| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Abstraktheit | Wright | I 226f Abstrakt/"reine abstrakte Objekte/Dummett: (Frege: "logische Objekte"): Dummett: nichts weiter als Reflexionen bestimmter sprachlicher Ausdrücke, analog den Eigennamen von Objekten, deren Sinn jedoch nicht so dargestellt werden kann, als bestehe er in unserer Fähigkeit, Objekte als ihre Träger zu identifizieren. >Identifikation. Wright: Das könnte als Nominalismus gelesen werden. (also dass es keine abstrakten Objekte gibt). >Nominalismus. Das ist aber nicht Dummetts Ansicht. Dummett leugnet gerade nicht, dass es singuläre Termini gibt, die vorgeblich auf abstrakte Objekte verweisen, aber in der Tat Referenz besitzen. Sie spielen sogar eine semantische Rolle! >Singuläre Termini, >Referenz, >Begriffliche Rolle, >Inferentielle Rolle. Bsp "größte Primzahl": ist ein leerer singulärer Term, aber die bloße Bedeutung stellt sicher, dass er eine semantische Rolle spielt! >Bedeutung, >Semantik, >Nichtexistenz. Dummett scheint hier zu meinen, dass es gar keine Frage ist, ob der Platonismus oder der Nominalismus den besseren Ansatz liefert, nachdem die Frage entschieden ist, ob abstrakte Objekte existieren. >Zahlen, >Platonismus. I 227f Abstrakt/Moral/Ethik/Wright: Das passt gut zu unserer Einstellung zum Diskurs der Moral: die Sache des moralischen Realismus erschöpft sich nicht wirklich in der Frage, ob der moralische Diskurs wahrheitsfähig ist, oder nicht. >Wahrheitsfähigkeit, >Moral, >Diskurs. Wenn die "Wahrheitsfähigkeit" bejaht wird, gibt es immer noch eine Reihe realismusrelevanter Fragen. >Realismus. ((s) Wahrheitsfähigkeit: hier geht es um die Frage, ob Aussagen über Moral oder das Komische überhaupt ein Wahrheitswert (wahr/falsch) zugeschrieben werden kann.) I 223 ff Es ist auch nicht strittig, dass wir abstrakte singulärer Termini in einer verständigen Weise gebrauchen. Wright: Es gibt keinen sprachlich unvermittelten kognitiven Kontakt mit abstrakten Objekten. Frege (als Platonist) behauptet ganz zu recht, dass Zweifel an der Realität der Referenz auf abstrakte Objekte keinen vernünftigen Sinn enthalten. (Wright: das ist Minimalismus bezüglich Referenz). >Minimalismus. I 242 Abstrakte singuläre Termini/Wright: Es ist ausgeschlossen, dass sie das Denken beeinflussen von jemand, der nicht weiß was sie sind. >Gedankenobjekte. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Analytizität/Synthetizität | Strawson | Wright I 198 Strawson/Grice: Bsp Unser alltägliches Reden über Analytizität stellt eine soziologische Tatsache dar, und weist daher genügend Disziplin auf, um als minimal wahrheitsfähig gelten zu können. Vgl. >Minimalismus, >Konvention. StrawsonVsQuine/GriceVsQuine: Es ist hoffnungslos, zu leugnen, dass eine Unterscheidung existiert, wenn sie auf nicht vorvereinbarte, aber wechselseitig einigungsfähige Weise innerhalb sprachlicher Praxis gebraucht wird. >Analytizität/Quine, >Sprachgebrauch, >Sprachverhalten, >Sprachgemeinschaft. QuineVsStrawson/QuineVsGrice: Das steht völlig im Einklang mit einer kognitiven Psychologie des praktischen Gebrauchs der Unterscheidung, die nicht davon ausgeht, dass wir auf Exemplifizierungen der Unterscheidungen reagieren. |
Strawson I Peter F. Strawson Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972 Strawson II Peter F. Strawson "Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit", In Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977 Strawson III Peter F. Strawson "On Understanding the Structure of One’s Language" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 Strawson IV Peter F. Strawson Analyse und Metaphysik München 1994 Strawson V P.F. Strawson Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981 Strawson VI Peter F Strawson Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20 In Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995 Strawson VII Peter F Strawson "On Referring", in: Mind 59 (1950) In Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993 WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Aussagen | Tarski | Berka I 472 Satz/Tarski: Ein Satz ist beweisbar oder nicht beweisbar. >Sätze, >Beweisbarkeit, >Beweise. Aussage: ist wahr oder falsch.(1) >Wahrheit, >Wahrheitsfähigkeit. 1. A.Tarski, Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen, Commentarii Societatis philosophicae Polonorum. Vol 1, Lemberg 1935 |
Tarski I A. Tarski Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983 Berka I Karel Berka Lothar Kreiser Logik Texte Berlin 1983 |
| Ethik | Harman | Wright I 224 Ethik/Erklärung/Harman: Bsp Statt eines moralischen Urteils ohne Wertung, nehmen wir psychologische Merkmale und die Erziehung. Hier insbesondere die Merkmale des Beurteilenden, nicht der Handlung. >Urteile, >Handlungen, >Erziehung. Wright I 244 SturgeonVsHarman: Bsp Dass unsere Überzeugung, dass Hitler moralisch verkommen war, auf Dingen beruht, die er genau deshalb tat, weil er moralisch verkommen war, sodass seine Verderbtheit Teil der Erklärung unserer Überzeugung ist, dass er es tatsächlich war. >Erklärungen, >Kausalerklärung, >Zirkularität. Das heißt, wir müssen auf diese Art von Erklärung allein schon durch die Erkenntnis vorbereitet sein, dass moralische Diskurse zumindest minimal wahrheitsfähig sind und dass also die fehlenden Analogien (zur Naturwissenschaft) an anderer Stelle auftauchen werden. >Diskurse, >Moral, >Diskurstheorie, >Analogien, >Minimalismus, >Wahrheitsfähigkeit. |
Harman I G. Harman Moral Relativism and Moral Objectivity 1995 Harman II Gilbert Harman "Metaphysical Realism and Moral Relativism: Reflections on Hilary Putnam’s Reason, Truth and History" The Journal of Philosophy, 79 (1982) pp. 568-75 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Inhalt | Wright | I 45 Gehalt/"tiefer Gehalt"/"tiefe Referenz"/Wright: Tiefe Referenz kann durch Syntax maskiert oder simuliert werden. (Negationen, Konditionale).