Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
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Literatur
Literatur
Abhängigkeit Simons I 293
Abhängigkeit/Simons: Abhängigkeit funktioniert immer in Bezug auf etwas. Bsp logisch: Proposition A kann nicht wahr sein, ohne dass Proposition B wahr ist.
Bsp funktional: Gasdruck, Volumen und Temperatur sind funktional.
Bsp ontologisch: dieses "Weiß-sein" von diesem Papier ist ontologisch.
>Propositionen, >Wahrheit.
I 294
Def allgemeine Abhängigkeit/logische Form/Simons: a ist abhängig als F in Bezug auf G von b gdw. a nicht F sein kann, ohne dass b G ist. Einfacher: notwendig: Wenn a ein F ist, dann ist b ein G. (s) N(Fa > Gb).
I 294
Ontologische Abhängigkeit/oA/Simons: Ontologische Abhängigkeit besteht zwischen Objekten (anders als andere Abhängigkeiten). Sie ist ein Müssen de re, Bsp wesentlicher Teil. >de re, >Wesen, vgl. >de dicto.
I 296
Ontologische Abhängigkeit/Simons: Bsp Der größte Satellit des Jupiter kann nicht existieren, wenn Jupiter nicht existiert. Aber: Es ist falsch anzunehmen, dass Ganymed nicht ohne Jupiter existieren könnte. Lösung: Eine Lösung gibt die Reichweite vor. Dagegen: Die Abhängigkeit Ganymeds von Jupiter ist stattdessen eine begriffliche Abhängigkeit. Er könnte nicht als Jupitermond beschrieben werden, wenn Jupiter nicht existierte. Begrifflich: Bsp Es gibt keinen Ehemann ohne Ehefrau.
I 296
Def Schwache starre Abhängigkeit/Simons/(s): y ist für sich nicht notwendig, aber wenn x existiert, dann doch notwendig. ((s) Das wird nicht durch Selbstabhängigkeit überlagert.)
I 297
Generisch abhängig/generische Abhängigkeit/Simons: Bsp Der Mensch kann nicht ohne Kohlenstoffatome existieren, aber es ist egal, welche Kohlenstoffatome Teil von ihm sind.
I 300
Def starre Abhängigkeit/Simons: Bsp Lächeln ist nicht nur von einem Gesicht abhängig, sondern von seinem/ihrem Gesicht. Begriffliche starre Abhängigkeit: Bsp Die Arten Zwilling, Verlobte, Partner, Flussufer. >Unabhängigkeit/Simons.
I 302
Abhängigkeit/stärkste Form/Simons: Die stärkste Form der Abhängigkeit ist die eines Objekts, das wesentlicher Teil eines anderen ist.
I 303
Def starke starre Abhängigkeit/Simons: Die starke starre Abhängigkeit schließt Fälle aus, wo Objekte wesentliche Teile als Fälle von Abhängigkeit haben. Ein Objekt ist abhängig, wenn es die Existenz von etwas erfordert, das nicht Teil von ihm ist. Bsp Der Herzschlag ist nicht Teil des Organismus. Ähnlich wie Husserls Fundierung: Wenn ein a nur in einer umfassenderen Einheit existieren kann, die es mit einem µ verbindet. Def Moment/Simons: Wenn b a fundiert bzw. umgekehrt, ist a ein Moment von b.
I 305
Def Akzidenz/Simons: Ein Moment, das ständig von seiner Fundierung abhängig ist, ist ein Akzidenz.
I 306
Def Substrat: Das Substrat ist dann das Fundament zur Akzidenz, zum Beispiel bei Ereignissen: "ist nicht Teil..." oder bei continuants: "ist nie Teil...". Akzidenz/Simons: Bsp Ein Lächeln ist ein Akzidenz des Gesichts. Bsp Ein Kopfschmerz oder Bsp ein Gedanke ist ein Akzidenz seines Trägers. Bsp Die Instantiierung einer Qualität eines Objekts ist ein Akzidens des Objekts(!), das sie qualifiziert ((s) Nicht-Akzidenz der Eigenschaft.) Bsp Relationale Akzidenz: Relationale Akzidenzen sind zum Beispiel Hochzeiten oder Fußballspiele.
I 309
Abhängigkeit/Simons: Die Akzidenz schließt die Abhängigkeit von Vorgängern aus. Moment: Ein Moment besteht von notwendigen Wesen und wesentlichen Teilen. Mensch: Der Mensch könnte höchstens Akzidens des Universums sein. Vs: Dann müsste das Universum notwendig sein und dann wäre es eher eine Kennzeichnung als ein Name. Lösung: Die Abhängigkeit des Menschen von der Umwelt ist generisch und nicht starr. Mensch: Der Mensch könnte höchstens Akzidenz sein, wegen gewisser Prozesse in seinem Innern. Substanz: Die Substanz muss in diesem Sinn gar nicht "absolut unabhängig" sein. Lösung: Alles, von dem die Substanz modal und zeitlich starr abhängig ist, ist ein Teil von ihr, d.h. sie ist eine schwach selbständige Einheit.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Gottesbeweise Bolzano Simons I 321
Kosmologischer Gottesbeweis/unbedingte Existenz/Bolzano/Simons: Bolzano umgeht das Problem des Gegründetseins, indem er sich auf Klassen bezieht. >Klassen.
a) Es gibt etwas Reales, z.B. meinen Gedanken, dass es so ist.
b) Angenommen, es gibt irgendein Ding A das unbedingt ist in seiner Existenz, dann haben wir es schon.
c) Angenommen, A ist bedingt. Dann bilde die Klasse aller bedingten realen Dinge A,B,C,... Das ist auch möglich, wenn diese Klasse unendlich ist.
d) Die Klasse aller bedingten realen Dinge ist selbst real. Ist sie bedingt oder unbedingt? Wenn unbedingt, haben wir es schon.
e) Angenommen, sie ist bedingt: Jedes Bedingte setzt die Existenz von etwas anderem voraus, dessen Existenz es bedingt. Also setzt sogar die Klasse aller bedingten Dinge, wenn bedingt, die Existenz etwas voraus, das sie bedingt.
f) Dieses andere Ding muss unbedingt sein, denn wenn es bedingt wäre, würde es zu der Klasse aller bedingten Dinge gehören
g) Daher gibt es etwas unbedingtes, z.B. einen Gott.

