Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Habermas IV 303
Moderne/Parsons/HabermasVsParsons/Habermas: Parsons Theorie der Moderne ist zu harmonistisch, weil sie nicht über die Mittel für eine plausible Erklärung pathologischer Entwicklungsmuster verfügt.
Habermas IV 420
Moderne/Parsons/HabermasVsParsons/Habermas: Parsons‘ Theorie der Moderne hat ein Janusgesicht: A) sie unterscheidet sich von einem Systemfunktionalismus, der an modernen Gesellschaften ausschließlich die Züge der Komplexität hervorhebt. Das ist die Linie von Luhmann. Siehe Moderne/Luhmann.
Habermas IV 421
Methode/ParsonsVsLuhmann/Habermas: Parsons begreift gesellschaftliche Modernisierung nicht nur als systemische, sondern als handlungsbezogene Rationalisierung.
Habermas IV 422
HabermasVsParsons: Problem: es fehlt Parsons dafür ein aus der Handlungsperspektive entworfenes Gesellschaftskonzept. Daher kann er die Rationalisierung der Lebenswelt und die Komplexitätssteigerung von Handlungssystemen nicht als getrennte, als interagierende, aber oft auch gegenläufige Prozesse beschreiben.
Daher kann er die entsprechende Dialektik nicht erfassen und muss diese Erscheinungen auf das Maß von Krisenerscheinungen reduzieren, die sich nach dem Muster von Inflation und Deflation erklären lassen. (Siehe Revolutionen/Parsons).
Habermas IV 432
Moderne/Parsons/ParsonsVsWeber/Habermas: Parsons kommt nicht durch eine abweichende Beschreibung globaler Trends, über die man sich streiten könnte, zu einer anderen Auffassung als Weber; sondern diese Auffassung ergibt sich deduktiv aus seiner Analyse des Modernisierungsprozesses: Wenn sich entwickelte moderne Gesellschaften durch hohe Eigenkomplexität auszeichnen, und wenn sie diese Komplexität nur in allen vier Dimensionen der Anpassungskapazität. Ausdifferenzierung von mediengesteuerten Subsystemen, Inklusion und Wertgeneralisierung gleichzeitig steigern können, dann besteht eine analytische Beziehung zwischen a) der hohen Systemkomplexität und b) universalistischen Formen der sozialen Integration sowie zwanglos institutionalisiertem Individualismus.
Habermas: Parsons zeichnet deshalb ein harmonisiertes Bild der Moderne. Siehe Bürokratie/Parsons.
Habermas IV 433
Moderne/Parsons/HabermasVsParsons/Habermas: sozialpathologische Erscheinungen muss Parsons auf systemische Ungleichgewichte reduzieren; dabei geht das Spezifische gesellschaftlicher Krisen verloren. Für selbstgesteuerte Systeme, die ihren riskanten Bestand permanent durch Anpassung an Bedingungen einer kontingenten und überkomplexen Umwelt sicher müssen,
Habermas IV 434
sind interne Ungleichgewichte der normale Zustand.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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