>Ausdruckstheorie: Für die Ausdruckstheorie besteht die Frage: besitzen die Sätze Gehalt oder wird er nur syntaktisch simuliert?. >Syntax, >Inhalt, >Zeichen, >Bedeutung, >Referenz. Gemeinsame Basis von Realismus und Anti-Realismus: dass dies nicht der Fall ist! >Realismus, >Antirealismus. Bsp Bei Freges Zahlen gibt es keine tiefe Referenz. Die Eignung eines Ausdrucks, auf ein Objekt zu referieren hängt mit seiner Syntax zusammen. Sie sorgt dafür, dass er als singulärer Term funktionieren kann. >Singuläre Termini, >Zahlen/Frege. Dann lässt sich keine weitere Frage mehr stellen, ob der Objektbezug erfolgreich ist. Es wird jedoch zugestanden, dass die geeigneten Kontexte, in denen dies der Fall ist, wahr sind. (Keine "tiefe Referenz"). I 44 Syntaktische Oberflächenmerkmale: Es muss sichergestellt sein, dass ein Satz, der ein Wahrheitsprädikat enthält, in Konditionale eingebettet werden kann und bedeutsame Negationen besitzt. >Negation, >Wahrheitsprädikat. Gehalt/Wright: Der Gehalt muss Disziplin und Oberflächensyntax (z.B. Konditional, Negation) eines Diskurses entsprechen. Der so gesicherte Gehalt genügt, um ein Wahrheitsprädikat zu qualifizieren (durch Plattitüden). >Wahrheitsprädikat, >Diskurs, >Plattitüden. I 242f Def Weitreichende kosmologische Rolle/Wright/Crispin: (I 250) Ein Gehalt spielt eine weitreichende kosmologische Rolle genau in dem Fall, in dem die Erwähnung von Sachverhalten, aus denen er besteht, zumindest in bestimmten Arten der Erklärung von Kontingenzen auftreten kann, Erklärungen, deren Möglichkeit nicht bloß durch die minimale Wahrheitsfähigkeit des Diskurses garantiert ist. >Minimalismus, >Wahrheitsfähigkeit. Bsp These: Das Moralische spielt keine weitreichende kosmologische Rolle. Weitreichende kosmologische Rolle des Gehalts: Wir wollen ihre Reichweite für einen Diskurs am Ausmaß messen, in dem die Angabe der verschiedenen Sachverhalte potentiell zur Erklärung aller jener Dinge beitragen kann, die nicht oder nicht direkt mit unseren Einstellungszuständen zu tun haben, aufgrund derer wir solche Sachverhalte als Objekte auffassen. I 248 Kosmologische Rolle: Erklärung von Bedeutung/Gehalt nicht aus unseren Einstellungen. >Bedeutung, >Gehalt, >Konventionen, >Sprachgemeinschaft. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Kalkül | Luhmann | AU Kass 4 Kalül/Spencer-Brown/Luhmann: Der Kalkül von George Spencer Brown ist keine Logik! Es geht nicht um wahrheitsfähige Sätze, sondern um operativen Kalkül, setzt Zeit voraus. Reihenfolge der Schritte wesentlich. Verbindung von Boolescher Algebra mit Arithmetik. ((s)Luhmann stützt sich zum Teil auf die Arbeit von Spencer-Brown(1).) >George Spencer-Brown. 1. Spencer-Brown, George (1969). Laws of Form. London: Allen & Unwin. |
AU I N. Luhmann Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992 Lu I N. Luhmann Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997 |
| Kompositionalität | Tarski | Berka I 478 Kompositionalität/zusammengesetzt/Aussage/komplex/Tarski: Zusammengesetzte Aussagen müssen nicht Verbindungen einfacherer Aussagen sein, das gilt nur für Aussagenfunktionen. >Aussagenfunktionen. Kompositionalität: Sollten wir Kompositionalität nur für Aussagenfunktionen, nicht für Aussagen zulassen? Problem: Dann führt eine "Rekonstruktion" aus Operatoren nicht zur Wahrheit/Falschheit einer bestimmten Aussage. >Wahrheitsfähigkeit. Grund: Weil wir Aussagen als gewisse Sonderfälle der Aussagenfunktion erhalten. Lösung: Erfüllung. >Erfüllung/Tarski, >Erfüllbarkeit/Tarski. Schema: Für jedes a: a erfüllt die Aussagenfunktion x gdw. p. Bsp a erfüllt die Aussagenfunktion "x ist weiß" gdw. a weiß ist. Dann erfüllt insbesondere Schnee die Aussagenfunktion "x ist weiß".(1) - ((s) Weil Erfüllung eben auf Aussagenfunktionen und nicht auf Aussagen bezogen ist.) 1. A.Tarski, Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen, Commentarii Societatis philosophicae Polonorum. Vol 1, Lemberg 1935 |
Tarski I A. Tarski Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983 Berka I Karel Berka Lothar Kreiser Logik Texte Berlin 1983 |
| Konditional | Wright | I 54 Minimalismus/Logik/Konditional : Es kann nicht mehr verlangt werden, als dass eine Aussage offenkundig als Konditional auftritt. Wright: Es gibt hier keine "tieferen" Vorstellungen eines "echten" Konditionals oder "tiefere" Vorstellung eines assertorischen Gehalts . >Gehalt, >Behauptung, >Behauptbarkeit. Für unsere Zwecke genügen Oberflächenmerkmale, auch wenn es sicher möglich wäre, die entsprechenden Merkmale zu fixieren. ((s) Insbesondere sind keine metaphysischen Annahmen über ein "wahrmachendes Reich" notwendig.) Wright: Ausdruckstheorie: muss einen Unterschied machen zwischen echten und bloß scheinbaren Konditionalen: Bsp echter Konditional Wenn es morgen regnet, wird der Besuch abgesagt Bsp scheinbarer Konditional: Wenn du dich schlecht benimmst, wird der Besuch abgesagt. >Wahrheitsfähigkeit. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Korrektheit | Wright | I 272f Def "korrekt"Wright: hier: Wahrheits-Prädikat für minimal wahrheitsfähige Diskurse. >Wahrheitsprädikat, >Wahrheitsfähigkeit, >Minimalismus, >Diskurs. Wright I 276 Korrektheit/Negation/Logik/Wahrheit/Wright: Wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel ist, gibt es eine Unterscheidung zwischen der a) eigentlichen, strengen Negation: verwandelt jeden wahren oder korrekten Satz in einen falschen oder inkorrekten - eine andere Negationsform gibt: b) Negation: wirkt so, dass ein wahrer (oder korrekter) Satz genau dann konstruiert wird, wenn sein Argument keine Wahrheit erreicht. >Negation, >Wahrheit. Negation/WrightVsBoghossian: der Vorschlag - (>Nonfaktualismus) - nimmt ja tatsächlich an, dass ""A" ist wahr" komplementär sein sollte der Negation von A im letzteren Sinne. Ein vollkommen vernünftiger Gegenvorschlag ist aber, dass A viel eher dem strengen Begriff der ersteren Negation komplementär sein sollte. Dann ist für den Fall, dass A bloß korrekt ist, die Bewertung von ""A" ist wahr" ebenfalls korrekt und die Anwendung des Wahrheitsprädikats wird generell konservativ sein. WrightVsVs: der Teppich wirft nun aber an anderer Stelle Falten: dem Übergang von (i) nach (ii): das scheinbar unangreifbare Prinzip, dass nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr sein kann, hätte die Form des Konditionals: (II) "A" ist wahr > "A" hat eine Wahrheitsbedingung >Wahrheitsbedingungen. I 276/277 Und jede konservative Matrix für ""A" ist wahr" gefährdet dieses Prinzip in dem Fall, wo A nicht wahrheitsfähig, aber korrekt ist. Denn dann wird die konservative Matrix ""a" ist wahr" als korrekt bewerten. Das Konsequens (II), dass "A" eine Wahrheitsbedingung hat (eine Tatsache, die es wahr macht) wird dann vermutlich inkorrekt sein. Bedeutungsminimalismus/Korrektheit/Wright: Der Bedeutungsminimalismus kann bestimmte Sätze (etwa über primäre Qualitäten materieller Körper) nicht als Kandidaten für substanzielle (gehaltvolle) Wahrheit betrachten. >Gehalt. Die Zuschreibung einer Wahrheitsbedingung kann daher für einen solchen Satz korrekt sein. So kann auch bei einer konservativen Matrix die Behauptung "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" ist wahr korrekt sein. Aber die ganze Grundlage der Argumentation ist, dass der Bedeutungsminimalismus keine Wahl hat, als "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" hat eine Wahrheitsbedingung als unweigerlich zumindest inkorrekt anzusehen. Andernfalls gibt es keine Bekräftigung von (i) als Prämisse: (i) Es ist nicht der Fall, dass "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" eine Wahrheitsbedingung besitzt. Die Einsetzung von "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" für "A" in (II) erzeugt folglich bei einer konservativen Matrix für den Bedeutungsminimalismus selbst ein korrektes Antezedens, aber ein inkorrektes Konsequens. I 277/278 WrightVsBoghossian: Zusammenfassung: Wenn die Matrix (Wahrheitstabelle) für "wahr" nicht konservativ ist, dann versagt das Zitattilgungsschema in der entscheidenden Richtung für den Übergang von (ii) nach (iii); Wenn die Matrix andererseits konservativ ist, scheitert angesichts der Prämisse (i) das Prinzip, dass nur ein Satz mit einer WB wahr ist. (Der Satz ist inkorrekt). >Wahrheitswerttabelle. Schließlich, wenn die Prämisse (i) nicht zugelassen wird, gibt es gar keine Argumentation. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Minimalismus | Wright | I 52 Def Minimalismus/Wright: Bestandteile: (i) das Äquivalenzschema "es ist wahr, dass P dann und nur dann, wenn P, (ii) "P" sagt, dass P, (iii) ein Satz kann als wahr gekennzeichnet werden, wenn seine Proposition wahr ist, (iv) die Gültigkeit des modus tollens, (v) dass es unschädlich ist, "P" entspricht den Tatsachen" als etwa "Die Dinge sind, wie "P" sagt, dass sie sind" anzunehmen. Der Minimalismus erkennt Wahrheit als echte Eigenschaft an. (VsDeflationismus) >Deflationismus, >Wahrheit, >Gültigkeit, >modus tollens, >Propositionen, >Sätze, >Äquivalenz, I 102f Minimalismus/Wright: Der Minimalismus ist neutral zwischen Anti-Realismus: (Superassertibilität) und Realismus: evidenztranszendente Wahrheit. >Superassertibilität, >Behauptbarkeit, >Realismus, >Anti-Realismus. I 225 Minimale Wahrheitsfähigkeit/mWf/Wright mehr als mwf: wenn in der Besten Erklärung unserer wahren Überzeugungen die Tatsachen erwähnt werden müssen, auf die sich die Überzeugungen beziehen. >Wahrheitsfähigkeit, >Beste Erklärung/Wright. I 267ff Globaler Minimalismus/Wright: ...daraus könnte man statt totaler Skepsis einen globalen Minimalismus folgern: alle Bedeutungen und die Wahrheit sind nur höchstens minimal wahrheitsfähig. I 271 Boghossian: Globaler Minimalismus, Non-Faktualismus: bezüglich Bedeutung, nicht Wahrheit: Es gibt keine Eigenschaft, dass ein Wort etwas bedeutet, folglich auch keine Tatsache - zieht globalen Non-Faktualismus nach sich, im Gegensatz zu allen anderen Non-Faktualismen. >Non-Faktualismus. I 285 Boghossian: "globaler Minimalismus": mit der Wahrheit kippt auch jegliche Bedeutung. >Bedeutung, >Tatsachen. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Negation | Boghossian | Wright I 276 Negation/Logik/Wahrheit/Korrektheit/korrekt: wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel ist, gibt es eine Unterscheidung zwischen der a) eigentlichen, strengen Negation: verwandelt jeden wahren oder korrekten Satz in einen falschen oder inkorrekten. Eine andere Negationsform gibt: b) Negation: wirkt so, dass ein wahrer (oder korrekter) Satz genau dann konstruiert wird, wenn sein Argument keine Wahrheit erreicht. >Wahrheit, >Korrektheit, >Richtigkeit. Negation/WrightVsBoghossian: der Vorschlag (>Nonfaktualismus) nimmt ja tatsächlich an, dass ""A" ist wahr" komplementär sein sollte der Negation von A im letzteren Sinne. Ein vollkommen vernünftiger Gegenvorschlag ist aber, dass A viel eher dem strengen Begriff der ersteren Negation komplementär sein sollte. Dann ist für den Fall, dass A bloß korrekt ist, die Bewertung von ""A" ist wahr" ebenfalls korrekt und die Anwendung des Wahrheitsprädikats wird generell konservativ sein. >Konservativität. WrightVsVs: Der Teppich wirft nun aber an anderer Stelle Falten: dem Übergang von (i) nach (ii): das scheinbar unangreifbare Prinzip, dass nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr sein kann, hätte die Form des Konditionals: (II) "A" ist wahr > "A" hat eine Wahrheitsbedingung I 276/277 Und jede konservative Matrix für ""A" ist wahr" gefährdet dieses Prinzip in dem Fall, wo A nicht wahrheitsfähig, aber korrekt ist. Denn dann wird die konservative Matrix ""a" ist wahr" als korrekt bewerten. Das Konsequens (II), dass "A" eine Wahrheitsbedingung hat (eine Tatsache, die es wahr macht) wird dann vermutlich inkorrekt sein. >Wahrheitsbedingungen. |
Bogh I Paul Boghossian Fear of Knowledge: Against Relativism and Constructivism Oxford 2007 Boghe I Peter Boghossian A manual for Creating Atheists Charlottesville 2013 WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Nonfaktualismus | Boghossian | Wright I 267 Regeln/Wittgenstein/Wright: Was immer Wittgensteins Dialektik genau erreicht, sie erzwingt in jedem Fall irgendeine Art von Einschränkung für eine realistische Vorstellung von Regeln und Bedeutung. >Regeln/Wittgenstein, >Regelfolgen/Wittgenstein, >Bedeutung/Wittgenstein, >Bedeutung, >Bedeutungstheorie Und daher auch für Wahrheit, da Wahrheit eine Funktion der Bedeutung ist. I 269 Paul Boghossian/Wright: Boghossian hat nun einen Ansatz vorgelegt, der beide Bedenken aus dem Weg räumen könnte: I 270 Boghossian: Betrachten wir einen ausschließlich auf Bedeutung (nicht auf Wahrheit) bezogenen Non Faktualismus: Es gibt keine Eigenschaft der Art, dass ein Wort etwas bedeutet, und folglich auch keine derartige Tatsache. >Tatsachen, >Eigenschaften. Da nun die Wahrheitsbedingung eines Satzes eine Funktion seiner Bedeutung ist, bedingt der Non-Faktualismus bezüglich der Bedeutung notwendig einen Non-Faktualismus bezüglich der Wahrheitsbedingungen. >Wahrheitsbedingungen Dann ergibt sich: (5) Für alle S,P:"S hat die Wahrheitsbedingung P" ist nicht wahrheitskonditional. nach Zitattilgung: (4) Für jeden S:"S" ist nicht wahrheitskonditional. >Wahrheitskonditionle Semantik. "Faszinierende Konsequenz"/Boghossian: eines Non Faktualismus der Bedeutung: ein globaler Non-Faktualismus. Und gerade darin unterscheidet sich ein Non-Faktualismus der Bedeutung von einem Non-Faktualismus mit Bezug auf irgendeinen anderen Gegenstand. I 271 WrightVsBoghossian: Viele werden gegen seine implizite Philosophie der Wahrheit protestieren, gegen den Gebrauch des Wortes allein kann man jedoch nichts einwenden. Boghossian: Globaler Minimalismus, Non-Faktualismus: bezüglich der Bedeutung, nicht der Wahrheit: Es gibt keine Eigenschaft, dass ein Wort etwas bedeutet, folglich auch keine Tatsache. - Dies zieht einen globalen Nonfaktualismus nach sich, im Gegensatz zu allen anderen Nonfaktualismen. Wright I 271 Realismus/Wright: Bisher ging es um die Frage, welche zusätzlichen realismusrelevanten Eigenschaften das Wahrheitsprädikat "gehaltvoll" machen können. Wir können nun aber für