Simons: Das macht keinen Gebrauch von Gegründetheit: c) lässt die Möglichkeit einer unendlichen Kette offen.
>Gegründetheit/Fundierung, >Begründung, >Letztbegründung, >Bedingungen.
1.
RussellVsBolzano/Simons: Man könnte an der „Klasse aller unbedingten Dinge“ Zweifel haben. >Russells Paradoxie, >Paradoxien, >Mengen, >Mengenlehre.
Lösung/Bolzano: Es geht eben um die realen Dinge, von denen können wir räumlich-zeitliche Lokalisierung annehmen.
>Lokalisierung.
2.
SimonsVsBolzano: Schritt f)
I 322
Warum sollte die Klasse aller bedingten Dinge nicht von etwas innerhalb bedingt werden? Dieses wäre selbst bedingt, usw. aber jeder Versuch, den Regress zu stoppen würde wieder an Gegründetheit appellieren. >Regress.
Lösung/Simons: Wir brauchen zusätzlich ein
Def Bedingungs-Prinzip (Conditioning Principle)/Simons: Wenn eine Klasse C so ist, dass jedes abhängige Element von ihr alle Objekte, von denen es abhängt, innerhalb von X hat, dann ist X nicht abhängig. (Simons pro).
Simons: Das erlaubt unendliche Ketten von Abhängigkeiten. Eine Art unendlicher Abhängigkeit entsteht schon Bsp wenn zwei Objekte sich gegenseitig bedingen.
>Abhängigkeit, >Kausale Abhängigkeit, >Ontologische Abhängigkeit.
Wenn das Bedingungs-Prinzip gilt, warum sollte die Klasse X dann noch von außen bedingt sein?
ad Bolzano: Angenommen, wir akzeptieren sein Argument bis e). Dann kann es so weiter gehen:
h) Wenn die Klasse aller bedingten Dinge bedingt ist, dann gibt es ein Element von ihr, das von etwas abhängig ist, das nicht ein Element dieser Klasse ist. (Kontraposition zum Bedingungs-Prinzip).
>Kontraposition.
i) Dann ist ein solches (unbedingtes) Objekt nicht Element der Klasse aller bedingten Dinge und ist damit unbedingt.
j) Daher existiert auf jeden Fall etwas Unbedingtes.

