| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Kosmologisches Prinzip | Kanitscheider | I 186 Kosmologisches Prinzip/Kanitscheider: Das Universum ist zu einem bestimmten Zeitpunkt überall gleich beschaffen. ((s) Heuristische Annahme, um überhaupt Aussagen über das Universum machen zu können). Mit dem Parameter t können wir alle Schnitte durch die Raumzeit (die homogenen Hyperflächen) so ordnen, dass weltweit eine eindeutige Früher-Später-Beziehung aufgestellt werden kann. Hyperflächen/Kanitscheider: Schnitte durch die Raumzeit zu einem bestimmten Zeitpunkt, wo die materialen Größen Dichte und Druck und die physikalische Geometrie überall gleich sind. Isotropie/Kanitscheider: darüber hinaus garantiert sie, dass ein Teilchen der kosmischen (idealen) Flüssigkeit eine Weltlinie auszeichnet, die die Hyperfläche orthogonal durchsetzt. So gibt es hier wieder ein privilegiertes Bezugssystem! Für einen mitschwimmenden Beobachter hat das Universum unsere Struktur, für einen schnellen Beobachter (z.B. 80 % c) gibt es einen Allee Effekt: in Bewegungsrichtung kommen die Galaxien auf ihn zu, hinter ihm fliegen sie von ihm weg. Seine Weltlinie steht nicht mehr senkrecht auf den räumlichen Schnitten durch die Raumzeit. Koordinatensystem/Raumzeit/Substrat/Kanitscheider: Die Verwendung dieser Modelle legt ein komobiles (mitbewegtes) Koordinatensystem nahe, in dem eine weltweite, absolute Gleichzeitigkeit definiert ist. >Koordinatensystem/Kanitscheider, >Relativitätstheorie, >Modell/Kanitscheider. Das ist jedoch kein Widerspruch zur Speziellen Relativitätstheorie (SR), weil hier das Universum mit seiner eingeschränkten Bewegungsmöglichkeit selbst als Synchronisierungsinstrument wirkt. Für relativ zum Substrat bewegte Uhren gilt nach wie vor die spezielle relativistische Gangverlangsamung, die wir aus lokalen Experimenten kennen. Die Eigenzeiten aller Beobachter jedoch, die in Bezug auf das fließende (expandierende oder kontrahierende) Substrat ruhen, lassen sich harmonisch in einem kosmische Zeit einfügen. >Substrat. |
Kanitsch I B. Kanitscheider Kosmologie Stuttgart 1991 Kanitsch II B. Kanitscheider Im Innern der Natur Darmstadt 1996 |
| Raumzeit | Russell | II 50f Raum/Zeit/Raum-Zeit-Kontinuum/RT/Russell: neu Zeit- und Ortsbestimmung sind nicht länger unabhängig voneinander - wenn man die Art der Ortsbestimmung ändert, ändert man womöglich auch das Zeitintervall zwischen zwei Ereignissen - bzw. wenn man die Art der Zeitbestimmung ändert, ändert man vielleicht den räumlichen Abstand - es gibt keine universelle Zeit mehr - nur wenn zwei Körper in Ruhe sind, stimmen die Eigenzeiten überein. >Relativitätstheorie. Def eindeutig früher: ist ein Ereignis, wenn es auf ein anderes einwirken kann - (Wirkung). - ((s) Grafik/(s): zwei Kreise um zwei Punkte - Schnittpunkte: gleichzeitig - für jemand in der Schnittmenge: beide Ereignisse wurden beobachtet - je nachdem ob näher an A oder B wird dieses Ereignis früher beobachtet.) II 68 Def raum-zeitlicher Abstand/Spezielle Relativitätstheorie/Russell: Man nimmt das Quadrat der Entfernung zwischen zwei Ereignissen und das Quadrat der Entfernung, die das Licht in der Zeit zwischen den zwei Ereignissen zurücklegt. - Dann subtrahiert man die kleinere dieser Zahlen von der größeren und definiert das Resultat als Quadrat des Abstands zwischen den beiden Ereignissen. - Dieser Abstand ist für alle Beobachter gleich und repräsentiert eine echte physikalische Beziehung zwischen den zwei Ereignissen, was bei zeitlicher und räumlicher Entfernung nicht der Fall ist. Allgemeine Relativitätstheorie: hier muss der Begriff des Abstands noch weiter verallgemeinert werden. II 115 Raum-Zeit/Zeit/Impuls/Masse/Relativitätstheorie/Russell: Wenn wir Zeit durch Raum-Zeit ersetzen, stellen wir fest, dass die gemessene Masse (im Gegensatz zur Ruhemasse) eine Größe von derselben Art ist, wie der Impuls in einer gegebenen Richtung: man könnte sie Impuls der Zeitrichtung nennen. - Die gemessene Masse erhält man nämlich, indem man die invariante Masse mit der Zeit multipliziert, die beim Durchlauf des Abstands verstreicht. Impuls: erhält man durch Multiplikation der invarianten Masse mit der Entfernung. |
