Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Autor
Eintrag
Eintrag
Literatur
Literatur
Ausdrücke Goodman I 25
Exemplifikation und Ausdruck/Goodman: Exemplifikation und Ausdruck zeigen in die gleiche Richtung, nämlich die, die der Denotation (Bezeichnung) genau entgegengesetzt ist. (Denotation gehört mehr zum Sagen und Beschreiben.) >Denotation.
I 60
Für das direkte Zitat ist sowohl benennen als auch enthalten wichtig. Jeder Ausdruck ist eine Paraphrase seiner selbst.
---
III 55ff
Def "Ausdrücken"/Goodman: "Ausdrücken" ist hier zunächst die Bezugnahme auf ein Gefühl oder eine andere Eigenschaft. Nicht auf ihr Vorkommen! Man kann auch Gefühle ausdrücken, die man gar nicht hat. Ausdruck: Ein Ausdruck ist ein Gefühl. Repräsentation: Eine Repräsentation ist ein Gegenstand oder Ereignis.
III 58
Das graue Bild denotiert nicht die Fabe grau, sondern wird von dem Prädikat "grau" denotiert!
III 59
Nicht jede Exemplifikation ist Ausdruck aber jeder Ausdruck ist Exemplifikation.
III 60
Def Exemplifikation ist Besitz plus Bezugnahme. (Der Ostension fehlt die Bezugnahme.) >Referenz.
III 61
Eine Figur die Dreieckigkeit exemplifiziert, exemplfiziert nicht immer Dreiseitigkeit! Obwohl sie dreiseitig ist. Auch sprachabhängig: "rouge" exemplifiziert nicht "rot"!
III 88
Was zum Ausdruck gebracht wird, wird metaphorisch exemplifiziert. >Metaphern.
III 92
Während fast alles fast alles andere denotieren oder sogar repräsentieren kann, kann ein Ding nur das ausdrücken, was zu ihm gehört, aber nicht ursprünglich zu ihm gehörte (Bsp Leimfabrik). Letztendlich ist es eine Sache der Gewohnheit.
III 94
Eine Eigenschaft benennen und sie ausdrücken sind zwei verschiedene Dinge. Und ein Gedicht oder eine Geschichte braucht nicht auszudrücken, was sie oder es sagt, oder zu sagen, was es ausdrückt. >Repräsentation.
III 94
Def Exemplifikation bezieht das Symbol auf ein Etikett, das es denotiert. >Beschreibung, >Symbole.
III 96
Def Ausdruck: Der Ausdruck bezieht das Symbol auf ein Etikett, das es metaphorisch denotiert und damit indirekt nicht nur auf den metaphorischen sondern auch auf den buchstäblichen Bereich dieses Etiketts. Fazit: Wenn a b ausdrückt dann:
1. besitzt a b oder wird von ihm denotiert.
2. Dieser Besitz oder diese Denotation ist metaphorisch.
3. a bezieht sich auf b.
>Terminologie/Goodman.

G IV
N. Goodman
Catherine Z. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

Goodman I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

Goodman II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

Goodman III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997
Bayesianismus Schurz I 110
Bayes Theorem/Schurz: Seine Bedeutung liegt in den Fällen, wo man vornehmlich an w(Ai I B) (subjektive Wahrscheinlichkeit) interessiert ist, aber nur die inverse bedingte Wahrscheinlichkeit w(B I Ai) zugänglich ist. >Subjektive Wahrscheinlichkeit/Schurz, >Wahrscheinlichkeit/Schurz, >Wahrscheinlichkeitstheorie/Schurz.
I 161
Bayes/Bayesianismus/Schurz: Grundprinzip: Es muss immer von gewissen Ausgangs-Wahrscheinlichkeiten ausgegangen werden. Indifferenzprinzip: für konkurrierende Hypothesen gleiche Ausgangswahrscheinlichkeit.
Vs: die Ausgangsverteilungen sind sprachabhängig. - Bsp Eine Verteilung kann in Bezug auf die Wellenlänge indifferent sein, aber bei Umrechnung auf Frequenz nicht mehr indifferent.

I 161
Bayes/Bayesianismus/Schurz: Grundprinzip: es muss immer von gewissen Ausgangs Wahrscheinlichkeiten ausgegangen werden. Die Ausgangs-Wahrscheinlichkeit von E kann jedoch eliminiert werden, wenn man sich auf komparative Hypothesenbewertungen beschränkt. Indifferenzprinzip: die Annahme gleicher Ausgangs-Wahrscheinlichkeit für konkurrierende Hypothesen.
Likelihood-Intuition: subjektive Rechtfertigung: unter Annahme des Indifferenzprinzips ist die Höhe der Likelihood von E gegeben H ein Indikator für die subjektive Wahrscheinlichkeit von H gegeben E.
Vs: das krankt daran, dass das Indifferenzprinzip selbst problematisch ist:
I 162
VsIndifferenzprinzip/Schurz: Ausgangsverteilungen sind sprachabhängig! Bsp eine für die Wellenlänge (X) indifferente Verteilung ist nach Umrechnung auf die Frequenz (Y :=1/X) nicht mehr indifferent! >Likelihood/Schurz.

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
Bedeutung Millikan I 263
Naturgesetze/Millikan: Meine Theorie der Intentionalität ist darauf festgelegt, dass ein Ding wie eine Normale Erklärung etwas ist, das draußen in der Welt ist, und das etwas ist, das unser Denken stützt, statt von unserem Denken gestützt zu werden. >Intentionalität/Millikan.
Damit sie wahr ist, müssen Naturgesetze in der Natur sein, nicht bloß eine Summierung der Muster der Natur.
>Wahrheit.
MillikanVsVerifikationismus: wenn meine Theorie richtig ist, muss er falsch sein.
>Verifikationismus.
Wahrheit/Welt/Relation/Millikan: These: letztlich liegen Bedeutungshaftigkeit und Wahrheit in Relationen zwischen Denken und Welt,
I 264
Deshalb können sie nicht im Kopf sein, wir können sie nicht internalisieren. >Welt/Denken/Millikan.
>Putman: Bedeutungen sind nicht im Kopf.
I 305
Bedeutung/sprachabhängig/sprachunabhängig/Wissen/Kennen//Millikan: selbst wenn wir Erwachsene fast alle Bedeutungen unserer Wörter aus sprachlicher Kommunikation entnehmen und nicht mehr aus direkter Wahrnehmung, so schließt das überhaupt nicht aus, dass wir „ihre Bedeutung kennen“.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Begriffsumfang Tarski Berka I 446
Begriffsumfang/Tarski: Der Begriffsumfang ist sprachabhängig - derselbe Ausdruck kann in einer Sprache eine wahre, in einer anderen eine falsche oder sinnlose Aussage sein - daher gibt es keine allgemeine Wahrheitsdefinition.(1) >Sprachabhängigkeit, >Wahrheitsdefinition, >Wahr-in-L.


1. A.Tarski, Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen, Commentarii Societatis philosophicae Polonorum. Vol 1, Lemberg 1935

Tarski I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983
Bewusstsein Churchland Güzeldere I 397f
Bewusstsein mentaler Zustände: "wahrnehmungsartig": Locke,Armstrong, Paul und Patricia Churchland, Lycan "gedankenähnlich": Rosenthal, Carruthers, Dennett, auch Descartes.
Güzeldere I 404
Bewusstsein/Locke/Churchland/Armstrong/Lycan: sprechen von "Scanning" oder "Monitoring". Frage: was wird denn wahrgenommen, der Inhalt oder der Zustand selbst?
Güzeldere I 411
Bewusstsein/Churchland: introspektives Bewusstsein ist eine Unterart von Wahrnehmung. These: In der Sprache einer reifen Neurowissenschaft könnte es eine differenziertere Darstellung des "menschlichen subjektiven Bewusstseins" geben.
Bsp Dopamin-Level könnte so gedeutet werden, wie in der Musik Gm7-Akkorde.
Wir müssten dieses Begriffssystem lernen und seine Anwendung üben. (DavidsonVsBegriffsschema).
Güzeldere: Churchland ist also nicht nur überzeugt, dass mentale Zustände mit Gehirnzuständen identisch sind, sondern auch, dass ihre Eigenschaften identisch sind.

I Güven Güzeldere "Ist Bewusstsein die Wahrnehmung dessen, was im Geist vorgeht?" In: Th. Metzinger (ed.) Bewusstsein, Paderborn/München/Wien 1996

Metzinger II 475
Bewusstsein/Dennett: ist eine virtuelle Maschine. These: Menschen werden in dem Maße bewusst, in dem sie Sprache erwerben und lernen, über sich selbst zu reden. Bei diesem Übergang simuliert eine parallele Maschine (die neuronalen Netzwerke im Gehirn) eine serielle Maschine (die Operationen Schritt für Schritt anhand von Regeln, die rekursiv sein können, ausführt.) Dennett: Bewusstsein verhält sich zum Gehirn wie die Flugsimulation zu den Vorgängen innerhalb des Computers.
II 476
ChurchlandVsDennett:
1. die Annahme der Sprachabhängigkeit von Bewusstsein spricht Kindern und Tieren Bewusstsein ab.
II 477
2. Es ist seit einiger Zeit bekannt, dass rekurrente neuronale Netze zeitliche Sequenzierungen erzeugen können! 3. Es ist keine virtuelle Maschine nötig, eine bestimmte Klasse von Operationen kann der Output eines einzigen, wenn auch stark verteilten Netzwerkes sein.
Dennett könnte durchaus Recht haben, aber nicht auf diesem Weg.