SimonsVsAtomismus: Das ist besser als alles, was ein Atomismus zustande bringt.
>Atomismus.
Bedingungs-Prinzip/Simons: ist die beste Erweiterung der starken starren Abhängigkeit (//), d.h.

(N) (a // x ↔ (Ey)[x ε a u a // x] u ~ x ε a)

>Starrheit.
SimonsVsBlack: Mit der starken statt der schwachen Abhängigkeit können wir Black entgegentreten.
>Stärker/schwächer, >Stärke von Theorien.
I 323
Gott/Mereologie/Ontologie/Simons: Jedenfalls beweist die starke starre Abhängigkeit nicht die Existenz von Gott. Nur die Existenz eines Unbedingten, die Bolzano vorsichtigerweise „einen Gott“ nennt. >Gott, >Existenz, >Ontologie.
Unabhängigkeit/Simons: Unabhängigkeit beinhaltet keineswegs Göttlichkeit.
>Unabhängigkeit, >Existenzsatz.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Gottesbeweise Hume Fraassen I 212
Gottesbeweis/HumeVsThomas v. Aquin: Wir nehmen ein Universum statt Gott an. Wenn Gottes Wille entscheidend wäre, wie sollten wir dann diesen Willen verstehen? ((s) Gottes Wille müsste immer mit dem Tatsächlichen identisch sein, er wäre dann von nichts anderem zu unterscheiden.) ---
Hoerster II 253
Kosmologischer Gottesbeweis: Für jedes Ding muss es eine Ursache und damit eine Erklärung seiner Existenz geben. Dies ist etwas notwendig Existierendes. >Ursache, >Bedingung, >Abhängigkeit, >Kausale Abhängigkeit, >Ontologische Abhängigkeit.
HumeVs: Die Existenz Gottes wäre eine Tatsache. Tatsachen sind nie notwendig.
>Tatsachen, >Notwendigkeit, >Kontingenz.
Hume: Das notwendig Existierende könnte statt Gott auch das Universum sein.
>Totalität, >Ganzes, >Universum.
II 256
Teleologischer Gottesbeweis/Hume: Der teleologische Gottesbeweis ist der einzige den Hume ernst nimmt, weil er ohne apriorische Annahmen auskommt. >Teleologie.
Hier: Variante: Die erstaunliche Abstimmung kann kein Zufall sein. Ein intelligenter Schöpfer ist notwendig.
>"Uhrmacher", >Kosmischer Zufall.
HumeVs:
1. Es fehlt die Wiederholung, die zur Verknüpfung notwendig ist. 2. Die Analogie zum Menschen ist fraglich.
>Absolutheit, >Verknüpfung, >Distribution.
II 257
3. Wenn doch, dann würde sie a) die Einheit Gottes und b) die Unkörperlichkeit und Unendlichkeit fraglich machen. >Einheit, >Unendlichkeit.
II 259
4. Ordnung ist kein Beweis bewusster Planung, Bsp Tiere haben nicht weniger Ordnung als eine Uhr, werden aber nicht von einem Uhrmacher, sondern von Eltern gezeugt. >Ordnung, >Planung, >Evolution.
II 260
Prinzip: Die Erzeugung von Pflanzen und Tieren ist immer pflanzlich oder tierisch. Bei menschlichen Erfindungen gibt es eine Kenntnis der Ursachen - nicht aber bei göttlichen. >Wissen, >Kausalität.
5. (Die Evolutionstheorie vorwegnehmend): Materie ist in ständiger Bewegung und erreicht irgendwann gewisse Stabilität.
>Entropie, >Zweiter Hauptsatz der Wärmelehre.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980

Hum II
N. Hoerster
Hume
In
Grundprobleme der großen Philosophen - Neuzeit I, J. Speck (Hg) Göttingen 1997
Grice Schiffer Avr I 114
Grice/Schiffer: (= intentionsgestützter Ansatz) ist verpflichtet, logische Abhängigkeit von Bedeutung zu leugnen. - Statt dessen: Abhängigkeit von einer (kausalen) Tatsache (die nicht-semantisch spezifizierbar ist). >Intentionsbasierte Semantik, >Tatsachen, >Situationen, vgl. >Situations-Semantik.

