| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Abhängigkeit | Simons | I 293 Abhängigkeit/Simons: Abhängigkeit funktioniert immer in Bezug auf etwas. Bsp logisch: Proposition A kann nicht wahr sein, ohne dass Proposition B wahr ist. Bsp funktional: Gasdruck, Volumen und Temperatur sind funktional. Bsp ontologisch: dieses "Weiß-sein" von diesem Papier ist ontologisch. >Propositionen, >Wahrheit. I 294 Def allgemeine Abhängigkeit/logische Form/Simons: a ist abhängig als F in Bezug auf G von b gdw. a nicht F sein kann, ohne dass b G ist. Einfacher: notwendig: Wenn a ein F ist, dann ist b ein G. (s) N(Fa > Gb). I 294 Ontologische Abhängigkeit/oA/Simons: Ontologische Abhängigkeit besteht zwischen Objekten (anders als andere Abhängigkeiten). Sie ist ein Müssen de re, Bsp wesentlicher Teil. >de re, >Wesen, vgl. >de dicto. I 296 Ontologische Abhängigkeit/Simons: Bsp Der größte Satellit des Jupiter kann nicht existieren, wenn Jupiter nicht existiert. Aber: Es ist falsch anzunehmen, dass Ganymed nicht ohne Jupiter existieren könnte. Lösung: Eine Lösung gibt die Reichweite vor. Dagegen: Die Abhängigkeit Ganymeds von Jupiter ist stattdessen eine begriffliche Abhängigkeit. Er könnte nicht als Jupitermond beschrieben werden, wenn Jupiter nicht existierte. Begrifflich: Bsp Es gibt keinen Ehemann ohne Ehefrau. I 296 Def Schwache starre Abhängigkeit/Simons/(s): y ist für sich nicht notwendig, aber wenn x existiert, dann doch notwendig. ((s) Das wird nicht durch Selbstabhängigkeit überlagert.) I 297 Generisch abhängig/generische Abhängigkeit/Simons: Bsp Der Mensch kann nicht ohne Kohlenstoffatome existieren, aber es ist egal, welche Kohlenstoffatome Teil von ihm sind. I 300 Def starre Abhängigkeit/Simons: Bsp Lächeln ist nicht nur von einem Gesicht abhängig, sondern von seinem/ihrem Gesicht. Begriffliche starre Abhängigkeit: Bsp Die Arten Zwilling, Verlobte, Partner, Flussufer. >Unabhängigkeit/Simons. I 302 Abhängigkeit/stärkste Form/Simons: Die stärkste Form der Abhängigkeit ist die eines Objekts, das wesentlicher Teil eines anderen ist. I 303 Def starke starre Abhängigkeit/Simons: Die starke starre Abhängigkeit schließt Fälle aus, wo Objekte wesentliche Teile als Fälle von Abhängigkeit haben. Ein Objekt ist abhängig, wenn es die Existenz von etwas erfordert, das nicht Teil von ihm ist. Bsp Der Herzschlag ist nicht Teil des Organismus. Ähnlich wie Husserls Fundierung: Wenn ein a nur in einer umfassenderen Einheit existieren kann, die es mit einem µ verbindet. Def Moment/Simons: Wenn b a fundiert bzw. umgekehrt, ist a ein Moment von b. I 305 Def Akzidenz/Simons: Ein Moment, das ständig von seiner Fundierung abhängig ist, ist ein Akzidenz. I 306 Def Substrat: Das Substrat ist dann das Fundament zur Akzidenz, zum Beispiel bei Ereignissen: "ist nicht Teil..." oder bei continuants: "ist nie Teil...". Akzidenz/Simons: Bsp Ein Lächeln ist ein Akzidenz des Gesichts. Bsp Ein Kopfschmerz oder Bsp ein Gedanke ist ein Akzidenz seines Trägers. Bsp Die Instantiierung einer Qualität eines Objekts ist ein Akzidens des Objekts(!), das sie qualifiziert ((s) Nicht-Akzidenz der Eigenschaft.) Bsp Relationale Akzidenz: Relationale Akzidenzen sind zum Beispiel Hochzeiten oder Fußballspiele. I 309 Abhängigkeit/Simons: Die Akzidenz schließt die Abhängigkeit von Vorgängern aus. Moment: Ein Moment besteht von notwendigen Wesen und wesentlichen Teilen. Mensch: Der Mensch könnte höchstens Akzidens des Universums sein. Vs: Dann