Patricia Smith Churchland Die Neurobiologie des Bewusstseins - Was können wir von ihr lernen? In: Th. Metzinger (ed.) Bewusstsein, Paderborn/München/Wien 1996

Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

Churli II
Patricia S. Churchland
"Can Neurobiology Teach Us Anything about Consciousness?" in: The Nature of Consciousness: Philosophical Debates ed. Block, Flanagan, Güzeldere pp. 127-140
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996
Ding an sich Gadamer I 451
Ansichsein/Ding an sich/Gadamer: Als sprachlich verfasste ist eine jede (...) Welt von sich aus für jede mögliche Einsicht und damit für jede Erweiterung ihres eigenen Weltbildes offen und entsprechend für andere zugänglich. „Ansichsein“: (...) damit wird der Gebrauch des Begriffs „Welt an sich“ problematisch. Der Maßstab für die fortschreitende Erweiterung des eigenen Weltbildes wird nicht durch die außer aller Sprachlichkeit gelegene „Welt an sich“ gebildet. Vielmehr bedeutet die unendliche Perfektibilität der menschlichen Welterfahrung, dass man, in welcher Sprache immer man sich bewegt, nie zu etwas anderem gelangt als zu einem Immer mehr erweiterten Aspekt, einer „Ansicht“ der Welt.
Phänomenologisch gesehen besteht das „Ding an sich“ in nichts anderem als in der Kontinuität, mit der sich die perspektivischen Abschattungen der Dingwahrnehmung ineinander überführen, wie Husserl gezeigt hat.(1)
>E. Husserl.
Gadamer: Wer das „Ansichsein“ diesen entgegenstellt, muss entweder theologisch denken - dann ist das Ansichsein nicht für ihn, sondern allein für Gott -; oder er wird luziferisch denken, als einer, der sich seine eigene Göttlichkeit dadurch beweisen möchte, dass ihm die ganze Welt zu gehorchen hat - dann ist ihm das Ansichsein der Welt eine Einschränkung der Allmacht seiner Einbildung.(2)
I 453
1m sprachlichen Geschehen findet (...) nicht nur das Beharrende seine Stätte, sondern gerade auch der Wandel der Dinge. (...) in der Sprache stellt sich die Welt selber dar. Die sprachliche Welterfahrung ist „absolut“. Sie übersteigt alle Relativitäten von Seinssetzung, weil sie alles Ansichsein
I 454
umfasst, in welchen Beziehungen (Relativitäten) immer es sich zeigt. Die Sprachlichkeit unserer Welterfahrung ist vorgängig gegenüber allem, das als seiend erkannt und angesprochen wird. Der Grundbezug von Sprache und Welt bedeutet daher nicht, dass die Welt Gegenstand der Sprache werde. Was Gegenstand der Erkenntnis und der Aussage ist, ist vielmehr immer schon von dem Welthorizont der Sprache umschlossen. Die Sprachlichkeit der menschlichen Welterfahrung als solche meint nicht die Vergegenständlichung der Welt. Was an sich ist, ist unabhängig von dem eigenen Wollen und Wählen. Doch indem erkannt ist, wie es an sich ist, ist es eben dadurch in der Weise verfügbar gemacht, dass man mit ihm rechnen, d. h. aber es seinen eigenen Zwecken einordnen kann.
Dieser Begriff des Ansichseins ist, wie man sieht, nur scheinbar das Äquivalent des griechischen Begriffs des kath' hauto, Letzteres meint zunächst den ontologischen Unterschied dessen, was ein Seiendes seiner Substanz und seinem Wesen nach ist, von dem, was an ihm sein kann und
wechselnd ist. Was zum bleibenden Wesen eines Seienden gehört, ist gewiss auch in einem ausgezeichneten Sinne wissbar, d. h. es ist dem menschlichen Geiste schon immer vorgängig zugeordnet, Was im Sinne der modernen Wissenschaft „an sich“ ist, hat mit diesem ontologischen Unterschied von Wesentlichem und Unwesentlichem nichts zu tun, sondern bestimmt sich
als gesicherte Erkenntnis, die Sachbeherrschung erlaubt. Die gesicherten Tatsachen sind wie der Gegenstand und Widerstand, mit dem man zu rechnen hat. Was an sich ist, ist also, wie Max Scheler im besonderen gezeigt hat, auf eine bestimmte Weise des Wissens und Wollens hin relativ.(3)
I 456
Naturwissenschaften/Erkenntnis/Ansichsein/Gadamer: Als Wissenschaft hat die eine wie die andere [Physik oder Biologie] ihren Gegenstandsbereich vorentworfen, dessen Erkenntnis seine Beherrschung bedeutet. Sprachlich verfasste Welt: Eine ganz andere Sachlage finden wir dagegen dort, wo das Weltverhältnis des Menschen im ganzen, wie es im sprachlichen Vollzug gelegen ist, gemeint ist. Die Welt, welche sprachlich erscheint und verfasst ist, ist nicht in demselben Sinne an sich und nicht in demselben Sinne relativ, wie der Gegenstand der Wissenschaften. Sie ist nicht an sich, sofern sie überhaupt nicht den Charakter der Gegenständlichkeit hat. Als das umfassende Ganze, das sie ist, ist sie niemals in der Erfahrung gegeben. Als die Welt, die sie ist, ist sie aber auch nicht auf eine bestimmte Sprache relativ.
Vgl. >Welt, >Welt/Denken, >Denken, >Wirklichkeit, >Unabhängigkeit, >Erkennen, >Erkenntnis, >Naturwissenschaften, >Wissen, >Sprache, >Sprachabhängigkeit, >Objektivität.


1. Husserl, Ideen 1, § 41.
2. Es ist daher ein bloßes Missverständnis, wenn man sich gegen den Idealismus, - sei es
den transzendentalen oder die Sprachphilosophie - auf das Ansichsein der Welt beruft. Man verkennt dabei den methodischen Sinn des Idealismus, dessen metaphysische Gestalt seit Kant als überwunden gelten darf (vgl. Kants Widerlegung des Idealismus( in der Kritik der reinen Vernunft, B 274ff )
3. GadamerVsScheler: Das bleibt richtig, auch wenn Scheler den Sinn des transzendentalen Idealismus als Erzeugungsidealismus missversteht und das „Ding an sich“ als Gegensatz zur subjektiven Erzeugung des Gegenstandes auffasst.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Empirismus Locke Höffe I 244
Empirismus/Locke/Höffe: [Lockes‘ Empirismus hat zunächst] zwei Dimensionen. 1) Gemäß dem «Empirismus der Prinzipien und Ideen» stammen selbst diese aus der Erfahrung (Buch 1—111)(1).
2) Gemäß dem «Empirismus der Aussagen» Sind alle Aussagen über Tatsachen an der Erfahrung zu überprüfen (Buch IV).
3) «Empirismus der Sprache»: ihm zufolge gelten Wörter, die sich weder direkt noch indirekt auf Erfahrung beziehen lassen, noch - wie z.B. «und», «auch», «oder» - diesen Wörtern dienen, als sinnlos.
Nach der ersten Dimension gehen der Erfahrung keine erfahrungsfreien Elemente voraus, weder fertige Ideen (grundlegende Erkenntniselemente) noch fertige theoretische oder praktische Prinzipien. Selbst ein moralisch-rechtlich so grundlegender Imperativ wie der Fundamentalimperativ, das Schädigungsverbot («keiner schädige den anderen!»), gilt nicht als angeboren. >Angeborenes/Locke.

1. Locke, Ein Versuch über den menschlichen Verstand (An Essay Concerning Human Understanding, 1690).


Euchner I 169
Locke/Euchner: heute: Sein Empirismus überwand das alte Weltbild der von Gott geoffenbarten Erkenntnis - These: "Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war". LeibnizVsLocke: "...außer dem Verstand selbst!"
KreimendahlVsLocke: indem er Erkenntnis auf die Ideen beschränkt, stellt er sein eigenes empirisches Programm in Frage.


Arndt II 177
Locke/Arndt: Locke ist Ahnherr des Empirismus - Erkenntnis soll sprachabhängig behandelt werden.

Loc III
J. Locke
An Essay Concerning Human Understanding

Loc I
W. Euchner
Locke zur Einführung Hamburg 1996

Loc II
H.W. Arndt
"Locke"
In
Grundprobleme der großen Philosophen - Neuzeit I, J. Speck (Hg) Göttingen 1997
Erfüllung Chisholm II 70
Erfüllung/Sauer: geschlossene Sätze: jeder geschlossene Satz "(x)(Qx > Rx)" wird, wenn er erfüllt wird, von jedem Ding erfüllt. - Aber nicht jeder offene Satz "(Qx > Rx)". Das mit einem Bedeutungspostulat lösen zu wollen, bringt das alte Problem der Sprachabhängigkeit ohne Weltbezug zurück. >Abhängigkeit, >Referenz, >Bedeutungspostulate.


Sauer, W. Über das Analytische und das synthetische Apriori bei Chisholm. In: M.David/L. Stubenberg (Hg) Philosophische Aufsätze zu Ehren von R.M. Chisholm Graz 1986

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004
Gebrauch Field II 132
Gebrauch/gebrauchsabhängig/Field: Bsp das Wahrheits-Prädikat wird gbrauchsabhängig, wenn wir fordern, dass die Wahrheitsbedingungen (WB) in jeder möglichen Welt von der Bedeutung in der wirklichen Welt (WiWe) abhängig sind ("starr" sind). Das heißt, die Bedeutung ist von unserem Gebrauch abhängig.
>Wirkliche Welt, >Sprachabhängigkeit, >Aktualität, >Aktualismus,
>Wahrheitsbedingungen.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Gegebenes Field I 218
Gegebenes/gegeben/Field: Es ist nicht klar, was es für eine Situation bedeutet, "gegeben" zu sein. Das ist sprach- und theorieabhängig. >Sprachabhängigkeit, >Theorieabhängigkeit, >Ontologie, >Existenz,
>Theorien, >Wissen.
Problem: Dann gibt es keine Möglichkeit, eine Situation zu beschreiben in der die Relation "doppelter Abstand" und

(P3) MG Eu (u ist ein Materieteilchen und u ist zwischen x und y und xuCuy und uyCzw und die räumlichen Relationen zwischen x,y,z und w sind dieselben wie sie aktual sind) divergieren.