den minimalen Fall "Korrektheit" (>korrekt) einsetzen. (Formale Richtigkeit). Die These des Non Faktualismus kann man dann so formulieren, dass jeder Diskurs über Bedeutung und verwandte Begriffe höchstens fähig ist, korrekt zu sein, und nicht für gehaltvollere Eigenschaften in Frage kommt. (i) Es ist nicht der Fall, dass "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" eine Wahrheitsbedingung besitzt. Das muss man als Minimalist akzeptieren, denn Wahrheitsbedingungen schreiben eine semantische, also gehaltvolle Eigenschaft zu, und das wird mit dem Satz bestritten. >Semantische Eigenschaften. Weiter: (ii) Es ist nicht der Fall, dass "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" wahr ist. I 272 das folgt aus (i) da nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr sein kann. Weiter: (iii) Es ist nicht der Fall, dass S die Wahrheitsbedingung hat, dass P das folgt nach Boghossian "aufgrund der Zitattilgungseigenschaften des Wahrheitsprädikats". >Wahrheitsprädikat, >Zitattilgung, >Disquotationalismus, >Deflationismus. I 272ff Non-Faktualismus/Boghossian/Wright: Dann kann jeder Diskurs höchstens korrekt sein. (i) ist nicht der Fall, dass "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" eine Wahrheitsbedingung hat". WrightVs: Das kann mit Zitattilgung umformuliert werden bis (vi) ist n. d. Fall, dass es n.d.F. ist, dass S hat die Wahrheitsbedingung dass P, eine Wahrheitsbedingung hat. Aber Leugnung der Wahrheit ist nicht inkonsistent mit Korrektheit der Behauptung, aber (i) ist nicht korrekt, wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel sind, die Matrix für das Wahrheitsprädikat Def nicht-konservativ sein muss: d.h. dass der Wert von ""A" ist wahr" in allen Fällen falsch oder inkorrekt wird, ausgenommen jenen, wo A mit dem Wert wahr belegt wird. ((s) Nicht-Konservativität verlangt Wahrheit, nicht bloß Korrektheit, >Wahrheitstransfer. "korrekt": W-Prädikat für minimal wahrheitsfähige Diskurse Negation/Logik/Wahrheit/Korrektheit/korrekt: Wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel ist, gibt es eine Unterscheidung (> Negation) zwischen der a) eigentlichen, strengen Negation: verwandelt jeden wahren oder korrekten Satz in einen falschen oder inkorrekten. Eine andere Negationsform gibt: b) Negation: wirkt so, dass ein wahrer (oder korrekter) Satz genau dann konstruiert wird, wenn sein Argument keine Wahrheit erreicht. >Negation/Boghossian. |
Bogh I Paul Boghossian Fear of Knowledge: Against Relativism and Constructivism Oxford 2007 Boghe I Peter Boghossian A manual for Creating Atheists Charlottesville 2013 WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Prädikation | Quine | I 174 Prädikation: Verbindung von allgemeinem Term mit singulärem Term - Allgemeiner Term: auch Verb, Adjektiv, (auch attributiv), Substantiv! - Singulärer Term vor "ist" - danach allgemeiner Term ("ist": Präfix). >Allgemeine Termini, >Singuläre Termini. II 14 Bezug: kommt durch die Prädikation zum Vorschein: sie ist bei Hund und Milch dieselbe: Milch ist weiß, Fido ist ein Hund - Aber: Milch und Hund nicht zu vergleichen. >Referenz/Quine. X 60 Prädikation/Quine: hier nur Verbindung von Prädikat und Variablen, nicht mit Namen! - Dann sind das offene Sätze und damit erfüllbar, aber noch nicht wahrheitsfähig. X 93 Prädikation/Quine: in "Fx" steht "F" an Stelle eines offenen Satzes - mit "F" und "Fx" stellen wir nur Sätze dar - wir reden nicht über Prädikate oder andere Zeichenfolgen, auch nicht über Eigenschaften oder Mengen. - >Erwähnung, >Gebrauch, >Wort. >Gegenstand. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Regelfolgen | Kripke | Wright I 264 ff Regelfolgen/Kripke/Wright: Wittgenstein: Das "skeptische Paradox": macht jede Möglichkeit zunichte, dass Regeln und Bedeutungen reale Einschränkungen umfassen. Am Ende bleibt der Versuch, sich mit der Charybdis über Wasser zu halten. McDowellVsKripke: Es ist ein Irrtum, die Zerstörung der Skylla (Platonismus, göttlicher Standpunkt) als Kern der logischen Auseinandersetzung über Regeln zu verstehen. In Wirklichkeit handelt es sich bei der Zerstörung bloß um einen logischen Satz. >Platonismus, >Gottes-Standpunkt. McDowell: Wittgensteins Anliegen war, zu zeigen, dass beide Hörner auf einer überhöhten Konzeption von Tatsache und Objektivität beruht. Kripkes Wittgenstein/Wright: "Skeptisches Paradox": 1. Schritt: Debatte über irgendeine Scheinbehauptung. Bsp dass ich in der Vergangenheit mit "+" formal Addition gemeint habe. Dann muss ich das gegen einen Skeptiker verteidigen. Nun sollte man folgern, dass auch dann, wenn ich diesen Streit verlöre, keinerlei Schlussfolgerung über die Realität von Bedeutungen, Regeln usw. absehbar wäre. Also wäre die Epistemologie von Behauptungen über Bedeutung unter dem Druck der Skepsis um nichts verständlicher als die Epistemologie der Vergangenheit oder der materiellen Welt oder des Fremdpsychischen es immer noch ist. >Quaddition. Das wäre jedoch ein Irrtum! Bsp Bei dem Versuch zu rechtfertigen, dass ich in der Vergangenheit mit "+" Addition meinte, wird mir die vollkommene Wiedergabe aller Aspekte meines mentalen Lebens zugestanden. Alle relevanten Tatsachen müssten sich ja in meinem Verhalten und mentalen Leben zeigen, und daher für mich greifbar sein. Wenn ich nun trotzdem verliere, zeigt sich damit, dass es keine solchen Tatsachen gibt. Wright: In der Argumentation tritt keinerlei Überobjektivierung des Wesens der Regeln als Prämisse auf! Einzige Annahme: dass Tatsachen über meine früheren Bedeutungen in meinem Verhalten aufgetreten sein müssen. Wright I 264 ff WrightVsKripke: Das ist allerdings angreifbar. Es ist jedoch kein Irrtum der Sublimierung (auf eine höhere Ebene heben) der Regeln. Wenn irgendetwas ungeschützt ist gegen das skeptische Paradox, dann ist es ein humanisierter Platonismus nicht weniger als die überobjektivierte Version. Quietismus/Kripkes Wittgenstein/Wright: Kripkes Wittgenstein ist auf jeden Fall dem Quietismus verpflichtet, denn der Irrealismus (dass es keine Tatsachen bezüglich irgendwelcher Regeln gibt) muss sich zu einem umfassenden Irrealismus aufblasen. Ein Irrealismus der Bedeutung muss also einen Irrealismus der Wahrheit nach sich ziehen. Globaler Minimalismus/WrightVs: Das ist trügerische Vereinfachung! Richtig betrachtet, läuft der durch Kripkes skeptisches Paradox begründete Irrealismus darauf hinaus, dass der Diskurs über Regeln höchstens minimal wahrheitsfähig ist. Wright I 264 ff Kripkes Wittgenstein: Kein Verhalten lässt auf innere Regeln (in der Vergangenheit) über Addition schließen, daher gibt es auch keine Regeln über Bedeutung, auch nicht in der Gegenwart und daher auch nicht über Wahrheit! >Kripkes Wittgenstein. |
