Philosophie Lexikon der Argumente

 
Verstehen Philosophie: Beim Verstehen von Zeichen und Wörtern spielt sowohl eine Rolle, ob man einen Gegenstand mit dem Wort oder Zeichen in Verbindung bringen kann, als auch, ob man das Zeichen oder Wort durch ein anderes ersetzen kann. Zum Verstehen ganzer Sätze muss noch das Überschauen der Verwendungssituation hinzukommen. Umstritten ist, ob die Kenntnis der Wahrheitsbedingungen die Bedeutung des Satzes liefert, also das Wissen darüber, was der Fall sein müsste, wenn der Satz wahr wäre. Wenn das richtig ist, braucht man nicht zu wissen, ob der Satz wahr ist. (Vgl. M. Dummett, Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992, S. 20). Siehe auch Ersetzbarkeit, Substitution, Wahrheitsbedingungen, Wissen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 150 ff
Frege: Verstehen vor Wahrheit - Wahrheit undefinierbar (FregeVsTarski)
Dummett: in früheren Schriften: These: die Theorie der Bedeutung sei eine Theorie des Verstehens.
Heute: die Beziehung ist subtiler: Keine der beiden kann jeweils durch die andere erklärt werden.
Wir können unser Verstehen ist auch mit Hilfe anderer Worte ausdrücken. Ersetzung, Austauschbarkeit.
II 458 ff
Andererseits kann nicht generell gelten, dass das Verstehen von Ausdrücken die Form eines expliziten Wissens hat und in der Fähigkeit besteht, Ausdrücke mit Hilfe anderer Ausdrücke zu erklären. Denn dies führte in einen Zirkel.
Verstehen: hier gibt es Grenzen: wir können uns ein Verständnis nur zu sprechen, wenn wir zeigen können, wie sich ausdrückt. Der (metaphysische) Realist muss also zeigen, wie sich in unserem Verständnis (letztlich Verhalten) offenbart, daß Sätze entweder wahr oder falsch sind, (auch wenn wir es nicht entscheiden können). Und das geht nicht.
II 463
Verstehen: das sprachliche Verständnis einer Person kann keinen Bestandteil umfassen, der nicht im Gebrauch der Sprache zum Ausdruck käme.
EMD II 69
Verstehen/Dummett: zum Verstehen eines Satzes ist das Kennen der entspreche.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 26.09.2017