Schreibweise: C: kongruent.
Problem: Wenn wir "dreifacher Abstand" nach (P3) definieren, müssen wir zeigen, dass der Abstand nicht gleichzeitig doppelt und dreifach ist. - Dazu brauchen wir den Substantivalismus oder den Hochleistungs-Platonismus.
>Platonismus, >Hochleistungsplatonismus, >Substantivalismus, >Terminologie/Field.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Gegenstände Putnam Field IV 409
Gegenstand/Ding/Objekt/Sprache/Interner Realismus/Welt/Putnam: These: Objekte selbst sind ebenso gemacht wie entdeckt. FieldVsPutnam: Dann müsste man unabgetrennte Teile als sprachabhängig auffassen, sie sind aber sprachunabhängig.
>Interner Realismus.
---
Putnam I (i) 247
Realismus/Wirklichkeit/Gegenstände/Raumzeit-Stellen/Putnam: Kripke, Quine und Lewis sind sich uneinig: Was ist die Beziehung zwischen dem Stuhl und dem Raumzeit-Bereich, den er einnimmt? Quine: Der Stuhl und die ihn konstituierenden elektromagnetischen und anderen Felder sind ein und dasselbe. Der Stuhl ist der Raumzeit-Bereich.
KripkeVsQuine: Beide sind numerisch verschiedene Gegenstände, haben allerdings dieselbe Masse (Bsp Statue/Ton). Der Stuhl hätte einen anderen Raumzeit-Bereich einnehmen können.
QuineVsKripke: Dieser Beweis ist wertlos, weil modale Prädikate hoffnungslos vage sind.
Lewis: Quine hat recht, was den Stuhl betrifft, aber unrecht, was die modalen Prädikate betrifft.
LewisVsKripke: Nicht der Stuhl, sondern ein Gegenstück zu diesem Stuhl hätte woanders sein können.
Putnam: Es ist Unsinn zu fragen, ob der Stuhl mit der Materie identisch ist oder mit ihr koexistiert - es gibt keine Konvention, ob der Stuhl blau ist. Die Konvention ist, ob er ein Raumzeit-Bereich ist, und ob wir das entscheiden müssen!
Raumzeit-Punkte: Einige Autoren stellen sich Raumzeit-Punkte als Prädikate vor. Dann ist der Raumzeit-Bereich eine Menge von Eigenschaften.
Putnam: Das ist Ansichtssache.
>Vierdimensionalismus.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Gegenstände Quine I 102
Goodman: "Kaninchenheit": ist ein diskontinuierliches Raum-Zeitsegment, das aus Kaninchen besteht. >Universalien/Quine.
I 372f
Gegenstände der propositionalen Einstellungen eliminiert: Thomas glaubt (Cicero hat...): nicht mehr Form "Fab" a = Thomas, b = ( ), sondern: "Fa" wobei "F" ein komplexer Ausdruck ist - "glaubt" ist nicht mehr Term, sondern Operator.
I 402
Existenz: erwächst nicht aus Dichotomie von "Einzelding" und "Universale". Es kommt nicht darauf an, ob es sie gibt "Äquator", "Nordpol". Die Verknüpfung mit Reizen ist ein schwaches Argument für die Vorrangstellung physikalischer Gegenstände, macht die Termini aber allen Positionen zugänglich.
I 412
Gegenstand: das, was singuläre Terme bezeichnen, benennen, als Werte annehmen. (Aber singuläre Termini eliminiert!). Bsp "Schimmer", nicht aber: "Schimmrigkeit". >Bezeichnen/Quine. >Universalien/Quine.
I 438
Ideale Gegenstände werden nicht zugelassen, wohl aber geometrische Gegenstände!(Es besteht keine Identität ohne Lokalisierung.)
I 435
Relativität: zusätzliche Dimension: Raum-Zeit: Punkt-Momente sind absolut verschieden, unabhängig von der relativen Bewegung des Gesichtspunkts.
II 30
Gegenstand/Quine: das Raumzeit-Stück, kann auch verteilt oder verstreut sein. (Nominalismus, Goodman) >Nominalismus/Goodman.
II 23
Physikalische Gegenstände sind trügerisch. Besser sind Raum-Zeit-Stücke, "Raum" und "Orte an sich": sind unhaltbar, sonst gäbe es absolute Ruhe und absolute Bewegung. Vierstellige Koordinaten reichen aus. Die Ontologie der reinen Mengenlehre - keine physikalischen Gegenstände mehr.
II 156 ff
Gegenstand (physikalisch)/Quine: beliebig verstreut und beliebig herausgegriffen. Bsp Tascheninhalt, einzelne Münze zu verschiedenen Zeitpunkten, Kombination mit Eiffelturm, R-Z-Punkte, alles mögliche - ist nicht so stark körperorientiert. Identifizierung wie von einer möglichen Welt zur anderen: ohne Inhalt, solange keine Anweisungen gegeben sind - Wert einer Variable.
VI 32
Gegenstand/Ontologie/Quine: Körper konstituieren sich als ideelle Knoten in den Zentren einander überschneidender Beobachtungssätze. Problem: Beobachtungssätze sind nicht dauerhaft, daher ist die Vergegenständlichung (Reifizierung) immer schon eine Theorie.
VI 34
Frage: was soll als echte Vergegenständlichung gelten und nicht bloß als theoretisch nützliche (wie Klassen)
VI 35
Abstrakte Gegenstände: es ist sinnlos, von dauerhaften Reizphasen zu sprechen. Lösung: Pronomen und gebundene Variablen. VsSinguläre Termini: sind oft nicht referierend. Es muss unspezifizierbare irrationale Zahlen geben. Lösung: gebundene Variable statt singulärem Term.
VI 38f
Vergegenständlichung/Reifizierung/Quine: erstmals bei prädikativer Verbindung von Beobachtungssätzen, statt ihrer bloßen Konjunktion. "Das ist ein blauer Kiesel": verlangt eine Einbettung des Kiesels ins Blaue.
VI 41
Abstrakte Gegenstände/Modallogik/Putnam/Parsons: Modaloperatoren können abstrakte Gegenstände einsparen. QuineVsModallogik: stattdessen Quantifikation (Postulieren von Gegenständen). Damit straffen wir die Wahrheitsfunktion. >Quantifikation/Quine; >Wahrheitsfunktionen/Quine.
VII (d) 69
Gegenstand/Quine: ein Gegenstand kann unverbunden sein: Bsp USA mit Alaska.
XII 36
Eigenschaften/Identität/Quine: Problem: (anders als bei Gegenständen) Eigenschaften sind letztlich auf Synonymie innerhalb einer Sprache gegründet. Es ist somit eine eher sprachabhängige Identität.
V 39
Wir verzichten letztlich auf strenge Individuation von Eigenschaften und Propositionen. (Anderes Begriffsschema.) Frege dito: (Grundgesetze): Identität nicht auf Begriffe ausdehnen.
XII 68
Gegenstand/Theorie/Quine: was ein Gegenstand letztlich ist, kann man nicht sagen. Es ist immer nur in Bezug auf eine Theorie (letztlich Gesamttheorie, d.h. Sprachgebrauch). Es ist aber falsch, zu sagen, dass Rede über Dinge immer nur innerhalb eines größeren Bereichs sinnvoll wäre. Das entspräche der falschen These, dass kein Prädikat auf alle Dinge zuträfe. Es gibt universelle Prädikate. >Prädikate/Quine.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Glau Schurz I 219
Glau/grot/rün/Goodman/Schurz: logische Form: (B: beobachtet. G*: grot) G*: <> ((Bxt0 > Gx) u (~Bxt0 > Rx)).
Sa: Smaragd.
Stichprobe: {a:1 ≤ i ≤ n}
Dann sind die Behauptungen
Sai u Bat0 u Gai und
Sai u Bat0 u G*ai
definitorisch äquivalent.
Wenden wir den induktiven Verallgemeinerungsschluss sowohl für “grün” als auch für “grot” an, so ergibt unser Sample die beiden Allhypothesen
H:= „Alle Smaragde sind grün“ und
H*: = „Alle Smaragde sind grot“.
Problem: H und H* implizieren aber für alle nicht vor t0 beobachteten Smaragde widersprüchliche Prognosen (grün kontra rot).
Schurz: Zu subjektiv induktiven Vertauschbarkeitsannahmen besteht folgender Zusammenhang: für reguläre Wahrscheinlichkeits Funktionen kann die Vertauschbarkeitsannahme nicht zugleich für ein Prädikat (Gx) und sein pathologisches Gegenstück (G*) Geltung besitzen.

Frage: Nach welchen Kriterien sollen wir entscheiden, welche Prädikate wir als vertauschbar bzw. induktiv projizierbar ansehen? Viele Kriterien wurden vorgeschlagen und erwiesen sich als untauglich.
Carnap: (1947(1),146, 1976(2), 211): These: Nur qualitative Prädikate sind induzierbar (projizierbar) „glau“ ist ein
Def „positionales“ Prädikat/Carnap, d.h. ein Prädikat, das in seiner Definition auf den Zeitpunkt t0 Bezug nimmt. Bsp glau.

Def qualitatives Prädikat/Carnap: hat keinen definitorischen Bezug auf Individuenkonstanten.
GoodmanVsCarnap: (Goodman 1955/75(3), 105): Problem der Sprachabhängigkeit (sic: Abhängigkeit): Durch wechselseitige Umdefinition kann man von unserer Sprache (mit „grün“ und „rot“) zu einer in ihrer Ausdrucksstärke äquivalenten Sprache übergehen, in der „grot“ und „rün“ (G*x, R*x) als Grundbegriffe (Grundprädikate) fungieren:

Sprache L (Gx,Rx primitiv)
Definitionen in L
G*x: <> ((Bxt0 > Gx) u (~Bxt0 > Rx))
R*x: <> ((Bxt0 > Rx) u (~Bxt0 > Gx))

Sprache L* (G*x, R*x primitiv)
Definitionen in L*
Gx: <> ((Bxt0 > G*x) u (~Bxt0 > R*x))
Rx: <> ((Bxt0 > R*x) u (~Bxt0 > G*x)).

Lösung/Schurz: Man kann zwischen qualitativen und positionalen Prädikaten sprachunabhängig in Bezug auf ostensive Erlernbarkeit unterscheiden! ((s) Von einem zukünftigen Zeitpunkt abhängige Eigenschaften können nicht gezeigt werden.)
I 220
GoodmanVsInduktion/Schurz: damit ist aber noch nicht beantwortet, warum sich Induktion auf qualitative und nicht auf positionale Prädikate stützen soll. Induktion besteht darin, bisher als konstant beobachtete Muster in die Zukunft zu verlängern. Um Induktionsregeln sinnvoll formulieren zu können, müssen wir wissen, was konstant blieb! Und das hängt von den qualitativen Merkmalen ab. Positionale Merkmale sind Pseudomerkmale.
Pointe: Dass Individuen „konstant“ „grot“ sind heißt, dass sie zu t0 ihre Farbe von grün nach rot verändern.
In diesem Fall haben wir „Anti-Induktion“ und nicht Induktion betrieben. Das ist der Grund, warum wir (mit Carnap) für Induktionsregeln Grundprädikate für qualitative und nicht positionale Merkmale haben.


1. Carnap, R. "On the Application of Inductive Logic", Philosophy and Phenomenological Research 8, 133-147.
2. Carnap, R. (1976). Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaft, 3. Aufl. München: Nymphenburger. (Engl. Orig. 1966).
3. Goodman, N. (1955/75) Tatsache, Fiktion, Voraussage, Frankfurt/M.: Suhrkamp. Engl, Orig. Fact, Fiction and Forecast (1955).