müsste das Universum notwendig sein und dann wäre es eher eine Kennzeichnung als ein Name. Lösung: Die Abhängigkeit des Menschen von der Umwelt ist generisch und nicht starr. Mensch: Der Mensch könnte höchstens Akzidenz sein, wegen gewisser Prozesse in seinem Innern. Substanz: Die Substanz muss in diesem Sinn gar nicht "absolut unabhängig" sein. Lösung: Alles, von dem die Substanz modal und zeitlich starr abhängig ist, ist ein Teil von ihr, d.h. sie ist eine schwach selbständige Einheit. |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Ereignisse | Lewis | V 56 Ereignis/Lewis: Ein Ereignis kann aus Teilen bestehen, so können große von kleinen Verletzungen von Naturgesetzen durch die Anzahl der Teile komplexer Ereignisse unterschieden werden, nicht durch "viele Gesetze", weil immer unendlich viele Gesetze verletzt werden, wenn ein einziges verletzt ist bzw. immer nur ein fundamentales Gesetz verletzt. V 166 Ereignis: Ereignissen korrespondieren immer >Propositionen. Daher können wir hier Propositionen gebrauchen. Bsp O(e) sagt dass Ereignis e existiert (vorkommt), das die Kennzeichnung in einer Menge von möglichen Welten (MöWe) erfüllt ist. Die Proposition ist aber nicht identisch mit dem Ereignis. Problem: Wenn kein anderes Ereignis als e die Kennzeichnung erfüllen könnte, brauchte man starre Kennzeichnungen. Die gibt es fast nie, Bsp "Tod des Sokrates" ist nicht-starr! Lösung: Es geht gar nicht um einen Satz F(e), der in allen und nur den Welten wahr ist, in denen e sich ereignet. Lösung: Wir brauchen nur Propositionen, die in unserer Sprache Ausdrücke haben mögen, aber nicht unbedingt haben müssen. Wenn nicht zwei Ereignisse in genau denselben Welten vorkommen, heißt das, dass es keine absolut notwendigen Verbindungen zwischen einzelnen Ereignissen gibt. Dann können wir aber eine 1:1-Verbindung zwischen Ereignissen und Propositionen haben. Kontrafaktische Abhängigkeit zwischen Ereignissen ist dann einfach eine zwischen Propositionen. Die kontrafaktische Abhängigkeit zwischen Propositionen entspricht der kausalen zwischen Ereignissen. Kausale Abhängigkeit/Lewis: Die kausale Abhängigkeit schließen wir dann aus der kontrafaktischen Abhängigkeit von Propositionen. Die Abhängigkeit besteht in der Wahrheit von kontrafaktischen Konditionalen. >Kontrafaktisches Konditional/Lewis. V 196 Def Ereignis: Ein Ereignis besteht in größeren oder kleineren Klassen möglicher raumzeitlicher Regionen. Sie sind mehr oder weniger stark verbunden durch Ähnlichkeit. >Ähnlichkeit, >Mögliche Welten. V 240 Ereignis/Lewis: Bsp kein Ereignis: Eine schnell konvergierende mathematische Folge ist keine schnelle Entität. Die Benennung ist letztlich uninteressant. Wahrscheinlichkeits-Theorie: ihre "Ereignisse" sind Propositionen oder manchmal Eigenschaften. Eine Theorie die unbegrenzte Boolesche Operationen zulässt, kann zu unechten Ereignissen führen. V 243 Def Ereignis: Ein Ereignis ist eine Eigenschaft einer Raumzeit-Region. Sie ist immer kontingent. Kein Ereignis kommt in jeder möglichen Welt vor. Ein Ereignis passiert in genau einer (ganzen) Region. Bsp verstreute Region: Sport-Meisterschaften. Bsp jährliches Ereignis: kein Ereignis. Ein Ereignis wiederholt sich nicht und kommt auch nicht in verschiedenen Raumzeit-Regionen vor. Die Region des Ereignisses ist die mereologische Summe der Regionen, in denen es sich ereignet. Jedem Ereignis korrespondiert eine Eigenschaft von Regionen. Eine solche Eigenschaft gehört