Schiffer I 13
Grice/Schiffer: Problem: die Bedeutung darf nicht den Inhalt bestimmen. - Weil semantisches Vokabular vermieden werden muss - daher VsRelationstheorie. - Die Glaubensobjekte müssten sprachunabhängig sein. >Relations-Theorie, >Glaubensobjekte.
I 241
Intentions-basierte Semantik/IBS/Grice/Schiffer: kommt ohne Relationstheorie und ohne kompositionale Semantik aus. - Es geht um nicht-semantisch beschreibbare Tatsachen des Gebrauchs. SchifferVsGrice: Grice hat nicht genug zu sagen über die semantischen Eigenschaften sprachlicher Einheiten.
I 242
Grice/Schiffer: (Grice, Meaning, 1957)(1): versucht, semantische Begriffe der öffentlichen Sprache in Begriffen von propositionalen Einstellungen (Glauben, Wünschen, Wollen) zu definieren. Damit wird nichts über Bedeutung selbst vorausgesetzt.
I 242
Def Sprecher-Bedeutung/Grice: (1957)(1) Ist nichtzirkulär definierbar als eine Art Verhalten mit der Intention einen Glauben oder eine Handlung in jemand anderem auszulösen. Def Ausdrucks-Bedeutung/Grice: (1957)(1) d.h. die semantischen Merkmale von Ausdrücken der natürlichen Sprache. - Das ist nichtzirkulär definierbar als bestimmte Arten von Korrelationen zwischen Zeichen und Typen von Ausübung von Sprecher-Bedeutung.
Äußerung/erweitert: jedes Verhalten, das irgendwas bedeutet.
>Sprecherintention, >Sprecherbedeutung.
Schiffer: damit werden Fragen nach Bedeutung reduziert auf Fragen nach propositionalen Einstellungen.
I 243
Eine Zeichenkette muss dazu ein bestimmtes Merkmal haben, damit die Intention erkannt wird. >Intention.
I 245
Grice/Schiffer: Problem: Fälschen von Beweisen ist keine Meinen. Problem: gemeinsames Wissen ist notwendig, doch immer durch Gegenbeispiele zu widerlegen.
>Sprachgemeinschaft.
Lösung: gemeinsames Wissen durch kontrafaktische Konditionale definieren.
>Kontrafaktisches Konditional.
Problem: Keine zwei Leute haben gemeinsames Wissen.
SchifferVsGrice: Niemand hat eine Menge hinreichender Bedingungen für Sprecher-Bedeutung aufgestellt.
Problem: Eine Person kann die Bedingungen von (S) erfüllen wenn er bloß meint, dass A es herbeiführen soll, dass A glaubt, dass p ((S) = Lügen).
SchifferVsGrice: das ist hyperintellektuell, es setzt zu viel Absichten und Erwartungen voraus, die nie geteilt werden. - Der normale Sprecher weiß zu wenig, um nach Grice die Ausdrucks-Bedeutung zu verstehen.
>Äußerungsbedeutung.
I 247
Bsp Ich hoffe, dass Sie mir glauben, aber nicht auf der Basis meiner Intention - ((s) sondern aufgrund des Inhalts, bzw. der Wahrheit). Eine notwendige Bedingung etwas zu erzählen ist keine notwendig Bedingung, es auch zu meinen.

