. Irgendein Teil der Oberfläche unserer Schüssel würde dieser Bedingung nicht minder genügen als die ganze Schüssel selbst. VI 91 Daher brauchen wir ganze Sätze, um durch sie zu den Termini zu gelangen. VI 92 Wahrnehmung/Quine: Bsp "x nimmt wahr, dass p" treibt die Rede von Wahrnehmungen in ungeahnte Höhen. So sollen wir gar bemerken, dass die Newtonschen Gesetze die Keplerschen implizieren! Aber Bedingung: nur anlässlich der Situation, in der wir erstmalig zur Kenntnis nehmen, dass p, sagt man von uns, wir bemerkten. dass p. VI 93 Wahrnehmung/Quine: ist nur ein Ereignis in einem Subjekt zu einem Zeitpunkt. Fremde Wahrnehmungen registrieren wir durch das Verhalten eines Subjekts und unsere Einfühlung. VI 94 Sich in fremden Glauben einzufühlen ist schwerer: zwar verstehen wir den Glauben des Hundes, er werde sein Fressen bekommen, aber wie verstehen wir, dass jemand an die Transsubstantiation während der Eucharistie glaubt? >Behaviorismus. VI 100 Wahrnehmung/Quine: wir haben schon gesehen, dass eine neurologische Verallgemeinerung unserer Wahrnehmungen wegen der unterschiedlichen Situationen, Standpunkte und verschiedener neuronaler Vernetzung nicht möglich ist. Dennoch ist jede Wahrnehmung im Prinzip vollständig beschreibbar unter Verwendung strikt neurologischer Termini! Das gilt aber nicht für Überzeugungen. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Welt | Radner | I 410 Def Umwelt/J. von Uexküll/Radner: die Faktoren, die auf das Tier einwirken. Ihre Zahl und Zusammengehörigkeit wird vom Bauplan des Tiers bestimmt. Def Innenwelt/J. v. Uexküll/Radner: besteht aus den von den Faktoren der Umwelt hervorgerufenen Wirkungen im Nervensystem. Diese Wirkungen werden ebenfalls durch den Bauplan gesichert und geregelt. >Innenwelt. I 411 Bsp Das heterophänomenologische Problem der Farbenblindheit ist im Wesentlichen ein Umweltproblem. >Heterophänomenologie. I 411 Umwelt/Innenwelt/Radner: beide können sowohl aus der Sicht der 1. als auch der 3. Person angegangen werden. >Erste Person. I 412 Diese Unterscheidung entspricht nicht der zwischen Auto- und Heterophänomenologie. Heterophänomenologie: Erste und Dritte Person, Umwelt, Innenwelt. Alle Kombination von Fragen sind möglich. Umwelt/heterophänomenologisch: 3. Person: Bsp "Wie erscheinen Dinge für das Subjekt?" 1. Person: Bsp "Wie würden mir die Dinge erscheinen, wenn ich einen Sinnesapparat wie den des Subjekts hätte?" >Erscheinung, >Wahrnehmung. Innenwelt/heterophänomenologisch: 3. Person: Bsp "Wie sind die Erlebnisse des Subjekts?" >Erlebnisse. 1. Person: Bsp "Wie wären meine Erlebnisse, wenn ich mit in den Umständen des Subjekts befände und gewisse Merkmale mit ihm gemeinsam hätte?". I 418 Umwelt/Tier/Radner: Die (Uexküllsche) Umwelt eines Tiers kann unabhängig von irgendwelchen Überlegungen zu seiner Innenwelt erforscht werden. >Umwelt/Uexküll, >Umwelt, >Tiere. |
Radner I Daisie Radner "Heterophenomenology. Learning About the Birds and the Bees", in: Journal of Philosophy 91 (1994) pp. 389-403 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Welt | Uexküll | Daisie Radner Heterophänomenologie: wie wir etwas über die Vögel und die Bienen lernen in D. Perler/M. Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt 2005 Perler I 410 Def Umwelt/J. von Uexküll/Radner: die Faktoren, die auf das Tier einwirken. Ihre Zahl und Zusammengehörigkeit wird vom Bauplan des Tiers bestimmt. >Tiere, >Nischen. Def Innenwelt/J. v. Uexküll/Radner: Die Innenwelt besteht aus den von den Faktoren der Umwelt hervorgerufenen Wirkungen im Nervensystem. Diese Wirkungen werden ebenfalls durch den Bauplan gesichert und geregelt. >Zentrales Nervensystem, >Innenwelt. I 411 Bsp Das heterophänomenologische Problem der Farbenblindheit (oder dass jemand zwei Farbtöne wahrnimmt, wo wir nur einen sehen) ist im Wesentlichen ein Umweltproblem. >Heterophänomenologie, >Wahrnehmung, >Qualia, >Sinneseindrücke, >Farben. |
Perler I Dominik Perler Markus Wild Der Geist der Tiere Frankfurt 2005 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Pro/Versus |
Eintrag |
Literatur |
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| Reduktionismus Nervensystem | Pro | Sellars: schon Ansätze zu einer reduktionistischen Theorie, die zu einer reinen neurophysiologischen Erklärungen von mikrophysikalischem Verhalten kommen will. (Lager: Churchland, Dennett, Papineau, Stich). Kaum jemand würde allerdings heute noch behaupten, daß Gedanken, Überzeugungen oder Wünsche zu etwas wie ein neurophysiologisches Korrelat im Zentralnervensystem besitzen. (Putnam und Burge vertreten hier allerdings eine gegenteilige Auffassung! Sie sind der Meinung, daß das, was den Gehalt eines Gedankens oder einer Überzeugung ausmacht, durch externe soziale bzw. kausale Faktoren bestimmt wird). I XXXVI |
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| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
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| Konstruktivismus | Black, Max | III 75 Konstruktivismus/Hudson Hoagland: These wir nehmen nicht die Eigenschaften von Objekten wahr, sondern die Eigenschaften unseres eigenen Nervensystems ï·" BlackVsHoagland: woher kann er dann überhaupt wissen, daß die physikoï·"chemischen Ereignisse-œ komplex sind ï·" |
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