zu genau einer Region jeder möglichen Welt, wo das Ereignis passiert. Eigenschaft: Eine Eigenschaft ist hier einfach eine Klasse. V 245 Ereignis: Zwei Ereignisse können in derselben Region (Raumzeit-Region) passieren. Bsp Die Präsenz eines Elektrons in einem elektrischen Feld kann seine Beschleunigung verursachen. Dabei muss es möglich sein, dass das eine ohne das andere vorkommt - auch wenn einige Naturgesetze dabei verletzt werden. Für je zwei Ereignisse gibt es eine Region in einer möglichen Welt, wo das eine sich ereignet, aber nicht das andere ((s) Unabhängigkeit). Zwei Ereignisse müssen nie notwendig zusammen vorkommen. Es gibt kaum Bedingungen für Ereignishaftigkeit. Vielleicht: 1. Regionen sind Individuen, die Teile von möglichen Welten sind. 2. Keine Region ist Teil verschiedener möglicher Welten. ((s) Ähnlich wie > Montague. V 258 Ereignis/Mereologie/Teil/Teilereignis/Wesen/Lewis: Ein Ereignis kann Teil eines anderen sein. Bsp Die Bewegung des linken Fußes ist Teil des Gehens. Def wesentlicher Teil/Ereignis: e ist wesentlicher Teil von f gdw. f in einer Region vorkommt, dann notwendig auch e in einer Subregion, die in der Region eingeschlossen ist (Implikation eines Ereignisses), aber nicht notwendig: Ereignisse müssen ihre raumzeitlichen Teile nicht notwendig haben. Bsp Das Gehen könnte aus weniger Schritten bestehen. V 259 Teil/Ganzes/Ereignis: schreiben von "rry"/"Larry": Dies ist eine kontrafaktische Abhängigkeit, aber nicht Ursache/Wirkung. Sie stehen nicht in kausaler Abhängigkeit. Dennoch kann "rry" kausal abhängig sein vom Schreiben von "La", aber nicht von "Larr" (Überlappen). Das Ganze ist nicht Ursache der Teile. V 260 Ereignis/Mereologie/Lewis: These: Ereignisse haben eine einfachere Mereologie als z.B. Stühle. Eine Summe von Stühlen ist selbst kein Stuhl, aber eine Konferenz kann eine Summe von Sitzungen sein. >Mereologie/Lewis. Bsp Krieg ist die mereologische Summe von Schlachten. Ereignis/Lewis: Ein Ereignis soll als Ursache und Wirkung dienen. Teilereignis: Bei einem Teilereignis ist die Kausalität manchmal schwer festzustellen. Problem: Kann ein Teilereignis für eine Teilregion festzustellen sein, in der es geschieht? In einfachen Fällen: ja. V 261 Nicht-Ereignis/Nichtereignis/Kausalgeschichte/Lewis: Nichtereignisse sind nicht als etwas Isoliertes festzustellen. Sie können nicht Ursache sein. Konstanz: ist nicht immer ein Nicht-Ereignis! Konstanzen werden in der Kausalerklärung gebraucht. >Kausalerklärung/Lewis. |
Lewis I David K. Lewis Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989 Lewis I (a) David K. Lewis An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966) In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis I (b) David K. Lewis Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972) In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis I (c) David K. Lewis Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980 In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis II David K. Lewis "Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35 In Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979 Lewis IV David K. Lewis Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983 Lewis V David K. Lewis Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986 Lewis VI David K. Lewis Konventionen Berlin 1975 LewisCl Clarence Irving Lewis Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970 LewisCl I Clarence Irving Lewis Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991 |