1. H. Paul Grice (1957). Meaning. Philosophical Review 66 (3):377-388

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Holismus Holismus: Der Holismus ist die Annahme, dass die Gegenstände bzw. der Gegenstandsbereich einer Theorie nur bei einer gleichzeitigen Verfügbarkeit aller Elemente bzw. Gegenstände dieses Bereichs überhaupt zugänglich sind. Außerdem wird angenommen, dass eine Änderung eines Elements bzw. Gegenstands Änderungen an allen anderen Gegenständen zumindest nicht ausschließt. Die Aussage „Alles hängt mit allem zusammen“ ist allerdings eine falsche Charakterisierung des Holismus, da sie von Totalitäten statt von Elementen ausgeht. Richtiger wäre es zu sagen, jedes Ding hängt von wenigstens einem anderen Ding bzw. seiner Beschaffenheit ab. Siehe auch Reduktionismus, Totalität, Abhängigkeit, Kausale Abhängigkeit, Ontologische Abhängigkeit.
Modalitäten Simons I 253
Mereologie/modal/Modalität/Simons: Wir kommen in der Mereologie nicht ohne Modalität aus. Wir brauchen eine Definition von "notwendiger Teil" und eine modale Definition von "Summe" (weil sie weniger intuitiv ist als "Organismus") usw. Abhängigkeit:
a) Ontologische Abhängigkeit (oA): Ein Objekt kann nicht existieren, ohne dass ein anderes existiert.
b) Funktionale Abhängigkeit: Funktionale Abhängigkeit besteht zwischen Charakteristiken von Objekten, die eine Ganzes bilden.
>Funktionale Abhängigkeit, >Ontologische Abhängigkeit, >Abhängigkeit.
I 264
Modaler Teil/Simons: Bsp Eine Klasse von Gegenstücken könnte als Ganzes mit verschiedenen modalen Teilen angesehen werden. >Gegenstücke.
Modale Teile gibt es in verschiedenen möglichen Welten.
>Teile, >Identität über Welten hinweg.
I 268
Modalität/Metaphysik/metaphysisch/Wesen/Notwendigkeit/Simons: Ein gegebenes Atom hätte nicht andere Teilchen haben können. Sie sind wesentliche Teile (Komponenten). Andererseits: Die gegebenen Teilchen hätten auch zu einem anderen Atom gehören können. Es ist nicht wesentlich für sie, zu diesem Atom zu gehören. >Wesentliche Teile.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Mögliche Welten Plantinga Schwarz I 68
Def Mögliche Welten/MöWe/Plantinga: Mögliche Welten fasst Plantinga als maximal mögliche Sachverhalte auf. („Magischer Ersatzismus“). >Ersatz worlds.
Schwarz I 69
Das sind dann Sachverhalte als abstrakte Entitäten, über deren Struktur sich nicht viel sagen lässt. >Sachverhalte, >Abstrakte Gegenstände.
Jedenfalls sind sie keine realen Universen oder Konstruktionen aus realen Dingen.
Existenz/“Bestehen“/Plantinga: Existenz bzw. Bestehen ist eine grundlegende Eigenschaft, die nicht weiter analysiert werden kann. Andere Sachverhalte bestehen nicht, könnten aber bestehen.
>“es gibt“, >Existenz.
Def Maximaler Sachverhalt/Plantinga: Ein Sachverhalt ist maximal, wenn sein Bestehen für jeden anderen Sachverhalt entweder dessen Bestehen oder Nicht-Bestehen impliziert.
Vgl. >Maximum, >Abhängigkeit, >Begriffliche Abhängigkeit, >Kontrafaktische Abhängigkeit, >Logische Abhängigkeit.
Mögliche Welt/Plantinga: Mögliche Welten sind maximal mögliche Sachverhalte. Bsp Dass „in“ einer Welt Esel sprechen können, heißt, dass Esel sprechen könnten, wenn der Sachverhalt die Eigenschaft des Bestehens hätte.
VsPlantinga: Dieser Zusammenhang zwischen einer primitiven Eigenschaft abstrakter Entitäten und der Existenz sprechender Esel muss als unerklärbar akzeptiert werden. Insbesondere hat er nichts mit der internen Struktur oder Zusammensetzung der abstrakten Entität zu tun: Diese enthält weder einen sprechenden Esel noch ein Bild oder Modell eines Esels, noch einen Satz oder ein Zeichen, dass irgendwie sprechende Esel repräsentiert.

LewisVsPlantinga:
1. Warum kann diese abstrakte Entität nicht jene primitive Eigenschaft haben, obwohl es keine sprechenden Esel gibt? Woher diese notwendige Beziehung zwischen distinkten Entitäten? 2. Plantingas Sachverhalte machen eine Reduktion modaler Wahrheiten auf Wahrheit darüber, was für Dinge mit was für Eigenschaften es gibt, unmöglich. Plantinga setzt in der Charakterisierung von Welten damit schon Modalität voraus. ((Lewis 1986e(1),§3,4)
3. Wir wollen auch nicht nur über Welten, sondern auch über deren Bewohner reden. Plantinga muss Sherlock Holmes als irreduzible abstrakte Wesenheit annehmen. (Plantinga 1976(2),262, 272).
>Fiktionen.
Dies ist eine nicht qualitative (haecceitistische) Eigenschaft, die notwendig genau dann von einen Gegenstand x instanziiert wird, wenn x Holmes ist.
>Haecceitismus.
Wenn wir im modalen Realismus also unzählige bloß mögliche Dinge haben, dann haben wir bei Plantinga unzählige Wesenheiten bloß möglicher Dinge.
>Modaler Realismus, >Realismus, >Possibilismus, >Possibilia, vgl. >Aktualismus.

