| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Autonomie | Parsons | Habermas IV 306 Autonomie/Parsons/Habermas: Problem: rationalistische und empiristische Handlungsbegriffe können die Autonomie des Handelns ebenso wenig erfassen wie materialistische und idealistische Ordnungsbegriffe die Legitimität eines Handlungszusammenhangs, der sich auf Interessen stützt. >Handeln, >Rationalität, >Empirismus. Lösung/Parsons: Parsons entwickelt einen voluntaristische Handlungsbegriff und einen normativistischen Ordnungsbegriff. >Normen, >Voluntarismus. Habermas IV 310 Jener moralische Zwang, der sich ebenso in Gefühlen der Verpflichtung wie in den Reaktionen von Schuld und Scham bemerkbar macht – ein Zwang, der mit der Autonomie des Handelns nicht nur vereinbar ist, sondern diese in gewisser Weise sogar konstituiert, dieser Zwang wird nicht mehr als äußere Gewalt sondern von innen empfunden, indem er die Motive durchdringt. >Zwang, >Verantwortung, >Pflichten. Habermas IV 314 Entscheidungsfreiheit/Parsons/Habermas: Entscheidungsfreiheit ist für Parsons durch moralische Fehlbarkeit charakterisiert. Lösung/Parsons: Normative Standards erhalten den Status von nicht-instrumentalisierbaren Wertstandards oder Endzwecken; entsprechende Wertorientierungen können die Zwecksetzung selbst regulieren. >Werte, >Zwecke. |
ParCh I Ch. Parsons Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014 ParTa I T. Parsons The Structure of Social Action, Vol. 1 1967 ParTe I Ter. Parsons Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000 Ha I J. Habermas Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988 Ha III Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981 Ha IV Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981 |
| Gesellschaft | Neorepublikanismus | Gaus I 175 Gesellschaft/Neorepublikanismus/Dagger: (...) bürgerliche Tugend ist notwendig, wenn die Selbstverwaltung beibehalten werden soll. NeorepublikanismusVsLiberalismus: Aber auch die Neorepublikaner neigen dazu zu glauben, dass die bürgerlichen Tugenden entweder im Niedergang oder in Gefahr sind, und sie geben häufig dem Liberalismus die Schuld. Wie Sandel sagt: "Der staatsbürgerliche oder prägende Aspekt unserer amerikanischen Politik ist weitgehend dem Liberalismus gewichen, der den Menschen als freies und unabhängiges Selbst begreift, unbelastet von moralischen oder staatsbürgerlichen Bindungen, die er nicht gewählt hat" (1996(1): 6). >Liberalismus. SandelVsRawls: Dieser "voluntaristische" oder "prozedurale" Liberalismus, wie er in den Werken liberaler Philosophen wie Rawls und in den Entscheidungen liberaler Juristen zu finden ist, hat eine Gesellschaft gefördert, in der der Einzelne nicht versteht, wie viel er der Gemeinschaft schuldet. >J. Rawls, >Voluntarismus. 1. Sandel, Michael ( 1996) Democracy 's Discontent: America in Search of a Public Philosophy. Cambridge, MA: Harvard University Press. Dagger, Richard 2004. „Communitarianism and Republicanism“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications |
Gaus I Gerald F. Gaus Chandran Kukathas Handbook of Political Theory London 2004 |
| Politik | Mill | Höffe I 357 Politik/Mill/Höffe: Mill weist [in den Betrachtungen über die repräsentative Regierung(1)] zwei Grundauffassungen über das Wesen der Politik als einseitig zurück, sowohl die voluntaristische Auffassung, die den Staat zum Produkt menschlichen Willens für bestimmte Zwecke erklärt, als auch die historistische Auffassung, die im Gemeinwesen «eine Art organisches Gebilde» sieht, das «aus der Natur und dem Leben des betreffenden Volkes erwächst»(1). (MillVsVoluntarismus). Mill (...) sucht (...) nach einem Maßstab für eine vorbildliche Politik und sieht ihn in der Per-Saldo-Zunahme der geistigen, sittlichen und praktischen Fertigkeiten der Bürger. Nach diesem Kriterium, also nicht grundsätzlich, sondern bloß meistens, sei die >Demokratie als Staatsform vorzugswürdig. 1.J.St. Mill Considerations on Representative Government, 1861 (dt.(Betrachtungen über die repräsentative Regierung) |