| Essentialismus | Chisholm | Simons I 272 Mereologischer Essentialismus/Chisholm/Simons: folgt aus seiner Festlegung auf mereologische Konstanz - SimonsVsChisholm - Chisholm: Bsp Tisch aus Stumpf + Platte. - Ein bestimmter Tisch kann nur aus diesem Stumpf und dieser Platte gebaut sein. >Mereologie. I 273 Superposition/Simons: Superposition der Teile garantiert also nicht die Existenz des Tischs (oder die Identität des Tischs mit der Summe). - Das führt auch zur unterbrochenen Existenz, die Chisholm auch als Problem ansieht. Es verpflichtet aber nur zur Annahme wesentlicher Teile - nicht auf Leim statt Nägel usw. - Simons These: es muss einen wesentlichen Teil geben. >Teile, >Wesen, >Existenz. |
Chisholm I R. Chisholm Die erste Person Frankfurt 1992 Chisholm II Roderick Chisholm In Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986 Chisholm III Roderick M. Chisholm Erkenntnistheorie Graz 2004 Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Notwendigkeit | Simons | I 269 "Notwendigkeit des Ursprungs"/Organismus/Kripke: (1972, 312ff, 1980, 110ff): These: Ein Organismus hätte nicht von einer anderen Ursprungszelle abstammen können, als er es tatsächlich tat (Simons pro).- Die Zygote ist aber immer noch kein permanenter wesentlicher Teil, denn sie stirbt früh. Phasensortal/McGinn: Bsp "Kind", "Erwachsener" - ist entsprechend auch Zygote. >Sortale. I 270 Lösung/Simons: Es ist wesentlich für den Organismus, dass er aus sexueller Reproduktion hervorgeht und dass er seine Zygote als anfänglichen unechten Teil hat. Es ist unklar, ob das Gehirn wesentlicher ein Teil ist (> Gehirntransplantation). Siehe auch Identität/Parfit, >Körper/B.Williams. I 295 Notwendige Existenz/Simons: Notwendige Existenz kommt nur bei abstrakten Objekten evtl. in Frage: Bsp Universalien, Zahlen, usw. Problem: Wenn etwas notwendig existiert, hängt alles andere davon ab. >Existenz. 1. Kripke, S. A. (1972). Naming and Necessity, in: Davidson/Harmann (eds.) (1972), 253-355 2. Kripke, S. A. (1980). Naming and Necessity. Oxford: Blackwell |
Simons I P. Simons Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987 |
| Reduktionismus | Avramides | I 96 Reduktionsimus/Grice/Abramides: Wirklicher Streitpunkt zwischen reduktivem und anti-reduktivem Griceaner ist die tiefe epistemische Asymmetrie - (dass man Gedanken ohne Sprache kennen könnte). Zur Asymmetrie: >Terminologie/Avramides; >Grice/Avramides, >Denken ohne Sprache. Beide: Vs oberflächliche epistemische Asymmetrie: Def oberflächliche epistemische Asymmetrie/Radikale interpretation/Avramides: These: Dass wir das Problem der Radikalen interpretation dadurch lösen können, dass wir die fremde Sprache dadurch verstehen, dass wir zunächst die Glaubenseinstellungen (Glauben) und Intentionen erfahren. ((s) Ohne Sprache, weil ja die psychologischen Begriffe fundamentaler seien). I 96 DavidsonVsReduktionismus: Gegen eine Reduktion des Semantischen auf das Psychische. - Ohne Kenntnis der Sprache sind Überzeugungen nicht zu verifizieren. Die Methode der Radikalen Interpretation schlägt fehl: Man kann nicht zuerst fremde Glaubenseinstellungen und Intentionen aufstellen. DavidsonVsRadikale Interpretation. I 112 Reduktionismus/Avramides: Der Reduktionismus muss Denken ohne Sprache akzeptieren. Antireduktionismus: muss eben dies leugnen. I 127f Geist/AvramidesVsReduktionismus: These: Das Bild des Reduktionismus vom objektiven Geist ist