1. David Lewis [1986e]: On the Plurality of Worlds. Malden (Mass.): Blackwell
2. Alvin Plantinga 1976]: “Actualism and Possible Worlds”. Theoria, 42: 139–160. In [Loux 1979]

Plant I
A. Plantinga
The Nature of Necessity (Clarendon Library of Logic and Philosophy) Revised ed. Edition 1979

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Ontologie McGinn I 14
Ontologie/Realität/Existenz/Verstehen/Wirklichkeit/Realismus/McGinn: Bsp Dampfmaschinen werden nicht unbegreiflich, wenn die mögliche Welt, in der sie existieren, zufällig keine Lebewesen mit der geistigen Fähigkeit zum Verstehen ihrer Funktion enthält. Ebensowenig beinhaltet der Wandel vom Geheimnis zum Problem einen plötzlichen Anfall ontologischer Reinheit.
>Funktion, >Wirklichkeit, >Verstehen, >Welt/Denken.
I 92
Der Begriff "Haus" kommt in den dafür relevanten physikalischen Theorien nicht vor, aber daraus folgt nicht, dass es keine Häuser gibt. >Theorie.
I 99
Ontologie/Erklärung/McGinn: Es gibt keine ontologische Abhängigkeit ohne ontologische Erklärung, denn Ergebnisse müssen in einer bestimmten Beziehung stehen zu dem, was diese Ergebnisse zeitigt. >Erklärung.

McGinn I
Colin McGinn
Die Grenzen vernünftigen Fragens Stuttgart 1996

McGinn II
C. McGinn
Wie kommt der Geist in die Materie? München 2001
Ontologische Abhängigkeit Ontologische Abhängigkeit: Ontologische Abhängigkeit besteht zwischen Gegenständen, wenn der eine nicht existieren kann, ohne dass der andere existiert, z.B. kann ein Hausdach nicht ohne Haus existieren, wohl aber ein Tank ohne Füllung. Im zeitlichen Verlauf kann argumentiert werden, dass spätere Entwicklungsstadien ontologisch von früheren Stadien abhängig sind. Siehe auch Qua-Objekte, Abhängigkeit, Mereologie.
Ontologische Abhängigkeit Armstrong
Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
Ontologische Abhängigkeit Esfeld I 16f
Holismus/Esfeld: Generische ontologische Abhängigkeit ist nicht Existenz. In Bezug darauf, einige bestimmt Eigenschaften zu haben, ist ein Ding generisch ontologisch abhängig davon, dass es andere Dinge gibt. Die Teile haben ihre charakteristischen Eigenschaften nur im Ganzen (ontologisch bzw. metaphysisch (Esfeld pro). Generisch: Generisch ist weiterer Spezifikation zugänglich, Bsp nichts hat einfach Masse (ohne Quantität), alle physikalischen Größen sind generisch. Der Gegensatz ist determiniert.
>Abhängigkeit, >Existenz, >Relationen.
I 36
Ontologische Abhängigkeit: Ontologische Abhängigkeit ist eine notwendige statt bloßer funktionelle Abhängigkeit. Isolation zerstört nicht den Holismus, aber Eigenschaften, die in Isolation genauso funktionieren, sind keine holistischen Eigenschaften. Keine funktionale Definition ist hinreichend, stattdessen gibt es ontologische Abhängigkeit. >Ontologie, >Holismus, >Eigenschaften, >Isolation.