Mill I John St. Mill Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843 In Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993 Mill II J. St. Mill Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998 Mill Ja I James Mill Commerce Defended: An Answer to the Arguments by which Mr. Spence, Mr. Cobbett, and Others, Have Attempted to Prove that Commerce is Not a Source of National Wealth 1808 |
| Pragmatismus | James | Diaz-Bone I 68 Pragmatismus/James: der Begriff wird zum ersten Mal von James 1898 verwendet. Er beruft sich aber auf Peirce, 1878. I 68f Zeichen/Peirce/ VsKant: Vs Konstruktion vom transzendentalen Subjekt: Pragmatismus ist diejenige Methode, die erfolgreiche sprachliche und gedankliche Kommunikation und klare Ideen ermöglicht. Für Peirce ist jeder Gedanke Zeichen. I 70 Pragmatismus/Peirce: voluntaristische Handlungstheorie. Def Voluntarismus: Wille als Grundprinzip des Seins. I 76 Pragmatismus: wie ein Korridor in der Mitte vieler Zimmer, er gehört allen, die ihn benutzen. Begriff/Pragmatismus: Er hält alle Begriffe für Hypothesen. Verwendung ist immer persönlicher Entschluß. I 78 Wir leben nicht um zu denken, sondern wir denken, um zu leben. I 79 Wissenschaft/James: Wissenschaften, comon sense und einzelnes Bewusstsein haben eines gemeinsam: sie sollen die menschliche Anpassungsfähigkeit steigern. I 88 PragmatismusVsKorrespondenztheorie: Übereinstimmung bei James weicht die Dichotomie wahr/falsch auf. (>Verwirklichung, >Anpassung). I 102 VsPragmatismus: dass James Wahrheit mit Bewährung verwechsele: es kann niemals festgestellt werden, ob eine Beobachtung richtig übersetzt ist. (>Basissatzproblem). |
James I R. Diaz-Bone/K. Schubert William James zur Einführung Hamburg 1996 |
| Staat | Mill | Höffe I 357 Staat/Mill/Höffe: Mill weist [in den Betrachtungen über die repräsentative Regierung(1)] zwei Grundauffassungen über das Wesen der Politik als einseitig zurück, sowohl die voluntaristische Auffassung, die den Staat zum Produkt menschlichen Willens für bestimmte Zwecke erklärt, als auch die historistische Auffassung, die im Gemeinwesen «eine Art organisches Gebilde» sieht, das «aus der Natur und dem Leben des betreffenden Volkes erwächst»(2). (MillVsVoluntarismus). >Voluntarismus. Theoretische Begründung: Eine ihrem Gegenstand gerechte Theorie hat nach Mill beide Auffassungen miteinander zu verbinden. a) In Übereinstimmung mit der voluntaristischen Ansicht genießt ein Gemeinwesen bei der Gestaltung seiner politischen Institutionen durchaus Freiheit, aber keine unbegrenzte. b) Denn drei Bedingungen sind zu berücksichtigen, die nun zugunsten der historistischen Ansicht sprechen: 1) Die Institutionen müssen beim Volk Anerkennung finden; 2) sie müssen einen aktiven Beitrag zur Erhaltung der Verfassung liefern; (...) 3) sie bedürfen eines verantwortlichen Handelns seitens der Amtsträger. >Institutionen. Höffe I 358 Parlamentarismus/Mill: In den Betrachtungen über die repräsentative Regierung(1) spricht sich Mill gemäß dem Titel für ein gewähltes Parlament - auf der Grundlage von Volkssouveränität -, ferner für eine Gewaltenteilung mit Kontrolle der Regierung aus. Im Unterschied zum heutigen Verständnis repräsentativer Demokratie werden die parlamentarischen Befugnisse aber eingeschränkt. Die Aufgabe des Parlaments, über Gesetze nicht nur zu debattieren («parlieren»), sondern sie auch zu beschließen, also die gesetzgebende Gewalt, überträgt er einer anderen Institution, einem Ausschuss, der die Gesetze zu erarbeiten und zu beschließen hat. 1.J.St. Mill Considerations on Representative Government, 1861 (dt.(Betrachtungen über die repräsentative Regierung) 2. Ebenda, Kap 1. |
Mill I John St. Mill Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843 In Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993 Mill II J. St. Mill Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998 Mill Ja I James Mill Commerce Defended: An Answer to the Arguments by which Mr. Spence, Mr. Cobbett, and Others, Have Attempted to Prove that Commerce is Not a Source of National Wealth 1808 |