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
Individuation Gärdenfors I 177
Individuation/Gedanken/Satz/GärdenforsVsFrege/Gärdenfors: Gedanken können nicht Sätze sein, weil Sätze nicht sprachunabhängig identifiziert werden können. >Sätze, >Propositionen, >Gedanken, >Denken, >Sprachabhängigkeit.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Inflationismus Field II 104
Inflationismus: Frege/Russell/Tractatus/Ramsey: Wahrheitsbedingungen (WB) sind zentral für Bedeutung und Inhalt. >Wahrheitsbedingungen.
VsDeflationismus: Deflationismus nimmt keine Wahrheitsbedingungen an - stattdessen vielleicht die Verifikationstheorie.
>Deflationismus.
II 104
Verifikationsbedingungen/VB/Verifikation/Verifikationismus/Field: Verifikationsbedingungen (vielleicht über Reize) werden ohne dass-Sätze gegeben, d.h. ohne propositionalen Inhalt. Dann hat man eine Klasse von Verifikationsbedingungen statt Proposition. >Verifikationsbedingungen, >Propositionen.
Inflationismus: Der Inflationismus würde sagen, dass das keine richtigen Propositionen sind, weil diese Wahrheitsbedingungen einschließen müssen. InflationismusVsVerifikationismus.
II 126
Inflationismus/Field: Der Inflationismus geht (anders als der Deflationismus) von Tatsachen aus - insbesondere Tatsachen über den Gebrauch einer Sprache. FieldVs: Was für Tatsachen sollen das sein? - Deflationismus: Die Homophonie-Bedingung ist hinreichend um auszuschließen, dass wir keine Sprache mit abweichender Referenz gebrauchen - weitere Tatsachen gibt es nicht. ((s) Homophonie-Bedingung: "Schnee ist weiß" ist wahr gdw. Schnee...).
>Homophonie.
II 114
Inflationismus: kann Tatsachen annehmen. >Tatsachen, vgl. >Nonfaktualismus.
II 119
Inflationistische Relation: "S hat die Wahrheitsbedingung p".
II 126
Fragen über die Wahrheitsbedingungen: werden zu Fragen darüber, welche Sprache die Person spricht. >Sprachabhängigkeit.
Inflationismus: würde das als Frage des Gebrauchs ansehen. ((s) Weil er Tatsachen annimmt).
II 220
Inflationismus/FieldVsInflationismus: Der Inflationismus verstärkt die Unbestimmtheit. >Unbestimmtheit, >Übersetzung.
II 230
Inflationismus/Vagheit/FieldVsInflationismus: Problem: Der Inflationisms braucht ein Ding, das "weder kahl noch nichtkahl" ist. Inflationismus: erklärt z.B. "schwach wahr" kompositional.
>Kompositionalität.
Supervaluation/Sorites/Inflationismus: "Kandidat einer Extension".
>Supervaluation.
Def stark wahr: Ist ein Satz mit einem vagen Prädikat dann gdw. er wahr ist relativ zu jedem der Kandidaten einer Extension. Dann ist es ein Grenzfall ohne definitiv-Operator: "Jones ist in einigen, aber nicht allen Extensionen".

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Interaktion Parsons Habermas IV 319
Interaktion/Parsons/Habermas: Problem: wenn der Begriff der Handlung so an das Ordnungskonzept angeschlossen wird, dass beide sich einander auf derselben analytischen Ebene zum Begriff der soziale Interaktion ergänzen, stünde nicht mehr die Zweck-Mittel-Struktur im Zentrum, sondern die sprachabhängige Konsensbildung als der Mechanismus, der die Handlungspläne verschiedener Aktoren aufeinander abstimmt. >Ordnung/Parsons, Ordnung/Hobbes, Ordnung/Locke.
Habermas IV 320
Lösung/Parsons: der Ansatzpunkt bleibt die singuläre Handlung eines vereinzelten Aktors. Elementare Interaktion denkt Parsons dabei als aus zwei unabhängig eingeführten Handlungen zweier Aktoren. Werte legen dabei Präferenzen von Alternativen fest. >Doppelte Kontingenz/Parsons.
Habermas IV 321
Problem: Wie soll Parsons das monadisch angelegte Handlungskonzept mit einem intersubjektivistischen Ordnungskonzept verknüpfen? Lösung/Habermas: Man könnte Interpretationen der Handelnden zu einem Kernbestandteil sozialen Handelns machen. Das Problem würde gelöst durch eine Orientierung an Geltungsansprüchen von Normen, die auf intersubjektive Anerkennung angelegt sind.
ParsonsVsHabermas: Parsons fasst handlungsorientierende Entscheidungen dagegen zunächst einmal als Ausfluss privater Willkür vereinzelter Aktoren auf. (Habermas: Das ist so in Parsons früher mittlerer Periode).
>Willkür.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Interpretation Cresswell I 112
Interpretation/Cresswell: Interpretation ist sprachrelativ. Glauben/Cresswell: Dann ist Glauben wieder eine drei-stellige Relation: Sprecher - Gegenstand (Wort, Satz, Variable) - Sprache.
>Sprachabhängigkeit.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Komplex/Komplexität Quine V 89ff
Zusammensetzen/Sprachlernen/Quine: bei Tieren keine zusammengesetzten Ausdrücke - wie wird Fähigkeit zur Zusammensetzung gelernt? - dabei geht es um sprachabhängige Ähnlichkeit. Attributiv: "gelbes Papier" (ist selbst ein Beobachtungsterm, könnte auch als ein Wort gelernt werden).
Prädikativ: "ist gelb".
>Spracherwerb, >Prädikate, >Attribute, >Ähnlichkeit.
V 92
"In": Situationen müssen folgende komplexe Eigenschaft haben: Es werden Ausdrücke geäußert derart, dass die entsprechenden Teile der Szene ineinander liegen. "Ähnlich": Das Gemeinsame der Situationen besteht in einem fühlbaren aber nicht hinreichenden Antrieb, selbst a zu zustimmen.
Wahrheitsfunktion: Problem: Zusammensetzungen aus Situationssätzen (bzw. Beobachtungssätzen) sind nicht wahrheitsfunktional: Bsp "Hier ist gelbes Papier" können wir nicht als zusammengesetzt aus "Hier ist gelb" und "Hier ist Papier" auffassen, weil Gelb und Papier in der Szene vorhanden sein kann, ohne dass gelbes Papier vorhanden ist.
>Wahrheitsfunktionen, >Beobchtungssätze.
V 109
Zusammengesetzter Satz/Quine: wird gebraucht, wenn Konjunktion negiert wird! - ((s) "Beides ist falsch") - nicht nur die Teile einzeln. Vgl. >Satzgefüge/Frege.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Möglichkeit Stalnaker I 8
Def Möglichkeit/Stalnaker: Eine Möglichkeit ist eine Weise, wie die Welt sein kann, aber so wie der Begriff der Wahrheit nicht sagt, was wahr ist und der der Existenz nicht, was existiert, sagt der Begriff der Möglichkeit nicht, welche Möglichkeiten es gibt. >Beschreibungsebenen, >Mögliche Welten/Stalnaker.
I 66
Möglichkeit/Kriterium/Lewis/Stalnaker: Es gibt kein Kriterium für Möglichkeit. Lösung: Wir müssen verstehen, was möglich ist, statt darüber zu entscheiden ob z.B. Wasser etwas anderes hätte sein können als H2O - letztlich geht es um das Verstehen von Ausdrücken und nicht um den Status von Welten ((möglicher Welt oder unmöglicher Welt). >Unmögliche Welt.
I 170
Möglichkeit/Stalnaker: Eine Möglichkeit kann nur beschrieben werden durch die Weise ihrer möglichen Realisierung. >Beschreibung.
I 171
Es ist nützlich, Möglichkeiten von der Sprache zu unterscheiden, in der sie beschrieben werden. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass das eine am Ende auf das andere reduziert werden kann. >Sprachabhängigkeit, >Beschreibungsabhängigkeit.
I 172
Eine Hauptfunktion von Behauptungen ist es, Information zu übermitteln, indem zwischen Möglichkeiten unterschieden wird. >Behauptungen.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Natürliche Arten Stalnaker I 80
Natürliche Art/notwendige Eigenschaften/Stalnaker: Die Merkmale von Kängurus sind empirisch, nicht sprachlich, d.h. aktuale Kängurus spielen eine notwendige Rolle. >Sprachabhängigkeit, >Empirie.
Pointe: Das ist aber nicht hinreichend dafür, dass Kängurus notwendig Kängurus sind.
>Notwendige Identität.
Bsp Urmeter/Kripke: Das Objekt selbst hätte länger oder kürzer sein können. So können aktuale Kängurus die Referenz von "Känguru" festlegen, ohne selbst echte Elemente der Art zu sein.
>Urmeter.
I 208
Natürliche Art/Starrheit/starr/Stalnaker: Namen und Natürliche-Art-Begriffe sind starr. >Starrheit, >Natürliche Arten.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Ontologische Relativität Esfeld I 116
Ontologische Relativität/Quine: In der Muttersprache können wir Unbestimmtheit vermeiden, wenn wir die Bedeutungen wortwörtlich auffassen. >Buchstäbliche Bedeutung, >Sprachabhängigkeit, >Unbestimmtheit, >Theorien, >Ontologie, >Übersetzung.

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Parataktische Analyse Cresswell II 137
Parataktische Analyse/propositionale Einstellung/Davidson/Cresswell: In der parataktischen Analyse gibt es gar keinen Einstellungssatz. - Wir brauchen statt dessen eine Semantik für Demonstrativa. >Demonstrativa, >Propositionale Einstellungen.
II 161
Parataktische Analyse/ArnaudVsDavidson/Cresswell: (Arnaud 1976)(1): Ein Satz wie Bsp "Was Galileo sagte, nämlich dass die Erde sich bewegt, ist wahr" involviert Referenz auf eine Sprache genauso wie Referenz auf Synonymie. >Sprachabhängigkeit, >Synonymie.


