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Talcott Parsons über Geld – Lexikon der Argumente

Habermas IV 395
Geld/Medium/Parsons/Habermas: Geld als Kommunikationsmedium muss nach Parsons vier Gruppen von Merkmalen haben: 1. Strukturelle Merkmale: Geld hat die Eigenschaften eines Codes, mit dessen Hilfe Informationen übertragen werden können. Das geldmedium erlaubt die Erzeugung und Vermittlung symbolischer Ausdrücke mit eingebauter Präferenzstruktur. Sie können über ein Angebot informieren und zur Annahme veranlassen. Die Akzeptanz darf hier aber nicht auf der affirmativen Stellungnahme zu einem kritisierbaren Geltungsanspruch beruhen. Daher gilt der Mediencode nur
Für eine abgegrenzte Klasse von Standardsituationen
Diese sind durch Interessenlagen definiert
Die Handlungsorientierungen der Beteiligten sind durch einen generalisierten Wert festgelegt
Der Andere (Alter)kann sich grundsätzlich zwischen zwei alternativen Stellungsnahmen entscheiden
Der Sender (Ego) kann diese Stellungnahmen durch Offerten steuern
Die Aktoren sind nur an den Konsequenzen von Handlungen orientiert.
Habermas IV 396
Durch die Umstellung auf mediengesteuerte Interaktionen gewinnen die Aktoren neue Freiheitsgrade. Siehe Freiheitsgrade/Parsons.
Habermas IV 396
2.Qualitative Eigenschaften: das Medium muss so beschaffen sein,
dass es gemessen,
in beliebigen Größenordnungen veräußert und
gespeichert
werden kann.
Habermas IV 397
Medium/Parsons: ist zugleich Maß und Speicherung des Werts. Während eine sprachliche Äußerung nur in Verhältnis zum kontextabhängigen Informationsstand des Senders ((s) sic, eigentlich des Empfängers) einen messbaren Informationswert erhält, müssen Medien messbare Wert Mengen verkörpern, auf die sich, unabhängig von besonderen Kontexten, alle Teilnehmer als eine objektive Größe beziehen können.
3.Struktur von Anspruch und Einlösung: Geld ist weder eine Ware noch ein Produktionsfaktor, es symbolisiert Wertmengen. Es hat aber als Medium keinen ihm selbst innewohnenden Wert.
Habermas IV 398
Während im kommunikativen Handeln Gründe eingelöst werden, werden beim Geldmedium die durch den Code festgelegten nominellen Ansprüche, die in Tauschwerten ausgegeben werden, in realen Gebrauchswerten eingelöst.
Unterschied zur Sprache: diese braucht keine weitere Beglaubigung. Geldwerte brauchen hingegen eine Deckung durch hinterlegte Reserven, letztlich durch eine institutionelle Verankerung. Dies ist notwendig, weil Geld nicht schon durch sein bloßes Funktionieren als Medium Vertrauen schafft. (Siehe Vertrauen/Habermas).
Habermas IV 399
4.Systembildender Effekt: Subsysteme/Habermas: Indikatoren für eine gelungene Bildung von Subsystemen sind: Die krisenhaften Schwankungen im quantitativen Verhältnis der vom Medium (hier: Geld) verkörperten Werte und der durch sie vertretenen Realwerte (also die Dynamik von Inflation und Deflation) - Die reflexive Aufstufung des Medium, die beispielweise Kapitalmärkte ermöglicht. (Siehe Subsysteme/Habermas).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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