Kripke I S.A. Kripke Name und Notwendigkeit Frankfurt 1981 Kripke II Saul A. Kripke "Speaker’s Reference and Semantic Reference", in: Midwest Studies in Philosophy 2 (1977) 255-276 In Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993 Kripke III Saul A. Kripke Is there a problem with substitutional quantification? In Truth and Meaning, G. Evans/J McDowell Oxford 1976 Kripke IV S. A. Kripke Outline of a Theory of Truth (1975) In Recent Essays on Truth and the Liar Paradox, R. L. Martin (Hg) Oxford/NY 1984 WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Rollen | Wright | I 250 Def weitreichende kosmologische Rolle: Ein Gehalt spielt eine wkR genau in dem Fall, in dem die Erwähnung von Sachverhalten, aus denen er besteht, zumindest in bestimmten Arten der Erklärung von Kontingenzen auftreten kann, Erklärungen, deren Möglichkeit nicht bloß durch die minimale Wahrheitsfähigkeit des Diskurses garantiert ist. >Wahrheitsfähigkeit. Bsp These: Das Moralische spielt keine weitreichende kosmologische Rolle (Problem für den moralischen Realismus). Wie kann die Angabe solcher Sachverhalte zur Erklärung beitragen? >Inhalt/Wright. I 248 Kosmologische Rolle: Erklärung von Bedeutung/Gehalt nicht aus unseren Einstellungen |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Satzbedeutung | Tarski | Berka I 472 Satz/Tarski: Ein Satz ist beweisbar oder nicht beweisbar. >Sätze, >Beweisbarkeit, >Beweise. Aussage: ist wahr oder falsch.(1) >Wahrheit, >Wahrheitsfähigkeit. 1. A.Tarski, Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen, Commentarii Societatis philosophicae Polonorum. Vol 1, Lemberg 1935 |
Tarski I A. Tarski Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983 Berka I Karel Berka Lothar Kreiser Logik Texte Berlin 1983 |
| Sprache | Quine | X 134 Sprache/Carnap/Quine: die Sprache ist bei Carnap wie ein deduktives System dargestellt. 1. Bildungsregeln: Liefern die Grammatik und das Lexikon damit liefern sie die wffs (well formed formulas) 2. Umformungsregeln: liefern die logischen Wahrheiten (auch die mathematischen, generell die analytischen). VI 17 Ontologie/Sprache/Quine: so weit die Annahme einer wissenschaftlichen Theorie eine sprachliche Angelegenheit genannt werden kann, so kann auch - aber nicht mehr - die Annahme einer Ontologie sprachlich genannt werden. VI 63 Sprache/Beobachtung/Übersetzung/Quine: die meisten unserer Äußerungen sind gar nicht mit Reizen korreliert, z.B. Junktoren usw. VI 64 Der Sprachforscher kann ein Archiv von uninterpretierten Sätze anlegen und sie sezieren. Wiederkehrende Segmente kann er als Wörter behandeln. (Analytische Hypothese). VI 65 Letztendlich hängen wir von sehr dürftigem Datenmaterial ab. Von sukzessiven Äußerungen ist zu erwarten, dass sie etwas miteinander zu tun haben. Später wir der Übersetzer auf psychologische Hypothesen angewiesen sein. was dürften die Dschungelbewohner am ehesten für wahr halten? Was werden sie wahrscheinlich glauben? VI 66 Erkennbar rationalen Übersetzungen wird dann der Vorzug gegeben. Eine angebliche Grammatik und Semantik der Eingeborenen aufzustellen wäre aber nichts weiter als schlechte Psychologie. Stattdessen sollte man davon ausgehen, dass die Psyche der Eingeborenen unserer weitgehend gleicht. VI 67 Wenn der Sprachforscher einen Fehler entdeckt wird er sich fragen, wie weit dieser zurückreicht. VI 105 Sprache/QuineVsMentalismus: Voraussetzung der Sprache ist, dass Menschen wahrnehmen, dass andere etwas wahrnehmen. Darin liegt nun aber die Verführung, die mentalistische Sprechweise zu überdehnen. >Mentalismus. VII (b) 26 Definition/Quine: kann zwei entgegengesetzten Zwecken dienen: 1. Abkürzung und praktischen Darstellung (kurze Notation) 2. umgekehrt: Redundanz in Grammatik und Vokabular. Sparsames Vokabular führt zu längeren Zeichenketten. Umgekehrt vereinfacht sparsames Vokabular den theoretischen Diskurs über eine Sprache. Sprache/Quine: durch Gewohnheit sind diese beiden Typen zusammengeschmolzen, die eine als Teil der anderen: Äußere Sprache: redundant in Grammatik und Vokabular. Ökonomisch in Bezug auf die Länge von Zeichenketten. Teilsprache "primitive Notation": ökonomisch in Grammatik und Vokabular. VII (b) 27 Teil und Ganzes sind durch Übersetzungsregeln verbunden. Diese nennen wir Definitionen. sie sind nicht einer der beiden Sprachen zugeordnet, sondern verbinden sie. Aber sie nicht willkürlich. Sie sollen zeigen, wie die primitiven Notationen allen Zwecken dienen können. VII (c) 61 Sprache/Übersetzung/Whorf/Cassirer/Quine: man kann die Sprache prinzipiell nicht vom Rest der Welt trennen. Unterschiede in der Sprache werden Unterschieden in der Lebensform entsprechen. Daher ist es prinzipiell überhaupt nicht klar, wie man annehmen soll, dass Wörter und Syntax von Sprache zu Sprache wechseln, während der Gehalt (Inhalt) fixiert bleibt. VII (d) 77 Einführung/Sprache/Allgemeiner Term/Quine: der Gebrauch allgemeiner Termini ist im Lauf der Sprachentwicklung wahrscheinlich dadurch entstanden, dass ähnliche Stimuli ähnliche Reaktionen hervorrufen. Sprache wäre unmöglich ohne allgemeine Termini. Um sie zu verstehen, muss man bei ihrer Einführung den zusätzlichen Operator "Klasse von" oder " heit" anerkennen. Das zu versäumen war wahrscheinlich der Grund, abstrakte Entitäten anzunehmen. VII (d) 78 Wissenschaft/Sprache/Quine: wie viel von unserer Wissenschaft wird eigentlich von der Sprache beigesteuert, und wie viel ist eine ursprüngliche (echte) Reflexion der Realität? Um das zu beantworten, müssen wir sowohl über die Welt als auch über die Sprache sprechen! ((s) Und das ist schon die Antwort!) Quine: und um über die Welt zu sprechen, müssen wir schon ein bestimmtes Begriffsschema voraussetzen, das zu unserer besonderen Sprache gehört. Begriffsschema/Quine: wir sind hineingeboren, aber wir können es ändern, Stück für Stück, wie Neuraths Schiff. VII (d) 79 Sprache/Quine: ihr Zweck ist Effizienz in Kommunikation und Voraussage. Eleganz kommt sogar als Selbstzweck hinzu. X 34/35 Wahrheit/Sprache/Quine: Wahrheit ist von der Sprache abhängig, weil es möglich ist, dass Laute oder Schriftzeichen in einer Sprache mit Bsp „2 < 5“ gleichbedeutend sind und in einer anderen mit „2 > 5“. Bei Bedeutungswandel im Laufe vieler Jahre innerhalb einer Sprache denken wir, dass es sich um zwei verschiedene Sprachen handelt. Wegen dieser Relativität ist es sinnvoll, nur Tokens Von Sätzen einen Wahrheitswert zuzuschreiben. Wahrheit/Welt/Quine: der Wunsch nach einer außersprachlichen Grundlage für die Wahrheit entsteht nur, wenn man nicht beachtet, dass das W Prädikat gerade den Zweck hat, die Erwähnung sprachlicher Formen mit dem Interesse an der objektiven