1. Richard B. Arnaud (1976).entence, Uttarance, and Samesayer Nous No. 10. (pp. 283-304)

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Propositionen Prior I 12/13
Propositionen/Prior: Propositionen sind logische Konstruktionen (d.h. keine echten Gegenstände). >Gegenstände, >Intensionen.
Tatsachen und Sätze sind keine logischen Konstruktionen.
>Tatsachen, >Sätze.
Deshalb sind Propositionen sprachunabhängig.
>Sprachabhängigkeit, >Sprachunabhängigkeit, >Übersetzung, >Bedeutung.
I 19
Proposition/Tatsache/Prior: "Gras ist nicht pink": ist ein komplexer Satz über Gras, nicht ein Satz über "Die Proposition "Gras ist pink"". >Über, >Stufen/Ebenen, >Beschreibungsebenen.
I 29
Proposition/Prior: Man kann nicht nur Propositionen denken, sondern auch über Propositionen, aber das hat eine andere Form als denken über Gegenstände: Bsp "__ denkt, dass die Proposition, dass __ absurd ist": denn die zweite Leerstelle steht nicht für einen Namen sondern für einen Satz. >Namen, >Sätze, >Metasprache, >Denken.
I 29f
"Über"/Prior: Glauben-dass und Denken-dass geht nie über Propositionen, sondern darum, worüber Propositionen sind! - "Über" ist systematisch zweideutig. Was es bedeutet, hängt davon ab, welche Art von Namen oder Quasi-Namen (z.B. Zahlen) ihm folgt. >Gedankenobjekte, >Glaubensobjekte.
I 42
Propositionen/Wittgenstein/Ramsey: egal von welcher "Ordnung", Propositionen sind immer Wahrheitsfunktionen von Einzelsätzen.
I 52
Propositionen/Prior: Propositionen haben nur Pickwicksche Bedeutung! (WittgensteinVsBroad: (Wittgenstein II 94) es gibt nicht eine "besondere" Bedeutung neben der "gewöhnlichen" Bedeutung). Proposition/Church: Propositionen haben die Eigenschaft, "der Begriff von Wahrheit oder Falschheit zu sein".
>Gedanken, >A. Church.
I 53
Proposition/Prior: Wenn wir von propositionaler Identität sprechen, sind wir gezwungen, sie nicht mehr für logische Konstruktionen zu halten. Wir müssen sie als echte Gegenstände behandeln. (PriorVs). >Intensionen, >Intensionalität, vgl. >Hyperintensionalität, >Identifikation, >Individuation.
I 53
Namen/Proposition/Prior: "Die Proposition, dass p" ist nur ein scheinbarer Name. >Namen, >Namen von Sätzen.
I 64
Identität von Propositionen/Prior: Identität von Propositionen ist keine materiale Äquivalenz. >Äquivalenz.

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003
Realismus Churchland Pauen I 99
"Wissenschaflticher Realismus"/Terminologie/Pauen: (Scientific Realism): Churchlands und Sellars" Ansatz: These: Die Ontologie wird bestimmt durch die Entitäten, deren Existenz unsere besten wissenschaftlichen Theorien behaupten.
>Beste Erklärung, >Ontologie, >Existenz, >W. Sellars.
Die Abhängigkeit der Sprache von der Ontologie bleibt dann allein deshalb bestehen, weil es für das obige Argument irrelevant ist, wovon unsere Existenzannahmen ihrerseits abhängen.
>Sprachabhängigkeit, >Sprachunabhängigkeit.
Churchland/Pauen: Churchland verpflichtet die Wissenschaften auf eine sehr starke Vorstellung der Natur als einer Art "Ding an sich", ultimative Autorität bei der Entscheidung über Theorien.
>Theorien, >Natur.

Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

Churli II
Patricia S. Churchland
"Can Neurobiology Teach Us Anything about Consciousness?" in: The Nature of Consciousness: Philosophical Debates ed. Block, Flanagan, Güzeldere pp. 127-140
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Pauen I
M. Pauen
Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt 2001
Rechtfertigung Esfeld I 146ff
Rechtfertigung/Grund/McDowell/Esfeld: These: Der Raum der Gründe (Rechtfertigungen) ist weiter als der des Begrifflichen. >Raum der Gründe, >Begriffe, >Begriffliche Rolle, >Sprachabhängigkeit.
I 161ff
Ich-Du-Beziehungen/Brandom/Esfeld: Ich-Du-Beziehungen zeigen im Gegensatz zu relativistischen Ich-Wir-Beziehungen, dass die Gemeinschaft als ganze irren kann. >Ich-Du-Beziehung.
Ich-Wir: Ich-Wir ist der Mythos des Gegebenen. Ich-Du: Ich-Du ersetzt Repräsentationalismus durch Inferentialismus. Dies ist keine Durchsetzung von Konsens; die Gemeinschaft hat keinen privilegierten Status.
>Mythos de Gegebenen.
I 191ff
Rechtfertigung/Überzeugung/Esfeld: Rechtfertigung geschieht nur durch andere Überzeugungen, weil nur diese Aussagenform haben. Die Umstände reichen aber nicht, wir brauchen inferentielle Praktiken und letztlich die Kohärenztheorie. Sozialer Holismus: Überzeugungen sind von der Welt getrennt, und nur sie und nichts anderes in der Welt ist begrifflich (VsMcDowell).
>Überzeugungen/McDowell, >Holismus, >Überzeugungen.
Aber Überzeugungen sind an die Welt gebunden, indem sie nicht epistemisch selbstgenügsam sind. (Epistemisch selbstgenügsam: Inhalt von Glaubenszuständen ist nicht ontologisch von physikalischer Beschaffenheit abhängig.)
>Glaubenszustand, >Inhalt, >Gehalt.

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Rollen Cresswell I 106
Semantische Rolle/"sagen"/Lycan/Cresswell/(s): Semantische Rolle bei idiosynkratischer Sprache ("Vögel" bedeutet in L’ , was "Schweine" in L bedeutet). Lösung: Ein Satz mit "Schweine" spielt in L’ dieselbe semantische Rolle wie ein Satz mit "Vögel" in L.
Problem: man kann damit keine Klasse von Sätzen isolieren, wenn diese Klasse sowieso relativ zu der Sprache ist, die in Frage steht ((s) zirkulär).
Sagen/Cresswell: Sagen wird eine drei-stellige Relation zwischen Person, Satz und interpretierter Sprache. (Cresswell pro).
CresswellVsRelationstheorie.
>Relationstheorie, >Kontextabhängigkeit, >Sprecherbedeutung, >Sprecherintention, >Sprachabhängigkeit.
I 107f
Semantische Rolle/begriffliche Rolle/Lycan/Boer: Bsp Cicero/Tullius spielen dieselbe semantische Rolle aber unterschiedliche begriffliche Rollen. >Begriffliche Rolle.
Bsp Hb und Gc spielen dieselbe semantische Rolle, gdw. DEN(b) = DEN(c) und DEN(H) = DEN(G).
Das ist nur relativ zu DEN.
DEN: wenn H ein Prädikat ist, ist DEN H die Eigenschaft (das Denotierte).
>Denotation.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Semantik Stalnaker I 17
Metasemantik/Stalnaker: metasemantische Tatsachen: Eine metasemantische Tatsache ist Bsp welche Sprache in einer möglichen Welt gesprochen wird bzw. ob wir die Sprache mit unserer Sprache aus der wirklichen Welt, oder der dortigen interpretieren bzw. ob wir "aktual" die Sprache der wirklichen Welt oder die dortige Sprache der möglichen Welt (MöWe) aus Sicht der möglichen Welt selbst nennen. Diese Tatsachen machen, dass unsere Zeichen die repräsentationalen Eigenschaften haben, die sie haben - von diesen Tatsachen hängt ab, was gesagt oder gedacht wird. Vgl. >Semantische Tatsachen.
I 82
Semantik/Syntax/sprachunabhängig/Stalnaker: Der Schritt von der Syntax zur Semantik befreit die Theorie von der Sprachabhängigkeit. >Sprachabhängigkeit.
I 149
Modale Semantik/Stalnaker: Modale Semantik sollte jeder möglichen Welt einen eigenen Bereich zuweisen. ((s) Dann kann man aber mögliche Welten nicht mehr als "Weisen, wie die Dinge sein könnten" nennen.)
I 191
Semantik/Stalnaker/(s): Die Semantik ist die Bedeutung aus der wirklichen Welt (WiWe). Metasemantik: Die Metasemantik ist die Bedeutung aus der jeweiligen Welt, weil die Metasemantik fragt, durch welche Tatsachen der semantische Wert zustande kommt. Außerdem müssen die Tatsachen aus der jeweiligen möglichen Welt stammen.
I 192
Semantik: Die Semantik sagt, welche semantischen Werte die Ausdrücke einer Sprache haben. Metasemantik: Die Metasemantik sagt, welche Tatsachen die semantischen Werte bestimmen. Prä-Semantik/Kaplan: Die Prä-Semantik betrifft jene die glauben, ein Name bedeute etwas, das am anderen Ende einer historischen Kette liegt.
>David Kaplan.
Semantik/Kaplan: Die Semantik gibt uns eher die Bedeutung als uns zu sagen, wie sie zu entdecken wäre (ähnlich Kripke).
I 196
Mögliche Welt/wirkliche Welt/Metasemantik/Stalnaker: Metasemantik: Die Metasemantik berücksichtigt die Tatsachen, die die semantischen Werte festlegen, d.h. sie berücksichtigt letztlich die Unterschiede zwischen möglichen Welten. Die Metasemantik ist daher geeignet, wenn man eine mögliche Welt als wirkliche Welt in Betracht ziehen will. Es ist die metasemantisch verstandene primäre Intension einer Äußerung, die die Information liefert, die wir übermitteln wollen. >Intensionen/Stalnaker.
I 199
Zweidimensionale Semantik/Stalnaker: Die Zweidimensionale Semantik sollte metasemantisch interpretiert werden - nicht semantisch. >Zweidimensionale Semantik.
Metasemantik: Metasemantik ist tatsachenabhängig, daher gibt es keinen Zugang zur a priori Wahrheit. Semantik: Die Semantik muss interne Zustände annehmen.
>Mentaler Zustand.
I 213/14
Semantisch/metasemantisch/Semantik/Metasemantik/Stalnaker: Bsp Angenommen, wir können nur sagen, wie die Dinge möglicherweise sind, gegeben die Tatsachen, wie sie aktual sind. Dann: Semantisch: "nur unter Bedingung P drückt der Satz S die Proposition Q aus".
Metasemantisch: Satz S drückt nur eine konditionale Proposition aus, keine singuläre, d.h. nicht der Inhalt hängt von den Tatsachen ab, sondern er ist selbst relativ.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Semantische Tatsachen Soames I 474
Semantische Tatsache/Sprachabhängigkeit/Soames: Bsp "b" referiert (in L) auf Boston. Bsp "C" trifft auf Städte zu.
Bsp "Cb" ist wahr in L gdw. Boston eine Stadt ist.
Diese Aussagen sind sprecherabhängig.
Keine semantische Tatsache ist: Bsp "b" = "b" und Boston = Boston.
Bsp Für alle Objekte o, "C" = "C" und o ist eine Stadt gdw. o eine Stadt ist.
Diese sind sprecher-unabhängig.
Man kann die beiden Arten nicht einfach identifizieren.
Semantische Eigenschaften haben Ausdrücke nur kraft des Gebrauchs durch Sprecher der Sprache.
Nicht-semantische (sprecher-unabhängige) Tatsachen sind nicht physikalistisch reduzierbar.
>Reduktion, >Reduzierbarkeit.
I 475
Sprachunabhängigkeit/Field: mit primitiver Referenz und Zutreffen erhalten wir, wenn die logischen Konstanten und Syntax konstant gehalten werden, einen sprachunabhängigen W-Begriff. >Logische Konstanten, >Syntax. >Sprachabhängigkeit.
((s) Semantische Eigenschaft/(s): nicht etwa Negation selbst, sondern, dass die Negation eines bestimmten Ausdrucks in einer Situation wahr ist oder zutrifft.)

