Philosophie Lexikon der Argumente

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Transformations-Grammatik: Auch Generative Transformationsgrammatik oder Generative Grammatik. Ursprünglich von Noam Chomsky entwickelte Theorie zur Erklärung der Tatsache, dass Sprecher aus einer endlichen Anzahl von Regeln eine unüberschaubar große Anzahl von Sätzen bilden können. Siehe auch Universalgrammatik, Spracherwerb, Grammatik, Syntax, Sätze.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 157
Regeln/Grammatik/Transformationsgrammatik/Chomsky/Lyons: Chomsky scheint dies abzulehnen. Seiner Meinung nach ist:
ChomskyVsGrammatische Regeln: These: Die grammatische Struktur der Sprache ist bestimmt ((s) nicht nach den obigen Regeln) und wird vom muttersprachlichen Sprecher „intuitiv“ (unbewusst) beherrscht. (ChomskyVsRegeln wegen der Konsequenz der „Unbestimmtheit der Grammatik“ /ChomskyVsUnbestimmtheit der Grammatik).
Lyons: die Meinungsverschiedenheiten sind hier übertrieben. Nicht die ganze Grammatik ist unbestimmt.
I 252
Transformationsgrammatik/transformationelle/Lyons: jede Grammatik die den Anspruch erhebt, eine Analyse der Tiefen- wie auch der Oberflächenstruktur zu liefern, ist eine transformationelle Grammatik.
I 252
Mehrdeutigkeit/transformationelle/Grammatik/Lyons: hier gibt es viele weitere Arten, zusätzlich zu den verschiedenen Klammerungen.
Bsp amor dei: die Liebe Gottes: a) von Gott, b) zu Gott. Subjektiver oder objektiver Genitiv.
I 253
Chomsky: berühmtes Beispiel:
Flying planes can be dangerous
a) Flugzeuge können gefährlich sein
b) Fliegen kann gefährlich sein.
Tradition: würde das nach dem Unterschied von Partizip und Gerundium erklären:
Def Partizip/Lyons: ist ein Wort, das von einem Verb abgeleitet ist und als Adjektiv gebraucht wird
Def Gerundium/Lyons: ist ein Wort, das von einem Verb abgeleitet ist, und als Nomen gebraucht wird.
Lösung: a) Flying planes are dangerous
b) Flying planes is dangerous.
I 254
Lexem/Lyons: ein bestimmtes Wort (hier im abstrakten Sinn) kann in einem Satz verbal und in einem transformationell verwandten Satz nominal sein. (Partizip/Gerundium).
Lösung/Transformation/Lyons: dann können wir sagen, dass Bsp das Syntagma Flying planes durch eine Regel abgeleitet wird, die die dem Satz Flying planes can be dangerous zugrundeliegende Struktur transformiert.
I 256
Subjekt/Objekt/Grammatik/Transformationsgrammatik/Lyons: Bsp John eats the apples, John is eating: dann hat The eating of the apples eine Objektbedeutung.
Problem: ob s auch eine Subjektbedeutung hat hängt davon ab, ob ein Satz wie The apples are eating erzeugt werden kann. ((s) Grammatisch, nicht semantisch!).
Lösung: ob es geht hängt dann davon ab, ob das Nomen apple und das Verb eat im Lexikon (durch grammatische Merkmale) so subklassifiziert werden kann, dass die grammatischen Regeln die Zuordnung eine Merkmals (z.B. unbelebt) zu einem Nomen als Subjekt jener Verbklasse, der eat angehört, zulassen oder nicht.
I 258
Aktiv/Passiv/Transformationsgrammatik/Chomsky/Lyons: obwohl Subjekt und Objekt vertauscht werden, herrscht zwischen den beiden entsprechenden Sätzen in der Tiefenstruktur Identität oder Ähnlichkeit. Dies ist aber auch die Voraussetzung, dass man die Vertauschen von Subjekt und Objekt überhaupt feststellen kann.
Problem: es herrscht Uneinigkeit darüber, ob hier Dissimilation herrscht oder nicht.
Bsp Angenommen, the shooting of the hunters sei nicht mehrdeutig.
Problem: dann würden wir immer noch von der Grammatik verlangen, dass sie
a) Zwischen the shooting of the hunters und dem transitiven Satz NP1 shoot the hunters sowie
b) Zwischen the hunters shooting und dem intransitiven the hunters shoot Beziehungen herstellt.
I 270
Transformationsgrammatik/Chomsky/Lyons: verbindet eigentlich nicht Sätze, sondern die den Sätzen zugrundeliegenden Strukturen.
Konjunktionstransformation: verbindet dagegen auch Sätze innerhalb eines größeren Satzes. Dabei wird aber kein Satz untergeordnet sondern beide bewahren ihren Satzstatus. Der P-Marker für den größeren Satz wird also zwei (oder mehr) miteinander koordinierte ∑ unter dem obersten ∑ enthalten.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977

Lyons I
John Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995

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