falsch - das kommt durch seine Unterscheidung zwischen oberflächlicher und tiefer epistemischer Asymmetrie. >Terminologie/Avramides, >Objektiver Geist. I 130 Avramides These: Tiefe epistemische Symmetrie beinhaltet nicht ontologische Symmetrie (trotz Davidson). - Das richtige (subjektive) Bild vom Geist erfordert, dass das Semantische und das Psychologische auf einer Stufe verstanden werden. >Bedeutungstheorie. I 128 Zusammenfassung/Antireduktionismus/Avramides: Der Antireduktionismus hat Recht darüber, wie wir propositionale Einstellungen verstehen können. Reduktionismus: Dieser hat Recht darüber, was propositionale Einstellungen sind. >Propositionale Einstellungen. I 166 AvramidesVsReduktionismus: Der reduktionismus übersieht, dass wir an irgendeinem Punkt Verhalten semantisch charakterisieren müssen. Normale Belege sind das einzige Mittel, die These aufrechtzuerhalten, dass semantische und psychologische Begriffe auf einer Stufe sind. I 168 Beim Streit um den Reduktionismus geht es um epistemische, nicht um ontologische Fragen. >Epistemisch/ontologisch. I 166 Grice: These: Das Psychologische ist ein wesentlicher Teil des Semantischen. Reduktionismus/Avramides: leugnet das aber! Denken ohne Sprache: Wenn wir es zuschreiben, dürfen semantische und psychologische nicht wesentlich voneinander abhängig sein. Lösung/AvramidesVsReduktionismus: Verhalten gibt es auch bei sprachlosen Wesen. - Dieses bildet einen Teil unseres Begriffs des Psychologischen. >Verhalten, >Tier, vgl. >Tiersprache. I 167 Manifestation/Avramides: Es wäre falsch zu sagen, dass die Manifestation (von Gedanken) komplexer sein muss, wenn die zugeschriebenen Gedanken es sind! Komplexer ist eher sprachliches Verhalten. >Kompositionalität. Der reduktive Griceaner akzeptiert tiefe epistemische Asymmetrie. >Terminologie/Avramides. Antireduktionist: leugnet sie. VsReduktionismus: Damit hat er mit Interpretation und Verstehen dann nichts mehr zu tun. Graeser I 128 AvramidesVsReduktionismus/Graeser: Der Reduktionismus verkennt die intime Verbindung zwischen Psychologischem und Semantischem und trägt letztlich nichts zur Aufklärung von Geist und Gedanken bei. ((s) Reduktionismus/(s): muss eine Verbindung sogar leugnen, weil diese nach der Reduktion aufgehoben ist.) |
Avr I A. Avramides Meaning and Mind Boston 1989 Grae I A. Graeser Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002 |
| Referenz | Allen | Colin Allen und Eric Saidel Die Evolution der Referenz in D. Perler/M. Wild (Hg.) Der Geist der Tiere, Frankfurt 2005 I 334 Referenz/Sprache/Allen: These: Referenz ist älter als andere Eigenheiten der Sprache. I 336 Referenz/Tier/Sprache/Allen/Saidel: die Vertreter der Trennung von Mensch und Tier wollen zeigen, dass die angebliche Referenz von Tiersignalen durch Kriterien bewertet werden, die nicht auf den referentielle Gebrauch der menschlichen Sprache anwendbar sind. Und zwar ein Kriterium, das auch der homo javaniensis erfüllen würde: aber das wiederum moderne menschliche Sprachen nicht erfüllen: Reizspezifität! Pointe: tierische Referenz soll durch Anwesenheit des Referenten bestätigt werden, während für menschliche Referenz die Abwesenheit charakteristisch ist! I 337 I 338 Wenn hinweisende Definition notwendig ist beim Sprachlernen, wiederholt dann die Ontogenese die Phylogenese? Haben Tiere eine Blockweltsprache (Wittgenstein, PU)? Und wäre das ein erster Schritt in der Entwicklung der menschlichen Sprache? I 339 