Soames I
Scott Soames
"What is a Theory of Truth?", The Journal of Philosophy 81 (1984), pp. 411-29
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

Soames II
S. Soames
Understanding Truth Oxford 1999
Sprache Searle III 78
Sprache/sprachabhängig/Searle: Manche Dinge kann man sprachunabhängig sehen: Bsp dass der Mann die Linie überquert, aber nicht, dass er dabei 6 Punkte macht. Institutionelle Tatsachen sind niemals sprachunabhängig, Bsp Es gibt keinen vorsprachlichen Weg, die Schachfigur als König zu repräsentieren. (Spiel-)Punkte sind nicht "da draußen" wie Männer und Bälle. SearleVsPutnam: Bedeutungen sind im Kopf. >Zwillingserde/Putnam, > Bedeutung/Putnam.
III 79
Gründe funktionieren nur, weil Leute sie als Gründe akzeptieren. Sprachunabhängig: sind Statusfunktionen, Bsp man kann denken, dass dies ein Schraubenzieher ist, weil man schon oft gesehen hat, dass diese Dinger damit eingedreht werden.
III 82
Searle: Sprache ist notwendig, wenn der Status sich ändert, ohne dass die physische Beschaffenheit eines Objekts sich geändert hat. ---
Perler/Wild I 143
Sprache/Searle: Sprache braucht: 1. Intentionale Zustände, die von Sprache handeln, 2. Intentionale Zustände, die von Tatsachen handeln, Bsp dass das da eine Dollar-Note ist, 3. Repräsentation von räumlich und zeitlich weit entfernten Tatsachen, 4. komplexe Zustände, 5. Formulierungen, die Kennzeichnungen beinhalten, Bsp statt "heute ist es warm" das Datum.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Sprache und Denken Wygotski Upton I 76
Sprache und Denken/Wygotski/Upton: Wygotski (1986)(1) sah das Denken als sprachabhängig an. WygotskiVsPiaget: Für Wygotski ist die Sprache eines unserer wichtigsten kulturellen Werkzeuge und das Medium, durch das das meiste (wenn nicht sogar das ganze) Lernen stattfindet. Mentale Operationen werden als in der Struktur der Sprache verankert angesehen, und die kognitive Entwicklung resultiert aus der Internalisierung der Sprache.
>Kulturelle Werkzeuge/Wygotski.
Denken/Wygotski: Zunächst entwickeln sich Denken und Sprache als zwei getrennte Systeme. Vor dem Alter von etwa zwei Jahren verwenden Kinder Wörter sozial, d.h. um mit anderen zu kommunizieren. Bis zu diesem Zeitpunkt funktioniert die innere Kognition des Kindes ohne Sprache. Im Alter von etwa zwei Jahren verschmelzen Denken und Sprache. Die Sprache, die zunächst die soziale Interaktion begleitete, wird internalisiert, um eine Sprache für das Denken zu bieten. Diese interalisierte Sprache kann dann das Handeln und Denken des Kindes leiten.
>Selbstgespräch/Wygotski.

1. Wygotski, L.S. (1986) The genetic roots of thought and speech, in Kozulin, A. (ed. and trans.) Thought and Language. Cambridge, MA: MIT Press.

Wygotski I
L. S. Wygotski
Denken und Sprechen Frankfurt/M. 1977

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011
Sprachgebrauch Field II 132
Gebrauch/gebrauchsabhängig/Field: Bsp das Wahrheits-Prädikat wird gbrauchsabhängig, wenn wir fordern, dass die Wahrheitsbedingungen in jeder möglichen Welt von der Bedeutung in der wirklichen Welt abhängig sind ("starr" sind) - d.h. die Bedeutung ist von unserem Gebrauch abhängig. >Wirkliche Welt, >Sprachabhängigkeit, >Aktualität, >Aktualismus,
>Wahrheitsbedingungen.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Supervaluation Field II 231
Supervaluation/Field: Die Supervaluation kann als eine Art Semantik mit Booleschen Werten betrachtet werden. Der Boolesche Wert einer Formel ist dann die Menge aller jener (Kombinationen von) Kandidaten von Extensionen in denen der Satz wahr wird. Das ist seinerseits ein Spezialfall einer Gitter-Wert-Semantik (lattice-valued semantics). >Erweiterung, >Wahrheit, >Semantik.
II 288
Supervaluation/Field: Bsp "bestimmt p" trifft zu, gdw. p in allen zulässigen Interpretationen der Sprache wahr ist. >Sprachabhängigkeit, >Interpretation.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Synonymie Cresswell II 59
Synonymie/Realität/Welt/Sprache/Cresswell: Die Kenntnis irgendwelcher Synonymien teilt uns nichts mit über die Relation von Sprache und Welt. >Sprache, >Welt, >Welt/Denken, >Realität, >Fundierung, >Beobachtung, >Beobachtungssprache, >Beobachtungssätze.
Und um die geht es, wenn wir Bedeutung studieren. - Bedeutungsgleichheit ist zur Definition nicht geeignet.
>Bedeutung.
II 106
Synonymie/Cresswell: Synonymie ist sprach-relativ. Daher können wir bei der Zuschreibung von propostionalen Einstellungen nicht sagen: "Er äußerte einen Satz, der synonym ist mit...". >Sprachabhängigkeit.
II 161
Synonymie/Cresswell: Synonymie ist attraktiv für Leute, die keine sprachunabhängigen Bedeutungen wünschen. Aber das wäre keine echte semantische Relation. Niemand hat bisher eine rekursive Spezifikation einer Synonymierelation versucht.
Synonymie: ist immer relativ auf eine bestimmte Sprache. - ((s) D.h. man kann keine Propositionen mehr annehmen.)
>Propositionen.
QuineVsSynonymie: Man kann keine Identitätskriterien für Sprachen aufstellen.
>Synonymie/Quine.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Tarski Soames I 481
VsTarski/Soames: zwei Arten der Kritik. 1. FieldVsTarski: semantische Eigenschaften sollten von Sprechern abhängig sein in einer Weise, wie Tarskis es nicht sind.
2. AndereVsTarski: Bedeutung und Wahrheitsbedingungen sollten kontingent sein, aber analytisch verbunden, Eigenschaften eines Satzes in einer Weise, wie es mit Tarski inkompatibel ist.
SoamesVsVs: beides kann man zurückweisen.
>Wahrheitsdefinition, >Zitat/ Zitattilgung, >Tarski-Schema, >Wahrheitstheorie, >Semantische Eigenschaften, >Semantische Tatsachen, >Sprachabhängigkeit, >Sprecherbedeutung, >Umstände, >Logische Konstanten/Soames.

Soames I
Scott Soames
"What is a Theory of Truth?", The Journal of Philosophy 81 (1984), pp. 411-29
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

Soames II
S. Soames
Understanding Truth Oxford 1999
Theorieabhängigkeit Schurz I 57
Theorieabhängigkeit/Beobachtung/Schurz: gegenwärtig wird die Theorieabhängigkeit von der Mehrheit der Wissenschaftler halbherzig akzeptiert. (Chalmers 1994(1),20-31, Nagel 1979(2),79). Bsp Angenommen, zwei Theorien mit sich widersprechenden Voraussagen: wäre eine vollständige Theorieabhängigkeit gegeben,
I 58
dann wären die Beobachtungen der Vertreter nur durch ihre theoretischen Erwartungen bestimmt! Das wären dann selbsterfüllende Prognosen Totaler Rechtfertigungszirkel: man glaubt an die Theorie, weil man deren Prognose beobachtet hat und dies deshalb, weil man an die Theorie glaubt. Theorieabhängigkeit/Schurz: fünf Argumente dafür:
1. Erfahrung ist theoriegeleitet: eine Selektion der Erfahrung hinsichtlich Relevanz ist unerlässlich. Diese Selektion ist theoriegeleitet: danach bestimme ich, nach welchen Beobachtungen ich suche.
Vs: Das ist richtig, aber daraus folgt nicht, dass die Beobachtung selbst theoriegeleitet ist. Vertreter widersprechender Theorien können die gleichen Beobachtungen machen.
2. Wahrnehmung ist ein (unbewusster) Konstruktions- und Interpretationsprozess: Bsp Ambiguitäten und Täuschungen, Bsp H-E-Kopf (Jastrow), Kippbilder: sollen die Theorieabhängigkeit der Wahrnehmung belegen.
>Hase-Enten-Kopf.
Vs: die kognitionspsychologischen Befunde widerlegen nur den sogenannten direkten Realismus, nach dem wir die Dinge so sehen, wie sie sind. Sie zeigen aber auch etwas anderes: dass unsere Wahrnehmung radikal unabhängig von Hintergrundannahmen und Hintergrundwissen sind! (Fodor 1984(3), Pylyshyn, 1999(4))
Täuschung/Fodor: Täuschungen stellen sich für jedermann gleichermaßen ein, egal wie weit die Person darüber aufgeklärt wurde, dass es sich um eine Täuschung handelt.
>Täuschungen.
I 59
Lösung: Die Wahrnehmungsprozesse beruhen auf angeborenen Mechanismen. Theorieabhängigkeit/Wahrnehmung/Lösung/Schurz: Die Lösung ist dann die Abhängigkeit von erworbenem Hintergrundwissen (nicht von angeborenen Mechanismen).
Theorieunabhängigkeit/Wahrnehmung/Schurz: Personen mit unterschiedlichstem Hintergrundwissen machen dieselben Wahrnehmungen.
>Hintergrund, >Wahrnehmung.
3. Wissenschaftliche Beobachtungsdaten sind theorieabhängig: hier geht es um Beobachtung mittels Instrumenten (Teleskop, Mikroskop usw.). Dann handelt es sich bei den Theorien meist um Theorien über das Funktionieren der Messinstrumente.
>Theorie/Duhem, >Methode/Duhem.
pragmatischer Beobachtungsbegriff/VsQuine: man kann nicht alles gleichzeitig überprüfen.
I 60
4. Kontinuitätsargument/Maxwell 1962(5)/Carnap 1962(6)/Hempel 1974(7)/Schurz: These: Es gibt einen kontinuierlichen Übergang von Beobachtbarkeit mit dem bloßen Auge, über Brille, Lupe usw. bis letztlich zum Elektronenmikroskop. Dann ist „Beobachtung“ willkürlich. >Beobachtung.
Vs: Erstens impliziert die Tatsache, dass es einen kontinuierlichen Übergang zwischen Schwarz und Weiß gibt nicht, dass es keinen Unterschied zwischen Schwarz und Weiß gibt. Zweitens gibt es in diesem Übergang markante Schnitte.
5. Beobachtung ist sprach- und kulturabhängig/Kulturrelativismus:
>Humboldt, >Sapir-Whorf-These.
These wir können nur das wahrnehmen, was in unserer Sprache durch Begriffe vorgezeichnet ist,
Vs: daraus, dass Sprachen besondere Begriffe haben, folgt nicht, dass man bestimmte Sinneserfahrung nicht machen kann.
Sinneserfahrung/VsWhorf: Erfahrung ist selbst nicht sprachabhängig. Das wäre nur so, wenn Andere nicht in der Lage wären, fremde Beobachtungsbegriffe durch Ostension zu lernen. Diese Lernfähigkeit ist jedoch immer vorhanden.
I 61
Ostension/VsWhorf: Ostension funktioniert ja gerade wesentlich nonverbal! >Zeigen, >Ostension, >Sprachabhängigkeit.