Welt zu verbinden. X 42 Immanent/Sprache/Quine: sprachimmanent sind: Bildungsregeln, grammatische Kategorien, der Begriff des Wortes, bzw. technisch: des Morphems. ad X 62 Objektsprache/Metasprache/Erwähnung/Gebrauch/(s): die Objektsprache wird erwähnt (es wird über sie gesprochen), die Metasprache wird gebraucht, um über die Objektsprache zu sprechen. X 87 Sprache/Grammatik/Quine: dieselbe Sprache – dieselbe unendliche Menge von Sätzen kann mit verschiedenen Bildungsregeln aus verschiedenen Lexika erzeugt werden. Daher ist der Begriff (die Definition) der logischen Wahrheit nicht transzendent, sondern (sprach ) immanent. (logische Wahrheit: immer in Bezug auf eine bestimmte Sprache, wegen grammatischer Struktur). Abhängigkeit von Sprache und ihrer Grammatisierung. XI 114 Theorie/Sprache/Quine/Lauener: wir müssen nicht schon über eine interpretierte Sprache verfügen, um erst danach eine Theorie zu formulieren. Das ist die Zurückweisen des isolierten Gehaltes von theoretischen Sätzen. Sprache/Syntax/Lauener: Sprache kann nicht rein syntaktisch als die Menge aller korrekt gebildeten Ausdrücke betrachtet werden, denn ein uninterpretiertes System ist ein bloßer Formalismus. ((s) Ein solcher ist nicht wahrheitsfähig). XI 115 Sprache/Theorie/ChomskyVsQuine/Lauener: die Sprache einer Person und ihre Theorie sind auf jeden Fall verschiedene Systeme, auch wenn man Quine sonst zustimmen würde. XI 116 Quine: (dito). Unbestimmtheit der Übersetzung: wegen ihr kann man nicht von einer gegenüber Übersetzungen invarianten Theorie sprechen. Man kann auch nicht sagen, dass eine absolute Theorie in verschiedenen Sprachen formulierbar sei, oder auch umgekehrt, daß verschiedene (sogar einander widersprechende) Theorien in einer Sprache ausgedrückt werden können. ((s) >Wegen der ontologischen Feststellung, dass ich nicht über Ontologie streiten kann, indem ich dem anderen sagen, dass es die Dinge, die es bei ihm gebe, bei mir nicht gibt, weil ich dann den Selbstwiderspruch aufstelle, dass es Dinge gibt, die es nicht gibt). Lauener: das entspräche dem Irrum, dass die Sprache die Syntax, die Theorie aber den empirischen Gehalt beisteuere. Sprache/Theorie/Quine/Lauener: d.h. nicht, dass es gar keinen Gegensatz zwischen beiden gäbe: insofern dennoch zwei verschiedene Theorien in derselben Sprache niederlegt werden, heißt das dann, dass die Ausdrücke nicht in allen Ausdrücken austauschbar sind. Es gibt aber auch Kontexte, wo die Unterscheidung Sprache/Theorie keinen Sinn hat. Daher ist der Unterschied graduell. Die Kontexte, wo Sprache/Theorie austauschbar sind, sind die, wo Quine von einem Netzwerk spricht. V 32 Def Sprache/Quine: „Komplex von Dispositionen zu sprachlichem Verhalten“. V 59 Sprache/Quine: Ideen mögen so oder so beschaffen sein, aber Wörter sind da draußen, wo man sie sehen und hören kann. Nominalismus/Quine: wendet sich von Ideen ab und den Wörtern zu. Sprache/QuineVsLocke: dient nicht zur Übermittlung von Ideen! (> NominalismusVsLocke). Quine: es ist wohl richtig, dass wir beim Sprachlernen lernen, wie Wörter mit gleichen Ideen zu verbinden sind (wenn man Ideen akzeptiert). Problem: woher weiß man, dass diese Ideen die gleichen sind? V 89 Zusammensetzung/Sprache/Tier/Tiersprache/Quine: Tieren fehlt die Fähigkeit, Ausdrücke zusammenzusetzen. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Sprachspiele | Wright | I 260 Lebensformen/Wittgenstein/Cavell: Orientierungen der Interessen und der Gefühle, Sinn für Humor, für Bedeutsamkeit, für Ähnlichkeit, dafür, wann eine Äußerung eine Behauptung, wann eine Erklärung ist... >Wahrheitsfähigkeit, >Leben, >Gemeinschaft, >Sprachgemeinschaft, >Diskurse, >Verstehen, >Ähnlichkeit, >Behauptung, >Erklärung. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Subjektivität | Wiggins | Wright I 143~ subjektiv/objektiv/McDowell/Wiggins: auch subjektive Werturteile können entschieden wahr oder falsch sein, also objektiv. >Wahrheitsfähigkeit/Wright, >Emotivismus, >Kognitivismus. Urteil/Wright: Unterschied extensions-bestimmend, extensions-reflektierend. >Euthyphron. |
Wiggins I D. Wiggins Essays on Identity and Substance Oxford 2016 Wiggins II David Wiggins "The De Re ’Must’: A Note on the Logical Form of Essentialist Claims" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Supervenienz | Wright | s. auch Farbe I 198f Disputationale Supervenienz: Ein Diskurs superveniert den anderen, wenn Meinungsverschiedenheiten im einen von Meinungsverschiedenheiten im anderen abhängen. >Abhängigkeit, >Diskurs, >Wahrheitsfähigkeit, vgl. >Korrektheit/Wright. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Syntax | Quine | VII (a) 15 Syntax/Quine: ihre Regeln sind bedeutungsvoll im Gegensatz zu ihrer Notation. VI 69 Syntax/Übersetzung/Unbestimmtheit/Quine: viele meiner Leser sind fälschlich davon ausgegangen, dass sich die Unbestimmtheit auch auf die Syntax erstrecke. Dafür gab es einen subtilen Anlass: in Wort und Gegenstand(1) (S. 107, 129 136) heißt es: VI 70 dass auch der spezifische Apparat der Reifizierung und des Objektbezugs, dessen wir uns bedienen, der Unbestimmtheit unterliegt. Zu diesem Apparat gehören die Pronomina, das "=", (Gleichheitszeichen) die Pluralendungen und was immer die Aufgaben der logischen Quantoren erfüllt. Aber es ist falsch anzunehmen, dass diese Mechanismen zur Syntax gehörten! VI 97 Buchstabieren/Quine: löst die Syntax und das Lexikon eines jeden Inhaltssatzes auf und fusioniert ihn mit der Sprache des Interpreten. Sie besitzt dann keine kompliziertere Syntax als etwa das Additionszeichen. >Gleichheitszeichen, >Quantoren, >Pronomina, >Unbestimmtheit. 1. Quine, W. V. (1960). Word and Object. MIT Press VII (a) 15 Syntax/Quine/Goodman: Ihre Regeln sind bedeutungsvoll im Gegensatz zur Notation selbst. XI 114 Sprache/Syntax/Lauener: Sprache kann nicht rein syntaktisch als die Menge aller korrekt gebildeten Ausdrücke betrachtet werden, denn ein uninterpretiertes System ist ein bloßer Formalismus. ((s) Dieser ist nicht wahrheitsfähig). XI 116 Lauener: Es ist ein Irrtum, dass die Sprache die Syntax, die Theorie aber den empirischen Gehalt beisteuere. Daher kann man nicht sagen, dass eine absolute Theorie in verschiedenen Sprachen formulierbar sei, oder auch umgekehrt, dass verschiedene (sogar einander widersprechende) Theorien in einer Sprache ausgedrückt werden können. XI 136 Mathematik/QuineVsHilbert/Lauener: Mathematik ist mehr als reine Syntax. Quine bekennt sich widerwillig zum Platonismus. XII 58 Das Problem der Unerforschlichkeit des Bezugs reicht viel tiefer: als das der Unbestimmtheit der Übersetzung: Bsp Protosyntax. Protosyntax/Unbestimmtheit/Quine: die Sprache ist hier ein formalisiertes System