Tier/Sprache/Referenz/Allen/Saidel: Bsp Seyfarth, Warnrufe von Meerkatzenjungen müssen von den Erwachsenen bestätigt (wiederholt) werden, damit sie von den anderen ernstgenommen werden. I 341 Referenz/Sprache/Tier/Allen/Saidel: in wieweit kann die Referenz auf abwesende Gegenstände ausgeweitet werden? Drei Arten: 1. mimetische Referenz: das Signal sieht dem Referenten sehr ähnlich. Dawkins/Krebs: wesentlicher Teil bei Tieren: I 342 Versuch, die Muskelkraft anderer für die eigenen Ziele zu nutzen! I 343 2. stellvertretende Referenz: Signale fungieren als Stellvertreter ihrer Referenten. Sie lösen dieselbe Reaktion aus wie dieser, aber mit einem anderen kognitiven Mechanismus. Zahlreich bei Vögeln und Säugetieren. Referenz auf Abwesendes. I 344 Geht auch bei Einschränkung auf eine Blockweltsprache. 3. begriffliche Referenz: tritt auf, wenn Signale auf äußere Bedingungen referieren können, ohne dass das normalerweise Reaktionen auslöst, die die Referenten selbst auslösen würden. Bsp die Schilderung eines herrlichen Sonnenuntergangs ist nicht informativ, sondern stellt den Sprecher als Romantiker dar. I 345 Stellvertretende und begriffliche Referenz erfordern die Fähigkeit, eine arbiträre Verbindung herzustellen. Es ist ökologisch oft nicht ratsam, ein solche Verbindung fest zu verdrahten. I 345 Referenz/Allen/Saidel: These: Referenz auf Verhaltensweisen ist sowohl phylogenetisch als auch ontogenetisch grundlegender als Referenz auf Gegenstände. I 346 Bewegungen werden schon von Kleinkindern aufmerksamer verfolgt als Statisches. I 347 Bsp Meerkatzen: hier gibt es einen Warnruf "Grunzer eines Tiers, das sich auf offenes Gelände begibt". Es wäre ein Rätsel, wenn das auf Gegenstände eingeschränkt wäre. Es gibt keinen einzelnen Gegenstand, der damit dargestellt wird. I 348 Bsp Meerkatzen: Fehler bei Warnrufen treten typischerweise auf, wenn harmlose Vögel rasch vom Himmel herabstoßen. Also Bewegung vor Gegenstand. |
Allen I Colin Allen Eric Saidel "The Evilution of Reference", in: The Evolution of Mind, C. Allen and D. Dellarosa Cummins (Eds.) Oxford 1998, pp. 183-203 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Symbolische Referenz | Deacon | I 43 Symbolische Referenz/Deacon: These: Symbolische Referenz ist allein der menschlichen Spezies vorbehalten, während viele Tiere über komplexe nichtsymbolische Referenz verfügen. >Referenz, >Symbole/Deacon, >Symbolische Kommunikation, >Symbolisches Lernen. Grammatik. Grammatische Regeln und Kategorien sind symbolische Regeln und Kategorien. Syntax: Syntaktische Strukturen sind nur physikalische Regelmäßigkeiten, wenn sie nicht als symbolische Operationen aufgefasst werden, die es zu entschlüsseln gilt. >Syntax. Daher müssen Sprachtheorien zuerst symbolische Referenz erklären. >Regelmäßigkeiten. I 44 Dass Linguisten der symbolischen Referenz nicht viel Beachtung geschenkt haben, ist damit zu erklären dass Grammatik und Syntax durch den Vergleich von Sprachen erklärt werden kann. Auch die Korrelationen von Sprachprozessen und Gehirnfunktionen können ohne symbolische Referenz erklärt werden. Spracherwerb: Spracherwerb kann weit gehen ohne Bezug auf symbolische Referenz erklärt werden. >Spracherwerb. Tier/Mensch/Sprach/Deacon: Aber Theorien, die die Unterschiede zwischen menschlicher und nichtmenschlicher Kommunikation erklären wollen, können nicht ohne Bezug auf symbolische Referenz auskommen. Das gilt auch für Theorien, die menschlichen und tierischen Geist