1. Chalmers, D. (1994). Wege der Wissenschaft. Berlin: Springer.
2. Nagel, E. (1979). Teleology Revisited and Other Essays, New York: Columbia University Press.
3. Fodoer, J. (1984). "Observation Reconsidered". Philosophy of Science 51, 23-43.
4. Pylyshyn, Z. (1999). "Is Vision Continouus with Cognition?", Behavioral and Brain Sciences 22, 341-365.
5. Maxwell, G. (1962). "The Ontological Status of Theoretical Entities". In: Feigl,H. and Maxwell,G. (eds.): Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol III, Minneapolis: University of Minnesota Press. 1962.
6. Carnap, R. (1976). Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaft, 3. Aufl. München: Nymphenburger. (Engl. Orig. 1966).
7. Hempel, C. (1974). Philosophie der Naturwissenschaften. München: DTV. (Engl. Orig. 1966).

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
Theorien Fraassen I 3
Theorie/Wissenschaft/Fraassen: versucht auch eine Erklärung von unbeobachtbaren Prozessen zu finden, die das Beobachtbare erklärt und auch bloß mögliche Prozesse.
I 4
Theorie/Fraassen: muss die "Phänomene bewahren" d.h. korrekt beschreiben. - Dann "Akzeptieren der Theorie" = glauben, dass sie wahr ist.
I 43f
Theorie/Semantik/Syntax/Fraassen: Theorien sollte man besser semantisch (z.B. über Modelle) bewerten statt syntaktisch. >Bewertung.
I 44
Syntaktische Bewertung von Theorien: nimmt die Theorie als Korpus von Theoremen. - Es wird keine bestimmte Sprache für diese Theorie angenommen. - Semantisch: Klasse von Strukturen oder Modellen. - Sprache ist hier nicht grundlegend! - ((s) Sind dann isomorphe Theorien semantisch identisch?) - Fraassen: in anderer Sprache haben die Theorien aber andere Begrenzungen. - Es geht um Modelle, nicht um die Sprache. - Bsp Bohrsches Atommodell referiert nicht auf eine einzelne Struktur, sondern auf einen Struktur-Typ. - Bsp Wasserstoff- und Helium-Atome usw. (Klasse von Strukturen, Modell-Typen). >Modelle, >Strukturen.
I 48
Theorie/Fraassen: verschiedene Theorien müssen verschiedene empirische Bedeutung (empirical import) haben. - Pointe: auch falsche Theorien können empirisch adäquat sein. >Adäquatheit.
I 49
Maxwell/Hertz: Maxwells Theorie besteht in seinen Gleichungen. - D.h. sie ist keine mechanische Theorie, aber sie hat mechanische Modelle - Pointe: die elektromagnetischen Kräfte hängen von Geschwindigkeiten ab, nicht mehr nur von Beschleunigung.
I 59
Theorie/Unbeobachtbares/Fraassen: eine physikalische Theorie kann nicht ohne Rest in ein Korpus von Sätzen übersetzt werden, das nur beobachtbare Phänomene konstatiert. - Sie muss immer Unbeobachtbares berücksichtigen.
I 67
Theorie/Fraassen: zwei Lager: 1. Tarski-Suppes: mengentheoretisch, extensionalistisch (FraassenVs) - 2. Weyl-Evert-Beth: Zustandsraum, modaler Ansatz (Fraassen pro) - Beide sind zunächst sprachabhängig konzipiert, später VsSprachabhängigkeit).

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Übersetzung Field II 147ff
Unübersetzbar/Übersetzung/Erweiterung/Deflationismus/Field: Problem: Ein Problem ist die Inkorporation unübersetzbarer Sätze. Lösung: Eine Lösung bildet die potentielle Erweiterung der eigenen Sprache durch die Annahme von einem Wahrheitserhalt in der Schlussfolgerung. >Wahrheitstransfer, >Erweiterungen, >Deflationismus,
>Sprachabhängigkeit.
II 148
Namen durch Index: "Georg-i": der George, auf den Mary bei Gelegenheit Z referierte. Vgl. >Situationssemantik.
II 149
Prosatztheorie: Bsp "UTT Guru, Z": der Satz den der Guru bei Z äußerte. Der spezielle Satz wird dann überflüssig.
II 152
Disquotationale Wahrheit: Problem: Unübersetzbare Sätze sind nicht disquotational wahr. >Disquotationale Wahrheit, >Disquotationalismus.
II 161
Def Quasi-Übersetzung/Def Quasi-Bedeutung/FieldVsChurch/FieldVsSchiffer/Field: Das ist es, was die meisten unter Bedeutung verstehen. Es ist nicht die wörtliche Übersetzung, sondern die Wiedergabe so wie der Interpret den Gebrauch der entsprechenden Wörter in seiner eigenen Sprache zu dem Zeitpunkt in seiner aktualen Welt versteht. >Stephen Schiffer.
Vergleich: wird gerade in der Quasi-Übersetzung gewahrt, nicht in einer wörtlichen.
>Vergleiche, >Vergleichbarkeit.
Sententialismus/Sententionalismus/Field: These: Wenn wir sagen, jemand sagt, dass Schnee weiß ist, drücken wir eine Relation zwischen der Person und dem Satz aus.
1. Quasi-Übersetzung und Quasi-Bedeutung statt wörtlicher.
2. "La neige est blanche" quasi-bedeutet dasselbe wie #Schnee ist weiß# - (#) was zwischen # steht, soll seinerseits weiter (quasi-) übersetzt werden. - In der Quasi-Übersetzung wird die Quasi-Bedeutung erhalten.
>Sprecherintention, >Intentions-Basierte Semantik, >Wahrheitsbedingungen.
II 273
Übersetzung/Parameter/Field: In vielen Fällen braucht man die Relativierung der Übersetzung auf einen Parameter, um sie als Übersetzung überhaupt kenntlich zu machen. Bsp "finit": das Nicht-Standard-Argument sagt uns, dass es merkwürdige Modelle gibt, so dass "ist in der Extension von "finit" in M" als "Übersetzung" von "finit" fungiert, die die inferentielle Rolle von allem, was wir in reiner Mathematik sagen, erhält. Pointe: "ist in der Extension von "finit" in M" ist ein parametrisierter Ausdruck. Lösung: Was wir tun, ist das ein-stellige Prädikat "finit" in das zwei-stellige Prädikat "ist in der Extension von "finit" in x" zu "übersetzen", zusammen mit den Anweisungen den Wert von x auf ein Modell M mit der nötigen Charakteristik festzulegen.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Überzeugungen Davidson Glüer II 44
Def Überzeugung/Davidson: ein für wahr gehaltener Satz plus Interpretation. Überzeugung/Davidson/McDowell: Wir können nicht aus unseren Überzeugungen heraus.

Rorty VI 36
Davidson/Rorty: Die meisten unserer Überzeugungen müssen wahr sein. Aber nicht Kongruenz Subjekt/Objekt, sondern: Das von der Wahrheit gebildete Muster ist das gleiche wie das von der nach unserer Meinung rechtfertigenden Begründung gebildete Muster.
Rorty VI 166
Gehirne im Tank/Davidson/Rorty: Wenn sie immer schon im Tank waren, haben sie eine Menge Überzeugungen bezüglich ihrer faktischen Tank-plus-Computer-Umwelt, einerlei was für Input sie empfangen. >Gehirne im Tank.
Rorty VI 187
Davidson/Rorty: Die meisten unserer Überzeugungen müssen wahr sein. Überzeugungen sind nicht mehr oder weniger genaue Repräsentationen, sondern sie sind Zustände, die Menschen zum Zweck der Erklärung ihres Verhaltens zugeschrieben werden! >Repräsentation, >Kausaltheorie des Wissens.
Rorty VI 205
Davidson/Sellars: Vermeidung der Verwechslung von Rechtfertigung und Ursache führt zur These: Überzeugungen können nur durch Überzeugungen begründet werden. (McDowellVs).
Davidson I 25
Überzeugung/Davidson: nicht sprachabhängig - DavidsonVsRussell: die zur Identifikation einer Überzeugung benutzten Gegenstände müssen nicht zum Wissensbereich des Glaubenden gehören.
I 68
Überzeugung/Täuschung/Irrtum/Davidson: jede ist für Identifizierung darauf angewiesen, dass im Hintergrund weitere Überzeugungen bestehen. - Der Begriff des Stuhls oder der Maus kann nicht unabhängig von seinem Vorkommen in verschiedenen Überzeugungen ein und derselbe bleiben. - Man kann Überzeugungen über Guanakos aus Büchern haben und richtig zustimmen, wenn man eins sieht. - Aber: trotz des Wissens, das G. kein Lama ist, könnte er bei jedem Lama "Guanako" äußern.- - In beiden Fällen wird der Inhalt nicht durch den Anblick von Guanakos bestimmt, sondern dadurch, dass man sich andere Begriffe wie "Tier" "Lama", "Kamel", "Haustier" usw. angeeignet hat.
Glüer II 127
Überzeugung/Irrtum/Täuschung/Davidson: Überzeugungen haben keine Objekte, die mit der Wirklichkeit übereinstimmen könnten (Repräsentationen) sondern Ursachen. - Diese sind öffentlich (intersubjektiv) zugängliche Objekte - ((s) die Bedeutungen, die in Überzeugungen eine Rolle spielen, werden über die öffentlichen Objekte individuiert (über Ursachen)).
Frank I 649
Üerzeugungen/Davidson: können nicht alle falsch sein: ein Sprecher, der verstanden werden will, achtet darauf, interpretierbar zu sein. - Der Interpret hat auch kein anderes Material als die Laute, die der Sprecher im Zusammenhang mit weiteren Ereignissen von sich gibt.
Donald Davidson (1984a): First Person Authority, in: Dialectica38 (1984),
101-111

Frank I 680
Überzeugungen/Davidson: nicht alle Überzeugungen können falsch sein, weil der Gebrauch unserer Worte (Bezug auf die Objekte) den Worten ihre regelmäßige Bedeutung verleiht. - > Gebrauchstheorie.
Donald Davidson (1987) : Knowing One's Own Mind, in: Proceedings and
Adresses of the American Philosophical Association LX (1987),441 -4 58


V 107
Überzeugung/Davidson: Die meisten müssen korrekt sein: Grund: die Überzeugungen werden durch ihren Platz im System der Überzeugungen identifiziert. - Es muss endlos viele wahre Überzeugungen hinsichtlich dieses Gegenstandsbereichs geben. - Falsche Überzeugungen haben die Tendenz, die Identifikation des Gegenstandsbereichs zu untergraben. - Damit untergraben sie die Gültigkeit der Beschreibung einer Überzeugung als einer, die von ihrem Gegenstandsbereich handelt. - So untergraben falsche Überzeugungen ihrerseits die Behauptung, dass eine verknüpfte Überzeugung falsch ist.