der Beweistheorie erster Stufe, deren Gegenstandsbereich nur aus Ausdrücken, d.h. aus Zeichenketten eines bestimmten Alphabets besteht. Ausdrücke: sind hier Typen, keine Tokens! (keine Vorkommnisse). Jeder Ausdruck ist die Menge aller seiner Vorkommnisse. (Zusammengefasst aufgrund von Ähnlichkeit der Inschriften). Bsp Die Verkettung x^y ist die Menge aller Inschriften, die aus zwei Teilen bestehen. Diese teile sind Tokens von x und y. Problem: es kann passieren, dass x^y die leere Menge ist ((s) die Kombination kommt nicht vor) obwohl x und y beide nicht leer sind. XII 59 Wie Wahrscheinlichkeit dieses Problems nimmt mit zunehmender Länge von x und y zu! Pointe: damit wird ein Gesetz der Protosyntax verletzt, das besagt: x = z, wenn x^y = z^y. Lösung: Dann wird man die Gegenstände nicht als Mengen von Inschriften auffassen. Dann kann man aber seine Atome, die einzelnen Zeichen immer noch als Menge von Inschriften auffassen. Dann besteht keine Gefahr, dass die Menge leer ist. ((s) Weil die Atome da sein müssen, wenn auch nicht jede Kombination). Pointe: Statt die Zeichenketten als Mengen von Inschriften zu deuten, kann man sie als (mathematische) Folge (von Zeichen) betrachten. Zeichenreihe/Ausdruck: ist dann eine endliche Menge von Paaren aus einem Zeichen und einer Zahl. Vs: das ist sehr künstlich und kompliziert. Einfacher: Gödelnummern selbst (die Zeichen verschwinden). Problem: Frage: wie klar ist es hier, dass wir gerade hier dazu übergegangen sind, nicht mehr von Ausdrücken sondern von Zahlen zu reden? Einigermaßen klar ist nur, dass wir mit künstlichen Modellen Gesetze erfüllen wollen, die Ausdrücke in einem nicht expliziten Sinn erfüllen sollen. XIII 199 Syntax/Quine: „glamour“ und „grammar“ (Grammatik) waren ursprünglich ein und dasselbe Wort. XIII 200 Später umfasste die Bedeutung auch Magie. Grammatik: (im engeren Sinn) sagte, welche Wortketten oder Ketten von Phonemen kohärent waren, und welche nicht. Immer bezogen auf eine bestimmte Sprache. Grammatik: (weiterer Sinn): „Die Kunst des Sprechens“.(in Bezug auf den etablierten gebrauch). Syntax/Quine: für den engeren Sinn brauchen wir aber eigentlich nicht das Wort „Grammatik“, sondern „Syntax“. Dabei geht es darum, welche Zeichenketten zur Sprache gehören und welche nicht. >Grammatik. Problem: Das ist zweifach unbestimmt: 1. wie die Individuen spezifiziert werden (formal, durch Komponenten oder Phoneme)) und 2. was sie für die Spezifikation qualifiziert XIII 201 Erkennbarkeit ist zu unbestimmt (liberal). Problem: ungrammatische Formen werden von vielen Leuten gebraucht und sind nicht unverständlich. Eine Sprache , die diese Formen ausschießt wäre der Dialekt einer sehr kleinen Elite. Problem: bloß mögliche Äußerungen in vorstellbaren aber nicht aktualen Situationen, die selber nicht sprachlicher Natur sind. Lösung: Def ungrammatisch/William Haas/Quine: eine Form, die in keiner vorstellbaren fiktiven Situation sinnvoll wäre. Regeln/Syntax/syntaktische Regeln/Quine: sind Abstraktionen des Syntaktikers aus der langen Praxis. Sie sind die Erfüllung der ersten Aufgabe (s.o.) zu erkennen, welche Ketten grammatisch sind. XIII 202 Lösung: Das geschieht hauptsächlich durch Rekursion, so ähnlich wie bei Stammbäumen. Er beginnt mit Wörtern, die die einfachsten Ketten sind, und geht dann zu komplexeren Konstruktionen über. Er teilt das wachsende Repertoire in Kategorien. Redeteile/parts of speach/Quine: es gibt acht: Nomen, Pronomen, Verb, Adjektiv, Adverb, Präposition, Konjunktion, Satz. Weitere Unterteilungen: transitiv/intransitiv, Geschlecht, usw. Das ist aber noch kaum ein Anfang. Nomina: sogar solche abstrakten wie cognizance (of) und exception (to) sind syntaktisch ganz verschieden, sie stehen mit verschiedenen Präpositionen. Rekursion/Syntax/Quine: wenn wir die ganze Syntax durch Rekursion gewinnen wollten, hätte sie so eng zu sein, dass zwei Ketten niemals als zum selben Redeteil gehörig gezählt würden, außer wenn sie in allen Kontexten salva congruitate ersetzbar wären. Def Ersetzbarkeit salva congruitate/Geach/Quine: erhält Grammatizität, liefert niemals ungrammatische Formen. VsRekurson/Problem: wenn Redeteile so eng definiert wären, müssten Bsp Nomina, die mit verschiedenen Präpositionen stehen, zu verschiedenen Arten von Redeteilen gezählt werden. Und diese Präpositionen Bsp of und to, dürften auch nicht in dieselbe Kategorie fallen! Dann gäbe es zu viele Arten von Redeteilen, vielleicht Hunderte. Von denen auch nach manche Singletons ((s) Kategorien mit nur einem Element) wären. Lösung: die Rekursion aufzugeben, nachdem man die gröbsten Einteilungen hat. >Rekursion. |
Quine I W.V.O. Quine Wort und Gegenstand Stuttgart 1980 Quine II W.V.O. Quine Theorien und Dinge Frankfurt 1985 Quine III W.V.O. Quine Grundzüge der Logik Frankfurt 1978 Quine V W.V.O. Quine Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989 Quine VI W.V.O. Quine Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995 Quine VII W.V.O. Quine From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953 Quine VII (a) W. V. A. Quine On what there is In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (b) W. V. A. Quine Two dogmas of empiricism In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (c) W. V. A. Quine The problem of meaning in linguistics In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (d) W. V. A. Quine Identity, ostension and hypostasis In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (e) W. V. A. Quine New foundations for mathematical logic In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (f) W. V. A. Quine Logic and the reification of universals In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (g) W. V. A. Quine Notes on the theory of reference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (h) W. V. A. Quine Reference and modality In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VII (i) W. V. A. Quine Meaning and existential inference In From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953 Quine VIII W.V.O. Quine Bezeichnung und Referenz In Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982 Quine IX W.V.O. Quine Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967 Quine X W.V.O. Quine Philosophie der Logik Bamberg 2005 Quine XII W.V.O. Quine Ontologische Relativität Frankfurt 2003 Quine XIII Willard Van Orman Quine Quiddities Cambridge/London 1987 |