Russell I B. Russell/A.N. Whitehead Principia Mathematica Frankfurt 1986 Russell II B. Russell Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989 Russell IV B. Russell Probleme der Philosophie Frankfurt 1967 Russell VI B. Russell Die Philosophie des logischen Atomismus In Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993 Russell VII B. Russell On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit" In Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996 |
| Zeit | Russell | Russell, Bertrand. ABC der Relativitätstheorie, Frankfurt/M. 1989 II 38 Zeit/Gleichzeitigkeit/Relativitätstheorie/Russell: Gleichzeitigkeit hat nur in Bezug auf einen Beobachter Bedeutung. - Jede Uhr misst ihre Eigenzeit richtig. - Die Eigenzeit liefert kein Maß für relativ dazu bewegte Körper. Aus Sicht von beschleunigten Elektronen bliebt ihre eigene Masse gleich. - Für sie werden die Beobachter dicker oder dünner. Russell: wir müssen Entfernungen zwischen Ereignissen, nicht zwischen Körpern betrachten. >Relativitätstheorie, >Beobachtung. II 55 Gleichzeitigkeit/Russell: kommt im Zusammenhang mit Kongruenz ins Spiel. >Gleichzeitigkeit, II 55f Zeit/Ort/Relativitätstheorie/Russell: Es gibt keine "gleiche Zeit" für verschiedene Beobachter. - Deshalb müssen wir für ein Ereignis stets Ort und Zeit angeben. Ereignis statt Körper: - beobachteter Körper. >Eigenzeit. II 65 Zeit/Zeitdilatation/Relativitätstheorie/Spezielle Relativitätstheorie/Russell: Ereignisse, auf die der Reisende sich zubewegt, erscheinen ihm vergangen. - die hinter ihm in der Zukunft zu liegen. - Für den an der Bahnlinie stehenden erscheinen sie in der Gegenwart. II 105 Kraft/Relativitätstheorie/Russell: nicht mehr Grundbegriff der Dynamik - eher wie "Sonnenaufgang". - Die gleiche Kraft, auf einen schweren Körper angewendet, bewirkt nicht so viel Beschleunigung wie bei einem leichten. >Bedeutungswandel, >Theoriewechsel, >Absolutheit. II 121 "während"/Relativitätstheorie/Physik/logische Form/Russell: Multiplikation mit Zeit. - ((s) Division: Bsp Geschwindigkeit: würde man nicht als "während" bezeichnen - Dagegen "während": Bsp beibehaltene Geschwindigkeit mal einer Zeit. - Resultat: zurückgelegte Strecke. - > Beschleunigung: Produkt sek²: hier fließt die Multiplikation wieder ein. - Dass ein Teilchen einer Geodäte folgt, ist dann das "Prinzip der kleinsten Wirkung". >Prinzipien/Feynman. |
Russell I B. Russell/A.N. Whitehead Principia Mathematica Frankfurt 1986 Russell II B. Russell Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989 Russell IV B. Russell Probleme der Philosophie Frankfurt 1967 Russell VI B. Russell Die Philosophie des logischen Atomismus In Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993 Russell VII B. Russell On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit" In Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996 |
| Zeitreisen | Lewis | V 67 Zeitreisen/Lewis: These: Zeitreisen sind möglich. Die Paradoxa sind bloß Merkwürdigkeiten. Sie beinhalten eine Diskrepanz zwischen Zeit und Zeit. Problem: Wie kann zweimal dasselbe Ereignis (Abfahrt und Ankunft) durch zwei verschieden lange Zeitdistanzen getrennt sein. Falsch: Es ist falsch, mehrere Zeitdimensionen zu postulieren. Denn auf einer Fläche würde der Zeitreisende seine Kameraden nicht finden. V 69 Lösung: Trennung von externer Zeit und persönlicher Zeit des Reisenden, gemessen an seiner Uhr. Egal, was mit der Uhr passiert, wir wollen Zeit nämlich nicht operational definieren, sondern funktional. D.h. die Uhr sei unfehlbar per definitionem. >Eigenzeit. V 70 Funktionale Rolle im Ereignismuster des Zeitreisenden: Bsp Auch sein Haar wächst, aber das ist nicht Zeit, sondern hat nur dieselbe Rolle wie im normalen Leben. Es ist die persönliche Zeit des Reisenden. Das ist hinreichend, um das zeitliche