vergleichen wollen. >Tiere, >Tiersprache. I 82 Symbolische Referenz/Deacon: Symbolische Referenz bleibt auch erhalten, wenn ein Reiz durch einen anderen ausgelöscht wird, z.B. wenn die Koppelung zwischen einem Signal und einem folgenden Ereignis unterbrochen wird. Eine indexhafte, indexartige Assoziation würde diese Korrektur nicht überdauern. >Indexikalität, >Reize, >Reizbedeutung. Lernen von Symbolen/Tiere: Wenn eins von mehreren gelernten Zeichen ausgelöscht wird, hat dies so gut wie keine Auswirkung auf die Assoziation mit anderen Zeichen. Das ist ganz anders im Fall von Wörtern. >Lernen, >Spracherwerb. Wörter: stehen – anders als Symbole - in Relation zu allen anderen Wörtern einer Sprache. >Wörter, >Wortbedeutung. I 83 Symbolische Referenz/Deacon: Symbolische Referenz entsteht aus kombinatorischen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten. Das ist der Unterschied zur einfachen Korrelation von Signalen mit Reizen. Vgl. >Signale/Deacon, >Signalsprache. I 88 Symbolische Referenz/Deacon: Kein einzelnes Symbol legt seine Referenz fest. >Referenz. Referenz entsteht aus der hierarchischen Beziehung zwischen den zwei Stufen der zeichenhaften (indexartigen) Referenz: a) keine Interaktion bzw. Korreliertheit zwischen den Elementen, weder auf der Ebene der Objekte, noch auf der der Zeichen, lediglich Assoziation von Zeichen und Objekt. b) keine Interaktion (Korreliertheit) auf der Ebene der Objekte – wohl aber auf der der Zeichen (sinnvolle Muster). >Sinn, >Sinnloses, >Bedeutung. Symbol: Erst auf der dritten Stufe stellt sich symbolische Repräsentation ein: hier gibt es Interaktion (bzw. die Unterscheidung sinnvoller und sinnloser Muster) auf beiden Ebenen: der der Objekte und der der Zeichen. >Symbolische Repräsentation. Neu: Damit wird logische und kategorische Verallgemeinerung möglich, die bei der Verallgemeinerung von Reizen (stimulus generalization) nicht möglich ist. Tierversuche: (Savage-Rumbaugh et al., 1978(1); 1980(2) und Savage-Rumbaugh 1986(3)): zeigten mit Affen, das neue Symbole relativ schnell in ein bereits etabliertes Schema mit verschiedenen Bedeutungskategorien eingeordnet wurden. Dabei spielte ein Verständnis der Funktionen der Relationen der Zeichen untereinander offensichtlich eine Rolle. Die Aufmerksamkeit der Tiere war dabei nicht mehr nur auf die Objekte, sondern auch auf die Zeichen und ihr Verhältnis untereinander gerichtet. Kategorien: Die Fähigkeit zur Kategorisierung und zum Erkennen logischer Beziehungen ist ein wesentlicher Teil des Lernens symbolischer Referenz. >Kategorisierung, >Klassifikation. I 89 Symbolisches Lernen: Nachdem die Tiere den Unterschied zwischen Symbolen für essbare und nicht-essbare Objekte gelernt hatten, lernten sie, die Objekte in verschiedene Behälter zu sortieren. Später lernten sie etwas entscheidendes Neues: sie lernten, die Symbole für die jeweiligen Objekte Symbolen für die jeweiligen Behälter zuzuordnen. Damit zeigten sie, dass sie eine symbolische Verallgemeinerung vornehmen konnten. >Verstehen/Einsicht/Deacon, Tier/Deacon. I 322 Symbolische Referenz/Gehirn/Deacon: These: Das Aufkommen der symbolischen Referenz bei unseren entfernten Vorfahren änderte grundsätzlich die Weise, wie Prozesse der natürlichen Selektion das menschliche Gehirn seitdem veränderten. Letztlich veränderte der Gebrauch von Sprache etwas, das sich in der Anatomie und im Aufbau unseres Gehirns niederschlug. Man könnte sagen, „Das Wort wurde Fleisch“. >Koevolution von Sprache und Gehirn. 1. Savage-Rumbaugh et al. (1978). Symbolization, language and chimpanzees: A theoretcal reevaluation based on initial language acquisition processes in four young Pan troglodytes. Brain and Language 6, 265. 2. Savage-Rumbaugh et al. (1980). Reference: The linguistic essential. Science 210. 922-925. 3. Savage-Rumbaugh, E. S. (1986). Animal intelligence. Ape language: From conditioned response to symbol. Columbia University Press. |