| Terminologien | Wright | I 41 "Plattitüde"/Wright: "P" ist wahr dann und nur dann, wenn "P" mit den Tatsachen übereinstimmt CP Korrespondenzplattitüde/CP/Wright: "P" ist wahr dann und nur dann, wenn die Dinge so sind, wie "P" sagt, dass sie sind. Deflationismus/Wright: Der Deflationismus akzeptiert (wie wir auch) folgende Plattitüden: Etwas behaupten heißt, etwas als wahr darzustellen, jeder wahrheitsfähige Gehalt hat eine sinnvolle Negation, wahr zu sein bedeutet, den Tatsachen zu entsprechen, eine Aussage kann gerechtfertigt werden, ohne wahr zu sein, und umgekehrt. I 60 Epistemische Einschränkung: EC: wenn P wahr ist, dann gibt es Evidenz dafür - > erzwingt Revision der Logik, sonst kann P nicht wahr sein, wenn keine Belege vorliegen. I 99 Platituden: heißen so, weil sie ein gewichtiges metaphysischen Reich vermeiden helfen sollen I 108ff Def Evidenztranszendenz: das Vorhandensein entscheidbarer Parameter muss nicht sicherstellen, dass die Antwort auf die Frage gleichermaßen entscheidbar ist I 115 Irrtumstheorie: Mackie, (Ethik) Field (Mathematik). Alles müsste, um wahr gemacht zu werden, auf ein metaphysisches Reich zurückgeführt werden. Es gibt aber kein metaphysisches Reich! ad I 115ff Irrtumstheorie/(s): eine Theorie die zu erklären versucht, warum unsere Intuitionen anders sind, als die Theorie behauptet. I 118ff Konvergenz 1: schwach: bloß eine Tendenz stärker: Konvergenz 2: erzwingt Konvergenz Def minimale Wahrheitsfähigkeit: verlangt Anwendung von Maßstäben für Behauptbarkeit und damit die Existenz von Kriterien. Vs: "geeignete Umstände" unklar VsWright: Diskurs über das Komische: nicht minimal wahrheitsfähig. WrightVs: es gibt gar keine "permissiven Bedingungen" - Konvergenzplatitude/Repräsentationsplatitude/Wright: divergenter Output kann nur durch divergenten Input erklärt werden. Def kognitive Nötigung: Ein Diskurs erzwingt kognitive Nötigung wenn Divergenzen nur durch divergenten Input erklärt werden können. Tradition: Moralischer Diskurs erfüllt die Kriterien der kognitiven Nötigung nicht. Wright: Kognitive Nötigung ist aber kompatibel mit flexiblen Maßstäben, sie ist eine zusätzliche Bedingung für minimal wahrheitsfähige Diskurse I 138 Wright pro Konvergenz auch beim Diskurs über das Komische. I 150 Verfestigung/Wright: Eine Verfestigung wird den modalen Status ändern. Ob P wahr ist, mag kontingent sein, aber wenn P wahr ist, ist die Aussage notwendig, dass P tatsächlich wahr ist. Problem: Das sollte nicht für die Basisgleichung für Gestalt gelten - weiteres Problem: "wenn S in denselben Umständen wäre, würde er gleich urteilen": wenn in anderen möglichen Welten zu viel seine Gültigkeit behält, müsste die Gleichung in allen Möglichen Welten wahr sein und die Unterscheidung wird fraglich. |
WrightCr I Crispin Wright Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001 WrightCr II Crispin Wright "Language-Mastery and Sorites Paradox" In Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976 WrightGH I Georg Henrik von Wright Erklären und Verstehen Hamburg 2008 |
| Wahrheitskonditionale Semantik | Cresswell | I 27 Wahrheitskonditionale Semantik/Bedeutung/Versprechen/Wahrheitswert/ Wahrheitsbedingung/Handlung/Cresswell: Die wahrheits-konditionale Semantik urteilt nicht darüber, warum man die Wahrheit sagen sollte. (11) Ich verspreche Dir, Dir fünf Dollar zu zahlen Die Frage der Wahrheit/Falschheit hat hier nichts mit dem Zweck der Äußerung zu tun. - Wir können aber zeigen, dass die semantische Analyse der Wortbedeutungen es nötig macht, dass (11) einen bestimmten Wahrheitswert hat. >Wahrheitsfähigkeit, >Wahrheitswert, >Deontologie, vgl. >Präskriptivismus. I 28 Der Satz ist wahr, wenn der Sprecher das verspricht. I 29 Sprache wird hier zu einem regel-geleiteten Mittel, dem Hörer eine Repräsentation derselben Menge von möglichen Welten zu vermitteln, wie sie beim Sprecher gegeben ist. Damit steht der Begriff der möglichen Welt im Zentrum der Semantik und ist sogar noch grundlegender als der Begriff der Wahrheit. II 145 Wahrheitskonditionale Semantik/Cresswell: Die Satzbedeutung kennen: wissen, was der Fall sein müsste, damit der Satz wahr ist. >Verstehen. Nicht-wahrheitskonditionale Semantiken: Bsp Semantik der begrifflichen Rolle/Harman. >Begriffliche Rolle. Bsp Intentionsbasierte Semantik/Schiffer. - Bsp Sprechakttheorie. KatzVsWahrheitskonditionale Semantik: alle äquivalenten Sätze haben dann dieselbe Bedeutung. >Äquivalenz. |
Cr I M. J. Cresswell Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988 Cr II M. J. Cresswell Structured Meanings Cambridge Mass. 1984 |
| Welt | Jarvie | Habermas III 115 Welt/Rationalität/Jarvie/Habermas: Jarvie macht einen interessanten Gebrauch von Poppers Theorie der drei Welten (Popper: Welt 1: physikalische Gegenstände, Welt 2: Bewusstseinszustände, Welt 3: objektive Gedankeninhalte). Habermas III 120 Jarvie/Habermas: indem Jarvie Poppers Begriff der dritten Welt für die Charakterisierung gesellschaftlicher Beziehungen und Einrichtungen adoptiert, muss er die sozial handelnden Subjekte nach dem Vorbild theoriebildender und problemlösender Wissenschaftler vorstellen. Die Angehörigen der Gesellschaft lernen ständig etwas über sie.(1) Jarvie: sie legen Karten an, die auf gewissen Weise „weicher“ als geographische Karten sind. Habermas III 121 Diese gesellschaftlichen Karten sind Landschaften, die andere Menschen zu studieren und kartografisch aufzunehmen haben.(2) HabermasVsJarvie: a) Jarvie verwischt den Unterschied zwischen einer performativen und einer hypothetisch-reflexiven Einstellungen gegenüber kulturellen Überlieferungen. b) Er vernachlässigt die Bestandteile der kulturellen Überlieferung, die nicht auf „Gedanken“ oder wahrheitsfähige Aussagen zurückgeführt werden können. Er schränkt die objektiven Sinnzusammenhänge, die die handelnden Subjekte zugleich erzeugen und entdecken, auf die im engeren Sinne kognitiven Deutungsmuster ein. Habermas III 122 c) Sein Vorschlag lässt keine Unterscheidung zu zwischen kulturellen Werten und der institutionellen Verkörperung von Werten in Normen. Damit kann der Zwangscharakter geltender Normen und bestehender Institutionen nicht erklärt werden. 1. I.C. Jarvie, Die Logik der Gesellschaft, München, 1974, S. 254f 2. Ibid S. 248 |
Ha I J. Habermas Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988 Ha III Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981 Ha IV Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Pro/Versus |
Eintrag |
Literatur |
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| Ethik objektivist Wahrheitsfähig | Pro | Stegmüller: IV 163 objektivistische Ethik/ethischer Objektivismus/Stegmüller: Platon, Aristoteles, Th. v. Aquin, Leibniz, Kant, Moore, Scheler, Nicolai Hartmann. (Lager) Grundfrage: Sind moralische Normen objektiv vorgegeben, sind moralische Sollensurteile wahrheitsfähig? Sind Werte und Normen von Menschen erkennbar? Alles wird positiv beantwortet. |
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