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Ontologische Abhängigkeit Simons Chisholm II 172
Ontologische Abhängigkeit/Simons: Wenn ein Teil nicht ohne das andere existieren kann, handelt es sich um ontologische Abhängigkeit. Schwache Fundierung: Alles ist schwach fundiert in sich selbst und jedem notwendig Existierenden. Jedes notwendig nicht Existierende ist schwach fundiert in allem. Stattdessen: Fundierung: zusätzlich: a ungleich b und b existiert nicht notwendig.
II 173
Starke Fundierung: Wenn a Moment von b ist: a und b dürfen nicht identisch sein, b ist dann nicht notwendig, Bsp Grenze. Moment: Bsp Ereignisse sind Momente der Objekte, die sie involvieren: Bsp Handschlag von Personen (nicht ohne sie, aber nicht umgekehrt).
II 174
Komplexe sind nicht Momente ihrer Atome (die ihre notwendigen Teile sind). Komplexe sind selbst Momente von gar nichts (wegen ihrer Starken Unabhängigkeit). >Fundierung/Simons, >Komplex/Simons, >Abhängigkeit/Simons.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004
Qua-Objekte Fine Simons I 298
Qua-Objekte/Kit Fine/Simons: x qua F - bzw. x unter der Beschreibung F. Def Basis: das zugrundliegende Objekt.
Def Erläuterung/Fine: x qua F ist immer von der Basis unterschieden.
SimonsVsFine: Das ist zu stark, denn dann müsste man auch "x qua Selbstidentität" von x unterscheiden. - auch wesentliche Eigenschaften dürften nicht das qua ausmachen. - Nur kontingente Eigenschaften dürften in der Erläuterung vorkommen.
>Mereologie, >P. Simons, >Erklärungen.
Simons: Die meisten Qua-Objekte haben ihre Erläuterung eingebaut, nicht als Eigenschaft. (Es gibt sie schon in Principia Mathematica(1)).
Qua-Objekte liefern eine ontologische Abhängigkeit für eine begriffliche Abhängigkeit - Bsp Faust qua geballte Hand. - Bsp Statue qua geformter Ton.
>Statue/Ton, >Begriffliche Abhängigkeit, >Ontologische Abhängigkeit.
SimonsVs: Qua-Objekte bringen nichts, man kann mit ihnen nicht neue singuläre Termini aus alten bilden.
>Singuläre Termini, >Begriffe, >Identifikation, >Unterscheidungen.


1. Whitehead, A.N. and Russel, B. (1910). Principia Mathematica. Cambridge: Cambridge University Press.

Fin I
K. Fine
The Limits of Abstraction Oxford 2008

FinA I
A. Fine
The Shaky Game (Science and Its Conceptual Foundations series) Chicago 1996

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Sprache Field Avramides I 113
Glauben/Bedeutung/FieldVsReduktionismus: (VsReduktive Griceaner): Es ist zirkulär, die semantischen Eigenschaften durch den Glauben erklären zu wollen (das sagt auch der Reduktionismus). >Semantische Eigenschaften.
Field wie Grice: Man kann Glauben ohne Bezug auf den Satz erklären.
Lösung: Das, was ein Symbol zu einem für Cäsar macht, ist die Rolle in meinem Lernen.
Field: Dann kann es keine innere Sprache ohne öffentliche Sprache geben.
SchifferVsField: kein Problem: Grice (intentions-gestützte Semantik, IBS) braucht nicht anzunehmen, dass man propositionale Einstellungen vor der öffentlichen Sprache erworben hat. Beides geht Hand in Hand - nur besteht keine logische Abhängigkeit zwischen ihnen (und zur Kompetenz).
>Intentions-Basierte Semantik.
Armstrong: Beide sind doch logisch verbunden. ((s) Das ist stärker als Schiffers These.)
>Propositionen/Schiffer, >David Armstrong, >Stephen Schiffer.

Soames I 481
Sprache/W-Def/Field/Soames: Wenn Wahrheit nicht-semantisch ((s) d.h. sprecher-unabhängig, d.h. nicht-physikalistisch) definiert wird, wird Sprache ein abstraktes Objekt. Sie hat ihre Eigenschaften wesentlich. >Scott Soames.
Mit anderen Eigenschaften wäre es eine andere Sprache - d.h. es hätte sich nicht herausstellen können, dass die Ausdrücke etwas anderes denotiert haben könnten. Dann ist es immer noch kontingent auf das Sprachverhalten, welche Sprache eine Person spricht. Aber die semantischen Eigenschaften (Wahrheit, Referenz, Zutreffen) sind nicht kontingent.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989

Soames I
Scott Soames
"What is a Theory of Truth?", The Journal of Philosophy 81 (1984), pp. 411-29
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