Dea I T. W. Deacon The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998 Dea II Terrence W. Deacon Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013 |
| Wohlfahrtsökonomik | Neoklassiker | Mause I 269ff Wohlfahrtsökonomik/Neoklassiker: Wohlfahrtsökonomik ein wesentlicher Teil des neoklassischen Paradigmas. Sie bedient sich des methodologischen Individualismus und verfolgt den Grenznutzenansatz. Sie ist utilitaristisch ausgerichtet, d.h. dass die jeweilige Nutzenschätzung der Individuen berücksichtigt wird. (Benthamsche Wohlfahrtsfunktion (1)). W = W(y1, y2, …, yn) Methodisches Problem: die individuellen Nutzenschätzungen werden wiederum zu einem gesellschaftlichen Wohlfahrtswert aggregiert. Dieser kann nicht individualistisch fundiert werden. Mause I 270 Problem: diese Form von Umverteilung kann zu Ungerechtigkeiten führen, wenn die individuelle pekuniäre Situation der Individuen nicht berücksichtigt wird. Lösung: man muss einen Schritt zurückgehen und die allgemeine funktionale Form einer Bergson-Samuelson-Wohlfahrtsfunktion verwenden. (2)(3) Wohlfahrtsmaximum: eine Bedingung für sein Erreichen ist Pareto-Effizienz. Def Pareto-Effizienz: besteht, wenn kein Mitgleid der Gesellschaft besser gestellt werden kann, ohne ein anderes Mitglied schlechter zu stellen. Wenn diese Bedingung nicht erfüllt ist, sind noch Effizienzreserven zu nutzen. Weitere Bedingung für eine optimale Finanzpolitik: es darf keine ungenutzten Potentiale für Tauschgewinne geben, d.h. dass die einzelnen Güter zu den Konsumenten alloziiert werden. Problem: es gibt theoretisch unendlich viele Allokationen, die Pareto-effizient sind, aber nur eine maximiert die gesellschaftliche Wohlfahrt. Def Erster Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomik: jedes Marktgleichgewicht stellt bei vollständigem Wettbewerb und Abwesenheit von externen Effekten Pareto-Effizienz her. Def Zweiter Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomik: jedes dieser Marktgleichgewichte kann durch eine entsprechende Verteilung von Ressourcen in der Ausgangssituation ohne Effizienzverluste erreicht werden. (4) 1. Jean Hindriks & Gareth D. Myles, Intermediate public economics, Cambridge, MA, 2013. 2. Bergson, Abram. 1938. A reformulation of certain aspects of welfare economics. Quarterly Journal of Economics 52 (7), 1938, S. 314– 344. 3. Paul A. Samuelson, The foundations of economic analysis. Cambridge, MA 1947. 4. Nicola Acocella, The foundations of economic policy: Values and techniques. Cambridge 1998 S. 72-77. |
Mause I Karsten Mause Christian Müller Klaus Schubert, Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
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Literatur |
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| Psychologie | Grice, P.H. | Avramides I 166 Grice: These: Das Psychologische ist ein wesentlicher Teil des Semantischen. - Reduktionismus/Avramides: leugnet das aber! |
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