Vokabular zu übertragen. >Funktionale Rolle/Lewis. V 71 Zeitreisen: Das Leben des Reisenden ist wie eine Eisenbahnstrecke: Bsp Ein Ort 2 Meilen östlich kann genauso gut ein Ort 9 Meilen westlich sein. Bsp Schleife: Die Strecke führt einmal über einen früheren Abschnitt ihrer selbst. Externe Zeit: ist eine einmalige Begegnung. Persönliche Zeit: erlaubt mehrmalige Begegnungen. Ereignis: Ein Ereignis ist getrennt in der persönlichen, vereint in der externen Zeit. Zeitreisender: ist aber nicht zweimal in voller Person vorhanden, sondern in zwei vollständigen Zuständen. (> Personzustand: siehe Continuants/Lewis). Problem: Was vereint diese Stadien? Anderes Problem: Wenn die Zeitreise instantan vor sich geht, gibt es einen Bruch im Zeitstrang. Dann gibt es zwei Personen und keiner von ihnen ist der Zeitreisende. V 73 Zeitreisen/Kausalität: 1. Die Zeitreise verlangt personale Identität und damit kausale Kontinuität und damit eine umgekehrte Richtung. >Personale Identität. Die Richtung der kontrafaktischen Abhängigkeit und Verursachung wird von der Richtung anderer Asymmetrien der Zeit gesteuert, dann ist Rückwärtskausalität und damit kausale Schleifen nicht ausgeschlossen! D.h. nicht, dass die Schleife als ganzes verursacht oder erklärbar ist. >Kontrafaktische Abhängigkeit. Problem: Informationsübertragung. Bsp Wenn die Information zum Bau der Zeitmaschine erst übertragen werden muss, gibt es keine Lösung. Man muss Person und Personstadien des Zeitreisenden gleichzeitig definieren. Sonst werden sie zirkulär wechselseitig vorausgesetzt. V 74f Für die Zeitreise brauchen wir nur den dreidimensionalen Raum ohne Zeit als vierte Dimension. V 75f Zeitreise/Großvater-Paradox/Lewis: Vergangenheit ist nicht änderbar, weil Momente nicht in zeitliche Teile aufteilbar sind, die vertauscht werden könnten. Mord am Großvater ist entweder in der Vergangenheit zeitlos enthalten oder zeitlos nicht enthalten. Falsch: Es gibt nicht Original und eine neue Vergangenheit. Stattdessen: Ein und dasselbe ist zweimal lokalisiert (wie Bahnübergang in achtförmiger Bahnstrecke). Also ist Töten in der Zeitreise ein Widerspruch: Sowohl Töten als auch Nichttöten. Vergangenheit ist aber kein besonderer Charakter. Auch Gegenwart und Zukunft sind nicht änderbar, weil auch ihre Momente keine zeitlichen Teile haben. ((s) Entwicklungen sind wohl beeinflussbar.) "Können" ist zweideutig: Ein Affe kann kein Finnisch, wegen seiner Anatomie. Ich kann es nicht, aber ich habe es nicht gelernt. Dies sind engere und weitere Mengen von Tatsachen. Großvatermord ist wegen enger Menge möglich: Alles was man zum Mord braucht ist vorhanden. Aber es gibt keine weitere Menge: Vater-Sohn-Relation, Lebensende des Großvaters usw. Verzweigte Zeit: (Verzweigung nach dem Großvatermord) ist keine Lösung, weil die Vergangenheit nicht geändert wird. Es ist konsistent, dass der Großvater lebt und tot ist, aber in verschiedenen Zweigen, aber es gibt nicht zwei Ereignisse. >Ereignis/Lewis. |
Lewis I David K. Lewis Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989 Lewis I (a) David K. Lewis An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966) In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis I (b) David K. Lewis Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972) In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis I (c) David K. Lewis Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980 In Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989 Lewis II David K. Lewis "Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35 In Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979 Lewis IV David K. Lewis Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983 Lewis V David K. Lewis Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986 Lewis VI David K. Lewis Konventionen Berlin 1975 LewisCl Clarence Irving Lewis Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970 LewisCl I Clarence Irving Lewis Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991 |