Soames II
S. Soames
Understanding Truth Oxford 1999
Teil-von-Relation Teil-von-Relation, Teil-Relation, Philosophie: Die Relationen, die zwischen Teilen eines angenommenen Ganzen und diesem Ganzen bestehen, jedoch nicht zwischen den Teilen untereinander. Für die Teil-Relation bestehen andere Einschränkungen und Regeln als für die Elementbeziehung der Mengenlehre. Siehe auch Teile, Ganzes, Totalität, Mereologie, Elemente, Elementrelation, Mengen, Mengenlehre, Ontologische Abhängigkeit, Überlappung.
Teile Teile, Philosophie: Im Gegensatz zu Elementen einer Menge können Teile eines Ganzen in hierarchischen Relationen stehen. Es kann Abhängigkeiten, insbesondere ontologische Abhängigkeiten zwischen Teilen und Ganzem sowie zwischen Teilen eines Ganzen untereinander bestehen, weil Teile unter Umständen nicht existieren können, wenn ein fraglicher Teil nicht existiert. Siehe auch Extrinsisches, Transitivität, Reflexivität, Symmetrie, Mereologie, Mengenlehre, Elemente, Ordnung, Überlappung.
Unabhängigkeit Simons I 301
Absolut unabhängig/Unabhängigkeit/Simons: Ein Objekt ist absolut unabhängig, wenn es nicht generisch abhängig ist. Gott/Simons: Problem: Ist er von seinen eigenen Gedanken unabhängig? Auf jeden Fall müsste er eine Monade sein, weil die echten Teile eines Objekts von ihm getrennt sind. Die extreme stärke des Begriffs der absoluten Unabhängigkeit begrenzt seine Nützlichkeit.
>Abhängigkeit, >Ontologische Abhängigkeit, >Gott.
I 302
Bsp schwach unabhängig: Ein continuant kann immer noch von einem Prozess in seinem Innern abhängig sein. Der Prozess muss (wegen des Kategorienunterschieds) vom continuant getrennt sein. Bsp: ein (s) Körper, der nicht mit seinem Stoffwechsel (oder der Gesamtheit seiner Prozesse oder Lebensgeschichte) identisch ist. >Continuants, >Prozesse.
Prozess und Objekt können nie identisch sein.
Ereignis/continuant: Ereignis und continuant sind kategorisch verschieden und können daher keinen gemeinsamen Teil haben.
>Ereignisse.
I 325
Unabhängigkeit/Natur/Welt/Realität/Simons: Es gibt in der Natur Dinge, die nicht interagieren. Bsp: getrennte Punkt-Ereignisse. SimonsVsSchlick/SchlickVsSumme: Wenn die Summe keine internen Relationen haben soll, gibt es in der Natur keine Summen.
SimonsVsSchlick: Doch, in der Natur gibt es Summen (Popper pro Schlick). Daher ist ein Unterschied zur Gestalt (mit internen Relationen) sinnlos (PopperVsGestalttheorie).
>Wirklichkeithttps://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Wirklichkeit, >Welt, >Formen, >Natur.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Holismus Esfeld, M. I 2
These: Holismus in der Philosophie des Geistes (HPG) und in der Quantenmechanik (HQM) haben einen gemeinsamen begrifflichen Inhalt.
I 16
Holismus/Esfeld: Frage: was für eine Art von Abhängigkeit besteht zwischen den Teilen eines holistischen Systems? These innerhalb eines holistischen Systems gibt es eine generische ontologische Abhängigkeit. (goA)
Diese bezieht sich nicht auf die Existenz der Teile als solche (isolierte), sondern insofern sie bestimmte Eigenschaften haben.
Teile/Eigenschaften/Holismus/Esfeld: These für jeden konstituierenden Teil eines holistischen Systems (Konstituente) gibt es eine Familie von nicht-disjunkten, qualitativen Eigenschaften, die etwas zu einer Konstituente machen, gegeben ein geeignetes Arrangement mit anderen Dingen.
I 200
Holismus/ontologisch/epistemisch/Esfeld: der vorgeschlagene soziale Holismus und Überzeugungs-Holismus impliziert die erkenntnistheoretische These, daß selbst wenn man ein vollständiges physikalisches Wissen über eine MöWe hat, man nicht wissen kann, ob es in der betreffenden Welt Wesen gibt, die Regeln folgen und welchen Regeln diese Wesen folgen.