| Utilitarismus | Parsons | Habermas IV 305 Utilitarismus/Parsons/ParsonsVsUtilitarismus/Habermas: In „The Structure of Social Action“ zeigt Parsons am Begriff des zweckrationalen Handelns, dass der Utilitarismus die Entscheidungsfreiheit des Handlungssubjekts nicht begründen kann. >Zweckrationalität, >Handlungen/Parsons. Habermas IV 311 Das utilitaristische Dilemma: 1. Der Aktor steht genau einer objektiven Welt existierender Sachverhalte gegenüber und verfügt über eine mehr oder weniger genaue empirische Kenntnis dieser Situation. Habermas IV 312 2. Erfolg/Parsons: Erfolg bemisst sich in diesem Fall ausschließlich daran, ob das Ziel erreicht wurde. >Doppelte Kontingenz/Parsons. Normen: Normen beschränken sich hier auf die Regulierung der Beziehungen zwischen Zwecken, Mittel und Bedingungen. Die Wahl der Zwecke wird also unbestimmt gelassen. („randomness of ends“). (1) 3. Zweckrationalität: Zweckrationalität sieht keinen Mechanismus vor, über den die Handlungen verschiedener Aktoren koordiniert werden könnten. Das nennt Parsons den „atomistischen“ Handlungsbegriff. Stabilität kann sich nur bei zufällig ineinandergreifenden Interessenlagen ergeben. Dilemma: wie kann sich Entscheidungsfreiheit als Kern der Handlungsfreiheit aus dem utilitaristischen Handlungsbegriff entwickeln lassen? Habermas IV 313 a) Zwecke können unabhängig von Mitteln und Bedingungen variieren, diese Bedingung ist zwar notwendig, aber nicht hinreichend. Solange neben Entscheidungsmaximen keine Werte zugelassen sind, gibt es Raum für zwei entgegengesetzte Interpretationen, die beide mit der Entscheidungsfreiheit unvereinbar sind, sowohl im positivistischen als auch im rationalistischen Sinn. b) Zwecksetzung als Funktion der Kenntnisse: Hier ist die Handlung ein Prozess der rationalen Anpassung an die Bedingungen. Die aktive Rolle des Handelnden wird auf das Verständnis der Situation reduziert. >Zwecke/Parsons, >Zwecke. Problem: Weder die rationalistische noch die positivistische Deutung des utilitaristischen Handlungsmodells Habermas IV 314 kann erklären, warum der Handelnde in einem nicht nur kognitiven Sinn Fehler machen kann. Autonomie/Parsons. Habermas IV 321 Utilitarismus/Parsons/Habermas: Parsons hält am Kern des utilitaristischen Handlungsbegriffs fest. Vielleicht glaubt er, den Voluntarismus nur dadurch retten zu können, das er Entscheidungsfreiheit als kontingente Wahlfreiheit, in der Sprache des deutschen Idealismus: als Willkür konzipiert. >Voluntarismus. Habermas IV 371 Utilitarismus/Parsons/ParsonsVsUtilitarismus/Habermas: Aus der Kritik des Utilitarismus gewann Parsons zunächst die Vorstellung einer durch Werte und Maximen geregelten Zweckselektion. >Werte. Lösung: Kulturelle Werte sollten auf dem Wege von Institutionalisierung und Internalisierung auf Handlungssituationen bezogen und mit Sanktionen verknüpft werden; dadurch sollten sie in der Realität der Lebensformen und Lebensgeschichten die Beständigkeit substantieller Sittlichkeit gewinnen. >Kulturelle Werte, >Institutionalisierung, >Internalisierung, >Lebenswelt. 1. Talcott Parsons, The Structure of Social Action, NY, 1949, S. 49. |
ParCh I Ch. Parsons Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014 ParTa I T. Parsons The Structure of Social Action, Vol. 1 1967 ParTe I Ter. Parsons Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000 Ha I J. Habermas Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988 Ha III Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981 Ha IV Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981 |
| Willensfreiheit | James | Diaz-Bone I 108/160 Def Voluntarismus/James: Wille zum Glauben an den freien Willen. (Diese Bedeutung von "voluntaristisch" stammt aus der Lebensphilosophie. >Lebensphilosophie. Wille soll hier das bedeutende Prinzip des Erkennens sein (im Gegensatz zur Vernunft). Freiheit/James: Das Festhalten an einer Vorstellung A bei gleichzeitigem Verzicht auf den Übergang zu irgendeiner anderen Vorstellung B, die aber ebenso gut möglich ist. Glaube an den freien Willen: könnte von irgendeiner Instanz aufgezwungen sein! James: Der freie Wille ist unbeobachtbar! Die Erscheinung der Freiheit ist ein Gefühl. |
James I R. Diaz-Bone/K. Schubert William James zur Einführung Hamburg 1996 |