Davidson I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

Davidson I (a)
Donald Davidson
"Tho Conditions of Thoughts", in: Le Cahier du Collège de Philosophie, Paris 1989, pp. 163-171
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (b)
Donald Davidson
"What is Present to the Mind?" in: J. Brandl/W. Gombocz (eds) The MInd of Donald Davidson, Amsterdam 1989, pp. 3-18
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (c)
Donald Davidson
"Meaning, Truth and Evidence", in: R. Barrett/R. Gibson (eds.) Perspectives on Quine, Cambridge/MA 1990, pp. 68-79
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (d)
Donald Davidson
"Epistemology Externalized", Ms 1989
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (e)
Donald Davidson
"The Myth of the Subjective", in: M. Benedikt/R. Burger (eds.) Bewußtsein, Sprache und die Kunst, Wien 1988, pp. 45-54
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson II
Donald Davidson
"Reply to Foster"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Davidson III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

Davidson IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Davidson V
Donald Davidson
"Rational Animals", in: D. Davidson, Subjective, Intersubjective, Objective, Oxford 2001, pp. 95-105
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Vagheit Field II 227
Vagheit/Revision der Logik/Field: Einige Autoren wollen die doppelte Negation zulassen und die explizite Kontradiktionen verbieten, d.h. auch keine Negationen des Satzes vom ausgeschlossenen Dritten (SaD) zulassen. >Negation, >Doppelte Negation, >Widersprüche, >Stärker/Schwächer,
>Ausgeschlossenes Drittes.
Dann haben wir die alte Version: Wenn Jones ein Grenzfall ist, wir also weder "kahl" noch "nicht-kahl" behaupten können, so können wir jetzt weder behaupten: Bsp "Jones ist kahl oder nicht kahl" noch "Es ist nicht der Fall, dass Jones entweder kahl oder nicht kahl ist".
Dagegen:
Field: mit Definitiv-Operator/dft-Operator: "Es ist nicht der Fall, dass Jones entweder definitiv kahl oder definitiv nicht kahl ist". Ohne Satz vom ausgeschlossenen Dritten: "weder kahl noch nicht kahl".
II 228
Grenzfall/Vagheit/Definitiv-Operator/Field: Wir brauchen den Definitiv-Operator ("bestimmt") um einen Grenzfall von Grenzfall zu vermeiden. >Dft-Operator, >Terminologie/Field.
II 228
Def schwach wahr/Vagheit/Wahrheit/W-Prädikat/Field: um allgemeines über Grenzfälle sagen zu können. Nicht bloß, dass jemand bestimmtes einen Grenzfall darstellt. >Verallgemeinerung.
Def paradigmatischer Grenzfall: ist definitiv ein Grenzfall. Nicht schwach wahr/Deflationismus: Bsp "Entweder kahl oder nicht-kahl ist wahr". Dann erbt das W-Prädikat selbst die Vagheit. Es ist nicht definitiv wahr, ob oder nicht. Def stark wahr/Field: Angenommen, Jones ist ein Grenzfall, dann ist weder "kahl" noch seine Negation (stark) wahr.
Plus klassische Logik: Dann soll die Disjunktion "kahl oder nicht kahl" wahr sein, selbst bei starker Lesart. Satz vom ausgeschlossenen Dritten: Wenn wir ihn aufgeben:
a) schwach wahr: dann ist die Disjunktion nicht wahr
b) stark wahr: dann ist die Disjunktion ohne Wahrheitswert. Stark wahr: ist weniger vage und erbt nicht die Vagheit.
Korrektheit: welche Lesart die korrekte ist, ist nur von Nützlichkeit abhängig.
>Korrektheit.
Pro schwache Wahrheit: ermöglicht unendliche Konjunktion und Disjunktion. Das entspricht eher der Theorie der Gültigkeit. Nur der schwache W-Begriff wird vom Zitattilgungsschema geliefert.
Deflationismus: braucht zusätzlich den Definitiv-Operator, um das Prädikat stark wahr zu erklären.
>Deflationismus.
II 230
Inflationismus/Vagheit/FieldVsInflationismus: Problem: Der Inflationismus braucht ein Ding, das "weder kahl noch nichtkahl" ist. Inflationismus: erklärt Bsp "schwach wahr" kompositional.
>Inflationismus
Supervaluation/Sorites/Inflationismus: Die Supervaluation ist ein "Kandidat einer Extension".
>Extension.
Def stark wahr: ist ein Satz mit einem vagen Prädikat dann gdw. er wahr ist relativ zu jedem der Kandidaten einer Extension.
Dann Grenzfall ohne Dft-Operator: "Jones ist in einigen, aber nicht allen Extensionen kahl".
II 233
Vagheit/Ontologie/Field: These: Vagheit ist ein Mangel der Sprache, nicht der Welt. >Sprachabhängigkeit.
II 234
Vagheit/radikal nicht-klassische Logik/Field: Hier brauchen wir keinen Definitiv-Operator oder die Unterscheidung zwischen starker/schwacher Wahrheit: Bsp Jones ist ein Grenzfall gdw. es nicht der Fall ist, dass er entweder kahl oder nicht kahl ist. Deflationismus/Field: Der Deflationismus scheint hier viel Ärger zu ersparen, weil es keinen Definitv-Operator gibt, den man verstehen müsste.
Vs: Das trügt: Der Ärger ist nur verschoben. Hier sind die logischen Regeln für "nicht" usw. viel komplizierter.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Verifikationismus Esfeld I 60ff
Holismus/FodorVsQuine: Verifikationismus bezieht sich auf Sprachliches - Bestätigungsholismus dagegen auf Sprachübergreifendes wie Propositionen. EsfeldVsFodor: Überzeugungen verbinden beides.
>Holismus, >Holismus/Fodor, >Holismus/Quine, >Bestätigung, >Propositionen, >Verifikation, >Sprachabhängigkeit.

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Wahrheitsbedingungen Rescher In: Skirbekk, Wahrheitstheorien, Frankfurt 1996
I 342
Wahrheitsbedingungen/WB/Tarski: Die Bedingung liefert gar keine Definition von Wahrheit, sondern ein Adäquatheitskriterium. - ((s) Die Wahrheitsbedingungen wechseln mit den Propositionen und Tatsachen). >Adäquatheit, >Kriterien, >Wahrheit, >Tatsachen, >Propositionen.
Wahrheits-Definition/Rescher: Wir brauchen eher
"dass-p ist wahr gdw. p"
als das originale Schema
"x ist wahr gdw. p".
>Zitattilgung, >Zitattilgungsschema.
Quine/Church: X glaubt "es gibt Einhörner" ist nicht äquivalent mit "X glaubt, die Proposition, dass es Einhörner gibt, ist im Deutschen wahr".
>Äquivalenz.
Höchstens systematische Übereinstimmung der Wahrheitswerte - Sprachabhängigkeit der Wahrheit.
((s) Andere Autoren: Kriterium nicht gleich Bedingung.)

Resch I
Nicholas Rescher
The Criteriology of Truth; Fundamental Aspects of the Coherence Theory of Truth, in: The Coherence Theory of Truth, Oxford 1973 - dt. Auszug: Die Kriterien der Wahrheit
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Resch II
N. Rescher
Kant and the Reach of Reason: Studies in Kant’ s Theory of Rational Systematization Cambridge 2010

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
extensionale Sprache Sprachabhängig Pro Fraassen I 67
Theorie/Fraassen: zwei Lager: 1. Tarski-Suppes: mengentheoretisch, extensionalistisch (FraassenVs) - 2. Weyl-Evert Beth: Zustandsraum, modaler Ansatz (Fraassen pro) - beide zunächst sprachabhängig konzipiert, später Vs).

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Ramsey-Satz Sprachabhängig Versus I 56
FraassenVsRamsey-Satz/FraassenVsCarnap/FraassenVsCraig - VsTrennung Beobachtungssprache/Theoriesprache - irrelevante technische Fragen - Vssyntaktische Darstellung von Theorien - FraassenVsSprachabhängigkeit.
Theoriespr/Beobspr Sprachabhängig Trennung von Theoriesprache und Beobachtungssprache, TT, Theoretische Termini usw. > Ramsey-Satz, Carmap-Satz > Sprachabhängigkeit
Theoriespr/Beobspr Sprachabhängig Versus Fraassen I 56
FraassenVsRamsey-Satz/FraassenVsCarnap/FraassenVsCraig - VsTrennung Beobachtuntungssprache/Theoriesprache - irrelevante technische Fragen - Vssyntaktische Darstellung von Theorien - FraassenVsSprachabhängigkeit.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Gavagai Field, Hartry II 201
Gavagai/FieldVsQuine: These: ich glaube, daß es in diesem Fall tatsächlich physikalische Tatsachen gibt, werde aber in diesem Text nichts darüber sagen. Statt dessen nehme ich an, daß Quine recht hat und erwäge die Folgen davon für eine Korrespondenztheorie.
II 211
Gavagai/Field: These: "Kaninchen", ((s) nicht "Gavagai"!) "Dinosaurier" usw. sind abhängige Prädikate, deren Extension eine Funktion der Extension eines anderen Prädikats ist, nämlich "identisch". (Dieses ist die "Basis".)
Horwich I 409
unabgetrennter Teil/Field: These ist aber auch nicht sprachabhängig. Sie sind genauso sprachunabhängig wie Dinosaurer.

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994