Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 100
Ungleichheit/Rawls: es gibt ein Prinzip der Abhilfe für Individuen, die aufgrund ihrer natürlichen Ausstattung benachteiligt sind, zumindest z.B. für die ersten Schuljahre.
I 101
Meines Wissens aber ist dieses Prinzip niemals mehr gewesen als ein prima facie-Prinzip. (Siehe H. Spiegelberg, „A Defense of Human Equality“ Philosophical Review, vol 53, 1944, pp. 101, 113-123 – D. D. Raphael, „Justice and Liberty“, Proceedings of the Aristotelian Society, vol. 51, 1950-1951, pp. 187f.)
Rawls: Das Prinzip der Abhilfe muss jedoch immer berücksichtigt werden, egal welche anderen Prinzipien wir befolgen.
Differenzprinzip/Rawls: sichert Ressourcen z.B. für die Förderung Benachteiligter. (Siehe Differenzprinzip/Rawls). Es hat dieselbe Intention wie das Prinzip der Abhilfe.
I 102
Die Grundstruktur (einer zu errichtenden Gesellschaft) kann so arrangiert werden, dass natürliche Ungleichheiten, die nicht geändert werden können, sich zum Wohl der am stärksten Benachteiligten auswirken.
Natur/natürliche Verteilung/Rawls: ist weder gerecht noch ungerecht. Was gerecht oder ungerecht ist, sind die Institutionen, die mit dieser Verteilung umgehen. In der Gerechtigkeit als Fairness ((s) Rawls Ansatz) stimmen die Mitglieder zu, am Schicksal der anderen teilzunehmen.
I 103
VsRawls: nun könnte man einwenden, dass die Bevorzugten einen größeren Zuwachs für sich selbst erwarten, wenn sie dem Arrangement zustimmen sollten. RawlsVsVs: dabei wird aber schon ein Kooperationsschema vorausgesetzt.
I 104
Es ist niemandes Verdienst, durch natürliche Begabung oder Benachteiligung eine bestimmte Position in einer Gemeinschaft einnehmen zu können. Da daraus auch kein Recht auf ein bestimmtes Kooperationsschema mit Vorteilen für Bessergestellte folgt, ist es das Differenzprinzip, dass von allen akzeptiert werden kann. Der Begriff des Verdiensts kann hier einfach nicht angewendet werden.
I 171
Ungleichheit/Ökonomie/Wirtschaftswissenschaften/Mathematik/Rawls: wir dürfen den anhaltenden Effekt, den unsere individuellen Anfangsbedingungen, Begabungen und unser ursprünglicher Platz in der Gesellschaft haben, nicht unterschätzen und darauf vertrauen, dass mathematisch ansprechende Lösungen irgendwann für einen Ausgleich sorgen würden.
Lösung/Rawls: unsere Prinzipien der Gerechtigkeit müssen Abhilfe schaffen (Siehe Prinzipien/Rawls).
I 226
Ungleichheit/Politik/Ökonomie/Rawls: These: die Effekte von Ungerechtigkeiten im politischen System sind viel schwerwiegender und langdauernder als Marktunregelmäßigkeiten. Politische Macht dehnt sich schnell aus und wird ungleichmäßig. Diejenigen, die daraus einen Vorteil ziehen, können sich leicht in Machtpositionen begeben, indem der Apparat der Staatsorgane und des Rechts ausgenutzt werden. Gleiches Wahlrecht ist kein sicheres Mittel dagegen. (Siehe F. H. Knight, The Ethics of Competition and Other Essays, New York, 1935.)


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005

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> Gegenargumente gegen Rawls

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